-S Sie Ihr Aus fen en ben iten Stalt en; Sozialdemokrat Bentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebattion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag Ben jäls rag der Ans nur vil 18. Jahrgang 700 Aus dem Inhalt: Roosevelt gegen das Diktat der Millionäre Nečas fordert gesunde Innenpolitik Die Taten des Spions Katzern sten pers icht he 11,75 der rd. für or: Calt 11 al= rt. or ag, ge= hr. ti. Dienstag, 11. Jänner 1938 Bukarest bleibt bündnistreu Verpflichtende Erklärungen Micescus Der rumänische Außenminister Micescu, der Sonntag um 16.55 Uhr in Prag anlam, ist Montag um 13.55 Uhr wieder abgereist. Seinen furgen Aufenthalt in Prag benüßte er zu einer gan gen Reihe wichtiger politischer Gespräche. Die bedeutsamste Unterredung dürfte die mit dem Präsidenten der Republik gewesen sein, die Montag vormittags stattfand. An einem Dejeuner, das nach der Audienz beim Präsidenten veranstaltet wurde, nahmen u. a. auch der Minister präsident, der Außenminister und der Nationalver teidigungsminister teil. Die Unterredung zwischen Dr. Krofta und Micescu war schon Sonn tag abends, furz nach der Ankunft des rumänis schen Gastes. Sie dauerte dreiviertel Stunden. Sonntag abends veranstaltete Außenminister Dr. Krofta zu Ehren des rumänischen Außenminifters ein Diner, an dem viele offizielle Perjön lichkeiten teilnahmen, unter ihnen auch der Minis sterpräsident und der Justizminister. Bei diesem Diner wurden Trinfsprüche gewechselt. Die wirklichen Lebensinteressen Rumäniens Dr. Krofta sagte u. a.: " Ihr Besuch in Prag ist uns vor allem ein neuer Beweis, daß die neue rumänische Regierung, bie mit einem neuen Arbeitsprogramm zur Macht berufen wurde, entschlossen ist, die Politik der ver. trauensvollsten Zusammenarbeit mit den beider anberen Staaten der Kleinen Entente fortzusehen, wie bies ben Anschauungen und Wünschen ihres Souve immer bewahren. Die zwischen den Staatsoberhäup tern der Kleinen Entente, zwifchen den Chefs ihrer Regierungen, zwischen ihren Außenministern und zwischen den Vertretern ihrer Parlamente sowie der Bresse bestehenden Beziehungen erhalten und stärken die Vitalität dieses internationalen Organismus, der einer der Pfeiler des europäischen Friedens ist. Diese Beziehungen haben uns immer Gelegenheit gegeben, unser Einvernehmen über die Ziele zu konstatieren, denen wir zuftreben und über die Mittel, mit welchen wir diese erreichen wollen und ich war insbesondere glücklich, weil ich mich überzeugt habe, daß sich dieser Grundsatz von neuem bei den Gesprächen bestätigt hat, die ich eben mit Ihnen, Herr Minister, und von heute an mein tenerer Freund, hatte. Als amtierenden Vorsitzender des Ständigen Nates der Kleinen Entente und als Minister der auswärtigen Angelegenheiten eines Staates, bei dem die Treue der kleinen Entente cine der Grundlagen feiner Außenpolitik bildet, habe ich es als wichtig erachtet, sofort mit meinen Kollegen in Prag und Belgrad in Kontakt zu treten. Als Vertreter der Kleinen Entente im Völkerbund versichere ich Sie, daß nach meiner Neberzeugung der Weg nach Genf natürlich über Prag und Belgrab führt." Amtlich: ,, Vollkommene Identität der Ansichten" Nr. 8 Besuch aus Rumänien Der Besuch des rumänischen Außenmini Prag. Ueber die Besprechungen des rumästers Micescu in Prag hat das erwartete Ergeb flowakischen Staatsmännern in Prag wurde fol- zur Kleinen Entente eine Grundlage der Außennischen Außenministers Micescu mit den tschecho- nis gebracht: die Versicherung, daß die Treue politif Rumäniens" bildet und daß die Zuiams gendes Kommuniqué ausgegeben: menarbeit zwischen Rumänien und den beiden an ,, Während ihrer Besprechungen in Prag deren. Staaten der Kleinen Entente immer am 9. und 10. Jänner 1938 haben der Minister freundschaftlicher" werden wird, das hat Micescu des Aeußern der Tschechoslowakischen Republik noch ganz besonders betont. Und da unser Außens Dr. Kamil Krofta und der rumänische Mini- minister es in seinem Trinfspruch als symbolisc fter des Aeußern Istrati Mice 8 en die inter- bezeichnet hat, daß, die Rundreise seines rumänis nationale Lage im Zusammenhang mit der Jän- fchen Kollegen über Prag und Jugoslawien nach ner- Tagung des Völkerbundrates geprüft. Gleich Genf führt, womit angedeutet wurde, daß Rua seitig haben sie ihre Einsichten betreffend die mänien ebenso wie der Kleinen Entente auch dem Fragen ausgetauscht, die bei der nächsten Tagung Völkerbund treu bleiben wird, kann man, sofern des Ständigen Nates der Kleinen Entente wer- man Optimist ist, zufrieden sein. den besprochen werden. Die beiden Minister sind Aber daß der Umschwung in Rumänien, die glücklich, die vollkommene Identität Umstellung der rumänischen Innenpolitik, zut ihrer Ansichten über alle geprüften Fra gen sowie ihr volles Einvernehmen in der Politik niemand angenommen. Die Stleine Entente bleibt Auflösung der Kleinen Entente führen werde, hat feststellen zu können, welche die Kleine Entente bei der gegenwärtigen internationalen Lage verfeine Ursache, sie nicht bestehen zu lassen, für feis selbstverständlich bestehen. Warum nicht? Es gibt folgen wird. Auch die Besprechungen, die der Präsident der Republik Dr. Eduard Benes und der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodža mit dem Minister Micescu über dieselben Fragen hatten, waren von dem gleichen Geifte getragen und führten zu gleichermaßen befriedigenden Ergebnissen." Teruel rebellenrein räns entspricht, der fie oftmals energifch bewiefen Auch die Klosterbesatzung gefangen intereffen des rumänischen Staates unterstrich ren en en Sea 116 id en hat, indem er dabei die wirklichen Lebens. ts T ite er e er ar on Re er. er ift en the rh er te int A. A VIE is 11: 11, be ch. .: 11. 0. 11, . 144 nen der drei Staaten. Aber ein Staatenbündnis Entente war nicht immer der gleiche Bund, wenn fann seinen Charakter wandeln. Die Kleine auch die Partner immer die gleichen waren. She ursprünglicher Zwed war gemeinsame Abwehr des ungarischen Revisionismus. Dann versuchte man, ihr reicheren und tieferen Sinn zu geben, ein Wirtschaftsbündnis aus ihr zu machen und auch ein politisches Bündnis, das jeden der drei Staa ten auch gegen etwaige andere Feinde als den un garischen Revisionismus sichern sollte. Ein In strument zur Aufrechterhaltung des europäischen Friedens sollte sie sein, Instrument der kollettiven Sicherheit, und die europäische Sicherheit sah Barcelona.( A g. Es p.) Am Sams-| ersuchen werde. Aber bereits in den nächsten man bedroht vor allem durch die„ dynamischen" und wie Sie das, Herr Miniſter, felbſt gleich nach tag hat sich auch die Besagung der bis dahin noch Augenbliden ergab sich ein Teil der Besaßung Staaten, durch die beiden faſchiſtiſchen GroßIhrem Antritt Ular kundgegeben haben. Diesem Be. eroberten Teile des Klosters Santa Clara in des Klosters. Aus dem Kloſter ſtrömten etwa mächte. Als Untergliederung des großen Friedens fuche verleiht die Tatsache eine befondere, fozusagen Ternet den Truppen der Republik ergeben. Nach 144 Soldaten der Aufständischen heraus, denen blods, an dessen Spiße die beiden großen demo fymbolische Bedeutung, daß Sie nach dem Besuche in bald andere, insbesondere der Bischof von Teruel, fratischen Westmächte stehen sollten, dachte man Brag und nach der Reise zu unseren jugoslawischen amtlicher Mitteilung beträgt die Zahl der aus folgten. Um 14 Uhr konnte General Fernando fich die Kleine Entente. Die Annäherung Qu Brüdern nach Genf gehen, wo Sie Rumänien und dem Seminar Evaknierten 40 Offiziere, 480 Sarabia erklären, daß der Widerstand der Begoſlawiens an Italien und die betont italien bie ganze Kleine Entente vertreten werden. Sicher unverwundete Soldaten, 700 verwundete Sol jagung des Klosters gebrochen sei. Damit ist das freundliche Politik Gogas haben den Charakter lich wollen Sie damit zeigen, daß weder im Ber- daten und Zivilisten und 1000 unverwundete Bestreben des Aufständischenobersten Barba, der der Kleinen Entente neuerlich geändert. Jugosia hältnis der Staaten der Kleinen Entente zum Völ Zivilisten. Dazu sind gekommen aus dem Kilo- sich nur unter bestimmten für die Aufſtändischen wien und Rumänien, beide nicht nur von Italien. kerbund noch in den Grundfäßen, nach denen sich das fter Santa Clara je 2000 Bivil- und Militär- günstigen Bedingungen ergeben wollte, geſchei- sondern auch sehr stark durch die mit reichsten Vorgehen der Kleinen Entente bei allen in Genf ver- personen, unter diesen die Oberste Varba und tert. Geldmitteln und auch nicht ohne Geschick arbei handelten Fragen bisher gerichtet hat, durch Ihren Gasca. Unter den gefangenen 58 Offizieren Das Verteidigungsministerium meldet weis tende reichsdeutsche Propaganda starf beeinflußt, Antritt feine Aenderung eintreten soll. Daß alles beweist vollkommen überzeugend, daß keine Alende- ist ein Sohn des Rebellenadmirals Magaz. Die ter: Im Abschnitt Teruel geht die erbitterte werden, des ursprünglichen Sinnes der Kleinen Schlacht weiter, und zwar vor den Stellungen Entente und mancher über ihn hinausreichender rungen der Regierungen in den Staaten der Kleinen Evakuierung der Verwundeten und Kranken wird Entente die festen Grundlagen ihres Freundschafts- fortgesetzt. Von der Kontrollstelle erkannt die die Regierungstruppen