Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartet in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh Einzelpreis 75 Seller Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Ansteigen Donnerstag, 6. Jänner 1938 der Arbeitslosigkeit Neuer Sieg bei Teruel Nach Mitteilungen des Ministeriums für Sozialfürsorge, wurden Ende Dezember 1937 nach den vorläufigen Ermittlungen 451.484 nicht Angreifende Rebellen dezimiert Aus dem Inhalt: ,, Aufbruch" scharf gegen Henlein Baxa gestorben Propaganda- Ministerium gefordert Landbriefträger überfallen Raubüberfall in Saaz Höllenmaschine in Lyon Nr. 4 Es geht alle an! Eine gewisse Selbstlosigkeit ist den Nationa listen nicht abzuftreiten. Sie freuen sich, und das gilt ganz besonders für die deutschen Nationalis ften, über jeden nationalistischen Sieg in jedem Lande, auch wenn dieser Sieg eigne Volksgenos untergebrachte Stellenbewerber gezählt, was Barcelona. Der amtliche Bericht des Mini- schen Stellungen niedergingen. Jagdflugzeuge sen vernichtend trifft. Die grausame Entnationa gegen Ende November 1937 eine Zunahme fteriums für Nationalperteidigung vom Mittwoch der Regierung vertrieben dann die Flugzeuge der lisierung der deutschen Südtiroler hat nie die von 118.029 ober von 35.4 Prozent bedeutet. besagt: Aufständischen. Die republikanischen Soldaten nationalsozialistische Begeisterung für den Schul Die Zunahme betrug im Lande Böhmen 45.080 eröffneten, bis zu den Knien im Schnee watend, digen, den italienischen Faschismus, beeinträchtigt; oder 43.4 Prozent, in Mähren Schlesien 39.522, den Gegenangriff und beseßten einige von Bomber Stampf gegen das Deutschtum in Polen hins das ist 53 Prozent, in der Slowakei 31.993, bas benabwürfen herrührende Krater. Nachmittags dert die deutschen Nationalsozialisten nicht daran, ließ die Heftigkeit der Kämpfe nach. Die Ne- für das polnische Regierungssystem zu schwärmen. ift 52.8 Prozent und in Karpathorußland 1434, publikaner schlugen einen Angriff der Aufständis schen auf Muela del Teruel leicht zurück. Teruel funkt republikanisch! das ist 24.9 Prozent. Gegenüber dem 31. Dezember der früheren sechs Jahre ist die Zahl der Arbeitslosen im heurigen Dezember wohl niedriger. Es betrug die Zahl der Arbeitslosen Ende des Jahres 1931 486.863, 1932 746.811, 1983 779.987, 1934 752.828, 1985 794.407, 1936 619.143 und 1987 wie bereits vermerkt 451.484. Es ist also heuer die Zahl der Arbeitslosen niedriger gegen 1981 um 34.879, gegen 1932 um 294.827, ge. gen 1938 um 328.503, gegen 1934 um 300.844, gegen 1935 um 842.923 und gegen 1986 um 167.659. Bei Teruel führten die Aufständischen einen Angriff auf den rechten Flügel unserer Position bei Petron. Der Angriff wurde jedoch abgewie fen. Gleichzeitig wurde ein Angriff zurückgeschlagen, der von Concub in der Nichtung auf Teruel eröffnet wurde. Auch auf dem linken Flügel wurde ein Angriff zum Stillstand gebracht. In ber Nacht entwickelte fich wieber ber Kampf um unsere Position bei Petron. An den anderen Fronten waren feine größeren Aftionen zu verseichnen. men, geradezu begeistert. Endlich erwacht" auch ogas scharfe Aktionen gegen die rumänischen Juden werden von der deutschen nationalistischen Presse zustimmend begrüßt, ja mehr als zustim Rumänien! Aber der rumänische NationalisBarcelona. Der Sekretär des Minister mus begnügt sich nicht mit dem Kampf gegen die präsidenten Negrin hat den Journalisten mitge- Juden! In Rumänien gibt es außer der jüdischen teilt, daß Mittwoch früh die Sendestation in Te- Minderheit auch starfe magyarische und deutsche Teruelfront. Der Havas- Sonderbericht ruel wieder in Betrieb gesetzt wurde. Die repu Minderheiten und auch diese werden nach und nach erstatter meldet: Dienstag schwankte die Temblikanischen Sendungen in der eroberten Stadt vom rumänischen Nationalismus in die Range geperatur zwischen 15 und 17 Grad unter Null werden Donnerstag aufgenommen werden. nommen werden. Schon sind in Czernowiß zwei Obwohl ein Schneeſturm herrschte und der Schnee Die Verwaltungsbehörden der Stadt Teruel tei- deutsche Zeitungen verboten worden! Und wenn alle Wege und Schüßengräben auf beiden Seiter len mit, daß nach den dort aufgefundenen Doku- man sich anschiden wird, in Induſtrie, Gelverbe verſchüttete, gab es den ganzen Tag über einen menten sechs Beamte des Finanzamtes, darunter und den freien Berufen den nationalen Schlüs heftigen Kampf. Der Havasberichterstatter say eine Frau, die furz vor dem Ausbruch des Auf- fel anzuwenden, dann werden die Deutschen Rus Bedenklicher wird die Zahl der Arbeitslosen; dem heftigen Kampf von den Coneud be standes ernannt worden waren, von den Aufstän mäniens gar bald das„ nationale Erwachen" die am 31. Dezember 1937. verzeichnet wird, herrschenden Höhen nördlich von Teruel zu, bei difchen erschossen worden sind. Rumäniens im Wirtschaftsleben schwer zu spüren wenn man an die Entwicklung der Arbeitslosigkeit dem die Aufſtändischen, welche den Angriff in der bekommen. Der einmal erwachte" Nationalismus im ganzen Jahre 1937 verfolgt. Den höchsten Richtung von Concud eröffneten, in das Feuer Itallener das gilt für den einer jeden Nation- macht Stand erreichte die Arbeitslosigkeit in diesem der republikanischen Batterien gerieten und eine Jahre mit 677.949 und ging bann bis Septem- schwere Niederlage erlitten. Der Him- zur spanischen Reglerungsarmee por feiner nationalen Minderheit Halt, er sucht jebe zurüdzudrängen, womöglich zu beseitigen, ber auf 230.692 herunter. Seitdem steigt bie mel tvar bewölkt und die ganze Gegend von dich Gibraltar. Ein Sergeant und drei Soldaten wenn er sich auch mit besonderer Leidenschaft Arbeitslosigkeit, fie betrug im Ottober 237.937 tem Nebel bebedt. Tros dieses schlechten Wetters des italienischen en Regiments, das fonit in Bagegen jene wendet, die allüberall nur Minderheit stieg dann rasch im November auf 332.981, und wollten die Aufständischen die Republikaner durch via, aber jest zwischen Algeciras und San find, gegen die Juden. dann noch raſcher im Dezember eben auf 451.484. einen Angriff überraschen, die auf der Sierra de Roque in Garnison liegt, sind in einem fleinen Aber wenn auch die Deutschen Rumäniens Nach den Erfahrungen früherer Jahre ist nun Corbelan, nordwestlich von Cancud Ruberboot in Gibraltar eingetroffen. Sie find von dem neuen Regime, das gar nicht daran denti, wenigstens in den nächsten zwei Monaten ein wei- Stellungen bezogen hatten. Die Republikaner von ihrer Truppe desertiert und zu Fuß bis an die ein Minderheiten- Direktorium zu errichten, feine teres Steigen der Arbeitslosigkeit anzunehmen. hatten ihre Geschüße im Schnee verborgen, ließen Stüfte gelangt. Dort fanden sie das fleine Boot, paradiesische Zukunft erhoffen fönnen, macht 3m vorigen Jahr d. i. im Jahre 1937 betrug die Angriffswellen der Aufständischen der Brigade das sie benüßten, um zur spanischen Regierungs- nichts, wenn nur die Juden noch mehr, noch träf bas Steigen der Arbeitslosigkeit im Jänner Nav- rra und El Tercio bis in unmittelbare Nähe armee zu gelangen. Die Soldaten reisen Don- tiger, noch erbarmungsloser, geprügelt werden 48.343, und im Feber, da die Arbeitslosigkeit er herankommen und eröffneten dann aus den Ge- nerstag nach Barcelona ab. als die anderen Minderheiten! fahrungsgemäß den höchsten Stand erreicht schüben ein mörderisches euer auf die Reihen 10.461. Es ist also anzunehmen, daß im heu der Angreifer, die im Schnee vorrückten. Durch rigen Winter die Zahl der Arbeitslosen dieses genaue Feuer wurden die Aufständischen eine halbe Million übersteigen wird. vollständig demoralisiert. Die Aufständischen ers Die Entwidlung der Arbeitslosigkeit in den hielten dann Verstärkungen aus der Richtung ber letten Monaten ist eine deutliche und nicht miß- Gemeinde Gaudete, doch wurden auch diese Verstärkungen von den Regierungsbatterien unter auberstehende Mahnung, alle Anstrengungen zu stärkungen von berdoppeln, die eine Verminderung der Zahl der Feuer genommen und mußten zu ihren StüßArbeitslosen und eine Vermehrung der Beschäf- punkten zurückkehren. Auch bei Villa star am tigten zu erwirken geeignet sind. Es sind dies be- westlichen Flügel am Ufer des Flusses Turia er fonders Erportförderung, öffentliche Investitionen litten die Aufständischen das gleiche Schicksal. Die im Inlande und tatkräftige Sorge für die Not- republikanischen Flugzeuge stiegen trots des schlech gebiete. Die Kälte ber allerletzten Zeit mahnt ten Wetters auf und beschossen, niedrig fliegen, ins weiter, der Arbeitslosen nicht zu vergessen, die Abteilungen der Aufständischen aus Maschidie nicht nur die Gefahr des Hungers, sondern nengewehren. Diese Abteilungen Konzentrierten auch des Froſtes ausgesetzt sind. sich zu einem Angriff auf die republikanischen Stellungen auf La Muela del Teruel. Die Verluste der Aufständischen waren so groß. bergehen und einige vorher verlorene Koten, daß die Republikaner selbst zum Gegenangriff welche die Gegend beherrschen, zurückeroberr konnten. Um die Mitte des Vormittags stiegen 50 Aufständischen- Flugzeuge auf, welche die schneebedeckten Höhen bombardierten, doch war die Sicht sehr schlecht, was sie an einem guten Rielen hinderte, so daß die Vomben vor den republikaniVereinsamte Diktatur Goga Bukarest.( Havas.) Nach den letzten In formationen des Havas Büros lasse sich der Standpunkt der einzelnen politischen Parteien zu der neuen Regierung Gogas folgendermaßen ajarakterisieren:. Gua dalaviar 200 m Plan der Stadt Teruel VT Die römischen Ziffern bezeichnen: I. Straße nach Calatayud. II. Straße nach Alcaniz, III. Straße nach Valencia, IV. Straße nach Cuenca, V. St.Julian- Vorstadt, VI. Vorstadt Las Ollieras. Die arabischen Ziffern: 1. Kathedrale, 2. St.- MartinsKirche, 3. Palast des Zivilgouverneurs, 4. Hellandskirche( in diesem Block befindet sich das Seminar), 5. Bahnhof, 6. Postamt, 7. Emilio CastelarPlatz, 8. Carlos Castel- Platz, 9. Straße der Republik, 10. Straße Pruneda, 11. Wasserleitung. USA harte Faust" gegen Japan? Die Unterdrückung der Juden in Rumänien ist jedoch, wie sich wenige Tage nach der Aufrichtung des neuen Regimes bereits zeigt, feiness wegs bloß eine innerrumänische Angelegenheit. Denn wenn ihnen auch die Nationalisten das Leben nicht gönnen, so wollen die Juden doch leben, und wenn man ihnen das Leben in Rus mänien unmöglich machen will, so muß sich ihnen der Gedanke aufdrängen, es anderswo zu ver suchen. Die Nachbarländer Rumäniens befürchten eine starke jüdische Emigration aus dem Lande, in dem man ihnen nach reichsdeutschem Vorbild alle Eriftenzmöglichkeiten nehmen will. Große Wanderungen der Juden sind nichts Seltenes. Oft. genug sind Juden aus Ländern, die ihnen zur Heimat geworden waren, vertrieben worden, und sind auch zehntausende und aberzehntausende auf diesen erzwungenen Wanderungen zugrunde gegangen, fo gab es doch noch immer Länder, die fie aufnahmen. Als 1492 alle Juden aus Spanien vertrieben wurden, fanden viele eine neue Hei mat in der Türkei und in Holland. Die während des Mittelalters aus deutschen Städten vertries benen Juden konnten nach dem Osten fliehen ( wohin sie das mittelalterliche Deutsch mitnah men). Wohin sollen aber in einer Zeit, da für alle Menschen alle Freizügigkeit aufgehört hat und jeder Staat bemüht ist, Arbeitspläße auss schließlich seinen Staatsbürgern zu sichern so= weit es überhaupt Arbeitspläße gibt die Jus den sich wenden? Schon werden viele Stimmen. Die nationale Bauernpartei hat ihre grund. fähliche Opposition gegen die neue Regierung an gefündigt. Die Liberalen machen ihre Stellung. nahme zur neuen Regierung davon abhängig, welche. Maßnahmen die Regierung zur inneren Neorganisierung des Landes treffen werde. Die Washington.( Havas.) Die amtlichen Fals fichtlich des eventuellen Zusammenwirtens mit laut, die sich gegen die Einwanderung jüdischer Eiferne Garde hat zwar die ersten Ankündigun- toren wahren große Zurückhaltung bei Beurteis Großbritannien bleibt der Standpunkt der Ver- Flüchtlinge in die Tschechoslowakei wenden. Es nen der Regierung begrüßt, nimmt jedoch weiter. lung der Erklärungen des japanischen Innenmis einigten Staaten unverändert. Washington wird ist keineswegs einfach Judenhaß, der diese Eins hin eine abwartende Haltung ein. Die liberalen niſters Admiral Suctſugu. Es handelt sich be- weiterhin eine Politik des Austausches von Be- wanderung nicht will, sondern die Sorge, was fanntlich um dessen in der Revue Kaizo" ber- richten und eine Politik des konformen Vorgehens denn mit den Juden hier geschehen soll, da es Diffidenten G. Bratianus stehen der Regierung öffentlichtes Interview, in welchem Suetsugu die betreiben, das aber von Fall zu Fall von den Arbeit für sie nicht gibt. feindlich gegenüber. Lediglich die Rumänische japanischen Ziele im Fernen Osten unumwunden Ereignissen abhängig sein wird.. Es ist selbstverständlich, daß wir das Asyl Front Bajda Vojevods und die nationaldemo. darlegt. recht gewahrt wissen wollen. Man darf nicht Menfratische Gruppe Prof. Jorgas haben vorbehalt. An gut unterrichteten Stellen werden die schen, die vor ihren Verfolgern flüchten, eben dies Ausführungen des japanischen Admirals als Befen Verfolgern in die Arme treiben. Aber darüber lose Unterstützung der neuen Regierung ange- ginn eines diplomatischen Manövers angesehen, London.