Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Ginzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Kern, Prag 18. Jahrgang Freitag, 7. Jänner 1938 Es gibt keinen Menschen, der nicht die Freiheit liebte, aber der Gerechte fordert sie für alle, der Ungerechte nur für sich allein. Börne. Eine versöhnliche Stimme Stabilisierung der Teruelfront Bedenkliche aus Ungarn schreibt der Vizepräsident des ungarischen Abgeordnerenhauses Dr. Julius Kornis: Nach den heftigen Angriffen der Franco- Säuberung Teruels Nr. 5 Erscheinungen Eine Reihe von Ereignissen der letzten Zeit ist ein Beweis dafür, daß Deutschland mit großen, insbesondere wirtschaftlichen Schwierigteiten zu fämpfen hat. Wien. Im Neuen Wiener Tagblatt" Regierungsarmee verfügt über schwere Artillerie Noch immer konzentriert sich die Hauptauf- bereitete Truppe für die Kämpfe bei Teruel verSollte sich Ungarn als vollständig gleich- merksamkeit, welche die Weltöffentlichkeit den wenden mußte. Die mit Mühe aufgestellte Offenberechtigter Bartner mit der Kleinen Entente spanischen Ereignissen widmet, auf die Kämpfe fivarmee Francos muß als vollständig geschlagen zum Verhandlungstisch setzen, und sollten die be- um Teruel. Nach den vorliegenden Berichten und zerrieben betrachtet werden. Augenblicklich ist am unerfreulichsten die scheibenen, aber natürlichen Ansprüche Ungarns vom Mittwoch schrumpft der Widerstand zu- Queipos Lügen Lage in der Landwirtschaft. Das erste Anerkennung finden, dann hätten wir keinen fehends, der noch von einigen wenigen RebellenSalamanca.( Havas.) General Queipo de Jahr des Vierjahresplanes ist in diesem Bereich Grund zur weiteren Aufrechterhaltung der ge. neſtern geübt wird. Eine militärische Bedeutung eine Enttäuschung. Wie arg es sein muß, geht spannten Situation, dann könnte man vorerst kommt ihm nicht mehr zu. Zum Teil sind die Re- Llano erklärte, daß sich Teruel gegenwärtig zum allein daraus hervor, daß der Staatssekretär im die wirtschaftliche und die politische Zusammen. bellen in die unterirdischen Kanäle geflüchtet. Es Teil in der Hand der Francotruppen und zum Landwirtschaftsministerium Bade die Flucht in die arbeit der Donaustaaten ausbauen, ja wir fönn handelt sich vornehmlich um Phalangisten, die der Teil in der Hand der Regierungstruppen befinOeffentlichteit ergreift. In der Zeitschrift ten jenen Grad der Sicherheit und des Friedens Meinung sind, daß ihr Leben ohnehin verspielt det. Die Francotruppen sollen den eingeschlosse erhoffen, wonach wir uns alle sehnen. Sollten ist, während sich die sogenannten regulären" nen( 1) Regierungsabteilungen den Rüdzug ab Deutsche Volkswirtschaft" gesteht der Genannte, daß die landwirtschaftliche Nutzfläche Deutschlands wir uns aber täuschen und sollte dieser Zustand, Truppen der Rebellen, nämlich zwangsgemusterte geschnitten haben. sich vermindert hat. Was das bedeutet, erhellt der keineswegs auch nur für einen einzigen Do- Spanier, den Siegern ergaben. daraus, daß einer der Zwede des Bierjahrespla naustaat vorteilhaft erscheint, weiterhin annes die Selbstverwaltung Deutschlands mit Nahdauern, dann müßten wir alle unsere Kräfte Truppen vom Dienstag ist an der Front verhält schreitet fort rungsmitteln und industriellen Rohstoffen ist und dahin konzentrieren, unsere Freundschaften mit nismäßige Ruhe eingetreten. Die Rebellen haben jenen Staaten, die mit uns gemeinsame Inter- offenbar ihre Reserven aufgebraucht und sind ministerium gibt bekannt: Barcelona.( Ag. Esp.) Das Verteidigungs- daß eine Vergrößerung des deutschen Acerbodens geplant war. Es tritt nun genau das Gegenteil effen haben, noch mehr zu vertiefen. Es wäre aber trotzdem über den anfänglichen Geländegewinn Unsere Stellungen haben auch Mittwoch den ein: Die landwirtschaftliche Nußfläche ist heute im Intereſſe fämtlicher Donauſtaaten, fich zu- nicht hinausgekommen. Die Front ſtabiliſiert sich, in der gleichen Richtung wie am Dienstag forts fleiner als zur Zeit der Weimarer Republit, in fammenzutun und den Frieden zu sichern." wofür auch die Tatsache ſpricht, daß die auslän- gesezten Angriffen des Feindes widerstanden. Un den letzten fünf Jahren betrug die Verminderung dischen Journalisten, die die Kämpfe von Teruel fere Truppen haben die Gräben besetzt, welche die 650.000 Heftar. Ein weiteres Symptom für die auf der Rebellenjeite verfolgt haben, den Beschluß Rebellen gegenüber den Höhen 1076 und 1072 Verschlechterung der Lage ist die Tatsache, daß faßten, nach Salamanca zurüdzukehren. Der Ver- gebaut hatten. die Betriebsausgaben 1937 um 335 Millionen lust Teruels ist also für die Rebellen endgültig. Im Innern von Teruel ist am Mittwoch ein Mart, die Verkaufserlöse nur um 163 Millionen Entgegen den früheren Behauptungen des Franco- großer Teil des Klosters Santa Clara zerstört Mart gestiegen sind, die Einnahmen der deutschen Hauptquartiers befinden sich die Schlüſſelpunkte worden. Anschließend haben unsere Truppen un Bauern demnach eine sinkende Tendenz aufweisen. im Süden von Teruel, nämlich Billadespesa und ter Verwendung von Handgranaten das Gebäude Im Zusammenhang damit versteht man die stei die Bergfeste Muela del Teruel fest in der Hand gestürmt und darin sechs Gefangene gemacht, dar gende Verschuldung der Landwirtschaft, die seit der Regierungstruppen, die Front verläuft weit unter einen Hauptmann der Zivilgarde. In den 1935 festzustellen ist eine sonderbare Erschei außerhalb der Stadt. Ruinen des Hauses wurde eine Anzahl Leichen nung angesichts der Lehre von Blut und Wo Interessant und bisher zu wenig beachtet ist gefunden. Aus den unterirdischen Räumen wurden de n.„ Wir nähern uns", so schlicht der Artikel der Umstand, daß bei Teruel zum ersten Male zahlreiche Zivilisten, besonders Frauen und Kin- des Staatssekretärs, in der Erzeugungsschlacht feit dem Beginn des Bürgerkriegs von den Regie- der, befreit, die dorthin geflüchtet waren. dem Augenblick oder haben ihn bereits erreicht, in „ Es hat den Anschein, daß die Chinesen rungstruppen schwere Artillerie einge- Die feindliche Flugwaffe hat mit großer In- dem eine weitere Steigerung, die volkswirtschaftunter dem Eindrucke der japanischen Macht immer fetzt wurde. Schwere Artillerie hat die Regie- tensität operiert. Unsere Flieger haben heftig lich unbedingt gebraucht wird. die Wirtschaftsmehr die Abficht bekunden, um Frieden zu er- rungsarmee bis jeut überhaupt entbehren müssen. Stonzentrationen des Feindes bombardiert, die bei traft der landwirtschaftlichen Betriebe nicht mehr fuchen. Der innigste Wunsch Japans ist es, Nun scheint die republikanische Heerführung im San Blas, Concud und Gelada entdeckt worden stärkt, sondern schwächt." Nach einem Jahre Vierdefinitiv den Frieden im Fernen Often zu sichern. Begriffe zu sein, auch diesen Mangel auszuglei- waren. Am Nachmittag wurden in einem großen jahresplan ist die deutsche Landwirtschaft bereits Dies auch das Ziel aller heutigen Opfer. Info- chen. Es bestätigt sich übrigens, daß Franco feine Luftkampf zwei Rebellenflugzeuge, Marte Fiat, in der Enge. Die furchtbare Ausbreitung der lange jedoch die Chinesen nicht in eindeutiger gesamte für die Offensive bei Guadalajara vor- abgeschossen. Weise ihre wirkliche Absicht befunden, ihre Fehler wieder gutzumachen, werden die Japaner ihre militärischen Operationen fortsetzen, bis sie ihr Endziel erreicht haben. Friedensfühler Japans Tolio.( Havas.) Ministerpräsident Prinz Konohe, Außenminister Sirota, Striegsminister Sugijama und Marineminister Jony hatten Donnerstag eine Beratung, deren Hauptgegenſtand die im Umlauf befindlichen Gerüchte bildeten, daß die chinesische Regierung sich mit der Absicht trage, um einen Waffenstillstand zu er juchen.( Was die dineſiſche Regierung, jedoch dementiert.) Nach dieser Beratung wurde folgendes Kommuniqué ausgegeben: * Es ist offenkundig, daß die Japaner in der Sadgasse sind. Sie sind von dem starken Widerstandswillen der Chinesen überrascht. Die vorliegende Meldung ist ein Versuchsballon. Daß er Yosgelassen wurde, ist auf die unhaltbare Finanzlage Japans zurückzuführen, die durch den kost spieligen Krieg einer Statastrophe nahegebracht wird; außerdem befürchten die Japaner, daß die Fortsetzung des Krieges zwangsläufig zu einem Eingreifen der fremden Mächte und damit zuz sicheren Niederlage Japans führen wird. Bombardierung Hankaus Hantau. Donnerstag vormittags unternahmen 22 japanische Bombardierungsflugzeuge in Begleitung von 16 Jagdflugzeugen einen Anflug auf Hantau. Die angreifenden japanischer Maschinen wurden durch lebhaftes Feuer der Flugabwehrgeschüße begrüßt. Keine der japani ſchen Maschinen wurde jedoch getroffen. Auf den Flugplatz von Hankau wurden 50 Bomben abge worfen. Auch gegen die Hankauer Sendeſtation wurde ein Flugzeugangriff unternommen, doch wurde die Station von keiner der Fliegerbomben getroffen. Ausnahmszustand in Honkong Hongkong. Wie Domei aus Hongkong meldet, hat die dortige Regierung in Anbetracht der augenblicklichen Lage den Ausnahmszustand erflärt. 420 Arbelter Im Hungerstreik attowi. Auf der großen Metallhütte des Fürsten Hohenlohe in Welnowiec in Polnisch- Oberschlesien ist ein Okkupationsstreit der gesamten aus 420 Mann bestehenden Arbeiter schaft ausgebrochen. Die Arbeiter traten in den Hungerstreit. Auf der Hütte wurde eine schwarze Fahne gehißt. Der Streif kam infolge der Anfündigung der Hüttenindustrie, daß wegen Mangels an Bestellungen der Betrieb der Metallhütte noch im Laufe des Jänner eingestellt wer den muß, zum Ausbruch. Gogas Diktatur wird verankert Abschaffung der kommunalen Selbstverwaltung Ausschaltung der Minderheiten Mauls und Klauenseuche, das Massensterben des Viehs, das eingesetzt hat, zeigt die ganze Gefahr, in der sich die Landwirtschaft befindet. Wohl ist fein Land vor dieser Seuche sicher und sie tritt auch in Staaten mit anderer Regierungsform auf aber es wird von Fachleuten darauf hingewies sen, daß die schlechte Ernährung des Viehs, die vom Vierjahresplan genau so diftiert wird, wie die mangelhafte Ernährung des Menschen, die Anfälligteit der Rinder gefährlich vergrößert. Während man sich früher vor den Ballanländern veterinärpolizeilich streng schüßen mußte, droht die Gefahr jetzt besonders vom Dritten Reich. Bukarest. Die Regierung hat die Be- Schritt, den der französische Gesandte Thierry, zirks- und Gemeinderäte durch Dekrete aufgelöst. ähnlich wie der Gesandte Großbritanniens, bei der Der Timpul" kommentiert die Auflösung der Bukarester Regierung am Mittwoch unternommen lokalen Selbstverwaltungskörperschaften dahin, bat, keineswegs eine Einmischung Frankreichs in daß diese Maßnahme die Einleitung zu einer die inneren Angelegenheiten Rumäniens bedeu Daß auch auf den anderen Gebieten der Berwaltungsreform überparteilichen und natio- tet, sondern lediglich den Zweck verfolgte, wie Wirtschaft nicht alles in Ordnung ist, zeigen die nalen Charakters darstelle. Die tommende Ber- dies übrigens Pflicht der beiden Großmächte sei, Artikel des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht waltungsreform werde von zwei Grundsätzen ge- die rumänische Regierung auf die Wichtigkeit zu in der Zeitschrift der Akademie für deutsches tragen sein: Von der Beschränkung der lokalen verweisen, die beide Regierungen ständig dem Recht. Die deutsche Aufrüstung wird im wesentSelbstverwaltung und einer verstärkten und effek Vertrag beimessen, der am 9. Dezember 1919 in lichen durch Zwangsanleihen und Schabwechsel tiven Kontrollbefugnis der Exekutivgewalt. Das Paris unterzeichnet wurde und der die Rechte der finanziert, die Kreditinflation nimmt immer Ziel der Reform werde eine im nationalen Sinne Minderheiten verbürgt. gigantischere Ausmaße an, daweil die Goldvorwirkende lokale Verwaltung sein. Die Regierung In Paris wird daran erinnert, daß der Ver- räte der Reichsbant die Lungenschwindsucht haben. sei, so sagt der„ Timpul", der Ansicht, daß die trag über den Schutz der Juden in Rumänien sei- Deshalb erinnert Schacht, der 1933 diese Art von gegenwärtige Verwaltungsordnung Bezirks- und nen Ursprung in den Artikeln 44 und 46 des Geldbeschaffung eingeführt hat, daß das Gold ( Gemeinderäte ermöglicht habe, welche auf Wah- Berliner Vertrages aus dem Jahre 1873 habe, noch immer internationales Währungsmetall ſet. len beruhen, die ihrerseits wieder der gegenwär- zu dem Bismard und der französische Minister Die Sintflut von Kreditgeld, die über Deutschtigen Bevölkerungsgliederungen entsprachen. Waddington die Anregung gaben. Die Auffassun- land allmählich heranbricht, wird nicht nur Diefe Gliederung fei aber das Ergebnis der seisen über die wahrscheinliche Antwort der rumä- Deutschlands Wohlstand hinwegschwemmen, tritt nerzeitigen Fremdherrschaft, welche den rumäni- rischen Regierung auf diese Schritte in Ange- einmal der Dammbruch ein, ist viel mehr in Geschen Charakter der neuen Staatsgebiete verlegenheit der Minderheiten gehen, wie Meldungen fahr als das zu Papier gewordene Stapital. fälscht habe. Eine übertriebene Auffassung des aus Bufarest erkennen lassen, dahin, daß die ru- Der Vierjahresplan, der jetzt für DeutschWahlprinzips habe zur Beibehaltung der von der mänische Regierung die vertraglichen Bestimmuns lands Wirtschaft maßgebend ist, hat in der Landfrüheren Herrschaft hinterlassenen Lage geführt. gen über die Minderheiten sowohl für die Juden wirtschaft versagt und der Industrie nicht geholDurch Beseitigung dieses Prinzips hoffe die Re- als auch für die übrigen nationalen Minder- fen, Deutschlands Export fann sich nicht erholen, gierung, den notwendigen Wiedergutmachungs- heitengruppen der Bevölkerung, soweit sie im das Reich fann sich nicht die Devisen verschaffen. prozeß für das Rumänentum zu verwirklichen. Die Jahre 1919 bei Unterzeichnung des Vertrages in um die notwendige Einfuhr zu bezahlen. Wie der Regierung lehne es nicht ab, den Minderheiten Rumänien siedelten, voll respektiere. Die neuen griechische Riese Protrustes die Reisenden in ein das Recht, an der Gemeindeverwaltung teilzu- Maßnahmen der Regierung würden lediglich die Bett zusammenpreßte und ihnen die Glieder abnehmen, zu gewähren, doch treten diese Minder später auf rumänischem Boden Angesiedelten be- hadte. wenn sie zu lang waren, so wird die deutsche Wirtschaft in das Protrustesbett des Vierjahress beiten gefchloffen auf, während die Rumänen in plans gesteckt und vollkommen der Aufrüstung verschiedene Parteien gespalten seien. Da die gespannten Beziehungen der rumänischen Parteien dienstbar gemacht mögen darüber Menschen eine Besserung in dieser Hinsicht nicht erhoffen und Vich zugrundegehen. Als die nationalsoziali= laffen, wolle die Regierung den Vorrang des Nustische Partei die Weimarer Republik auf Tod und Leben bekämpfte, versprach sie dem Volke den mänentums gesetzlich sichern. deutschen Sozialismus. Man muß große Phantasie haben, um das, was sich unter dem Diktat des Lieblings der westdeutschen Schwerindustrie, Das Einschreiten Englands und Frankreichs treffen. Bukarest.