DEJIN FAIMOVA Sozialdemokrat Sentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Samstag, 1. Jänner 1938. Wechsel im Londoner Außenamt Sir Vansittart durch Sir Cadogan ersetzt Aus dem Inhalt: Franco in Teruel? Wahlreform in Rumänien Gesandter Veverka bei Micescu Deutschland und der Antikominternpakt Die Politik des Vatikans Wirtschaft im Jahre 1937 Revolution und Reaktion Nr. 1 „ Die Menschen werfen sich im Politis, mochte, die größten Illusionisten wurden Westschen wie auf dem Krankenlager von einer europas Kommunisten. Auf dem Parteitage in Seite zur andern, in der Meinung, beffer Halle 1921 prophezeite Sinowjet, die Weltzu liegen." Goethe. revolution werde in unaufhaltsamem Vordringen Die heute lebende Generation hat seit dem binnen kurzem ganz Westeuropa erfassen und Abschluß des Weltkrieges, der einen entscheidenden Trosti glaubte an einen Strieg, in welchen die Abschnitt in der Geschichte der letzten hundert Sowjet- Union alle Völker befreien werde. die Jahre darstellt, eine Entwicklung durchgemacht, unter Englands Herrschaft stehen. Dieser Glaube die in ihrem Bewußtsein tiefe Spuren gezogen hat sich als eine rrlehre erwiesen. Alle, die London. Ministerpräsident Chamberlain fellos eine Ueberschätzung der Einzelpersönlichkeit hat sich entschloffen, das Außenamt während der im politischen Geschehen. Dazu kommt, daß Abwesenheit Edens, der sich in der nächsten Woche Gadogan, wenn er auch ein weniger ausgespro zu einem zehntägigen Erholungsurlaub an die chen Freund Frankreichs ist, ein um so sicherer Gote d'azur begibt, zu leiten. Chamberlains Ent- Freund des Völkerbundes ist. Sein Verhältnis schluß hat in der Bresse lebhafte Ueberraschung an Eden ist ausgezeichnet und verspricht eine wo hervorgerufen, da Eden durch Lord Halifax zu möglich noch größere Harmonie in der Leitung vertreten werden pflegt. Aus diesem Entschluß der englischen Außenpolitik. Man kann aus allen erhellt auch das große Interesse, das der Pre- Umständen die Schlußfolgerung ziehen, daß alle hat. mier eben jetzt den Dingen der Außenpolitik wid. sensationellen Gerüchte über die Personalände- Die Männer, welche vier Jahre blutigen met, und er ist zweifellos von dem Ernst der rungen in Withe Hall unbegründet sind. Ringens mitgemacht, die Frauen, welche nicht Lage im Fernen Osten diktiert. Sir Robert Vansittart wurde seines Amtes als ständiger Unterstaatssekretär im Außenministerium enthoben und zum Ersten dipinmatischen Berater in diesem Ressort ernannt. Sum neuen ständigen Unterstaatssekretär im Außenministerium wurde der bisherige Stellvertreter Sir Noberts, Sir Alexander Cadogan ernannt. Das neue Amt des Ersten diplomatischen Beraters wurde von Minister Eden nach einer Beratung mit dem Ministerpräsidenten Chamberlain' errichtet und diese Funktion muß als Folgeerschei nung der gespannten internationalen Lage an gesehen werden. Aufgabe Sir Roberts wird es fein, Berater des Außenministers in allen wichtigen internationalen Fragen zu sein sowie das Außenministerium bei allen Gelegenheiten sowohl im Inlande als auch im Auslande zu vertreten fobald es der Minister als wünschenswert ansehen wird, sich feiner Dienste zu bedienen. bent: Dazu berichtet unser Londoner KorreſponDie Personalveränderungen im britischen Außenamt werden lebhaft besprochen. Man er. Chamberlain cifert med biborübergehende Nebernahme selbst, weil man sich dessen bewußt ist, daß, wenn Chamberlain dies nicht getan hätte, nach altem Brauch Lord Halifax die Vertretung übernom men hätte, deffen Person zu sehr an die Neiſe zu Hitler erinnert hätte. Dagegen erregt es Aufsehen, daß der all. mächtige Unterstaatssekretär Sir Robert Vanfittart seinem Nachkommandierenden Sir Cadogan den Platz abgeben muß. Vansittart wurde von der zweiten Arbeiterregierung auf diesen Blat gestellt und hat sich als kräftige Persönlichkeit erwiefen. Seine Geschäftsführung war eine Gewähr dafür, daß man im Londoner Außenamt die Intriguen der autoritären Staaten durchschaute, ebenso wie sie eine Gewähr für die stärkere Bindung Englands an Frankreich war. Es wird in feinem Ausscheiden also eine Gefahr für die demokratische Front erblickt. Dies ist jedoch zweiEngland nimmt Tokios Antwort an Juster D Die Glocken läuten das Neue Jahr ein! London. Wie Neuter aus Tokio meldet, hat der britische Botschafter dem japanischen Außenminister eine Note überreicht, in der England den Eingang der japanischen Antwortnote bestätigt. England foll darin feine Befriedi. Zöllen, der Poſt und dem Verkehr ermöglichen endenwollende Monate und Jahre des Nahrungswürde. so dachten, sahen nur die russische, deutsche und österreichische Revolution, die drei mächtige Stai ferreiche beseitigt und die Herrschaft des Voltes vom Rhein bis an die Gestade des Stillen Ozeans an Stelle von Autofratien gesetzt hatte. Sie vergaßen, daß der S apitalismus in den Siegerländern, in den Vereinigten Staaten, im britifchen Imperium, in Frankreich fast unerschüttert geblieben, die Herrschaft der Bourgeoisie nicht umgestoßen war. Die oft und mitteleuropäischen Revolutionen waren an die Schranken eines nur wenig erschütterten Kapitalismus der Weststaaten gestoßen. In den Jahren der guten Konjunktur bis 1929 hat die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt, jene der Vereinigten Staaten, insbesondere den deutschen Kapitalismus wieder aufgebaut. Auf die Revolution der ersten" Nachkriegsjahre ist die Reaktion gefolgt. Sie hat zunächst die neue Ordnung nicht niederwerfen fönnen, der Kapp- Putsch von 1920 ist an dem Abwehrwillen der deutschen Arbeiterschaft gescheitert, die 1923 geplante Machteroberung durch Hitler lief in einer Operette aus. Immerhin wurden die bürgerlichen Parteien bald wieder ein Machtfaktor, die unjelige Zersplitterung der arbeitenden Stlasje, der von den Sommunisten entfesselte Bruderkampf führte 1922 in Italien den Faschismus zur Macht. Die große Krise der Weltwirtschaft hat in Deutsch land Zustände geschaffen, die 1933 Hitler in den Sattel setzten, die deutsche und ein Jahr später die österreichische Demokratie erlagen der faschistischen Barbarei. Auch die Reaktion entfaltete eine Gewalt, die stärker war, als es ihren machtmäßigen Grundlagen entsprach und eine Zeitlang schien es, als würde der Faschismus überall zur Herrschaft kommen, als seien totalitäre Regierun gen ein notivendiges Durchgangsstadium der menschlichen Gesellschaft auf dem steinigen Pfad vom Kapitalismus zum Sozialismus. In Engs land Mosley, in Frankreich de la Roque, in USA der Ku- Klux- Klan- auch das Schicksal der gro ßen Weltdemokratien schien besiegelt zu sein und Mussolini konnte der Welt verfünden, Europa werde faschistisch sein, so wie anderthalb Jahrzehnte zuvor Sinowjew den Völkern die Botschaft brachte, Europa werde kommunistisch sein. Die Welt ist weder fommunistisch noch faschistisch geworden. In der Sowjet- Union hat sich das kommunistische Regime stabilisiert, in Deutschland und Italien regiert der Faschismus, in USA, Großbritannien und Frankreich die Demokratie. Wenn wir die Welt nüchtern betrachten, müssen wir bekennen, daß die Erde zwischen autoritären und demokratischen Staaten ge teilt ist. Sicherlich ruht Hitlers Herrschaft in Deutschland und jene Mussolinis in Italien nodi auf festem Grunde. Aber die Entwicklung steht auch in den beiden faschistischen Großstaaten Europas nicht still. Beide haben mit großen wirt fchaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, es fehlen mittel- und Kleidermangels erlebt hatten, wurden ihnen Stapital und Rohstoffe. Kredit ist für durch ihr Striegserlebnis revolutioniert. Deutschland und Italien weder in New York, noch Die heimfehrenden Soldaten, ihre Eltern, Frauen in London oder Paris zu haben und Rohstoffe und Kinder wollten nie wieder ein solches Grauen fehlen den beiden Ländern troß aller Autarkie, erleben, sie wollten nie wieder unter das alte Ersaßwirtschaft und Vierjahresplänen. Deutschoff, curüidfehren, jie wollten sich selbst regie- tangen Strieg führen, das ist trop aller welches Staiser und Adel über sie geworfen land und Italien tönnen teinen ren und forderten eine Gesellschaft, in der jeder Großmäufigkeit und Propaganda ihre Schwäche. das Glück finden konnte, nach dem der einzelne Wir verkennen nicht die außenpolitischen Erfolge durchstrebt. Friede, Demokratie, SoziaHitlers und Mussolinis. Deutschland hat die all13mus waren die Sehnsucht der Massen, die gemeine Wehrpflicht eingeführt, das Saarland sich durch das Tal der Tränen viereinhalb Jahre ge- angegliedert und das Rheinland militarisiert und wandert waren. Mussolini hat Abessinien niedergeworfen. Aber gung über die japanische Zusicherung aus. 2. China schließt sich dem Antikominternbrücken, gleichzeitig aber darauf hinweisen, daß vakt an. einer oder zwei der Punkte weiterer Erläuterun3. Einführung ständiger japanischer Garnifonen in China. gen auf mündlichem Wege bedürften. 4. Errichtung einer entmilitariſierten Zone in den von den Japanern bestimmten Gebieten. 5. Errichtung einer unabhängigen Regierung in der inneren Mongolei. 6. Zahlung von Kriegsreparationen In Tokioter politischen Kreisen erklärt man, baf die friedliche Regelung des Jangtse- Zwischenfalles mit Amerika und England ein erster Schritt zum besseren Verständnis des japanisch- chinesischen Konfliktes in Eurapo und Amerika darstelle. Japans Friedensbedingungen präzisiert? China. Rettet Liesl Hermann! Jede Revolution hat eine gewaltige Schwung die Kreuzigung der spanischen Demokratie ist nicht ( J. J.) Von allen Seiten erheben sich Pro- fraft in sich, die sie hinausträgt über die Grenzen, geglückt, das Beispiel Italiens von 1922, Deutsch Scha ng ba i.( Neuter.) Aus verantwort- teste gegen das Todesurteil, bas die Hitlerregie- welche ihr die sozialen Verhältnisse sezen. Auf| lands von 1933 und Desterreichs von 1934 in licher Quelle verlautet, daß die japanische Regie- ung über Liesl Hermann verhängt hat. In die französische Revolution folgte der napoleoni Spanien zu wiederholen, ist weder 1936 noch rung China durch Vermittlung des deutschen Bot- ollen Ländern wird in Sundgebungen, die aus sche Absolutismus, auf die Revolution von 1848 1937 gelungen, die Demokratie hat e schafters folgende Friedensbedingungen notifi- den verschiedensten Streifen, von den Liberalen in Frankreich Napoleon III., in Desterreich die gelernt, sich zu schlagen. Ebenso ist es ziert hat: bis zu den Kommunisten, von Frauen aller absolutistische Aera Vachs, auf die russische Revo- Hitler nicht gelungen, Desterreich in die Tasche zu 1. Abschluß eines chinesisch- japanischen Wirt. Schichten und Berufe kommen, gefordert, daß lution von 1903 eine neue reaktionäre Spoche ſtecken, schon deswegen, weil hier die Machtinterfchaftsabkommens, das Japan die Teilnahme und dieses Urteil aufgehoben und die junge Frau Nikolaus 11. Auch die Revolution von 1918 essen zweier Faschismen aufeinanderstoßzen Beteiligung an den chinesischen Einkünften aus ihrem Rinde wiebergegeben werde. steckte sich weitere Ziele, als sie zu erreichen ver- troß der Verbrüderung der beiden Diktatoren, zu Seite 2 Samstag, 1. Jänner 1938 Nr. 1 Ossletzky darf nicht ins Ausland Demeit tann mensch| lin die zukunftsfrohen Worte nieber, die heute Neue Sozialistenverhaftungen Berlin. Der Havasvertreter fragte Freitag bei den zuständigen deutschen Stellen an, ob die Gerüchte zutreffen, daß Deutschland dem Nobelpreisträger von Offickky die Reise nach der Schweiz gestattet habe. Es wurde ihm mitgeteilt, daß von Offichty gegenwärtig in einem Berliner Sanatorium in Behandlung steht, wo er vollkommene Freiheit genießt. Offictzky ,, habe nicht nötig", ins Ausland zu reifen und ,, verlange auch keine solche Bewilligung".. der es im Herbst gekommen ist. Schien die DemoIratie in den Vereinigten Staaten, in England un Frankreich noch vor drei Jahren bedroht, steht fie heute in diefen Großreichen gefestigt da. Der Faschismus erobert die Welt nicht. In einigen Heineren Ländern ist der Kampf zwischen Faschis. mus und Demofratie, Stnechtschaft und Freiheit, Barbarei und Menschlichkeit noch nicht entschieden. aber in der Schweiz und in der Tschechoslowakei. in Holland und Belgien, in Schweden, Norwegen und Dänemark hat die Demokratie die Angriffe des Faschismus siegreich abgewehrt, bei uns war 1985 das Jahr der Entscheidung. Und bliden wir in halbfaschistische Staaten, so sehen wir, daß auch dort nicht alles verloren ist. In Polen wächst der Widerstand gegen die Beck und Konsorten selbst in nationalen und Legionärtreifen und in Juzoslawien hat es sich zuletzt beim Besuche Delbos gezeigt, daß die demokratischen Kräfte rege und mutig sind. In Rumänien ist in den letzten Tagen ein Rud nach rechts eingetreten, aber die Massen der Bauern sind politisch noch lange nicht erledigt und die Diktatur in Polen, Jugoslawien und Rumänien fann noch ein schlechtes Ende finden. Auch in der deutschen Wüste ist nicht alles Leben ers loschen und die Sehnsucht nach Freiheit und Menschlichkeit lebt in Millionen Herzen. Weder Deutsch land noch Italien ist ein Friedhof, wo alles demo tratifdje Leben erstorben ist. Nicht alle sind tot, die begraben find! Um die Welt wird gerungen: Als Hitler ins Rheinland einrückte, standen die Demokratien vielfach ungerüstet da, feither verwirklichen por allem Amerita und England ihr Rüftungsprogramm in einem Tempo, dem weder Deutschland noch Italien folgen fönnen. Gott hält es mit den stärkeren Bataillonen hat Napoleon gesagt und die stärkere wirtschaftliche Mach ist auf seiten der großen Weltdemokratien. Stonnte noch im 17. Jahrhundert der kaiserlich österreichische General Montecuccoli fagen, zum N n die edelsten Geiste: ebenso gelten wie damals und die ewig sind: auch zur Zeit der größten Erniedrigung geglaubt. Ich liebe das Geschlecht der kommenden Jahrs Als Deutschland noch im Elend der Kleinstaaterei hunderte. Denn dies ist meine feligste Hoffnung, und engsten Philistertums verharrte, da die der Glaube, der mich start erhält und tätig, unfere Peitsche des Gutsherrn auf den Rücken leibeigener Enfel werden beffer fein als wir, die Freiheit Bauern niederfaufte, da erhob sich der deutsche muß einmal fommen und die Tugend wird besser Geist in nie vorher gekannte Höhen. In dieser gedeihen in der Freiheit heiligem, erwärmendent Enge verzweifelter Bustände schrieb der revolut. Licht, als unter der eistalten Bone des Despotis tionäre, freiheitsliebende Dichter Friedrich Hölders mus." Franco- Truppen E. St. in Teruel eingedrungen? In Oesterreich ( B. G.) Während die österreichische Regie. sung ins Ausland berichten läßt, daß fie sit Weihnachten eine Anzahl politischer Gefangener es find zumeist Nazi amnestiert habe, hat sich in Wahrheit in der letzten Zeit der. Polizeiterror gegen bie österreichischen Sozialisten neuerdings verschärft. Anfang Dezember wurde in Wien geradezu eine Maffenverhaftung früherer fozialdemokratischer Funktionäre vorgenommen. Unter den Berhafteten befinden sich zwei frühere fozialdemokratische Mitglieder des Wiener Gemeinderates, Karl Maisel und Wilhelmine Woit, eine schwerkranke Frau, ferner ber frühere Sefretär der Angestelltengewerkschaft, Manfred Ackermann, die früheren sozialdemokratischen Parteiredakteure Hand Pa v und Josef Boblipnig, sowie der frühere Ob. mann des Bundes der religiösen Sozialisten Otto Bauer, der in fatholischen Kreisen des Auslandes großes Ansehen genießt. Die Massenverhaftungen von Sozialisten widerlegen die dem Ausland gegenüber stets wiederholte Lüge des Derrn Schuschnigg, daß er den Kampf nicht gegen die Arbeiterschaft, sondern gegen die Nazi führe. ab, um von dieſem neutralen Hafen aus Barce. Weitere Telegramme: Seite 6 lona zu erreichen. Unmittelbar vor Blattschluß langte die allerdings nicht mehr überprüfbare Nachricht ein, daß die Franco- Truppen unter Einsay von zahlenmäßig weit überlegenen Kräften und von riesigem Waffenmaterial in Teruel eingedrungen find. Neber die Rämpfe am Donnerstag meldet die| Maschinen und zwölf Mann. Am 26. Oftober Agence Espagne: Der Angriff des Feindes hat kamen fie auf einem deutschen Schiff wieder in Donnerstag den Charakter einer Gesamt Niel an und wurden beurlaubt mit der Weisung, aktion gehabt und fein Maximum an Intensität sich bereitzuhalten, am 1. Dezember wieder nach Spanien abzugehen. auf den beiden Flanken erreicht. Auf der rechten Flanke sind unsere Linien in. In Gibraltar traf in einem Kleinen Ruber. takt gehalten worden, denn wenn wir auch im ersten Augenblick und unter einem fürchterlichen Luft boot, von La Linea kommend, der für die Sicher. bombardement zwei Bosten vor dem Cerro Gordo heit der Nebellen im Gebiet um Gibraltar verant hatten aufgeben müssen, so konnten wir sie doch, wortlich gewesene Carabiniero- Hauptmann mit dank einem großartigen Gegenangriff, schnell Frau und Kind ein und reiste sofort nach Tanger wie bererobern. Auf der linken Flanke haben wir mehrere Stellungen verloren, ohne daß die Sicherheit von Teruel in Gefahr gebracht wäre, denn die Stadt ist durch sehr starke Linien ver. teidigt. Die Rebellen haben große Mengen Artillerie, Flugzeuge und Tanks eingesetzt. In einem Luftkampf wurden zwei republikanische Flugzeuge abgeschossen, in einem zweiten Luftkampf eines. Man weiß nicht, ob die Nebellenluftwaffe Verluste erlitten hat. Franco meldet Eroberung der Schlüsselstellung Die Aufständischen meldeten Freitag: Die Truppen General Arandas, die den mittleren Teil der Regierungsfront bei Teruel angreifen. eroberten Freitag vormittags nach heftiger Artil lerievorbereitung mit Hilfe von 50 dreimotorigen Striegführen gehöre Geld, Geld und wiederum Bombenflugzeugen die Stellung amuela, Telegramm- Wechsel Bukarest- Moskau ,, Befriedigung über die Zusammenarbelt ,, Litwinows Sympathien" Moskau. Das sowjetrussische Breßbüro Taß teilt mit, daß der neue rumänische Außenminister Jstrati Micescu bem Boltskommis är für auswärtige Angelegenheiten Litwi. now ein Telegramm gefandt habe, in dem er seiner Befriedigung darüber Ausdruck gibt, mit ihm zusammenarbeiten zu können. Litwinow ersuchte den Minister Micescu, an den Sympathien und der Unterstützung der Sowjetunion nicht zu zweifeln, die sie jeder fachlich auf den Schutz des allgemeinen Friedens gerichteten Politik gewähre. Kleine Entente- Grundstein der Außenpolitik Geld, so muß man im 20. Jahrhundert feststellen, welche die Stadt beherrscht. Alle republikanischen daß dazu Geld und Rohstoffe gehören vor Stellungen innerhalb Teruel follen sich nunBukarest. Außenminister Micescu empfing am Freitag den tschechoslowakischen Ge allem bas lettere ist es, was den faschistischen mehr im Neuer der aufständischen Batterien befandten in Bukarest Dr. Beverta. Im Verlaufe der sehr herzlichen Unterrebung be Staaten abgeht. Das weiß der deutsche und ta finden. Es wird erwartet, daß die Truppen des tonte der neue Außenminister, daß er mit dem tichechoslowakischen Gesandten auch in seiner Kieniſche Generalſtab und Bestwegen brauchen die Generals Aranda in kürzester Zeit mit ber Auf- Cischaft als Bräfident be Ständigen Blates bet kleinen Gutente spredje. Nach ver AuéTemokratien nicht furchtsam zu sein. Sie müssen ständischen- Besatzung Teruels Fühlung nehmen sprache über die allgemeine Lage faßte Außenminister Micescu feine Meinung in der Versiche. nur entschlossen und einig sich ihrer Stärke bes werden. rung zusammen, daß für Rumänien die Politik der Kleinen Entente der Wegweiser und Grundwußt werden. Es hat Reiten gegeben, in denen es um die Sache des Fortschritts und der Freiheit noch schlechter stand als in unseren Tagen. Jahr tausende geht der Kampf um die Befreiung der Menschheit. Wer den Gang der Geschichte kennt. wer weiß, daß die aus der fozialen Entwicklung hervorgehenden Urkräfte langsam aber sicher wir fen, daß sie sich gleichsam unter der Oberfläche bilden, um dann in getvaltigem Ausbruch jene zu verschlingen, welche die Menschen knechten und den göttlichen unten in ihnen auszulöschen droher ter über die Ereignisse einiger weniger Tage oder Jahre hinauszublicen vermag, dessen revolus närer Wille ist ingebrochen wie eh und je. Nicht Ihr laßt den Armen schuldig werden... Von Margarete Neumann 8 Die fleinen Brotmodelle verpackt sie in einen Starton, erbittet die Amsel als Andenken. Sie geht mit Adele in die Kanzlei. Uebergibt sie dem Be Deutsche Nichteinmischung ftein der Außenpolitik ist und bleiben wird. Wahlreform teilt werden, welche an der Wahl teilgenommen baben, einschließlich natürlich der Mehrheits. partei. London. Der Wiener Korrespondent des Daily Expres" hat mit einem der 26 desertierten deutschen Militärflieger gesprochen und melBukarest. Wie der Timbul" melbch, Die jetige Regierungspartei hat bei ben bet darüber:„ Der Flieger fagte, daß er zum foll in den ersten Tagen des nächsten Jahres das Wahlen ein Zehntel der Stimmen erhalten. Da Geschwader Richthofen", Standort Mannheim- geltende Wahlgefet durch ein Defret abgeändert Goga sicher nicht daran denkt, einer der anderen Sandhofen, gehört hat. Anfangs Auguft wurde werden. Im Mittelpunkt des geltenden Wahl Parteien die Mehrheit zu verschaffen, kann die ihnen befohlen, sich freiwillig" für den Dienst gefehes steht bekanntlich der Grundsay des angekündigte Wahlreform nur der Ausdruck seinach Spanien zu melden. Ein deutsches Trans- 40prozentigen Mindestquorums. Hiezu meldet der ner Ueberzeugung sein, daß er die anderen Parportschiff beförderte von Kiel 46 Flugzeuge und Timpul": Die Abänderung soll in dem Sinne teien bis zu einer neuen Wahl vernichter tann, rund 200 Mann nach Spanien. Sie tamen nach erfolgen, daß jene Partei, welche die relative bzw. daß es ihm gelingen wird, durch die Ve Salamanca auf einen Flugplatz, auf dem aus- Stimmenmehrheit erhält, auch die Wahlprämic schung aller Verwaltungsstellen mit seinen Anschließlich Deutsche und kein einziger Spanier bekommt, also die Hälfte der Kammermandate. kängern rumänische Wahlen" mit dem im vorwaren. In 14 Luftkämpfen verloren fie sechs Die andere Hälfte soll unter alle Barteien ver- hinein festgelegten Resultat vorzunehmen. spielen, junge Mädchen sonnen sich, überall pultigam des Reser!! Nein, dös geht net, dös Madi sierendes Leben. tarf mir net mehr ins Lokal!" ..Niemals nahm ich mir Reit, während des Tags mal auszuspannen!" " Refert, Reserl!" stammelt Bolbi. Die Strantenschwester winkt ihr, gang beiseite zu treten. Poldi folgt. „ Poldi! Hilf! Loist- hilf thm!" Mit dem Aufgebot aller Kräfte stößt es Rehervor. Poldi eilt wieder zu der Kranken: ..Ja, ja, Reserl,' s wird alles gut, sicher, glaub mir!" In der Türöffnung stehen der Anstaltsarzt und ein Kriminalbeamter. „ Aber Frau Seibt, Sie verlieren heut gans ten Kopf! Die Poldi ist bet ihrer Schwester, weil Adele sitt an der Sonne. Tiefe innere Ruhe man sie verständigt hat, dös arme Reserl stirbt, erfüllt sie. Stunden vergehen. Die Rathausuht das ist Nummer eins. Nummer zwei: Weder's Re- ferl schlägt. 1-2-3-4-5-61 Nach Hause!" sert, noch die Poldi fann man für die Tat Loisls ,, 28-0-5- i- n??"..Nach Hause!" In die verantwortlich machen. Drittens: Merkens denn enge Stube?" Zurück- in- die- Belle-?" nech immer nichts? War jemals das Caféhaus so Dele, bist du wahnsinnig! Nach Hause, in deine roll? Na?' s steht ja schon alles haargenau in det Stube, in de in Heim, erinnere dich doch, Adele Beitung und die Leut fommen doch grad wegen Bergner, in dein Heim!" Ich mag nich:, der Poldi und weil der Loisl von dem Weiler ich geh nicht! Ich will frei sein frei-1" Hier bei Ihnen, eine Stunde vor seinem Tod, er ..Hoffentlich muß das Fräulein nicht lange Adele nimmt den fleinen Starton, steht auf. wartet wurde. Die Leute kommen doch grad wegen warten!" Dann verabschiedet sie sich herzlich vorgeht langsam durch den Park. Sie weiß genau, der Sensation! Die arme Poldi ist für die Leut' Adele, die nun wartet, bis die letzten Formalitäten der Weg, den sie einschlägt, führt entgegengeiegt, ein Objekt zum Anstarren geworden." erledigt werden. Während sie wartet, kommt eine nicht in die Lengsfeldstraße. Dennoch gebt sie weiFrau auf sie zu: ,, Verzeihen Sie mir, oh, verzeihen Sie mir!" Adele weicht zurück. amten mit den Worten: ..Die Binder!" Adele ist immer sanftmütig gewesen, hat niemals wissentlich jemanden getränkt. Jeßt aber fann sie sich nicht beherrschen: ,, Weg, weg!" schreit sie so laut, daß der Beamte aufschaut und sagt: Frau Binder, verhalten Sie fich ruhig. Lassen Sie Fräulein Bergner in Rube!" Malchen Seibt wischt sich die Tränen aus ter. Der Blid ist nach innen gerichtet, die Füße ten Blauaugen. Sie ist eine mollige, immer Ins berühren mechanisch den Boden. Jetzt schweber: stige Wienerin und das Lachen steht ihr näher als sie über den großen Play! Dort- drü das Weinen. Die start rot gefärbten Lippen iverben! auf der anderen Seite schreitet ihr ein junger den raich abgetupft, dann entringt sich ihnen ein Mann entgegen. Ausgestreckt die Arme- Ma Befreiungsruf: rion! Jemand ruft etwas, schreit- Adele hört es nicht. Sie flüstert: Marion! dann verfintt alles um sie. Das Seibt Tschechert" Dann aber siegt Adeles Gutmütigkeit. Sie an der Ede der Lengsfeldstraße ist voll besetzt. schaut die Binder näher an. Wie alt die Frau ges Verzweifelt jammert Malchen Seibt: morden ist, wie verfallen. Auch sie muß viel ge= Grad heut muß dös passieren, wos Lokal litten haben. q'stedt boll is!" Draußen, vor dem großen Tor. fteht die Bin. der, wartet. Ich überlebe nicht, wenn Sie mir nicht berzeihen!" schluchzt sie. Da reicht Adele der Binder die Hand: Der Student Matthias Strobel tröstet die Sammernde: „ Aber Frau Seibt, denken Sie doch auch ein wenig an die arme Boldi!" Na, wenn dös so is, natürlich, i bin doch nie ein Unmensch gewesen, Herr Matthias, man ist halt nicht so gebildet, wie Sie, merkt alles zu spät Wenn dös ſo is." " Sie ist ja vernehmungsfähig, spricht doch!" sagt der Beamte zum Arzt. „ Ausgeschlossen, das kann ich nicht verant torten! Daschen Sie!" Der Hustenanfall wiederholt sich, wieder begleitet von einem Blutsturz. schließt die Türe, läßt den Beamten draußen ste „ Entschuldigen Sie mich!" sagt der Arzt, hen, Teistet Reserl Hilfe. Als Poldi zugleich mit dem Arzt Reserl verlassen, hat diese schon das Bes toußtsein berloren. Der Arzt teilt es dem Beamten mit, der schüttelt ungläubig den Kopf. Der Arzt läßt ihn in das Krankenzimmer. Endlich hat er sich selbst überzeugt: Er steht vor einer Sterbenden, notiert: Haftunfähig!" und verläßt dann eder gar niAugenblid tommt Poldi. Sie ist die Anstalt. dem biaß, noch kann sie den Abschied von der Zwil Ingsschwester nicht überwinden. Poldi sitzt in die Ede des Coupés gedrüdt, Reserl, Reser!! Warum hast du mir nicht dieser Stimmung tommt sie in das Seibt- Café, das sonst lustige Mädel weint vor sich hin. In alles anvertraut!" Resert liegt im Bett, heftische wo sie als Stassiererin angestellt ist. Die Seibt Röte bedeckt die Wangen. Die Augenbrauen bilden einen geraden Strich. Das Reichen, daß Reserl umarmt sie. ungehalten ist. Sie hustet, Blutstropfen zittern an den Lippen. Poldi wischt sie ab. ,, Anvertraut? Ich hab doch selbst nichts ges ußt. Poldi. Loisl- 1" Ein Sustenanfall hindert das Weitersprechen, hört nicht auf. Die Krankenschwester drängt Poldi beiseite. it gut. Frau Binder. Wir alle sind nur Dös is ta Entschuldigung nicht. Herr Mat Menschen, jeder von uns kann mal straucheln! Jb thias! Pflicht bleibt Pflicht. Uebrigens, es ist verzeih: Ihnen!" schrecklich Wenn ich dent, dort in der Eden Nicht weit vom Landesgericht ist die Lengs- is er g'fessen, und hat auf den eigenen Mörder feldstraße. Adele macht einen Umiveg. Ueber die gewartet! Jessas, i vergeß ia gans, 8'Neserl is sa Ringstraße geht fie, in den Rathauspart. Kinder die Schwester der Poldi und der Mörder der Bräu- dritte seit gestern, " In Ruhe lassen, Sie sehen doch!" Poldi sieht genug. Ein Blutsturz ist es, der ..Die Leut' sind alle wegen Dir da. Poldi!" Malchen Seibt will das Mädchen damit aufheitern. Poldi hört die Worte, erst überlegt sie, dann tritt sie in die Mitte des Lokals. „ Ich danke allen für die Teilnahme- fada schauts nur gut her! Beschaut euch das Wuntertier! Ihr- Ihr-1" Kortfehung folgt.)] Nr. 1 Samstag, 1. Jänner 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Konrad Henlein schweigt Ein herzliches ,, Prosit Neujahr" 99 rufen wir allen unseren Abonnenten, Inserenten und Mitarbeitern zu und verbinden damit den Wunsch, daß ihnen das neue Jahr nur Gutes bringen möge. Gleichzeitig bitten wir sie, uns ihr Wohlwollen und ihre Mitarbeit auch im neuen Jahre zu bewahren. Unter diesem Titel schreibt Právo Lidu": Das Právo Lidu" hat festgestellt, daß in den letzten zwei Jahren der Führer" der Sudetendeutschen Partei, Herr Konrad Henlein, vierzehn Neisen ins Ausland unternommen hat, wo er etiva 200 Tage verbrachte. Weil bekannt ist, daß er immer in den besten Hotels wohnte, hat das„ Právo Lidu" an die Tschechoslowakische Nationalbank die Frage gerichtet, warum sie Herrn Henlein die Ausfuhr einer solchen Menge von Vas Yuten genehmigte, wenn sie gegenüber anderen tschechoslowakischen Staatsbürgern, auch solchen, die amtlich ins Ausland fahren, bei der Zuteilung von Valuten vorsichtig und sparsam ist. Daraufhin hat die Tschechoslowakische Nationalbank amtlich verlautbart, daß Herr Konrad Henlein niemals um die Buteilung von Valuten angesucht hat und daß eine Zuteilung an ihn auch niemals um die Annahme von Geldern von fremden Mächerfolgt ist. Wir haben der Tschechoslowakischen ten zu Aktionen gegen den Staat handelt, dessen Nationalbank eine zweite zufäßliche Frage vorges Staatsbürger er einstweilen ist. Antwortet uns legt, ob auch nicht Dr. Janovsky, der Ersaßmann Herr Henlein„ bei der Ehre des deuschen Manfür den verstorbenen Architekten Rutha, in der nes"?" Funktion eines Henleinschen Gesandten", um die Buteilung von Valuten ansucht. Bisher haben wir noch feine Antwort erhalten. Es genügen und aber folgende Feststellungen: 1. Konrad Henzin war in zwei Jahren vier. zehnmal für eine Dauer von insgesamt 200 Tagen im Ausland. 