( Eigenbericht.) Nach Erflä muß man sich flar sein: eine Lösung des Prob. beffen Ziel barin besteht, die Vereinigten Staaten rungen der japanischen Agentur Domei ha. der lems, auch nur des rumänischen Teilproblems der und Großbritannien zu entzweien. Man glaubt, bekannte Admiral Suetsugu, Japans Innenmini- großen tragischen Judenfrage, ist die Asylgewähbaf die Ausführungen des japanischen Innenmini- ster, der die Welt erst vor kurzem durch eine rung nicht! Es fann, da unmöglich Arbeit für Bukarest. Der rumänische Außenminister sters auf die amerikanische öffentliche Meinung scharfe Erklärung gegen England überraschte, eine Tausende beschafft werden kann, nur das Recht Micescu wird am 9. Jänner nachmittags zu offi- eine starke Wirkung in dem Sinne ausüben wer- neue englandfeindliche Kundgebung erlassen, in sein, unter den gegebenen Verhältnissen, im Asylsiellem Besuch bei der tschechoslowakischen Regie ben, daß fie die Entschloffenheit der Vereinigten der er die Engländer warnt, die Chinesen auf dem lande langsam zu verhungern. Die Lösung des rung in Prag eintreffen. Micescu verbleibt bis Staaten stärken werden, bei einem neuen Zwi- Wege über Hongkong zu unterstüßen. Wenn dies rumänischen Judenproblems muß auf anderem zum 10. Jänner nachmittags in Prag, von wo er fchenfall ähnlich dem mit dem Kanonenboot zu einem Konflikt mit England führen sollte", und wahrscheinlich gar nicht auschtslosem Wege dann nach Belgrad weiterreist. Panay die harte Faust zu zeigen. Sinfo fagte er, jo fönnen wir nicht dafür". gesucht und versucht werden. Fündigt. Micescu nach Prag Neue Drohung gegen England Donnerstag, 6. Jänner 1938 Nr. L Rumänien wurde schon auf dem Berliner Kongreß im Jahre 1873 verpflichtet, seine Juden al» Staatsbürger zu behandeln. Es hat freilich immer wieder versucht, sich dieser Pflicht zu entziehen. Aber die Friedenöverträge von 1910, die das neue Großrumänicn schufen, das von den Rumänen gewollte große Reich mit Einschluß der Bukowina und Bessarabiens, zweier Länder mit zahlreicher jüdischer Bevölkerung, verpflichteten Rumänien zur Anerkennung der Juden als Staatsbürger und sie legten auch Rumänien Min« derheitenschutz-Verpflichtungen auf. Und wie zur Wahrung aller Bestimmungen der Verträge ist auch zur Uebcrwachung dieser Schubverträge der Völkerbund berufen. Nun mag man freilich einwenden^ daß der Völkerbund sich zu einem recht schwachen Gebilde zurückentwickelt hat. Aber: noch können im Namen des Völkerbundes angesehene und einflußreiche und starke Staaten sprechen und die Einhaltung der Verträge verlangen. Der französische und der englische Gesandte in Bukarest haben bereits eine Demarche unternommen und den Ministerpräsidenten darauf aufmerksam gemacht, daß, falls Minderheitenfragen radikal in Angriff genommen würden, dies vor den Völkerbund gebracht werden würde. Wirksam wird dabei wohl weniger der Hinweis auf den Völkerbund sein, als die Tatsache, daß Frankreich und England es waren, die zum Schuh der Minderheiten einschritten. Und dieser diplomatische Druck kann verstärkt werden. Es gibt noch andere Staaten, deren Sympathien oder Antipathien Rumänien nicht gleichgültig sind. Ja, eS sollten sich wohl alle demokratischen Staaten zu ähnlichen und womöglich gleichartigen Aktionen entschließen— und dann könnte wohl der schlimmste Druck von den rumänischen Juden genommen werden. In allen Ehren der Grundsatz der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder! Aber wenn Rumänien seine Juden zur Berzweiflung treibt, ist das keine rein rumänische Angelegenheit. Denn wenn die Juden nur die Wahl haben, entweder sich in ihrer Heim.» demütigen, drangsalieren und dem Hunger au»« liefern zu lassen oder sich ins Schwarze Merr zu stürzen oder doch zu versuchen, in anderen Ländern Unterkunft zu finden, so werden sie, legal oder illegal, versuchen, in andere Länder zu gelangen. Und da keine» der Nachbarländer zehntausenden, hunderttausenden Juden Existenzmöglichkeiten bieten kann, sind aUe Länder sehr interessiert daran, daß Rumänien seine volle innere Handlungsfreiheit nicht zu Judenverfolgungen benützt. Einer der Staaten, die ganz besonder» daran interessiert sind, ist die Tschechoslowakei. die der rumänische Bundesgenosse durch seine„nationale Erneuerung" in eine heikle Situation zu bringen droht. Also muß gerade die Tschechoslowakei besonder» stark wünschen, daß die von Frankreich und England eingeleiteten diplomatischen Aktionen Erfolg haben. Die Antisemiten aber, fall» sie überhaupt durch irgend«in Ereignis zum Nachdenken verlockt werden können, müßten, fall» sie nachdenken, erkennen, wohin der Antisemitismu» führt — zu einem Weltwirrwarr, wenn di« Parole »Juden hinau-k" in mehr al» einem Lande politisch bestimmend wird. UeberaU»Juden hinaus!" — wohin? Will man die Juden nirgends leben lassen— will man sie überall vertreiben— dann muß der Antisemitismus in seiner letzten Konsequenz zu schtveren internationalen Verwicklungen führen. Außerdem aber überall dort, wo er sich durchsetzt, mich zur Verfolgung und Unterdrückung jeglicher Minderheit. Zuletzt zu einem Kampfe aller gegen alle. Wohin seht die Entwicklung? Ein Artikel Karel Oapeks Die neueste Nummer der„Ptitomnost" enthält an leitender Stelle einen Artikel de» tschechischen Dichter» Karel Eapek, in dem dieser die Fragen untersucht, wohin die Entwicklung strebt. Nachdem der Autor dargelegt hat, man müsse die Entwicklung der Menschheit über längere Zeiträume betrachten, al» über die Zeit der letzten paar Jahre, fährt er fort: Wird sich di« menschliche Gerechtigkeit im Laufe der Jahrhunderte in der Richtung zu größerer Grausamkeit und zu blinder Abhängigkeit von den Mächtigen dieser Welt entwickeln— oder gerade umgekehrt? Wird sich die Gesellschaftsordnung von der Morgenröte der Geschichte bis heute zu größerer Ungleichheit zwischen den Kasten, Ständen und Raffen entwickeln— oder zeigt gerade umgekehrt die ganze Tendenz der Menschheitsgeschichte allmählich, ständig und stets gewichtiger zum allmählichen Ausgleich aller rechtlichen und bürgerlichen Unterschied« zwischen den Menschen? Führt die tausendjährige Entwicklung zur Vermehrung der menschlichen und bürgerlichen Freiheiten für jedermann oder im Gegenteil zu ihrer Unterdrückung und zur skavischen Reglementierung im menschlichen Wesen! Gibt e» irgend welche Belege dafür, daß unsere Welt, welche von Eäsariümu» und Feudalismus zur Emanzipation breitet: und breiter Volksschichten übergegangen ist, sich in dieser Richtung entwickeln könnte! Ich bezweifle, daß jemand den Versuch machen könnte, die europäische Geschichte so weit umzuwälzen. Oder weiter-: hat sich in zwei, drei Jahrtausenden der europäischen Kultur der menschliche Geist zu immer größerer Freiheit des Denkens entwickelt, hat er sie während dieser Zeit der weltlichen und geistlichen Macht abgerungen, Ivar dasein ständige» und unabläffigeS Bestreben oder nicht? Wa» hat mit der tatsächlichen Entwicklung irgend eine Doktrine zu tun, welche diese jahr- hundcrtalte Freiheit de» Geiste- unterdrückt? Neu, tatsächlich neu in der Welt ist nur da-, worin diese alte und beständige Entwicklung sich fortsetzt— was sich gegen sie stellt, ist nicht neu; eS ist die- nur ein Anachronismus, eine Abweichung und rin zeitweiser Umsturz. Wir wissen noch nickt, ob das Werhaupt zu irgend etwas gut sein wird; aber soweit wir wirklich fragen, wohin die Entwicklung führt, finden wir in dem, was heute am meisten der Welt und der Geschichte seinen Stempel aufprägen will, die fieberhafte Aktualität von etlvaS, das im vorhinein dazu verurteilt ist. nur eine Episode zu bleiben, welche früher oder später der Teufel holen wird. ES ist allerdings eine furchtbar ernste Sache für Europa, daß ihm diese- historisch« Extempore nicht zu teuer zu stehen kommt. Nur diese Sicherheit braucht niemand von un- zu verlieren: Daß die Entwicklung der Welt weiterhin dorthin führen wird, wohin ihre tausendjährige Geschichte weist. Jede andere Auffassung hat einen gar zu kurzen Verstand. Neue Emigration Stimmen der tschechischen Presse Mehrere tschechische Blätter befassen sich mit der Möglichkeit, daß au- Rumänien in die Tschechoslowakei eine politische Emigration insbesondere von Juden fiattfinden wird.»Venkov" bemerkt dazu, daß die ESR nicht das Land eines i künstlichen Antisemitismus sei.»Wenn aber", sol fährt das Blatt fort,»leine Gefahr de» Antisemitismus besteht, heißt das nicht, daß nicht Vorbereitungen getroffen werden müssen, daß diese Gefahr In künftiger Zeit nicht eintrete." Durch die Veränderung der wirtschastlichen Verhältnisse in einzelnen unserer Nachbarstaaten kommen viele Emigranten zu uns herüber. Demgegenüber müssen wir unseren heimischen Arbeitsmarkt für unsere Staatsangehörigen sichern. Deswegen empfiehlt das Blatt eine Revision aller bisher erfolgten Arbeitsbewilligungen durchzuführen. Auch die»Lidovi Listy" beschäftigen sich mit dem gleichen Problem. Wenn, so meint das Blatt, eine Wanderung des Judentums von Ost» nach Westeuropa stattfindet, so darf diese Wanderung nicht gerade hauptsächlich die Tschechoslowakei treffen. Die Judenfrage wird ein internationales Problem und muß international geregelt werden. DaS «Eeflö Slovo" meint, daß eine weitere Erhöhung der Zahl der Emigration verhütet werden muß, weil der Arbeitsmarkt bei uns gesättigt ist. Die Einwanderung politischer Emigranten aus Rumänien würde auch die Beziehung der TSR zu Rumänien verschlechtern, weil sich die Emigranten bemühen würden, eine Tätigkeit gegen die jetzige rumänische Regierung zu entfalten. Wir schreiben zu dieser bedeutsamen Frage an leitender Stelle. Für ein Propaganda- Ministerium DaS MittagSblatt der„Lidovi Listy" vom 6. Jänner setzt sich an leitender Stelle für eine Ausgestaltung der tschechoslowakischen Propaganda ein. DaS Blatt schreibt: »Ww brauchen ein Ministerium, welche- die Tschechoslowakei im In- und Au-land propagieren würde und dem sowohl die Presse al» auch die Rundfunk- und Filmpropaganda unterstünde. Andere Swaten widmen einer solchen Propaganda große Geldbeträge, nur wir hinken ständig nach und da» deshalb, weil die einen niemanden an den Rundfunk. die anderen niemanden an die Fremdenverkehrspropaganda und die dritten niemanden an die Pressevropaganda hcrankommen lassen wollen. Da» Bedürfnis de» modernen Staate» aber gebietet, daß alle Zweige der Propaganda konzentriert und von einem verantwortlichen Kopf geleitet werden, welcher ihr Ziel und Mittel weist. Wir würden natürlich nicht wünschen, daß da» neue Ministerium bürokratisiert wird und nicht au» den Propaganda- Erfahrungen Nutzen zieht, welche im Ausland insbesondere unsere Wirtschaft gewonnen hat. Wir stellen un» da- so vor, daß da» neue Amt eine Gnivpe erfahrener und bewährter, wirtschaftlicher, touristischer, Runlfunk-, Film- und Kulturpraktiker bei der Hand hätte, über deren Auffassung man nicht Hinwegschreiten dürft«. Man wird dem gegenüber einwenden, daß damit neue Kosten verbunden kein werden. E» ist die» nicht so arg. wenn wir bedenken, daß uns schon letzt untere Propaganda genug Geld kostet und daß man dafür, wa» man darauf anwendet, viel mehr erwirken könnte, wenn man alle» konzentrierte. Aber wir dürfen vor allem njcht an«ine» vergessen: Eine gute staatliche Propaganda ist ein wichtiger und unentbehrlicher Teil unserer Staatsverteidigung. Wenn wir Festungen an den Grenzen aufführen, müssen wir durch«ine staatliche Propaganda die Sympathien zum tschechoslowakischen Staate im Ausland wecken. Und eine so wichtige Sache vergessen, würde eine gefährliche Vernachlässigung der pflichtgemäßen Sorg« um die Republik sein." Tatsächlich soll, wie«A—Zet" mittcilt, eine zentrale Propagandastelle geschaffen werden, ein »Amt für Staatspropaganda", welches dem Ministerrat angegliedert und seiner Aussicht unterstellt werden soll. Der Plan zu diesem Amte soll [' vom Pressechef der Stadt Prag, Dr. Grmela, I stammen. Ihr Iaht den Armen schuldig werden... Ton Marfiorete Neumann Und wenn Loisl nicht wiederkäme, dann— ja, der alte Weiler sei auch kein