bei Muela am Sams gemeinsamer Interessen eingedent, zwar teine tag besetzt haben. Der Feind griff an, seine An- negen die Tschechoslowakei gerichtete Politik mabündnisses und ihrer aufrichtigen Zusammenarbeit wurde der Rebellengouverneur von Teruel, Mar- griffe wurden jedoch zurückgeschlagen. Auf der chen, aber man darf wohl fagen, daß sie auch tin Rodriguez Suarez, der versucht hatte, un- übrigen Frontabschnitten Artilleriefeuer ohne nicht mehr in Rechnung gestellt werden können bemerkt durchzukommen. erfchüttern können." ,, Weg nach Genf über Prag und Belgrad" In seiner Erwiderung erklärte Micescu unter anderem: ,, Wir sind durch den festen Willen vereinigt, bie burch die gemeinsamen Opfer geschaffene Ordnung ohne jebe Störung zu erhalten und wir sind auch burch unseren festen und bauernden Wunsch geeinigt, ben Frieden zu stärken und zu erhalten. Deshalb hat bie kleine Entente, mögen welche Aenderungen im. mer eintreten, die innerpolitische Ereignisse in der Regierung dieses ober jenes unserer Länder herbei. führen könnten, ihr Gleichgewicht, ihren Zusammen. halt und ihre Stärke immer bewahrt und wird sie Weitgehende Zusammenarbeit England- USA Velang. Norwegen in die SAI bei einer Politik der Verteidigung gegen der " Dynamismus" der großen autoritären Staaten. mit denen sie ja in ein möglichst freundschaftliches Verhältnis zu gelangen suchen. Selbstverständlich hat die Tschechoslowakei ,, Die Besiegten verdienen unsere Zuneigung als Spanier" Präsident A za ň a hat an den Verteidi- Os 1 v. Die Norwegische Arbeiterpartei alles Interesse, die Kleine Entente auch in ihrer gungsminister Prieto ein herzliches Telegramm läßt durch ihr Exekutivkomitee verlautbaren, daß abgeschwächten Bedeutung aufrecht zu erhalten. gerichtet, das Glückwünsche und den Dant aller die Verhandlungen mit den Kommunisten, die Schon deshalb, weil in einer Zeit ununterbrochener Spanier, welche des Vaterlandes Unabhängigkeit mit dem Ziele der Bildung einer Volksfront ge- Aenderungen des europäischen politischen Bildes und Freiheit verteidigen, an die Armee und ihre führt worden waren, endgültig gescheitert find Pflege jeder einigermaßen guten Beziehung zu Führer, sowie den Miniſter ausspricht. Minister Hingegen hat das Exekutivkomitee den Antrag anderen Staaten wertvoll ist, und gar dann, Prieto hat ebenso herzlich geantwortet und be auf Beitritt zur Sozialistischen Arbeiterinterna- wenn immer noch alte Freundschaft mitspricht. fohlen, daß allen Truppen der Levantearmee der tionale angenommen. Darüber wird in der Par- dann aber auch, weil die Kleine Entente, wenn Dank der Republik ausgesprochen werde. tei eine Abstimmung durchgeführt werden, von sie nur aufrecht erhalten bleibt, ihr Wesen ja Dies hat Generalstabschef Nojo in einem der schon jetzt feststeht, daß sie positiv sein wird. neuerlich wandeln kann. Man wird also die nun Tagesbefehl getan, der ganz besonders unter Die Norwegische Arbeiterpartei, die jetzt die rund zwanzig Jahre währende politische Freundſtreicht, daß die fiegreichen Truppen gegenüber den norwegische Staatsregierung führt, ist aus der schaft pflegen, ohne sich über ihre Kraft, ihren Besiegten die Striegsleidenschaft schweigen laffen Bereinigung der sozialdemokratischen Partei mit inneren Gehalt Illusionen hinzugeben. und sie mit dem Respekt behandelt, den ihre der Kommunistischen Partei entstanden, nachdem Außenminister Dr. Strofta hat Gleichgewicht, Eigenschaft als Befiegte verdient, aber auch die Kommunistische Partei Norwegens aus der Zusammenarbeit und Stärke der Kleinen Entente mit der Buncigung, die ihre Eigenschaft als Dritten Internationale ausgetreten war. Eine gerühmt,„ mögen welche Aenderungen immer einLondon. Der neue amerikanische Bot Spanier verlangt. schafter in England, Kennedy, wird bei seiner Bedingung zur Vereinigung der beiden Gruppen treten, die innerpolitische Ereignisse in der ReAnkunft von amerikanischen Wirtschaftsexperten war die Lösung der neuen Partei von der Drit- gierung dieses oder jenes unserer Länder herbeibegleitet sein, die zwecks Abschlusses der amerikaten und der Sozialistischen Arbeiterinternatio- führen könnten". Aber mußte auch der Außennisch englischen Handelsvertragsverhandlungen nale. minister so sprechen: daß innerpolitische Aendenach England geschickt werden. Gleichzeitig wird Die Ereignisse vor der Kapitulation des Während die moskautreuen Kommunisten rungen nicht ohne Einfluß auf die Außenpolitik auch eine australische Delegation in London er. Klosters waren ziemlich betvegt. Samstag vor Norwegens immer bedeutungsloser wurden. bleiben, zeigen gerade die außenpolitischen Altio wartet, die über den Umbau der Abmachungen mittags wurden die Parlamentäre, welche mit wuchs die Arbeiterpartei mächtig an. Sie arbei- nen der Regierung Goga. Nach dem Regierungs von Ottawa verhandeln soll, der nunmehr not- den im Kloster eingeschlossenen Aufständischen tet schon viele Jahre hindurch mit den übrigen wechsel in Rumänien ist die Stleine Entente der wendig wird. Von dem Botschafter Kennedy wer- über die Kapitulation verhandeln sollten, m'r nordischen Arbeiterparteien zusammen, ebenso, Form nach, was sie war, dem inneren Gehalt nad ben im wesentlichen vier Problemkreise zu klären Gewehrfeuer empfangen, als sie sich dem Kloster wenn auch nicht offiziell, mit der Sozialistischen etwas anderes.- Wohl aber darf man bei der fein: 1. Die Aussichten eines resiproten amerika näherten. Aber schon kurz darauf trat Oberst Arbeiterinternationale. Der Beitritt zu ihr ist Beurteilung der Kleinen. Entente- und darin nisch- englischen Handelsvertrages, 2. die inter- Barba mit den Regierungsgeneralen Roja und eigentlich nur noch eine Formalität.- Die liegt ihre Stärke troß Regierungswechseln und nationale Lage der Handelsmarine, 3. die Wäh- Sarabia in Kontakt, die ständig in telephonischer norwegische Gewerkschaftsbewegung hat bereits Systemänderungen nicht vergessen, die Gefin rungssituation und die Bestrebungen zu einer Verbindung mit Minister Prieto in Barcelona im Jänner 1936 den Anschluß an den Interna- nung und Stimmung der Voltsmassen zu berüdWährungsstabilisierung. 4. Die internationalen ſtanden. Oberſt Varba erklärte, daß er, bevor er tionalen Gewerkschaftsbund vollzogen, der Ju- ſichtigen. Die Volksmassen sind demokratisch, in politischen Probleme und die Möglichkeit einer in die Kapitulation einwillige, das Oberkom- gendverband ist im Herbst 1937 der Sozialisti- Numänien sind außerdem zumindest die führen engen Mitarbeit der Vereinigten Staaten. mando. der Aufständischen um seine Entscheidung schen Jugendinternationale beigetreten. den gesellschaftlichen Schichten frankophil und also Die dramatische Szene der Uebergabe Seite 2 Dienstag, 11. Jänner 1938 «r. 8 keineswegs zu jedem„'dynamischen" Versuch zu gebrauchen. Dich Rundreise des Außenministers MieeSeu ist nicht die einzige politische bedeutsame Reise dieser'Tüge. Stt Budapest kommen die Vertreter der Staaten der römischen Protokolle zusammen, und nach der Annäherung Rumäniens an Italien ist zu erlvarten, daß Italien versuchen wird, irgendwie auch Rumänien in ein engeres, wenn auch nickt so engeö Verhältnis zu sich, also unter seinen Einfluß zu bringen, wie Oesterreich. Aber es ist auch kein Geheimnis, daß die wirtsckaftlichen Das Blatt der katholischen Volkspartei„L i- dov 6 L i st y". richtet im Zusammenhang mit der NeusahrSkundgebung des Abgeordneten Beran ungetvöhntick scharfe Angriffe auf d«e tschechische Agrarpartei. Das Blatt geht davon aus, daß von Seite des organisierten tschechoslowakischen Faschismus eines Gajda und Konsorten der tschechoslowakischen Demokratie keine Gefahr mehr drohe. Der politische Tod deS tschechischen Faschismus wäre aber schon früher eingetreten, wenn-.ihm die Agrarpartei glicht künstlich da! Leben dadurch verlängert hätte, daß sie ihm die Äandidatnr ins Parlament im Jahre 1035 ermöglichte. Nicht von Gajda, sondern von anders- wo droht heute die Gefahr. DaS Blatt sagt darüber mit nngewöhnlicher Offenheit: linseren HitleriSmuS heimischen AeprägeS stellt heule die Agrarpartei mit ihren politischen Ueberläufern dar. Tarin verbirgt sich für unsere Tenrokratie eine viel ärgere Drohung als im Faschismus in seinen besten Jahren. Wir sind unS dessen bewußt, daß wir ein sehr ernstes und weitgehendes Urteil fällen. Mer es gibt hier handgreifliche Fakten, welche diesen Schluß mit vollem Reckt begründen. Tas Blatt geht dann insbesondere auf die Beziehungen zwischen der Agrarpartei und SdP ein. Es wird da gesagt: Die Politik der Agrarpartei hat im Jahre 1085 der Henleinparlei, deren Organisationsstatut im Gegensatz zu unserer demokratischen Verfassung stand, erzwungen, daß sie kandidieren kann. Die Poliiik der Agrarpartei im Ministerium des Innern verschließt nicht ein Auge, aber beide Augen vor den Aktionen Henleins, so'daß uirS bei den Minderheiten die Verhältnisse im wahren Sinne de» Worte» über den Kopf gewachsen sind... die Partei Henlein» ist wie ihre Kundgebungen und insbesondere die Neujahrskundgebung Henlein» im„Venlov" gezeigt haben, auf tschechoslowakischem Gebiete der lauteste Exponent antidemokratischer Strömungen in der Politik und der Brennpunkt der Feindschaft gegen die geltende Verfassung