( Havas.) Der britische Gefandte in Bukarest, Sir Reginald Soara, hatte Mittwoch abends weitere Unterredungen mit dem Vorsitzenden der rumänischen Regierung, Goga. Wahlen: am 8. April Paris. Nach Informationen des Bukarester Berichterstatters der Agence Havas werden die Paris. An französischen informierten neuen Wahlen in das rumänische Parlament am des Herrn Hermann Göring in Deutschland abStellen wird betont, daß der freundschaftliche| 8. April stattfinden. spielt, als Sozialismus zu bezeichnen. Seift* Freitag, 7. Jänner 1938 Nr. 8 Zum Gedächtnis Pernerstorfers Der juitflcn Arbeitergeneration ist Perner- storfer nur wenig bekannt. Kaum dem Namen nach. Die sudetendeutschen junge» Arbeiter wissen wenig von ihm, weil er, der Wiener, so ganz deutschösterreichischer Politiker war, wohl gelegentlich auch vor sudetendeutschen Proletariern sprach, aber sich so recht zu Hause doch nur in Wien fühlte. Mit der Generation, für die daalte Oesterreich mehr war als ein Bericht der Schulbücher, die in diesem Oesterreich lebte, kämpfte, Politik machte, mit dieser Generation verschwindet auch die Erinnerung an die großen politischen Führer jenes Staates. Und Perner- storfer, der vor zwanzig Jahren starb, am 7. Jänner 1918, schied gerade in einer Zeit aus dem> Leben, aus einem ebenso kampsreichen wie froh I genossenen Leben, als auch dieses alte Oesterreich sich seinem Ende zuneigte. Aber heute an Pernerstorfer erinnern: daist nicht nur Erfüllung einer Pietätspflicht. An Pernerstorser erinnern: das ist Hinweis auf einen Deutschen, der gerade deshalb, weil er dem deutschen Volk und der deutschen Sprache in leidenschaftlicher Liebe anhing, auch leidenschaftlicher Demokrat war, den sein Deutschtum zum In, ternationalisten, seine Volksliebe zum Sozialdemokraten gemacht hatte. Erinnerung an einen solchen Mann, an einen echten deutschen Demo« traten, an einen deutschen Sozialisten, in dem NationZlicbe und Liebe zur Menschheit zu wunderbarer Harmonie verschmolzen waren,— solche Erinnerung ist höchst notwendig in einer Zeit des ekelsten Mißbrauche- der Begriffe Nation und Sozialismus zu der demagogisch-lügnerischen Verbindung»Nationalsozialismus",— in einer Zeit, da Demokratie als»undeutsch" und der Rassenaberglaube al- Grundlage des Deutschtums erklärt wird. Erinnerung an Pernerstorfer stimmt freilich auch recht wehmütig. Sie ist ja auch Erinnerung an eine bester« und schönere deutsche Vergangenheit. Wo sind heute Deutsche von Pernerstorfer- Art? Engelbert Pernerstorser, in Wien geboren am 27. April 1850, Sohn einer Hau-mcisterin und Näherin, die sich schwer plagen mußte, um ihrem Sohn den Besuch de- Gymnasium- ermöglichen zu können, hat schon al- Diittelschüler einen Freund gewonnen, der ihm treu blieb, dem er treu blieb bi- zum Tode: Viktor Adler. Freilich, so sehr beide übereinstimmten in der Liebe zur Freiheit, in der demokratischen Gesinnung, in der Liebe zu den Armen und in der Liebe zum deutschen Volk(damals war es aller Welt, war eS Deutschen ebenso selbstverständlich wie Juden, daß deutsche Juden— Deutsche waren), sie gingen al- junge Politiker doch bald verschiedene Wege. Zunächst freilich waren beide und mit ihnen auch Schönerer, der spätere Alldeutsche und bornierte Rasteantisemit, und Lueger, der spätere christlichsoziale Führer,„Deutschnationale", und da- war damals etwas ganz andere- als heute. Sie blieben es ziemlich lange. Noch 1882 arbei- tclen Pernerstorser und Adler gemeinsam mit Frirdjung. dem späteren Historiker, und Steinwender das Programm des Deutschnationalen Verein- au-, das, weil e- von einer großen Volksversammlung in Linz genehmigt wurde, da- Linzer Programm genannt wurde. Bald aber wanderte Adler ganz in- Lager der Arbeiter ab, während Pernerstorser noch geraume Zeit deutschnationaler— man kann wohl sagen: deutschdemo» kratischcr— Politiker blieb. Er wurde 1885 in I Wiener-Neustadt al- Kandidat der Tvutschnatio- nalen in den ReichSrat gewählt, dem er bis 1897 angehörtc. In diesem Jahre kandidierte er bereits als Sozialdemokrat in der fünften Kurie, fiel durch, wurde aber schon bei den nächsten Wahlen wiedergewählt und gehörte dann dem österreichischen Parlamente bi» zu seinem Tode an. Der Weg vom Deutschnationalen zum Sozialdemokraten war für Pernerstorfer nicht schwer. Wer sich in den siebziger und achtziger Jahren de- vorigen Jahrhunderts deutschnational nannte, war demokratisch, und Pernerstorfer, selber Arbeiterkind, hatte immer im Aufstieg der Arbeiter, in ihrem sozialen und kulturellen Aufstieg, die Vollendung der Nation gesehen. Al-»deutschnational" gleichbedeutend zu sein begann mit reaktionär, als gleichzeitig sichtbar wurde, wie sehr die junge sozialdemokratische Bewegung Kulturbewegung»var, da schloß sich Pernerstorfer der sozialdemokratischen Partei an— und Victor Adler- Jugendfreund wurde nun auch Adler- Partei- genoste. Als dcutschnationaler Abgeordneter hatte Pernerstorfer— so wie der tschechisch-bürgerliche Abgeordnete M a s a r y k und der Wiener kleinbürgerliche Demokrat Kronawetter— immer für di« Arbeiter gesprochen, für ihre sozialen Forderungen, für ihre wirtschaftlichen Rechte. Der Sozialdemokrat Pernerstorfer setzte die Tätigkeit de- Deutschnationalen Pernerstorfer fort. Pernerstorfer- Au-spruch:»Ich bin ein guter Internationalist, aber ich bin deutsch bi- in die Knochen" ist oft zitiert worden, zustimmend und ablehnend. Nun, man würde heute wohl kaum da- gleiche Bekenntnis zur Nation und zur Menschheit in dieselben Worte fasten. Aber den Weg, den Pernerstorfer gegangen ist, werden noch gar manche gehen: jene, die ihr Volk wirklich lieben und wissen, daß diese- ihr Volk sich vom Nationalismus loslösen muß und sich in die Völkergemeinschaft eingliedern, wenn e- nicht ins Verderben gehen will. Und jene, die erkennen, Berans Torpedo In der Brünner sozialdemokratischen Rov- nost beschäftigt sich Bürgermeisterstellvertreter Dr. Gier ausführlich mit der NeujahrSkund« gebung de- Obmannes der republikanischen Partei, Abg. Beran, die er als ein gegen die bestehende Koalition gerichtetes Torpedo bezeichnet. Eier schreibt u. a.: Die heutige Koalition ist trotz ihrer Mängel und ihrer Schwerfälligkeit im ganzen«in guter Ausdruck des Kräftegleichgewichte- in diesem Staate. Wir sind für ihre Erhaltung. Sie hat sich bewährt in den schweren Zeiten de- Staate» mit Ausnahme de- peinlichen Zeitabschnitte« der Präsidentenwahl. Die heutigt Koalition ist ohne die Partei de»„Närodnl sjedno« renl", ohne die slowakische Volk-Partei, ohne Kommunisten und selbswerftändlich auch ohne Unterstützung Henlein» au-gekommen. ES liegt kein Grund vor, di« Koalition zu erweitern. Collie trotzdem«ine Erweiterung der Koalition für notwendig befunden werden, dann natürlich in einer anderen Richtung al««S sich Herr Abgeordneter Beran vorstellt. Wenn Herr Abgeordneter Beran die 1J4 Million der Henleinwähler positiv einschätzt, dann irrt er sich. Ich glaub«, daß die 850.000 kommunistischen Wähler vom Standpunkt der inneren und äußeren Sicherheit de- Staate-, vom Standpunkt der sozialen Mission der Republik eine positivere Macht darstcllen, als die Hen- daß die Arbeiter die zukunfl-gestaltende Kraft der Nation sind— allen gogenlvärtigen Entrechtungen, zum Trotz. Auch seine innige Kulturverbundenheit hat Pernerstorfer, In dem heiße Liebe zur deutschen Dichtung lebte, zum Sozialdemokraten gemacht. Tie Volk-gesamthelt sollte zur Kultur cmporge- führt werden: »ES gibt keinen Idealismus, wenn man nicht satt ist und kein Dach hat. Aber vergeffcn Sie nicht, daß e- über der Praxis noch etwas anderes gibt, die Welt der höchsten Güter, und das sind schließlich nicht die Güter der technischen Kpltur — das sind nur Mittel, außerordentlich hochgeschätzte— über ihnen steht di« Kunst... Vergessen wir nicht, daß wir hinauf wollen mitunserem ganzen Bolle auf eine höhereStufe der geistigenKultur." So sprach Pernerstorfer, und diese Worte verdienen, lebendig zu bleiben in unseren Reihen. Und auch jene- schöne Bekenntnis zum Sozialismus als dem Befreier der Persönlichkeit: »Je höher der einzelne sich entwickelt, desto mehr ist er eine Besonderheit, desto mehr wird er Individuum. Nun will der Sozialismus die höhere Entwicklung der Menschheit. Ja, die Möglichkeit einer solchen Entwicklung vorzubereiten, ist sein eigentlicher Sinn. Er lehnt e- ab, ettva aus hungernden Herdentieren satte Herdentiere machen zu wollen. Er will den freien und selbstbewußten Menschen schaffen." Den freien und selbständigen MenschenI Den Menschen, der Deutscher sein will auf seine Art, nicht genormt nach Führerbefehlt Trn alle Kulturgüter mitgenleßenden Menschen! Wir wollen ihn schaffen— durch Selbsterziehung und durch unteren Kamvf um die Beseitigung aller Hindernisse des Aufstieges aller, durch unseren Kampf für den Sozialismus,— und in diesem Kampfe wollen wir immer wieder uns auch Engel, bert Pernerstorfers erinnern. J. H. leinwähler, von welchen wir übrigen- nicht wissen, wie viele«S heute sind. Der vom Herrn Abgeordneten Beran dargestellte Plan ist gefährlich. Es hat keinen politischen Sinn, diesen Plan mit Jammer, mit Beschimpfungen und mit Borwürfen der Undemokratie und deS Undanks gegenüber dem deutschen AktiviSmuS zu bekämpfen. Dieser Plan ist der Ausdruck gewisser materieller und Klasseninter« essen. Seine Durchführung setzt eine bestimmte Gruppierung der reaktionären Kräfte Vorau-. Seine Durchführung kann nur durch eine Gegenaktion und durch die Gruppiening von Kräften mit gegenteiligen, und politischen Vorzeichen vereitelt werden: Der Versuch einer auf die Hilf« der Henleinpartei gestützten rechten Regierung-« block- mit der Perspektive der späteren Teilnahme dieser Partei an der Regierung-macht wird ein elementare» Bedürfnis einer neuen Gruppiening der demokratischen und sozial fortschrittlichen Volkskräfte in diesem Staate Hervorrufen. Ich wiederhole: Wir sind für die Erhaltung der heutigen Koalition. Sollt« sie aber von der agrarischen Rechten torpediert werden, dann werden sich die Interessen der Tschechoslowakischen Republik eine solche neue Gruppiening der politischen Kräfte erzwingen, daß dieser Plan gegen die Sicherheit de- Staate» zunichte gemacht wird. Die agrarische Rechte hat eS schon einigemale für richtig gehalten, trotz ihrer Teilnahme an der Koalition und der Verpflichtungen, die sich gerade "Der Kampf“ Sozialistische Revue Heft 1, Jänner 1938, hat folgenden Inhalt: Gregor Bienst»ck: Rußland- Schicksal. Julien Kerflan(Part»)r Dir neue Mitte k Frankreich. Flavin«: Da-„Dritte Reich"— rin Anwalt ter Minderheiten? Joseph Bloch: Au- einem Briefe über da» Judentum. I. Falkenierg: Deutsche Autarkie. Fritz Weise: Die Lohnentwicklung im Konjunk- turauftchwung. Politische Bemerkungen:„Pressesrirden* mit dem Dritten Reich?— Auf Wilson» Spu- rrn?— Brvilkerunglpolttik und Sudetrndrutsch- tum— Portugal. Au» dem geistigen Leien: Unsere Theater — Ph. Dr. h. e. F.«.«refft. Bstchrrschan. Prei» de» Hefte» 8 XL, JahrrStezugSprei» 80 XL. Redaftion und Verwaltung: Prag II., Lützowova 37. für sie al» Partei de» Regierung-Vorsitzenden ergeben, mit außerhalb der Koalition befindlichen Elementen zu kokettieren. Dr. Eier nimmt nun diese taktische Bewegungsfreiheit, die sich der Bor« ttzende der Agrarpartei erlaubt, auch für sich in Anspruch. Praktisch allerdings ist der ideologische Entwicklungsprozeß der Kommunisten noch nicht so weit gediehen, daß diese für eine positive politische Arbeit in Betracht kommen. Die 850.000 Stimmen können für die Demokratie nicht so ausgenützt werden, wie er notwendig wäre. ES ist nur zu hoffen, daß diese große Anzahl von Walern allmählich für die positive Politik de» demokratischen Sozialismus gewonnen werden oder daß die kommunistischen Wähler«ine Führung zum Teufel jagen, welche nach den Bedürfnissen deS russischen Diktator», aber nicht nach den LcbenS- interessen der tschechoslowakischen Demokratie ihr Borgehen bestimmt. Der Präsident der Republik empfing am 6. Jänner 1988 den außerordentlichen rumänischen Gesandten und bevollmächtigten Minister George P. S. Aurelian in Audienz. Weiter empfing der Präsident den Prlmator der Stadt Prag, Doktor Peter Zenkl, der dem Präsidenten im Namen der Hauptstadt die Neujahrsglückwünsche überbrachte. Budapest.