Narr, dann macht er die Anzeige, denn bis jetzt hat Loisl keinen Heller zurückgezahlt. Loisi lacht. „Du bist verrückt, da lies!" Loifl liest:»Und verpflichtet sich, den Betrag In sechs Monaten mit 15 Prozent abgezahlt zu haben, di« erste Nate ist am fünfzehnten November fällig." »Das hab ich niemals nicht unterschrieben!" Jetzt lacht Weiler, kichert. »Beweis mir da» mal!" Bevor Loifl sich von dem Schreck erholt, sagt der Weiler: »Dummer Bub, kommst und alles ist gut!" Ende November— Reser! war bereits im Erholungsheim— traf er den Alten zufällig auf der Straße. »Morgen letzter Termin, ich wart vormittag» im„Seibt-Cafi" auf dich, wenn du nicht kommst, dann ist Schluß!" Loisl überlegt, beschließt zum Weiler zu gehen, diese»«ine Mal noch, dann nie wieder. Er kommt spät nach Hause, wieder liegt die Mutter wach: »Loifl, Loifl, fängst du am Ende wie der Vater an?" ..Wein' nicht, ich kann da» nicht anhören. Wa» fällt dir ein. ich trink doch nicht! Diese» Hundeleben— jetzt weinst du auch noch!" Sie liegen in zwei Besten, Muster, Loisl und die zwei Kleinen. Muffig riecht eS im Raum, kalt und feucht ist eS. »Weihnachten werden wir diesmal doch feiern!" sagt Loisl. »Loifl, du spinnst schon wieder mal!" »Nein,, Mutterl, wirst sehen, diesmal beweis ich's dir!" Loisl hört noch die ruhigen Atemzüge der Brüder. Endlich ist auch die Mutter eingeschlafen. Lange liegt er wach, dann umfängt auch ihn Schlaf. Der Loifl Am anderen Tag, die Mutter ist schon weg, geht Loisl den»Gürtel" entlang, immerzu, iumierzu. Dann dreht er linkSum und verschwindet in dem Gewirre der Seitengähchen, jetzt steht er vor dem Seibt-Tschecherl, lugt vorsichtig durch die Glastür, sieht Weiler. »Er sitzt und wartet wirklich!" denkt Loisl, dreht dem Tscheche»:! den Rücken und steht bald darauf vor dem Haus in der LengSfeldstraße, in dem Weiler wohnt. »Der Hausbesorger kann mich nicht sehen, der wohnt nach dem Hof zu Im ersten Stock, die Witwe ist taub— und wie Weiler sagte, verläßt die Wohnung fast nie. Das Büro im zweiten Stock? Es wird über Mittag geschlossen" beruhigt sich Loifl. »Bleibt nur die Nachbarin de» Weiler, die Bergner. Die Steppmaschine macht genug Lärni, die Bergner arbeitet, kümmert sich um nichts." Das denkt Loifl und entschließt sich, den» Weiler in dessen Abwesenheit«inen Besuch ab* zustatten. Steigt die drei Treppen hinauf, ist schm» fast oben, hört, wie jemand«in Türschloß absperrt, dann eiligst die Treppen heruntergeht, so eilig, daß Loifl nicht mehr ausweichen kann und die beiden zusammenstoßen. „Verzeihung" sagt Loisl, die Bergner schaut nicht auf, sie will ja mit dem Cape pünktlich bei Wollheim sein. „Gott sei Dank, die geht liefern!" Loisl ist nun ganz ruhig, er sah daS große Paket, das die Bergner in der Hand hielt. »Vorsichtshalber werde ich läuten!" Loifl tut eS. Niemand öffnet, Loifl— er ist Spezialist auf dein Gebiete von Schlössern— ist in den nächsten Sekunden in Weilers Wohnung. Aufatmet er, tief und befreit, begin»»t zu suchen. Alle Schubladen werden geöffnet, wieder verschlossen. Nichts findet Loifl, der:’U:e bat wohl den Vertrag bei sich, »Ich muß den Wisch wiederhaben, muß!" Loisl steht, überlegt. Er hat schon zu viel Zeit versäumt. Fast eine Stunde. NervöS wird Loifl, unsicher. Da— horch? Schritte. Der Weiler? Kein Zweifel. Loifl versteckt sich in d'.r Ecke, hinter einem dicken Vorhang. Eng an die alten Sachen gedrückt, die Weiler da verwahrt» wartet er. Sein Puls fliegt, alles tanzt vor den Augen. Weiler ist eingetreten. Er geht zum Kleiderschrank, holt den Anzug für die Binder. Die Türe hat er von innen zugesperrt, den Schlüssel stecken lassen. Er hantiert im Zimmer herum, schaut auf die Uhr, noch nicht zwölf. Mit einem ganz besonderen Schlüssel öffnet er die Türe zu der Kammer. Geht hinein. Loifl hat den Vorhang ein klein wenig weggerückt, lugt durch den Spalt. Fast hatte er aufgeschrlen. „Dort hat er seine Schätze, dort also auch den Vertrag!" Weiler steht bor einer Lade, nimmt etwas heraus, dann hört Loisl ein leises Kichern, ein Murmeln und Kichern de» Alten. Loifl wagt sein Versteck zu verlassen. Weiler ist mit Zählen von Münzen fo beschäftigt, dgß er Loisl nicht härt. Der aber ist mit einem Sprung bei Weiler. Packt ihn von rückwärts, drückt den Alten an der Kehle zu Boden, Weiler haut mit Händen und Füßen um sich, Loifl gibt ihn nicht mehr frei. Jetzt lieg? Weiler, Loifl kniet auf ihm. „Den Vertrag, alter Wucherer, den Vertrag!" Loifls Griff lockert sich, Weiler kann Atem holen.«Mörder! Hilfe!" Baxa gestorben In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist in Prag der frühere Primator der Hauptstadt Dr. Karel B a x a im Alter von 76 Jahren ge» swrben. Baxa stammte au» Südböhmen, hatte in Prag studiert und sich schon al» Student politisch betätigt. Im Jahre 1898 wurde er bereits zum böhmischen Landtagsabgeordneten gewählt, er war in der tschechischen staatsrechtlichen Partei tätig, deren Obmann er war. Er wurde Advokat und hat als Verteidiger zunächst die Angeklagten aus dem Omladlna-Prozeß vertreten und auch tschechische Sozialdemokraten verteidigt. Weniger »ühmlich war seine Tätigkeit im Jglauer Mordprozeß gegen Hilüner, wo er die Angehörigen der ermordeten Agne» Hrüza vertrat und sich von der antisemitischen Welle der damaligen Zeit emportragen ließ, während bekanntlich Masaryk in diesem Prozeß auf selten des Rechte» stand und sich insbesondere gegen den Ritualmordglauben wandt«, 1003 wurde Baxa zum ReichSratS« abgeordneten für die Prager Altstadt gewählt, 1907 und 1911 wurde er wlcdergewählt. Nach dem Nmsturz 1919 an die Spitz« der Prager Stadtvertretung berufen, wurde er der erfte Bürgermeister oder wie fein Titel lautete, Primator der zu Groß-Prag vereinigten Gemeinden. Er wurde immer wieder zu diesem Amte berufen, bi» er es am 2. April 1937 mit Rücksicht auf sein Alter nicderlcgte. Er war auch Mitglied der böhmischen Landesvertretung von 1928 bi» 1988 und Vorsitzender des BerfassungSgerichte». Als Primator hat er nicht immer die großen Aufgaben, die der neuen Hauptstadt gesetzt waren, erkannt. Vor allem hat er jegliche» Entgegenkommen an die deutsche Minderheit in Prag zu« rückgewicsen, ohne zu bedenken, daß Prag auch die Hauptstadt der deutschen Bewohner diese» Staate» Ist. Wenn die Vertretung der Hauptstadt tatsächlich sich die Achtung der Minderheiten diese» Staates erringen will, so wird deren Ber« walstmg andere Wege wandeln müssen, al» sie der Verstorbene gewiesen hat. Der Leichnam Baxa» wird im Pantheon de» Museum» ausgestellt werden, da» Begräbnis findet von dieser Stelle au» SamStag um 1» Uhr statt, um 18 Uhr ist die Trauerfeier im Krematorium der Stadt Prag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodjja empfing Mittwoch kurz nach Mittag im Ministerratsprastdium den Gesandten de» Königreiche» Rumänien in Prag, bevoflmächtigten Minister Aurelian, in Audienz. Fester wird der Griff an der Gurgel, wieder röchelt der Alte. „Wo ist der Wisch?" Weiler gibt ein Zeichen nach der Kommode. Loifl folgt der Richtung mit den Blicken, gelöst hat sich der Griff feiner Hände. Weller benützt den Augenblick, mit dem Kopf stößt er gegen Loifl» Magen, den packt die Wut, ein Handgemenge entsteht, die Männer wälzen sich, Weiler gelingt eS aufzustehen. Loifl hängt sich an ihn, wieder schreit Weiler um Hilfe, er hat sich bis zu einer Ecke der Kammer geflüchtet, Loisl, der ihn nm- armt hält, kann nicht mehr den ÄalS des Alten packen. Da— plötzlich schreit Weiler nicht, ist ganz ruhig, seine Hand langt In die Ecke, Loifl sieht ein Beil. Jetzt denkt er nur noch:„Er oder Ich!" Alles andere dauert kaum zwei Sekunden Loifl war flinker, er schwingt daS Beil gegen den Schädel Weilers. Der Hieb traf sofort tödlich. Von LoislS Gesicht rinnt Schweiß. Er achtet dessen nicht. „Den Vertrag, den Vertrag, er ist zu teuer erkauft!" Loifl neigt sich über Weiler, nimmt ihm d!« Brieftasche weg, dann treibt eS ihn zur Kommode, nicht lange sucht er, Bargeld findet er, wieviel? Zeit bis später, in einer Kassette— unversperrt Schmuckstücke, Sparkassenbücher. Alles nimmt Loifl an sich: „Reserl, Mutterl" Ganz unberührt läßt ihn der Weller, er; schaut gar nicht mehr auf ihn, nur raus! Türe aufgesperrt, Schlüssel innen lassen, ganz leise Türe zuklappen, vorbeischleichen— vielleicht ist die Bergner inzwischen zurück? Er drückt sich gegen die Wand, zu nahe, sein Anzug streift di« Mauer. Die Banknoten in der Rocktasche rascheln. Wie spät kann es wohl sein? Loifl hat vor nicht langer Zeit, gerade als er an die Komode ging, die Böllerschüsse gehört: 12 Uhr. Die im zweiten Stock sind sehr pünktlich, da» Büro schon ge« schossen. (Fortsetzung folgt.) Mr. 4 Donnerstag, 6. Jänner 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel ,, Aufbruch" radikal gegen Henlein Unser kommunistischer Vor allem wegen des Falles Rutha sten Nummer unter anderem: Kurator meldet sich wieder einmal in der„ Roten Fahne" Der„ Aufbruch" schreibt in seiner jüng- Warum berichten dann Zeit“ und„ Rundschau" reißt er aus unserem Artifel„ Gratulant Henzu Wort. Mit altgewohnter Verdrehungstunst am Tage nach dem Begräbnis gleichlautend: lein" nur einen einzigen Satz heraus. Der arme Das Verhalten der SP- Presse und deren Im Auftrage Konrad Henleins kommunistische Leser darf nicht erfahren, daß die Verhimmelung des Knabenschän- und der SdP nahm Dr. Wilhelm Sebe- deutsche sozialdemokratische Presse aus diesem Anders Rutha ist ein öffentlicher Stanstevsky von dem Freunde und Kameraden laß eine sehr deutliche Sprache geführt hat. Unsedal und bedeutet den bis jetzt erreichten Tie f- Heinrich Rutha Abschied."? punkt der Moral im öffentlichen Leben des Sudetendeutschtums. Die Beit" wählte als Leitwort für ihre Nummer vom 10. November, der Tag der Einäscherung Ruthas, den Spruch: ,, Wir wollen die Bilder unserer Toten vor uns hertragen als Feldzeichen im Kampf die Verwirklichung unserer Weltans schauung!" Homosexualität als Welt an schauung? Jst unter dem Einfluß des Stame radschaftsbundes die Moral des Sudetendeutsch tums schon so weit gesunken, daß es sich der artiges bieten läßt? Wir wollen die niederträchtige Flüster- und Flugblattpropaganda gegen den ,, Aufbruch" nicht weiter erwähnen und die Trauerfeiern" für Heinz Rutha und die Kranzablösefpenden" jus detendeutscher Ehrenmänner und frauen über gehen. Konrad Henlein trägt als ,, Garant der inneren Reinheit der Bewegung" letzten Endes auch die Verantwortung dafür, genau so wie für seinen Nachruf, den er ,, mit Schmerz und Verbitterung" verfaßt hat. Warum ist Konrad Henlein am Sarge sei nes Freundes nicht erschienen? Wir wollen feine Erklärung vorwegnehmen. Er erklärt sein Verhalten so: Im Jänner 1937 tamen ihm Gerüchte über die Veranlagung Heinz Nuthas zu Ohren; er leitete ein Disziplinarverfahren ein ( außer ihm und Rutha dürfte davon niemand etwas gewußt haben). Nutha gab ihm sein Manneschrenwort, daß an den Gerüchten kein wahres Wert fei. Das genügte Konrad Henlein. Zwei Tage vor der strema tion Nuthas erhielt er die ihn überzeugende Mitteilung, daß Heinz Rutha doch Homs. sexueller war. Wir kennen den Vorgang in allen Einzelheiten. Henlein war nun so empört über das gebrochene Manneswort, daß er dann ostentativ dem Begräbnis fernblieb. ... Warum hat die gesamte Parteipresse in spaltenlangen Ergüssen den„ deutschen Gottesfämpfer" Rutha verherrlicht, nachdem der Chef durch das gebrochene Mannesehrenwort so schwer gekränkt war? Hatte Herr Henlein Kenntnis davon, daß die Rumburger Zeitung" im November 1936, als er Rutha in das Präsidium des Verbandes die homoferuelle Veranlagung Ruthas hinwies? der deutschen Volfsgruppen berief, ganz offen auf noch, daß er im Jahre 1935 eingriff, als das Erinnert sich Herr Henlein Treiben Ruthas unter der Turnerjugend gar zu erg wurde?