unsere» Staate», Das Blatt greift dann den Obmann der Agrarpartei Beran persönlich an: Man glaubte lange, daß gewisse Pläne nur das Eigentum und der Traum deS verstorbenen I. Vranlf sind und daß sie von den entscheiden- den Faktoren der Agrarpartei nicht geteilt werden. DaS war aber ein Irrtum. Nach den Neu- jahrSkundgebungen der Herren Beran und Henlein im„Venkov" ist zu sehen, wie sich Beran durch Jahre hinter Branls gescheit zu verstecken Verstand und wie er immer zu rechter Zeit, da Gefahr drohte, da» Spiel sei durchschaut, abblasen und die wirklichen Bestrebungen seiner Vorteile, die vor allem Oesterreich von seinem Vertrag mit Italien hatte, stark zusammenge- schmolzen sind. Italien» elende Wirtschaftslage macht es ihm ummöglich, alle Verheißungen einzuhalten. Und da Italien wirtschaftlich vielleicht viel zu versprechen, aber wenig zu geben hat, da cS nur politisch lockt, ist vielleicht seine Anziehungskraft geringer, als es zunächst scheint. Und auch damit darf man, ohne Illusionist zu sein, rechnen— rechnen im Interesse der Aufrechterhaltung der.Kleinen Entente und der Erfüllung diese» Bündnisies mit neuem tieferen Gehalt. Partei hinter gefälligen demokratischen Phrasen verbergen konnte. Die antidemokratische Richtung in der Agrarpartei lebt daher auch nach dem Tode VrauljS und an ihrer Spitze stehen der Vorsitzende, der Agrarpartei selbst, Herr Beran und ihr Generalsekretär Herr Jng. Zilka. Im„E e f l i Slovo" schreibt Kärrl I i 4 e einen Artikel unter dem Titel„Ist e» möglich, mit Henlein zu verhandeln?". De: Verfasser des Aufsatzes charakterisiert Henlein Ivie folgt: Herr Henlein ist überhaupt kein Führer. Er führt niemanden, sondern er wird geführt. Die größte Oualifikatiön dafür, daß er vor drei Jahren an die Spitze einer neuen Partei gestellt wurde, waren mehr die Anfangsbuchstaben seines Namen» als politische Eigenschaften. Im Ka- meradschaftSbund, welcher der Vater des Ruhmes deS Herrn Henlein ist, entschied mehr, daß die zwei H H auf jede Wand gemalt als Heil Henlein auSgegeben werden konnten, weil Heil Hitler verboten war. Herr Henlein war in der Tat ein lieber Mensch, aber die Probleme, welche ein politischer Führer heute beherrschen muß, waren ihm völlig fremd. Er.nahm sich im Lichte der Reflektoren gut auS, aber er würde schwer die Prüfung bestehen bei Verhandlungen über soziale, wirtschaftliche, finanzielle und politische Probleme, da erst der Mann sich als Mann zeigt und der Führer als wahrer Führer... Henlein ist nur möglich als Mensch, geführt an der Hand der Mitglieder des Kamerad- fchaftsbundes. Sie schreiben ihm die Reden auf, sie diktieren ihm, waS er bei Enqueten antworten, wa» er Deputationen sagen und Ivie er auf Par« teikundgebungen reden soll. Dort, wo Herr Henlein auf sich selbst angewiesen ist, ist er unsicher. Deswegen wurde er nicht in» Parlament gesandt, denn der parlamentarische Boden ist heiß und die Minister und Führer der Abgeordnetenklubs sind gescheite, gebildete, erfahrene Leute, mit denen e» Herr Henlein nicht aufnehmen'könnte.' Einst sprach für ihn in London Herr Rutha. Später la» Henlein seine Reden und Rutha antwortet: auf Anfragen. Beim letzten Besuch mußte Henlein selbst antworten und— verlor. Bei dem Prozeß mit dem Sekretär der deutschen Agrarpartei machte Henlein bei Gericht einen wenig ' führerniäßigen Eindruck und sein Verteidiger Abgeordneter Dr. Nemoirth könnte, wenn f wollte, sagen, wie er nervös war.,. Ist e» möglich mit einer solchen Partei und einem solchen Führer zu verhandeln? Der„Venkov" selbst treibt sein alte! Spiel weiter. An leitender Stelle wird in dem Blatt ein Artikel veröffentlicht, der ebenso fü: die geringe Intelligenz seine» Verfassers wir» für besten schlechte Absichten spricht. E» wird da erzählt, es gäbe zwei Großmächte, welche durch eine Minderheit auf die tschechoslolvakische Politik Einfluß nehmen wollen. Die eine sei Deutschland und die zweite— Rußland. Deutschland habe bei un» eine nationale. Rußland eine ideologische Minderheit. „ES werden sich ztvar Leute finden", so er» . zählt daS Blatt,„welche auch die deutsche Minderheit eine ideologische nennen werden. E» ist aber eine Analyse notwendig, um zu sehen, daß da» nicht der Fall ist. Sicherlich werden alle vor allem bereit sein, au» der Bezeichnung ideologisch die deutschen Aktivisten autzunehmen und sie nur der Sudelendeutschen Partei zuzulaffen. Aber auch da sind große Unterschiede, welche sie von der Moskauer Minderheit unterscheiden. E» sind die» vor allem ihre wiederholten Kundgebungen, daß sie auf dem Boden ihre» Staate» stehen. Ihr sichtbare» Programm ist nicht irredentiststch und da» sichtbare Programm Ist etwa», womit der real denkende Mensch rechnen muß." Danach unterscheidet sich also die SdP ideologisch überhaupt nicht von der tschechoslowakischen Demokratie und inan braucht eine Partei nicht danach zn beurteilen, wa» sie wirklich ist, sondern, was sie vorgibt zn sein. Der„Venkov" will eben die SdP unter allen Umständen verteidigen. Da die Kundgebung Beran» bei allen übrigen Koalitionsparteien vollkommene Ablehnung Hervorgernfen hat, wird in derselben Nummer de»„Venkov" nackzuweisen versucht, daß einige Partien des Artikels Berans falsch auSgelegi wurden. Im übrigen wird gesggt, daß Beran nicht» zurückzunehmen habe. Aber daS ist d-.r Rückzug, den da» Blatt antritt, weil eben di: Kundgebung DeranS einmütige Ablehnung seitens der übrigen Koalitionsparteien erfahren Hai. ES Ist geradez» lächerlich, wenn der„Beker", das Nachmittagsblatt der Agrarier, behauptet. Berans Kundgebung habe in den sozialistischen Reihen Verwirrung hervorgerufen. Nicht Verwirrung, sondern klare, einmütige Ablehnung, da» ist die Antwort der sozialistischen Parteien auf den verunglückten Neu- jahrSartikel des Herrn Beran, der sich hier abennal» nickt al» Nackfolger, sondern al» wenig vorauSblickender, gern Intriguei' anzettelnder Mann erwiesen hat. Reckt hat das Blatt der katholischen Volkspartei, welches zum Schluß deS oben zitierten Artikels sagt, daß Beran sesi'st da» Feuer löschen muß. welches er hervorgerufen habe. Berans Feldzug. eine bester» Stimmung für die SdP zu schaffen, ist verunglückt, wa» aber durchaus kein Hindernis ist. daß die Agrarparlc> bzw. ihr Vorsitzender nickt weiter versuchen werden, für.die Sudetendeutsche Partei die Situation zu verbessern. Erfolg werden sie keinen haben, weil die anderen Parteien der Koalition, vor allem die Sozialisten und die Vollsparte:, auf der Wacht sind. Netas für„gesunde Innenpolitik“ Nichtdemokratische Parteien pidit In die Koalition Sonntag hielt Minister NekaS in Tabor«ine Rede, in welcher er bervorhob. daß die Festigung und Sicherung der'Republik, vor allem durch eine gute Außenpolitik im Geiste Masaryk» und Bene»' erzielt werden müssen. Wir müssen unsere» Demokratischer VorstoB in Polen Warschau. Am Sonntag veranstalteten die sozialistische Partei, die Bereinigte Bolk»partei sowie die vor kurzem in Warschau neu errichtete demokratische Gruppe„Demokratischer Klub" unter der Devise:„Die Demokratie in der Offensive" eine gemeinsame Kundgebung. Hiebei spro- chen hervorragende Berlreter der erwähnten demokratischen Parteien, darunter der Führer der sozialisttschen Partei, der ehemalige Abgeordnete Riedzialkowski und der Obmanustell- vertreter der Bereinigten Volkspartei Gra> linski; sie stellten übereinstimmend seft, daß die Polnische Staatsraison die Wiederherstellung der parla ulen«arischen Demokratie erfordere. Beide Redner konstatierten gleichzeitig, daß die saschistische RegierungSform für Polen verderblich wäre und daß sowohl der Faschismus al» auch der Kommunismus Todfeinde der demokratischen SlaatSform seien. Oberst Koc zurückgetreten Warschau. Der Führer de»„Lagers der nationalen Vereinigung", Oberst K o e, ist von seinem Posten zurückgetreten. Man ist in Polen der Meinung, daß unter der neuen Führung de» „Lager» der nationalen Vereinigung", die Dr. SkwarezYnski innehaben wird, eine Annäherung der Bereinigung an daü Links lager möglich fein wird, das die Demokratie Polen» fordert. Koc begründet seinen Rücktritt mit seinem geschwächten Gesundheitszustand, doch sind für den Rücktritt ausschließlich politische Gründe maßgebend. Es ist kein Geheimnis, daß der polnische Staatspräsident ein Gegner der faschistischen Tendenzen ist. bisherigen Verbündeten treu bleiben und uns bewußt sein, daß eine Politik, welche nach allen Seiten hi>r schön und gegenüber allen treu sein toill. schließlich niemandem treu ist. ES wäre überaus riskant für unsere Republik, wenn wir unsere traditionellen Freundschaften lockern, neue unsichere Bündnisse suchen und die bisherigen be- «vährten Bündnisse verlieren würden. Auch in der Innenpolitik muh jetzt Besonnenheit ebenso wie Festigkeit und Stärke gewahrt werden. ES wäre nicht zweckmäßig und richtig, die bisherige Regierungsmehrheit um Parteien zu ■ erweitern, die bisher kein positives Verhältnis I zum Staat« und zur Demokratie gefunden haben. Wir sind für ein Einvernehmen und. fstr Rude ! und- Frieden mit allen, welche sich nicht in unsere inneren Angelegenheiten einmischen uird die im Innern aufrichtig für den Staat und für Unser,- demokratisch« Verfassung sind. Wir müssen die Republik auch durch