2. Er gab also mit Rücksicht auf seine Lebens. weise etwa 100.000 Kč aus. 3. Er hat zur Ausfuhr dieser Gelber keine Bewilligung der Tschechoslowakischen National bank erhalten. 4. Hat er das Geld heimlich über die Grenze geschmuggelt, was strafbar ist, und was wir nicht glauben, oder hat er diefe Gelder von irgendeiner ausländischen Person oder von einem fremben Staat erhalten? 5. Für weisen Geld hat Konrad Genlein die antitschechoslowakische Propaganda im Ausland betrieben? Obwohl wir diese Fragen far an die Führung der Sudetendeutschen Partei adressiert ha ben, ist uns feine Antwort zuteil geworden. Herr Konrad Henlein spricht gerne von der„ Ehre des deutschen Mannes". Nun also. wir fordern Herrn Konrad Henlein, an diese„ Ehre des deutschen Mannes" appellierend, auf, klar zu antworten, ob er ohne Erlaubnis Beträge, die in Sundert tausende gehen, aus der Republik ausgeführt hat, oder ob er sie für seine Aktion außerhalb der Grenzen des Staates erhalten hat. Von wem er sie erhalten hat, braucht er uns nicht zu sagen. Gleichzeitig ist erforderlich, daß sich die Steners und politischen Aemter für diese sonderbare Tatsache interessieren. Herr Henlein hatte ein Einkommen, das er nicht in seinen Fassionen ange geben hat, und zweitens hat er so gehandelt, wie ein tschechoslowakischer Staatsbürger nicht han deln soll, ob es sich nun um Valutenschmuggel oder Kulturstätten Die Redaktion und Verwaltung Henlein meint, und zwar in seinem Neufahrsaufruf, daß ein Jahr schwerer, aber er folgreicher Arbeit hinter der SdP liege. Wir müssen ihm zustimmen. Es ist der SdP immerhin gelungen, auch im vergangenen Jahr die kostspieligen Auslandsreisen des Herrn Henlein zu finanzieren, ohne daß Gelder der Sudeten deutschen strapaziert woorden wären. Henlein hat im Ausland immer genug vorgefunden zur Vertreiung judetendeutscher Interessen". Sonst find die Erfolge der SdP auch mit der Lupe nicht zu finden. SVH- SP Der günstige Wind wehte uns das folgende Rundschreiben der Sdp- Hauptstelle auf den Tisch: ..Bauptstelle: TdP. Eger, 14. Dezember 1987. Weisung des Schazzamtes D. G.- 7/87. b) Unterstützungen nach B. 3 Abi. b. 3 Die Zahl der bei uns einlaufenden allgemei nen Unterstügungsansuchen, die bisher nach B. 8 Abs. b) der Geschäftsordnung erledigt wurden, ist derart angewachsen, daß innerhalb fürzester Zeit die gesamten Mittel des fonds aufgebraucht würden und zur Unterstützung der im Dienste für die Bewegung in Not geratenen Kameraden( Geschäftsordnung B. 8 Abs. a) teine Mittel mehr frei wären. Damit würde der Fonds die ihm gestellten Aufgaben nicht erfüllen. Der Finanzausschuß hat daher für die Zeit der Durchführung der SV die Unterstübungsauszahlungen nach B. 3 Abs. b) der Geschäftsordnung gesperrt. Die Ortsgruppen werden beauftragt, alle allgemeinen Unter ftübungsansuchen im Rahmen der örtlichen Esv schuß zu befürworten und auf Grund der von der Zentralstelle der SVS befanntgegebenen Unterstützungsbedingungen an die nächsthöhere Unters ſtüßungsſtelle einzusenden. Für die Hauptstelle: Für das Schabamt: R. Dietle. H. Flögel e. b." Vor kurzem wurde vom Bezirksgericht in Eger festgestellt, daß die Sudetendeutsche Volts hilfe als politisches Unternehmen der SdP zu werten ist. Die Sop hat gegen diese Folgerung, die von der Oeffentlichkeit aus dem Egerer Urteil gezogen wurde, mit großem Eifer angefämpft und auch die unmittelbaren Veranstalter der Sudetendeutschen Volkshilfe im Bunde der Deuts schen wurden nicht müde, die„ lleberparteilich feft" der SVH zu betonen. Nun wird durch ein amtliches Rundschreiben der SdP bestätigt, daß Sudetendeutsche Volkshilfe und Sudetendeutsche Partei ein und dasselbe sind. Wenn die Sudeten beutsche Voltshilfe Spenden verteilt, sperrt das Schabamt der dp seine Spen SdP dentaſſe. Und es ist klar, daß die Herren Stameraden sicher sind, bei der Sudetendeutschen Boltshilfe entsprechendes Entgegenkommen au finden: die Unterstüßungsansuchen werden statt vom Schatzamt der SdP von der Volkshilfe gut und sicher erledigt. Der ,, Neue Vorwärts" nach Paris Der Neue Vorwärts" teilt in seiner letzten Ausgabe mit: „ Der Neue Vorwärts" erscheint ab Mitte Januar in Paris. Wir bitten alle unsere Freunde und Leser, eine kurzfristige Verzögerung im Erscheinen des Blattes zu entschuldigen und ihm in der gegenwärtigen schweren Zeit erst recht die Treue zu wahren." Unsere Meinung über das Zurüdweichen vor dem Nazidrud, dessen Ergebnis die Verlegung des Erklärung Seite 3 Zu dem in unferem Blatte vom 12. Oftober unter der Ueberschrift Gegen die Störer der fudetendeutschen Einheit!" erschienenen Bericht über das Erntedankfest in Leitmerių erklären wir, daß wir diesen Bericht einer Pressekorrespondenz entnommen haben und uns mit den darin enthal tenen auf die Redaktion des„ Sozialdemokrat" be züglichen Aeußerungen und Vorwürfen nicht identifizieren, weshalb wir sie widerrufen und auf biese Weise Genugtuung leisten. Die Schriftleitung der Deutschen Tageszeitung". Erklärung " Zu dem in unserem Blatte vom Dienstag, dem 12. Oftober 1937, Nr. 235, unter der Ueberschrift„ Erntedankfest der Sudetendeutschen Parici in Leitmerių" erschienenen Bericht über das Erntedankfest in Leitmerit erklären wir, das wir diesen Bericht einer Presseforrespondenz entnommen haben und uns mit den darin enthaltenen, auf die Redaktion des„ Sozialdemokrat" be. züglichen Aeußerungen und Vorwürfen nicht identifizieren, weshalb wir sie widerrufen und auf diese Weise Genugtuung leisten. Die Schriftleitung der„ Abwehr". Es bleibt dabei! ,, Geschäßte Redaktion! Zu der in Ihrem Blatt vom 30. Dezember d. I. veröffentlichten Notiz: Kommunistische Jugend be. schenkt die Armee" teilen wir folgendes mit: Dez Deutsche Jugendbund" ist keine kommunistische Jugendorganisation, sondern eine von den poli tischen Parteien unabhängige Jugendorganisas tion, welche danach strebt, die deutsche Jugend dieses Staates im Stampfe für Frieden, Rech und Freiheit zu vereinigen. Wir ersuchen. diese Richtigstellung in einer der nächsten Ausgabe Ihres Blattes zu veröffentlichen. Mit Einheit" für die: Deutscher Jugendbund in der Tich. S. R., Kreis Nordböhmen. Rudolf Heidrich, Reichenberg, Birgsteingaffe 9." Dazu können wir nur sagen, daß der Versuch, uns blöd zu machen, aussichtslos ist. Dez Deutsche Jugendbund" ist und bleibt eine Gründung und Unternehmung der fommu niſtiſchen Partei. Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Samstag, 1. Jänner, 14.20-14.30: Unser Neujahrswunsch( Sans 2icht wi), Sonntag, 2. Jänner, 14.20-14.30: Franenfreiheit in Dichtung und Leben( Dr. Olga Terma f) 14.30-14.35( Straschnik)„ Für Bolt und Frieden". Mittwoch, 5. Jänner, 13.40-13.50: Arbeitsmarkt. ASTE Mittwoch, 5. Jänner, 18.20-18.40: Der 18. Feber und die sudetendeutsche Jugend( Willi Wanka), Mittwoch, 5. Jänner, 18.40-18.45: So. ziale Information. Donnerstag, 6. Jänner, 14.20-14.30: Freitag, 7. Jänner, 18.85-18.45: au erledigen. Sollte dies nicht möglich sein, so ist., Neuen Vorwärts" nach Paris ist, haben wir schon aktuelle zehn Minuten. das Ansuchen durch den örtlichen Voltshilfeausgesagt. im Erzgebirges der und Wenn jemand das Erzgebirge durchwandert. Yann er neben vielen Zeugnissen der modernen Arbeiter und Kulturbewegung, die es dort in den Wohnsiedlungen wahrzunehmen gibt, auf Ruhepunkte für den Wanderer und Sportler stoßen, wie sie solche Organisationen, wie der Verein der Naturfreunde" in ihren Hütten und Heimen unter großen Opfern und vielen Mühen in allen Gebirgen, besonders aber hier aufgebaut haben. Eines dieser Heime ist das Naturfreundehaus in Gersdorf bei Komotau, welches bon treuen Vereinsfreunden geradezu musterhaft hergerichtet wurde und dessen Besuch besonders empfohlen werden kann. In der Nähe Komotaus gibt es aber im Era gebirge noch zwei Stätten. derer zu gedenken sich lohnt. Das Metallarbeiter Jugendheimin Kleinhan und das Margareten heim" in Play. Wandert man den Kamm des Erzgebirges entlang. tommt man an dem Erzgebirgsbörfchen Kleinhan vorbei, zwischen Katharinenberg und Sallich gelegen. Ungefähr 200 Meter von der Gebirgsstraße Görfau- Statharinenberg entfernt liegt das Haus der Metallarbeiterjugend. Der Inter nationale Metallarbeiterverband in Komotau hat es sich angelegen fein laffen, für feine jungen Mitglieder, die der Erholung bedürfen, sich nach des Tages Mühen und Plagen einmal in freier Natur bewegen wollen, die Sonntags mit ihren Breitln auszieben, ein wirklich gemütliches, sauberes und schönes Heim herzurichten. Am Kammweg, unmittelbar am Waldesrand, von einem großen Rasen platz umfäumt, der im Sommer als Liegewiese und Spielplatz dient, liegt dieses Heim, einen schönen Umblid in die herrliche Gegend bietend. Der Metallarbeiterverband, auf der Suche nach einer Bleibe für seine jungen Mitglieder, mietete von der Gemeinde Görkau auf einige Jahre ein Forsthaus. Der Verband knauferte nicht, sondern ließ ein schmudes Heim Herrichten. Ein schöner Tagesraum bietet 50 Gästen und Jugendlichen ausreichend Platz.. Sier können auch Surfe und Schulen abgehalten werden. Uebernachtungsmöglichkeiten für hundert Personen sind vorgesehen. Saubere Betten sind hier, die Quellwasserleitung führt frisches, flares Wasser direkt ins Haus. Saubere Waschgelegenheiten find gegeben, die Bewirtung ist ganzjährig. Im Prospekt über das Jugendheim in Kleinhan fagt der rührige Metallarbeiterverband in Komotau: „ Eine besondere Aufmerksamkeit erfordert die Bil- 1 Sungs- und Auftlärungsarbeit unter den Jugendlichen; diese geistig und seelisch mit den Ideen der Gewerkschaften zu erfüllen, ist arbeit wurden auch Erholungswochen für jugendliche Mitglieder veranstaltet. Diesem Rwed soll vor allem das neue Jugendheim in Seleinhan zugeführt werden. gendlichen muß eine der wichtigsten Aufgaben der Gerade die Schulungs- und Bildungsarbeit der Junächsten Zeit fein." Wenn jetzt zur Zeit des Wintersports auf einem Gelände, 920 Meter über dem Meeresspiegel, auf herrlichen Abhängen und Wiesen sich rotbadige junge und ältere Menschen tummeln, um nach nerven- und gesundheitsstärkenden llebungen sich an warme Defen zurückzuziehen oder ein Nachtlager für 2 bis 3 Kč zu beziehen in der Lage find, dann haben sie das einer gewerkschaftlichen Organisation und ihren Leitern zu verdanken. In seiner letzten großen Rede vor dem Barlament hat Dr. Czech die Gesundheitsfürsorge für die heranwachsende Jugend als eine Pflicht der Regierung bezeichnet. Der Aufenthalt in besonderen ministerium mit aller Energie anzunehmen gedenkt. Wir wollen bei dieser Gelegenheit einmal daran er innern, daß von privater Seite schon früher in der der Arbeiterklasse gearbeitet wurde. gleichen Weise an der Gesunderhaltung der Jugend Da ist das„ Margaretenheim" in BI as bei Komotau, welches im Jahre 1914 vom Landeshilfsverein für Lungenfrante in Böhmen erbaut wurde. Es sollte den gleichen Zweden wie heute dienen, nämlich geſundheitsgefährdeten Kindern Erholung bieten. Der Krieg unterbrach die fürfor aende Arbeit, ehe sie noch richtig begonnen war. Nach dem Kriege wurde die Sache fortgeführt. Da wenig Geld verfügbar war, fonnte an der Erneuerung des Seimes nicht so gearbeitet werden, wie es angesichts Märchenhaft verschneit sind die Wälder des Erzgebirges einiger Mängel in den hygienischen Einrichtungen des Hauses. der Wasserversorgung usw. notwendig gewesen wäre. Im Jahre 1932 wurde der Bau einer eigenen Wasserleitung durchgeführt. Der vorhan der für das„ Margaretenheim" flüssig gemacht. Es waren natürlich nach wie vor Spenden von wohlge sinnten. Leuten. Industrieunternehmungen, von der Stadt Komotau und vom Staat, die zum Ausbau dieses wunderbar gelegenen Jugendheimes notwendig waren. Durch eine vlanmäßige Bewirtschaftung wur den daneben Mittel zu erübrigen versucht, die zum Ausbau des Heimes. zur Aufnahme von 120 Kindern notwendig waren. Es wurden Betten, Wäsche und andere notwendige Utensilien angeschafft. Eine gründliche Renovierung des Hauses liek u. a. ein iolierzimmer, ein Krankenzimmer, Bad und Wasch becken mit fließendem warmen und falten Wasser ent ſteben. So entsprach das Heim schon besser den An sprüchen und seit den letzten fünf Jahren haben Taufende von Kindern im„ Margaretenheim" in Play im Erzgebirge Erholung gefunden. Die fehlende Zentralheizung wird zur Zeit gebaut, damit auch staatliche Aftionen für bedürftige Kinder hier durchgeführt werden können. Nur durch größte Sparsamkeit, durch planmäßige Bewirtschaf tung. durch die Unterſtüßung größerer Komotauer Industrieunternehmungen und allerdings geringe staatliche Subventionen, sowie der Mithilfe breitester Kreise der Bevölkerung ist es möglich gewesen, das Heim so auszubauen, daß es jetzt allen Anforderun gen entspricht. Den größten Anteil an dem Aufblühen hat aber Alois Man, der unermüdlich tätig war, um seiner Aufgabe als Verwalter des Mar garetenheims" und als Geschäftsführer des LandesHilfsvereines für Lumpenkranke in Böhmen( jetzt ..Deutsche Tuberkulosenfürsorge") nicht nur gerecht zu werden, sondern auch eine auf Generationen hin aus wirksame Fürsorgetätigkeit zu entwickeln. Neben der staatlichen Fürsorge für die Jugend diefes Staates auf dem Gebiete des Ferien- und Suraufenthaltes wirkt auch weiter ein Verein in Komotau, still und bescheiden, an der Gesunderbal tung des Nachwuchses der arbeitenden Klasse. Das sollte bei dieser Gelegenheit einmal öffentlich ver merkt werden. Ein Ferienaufenthalt von sechs Wochen bei guter Verpflegung in einem beinlich sau beren Heim, inmitten herrlicher Umgebung. ist auch eine Erziehungsarbeit an der Jugend, deren Wirkung lange anhält. Btvei Sulturstätten im Erzgebirge, die für sich sprechen und den Draannationen sowie den Ver sonen, die in ihrem Auftrage handeln, alle Ehre machen. <-111 0 Seite 4 Jagesneuigkeiten Prosit Neujahr! Samstag, 1. Jänner 1938 Ein fürchterliches Familiendrama. Auf mung sieht das geplante Gesetz vor, daß die in polizeiliche Anordnung wurde Freitag vormittags Desterreich lebenden fremden Staatsangehörigen das Atelier des Malers Czigany in Budapest ge nach sechsmonatigem Aufenthalt auf österreichi öffnet, da seit einigen Tagen von der Familie schem Boden um die Bewilligung aum weiteren des Malers kein Lebenszeichen mehr festzustellen Aufenthalt werden ansuchen müssen. Die bis war. Der Polizei bot sich ein furchtbarer Anblid. berigen gesetzlichen Bestimmungen über die Er Man fand den Maler Ezigany, seine verheiratete langung der Staatsbürgerschaft und des Heimats Tochter und deren kleine Tochter mit Schußtoun rechtes werden nicht berührt. den tot auf. Die Frau des Malers, die gleichfalls schwere Schußwunden trug, wurde in hoffnungsTosem Zustand ins Hospital gebracht. Nach den bisherigen Ermittlungen scheint der Maler seine Entelin, seine Frau und sodann sich selbst ers schoffen zu haben. Man nimmt an, daß Not die Veranlassung zu dieser furchtbaren Tat war. Jaroslav Hašek, * Jede Nacht schlägt es zwölf Uhr. Und wenn wir es hören, denken wir nur: Schon so spät? Einmal im Jahre aber messen wir diesen Ungarn. Der ungarische Minister des Innern Swangsimpfung gegen die Diphtherie in zwölf Schlägen entscheidende Bedeutung zu. Bil hat durch eine Verordnung die Schuhimpfung den wir uns wirklich ein, daß diese eine Sekunde, gegen Diphtheritis für gewisse Altersgruppen von dieser flüchtige Schritt aus dem alten ins neue Kindern für das ganze Land obligatorisch ange Sahr unser Schicksal wenden könnte? Das„ nette ordnet. Verfuchsweise wurden solche Schutz Jahr ist ja doch nur eine Fiktion unserer Zeit einteilung; wir brauchen ja nur daran zu denken, impfungen auf Anregung der Landesanstalt für Lagorgette, der am Donnerstag mit seiner öffentliches Gesundheitswesen bereits seit Jahdaß auch andere Zeitrechnungen ihr ,, Neujahr" feiern an einem Tage, an dem wir anderen nicht ganzen Familie bei einem Autounglück getötet ren vorgenommen. Im ganzen wurden bisher das geringste von einer Zeitenwende" empfinder französischen sozialistischen Partei, Mitglied Die Zahl der an Diphtheritis Erkrankten ist seit wurde, war einer der jungen führenden Männer 1,400.000 Kinder gegen Diphtheritis geimpft. den. Und doch meinen wir, diese Sekunde feiern zu müssen, einen ganzen Abend lang und viel des Parteivorstandes und als dessen Vertreter 1931 von 17.247 auf 7200 im laufenden Jahre Teicht eine ganze Nacht. Und wenn die Zeiger der der Führer der sozialistischen Jugend Franks nesunken, womit der niedrigste Stand der Diph 1hr auf die Zwölf rüden, nimmt etwas in uns reichs. Im Ministerium von Staatsminister Paul therie- Erkrankungen erreicht wurde. Auf Grund diefer günstigen Erfahrungen hat jetzt der In feierliche Haltung an, und auch wenn wir uns aure war Lagorgette deffen Kabinettschef. selber steptisch lächelnd bei diesem Gehaben zu Mord und Selbstmord. In Mödling erschoß nenminister die obligatorische Diphtheries am Donnerstag der 62 Jahre alte Fechtlehrer Impfung- ähnlich der Bodenimpfung für Nicht suspendiert, Paul Sandmann seine 88jährige Geliebte das ganze Land eingeführt. Im Jahre 1927 Marie ans durch zwei Revolverschüsse und stand Ungarn auf dem Gebiete der Diphtherieschoß sich dann selbst eine Stugel in den Kopf. Vorbeugung im Vergleich zu den westlichen Län Als die Frau Sandmanns vom Weihnachtsurlaub dern noch an der lebten Stelle, während es heute zurücklehrte, fand sie die beiden tot auf. Die Un mit Kanada und den Bereinigten Staaten zu tersuchung ergab. daß Sandmann die Tat im einer führenden Rolle auf diesem Gebiete gelangt Einbernehmen mit seiner Geliebten ve übte. Das ist und als erstes Land die allgemeine und obliMotiv der Tat waren Eristenzschwierigkeiten natorische Schußimpfung gegen Diphtheritis ein. schauen, ist es die Gehobenheit der anderen, die uns mitnimmt. Gläser flingen, es gibt 1ms armungen, Küsse und herzliche Glückwünsche. Der Fremdeste fühlt sich uns für eine Sefunde mensch lich verbunden.„ Alle Menschen werden Brüder" wenn auch mancher den Bruder" in diesem Stundenwechsel nicht mehr flar zu erkennen vers Lassen wird dabei. Feiern wir die Feste. Handmanns. Die Ausländerfrage in Oesterreich. Wie die Blätter melden, plant die österreichische Regie rung einen Gesehentwurf, durch den der Aufent halt der Ausländer in Oesterreich geregelt wird. Ueber den in Aussicht genommenen Entwurf wird bereits einige Monate verhandelt, so daß das Gefes in feinem Zusammenhang mit den Ereignissen in Rumänien steht. Als Hauptbestim geführt hat. " Mr. I der Autor des Guten Soldaten Schwejk" starb vor 15 Jahren am 3. Jänner 1923. aber beurlaubt Brag. Das Tsch. Pr.-B. teilt mit: In der Breffe zauchten Meldungen auf, daß einige Postbeamte im Zusammenhange mit der am Weihnachtsabend erfolgten Flugzeug- Katastrophe bei Bergreichenstein suspendiert wurden. Diese Wieldungen sind, wie das Poſtministe rium amtlich mitteilt, unrichtig. Zivei PostBanay" Film öffentlich. Der von der beamten bei der Prager goniometrischen Station Bombardierung des Kanonenbottes Panah" wurde nur ein provisorischer 1 r I a ub bis zu aufgenommene Film, von dem soeben Kopien in dem Zeitpunkte erteilt, insolange nicht die ents alle Teile der Vereinigten Staaten versendet sprechenden amtlichen Untersuchungen abgeschlos werden, brachte in allen New- Yorker Lichtspielsen sein werden. Die Postbeamten der goniome theatern einen starten Publikumsandrang mit sich trischen Station in Marienbad und bei den übri und wurde vom Publikum mit großer Bewegung gen Stationen versehen ihren Dienst weiter nors aufgenommen. Die Tage der Skifahrten sind gekommen! Den folgenden Aufsatz entnehmen wir mit freundlicher Erlaubnis der Redaktion der schö nen Zeitschrift Der Noturfreund". Die reid illustrierte, wertvolle Zeitschrift wird den Mitgliedern der gleichnamigen internationalen Organisation fostenlos zugestellt. das Leben des Arbeiters zu pflanzen und daß auch eine Arbeiterjugend heranwuchs, die ihre Ansprüche an das Leben nicht nur in Forderungen geltend zu inachen brauchte, sondern durch das Wert der älteren Generation in die Verwirklichung vieler unserer Forderungen hineingestellt wurde. Wenn große Teile dieser Jugend nicht verstanden, diese Vorteile aum wirklichen Gegen der Allgemeinheit anzuwenden und zu brauchen und heute große Nachkriegsdemokratien vom Faschismus beherrscht werden, so ist das eine andere Sache mal. Es ist immerhin erfreulich, daß das Bost ministerium die Schweigsamkeit aufgibt, die wir an den amilchen Stellen in unserer letzten Ausgabe fritisiert baben. Dreifacher Mord Im Jähzorn Paris. Ein Wertmeister in Rouen, der zu seiner Ueberraschung am Donnerstag eine Vorla bung au Versöhnungsverhandlungen in einem Ehescheidungsprozeß erhielt, den seine Frau ohne sein Wissen gegen ihn angeſtrengt hatte, geriet darüber derart in Wut, daß er seine Frau, deren Schwester und eine 33jährige Nichte, die bei ihm pohnten, hintereinander durch Revolverschüsse tötete, worauf er seinen 9jährigen Sohn zu Betannten brachte und sich hierauf der Polizei stellte. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programment Sonntag Prag, Senber I: 7 30: Stonzert aus Starlsbad, 9.30: Wujits Salonquartett: Strauß. Grieg usw. 11: Joh. Seb. Bach: Weihnachtsoratorium, 12.25: Militärmusit, 14.20: Deutjaje Arbeitersendung: fche Sendung: dosenstod Holderblüht, Lieder zur Dr. Olga Czermat: Frauenfreiheit in Dichtung und Leben, 15.30: Orchesterkonzert FOS, 17.35: Deut Gitarre, gejungen von Michalfa, 17.50: Ders im Feuer", oriviel von Streische, 18.50: Deutsche Breffe, 22.35: Jazztonzert. Brag, Sender II: 14.30: Deutsche Arbeitersendung: Für Volk und Frieben, 14.85: Schallplatten, 14.45: Bedichte von Heller. Brünn 17.35: Deutsche Sendung: Ing. Freijing: Vorhistorische Forschungen in Südmähren, 20.55: Abendkonzert: Glazunow, Starel.- Ra fchau 10.15: Slowatische Lieder. Mähr.- Dftrau 19.10: Rundfunfordheiterkonzert: Rubinstein, Schu mann ujiv., 20.10: Leichte Mujit. mag. twie sie fallen. Ohne diese Pausen wäre wohl Yaum auszuhalten. Wünschen wir uns Glüd und Tassen wir uns Glüd wünschen; wir alle hätten es nötig. Wir wissen ja doch: von dieser Stunde hängt es nicht ab. llnd ändern wird sich nichts an allem, was wir nicht selber ändern. Wenn der Neujahrstag mit seinem Feiertagsfrieden und seiner sanften Benommenheit vorüber ist, geht alles weiter, so gut und so schlecht, wie es der ermen Menschheit in dieser großen Zeit" bes schieden ist. Und während wir uns Glück wünschten, hat sich nichts geändert. Alles Leid, mit dem die Welt am 30. Dezember beladen war. steht am 2. Jänner mit der gleichen Grimasse wieder vor uns. Es weicht nicht vor unseren guten Wünschen. Wir fönnen es nur kämpfend überwinden. Wir können und wir müssen immer wie der unsere ganze Kraft einießen für alles, was gut und erstrebenswert ist. Jeder an seinen Plat und mit vollem Einsatz. Es gibt keine Rast. Auch Als Begründer des heutigen Stisportes ist wohl das neue Jahr wie das alte wird alles von uns der große nordische Forscher Nansen anzusehen, der fordern. Denken wir daran in der festlichen mit seiner Durchquerung der Eisfelder Grönlands Pauſe. Mensch sein, wirklich Mensch ſein heißt im Jahre 1899 eine für die Entividlung des Sti Kämpfer sein. Kämpfer für das Wohl und das laufs bedeutende Leistung ausführte. Bis dahin und Güd der Menschheit, das nicht mit guten Wün selbst um die Jahrhundertwende noch war der Sti schen allein errungen wird. Und für diesen in Mitteleuropa fast gänzlich unbekannt. Dennoch ist Zu einem Bolfsbrauch in ganz großem Maße Kampf, dem wir nicht ausweichen können und der Sti und das Laufen auf den Brettern, die uns entwidelte sich unter den Einflüssen der Nachfriegsauch nicht wollen, der jeden ins Treffen fordert Wintersportlern heute die Welt bedeuten, feine Er zeit auch der Wintersport. Es gibt wohl heute selten und jeden trifft, der ihm entrinnen will, für den findung unseres Jahrhunderts. Nur die Erfindung ein Dorf oder eine Stadt, wo nicht Wintersport. Stampf um das Glück aller Menschen dürfen ter praktischen Stibindungen, die Vervollkommnung geräte gehandelt werden, wo aucht Menschen wohnen, wir uns in dieser Stunde der Jahreswende zuster Technik usw. sind Verdienste unseres Zeitalters. die den Winter lieben lernten in all seiner fristalle rufen: Ein gutes neues Jahr! Aus alten Geschichtsbüchern geht hervor, daß nen Märchenpracht, mit seinen sportlichen Freuden und Reizen. Und es ist auch nicht allein das männ man in Norwegen und auch in Finnland schon vor vielen Jahrhunderten den Schneeschuh gelannt und liche Geschlecht, das vom Slifieber erfaßt, sich darauf Der Tschechoslowakische Rundfunk schreibt benügt hat. Allerdings gab es damals noch feine freut, im Winter auf den„ Bretteln zu stehen. Nein, einen Jubiläumswettbewerb für ein Hörspiel zur libindungen wie heute. Unter anderen wurden in auch die Frauen und Mädchen sind dabei! Wer heute 20- Jahr- Feier der Mepublik aus. Die beiden fener Beit faftfrische Weiden und Birkenruten spiral- seine Doppelspur durch die verschneiten Wälder zieht, besten neuen und bisher nicht aufgeführten dramas förmig zusammengedreht und als Befestigungsmittel wer in den Naturfreundehütten und Gebirgsstätten tes in würdiger Weise gefeiert wird, werden mit sich auch nicht wie heutzutage seier Stiftöde, ſon ſich im Stianzug wohl fühlen, die mit viel Geſchid tischen Arbeiten, in denen die Idee unseres Staa- für die Bretter an den Füßen benügt. Man bediente Einkehr hält, begegnet vielen, vielen Frauen, die einem ersten Preis von 10.000 Kč, und einem bern nur eines Stodes, mit dem man Tempo und und einer oft bewunderungswürdigen Ausbauer die Bretter zu beherrschen verstehen, die sich schon die zweiten Preis von 5000 Kč ausgezeichnet, nicht Richtung zugleich beſtimmte. Den nordischen Wölfern gerechnet die Autorenrechte für die Rundfunksen- dienten die ,, Bretteln" vor allem als Verkehrsmittel ganze Woche über auf das Wochenende freuen, an dung. An dem Wettbewerb fönnen sich Autoren auf ihren Jagd- und Kriegszügen. Die Geschichte dem sie im Sportanzug in die Berge fahren können. tschechoslowakischer Staatsangehörigkeit mit Arbei- berichtet u. a., daß im zwölften Jahrhundert nor Es hat gewiß lange gebauer:, bis die winterliche ten beteiligen, die dem Tschechoslowakischen Rund wegische Krieger auf Brettern über die Gebirge vor Schönheit der Berge und Wälder von der Allgemein funt, Prag XII, Fochova 16, spätestens bis 1. Srangen und in Schweden einfielen. Lange war der heit erkannt wurde und die Sehnsucht nach Freude August 1938 unter der Bezeichnung zum Wett- fi ausschließlich Verkehrsmittel der Gebirgsbewoh- und Erholung in der winterlichen Gebirgsnatur gebewerb" eingesendet werden müssen. Der Wett- rer. Noch Ende des vorigen Jahrhunderts wußte man tvedt hat. Und es hat auch lange gedauert, bis der bewerb ist geheim. Die Arbeiten dürfen nicht unter- selbst im hohen Norden nicht viel von seiner Verwen- intersport jenen volkstümlichen Charakter von schrieben werden; außer dem Titel müssen sie auch dung als Sportgerät. Erst der Forscher Nansen hat heute annahm. Die gesundheitlichen Vorzüge gerade ein Kennwort tragen. Namen und Adresse müssen diese Wege erschlossen und in Wort und Schrift für des Stilaufes sind heute nahezu allgemein bekannt. in