(MTJ) Im Wahlbezirke Bonhsad wurde Donnerstag der Kandidat der Kleinen Landwirte-Partei Anton Klein mit 10.580 Stimmen zum Abgeordneten gewählt. Sein Gegenkandidat, der Volksdeutsche Dr. Georg Goldschmidt erhielt nur 2506 Stimmen. Warschau. Dlättenneldungen zufolge wird noch im Jänner der Chef de» reichkdeutschen Militärflugwesens General Milch mit mehreren höheren Offizieren der reich-deutschen Luftflotte zu einem offiziellen Besuch in Warschau eintreffen. Bekanntlich weilte vor kurzem der Chef deS polnischen Militär« slugtvesens General Rayski zu einem offiziellen Besuch in Deutschland. ihr laßt den Armen schuldig werden... Von Nordorete Neumann Einen Augenblick steht Loisl, bringt sein AeuhercS in Ordnung. Mit dem Taschentuch wischt er den Schweiß vom Gesicht, streift die Handschuhe von den Händen, der eine ist blur- bcspritzt. Auch daS berührt Loisl nicht, er steckt die Handschuhe in die linke Rocktasche, kontrolliert seine Hose, sie ist rein, Blutflecke nur vorne am Rock. Hastig trocknet sie Loisl mit dem Taschentuch ab. Der Rock hat schon viele Flecke, niemandem werden die neu dazugekommenen auffallen. Loisl geht ohne Hast über die Treppe, vorbei an der Türe der Witwe, noch eine Treppe, rauS aus dem Tor. Die LengSfeldstraßc mündet in eine Seitengasse, Loisl geht ganz langsam, wenig Menschen gehen um diese Zeit durch die Nebengassen. Bald ist Loisi in einem breiten, sehr belebten Geschäft-Viertel, dort beachtet ihr niemand, denn alles eilt zur Straßenbahn,'zum Omnibus, es ist die Mittagspause, sie muß ausgenützt werden. So kam daß die Binder, die um viertel 1 Uhr bei Weiler vor der Türe steht, niemand aus der Treppe begegnet ist, Loisl Ivar zehn Minuten vorher schon aus dem Hause. Loisl ist zu Hause, er gibt den kleinen Brüdern zu dem Malzkassce(das Mittagmahl) ein Stück Kuchen. Er hätte so gern alles mitgebracht, was in den Auslagen der Lebensmittelgeschäfte zu sehen ist, aber die Vernunft sagt ihm: Vorsicht! Genug de» Fragen- der beiden Kleinen, von wo der gute Kuchen sei. Um halb 2 Uhr gehen die Brüder zur Schule. Loisl ist endlich allein. Sperrt die Türe ab, sucht in der Brieftasche. „Gott sei Dank, der Vertrag!" Jetzt löst sich die Spannung, Loisi laufen Tränen über die Wangen. Den Vertrag steckt er in den Ofen, viel Papier dazu, dann etwa; Aeste, die er aus dem Wiener Wald mühsam zusammengeklaubt hatte, irgendwie muß man ja den Winter durchhalten. Hoch schlägt die Flamme. Wärme und Harzgeruch erfüllen den Wohnraum. Ein blutbespritztes Taschentuch, ein Paar Handschuhe? Nichts bleibt übrig davon. „Den Schmuck muh ich vergraben! Die Brieftasche mit dem anderen Zeug noch verbrennen." Wieder verzehrt das Feuer einen Zeugen der Tat. Mit dem Schmuck und den Sparkassenbüchern(sie kann Loisi nicht brauchen, das Geld bekommt man nur gegen Losungswort) wird er zum Reserl fahren. Irgendwo vorher au-steigen, die Schmucksachen im Wald vergraben. Die Büchel aber? Bergraben? Keinen Sinn! Wieder brennt etwa» lichterloh im Ofen— am heften so. Das Bargeld? Soviel hat Loisl in seinem ganzen Leben nicht beisammen gehabt. Einige Tausend Schilling. „Gott sei Dank, lauter kleine Scheine!" Die verwahrt Loisi in der Wohnung, bei sich behält er nur das, was er glaubt, vor der Mutter verantworten zu können. Die Mutter! Die arme, verkrüppelte Mutter soll einige der Posten aufgeben. Nicht alle, daS würde auffallen, nur die schlechtesten soll Mutter absagen. Wie der Tag vergeht, Loisi weiß eS nicht. Er lebt wie im Traum. Abends schickt er den einen Kleinen um eine Zeitung. Vor dem Mord noch nichts zu lesen? Doch, in ganz großen Lettern die Tatsache: . Ermordet aüfgefunden. Die Binder und die Heimarbeiterin Bergner wurden verhaftet, schwere Verdachtsmomente liegen gegen die beiden Frauen vor." Regt sich etwas in dem wirklichen Täter? Nein! Hauptsache: auf ihn fällt kein Verdacht, kann keiner fallen. ES kommt alles darauf an, das Leben neu zu gestalte», aber vorsichtig, niemand— nur Reserl— weiß, daß er mit Weiler in Beziehung stand. „Reserl!" Leben kommt in den Jungen. Morgen, gleich früh, wird er losfahren. Aber zwischen dem Morgen und Heute liegt noch ein langer Abend. Dunkle Straßen will Loisi heut, kein Licht. Und vergessen l-„Kino!" Ein amerikanischer Film, die Sahne fliegt nur so, die dicke Köchin hat von de.u schlimmen Jungen eine- Portion mitten in- Gesicht abbekommen. Loifl lacht am hellsten, seine Nachbarn vor und hinter ihm, steckt er an. Wie befreiend quisit.daS Lachen au- LoisiS Brust. Weiler? Vertrag?' DaS ist weit, ganz weit entfernt. Unterwegs nach Hause aber überfällt eS den Jungen. So jäh, so stark, daß er nicht weiter kann. „Zwei Ünschuldige sitzen! Man wird sie verurteilen! Sie— htnrichtenl" Loisl zittert am ganzen Körper, daran hat er nicht gedacht. Er rennt durch Wien- Straßen, wie ein Wahnsinniger. Einmal aber muß er doch nach Hause. Neben der ahnungslosen Mutter schläft Loisl. Er hat sich ganz leise entkleidet, ist vorsichtig über die beiden Brüder gestiegen. Kaum hingelegt, schläft er. Sein Gesicht ist so ruhig— ja, der Mutter, die ihn mustert— scheint eS. Loisi lächelt. Abgearbeitete Hände, verkrüppelte Finger strecken die Bettdecke hoch, Loisl hat sich nicht mal richtig zugedeckt. Am anderen Morgen: „Mutterl, Glück hab ich endlich g'habt, ab Montag fang ich im Elektrizitätswerk an!" DaS Glück macht die Mutter ganz närrisch. Sie küßt den Loisi und dann wird Familienrat abgehalten. „Bon dem ersten Wochenlohn kriegen die Buben neue Wäsche, dann Schuhe, Anzüge. Später kommst du dran und dann ich, Mutterl!" „Ob es nur längere Zeit dauem wird mit der Stellung?" „Sicher Mutterl! Ich hab die feste Zusage!" , Wieder ist Loisl allein. Er besorgt eine Tageszeitung. Sein Gesicht wird ganz blaß al» er liest, die Binder habe gestanden. Er greift n:it der Hand nach der Stirne. „Hab ich geträumt? War ich«S, war eü die Binder?" Dann wieder die entsetzliche Angst. DaS Geständnis ist sicher nur eine Falle. Man will damit den wirtlichen Täter fangen. Aber nein! Es steht doch, die Binder habe eine genaue Schilderung der Tat gegeben? „Nur nicht verrückt werden!" fioifl verbrennt die Zeitung. WaS wollte er doch nur tun? Richtig, zum Reserl fahren. Reserl empfängt Ihn init großer Freude. Sie sind lang beisammen, allein. Reserl fragt viel, denn auch sie hat von dem Mord an Weiler durch die Krankenschwester erfahren. „Also hat den alten Geizhals das Schicksal gerichtet. Ich kann kein Mitleid empfinden, Loisl. ES war ein schlechter Mensch!" DaS sind für Loisl Woä«, di« er in sich aufnimmt, die ihn beruhigen, neue Kraft zum Leben geben. Er fährt beruhigt zurück. Die Stelle, wo er auf dem Weg zur Heilanstalt den Schnwck vergraben hat, wird er sich für immer merken. Einmal werden die Jahre vergehen, Gras über die Sache wachsen. Die Polizei, die der Binder wahrscheinlich das Geständnis erpreßt hat, wird nicht Siegerin bleiben. Beim Prozeß wird e» sich rauSstesien, daß die beiden Frauen unschuldig sind. Ja, muß sich herauSsteflen. DaS glaubt Loisi jetzt felsenfest und wird innerlich ganz ruhig. So vergehen viele Monat«. Loisl gibt der Mutter regelmäßig am Wochenende seinen „Lohn". Er besucht Reserl, mit der eS bergab geht. Der Arzt hat ihn mal zu sich bestellt. „Sie müssen auf«NeS gefaßt sein!" .(Fortsetzung folgt.)! in t. 1" 5. Mr. 5 Freitag, 7. Jänner 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Deutsche Volks- und Bürgerschulen 1930-1936 Das Statistische Staatsamt hat vor kurzem der Bürgerschulen hat sich aber 1936 mit 60.103, eine Uebersicht des tschechoslowakischen Schul- gegenüber 32.073 Bürgerschülern im Jahre wesens vom Jahre 1936 veröffentlicht, welche 1930 beinahe verdoppelt. Es bestanden 1936 in auch ein Bild von der Entwicklung der deutschen Böhmen 302( 278 öffentliche, 6 staatliche und Nationalschulen( Wolfs- und Bürgerschulen) 18 private) Bürgerschulen mit 1526( 1435, vom Jahre 1930 bis 1936 bietet. Dieses Bild 22, 69) Klassen. Die Zahl der Bürgerschulen zeigt eine geringe Zunahme der Zahl der deut- wurde um 12( 9 öffentliche und 3 private) verschen Schüler in der Republik und eine relativ mehrt, die Klassenzahl ist um 483( 461, 2, 20) stärkere Zunahme der deutschen Schulen und gestiegen, trotzdem hat sich der durchschnittliche Schultlassen, so daß in den genannten sechs Jah- Klassenbesuch von 30.7 auf 39.4 erhöht und steht ren die durchschnittliche Schülerzahl in den damit über dem gangstaatlichen Durchschnitt. Klassen, an den deutschen Volfs- und Bürgerschulen zusammengenommen, zurückgegangen ist. Betrachtet man jedoch die Volksschulen und die Bürgerschulen gesondert, dann erweist sich die stetig ansteigende Entwicklungslinie als die Resultierende zweier Sturven, die in ihrer Richtung start voneinander diverzieren. 3. Herr Wagner soll sich ja nicht einbilden, daß es uns um seine Person leid ist. Es handelt sich nur darum, daß Herr Wagner sein Abaeordnetenmandat niederlegt und an seine Stelle ein anderer fähiger Kamerad kommt. Versunken und vergessen, das ist Ihrer Wäh. ler Fluch! Seite 3 Der vernachläffigte Böhmerwald. ,, Hosp. Rozhl." schreibt: Wir wunderten uns oft, warum so weniger Stiläufer aus Prag nach dem Böhmer wald fahren, während es Sonntags im Riesengebirge wie auf dem Wenzelsplatz aussieht, namentlich da die Fahrt nach demBöhmerwald weder län ger noch teurer ist als ins Riesengebirge. Getvih tung Otta u abgefaßt hat und der sieben Un- ist, daß der Böhmerwald nicht so geeignete Sfiterschriften trägt. Darin wird Herr Wa, ner gelände hat wie das Riefengebirge, doch hat er 1. aufgefordert, sein Abgeordnetennian- dennoch höchst anziehende Seiten. Man schob die dat unverzüglich niederzulegen, 2. wird er daran Schuld bisher hauptsächlich auf die ungeeignete erinnert, daß ihn die von der Ortsgruppe Eisenbahnverbindung und auf die ungeeignete Ottau schon bei der Kandidatenaufstellung 1935 Retlame. Der wahre Grund steckt aber viel tiefer, nicht mochten und 3. aber das wollen wir denn der Böhmerwald ist ein flassisches Beispiel wörtlich zitieren: für die schlechte Organisation des Fremdenver tehrs. Die Unterkunftsmöglichkeiten sind bis auf geringe Ausnahmen primitiv, es gibt wenig Unterfünfte und wo sie sind, sind die Preise unver hältnismäßig hoch. Ein anderer Grund ist der Umstand, daß die nach dem Böhmerwald fahrenden Stiläufer nur den fleinen Ausschnitt rund um den Spitzberg fennen, weil es feine einzige Aehnlich liegen die Verhältnisse in Mährengeeignete Stilandfarte mit einer Auswahl von Sliausflügen gibt, ungeachtet deffen, daß die Schlesien. Hier gab es 1936 831 öffentliche, 4 staatliche und 32 private, insgesamt 867 deutsche Standes, und Rangbezeichnungen. Diese Ottauer sind und die frei aufgestellten Wegweiser wie im Und nun folgen die 7 Unterschriften mit Markierungen nur für den Sommer bestimmt Volksschulen mit zusammen 2450 Klassen und sind nun einmal gescheite Leute! Die haben nicht| Riesengebirge fehlen. Auch fümmert sich niemand 85.448( 1930: 92.501) Schülern. Die durch nur den Wagner schon seinerzeit nicht gemocht, jie darum, daß die vielfach sehr engen Waldwege erschnittliche Schülerzahl betrug 34.9. Seit 1930 Faben auch einmal sei's in der Schule oder weitert werden, um für Stifahrer fahrbar zu sein. wurden zwei öffentliche und drei Privatschulen sonstwo gewesen etwas von Des Sängers Es ist nicht viel, was getan werden müßte, damit aufgelassen und eine staatliche Volksschule neu Fluch" gehört. Wie sie ihre deutschen Literatur der Böhmerwald mit dem Riefengebirge in Wetterrichtet. Die Schülerzahl ist um 7053 und die kenntnisse nun im„ Heimatruf" abwandeln, das bewerb trete, aber es scheint, daß niemand da ist. Rahl der Klassen um 120 zurückgegangen. Die even macht den Brief an Herrn Wagner so schön. der sich um die Organisation des Fremdenverkehrs Durchschnittszahl hat sich um 1.1 gebessert. Denn es paßt wie die Faust aufs Auge. Die öffentlichen Bürgerschulen wurden um zwei im Böhmerwald verdient machen wollte.( DND) vermehrt und die privaten Bürgerschulen um eine vermindert, so daß es 1936 127 öffentliche und 13 private Bürgerschulen gab. Die Klassenzahl wurde an den öffentlichen um 84 auf 682 vermehrt und an den privaten Bürgerschulen um vier auf 72 Selassen vermindert. Die Zahl der Bürgerschüler stieg um mehr als die Hälfte auf 22.802. so daß die durchschnittliche Schülerzahl von 29.2 auf 37.6 stieg. Am Stichtag des 1. Oftober 1936 gab es in der Tschechoslowatei insgesamt 3310 deutsche Volksschulen mit 9141 Klassen und 326.571 Schülern, so daß auf jede Klasse durchschnittlich) 35.7 Kinder entfielen. Gegenüber 1930 hat die Schülerzahl infolge des starken Geburtenrück canges in den historischen Ländern beträcht lich, und zwar um 31.691 Kinder, abgenommen. Die Zahl der Schulen hingegen wurde um 99 vermehrt, die Klassenzahl jedoch ist in Anbetracht des geringen Schulbesuches um 126 zurüdgegangen. Trotzdem ist der durchschnittliche Besuch der Einzeltlasse um 2.9 Schüler gesunten. Das entgegengesette Bild dieser Entwicklung zeigen die Bürgerschulen. Allerdings ist es als durchaus Von besonderem Interesse ist die nationale abnormale Erscheinung zu werten, da 1930 noch Pusammensetzung der deutschen Schülerschaft. Die Die letzten Kriegsjahrgänge mit ihrer Rekord deutschen Volksschulen in Böhmen und Mähren mindestzahl an Geburten bürgerschulpflichtig Schlesien besuchten 1936: 4294 Tschechoslowaken, waren. 1930 gab es in der Tschechoslowakei nur 27 Ruffen, 29 Magyaren. 499 Polen( fast aus48.304 deutsche Bürgerschüler, welche 427 Bür schließlich in Schlesien), 180 Juden und 58 Angerschulen mit 1578 Klassen besuchten; auf eine gehörige anderer nichtdeutscher Nationen. An den Bürgerschulklasse entfielen durchschnittlich nur Bürgerschulen zählte man 2939 Tichechoslowaken, 30.6 Schüler. Bis 1936 hat sich die Zahl der Russen, 15 Magyaren, 238 Polen, 57 Juden deutschen Bürgerschulen um 27 auf 454, die und 15 Andersnationale. Die Schüler tschechoZahl ihrer Klassen um mehr als zwei Fünftel flowakischer Nationalität repräsentieren vier vermehrt und ist auf 2622 gestiegen. Trotzdem Fünftel der fremdnationalen Schüler an den vermochte die Zahl der neu errichteten Klaſſen deutschen Schulen, wobei besonders zu beachten der rund anderthalbfachen Vermehrung der ist, daß die Zahl tschechoslowakischer Schüler an Schülerzahl, die 1986 85.632 betrug, nicht nach den deutschen Bürgerschulen um mehr als das zukommen, so daß der Durchschnittsbesuch einer Dovvelte höher ist, als an den Volksschulen, obder Klassen fast drei Für die Ortsgruppe: Appell an Arbeiter und Arbeitgeber Chautemps will die Pariser Streikbewegung beenden Paris. In Anbetracht der sich häufenden flikt noch nicht beendet. Der Ministerpräsident Streits und sozialen Konflikte und mit Rüdsicht erklärte, daß die Entlassung des russischen Arbeis auf das Problem der Nichtbefolgung der Schieds- ters berechtigt sei, weil er sich ernster Fehler im sprüche in erster Linie des Schiedsspruches im Dienste schuldig machte, obwohl er, wie durch die Streit der Arbeiter der Goodrich- Fabrik, den der Untersuchung festgestellt wurde, nicht persönlich Ministerpräsident Chautemps persönlich fällte der Urheber der Legung der geheimen Telephonerklärte der Vorsitzende der französischen Regie- abhörlinie in der Direktionskanzlei war. Als tung Pressevertretern gegenüber, die Regierung Aufsichtsorgan habe er von der Sache gewußt, sie wende sich in entschiedener Weise sowohl an die aber nicht gemeldet. Der Schlichter forderte die Arbeitgeber als auch an die Arbeitnehmer mit der beiden Parteien auf, von Repressalien Abstand Aufforderung, die Sozialgesetzgebung zu achten. zu nehmen. Die Direktion wurde aufgefordert, alle Arbeiter wieder aufzunehmen, die Arbeiters schaft wiederum wurde aufgefordert, die Arbeit chestens wieder aufzunehmen. Die Fabrikdirek direktion bleibt aber bei ihrem früheren Beschluß betreffend die Durchführung einiger Sanktionen; die Arbeiterdelegierten hingegen erklärten, daß der Streiffonflikt durch den Schiedsspruch nicht Im Ministerratspräsidium wird demnächst eine gemeinsame Konferenz unter der Patronanz der Regierung stattfinden, an der Vertreter des Allgemeinen Industriellenverbandes und des Allgewerkschaftsverbandes der Arbeit teilnehmen werden. Es wird über den sogenannten„ Kode des sozialen Friedens" verhandelt werden, wel. den alle Parteien zu respektieren haben werden. Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung, diefen Entwurf sofort zu Beginn der ordentlichen Sef fien, demnach bereits in der kommenden Woche, zu unterbreiten. t einer wohl die Geals die der mailer. Das der dem Parlament unterbreitet werden soll und gelöst wurde und beharren auf dem Streif. Stlasse auf 39 eigen mußte. zu ermal größer ist gewissen wartenden Verminderung der Schülerzahl durfte beweist, daß die Eltern tschechoslowakischer Natioauch an den Bürgerschulen schon in den nächster nalität die Erlernung der deutschen Sprache viel Jahren der entsprechende Ausgleich gefunden fach als eine wünschenswerte Ergänzung der Bolfsschulbildung ihrer Kinder ansehen. werden. Bemerkenswerte Ausschlüsse Noch weit bunter gestaltet sich das Bild, wenn wir die Schulverhältnisse in den einzelnen Ländern der Republik näher betrachten. Vergleichen wir einmal die Daten über das deutsche Der völtische Turnverein in Mährisch Schulwesen in den historischen Ländern. In Böh- Trüb au hat drei langjährige Funktionäre aus men zählte man 1936 2291 deutsche Volts- feinen Reihen ausgestoßen, und dies deshalb, schulen( und zwar 2231 öffentliche, 16 staatliche, weil sie der Meinung waren, es sei nicht in Drd d H. Minderheitsschulen, und 44 Privatschulen hung, daß für Rutha eine Märtyrerrolle geschaf= mit 6212( 6041, 51.120) Klassen. Sie wurden fen werde. von 220.065( 215.635, 1259, 3181) Schülern besucht. Gegenüber 1930 hat die Schülerzahl um ganze 10 Prozent oder 24.483 abgenommen, die Bahl der Schulen wurde um eine vermehrt( die Zahl der öffentlichen Volksschulen war um sieben und die der staatlichen um zwei höher, hingegen ist die Zahl der Privatschulen um acht zurückgegangen) und die Klaffenanzahl um 81 vermindert. Das erfreuliche Resultat ist die Herabsetzung der durchschnittlichen Schülerzahl in jeder Silasse um 3.4 auf 35.4 Schüler. Die Zahl Der Wähler Fluch Troppaucr Theaterbrief für Befürchtungen um das Kommende. Rumänien anerkennt das italienische Imperium Nom. Der Havas- Berichterstatter meldet: Die streikende Arbeiterschaft der Gooderich Die rumänische Regierung hat der italienischen Fabrit hat für Donnerstag nachmittags eine Blerarversammlung in die Pariser Vorstadt Argen- Regierung bekanntgegeben, daß fie einen neuen teuil einberufen, doch wurde diese Versammlung rumänischen Gesandten für Rom ernannt habe. mit Rücksicht auf die Erklärungen des Ministerpräsidenten auf Freitag vertagt. Unter der Angestelltenschaft und der Be amtenschaft der Pariser Banten herrschte Donnerstag ziemliche Unzufriedenheit. Ihre De legierten überreichten den Direktionen Memoranden, in welchen sie eine Erhöhung ihrer Gehälter und Löhne fordern. Wirkungsloser Schiedsspruch Chautemps' Die Beglaubigungsschreiben dieses neuen diplomatischen Vertreters werden an den König von Italien und Kaiser von Abessinien adressiert sein. Madrid wird evakulert Barcelona.( Ag. Esp.) Zur Näumung Mas brids von der Zivilbevölkerung hat die Regierung u. a. bestimmt, daß der Stadtrat binnen zwanzig Paris. Der Schiedsspruch des Ministerprä- Tagen alle Verpflegungskarten zu revidieren fidenten Camille Chautemps in dem Konflikt der hat. Die Räumung soll binnen 30 Tagen vollPneumatit- Fabrik Goodrich hat den Streiffon- endet sein. Der SdP- Abgeordnete Ludwig Wagner. Zahntechniker in Böhmisch Krumau, ist aus der Henleinpartei ausgetreten.„ Sittliche Grunde und die unerhörte Standalisierung des Falles Nutha haben ihn dazu bewogen"- meldeten die Blätter so um den 2. Dezember. Nun veröffentlichte am 31. Dezember der Heimatruf" einen Brief an Herrn Ludwig Wagner", den die Ortstei ungünstigen Auswirkungen und auch keinen Grund| dame Pompadour", während„ Das Gassenmädel"| Fuldas„ Jugendfreunde" ließ selbst die in Jugendvon Jara Beneš nicht den erwarteten Anflang fand. erinnerungen schwelgenden Alten falt, während ,, Das Das künstlerische Personal erlebt die angenehme Dafür rettete ,, Der Vogelhändler" wieder die Si Glas Waffer" von Scribe ber jung und alt erfreu Als Direktor Franz Stoß die Spielzeit Ueberraschung, Aussichten für Sommer- Engagements tuation für die Stassa und hielt durch, bis die„ Pol- lich gut aufgenommen wurde. Aus der einzigen Ur1937/38 eröffnete, fannte man ihn hier bereits als au haben, falls das Marienbader Sturtheas nische Hochzeit" von Joseph Beer im Spielplane ver- aufführung Nächtlicher Zwischenfall" von Hans den Stellvertreter ſeines Vorgängers Dr. Georg Ter- ter endgültig an Dir. Stoß vergeben werden sollte, antert war. Die Anführung aller gespielten Operet- 28inger wurde nicht mehr, als der Titel bejagt. ramare und man wußte von ihm, daß ſeine Tätig- der mit dem hiesigen Ensemble dort spielen will. Ob ten erfolgte hier in derselben Reihenfolge wie sie im Aschenbrödel", eine ärmlich herausgebrachte Sinkeit über den sonst üblichen Wirkungsbereich eines die für Troppau befannt niedrigen Stünstlergagen Repertoire erschienen sind, um so die Spielplanbil- dervorstellung, war bei der zweiten Aufführung. Direktor Stellvertreters weit hinaus ging. Als auch für Marienbad Geltung haben werden, weiß dung zu kennzeichnen. allerdings knapp vor Weihnachten, bereits leer. selbständiger Theaterleiter hat Herr Stoß schon in bisher noch niemand. Die Reihenfolge nach dem Spielplane, auch bei Lumpacivagabundus" bewies nicht nur Nestroyden ersten drei Monaten der Spielzeit bewiesen, daß Das Urteil der Troppauer geht dahin: im Künst- den Sprechstücken geübt, läßt andere Schlüsse zur Besche Unvergänglichkeit, sondern auch seine Unverwüstet auch allein seine Bühne führen lann und dabei Terischen Niveau steht die Oper an erster Stelle, so- urteilung zu, die sowohl für das literarische Niveau lichkeit, selbst bei einer reichlich konventionellen Aufauf Dr. Terramare doch nicht verzichten muß, da ihm dann folgt die Operette und erst zum Schluß das wie auch für die materiellen Erfolge nicht sonderlich führung. Als Kassenstück erschienen„ Die Thompson dieser als Gastregisseur zur Verfügung steht. Die Sprechstid. Materiell wirkt sich natürlich am besten günstig ausfallen. Die Vorspielzeit brachte das Lust- Brothers" von Serd Roggers im WeihnachtsspielNeuvergebung an Dir. Stoß hat daher erwartungs- die Operette aus, worauf erstaunlicherweise die Oper ſpiel mit Musik,„ Bei Kerzenlicht" von Robert Kat- plan und zu Silvester..Der Raub der Sabinerin gemäß weder angenehme noch unangenehme Ueber- folgt und wieder am Ende steht das Sprechstück. scher;„ Eine Insel entdeckt", ein Lustspiel von Karl nen". Der Vollständigkeit halber seien noch zwei raschungen mit sich gebracht. Die erste Oper ,,, Troubadour", wurde mit Be- Alerander, erwies sich nicht als das Ei des Kolum- Ensemble- Gastspiele angeführt, und zwar die ,, WieDas zahlenmäßig ohnehin sehr sparsam auſam geisterung aufgenommen, die aber bei Hoffmanns bus. Werners Menschen auf der Eisscholle" fanden ner Sängerknaben" und„ The English Players" mit mengesetzte fünstlerische Personal erfuhr noch eine Erzählungen" etwas abflaute, um sich am dritten beim Publikum troß guter darstellerischer Leistun- Candida" von Shaw. weitere Meduttion, eine Tatsache, die in der Deffent- Premierenabend bei„ Höllisch Gold" von Bittner gen nicht jene Aufnahme, wie sie an anderen sude- Das Sprechstück frantt nicht allein an der Spiellichkeit nur wenig Beachtung gefunden hat. Weit um Cornelius' Der Barbier von Bagdad" restlos tendeutschen Bühnen zu vermerken war. Eine ein- planbildung, sondern auch an Besetzungsmöglichkeimehr aufgefallen ist die Neueinführung, an Sonn- wieder einzustellen. Martha". Schillings Mona malige Aufführung von Ibsens Nora" mit Erna ten und an zu großen Stonzessionen gegenüber der und Feiertagen drei Vorstellungen täglich zu spielen Lisa" und" ,, Boheme" waren durchwegs erfolgreiche Terrel als Gast steht außerhalb der normalen Vor- Spießbürgerlichkeit der Bevölkerung. ( um 3, 5 und 8 Uhr); die Ensembles aller drei Opernabende. stellungen. ,, Diana im Bade", ein Lustspiel von Wer- Troppau hat im überwiegenden Teil ein nicht Spielgattungen bestritten im Monate Dezember 51 Die Operette bestreitet ihre Erfolge fast durch ner von der Schulenburg, aus Deutschland herü- sehr verwöhntes und genügsames Theaterpublikum, Borstellungen, davon die allergrößte Zahl in Trop wegs mit alten Werken. Die Czardasfürstin" er bergeholt, fand berechtigte Ablehnung. Al3 Festvor- so wie es sich für eine stille Provinzstadt geziemt, pau, den Nest in Jägerndorf und einen Abstecher in öffnete mit vollen Häusern und selbst die aus der stellung zum 28. Oftober wurde Schillers ,, Die Ver- wozu auch die vielen Krisen der Vergangenheit beiOdrau. vergangenen Spielzeit fortgefeßte Grüne Wiese" schwörung des Fiesco zu Genua" gewählt. So son- getragen haben. Nun aber, wo eine bon wirtschaftEin derartig forcierter Theaterbetrieb muß fand ihr Publikum bis zur 40. Aufführung, eine derbar die Wahl, so sonderbar war auch bei den lichen Sorgen befreite Bühne vorhanden ist, muß Iufrativ sein, zudem der Besuch der Troppauer Vor- für Provinzverhältnisse sehr beachtenswerte Auffüh- Wiederholungen die Teilnahmslosigkeit des in der die Mahnung nach ihrer kulturellen Sendung umso ftellungen im allgemeinen sehr aufriedenstellend ist rungssiffer. Die goldene Mühle", eine Umarbeitung Stadt so kräftig betonten Deutschtums. Der erste eindringlicher erfolgen, damit das deutsche Theater und überdies ein fast unveränderter Abonnentenstand des guten alten Bruder Martin" mit Musik von segenannte Reißer war Dr. med. Hiob Praetorius" in Troppau das sei, was es sein will: die Kulturs besteht. In wirtschaftlicher Hinsicht gibt es also keine| Leon Jessel gefiel sehr gut, jedoch nicht minder ,, Ma- von Curt Göz, aber wirklich umgerissen hat er nicht. stätte für seine Bevölkerung. Alfred Bogel Scite 4 Jagesneuigkeiten Gefolgschaftsdichtung „ Arbeiterdichter" gibt es im erneuertem Deutschland nicht. Es hat früher, es hat bis 1933 deutsche Arbeiterdichter gegeben, und diese deutsche Arbeiterdichtung hat von sich reden gemacht, sie brachte einen neuen Ton in die deutsche Lyrit. Aber sie war sonst wäre sie nicht Arbeiterdichtung gewesen zwar feineswegs bloß Elendsdichtung und war auch fosmische Dichtung, aber doch ihrem eigentlichsten Wesen nach rebellis sche Dichtung, fämpferische Dichtung, war Aufschrei und Troy, war Prophetie und Kampfruf. Deshalb eben kann und darf es Arbeiterdichtung im Dritten Reich nicht mehr geben. Zwar gib: es„ Soldatendichter", aber keine Arbeiterdichter. Es gibt auch keine Arbeiterdichtung mehr, dafür aber eine Arbeitsdichtung". Zu der würde man freilich lieber Gefolgschaftsdichtung ſagen. Ein einziges Gedicht dieser Art, entnom men der Sammlung„ Der Generaldirektor", charakterisiert die ganze Gattung. Sang der Arbeiterdichter Lieder des Grolls und der Empörung, fang jener Unbekannte, dem sich in einer Stunde heiligster Entrüstung Worte der aus tiefstem Herzen quellenden Anklage und des befreienden Zornes auf die Lippen drängten, das unsterbliche Lied gegen den Ausbeuter:" Die Herren Dreißiger die Henfer sind!"- ei, so beweihräuchert der „ Arbeitsdichter" im erwachten Deutschland den „ von früh bis ſpät ohne Raft und Ruh" arbeiten den Generaldirektor: „ deine Gedanken rinnen Millionen werksbeflügelnder Transaktionen... Es chrt dich die Arbeit, es ehrt dich die Last, die du als Direktor zu tragen hast!" Und damit sind endlich jene erlösenden Verse gesprochen, ist endlich jene Dichtung erklungen, die ganz, ohne Einschränkung, ohne Rückhalt, ohne Verschleierung den eigentlichen, den wahren, den tiefsten Sinn der„ nationalsozialistischen Revolus tion" offenbaren flarer offenbaren als alle Reden des„ Führers". Die„ nationalsozialistische Revolution" wurde gemacht für die Generaldirets toren, und die Gefolgschaftsdichtung ist der fünft Terische Ausdruck dieser Revolution. Freitag, 7. Jänner 1938 Nr. 5. Der Sozialistische Jugendverband hat eine Solidaritätsaktion für Spanien durchgeführt. Es wurden Geschenke an die deutschsprechenden Mitglieder der Internationalen Brigaden mit einem Begleitbrief des Verbandsvorstandes ges schickt. Nun traf folgendes Dankschreiben ein: Arbeiter vom Zug überfahren. Die Reichs- teilung entnehmen, erinnert höchst zutreffend an Ein Gruß aus Spanien bahndirektion Schwerin teilt mit, daß am Mitt das berüchtigte Plebiszit von 1800, das den woch abends auf dem Güterbahnhof in Warnes General Napoleon Bonaparte zum Ersten Sonsul münde ein Partieführer und zwei Arbeiter von der französischen Republik ernannte, mit einem durchfahrenden Personenzuge angefahren 5,011.007 gegen 1562 Stimmen. Und das war wurden. Ein Arbeiter war sofort tot, der andere nur eine Etappe zum Kaiſertum. wurde schwer und der Partieführer leicht verletzt. Der zur Zeit des Unfalles herrschende Sturm hatte das Geräusch des herannahenden Zuges übertönt. Barmat gestorben. Julius Varmat ist am Donnerstag vormittags im Brüsseler Gefängnis gestorben. Diese Nachricht hat in Brüssel eine großze Sensation ausgelöst, da der Prozeß gegen den Millionenbetrüger nach seiner fürzlichen Auslieferung von Holland erneut vor der Brüsseler Strafkammer aufgerollt werden sollte. Durch das Ableben Varmats werden zahlreiche Betrügereien. die Barmat begangen hat und welche bekanntlich auch in bedeutendem Maße das letzte belgische Ma binett Van Zeelands erschüttert haben, nicht ganz aufgeklärt werden können, Varmat hat auf Grund von falschen Wechseln und von Bescheinis gungen, die er sich beschaffte, bedeutende Eskomptekredite bei der Belgischen Nationalbant er halten. Das Labour- Hilfswerk ,, Milch für Spanien". Neun Labour- Mitglieder des Unterhauses sind hier nach dem republikanischen Spanien durchge reist. Abgeordneter Emanuel Shinwell erklärte bei dieser Gelegenheit, der Bericht Attlees, Ph. Noel Bakers und der Sieg der Volfsarmee