eine gesunde Innenpolitik sichern. Bei der Lage, in welcher wir leben, ist e» notwendig, daß die Republik ordentlich gerüstet und militärisch gesickert sei und daß auch die Wirtschafts- und Sozialpolitik unseres Staates die Bevölkerung zufrieden macht und auf sic als fefie Stütze des Staates baut. Der Präsident der Republik empfing Montag, den 10. Jänner, den außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister im Haag Dr. Ivan Krno. Auseinandersetzungen um Beran Scharfer Angriff der Volkspartei auf die Agrarier Der Man» osttre gewissen Von Jack London (Copyright by UnJvors!taa-Verlag durch Dr. Prliger-Pr«wedlenst, Wien). Für die Weihnachtsfeier auf der Jacht„Samoset" waren umfassende Vorbereitungen getroffen worden. Da da» Schiff seit Monaten leinen Zivilisierten Hafen angelaufen hatte, konnte der Proviantvorrat nur mit wenigen Delikatessen aufwarten, aber dennoch hatte Minnie Duncan sich für die Kajüte und für die Back cttvaS wirklich Festliches auSgedacht. „Hör, Boyd", sagte sie zu ihrem Mann. „Hier sind die Menüs. Für die Kajüte: Frische BonitaS nach Eingeborenenart, Schildkrötensuppe, Omelette ä la Samoset—" „Was zum Kuckuck?" unterbrach Boyd Dun« Can sie. .Nun ja, wenn du eö wissen willst, ich habe eine Dose Champignons und ein Paket mit Eierpulver gefunden, daö hinter die Truhe gefallen war, und im übrigen können wir auch noch andere Dinge dazu nehmen. Aber unterbrich mich jetzt nicht. Marmelade, geröstet« Taros, Alligatorbirnenkompott— ja, jetzt hast du mir alles ganz durcheinandergebracht.. Und dann hab« ich noch ein halbes Pfund prachtvollen getrockneten Tintenfisch gesunden. Wir werden geröstet« mexikanische Bohnen auftischen, wenn ich Toyama die Zubereitung beibringen kann; außerdem gebackene PapaiaS mit Märquesohonig und schließlich eine wundervolle Pastete, deren Zusammensetzung Toyama nicht verraten will." „Ich möchte wissen, ob eS möglich wäre, «inen Punsch oder einen Cocktail m>S gewöhnlichem Schiffsrum zu machen?" murmelte Duncan niedergeschlagen.„Ach, das hab ich ganz vergessen! Komm mitl" Seine Frau nahm ihn bei der Hand und jihrte ihn durch die kleine Seitentür in ihre windige Kabine. Ohne feine Hand loszulassen, suchte äe in einer Hutschachtel und zog eine Flasche Chainpagner hervor. „Da» Essen ist vollkommen I" rief er. „Warte." Wieder suchte sie in der Schachtel und fand eine Whiskyflasche mit silberner Kapsel. Sie hielt ie vor ein Bullauge und sah, daß die Flasche zu einem Viertel gefüllt war. «Die habe ich wochenlang aufbewahrt", erklärte sie.„Da» ist wohl genug für dich und Kapitän Dettmar." „Piel ist eS nicht", erklärte Duncan. «E» wäre mehr gewesen, aber ich gab Lorenzo davon zu trinken, als er krank war." «Du hättest ihin Rum geben sollen", knurrte Duncan scherzhaft.' «DaS scheußliche Zeugs I Einem Kranken! Sei doch nicht so geizig, Boyd. Ich freue mich sogar, daß es nicht mehr isti Kapitän Dettmars wegen. Er wird immer so reizbar, wenn er etwas trinkt. Und nun das Essen für die Leut«: Sodakuchen, süße Kuchen, Konfekt—" „Ein recht kräftiges Essen, muß ich sagen." «Sei still. Reis und Curry, FamS, Taros, selbstverständlich Bonite,«in größer Kuchen, den Toyama bäckt, Schweinebraten—" „Na, nai" protestierte er. «Jawohl, Boyd. In drei Togen sind wir in Attu-Attu. UebrigenS ist«S mein Schwein. Der alt« Häuptling-— wie heißt es doch noch— hat eS ausdrücklich mir geschenkt. Du hast ihn selbst gesehen. Und dann zwei Dosen Gulasch. DaS ist ihr Mittagessen. Und nun die Geschenk«. Wollen wir bis morgen warten, oder sie ihnen schon heute abend geben?" «Weihnachtsabend, selbstverständlich", lautete die Entscheidung deS Mannes.„Um acht Glas rufen wir sie alle zusammen; ich gebe ihnen jedem ein Glas Rum, und dann gibst du ihnen die Geschenke. Komm mit an Deck. Hier unten ist eS zum Ersticken. Ich hoff«, daß Lorenzo den Dynamo in Ordnung bringen kann; ohne die Ben« tilatorcn kriegen tvir heute nacht wenig Schlaf, wenn«vir. unten bleiben müssen." Sie gingen durch die Heine Hauptkajüte, kletterten die steile Treppe hinauf und begaben sich an Deck. Die Sonne ging gerade unter, und cS versprach eine klar« Tropennacht zu werden. Die„Sainoset" hatte Vorsegel und Großsegel Ivie Flügel nach beiden Seiten ausgespannt und glitt träge, mit einer SchneUigkeit von vier Knoten durch die ruhige See. Und durch daS Skylight des Maschinenraumes drang das Geräusch von Hammerschlägen heraus. Sie gingen nach achtern, wo Kapitän Dettmar, den einen Fuß auf die Reeling gesetzt, stand, und das Patentlog schmierte. Am Rad stand ein großer Südseeinsulaner in weißem Hemd und mit scharlachrotem Lendentuch. Boyd Duncan war eiv Original. Da» war jedenfalls die Ansicht seiner Freunde. Da er sehr begütert war und sich nichts anderes vorzuneh». men brauchte, als seine Bequemlichkeit zu pflegen, wählte er es, auf die ausgefallenste und unbequemste Art und Weife um die Welt zu reifen. Hin und wieder interessiert« er sich für Korallenriffe, war auf diesem Gebiet völlig uneins mit Darwin, hatte seine Meinungen in verschiedenen Abhandlungen sowie in einem Buch ntedergeleyt und war jetzt zu seiner Lieblingsbeschäftigung zurückgekehrt, indem er mit einer kleinen Jacht von dreißig Tonnen in der Süds« kreuzte und die Riffbildungen studierte. Di«„Sainoset" war ursprünglich ein Frachtschoner gewesen, den Duncan in Dan Franzisko gekauft und geändert hatte. Da» Innere war ganz umgebaut, so daß au» dem Lastraym HayPtkgMq und Schlafkabinen wurden, während achtern und mitschiff» die Maschinen, eine Dynamo, eine Eismaschine und der Akkumulator und ganz hinten im Achtersteven die Benzintank» eingebaut wurden. Das Fahrzeug konnte.natürlich nur eine lleine Besetzung haben, Boyd, Minnie und Kapitän Dettmar waren die einzigen Weißen an Bord, wenn auch Lorenzo, der kleine schmuddlige Ingenieur, teilweise auch Anspruch darauf erhob, zu einem Weißen gerechnet zu werden, da er ein portugiesischer Mischling war. Ein Japaner war Koch und ein Chinese Steward. Ursprünglich hatten vier weiße Matrosen die Besatzung vorn gebildet, aber einer nach dem andern war von der Schönheit der palmenrauschenden Südseeinseln verlockt und durch eingeborene Insulaner ersetzt worden. So stammte einer der dunkelhäutigen Matrosen von der Osterinsel, der zweite von den Karolinen, der dritte von den Paumotu», während der vierte ein riesiger Samoaner- war. Auf See ging Boyd Duncan, der selbst seemännische Kenntnisse besaß, die Steuermannswache mit Kapitän Dettmar zusammen, und beide standen hin und wieder am Rad oder auf Ausguck. Gelegentlich-konnte sogar Minnie da» Rad einmal übernehmen, und in solchen schwierigen Augenblicken erwies sie sich als besserer Rudergast denn die eingeborenen Matrosen. Um acht Gla» versammelten sich alle Man«: um da» Rad, und Boyd Duncan erschien mit einer schwarzen Flasche und einem Becher. Er goß selbst den Rum ein— einen halben Becher für jeden Mann. Sie schluckten die Flüssigkeit mit vielen begeisterten Grimassen, von einem anerkennenden laute«« Schmatzen, begleitet, obwohl der Rum so scharf und ätzend war, daß er ihnen die Schleimhäute verbrennen mußte. Alle tranken, außer Li Gum, dem enthaltsamen Steward. Nachdem diese Zeremonie beendet war, warteten' sie«ruf da» Austeilen der Geschenke. So prächtig diese starken, muskulösen Polynesier auch anzuseh»n waren, sie waren Kinder, die über jede Kleinigkeit vergnügt lachten, während ihre eifrigen schwarzen Augen im Laternenlicht funkelten und die großen Leiber im Takt der Schiffsbewegung hin und her schaukelten. (Fortsetzung folgt.) 9 Nr. 8 DirnStag, 11. Jänner 1938 Seite 8 SudeUMleutstket ZeHsuetfl Staatsführer sprechen König Carol von Rumänien hat dem Bukarester Sonderkorrespondenten des„Daily Herold", Fastcrman, ein Interview gewährt, in dein er sich hauptsächlich über die Fragen der Diktatur und der AuSnahmemaßnahmcn gegen die Juden äußerte. In Rumänien liege es am Herrscher, weil er das einzige ständige Element repräsentiere, daS Steuer inmitten des Schwankens der politischen Parteien zu halten.„Das allein kann das Wort„D i k t a t u r" bedeuten, die in Rumänien eingeführt worden i st."(Also doch eingeführt!) Der König bezlveifelte, das; Wahlen ,e- malS ein genaues Abbild der öffentlichen Meinung gegeben haben(welche Meinung angesichts der sprichwörtlichen„rumänischen Wahlen" sicher richtig ist). Die Aufgabe deS Herrschers sei eS, zu beurteilen, wie die Denkungsart der Nation beschaffen ist, und dieser Geist strebe in der gegenwärtigen Zeit dem Nationalismus zu, weshalb eS eine normale Erscheinung sei, das; die diese Tendenz repräsentierende Partei zur Diacht berufen wurde(obwohl sie nur etwas über neun Prozent der Wählerstimmen erhielt I) „Die Regierung ist eine autoritäre und ich glaube, daß eS notwendig ist, das; es so sei." Die Austenpolitik werde durch die inneren Aendcrungcu nicht tangiert.— In Rumänien bestehe eine starke antijiidische Strömung. Sonder- E mahnahmen würden sich aber nicht auf die vor dem Kriege nach Rumänien gekommenen Juden beziehen, sondern auf diejenigen, die später ins Land gekommen seien.