einem eigenen, zugemachten Kuvert beigelegt den Efi als Sportgerät gewirkt, bis auch Mittel- Ez ist ja nicht so, daß bei diesem Dahingleiten und sein, das dasselbe Stennwort trägt wie die Arbeit. europa vom Sd, neeschuhfieber erfaßt wurde und be- Verwärtsarbeiten auf den Brettern nur die Beine Arbeiten in szenischer oder in Filmform fommen sann, den Schneeschuhlauf als Sport zu pflegen. in Bewegung gesetzt werden. Vielmehr wird beim Efilauf ja der ganze Körper, werden alle lebenswichnicht in Betracht. Sie sollen eine Sendezeit von Freilich vergingen Jahrzehnte, ehe er sich zum Boltshöchstens 75 Minuten nicht überschreiten. Die Zu- sport entwidelte. Denn wie in allen Dingen nahmen tigen Organe wie Herz, Lunze, wird die Blutzirtusammensehung der Jury wird ehestens bekannt die Besitzenden diese Neuerung zunächst für sich allein lation vorteilhaft beeinflußt. Eine Steigerung des in Anspruch. Sie hatten ja Beit und Geld, um tväh- Atemumfanges, eine Vermehrung des Sauerstoffver rend der Wintermonate in die Gebirge reisen zu fön- brauches sind gesundheitliche Vorteile des Stilaufes. Eisenbahn- restante". Die jüngste Neuheit Aber auch Eigenschaften und Tugenden, die manchem der Staatsbahnen, die Briefsendungen ,, Eisenbetreiben. Die Arbeiter und Arbeiterinnen hingegen anderen Sport nachgerühmt werden, werden gerade bahn- restante", ermöglichen jedem Reiſenden einen mußten ja bei zwölf bis vierzehnstündiger Arbeits durch den Stilauf erst gewedt und gesteigert. Wir schnellen und bequemen schriftlichen Verkehr mit zu zeit in den Betrieben werken oder saßen trummnge- greifen nur die Umficht und die praktische Hilfelei Hauſe. Es genügt, auf den Brief den Namen( oder schlossen in ihren Elendshütten an schlecht bezahlte ſtung bei Gefahren und Unfällen heraus. Naum ein eine verabredete Chiffre), die Bezeichnung der Seimarbeit gefesselt, um nur das nadte Reben zu ver- anderer Sport fördert diese Tugenden so wie gerade Station und die Weisung ,, Eisenbahn- restante" au bienen. Für sie war der Winter der Harte, grausige der Stilauf. Schreiben. Die Frantierung ist normal. Derartige Geselle, der ihre Not vermehrte, mehr Ausgaben für Und schließlich hat der Stilauf als WanderSendungen fann der Empfänger jederzeit beim Mleidung und Heizung verursachte. Erst die Nach sport auch eine nerbenberuhigende, heilende Wirkung. Fahrtartenschalter der betreffenden Station in der friegszeit hat die entscheidende Wendung herbeige- Wenn man seine Seele anfüllt mit den herrlichen 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 10.30: Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Bresse, für die Ausgabe von Fahrkarten festgesetzten Zeit führt. Eine neue Phase der Entwicklung brach sich Eindrüden von dem Bauber der winterlichen Welt, Stammermusit, 11.05: Rundfunk für deutsche Schu beheben, und zwar nicht nur an Wochentagen, son- in den Nachkriegsjahren Bahn, die nicht nur andere dann geht man mit gehobener Daseinsfreude wieder len, 14: Deutsche Sendung: Aus dem tschechoslowadern auch an Sonn- und Feiertagen. staatliche Verhältnisse für einige Länder in Bentral an das Wert des grauen Alltags. Viele Menschen, fischen Kulturleben, Schönhof: Proben aus Nezvals europa brachte, sondern auch auf fozialem, lulturel bie die ganze Woche über in den Werffälen an den Epos: Edijon, 17.30: Kinderhortonzert, 18.10: Iem, wirtschaftlichem Gebiete bedeutende Wenderun Maschinen stehen, hinter den Ladentischen der Kauf- Deutsche Sendung: Sudetendeutsche und Voltsliebduette, 18,45: Deutsche Presse, 18.55: Aus gen herbeiführte. Privilege der Beſizenden wurden häuser, an den Schreibmaſchinen in den Büros siken, bem deutschen Stulturleben, 22.10:" Tanzmusit. von der Masse erobert, Reisen und Wandern wur im Haushalt beschäftigt sind, haben diese Werte des Prag. Sender II: 11: Schallplatten, 14.20: Deut vacka Manor" verhaftet wurden, unter ihnen den zu volkstümlichen Einrichtungen. Das allgemeine Wintersportes, wenn auch nicht immer verstandes- fche Sendung: Nia Nessel: Etwas über Tierschub. auch der Herausgeber der Zeitschrift..Slovák Lebensniveau der Masse hob fch. Die Masse lernte gemäß, so doch gefühlsmäßig begriffen und strömen 14.30: Musiteinlage, 14.55: Deutsche Presse. v Americe", Molitoris, und der Redakteur des begreifen und verstehen, daß Leben nicht allein heute erfreulicheriveise in großen Scharen in die Brünn 17.40: Deutsche Arbeitersendung: Dr. Bri fatholischen Sokol". Eciranet. Diese Verhaf Freude und Genuß heißt. Berge, den Winterfreuden auf den Brettern su hul get: Sozialpolitische Jahresbilanz, Sozialinforma tungen stehen im Zusammenhang mit der betrügerischen Boden- Affäre, deren Opfer viele ame- trife, die wieder Not und Glend in verstärktem Maße die Menschen bedrücken, dann wären es gewiß noch 15.15: Leichte Mufit, 17.30: Tanzmusit. Die feit Jahren auf uns lastende Wirtschafts- digen. Und würde die Wirtschaftskrise nicht zu ara tionen, 20.25: Volkskonzert des Rundfunforchester3: Weber, Schubert, Smetana usw. Breßburg ritanische Slowaken wurden, welche in den Staa- über uns gebracht hat, ändert nichts an der geschicht- um vieles mehr, die ihr Wochenende mit den„ Natur- schau 12.05: Lieber an3 Tonfilmen. ten New Yort, Pensylvanien und New Jersey lichen Tatsache, daß die Nachkriegsjahre die Voraus- freunden" auf den Brettern in den geliebten Bergen Oftrau 17.30: Lieder von Lisat, 18.10: Deutsche Mähr.. angesiedelt sind. fekungen dafür erfüllten, Freiheit, Licht, Freude in und Wäldern verbringen würden. Sendung: Landwirtschaft. gegeben werden. Der Betrug an den amerikanischen Slowafen. Aus New York wird gemeldet, daß in Amerita etiva 20 Teilnehmer einer Bauaktion„ Slonen, um dort Sti und Eislauf als Modesport au A. SP. Montag Brag, Sender I: 7: Morgenkonzert, 10.05: Deutsche Preise, 11.35: Stalienische Chansons, 12.30: Walzer von Strauß. 14.05: Deutsche Sen dung: H. Tichi: Aftuelle Fragen unserer erheGefehgebung. 16.55: Slaviertonzert, 18.10: euts fche Sendung: Bebn Minuten Lachen, 18.20 fun! wochenschau, 18.30: Dr. Schneider: Winteringe in der Heimat der Elbe. 18.45: Deutsche Preſſe, 20.55: Dvotat: Synfonische Gedichte. Prag II: 11: Schallplatten, 14.20: Deutsche Sendung: Ins neue Jahr, Schallplatten, 14.55: Deutsche Presse, Brünn 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Kocaure?: Ein Arzt erzählt aus der Stulturgeschichte. Breß berlonzert, 22.30: Tanzmusil. Kaschau 12.05: burg 12.35: Rundfunkorchestertongert, 17.40: Lic Schallplatten. Mähr.- Ostrau 15.15; Popul. Stonzert, 16.10: Leichte Mujit. Dienstag Mr. 1 Samstag, 1. Jänner 1938 We Ceite B Sleben Bergarbeiter verunglückt Warschau. In der Gemeinde Nikiszowies in Ober- Schlesien stürzte in einer Grube eine Ga lerie ein und begrub fieben Arbeiter unter sich Bisher gelang es, drei von diesen Arbeitern mit schweren Verlegungen zu bergen. Einer von ihnen ist inzwischen gestorben. Die Aufräumungsarbeiten werden fortgefeßt. Skoblin in Leningrad Paris. Das Pressebüro Fournier bringt aus Der Kater der Flotte Seiner Majestät. Mit Warschau die Meldung, daß General Sioblin, dem Jahresende scheidet der Nater Peter, der elf der seit dem rätselhaften Verschwinden des Ges Jahre auf dem Panzerfreuzer Präsident" treue nerals Miller vermißt wird, seit seiner Flucht Dienste getan hat, aus der britischen Marine. Er aus Paris zunächst in Brüssel, dann in Finn wird in einem Marine Altersheim Aufnahme fin land jich aufgehalten haben soll und gegenwärtig den. Peter war übrigens der einzige Stater, den sich in Leningrad unter dem Namen Dogow als die Admiralität regulär anerkannt hat; denn er Militäragent sich befindet. Das Studentinnenheim in Madrid.( J. 3.) Einstmals eine sehr bürgerliche Anstalt, die einem eleganten Pensionat für die Töchter der Großbourgeoisie gleichsah heute beherbergt das Madrider Studentinnenheim zu 50 Prozent Stit dentinnen, die aus intellektuellen Streisen stam men, zu 35 Prozent Arbeiterinnen und zu 15 Prozent Bäuerinnen. Die Intellektuellen find verpflichtet, täglich mindestens eine Stunde der Ausbildung ihrer weniger fortgeschrittenen Sta meradinnen zu widmen, von denen einige sogar als Analphabetinnen in bas Heim gekommen find. Andererseits lehren die vom Lande stam menden Schülerinnen ihre Kolleginnen aus Ar beiter und Intellektuellenkreisen den Anbau von Gemüse und anderen Pflanzen, was ihnen ein zum Heim gehörigar Garten ermöglicht. Auch die Handarbeit wird nicht vernachlässigt und was im Heim auf diese Weise hergestellt wird, ist aur Gänze für Kinderfrippen bestimmt. Regelmäßig finden außerdem Vorträge und Nurse über altuelle, soziale und politische Fragen statt. Die Anstalt legt Zeugnis ab für die ungeheuren Fortschritte in der fulturellen Erziehung und Entroidlung der spanischen Frauen. Sechs Lektionen Erziehung zum Faschismus und zeitgerechter Buftellung empfiehlt die Boftver waltung, in den Adressen der Postsendungen, welche für Groß- Prag bestimmt sind, neben der Angabe der Bahl des Stadtbezirkes stets auch die Ortsges meinde anzuführen. 8. Bip.: Prag XIII.- Hostivař, oder Prag XV. Bránit u. ähnl. die Bergleichsmöglichkeit für die klimatische Ent. Tunnels wird bei einer Länge von 50 Kilometer wicklung im Laufe eines vollen Jahrhunderts. einen Durchschnitt von acht Meter haben und 90 Es stellt sich heraus, daß sowohl die Dide der vers Meter unter der Erdoberfläche liegen. Jeder der eisten Schichten erheblich zurückgegangen ist, als Tunnels soll den Verkehr in einer einzigen Rich auch ihre Temperatur um einen bollen Grab getung aufnehmen, und zivar fowohl für Autos wie stiegen ist. Gleichzeitig ist die Grenge der Ver- für Eisenbahn bestimmt sein. Die Kosten des eisungen start nach Norden zurückgegangen, und Baues würden rund 10 Millionen Pfund betra zwar zwischen 100 und 300 Kilometer. Das Aufgen. Die Unterhaltungskosten des Tunnels wernalzeitung" läßt sich aus Deutschland schreiben: Der Die ganze Klasse ist echt! Die Basler ,, Natio tauen dieser Schichten reicht jetzt im Durchschnitt den auf ca. 60.000 Pfund jährlich geschätzt, die Lehrer erzählt in der Geschichtsstunde von Hinden etwa drei Meter tiefer als bei den Messungen Einnahmen, die man durch entsprechende Ver- burg und behauptet, die sozialdemokratische Orts von Middendorf. tehrsgebühren sichern könnte, dürften diesen Bezeitung habe ihn seinerzeit einen Massenmörder getrag jedoch sehr schnell übersteigen, da man bereits schimpft. So seien die Bustände im margistischen für das erste Jahr mit mindestens vier Millionen Deutschland gewesen. Ein Schüler springt auf und Wagen rechnen kann, die die Steuer, die auf ca. schreit:„ Das ist nicht wahr!" Der Lehrer:„ Bober 10 Schilling veranschlagt wird, zu entrichten willst du das wissen?"-., Weil mein Vater ber haben werden. Die Baukosten werden also relativ Redakteur der Beitung war, und mein Vater schreibt schnell amortisiert werden fönnen. Die Arbeiten fo etwas nicht. Beigen Sie mir das Zeitungsblatt!" felbft lönnten in höchstens drei Jahren vollendet Die Klaffe hält den Atem an. Der Lehrer wird unwerden. Bekanntlich liegen jedoch die Schwie- ficher und meint, dann habe es eben in einer anderen rigleiten weder in finanzieller noch bautechnischer marristischen Zeitung gestanden. Die Jungens pro Beziehung, sondern in politischen Gründen, aus testieren: das gelte nicht! Das sei eine Ausflucht! denen bisher alle Kanalbauprojekte von englischer Tie ganze Klasse nimmt Partei für den Kameraden Seite vereitelt worden sind. mit dem befannten sozialdemokratischen Namen. Die Kungens erzählen den Vorfall zu Hause. Die Eltern fragen entsegt: 3a, wie fönnt ihr euch denn so etwas herausnehmen?" Die Antwort lautet: Die ganze Klasse ist echt! Und der Lehrer glaubt selber nicht, was er uns erzählt." Der absolut verbürgte Borgang spricht für die von vielen gemachte Beobach tung, daß die jüngste Generation fritischer ist, als man bei den einseitigen Einflüssen, unter denen sie steht, annehmen sollte. Rheuma? Nehmen Sie den ALPA Franzbranntwein Durch Massagen mit dem Alpa erzielen Sie große Linderung. Die schmerzenden Körperstellen brauchen natürliche Erwärmung; diese wird Ihnen durch den erreichten besseren Blutkreislauf zuteil. Alpa gibt es nur in plombierten Originalflaschen! Achten Sie daher beim Einkaufe darauf, daß Sie wirklich Alpa bekommen. Das Ohr des Dr. Ochca. Der in Merito Eith praktizierende junge Arzt Dr. Ochoa hat Pech. Vor kurzem hatte er einen Streit mit seis nem Ontel, bei dem es zu schweren Tätlichkeiten fam. Der Onkel riß ihn an den Ohren, und zwar fo start, daß er die eine Ohrmuschel abriß. Kaum toar die Wunde verheilt, als Dr. Ochoa sich bemühte, ein anderes Ohr als Erfaz zu finden. Er inserierte, daß er einen Mann suche, der sich das Ohr wegoperieren und ihm überlassen würde. und bot dafür immerhin 400 Pfund. Das Inserat war besonders an junge Medizinstudenten gerich tet. Es sollte mehrmals hintereinander erscheinen, aber dies wurde von der Polizei mit dem Hins weis, daß ein solches Angebot unsittlich sei, verboten. Und Dr. Ochoa bleibt nun ohne Ohr. Die neuen Preise der künstlichen Süßftoffe. Mit 1. Jänner 1988 tritt die Neuregelung des ſtaatlichen Süßftoffmonopoles in Kraft. Von diesem Tage an gelten auch die neuen Preise, die für die einzelnen Badungen betragen: T1 Kč 1.20( frü her 0.50), 2 Kč 10.-( 4.40), 8 Kč8.-( 1.25), 24 Kč 50.-( 22), 3 Kč 18.50( 8), 6 Kč 90.-( 40), S7 Kč 8.-( 1.40). Diese neuen Wie lange leben Sportler? Ein amerikani Preise gelten auch für jene Vorräte, die die Groß sher Statistifer hat Erhebungen über den Einfluß und Detailhändler sowie die Apothefer am 1. Jän der sportlichen Betätigung auf die Lebensdauer ver- ner 1938 auf Lager haben. Diese Vorräte müssen öffentlicht. Als Material dienten ihm die Aufstel- beim zuständigen Gefällskontrollamt binnen acht lungen von zehn Universitäten über Angehörige, die Tagen auf einem in zweifacher Durchschrift ausge Dort bis 1905 ihre Abschlußprüfung gemacht hatten. fertigten Formular angemeldet werden. Die NichtDas Ergebnis fiel günstig für die Sporttreibenden anmeldung wird nach dem Gesetz bestraft. Keine Wetteränderung! Unter Einwirkung einer aus, denn sie blieben alle unter der normalen Sterb lichkeitsziffer. Am günstigsten schnitten diejenigen fiel in Mitteleuropa Freitag Schnee. Obwohl hier Störung, die sich über der Ditsee ausgebildet hat, ab, die mehrere Sportarten betrieben hatten, ihre überall Nordwind vorherrscht, wurden in den Niede Sterblichkeitsgiffer lag fast um 22 Prozent unter tungen am Nachmittag nur minus 2 bis minus 4 dem normalen Durchschnitt. Recht befriedigend find Grad Celsius verzeichnet. Auf den Bergen der Re auch noch die Bahlen für Fußball- und Tennisspies publik wurden jedoch minus 9 bis 14 Grad Celsius ler, die rund 12 und 11 Prozent unter dem Durch gemessen. Eine wesentliche Aenderung des Wetters schnitt liegen, während Leichtathleten und Ruderer ist noch nicht zu erwarten. Wahrscheinliches Wetweniger günstig, aber immerhin noch 6, bis 7 Pro- ter Samstag: Voriviegend bis wechselnd bewölkt, zent unter Durchschnitt blieben. Es wäre intermäßiger bis schwacher Frost, zeitweise noch Schneefälle, Nordwind.- Weiteraussichten für Sonn Untersuchungen in dieser Richtung angestellt würden,( SAM.) geeignetes Material müßte sich am ehesten bei dem großen Versicherungsgesellschaften finden lassen. Der Spiegel einer solchen Statistit lönnte allerlei wichtige Aufschlüsse vermitteln. Spanien feiert Pablo Iglesias.( 3. J.) Aus Anlaß des zwölften Todestages Pablo Igles sias', des Gründers und großen Führers der spanischen Sozialistischen Partei veranstaltete Diese zahlreiche eindrudsvolle Gedenkfeiern. In der Hauptstadt Madrid, wo Iglesias gewirft hat, nahmen diese den Charakter einer Gedächtnis woche an, in deren Mittelpunkt eine Wallfahrt zu seinem Grabe an seinem Todestag( 9. Dezem ber) stand. Inmitten des Krieges, in der kampfumtobten Hauptstadt, gewann das feierliche Ge denken an den Lehrmeister des demokratischen wurde in den Listen geführt und zu seinem Un- essant, wenn in der Tschechoslowakischen Republik tag: Andauern des jegigen Witterungscharafters. Sozialismus und Erzieher der spanischen Arbeiterhalt ist sogar ausdrüdlich die Summe von terklasse besondere Bedeutung. einem Schilling und sechs Pence wöchentlich aus gesetzt worden. Ob seine Pension die gleiche Höye erreicht, muß der Erste Lord der Admiralität noch pünktlich zu Neujahr bestimmen. Mitteilungen aus dem Publikum. Hausmittel" find nicht zu unterschätzen! Sie be ruhen meist auf jahrhundertalten Erfahrungen und letzten Endes geht ja auch die Zuſammensetzung aller modernen Präparate auf die längsterprobte Wirkung solcher Mittel zurück! Mit Recht wird darum ein Desterreicher nach Südamerika. In Inns brud wurde Donnerstag ein neuer Transport Auswanderer nach Südamerika abgefertigt. Es gehen etwa 40 Bauernfamilien aus Tirol, Kärn- Wird der Kanal- Tunnel 1938 gebaut wer- Die Adressierung von Postsendungen nach Großten und dem Burgenland unter der Mithilfe des ben? Unter den Projetten, die seit langem unmit Prag. In Groß- Prag werden auffallend oft Poſtehemaligen Landwirtschaftsministers Thaler nach telbar vor der Verwirklichung fehen, aber auch sendungen nur deshalb verspätet augeſtellt, weil de Südamerika, der bekanntlich in Brasilien bereits 1937 nicht realisiert worden sind, ist an erster ren Absender in der Adresse nur die Nummer des zwet österreichische Auswanderer- Kolonien, und Stelle das des Tunnels unter dem termeltanal Stadtbezirtes, nicht aber die nähere Bezeichnung der zivar Dreizehnlinden“ und„ Babenberg" ge zu nennen. Zu Beginn des neuen Jahres spricht Ortsgemeinde anführen. Nachdem der größere Teil gute: Franzbrauntwein, also der Alpa- Franzbranntgründet hat und der nun eine dritte gleichartige wieder die gesamte Presse davon und fragt, ob der Stadtbezirke mehrere Ortsgemeinden resp. einige wein, hochgeschäßt: als Einreibungs- und Maſſages Solonie gründen will, welche den Namen„ Doll 1938 die Inangriffnahme des Tunnelbaues end- zuständige Buſtell- Postämter einschließen, wird es mittel, als Desinfektions- und Schmerzberuhigungsfuß- Stolonie" tragen soll. lich erfolgen wird. Das Projekt, das dabei im notwendig, ungenügend adressierte Postsendungen mittel leistet er in zahlreichen Fällen ganz außer Vordergrunde steht, ist das des französischen In- bon einem Zustellungs- Postamie zum anderen zu sen- ordentlia) wertvolle Dienste! Verlangen Sie Alpa genieurs André Basdevant. Es sieht vor, daß der den zum Schaden der Absender und der Emp- Franzbranntwein nur in Originalflaschen mit Sanal zweimal untertunnelt wird; jeder der fänger. Im Interesse einer raschen Beförderung| Plombe. Ausgewogenen Alfa gibt es nicht. Einer liest Zeitung Von Joseph Roth Geheimnisvolle Zugsentgleisung in Deutsch land. Wie jest in München bekannt wird, ist ein ganzer Extrazug von Ehrengästen aus Berlin, unter ihnen der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Raeder, die sich zur Staatsschrift. Sie sind in einer loderen, einladenden, rühren, während er glaubt, er selbst rührte an dle feier zu Ehren Ludendorffs in der Nacht vonr 21. geradezu lüsternen Art zusammengestellt, in vielen Nachrichten. Wenn er nicht die Brille trüge, es zum 22. Dezember nach München begeben wollAbsätzen, von denen jeder noch einen verführeris hätte beinahe den Anschein, als würde er selbst ten, überhaupt nicht in München angekommen. schen, tleinen Extra- Titel führt. Alle Nachrichten von der Zeitung gelesen. Er glaubt vielleicht, feine Die Lokomotive des Sonderzuges entgleiste Das Angesicht des Zeitungslesers hat einen verraten sich selbst, noch ehe man sie vernimmt; Phantasie triebe ein freies Spiel mit dem Halbmit einer derartigen Gewalt, daß die Strede ernsten Ausdruck, der sich bald bis zum Düsteren und sie verraten mehr, als sie bieten tönnen. erfahrenen und schmückte es aus. Aber die Sonmehrere Stunden gesperrt tvar. Unter den verstärtt, bald sich in lächelnder Heiterkeit aufzu Man kann ihnen auch nur Sensationelles derberichte treiben ein ungehemmtes Spiel mit Ehrengästen entstand eine Panit, da alle davon lösen gedentt. Während seine scharfen, ovalen nachsagen. Sie erzählen von Vanknotenfälschern seiner Phantasie. Einem flach schürfenden Leit überzeugt waren, daß es sich um ein Attentat Brillengläser, die in der Mitte stärker geschliffene, und erzählen nicht alles. Sie sind peinlich genau artifel gar ist er vollkommen verfallen. Hier handelte. Von Berlin und München herbeigeru runde, verdickte Pupillen haben, langsam und wie und halten doch noch mit einigen Nachrichten zu strahlt alles so von praktischer Vernunft, daß es fene Gestapobeamte und die im Zug befindlichen forschend über die Zeilen friechen, huschen die verrüc. Sie beschreiben die Persönlichkeit eines dem Leser einleuchtet Das Licht, das man ihm Gestapoleute untersuchten stundenlang das ganze träumten Finger des Beitungslesers über den Fälschers, aber sie wissen nicht seinen Namen. Sie aufstedt, gleicht jenem, das in ihm selbst brennt. Gelände. Ueber das Ergebnis wird strenges Still- marmornen Sandstein des Kaffeehaustisches und sprechen von hochgestellten Männern", aber wie Es ist das bekannte Licht der gegebenen Tatschweigen bewahrt. vollführen hier ein lautloses, ein stummes Klavier- hoch und wo sie gestellt sind, liest man nicht. Aber sachen... spiel, das wie eine Art zu trauen aussieht und gerade das Nichterfahrene ist aufregend. Die fo, als wollten die Fingerspigen verstreute un Rüden in den Nachrichten sind am interessantesten sichtbare Strümel aufsuchen und hurtig an sich nehmen. Sibirien wird wärmer. Die zu Beginn des Jahres von der Akademie der Wissenschaften aus gerüstete Expedition, die im Verlaufe mehrerer Monate die tlimatischen Verhältnisse in Sibirien und zwar im Rayon von Turuchanft durchgeführt hat, ist soeben nach Moskau zurückgekommen, und die„ Istvestia" publizieren die ersten Ergebnisse bieser Forschungen. Zunächst erfährt man die in teressante Tatsache, daß nahezu ein Jahrhundert lang teine neuen Messungen geschehen sind. Im Jahre 1842 hatte die Akademie unter Leitung von Middendorf Vermessungen in diesem Gebiet vor genommen, und die neue Expedition hat sich genau nach den Arbeiten gerichtet, die vor 95 Jah sen durchgeführt wurden. Es ergab sich dadurch Der Zeitungsleser hat einen schön gestußten, langen, vieredigen, braunen Bart, ber das Feuilleton verdeckt, wenn die politischen Nachrichten gelesen werden. Unter dem Bart schimmert eine violette Strawatte, breit, in schwerer, leider nut halb zu erahnender Bracht, deren Knoten ich nicht sehen kann, wenn es dem Zeitungsleser etwa nicht einfällt, den Adamsapfel zu streicheln. Was geht nun im Zeitungsleser vor? Wie reagiert er auf das Nichtvernommene? Freut et sich über die Fälschungen, ärgern sie ihn, oder ist er selbst aus Budapest? Gewiß gehört er zu der großen Schar der sittlich Empfindenden, die jede fremde Fälschung in entlehnten Harnisch bringt. Alle Lunten, die in ihm langsam schwelten, errei, chen den Punkt, an dem sie eine Explosion. hervor. rufen. Steine sichtbare! Keine nach außen wir tende! Bewahre! Sondern eine gleichsam in Was der Zeitungslefer gerade liest. fann ich sich selbst verkapselte. eine Implosion sehen: es sind sensationelle Nachrichten aus Bu- Auf jeden Fall ist zu sehen, daß die Nachrich, dapest. Sie stehen unter einer fetten Ueber- ten an die verborgenen Seiten seiner Seele Jetzt steht er auf, der Leser, geklärt, ge. wachsen, reifer geworden und an Erfahrungen be reichert. Er glättet mit der Linken die eventuell im Bart entstandenen Falten und wechselt seine Brille. Einen Augenblid lang hat er schüchterne, kleine, mausgraue Augen. Dann klappt er den schwarzen Sarg einer anderen, einer weltlichen Brille auf und streift die gläsernen Panzer für die Straße über seine Augen... Das Feuilleton blieb ihm verdeckt. Er überläßt es unmännlichen Naturen. Wenn er aber doch einmal dieses aus Langes weile und in der Verschwiegenheit lesen sollte, so würde es ihm auch nicht gefallen. Denn ich schreibe keineswegs nach seinem Geschmad... Celft 6 SamStaz, 1. Jänner 1038 Nr. r Deuttchland und der Antikominterpakt Unter feierlichem Gepränge wurde vor ein!« gen Wochen in Rom der Beitritt Italiens zum Anti-Kominternpakt vollzogen. Das„dynamische" Dreieck Berlin—Rom—Tolio kündigte bei dieser Gelegenheit eine gemeinsame Politik an und stellte auch anderen Ländern den Beitritt zum Antilominternpakt frei. Von der freundlichen Einladung hat noch niemand Gebrauch qe« nmcht. Die drei sind unter sich geblieben und werden auch in Hinkunft nicht so leicht einen vierten oder fünften in ihren Bund aufnehmen können. ES hat sich nämlich allmählich doch in der Welt herumgesprochen, daß die wahren Ziele des AntilomintcrnpaktcS nichts zu tun haben mit dem Aushängeschild, das sich die Firma angeschafft hat. Es fällt auf, daß Italien, das vor einigen Jahren rin FreundschaftSabkommen mit der Sowjetunion gefeiert hat, auch nach dem Beitritt zum Antikominternpalt gar keine Miene macht, feine Beziehungen zur Sowjetunion zu ändern. Der heftige Lärm, von dem der Abschluß des Antikominternpaktes begleitet war, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß Italien auch gar nicht den Willen hatte, sein Verhalten zur Sowjetunion zu korrigieren. Die Sowjetunion aber hat, davon darf man überzeugt sein, immer weniger Grund, die ideologischen Kampf- ansagen gegen den Kommunismus als gegen sich gerichtet zu betrachten: in keinem Lande der Welt werden die Bolschewiken härter und grausamer verfolgt als in der Sotvjctunion. ES mag sein, daß es Deutschland mit seiner Kampfstellung gegen die Sowjetunion ernst war. Als Deutschland den Antikominternpakt mit den Japanern abschloß, hatte eS seine östlichen Expansionsbestrebungen im Auge, die eö zweifellos in dem Augenblicke zu verwirklichen versucht hätte, da es im Fernen Osten zu einem Konflikt zwischen Japan und der Sowjetunion gekommen wäre. Auf die Möglichkeit, ja die Wahrscheinlichkeit eines solchen Konflikte- hat die nationalsozialistische Außenpoltik spekuliert, und der Abschluß deS Antikominternpaktes mit Japan war nur die ideologische Verschleierung deS nationalsozialistischen Machtstrebens in Osteuropa. Die nationalsozialistische Außenpolitik hat dabei osfenbar keine andere Möglichkeit im Auge gehabt als die eines Zusammenstoßes zwischen Japan und der S o w j e t u n i o n. Sie ist durch den Krieg, den die Japaner im Namen des Kampfes gegen den Bolschewismus gegen C h i n a begannen, böse überrascht worden. Italien hat, als es dem Antikominternpakt beitrag überhaupt nicht an die Sowjetunion als Gegner gedacht, sondern an England. Es konnte eine Beunruhigung der englischen Interessen im Fernen Osten sehr gut brauchen, um bei seiner antienglischen Mittclmecrpolitik entlastet zu werden. Eine Stärkung der japanischen Position im Fernen Osten bedeutet— so rechnete die italienische Außenpolitik— eine Stärkung der italienischen Position in Südeuropa und in Nordafrika. Italiens Beitritt zum Antikomin« rernpakt sollte osfenbar Japan in seiner Chinapolitik ermutigen. Gleichzeitig Ivar der Beitritt darauf berechnet, dem bis dahin immer nur g e- b e n d e n deutschen Bundesgenossen, der sich in dem Freundschaftöbund mit Japan sehr wenig wohl fühlte, zu beruhigen. Gangster haben manchmal ein genieinsaincs Interesse gegenüber der Polizei, auch wenn jeder in einer anderen Bank rinbrechen will. Der Antilominternpakt ist in der internationalen Politik der Ausdruck jenes gc- meinsaikien Interesses, aber die Raubgier der drei Partner richtet sich gegen drei verschiedene Objekte. Und das schlimme ist, daß sie dabei einander sogar in die Quere kommen. Die deutschen Wirtschaftsinteressen im Fernen Osten sind jenen Japans direkt entgegengesetzt. Laßt China erst einmal zur Gänze— im Namen des Kampfes gegen den Bolschewismus! — durch die Japaner erobern: ihr werdet euch wundern, wie wenig Interesse das neue japanische Herrschaftsgebiet an europäischen, besonders aber an deutschen Jndustricprodukten hatl Da ist «S nur ein geringer Trost, daß auch England in Mitleidenschaft gezogen würde. Italien hat sicherlich weniger Handels- und Jndustricinter« essen in China als Deutschland. Um so verwunderlicher ist die fernöstliche Selbstmordpolitik deS Dritten Reiches, die eine soziale Mordpolitik an den deutschen A r b e i t e r n ist. 2m Namen des AntikominternpakteS wird den gelben Räubern das chinesische Absatzgebiet für deutsche, für europäische Jndustrieprodukte überlassen. Der Abschluß des AntikominternpakteS ist keine Summierung der