bei Ternel hätten in England tiefen Eindruck gemacht. Das äußere sich auch in dem großen Erfolg der Labour- Aktion. ,, Milch für Spanien", für die bis jetzt 10.000 Pfund( 1; 420.000 Kč), im Tagesdurchschnitt 100 Pfund eingekommen find. Obwohl die Aktion bis Weihnachten befri stet war, geht sie doch weiter durch die immerfort einlaufenden Spenden. Bäckerstreik in Mexiko. Der Streit der Vätfer in Meriko dauert an und in der Hauptstadt herrscht absoluter Mangel an Brot. Es bestehen vorderhand keine Aussichten auf Beilegung des Streifes. Einige weitere Arbeiterorganisationen drohen, mit dem Solidaritätsstreit zu beginnen, wenn der Streit nicht bis zum 15. Jänner bei gelegt sei. Radio Ternel spricht für die Republik. Mittwoch 22.30 Uhr hat der Kurzwellensender Teruel seine Arbeit aufgenommen. Er war auch in Barcelona gut zu verstehen. Er begann: Ach tung, Achtung, Achtung! Hier ist die Sendestation Teruel im Dienſte der Republik. Wir sprechen aus dem Zentrum von Teruel und werden immer das gleiche wiederholeu; Teruel gehört uns!" ausländischen Blättern verhindern. „ Salud! Werte Genossen! Wenn Ihr diesen Brief erhaltet, wird das Jahr 1937 bereits in der Versentung verschwunden sein. Ein Jahr der größten Erfolge für uns und die gesamte fortschrittliche Menschheit. Der Faschismus, der hier in Spanien ſeine Blutpolitik ausübt, hat 1937 Schiffbruch erlitten. Von den in diesem Jahr errungenen Siegen ist der von Teruel zweifellos der größte. Unsere Voltsarmee beweist, daß sie, geführt von einer hervorragen Schutzverfuch gegen Nazizeitungen. Wie die Reichspoſt" meldet, bereitet die Bundesregierung eine Verordnung vor, durch welche den Zeitungsverschleißern, Kolporteuren, Cafés, Gast- den Leitung, beherrscht von dem Willen, die Freiheit und die Unabhängigkeit Spaniens bis zur endhäusern und Lesehallen aufgetragen wird, ausgültigen Beseitigung des Faschismus zu verteidi ländische Zeitungen nur in einem bestimmten Verhältnis zu den inländischen Zeitungen zu vergen, Sieger sein wird. Ein großer Helfer und Machtfaktor in diesem Kampf ist die Einheit und kaufen oder abzunehmen. Durch diese Maßnahme die Solidarität aller Freunde der Spanischen Rewill die österreichische Regierung eine Ueberflu tung der Zeitungsverschleiße und der Cafés mit publik. Die schon so viel erwiesene Hilfe der im Ausland lebenden Genossen und Sympathisierenden hat einen großen Anteil an unseren gemein famen Siegen gegen die Rebellen- Regierung. Auch Euere an uns geschickten Weihnachtspakete haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Ungeheuere Freude und Stimmung herrschte bei allen Empfängern der Sendungen. Wir sind aber auch überzeugt, daß sie viel Mühe und Opfer gekostet haben. Ge nossen, vielen, vielen Dant dafür. Und nun auf ins neue Jahr, und die Parole:„ Vereinzelt seid Ihr nichts, vereinigt alles" wird uns 1938 zum Sieg gegen den Faschismus führen. Salud! Die deutschen Sozialdemokraten in Spanien: Erich Schuster; im Auftrag: Kurt Garborini." Aegyptens Königin hinter dem Schleier. Auf Anraten der Geistlichkeit beschloß König Faruk von Aegypten, daß seine Gattin Zulfikar den tras ditionellen Schleier tragen und nicht in der Oeffentlichkeit auftreten werde. Aus diesem Grunde wird auch der Trauungsalt vom 20. Jänner ganz einfach sein. Die Hochzeitszeremonien, zu denen aber keine Ausländer geladen werden, finden im Palais Kubbe statt. Die diplomati ichen Vertreter werden bloß zu dem königlichen Bankett am Abend des Hochzeitstages geladen werden. Ein neuer Rasputin- Film. In Frankreich wird zur Zeit ein neuer Rasputin- Film vorberei tet, der schon allein darum außerordentlich zu werden verspricht, weil Harry Baur, wohl der größte französische Charakterdarsteller, die Molle Rasputins spielen wird. Harry Baur arbeitet im Augenblick noch rein literarisch. Er hat das gesamte Rasputin- Material nahezu vollständig gesammelt und gelesen und sich vor allen Din gen auch russische Quellen besonders übersetzen lassen. Auch wird Harry Baur von in Parie lebenden russischen Emigranten, die in die Ras sputin- Affäre persönlich verwickelt waren, beson dere Details mitgeteilt erhalten und verwerten. Die Rolle der Zarin ist Marcelle Chantal über tragen, die sie ebenfalls einem strengen histori schen Studium unterzieht, damit die größtmög liche Echtheit der Darstellung erreicht wird. Sessionsschluß am 33. Dezember 1937. Kam mer und Senat find auch dieses Jahr nicht pünktlich fertig geworden und fonnten erst am 2. Jänner ihre Arbeiten beenden. Dies aber steht im Widerspruch zur Verfassung und darf nicht sein. Seit Jahren hilft man sich so, daß man erſtens die Uhren wieder zu lana. Dicies Mai ris man also einfach das Kalenderrüdstellt, aber das hilft ja nur ein paar Stunden blatt nicht ab, worauf einer der Senatoren am 1. Janner aus der 31" eine 32" und am nächsten Tag einfach eine„, 33" machte. An diefem 33. Dezember wurde man nun endlich fertig. Die Angelegenheit würde einfach ein Wit bleiben, wenn nicht inzwischen ein Ereignis eingetreten wäre, das den Vorsitzenden des Senats Jeanneney in äraite Verlegenheit brachte. Am 1. Jänner verstarb nämlich derSenator Dr. Couarard. Es ist absolut üblich, daß für ein verstorbenes Mitalied des Barlaments felbstverständlich in der näch iten Sibuna die Trauerfeier stattfindet. Aber diese Sibung fand ia. wenigstens offiziell, immer noch Vom Steinarbeiter zum Strategen. Der für am 31. Dezember statt; und da war der Senator seine Verdienſte um den Sieg von Teruel zun noch nicht gestorben, ia, er hätte sogar noch mititimOberstleutnant beförderte Emanuel Lister war men dürfen, wenn er nicht wegen Strankheit entfchulnoch vor nicht allzulanger Zeit ein Steinarbeiter. diat gewesen wäre. Jeanneneh zerbrach sich den Kopf. Als einer der Ersten organisierte er die Abwehr and aber feine andere verfassungsmäßige Lösung. des Faschistenaufstandes. Er hatte großen Anteil als bei der Schlußabstimmung auch den toten Se an der Aufstellung des freiwilligen 5. Miligreginator aufzurufen. Der Nachruf für ihn wird jedenfalls erit zu Beginn der neuen Session am 11. Jänmentes und wurde zu seinem Führer ernannt, ner gehalten werden. als diese Truppe in die Volksarmee einbezogen wurde. Bald führte er eine Brigade und dann eine Division. Lister hat nacheinander der Lei Vom Rundfunk Drake Haus abgebrannt. Das Haus Francis Drakes in Buckland Abbey, das zahlreiche Erinnerungen an den fühnen Seefahrer enthält, dem Die Schweiz als Vorbild. In mancher Be- Europa die Einführung der Kartoffel verdankt, ziehung fann und sollte die Schweiz Vorbild sein. wurde am Donnerstag von einem Brand heimgAls Staat des friedlichen Zusammenlebens mehsucht. Wertvolle alte Gemälde und China- Por rerer völlig gleichberechtigter Nationsteile. Als zellan von unschäßbarem Wert wurden ein Raub Kulturzentrum, in dem die Ausstrahlungen dreier der Flammen. Der silberne Humpen, aus dem nationaler Stulturen zuſammentreffen, sich ver- Königin Elisabeth trant, wenn sie mit Drate auf einen zu einer neuen, ſchweizerischen Stultur, die feinem Schiff speiste, die Bibel, die Trate auf wieder anregend, fördernd, belebend zurückwirkt seinen Fahrten begleitete, seine berühmte Tromauf die nationalen Kulturen, so sie bereichernd. mel sowie eine Anzahl weiterer Erinnerungsstücke Aber auch in der Bekämpfung des Alkoholismus fonnten gerettet werden. könnte und sollte die Schweiz vorbildlich sein! Sie ist zum Beispiel das Land vieler guter und Im Stalins Titel, der endlich seine äußerschöner alkoholfreier Gaststätten! Und ein Land. liche Gleichheit mit dem Volk aufhebt, gehen jetzt in dem ein Großteil der Lehrerschaft die Erwägungen bei seinen Getreuen, obschon, sehr eifrig, weil verantwortungsbewußt den wie über alles, auch hier ER allein zu entschei= den hat. Wie ja schon längst jede Versammlung Stampf gegen den Alkohol führt. In der Schweiz in der Sowjetunion mit dem stürmisch und mingibt es, wie die Basler ,, National- Zeitung" be= richtet, 1400 abstinente Lehrer, weitere zehn von destens zehn Minuten lang einhellig beflatschten Antrag beginnt ,,, den Genossen Stalin zum Hundert leben ebenfalls größtenteils alkoholertPrag. Sender I.: 7: Morgenmufif. 10.05: haltsam, und Lehrerkurse über die Alokoholfrage Ehrenvorsigenden zu wählen", worauf also be= Auch in den USA Photographieren einge- Deutsche Preise. 10.15: Deutsche Sendung: ür und den alkoholgegnerischen Unterricht, die Her schlossen und abermals eine Viertelstunde ge- schränkt. Der Gefeßentwurf, durch welchen das die Frau. 17.55: Deutsche Sendung: Sportvorschau. ausgabe von Schriften und Heftumschlägen, flatscht wird, so soll auch das neugewählte..Par- Photographieren, Zeichnen oder Anlegen von Plä 18: roher Klang aus dem Egerland. MandolinenWandbilder usw. sind die erfreulichen Folgen. lament", der Werchowni Sowjet", gleich zu V2- nen der Einrichtungen der amerikanischen Marine- und Gitarrenmujit etc. 18.45: Deutsche Preise. Zwei Millionen Geftumschläge mit Zeichnungen ginn sein Mitglied Josef Stalin entweder zum verteidigung, oder der Besitz von Photographien, 18.55: Deutsche Aftualitäten. 19.20: Militärmusik. und Aussprüchen über Milch, Obst. Fruchtsäfte, Führer der Völker der Sowjetunion", oder wie Zeichnungen oder Plänen derselben verboten 22.30: Mužita Salonquartett. Brag, Sender II: 14.20: Deutsche Sendung: Der Schlitten sauit, die Honig wurden verbreitet, die alkoholgegnerischen manche, vielleicht doch abgeschreckt durch die Aehn- wird, wurde vom amerikanischen Repräsentanten- Schelle flingt, Sörbild mit Musit, einleitende Worte Jungbrunnenhefte in einer Auflage von 300.000 lichkeit mit den Titulaturen der Faschistenhäupt- hause angenommen. Ferner wurde ein Gesetzent- von Doz. Nettl. 14.55: Deutsche Presse. 18.15: linge, vorschlagen zum Ersten Bürger" wäh- wurf angenommen, durch welchen die Placierung Tangmujit. verfauft. Diese Arbeit der altoholgegnerischen -Brünn: 11.05: Salonorchester. Lehrer wird vom Bund und von den Kantonen len. Dieser selbstverständlich einstimmige Be- von 50 Millionen Dollar auf dem Geldmarkte für Kaschau: 12.35: Rundfunforchesterfonzert. Währ.unterstüßt. Und bei uns? An gelegentlichen schluß soll durch eine Volfsabstimmung bestätigt| Darlehen auf die Ernte bewilligt wird. Dieser An- Cftrau: 15.15: Unterhaltungsfonzert. 18: Männerdiore. 18.30: Operettenmusit. werden. Der ,, Daily Herald", dem wir diese Mit- trag wurde vom Senat angenommen. schönen Worten fehlt es auch bei uns nicht. Abec Taten? Das Alkoholkapital ist zu mächtig, zu einflußreich! Nicht einmal ein ernsthaft altoholtung der Verteidigung von Madrid und der Operatonen bei Guadalajara, Brihuega, Brunete, Belchite und schließlich Teruel angehört. Empfehlenswertes aus den Programmen: Samstag. gegnerischer Radiovortrag ist bei uns möglich. Eroberung des Himmels? in Bien erſchienen ist.( 264 Seiten, mit 12 doch stimmt alle Kreude über die Eniwidlung des Will man zum Beispiel von den Schäden des des Himmels", das im Verlag E. P. Tal& die Menschheit stünde am Ende ihrer Tage. Aber Bildern.) Der Vorzug dieses Buches, das sich nich: Fliegens, aller Stolz der Techniker darüber, daß wir an Fachleute, sondern an alle wendet, ist, daß es mit es nun wirklich weiter gebracht haben als alle unfere Allgemeinverständlichkeit Schönheit der Darstelluna| Vorfahren, weil wir uns sogar viele Stilometer went verbindet. Es berichtet von den ältesten Mensch über die Erde emvorbringen können, wehmütia beitssagen, die von Menschenflügen erzählen, von Denn wenn wir uns nun fragen, was denn d. allen bekanntgewordenen Versuchen, von den bhan- Menschheit davon hat, daß man fliegen kann, 10 tastischesten( Adler als Träger der Flugluſtigen zu wissen wir nur eine traurig klingende Antwort. C benüßen) und den ernſten wiſſenſchaftlichen, es be- ja, der Arzt fann rechtzeitig au einem Patienten richtet von der heute komisch anmutenden Ablehnun, tommen, der sonst ohne Silfe bliebe. Börseaner föndurch die Wissenschaft, die das Fliegen ein für alle nen wirklich im Fluge ihre Geschäfte machen. Abec mal als unmöglich erflärt hatte, genan so wie das bislang war es doch so, daß viel weniger Menschen Fahren in einem Eisenbahnzug, und es erzählt von durch Flugzeuge serettet, als von Flugzeugen au den vielen, vielen Opfern, die auf dem langen Wen umgebracht wurden. Was die Kunit des Flicaens der menschlichen Gesellschaft an Glüd, an Wohl fahrt, an neuen Lebenswerten bringen wird, ist noch bringen wird, fagen uns täglich die Zeitungsbericht: über die Fliegerfämpfe in Spanien und die Luftbombardements chinesischer Städte. Uralt ist des Menschen Traum vom Fliegen. Alkoholgenuſſes ſprechen, dann forrigiert die Er flog zuerit im Traum. Nur träumend überwand weiſe Zensur weiß, weil ſie ſichs nicht mit er zunächst die unbedingte Bindung an die Erde den Alkoholinteressenten verderben will hinein Während sein Störper auf hartem Lager rubte, ent..des übermäßigen“ und kehrt damit alles um, band der Traum den Schlafenden von diesem Zwang macht aus Vernunft Unsinn, zwingt den Vortra- an die Erde, trug er ihn empor, durch die Lüfte, in genden gegen seinen Willen, statt für die Absſti- weiteite Fernen, hinauf zum Himmel. Im Traum nenz für den mäßigen Alkoholgenuß zu wer- erflog er den Siß der Götter. Was er im Schlafe ben, was blanter Unsinn ist, weil jeder Trinker erlebt, das träumte er dann auch wachend, und in seiner Seele wuchs die Sehnsucht, zu fliegen. Jahr sich einredet, ohnehin mäßig zu sein. Im tausende hindurch galt dieser Traum selbst denen, die Lande des Abſtinenten Masaryk und des Abſti ihn gerne träumten, als unerfüllbar, und nur in nenten Benes geschieht wirklich wenig im Kampfe Sagen ließ der Mensch seine Schnischt Wirklichkeit vom Traum bis zur Verwirklichung fielen. Von den gegen den Alkohol. Warum? Weil hierzulande werden, ließ er das Fliegen gelingen und-miz- zivei Arten des Fliegens und dem Stampfe ihrer Vertoeder Aerzte, noch Lehrer, noch Politiker in nen- lingen; auch mißlingen, denn wenn er sich fliegend treter widereinander wird berichtet, von der Entfehr fraglich. Was sie für Unheil brachte und noch nenswerter Anzahl Abstinenten sind, deshalb die über die Erde erhob, handelte er wider den Willen Affoholfrage nicht kennen, ihrer Erörterung ausder Götter, die ihn zu einem Erdengeschöpf gemacht weichen, selber unbekümmert um gutes oder böses