„Wenn wir gclvisse Maßnahmen treffen» die den Engländern unlogisch und dem Geiste der Zivilisation wenig entsprechend erscheinen, darf nicht vergessen werden, laß wir so vorgehen müssen ,um die Juden zu schützen, die sich auf unserem Gebiete vor Abschluß der FriedcnSverträge niedergelassen haben ll)." König Carol, der so aufmerksam die Entwicklung der rumänischen Nationalismus beobachtet und ihr durch Berufung einer autoritären Regierung Rechnung trug, ist bekanntlich ein Deutscher... Eine wohlabgewogcne Rede hielt am 10. Jänner der polnische Außenminister Beck Im Außenausschuß deS Sejm. DaS Bild der polnischen Probleme fand er erfreulich. Die Nichtangriffspakte mit Rußland und Deutschland, die Bündnisse mit Frankreich und Rumänien sind unabhängig von jeder internationalen Institution und Prozedur und behalten ihren unveränderlichen Wert. Beck zählte alle Besuche ausländischer Staatsmänner in Polen und polnische: Staatsmänner in anderen Staaten auf und fand, daß sich der Meinungsaustausch mit anderen Staaten nicht verringert habe. Er rühmte, daß mit dem Vertrag vom 6. November(Minderheiten- Bertrag) ein Weg gefunden worden sei, der gute Bedingungen für ein Zusammenleben der Minderheiten mit dem Staate schaffen soll(und nichts an der Lage der deutschen Minderheit in Posen geändert hat!). Mit einigen kritischen Bemerkungen über den Völkerbund, den Beck nicht ablehnte und nicht warm bejahte, schloß Beck seine Betrachtungen. Polen wolle die Krise des Völkerbundes nicht verschärfen, aber kein Werkzeug gegen autoritäre Staaten sein.— Ls will, int Grunde, einen Völkerbund, der keiner ist. Einem Sonderberichterstatter des„Kurjer Warszawski" gewährte Bundeskanzler Schuf ch- n i g g ein Interview, in welchem er sagte, das sogenannte Juli-Abkommen habe eine Entspannung zwischen den österreichisch-deutschen Beziehungen in mancher Beziehung herbeigeführt, und eS könnte vielleicht erweitert werden, unter der Voraussetzung,„daß eS von beiden Partnern feinem Inhalte und Geiste nach t i»- gehalten, die Integrität und Unabhängig- kcit Oesterreichs voll respektiert wird. Die Interpretation, daß dieses Abkommen eine allmähliche Vorbereitung zum Anschluß sei, sei vollständig falsch.— lieber die Donauraum-Frage und die Beziehungen zur Tschechoslowakei erklärte Schuschnigg, Dr. HodZa schätze er als großen Staatsmann und angenehmen Partner. Die Oesterreicher betrachten die Donauprobleme nur vom wirtschaftlichen Standpunkte aus. Die Wirtschaftsbeziehungen mit der Tschechoslowakei sind lebhaft auch deswegen, tveil noch aus der Vorkriegszeit her viele tschechoflo.'vakische Jndustrieunternehmungen ihre Zentralen in Wien haben.„Dieses Band ist bestehen geblieben." Vie Budapester Konferenz „ES ist in Budapest nichts Sensationelles zu erwarten", erklärte die„Stampa" vorige Woche in einer Betrachtung über dir Zusammenkunft der Vertreter der Staaten des Rom-PakteS. Wäre elloas zu erwartete so hätte eS die„Stampa" nicht gesagt. Tatsächlich gibt es über die Konferenz, die am Montag in Budapest zusammengetreten ist— eS sind der italienische Außenminister Graf Ciano und der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg mit dem Staatssekretär Schmidt gekommen— nur Vermutungen, Kombinationen, Annahmen. Aber weiß man" auch nicht, was zu erwarten ist/ so kann man doch damit rechnen, daß bestimmte Dinge zur Sprache kommen werden. Zum Beispiel die Unzufrieden- hcit der österreichischen Industriellen. Den österreichischen Stahlfabrikantcn— und nicht ihnen allein— ist der italienische Markt wieder schwer zugänglich geworden, ja fast versperrt. Das ist durchaus zu verstehen, die italienischen Wirt» schnftssorgen und vor allem die italienischen Finanznüte zwingen geradezu zur„Autarkie", zur Drosselung der Einfuhr.' Oesterreichs Industrie ist aber zu gut 80 Prozent auf den Export angewiesen, und der wird nach Deutschland und Italien immer schtvierigerl Wenn nun in den Zeitungen, die sich wohlwollend mit der Konferenz der Staaten des Rom-PakteS beschäftigten, davon gesprochen wurde, daß die eventuellen Beschlüsse gute Wirtschaftsfolgen für die Staaten der Kleinen Entente haben könnten, so ist zu fragen, was denn Italien in seiner heutigen Wirtschaftslage überhaupt geben kann? Nun sind die Beziehungen zwischen Ungarn und Oesterreich und dem italienischen Protektor ja keinesfalls bloß wirtschaftliche, sondern vor allem politische. Gewiß wollen die beiden kleinen Staaten politisch so unabhängig wie möglich sein, also keineswegs einseitig an Italien gebunden. Aber ihre Stellung als die der Schwächeren in diesem Drcicr-Bertrag läßt sie kaum wirklich unabhängige Politik machen. Nun ist seit der lebten Konferenz der Rompakt-Staaten allerlei Politisches geschehen: Italiens Beitritt zum deutschjapanischen Bündnis, der Austritt aus dem Völkerbund, die Annäherung SlidslawienS und Rumäniens an Italien. Aber: in Südslawien und i> Rumänien ist auch der Einfluß Deutschlands groß! Und daß er wesentlich stärker werde als der Italiens, kann man in Rom nicht wollen. So tauchen denn Mutmaßungen auf, Italien werde die Budapester Konferenz zur Diskussion der Voraussetzungen über das Zusammenwirken der Pakt-Staaten mit denen der Kleinen Entente auf wirtschaftlichem Gebiete benützen. Roosevelt zagen das' Diktat der Millionäre Washington.(Reuter.) Präsident Roosevelt nahm SamStag an dem traditionellen Bankett teil, daS zu Ehren. deS Sieges deS Generals Andrew Jackson in der Schlacht bei New Orleans im Kriege gegen England stattfindet und sprach über verschiedene aktuelle Fragen. Er hoi vor allem die nationale Einheit der demokratischen Partei hervor, worauf er an die Kämpfe feiner Vorgänger gegen die kleine Minderheit erinnerte, die sich auf ihr Recht an der Macht berief. In unserem Volke, sagte Roosevelt, sind wir ständig durch eine verhältnismässig kleine Anzahl von Leuten bedroht, die fest an ihr besseres Recht glauben, die Regierung leiten und beeinflussen zu kön- nen und die nicht zngeben wollen oder können, daß die Art, auf welche sie ihre Privilegien erhalte», der Oeffentlichkeit schadet. Der Präsident verwies in diesem Zusammenhang auf seine kürzliche Botschaft an den Kongreß, welche klar erwiesen habe, daß die gegenwärtige Regierung der Bereinigten Staaten den Bedürfnissen der Mehrheit der Bevölkerung dienen wolle, daß sie deren Willen zur Geltung bringen wolle und daß sie bemüht sei, den Mißbrauch der Macht und der Privilegien durch eine kleine Minderheit ein- zudännnen. Der Präsident, verurteilte dann alle jene scharf, die versuchen, die Schritte der Regierung gegen die Uebergriffe der Minderheit als einen Angriff auf den gesamten Handel und auf daS System deS privaten Unternehmertums hin- zustellen. Der Präsident ist entschlossen, gegen die Minderheit, die eine autokratische Kontrolle der Industrie und der Finanzen anstrebt, unerschütterlich biö zum Siege zu kämpfen. Roosevelts Warnung Der amerikanische Senator Ludlow hatte vor kurzem im Repräsentantenhaus einen Antrag eingcbracht, demzufolge die Verfassung bestimmen sollte, über die Frage Krieg oder Frieden habe eine V o l k s a b st i m m u n g zu entscheiden. Roosevelt sagte in einem Schreiben an das Repräsentantenhaus, auch die Durchführung dieses Antrages könnte die Hereinziehung Amerikas in einen kriegerischen Konflikt nicht verhindern, hingegen aber könnte sie andere Staaten glauben machen, daß die Rechte der Amerikaner wann immer straflos vergewaltigt werden können. Nach dem Verlesen des Roosevelt-Briefes wurde die Debatte über den Ludlow-Antrag mit 200 gegen 188 Stimmen abgelehnt. Kriegserklärung nach monatelangem Krieg Nach Meldungen auS Tokio wird am Dienstag die sogenannte Jmperialkonferenz unter dem Vorsitz des Kaisers zusainutentreten. ES werden die Armeeführer und die wichtigsten Minister anwesend sein. Wahrscheinlich wird die Kriegserklärung an China- beschlossen werden.— Wie in unterrichteten Kreisen verlautet» soll die Abberufung des japanischen Botschafters Kawagoe a«S China erfolgen. Die Abberufung wird als Antwort auf die feindliche chinesische Haltung erklärt rmd stehe im Zusammenhang mit der wahrscheinlich demnächst erfolgenden Anerkennung der neuen provisorischen Regierung für China durch Japan. Tsingtau besetzt Japanische Truppen haben den Hafen Tsingtau besetzt. Die chinesischen Truppen waren vorher abgezogen, so daß kein Widerstand erfolgte. Im Hafen von Tsingtau liegen einige amerikanische und britische Kriegsschiffe.- SdP auf der Suche nach Affären Die Sudctendeutsche Partei, bei der die Affären kein Ende nehmen, ist aus der Suche nach Argumenten zur Bekämpfung der gegnerischen Parteien. So berichten»Zeit" und»Rundschau" über eine angebliche Zündholzaffäre der deutschen aktivistischen Parteien. Es wird darin behauptet, daß die Solowerke der deutschen Jugendfürsorge die Herstellung von Jugendfürsorgezündern nach dem Muster der bisherigen Kulturverbandszün- der angetragen haben, wobei die Jugendfürsorge KL Ist.— für je 10.000 verkaufte Schachteln Zünder erhalten sollte. In die Verhandlungen hätten angeblich die deutschen aktivistischen Parteien eingegriffen, um den Löwenanteil des Gewinnes für sich in Anspruch zu nehmen. Ausdrücklich heißt eS, daß vor allem der sozialdemokratische Abgeordnete T.