dynamische» Kräfte Deutschlands, Italiens und Japans gewesen, sondern der Zusammenschluß von Gesetzesbrechern, die angesichts der Bereitschaft der Polizei sich und der Welt ein Stückchen vorpfeifen. Sich — uni sich selber Mut zu machen, der Welt, um sie zu schrecken. Aber die Welt sieht, daß deutsche Offiziere im Generalstab der chinesischen Armee sitzen, deutsche Offiziere, die durchaus im Einvernehmen mit ihren Heimatbehörden dort sind. Die Welt sieht, wie Deutschland um eine Beilegung des chinesisch-japanischen Konfliktes bemüht ist und seine Verhandlungen anbietet. Japan reagiert mehr als sauer darauf und beruft sich bei seinen Vorstellungen in Berlin auf die Verpflichtungen, die Deutschland im Antilominternpakt übernommen hat. Deutschland kann, Insbesondere nach dem Beitritt Italiens, nicht von der Plattform des Paktes abspringen, andererseits kann es den Folgerungen nicht zustimmcn, die Japan für seinen Chinakrieg* auS dem Pakte zieht. Die nationalsozialistische Außenpolitik hat Deutschland im Zeichen deS AntibolschcwiSmnS In eine fürchterliche Situation manövriert, die dadurch nicht angenehmer wird, daß die fernöstliche Entwicklung auch die Bereingten Staaten von Amerika auf den Plan rief. Dieses Interesse Amerikas läuft mit jenem Englands parallel und läßt die italienische Spekulation auf eine Schwächung Englands im Fernen Osten als Fehlspekulation erscheinen. Das deutsche Volk ist, ebenso wie die anderen europäischen Völker daran interessiert, daß die gelbe Gefahr nicht übermächtig wird, die sich jetzt durch das Vorgehen Japans sehr vernehmlich ankündigt. Aber dem Interesse deS deutschen Volkes, das auf eine gesamteuropäische Solidarität gerichtet ist, steht das Interesse deS natio« Die Politik des Vatikans Der Staatsstreich Faruks formuliert wurde. Er ist nicht das letzte Wort eines kranken Mannes, sondern er kann den Wendepunkt der Vatikanpolitik bedeuten, denn die Botschaft an Frankreich erfolgte nach Anhörung deS geheimen Konsistoriums der Kardinäle. Das Haupt der katholischen Welt wollte nicht allein sein Herz erleichtern, sondern die gesamte römische Kirche suchte nach einer Rückendeckung gegen die Achse Rom—Berlin—Tokio. Die Kirche hat lange genug gezögert, lange genug versucht, auf dem Wege deS Kompromisses den ihr durch die faschistische Welt drohenden Gefahren zu begegnen. Heute bleibt der Kirche keine Wahl mehr, wenn sie sich nicht selbst aufgebcn will, darum trotzt sie mit aller Offenheit Mussolini, indem sie schonungslos mit dessen Freunden am Spree und Isar abrechnet. Die Beziehungen zwischen Vatikan und Quirinal sind auch sonst recht gespannt. Die Hierarchie sieht die Schwierigkeiten des faschistischen Regimes, die ökonomische Krise, die militärischen Mißerfolge in Spanien und Aethiopien aus nächster Nähe und was ihr lange Zeit als ein Gebot politischer Klug« heit erschien, widerstrebt ihr heute: sie will ihr Schicksal nicht länger an das Mussolinis binden. Es gibt für die Kurie jedoch auch ideologische Grenzen, die nicht überschritten werden können. Sie kann einem Mann nicht mehr die Hand reichen, der sich zum Beschützer deS Islam proklamiert hat. Sie kann eS nicht dulden, daß die mit Rom und Berlin verbündete japanische Soldateska eine jahrzehntelange katholische Missionsarbeit zerstört. Dieser ostasiatische Konflikt, in dem der Vatikan im Gegensatz zu Aethiopien und zu Spanien auf feiten des Angegriffenen und des Rechtes steht, übt auf die Haltung des Papstes einen weit größeren Einfluß aus, als gewöhnlich angenommen wird. Die katholischen Interessen liegen auf der chinesischen Seite, die hervorragendsten Vertreter der Chinesen nehmen dem Katholizismus gegenüber eine wohlwollende Haltung ein und gewisse diplomatische Emissäre Tschangkaischek» in Europa sind selbst Katholiken und stehen mit Rom in enger Fühlung. Vergessen wir schließlich nicht, daß PiuS XI. und Achille Ratti eine Person sind. Als die rote Armee auf Warschau heranrückte, verließ daS diplomatische Korps die polnische Hauptstadt, mit zwei Ausnahmen: der italienische Gesandte und der päpstliche Nuntius wollten die Gelegenheit benutzen, um mit den Sowjets die Fühlung aufzunehmen. Seitdem die Russen mit Peter dem Großen nach Europa gekommen sind, bemüht sich die römische Kirche, die„Orthodoxen" zurückzugewinnen. Der Umstand, daß mit dem Zarismus die hierarchische Spitze des östlichen Christentums wegfiel, hat diese Bestrebungen trotz des Bolschewismus nur verstärkt. Die Entwicklung der Stalinischen Politik läßt die Möglichkeit offen, daß den bisher unterirdisch geführten Verhandlungen eine offizielle Sanktion aufgedrückt wird. Auch dies mag ein Grund dafür fein, warum sich Rom nach allen Selten hin die Hände frei lassen will. Vor allem aber scheint man in den Gefilden des Vatikans erkannt zu haben, daß di« Kirche selbst In einer antiklerikalen Demokratie weit mehr gesichert und geachtet ist, als in den autoritären Staaten, die neue Götter auf den Altar zu heben suchen. Darum war man der Meinung, daß Paris nicht nur eine Messe, sondern sogar eine WeihnachiSbotschaft wert ist. nalsoztalistischen Regimes entgegen. In Deutschland mag eS diesem Regime gelingen, noch seine Schwierigkeiten als Erfolge und Vorteile glaubhaft zu machen. Außerhalb der Reichsgrenzen aber hat man die Möglichkeit, sich ein Urteil über die verbrecherische und dem deutschen Volke gefährliche Außenpolitik des Dritten Reiches zu bilden. Von allen moralischen Erwägungen abgesehen, aus denen heraus der japanische Raubkrieg gegen China abgelehnt werden muß, spricht da- Lebensbedürfnis der deutschen Nation— auch der Deutschen in der Tschechoslowakei— gegen die Antikominternpoliuk des HitlerregimeS. Eine vernünftige, dem Interesse des deutschen Volkes entsprechende Außenpolitik Deutschlands ist von seinem gegenwärtigen faschistischen Regime nicht zu erwarten. Die faschistische Außenpolitik muß zwangsläufig zur Gefährdung der eigenen Volksinteressen führen. So ergibt sich auch daraus die Notwendigkeit, an dem Sturz des nationalsozialistischen Regime- mit aller Kraft zu arbeiten. K. K. Kampf gegen den König auf Partei im Kampfe für die Verfassung zu unterstützen. Neues slowakisches Tagblatt. Ab 1. Jänner 1038 erscheint— in Sillein gedruckt— ein neues slowakisches Tagblatt, welches keiner Partei angehört, aber eine konstruktive Staatspolitik treiben will. Es bezeichnet sich als Blatt der jüngeren siowakischen Generation, Leiter der politischen Redaltion, die sich in Prag befindet, ist Dr. Rudinsktz. • Die Pariser Blätter befassen sich mit der ägyptischen Regierungskrise..Figaro" schreibt: Auch in Aegvpten ist ein« Regierungskrise ausgebrochen und im Hintergrund derselben ist die Rivalitat der englischen und des italienischen Einflusses zu bemerken. Dies geschieht einige Tage vor dem Jahrestag deS Abschlusses der englisch-italienischen Gentlemen» Agreement-. Künftighin kann niemand willkürlich daS Mittelmeer beherrschen. Ein Streit im Mittelmeere könnte viel vernichten, aber nicht- schaffen. Die gegenwärtige Rivalität könnte nur jenen nützen, welche nicht an ihr beteiligt sind. Bis die Tatsache eindringlich genug erkannt sein wird, wird daS Mißtrauen ohne Zweifel schtvinden und einem praktischeren Sinne weichen. Dann wird eS möglich sein, an die Vereinbarung eine- Mittelmeer« Statuts zu denken, da- eine Garantie für die ganze Welt darstellen wird. B. B. Paris. Der achtzigjährige, von schwerer Krankheit noch kaum genesene Träger der Tiara hat zu Weihnachten seine beiden großen Enzykliken retuschiert. Mit einer Botschaft über die Lage der katholischen Kirche in Deutschland, die an Deutlichkeit nicht- zu wünschen übrig läßt, bat der Vatikan jene Kampfstellung gegen den Nationalsozialismus, wie sie im Hirtenbrief»Mit brennender Sorge" formuliert wurde, noch klarer präzisiert Auf der anderen Seite wurde von der antimarxistischen Enzyklika„Divini RedemptoriS" zwar ausdrücklich nichts abgestrichen, aber eS folgte kein bittere- oder gar verdammende- Wort nach Links mehr. Papst PiuS XI. leiht denen ein geneigtes Ohr, die von der„Politik der auSgestreck- ten Hand" sprechen und den Katholiken nicht nur Waffenstillstand, sondern ein Bündnis antragcn. In Frankreich hat Löon Blum den Katholiken in würdiger Weise die Zusammenarbeit am gesellschaftlichen Fortschritt vorgeschlagen, der Radikalsozialist Henri Guernut, prominenter Vertreter der antiklerikalsten Partei deS Lande-, empfiehlt daS Bündnis mit den„spirituellen Kräften des Vatikan", der kommunistische Generalsekretär Maurice Thorez hat auS der«Politik der au-gestreckten Hand"— ein Wort, da- auf ihn zurückgeht— ein Manöver für seine Meetings gemacht. Angesicht- der Wandelbarkeit der kommunistischen Taktil verlohnt eS nicht, bei der Katholikenpropaganda Thorez' länger zu verweilen. Die Antwort d«S Papstes hingegen verdient höchste Beachtung, sie hat ganz Frankreich in diesen Tagen tief beeindruckt. Ein hochbetagter Greis steht an der Fülle "einer Tage, er überblickt sein Leben und eS quält ihn der Gedanke, ob er immer dort gestanden, wo der Platz des wahren Christentum- gewesen ist: im äthiopischen Konflikt, im Kampfe um Spanien, im Ringen deS italienischen Volke- mit den Schwarzhemden. An der Schwelle des Tode-, von physischen Leiden geplagt, läßt PiuS durch den Mund deS Primas von Gallien den Katholiken Frankreichs eine Botschaft unterbreiten, er wendet sich an da- Land und an daS Volk, das die Ideale der Gerechtigkeit und deS Friedens hochhält, er flüchtet sich an die demokratische Oefsentlichkeit mit einer Proklamation, die ergreifend ist für Christen wie für Nichtchristen und die der Hauch deS Evangelium- zu durchwehen scheint.„Vergesset nicht", so sagt die Botschaft auS Nom,„daß Christus sich niemals von jenen abwandte, die ihm bittende Hände ent« gegenstreckten. Der gute Arzt verweigert seine Hilfe der Hand nicht, die von Schmerz bewegt naa> ihm ruft. Der gute Hirte trägt größere Sorge uni das verlorene Schaf als um 09 andere, die in der Herde verblieben. Jawohl, man muß edel, christlich, mit unendlicher Liebe jenen, die uns von weither rufen, zur Antwort geben:„Wir grüßen Euch im Namen Christi, der Euch liebt." Nach einer kurzen Gegenüberstellung von Spiritualismus und Materialismus fährt der Papst fort:„Wir Christen wollen da- Los derer, die leiden, erleichtern und sie trösten. Wir wollen dem Arbeiterhelfen, sein Recht zu fordern und für morgen die Versühnung aller Menschen in Gerechtigkeit und Nächstenliebe vorbereiten. Wenn diese Geste der ausgestreckten Hand euer» Wunsch ausdrückt, euere katholischen Brüder besser kennenznlcrnen, damit ihr mit deren Religion ihre Ueberzeugung, ihre Gefühle und ihre Werke mehr achten könnt, so wird sich die Kirche dieser Tat deS Lichtes nicht versagen." Die füh» rende demokratisch-katholische Zeitung„Aube" begleitet daS päpstliche Wort mit einem äußerst bezeichnenden Kommentar. Der Papst, so erklärt daS Blatt, habe nicht mit einem Manöver, sondern mit einem Appell geantwortet, er habe so gesprochen, wie die ersten Apostel und damit einen der größten Alte der Apologetik, welche die Geschichte kennt, vollbracht. Selb st auf politischem Gebiete, so fügt„Aube" hinzu, lann die Botschaft auS Rom Konsequenzen haben. ES ist völlig belanglos, daß möglicherweise eine kommunistische Parole daS Stichwort für eine päpstliche Erklärung gegebcii hat. PiuS Antwort galt ohne Zweifel der gesamten Arbeiterbewegung, der gesamten fortschrittlichen, freiheitlichen Welt, llebcrträgt man den Stil der Kurie in die Sprache des Alltag-, so kann man nicht übersehen, daß ein Wunsch zur Versöhnung und zur Zusammenarbeit Verwirrung In der kommunistischen Partei Wie das»Ceskö Slovo" berichtet, entwickeln sich in der kommunistischen Partei die Verhältnisse in einer für die Partei unerfreulichen Weise. Es herrscht große ideologische Verwirrung und die Versammlungen der Lolalorganisationen in Prag und den Städten draußen erwecken den Eindruck der Ratlosigkeit. Man merkt gar nicht, daß die kommunistische Partei organisatorisch funktioniert. Insbesondere die kommunistischen Gewerkschaften sind völlig ohnmächtig. Unter den Mitgliedern herrscht große Unzufriedenheit mit dem»Führer" Gottwald. Alle Resolutionen, die das Pol-Büro veröffentlicht, find Seifenblasen. Um so mehr muß es verwundern, daß von gewisser ausländischer Seite immer wieder gesagt wird, daß die Tfche- choslowalci bolschewisiert wird. Handelsvertrag mit VSnemark verlängert Kopenhagen. Der tschechoflowalische Gesandte in Kopenhagen Dr. Jbl unterzeichnete Im dänischen Außenministerium das Abkommen, mit welchem der tschechoflowakisch-dänische Handelsvertrag, der Ende 1037 abläuft, provisorisch bis Ende März des Jahres 1938 verlängert wird. Bis dahin werden die Verhandlungen über Sie weitere Regelung des Handelsverkehrs mit Dänemark aufgenommen werden. Inzwischen werden Kontingente im früheren Umfang bewilligt werden, die dann in die neue Regelung eingerechnet werden. Unzufriedenheit in Italien In einem Ärmel unter dem Titel»Was geschieht in talien" wird in den.Mdovö Noviny" erzählt: Es ist überflüssig, weitgehende Schlüsse zu ziehen, aber es wäre auch unrichtig zu unterfchät- zen, daß Italien in den heurigen Winter mit einer tatsächlich bedrohlichen finanziellen Situation eintritt. Drei große militärische Unternehmungen: Abessinien, Spanien und Lybien losten so viel Geld, daß der Ivirschaftliche Bau Italiens unter diesem Druck bi- in seinen Grundfesten erzittert. Und eS Ist kein Wunder— denn der Bau war schon im Jahre 1934(vor dem abessinischen Krieg) so brüchig, so daß selbst Mussolini von ihm sagte, er sei schlecht und daß für daS italienische Volk eine Zeit deS Sparens und der Opfer anbreche. Diese Epoche ist heute nahe der äußersten Grenze. Die italienischen Vorräte werden Keiner und gewisse industrielle und andere Erzeugnisse bekommt man einfach nicht mehr. Italienischer Ersav erblickt das Licht der Welt. Außer den notwendigsten Bedürfnissen, deren Preis unerbittlich durch strenge Aussicht auf achtenswerter Höhe erhalten wird, fliegen die Preise hinauf. Die finanzielle Unzufriedenheit ist groß. Der FiSkuS erhebt immer größere und größere Forderungen und die Kaufleute werden jeden Augenblick zu den Aemtern gerufen, um ihren Steuerverpflichtungen nachzukommen, wozu sie aber wirtschaftlich nicht in der Lage sind.(In Rom gibt eS Fälle, da die Kaufleute anstatt der heurigen 4000 Lire Steuern im künftigen Jahre 8000 werden zahlest müssen.) In den Sälen der Kinos herrscht eisige Ruhe, wenn die Bilder von den spanischen Kämpfen gezeigt werden. In Italien wächst die Unzufriedenheit— und sie nimmt zuweilen sogar organisierte Formen an. Wafd nimmt den Kairo.(HavaS.) Der Reuter-Korrespondent meldet aus Kairo, daß Mohammed Mahmud Pascha das neu« Kabinett gebildet hat, in welchem er selbst die Leitung der Regierung sowie daS Innenministerium übernahm. Mit dem Außenministerium betraute er den ehemaligen Ministerpräsidenten Abd el Fatiah Aehia Pascha. In ganz Aegypten herrscht Ruhe. Die Blauhemden haben während der Nacht ihre Lager verlassen, die von der Polizei früh leer vorgefunden wurden. Die Blauhemden haben gleichfalls ihr Hauptquartier geräumt, das die Polizei nunmehr besetzt hat. Die Parlamentsarbeiten werden wahrscheinlich für einen Monat unterbrochen werden. NahaS Pascha erklärte, daß er den Kampf bis zum letzten Atemzuge fortsetzen werde. Die Wafd-Partei wird ein Manifest erlassen, in dem sie die Fragen berühren wird, die strittig sind, sie wird die Oesfentlichkeit auffordern, die Wafd- Nr. 1 Samstag, 1. Jänner 1938 Seite 7 In das entscheidende Jahr Das Jahr 1937 hat die überzeugende Wendung zum Besseren gebracht. Mehr oder weniger aus. geprägt haben alle Zweige des wirtschaftlichen und fozialen Lebens an der Wiedergenesung teilgehabt und die erste große Entlastung vom jahrelangen Krisenbrud verspürt. Das Jahr 1938 wird die Entscheidung bringen, ob wir an der Schwelle einer längeren Konjunkturperiode stehen, zu welcher alle Boraussetzungen gegeben sind, oder ob politische und wirtschaftliche Unvernunft den Weg ins Freie wieder verschütten wird. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet gibt es eine Friebensfront, welche gegen den Widerstand von Friedensftörern anzukämpfen hat. Die Kaffandrarufe aus den Autarkieftaaten, der War. nungsruf Schachts zum Beispiel, geben Hoffnung, daß im Guten oder im Bösen der Widerstand gebro. chen werden wird. Für die Tschechoslowakei und insbesondere für ihre Exportindustriegebiete ist die Befreiung der Weltwirtschaft, die von den angelsächsischen und westeuropäischen Demokratien angestrebt wird, das einzig mögliche Programm. Bon seiner Berwirklichung hängt das Schicksal unserer sudetendeutschen Induſtriegebiete ab, Von 1929 bis 1988, also in vier Jahren, war der Umfang der industriellen Produktion der Tiches choslowakei um awei Fünftel auf 60.2 Prozent au sammengeschrumpft. Bis 1936 stieg er dann wieder auf 80.2 Prozent an und der Jahresdurchschnitt für 1937 wird nicht mehr weit unter dem Stand des Zahres 1929 liegen. Was awischen diesen beiden Grenzpunkten liegt. find acht Jahre der größten Wirtschaftsfrise, welche die Welt bisher durchgemacht hat, ist eine Beit, die Millionen Menschen auf die Straße warf und allein für die Arbeiterschaft in unserer Republit einen Einfommensverlust von minbestens 25 Milliarden Ke bedeutet. Ausgangspunkt und Endpunkt dieses Reitraums weisen ungefähr dieselbe Inderaiffer der Gesamts produktion auf und doch flafft zwischen 1929 und 1937 ein gewaltiger Unterschied. Ein Reihe von SUS Index der Industrieerzeugung Industrien erzeugt bereits weit mehr als im letzten Jahre der Hochlonjunttur: Die Roheisenerzeugung fnez im Oftober 1937 auf 108.6 Prozent, die Roh itahlerzeugung auf 117.2 Prozent, die Steinfohlen förderung auf 105.8 Prozent; die Textilindustrie in ihrer Gänze stand mit ungefähr 97.6 Prozent ihrem Broduktionsumfang von 1929 nahe( nachdem sie in den Monaten Jänner bis Juni dieses Jahr beträcht Tich überboten hatte), doch setzte sich ber im alveiten Salbjahr eingetretene Rüdschlag auch im November noch fort. Auf der andern Seite sehen wir wieder eine Reihe von Industrien, die noch tief in der De pression steden, troß der Fortschritte, die auch sie im lebten Jahr gemacht haben: Die Glasindustrie hat ebenso wie die Porzellanindustrie noch mehr als ein Drittel gegenüber 1929 aufzuholen, die Braunfoh lenförderung zeigt, start abstechend gegen die SteinLohle, im Oltober einen Produktionsinder von 82.8, um November von 88.1 Prozent. Die Gliederung unserer Wirtschaft ist nicht mehr dieselbe, wie sie in irgendeinem beliebigen Bor. Irijenjahr war. Sie trägt in gleicher Weise ben Stempel der Triebfräfte, welche die Wirtschaftsbelebung hervorgerufen haben, wie die Spuren des wirtschaftlichen Unfriedens, in dem die Welt lebt. Auftrieb gaben ihr zunächst die Rüstungen und damit aufammenhängende Investitionen, in weiterer Folge die notwendig gewordenen industriellen und privaten Anschaffungen, die zu ersehen haben, was in den letzten Jahren ausgepovert wurde. Ge hemmt wird sie durch die anhaltenden Beschrän fungen des internationalen Warenaustausches und durch das Mißtrauen, mit welchem heute das Stapital feinem eigenen Wirtschaftssystem gegenübersteht. Die Folge davon ist, daß sich die Wirtschaftsbelebung bisher in der Tichechoslowakei wie in allen andern Staaten vorwiegend als Binnento niunt tur unter dominierender Führung der Schwer. industrien äußert. Der Welthandel hat mit dem Aufstieg der Weltproduktion nicht Schritt ge balten. Im Außenhandel erschweren die Bestrebun12 33333 C 05 04 02 325 1930 1929 SÚS LIV. V. VI. VII. VIIL IX X XL XIL L Ausfuhr fertiger Industrieprodukte aen der Staaten, nur unumgänglich notwendige Waren einzuführen, die Position der leichten, der Gebrauchsgüterindustrien, gegenüber den andern Induſtrieprodukten und den Rohstoffen. Die charaf teristischen sudetendeutschen Industrien wurden und find noch ein Opfer dieser Tendenz. Um so größer ist die Verpflichtung, durch staatliche Hilfe eine Er Teichterung der Ausfuhr und einen inneritaatlichen Ersatz bei öffentlichen Lieferungen au schaffen. 14 andoned min 2,7 2.8 2.5 2.4 2.3 1930 2.2 1329 2.0 1987 29 1932 18 1036 17 16 1925 1934 SUS 2. H. IV. V. VI. VIL. VIII. IX. X. XI. XIL& Beschäftigung werffchaftsfreiheit blieb unangetastet, die Fürsorge. einrichtungen bleiben bestehen, die Lohnbewegungen der Gewertschaften fonnten sich ungehindert vom Staatsapparat zum Nußen der Arbeiter entfalten. Unbekümmert um die Volfsgemeinschaft baben die Unternehmer sich gegen die Wiedergutmachung der Lohnberluste gewehrt, wo immer es nur ging. Weder das Gesamteinkommen noch der Durchschnittslohn der Arbeiterschaft reicht an die letzten normalen Jahre heran. Aber ein gutes Stüd sind die Arbeiter dank der Gewerkschaftsarbeit vorangekommen. Der ver ficherte tägliche Durchschnittslohn stieg nach den Mitteilungen der Rentralsozialversicherungsanstalt von 16.44 Kč im September 1936 auf 17.74 Kč im September 1987. Die Rahl der in den untersten Lohntlassen Versicherten nimmt relativ ab. Wenn im Oktober 1936 auf die unteren vier Klassen 6237 Beschäftigte bon je 10.000 entfielen. fo waren es im Oftober 1937 nurmehr 5632. Die erfte gün stigere Situation erfassend. haben die Gewerkschaf ten eingegriffen und es besagt ungeheuer viel, wenn der Deutsche Getverffchaftsbund feststellen fonnte, bah die Lohnaktionen der ihm angeschloffenen Gewerf schaften den Arbeitern Lohnerhöhungen in der Höhe von 250 Millionen Ke erringen fonnten! Das Jahr 1988 wird die Arbeiterschaft und ihre Vertreter vor nicht geringe Aufgaben stellen. Es gilt, die wiedergewonnenen Positionen auszubauen und den Kampf gegen die hartnädigsten Krisenzentren fortzuführen. Arbeitsbeschaffung muß der leitende Gesichtspunkt bleiben, denn die Arbeitslosig feit hat nicht aufgehört, ein Staatsproblem zu fein. Soll die jetzige Arbeitslofenzabl reduziert werden auf ein Maß, das etwa dem auch in normalen Zeiten immer dagewesenen entspricht, dann brauchten wir noch zwei Jahre einer wirtschaftlichen Entwicklung. die ebenso aufsteigend verläuft, wie die des Jahres 1987. Niemand, auch der größte Optimist, fann sich darauf verlassen, daß diese Soffnung erfüllt wird. Zu den notwendigen wirtschaftspolitischen Maßnah men werden also auch ſozialpolitische treten müſſen, um die strukturelle Arbeitslosigkeit liquidieren zu fönnen. Z. N. 200 135 100 1930 18-5 19-0 17-5 170 1327 100 1234 135 159 SUS 11. 12. IV. V. V. VI VIL IX& XL XI.£ Versicherte Arbeiterlöhne Im ganzen betrachtet, hat der tschechoslowakische Außenhandel in der leßten Periode gut abgeschnitten. Im ersten Balbjahr 1937 hat er die Welthandels erhöhung seit 1986, die etwas mehr als ein Biertel betrug, überschritten. Unsere Ausfuhr hat nach Spikenleistungen in der Konjunkturzeit, wo sie Awanzig Milliarden im Jahr erreichte, einen fata Strophalen Stura bis auf fechs Milliarden im Jahr erlitten und hat 1987 wieder awölf Milliarden er reicht, um die Hälfte mehr als im Jahre 1936. In der Richtung unserer Ausfuhr sind große Veränderungen vorgegangen. Die Nachbarländer, mit welchen die Tichechoslowakei im Clearingverkehr steht, und eine Anzahl anderer europäischer Staaten haben awar ihre Bezüge gesteigert, ihr Anteil am tschechoslowakischen Gesamterport ist aber gesunken. Immer ftärfer treten hingegen die Staaten des englischen Blods und die Vereinigten Staaten von Nord. amerifa und die leberfeeländer überhaupt als unfeamerita und die leberfeeländer überhaupt als unfere Abnehmer hervor. In zehn Monaten des Jabres 1937 ist der tschechoslowakische Erport im ganzen um rund 56 Prozent gestiegen, aber der Export in die Länder des Pfundblods und nach USA um 63 Prozent, nach Deutschland und den Clearingstaaten nur um 48 Prozent. Von Jänner bis Oftober 1934 exportierten wir in die Länder des Pfundblocks und nach 113 für 1.5 Milliarden. in der gleichen Reit des Jahres 1987 für 3.2 Milliarden. Für die Clearingstaaten lauten die entsprechenden Riffern Wenn wir am Jahresende die agrarpolitische| Bei der Festsetzung der Preise für Ge 1.5 und 2.4 Milliarden, für Deutschland 1.28 und 1.29 Milliarden Kč. Das größte Hemmnis für den Bilanz ziehen, so fällt diese, gefehen vom Stand- treide aus der Ernie 1937 fam es innerhalb Aufschwung unseres Ervorts ist das Stontingents und punfte des fleinbäuerlichen Besitzes, unbefriedis der Regierung zu größeren Meinungsverschieden Debisenfnftem, deffen Urheber und stärkster Meprägend aus. Das liegt feineswegs daran, daß von heiten, die eine Regierungskrise herbeiführten. fentant das nationalsozialistische Dritte Meich ist sozialistischer Seite etwa nicht alles im Interesse Schließlich war es doch möglich, die lebernahms Ohne diese Abwärmung des Warenaustauschs wäre dieser Schichte geschehen wäre, im Gegenteil: die preise ohne Erhöhung der Brotpreise erhöht mit bente fchon unsere Ausfuhr um hunderte Millionen Anstrengungen, eine sozialgerechte, gleichzeitiger- wenn auch nicht befriedigenderarößer, wären viele zehntausende Arbeiter wieder auf die Wehrheit der bäuerlichen Ausgleichung ungerechter Unterschiede zwischen den muf ihrem Arbeitsplatz. Die Wirtschaftsvolitik des Dritten Reiches hat dem deutschböhmischen Wolf zehn Bevölkerung bedacht nehmende einzelnen Getreidearten festzusetzen. Die vom Agrarpolitif herbeizuführen, waleinbauernverband und den Konsumgenossenschaf ren gerade im verflossenen Jahre ten geforderte Staffelung der Getreidepreise nach wiederum sehr groß. Gleich zu Jahres- Betriebsgrößen konnte dabei nicht verwirklicht werbeginn erfolgte im Landwirtschaftsausschuß eine den. Auch wurden bisher von der Monopolver eingehende Aussprache über die weiteren Wege der waltung troß der ausdrüdlichen Anerkennung der tschechoslowakischen Agrarpolitik. Damals wurde Notwendigkeit der Futtermittelpreis von den Linksparteien die allgemeine Unzufrieden herabseßung diese nicht ermäßigt. heit mit der offiziellen Agrarpolitik festgestellt. In der Frage der Regelung der Vieh Abg. Jaksch hob hervor, daß der Regierung eine und Milchwirtschaft tamen die Verhand gesamtstaatliche, bolfswirtschaftliche Stonzeption. lungen noch zu feinem Abschlusse. Die bisher vom welche auf die Bedürfnisse aller wichtigen Grupper Landwirtschaftsministerium erstatteten Vorschläge der Bevölkerung Rücksicht nimmt, fehle und regte wurden allgemein als unbefriedigend angesehen. an, die Repräsentanten unserer Landwirtschaft Für das Karlsbader Gebiet fam es zur Einfüh mögen mit den großen Organisationen der Ver- rung des Pasteurijierungszwanges. Die bisheri braucher und den Gewerkschaften der Arbeiter und gen Schuldenregelungsgesetze Angestellten über ein gemeinsames Wirtschafts- wurden verlängert; derzeit wird im Landwirts programm verhandeln. Er verlangte, daß bei den Schaftsministerium an der Schaffung eines Hilfs. einzelnen agrarpolitischen Maßnahmen mehr so fonds für Beihilfen zur Abstattung von Schulden zialer Geist zum Ausdruce kommen möge. Sturz gearbeitet. Die ersten diesbezüglichen Vorschläge vorher sprach Abgeordneter Jafsch mit den Vertre- waren vor allem wegen der Ausschaltung der flei tern des deutschen Kleinbauernverbandes beim nen Grundbesizer unannehmbar. Ueber den gegen Landwirtschaftsminister Dr. Jadina vor und über wärtig in Vorbereitung befindlichen Entwurf sind, reichte ihm ein Memorandum mit den Einzelheiten noch nicht bekannt. Die in Verhand Forderungen für die Kleinbauern- lung stehenden opfenbaufragen konnten, cha ft. Sie betrafen insbesondere die Schulden- vegen verschiedener Bestimmungen, denen die regelung und Fragen der Betriebsverbesserungen deutschen Hopfenproduzenten und die Stleinlandfür Kleingrundbesißer, die Düngerstättens und die wirte ihre Zustimmung versagen mußten, nicht ultivierungsaftion. In lepterer verabschiedet werden. Die Forderungen nad) fonnte ein voller Erfolg erzielt werden: die seit Fortführung der Bodenreform und Schafeinigen Jahren bei der Landesbehörde auf Geneh fung eines Pächterschutzgesetzes fanden migung wartenden Projekte zur Kultivierung von seiten des Landwirtschaftsministeriums auch brachliegender Grundstücke im Böhmerwalde wer- in diesem Jahre nicht die wünschenswerte Würdi den bewilligt und subventioniert. Dadurch wird gung. In der Frage der Bodenreform wurde kein es vielen Gebirgsbewohnern möglich, ihre Lebens- Fortschritt erzielt, die Pächterschutzfrage wurde grundlage etwas zu verbreitern. Zur Durchfüh- nicht behandelt. rung der Düngerstätten attion turden vom Fürsorgeministerium ebenfalls Richtlinien im Rahmen der produktiven Arbeitslosenfürsorge erlassen. Die Bemühungen gehen nun dahin, jie zu verbessern und zu erweitern. Die Agrarpolitik im Jahre 1937 LOOD 1933 800 1936 800 1835 700 1337 600 1932 400 300 200 100 1929 SUS 22 IV. V. VI. VIL VIII. IX. X. XI. XK L Arbeitslosigkeit tausend blutige Wunden geschlagen, die au schließen unermeßliche Arbeit kosten wird. se Ende November 1937 waren in den Industriebezirten der historischen Länder 210.000 Arbeitslose gemeldet, in den böhmischen Bezirken mit deutscher Mehrheit allein 124.000, trotz eines Rüdgang von 28 Prozent im Laufe eines Jahres. Trotzdem fann man sagen, daß das vergangene Jahr eine Besserung der Beschäftigungsmöglichkeiten gebracht hat, die nicht von vielen erivartet wurde. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen, die am Jahresbeginn auf Arbeit wars teten, fanden Eriverb, und um nicht weniger als 360.000 Menschen hat sich das Arbeitslosenheer feit dem Jahre 1938 verringert. Die Durchschnittszahl ber fozialversicherten Arbeiter ist 1937 um rund Der Gedanke, daß unsere Agrarpolitik mehr 200.000 größer als im Jahr zuvor, seit 1935 hat die Zahl der in privaten und öffentlichen Diensten von sozialem Geiste getragen und auf alle SchichBeschäftigten um 450.000 zugenommen. Immer ten des Landvolkes und der Bevölkerung des Staa. noch aber haben wir den Stand der Beschäftigung nicht erreicht, der im Jahre 1929 war! Auf steuerrechtlichem Gebiete brachte das verflossene Jahr eine Neuregelung der Uebertragsgebühren. Während der lesien Verhandlungen über die Bedeckungsvorlagen wurden. in der Weinsteuerfrage für die Landwirte Verbess ferungen erzielt. zuführen. Busammenfassend lönnen wir sagen, daß in diesem Jahre wiederum eine ganze Reihe für das fleine Landvolk wichtiger Fragen ungelöst blieben. tes Rücksicht nehmen müſſe, bricht ſich immer mehr Wir wollen hoffen, daß es im temmenden Jahre Bahn. Aber auch die Bemühungen von sozialisti Der Aufstieg ist aber unverkennbar und um so scher Seite um die Verbesserung einzelner Maß- nelingen werde, sie einer günstigen Erlediguna zu erfreulicher, als er einen reinen Gewinn der Ar- nahmen waren wie auch obige zwei Beispiele beiter und Angestelltenschaft darstellt und nicht mit zeigen von Erfolg begleitet. So war es auch jenen Opfern erfauft wurde, welche die Arbeiter in dank der Unterſtüßung des Fürsorgeministere den Diftaturländern bringen mußten und die auch die Beratungen über die Ing. Nečas möglich, unsere Arbeiterschaft bringen follte! Arbeit für Einführung der Alters- und Invalidi 800.000!". So hieß eine der ersten Bosungen der Senleinbewegung. Arbeit für 800.000 veriprach tätsversicherung der selbständig dieses Programm und was follten die Arbeiter erwerbstätigen Personen in Fluß zu dafür in Kauf nehmen? Beschränkung der Gewerk bringen. Ferner faßte der Ministerrat den Beschaftsfreiheit, Abbau der Arbeitslosenfürsorge. Ver- schluß. die bereits seit langem angestrebten Landluit erworbener Rechte. Zwangsarbeit für Arbeits- virtschaftskammern mit einem demolose! Die demokratische Republit, die sozialistischen kratischen Wahlrechte zu verwirklichen. In zahlVarteien und die freien Gewerkschaften haben ihr Aufbauprogramm mit größeren Erfolgen durch reichen Bezirken wurden bäuerliche Wirt geführt als die Henleinpartei damals auch nur schaftsberatungsstellen geschaffen, zu als Forderung aufzustellen wagte, und die Rechte deren Zustandekommen unsere Vertreter in den der Arbeiter sind ungeschmälert geblieben, ihre Ges Bezirken und Gemeinden beitrugen. Man erhält für 100 Reichsmark Markmünzen 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei 100 polnische Zloty 100 ungarische Bengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs 1 englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden A. F. Kč 608.655.. . 526.50 16.10 508.50 543.50 657.50 96 20 141.25 28.35 115.40 1579. Seite 8 Samstag, 1. Sinnet 1088 Die Silvestersfocken Wenn ich in der Silvesternacht die Glocken das neue Jahr einläuten höre, denke ich immer an das Gleiche: an das Silvestergeläut in meiner Heimat, einer sehr alten, ziemlich kleinen und herzlich unbedeutenden Stadt im Schwarz- tvald. Ich sehe den engen Kirchturm, in dem zivei Kerzen brennen, eine unten, auf gleicher Höbe mit dem Kirchenschiff, eine ein Stockwerk höher. Unten hing der Strick zur mittleren, oben, auf dem Treppenabsatz, wurde von zweie» die grohe, und einige Treppenstufen höher, wie» der von einem einzelnen, die ganz kleine Glocke geläutet. Wir waren eine kleine Diasporagemeinde und hatten nur drei; die Katholiken In ihrer stattlichen Barockkirche hatten sieben. Mein Vater war damals im Nebenberuf Kirchendiener, woran ich ziemlich viel Mitschuld trug. AIS mein Pate den Dienst abgab, um sich endgültig seiner Schuhmacherei und einem Nebenberuf als Bankbote zu widmen, wurde der Posten meinem Vater angetragen. Bor meinem Paten hatte ihn mein Großvater verwaltet. Ich war damatt, glaub ich, in der zweltuntersten Realschulllasse und hatte einen gewissen historischen Sinn, der ein heftiges Gefühl für Tradition mit umfabte. Es schien mir Ehrensache, daß das Amt in der Familie gehalten werde; so ließ ich meinem Vater, der lange grübelnd, überlegend, unentschlossen herumging, keine Ruhe, und Ich bin heute noch des Glaubens, das; er eigentlich nur Kirchendiener'geworden ist, weil er mir einen Gefallen tun wollte. Es war leine leichte Arbeit für ihn, zumal er nicht wie mein Pate vier oder gar wie mein Großvater sechs Buben und für leichtere Arbeit noch Mädchen hatte, die ihm helfen konnten. Er hatte nur einen und der war jung und noch nicht viel wert, dabei verzogen und unpraktisch, und dazu ein jüngeres Mädchen. Aber er nahm den Dienst an. Ich war ein leidenschaftlicher Glockenläuter und half, obgleich eü im Grunde unter meiner Würde att Realschüler lag, auch an der Orgel beim BlaSbalgtreten aushalf, wenn Not an Mann war. Att wir diese Sache anfingen, war ich vielleicht elf Jahre alt. Mit dreizehn» als festgestellt wurde, wer nächste Ostern konfirmiert werden sollte, schrieb ich an den Briefkasten der„Frei- burger Zeitung" und fragte an, wie alt man sein müsse, um aus der Kirche ohne elterliche Erlaub- nis auütreten zu dürfen. Der Briefkasten antwortete:„Sechzehn." Ich biß also in den saueren Apfel und ließ mich konfirmieren, wobei ich, ohne et> zu wiffen, Gottfried Keller nachahmte, der bei dem gemeinsam gesprochenen„Ja" auf dir Frage, ob man sich zum Herrn bekenne, leise aber entschieden ein„Nein" vor sich hin sagte. Att ich später den„Grünen Heinrich" laS, freute ich mich-herzlich über den pfiffigen Ausweg, den meine Ehrlichkeit gefunden hatte, und zwar doppelt-, weil sie mich nun irgendwie mit dem— was in.unserer Zeit natürlich ein beschämendes Geständnis ist(aber in solchen Dingen pfeif ich auf die Zeit)— geliebten, verehrten und sogar großen Dichter verband. Meine Loslösung vom Glauben war so zwischen dem zwölften und dreizehnten Lebensjahr von selbst gekommen. Soll heißen: ich hatte keinen Lehrer auf dem Wege von der Kircke zur-Vernunft. Außer Büchern natürlich. Und in doppeltem Sinn hat die Kirche bei meiner Befreiung mitgeholfen. Der Einblick in ihren Betrieb entgeheimnißte alles. Ich wußte, daß die Frau Seifried, die Besitzerin der Kunstmühl.', das Abendmahlbrot und der Daumwollfabrikant Mann den Abendmahlswein stiftete. Nach dem. Abendmahl wurde das nicht geschnittene und das geschnittene aber nicht verteilte Brot verteilt: der Pfarrer nahm für sich und seine Familie den oder die übriggebliebenen ganzen und halben Stollen; der Kirchendiener bekam die abgefal« lenen Krusten, die bereits vorgeschnittenen Stück' chen und von den kompakteren Brocken den und jene. Mit dem übrigen Wein warS ähnlich: dem Pfarrer die vollen Flaschen, dem Kirchendiener die angebrochene. Beim Abendmahl selbst hatte ich, lange bevor ich nach kirchlicher Auffassung für die heilige Handlung reif war, die Teil nehmer zu zählen. Mein Vater war stark kurzsichtig. Ich saß, dem Altar gegenüber, droben auf dem Chor und zählte, damit der Pfarrer ordnungsgemäß Buch führen, seiner vorgesetzten Behörde und am Jahresende der Gemeinde über den seelischen GesundheitSstand der Gemeinde- glieder berichten konnte. Der Pfarrer selbst half mir auf den Weg zum Unglauben, weil er allerhand unangenehme Menschlichkeiten an sich batte, wovon sein Geiz eine der hervorstechendsten war. Außerdem verfolgte er als zeimlich fanatischer Protestant mit großem Interesse die damaligen Unstimmigkeiten im Katholizismus. Er hielt sogar das„Zwanzigste Jahrhundert", die Zeitschrift der Modernisten, der katholischen Priester, die gegen bestimmte Grundforderungen der Kirche auftraten, unter anderem gegen daS Zölibat, und da er mich bilden wollte, bekam ich von ihm außer Blättern für Kunst sich danke eS ihm, daß Ich frühzeitig Hodler kennen gelernt habe), religiös-theoretischen, vor allem kirchlichliberalen Zeitschriften auch diese Moderinsten« revue, die mich stark erregte und weiter vorantrieb, att ihre Herausgeber und Schreiber gegangen waren. So haben mir die negativen und positiven Eigenschaften unseres Pfarrers frühzeitig geholfen und mir Umwege erspart. Aus der Kirche ausgetreten bin ich erst viel später. Meine Patin hielt mir einen Nachruf. Sie war vom Land, trug aber städtische Tracht. Sie hatte Geld auf der Sparkasse, und wenn ich kirchentreu geblieben wäre, hätte ich wahrscheinlich vor einigen Jahren von ihr geerbt. Sie war eine alte Jungfer, herzensgut und von handfester protestantischer Frömmigkeit, hinkte, weil sie ein kurze? Bein hatte, und war nie ohne eine Aktentasche zu sehen; denn beniflich war sie eine Art Dürofaktotum in einer Tertilsabrik. Sie gehörte zu den unentbehrlichen gesanalichen und gesellschaftlichen Gnindsteinen des Evangelischen Kir« chenchoreS; sie fang Alt, aber ich hatte immer den Verdacht, daß sie. Ihrer Stimme nach in Wirklichkeit nur Bast singen könne. Diese Patin also widmete mir später einen Nachruf: Als man einmal von den glücklich ans dem Krieg Heimgekehr« ten sprach und jemand mich nannte, sagte st" „ES wäre beNer gewesen, er wäre nicht zurück« aekommen." Sie war eben eine Frau von solider Frömmigkeit. Obgleich Ich innerlich längst nichts mehr mit der Kirche zu tun hatte, hielt ich aber strikt an der Erfüllung meiner kirchlichen Pflichten fest — ich meine die lirchendienerischen. Unter anderem versäumte ich die. Beteiligung am Läuten nicht ohne zwingenden Grund. Der Höhepunkt deS LäutegeschäfteS kam in der Silvesternacht. Um halb Zwölf— wir sind so eine Familie: um nicht unpünktlich zu sein, kommen wir immer viel zu früh, zum Beispiel mindesten? zwanzig Minuten vor Abgang, dcS Zuges, usw.— um halb Zwölf gingen ber Väter und ich schon unruhig in der leeren Kirche'rum. schauten nervö? alle paar Minuten tn die Oefen, die schon für den BormittagSdienst gefüllt und angesteckt waren, und liefen immer wieder vor die Tür, in steter Sorge, ob auch meine-Kameraden, die beim Läuten helfen sollten,, wirklich kämen. Mag brauchte nun einmal vier Personen, und zwar mindestens. Mehr war besser; denn daS NeujahrSgeläut war eine pompöse, luxuriöse Sache. ES wurde in drei Absätzen zu je zehn oder fünfzehn Minuten serviert, so daß also eine runde' Stunde draufging. Und da lagen zwei Pausen zu fünf Minuten; wenn unser Geläut aufhärte, schwang eS noch einige Sekunden in der Luft, dann wurde das Ohr frei, und nun kam die vollere, schönere(sieben Glocken!) Harmonie von der-katholischen Kirche majestätisch durch die kalte Nacht gesegelt wie ein herrenhafteS Schiff. Nach getanem Läuten wurde die Kirche verschlossen; wir zogen ab und:h« men in der.Östrone" daS Glas Punsch zu uni, das jedem Gast zu Neujahr alter Sitte gemäß zusteht. Dann gab eS-zu Hause noch ein— ebenfalls traditionelle?— Neujahrsesten:" Diesen ganzen Weg vom Glockenläuten btt zur Gallert— oder vielmehr, im Dialekt gesprochen: Gallere— mache ich. ob Ich? will oder nicht, jedes Jahr, wenn ich die NeusahrSstunde nicht grade verschlafe. Die Glockentöne von heute ziehen die von damals und mit ihnen einen ganzen Abschnitt einer, wenn man? so in einigem Feitabstand betrachtet, gar nicht so unbewegten Jugend miS irgendeinem Winkel de? Hirn? (oder des Herzen?) an» Licht. Komisch— aber e? ist so viele» komisch an unü Menschen. M a x B ä r t h. Der Volksverräter „WaS ist lo»? Warum schaut Ihr alle so finster drein? Komme ich vielelicht zu spät tn die Sitzung deS Demokratischen Verein? und störe euch in wichtigen Beschlüssen?" fragte der tschechische-Dichter und Schriftsteller Karel Sa, b i n a, att er an einem heißen Juliabend 1872 in die Wohnung de? jungtschechischen Advokaten Dr. Kukera kam. Um einen langen Tisch herum sahen dort die Dichter Jan Neruda, Vitözslav Hälek und Jos. B. Slädek, der Heraus« aeber.der„Närodni Lisch" Dr. Julius G.r t g r, der Redakteur und-. Axbeiterorganisatpr Jösef Baral. und andere in der Oeffentliöhkelt be« »I«»«i» larval Rechts hinten das Seminar, In dem sich die Rebellen verschanzt hatten Gedicht vom Wandkalender Von Joseph Roth In meiner Kindheit(und vielleicht nur in dem Land, In dem ich sie verlebt habe) gab eS eine besondere Art von Wandkalendern, an die ich mich jede? Jahr in den Wintermonaten erinnere, wie man sich an Weihnachtsbäume und Großmütter erinnert, an Bilderbücher und Bonbons, an alle Personen und Dinge, die einen Glanz, eine Süße und eine Wärme hatten und die in ein gläsernes Grab gesunken scheinen, immer noch sichtbar, aber tot, Reliquien der heiligen Kindheit.- Die Wandkalender bestanden, wie hie heutigen auch, aus einem dicken Bündel neuer, glänzender, schwarzer und roter Tage, über die wie ein Bühnenvorhang ein bunte? Blättchen gelegt war; darstellend einen Ast voll rotev Kirschen oder ein Büschel Veilchen, jeden« fallS immer ein blühendes Versprechen des neuen noch zugeklappten Jahres. DaS Bündel der vüo Tage steckte an einem ziemlich großen und breiten Pappdeckel» der die Wand, da? senkrechte Fundament war, auf dem sich daS neue Jahr zu erheben gedachte. Dieses harte Papier wär von »wem noch härteren Glanz überzogen, von einer lackierten Schicht, einer spiegelnden.gewölbten Oberfläche, in der sich die Sonne konzentrierte, wenn der Wandkalender gegenüber dem Fenster hing, und in der, wie eine ferne Erzählung vom Wetter, die Färbungen deS Himmels und der Luft zu lesen waren. Doch war diese Eigenschaft deS Glanzes nur eine angenehm sekundäre. Während das Wichtigste die gepreßte, erhabene Illustration auf dem Pappdeckel war, die, obwohl sie da? ganze Jahr naturgemäß nicht wechselte, dennoch nicht die gleiche zu bleiben schien und ihre Aktualität bis zum ersten Dezember bewahrte, zu welcher Zeit schon die Erlvartung deS neuen Kalender? das Bild auf dem alten gewohnt und gewöhnlich machte. WaS waren das für Illustrationen! Wie leuchteten die starken und einfachen Farben, Rot. Blau, Gold, Grün hochsommerlich mitten im Winter, von jener Kraft, hinter, der die Kraft der Phantasie zurückbleibt und von der die Träume dennoch befruchtet werden I Eine Fran, schwarz von Haar, das ein tiefroteS Kopftuch zur Hälfte bedeckte, mit roten Wangen und knallblauen Augen, mit einem Hals und einer Büste wie weißer, noch vom Master glänzender und In Sonne segelnder Schwan, mit schweren Zöpfen, die sich an der Brust zusammenfanden, wie von eine« koketten Wind hingelegt— solch eine Fran hielt mit beiden Armen-ein papierene? Körbchen, das schräg im Pappdeckel steckte, wie mit der Laubsäge gearbeitet schien und nicht? qtt einen Korb voll Weintrauben darstellte, saftiger, grüner und dunkelblauer, deren Farbe zwar an. Karbonpapier erinnern mochte, aber an ein Karbonpapier, das man nur in der Kistdheit kennt; da? eine Art Wunder bedeutet, weil- e? ferne Striche und Buchstaben fernen Blättern vermittelt und daS noch umständlicheren Schmutz erzeugt att ein Tintenstift. Welch eine Frau! Sie war offenbar vom Lande, eine Winzerin, ihre roten Lippen waren so weit geöffnet, daß man den siegreichen und gefährlichen Glanz ihrer Zähne sehen konnte. Obwohl sie aus Papier wqr und offensichtlich ohne Unterleib« schien sie dennoch im ganzen Zimmer einen merkwürdigen und erregenden Duft von Fleisch, Milch und Som»' merregen zu verbreiten, sie ivar-lebendig und mehr noch: eine Persönlichkeit, Vertreterin all^? Weiblichen und Irdischen.. Mit ihr verband'sch den Begriff deS„Heidnischen" und der Liebt zuerst,'und lange Jahre später, al? ich in'nach«" oarlichen Dörfern die Bauernmädchen suchte; trug Ich ein kindisches Verlangen nachjenerKa« lenderfrau und jedem röten Kopftuch, da? zwischen Grün auftauchte, entsprach ein kleine? rote» Feuer in meinem' Herzt«. Ja, heute noch lebt Ihr. 1 Beuge dich nicht I Halte dir Fahne fester Und trag' sie entgegen De« Licht. Ring» um Dich halt Brrderbe« Ernte mit blutigem Schnitt. Tief in den dampfende« Bode« Stoff Deine« trotzige« Schritt. Beuge Dich nicht! Wirf dem Sturm Dich Entgegen Und biet' ihm Dein Angesicht. Fällst D«— getroffen Boa Hiebe«— Stockt vor dem Ziele Dein Schritt: War es doch Borwärtsdringea Und Deine Fahne War mit. Beuge Dich nicht! Erloschene Kämpferangen Trage« ei« ewige» Licht. Hell an? dem brechende« Herze« Rauscht Kraft«och De« aader« zur Tat. Bist Du nicht Bolleaduug Gewese«— Warst D« doch Heilige Saat. Erna Haberzettl. kannte Männer.»Last du e? geschrieben oder nicht?" herrschte ihn Dr. Grtgr an, ihm ein Schriftstück vor Augen haltend.„Ja, ich habe e» geschrieben", gab Sabina kaltblütig zur Antwort. „Und diese Polizeiberichte auch?"„Ja, auch." „Du warst also mit der Polizei att ihr Konfident, att Geheimagent in Verbindung, du hast unter dem Decknamen Roman der Polizei berichtet und wurdest von ihr dafür bezahlt?!" .Ha, ich gestehe alle» ein, aber ich tat e» nur deshalb, weil man mich mit meiner Familie hungern ließ, weil ich trotz aller schriftstellerische« Arbeit nicht soviel verdienen konnte, um leben zw' können. Vor zehn Jahren, att ich erkrankte,«ahm sich meiner niemand, an und ich bat alle vergeblich' um Hilfe. E» ging mir ärger att.einem Bettler. Da traf ich zufällig einen bekannten. Polizeibeamten, welcher erschrak, att er mich sghj Ich erzählte ihm von meiner Not und da sägte er: »Hörxn Sie zu, Sabina! Wenn alle Sie verlassen haben»,versuchen Sie selbst, da? Leben zu retten. Wir würden von Wien über Veranlassung der türkischen Regierung aufgefordert, einen Po« lizelbericht über bulgarische Studenten in Prag zu liefern. Schreiben Sie un» etwa» darüber, möge e? sein, wa» e» wolle! Die Polizeidirektton wird e» Ihnen honorieren.— In meiner Bedrängnis willigte ich ein und seitdem konnte ich mich nicht mehr von der Polizei loSlösen. Diese Berichte wären meine einzige sichere Geldquelle. Auch später wollte mir ja niemand helfen." Die Anwesenden horchten gespannt diesen Worten. Dr. Grögr aber sprach schroff:„Nach all dem bist du in der tschechischen Gesellschaft unmöglich geworden; Du hast die Wahl: Entweder wanderst du binnen acht Tagen au» und meldest un? telegraphisch deine Ankunft im AuSlande oder du wirst in allen Zeitungen öffentlich al? Polizeiagent gebrandmarkt werden!" Sabina war durch da? Urteil de? nationalen Gericht» ganz erschüttert und versuchte sich vergeblich durch die Ausrede zu retten, er hätte seit zehn Jahren der Polizei keinen Bericht mehr erstattet. Auf seine Einwendung^ er habe kein Geld für die Reise, wurden, ihm von Dr. Grögr hundert Gulden gegeben. Sabina reiste nach Dresden, wo er aber nach einigen Tagen in Wiener Blättern la?, daß die Prager Zeitungen ungeachtet de? Versprechen? des nationalen Gericht» über ihn al» Voll»« in d«m von Skepsis verschont gebliebenen Teil meister'Seele die Sehnsucht nach dem schwarzen Mädchen— und obwohl ich das kurze Haar der Frauen.liebe, kann ich an die Zöpfe nicht ohne Wehmut denken. Und jede? Jahr kam eine andere Frau. ES kamen Wandkalender mit sentimentalen zarten blonden Feen, mit halbwüchstgest Backfischen, die an Schokolade erinnern, mit Feen, die Kränze im Häar trugen. Und jede Frau versank bi» zur Brust im Körbchen, daS, wie. ick später einmal erfuhr, dazu dienen sollte, Briefe aufzubewahren, in den; ich aber gefundene Haarnadeln gerne verbarg. Aber so weit ich mich heute erinnere^ wurden die Wandkalender immer sachlicher, nach den blassen Frauen kamen nur noch Firmeninschriften, e» scheint, daß sich die Phan« taste der Kalenderfabrikanten allmählich erschöpft^ oder-daß-sie die Erfahrung, gemacht hatten, daß die Reklame wirksamer sei, wenn kein Bild von ihr ablenkte. Vielleicht»aber gab es diese Kalender auch später noch,..nur ich. sah sie nicht, weil ich inzwischen so groß geworden war, daß ich die Nägel überragte, an denen, die Kalender hingen. Denn wir wgchsen über unsere alten Freunde hinaus, andern entgegen» die so hoch hängen, daß wir sie nie'erretchtn. Mr. 1 berräter und Polizeispißel geschrieben hatten. Sofort sandte er einen entrüsteten Brief nach Prag und im Herbst kehrte er in die Heimat zus rid. Er gab eine Verteidigungsschrift heraus und trachtete seine Unschuld nachzuweisen. Von allen gemieden und verachtet, lebte er in grenzenlosem Elend und ging nur verkleidet, mit schwarzer Brille, auf die Gasse. Als er am 9. November 1877 gestorben war, geleiteten ihn zum Grabe nur einige Studenten und ein paar sozialdemo fratische Arbeiter. Der Arbeiterführer J. St. Santa hielt eine Rede, in welcher er betonte, daß Sabina die Arbeiterbewegung, welche er gut fannte, niemals verraten hatte. Karel Sabina hat sich in zahlreichen Artifeln mit der Arbeiterfrage und dem Sozialismus befaßt. Der intelligente Proletarier hatte sich gur Arbeiterschaft hingezogen gefühlt und verfchrte viel in ihren Kreisen. Von seinen sozialistischen Arbeiten sind am bedeutendsten das Werk ,, Der geistige Kommunismus", die Auffäße„ Der heus. tige Stand des Sozialismus", Versuche funda mentaler Gesellschaftsreformen", Meditationen. nach der Arbeit" u. a. m. Er schrieb einen zweibändigen sozialen Roman In der Wüste" und zahlreiche andere Romane und Erzählungen. Für Smetana verfaßte er das Libretto zur Verkauften Braut". Bis zum Kriegsende war es unentschieden, ob er tatsächlich Geheimagent war. Jetzt, wo die Polizeiarchive durchforscht worden sind, ist seine Schuld einwandfrei erwiesen. Seine Herkunft ist in ein Dunkel gehüllt. Er wurde am 29. Dezember 1813 in Prag als uneheliches Kind geboren und in der Familie eines Bauarbeiters, der gleichzeitig Hausmeister war, aufgezogen. Der Literaturhistoriker Universitätsprofessor Dr. Miloslav set gab jetzt im Verlage Fr. Borový Erinnerungen von Karel Sa bina( ,, Vzpomínky") heraus, welche besonders burch die Schilderung des Verhältnisses deutscher Schriftsteller im Vormära zur tschechischen Gesell schaft interessant sind. Sabina schreibt, daß dic Hschechische Literatur in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts die Beachtung der Prager Epigenen erivedte. Die Lorbeeren der jungen tschechischen Bersemacher und Novellisten gaben den deutschen Epigonen in Prag feine Ruhe. Sie wurden von der Prager deutschen Gesellschaft nicht in der Weise geachtet, wie die tschechischen Schriftsteller von der tschechischen." Sie betätig ten sich zumeist als Berichterstatter deutscher Blät ter über das tschechische Leben. Samstag, 1. Jänner 1938 Bilanz de Jahres Japan in China Tote, Tote, nichts als Tote Der Friedensengel Hoffentlich bleibt die Taube schwerer als die Kanone I SOLL HABEN Der Völkerbund Nächstes Jahr wird sie schon besser sein 0+ 0= 0 Ein mageres Ergebnis Wie soll er davon noch die Anzahl der Affairen abziehen? geben. Als eine besondere Neuerung wurde eingeführt: die Aktionäre erhielten, nachdem sie fid ehrenwörtlich zum Stillschweigen verpflichte: haben, nur mündliche Aufklärung über die Neu bauten. Am Bahnhof hatte ich eine Frau nach Daimler- Benz gefragt. Sie begleitete mich. Ihr Mann arbeitete auch bei Daimler. Ich fragte sie, ob es nun besser geworden ist. Seite 9 wie wir Ihren prima Wagen herstellen? Bitte sehr, tommen Sie! Sabina befaßt sich weiter mit den deutschen Journalisten Ludwig Reland( Loehner), Quido Polz. Fr. Werner und besonders mit dem Novellisten Fridolin, eigentlich Ferdinand Graf von Schirnding, Autor des Werkes Böhmens Bus funft". Morik Hartmann erwog, wie Sabina bes hauptet. eine Zeitlang, ob er nicht ganz in das tschechische Lager übergehen solle. Er war der Starler loẞsohn( Herlos), welcher in tschechischen Sprache vollfommen mächtig. TicheLeipzig lebte, hatte die größte Freude, wenn er dische Gedichte veröffentlichten in den„ Světh" die O ja", fagte fie, es ist besser geworden, in einem Gasthaus mit einein Landsmann tsche- teutschen Dichter Friedr. Bach, L. A. Frankl und vorläufig ist es besser. Mein Mann war jahredisch sprechen fonnte. Er prophezeite der tschechi Franz Bvlřin von Ruhwald. Bach glaubte an lang arbeitslos. Jert hat er Arbeit. Er arbeitet von schen Sache die schönste Zukunft und forderte die die Möglichkeit der Zusammenarbeit der tschechiscaar Sonntag. Er ist bei den Striegswagen, Tort Tschechen auf, von der Politik niemals abzuschen und deutschen Literatur ebenso wie einst schaffen sie 50 bis 52 Stunden die Woche. lind Lassen. In seiner Beitschrift„ Der Komet" ver- Goethe, welcher sich sehr lobenswert über Böher befommt für die Stunde eine Mart. Jeb: öffentlichte er tschechenfreundliche Artikel. Der men geäußert hatte und erwähnte, daß hier beide tönnen wir uns wenigstens satt eſſen. Wir haben tschechischen Sache sehr gewogen war auch der Rationen in einer und derselben Richtung arbei lange Jahre gehungert." junge deutsche Schriftsteller Julius Seidlik ten und fortschreiten, was aur Einigung und welcher viel in tschechischer Gesellschaft verkehrte Aufflärung führen müsse. und zahlreiche sympathische Artifel über sie für beutsche Blätter schrieb. Sein Roman ,, Böhmen bor 400 Jahren" wurde ins Tschechische übersetzt. Für seine Zeitschrift..Der Planet" schrieb an geblich N.. Mácha einen Artikel über tschechische Dichtung. Dieses Blatt konnte jedoch, wie Prof. Shsek bemerkt, nirgendswvo eruiert werden. Rudolf Jllovh. Autos! Autos! Unter- Türckheim ( Es gibt natürlich auch so manches, was man nicht zeigen will. Dafür hat man eigens eine Fabrit in Brandenburg an der Havel gebaut.) Aber wir sind in Rüsselsheim! Vor dem Bahnhof reihen sich eng und großstädtisch die Autos aus allen Teilen Deutschlands neben einander. Die Auto- Begeisterten statten Opel einen Besuch ab. Die Frau seufzt: Wie lange kann das so weiter gehen?" So ist die allgemeine Stimmung in UnterTürckheim, einem Städtchen, das eigentlich zu Stuttgart gehört. Man lann leicht und ganz auf amerikanische Art in die Fabrik tommen. Jeden Tag um neun Uhr früh und um ein Uhr mittags werden Füh rungen durch die Werkstätten veranstaltet. Man muß sich nur verpflichten, feinerlei Entschädigungsansprüche zu stellen, sollte man veruns glüden und feinen Versuch zu machen, mit den Werksangehörigen zu sprechen. Der Führer bringt die Besichtigungskaras wane in die Werkstätten. Man könnte gar nicht mit den Arbeitern sprechen. Das sind jetzt kaunt noch lebendige Menschen. Sie sind Teile der Maschinen. Sie sind Hebel, Dreher, Presser. Rasselnd auf schweren Ketten kommen die Automobile auf sie zu. Wir können zusehen, wie die Wagen zusammengelegt werden. Wunderbar, wie in einem Tridfilm. Alle drei Minuten entſteht ein Auto, erklärt uns der Führer. ,, Der Generaldirektor bekommt jeden Tag ein neues Auto, er fährt es selbst, und kontrol liert so die tägliche Produktion." Die ganze Karawane denkt: Auch Generaldirektoren haben ihre Sorgen. Und das alles für den Kunden. Jeder Besichtiger fühlt sich als Kunde. Vielleicht werde ich mir auch mal so einen Wagen faufen ,. so einen, der gerade hier vor meinen Augen zusammengelegt wird." Der Opel- Führer bereitet vor uns Zahlen aus, die die Zuhörer maßlos erstaunen. Welch ein Aufschwung, welch ein Fortschritt! Und das ist sicher erst der bescheidene Anfang. Es wird noch viel wundervoller kommen. Schon im Jahre 1935 wurden hier in Rüsselsheim, hier bei Opel, so viele Autos hergestellt wie 1927 in der Zeit des Aufschwungs in ganz Deutschland. Es waren Hunderttausend. Aber im Jahre 1936 verließen 120.000 frisch von den Opels. Und in 1987, das bisherige Ergebnis befließenden Bändern hinweg die Fabrittore weist es, werden es noch viel mehr sein. Keine Autofabrit in ganz Europa fann sich mit solchem Ergebnis messen. Und was alles Opel in Rüssels sentschmiede, ein zweites Kraftwert, einen vers heim nicht baut! Einen Industriehafen, eine Gegrößerten Erport- Verladebahnhof. ,, Deutschland in der Welt voran", ruft ein Begeisterter. Der Opel- Führer ist wie alle Führer schlau genug. nur das Günstige au sagen. 