( Er griff allerdings nicht gegen Nutha ein!) schen Turnverbandes an die Vorfälle im Jesch Erinnert sich der Ehrenobmann des Deutten- ser- Turngau und an die Gründe des Aus scheidens Ruthas aus der Gauführung? bei einem Turnfest im Jahre 1929 auf die VerErinnert sich Herr Henlein daran, daß er anlagung Muthas aufmerksam gemacht wurde? ren ironischen Hinweis, man fönnte ruhig avivarten, wie Beran und Henlein ihre prinzipiellen Standpunkte- 18. Feber und„ Voltsschutzgesetze" unter einen Hut bringen werden, lügt die Rote Fahne" in die Behauptung um, der Par teivorstand der sudetendeutschen Sozialdemokras tie wolle abwarten, bis sich Beran und Henlein geeinigt haben". In diesem Zusammenhange schreibt das alleriveltsfluge Kommunistenblatt: „ Es ist die verfluchte Ruhe, von dem der Bankrott des Sozialdemokratismus in aller Belt begleitet war. So wartete der Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in aller Ruhe ab, wann Hitler endlich den Rahmen der Legalität verlassen werde. Brüning- Notverordnungen, der Papen- Putsch in Preußen, nichts, rein nichts fonnten ihm aus seiner Ruhe bringen. Er wartete ab, bis es zu spät war." Das ist der Frechheit wieder ein bißchen zu viel. Die Kommunisten sollen über Politit des Abwartens, sondern eine Politi! Deutschlandschweigen! Sie haben keine der aktiven Zerstörung der Demo Die untvandelbaren und unabdingbaren tratie gemacht. Hält denn die" Note Fahne" Ecsebe der Ehre gelten für den Pariciobmann unsere Arbeiter für so dumm, zu glauben, sie der SdB genau so wie für jeden anderen Deur hätten den nazi- kommunistischen Voltsentscheid fchen. Wir haben im Vorjahr geschwiegen, ale gegen die Preußen- Regierung bereits vergessen? wir im Falle Brand schon wußten, daß Konrad, Oder den kommunistisch- nationalsozialistischen Henlein mit deutschen Ehrbegriffen nicht ganz Verkehrsstreif knapp vor Hitlers Machtergreifung? vertraut ist. Im Falle Rutha liegt die Sache Es sei nur festgestellt: wenn die" Note Fahne" schlimmer. Wir schweigen diesmal nicht. Die der sudetendeutschen Sozialdemokratie, die im Ehrbegriffe" der Oktober- Buben des Vordergrunde des Kampfes gegen den Henlein B interessieren uns nicht, ebensowenig die Faschismus steht, andichten will, sie mache gegen Vorstellung, die diese Lottergesellschaft vom Bes über der faschistischen Gefahr eine Politik des Abgriffe..Führer" hat. wartens. so ist das einfach eine bewußte 11 n wahrheit. Historische Wahrheit dagegen ist, daß das Verhalten der Kommunisten in Deutsch land eine Politik der tätigen Mithilfe an der faschistischen Machtergreifung war. Wir fordern Konrad Henlein auf, sich vor den anständigen und ehrliebenden deutschen Volfsgenossen wegen seiner Haltung im Falle Siutha zu rechtfertigen." So weit der Aufbruch". Wird Henlein nun das Wort ergreifen? Aber ob ja oder nein eine neue Meinungsbildung zumindest innerhalb Bloß Lebensmittelpakete? Scite 8 berartigen Aktionen im Brinzip niemals Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden, soweit sich die beteiligten Personen im ordentlichen Wege um bie entsprechenden Begünstigungen, wie zollfreie Einfuhr u. ä. bekümmern, was aber in diesem Falle nicht geschah. Nicht nur die Zeit", auch der deutsche Rundfunk hat sich mit den Neudeter Hausdurch suchungen beschäftigt und er hat nicht unterlassen, sie als Beweis der unsozialen Behandlung der Arbeitslosen in der Tschechoslowakei zu bezeichnen. Nun weiß man nicht nur bei uns, ſondern auch schon drüben in Deutschland, daß im Dritten Neich bald an diesen, bald an jenen Lebensmitteln Mangel, im allgemeinen aber ganz gewiß kein Ueberfluß herrscht, so daß Lebensmittelſendungen für judetendeutsche Arbeitslose auf dem Wege über die SdP keine anderen als propagandistische Rivede haben tönnen. Na, und dieser Propaganda wegen müssen eben drüben noch ein paar Leute noch mehr hungern! Aber die Meldung des Tsch. B.-B. läßt erkennen, daß, der Verkehr zwischen Drittem Reich und SdP noch ganz anderen und bedenklicheren Riveden dient als der nazistischen Propaganda! Raubüberfall auf einen Landbriefträger Beim Jechniber Bostamt ist seit mehreren Jahren der Landbriefträger Josef Lorber an gestellt. Am Dienstag vormittags um 10 Uhr wurde er bei seinem Dienstgange bei der sogenannten Schreibmühle, zwischen Gerten und Tlesko, von einem unbekannten Täter mit einem Knippel von rückwärts niedergeschlagen. Der er dem Ueberfallenen sofort entriß; dann suchte er Räuber hatte es auf die Posttasche abgesehen, die das Weite. auf seinem Rade nach Jechniß schleppen, wo er zu Nur mit größter Mühe konnte sich Lorber allem Unglüd feinen Arat antreffen fonnte. Er wurde daher sofort ins Krankenhaus gebracht, wo festgestellt wurde, daß er durch den Ueberfall favere Kopfwunden und auch sonstige Verlegun gen am Körper erlitten hat. Neben sonstigen Wertsachen und Briefen fielen dem Räuber weit über 5000 Kč in die Hände. Lorber konnte eine genaue Veschreibung des Täters geben. Bei der Wegnahme der Tasche rief der Räuber dem Landbriefträger zu:„ Wenn Du mir die Tasche nicht freiwillig gibst, erschlage ich Dich!" Grubenunfall mit tödlichem Ausgang Auf dem Ellyschacht in Seestadil verunglüdte am Dienstag, den 4. Jänner, der 1891 Prag.( Tsch. P.-B.) Zu der Nachricht der geborene, in Bartelsdorf wohnhafte Bergmann Bezirk Neudet 200 Hausdurchsuchungen we damit Diese Darstellung ist wahrheitsgemäß wie eines beträchtlichen Teiles der Sdß wird er nun Beitung Die Zeit" vom 4. Jänner d. I., daß im var ill fördern, an Wir fragen nun: Wenn die Empörung über das gebrochene Mannesehrenwort echt war: nicht mehr aufhalten. Prachtvoll diese fudeten deutschen Volkserneuerer. vor denen just Herr Beran so viel Respekt hat! Presseberichtigung Die Staatsforstverwaltung im Dienste der Tschechisierung." Der Inhalt des unter diesem Titel in der Mr. 262 der periodischen Druckschrift„ Sozialdemokrat" vom 7. November 1937, veröffentlichten Artikels entspricht nicht der Wahrheit. zehn Mann als Holzarbeiter Verwendung wäre. Förster Wofurka hat diese Zuschrift der Staatsforstverwaltung in Bischofteinit abgetreten. Erst im Monate Oftober hat der Förster Wolurta vom Forstrat Heger den Auftrag bekommen, a wei Mann aus Althütten in die Arbeit aufzunehmen. Dabei hat der Forstrat Heger hervorgehoben, daß Es ist nicht wahr, daß in der Gemeinde Alt diese zwei Leute gute, verläßliche Holzhauer sein hütten zehn Arbeitslosen durch die Staatsforst- Follen und daß sie in die Arbeit erst dann aufgeverwaltung Beschäftigung versprochen wurde, atommen werden, falls ein Bedarf an Holzhauern wenn diese Arbeiter ihre Kinder in die tschechische sein sollte. Bis zum heutigen Tage wurde feiner Schule schicken. Es ist auch nicht wahr, daß der von diesen erwähnten zehn Leuten in die Arbeit Forstrat Heger angeordnet hat, daß die erwähn- aufgenommen. Mit diesen Leuten hat der Förster ten zehn Leute durch den Förster Vokurka im Re- Wofurka wie auch der Forstrat Heger kein Wort vier Hochwald eingestellt werden. gesprochen. Wahr ist vielmehr, daß zirka im Monate Juni 1987, der Förster Woturta aus Althütten eine Zuschrift erhielt, ob in seinem Reviere für Wildwest in Saaz Zwel Verfolger angeschossen Wir haben erst vor kurzem über den frechen Raubüberfall berichtet, den die polizeibekannten Verbrecher Emil Vitous und Rudolf Tränta auf eine Professorensfamilie in Saaz verübten. Allgemein wurde angenommen, daß die beiden Verbrecher aus Saaz verschwunden seien, doch mußte ein Vorfall vom Dienstag beweisen, daß sich beide noch in Saaz befinden. Státní zastupitelství v Praze, dne 31. prosince 1937. ( Unterschrift unleserlich.) gen 2e ben 8 mittelpatetfenbun- plöblich die Blandede hereinbrach und ihn unter gen aus Deutschland für Arbeitslose durch sich begrub. Das geschah um etwa zehn Uhr vors geführt wurden, wird mitgeteilt, daß Durchmittags. Erst vier Stunden später lonnte er nach fuchungen bloß bei 49 Personen wegen des Ver- angestrengter Arbeit aus den Kohlenmassen gebachtes der Verlegung der 3011. borgen werden. Er war bereits tot! Der Berun vorschriften durchgeführt wurden. Die glüdte hinterläßt eine Frau und zwei unversorgte Durchsuchungen hatten in 13 Fällen ein pofiinder. Der Unfall ist um so tragischer, als im tives 9efultat. Außerdem ergab sich im gleichen Revier vor etwa einem halben Jahr auch Laufe der Untersuchung auch der Verb a cht sein Bruder tödlich verunglückt ist. Roth gehörte de 3 Worliegens ftrafbarer bis vor kurzem der„ Union der Bergarbeiter" an. Handlungen nach dem Gesete Dienstag abends verunglüdte in der Kaoum Schue der Republik. Nach lingrube Elettro- Osmose" in Posche bau der Dieser Richtung hin werden die Erhebungen fort- Bergarbeiter Josef Lenz tödlich. Er wurde bei gescht. Zu der Behauptung des genannten einem Dedeneinbruch verschüttet. Außer seiner Blattes, daß es sich um eine Attion zugunsten der Frau hinterläßt Josef Lena zwei unmündige Arbeitslosen gehandelt habe, wird bemerkt, das Kinder. Schuschnigg theoretisch für den Gegen den Nationalsozialismus, für Verständigung mit den Donauländern Wien. Bundeskanzler Dr. Schuschniga hat einem Sonderkorrespondenten des" Daily Telegraph" eine Unterredung gewährt, in der er u. a. erklärte: kamen, geschützt durch die Dunkelheit, über die Felder. Beide Verletzte wurden dem Krankenhaus eingeliefert. Nü dnagel geht es verhältnis-„ Ein Abgrund trennt Desterreich vom Na mäßig gut. Sa che r wurde sofort einer Operationalsozialismus. Wir sind nicht für willkürliche tion unterzogen und auch bei ihm besteht teine Lebensgefahr mehr Rechtsstaat bin es heute. Jede Aenderung könnte nur zum Schlechteren sein. Ich bin meiner Tradition und Ueberzeugung nach ein Monarchist. Ich kann aber nicht vorgehen, wie es einige meiner Anhänger wünschen. Eine Restaurierung ist in der gegen. wärtigen Zeit unmöglich. Die Rückberufung Ottos würde heute zu ernsthaften Schwierigkeiten Gewalt, wir wollen, daß Recht unsere Freiheit führen, nicht nur mit der Kleinen Entente, sonbestimmt. Wir verabscheuen feden dern auch mit Deutschland. Die Bedingungen Terror. Desterreich ist immer ein humaner müßten langsam geschaffen werden. Die Habs. Staat gewefen. Als Volk sind wir von Natur aus burger- Frage dürfe die Nekonstruktion von Mittolerant. Auf eine weitere Anfrage des Korre- teleuropa nicht hintanhalten. Die Beziehungen spontenten, ob der Bundeskanzler für die Wahrung zwischen den Donauländern find feit dem Jahre des Status quo in Europa sei, sagte Dr. Schusch 1918 niemals so erfreulich gewesen, wie gerade nigg: Ich war es nicht im Jahre 1918, aber ich heute. Visumzwang Im Verlaufe der weiteren Erhebungen wurde der Sicherheitsbehörde durch einen glücklichen Bufall der Umstand bekannt, daß die Täter in Aussig Verwandte, resp. Bekannte haben. Schließlich ergab sich, daß die flüchtenden Täter in der Um etwa 8 Uhr abends erschienen in dem Eisenbahnstation Lisany Fahrkarten nach Aussig Ileinen Kaufladen Martin in der unteren Vor- gelöst haben. Polizei und Gendarmerie, die sich stadt in Saaz zwei Männer, die zuerst von der zur Fortsetzung der Nachforschungen nach Aufsig Frau, die auch eine Trafit betreibt, Rauchtwaren begaben, fanden dort die Spur der Einbrecher, verlangten. Als sie fahen, daß die Luft rein und welche aber die Verfolgung merkten und sich tags- Tschechoslowakel- Rumänien die alte Frau allein im Laden ist, zogen sie die über berbargen. Erst abends begaben sie sich in Sevolver und forderten von der Frau die Heraus die Wohnung eines gewissen Neuwirth in Predliß Prag. Das Außenministerium gibt bekannt, gabe ihres Geldes. Ru Tode erschrocken, händigte bei Aussig, wo sie sich sicher fühlten. Der in die daß ab 7. Jänner 1938 der Visumzwang zwischen fie den Stäubern 800 Kč, ihre gaze Losung, ein. Wohnung Neuwirths eindringenden Polizei und der Tschechoslowakei und Rumänien eingeführt Als die beiden Gangster das Geld hatten, begaben Gendarmerie gelang es, die beiden Einbrecher wird. Das Visum iſt unentgeltlich. Gleichzeitig sie sich auf die Straße, doch die alte Frau folgte festzunehmen, ohne daß diese Widerstand leisten wurden Vorkehrungen getroffen, daß diese neue ihnen auf dem Fuße, um Hilfe schreiend. Die fonnten. Bei ihrer Einvernahme gaben Vitous und Verpflichtung nicht die Handelsbeziehungen zwiVerbrecher ergriffen die Flucht, wurden jedoch Trönka die beiden Raubüberfälle in Saaz und fchen den beiden Staaten schädigt. von einigen Bassanten verfolgt. Bei der Verfol- außerdem einen Einbruch in das Komotauer Begung wurden zwei Männer( beide gehören der zirksgericht zu, den sie in der Neujahrsnacht auss fozialdemokratischen Partei an) durch Schüsse der geführt haben, um sich, wie sie angaben, die vier Verbrecher getroffen. Leopold Nüd nagel er scharfgeladenen Revolver aus der Sammlung der hielt einen Schuß in den Fuß und Eduard Corpora delicti zu beschaffen, welche bei ihnen Sacher wurde von zwei Schüssen in den Hals vorgefunden wurden. Vitous und Trönka wurden und in den Mund getroffen. Die Verfolgten ents der Gerichtshaft eingeliefert. Englische Warnung In Bukarest London.