— damit könnte nur Genosse Taub gemeint sein— diesen Anspruch geltend gemacht haben soll. Wir sind zu der Feststellung ermächtigt, daß die Darstellungen der Henleinpresse vollkommen a»S der Luft gegriffen sind. Die Solowerke haben mit den deutschen aktivistischen Parteien lediglich über die Herausgabe von Zündern verhandelt, deren Ertrag deutschen Kultur- und Schulzwecken zugeführt werden soll. Dies konnte um so mehr erfolgen, als die Marke.Kulturverbandszünder" zu bestehen aufhört und künftighin der Kulturverband und der«Bund der Deutschen" gemeinsame Zünder herauSgebcn werden. Bon der deutschen Jugendfürsorge war in diesem Zusammenhänge überhaupt nicht die Rede. AuS der großaufgemachten Affäre der deutschen Aktivisten wurde also lediglich eine Blamage der SdP-Presse. Allerdings wird eS dabei allein nicht bleiben, denn es wird gegen diese Presse sowohl wegen der Zündholzaffäre als auch wegen der sogenannten Zuckerafsäre der Klagewcg beschritten werden. Die Postbehörde und der 18. Feber Dem»Trautenauer Echo" entnehmen wir, daß die Umbauarbeiten beim Trautenauer P o st a m t,— eS handelt sich hier um die Errichtung neuer Schalter, Einbau der elektrischen Leitungen usw.— an ortsfremde tschechische Firmen vergeben wurden, obwohl sich einige einheimische deutsche Firmen beworben hatten. ES wäre dringend geboten, daß die zuständigen Zentralbehörden derartige Mißstände unterbinden,, da sie keinesfalls geeignet sdtd, die Verständigungsbestrebungen zu fördern. Neue Beschäftigung für Arbeitslose Die Landesbehörde hat die Zustimmung für den Straßenneubau von Koken nach Klade r n im Bezirke Königinhof gegeben, so daß im Frühjahr mit der Arbeit begonnen werden kann. Am Zustandekommen dieses Projektes haben die deutschen Sozialdemokraten einen großen Anteil. Hungerstreik im Milada» Schacht in Karblfe Di« Belegschaft deS Milada ll-SchachteS in Karbitz, welcher der Brüxer Bergbaugesellschaft gehört, verlangte die Einführung einer vierten Schicht. Weil den Forderungen nicht Rechnung getragen wurde, ist die Tagschicht nicht auSgcfah- ren und die Nachtschicht nicht eingesahren. Am Tod vorbei... Am Sonntag, den 0. d. M., ereignete sich in Niedergrund a. E., ein Vorfilll, der leicht sechs Menschen hätte daS Leben kosten können. Gegen drei Uhr nachmittags wollte der Niedergrunder Fährmann mit einem Kahne, in welchem sich außer ihm noch fünf Personen befanden, die Elbe übersetzen. Infolge des EiS- treibenS konnte er nicht in gewohnter Weise fahren, sondern mußte dem Eise auSweichcn. Plötzlich setzte ein sturmariiger Wind ein und trieb daS Fahrzeug unaufhaltsam stromabwärts und mitten in daS unterhalb Niedergrund bereits gestaute Treibeis, wo der Kahn mit den Insassen nun festgefahrcn war. Alle Versuche deü Fährmannes, den Kahn freiznmachcn und wieder anS Ufer zu kommen, scheiterten und da immer neues Eis angctrieben kam, tyar der Kahn bald vom Eise eingeschlosscn. ES mußte die Feuerwehr ton Niedergrund, später auch jene von Tetschen, alarmiert werden, außerdem kamen die Gendarmerie und Organe der Gemeinde wie auch viele Ortsbewohner zu Hilfe. Man schleppte aus dem ganzen Orte alle auftreibbaren Bretter herbei, die über das noch nicht tragfähige Eis gelegt wurden und gelangte nach mühevoller stundenlanger und gefährlicher Arbeit endlich zu den in der Mitte der Elbe Eingeschlossenen, die dann über die Bretter glücklich anS Ufer gelangen konnten. Jng. Haider vo» der„Sudetendeutschen Tageszeitung" gekündigt. Die„«udetendeutsche Tageszeitung" in Tetschen hat ihren Prager Korrespondenten, Jng. Rudolf Haider gekündigt. Diese Maßnahme steht, laut„Pr. Montagsblatt", im Zusammenhang mit dem Kampf, den die SdP gegen den Haider nahestehenden»Aufbruch"- KreiS führt. Da Dr.Kre.ß, Bodenbach, für den sich Rudolf Kasper seinerzeit mit der Partei geschlagen hat, feinem Freund nicht Gefolgschaft geleistet hat und in der SdP geblieben ist, dürfte auch Haiders Position bei dem Tetschener Blatt dit letzte Stütze verloren haben. Die„Zeit" und daS Hakenkreuz..So wie die„Zeit" selber, ist auch ihre sonntägliche illustrierte Wochenschau, der„Z e i t s p i e g e l", ständig bemüht, demokratische Loyalität durch recht zahlreiche und liebevolle Hinweise auf das Leben unter faschistischen Diktatoren, insbesondere unter Hitler, unter Beweis zu stellen. Auffallend ist da, daß in Photos, die die regierenden Faschisten reproduzieren, gerade immer die Hakenkreuz-Abzeichen, die Hitler und die Seinen auf dem linken Rock-Aermel tragen, sozusagen mit Messerscharfe wiedergege- ben sind, auch wenn die Photos sonst noch so undeutlich und verschwommen wirken. Es ist anzunehmen, daß diese Hakenlreuze zur Reproduktion eigens scharf nach gezeichnet werden, Eine Kleinigkeit, aber deutlichster Sprache! Der Mensch ist gut. Unter diesem Titel bringt der Prager deutsche Rundfunk am Donnerstag, den 18. d. M., von 14 bis 14.20 Uhr eine Hörfolge von Ernst Paul..., Städtische Schulärzte für die deutschen Volks- und Bürgerschulen Prags In der montägigen Sitzung der Zentralvertretung stellte der Vertreter der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Dr. S ch w e l b, den Antrag, die Stadt Prag möge in den deutschen Volts- und Bürgerschulen Prags den schulärztlichen Dien st übernehmen und mit dieser Funktion Aerzte deutscher Nationalität betrauen. In der Begründung führte Dr. Schwelb auS, daß durch daü Gesetz über die Minderheitsschulen Nr. 189/1910 und durch daS Gesetz über die Schulverwaltung Nr. 292/20 der Stadt Prag zwar die Sorge um die MinderhcitSschulen, somit auch um die deutschen Schulen Prags, abgenommen worden ist, daß aber die Sorge um die Gesundheit der Kinder auch nach dem heutigen RechtSzustand zum richtig verstandenen AufgabcnkreiS der Gemeinde gehört. Daß der schulärztliche Dienst in deutschen Schulen deutschen Aerzten übertragen werden soll, entspricht der geltenden tschechoslowakischen Rechtsordnung, wonach der Verkehr mit den Schulkindern in der Unterrichtssprache und die Verwaltung der Minderheitenschulen in der Mindcrhcitensprache zu erfolgen hat. Der Antrag wurde der zuständigen Gesundheitskommission zugewiesen. Einzug der Reglerungstruppen i n das letzte eroberte Stadtvierei von Teruel ®etfe 4 Dien Mn fl, 11. Sännet 1088 Nr. 8 Warum ein Spion hingerichtet wird Kapltln I. R. Leopold Katzem— der„Nod'-Lgent 3q^eauuigfe4ten Das Schwert Ist Mannes eigen Sm Wiener Zeitbild-Verlag ist vor etlichen Wochen der Roman ,,N» r e i n c grau" von Hertha Pauli erschienen, ein Roman, der die Lebensgeschichte Bertha von Suttners erzählt. Die LebenSgeschichie einer vorübergehend Vergessenen. Einer Vergessenen: in der Zeit des Hoch- und Wettrüstens und der Begeisterung für Irrsinn und Verbrechen des Krieges erinnert sich kaum jemand an eine Frau, deren Lebensarbeit dem Frieden galt. Nur vorübergehend vergessen: da wir immer noch zu hoffen wagen, daß selbst der gigantischeste Wahnsinn deS Chauvinismus die Menschheit doch nicht ganz auSzurotten vermögen wird, nehmen wir an(vielleicht allzu optimistisch), daß der Periode der Herrschaft der Waffen, wenn erst die Völker verblutend und verröchelnd dieser Herrschaft Sinn erkennen, doch wieder eine Zeit der Besinnung, der Ernüchterung, der Menschlichkeit folgen wird. kl»d dann wird man sich auch wieder der klugen und tapferen Frau erinnern, und reuig erinnern, die der Welt zugerufen bat„Die Waffen nieder!" Damals, als dieses Buch erschien, da stimmten viele Politiker, Wissenschaftlers da stimmten auch deutsche Dichter— Badenstedt, Peter Rosegger— der Verfasserin zu. Aber freilich, e» gab auch Barden, die es höhnisch-überlegen ablehnten. Der alte FelixDahn schrieb— Hertha Pauli erinnert in ihrem Buche daran— ein Epigramm, da- sich männlich-kriegerisch gegen Bertha von Suttner wandte: Die Waffen hoch! DaS Schwert ist ManneS eigen. Wo Männer fechten, müssen Weiber schweigen. Doch freilich, Männer gibt'ü in diesen Tagen, Die sollten lieber Unterröcke tragen. Ha, da hatte ein heldischer Sänger eS der FriedenSbertha tüchtig gegeben! Und allen „FriedenSioinSlern"! Sollten Unterröcke tragen! Haha, da sieht man doch gleich, waS'n richtiger deutscher Dichter ist! Schwert und Leher! Aber der Felix Dahn, der die Suttner„in ihre Schranken zurückwies", der so wacker das Recht des Mannes auf das Schwert verteidigte, batte vom„Schwert", womit leider noch immer der Krieg poetisch umschrieben, für poetische Gemüter zurechtgelogen wird, leine Ahnung. Bertha von Suttner aber wühle vom Krieg! Nicht nur, rveil sie sehr liebe Verwandte durch den Krieg verloren hatte! Sie hatte auch einen Krieg miterlebt. den russisch-türkischen Krieg im Kaukasus, und hatte scheuhliche Grausamkeiten miterlebt und das Wüten der Pest. Felix Dahn aber, ein anderer Karl Map, hat so wenig wie der Wildwestmann aus Sachsen je an irgend einem Kampfe lzilgenpmmen. sondern immer nur, aber allerdings sehr fleißig. die Kämpfe anderer besungen. Er war immer nur Gelehrter und Hel- dendichler, und, nie ein Krieget. Und so wie er, der Spötter über die Friedensfreunde, der Verächter der Pazifisten, so sind die allermeisten KriegSbegeisterlen und sind es vor allem die Kriegüdichter Schreibtischhelden. Ossietzky und Ludwig Renn, die Kriegsfeinde, haben den Krieg miterlebt. Goebbels, der Kriegsbegeisterte, hockte daheim. Und weil er daheim gehockt, erhielt er sich die Begeisterung für den Krieg ganz ungebrochen, und den Haß gegen die Pazifisten, und bekam die Macht, die Pazifisten, die Kriegsteilnehmer gewesen, einzusperren. Seit Theodor Körner den KriegStod starb, ist cs aus der Mpde gekommen, daß die gleiche Hand, die die Leher rührt, um ihr wilde kriegerische Töne zu entlocken, auch das Schwert -führt, der Kriegssänger sich der Kriegsgefahr miSsetzt. Arbeitsteilung! Tie einen bejauchzen und lobpreisen den Krieg und die anderen sterben im Krieg! Explosion In Semtln Prag.