meer, weil er im llebermute sich zu nabe an die hatten. Itaros, der Sohn des Daidalos, stürzt ins Beispiel weitertrinfen, mäßig" natürlich, und Sonne wagte und deren Strahlen das Wachs, das deshalb von unten her, aus der Bevölkerung, die Federn seiner Flügel band, schmolz. jeder Antrieb zur Alkoholbekämpfung fehlt. Lieber nur von den Schweizer Bergen reden, als jene schweizerische Kulturarbeit studieren, die gewissenhafte Menschen zur Nachahmung zwingen müßte. Aber es ist der Menschheit nicht gegeben, nur untätig zu träumen, nur in der Dichtung Träume wahr werden zu lassen. Erkennen der Naturkräfte und Beobachtung des Vogelfluges führte zum Grübeln über die Möglichkeiten, der Natur ihre Geheimnisse abzulauschen und es wurde experimentiert und es wurde wissenschaftlich gedacht und im fünfzehnten Jahrhundert wurde wenigstens in der Theorie, im Ergebnis der Studien des großen Leonordo da Vinci, das Fliegen als möglich festaestellt, wurde in der Theorie die Brücke vom Traum Rekordkälte. Die Temperaturminima fans ken in der Nacht auf Donnerstag in den böhmischen Ländern mit Ausnahme des nordwestlichen Teiles von Böhmen auf-21 bis 24 Grad, in der Slowakei und Karpathorußland an zahlreichen Orten unter 25 Grad. Die stärksten zur Wirklichkeit gebaut. Fröste meldeten: Chust mit 30 Grad, Volové vom Fliegen, von dem Werden und der Entwicklun Von der Verwirklichung des uralten Traumes 28, Nitra, Rimavská Sobota, Spišská Nová des Fliegens erzählt der Schriftsteller und Pilor Ves und Jasina-26 Grad. Peter Theone in dem Buche Eroberung widlung des Luftschiffes, von der Entstehung der Klugmaschine, und davon, wie beider Entstehen ao und bis zu den neuen Flugträumen führt das Buch. hängig war von der Konstruktion brauchbarer Motor. bis zu den Träumen von der völligen Ueberwindun der Vindung des Menschen an die Erde, bis zum Flug nicht nur in die Stratosphäre, sondern in den Weltraum und zu anderen Gestirnen. Nein! Aber Mahnung, es nicht beim technischen Fort Also Ablehnung des technischen Fortschrittes? schritt bewenden zu lassen, daran zu denken. daß die Technik, die vielfältige Vorausschung höheren menschlichen Glüdes schaffen könnte, aus der DieneEroberung des Himmels" heißt Thoenes Buch. rin der Menschheit in ihrer thrannischen und sie vec Aber haben die Menschen den Himmel erobert, feit nichtenden Herrin werden wird, wenn die Menschheit fie fliegen können? Nur neue Fernensehnsüchte sind der menschlichen Gesellschaft, die Anwendung wissens erwacht und dem Himmel sind wir ferner denn je. fchaftlicher Erkenntnisse auch auf die Regelung des Damit soll feineswegs die ungeheuere menschliche Zusammenlebens der Menschen ist. Erit menn diese Leistung der Wahrmachung eines so fühnen Traum. 3 Aufgabe erfüllt wird, erit wenn auch diefer uralte verkleinert werden, ja auch nicht der neue Traum von Menschheitstraum Wirklichkeit wird, können wir uns noch fühneren, noch weiteren und schließlich ganz in der Stunst des lieaens frenen dann, wenn die Ungewisse tragenden Flügeln zurückgewiesen werden stäblernen Bönel nicht mehr Todesmaschinen sein Denn so lange es eine Menschheit gibt, wird der werden, sondern Boten der eundschaft. Weltall zu erforschen, nachdem die Erde erforscht ist. Drang, neu auftauchende Rätsel zu lösen und das Toenes Buch ist ganz so gehalten, daß es auch lebendig bleiben. Gäbe es einmal diesen Drang. zu solchem Nachdenken anregen kann. diesen Willen, diesen gebieterischen Zwang nicht mehr Th. Wellwos. пе t. It Fit t Mr. 5 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Sinkende Lebenshaltung unter der Diktatur Die Wirtschaftsabteilung des Völkerbundes hat fürzlich in einer Veröffentlichung den Nachweis geführt, daß die Lohnentwicklung in den letzten Jahren in den Staaten mit diktatorischer Regierungsform für die Arbeiterschaft viel ungün stiger verlaufen ist, als in den demokratischen Ländern. In Deutschland, Italien und anderen Staaten sind sowohl die Nominallöhne, aber auch die Reallöhne bedeutend nideriger als im Jahre Freitag, 7. Jänner 1938 1932 bis 1987 ihre militärischen Ausgaben von 8 auf 5,4 Milliarden, also um 80 Prozent gesteigert, während die Zunahme für alle anderen Staaten zusammen nur 30,6( von 1,3 auf 1,7 Milliarden) ausmachte. Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten Lebhafte Bautätigkeit. Im Gegensatz zu frü-| heren Jahren war die Bautätigkeit im November 1937 noch ziemlich lebhaft. Die Zahl der begonnenen Neubauten war um 23 Prozent höher als im November 1936. Kurzarbeit in den Waggonfabriken. Nach der Aufarbeitung der Staatsaufträge sind die Waggonfabriken dazu übergegangen, den größten Teil ihrer Arbeiterschaft aussehen zu lassen. Der Uebergang zur Vollbeschäftigung wird mit dem Einlaufen neuer Staatsauf cäge möglich werden. Höherer Einlagenstand bei der Postsparkasse. Der Einlagenstand bei der Postsparkasse betrug Ende Dezember 1937 ohne fapitalisierte Zinsen mehr als im Vorjahre. 1929. Dagegen war es der Arbeiterschaft in einer ist vor allem auf einen größeren Absatz der klei- 550 Millionen Kč. Das sind 168 Millionen Ke großen Reihe demokratischer Länder möglich, mit Hilfe ihrer starten gewerkschaftlichen Organisatio nen Lohnverbesserungen durchzuseßen und vereinzelt sogar die Lebenshaltung über das Niveau von 1929 hinaus zu erhöhen. Höherer Automobilabsay. Obwohl der Automobilabsatz in den letzten Monaten 1937 eine Stagnation verzeichnete, liegt er für das ganze Jahr nach den bisherigen Feststellungen sowohl mengenmäßig als auch wertmäßig erheblich höher als im Jahre 1986. Diese günstige Entwicklung neren Volkswanentypen zurückzuführen. Rekordverbrauch an Kautschuk. Der Ge Die Staatsgüter als Arbeitgeber. Bei den famtverbrauch der Tschechoslowakei an Kautschut staatlichen Gütern sind im Fahresdurchschnitt in den ersten elf Monaten 1937 betrug 11.172 8000 Personen beschäftigt. Davon sind etwa Tonnen. Damit ist der bisherige Jahresrekord. 7600 ständige Arbeiter und 410 Angestellte. der 1935 mit 11.200 Tonnen erzielt wurde, im Jahre 1937 übertroffen worden. Neue Margarinefabriken? Obwohl die Marnarineproduktion scharf kontingentiert ist, geher im Handelsministerium fortaeſett Ansuchen um Bewilligung neuer Kunstspeisefett- Fabriken ein. Gegenwärtig liegen dem Handelsministerium rund 50 solcher Ansuchen vor. Die von der Wirtschaftsabteilung des Völterbundes getroffenen Feststellungen werden jetzt Für die Angestellten in den Textilversand durch die Entwicklung während der letzten Mounternehmungen. In den letzten Wochen des vers nate in Italien erneut unterstrichen. In diesem aangenen Jahres leitete der Einheitsverband der Lande des Faschismus setzt sich in letzter Zeit Privatangestellten eine Aktion zum Rwede der Erimmer stärker eine Preissteigerung durch, die sich höhung der Behälter, Auszahlung der Remuneinsbesondere auf die Güter des Massenkonsums, rationen und Regelung der Gehalts- und Arbeitsvor allem auf die Nahrungsmittel, erstredt. Die verhältnisse der Angestellten in den Tertilbersandser Preisauftrieb ist so stark. daß er auch von der Produktionsrückgang in der Leinenindustrie. unternehmungen in den Gebieten Neustadt a. verlogenen amtlichen Statistik der faschistischen Der Produktionsinder der Leinenindustrie ist von Met., Nachod, Humpolec, Trautenau, Jilemnice, Behörden wenigstens teilweise zugegeben werden 106.5( 1929 ist gleich 100) im September 1987 fowie in anderen Gebieten Böhmens. Mähren muß. Der amtliche Lebenshaltungsindex( 1. Juni auf 91.2 im Oftober zurückgegangen. Einen stars Schlesiens und der Slowakei ein. Diese Beſtre1928 ist gleich 100) zeigt vom Jänner 1935 bis fen Rüdgang meist auch der Inder der Jutepro- sungen fanden das Verständnis einer ganzen zum November 1987 eine Steigerung von 75,14 duktion aus, nämlich von 125,2 auf 113,7. Reihe von Unternehmern, die die begründeten auf 96,63. Das ist eine Verteuerung der Lebens- Škoda liefert Lokomotiven nach Aegunten. Besuche anerkannten. In zahlreichen Unterneh= haltungskosten im Verlauf von weniger als drei Die Stodawerke haben vom ägyptischen Eisen- mungen wurden auch Gehaltserhöhungen erzielt. Jahren um nahezu 30 Prozent. In Wirklichkeit bahnministerium einen Auftrag zur Lieferuna in einigen Fällen wurden sogar Remunerationen ist jedoch die tatsächliche Vertenerung der Lebens- von Lokomotiven für die ägyptischen Staatsbah- l ausgezahlt, obwohl dies in den vergangenen Jahmittel und Artikel des täglichen Bedarfs noch er- nen erhalten. fren nicht der Fall war. heblich höher. Denn der Lebenshaltungskosteninder hat die dekretierten Höchstpreise zur Grundlage, ohne Rüdsicht darauf, ob die Bevölkerung dafür auch die Waren erhält. In der Regel ist es so, daß zu den Höchstpreisen nur Waren von bedentend minderer Qualität abgegeben werden, während die früher bezogene Ware eben nur zu erhöhten Preisen zu haben ist. Entzauberter Orient Momentbilder aus Ankara MTP Ankara, Ende Dezember. Als vor einigen Monaten in Italien beschei Hauptstadt im Umbruch dene Lohnerhöhungen nach voraufgegangenen horrenden Lohnkürzungen! vorgenommen wer Wenn man im Anatolien- Expreß nach landen mußten, haben die faschistischen Behörden dager Nachtfahrt am frühen Morgen erwacht, findet man sich in einer wilden Felsenwüste. Der Zug bon im Ausland viel Aufhebens gemacht. Die fährt über eine endlose ausgedörrte Hochebene, von Preisentwicklung im Jahre 1937 hat diese Lohnerhöhungen nicht nur völlig unwirksam für die zadigen Höhen umsäumt. Adler freisen hoch in Arbeiterschaft gemacht, sondern die Notlage der der Luft. breiten Bevölkerungsschichten weiter gesteigert. Stünden den italienischen Arbeitern so wie vor der Zeit des Faschismus noch ihre Gewerkschaften zur Verfügung, so tönnten sie sich gegen Hier soll eine Großstadt, die Hauptstadt, in der Nähe sein? Wie ist das möglich, in dieser Einöde, wo nichts wächst und taum ein Lebewesen jichtbar ist? Und doch taucht schon bald ein tern der breitgelagerte, zweistöckige Bau, rotleuch, tend, aus blühenden Gärten. Veranden auf schlanfen Betonstügen ragen weit vor und Loggien fpringen zurüd. Tief unten erstreckt sich die blizend weiße, neue Stadt mit wuchtigen Wohnblöden und den palastartigen Botschaftsgebäuden aller Länder. Tiefschwarz leuchtet der blanke Asphalt des Boulevard Ghazi heraus. Auf dem Hügel gegenüber drängt sich das alte Mauerwert der Zitadelle malerisch zusammen. Ferne leuch ten scharfe Felszaden in der Abendsonne. Hier, in tausend Meter Höhe, ist die Luft dünn und Ausland Seite 5 ,, Schwer zu glauben" Eine englische Stimme zum ,, Pressefrieden" In der Neujahrsnummer des Manchester Guardian" schrieb Kommandeurleutnant Edgar P. Young: Es dürfte viele Freunde der Tsches choslowakei geben, deren Weihnachten( so wie das meine) durch die am Weihnachtsabend veröffent lichte Nachricht getrübt wurde, daß die Veröffentlichung und Verbreitung deutscher anti- nazistischer Zeitungen in der Tschechoslowakei von der tschechoslowakischen Regierung in Uebereinstim mung mit Berliner Wünschen unterdrückt werden foll. Deutschland, das die Pressefreiheit in der Tschechoslowakei aufs äußerste mißbraucht hat, indem es die Zeit" zum Organ der Nazi- Propas ganda für die Deutschen außerhalb des Reiches machte, wendet sich nun drohend an die tschecho= flowakische Regierung und verlangt, sie solle ihr helfen, die Wahrheit zu unterdrüden. Ich finde es schwer zu glauben, daß der Geist, welcher der tschechoslowakischen Nation 1918 ihre Freiheit eroberte, schon so unterminiert ist, daß die Tschechoslowakei sich einer solchen Perversion ihrer Grundprinzipien unterwerfen wird. Hätte der verstorbene Präsident- Befreier auch nur davon geträumt, solch eine Konzession zu machen?" Was ist mit Goebbels? Die Presse soll seinem Einfluß entzogen werden Schon seit einiger Zeit dringen aus Deutschland Nachrichten zu uns, wonach der Einfluß der Reichspropagandaministers Goebbels im Sinken begriffen ist. Es hat sich schon einige Male auch nach den Teplitzer Vorfällen gezeigt, daß das Berliner Auswärtige Amt mit der Pressepropaganda, die sich dieses Falles be mächtigt hat, niht einverstanden ist. Die Presse foll nun überhaupt dem Einfluß des Propagandaministeriums praktisch entzogen werden, indem das Pressewesen Herrn Dr. Dietrich, einem bes sonderen Vertrauensmann Adolf Hitlers, unterſtellt werden soll. Maul- und Klauenseuche im Dritten Reich Alle Berichte aus Deutschland stimmen darin überein, daß sich die Maul- und Klauenfeuche dort immer mehr ausbreitet. Im November waren von dieser Seuche etwa tausend Wirtschaften in die Verschlechterung ihrer Lebensverhältnisse zur play auf, mit blinkenden Waschinen, eine er den Bestdeutschland heimgesucht, im Dezember waren Wehr seßen. Sie würden durch ihr geschlossenes Handeln ihren Anteil an den Konjunkturgewinnen fordern, die unter dem Schuße der Diktatuc die italienischen Kapitalisten einstecken. Aber die Diftatur macht sie zu wehrlosen Opfern der kapis talistischen Ausbeutung, der sie auf allen Gebie ten des gesellschaftlichen Lebens ausgeliefert sind. farm mit sauber gereihten Obstbaumfulturen, ein neues Dorf mit roten Dächern, ein Stadion und eine Rennbahn. Antara, das frühere Angora, war ein kleines Felsennest am Fuße einer mächtigen Zitadelle zum Schuß gegen die Mongolen und räuberische Nomadenvölker. Das neue Antara aber, das sich Daß es sich in Deutschland nicht anders ver- unten in der Ebene hinzieht, ist eine Stadt aus hält, ist gelegentlich schon festgestellt worden. Es Beton und Glas, unbeschwert von Erinnerungen sei in diesem Zusammenhang darum nur auf die und älteren Bauresten, weit, nüchtern, flar und geradezu traurige Lage der Bergarbeiter hinge- fauber, die richtige Hauptstadt eines Boltes, das wiesen. Während die Pro- Kopf- Leistung im nach jahrhundertelangem Niedergang ein neues Steinkohlenbergbau von 304 im Jahre 1980 auf Leben des Aufstiegs begonnen hat. 382 Tonnen im Jahre 1936 oder um 25.5 Prozent zugenommen hat, sind die Löhne und Gehälter der Beschäftigten in der gleichen Zeit von 2418 RM auf 2064 NM im Jahre oder um 14.7 Prozent zurüdgegangen. Der Lohnaufivand je Tonne geförderte Steinkohle ist von 1930 bis 1936 um 32 Prozent gefallen. Die Verelendung der Arbeiterschaft ist die Sehrseite der faschistischen Diktatur, die den Kapitalisten die größten Profite sichert! Die Aufrüstung Eine nie wiederkehrende Gelegenheit, auf