( UR.) Der britische Gesandte in Bukarest Sir Neginald Soare wurde beauf tragt, bei der ersten passenden Gelegenheit der rumänischen Regierung in der freundschaftlichsten Weise das Interesse in Erinnerung zu brin gen, welches die britische Regierung an der Einhaltung des Minderheitenvertrages vom 9. Degember 1919 und an der Behandlung der Minderheiten überhaupt habe. Rumäniens Thronfolger In Seenot Bukarest. Wie in den späten Abendstunden der Torpedobootzerstörer, auf welchem Kronpring Michael nach Griechenland abgereist war, um in Athen den Hochzeitsfeierlichkeiten des griechischen Diadochen in Vertretung von König Carol beis autohnen, in einen schtveren Sturm. Es scheint, daß das Schiff bei dieser Gelegenheit havarierte. Das Schiff setzte die Fahrt nicht fort, sondern nahm wieder Sturs nach Constanza. des Mittwoch nichtamtlich bekannt wurde, geriet Єcite 4 Italien gibt klein bel Donnerstag, 6. Jänner 1938 Jagesneuigkeiten Von der inneren Stärke London. Wie die Londoner Morgenpreffe meldet, hat der britische Botschafter in Nom am Dienstag beim italienischen Außenminister vor. gesprochen, um seinem Erstaunen über die hef tigen italienischen Presseangriffe auf England anläßlich der ersten arabischen Rundfunksendun In Büchern, die man früher einmal gern gen Ausdruck zu geben. Nach einem Reuter, gelesen hat, nach längerer Zeit wieder einmal zu Bericht wird sich die Station Bari auf Grund blättern, das schafft nicht nur neue Freuden, der gestrigen Unterredung voraussichtlich auf die weil man neue Schönheiten entdeckt und bereits Sendung eines reinen Nachrichtendienstes und vertraute besonders froh genießt,- das läßt von musikalischen Darbietungen beschränken,., ſolange die engliſchen Sendungen in arabischer auch oft in Büchern, von denen man kaum nod) Sprache sich auf objektive Nachrichten beschrän spricht, ungeahnt Zeitgemäßes finden. Neue Leftüre des Vorwortes Galsworthys fen". Wie der diplomatische Korrespondent der ,, Daily Mail" wiffen will, wird Banfittarts erste zur Modernen Komödie", der Fortsetzung der Aufgabe als diplomatischer Hauptberater der Re- Forsythe- Saga", läßt jene Stelle, an der Gals. gierung möglicher Weise in einer Neise nach Rom worthy von der englischen Nation spricht, als viel und in einer Unterredung mit Muſſolini beſtehen. bedeutungsvoller erscheinen als seinerzeit beint ersten Lesen. Nachfolger Schachts erst im Feber ins Amt Berlin.( Havas.) Der neue Reichswirts schaftsminister Dr. Walter unt, der Nachfols ger Dr. Schachts, der sein Amt am 15. Jänner übernehmen sollte, tritt erst am 1. Feber an. Diese Verlegung des Amtsantrittes wird mit der Reorganisation begründet, die im Reichswirts schaftsministerium wahrscheinlich unter der Aufficht Görings im Zusammenhang mit der Durch führung des Vierjahresplanes vorgenommen werden soll. Gleichzeitig werden auch einige Pers sonalveränderungen im Reichswirtschaftsmini sterium durchgeführt, die eine Folge des Abgan gcs Dr. Schachts darstellen. Der Dichter sagt von den Engländern, sie mit anderen Nationen vergleichend, Wesentliches über echtes Nationsbewußtsein und aufgeblase. nen Nationalismus: bisher im fibirischen Gouvernement Omit in einem Sägewerf. Nunmehr ist die ihm erteilte Aufenthaltsbewilligung abgelaufen und er mußte die UdSSM gemeinsam mit fünf anderen aus Mähren stammenden Arbeitern verlassen. Noch glimpflich abgelaufen. Am Neujahrstage fuhr der staatliche Autobus von Leipa gegen Haida. Am Kottowißer Berge geriet der Autobus infolge der Schneemassen ins Rutschen und kam troß der Bemühungen des Chauffeurs, einen Unfall zu verhindern, dem Straßenrande immer näher und schließlich in den Straßengraben, wo er sich auf die Seite legte. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Fahrgäste mußten den Weg nach Haida zu Fuß fortsetzen. Verbrecher in die Tschechoslowakei geflüchtet. In Wien wurde am 23. Dezember vormittags Frau Marie Rötheli in ihrer Wohnung durch zwei Revolverschüsse ermordet. Der Täter ein etwa 24jähriger Mensch mittlerer Statur, der den Eindruck eines Handelsreisenden macht, entwendete nach der Tat ein Fahrrad, auf dem er die Flucht ergriff, das er aber bei Altenhammer wegivarf. Von hier dürfte er sich zu Fuß in die Tschechoslos wafei begeben haben. Die Schweizer Behörden suchen mittels Steckbriefs den 50jährigen Bant direktor Cesare Capra Borgatti, der 7 Millionen Lire unterschlagen hat und möglicherweise in die Tschechoslowakei geflüchtet ist. Fritz Kummer gestorben Mr. 4 viele, viele „ Eines Arbeiters Weltreise" Arbeiter, alte und junge, haben dieses wenige Jahre vor dem Kriege erschienene Buch gelesen. Ein sehr lebendig und spannend geschriebenes Quch, das von einer Handwerksburschenfahrt ers zählte, von einer Wanderung, die einen erlebnishungrigen, wißbegierigen Arbeiter wirklich rund um die Erde geführt hatte. Aber nicht als„ fech, tenden" Walzbruder, sondern als Arbeiter." Damals, in der Zeit vor dem Kriege, fonnte man noch überall, in allen Ländern, Arbeit bekommen, wenn man nur arbeiten wollte, und man wurde nicht nach Rasse und Nation gefragt, sondern nur nach dem Sönnen. Friz Kummer hieß dies scz weltreisende Arbeiter, und da er ein guter Beobachter war, ein Sozialist war, der nicht nur Landschaften und Menschentypen sah, sondern auch foziale Zustände, und da dieser Arbeiter auch fchreiben konnte, wurde die Schilderung seiner Erlebnisse zu einem gern und viel gelesenen Wert, Friß Kummer ist erst jest tam die Trauerbotschaft zu uns am 7. Dezember it cw York von einem Auto überfahren und ges tötet worden. Auch Frizz Summer war ein Emis grant. Nach dem Striege hatte er viele Jahre lang tie Deutsche Metallarbeiterzeitung" redigiert und sie zu einem sehr angesehenen Gewerkschaftss blatte gemacht. Als Deutschland erwacht war, da wurde auch Frizz Summer, wie alle aufrechen Männer, eingeferfert. Als er nach längerer Haft die Freiheit erlangt hatte und sah, daß sie feine Freiheit war, ging er mit Frau und Sind ins Ausland. Als freier Schriftsteller hat er sich so trie alle emigrierten Schriftsteller mühsam genug tas Brot verdient. Nach längerem Aufenthalte in Brüssel war er vor einigen Monaten nach Amerika gereist. Ihn hatten vor allem die wirtschaftlichen und politischen Probleme der Ver cinigten Staaten über den Ozean gelodt. „ Wenn wir auch sonst fast an gar nichts glauben, so glauben wir doch immer noch an uns selbst. Diese hervorstechendste Eigenschaft des Engländers ist wohl einer näheren Betrachtung Neuorganisation der öffentlichen Büchereien. wert. Warum, zum Beispiel, setzen wir uns beständig selbst herab? Einfach darum, weil Da die öffentlichen Büchereien auf dem Lande wir keinen Minderwertigkeitskompler haben und wegen ungenügender finanzieller Mittel vielfach außerstande sind, die von den Lesern gewünschten es uns gleichgültig ist, was andere von uns Neuerscheinungen anzufaufen, wurde ein Entdenken. Kein Volt der Welt scheint äußerlich wurf ausgearbeitet, nach dem im Rahmen einer weniger selbstsicher zu sein und doch besitzt keir Gesezesnovelle über die öffentlichen Büchereien anderes Volk mehr innere Sicherheit. diesem Uebelstand abgeholfen werden soll. Nach Im übrigen könnten diejenigen Persönlichkeiten. englischem Muster soll in jedem Bezirf die je die fich der Dienste gewisser Fanfarenbläser der weils größte Bücherei zu einem Distributions übrigen, Kleineren Bibliothefen mit der von ihnen Nation versichert haben, daran denken, daß centrum umgewandelt werden, von dem aus die schon gewünschten Lektüre versehen werden. Ferner follen Kreis- und Regionalbüchereien errichtet wer den, die dem Bedarf der Leser mit höheren Ansprüchen genügen würden. Diese Büchereien follen sich auf die Mitarbeit der Schul-, Lehrer- liche bibliothefen sowie größerer Bibliothefen des Gebietes stüßen. Schließlich steht auch die Errich tung einer selbständigen Bibliothefarsabteilung im Schulministerium zur Distuſſion. Polens Katholiken gegen einen verstedten Minder den Nationalismus Warschau. Die Katholische Presse- Agentur" veröffentlicht den Inhalt der Entschließun gen der ersten polnischen Plenar Synode, die noch im Jahre 1937 in Ezenstochau stattfand und deren Beschlüsse nunmehr vom Apostolischen Stuhl genehmigt wurden. In den Entschließungen heißt es u. a.: Die Katholiken, welche Mitglieder der Regierung oder der gesetzgebenden Körperschaften find, werden aufgefordert, fich bei Erfüllung ihrer Pflichten und Ausübung ihres Amtes, insbesondere aber bei ihrer gesetzgeberischen Tätigkeit, von katholischen Grundsänen leiten zu laffen. Alle Katholiken find verpflichtet, die Fehler des nationalen Chauvinismu ampfen. G8 lei bic und das Laffische Heidentum zu bekämpfen. Bflicht des gläubigen Volles, sich allen politischen Doftrinen zu widersetzen, welche die Unterwerfung aller Gebiete des Lebens, insbesonders in Angelegenheit des Gewissens und des Glaubens, unter die Kontrolle des Staates propagieren. Schließlich fordert das polnische Episkopat alle Katholiken auf, den Kommunismus als gefähr= lichste Seuche der Gegenwart zu bekämpfen. Chinas Armee den Blättern folgende Meldung der Agentur wertigkeitsfompler verrät, wenn man selbst seine Taten in allen Gassen auspofaunt. Nur wer start genug ist, ber sich selbst au schweigen, wird stark genug sein, fich innerlich sicher zu fühlen". 11 Start genug, über sich selbst zu schweigen die Nationalisten sind es nicht! Sie müssen sich immer wieder selber laut versichern, was für gute Deutsche( oder Tschechen, Italiener, Fransosen, Magyaren) sie sind und wie herrlich, wie stark, wie groß, wie tüchtig, wie einzigartig und auserwählt ihre Nation ist. Sie sind innerlich unsicher. Diese innere Unsicherheit, der Minder. wertigkeitsfombler der Nationalisten, treibt ste dazu, sich und der Welt ihre Kraft zu beweisen. Aber wie sehr sind ihnen auf die Dauer jene überlegen, die stark genug sind, über sich selber zu schweigen! Zwei Lawinenopfer gefunden. Im Laufe des Mittwoch Vormittags wurden auf dem Wiener Schneeberge zwei weitere Opfer der Lawinenfatastrophe gefunden, die sich unlängst dort ereignet hat. Es sind dies zwei junge Leute aus Leobersdorf. Züge steden im Schnee. In Südostbulgarien tüten noch immer starke Schneeſtürme. Unweit des Städtchens Aitos blieb Dienstag spät nachts ein mit vielen Passagieren besetter Eisenbahnzug im Schnee steden. Die Reisenden wurden heute bormittags durch einen Sonderzug nach Burgas gebracht, der eingeschneite Zug fonnte jedoch nicht befreit werden. In der Nacht auf Mittwoch ist ein weiterer Eisenbahnzug im Schnee steden gePrag.( Amtlich.) Der Senat für Angeblieben, welcher aus der Stadt Sliwen nach Starlegenheiten des Militärverrates beim Streisstraf- nobat unterwegs war. Er beförderte 150 Reis gerichte in Prag verurteilte heute den 56jährigen sende, an deren Befreiung noch immer gearbeitet Weber Gottfried Lorenz, zulegt wohnhaft in wird. Die Aufräumungsarbeiten gestalten sich Asch, wegen des Verbrechens des Militärvers ziemlich schwierig, da der schwere Schneesturm rates nach§ 6, Nr. 2, Abs. 1, des Republik- anhält. Schutzgesetzes zu schwerem Sterfer in der Dauer Zwanzig Jahre für Militärverrat zu einer Geldstrafe von 2000 Kč, im Falle der ren Sterfers und zum Verluste der bürgerlichen Ehrenrechte. Ferner verurteilte der Senat den 29 jähr wohnhaft in Asch, wegen des Verbrechens des gen Schloffer Alfons Wunderlich, zuletzt Militärverrates nach§ 6. Nr. 2, Abs. 1, des Nepublit- Schußgeſeyes zu schwerem Sterter in der Dauer von zwanzig Jahren mit entsprechen der Verschärfung, zu einer Geldstrafe von 1000 Kč, im Falle der Uneinbringlichkeit zu weiteren zehn Tagen schweren Sterfers und zum Verlust der. bürgerlichen Ehrenrechte.. Drangen. und Zitronenbäume erfrieren. Von der ſtrengen Stälte, welche zur Zeit in Jus coflatvien herrscht, zeugt vor allem eine Nachricht aus dem Küstengebiet der Adria, wo in Split biz 311 5 Grad unter Null, in Dubrovnik 3 Grad unter Null gemessen wurden. Orangen- und Sitronenbäume sind zum Teil erfroren. In ganz hin an, wobei ständig Schnee fällt. Jugoslawien hält der strenge Frost auch weiter Fernsehstation Eiffelturm. Die Station für Fernsehsendungen auf dem Eiffelturm in Paris wurde foeben vollendet. Frankreich erhält dadurch, die größte Fernſehantenne der Welt und fei Fernsehsender wird somit die größte Wirtsamfeit und seinem Sohne, die nun völlig heimat und Im Vorjahre war auch ihm, seiner Frau criſtenzlos sind, die große Ehrung der Ausbirgerung aus Deutschland zuteil geworden. Ein deutscher Proletarier, der sich in harter rbeit ein umfassendes Wissen, vor allem gründ Beherrschung vieler Sprachen erworben hatte, so redt ein Repräsentant der deutschen Arbeiterschaft, mußte, weil er dies war, weil er ein treu zu seiner lleberzeugung stehender Mensch war, also das, was man in früherer Zeit einen geradezu vorbildlichen Deutschen genannt hätte, im Egil sterben. Was er im Leben war, das wird er für die deutſchen sozialistischen Arbeiter auch nach ſeinem Tode bleiben: der treue Kamerad, der gute proletarische Schriftsteller, der vorbildliche Genosse. schen Ozean fortsetzt. Die lange Fahrt in den tropischen Gewässern will Saint Exuperh zur Vollendung seines neuen Romans benüßen. Bontott Japans. Der Ausschuß für die China- Hilfe veröffentlichte einen Aufruf, der zahlreiche Unterschriften, darunter die des Professors Albert Einsteins, aufweist und den inter nationalen Boykott der japanischen Waren emp fichlt. Spediteure berechnen Schneezuschlag. Der Reichsverband der Spediteure teilt mit: Auf Beschlus des Reichsverbandes der Spediteure in der Tschechos slowakischen Republit' und des Verbandes der inter nationalen Spediteure Globus in Prag wird mit Rüdsicht auf den erschwerten Transport infolge bes Schnees ein 50prozentiger Schneezuschlag zu be bestehenden Zufuhrtarifen, und zwar beginnend mi dem 7. Jänner 1938, berechnet. immer aktiver Die chinesische Gesandtschaft in Prag stellt von acht Jahren mit entsprechender Verschärfung. Central News Agency" vom 4. d. M. zur Vereinbringlichkeit zu weiteren 20 Tagen schivefügung: Nach der Eroberung von Fujan und Andauern des Frostwetters. Die Störungen, Juhan umzingelten die vorrückenden chinesischen europas größere Schneefälle veranlaßten, haben sich die in den letzten Tagen in der Westhälfte Mittel Truppenkolonnen die Stadt Hantschau von dret Seiten. Die auf dem Rückzug befindlichen japa bereits aufgelöst. Der Himmel hat sich daher in der nischen Abteilungen steckten die Stadt Hanischau Republif überwiegend aufgeheitert. Infolge ver in Brand und meßelten die Bevölkerung der Stact stärkter Ausstrahlung dürften sich die Nachtfröste aut nieder. Die chinesischen Vorbuten stehen bereits in den böhmischen Ländern auf Minus 15 bis Minus 20 Grad Celsius verschärfen. In Narvatho fünf Kilometer vor dem Zentrum der Stadt rußland wurden bereits heute früh Temperaturen Santschau. 