(Amtlich.) Montag zehn Minuten vor l 2 Uhr kam es in der Fabrik Explosia in Semiiln in der mechanischen Metanit-Mischerei zu einer Explosion. ES explodierte eine unbedeutende Menge deS ErplosivstoffeS; dabei kamen vier Arbeiter umS Leben. Zu einem Brand ist es nicht getommen, alle sanitären und Sicherheitseinrichtungen funktionierten tadeUoS. Die Arbeit in der Fabrik wurde eingeschränkt. Die Ursache der Explosion wird untersucht. Bei der Explosion wurden getötet: der 41- jährige Karel N o v o t n h auS JesenLany, Vater von zwei Kindern; der 80jährige Adolf Finde j z aus Lhoika Blatnikovskä, Vater von zwei Kindern; der 89jährige Frantiöel Moravee auS Nosece nad Labem, Vater eine- Kinde»; und der llstjähsige Antonln Kä-ka au- Lhotla Blatnikovskä, Väter eine- Kinde». Die Ursache der Erplosipn wird noch untersucht. An der Un» falsstelle sand sich eine Kommission deS Gerichte» in Pardupih und die Gendarmerie aut Pardubitz »ad Touhrawitz ein. Auf den Spuren einer Valütenschmugglerbpnde Wie die Prager Nachmittagsblätter melden, ist die FiiiauzbezirkSdlrektlon in Eger auf die Spur eines, osfenbar großzügig organisierten Valutenschmuggels geraten, der, allem Anschein nach, von einer Zentralstelle auS dirigiert wurde. —rb— Wie bereit» berichtet, wurde Samttag vor dem Prager Senat für Spionogran-e- lcgenheiten der Kapitän im Ruhestände Leopold Kahern zum Tode verurteilt. ES ist da- dritte TodeSurteil nach dem Gesetz-um Schutz der Republik, deren erste-, dat von dem Prager Divistont» gericht über den Stabsfeldwebel Krejza verhängt »vurde, bereit- vollstreckt ist. ,A-Zet" bringt zu dem Fall de» Kapitäns Katzem interesiante Einzelheiten. Nach diesem Bericht trat Kapitän Kahern bereits im Jahre 102g in die Dienste einer fremden Macht und schickte seine Berichte an zwei Wiener Deckadressen. Im Jahre 1088 wurde er nach Wien beordert und von dort nach Budapest gebracht, wo er einen Nadiolurü absolvierte und zum Rang eine» ..Mob"-Agenten befördert wurde. Wie es heißt, verhandelte er sowohl in Wien, al» auch in Budapest mit Vertretern einer»dritten Macht", als deren Beauftragter er in das tödliche Netz, geraten sollte. Die Stellung des„Mob"»Agenten bedeutet einen hervorragenden Posten Im Spionagedienst. Al» solcher hat der betreffende Beauftragte nicht so sehr laufende Nachrichten bei« zubringen, sondern erst im Augenblick hoher außenpolitischer Spannung, besonders aber im Falle einer Mobilisierung in Aktion zu treten. In einem solchen Augenblick ist die Ein offizieller Bericht wurde bisher nicht auSgt« geben. Auf die Spur der Balutenfchmuggler führte ein auf dem Egerer Bahnhof deponierter Koffer, der durch längere Zeit nicht behoben und schließlich amtlich geöffnet wurde. Der Koffer enthielt Schmutztväsche, doch zeigte sich bei näherer Untersuchung, daß er einen doppelten Boden batte, der von in- und ausländischen Banknoten auSgefüllt war. Wie verlautet, ist eine umfangreiche Untersuchung im Gange und die Finanzbehörde soll bereit» Spuren verfolgen, die die Täter, bzw. Organisatoren dieser Schmuggleraktion in Bälde dem behördlichen Zugrifs überliefern sollen. Welche Bedeutung man dieser Angelegenheit beimißt, geht au» der Meldung hervor. daß ein Sonderbeauftragter der Egerer Finanzbezirksdirektion bei der Prager Finanz» landeSdirektion eingetroffen ist und daß die weitere Untersuchung in den Händen eine» hohen Beamten dieser Zentralbehörde, angeblich de? NegierungSrate» Dr. Boner, liegen soll. E» soll sich um Balutenschmuggel in der Höhe von vielen Hunderttausend Xi bandeln. Zwei Bergarbeiter tödl.ch verunglückt Warschau.(PAT.) Sm KreiS Nybnik in Lberschlesien wurden in einem Bergwerk drei Bergarbeiter von einer Kohlenschicht verschüttet. Die NettungSarbeiten wurden sofort anfgenoin- men. Ein Arbeiter wurde unverletzt geborgen, während die übrige» beiden getötet wurden. Der Alkohol. Sonntag nachts kam es in der Gemeinde Kariav im Bezirke Sobrance in der Ostslowakei zu einem Auto-Unglück, bei welchem eine Person getötet, zwei Persoiren schtver unv drei Personen leicht verletzt wurden. Da» Auto wollte auf der Straße einem Betrunkenen auStvei« chen, geriet dabei ins Schleudern und überschlug sich. Tie Gattin de» UZhorodcr Magiftratsbeam- ten Julie KuStanova wurde auf der Stelle getötet. Der Betrunkene, der das Unglück verschuldet hatte, wurde schwer verletzt. Durch List zur Volksarmee. In Rabat (Französisch-Marokko) sinl, vier Soldaten der spanischen Nebellokigarnison Alcazarquivir eingetroffen. Der älteste von ihnen ist 22 Jahre. Nachdem sie sich LffizierSunlfonnen verschafft hatten, bemächtigten sie sich deS Auto» dc? Flugplatzkommandanten von El Kasc und fuhren auf die Grenze los. Bei jedem der sechs Rebellenposten unterwegs sprang der als Major uniformierte Soldat ab, stellte die Poften wegen schlapper Haltung vor einem hohen Vorgesetzten zur Rede und ordnete ihre Verhaftung zur Ablieferung ans Kriegsgericht an. Dann fuhr man weiter und so erreichte man den französischen Grenzposten, dem sich die Vier mit dem Ruf.Hoch die spanische Republik!" vorstellten. Eie wollen nun zur spanischen Volksarmee. Oesterreich- Gesandtschaft in Bukarest abgebrannt. In dem Gebäude der österreichischen Gesandtschaft ist am Montag nachmittags ein Brand auSgebrochen. Arbeiter waren damit beschäftigt, die eingefrorene Wasserleitung im Dachstuhl aufzutauen, al- eine B-nzinlampe explodierte. Das Feuer griff rasch um sich und der ganze Dachstuhl stand bald in Flammen. ES ge» läng, das übrige Gebäude zu retten. Eine Die- nertvohnung und das Archiv sind ausgebrannt. England- Genossenschaften boykottieren Japan. Der leitende Ausschuß der Lqndoner Kooperative faßte am Montag vormittags! den Beschluß, daß"japanische Waren von den ünge- schlossenen Firmen nicht mehr verkauft werden sollen. Den Einkäufern ist Anweisung gegeben tüörden, ohne Erlaubnis der Kooperative keine japanischen Waren mehr einzukaufen. Judenhatz in Budapest. Auf dem Schw r- benberg bei Budapest, dem Ziel der Skifahree überfielen am Sonntag nachmittags etwa SO Leute unter Schmährufen auf die Juden. mit Tätigkeit fremder Kundschafter natürlich so gut wie vollkommen gehemmt und nur Leute, die sich absolutesten Vertrauen» erfreuen, können in de» Besitz von Nachrichten gelangen, die für die feindlichen Auftraggeber von Interesse und Bedeutung sind. Nur solche Personen können z. B. Truppen» und GeschühtranSporte. Befestigungsarbeiten, die Organisation des.Nachschub» u. dgl. studieren, chne Argwohn zu erregen und die gemachten Wahrnehmungen an den Feind weitergeben. Kapitän Katzern war also»Mob"»Agent und bezog al» solcher ein Fixum von 1200 Xi monatlich. Nach Absolvierung de» Kurse» in Budapest ivnrde ihm ein winziger Radiosender zur Verfügung gestell:, u. zw. in der Art, daß ihm in einem rosafarbenen parfümierten Briefchen ein Depotschein fitr einen Koffer, der in der Garderobe deS Olmüher Bahnhöfe» lagerte, übermittelt wurde. Dieser Koffer enthielt nicht» Verfängliche», aber in seinem doppelten Boden war ein winzig kleiner, aber sehr leistungsfähiger Sender versteckt, der am Tage einer eventuellen Mobilisation in Tätigkeit hätte treten sollen. Kapitän Kahern hat da» Schicksal ereilt, dem Ivenige seinesgleichen entgehen. Denn jede Spionage wird durchkreuzt durch einen Abwehr« dienst, der rim nicht» weniger gründlich arbeitet und früher oder später seine Leute zu finden weiß. Gummiknütteln. jüdische Sportler und mißhandelten sie. ES kam zu einer Schlägerei, in deren Verkauf etwa 50 Personen verletzt wurden, darunter vier so schwer, daß sie in» Krankenhaus gebracht werden mußten. Polizei schritt sofort ein und stellte die Ordnung wieder her. 18 Personen wurden verhaftet, zum größten Teil jüngere Leute, die bereit» mehrmals wegen ähnlicher Vorfälle vorbestraft find und Anhänger der Pfeilkreuzler-Partei sind. Die fliegende Festung. Dat 18 Tonnen« Bombenflugzeug mit vier Motoren, da» unter dem Namen»Die fliegende Festung" bekannt ist, hat daü amerikanische Festland überflogen und die Strecke von 8700 Kilometer in elf Stunden zu« rückgelegt, was einen Rekord für Militärflugzeuge darstellt. Außer dem Piloten Oberstleutnant Old» bestand die Besatzung au» fünf Mann. An. den Küsten de» Schwarzen Meeres herrscht furchtbare Kalte. In Eonstanza sind am Sonntag fünf Menschen erfroren. Im Bezirk Constanza tobt ein schwerer Schneesturm. Der Schnee erreicht eine Höhe von drei Meter. In der Wüste verhungert. Bon der Grenze Saudi-Arabien» wird gemeldet, daß zehn Pilger, wahrscheinlich au» dem Irak, die zu Fuß nach Mekka gingen, in der tran»jordanlschen Wüst« den Hungertod starben. Ein Streckenwärter vektrennt. Auf einer Bahnüberfahrt der Strecke Narbonne—Perpignan bei Lanouville überfuhr ein Zug ein Lastautomobil, daü 15.000 Liter Benzin führte. Da» Benzin