einem praktisch unbegrenzten Terrain eine neue Stadt erſtehen zu laſſen, ist glüdlicherweise nicht versäumt worden, wie beim Wiederaufbau der 3erstörten Gebiete nach dem Weltkrieg. Ein ein heitlicher Bebauungsplan wurde geschaffen. Und heute ziehen sich breite Boulevards über noch öde Flächen, schön bepflanzt, aber nur selten umfäumt von streng sachlichen Wohn- und Verwaltungsgebäuden. und violett. In diesem Palast war es auch, wo der Ghazi jenes oft zitierte Fest gab, das seinen enden Sieg über seine Widersacher im Innern feierte. Bum ersten Male waren die Frauen der Beamten und Offiziere miteingeladen; noch jaßen ſie vers schleiert inmitten der Männer, deren Gegenwart ihnen ungewohnt war. Da bat sie der Ghazi, sich zu entschleiern, was sie, wenn auch etwas verlegen, taten. Als er jie dann aber zum Tanz mit den Offizieren aufforderte, wagte zunächst keine, diese unerhörte Ueberschreitung aller bisherigen Gesetze. „ Die türkische Frau möchte ich sehen", rief da der Ghazi aus, die einem Manne in der Uniform türkischer Offiziere einen Tanz verweigern fönnte!" Ta war der Bann gebrochen, und die schönen Türkinnen wiegten sich in den Armen der Verteidiger ihrer Heimat. Von diesem Tage an datiert die Befreiung der türkischen Frau aus Haremsketten und unkleidſamer Vermummung. Die neue Gesetzgebung hat dann das ihre dazu getan, um den Frauen die neugewonnene Freiheit bis in alle Voltskreise hinein zu sichern. Das Kaffeetäßchen im Amt Troß der uneniwegten Bemühung, forts Schrittlich und europäisch zu ſein und alle atavis ftischen Vorurteile über Bord zu werfen, laſſen sich doch die Sitten eines Volkes nicht von heute auf morgen ändern. Schnittige Autobusse schaffen die Verbindung zu dem Regierungsviertel, das vier Kilometer Nach dem soeben erschienenen Jahrbuch 1937 vom Stadtmittelpunkt entfernt ist. Ungeheure der Völkerbundsabteilung für Abrüstungsfragen Betonblöcke mit zahllosen Fenstern ragen auf inbetrugen die Militärausgaben aller Länder zu- mitten unbebauten Landes. Aber sie sind jetzt jammen in alten Golddollar Milliarden für 1932: schon Sammelpunkt intensivster Arbeit vom Lan4,3; für 1933: 4,5; für 1934: 5,1; für 1935: desverteidigungsministerium bis zum Justiz- und 5,6; für 1936: 5,9; für 1937: 7,1 Milliarden. Innenministerium. Nach Schäßungen auf Grund amtlicher VerWer sich daran gewöhnt hat, in einer echt öffentlichungen betrugen die Militärausgaben im orientalischen Stadt wie Istanbul das charakteris Noch lieben es die Männer und Frauen, mit Jahre 1913 etiva 2,5 Milliarden Golddollar. Sie stisch Türkische zu sehen, wird sich von der Strenge überkreuzten Beinen zu hocken. So sieht man haben sich also bis 1937 fast verdreifacht. und Kälte dieser Monumentalbauten ernüchtert sie in ganzen Gruppen auf dem Bahnsteig in Von den 7,1 Milliarden Golddollar( d. h. fühlen. Aber uns Mitteleuropäern ist eine sol- Antara vor dem Luruszug auf ihren Fersen sizen etwa 12 Milliarden Papierdollar oder 2,4 Mil- cher Anblick ganz vertraut, denn die Architekten. und mit einem Freunde plaudern, der nach Izmir liarden Pfund Sterling oder 357 Milliarden die dieses Stadtbild schufen, sind ausschließlich fährt und es sich nach Abfahrt des Zuges in der französischen Franken oder 343 Milliarden Kč), große Bauschöpfer aus Desterreich, Teutschland gleichen Weise auf seinem Polster erster Stlasse welche die Welt im Jahre 1937 für Rüstungs- und der Schweiz. zwecke ausgab, wurden 4,6 Milliarden in Europa und 2,5 Milliarden von allen anderen Staaten Antara, das heute von einer Großstadt nur zusammen ausgegeben. Die Rüstungsausgaben erst die Dimensionen, doch noch nicht das Getriebe Europas machen zur Zeit also 64,8 Prozent der hat, läßt in seinem gegenwärtigen Zustand aber jenigen der ganzen Welt aus. Von 1932 bis 1937 etwas sichtbar werden, das sich sonst dem mensch wurden die Nüftungsausgaben in den europäischen lichen Auge nicht zu zeigen pflegt: die Zukunft. Staaten um 80 Prozent gesteigert, nämlich von Denn hier ſteht aus einem großen Willen geformt 2,6 auf 4,6 Milliarden, während diese Steige- schon die äußere Form deſſen, was in kurzer Zeit rung für die außereuropäischen Staaten nur 47 sich als Inhalt der ganzen Nation offenbaren Prozent beträgt( von 1,7 auf 2,5 Milliarden). wird: die Türkei von morgen. Von 64 Ländern, die im Jahre 1937 zusam Ein historischer Ball im Palast men 7,1 Milliarden Golddollar ausgegeben haben, des Ghazi fommen 7 Staaten allein auf zusammen 5,4 Milliarden oder 76 Prozent der Gesamtsumme, näm- Noch über Ankara liegt der Villenborort lich Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Tschantaya. Hier, wo der Blick weit über das Italien, Japan, Sowjetrußland und die Ver- Land schweift, erbaute sich Atatürk seinen Palast. einigten Staaten. Diese sieben Staaten haben von Auf vorgeschobener Terraffe ragt steil und nüch bequem macht. Die Gebote orientalischer Gastfreundschaft erheischen es, daß jedem Fremden, auch dem geschäftlichen Besucher, zu allererst ein Täßchen Tee oder Staffee und ein Glas Wasser gereicht wird. Diese Sitte wird noch überall in den Aemtern der Provinz und selbst noch in Istanbul eingehalten. In Antara dagegen ist sie streng verpönt, was nicht besagen will, daß die Herren Beamten selbst auf die angenehme Gewohnheit des Kaffeetrinkens während der Arbeit verzichten. Bei der Besichtigung einer modernen Erziehungsanstalt in Anfara ließ man uns vor dem Empfang beim Diret tor im Vorzimmer warten. Was mochte der Grund sein? Ein Diener mußte zuerst ein ganzes Tablett geleerter Kaffeetäßchen vor unseren neugierigen Augen in Sicherheit bringen!. St. G. • es schon 20.000. Nun breitet sich die Epidemie auf dem gesamten Reichsgebiete aus. Wie ernst die Situation ist, dafür zeugt, daß der deutsche Reichsinnenminister vorgestern einen eigenen Reichskommissär für den Kampf gegen die Maulund Klauenfeuche ernannt hat. Die Tierärzte werden verhalten, direkt dem Reichsinnenminiſterium Meldung zu erstatten, wenn die Seuche irgendwo zum zweiten Male auftritt. Es besteht naturgemäß die Gefahr, daß die Seuche von Deutschland in die Nachbarländer verschleppt wird. Ens ist bereits geschehen, zwei Fälle sind in der Tschechoslowakei, und zwar in Schlesien unweit der deutschen Grenze aufgetreten, und zwei in Polen. In Oesterreich wurde die Vers anstaltung einer großen Viehausstellung, die im Frühjahr stattfinden sollte, abgesagt. Die Einigung der UGT Valencia.( Ag. Esp.) In einem Telegramm an den Generalsekretär der spanischen Gewerkschaften, Rodriguez Bega, spricht Ministerpräsi dent Negrin seine Glückwünsche zur vollzogenen Einigung in der UGT aus und hebt ihre großze Bedeutung für die Zusammenarbeit aller gegen den Faschismus und die Eindringlinge hervor, die nunmehr an Macht gewonnen habe. Der um vier Mitglieder der seinerzeit aufgelösten Leitung verstärkte Vollzugsausschuß hat einstimmig zum Präsidenten Gonzalez Pena, zum Vizepräsidenten Edmundo Do= minguez, zum Generalsekretär Rodriguez Vega, zum Schaumeister Filipo Dretel, zum Bizegeneralsekretär Amadeo del Nosal und weitere zehn Mitglieder des engeren Ausschusses gewählt. Dem Internationalen Gewerkschaftsbund wird der Dank für die Förderung der Einigung durch Entsendung des Vizepräsidenten Léon ouhaug ausgesprochen. Das inzwischen veröffentlichte Manifest ents hält die zwei Bedingungen der Einigung: 1. Be dingungslos gemeinsam zu arbeiten an der Seite der Regierung und 2. ein Abkommen mit der NT zu treffen und mit ihr ein konkretes Realis ſierungsprogramm auszuarbeiten, das gleichfalls eine Verstärkung der Hilfe für die Regierung und eine Festigung und Weiterentwicklung der bereits erreichten Errungenschaften vorsieht. Istanbul. Nachrichten aus Antara zufolge wird demnächst eine Abordnung von Vertretern der füh renden türkischen Banken nach London reisen, um dort über wichtige finanzielle und Wirtschaftsfragen zu verhandeln, welche die Entfaltung des türkischen Staatswesens betreffen. Schanghai.( Havas.) Die Japaner haben die Sensur der ins Ausland abgehenden Radiotele gramme eingeführt. Seite 6 Prager Zeitung Erfreuliches aus dem Prager Schulleben " Sozialdemokrat" Freitag, 7. Jänner 1938. Nr. 5 Naturfreunde, Ortsgruppe Prag Freitag, den 7. Jänner, 8 Uhr abends, im Par. teiheim Lichtbildervortrag: ,, Auf Skiern in die Natur" Gäste willkommen! Eintritt frei! Anmeldungen für die Riefengebirgshütte in den Amtsstunden Freitag V. d. A. Garde sang B and I er seinen flaffischen Beckmesser, oftmals gerühmt, wie ch und je quicklebendig und so die tonliche Dämpfung wettmachend. Hans Grahl ist ein figürlich eindrucjamer Stolzing. Schauspielerisch reserviert, stimmlich fonserviert, von gepflegter, aber durchaus nicht strablender Sing Art, in der Höhe matt an Straft und Farbe. Harriet schäftigungslose Arbeiter Jaroslav Rozen stieß sichen der 3. das liebreisende Evchen, vermag sich gestern nachts in seiner Wohnung in Starolinental Awar zuerst gar nicht durchzusetzen, gewinnt aber ein Messer in die Brust. Auf dem Weg ins Kranken- Sympathie durch die schöne Führung des Taufquinhaus starb er. Im Hotel Nr. 11 auf dem Wen- tetts. Sa a en 8 stimmfester, verläßlicher Kothner zelsplay nahm gestern der 19jährige Bankpraktikant und die Magdalena der Frau in der mann Kurt Levit aus Wien in ſelbſtmörderischer Absicht sind bekannt, desgleichen der herzliche, sonnige und Veronal. Er wurde auf die Klinik Nonnenbruch ge übrigens grundmusikalische David des Herrn GöIIbracht. ni. Unter den Meistern fiel der wertvolle Tenor Drei Einbrüche. In der Nacht auf gestern Kurt B a um s als Vogelsang besonders auf. Herr fuchen gebracht hat, ist derselbe adlige deutsche brang ein unbekannter Täter in die Fabrik Seuran de rien es tut uns leid, das auch beim Major, der zwei von ihnen einſt ehrenvoll gefangen in Lieben ein und entwendete eine Rechenmaschine Anlaß einer Festvorstellung fagen zu müssen ist nahm. Er ist zum Krüpvel geworden, fühlt sich beiim Werte von 2700 Kč, zwei Schreibmaschinen im in dem für die Partie des Vogner entscheidenden nahe selbst als Gefangener und begegnet dem adligen Werte von 7500 Kč, einen Laboratoriumsapparat ersten Aft, troß der vorgenommenen Kürzungen Franzosen als ebenbürtigen Kameraden. Ich weiß aus Platin im Werte von 6000 Kč, ferner einen aller Tonlängen in der Höbe unzulänglich. Auf Stii nicht, wer den Krieg gewinnen wird, aber ich weiß, Heberzieher, einen Damenmantel, Nidel- und Zinn im Sinne des Wagnerschen Gesamtkunstwerks mußte daß wir beide thn verlieren werden". faat er au platten, Bohrer, Stempel und Briefmarken. Der man beim Evchen, aber auch beim Nachtwächter dem franzöfifchen Standesgenossen mit der Enttäus Gesamtschade beträgt gegen 25.000 Kč. Aus der( Pawelez) verzichten. schung des Junkers, der Leute namens Maréchal und Wohnung des Anton Novotný auf dem Wenzelsvlay Rosenthal als Offiziere anerkennen soll; der FranNr. 1 wurde gestern ein Photoapparat, goldens zose aber, der dem Deutschen sein Ehrenwort gegeben Manichettenknöpfe und ein goldenes Kettchen, eine bat, femen luchtverfuch mehr zu machen, gibt fein goldene Uhr und einige Jubiläumsmünzen entLeben für die beiden..unebenbürtigen" Kameraden, wendet. Der Gesamtschade beträgt 3500 Kč. Dem Gasthausbefizer Wenzel Capel aus Karolinen fal wurde gestern ein Brillantring im Werte von 4000 Kč entwendet. Es ist gegen uns oft der Vorwurf erhoben worden, daß wir auf dem Gebiete des Prager Schulvesens nur„ negative Arbeit und Berichterstattung" leisten, weil wir uns energisch gegen den Versuch gewiſſer Kreiſe, den Schulbetrieb zu entdemokratisieren, wehrten. Wir haben jedoch des öfteren im vorigen Jahre auf die hervor ragenden Leistungen auf dem Gebiete der Jugenderziehung hinweisen fönnen, wie z. B. auf die vorbildliche Arbeit der Volksschule in Prag VII, auf das schön verlaufene Schulfest aller Prager Volks- und Bürgerschulen im Waldsteingarten, welches der Initiative des Herrn Inspektors Josef Schmidt zu danken war. Es mag als gutes Omen zu werten sein, wenn wir in den ersten Tagen des neuen Jahres einen Bericht von der Arbeit an der Prager staatlichen Bürgerschule in Prag I erhalten. Im Rahmen des staatsbürgerlichen Unterrichtes unternahmen die Schülerinnen des Einjährigen Lehrkurses vor den WeihnachtsfeierEin Kind fast erfroren. Gestern früh fand der tagen eine Erfursion in das Klar'sche Blindeninsti- Aufseher Franz Bečvář in der Hafengasse in Emis tut. Nicht Neugierde trieb sie hin, sondern die chov die zehnjährige Anna Dragoun bewußtlos und Absicht, hier zu helfen. Die Blinden dieses Justis aanz steif gefroren auf. Das Kind wurde ins tiche tutes wurden beschenkt, die Schülerinnen kauften chische Minderivital gebracht und die Mutter verſtänErzeugnisse der dortigen Arbeitsstätten für Weihe digt. Das Verfahren wurde eingeleitet. nachtsgeschenke, boten sich als Führerinnen an und leiteten unter ihren Bekannten und Freun den eine Geldsammlung ein. Die Schüler des Einjährigen Lehrkurses sah man an einem Nachmittage, als man im Abgeordnetenhause über das Staatsbudget für das Jahr 1938 beriet, in den Die Meistersinger ersten Reihen der Galerie als aufmerksame und interessierte Zuhörer ſizen. An einem der letzten Schultage veranstalteten die Schüler und Schü lerinnen der drei an der dortigen Schule beſtehen den Einjährigen Lehrkurse einen bunten Nachmitz tag, zu dem sie Schüler und Schülerinnen aus tschechischen Bürgerschulen einluden. Sie sama melten Sachspenden und Nahrungsmittelpakete und beschenkten in einer würdevollen Schulweih nachtsfeier in gleicher Weise die armen deutschen und tschechischen Schüler. Wie wir hören, haben sich die Schüler dieser Schule an das Sozialamt der Stadt Prag gewendet mit der Bitte, alle die vorbildlichen sozialen Institutionen, welche für die Armen und Kranten der tschechischen und deutschen Bevölkerung bestehen, besuchen zu können. Ein gleiches Ansuchen ging an das Kommando der Militärfaserne in Karlin, im Rahmen der vormilitärischen Erzie hung einen Tag in der Kaserne zubringen zu dürfen. Als der Außenminister Delbos in Prag weilte, verabschiedeten sich die Schüler von ihm bei seiner Abfahrt vom Wilsonbahnhof. Wir können diese Bemühungen, auf ehrliche und herzliche Art, die Schüler für die Aufgabe des großen Versöhnungswerkes, zu der uns Mafaryt und Benes aufriefen, zu begeistern und anzuregen, nur freudig begrüßen. Möge dieſer Geist in allen Prager deutschen Volks- und Bürgerschulen Einzug halten! N. Das Glatteis: sechs Unfälle Die 52jährige Witwe Anna Sochor glitt vorgestern abends auf dem unbestreuten Gehſteig vor dem Haus Nr. 1880 in Deiwit aus, verlegte sich am Kunst und Wissen von Nürnberg Troß der hier vorgebrachten Einschränkungen und trotz der Tatsache, daß die ersten zwei Akte stimmungsmäßig troden ausfielen, ist abschließend zu fagen, daß insbesondere durch edle Gesangsleistun gen in der Schusterstube und f der Festwiese und und der deutsche Major, der den tödlichen Schu insgesamt durch besonders hohe Ensemble- Kunst der auf ihn abfeuern mußte, fist am Sterbebette des Abend auch fünstlerisch feftlichen Charakter trug und Feindes" und findet dessen Tod sinnvoller als das den aroken Beifall verdiente, den er am Schluß eigene Leben. Die beiden Entflohenen find inzwis der Vorstellung fand. schen nahe dem Zusammenbruch: der Leutnant Rosens thal, eine nicht sehr militärische Gestalt, bat sich das Anläßlich des Jubiläums hat der Landes Bein verstaucht, der Leutnant Maréchal weiß nidit auch von Böhmen beschloffen, dem Neuen mehr ein noch aus, er will den anderen liegen TaiDeutschen Theater einen außerordentlichen Beitrag fen und beginnt deshalb auf die Juden zu schimpfen. von 100.000 Kč zu gewähren. 