18 chinesische Flugzeuge bombardierten am Dienstag die japanischen Positionen von Minus 28 bis Minus 33 Grad Celsius vec bei Hanting. Dret japanische Flugzeuge wurder zeichnet. Wahrscheinliches Wetter Don nerstag: Auch im Westen des Staates erneute bei einem japanischen Anflug gegen Nantschan abgeschossen. In Schansi hat sich eine mandschu Celjius, vereinzelt noch Schneefälle. halbheiter. Der Präsident der Republik dankt aufrichtig rungen zu vermeiden, ist es nötig, den Sender in rische Truppenabteilung, welche die Garnison in stellenweise ziemlich bewölkt Nordwind. Im Osten möglichst großer Höhe zu errichten. Die Sendeder 20 Meilen von Zaijuan entfernten Stadt für die Weihnachts und Neujahrsglückwünsche, strenger Frost. Wetterausfichten für antenne auf dem Eiffelturm ist auf seinem Gipfel, reitag: Andauern des Frostwetters mit örtTichintsin bildete, gegen die Japaner erhoben und welche ihm zahlreiche Einzelpersonen und Korpolichen Schneefällen. sich mit den chinesischen Abteilungen vereinigt, rationen entweder durch ihren persönlichen Besuch d. i. 315 Meter über der Erde, untergebracht. welche im Gebiete von Wutaischan einen Guerilla- und ihre Namenseintragung auf der Prager Burg Eisenerz bei Lodz. Versuchsbohrungen, die frieg führen und nunmehr ihre Angriffe gegen oder durch Telegramme und Briefe übermittelten. in der Woiwodschaft Lodz vorgenommen wurden, die Umgebung der Stadt Taijuan richten. In Der Präsident erwidert dieselben in herzlicher führten zur Entdeckung großer Lager von EisenSüdhopei haben die Chinesen die beiden Städte Weise. erz in der Umgebung der Stadt Konstie. FachTichinfen und Nanlo, die an der Grenze der leute schäßen die Ergiebigkeit dieser Erzlager auf Provinzen Hovei und Honan, nördlich von Bojan ungefähr 50 Millionen Tonnen. liegen, wiedererobert. Höllenmaschine in Lyon wellen haben betö Verschärfung der Fröste unter Minus 15 Grad Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Freitag: 1 Die Luftschutzübung in Eger. Dienstag wurde. in Eger und Umgebung eine zivile LuftBrag, Senber I: 10.05: Deutsche Presse. 10.15: schusübung abgehalten. Sie bestand aus einer Ein Dichter fliegt übers Meer. Der fran- Deutsche Sendung: Für die Frau. 11.85: Schall Tagübung mit Fliegeralarm um 15 Uhr, und zösische Flieger und Romanschriftsteller Antoine platten. 14: Deutiche Sendung: Heimische Tondichter. einer Verdunkelungsübung um 18 Uhr 45 Min. de Saint Exupery, der sich Donnerstag mit seis 16.35: Konzert des Prager Quartettes. 18.10: Zu diesem Zeitpuntt fand auch ein nächtlicher nem Flugzeug Ile de France" nach Amerit Deutsche Sendung: Abg. Schüß: Gewerkschaftsarbeit Paris.( Havas.) Auf dem Lyoner Bahn- Fliegeralarm statt, welcher durch Sirenen anges begibt, erklärte dem Nachrichtenbureau Havas, rach dem Krisensturm. 18.20: Univ.- Prof. Sedl hof ereignete sich Mittwoch in der Gepäckshinter- iündigt wurde. Auch sämtliche Züge wurden im daß er die Absicht habe, den ganzen amerikanis mayer: Sudetendeutsche Forscherſchidſale. 18.85: legungsstelle eine Explosion, welche durch eine llebungsraum verdunkelt. Die Bürgerschaft legte schen Kontinent vom Norden zum Süden, von 18.45: Deutsche Preſſe. 18.55: Aus dem deutschen Deutsche Arbeitersendung: Aktuelle zehn Minuten. Höllenmaschine verursacht wurde. Diese Söllen- überall beste Disziplin sowie Verständnis für beide Stanada sis zum Feuerland, zu überfliegen. Es Stulturleben. 20.55: Ruſſiſche Opernmusil.- Prag, maschine war in einem Gepäditüd eines unbes Luftschusübungen an den Tag. wird sich angeblich um feinen Schnelligkeitsflu, Sender II: 11: Sinfonikonzert auf Schallplatten. Jannten Passagiers verborgen und explodierte. Aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt. handeln; der Flieger will die Strecke vom St 14.20: Deutsche Sendung: Die eiserne Tür, Plaus Dieser Zündschlag hatte feine ernſten Folgen. Dieser Tage ist in die Gemeinde Neresnice im Lorenzoſtrom in Kanada bis zu den Feuerland- berei aus dem alten Prag. 14.35: Schallplatten. Die Höllenmaschine gelangte in dem Augenblid Bezirk Tačevo( Karpathorußland) der 51jährige inseln südlich der Meerenge von Magellan in 14.55: Deutiche Preise. 18.10: Popul. Schallplatten zur Explosion, da der Träger eine Reihe von Ges Nitolas Michajlo aus Sowjetrußland heimge sieben Tagen zurücklegen. Durch diesen Flug soll konzert. Brünn: 15 15: Rundfunkorchesterkonzert. päckstücken auf den Garderobetisch legte. Das ent- tehrt, der als Sechsundzwanzigjähriger einrüdte den Amerikanern gezeigt werden, was ein fran- 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Korger: Wintersport fandene Feuer fonnte alsbald gelöscht werden, und während des Weltfrieges an der Front ges zöſiſches Touriſtenflugzeug zu leiſten verman helt regards 12.35: whiten aus der 7.30: Es wurde auch kein größerer Sachschaden verur fangen wurde. In seiner Heimat ift er zuerst Den Rückflug unternimmt Saint Exupery in Violincellokonzert. 19.15: Operettenabend. Mähr. tuelt. Presburg: Mittagskonzert. facht. Der Rest der Söllenmaschine wird nun in als vermißt gemeldet und später für tot erklärt Kleinen Etappen über Lateinamerika bis nach Dftrau: 18.10: Deutsche Sendung: Frau Dr. Roseneinem Laboratorium untersucht werden. Nach dem worden. Er hatte Frau und Kind zurückgelaffen. Merito, von wo er sich mittels Schiff nach Jafrein: Nierenfrankheiten, das menschliche Auge. Kins Urheber der Explosion wird gefahndet. die beibe bereits gestorben sind. Michajlo arbeitete pan begibt und weiter die Fahrt über den indis derlieder, B V ſer dr V vi an ARCARE SEE er 10 ja D be m in ei bi 23 er 19 a g in St b to b SHEREH tu C fi de be 30 in ARQUEESEESSA VERDE MON St 111 br gr Le fli Ie Le dä er G ru Ye da av Iu tu 20 S id Nr. 4 Donnerstag, 8. Jänner 1988 Seite S Der Tod Im Bergbau Im Monat September 1987 muhten sieben Bergarbeiter bei ihrer Arbeit das Leben lassen. Von den sieben tödlichen Grubenunfällen In die« sein Monat ereigneten sich drei im Steinkohlen«, drei im Braunkohlen« und einer im übrigen Bergbau. Je ein Unfall ereignete sich in den Ne« Vierbergamtsbezirken Komotau, Schlan, und SpiSska Nova VcS, je zwei in den Ncvierbcrg- amtSbezirken Mähr.-Ostrau»ud Banska Vystrica. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ereigneten sich in. unserem Bergbau insgesamt 104 tödliche Unfälle. In derselben Zeit des Vorjahres sind 80 Bergarbeiter tödlich verunglückt. Die Zahl der tödlichen Grubenunfälle ist Heuer bedeutend höher als im Vorjahre. Daraus darf man schließen, daß die Arbeit in unseren Gruben immer lebensgefährlicher wird. Die Prager Vereinbarung gegen Massenentlassungen für Nordwest- böhmen bis Ende 1938 verlängert Die Union- der Bergarbeiter, der Svaz hör« nikü und die SdruZeni hornikü find an den Verein für die bergbaulichen Interessen in Nordwestböhmen mit dem Verlangen hcrangctretcn, die Prager Vereinbarung zum Schutze gegen Massen« entlassungen im Bergbau bis zum Jahresende 1088 zu verlängern. Nach erfolgtem Meinungsaustausch sind die beiden VertragSteile übereingekommen, die Gültigkeit der Prager Vereinbarung in der Fassung vom 18. April 1082 mit dem im Protokoll vom 12. Juli 1088 niedergelegtcn Klarstellungen bis zum 81. Dezember 1938 zu verlängern. Der 2.Absatz der lit. e) deS erwähnten Protokolls wurde in der letzten Fassung belbehalten und lautet:»Die Einzelkündigungen dürfe» bei den einzelnen Betrieben monatlich ein Prozent deS Mannschaftsstandes vom 1. Jänner 1037 nicht übersteigen. Damit sind die Bergarbeiter Nord« westböhmenS auf ei» weiteres Jahr vor Massenentlassungen geschützt. Krisenzeldien In der Textilindustrie Die Strumpffabrik Johann KudlichS Söhne in Troppau, die bisher mit 180 Arbeitern in zwei Schichten arbeitete, kürzt Infolge Absatzmangels wieder ihre Arbeitszeit. Die Schichtarbeit wird eingestellt, so daß voraussichtlich bis zuni Frühjahr«in großer Teil der Arbeiter wird entlassen Man erhält für K5 1OO Reichsmark",, Markmünzen... 608.— 860.— 100 österreichische Schilling 826.80 100 rumänische Lei... 14.88 100 polnische Zloty... 808.80 100 ungarische Pengö.. 541.— 100 Schweizer Franken. 688— 100 französische Francs. • 98.20 1 englisches Pfund.. 141.78. 1 amerikanischer Dollar. 28.38 100 italienische Lire.. 118.40 100 holländische Gulden. 1870.— 100 jugoslawische Dinare. 60.30 100 Belga«..... 482.— 100 dänische Kronen.. 631.— 100 schwedische Kronen • 729.— werden müssen. Dies ist In diesem Falle um so betrüblicher, als ein beträchtlicher Teil der Arbeiterschaft noch keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung hat.— Die Jutefabrik Gebrüder Hatschet in Troppau stellt wegen Auftrags- mangels das Ansuchen um Bewilligung der vor« Lbcrgehendcn-^stillegung. In dem Unternehmen sind derzeit 680 Arbeiter beschäftigt, davon 88 Prozent Frauen.(DND.) Keine Einstellung der Leinrnweberei Seidel in DcutschprauSnItz. Nachdem cS der Fa. Seidel Leincnweberci in DcutschprauSnItz, gelungen ist ein Darlehen aufzunehmcn und größere Bestellungen einliefen, wird keine Stillegung deS Betriebes, von welcher vor Weihnachten hie Rede war, erfolgen.(DND.) Handschuh-Ausfuhr weiter über Vorjahr. Im November ist der Export von Lederhandschuhen von 26,8 Millionen XL Im Oktober auf 21,4 Millionen XL zurückgegangen. Im Vergleich zum VorjahrSnovember mit einer Ausfuhr von ^8,1 Millionen XL besteht jedoch weiter ein kräftiger Vorsprung. Bester Kunde waren im November wieder die USA mit 8,8 Millionen XL vor England mit 6,8 Millionen XL.— In den ersten elf Monaten erreichte die Ausfuhr 8,0 Millionen Paar im Werte von 180,1 Millionen XL gegen 7,0 Millionen Paar für 143,0 Millionen XL In der gleichen VorjahreSzeit. Steigender Bierabsah in den Karpathenländer». Seit einiger Zeit macht sich ein Steigen deS BierabsaheS selbst in den südlichen Gebieten der Slowakei und KarpathoruhlandS, die im Grunde ausgesprochen« Weingebiete sind, bemerkbar. Während Böhmen und Mähren-Schlesien in den statistisch erfaßten Monaten des Jahres 1037 eine Verbrauchszunahme von rund 26 Prozent zu verzeichnen hatten, beträgt die VcrbrauchSzu- nahme der Slowakei und KarpathorußlandS volle 89.1 Prozent, wöbet sich in einzelnen agrarischen Gebieten der Konsum sogar verdoppelt hat. Man erwartet, daß diese Aufwärtsentwicklung auch Heuer anhalten wird.