20.000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt Opel. 83.000 Arbeiter und Angestellte waren im Jahre 1927 in der Auto- Industrie Deutschlande tätig. 83.000 Menschen stellten im Jahre 1927 100.000 Autos her. Im Jahre 1936 genügten 20.000 für die Herstellung von 120.000 Wagen. Und doch waren schon die Jahre 1927/28 die Jahre der schroffsten Rationalisierung. Erbar mungslos wurden die fleinen Unternehmungen zur Strede gebracht. Die 83.000 Arbeiter stell ten mehr als dreimal soviel Autos her, als 55.000 Arbeiter im Jahre 1926. Aber die neue Nationalisierungswelle ist noch keineswegs abge160.000 Autos herstellen, so hofft Opel. ebbt. In zwei Jahren werden 20.000 Arbeiter ,, Die neuen Maschinen gestatten den Arbeitern eine viel schnellere Handhabung", erklärte der Führer. Das Fließband läuft immer schneller. Wir müssen bald doppelt so viel Achsen drehen wie früher." Das sagen die Arbeiter. Sie sagen es natürlich nicht jetzt, da sie am Fließband stehen und besichtigt werden. Bei Opel machen sich die revolutionären Arbeiter bemerkbar, auch wenn die Werkpolizei ständig größer wird. Man versucht auch in der sogenannten Werk- Hochschule, die die Arbeiter In das Fabrikgelände, das wie eine Stadt besuchen müssen, wenn sie vorwärts kommen ist hinter den Mauern mit Straßen, die Schmiede, wollen, durch Vorträge über Raſſe, nationalSteffel, Starosserie- Straße und ähnlich heißen. sozialistische Erblehre und ähnliches die Hirne zu darf kein Fremder. Das heißt, hinein dürfte man benebeln. Aber trotzdem tauchen immer wieder im schon, aber nicht hinaus, wenn man nicht über Betrieb Flugblätter auf, die die Lügenhaftigkeit einen Ausweis der Direktion verfügt. Und doch der Volls- und Werksgemeinschaft entlarven: die ist Daimler- Benz eine harmloſe Autofabrik. Auch phantastischen Gewinne( im Jahre 1936 allein die Arbeiter können die Fabrik nur mit ihrem Ausweis, auf dem ihr Arbeitsplatz und der Weg zu ihm aufgezeichnet ist.. verlassen. " Was ist denn das, die Kriegswagen." „ Ach, das wissen wir gar nicht so genau. Man nennt sie so. Sie machen da auch die Untergestellwagen für Maschinengewehre und für Kanonen. Die bauen auch Tants. Ob es zum Krieg tommen wird? Man spricht ja so viel davon. Dann würde man wieder hungern, und die Männer würden totgeschossen. Wozu bauen sie so viel Kriegswagen, wenn es feinen Krieg geben soll. Eine der Geburtsstätten des Autos ist Cann Früher, so um 1932, da waren kaum 4000 beDer deutsche Dichter Friedrich von Salstadt. Hier saßen zwei Phantasten, Daimler und beschäftigt, jett arbeiten 8000. 1930 da war Yet lam im Jahre 1838 nach Prag. Er wollte Maybach, in ihren Versuchswertſtätten für Auto- es freilich viel besser als jeßt. Damals verdiente nicht nur die Hauptstadt des Landes, über deren mobile und experimentierten mit der Konstruk- mein Mann eine Mark 25 die Stunde, und er Lage und Denkwürdigkeiten er soviel gehört tion eines Benzinmotors, die die Grundlage der kam nichts müde und abgehetzt nach Hause. Sie Eatte, fennen lernen, sondern sich auch überzeus Automobilin ustrie werden sollte. Gleichzeitig haben jebt ein sehr scharfes Tempo im Betrieb." gen, was es eigentlich mit der neuen Literatur opferte der leichtsinnige Träumer Karl Friedrich" Ja, ja, gute Frau, bei Daimler- Benz stel und wiedererwedten Nation für eine Bewandtnis Benz einen großen Teil seines Vermögens, um len die doppelt so vielen Arbeiter viereinhalbmal hatte. Sallet war, wie Sabina bemerkt, zwar die Entwicklung der schnellaufenden Verbren mehr Autos her als im Jahre 1932." nationaler Deutscher, aber dabei auch Kosmo- nungsmotore zu fördern. Die Industrie, die polit, der an die Wiedergeburt aller Nationen Sachverständigen lächelten über die halsbrecheriund an die fünftige republikanische Verfassung schen unmöglichen Versuche dieser Neuerer. aller europäischen Länder glaubte. Anfangs ge= In unmittelbarer Nähe Cannstadts, in Unterfiel ihm das Tschechische in Prag nicht und er Türdheim, erheben sich die mächtigen Werte der verlangte im Interesse des mitteleuropäischen Eroberer Daimler und Benz. Neben dem Werk Fortschrittes die Verschmelzung der tschechischen wurde das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen Nation mit der deutschen, schließlich aber forderte und Kraftzeugmotore errichtet. Wie lächerlich er die tschechischen Patrioten auf, ihre Arbeit würde daneben sein primitiver Vorläufer wirken. fortzuseßen. Bergeßt nicht", fagte Sallet in Wie anders waren aber auch die Probleme der Prag, daß die Zukunft nur der Partei gehört. Vergangenheit. Heute stellt die Technit andere welche sich entschieden freisinnig und als Aufgaben. Man will zum Beispiel im ForschungsKämpferin für die allgemeine Stultur erweisen institut für Straftfahrivesen die geräuschlosen Mowird." Nach Prag fam in den dreißiger Jahren tore erfinden. Welche Umwälzung, nicht unbeauch der damals viel gelesene deutsche Roman deutender als die Erfindung der Daimler- Benz schriftsteller Karl Spindler, um hier Stu- wäre es: der Welt die geräuschlosen Motore zu dien zu seinem Roman aus der Zeit Rudolf II. präsentieren. Das heißt, man würde sich hüten, zu machen. Sabina tam mit ihm auf dem Laufie ihr einfach vorzusetzen. Man würde sie im renziberg zusammen und hörte dort seine Ansicht. Gegenteil geheimhalten als ungeahnte Ueberras daß die tschechische Literatur nur aus der vater- schung. Als Ueberraschung für den Krieg natürländischen Geschichte und aus der Eigenart des lich, nicht für den Frieden. Für die Allgemeinheit Boltslebens schöpfen solle. wäre sie nicht so wichtig wie die Erfindung der Von Prager deutschen Autoren erwähnt Daimler- Benz. Aber militärisch wäre sie von Sabina außer Ebert, dem er vorwirft, daß er größter Bedeutung. Man stelle sich vor: lautlose mit der einen Hand das Epos ,, Wlasta" und mit Flugzeuge. Schußlos wäre der Feind ihren Giftder anderen das antitschechische Pamphlet Böhaasen, ihren Bomben ausgeliefert. Die Träume. mische Stolatschen" geschrieben hat, W. A. die Sehnsüchte, die Erfindungen des Kapitalismus, Gerle und ffoorn. Gerle, Lehrer, am der seine Todesstunde nahen fühlt und fürchtet. Sronservatorium, gehörte der Vergangenheit, find anders als die feiner noch kraftstroßenden Horn der Zukunft an. Horn verehrte Schiller, Jugend. Seine, Boerne und Lenau. Beide schrieben zu- Von dieser Todesangst profitiert Unter- Türd sammen ein preisgekröntes Lustspiel..Die Borsheim, profitiert das Wert. Die Rüstung hat auch Ich sah beim Schichtwechsel die Tausende von Arbeitern herausströmen. Die Torhüter fontrollierten gewissenhaft die Ausweise. Ich sah keine ausgestreckten Arme. Ich hörte feinen HitlerGruß. Mahlzeit", grüßen die Arbeiter. " Vorläufig", sagen sie, wenn sie von ihrem Leben erzählen. " wurden 66 Millionen Reichsmark abgeschrieben) und die niedrigen Löhne bei schärfſter Antreibearbeit. Bei jedem Schichtwechsel werden von der Werkpolizei die Klosetts, die Waschräume, die Heizkörver, die Maschinen durchsucht. Oft werden die Frühstückspakete einer strengen Prüfung unterworfen. Man durchstöbert die Kleidungsstücke der Arbeiter. Aber das nüßt nichts. Die Arbeiter sind nicht zufrieden. Ich zum Beispiel: 1930 verdiente ich die Stunde Mt. 1.40, Heute be Vorläufig verdient man nicht schlecht.". fomme ich eine Mart, aber die Abzüge sind viel „ Borläufig hat man noch Arbeit"," Vorläufig größer. Es bleiben mir keine achtzig Pfennige. braucht man nicht zu hungern". Vorläufig! Tas Und die Preise werden immer höher. Meine Frau Leben auf dem Bulkan ist provisorisch. Die jammert jeden Tag. Und wie mir ergeht es auch Striegswagen" geben Brot, aber sie weden auch ben anderen Stollegen. Nein, zufrieden sind die die Angst. Was wird geschehen, wenn sie sich in Arbeiter nicht." Bewegung seßen? Rüsselsheim Josef Hofbauer: M. L. Rüsselsheim ist ein Miniatur- Detroit. Vor mundschaft". Gerle, Sohn eines Prager Buch hier belebend auf den kranken Organismus des drankfurts Foren. Daimler- Benz iſt müDorf in Scherben geheimnisvoll verschlossen. Rüsselsheim ist offen. händlers, konnte tschechisch und der aus Traus riesigen Unternehmens gewirkt. tenau stammende Uffo Horn fonnte es sogar 66 Millionen Reichsmart wurden in den lez Es geht zu wie bei Ford. Hereinspaziert die ebenso gut wie feine tschechischen Stoflegen. Horn ten zwei Jahren für Neuanlagen ausgegeben. Was Herrschaften! Die Speisen werden im Schau betrachtete die tschechische nationale Bewegung diese Neuanlagen sind, verschweigen diskret die fenster zubereitet. Ist unsere Suppe nicht appefehr sympathisch und war Kosmopolit und Jahresberichte; es wurden an die Aktionäre nicht titlich? Treten Sie näher, fosten Sie! Wollen Republitaner einmal vertrauliche schriftliche Mitteilungen ge- Sie ein Auto kaufen? Wünschen Sie zuzusehen, Preis fart. Kč 32.-, geb. Kč 38.-. Zu bezieher durch die Zentralstelle ür das Bildungswesen in Brag XII, Cleffa 13/ V. Seite 10 Samstag, 1. Jänner 1938 Nr. 1 Deutsche Emigranten vor 400 Jahren II. Die Hutterschen Brüder Die Wiedertäufer aus der Schweiz und aus Süddeutschland, die seit 1526 nach Mähren emigrierten und sich unter dem Schuß Leonhard von Lichtensteins in und um Nikolsburg nieder Tießzen, haben sich dort fast ein Jahrhundert bis zur Schlacht am Weißen Berge gehalten. | Vermögen", nach Alter, Geschlecht, Arbeitsweise dert Jahre später die russische Regierung die und Gesundheit zuzuteilen, und die gemeinsame Vorrechte der..Butterschen" aufhob, wanderten Kindererziehung, die von ihren katholischen sie 1874 nach Nordamerika. Im Staate Süd Gegnern als Greuel gebrandmarkt wurde, scheint Dakota errichteten sie drei Brüderhöfe, die sich die besten Erfolge gehabt zu haben. Selbst bald vermehrten. Heute haben die Hutterian Andersgläubige schidten damals ihre Kinder in Brethren" dreißig Höfe mit dreitausend Bewohdie berühmten Wiedertäuferschulen, und Amme nern, zum größten Teil in Kanada, wohin die oder Kindswärterinnen aus den Wiedertäufer. Brüder im Weltkriege wanderten, um dem gemeinden waren wegen ihrer Erfahrenheit sch: Striegsdienst zu entgehen. Noch immer sprechen begehrt bei den wohlhabenden Familien in Mäh, die Hutterian Brethren" untereinander deutsch, singen die Lieder und lesen die Schriften des 16. Jahrhunderts und sind nach vierhundert Jahren Emigration von Land zu Land ihren Ursprüngen in Sprache, Glaube und Sitte treu geblieben. Eine Schulordnung der mährischen Wieder. täufer aus dem Jahre 1568 beweist mit ihren peinlichen Gesundheits- und verständnisvollen Erziehungsregeln( die denen des großen Pädas gogen der Böhmischen Brüder, Komenský, ähneln), daß für die damalige Zeit diese Schulen vorbildlich, ja erstaunlich fortschrittlich waren. In der Zucht der Kinder", beißt es da ,,, bedar es großen Aufmerkens und eines rechten Unters schieds: das eine läßt sich mit Freundlichkeit ziehen, das andere wird mit Gaben gewonnen, ein drittes erfordert strengere Zucht". Auch der Gedanke der Arbeitsschule wurde von den Täu fern, die ja zum größten Teil Bauern und Hand: werker waren und als einzige Gelehrte Prediger und Aerzte hatten, schon verwirklicht. Die ersten, die gekommen waren, waren Süddeutsche. Eine Gemeinde ließ sich in Pergen bei Nikolsburg nieder, ein ,, Volt", das spären. ter fam( und sich nach seinem Führer Gabriel Ascherham Gabrieler" nannte), siedelte fich in Rossig an, ein Teil von ihnen( die„ Philipper" unter Führung Philipp Pleners) wanderten nach Auspis weiter, wohin auch der Baseler Begrün der der Wiedertäufer, Reublin, tam. In der ersten Zeit herrschte unter den Brüdern wenig Einigkeit. Der Streit zwischen der radikalen Richtung Hans Huts, der jeden Dienst für die Obrigkeit verweigerte, und der gemäßigten Rich tung Hubmaiers dauerte auch nach dem Mär tyrertode der beiden Führer an, und Leonhard von Lichtenstein, der Schußherr der mährischen Täufer, entschloß sich 1528 zur Ausweisung der Radikalen. Zweihundert Erwachsene zogen weis ter, nach Austerliß, wo sie Herr von Semih in Als Arbeiter erfreuten sich die mährischen seinen Schutz nahm. Bevor die Radikalen auss zogen, berichtet Bed in den„ Geschichtsbüchern Täufer hohen Ansehens: jie galten als Meister der mährischen Wiedertäufer"( die neben Lo- der Pferdezucht, der Müllerei und Brauerei, des serths Wert..Der Kommunismus der Wieder Messerschmiedens und Dichvebens. Oft wurde täufer in Mähren" die wichtigste Darstellung einer von ihnen auch von Privatunternehmern. dieser historischen Episode find), haben diese als Müller etwa, angestellt, aber auch als Guts Männer einen Mantel vor dem Volf niederverwalter waren sie begehrt, weil sie in ihren gebreitet, und jedermann hat sein Vermögen dar Gemeinden Wirtschaftsorganisation gelernt hat gelegt, mit willigem Gemüt, ungezwungen und ten, und einer von ihren Aerzten, Georg Zobel, umgedrungen, zur Unterhaltung der Dürftigen, soll jogar um 1600 zweimal zum Kaiser nad; nach der Lehre der Propheten und Apostel." Wien gerufen worden sein. Austerlitz wurde also der Sitz der strengen Kommunisten unter den Täufern, deren Radikaliss mus aber immer wieder zu Spaltungen führte. Es gab viele Ausschlüsse aus der Gemeinde, weil die einen die anderen bezichtigten, unredlich geteilt zu haben, und sogar Neublin, der Begründer der Wiedertäuferei, wurde schließlich als ..lügenhafter, tüdischer, untreuer Amanias" aus geschlossen, weil er angeblich aus Deutschland erhaltenes Geld nicht abgeliefert hatte. Dort, in Deutschland, dauerten unterdessen die Verfolgungen der Wiedertäufer an und ers reichten 1529 mit dem Reichstagsabschied von Speyer, der die Zugehörigkeit zur Wiedertäuferei mit dem Tode bedrohte, ihren Höhepunkt. Ein neuer Strom von Emigranten ergo sich nach Mähren, viele Flüchtlinge tamen aus Tirol, und der Führer der Tiroler, Jalob Sutter, der fich in Austerlik niederlief, wurde zum Neus Organiſator der mährischen Wiedertänser, deren Zahl damals schon etwa 4000 betrug. Hilfe! Helfen! Wir müssen helfen, eh es zu spät ist!" Zündend brang das Wort in die Herzen aller. Vielleicht vielleicht waren sie noch a retten! Und sie gingen los. Nicht nur jene, deren Männer und Söhne in jenem Unglücksschacht ges fangen waren, lebendja oder tot, nicht nur die auch die anderen alle. Sie tamen aus den Häusern und Gärtchen, die jungen Mädchen, die Frauen, die alten Mütter. In fliegender Gile schlangen fie Tücher um ihre Schultern, griffen Spaten auf und zogen zum Bergwerk. Viele waren darunter, die im langen Leben einander meiden gelernt, viele, zwischen denen noch vor wenigen Minuten ein böses Wort stand, Neid oder noch Aergeres. Aber wie sie so, gegen den falten Wind ankämpfend, mit wehenden Haaren und flatternden Tüchern vorwärts eilten, verflo alles, was sie getrennt hatte, aus ihren Herzen. Einig waren sie, nur einen Wunsch hatten sie: Hilfe zu bringen. Mit großen erstaunten Augen sahen die fieberhaft arbeitenden Männer die Armee der Frauen nahen.. Aber sie fragten nicht viel, denn hier ging es um Menschenleben! Und in der jezt folgenden Stunde leisteten diese Frauen mit ihren schwachen Armen, die Spaten und Haden führend, Männerarbeit. Sie sprachen nicht, flagten nicht und sie weinten nidit... Als die Rettungsmannschaften in ihren großen Automobilen angefahren famen, war der größte Teil der Arbeit bereits getan. Man konnte sich mit den Eingeschlossenen schon durch Klopfzeichen verständigen. Eine dünne Wand aus Granit mußte noch gesprengt werden. Dann ent schied sich, ob es Verluste gegeben oder keine. In einem dichten Säuflein standen die Frauen en beisammen, mit schmierigen, zerschundenen Hän den, zerrissenen Kleidern und rußigen Gesichtern. Nur ihre Augen leuchteten unter ihrem wirren Haar und die Bergleute seufzten auf, wenn ſie in diese Augen sahen. Da erschütterte ein Dröhnen die Luft, ein Windstof; wirbelte schwarzen Kohlenstaub himmelwärts und die Rettungss mannschaften liefen bereits auf das Sprengloch zu. Bitternd und leicht vorgeneigt standen die Frauen. Dort kamen die ersten heraus, wankend und ermattet. Schweigend standen die Frauen und lauschten. Und da tam ein Ruf von den Lipben eines der Geretteten und pflanzte sich fort und lang hell und laut zu den Frauen hinüber: Alle am Leben!" In Mähren aber, wo die Wiedertäufer einst ihre Blütezeit erlebten, erinnern nur noch Namen wie Brüderhof" oder Feldbezeichnun gen wie Toufarité" an sie. Hingegen haben sich in der Slowakei, wo die Wiedertäufer erit im 18. Jahrhundert unterdrückt wurden, noch lebendige Reste von ihnen erhalten. Erst fürzlich hat Dr. Franz J. Beranek in der Zeitschrift Boltsdienst" einen Artikel über die Wiedertäufer in der Slowakei veröffentlicht und darauf hingewiesen, daß in Sobotischt( Sobotiště), St. Johann an der March( Moravský Sv. Jan) und Groß- Schüßen( Velté Leváré) sich noch heute Havanerhöfe" befinden, die eigene Berwaltung und Gemeindebejiz haben. Man hat den Hutter schen Brüdern, als sie von Maria Theresia zur Annahme des Katholizismus gezwungen wurden, in der Slowakei eine gewisse wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit belassen. Ihre Habas nerhöfe liegen am Rande der Ortschaften, rings um einen Plaz stehen die Häuser, geschlossene Siedlungen also, die äußerlich noch bis heute ihre alte Eigenart bewahrt haben. Aber die Jesuiten Die Wiedertäufergemeinden entvidelten| baben den Hutterischen seinerzeit ihre alten sich immer mehr zu einer großen Produktions Bücher weggenommen, und die Wirtschaftsart und Konsumgenossenschaft, die verschiedenen Be- der alten Brüdergemeinden ist in der Zeit der triebe der Brüder verkauften einander ihre modernen Technik rückständig geworden. Die Waren, die Rohstoffe wurden von Einkäufern Sabaner in der Slowakei sind zumeist Messer besorgt, die Endprodukte auf gemeinsame Nech- schmiede, Schuhmacher und Schneider, aber nung verkauft. Wie überlegen diese Wirt ihr alter Ruf ist längst dahin. Ja, sie selbst schaftsform schon damals dem kleinen Handwerk wissen kaum noch viel von ihrer Vergangenheit. war, geht aus den Beschwerden der städtischen Noch nennen sie sich zwar Brüder, und as alte Handwerker gegen die Wiedertäufer hervor, von Wiedertäufer- Deutsch des 16. Jahrhunderts deren Arbeit aber die adeligen Herren folche wird noch immer in der alten Stapelle von GroßNußen hatten, daß sie alle Proteste zurüdwiesen. Schüßen bei den fatholischen Gottesdiensten ges sprochen. In Sobotischt und St. Johann aber sprechen die Habaner flowatisch, in Groß, Schüßen sprechen die Welteren noch deutsch, die Kinder schon nicht mehr. Dr. Beranet berichtet. daß im Sommer dieses Jahres hutterische PreDarf ein Ramel eine Wohnung haben? Der diger aus Nordamerika die Brüder in der. Slo- tunesische Bürger Ben Moltar hat auf der Weltwakei besucht und ihnen die Auswanderung nach ausstellung ausgezeichnete Geschäfte gemacht. Er fein Berſtändnis fandom, er fint the angebot iſt nämlich aus Tunis mit ſeinem Kamel her. der übergekommen und hat im Vergnügungspart wiedertäuferischen Emigration auf dem Boden groß und Klein das Schiff der Wüste besteigen der heutigen Tschechoslowakei ſcheinen ihrem lassen und herumgeführt. Er hat viele blanke Untergang entgegen zu gehen. Fünf- Francs- Stücke dafür eingenommen und bes schlossen, daß er auch im nächsten Jahr bei der Wiedereröffnung der Weltausstellung dieses ein. Es wäre gut, sie davor zu bewahren. Denn sie find lebendige Erinnerungen an eine inter: essante Vergangenheit. Sie lenten unseren Blix auf die Tatsache, daß der Untergang der böhmischen Freiheit auf dem Weißen Berge nicht nur Tschechen, sondern auch Deutsche getroffen hat, Der große Schlag gegen die Butterſchen" erfolgte vom Hause Habsburg nach der Nieder werfung des böhmiſchen Adels in der Schlacht am Weißen Berge. 1622 erließ im Auftrag. Ferdinands II. der Kardinal Dietrichstein ein Patent, durch das alle Angehörigen der Sutter schen Brüderschaft binnen vier Wochen bei Androhung der de ferläufer austen weichen. sen wurden. Die mußten fanden. Sutter führte die strengste Gütergemein Der geschlagene Adel lonnte ihnen leinen Schuz schaft durch. Jeder, der einer Gemeinde beitrat, mehr bieten. Ein Teil der Brüder nahm den hatte ihr all seinen Besitz für immer zu über- fatholischen Glauben an, der größere Teil aber geben. Der Obrigkeit zu gehorchen war nur in entschloß sich zur Auswanderung über die ungajenen Fällen erlaubt, in denen das christliche Gerische Grenze, wobei viele Brüder ums Leben wissen es guthieß. Kriegssteuern" und Hen tamen. Manche Auswanderer fanden Zuflucht fersgeld sollten die Täufer nicht zahlen. Die in der Slowakei, wo schon einige von Böhmen Verfassung ihrer Gemeinden was demokratisch), aus gegründete Haushaben" bestanden, viele beruhte auf Gleichheit und freier Wahl. Es gezogen weiter nach Siebenbürgen, wo Bethlen lang Sutter, die mährischen Wiedertäufer auf Gabor ihnen Asyl gewährte. Ein Jahrhundert und während die Böhmischen Brüder damals diese Grundsäge zu einigen, und als 1535 nah später, unter Maria Theresia, wurde der Wie- nach Deutschland emigrierten, mußten die deut dem Fall der deutschen Wiedertäufer in Münster dertäuferei auch in Ungarn ein Ende gemacht. fchen, hutterischen" Brüder ihren Leidenswes die Verfolgungen bis nach Mähren drangen, er Die Jesuiten tauften die..Habaner", wie man nach dem Osten antreten. Viele freilich blieben wies sich die dortige Organisation als so fest, die Brüder nach ihren Haushaben genannt hatt?. in Mähren, wo sie ein Jahrhundert lang seizdaß sie auch das Härteste überstand. Die Standhaften unter ihnen, die nicht katholisch haft waren, und so mancher Sudetendeutsche Jakob Hutter, gegen den ein Haftbefehl werden wollten, mußten aufs neue auswandern. würde heute, wenn er seinen Ahnen nachforscht, erlassen war, mußte fliehen, er wandte sich nach Sie zogen nach Südrußland, wo sie von Kathas feststellen, daß sie Emigranten waren, Emigran seiner Heimat Tirol, wo er in Klausen im Norina der Großen unter Zusicherung der Militärvember 1535 gefangen, gemartert und verbrannt freiheit angefiedelt wurden. Als abermals hunn der deutschen Revolution des 16. Jahr. wurde.( Von seinen Folterungen wird erzählt: ..Ließen ihn in eiskaltes Wasser seßen und nach dem in eine heiße Stuben führen und mit Rutea schlagen. Auch haben's seinen Leib verwundet, Branntwein in die Wunden gegossen und an ihm angezündt", ein Beweis für die ehrwürdige Tradition der Gestapo- Methoden.) Die in Mäh ren verbliebenen Täufer, denen unter dem Druck der Reichsgewalt die Adeligen ihren Schutz ents zogen, mußten ihre Gemeinden auflösen und führten viele Monate ein illegales Leben im Verborgenen. Aber schon 1536 tauchten sie wieder auf und beginnen ihr friedliches Gemeinschaftsleben von neuem. Die Adelsherren hatten den wirt schaftlichen Nußen dieser Emigranten erkannt, die vorbildliche Handwerler und Bauern, redliche Menschen, glänzende Organisatoren und völlig ungefährlich waren, da sie die Getr. It ablehnten. in der tschechischen Umgebung ihrer neuen Hei mat ein völlig abgeschlossenes Leber führten und bei den Verfolgungen auch ihre großen Agitatoren verloren hatten. hunderts. Sieg der Frauen Da Inieten die Frauen hin und legten die zerschundenen Hände ineinander. Aus aller Welt trägliche Gewerbe wieder aufnehmen wolle. Ben Mottar hatte sich eine Wohnung genommen, und so lange es warm war, nächtigte das Kamel in einem Verschlag. Jetzt aber ist es talt, und das arme Tier hat ja auch den ganzen Tag nichts zu tun. Also nahm es Ben Mottar in die Wohnung hinein, die in der Rue des Feuillantines liegt. Große Aufregung im ganzen Haus und im Viertel war die Folge. Der Wirt wollte ihm natürlich fristlos fündigen, aber Ben Moktar holte den Mietsvertrag heraus, und siche da: darin wird zwar das Halten von Hunden, Katzen und Papageien von der Genehmigung des Wirtes abhängig gemacht, aber von Samelen steht tein Wort darin. Also muß der Wirt gegen das Namel prozessieren, aber Ben Moftar hat sich den wegen seines Wipes berühmten Verteidiger Théodore Valensi genommen, und wenn dieser die Sache übernimmt, so kann man fast sicher sein, daß das Gericht beschließen wird, auch ein Kamel dürfe eine Wohnung haben. Eine wahre Begebenhelt erzählt von Alexander von Sacher- Masoch So um zwölf Uhr mittags geschah es, daß dunkel, daß es wie ein Schluchzen lang... drüben im Wert, dessen Eisen- und Betonbauten Schacht 10 eingestürzt. Das war der dem Berg das schwarze Gold entrissen, die Not neu erschlossene Schacht, dessen Bau noch nicht Luftriesen des Dzeanverkehrs. Die..Pansirene einmal aufschrie, kurz und gellend. Die ganz vollendet worden. das Sorgenkind der american Airways" haben an acht der bedeus eine Ortschaft, die aus gleichförmigen Quaders Grubenverwaltung. Sein Gebiet umfaßte die tendsten Flugzeugkonstruktionsfirmen die Aufhäuschen erbaut war, fast nur Arbeitsiedlung, schwierigste Gesteinslagerung in Berg, gerade forderung gerichtet, ihnen Vorschläge für den hielt den Atem an. Das Geschirrgeklapper ver- heute sollte der große Querſtollen mit einen Bau neuer Luftriefen zu unterbreiten. Diese stummte in den Küchen und die Frauen traten in eigenen Stückwerk gesichert werden und die Aufforderung ist auch an den berühmten Flugdie fleinen Vorgärten, die Gesichter angespannt Hälfte der Belegschaft befand sich unten. Die geugfonstrukteur Siforsti erfolgt. Verlangt wird zum Bergwerf hinüber wendend. Sie sprachen Hälfte der Männer und Söhne dieser Frauen. die Konstruktion eines Wasserflugzeuges, das die nicht, sie beschatteten nur die Augen mit den Der Mann erzählte mit hastigen Worten alles. Minimalgeschwindigkeit von 300 Stundentilo Händen und spähten durch die klare Winterluft. was er wußte. Man habe nach allen Richtungen meter bei einer Maximalgeschwindigkeit von 450 Ihre Männer waren dort. Was mochte geschehen telephoniert. Rettungsmannschaften feien im An- Stundenkilometer haben und einen Aktionssein? Manche von ihnen wurden bleich. Da kan marsch und auch der Nest der Belegschaft wird?, radius von 9000 Nilometer erreichen soll. Das ein zweiter Sirenenton herübergeflattert wie ein soweit möglich, aus dem Berg gezogen. Dies Flugzeug soll außer der Besatzung 100 PassaTodesschrei, schrill und furchtbar. Und gleich- tönne jedoch jetzt mitten in der Arbeit nicht ohn siere mitführen können, für die alle denkbaren zeitig sahen die Frauen eine Gestalt, die atemlos Gefahr und nur allmählich geschehen. Stostbare Beuemlichkeiten vorhanden sein müssen: 50 zweiaus der Richtung des Werkes herbeirannte Minuten gingen verloren... Der Mann, der bettige Kabinen, ein Speisesaal, ein Rauchzim= ein Mensch. Aber er hatte wenig Menschliches an die Unglüdsbotschaft brachte, verstummte und sai mer, sogar eine Bibliothek und ein gymnastischer fich. Das Haar hing ihm wirr in die Stirn und auf. Er sah auf und bemerkte, daß er von einem lebungsraum. Die schwierigste Bedingung aber, var verklebt von Schweiß. Er war über und großen Streis von Frauen umringt war. Junge die bie Panamerican Airways" stellen, ist, daß über bededt mit Stohlenstaub und feine Augen und alte Gesichter starrten ihn an und fiber alle der Bau eines solchen Flugzeuges nicht mehr als fladerten im schwarzen Gesicht. Er teuchte vom i hatte er den Schatten der Sorge, die Blässe der cine halbe Million Dollar tosten darf, die Lis Lauf und hieit die rechte Hand auf das Herz ge- Angst gebracht. Da fuhr sich der Mann mit den aenz für eventuelle neue Patente eingerechnet. preßt, er war nicht mehr jung. Ein paar Frauen zitternden Handrücken über die Augen. Keine der Tie eingereichten Vorschläge sollen von einem liefen ihm entgegen. Da blieb der Mann stehen. Preisrichterkollegium, an deisen Spize Lindbergh als er sie kommen sah und zeigte, mit der rechten fiehen wird, begutachtet werden. Der angenom Hand einen großen Kreis nach hinten schlagen, mene Entwurf wird nicht nur preisgekröni wers in der Richtung des Bergverks: den, sondern sein Schöpfer wird auch den Auftrag erhalten, sofort drei folcher Flugzeuge au bauen, mit denen die Panamerican Airways" den regelmäßigen Verkehr über den Atlantik aufnehmen will. Aber die mährischen Wiedertäufer, die sich nach ihrem Organisator Jakob Hutter die..Butterischen Brüder" nannten, wuchsen in der Stille. Zwischen 1565 und 1590 foll ihre Rahl an 15.000 betragen haben. Zwischen Nikolsburg und Austerliß, Bnaim und Lundenburg hatten sie etwa siebzig Gemeinden, sogenannte ,, Haus haben", mit oft 400 bis 600 Bewohnern. Dort lebten sie in strenger Gemeinschaft, zwar in Ein. zel- Ehe, aber mit gemeinsamer Stiche, gemein jamem Backhaus und Bräuhaus, mit einer ge meinsamen Schule, einer gemeinsamen Stube für die Wöchnerinnen und einer für die Klein. Tinder. Wie Briefe aus jener Zeit beweisen haben die Brüder" es verstanden, bei den ge- Und im gleichen Augenblick schrie die Sirene meinsamen Mahlzeiten jedem ,, nach Gebühr und zum drittenmal auf, diesmal langgezogen und leine der Jungen plötzlich: " Die Grube", feuchte er, der Schacht 10 eingestürzt...!" Frauen Sprach. Großes Schweigen entstand. Quälendes Schweigen. Nur der talte Wind strit durch die entlaubten Büsche und Bäumchen und traf die Frauen ins Gesicht und ließ bann ihr Saar erflattern. Da schluchte eine alte Mutter auf, ganz hinten irgendwo in der Yeßten Reihe und schrie " Verlanget überall die guten ZeltMA Schleim Jüinst und Wissen 1 Piano» tzamonlumi Informationsdienst von 7 bi» 17 Uhr. An Sonn« und Feiertagen werden Informationen von 8 bis 12 Ubr erteilt(Televdon 80400). An der Autobu-kassa find alle Arten von AntobuSzeitkarten für all« staatlichen Autobuslinien der Prager Direktion erhältlich, also Monatsstreckenkarten. Schülerkarten, Arbeiterkarten und Blocks. Die Autobn»kanzlei erledigt gleichfalls Beftellunaen von Autocar» für besondere Gesell« schakt-sabrien und Schulen und informiert über die Personen«. Gebäcks« und Zeitungtbeförderung auf allen Autobuslinien der Staatsbahnen. NUR HERZLICHE GLÜCKWÜNSCHE zum NEUEN JAH R! Praha I„ tifrsha L,2S. ver als erster vewels kür unser Neujahrsver sprechen gelten soll. KC. Mehfleisch Brust 10 K4. Schulter 14 Ki. Schl«« pcl 18 bi» 20 XL, Hirschfleisch vorderes 0 bis 10, Hintere» 10 XL, Schwarzwild 10 bi- 18 XL. Fische. Karpfen 1 Kilo 18.60 XL. Hecht 10 bi» 18, E.hleie 8 bi» 12, Aal 80 bis 88, Forellcnbarich 14 bi» 18, Lach» 40 bi» 60, Seelachs 5 bi» 12, Stockfisch 0 bi» 12 Xi. Fleisch. Rindfleisch vordere» mit Zuwaage 10 bi» 16, Hintere» 12 bi» 17, vordere» ohne Zuwaage 12 bis 10, Hintere» 14 bis 10 Xi, Lungenbraten mit Zuwaage 18 bi» 20. ohne Zuwaage 20 bis 28 Xi. Schweinefleisch mit Zuwaage vordere- 8 bi» 11. Hintere» 11 bi» 16, vordere» ohne Zuwaage 10 bi» 18, Hintere» 13 bis 18 Xi, Kalbfleisch vordere» mit Zuwaage 0 bi» 12. Hintere» 11 bi» 14, vordere» ohne Zuwaage 11 bl» 14. Hintere» 14 bi» 24 Xi. Schöv» ienfleisch vordere» mit Zuwaage 8 bi» 11. Hintere» 10 bi» 14, vordere» ohne Zuwaage 10 bi» 18. Hintere» 12 bi» 10 Xi, Rind»zun,e roh 11 Xi. Rindsleber 8 bi» 12 Xi. Rindshirn 10 bi» 18 Xi, Kalb»« SchweinShlrn 18 bi» 24 Xi. Weihnachtstagen, wo nach diesem Obst die allergrößte Nachfrage herrscht. Eine andere interessante Erscheinung war die Wiederverteuerung der Hasen. Nach der vorjährigen Verbreitung der Hasenkrankheit meinte man allgemein, daß die Nachfrage ziemlich schwach bleiben wird. Die Verteuerung jedoch— schon zum zweitenmal— in diesem Monat beweist, daß Hasen viel verkauft werden. Auch einige Gemüsearten stnd teuerer, die gewöhnlich« Erscheinung der vorgeschrittenen Saison. Alle außergewöhnliche WeihnachtSmärkle verschwanden bereit» au» den Prager Gassen, welche loieder normal au»sehen. Auf den Gemllsemörkten ist wieder Spinat um 60 Heller per Kilogramm»euerer geworden sjeht 2 bi» 8 Xi), Karotten um 20 bi» 40 Heller teuerer per 1 Kilogramm liegt 1.20 bi» 1.70 Xi). Grstügrl und Wild. Al» Neuigkeit gibt e» hier Wildkaninchen um 11 bi» 14 Xi per Stück. Gan» gefüttert 1 Kilo 10 bi» 18 Xi, Schmalzganz 11 bi» 18, abgehackt 14 bi» 18 Xi, Henne Stück 16 bi» 86 Xi, Huhn 1 Kilo 19 Xi. Stück 10 bi, 25 Xi. Perl« kenne Stück 18 bl» 20 Xi, Tauben Paar 12 bi» 18 Xi, Kapauner 1 Kilo 20 di» 22 Xi, Truthahn 1 Kilo 18 bi» 10 Xi, HauSente Stück 26 bi» 40 Xi, Rebhuhn Stück 0 bi» 0 Xi, Fasanen 10 bi» 20 Xi. Hasen im ganzen 1 Kilo 7 bl» 8 Xi.