2. G. Samstag Rubiläumsvorstellung II.., Garmen". Gastdirigent Alerander von 3 em Inffy. ( Reſtvorstellung Für den Verband der deutschen Journalisten in Böhmen.) Tschechische Originalarbeiten über Mozart. Das ..Geffé Iov o" von geftern regenfiert zwei richechische Originalarbeiten über Mozart, und zwar das Wert des Overnregiffeurs L. M and a us W. A. Mozart und Don Giovanni", und das Buch Dr. V. Blazef's Mozart. Sein Aufenthalt in Prag. Tschechische Komponisten seiner Zeit." Befonders das erstgenannte Werk schöpfe Vieles aus anderen Quellen, als die sind, die früher in der Mozartforschung benüßt wurden. Beide Werke bilden gewissermaßen den Abschluß der Mozartfeier lichkeiten in diesem Jubiläumsjahr. Das Fünfzig- Jahr- Jubiläum des Neuen Deuts schen Theaters wurde wie wir bereits gestern vermeldeten- am Mittwoch mit einer Neuinsze nierung der Meistersinger" eingeleitet, in Anwes senheit des Präsidenten der Republik und hoher Staatsfunktionäre. Auf sinnfälligste Weise wurde so zum Ausdrud gebracht, welche Bedeutung dieser Die sozialistische Mevue„ Dělnická Osveta". Bühne zukommt und daß ihre Aufgabe allenthalben voll gewürdigt wird. Man hatte die Meistersinger" Das Národni Osvobozeni" würdigt die Bedeutung gewählt, weil mit ihnen vor fünfzig Jahren das der sozialistischen Revue Dělnická Afademie", die Haus eröffnet worden war und weil dieses Wag heuer bereits in den vierundzwanzigsten Jahrgang ner'iche Stunsuvert höchsten nationalen Ranges nicht eintreten wird. Es wird rühmend hervorgehoben. zuletzt durch die Gestalt und den Inhalt des letzten baß diefe sozialistische Revue auch solche Artifet Bildes nicht zu überbietenden Festspiel- Charafter bringt, die für die Autodidakten unter den Arbeitern an sich trägt. Daß der deutsche Faſchismus und ſeine bestimmt find. Troß dieser Konzessionen an den w: Führer gerade die Meistersinger" gewissermaßen niger reifen Leier verfolgt diese Revue unbeirrt als ihre ureigene Angelegenheit hinstellen, fann ihr Riel der Vertiefung sozialistischen Wissens. jene, die sowohl der Nation wie auch der Kunst auch sonst auf andere und bessere Weise zu dienen beSpielplan des Neuen Deutschen Theaters. trebt sind, nicht veranlassen, den„ Meistersingern" Freitag 6½: Oberon, Theatergemeinde der und ihrer besonderen nationalen Betonung, auch nur ugend( arine Karten) und freier Verkauf, Abonn. zeitweise aus dem Wege zu gehen, wenngleich das aufgeb. Samotaa 7%: armen. Jubiläums Nürnberg von heute am lebhaftesten an die natio- borstellung II, Abonn. auraeh. Sonntag 2% nalistische und antisemitische Seite in Wagners rauen in New or f. 7%: André Wesen erinnert. Immerhin fann man Verständnis Chenier, 1. für jene aufbringen, die der Meinung sind, daß das repräsentative deutsche Theater der demokratischen einer anderen Stüdwahl für das Jubiläum bätte Republif Majaryfs und Benes' allenfalls auch zu gelangen können. Aber der Geist, der nicht zuletzt von fichechischer Seite her die Atmosphäre dieser Festvorstellung erfüllte, lehrte eindringlichst, dar gerade die Meistersinger" trop iener Hinweise auf welchen Tand" im Wesentlichen als ein Werf freiester und freisinnigster Stunst aufzufassen sind. Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag 8: Er innerst du dich? Ebeatergemeinde des Mul Tödliche Liebe, Erstaufführuna. turverbandes und freier Verkauf.- Samstag 7: - Sonntag 8.00: Reisebetanntschaft( firma). 8.00: Sie, Johann! Frauenorganisation Prag Er verläßt den Silflosen, aber er fehrt wieder umt, weil er sich schämt. und schleppt ihn weiter. ( Etwas so Anständiges hat den Born der Berliner Diftatur erregt). Und dann die Begegnung mit der deutschen Bäuerin, die den feindlichen" Flüchtlingen Obdach gewährt, bis der Leutnant Maréchal ber Väuerin die Ehe verspricht, wobei er auf Rosenthals Dolmetscherfunit angewiesen ist... Willst du dich nicht noch einmal umdrehen?" fragt Rosenthal den Sameraden, als sie schl.eklich weiterwandern. Nein, denn dann würde ich zurückgehen". fagt der andere. der bei der deutschen Frau ſein Glück gefunden hat und fie verlassen muß. Das ist kein pazifistischer Tendenzfilm, sondern einfach ein Film, der im Weltfrieg das Menschliche hüben und drüben sucht und findet, so daß der Krieg zur großen Illusion" und die Stameradschaft, bie Liebe und die Enttäuschung der..beldischen" zu Wirklichkeiten werden. Ein Film, in dem die Marseillaise ebenso sinnlos wie die Wacht am Rhein ge= fungen wird, in dem auf deutsch, französisch( und auch auf englisch) ritterliche und lächerliche, menschliche und grobe, hoffnungsvolle und enttäuschte Worte aciprochen werden und der mit dem Sabe eines deutschen Grenzsoldaten schließt: Schießt nicht auf fie! Sie sind in der Schweiz. Um so besser für fie!" Jean Renoir, der Regisseur, hat dem Film den Stil nie übertreibender, ivarsam und gut pointierender Anschaulichkeit gegeben. Als darstellerische Leistung iſt Erich von Stroheims deutscher Major überragend, ein wenig österreichisch hier und da im Ton. aber um so preußischer in der herrischen Haltung. fteifen Höflichkeit und straffen Korrektheit des ver früppelten und innerlich müden Kriegers. Der symvathisch fraftvolle Jean Ga bin, der vornehme Pierre resnay und der auf herzliche Art fomiſche Da li o ſtellen die drei französischen Offiziere dar und Dita Varlo verkörpert die deutsche Bäuerin wohltuend einfach. <-cisUrania- Kino ,, Der verkannte Lebemann", ausschließliche Premiere mit den Stars Roberts, Lingen, Trude Marlen, Junkermann, Vespermann, Fischer- Köppe! Dazu Premiere des Heimatfilms Warnsdorf" und Montag, den 10. Jänner, 8 Uhr abends, im Attualita. 6, 49 Uhr. Parteiheim, Smečky 22/111 Frauen- Abend Das Deutsche Theater hatte sich mit der Neu Stopf und brach den linten Fuß. Der 47jährige inszenierung und Neuſtudierung in vielwöchigen Staffier Zdenět Steinfelder aus Wrichowig fiel auf Broben, die während dieser Zeit den Betrieb des dem verschneiten Gehsteig in der Slovenitá in Prags nstituts beherrschten, alle erdenkliche Mühe gegeWeinberge hin und brach den linken Arm. Beide ben, die durch den Bublifumserfolg reichlichst belohnt Verlegten wurden auf die Klinik Schloffer gebracht. wurde. Unter der Leitung Start an Is mai mit Vortrag des Gen. Ernst Paul:„, a 3 Die 54jährige Bedienerin Julie Stlein brach insbesondere das Musikalische allgemein geglüdt; Pathologische des Faschismus." Gestern in der Hopfenstodgasse in Prag II das rechte Rankt ist in der Vorbereitung und am Pult Bein. Der 63jährige Selder Josef Vančt aus von namhafter fünstlerischer Gewissenhaftigkeit, Starolinental glitt gestern mittags auf dem Wenzels zudem ein prachtvoller Rhythmiker und in der Ari play aus und blieb bewußtlos liegen. Er erlitt eine seines ständig der Bühne und den Sängern den Berlegung am Rüden. Der 34jährige Arbeiter Vortritt lassenden Musizierens ein mustergültiger Soief Džbánet glitt in Břevnov aus und brach das Theaterkapellmeister, dessen Ernst und fachliche rechie Bein. Die drei Lezigenannten wurden auf die Tüchtigkeit große Dirigierpersönlichkeit ersetzt. Mi Selinit Jiráset gebracht. Die 65jährige Philomena dem passioniert spielenden Or dh e ster und den Job alitt geſtern mit einem 2½ jährigen Stind an der Hand auf den vereisten Stufen eines Straßenbahnwagens auf dem Arbesplay in Smichov aus und geriet unter den Schußrahmen. Sie wurde verlegt, der Sinabe blieb unversehrt. und Der Film Das Fuuenbezirfsfomitee. Die große Jilusion aus der Partei Bildungsausschuß der Bezirksorganisation: Freitag abends um 20 Uhr Sigung im Parteiheim. Vereinsnachrichten ATUS Kinderfreunde- Ausschuß: Montag abends un 20 Uhr, Sigung im Parteiheim. von et de ciniziertes feltet, Wir machen nochmals alle beretts an diesem Abend Hervorragendes gestal eingeladenen Turngenossinnen und tete er insbesondere die Prügelizene und die eſtDer Striegsfilm des französischen Regisseurs wiese imponierend. Der Regisseur. Dr. Friedrich Jean Renoir und des belgischen Autors Charles Turngenossen auf die Vorturner Schram m, hatte zusammen mit den Bühnen- va a t, dessen Aufführung beim Venediger Filmstunden unter Leitung unseres Bunbildnern Schultes und Stotulans für eine tadellos desturnwartes Genossen Frans feit im vergangenen Sommer einen Proteſt der Hitler- PRAG Der Abschied von Baxa. Vom Präsidium der Erperimente enthält, mit beachtlicher Kunst der Grasse. Aussia, aufmerksam, welche saubere und flaglose Inszene gesorgt, die sich aller Regierung hervorrief und dessen Erfolg in Paris am Samstag, den 8. Jänner, von Hauptstadt Prag wird mitgeteilt: Entsprechend Steigerung noble Rahmen schafft und troß der be- ungewöhnlich war, verdient als Filmverk besonderen 15 bis 18 Uhr, und Sonntag, den 9. Jänner, von S dem Wunsche des verstorbenen ersten Primators engenden Wirkung der Drehbühne auf natürliche Wertes und Geistes gewürdigt zu werden. bis 13 Uhr, in der Turnhalle der DTJ- Biztov, na der Hauptstadt Prag Dr. N. Vara werden die Bewegung bedacht ist. Seitere Farben( bei den Es ist ein Film von den Gefangenen: in deut- Pražačce, Poděbradová Nr. 1703, stattfinden. Die Trauergeremonien im Pantheon des National Bünften wohl allzu heiter), schmude Trachten( für Schen Striegsgefangenenlagern erleben drei franzöſi- Turnhalle des DTJ- Bizlov ist mit der Straßenbahn museums und im städtischen Strematorium höchst die Lehrbuben wohl allzu elegant), stimmungsvolle sche Offiziere das Schidial der Stameradschaft, der Nr. 9 und 21 au erreichen. Pünktliches Erscheinen ist Beleuchtung( zumal im Flieder"-Aft) erhöhten Begegnung mit dem Feinde, des Heimwehs und der Pflicht. Die Vereinsleitung. einfach sein. Die sterblichen Ueberreste werden im Pantheon aufgebahrt und die Bevölkerung eine äußere Gesamtwirkung, der nicht einmal eine Striegsmüdigkeit. drei französische Offiziere, ein wird am Freitag, den 7. d. M., von 14 bis 18 anzuhaben vermochte. Art partiellen Lichtstreits auf der Festwiese viel adliger Verufsoffizier, ein jüdischer Bürger und ein Ingenieur, die durch die gemeinsame Gefangenschaft Uhr und am Samstag von 8 bis 11.30 Uhr hie Und nun zu den einzelnen Sängern: ein wohl- und den gemeinsamen Wunsch, in die Heimat zu ents zu Zutritt haben. Am Samstag um 14.15 Uhr diszipliniertes, außerordentlich ambitioniertes En- flichen, vereint sind. Der Adlige opfert sich schließ wird der Sarg vom Pantheon auf einen beweg- semble, das mehr follektiv als etwa durch besondere lich. um den beiden anderen die Flucht zu ermög lichen Statafalt getragen und von den Verwand- Stimm- und Spiel- Persönlichkeiten zu wirken ver- lichen, der Ingenieur schleppt den quf der lucht ber ien, den Mitgliedern der Zentralvertretung und stand. Für den erkrankten Herrn Schwarz sang den unglückten Juden in ein Bauernhaus, und dort, bei den Orisausschüssen der Hauptstadt Prag ſowie Sachs Fred D e ft a I von der Wiener Staatsoper, einer deutſchen Bäuerin, deren Mann und beren Der verkannte Lebemann den übrigen Trauergästen durch die Fochova auf reizvoll weichem Ton- Anjab, nobler Phrasierung. Flüchtlinge ein menschliches Idyll, von dem ſie ſich ein Gesangstünstler mehr Inrischen Formats, mit Brüder im Felde gefallen sind, erleben die beiden den Georgsplatz begleitet werden, wo von dem einschmeichelnd in der Höhe( wenn auch wenig er eines Tages losreißen müssen, um über die SchweiToten Abschied genommen werden wird. giebig in der Tiefe) und vorbildlich gleichmäßig ser Grenze zu entkommen. Drei Selbstmörder. Gestern früh schmitt sich die schönsingend bis zum letzten Taft der übermenschlich Diese Handlung ist einfach aufgebaut und einihrer Wohnung in Bizfov mit einem Stüchenmesser schlichter Sachs, ein einfacher Ehrenmann, flug und auch auf filmische Effefte. aber mit einer unaufdie Gurgel durch. Grund der Tat ist ein langwie lebenserfahren, mit Geschmad in künstlerischen dringlichen Betonung nachdenklich menschlicher Episo riges Magenleiden. Sie wurde schwer verleßt auf Dingen, hie und da humerig ein wenig besonnt, den. Der Kommandant der Festung, in die man die Sie Stlinit Jiráset gebracht. Der 36jährige be- weniger Dichter und Philosoph. Von der alten Gefangenen nach mehrfachen mißalüdten FluchtverBezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poſt monatlich Kč 17.-, vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102,-, ganzjährig Kč 204.-- Inserate werden laur Tarif billigst berechnet. Diudstellung von Wianuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarfen. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telegravhendirektion mit Erlak Nr. 13.800. VII/ 1980 bewilligt.( Kontrollpostamt Praha 25.- Druderei:„ Orbis". Druds. Verlags- u. Beitungs- A.- G. Prag Urania- Kino, Klimentská 4. Premiere! Fernsprecher 61623. Wit Roberts, Lingen, Wesvermann. Juntermann, Trude Marlen und Fischer- Stoppe. Dazu Premiere des Heimatfilms Warusdorf" und Attualita. Normale Preise! 60jährige Venſioniſtensiran Joſefa Blaját im Abort aufſtrengenden Partie; darſtellerisch iſt Deſital ein fach dargestellt, unter Verzicht auf theatralische und Verlanget überall Volkszünder ト