(DND.) liusfanit Rumänien auf Abwegen Die scharfe Sprache der französischen Linken Der Pariser ,,Populaire" befaßt sich abermals in einem außerordentlich scharfen Artikel mit der neuen rumänischen Politik und weist nach, daß die Konsequenz dessen, daß König Earol der totalitären nationalchristlichen Partei die Macht anvertraut hat, die Minderung der köillglichckr Macht selber feirf werde. V,Dis beiden Diktaturen, die der Partei und dis der Krone, die einander heute zu ergänzen scheinen, werden schließlich in Konflikt zueinander geraten müssen... Wenn eü ein Land gibt, in dem das Minderheiten-Problem nur durch loyale Zusammenarbeit und weite Toleranz gelöst werden kann, so ist cS wohl Rumänien. Wenn man den rassistischen Gesichtspunkt GogaS und die Parole „Rumänien den Rumänen" wirklich anwendete, dann würden die Grenzen Rumäniens sichtlich enger werden: Die Ungarn und die Deutschen TransylvanienS, die Bulgaren der Dobrndscha, die Slawen Bessarabiens und dazu die Juden müßten entweder Rumänien verlassen oder die Numänen davonjagen... König Carol hat sich, indem er die auswärtige Politik dem Paar Gogä—MiceScu anvertraute, der Achse Berlin— Rom angenähert. Nun, die Politik Deutschlands und Italiens ist durchaus revisionistisch und arbeitet auf die Zerstörung der durch den Versailler Vertrag geschaffenen Ordnung hin. Also arbeitet König Carol direkt gegen sein eigenes Land. Heute mag er sich an Worten berauschen, da man in Berlin und Rom für ihn nicht mit Komplimenten und Schmeicheleien spart. Aber eines Tages wird er bemerken, daß er, indem er die von den beiden faschistischen Mächten betriebene Zersetzung Europas erleichtern hilft, gleichzeitig die Grundlagen des internationalen Statuts Rumäniens gefährdet. Die totalitäre Tendenz, der bestialische Haß gegen die Minderheiten und die unweigerliche Sympathie für HItl.r und Mussolini, die die wesentlichen Kennzeichen der nationalchristlichen Bewegung sind, stellen unter dem Deckmantel des Nationalismus das a n t i- nationalste Regime dar, dem Rumänien sich ausliefern konnte." Massenmord an Juden In Dachau München.(Insa.) Einer Münchner Korrespondenz entnehmen wir: Die Mißhandlungen und Folterungen der im Konzentrationslager Dachau eingekerkerten jüdischen Häftlinge werden in der letzten Zeit zu einem regelrechten Masscn- mordsystem auSgcbaut. So wurde der inhaftierte Edgar L ö w e n st e i n ununterbrochen schikaniert und geschlagen, weil er körverlicki nicht in der Lage war, das von ihm geforderte Arbeitsvensum zu erfüllen. Schließlich warf die SS-Mannschasi ihn in einen See. Als Löwenstein sich herauS- gearbeitet hatte, ging er in die Baracke und erhängte sich. Ein anderer jüdischer Häftling namenS Löwenberg, wurde bei der Arbeit so lang» und heftig geschlagen, bis auch er Selbstmord beging. Der Jude Lewy wurde erschossen, weil er beim Sprechen mit einem Posten nicht die vorgeschriebenen sechs Meter Abstand hielt. Ein anderer Häftling betrat nach Aufforderung eines Postens, der hinter dem Stacheldraht außerha'd des Lagers stand, die sogenannte neutrale Zone, einen GraSstrcifen, der rund nm daS Gefangenenlager geht. Kaum hatte er diesen GraSstreifcn betreten, als eine Salve ihn tot niederstreckte. Ein im Sommer dieses Jahres nach Dachau unter dem Verdacht der Rassenfchand« gebrachter Jude war so krank, daß er nicht gehen konnte, weil er In der vorhergehenden Polizeihaft zerschlagen worden war. Er mußte mittags und abends von den Mithäftlingen zum Appellplatz gefahren werden. Nach acht Tagen starb er. Ein anderer Jude mußte unmittelbar nach seiner Einlieferung im Laufschritt einen Schubkarren sabr.en. Diese sipnlose Strafe wurde solange ausgedehnt, bis, er. von einem Herzschlag getroffen, tot zusammensänk. Der Itallenhche Terror auf Mallorca Kopenhagen.„Arbejderbladet" veröffentlicht den Bericht einer dänischen Frau. Witwe deS Bildhauers Ulmer, über den barbarischen Terror der italienischen BesahungStruppen auf den Ba« learen. Frau Ulmer hat mehr als vier Jahre in Spanien verbracht und wohnte auf Mallorca seit dem Ausbruch der faschistischen Rebellion, bis sie jetzt nach Dänemark zurückgekchrt ist. »Zwei Monate nach dem Ausbruch des Aufruhrs fing man in Palma an, in den Straßen Italienisch zu hören und es dauerte nicht lange. Ministerpräsident Dr. Kung Nach der Umbildung der chinesischen Regie« rung übernimmt der bisherige Finanzminister Dr. Kung das Reichsvollzugsamt und damit den Posten eines Ministerpräsidenten. bis die ganze Macht in den Händen der faschistischen italienischen Osfiziere lag. Mein Sohn und ich hatten keinerlei politische Sympathien und versuchten als Ausländer, uns den Ereignissen gegenüber neutral zu verhalten. Aber es war unmöglich, zur Terrorherrschaft der Faschisten neutral zu bleiben. ES geschah, daß der italienische Offizier— ein Graf— der auf der Insel daS oberste Kommando führte, seine Freunde und Bekannten zu Mittag einlud, und nach dem Essen lvohnten der Graf samt seinen Gästen den Hinrichtungen von Arbeitern und Antifaschisten als einer besonderen Belustigung bei. Ein zwölfjähriger Knabe wurde wegen seiner republikanischen Gesinnung getötet. Zwei junge Mädchen, die sich eines Abends über die Dunkelheit in den Straßen beklagten, wurden von den Faschisten am ganzen Kopf rasiert, selbst ihr« Augenbrauen waren entfernt worden. Ucberall gab eS faschistische Spitzel, und man mußte sich sehr in Acht nehmen, um nicht in die Fallen der Provokateure zu gehen. Die Grausamkeiten der faschistischen Offiziere Ivar grenzenlos. Eines Tages, als eine Gruppe Arbeiter hingerichtet werden sollte, rief einer:„Es lebe die Republik!" Sofort ließ der Offizier, der die HinrickstustgSkoloune kommandierte,, die Exekution aufschiebcn. Er ging auf den Arbeiter zu, dec gerufen hatte, und schlug ihm mit gewaltiger Kraft die Faust ins Gesicht. Nachdem er daö Gesichts des unglücklichen Arbeiters zerschlagen hatte, führte er die Hinrichtung durch. Sieben Rot-Kreuz-Krankenpflegerinncn, die nicht rechtzeitig aus der Stadt entkommen konnten, sind auch erschossen worden. Bon den Faschisten ist keine Gnade zu erivarten und sie machen vor Frauen und Kindern keine Ausnahme. Der Bischof von Palma predigte eines Sonntags in der Kirche, er segnete die Faschisten und erklärte „ES reicht nicht aus, die Roten selbst auSziirot- ten, auch ihre Brut muß getötet, muß auSgctilgt werden"." Anwerber am Golf von Guinea Ein Sklavenhändler erzählt MTP Tualn(Franz. Acquatorial-Afrika) Der Tropenabcnd hatte sich auf die Meeresküste und den nahen Urwald gesenkt. Die Veranda des einsam gelegenen hölzernen Kolonialhauses war nur noch von dem Widerschein des fcuerfar- benen Streifens erhellt, der am westlichen Horizont flammte und blaßgoldene Lichtkegel hinauf in daS bleiche, Perlmutthast leuchtende Blau deS ZenjthS warf. Hinter dem Bretterhaus lag das Pflanzcndickicht des Urwaldes bereits im tiefen Dunkel des dichten ViätterdacheS der Vaumriejen, aus dessen Fläche, wie Riffe aus einem Meer, die Kronen vereinzelter Kokospalmen herausragten; und vor der Wohnstätte dehnte sich, jenseits des breiten, flachen SandstrandeSj die träge, milchiggraue abendliche See. Bald hatte sich das letzte Leuchten, daS letzte, gleichsam die Luft erfüllende matte siicht der kurzen tropischen Abende verflüchtigt, und die afrikanische Nacht sank herab, legte sich wie eine schwere samtene Decke auf alles Lebende, ließ Pflanzen und Tiere einschlummern, dämpfte alle Geräusche, wiegte die Menschen in erholende Lässigkeit. Auf der Veranda wurden leise, langsame Schritte vernehmbar: ein schlanker Neger mit ruhig.teilnahmslosem Antlitz brachte die Petroleumlampe. In ihrem Schein zeichnete sich nün da-.scharsgeschnittene Profil, meines Gastgebers ab.„Sie sind mir noch die versprochene Erzählung schuldig", unterbrach ich das Schweigen der Tropennacht.„Was Sie in dieser Gegend treiben. Sie sind„Anwerber". Wack bedeutet das? Was tun Sie? Wie kamen Sie dazu?" Mein Gastgeber, ein verschlossener, hagerer Mann.mit stechenden Augen In dem halbbraunen Gesicht, schenkte sich nachlässig einen Whisky ein,, schaute einen Augenblick lang wägend vor sich hin, und begann zu erzählen:„Gut, ich habe es Ihnen versprochen I Sie wissen, daß ich vor ungefähr neun Jahren nach Kamerun, nach Duala kam, als man in Europa noch glaubte, daß man in den Kolonien leicht und in kurzer Zeit reich werden könnt«, während infolge des damals bereits begonnenen Preissturzes der Kolonialprodukte die heutige Krisenperiode angesetzt hatte. Selbst die Hoffnung, eine Stellung finden zu können, mußte ich bald aufgeben, und so setzte ich mich kurz entschlossen eines Tages, um aus diesem von europäischer Kultur und Not erfaßten Stück Afrikas zu entfliehen, auf einen soeben entladenen Lastkraftwagen eines Pflanzers, der längs der Küste weiter nach Süden, fern von dem Handelszentrum Duala fuhr. „So wurde ich nach Bata verschlagen, wo mich schließlich ein Portugiese aufnahm, der eine Jagdkonzession des Gouverneurs der Kolonie besaß und der mich in seinem Handwerk anlernte. Später wurde ich allein ins Innere auf Jagd geschickt: mit abgezählten Patronen, in Begleitung einiger Neger; ich hatte die Beute abzuliefern und Rechenschaft über die verbrauchte Munition abzulegen. Sie sehen: auch in Afrika braucht man heutzutage AmtSstempel und muß Gebühren entrichten, und selbst das.Jagen im schwarzen Erdteil ist industrialisiert l Trotzdem ist dieses Leben abenteuerlich und gefährlich genug gelvesen: oft konnte ich nicht vor Einbruch der Dunkelheit biS zur nächsten Eingeborenensiediung gelangen, mußte im Urwald übernachten, und ich kann von Glück sprechen, daß ich kein Opfer der giftigen Tropenivelt geworden bin. „Aber ich hatte eine gute Schule durchge« macht, verstand jetzt, mit den Schwarzen umzugehen, so daß mich die Behörden als einen sachkundigen, zuverlässigen Menschen einzuschätze» begannen, der weder Unbequemlichkeiten noch Gefahren scheute. „Jy dem hiesigen Gebiet nun Ist die Bekämpfung der Malaria und der Schlafkrankheit noch nicht wirkungsvoll durchgeführt; aus den l benachbarten Kolonien verdingen sich die schwarzen Arbeiter ungern zu uns, und die Eingeborenen aus dem Innern ziehen e- vor, ihr altgewohntes Leben bei ihren Stämmen zu führen,§ls bei den Weißen an der Küste zu arbeiten. Daher: Arbeiterinangel. Für die Anwerbung eines Negers aus dem Innern werden ansehnliche Prämien bezahlt, und so faßte ich den Entschluß, mich um eine Konzession als„Anwerber" zu bemühen. „WaS ich als solcher zu tun habe? Ich ziehe Ins Innere, von Ncgerdorf zu Negerdorf, freunde mich mit dein StamineSältesten an, verhandele mit ihm— eine umständliche und langwierige Prozedur!—bis er sich gegen Bezahlung eines entsprechenden Preises dazu bereitfindet, einen oder mehrere junge Neger mit mir ziehen zu lassen. Die Neger, die sich verdingen, werden hierzulande immer seltener: sie bleiben lieber bei ihrem Stamm... der afrikanische Boden gibt ihnen ihre gewohnte Nahrung— Brotfrucht und Vuca— wozu sollten sie bei den Weißen Geld verdienen?" „Aber eS besteht für sie die Heiratsfrage I Die Sitte schreibt den hiesigen Stämmen vor, daß der Bräutigam den Vater der Begehrten, wen» er ihn nicht mit ein paar Stück Vieh bezahlen kann,, mit einem Betrag von ungefähr 800 Francs abfindet. Und Iver glücklicher Besitzer von 1200 Francs ist, kann sich zwei, wer 1800 Francs hat, kann sich den Luxus dreier legitimer Gattinnen leisten. Der„arme" Neger jedoch muß sich, um heiraten zu können, zur Arbeit bei den Weißen an der Küste oder auf den Plantagen verdingen." „Seinen Lohn erhalt er erst nach Ablauf der Jahre, zu denen er sich bei der zuständigen Kolynialbehörde verpflichtet hat, und nicht selten kommt es vor, daß— wenn er schlecht gearbeitet und im HanS oder in der Pflanzung Schaden angerichtet hat— er den entsprechenden Betrag vom Lohn abgezogen bekommt und der Nest dann so gering ist, dgß er sich ein weiteres Jahr verpflich ten muß, um das Geld zu bekommen, da- er be nötigt, um die heißbegehrte Tochter seinem zukünftigen Schwiegervater abzukaufen. Auf diese Weise— verstehen Sie mich recht— wird bei der Beschaffung von Arbeitskräften nachgeholfen." „Sie wundern sich, daß die Burschen nicht fortlaufen? Nein, daS kann sich der Neger nicht leisten: er könnte, bricht er sein dem Siammcs- ältcstcn gegebenes Wort, nicht zu den Seinen zurück; er würde ausgestoßen, von allen gemieden werde». Auch bei fremden Stämmen könnte er sich nicht halten. Es würde bald bekannt werden, daß er ein Wortbrüchiger ist: mit unheimlicher, für uns Europäer fast unbegreiflicher Geschwindigkeit verbreiten sich in Afrika die die Eingeborenen interessierenden Nachrichten und Neuigkeiten... ohne Telegraph, Post oder Radio... ES ist dies für viele Weiße eines der Geheimnisse des Urwaldes, dessen Mechanismus wir, die wir feit Jahren hier leben, ebenfalls nur ahnen." „Sie werden nun auch verstehen, lveshalb für die Negerstämme des hiesigen Gebiets ein gegebenes Wort eine bindendere, heiligere Verpflichtung ist, als es für den Weißen der zivilisierten Länder Gesetz und Vertrag sein können. Fast Neun Jahre lebe ich nun schon unter den Schwarzen und habe noch keinen Mord gesehen, kaum habe ich es erlebt, daß sich im Innern Neger geschlagen hätten. Ihre Streitigkeiten tragen sie mittels— allerdings oft endloser— Diskussionen aus." „Kürzlich wollte ich mich zur Erholung ein paar Monate in Europa