^tbgezogen, Vorderteil, de» Inquisitor» zu küssen und ihren Kopf In ihre heißen Innenflächen zu legen. Eine so drängende Begierde, zu gestehen, hatte sie noch niemals über« kommen. Sie nahm sich unbeschreiblich zusammen, um nicht sogleich mit ihren Geständnissen zu beginnen. Arbue» Augen schienen sie zu verzaubern. Die ungestüme Zuneigung zu dem Inquisitor erzeugte eine heftige und silberartige Hitze, die irgendwo auSzubrechen suchte. Und schoiL kniete sie. Aber ihre Lippen sagten keinen Laut. Arbue» fuhr fort, mit leiser Stimme zu fragen. Maria lag zu seinen Füßen, sie schüttelte den Kopf und schluchzte. Da gab Arbue» ein Zeichen. Man hob sie hoch und trug sie in die Folterkammer. Plötzlich war sie nicht mehr allein mit dem Inquisitor. Sie lag auf einer Bahre. Ein Notar mit einem lan« gen AmtSgesicht stand zu ihren Füßen. Ein Arzt fühlte ihren Puls, zwei Vögte hielten ihre Hände. Der Profo» de» Offiziums schleppte den Potro näher. Und al» Maria erschrocken aufsah, hatte man sie schon gepackt und shr da» Gewand vom Leibe gerissen. Ein derb znpackcnder Knecht in schwarzem ZwI.chsack, dessen Kapuze nur Nase, Augen und Münd enthüllte, wand ihr ein Stück de» Hemde» um den Leib, um die Scham nicht zu verletzen. Ein zweiter steckte ihr Arme und Beine in die Stricke der Karotte. Ein dritter schob ihr die Toca, ein Stück Leinen, in den Mund. Maria röchelte, lieber ihrem Haupt geivahrte sie das Gesicht de» Inquisitors. ArbueS lächelte ihr mit Augen zu, aus denen so viel Güte und Süßigkeit leuchteten, daß eine leichte Betäubung die Gefesselte rin paar Sekunden an Ihre Fesseln vergessen ließ. Im nächsten Augenblick wurden schon die Stricke angczogen und der erste Krug brackigen Victoria, die GroBe Man weist, daß die Engländer ihr« historischen Figuren im Film nicht al» pathetische TeiiknialS« gestalten darzustellen lieben.— sie ziehen cS vor, sie mit einem Zug in» Lächerliche und Rührende zu zeigen. und auch in diesem Film von der langlebigen Königin Victoria, die dadurch„groß" wurde, daß sie sich mehr al» sechzig Jahre in der Zeit de» stärksten britischen Imperialismus und der ständigen Ausweitung de» Parlamentarismus in England beharrlich und würdig auf dem Thron« halten konnte, ist die .Heldin" bei aller Verehrung mit ein wenig Ironie gezeichnet: als nicht sehr hübsches und nicht sehr er« lhabene» junges Ding, das als Königin sehr energisch ' wird, sich ihren Prinzgeumhl recht entschlossen nimmt Arteitervorftellung„Die Weber»», von G. Hauptmann, am 2 o n n t a g, den 10. Jänner, um halb 8 Uhr nachm. Karten täglich von 0—12 und 2—0 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Wochrnspielplan de» Neuen Deutschen Theater». Samstag 2i4: Hänselund Gretel. 7%: Sie Zauberflöte.— Sonntag 2 H: Kleine» Glück auf der Wieden. Gastspiel Werbezirk. 7 Vi: WienerBlu t. A 1. Montag geschlossen.— Dien»laa 7H: Madame Butterfl y. AI.— Mittwoch 7.00: Die Meistersinger von Nürnberg, IiibiläuuiSvorstellung I. neu inszeniert. Abonn. aufgehoben.— Donncr-tag 2 io: S ck> o t t e n r i n a. Abschiedsvorstellung Werbezirk, 7'ch: D e I i l a. C 2. — Freitag 6%: Obern n. Theatergenieind« der Jugend(grüne Karten) und freier Verkauf. Abonn. ausgeb.— Samstag 7 sh: Carmen. Jubiläumsvorstellung 11. Abonn. aufgeb.— Sonntag 2 sh: Frauen in New 8 o r k. 74ü: A n d r i C H e n i er. E 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. SamStag 8.00: Kabale und Lieb«. 8.00: Georg und Margaret.— Montag 8.00: Kabale un d Liebe. Bankbeamte 1 und freier Verkauf.— DienStag 8.00: Brr Kerzenlicht. volkStüml. Vorstellung.— Mittwoch 8.00: E r i n n e rit d u dich? Bankbeamte 11 und freier Berkmif.— Donnerstag ütö: Arel an derHimmelStür, 8.00: Sie. Johanni— Freitag 8.00: Erinnerst d u dich? Theatergemeinde de» Kul« iurverbandeS und freier Verkauf.— SamStag 714: Tödliche Liebe. Erstaufführung.— Sonntag 8.00: Reisebekanntschaft(Firma). 8.00: Sie, Johann! vle Reise im Schaufenster Eine neuartige Verkehr-Werbung hat dar Reisebüro„ltedol" im Schaufenster seiner Geschäftsstelle am Graben eingerichtet. E» ist eine nach der Idee de» Ingenieur Alexander Wolf eingerichtete „elektrische Karte" der Tschechoslowakei, die die von der Direktion der tschechoslowakischen Eisenbahnen in Gemeinschaft mit dem Eedot jeweils veranstalteten Sonderzugreisen veranschaulicht. Farbig« Lichter und Linien markieren den Sitz der Eisenbahndirektionen und der tledok-Fllialen, die Essenbahnlinien. Fluglinien und Drahtseilbahnen, di« Bäder und Kurorte, Grotten und Höhten, Berge, Jagd« und Fischereigebiete. E'ne Tabelle zeigt jeweils die demnächst veranstalteten Sonderzugsahrten mit der Angabe des Gesamtpreises für Fahrt, Unter« kunst und Verpflegung an. jetzt z. B. die für die Zeit de» Wintersemester- geplanten Sonderfahrten vom 20. Jänner bi« 0. Feber in» Riesengebirg«. ins Gelenke, nach der Niederen Tatra, in» Adlergebirge, nach Karpathorußland, in den Böhmerwald, nach der Lohen Tatra, nach Ober-Rauschenbach, in» Erzgebirge und vom 5. Feber bi» 18. Feber nach den Be-kiden. Durch automatische Schaltung leuchten abwechselnd nacheinander die einzelnen Routen mit roten Zwischrnstationen und blauen jiielstationen auf, während ein ausglühende» Lämpchen die betreffende Sonderfahrt aus der Tabelle kenntlich macht. So lassen sich für jede Sonderfahrt der Verlauf der Reise und alle Möglichkeiten, die sie bietet, deutlich und mit einem Blick ablesen. Gleichzeitig erscheinen aus einer weißen Tafel in roter Leuchtschrift alle Angaben Wer da» augenblicklich am Ziele der Reise herrschende Wetter. Man liest z. B., daß" e» gegenwärtig im Erzgebirge schneit und friert und rafi«» dort All- und Neuschnee gibt oder daß in der Hichen Tatra Sonne über Neuschnee strahlt. Da diese Angaben ständig nach den neuesten Meldungen geändert werden, braucht man nur auf der elektrischen Karte am Graben nachzusehen, wenn man über die augenblickliche Wetterlage im Böhmerwald oder im Erzgebirge, sn den Beskiden oder im bliesen«, gebirge Bescheid wissen will. Unabhängig von der automatischen Schaltung kann man aber auch nach Belieben jederzeit irgendeine der vorgesehenen Routen aufleuchten lassen. Zu diesem Zwecke ist außen am Schaufenster eine Wählscheibe gleich denen an den Telephonapparaten angebracht. Man dreht die auf der Tabelle erstchtliche Nummer der Sonderfahrt und dann leuchten auf der elektrischen,Karte die"bunten Lämpchen der gewählten Route und die Angaben über da» augenblicklich am Ziele der Resse herrschende Wetter aus. Nun wird dies« elektrische Karte die Attraktion de» Neujahr»tage» sein. Die Lutte, wohl viele noch mit dem Silvesterkater im Schädel, werden vor der Karte stehen, mit der Wählscheibe spielen und in Gedanken eine Reise vom Schaufcn ter unternehmen, und für manchen wird«ine solche Phantastrrclse die einzige sein, die er sich leisten kann. Mancher aber wird beim Flimmern der bunten Lämpchen denken: Gescheiter wär'», jetzt mit den Brettern in den weißen Bergen zu sein, frisch und munrer. anstatt mit einem Brummschädel hier zu stehen. Und einen Haufen Geld hat'» auch gekostet. Prosit Neu- jahrl eh. HEUTE NICHTS ÜBER OIE VO RZÜGE VON Dfaantt»örftcr— et* 3B*n«Mrfti 3n M Staaten ftSnt ig vertreten. Fabrik: Aeorgmaalta. Kleinpiano» «OilRltt*»» VebaUunaenoegetn SUnulge Peelst, de- gueme Slaien, Tausch Riete mit Naufaiag- tichkett, Reparaturen, Snmmpslege. Prager LebensmlttelmSrkte Nach ungewöhnlich lebhaften Vorwcihnachti- tagen ist jetzt aus allen Prager Märkten und Markthallen eine fast auffallende Ruhe einzetreten. Da- Interessante auf den Märkten sind in den letzten Tagen die billigeren Orangen, diese» typische Weih- nachtiobst, und zwar noch in den letzten zwei Bor« g- Hl« ,_!Il Die Folterung (Schluß.) Tu fragte Arbue». Er wollte die üblichen Auskünfte erhalten, wie man sie von Marranen verlangte. Ob sie Schweinefleisch aß, ob sie badete, toclche Kleidung sie am Sabbat trug, und ob man gewisse Speisegesetze de» jüdischen Glauben» nicht heimlich beobachtete. Maria verneint« zögernd. Au» der Stimme de» Fragenden trat so viel Weichheit und Zärtlichkeit zutage, daß man jede dieser Fragen förmlich erwartete und sich nach einem Geständnis sehnte. Bloß da» Bewusstsein, den Bruder nicht verraten zu dürfen, schloß der Gefangenen immer auf» Nene den Mund. Sonst hätte sie, um der Stimme de» Inquisitor» willen, dieser betörenden und einschmeichelnden Stimme alle» und noch mehr gestanden: daß man im Hause Labadia noch eine Spur Judentum bewahrte und in heimlichen, Augenblicken nach den Büchern der Väter griff, um au» ihnen die uralten Sprüche abzulesen; daß man unreine» Fleisch verabscheute;, und daß am Freitagabend bei einem der vielen adeligen Marranen der Stadt Saragossa eine Zahl von Männern zusammenkam, um der Lehre willen, die keiner von Ihnen vergessen konnte, obwohl schon die Großväter die Taufe erhalten hatten. „Gestehe doch—", bat Arbue» sanft und sah Maria traurig an,„mache deiner bedrückten und gcsangenen Seele Luft. Sag mir die Wahrheit. Gotte» Langmut ist groß, lind ich weiß, daß es dich treibt, mir die Wahrheit zu sagen." Maria atnicte schwer. Sie empfand heftiges Verlangen, die schlanken und hageren Hände Wo Ladenhütei Fenster zieren, da sparte man i beim Inserieren. SSW-SS-W!—»»——M..»JJ Wassers in ihren Mund gegossen. Me Stricke, die in da» weiche und blühende Fletsch der Arme schnitten, entlockten Maria ein Röcheln, Si: glaubte zu ersticken. Denn ganz tief rollte sich das Tuch in ihre Kehle. Nach Lockerung der Stricke wurde das Tuch herau-genommen. „Sag die Wahrheit!" tönte die Stimme de» Verhörenden. Maria schüttelte den Kopf. Die Stricke wurden wieder angezogen und ein neuer Krug in ihren Mund gegossen. Es gelang Maria, ihre Blicke neuerlich zu Arbue» emporzuheben. Sie sah, immer von neuem verwirrt und entsetzt, die gestillte Hoheit eines von der Gottheit erhörten Büßers. Maria de Labadia schloß die Augen. Sie gab kein Wort mehr von sich. Iinmer drängender ertönte die Stimme:„Sag die Wahrheit I" Die Angeklagte rührte sich nicht. Ein dritter und vierter Krug wurde eingegosscn.. Tann besah! ArbueS, mit der Folter aufzuhören. Maria wurde loSgebunden. Als man die Toca aus ihrem Munde nahin, hörte man sie leise flüstern. Tor ProfoS neigte sich über sie. Er winkte dem Notar, damit er gleichfalls höre. Der Notar beugte den Kopf über die Liegende und nickte.„Ein ganz schwerer FallI" sagte er und neigte sich zu den beiden Inquisitoren. „Ich habe gehört, daß die Angeklagte zweimal das Wort Teufel ausgesprochen hat." ArbueS machte ein Zeichen, daß man die Jnquisitin in ihre Zelle führen solle. In der darauffolgenden Sitzung der Con- sulta de Fi wurde Maria Labadia al» eine Negativa dem weltlichen Arm ausgclicfert. Eine Autobuvkassr nebst einer InsormationS- kanzlei wird von der Praaer StaalSbabndirektion im Basar beim Prager Wilsonbahnbof lin der Nähe der ..... Kanzlei der AusfluaSzüge) errichtet. Amtsstunden an itück 4 bi» 0, Hinterteil Stück 18 bis 20 1 Wochentagen int Kassadienst von 7 bi» 15 Uhr. im n g g 11 e die uns im vergangenen Jahr so viel Vertrauen bezeugten, bringen wir heute unseren aufrichtigen Dank und unsere besten XVimsche dar. Ihr Vertrauen verbindet uns beim Eintritt in das neue Jahr su erhöhten Bemühungen, Ihren Einkauf noch günstiger 3U gestalten, Ihnen noch grötzere Auswahl und noch sorgfältigere vedie- nung su bieten. Creu unserer langjährigen Tradition eröffnen wir am Montag den 3. Jänner unseren volkstümlichen Seite 12 Fasan WASCHPULVER altbewährt Terpentinfoap Engelseife Wünsche A. G., Schreckenstein. und treu zu ihm und feinen friedlichen Ratschlä gen hält, auch wenn die Briten sich über den Einfluß des..Fremden"( denn er war ein Stoburger, ein deutscher Bring), immer wieder beschweren. Nicht ohne Feinheit wird anschaulich gemacht, was Tatsache war: daß erst der Tod des Prinzgemahls Albert, erit das private Leid der Königin ibr die wirkliche große Achtung erworben hat, die Victoria bis zum Tode ge noß. Daß die politischen Vorgänge während ihrer Megierungszeit, der Kampf um die..Korn- Gesetze". um die Einkommensteuer, die Spannungen zwischen England und den Vereinigten Staaten und die Kon ftituierung des britischen Weltreichs, hinter der Ehe=. geschichte ein wenig zurüdireten und eigentlich nur flüchtig angedeutet werden, ist faum überraschend. läßt aber den Film auf die Dauer doch etwas bedeu tungslos erscheinen. Und die von Henry Wi I co geführte Regie, die das Ganze wie ein Bilderbogen ( der am Ende auch noch farbig wird) vor uns abs Taufen läßt, macht den Film nicht intereffanter. Sir Robert Veel, Palmeriton. Gladstone und Disraeli, ja jogar Abraham Lincoln erscheinen auf der Leintvand. man fiebt di: pruntvolle Krönung und das festliche Regierungsjubiläum der Victoria, man sicht das Schloß Windsor, den Budingham- Palast und die St. Bauls Kathedrale, einen Sofball, ein Attentat, ein Fest in Balmoral und eine Szene im Unterbaus, alles in jenem malerischen Stil, den wir vom englis schen Filme schon fennen. Anne Ne a ale als Stö nigin Victoria spielt ihre Rolle gar nicht fonventio nell, zumal da fie eigentlich eine Lustspieldarstellerin ist, aber ihr bleiben doch im Rahmen dieses monarchi ſchen Geſchichtsfilms_nicht genug ſchauſpielerische Möglichkeiten. Anton Boblbrüd hingegen( det jich jetzt in England Walbrook nennt) hat als Bring gemahl mit verträumten Autzen, auten Manieren und einer etwas steifen Befangenbei eine recht angemes fene Rolle. In einer fleineren Rolle( als Bruder Alberts) erscheint noch ein anderer, aus früheren deutschen Filmen befannter Schauspieler, nämlich Walter Ri II a. -eißDas Geheimnis der Brillanten Der Film beginnt in einem Spielsaal in San Francislo und die weitere Handlung spielt in Amsterdam. Aber es ist fein aufregendes oder spannen des Geheimnis um den Brillantenschmud, der mehr mals seinen Befizer wechselt. Wir haben es blöß lich mit Liebe und Intriguen in einem Variété au tun, mit leidenschaftlichen Fischern und eifersüch Richter: Und warum haben Sie denn die anderen Stonserven bei dem Einbruch nicht mitgenommen? Einbrecher: Die waren nicht in Glas, Herr Richter! Man muß doch sehen, was man stiehlt. tigen Liebhabern und mit einem berühmten Tänzer und einer fleinen Tänzerin. Der vermeintliche Striminalfilm wird zur Idylle. Das Drehbuch ist recht schwach, aber es wird gut gespielt. Besonders bans i den baucht auch dem papierenen Dialog Leben ein und schafft eine interessante Gestalt aus dem etwas schemenhaften Tänzer. Weniger geeignet für die Rolle einer Tänzerin ist die HyperNaive Hanji Senoter, die steif und langtveilend wirft. Im übriger jieht man die nur wenig wech feinde ufa- Standardbesetzung, darunter den sympa thischen Biltor Sta a 1, Hans Bra uſe wet ter, Aribert Wäscher und was sonst noch an mittelmäßigen Schauspielern Gnade vor dem Propagandaministerium fand. it Journale, Grotesken, Reportagen. ,, Sosialdemokrat" Koruna: Fournale, Grotesfen, Reportagen. Kotva: Der Der Ball des Angestellten- Verbandes findet am 19. Feber im Deutschen: Hans, Säulensaal, statt. Musik Dolf Langer. Reklamationen an Ernst Strnad, Prag II, Fügnerovo nám. 4. Binfer". Nach E. Wallace.( A.) Lucerna:„ Der Gefangene von Benda". R. Colman.( A.) Metro: ,, Manege". Attila Hörbiger.( D.) Paffage: " Maienzeit". J. McDonald, Edy.( A.)- Praha: Das Geheimnis der Brillanten". S. notet.( D.) Madio: ,, Das Dorfmädel".( Tsch.) Stant: Das Dorfmädel".( Tſch.) Světozor: Refrut Willie Wintie". Sh. Temple.( A.) Veletrhy:„ Das Dorfmädel"( Tsch.)- Alma: Stein Wort von Liebe".( Tich.) Belvedere: Broadway Melodie Seit einem Jahrzehnt verwenden Millionen mit 1988", Taylor, Powell.( A.) Beseda:, Unter vier Augen".( A.) stets gutem Erfolge gegen Husten, Heiserkeit und - Carlton: Philosophen- Historie".( Tich.) Illusion: Kein Wort von Grippe das heimische Edelprodukt Marsmala. Bitte, Liebe".( Tsch.) Lido 2: Die Weltge- beachten Sie: Marsmalz nur echt mit Namen ,, Mars" hört uns". Voskovec u. Werich.( Tsch.) auf jedem Würfel! Louvre: Farben- Symphonie 1938".( A.) Maceska: Farben Symphonie 1988".( A.)- Olym pic: Schwarzes Gold". Irene Dunn, R. Scott.( A.) Berstijn: Kapitän Tigerbai". E. G. Robinson. ( A.) Rory: Kein Wort von Liebe".( Tsch.) Tatra:„ Schwarzes Gold". Irene Dunn, R. Scott. ( A.) i Vejvodu:„ Die Matrosen kommen". Astaire, Rogers.( A.) Valdek:„ Das Dorfmädel". ( Tich.) Waldextrakt Hal Grippe Rein den Atem, frisch den Mund, WALDEXTRAKT macht jede Stund'! Medizinalbonbons, echt nur mit dieser Schutzmarke! Waldextrakt Weisen Sio Nachahmungen zurück! Sport- Spiel Körperpflege Neujahrsgruß und Dank der SAS! Die Sozialistische Arbeiter Sport- Internationale hat ein Jahr auter, erfolgreicher Arbeit hiner sich. Troß der Ungunit der Verhältnisse haben wir in gemeinsamer Arbeit die III. Arbeitersport- Olympiade in Antwerpen in glanzvollem Ausmaße durchgeführt. Es waren nicht nur ftolze, internationale Festtage es war auch ein gewaltiger moralischer und tech nischer Erfolg. Die Arbeitersportverbände der SASI und die Gäste aus Frankreich, Norwegen und Rußland haben die Olympiade zu einer proletarischen Sundgebung gestaltet, die weithin sichtbar war. Aber die Verbände der SAS waren im abge eine umfangreiche organisatorische und technische Ar laufenen Jahre auch sonst nicht untätig. Es wurde beit geleistet. In allen Ländern der Demokratie nimmt der Arbeitersport eine aftunggebietende Stellung ein und sein Einfluß ist gewachsen. Das Jahr 1938 ftellt uns vor große Aufraben. Wir müssen unseren Bestand erweitern. neue Landesverbände zu uns bringen und unsere bisherigen Verbände stärken und ausbauen. Mitteilungen aus dem Publikum. Reiner Malzzucker und andere wertvolle Bus taten nach einem Spezialrezept verarbeitet, geben dem„ Marsmalz" seine große Wirksamkeit gegen Susten, Heiserkeit und Grippe. Bitte beachten: Marsmala mur echt mit Namen ,, Mars" auf jedem Würfel. Wanderer, Touristen, Sportler, fördert durch Beitritt die Bestrebungen des Touristenvereines ,, Die Naturfreunde". Werdet Mitglieder! Das vollkommene Geschenk! Selten kommt es bor, daß man ein komplettes Geschenk bekommt. So ist es vielen geschehen, daß sie warme Baka- Schuhe oder aber warme Bafa- Strümpfe unter dem Weihnachtsbaum fanden. Diejenigen, welche Schuhe er hielten, können dieses Geschenk in jeder Bata- Verfaufsstell komplettieren. Sie kaufen sich einfach eine St.llektion warmer Winterstrümpfe. Und Besitzer von Winterstrümpfen suchen sich wiederum das entspre chende Winterschuhpaar aus. Der Winter ist noch lange nicht aus und wie Ihnen doch bekannt sein dürfte, müssen die Füße warm sein, damit der ganze Körper warm ist. Bech gehabt! Das bilden sich nur jene Beschenkten ein, die nicht wissen, daß Bata alle in seinen Verlaufsstellen gekauften Waren gerne umtauscht. Es ist daher fein Grund, mißgestimmt zu sein, wenn man ein Paar Baka- Schuhe am Weihnachtsabend erhielt, die nicht passen. Ob nun die Nummer zu groß oder zu flein ist, gehen Sie einfach in die Vata- Verkaufsstelle und lassen Sie sich die passende Nummer geben. Wir wollen im neuen Jahr unseren Dienst am Kunden vergrößern, zur Zufriedenheit aller unserer Abnehmer. Das neue Jahr! Das liegt noch in der Wiege, Samstag, 1. Jänner 1938. Mr. 1 abgehalten, in der letzten Zeit auch der Nikolos und Beihnachtsmarkt; in den frühen Vormittagsstunden eilen durch die Rittergasse Hausfrauen aus ganz Prag dem Markte zu, abends fahren glänzende Reihen von Autos beim Ständetheater vor. Noch nie erlebte sie jedoch eine derartige Frequenz wie diese Woche, wo das Modenhaus Wolf& Schleim unter der Devise ,, Volkstümlicher Neujahrs- Restenmarkt" seinen bes reits traditionell gewordenen Reitenverkauf veranstal tet. Auswärts macht sich ein ungewöhnlicher Verkehr in der ganzen Gasse und großer Andrang vor den Geschäftsräumen mit Ordnung schaffenden Wachleu ten bemerkbar, innen wieder sind freudig erregte Reihen einkaufender Frauen, welche nach Herzenslust in der Unmenge ausgelegter Reste wählen können. Dank der musterhaften Organisation fommen alle auf ihre Rechnung und wenn die Besucherinnen mit glüdlichem Lächeln das Modenhaus Wolf& Schleim berlassen, widerhallt die ganze Rittergasse von ihrem freudigen und zufriedenen Gespräch. Unser Wunsch zum Jahreswechsel Ihnen alles Gute und uns Ihre geschätzten Aufträge, deren bester Ausführung u. bekannt schneller Lieferung wir Sie an der Jahreswende erneut versichern Druck- und Verlagsanstalt Thum& Co., Warnsdorf 4489 Allen Sangesgenoffinnen und Genossen, sowie Freunden und Gönnern ein herzliches| hat noch kein richtiges Gesicht und niemand weiß, wie es aussehen wird. Bestimmt aber wird es allen Glüd und Bufriedenheit bringen. Selbstverständlich fängt es, wie jedes vorhergehende Jahr, mit dem Winter an. Und damit jeder das kommende Jahr gesund, frob und zufrieden verbringt, ist es wichtig, daß er sich vor allen eventuellen Folgen des Winterwetters stelle halten den ganzen Körper warm. Warme Balazu schützen. Winterfoden helfen mit, Ihren Körper vor Erkältung 4490 Die Sti- Haferln find ungeduldig! Sie möchten am liebsten, daß jeder Wochentag ein Sonntag ist. Stein Wunder! In den neuen Bafa- Skischuhen ist das wirklich ein Vergnügen. Erstens hat der Fuß alle Bewegungsfreiheit, die er braucht, denn Bafa- Stischuhe sind nach Ratschlägen erfahrener Slisportler hergestellt und dann sind diese Sportschuhe wirklich wasse dicht. Wenn man dann nach einer längeren Tour wohlig- müde die trodenen Füße in weiche BalaSlippers steckt und abends in der Baude gemütlich beisammensitzt, möchte man, daß dieses Winterweekend fein Ende nimmt. Der nächste Kongreß der SAS 3. welcher im Frühjahr in Amsterdam stattfinden soll, wird wichtige Entscheidungen auf organisatorischem und sportpolitischem Gebiet zu fällen baben. Wir alle hoffen und wünschen, daß wir der Vereinheit lichung des Arbeitersports der ganzen Welt näher Man kann noch nachholen! Bestimmt haben fommen werden. Dazu wollen wir den Beschlüf= fen unserer Kongreffe entsprechend in engem Ein manche in der Feiertagshaft und im Menschenbernehmen mit der Sozialistischen Arbeiter- Inter- gedränge viele Dinge bei den Weihnachtseinläufen nationale und dem Internationalen GewerkschaftsBund unseren Teil beitragen. Wir werden auch im kommenden Jahre nicht erlahmen, die uns gestellten Aufgaben zu lösen. Vor allem gilt es die Ingend mit dem Geiste der Demokratie und des Sozialismus zu erfüllen, sie geiftig und förderlich lampffähig zu machen und zu erhalten. Wir danken den SASJ- Verbänden für die bisher geleistete Arbeit und senden ihren Witgliedern einen herzlichen Neujahrsgruß. Wir grüßen besonders innia die Freunde und tapferen und in zäber Ausdauer ringen fie. Die Arbeiter Kämpfer in den faschistischen Staaten. Opferfreudig fportler aller Länder fämpfen für die Freiheit und die Aufwärtsentwidlung der Menschheit. Auf, zu neuer, zielbewußter, nimmermüder Arbeit für den freien Arbeitersport! Das Präsidium der SASI spiel um den Spengler- Cup" in Davos gegen den Der Prager LTG gewann am Freitag das EndSE Davos 2: 1 nach Verlängerung. Die Prager, die nun zum vierten Mal in diesem Bewerb siegreid) blieben, tamen damit auch endgültig in den Befit des ausgeschriebenen Botals. Moskau Paradies der Eisläufer. Auf sämt lichen Stadions und Parzellen in Moskau wurden Eislaufpläße eingerichtet. Der größte Eislaufplatz Filme in Prager Lichtspielhäusern befindet sich im Gorfi- Stulturpart, wo Garderoben für 14.000 Personen und 600 Paar Schlittschuhe zur Urania: Spiel auf der Tenne". Premiere. Verfügung stehen. Im Stadion Dynamo" umfaßt Adria: ,, Königin Vittoria". A. Neagel, A. Wohlbrüd. die Eisfläche über 20.000 Quadratmeter, im Part ( A.) Alfa: Weiße tranfheit".( ich.) bes Rentralgebäudes der Roten Armee 25.000 und Apollo: Liebling der Matrosen". Tr. Starf. bei der Turnhalle 24.000 Quadratmeter. Rusam( D.) Avion: Die eitung des men belegen diese Moskauer Eislaufpläße eine Fläche Schweigen 3". Annabella.( 8.) Bajtal: von über eine halbe Million Quadratmeter. ,, Das Dorfmädel".( Tsch.) Wort von Liebe".( Tich.) Beranek: Nein Fenig: Der Gefangene von Benda". R. Colman.( A.)- Flora:..Stein Wort von Liebe".( Tich.) Hollywood:„ Manege". Verlanget überall Atilla Hörbiger.( D.) Hvězda: Die neuesten ( A.) Allotria des mity Donald Tr108. $ Julis: Die feftung des Cchweigen 3". Annabella.