aufhalten... und fuhr nach vierzehn Tagen wieder nach Afrika zurück: ich farrd mich in der Welt der Weißen nicht mehr zurecht. Der schwarze Erdteil hat mich erfaßt, ich lebe seinen Rhythmus, ich bin zu einem Menschen geworden, der sich von seinen Gesehen, seiner schweren, lastenden Ruhe und' seinem Geheimnis nicht mehr loSreihen kann. In der Kühle des Morgengrauens wache ich auf, sinke mittags mit der Hitze in müde Erschlaffung und erhebe mich abends wieder, wenn die lastende Glut weicht. Könnte ich j anderswo glücklicher fein?" L. St. Brite 6 Trager Zeitung Betrug an Fachärzten. Dieser Tage wurde auf Grund mehrerer Betrugsanzeigen der lettische Staatsangehörige A. S. verhaftet, durch dessen Vermitilig einige Prager Fachärzte medizinische Fachliteratur bestellt und nicht erhalten hatten. A. K. hatte das Geld natürlich vorher einfaffiert. Eine Anfrage bei den verschiedenen Verlagsanstalten er gab, daß die Bücher überhaupt nicht bestellt worden waren. Im ganzen wurden vier Aerzte um 8000 Kč geschädigt. Tas Glatteis. Beim Schlittschuhlaufen auf der Süßeninsel wurde gestern die Erzieherin Marie Buchberger, Prag II., von einem Unbekannten zu Boden gestoßen und brach die rechte Hand. Im Suspark in Koschirsch fiel vorgestern abends der 30jährige Beamte Karl Kružit und brach das linke Vein. Auf dem Wenzelsplay fiel auf einem eiser ner Aufzugsdedel, deren Ueberschreiten besonders gefährlich ist, der 64jährige Pensionist Rudolf Maschka aus Bubenisch und brach den linken Schenkelknochen. Alle drei Verlegten wurden auf die Klinik Jiráset gebracht. Vors Auto gesprungen. Geitern sprang in der Stadnoer Straße in Wofowis der 27jährige Ange fillte der Elektrizitätswerfe Josef Miñovitý aus went fabremben Straßenbahnwagen der 11er Linie und fel direkt vor den Strafiwagen des Emil Seis fert. Er wurde vom Wagen erfaßt, erlitt aber nur eine Gehirnerschütterung und einige Rißwunden. Die Rettungsgesellschaft brachte ihn auf die Klinik Jirájet. Kunst und Wissen Zur Jubiläumsvorstellung ,, Sozialdemokrat" Im Neuen Deutschen Theater ,, Die Meistersinger" in Anwesenhelt Beneš Das Neue Deutsche Theater beging gestern die Feier des 50jährigen Bestandes mit einer Vorstellung der neueinstudierten„ Meistersinger", Richard Wagners großartigem Werk, mit dem vor einem halben Jahrhundert das Haus eröffnet worden war. in dem Sinne, baß: deutsche und tschechische Kunst er folgreich miteinander zu wetteifern vermögen. Der Präsident der Republik sprach die Hoffnung aus, daß, wenn er und die Regierung so nachdrücklich bereit sind, dem Deutschen Theater ein sorgenfreies Dasein zu bereiten und den Theaterbetrieb sicherzustellen, auch die deutschen Kreise, vor allem die großen In ſtitute, das ihre dazu beitragen werden, um das Theater und den Theaterbetrieb zu fördern. Der Präsident der Republik verharrte bis zum Schlusse der Vorstellung im Neuen Deutschen Theater. Das Jubiläum des Neuen deutschen Theaters im Lichte der tschechischen Presse Slovo" und Ventov"" brachten gestern lange Artikel. ..Právo Lidu". Národní Osvobozent"... Ceffé in denen das Jubiläum des Deutschen Theaters in Prag gewürdigt wird. Donnerstag, 6. Jänner 1938. Mr. 4 wenig Interesse der literarischen Schöpfung Viktor Dyfs entgegenbringe. In derselben Weise äußerte sich unlängst auch die Samostatnost", welche V. Dhr am nächsten stand. Im Právo Lidu" wird hervor. gehoben, daß die Schöpfung Dyfs politisch tendenziös jei im Sinne des äußersten Nationalismus. Leute, die dieser Richtung huldigen, lesen aber gar nichts außer der Boulevardpresse derselben Richtung. Die Dichtungen V. Dyks finden Leser und Anerkennun eher unter denjenigen, denen das volitische Programm Dyrs widerspricht. Dadurch wird erflärlich, warum Vittor Dyf im tschechischen Theater wenig gespielt wird, denn über das Repertoire entscheiden de Abonnenten, welche Geld haben. Diese aber wissen Viftor Dht genau so wie Alois Jirásek nur dadurch zu huldigen, daß sie die politische Richtung beider Meister gegen die Linke ausnüßen. Ansonsten muns den ihnen banale Operetten mit halbnackten Mädchen durch ist erklärlich, daß die beiden vom tschechischen viel besser als Dyfs und Jirásets Hauptwerke. Das Theater überhaupt verschwanden. M. Gr. Das Právo Lidu" erwähnt dabei die infor- Samstag Jubiläumsvorstellung II.., Carmen". mative Schrift Richard Rosenheims Geschichte der Gaftdirigent: Allerander von Zemlinsky. Jestvorstel deutschen Bühnen in Prag" und schildert dann den lung für den Verband der deutschen Journalisten in fulturellen Einfluß des Neuen deutschen Theaters auf Böhmen. das Theaterleben in Prag. Der Bau des Theaters war ein Att der Selbsthilfe genau so wie der Bau des tschechischen Nationaltheaters. Es wird rühmend bervorgeboben, daß das Deutsche Theater nach dem Umſturz die tschechische Theaterschöpfung nicht mehr eliminiert hat, wie es früher der stall war. Auch die deutschen Künstler und die Inszenierung finden volle Anerkennung. Die Bedeutung des Ereignisses wurde unter strichen durch die Teilnahme des Präsidenten der Republik an dem Festabend. Dr. Ben es wurde in dem festlich geschmückten Feyer, in dem auch feine Büste aufgestellt worden war, von den Vorstandsmitgliedern des Theatervereins und den bei den Direktoren Dr. Eger und Liebl empfangen. Der Vorsitzende des Theatervereins, Tokfor Ringhoffer, begrüßte den Präsidenten mit einer herzlichen Ansprache als Gönner und Schutzherrn des Hauses. Der Präsident erwis derte herzlich, daß er gerne gekommen sei, um zu eigen, wie hoch er die fünstlerische Bedeutung des Prager Deutschen Theaters ſchäße und daß er aufrichtig wünsche, das Institut möge ſeine große Miſſion auch in Zukunft erfolgreich erfüllen. Außer dem Präsidenten waren viele offizielle Gäste erschienen. Vor allem die deutschen Minister Dr. Czech und Dr. Spina, der Außenminister Dr. Krofta, der Schulminister Dr. Frante, außerdem der Landespräsident Sobotta und der Prager Polizeipräsident Dr. Charvát. ferner waren viele Diplomaten erschienen, schließ lich von den deutschen aktivistischen Abgeordneten Jatsch und als Vertreter der Bürgermeister der Das Gesté Slovo" schreibt, daß auch das tschechische Publikum in Prag die deutsche Szene judetendeutschen Städte Leopold Pölzl. Nachdem der Präsident in seine Loge geleitet worden gern besucht, wenn es flassische deutsche Schöpfung ( Goethe, Schiller, Kleist, Hebbel etc.) in der deut war, wurde er von dem ausverkauften Haus mit schen Sprache hören will oder wenn es vor dem arokem Beifall empfangen. Vor dem Beginn der Umsturz manchen Shakespeare sehen wollte, der im Vorstellung wurden die Staatshymnen gespielt. tschechischen Theater nicht auf dem Programm war Während der Vorstellung traf ein herzliches Glück und zählt dann berühmte Künstler und ganze Ausflugszüge der Staatsbahnen. Vom 8. biswunschtelegramm des Ministerpräsidenten Doktor Theaterbesatzungen auf, die im Deutschen Theater in Prag oft gaftierten. 16. Jänner in die Beskiden für 440 Kč, nach Vyšna od za ein. Auch der Ventov" widmet dem Jubiläum Nužbachy für 550 Kč und in die Hohe Tatra für Ueber die Vorstellung selbst berichten wir warme Anerkennung und gibt der Hoffnung Aus580 Kč. Anmeldungen und Informationen im Bajar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 383.35. drud, daß das Theater auch fünftigbin seine Mission im Kulturleben Prags vollbringen wird. M. Gr. Diebstahl in der Kleinen Bühne. Während der Montagsprobe zu Molnars Delila", die in der Skleinen Bühne stattfand, wurde der Schauspielerin Erna Terrel aus ihrer Attentasche, die sie im Konversationszimmer liegen gelassen hatte. ein 1000 Ke Schein gestohlen. Die Strafanzeige wurde erstattet.( DND.) Ein Sonderzug für Sfifahrer wird bei günsti gen Schneeverhältnissen jeden Sonntag von Prag nach Stubčice abgefertigt. Fabrfartenvreis mit Mittagessen 33 Kč. Anmeldungen nimmt der Basar neben dem Wilson Bahnhof entgegen, Fernruf Nr. 883-35. Aus der Partei Bildungsausschuß der Bezirksorganisation: Freitag abends um 20 Uhr Sibung im Varteibeim. morgen. In den Gesprächen mit Mitgliedern des Theatervereins erflärte Präsident Dr. Beneš weiter, sein Standpunkt, daß die Deutschen in Prag ihr nationales Theater, geradeso wie die Tschechen, haben müßten, sei befannt. Der Staat werde das Seinige dazu tun und der Theaterverein werde gemeinsam mit den Vertretern des Staates zuſammenarbeiten Das Národní Osvobozent" befaßt sich Neumann und Zemlinský inszenierten Opern und bauptsächlich mit der Aufzählung der unter Direktor darunter wieder meistens mit Wagner. Das Blatt betont, daß das Deutsche Theater in Prag eine wich tige Stellung im fulturellen Schaffen Prags eins nimmt und auch eine Sendung am Kreuzpunkte der Stulturen hat, die sich hier durchfreuzen. Viktor Dyk und der tschechische Nationalismus gen Nummer mit den Ausführungen des tschechis Das..Právo Lidu" befaßt sich in seiner gestrifchen Stritifers Arno Novák in den Lidové Novinh". der sich beschwerte, daß die tichechische Oeffentlichkeit Beirat beim tschechischen Nationaltheater. Der läumsfeiern des Jahres 1938 im Nationaltheater. Schulminister ernannte einen Beirat für die Jubis. Für das Schauspiel wurden ernannt: Dr. Kare! abef. Dr. Jaroslav Kvabil, Dr. Miroslav Rutte. Dr. Jindřich Vodát; für die Oper wurden ernannt: Prof. Hubert Doležil, Dr. Jojek Sutter, Ing. Otto Souret, Dr. Ladislav Bycpálet. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sente, Donnerstag halb 3: Schottenring. Abschiedsvorstellung Werbezirk, 7%: Delila, C 2. Freitag 6: Oberon. Theatergemeinde der Jugend( arüne Karten) und freier Verkauf. Abonn. aufgeb. Samstag 7½: ar me n. Jubiläumsvorstellung II. Abonn. aurach. Sonntag 2½: rauen in New Yort, 7½: André Chenier, C 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Don nerstag 314: el an der Simmelstür 8.00: Sie, ob an n- reitag 8.00: Gr innerst du dich? Theatergemeinde des Sulturverbandes und freier Verkauf. Samstag 7%: Tödliche Liebe. Erstaufführung.- Sonntag 3.00: Reisebefanntschaft( firma). 8.00: Sie, Johann! Vereinsnachrichten Kinderfreunde- Ausschuß: Montag abends um 20 11br, Sigung im Parteiheim. Verwendet nur Volkszünder Unsere Natur in Bildern Sobald Sie Ihre Wohnstätte und die unfreundlich verqualm Stadt verlassen, um in vollen Zügen die Schönheit des Landaufenthaltes zu genießen, bekommt Ihr Geist einen neuen Schwung. Sie werden frei von den Sorgen und der Hast des Alltags, für die Gaben empfänglich, die Ihnen die Natur so bereitwillig entgegenbringt. Es wer den Sie in erster Reihe die tausenden Blumen ergreifen, die Wald. Flur und Hecke schmücken. Ihre Neugier erwacht, Sie möchten die Freude am Anblick durch etwas Wissen erhöhen, zum wenigsten so viel, als notwendig ist, ut.. die einzelnen Blumen bestimmen und ein wenig in ihr Leben blicken zu können. Auf diese Weise wird Ihre Freude eine lebhaftere und nachhaltigere sein. Auch die bunte Vogelwelt fesselt jeden, selbst den flüchtigen Betrachter, weckt in ihm Sympathien und ein Verlangen nach genauerer Kenntnis, nach tieferem Eindringen in das Leben der liebreichen Geschöpfe, die plötzlich in einem Geist aufzittern, um einen Baumwipfel kreisen, Felder und Wiesen überfliegen, und sich in kühnen, mit fröhlichem Gesang ausgeführten Flugkunststücken an ihrem Leben erfreuen. Da hält der Mensch den Atem an, jubelt mit und kann der Versuchung nicht widerstehen, haltzumachen, das fesselnde Geschöpf vermittels eines Fernglases näher zu betrachten, sich an ihm zu entzücken und aus seiner Lebensweise Belehrung zu ziehen. In solchen Augenblicken erhöhen Ihre Freude an der Nar die schönen, unentbehrlichen Bücher aus der Reihe ,, Unsere Natur in Bildern". Vesmír Bisher erschienen: I. Band: Univ. Prof. Dr. Fr. A. Novák- K. Svolinský: Pflanzen übersetzt von Prof. Dr. Erich Daumann II. Auflage 158 Illustrationen II. Band: Dr. Jos. Jirsik K. Svolinský: Die Vögel 54 Illustrationen Kč 42Kč 36III. Band: Univ. Prof. Dr. Fr. A. Novák- K. Svolinský: Gebirgspflanzen ( Tschechoslovakische Alpine- Blüten) übersetzt von Prof. Dr. Erich Daumann 115 Illustrationen Kč 42Die Bücher sind in jeder Buchhandlung erhältlich Verlags- Ges. m. b. H., PRAG VII., Dobrovského 29 4463 Inserate werden lau Bezugsbedingungen: Bei Auſtellung ins Haus oder bei Bezug durch die Bost monatlich Ke 17.- vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102,-, ganzjährig Kč 204.-Tarif billigst berechnet. Rüditellung von Manusfristen erfolgt nur bei Einsendung, der Retourmarfen. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post u. Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800 VII/ 1930 bewilligt.( Kontrollpostamt Praha 25. Druderei: Orbis". Drud. Verlags- u. Beitungs- A.- G. Prag.