( F.) Kinema: Volkszünder vergessen. Jetzt fann man all dies nachholen. In jeder Baka- Verkaufsstelle kann man Hausschuhe, Winterstrümpfe oder Eislaufschuhe kaufen und den Lieben jene Freude bereiten, die man ursprünglich wollte. Welche ist die belebteste Straße in Prag? Diese Woche wird Ihnen jeder Prager ohne Bedenken antworten: die Rittergasse! Auch sonst kann sich diese Gasse über fleine Frequenz gewiß nicht beschweren. Viele Jahre hindurch werden hier die regesten Märkte 1276 Profit Neujahr! Die beutsche Bolfsfinggemeinde Brag. Hochleistungs- Drehbänke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaping- u. Hobelmaschinen Spa infutter in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Arno Plauert Warnsdorf, CSR. 3898 Seiler- Wäschemangeln das beste Fabrikat Franz Seiler& Co. Maschinenfabrik HILGERSDORF ČSR. Arbeiter und Arbeiterinnen der Glas- und Keramindustrie sichert Euch: das Anrecht auf den Arbeitsplatz, einen gerechten Lohn, geregelte Arbeitsverhältnisse, rest ose Erfüllung der sozialen Anrechte, unentgeltlichen Rechtsschutz, Unterstützung bei Streik, Arbeitslosigkeit, außerordentlichen Notfällen und im Sterbefalle durch die Mitgliedschaft beim Verband der Gas- und Keram- Arbeiter und-Arbeiterinnen der CSR., Sitz TEPL.TZ- SCHÖNAU, Dr.- Ignaz- Hirsch- Strasse 1859 Kauft 4441 heimische 4244 Textilien! Bezugsbedingungen: Wei Bustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Bost monatlich Kč 17.- vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102,-. aanziābrka Kč 204.-- Inferate werden laur Tarif billigst berechnet.- Rudstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarfen. Die Beitungsfrantatur wurde von der Poſt- u. Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800 VII/ 1930 ' bewilligt.( Kontrollpostamt Praha 25.- Druderei:..Drbis". Drud-, Verlags- u. Zeitungs- A.- G. Prag. Nr. 1 Samstag, 1. Jänner 1938 Scite A Ein herzliches Prosit Neujahr 1938! entbieten allen Freunden, Bekannten, Kunden, Gästen, Mitgliedern, Genossen und Genossinnen: Abgeordnete: Dr. Czech Ludwig, Minister, Prag Seeger Rudolf, Jägerndorf Jatsch Wenzel, Brag Katz Franz, Faltenau a.. E. Kirpal Irene, Aufsig a. o. E. Kögler Franz, Bodenbach Krejči Franz, Trautenau Macoun Franz, Reichenberg Taub Siegfried, Prag De Witte Eugen, Karlsbad Bischta Rudolf, Sternberg Senatoren: Grünzner Ernst, Brag Hackenberg Theodor, Prag Dr. Heller Carl, Teplitz- Schönau Müller Heinrich, Aufsig Renzl Josef, Schludenau Wellan Maihias, Brünn Aussig Goldbach Hanz Jentsch Heinrich und Frau Spiegel Anton u. Familie, Sekretär Pölal Leopold Altrohlau Stohwasser Ostar und Frau Asch Amstä ter Andreas und Frau, Parteisekretär Strombholz Franz Gewerkschaftsfefretär Schmidt Johann, Lofalvertrauens mann Bodenbach Arnberg Emil und Familie Dvorschak Rudolf und Familie Hode Willi und Familie Sober Karl und Familie Stögler Franz und Familie Betzif Rudolf und Familie Schmidt Rudolf Josef und Frau Schweichhart Josef und Frau Bischofteinitz Diet Andreas Böhm. Budweis Prof. Herbig Gustav Wanet Franz Böhmischdorf Lug Alois Böhm. Krumau Deistler Josef und Frau, Beamte Dent Anton und Frau, Streisgewerkschaftssekretär Kreisgetverkschaftsfommission Pfohl Rudolf und Frau, Beamte Pokorny Franz und Frau, leit. Beamte Reidinger Ad. und Frau, Beamte Bapf Franz u. Frau, Parteisekretär Böhm. Kamnitz Müller Eduard u. Frau, Gec- Werke Bratislava Posselt Hermann und Frau Lejessy Frizz Wagner Friedrich, Direktor Brüx Arbeiterverein ,, Kinderfreunde" Bezirksorganisation der DSAP Lotalorganisation der DSAP Kreis Komotau des Allg. Anges stellten- Verbandes Ortsgruppe des Eisenbahners verbandes Touristenverein Naturfreunde" Zettl Johann und Frau Drahowitz Büscher Karl, Gewerkschaftssekretär Roll Ludwin und Frau Sattler Ernst und Frau Schaffer Edo und Gusti Eger Bäuml Wilhelm, Beamte Böhm Georg Fleischmann Karl und Familie Friedmann Josef und Familie Fritsch Friedrich Grüllmayer Ernst Heinl Lore Heinrich Adam und Frau Soor Georg und Frau Dr. Mein Kreul Ernst Novy Wilhelm Dr. Reicht Otto, Advokat Reiter Karl Rohm Emil Weigl Georg und Familie Elbogen Danzer Robert und Familie Dr. Feig und Frau Nitsche Ernst und Familie Willander Franz und Frau Falkenau a. d. E. MUDr. Mautner Franz, Chefarzt und Frau Fischern Bachmann Ernst und Frau Blob Josef und Familie Drukr Oskar und Familie Fled Karl und Frau Hein Josef und Frau Hüttl Ernst und Familie Legat Wenzel und Frau Opl Albert und Familie Palme Franz und Frau Platschek Franz und Frau Scharing Julius und Familie Sandmann Friß und Frau Berner Karl und Frau Freistadt Gemeindefraktion Kowalik Rudolf, Vizebürgermeister Lokalorganisation d. DSAP Schiwietz Karl, Lehrer i. R. Freiwaldau Drescher Josef und Emilie Palm Edmund und Loisl Weiß Johann Wöhl Nudolf und Marie Freudenthal Ullmann Franz und Familie, Gewerkschaftssekretär Gablonz a. N. Barth Josef Endt Franz, Kaufmann Friedrich Arthur Habel Eduard Hafler Bruno und Familie Hofmann Eduard, Vizebürgermeier Lutz Bruno, und Else Luß Wilhelm und Familie Möchel Alfred und Frau Möldner Gustav, Erporteur Musitschek Edwin Samay Franz, úřednik Seidel Herrmann, Reisender Schlegel Emil und Ida. Schwarzbach Josef, Perlenfärber Wangler Josef Weipert Arthur Friedland Gangl Karl und Frau, Angest. Söhler Franz und Frau, Beamtec Kudrnatsch Josef und Frau Prediger Emil und Frau, Beamter Preisinger Josef u. Frau, Beamtec Naim Ferdinand und Frau Franzensbad Männer Wenzel Graslitz Dr. Goldberger Josef u. Frau, Arzt Rosch Josef und Familie, Sekretär Wunderlich Emil und Familie Grulich Bezirksorganisation der DSAP Lokalorganisation der DSAP Bahlstelle der Union der Zegtil arbeiter Holeischen Gottfried Johann und Clara Handlova Novak Ludwig, Sekretär Knopp R. Halbstadt Jägerndorf Berger Franz und Frau Prodkorb Josef und Familie Dr. Feldmann Leo und Frau Heeger Rudolf, Abgeordneter Kolbe Franz und Frau, Sekretär Sutscha Emil und Frau Ortsgruppe d. Eisenbahnerverbandes Nichter Ernst und Familie Rohner Franz und Familie Siegmantel Josef Schober Franz und Frau, Stadtrat Ulrich Josef Dir. i. R. Völkl Josef und Frau, Fachlehrer Karwin Schmeiser Franz Kaaden Schneider Alexander samt Frau, leit. Beamte Karlsbad Altschul Ludwig u. Frau, Kurhaus ..Stadt Berlin" Bernhart Gustav und Frau Dr. Bergauer Ernst Blatny Fanny Duß Ernst und Frau Fladerer Karl Fritschte Heinrich und Frau Haberzettl Erna Hanus Rud. und Frau Holit Franz Hopf Friß und Frau Horn Wenzel und Frau Jakob Josef Kralert Erich Kreißl Josef und Frau Lorenz Wenzel und Frau Löw Albert und Frau Möser Josef und Familie Mörtl Wenzel und Familie Müller Josef und Familie Plodek Josef Nicer Josef und Frau Dr. Simon Ostar Schröpfer Josef und Frau Ulm Carl Weikert Florian, Redakteur Werner Willibald Wilhelm Josef und Frau Wirth Anna Wondrat Heinrich und Frau Kaplitz Prascht Franz und Familie Kosolup Hala Franz und Frau Klattau Wi Alois und Familie Kloster Babak Johann, Oberlehrer Königsberg Bischof Karl Kesmark Barnert Wilhelm, Beamter. Wittich Paul, Direktor Komotau Kaufmann Frang Ladig Josef May Alois Košice Aurbach, Optiker Böhm Alfred, Leiter der I. Prager Kr. V. A. Ortsgruppe des Zentralverbandes der Versicherungsanstalten Rothmann Desidor, Obmann des Einheitsverbandes Sanatorium, Bad Stos Stein Eugen, Obmann der Union der Geschäftsreisenden Verband der Banks u. Sparkassenbeamten Dr. Weiß Oskar, Advokat Langendorf Köppl Rudolf Löffelmann Josef Sitter Karl Langhaid Böhm Franz und Anna, Gastwirt Salnau Landskron Baier Otto, Geschäftsführer Bezirksverein Arbeiterfürsorge" Bezirksverein Kinderfreunde" Bezirksorganisation der DSAP Illner Franz, Landesvertreter Kreisorganisation der DSAP Liebich Emil und Frau Lokalorganisation der DSAP Meigner Alois, Fachlehrer Nitsch Josef und Frau Schwab Ernst und Familie Treml Franz und Familie Verein Arbeiterheim Wurst Karl, Lehrer Marienbad Bezirksorganisation d. DSAP. Dorschner August, Direktor Suttner Frang Mähr. Ostrau Ettinger Hermann und Frau Dr. Fertig Mag und Familie Figar Rudolf und Familie Freund Adalbert und Frau Dr. Haas Vittor und Familie Dr. Haas Wilhelm und Frau Hiebsch Alfred und Frau Klaschta Adolf und Frau König Rudolf und Frau Schön Siegfried Dr. Teichner Sandor Zeman Robert und Familie Martinstal b. Zwickau Mauder Hans sen., Sanatorium Mähr. Schönberg Barth Friz und Käthe Bärnert Ludwig und Familie Bierer Mag und Frau Häusler Wilhelm und Frau Jilg Karl und Familie Kauer Franz und Familie Kittel Hans und Frau Köhler Alfred Korger Hans und Familie Kreisverband der Atus- Union" Malcher Mag und Frau Mauler Ferdinand und Frau Rasch Leopold und Frau Schreier Raimund und Familie Weber Anton und Frau Bentralgruppe der Union der Textilarbeiter Meretitz Worlitschet Hans samt Frau Neudek Ing. Lösmüller Wenzel, Direktor Fider Hermann, Gewerkschaftssekretär Hammer Wilhelm, Beamter Dr. Kürschner Viktor, Chefarzt Maher Josef, Beamter Bettl Josef und Frau, Beamter Neuern Aschenbrenner Ernst und Frau Bezirksorganisation der DSAP Budweiser Franz und Frau Lokalorganisation der DSAP Ortsgruppe des Int. Metall arbeiterverbandes Rosenbaum Arnold und Frau Seidl Richard u. Theresia Bettl Karl und Betty Neutitschein Hauptmann Alfred und Frau Kamler, Bezirksvertrauensmann Dr. Löwn Em. Rechtsanwalt Nitschmann H. Paterno Rosa Sobet Alfred und Frau Neu- Oderberg Englisch Adolf Oberplan Deml Johann Odrau Unger Karl, Beamter Olmütz Böjty Josef städt. Beamter Verband der Eisenbahner Pilsen Dr. Adler Mag und Frau Dill Hans und Frau Pirkenhammer Schindler Richard Vogl Alfred Podersam Edl Starl und Frau, Parteisekretär Prachatitz Podlaha Johann, Buchhalter _ Prag Aufhäuser S., Gewerkschaftssekretär Altmann Franz und Frau Appelt Anna After Anna und Jaroslav Bahr Nudolf Bartosch Josef Bělina Josef und Lotte Benedikt Anton Bendel Emil und Frau Bermann Otto Blaha Berta Dr. Bloch Arthur und Frau Dr. Bloch Mag und Frau Angela Böhm Josef Bock Siegmund und Frau Dr. Bock Kurt, Advokat Boutschef Reinhold Brom Karl Březina Nudolf und Alice Bürgermeister Rudolf Ceeh Max und Frau Chrt Mag E. Seite 1 Samstag, 1. Jänner 1938 Mr. 1 Ein herzliches Prosit Neujahr 1938! entbieten allen Freunden, Bekannten, Kunden, Gästen, Mitgliedern, Genossen und Genossinnen: Prag Ezed Robert samt Familie Deutsch Karl Wolfgang und Nuth Deutsch Maria und Moritz Dietl Anton und Josefine Diet! Emmerich und Lilli Dr. Ellinger Ernst Enenti Vittor und Familie Dr. Engel Ernst Faulhammer Franz und Anni Fechter Franz Fin! Moriz und Familie Fischer Emil Fischer Rudolf und Familie Fleischer Anton und Elfriede Dr. Franzel Emil und Familie Freimann Unni Ing. Fuhrmann Starl Funle Karl und Familie Gehorsam Hugo und Hedwig Glas Berta und Alois Görlich Emma Goldschmidt Leopold Goldmann Egon und Frau Greull Josef und Frau Groß Ernst Groß Carl Gröschl Rudolf Günther Subert und Frau Guth Viktor, Direktor Güttler Josef und Familie. Hadenberg Theodor Hammerschmidt Anton und Frau Hartl Franz und Familie. Haßlbauer Josef und Frau. Hauptmann Adolf und Familie Hayek Theodor, Baumeister Hellmich Josef und Familie Herget Friß und Familie Hirsch Rudolf und Frau Hode Franzi Hofbauer Josef und Familie Hoffmann Mar, Fachlehrer Hollmann Franz und Frau Hübner Rudolf und Mizzi Illert Paul und Frau Batsch Wenzel und Frau Janetschek Edwin und Frau Zeline! Karl und Familie Stahler Maria Kaufmann Ernst und Frau. Kern Karl und Familie Klein Alfons Slein Gabriele Soblischte Paula Kohn Willy und Familie Köhler Adolf und Familie Kollin Paul Kosminsty Fritz und Frau Stoufal Franz und Frau Straus Josef, Direktor Streifty Rudolf und Familie Kreißl Emil und Frau Krombholz Ferdinand, Korrektor Stropp Wenzel und Frau Strummel Franz und Frau Kuhn Franz Landsmann Cläre Langer Carl und Frau Lederer Otto und Familie Liewald Rudolf und Elisabeth Lorenz Wenzel u. Frau, Baumeister Mader Rudolf und Familie Maret Simon und Familie, Privatbeamte Megger Willi und Frau Michal Alexander und Familie Mittenhuber Friß und Familie Morgenstern Grete Müller Ernst und Familie Müller Franz und Frau Müller Josef Neubauer Viktor und Frau Nehyba Franz und Lilly Neuwirth Zdenko Pacovsty Karl Paterno Jehann, Beamter Baba! Hubert Paul Ernst und Gist Piccarone Mag Pipal Leo Dr. Pohl Franz und Frau Dr. Polach Hans und Liefe Prof. Polach Johann und Frau Pösch Walter und Frau Prager Eugen, Verleger Preiß Friedrich und Frau Preibisch Wilhelm und Familie Prolsch Karl und Frau Pudner Hugo, Beamter Dr. Redisch Walter und Frau Richter Anni Riedl Emmy Runge Karl und Frau Rybin Peter und Herm Rzehal Josef und Familie Sailer Georg und Familie Siegl Anton und Frau Scharnowell Alois und Familie Scharnowell Viktor und Familie Schindler Hans Schick Heinrich Dr. Schenk Fritz u. Frau, Nerałowi Schlesinger Geza Schlesinger Wilma Schnabel Ottilie Schorsch Georg und Frau Schönfelder Richard und Familie Schrader Kurt und Frau Schwandtner Max und Familie Dr. Schwelb Egon und Dr. Karla Dr. Strauß Emil Strnad Ernst und Familie Schmachtl Franz und Hilde Svojše Franz und Frau Synfule Karl und Familie Tallowitz Anton Taub Siegfried und Frau Tetenta Karl und Frau Theurer Lambert und Familie Tippelt Josef und Familie Tid Josef und Frau Trautsch Franz i. P. Ullmann Mar Vytopil Alfred Wallisch Paula Wagner Anni Wanka Willi und Mizzi Weil Robert Weber Paul und Frau Weber Gustav und Familie Wellisch Arthur und Familie Weis Franz und Frau Werner Otto und Frau Dr. Wiener Robert und Frau Waschal Josef Wildmann Ottokar, Direktor Wolfert Ernst Wolf Friz und Familie Reichenberg Alliger Ladislaus und Familie Biegel Wenzel und Familie, Vizebürgermeister Frenzel Alfred und Familie Gampe Franz Grünaner Ernst und Friedl Dr. Hahn Otto und Familie Hawel Robert und Familie, Kreissekretär Hübner Hermann und Familie Jandurel Josef und Familie Kirchhof Franz und Emilie Kleinert Franz und Familie Köller Johann und Familie Konrad Hans und Familie Koutnik Mar und Familie Kreschel Richard und Familie Kupetsch Franz Suplent Franz und Familie Löwit Karl und Familie Macoun Franz und Familie Müller Hermann Neumann Marie Plohs Emil Friedrich und Familie Cehwald Franz und Familie Neichelt Karl und Familie Roscher Anton und Frau Sonnet Franz und Frau Schäfer Anton und Frau Schilder Franz und Mizzi Schiller Johann und Familie Schmidt Peter und Familie Schreier Berthold und Familie Schwarzbach Robert und Familie Tauber Vinzenz und Söhne Tichak Josef und Frau Verbandsleitung der Gewerkschaft der Postler Wagner Hans Weinel Wilhelm und Frau Reitendorf Schindler Josef, Beamter i. N. Römerstadt Dr. Bittner Wilhelm, Amtsarat Dub Hans, Beamter Maier Arnold, Beamter Ortsgruppe der Union der Textilarbeiter Oppler Ernst, Beamter Unger, Adolf, Direktor Rumburg Bayer Emil und Familie Böhm Heinrich sen. und Familie Böhmer H. und Frau Marschner Franz und Familie Pak Hilde und Alois Schnabel Alois und Familie Ortsgruppe der Union der Textilarbeiter Werner Karl und Familie Ruppersdorf Kratina Franz Schönlinde Nejedly Karl u. Frau, Bürgermeiſter Sitte Josef u. Frau, Lagerhalter Wollmann Ad. u. Frau Staab Brantl Franz, Parteisekretär Kulla Karl, Kassaleiter Solka Saliger Alfred, Oberlehrer Sirmitz Winter Hans Sternberg Bezirksorganisation d. D.S.A.P. Kreisorganisation d. D.S.A.P. Koschatty Josef und Frau Mollit Alois und Fr Ondřejka May und Frau Paul Anton und Else Schwarzer Franz und Frau Tannwald Säckel Anton und Familie Tachau Fleißner Georg Trautenau Barth Anton u. Frau, Beamter Dr. Haas Otto, Advokat Hal Josef und Familie, Beamter M.11.Dr. Sieke Reinhold, Ieit. Rahnarzt M.11.Dr. Jaroschka Bernhard, Amisarzt Kern Rudolf und Familie, Direktor Ludwig Friß, Lokalvertrauensmann Teplitz- Schönau Dr. Feldstein u. Frau, Weiskirchlitz Geißler Rudolf und Dori Hammer Olga und Mar Herget Heinrich Jungbauer Josef u. Familie, Turn Kremser Heinrich Lent Josef und Frau Lorenz Richard und Frau Mildner Marie und Alfred, Turn Neumann Gustav Redziegel Richard und Familie Roll Ernst und Familie Franz und Mizzi, Turn Geider Marie Schaffarsch Marie und Franz, Weiskirchlig Schneider Marie und Wilhelm, Graupen Schweinfurter Josef und Familie Thöner Ernst Troppau Brudny Hermann und Frau, Fachlehrer Erler Albert, Redakteur Hillebrand Frib. Administrator Hopp Leopold, Aquisiteur Hübel Raimund und Frau, Gewerkschaftssekretär Hübner Friß, Stadtrat Kristek Johann, Stadtrat Kuhn Friedrich, Stadtrat Langer Alois, Stadtrat Leinsmer Hubert u. Berta, Redakteur Ondřejka Rudolf, Krankenkassabeamter Sievers Erich, Leiter der Druderei Stolz Rudolf, Stadtrat Tit Stefan und Frau, Vizebürgermeister Tsch. Teschen Dr. Grünbaum Erwin, Advokat Warnsdorf Augsten Anton und Familie Bezirksverein Arbeiterfürsorge" Bezirksorganisation der D.S.A.P. Eger Josef und Adele Goth Josef und Emilie Löwi Sigmund und Frau Lofalorganisation der D.S.A.P.. Lukaš Erwin Reilich Franz und Frau Thum Julius Weisbach Heinrich und Emilie Wessely Wenzel und Frau i Wagstadt Janovsky Karl Mörth Johann Weipert Hoffmann Adolf und Frau Turnwald Franz und Frau Wigstadtl Andersch Artur und Frau Blaschke Johann und Henriette Goldmann Hilde Kunz Rudolf Mader Karl und Frau Mohr Konrad Ortsgruppe des Verbandes ber öffentl. Angestellten Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel entbietet allen Genoſſinnen und Genossen die Bezirks- und Lokalorganisation Wigstadtl Winterberg Bezirksorganisation d. D.S.A.P. Bezirksverein Arbeiterfürsorge" Keller Em. 5. Familie Lokalorganisation d. D.S.A.P. Verband der öffentlichen Angestellten Werner Alois und Frau Zauchtel Schindler Franz, Offizial Zwittau Tintl Viltor, Sekretär An alle Abonnenten, Kolporteure und Mitarbeiter herzlichen Dank und ein recht glückliches neues Jahr Die Berwaltung und Redaktion " Sozialbemotrat" Genossen, besuchet euere Unternehmungen HOTEL MONOPOL u. das Restaurant 4496 PRAG II, Havlíčkova 5 LIDOVÝ DŮM PRAG II., Hybernská 7 Billige und schmackhafte Mittagessen von Kč 5aufwärts. Jeden Sonntag große Tanzunterhaltung im Steinersaal Es laden höflichst ein Lebe da und Fišer 4385 Spiegel-, Spezial- und Farbenglas Bau- und Rohglas aller Sorten Wandverkleidungen aus Miropakglas Wolf& Štětka Nachf., A.-G., Prag II., Truhlářská 16 Telephon 60097, interurban 63 179 Transportanlagen Aufzüge Elektro- Flaschenzüge 1891 Norbert Zettl konz. Elektro- Unternehmen Prag VII. 4494 U Smaltovny 1218b. Tel. Nr. 75183 Wer baut, schafft Arbeit! 4424 Emil Spiegel& Co. A.-G., Warnsdorf, ČSN Mr. 1 Samstag, 1. Jänner 1938 Ein recht herzliches Prosit Neujahr Grity 1 allen unseren Mitgliedern, Funktionären, Mitarbeitern und Freunden Der Reichsausschuß, die Geschäftsstelle, bie Redaktionen ,, Berg frei!" und„ Der Naturfreund". bie Gaue, Ortsgruppen und Naturfreundehäuser bes Touristenvereines ,, Die Naturfreunde" Giß Auffig wünscht allen Mitgliedern. Förderern, Spendern und Gönnern unserer Naturfreunde- Bewegung ein recht frohes Wanderjahr! 4488 Gewerkschaft der Tabakarbeiterinnen u-Arteter in der Tschechoslowakischen Republik Sitz: Sternberg 4074 Mähren erfaßt alle aktiven und pensionierten Tabakarbaiter. Für Unterstützungen, Rechtsschutz- und Bildungskosten hat die Gewerkschaft bis 1936 Kč 1,577.062 ausgegeben. Die deutsche Tabakarbeiter.chaft gehört in unsere Gewerkschaft. Textilarbeiter! Textilarbeiter! Schüßt Euere Lebensinteressen und die Euerer Angehörigen durch den Beitritt zur Union der Textilarbeiter b. G für das čfl. Staatsgebiet Siz Reichenberg 55.000 Mitglieder der Union der Textilarbeiter bieten Euch die Hand für freundschaftliche. solidarische Zusammenarbeit zur Hebung Eucrer Lebenshaltung. Die Union der Textilarbeiter ist die größte und leistungsfähigste Gewerkschaft der Textilarbeiter in unserem Staate. Die Union der Textilarbeiter hat in den letzten Jahren an die Mitgliedschaft tolgende Unterstützungen ausgezahlt. Arbeitslosenunterstützung Streifunterstützung Andere Unterstützungen Kč 361,122.597.7,346.956.Kč . . Kč 4,860.999.Textilarbeiter! Die Union der Textilarbeiter ruft Dich, erfülle Deine Pflicht, werde Mitglied! 4210 Profit Neujahr! allen Mitgliedern wünſcht die Enion der Textilarbeiter Ortsgruppe Schönlinde. Die besten GLÜCKWÜNSCHE 4488 zum JAHRESWECHSEL Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel entbieten Sekretariat ber Zentralewerkschaftskommission Reichenberg „ Gewerkschaftliche Rundschau" Reichenberg 4466 Verlanget überall Volkszünder Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel entbietet allen seinen Mitarbeitern, Freunden und Genossen 4478 Die besten Der Vorstand des Verbandes der Arbeiter in der Bau-, Stein- und Keramindustrie in der ČSR Neujahrs- Glückwünsche entbietet alten Mitgliedern, Vertrauensmännern und Mitarbeitern Prag- Karlin entbietet allen Funktionären, Mitarbeitern u. Mitgliedern der BekleidungsarbeiterVerband in der ČSR. Sltz Reichenberg Der Verbandsvorstand des Internationalen Metallarbeiterverbandes 4483 Sitz Komotau ZUM JAHRESWECHSEL EIN HERZLICHES„ GLÜCK AUF"! allen Freunden unserer Bewegung entbieten Union der Bergarbeiter in der Tschechoslowakischen Republik in Turn- Teplitz masarykfraße 128 und ihre Sekretariate: TEPLITZ- KARBITZ, Turn, Masarykstraße 128 DUX, Palackystraße 715 BRUX ,,, Bergarbeiterhaus" KOMOTAU, Kreuzgasse 3 4481 KARLSBAD, Masarykstraße 463 FALKENAU a/ EGER ,,, Bergarbeiterheim" CHOTĚSCHAU, Nr. 190 TRAUTENAU, Hummelplatz 309 HULČIN, Petershofen 362, Post Ludgeřovice, Hulčinerland ALLEN GENOSSINNEN UND GENOSSEN DAS BESTE ZUM NEUEN JAHRE ATUS UNION DIE ATUS UNION Der Fabrikarbeiter- Derband in der Čsl. Republik Sitz Aussig a. d. E., Karlsgaffe 1 ist die zuständige freie Gewerkschaft der Arbeiterschaft der chemischen Industrie, der Papiererzeugungs- und Verarbeitungsindustrie, der Gummi-, Buder, Bements, Chamotte und Seunststeinindustrie, der stunstblumenindustrie, sowie verwandter Berufe in der Tschechoslowatischen Republik und vertritt jederzeit und rückhaltlos die wirtschaftlichen und sozialen Interessen der gesamten organisationszuständigen Arbeiterschaft. Außer den Vertrags- und Johnvolitischen Aufgaben sowie Leistungen für Bildungszwede hat der Verband allein an Unterstützungen bis Ende 1935 an seine Mitglieder den Betrag von Kč 43,463.427.63, darunter rund 40 Millionen Kč an Arbeitslosenunterstüßung ausbezahlt. Es ist daher Pflicht eines jeden Fabritarbeiters, seiner Gewerkschaft anzugehören. Die sozialen Stämpfe der Zukunft verlangen unbedingt die gefchloffene gewerkschaftliche Front der Arbeiterklasse. Bist Du noch nicht Mitglied, dann vollziehe ohne Aufschub Deinen Beitritt zum Fabrikarbeiters Verband. Bist Du aber Mitglieb ,. dann agitiere unerschroden und erfolgreich unter Deinen noch indifferenten Arbeitskollegen. Fabrikarbeiter, auf zur Tat! 4485 Crite 1. Samstag, 1. 3änner 1938 Ein recht herzliches Prosit Neujahr Mr. 1 allen unseren Mitgliedern, Funktionären, Mitarbeitern und Freunden 4495 Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel entbietet arbeiterKonsum- und Sparverein Bodenbach Die besten Glückwünsche zum JAHRES WECHSEL entbietet allen Funktionären, Mitarbeitern und Mitgliedern der Nordböhmische Konsum- und Sparverein in Teichstatt registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung. Telephon Nr. 1 4472 Alle Drucksachen aus der Druck- und Verlagsanstalt Gesellschaft m. b. H. Teplitz- Schönau Tischlergasse Nr. 4-6 4475 Ein frohes neues Jahr wünscht allen ihren Mitgliedern die Arbeiter- Konfum- und Spargenossenschaft für Braunau und Umgebung reg. Genossenschaft mit beschr. Haftung in Braunau Der Vorstand und Aufsichtsrat der Aussiger Arbeiterbäckerei r. G. m. b. H. allen Mitgliedern und Kundschaften der Genossenschaft O 4481 Ein glückliches NEUJAHR! allen unseren Mitgliedern die ZKG Zentralkonsum- und Spargenossenschaft in M. Ostrau 4470 Ein fröhliches neues Jahr wünscht ihren Mitgliedern die Zentralkonsum- und Spargenossenschaft >>> Budoucnost«< Mähr. Ostrau Landwirtschaftliche Bezirksvorschuss- Kasse Arnau Zweigniederlassung Trautenau für die Bezirke Arnau und Trautenau eigene Anstaltsgebäude Stammanstalt: Arnan, Postaaffe- Telephon Nr. 36 Zweiganſtalt: Trantenau, Schmehkalgasse- Tel. Nr. 236 Höchstmögliche Verzinsung von Geldeinlagen gegen Einlagebuch oder in laufender Rechnung Gewährung von Darlehen und Krediten aller Art Durchführung aller sonstigen Bankgeschäfte. Einlagenstand Kč 85,000.000--Für die Sicherheit der Einlagen haften die Beairfe Arnau u. Trautenau mit 10,000.000 Kč. Geldumfaß im Jahre 1934: 900,000.000 Kč. 4491 Den organisierten Verbrauchern Nordmährens und Westschlesiens entbietet die besten Neujahrsgrüße K.G.S. Konsum-, Produktivund Spargenossenschaft registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Mähr.- Schönberg Arbeiter, werdet Genossenschafts- Mitglieder! Ein fröhliches neues Jahr 4476 wünscht ihren Mitgliedern die W. K. J. Jägerndorf Die besten Wünsche zum Neuen Jahr entbietet allen ihren Kunden 4469 4477 Druckerel Gärtner& Co., Bodenbach a. E. Berücksichtigt unsere Inserenten O Velkonákupní společnost družstev Großeinkaufsgesellschaft für Konsumvereine Zentrale in Prag II., Těšnov Nr. 3 Den Genossenschaftern und Gönnern wünscht viel Glück im Jahre 1938 4474 die Zentralverwaltung und Erzeugungsunternehmungen VDP Im neuen Jahr kaufet ausschließlich Waren mit der Marke Telephon Nr. 64751-57 DP Telegramme: Velkonákup, Praha Nr. 1. Samstag, 1. Jänner 1938 " Sozialdemokrat" Seite 1 Die Graphische Union ist die Reichenberg LB. Turnerstraße 27/1 freigewerkschaftliche Fachorganisation der Lithographen, Steindrucker und verwandter Berufszweige, der Buchbinder und Papierverarbeiter, der Beschäftigten in der Kartonagen- Industrie, des gesamten graphischen Hilfspersonals Berufszugehörige! Tretet als Mitglieder bei! Beitrittserklärungen und Unterstützungs- Ordnungen werden bereitwilligst zugesandt VERBAND DER ÖFFENTLICHEN ANGESTELLTEN Sitz Reichenberg, Mühlfeldstraße 25 SEKRETARIATE: Reichenberg, Mühlfeldstraße 25 Karlsbad, Haus ,, Volkswille", Kantstraße Olmütz, Gabelsbergergasse Nr. 4/ III Freigewerkschaftliche Organisation der Angestellten des öffentlichen Dienstes Fachgruppen und Sektionen für die einzelnen Berufsgruppen. Krankenunterstützung, Notfallsunterstützung, Stellenlosenunterstützung sowie Staatszuschuß. Rechtsschutz in allen Berufsangelegenheiten, 121 Ortsgr. Fachblatt ,, Der neue Weg" Es liegt im Interesse jedes einzelnen, alle noch außerhalb unserer Rethen stehenden öffentlichen Angestellten für den Verband zu werben! Niemand schützt Euch, wenn nicht die Organisation! 8761 HERZLICHE GLÜCKWÜNSCHE ZUM JAHRESWECHSEL entbietet allen Mitgliedern, Mitarbeitern und Genossen der Verband der Holz- und Landarbeiter In der Tschechoslowakei Sitz Reichenberg Allen Freunden der freigewerkschaftlichen Angestelltenbewegung die Herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel Allgemeiner Angestelltenverband, Reichenberg Unsere Natur in Bildern Sobald Sie Ihre Wohnstätte und die unfreundlich ver qualmte Stadt verlassen, um in vollen Zügen die Schönheit des Landaufenthaltes zu genießen, bekommt Ihr Geist einen neuen Schwung. Sie werden frei von den Sorgen und der Hast des Alltags, für die Gaben empfänglich, die Ihnen die Natur so bereitwillig entgegenbringt. Es wer den Sie in erster Reihe die tausenden Blumen ergreifen, die Wald, Flur und Hecke schmücken. Ihre Neugier er wacht, Sie möchten die Freude am Anblick durch etwas Wissen erhöhen, zum wenigsten so viel, als notwendig ist, ur die einzelnen Blumen bestimmen und ein wenig in ihr Leben blicken zu können. Auf diese Weise wird Ihre Freude eine lebhaftere und nachhaltigere sein. Auch die bunte Vogelwelt fesselt jeden, selbst den flüchtigen Betrachter, weckt in ihm Sympathien und ein Verlangen nach genauerer Kenntnis, nach tieferem Eindringen in das Leben der liebreichen Geschöpfe, die plötzlich in einem Geist aufzittern, um einen Baumwipfel kreisen, Felder und Wiesen überfliegen, und sich in kühnen, mit fröhlichem Gesang ausgeführten Flugkunststücken an ihrem Leben erfreuen. Da hält der Mensch den Atem an, jubelt mit und kann der Versuchung nicht widerstehen, haltzumachen, das fesselnde Geschöpf vermittels eines Fernglases näher zu betrachten, sich an ihm zu entzücken und aus seiner Lebensweise Belehrung zu ziehen. In solchen Augenblicken erhöhen Ihre Freude an der Natur die schönen, unentbehrlichen Bücher aus der Reihe Unsere Natur in Bildern". Vesmír Bisher ersch'enen: I. Band: Univ. Prof. Dr. Fr. A. Novák- K. Svolinský: Pflanzen übersetzt von Prof. Dr. Erich Daumann II. Auflage 158 Illustrationen II. Band: Dr. Jos. Jirsík- K. Svolinský: Die Vögel 54 Illustrationen Kč 42Kč 36III. Band: Univ. Prof. Dr. Fr. A. Novák- K. Svolinský: Gebirgspflanzen ( Tschechoslovakische Alpine- Blüten) übersetzt von Prof. Dr. Erich Daumann 115 Illustrationen Kč 42Die Bücher sind in jeder Buchhandlung erhältlich Verlags Ges. m b. H., PRAG VII., Dobrovského 29 stam 4465 15 25 12 WIR DANKEN UNSEREN KUNDEN für das Vertrauen, welches sie uns das ganze Jahr entgegengebracht haben, UNSEREN LIEFERANTEN, dass sie uns geholfen haben, die Qualität unserer Erzeugnisse zu verbessem, UNSEREN MITARBEITERN für ihre treue und ausdauernde Mitarbeit, allen Kunden die grössten Vorteile zu bieten. Aata Meltonschuhe für die Kleinsten. 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