explodiert« und setzt« da- Häuschen des Streckenwärter» in Brand, der bei lebendigen« Leibe verbrannte. Der Lenker de- Automobil» und der Führer des Zuge» erlitten schwere Brandwunden. Die Frau und da» Kind des Streckenwärter» retteten sich durch einen Sprung au- dem Fenster. Auch ein in der Näh« de» Streckenwär- tcrhäuschens gelegene- Gebäude brannte nieder. Deutscher Bauernwttz. Auf dem Schlachthof in Bremen wurde ein magere» Schwein mit einem Gewicht von nur 40 Kilogramm angeliefert. Auf sein schmale» Bäuchlein hatte der Züchter da» bekannte Hitlerwort mit Kohlenstift geschrieben:„GebtmirvierJahreZeit!" Etwa- für Briefmarkensammler. Neu« schwe» dische Briefmarken: Tie schwedische Poswerwaltung wird Ende Jänner zwei neue Briefmarken zu zehn Oere und einer schwedischen Krone mit dem Bilde Emanuel Swedenborg» aus Anlaß seine- 250. Geburtstage», welcher auf den 20. d. M. fällt, in Verkehr bringen. Swedenborg ist der Begründer der Planetartbeorie. machte sehr bemerkenswerte Erfindungen auf dem Gebiete der Gehirnlehre und befaßt« sich auch mit einer damals neuen Religionitheorl«. Die schwedische Poswerwaltuna beabsichtigt außerdem, mi» Anlaß de» 200. Jahrestage» der Begründung der Akademie der Wissenschaften Ivet der hervorragendsten Mitglieder dieser Akademie durch dir Ausgabe zweier Briefmarken zu ehren: Di««ine der Marken wird da» Bild Karl Linnö», de» Begründerde» gleichnamigen System» in der Botanik, trogen; die zweite Marke wird da» Bild Jön- Jakob Berse« liu». de» großen schwedischen Chemiker-, aufweisen. Ende März 1088 wird di« neu«.Delaware"-Mark« zur Ausgabe gelangenj und zwar anläßlich der Feierlichkeiten zur Erinnerung an die schlvedische Kolonisation de- Staate- Delaware. Sie werden in Werten zu 5, 15. 20, 80 und 60 Oer« erscheinen. Eine neue Zeitschrift. Da» Statistische Staat-amt, welche- immer wieder bemüht ist, sein« Arbeit zu vervollkommnen, gibt seit 1. Jänner nÄen seiner bi»« herigen Wissenschaftliren Revue noch eine andere Zeitschrift heran», und zwar unter dem Titel„Statistische Nachrichten". Di« Zeitschrift erscheint in deutscher Sprach« und«» ist erfreulich, daß da- Statistisch« Staat-amt Wert darauf legt, da» Ergebnis seiner Arbeit auch der deutschen Oeffentlich« leit porzulegen. Die erste Nummtr ist außerordentlich reichhaltig und informativ und e» ist zu hoffen, daß die späteren Folgen per Zeitschrift ebenso sorgfältig bearbeitet ersreinen werden. Die Berkosun» der Gewinst« der kl. Klass«. d:r 88. Lsl. Klaffenlotterie wird am 18. Jänner 1938 um 18 Uhr im Ziehungssaal« der Direktion der Staat-lotterien, Prag l, Kozi 4, beginnen und wird Sajsas Schuldenliste Drei Konknrsanträge gegen den Fäschiatenfiihrer Prag,(rb) Bor dem Prager Ztvilgerlcht fand Montag die Verhandlung über den Konkurt» antrag der Frau Karla Bondi(vertreten durch Dr. Straka) gegen den Führer der»Tschechvslo» wakischen Faschistengemeinde". Rudolf Gajda, unter Vorsitz de» GR. Dr. Prochäzka statt, Insgesamt sind bisher gegen Gajda drei Kon« diraanträge überreicht worden, deren erster bereitverhandelt wurde. Schon diese erste Verhandlung nahm einen bemerkenswerten Verlauf. Gajda hatte sich damall al» zahlungswlllig und zahlungsfähig erklärt, doch wurde sein« Aufstellung über di« Ausgaben für.da» Jahr 1987 vom Gerichte nicht anerkannt, da diese auf 700.000 ,(i lautend« Aufstellung auch persönliche und Hau»« Haltungsausgaben, Autospesen usw. enthielt. Angesicht» der scharf antisemitischen Haltung di« diese„Faschistengemeinde" nach außen hin an den Tag legt«, ist bemerkenswert, daß unter fenen Gläubigern sich auch ein jüdischer Großkaufmann befinden soll, der-em Gajda ein« große Dumme geliehen habe, ohne sie aber jetzt anzumelden. Ein anderer Gläubiger, der sich unter den in jenem ersten Konkur-antrag angeführten Gläubigern befindet, lst«in gewisser Zatetka au» der Melniker Gegend, der den ganzen Pachtertrag seine» Gute» dem Faschistensührer anvertraute und für diese Investition nicht- andere- erhielt al-— die Stelle eine» Klubdiener-. Die Montag verhandelte Sackie betraf, wie erwähnt, den Konkursantrag der Frau Bouda, die einen Betrag von 92.000 XL anmeldete. Diese Forderung wurde der Antragstellerin von ihrem Vater, einem gerviffen Herrn Bohnflav H o n» au» Prag l, abgetreten, der al» Legionär ein Freund Gajda- war und diesem den genannten Betrag al» Kaution für die Kandidatur bei den Wahlen im Jahre 1985 vorgestreckt hatte. Wie die Antragstellerin geltend macht, hat Gajda diesen Betrag nichtzur Erlegung der genannten Kaution verwendete sondern zum Ankauf der Dru 4« l e r e i, die unter dem Namen seiner Frau iw« mierte. Die Dahllaution, für welche jene 02.000 XL zur Verfügung gestellt worden waren, ist nach den Angaben der betreibenden Partei von der„A g r ä r n l Banka"(der tschechischen Agrarbank) beigebracht worden, und zwar auf Weisung eine»„unbekannten Kreditgeber»" im Betrage von 800.000 Xik Die Verhandlung über diesen zweiten Kon« kur-antrag gegen den Faschistenführer endet« nach nichtöffentlicher Verhandlung damit, daß da» Gericht Gajda eine zehntägige Frist zur Aeußerung jiber da» Vorbringen der Gläubigerin erteilte, Dex dritte Konkur-antrag harrt noch seiner Verhandlung. Soweit sich bl-her übersehen läßt, haben bisher achtzehn Gläubiger ihr« Forderungen gegen den ehemaligen General geltend gemacht, deren Gesamtforderungen sich auf etwa ein« halbe Million XL belaufen. am 10. Jänner 1038 um 8 Mr fortgesetzt werden. Verlost werden im ganzen 8000 Gewinste im Gesamtbeträge von 1,015.880 XL, welche den Spielern ohne Abzug autgezahlt werden. Bon höheren Gewinsten werden au-gelost: Ein Gewinn zu 180.000 Xi, einer zu 00.000 Xi, drei zu 20.000, sechs zu 10.000, 10 zu 5000. 40 zu 2000 Xi usw Die amtliche Berlosung-liste wird am 20. Jänn«: erscheinen. Unbeständig, warm. Dem Binnenland wird nunmehr wärmere Luft nicht nur au» dem Südwest«», sondern auch au» dem Südosten an der Vorderseite neuer Druckstörungen in der Umgebung der Adria zugeführt. Infolgedessen herrschte Momaa nachmittag» in der Republik uurmehr ganz leichter Frost. In der Westhälfte Böhmen» stiea die Temperatur auf plui 1 bi» plu» 8 Grad Telsiu» an. Verschiedentlich fällt Schnee, in Mähren Sprühregen. Auch in den nächsten Tagen muß mit unbeständiger und für die Jahreszeit mäßig warmer Wstterung gerechnet werden.— Wahrscheinliche» Wetter Dien«rag: Vorwiegend bi» wechselnd bewölkt. im Westteil der Republik Schauer, im Olten länger anhaltende Niederschläge. In allgemeinen weiterer Temperaturanstieg. In den Niederungen strichweise leichte» Tauwetter. Auf den Bergen anhaltender schwacher bi» mäßiger Frost. Südwestücher, jm Karpathengebiet südöstlicher Wind.— Wetter« aulsschtenfür Mittwoch; Ueberwle« gend bewölkt, mit Niederschlaglneigung. Temperatur im Flachland nahe Null, vielfach nebelig. Vom Rundfunk tmptehlCMwnrt«» au»»in Programmen! Mittwoch: Prag, Sender 1: 10,05: Deutsch« Presse, 10.15: Rundfunk für deutsche Schulen, nieder« Stufen. 11: Jazzkonzrrt, 12.10: Operettenmusik. 14: Deutsch« Sendung: Moderne Geigenmusik. 15.15: Konzert de» Prager Blechquintett», 18.0Ä Deutsche Sendung: Dr. Moucha: Neue Bücher, 18.20: Deutsch« Arbeitersendung: Dr. Wider-Hermann: Beratua- gen, 18.40: Sozialinformationen, 18.45; Deutsche Presse, 20.05; Lu» dem Dmetanasaal: Konzert der tschechischen Philharmont«, Dirigent: Tauch, 22.85: Französisch« Chanson».— Prag, Sende« llt 14-20: Deutsch« Sendung; Kinderstunde. 14.40: SLallpkätten: Mozart, 14.55: Deutsche Press«. 18.15: Slowakische" Lieder, 20.55: Uebertragung au» Holland: Europäische» Konzert.— Vrtvu» 12.85: Rundfunkorchester-Konzert: Weingartner, Dvokäk ete„ 17.40: Deutsche Sendung: Vorlesunmr dl« Jugend.— Pretztnrg 11.85; Kompositionen von J-fjek, 22.40: Englische Tanzmusik.— Kaschau 12.05: Schallplattenkonzert.— Mährisch- Ostrau 15.10: Leichte Musik. DB «r. 8 DienStag, 11. Jänner 1038 Sdfe S WfcawWwtft und äoLlaipoiM du^taad einer solchen Steife zu bringen, dah es sich wirk- Nun sagen die« zlvar andere Diktatoren auch, aber ISCH Die Versammlung beauftragte die Union dec Textilarbeiter als die führend« Organisation, bei allen maßgebenden Stellen Schritte zu unternehmen, um eine rasche Arbeitsaufnahme des Betriebes zu gewährleisten und nichts unversucht zu lassen, um eine längere Betriebsstillegung zu vermeiden. Die Erhaltung und Fortführung des Betriebes im vollen tlmfange ist für die dort beschäftigte Arbeiterschaft und über sie hinaus für das Wirtschaftsleben des gesamten DöKm.-Lcipaer Bezirkes eine unbedingte Notwendigkeit. Bon der Union der Textilarbeiter wird alles geschehen, was in ihrer Macht liegt, um eine Stillegung des Betriebes hintanznhalten. unter einem sah, abführe». Auch in Lettland Ivar die Gebarung in den letzten Jahren aktiv und erzielte der Staat alljährlich einige Millionen Reineinnahmen aus dem Walde. Reform der öffentlichen Kreditinstitute in Belgien. Eine der letzten Handlungen der Regierung Ban Zeeland war eine Reorganisation der öffentlichen Kreditinstitute. Diese Maßnahme vervollständigt die Kontrolle der Privatbanken, die bereit« 1938 eingesührt worden war. Im einzelnen wird namentlich die Tätigkeit der Nationalbankleitung, die bekanntlich für die vergangenen Jahr« deftig angegriffen wurde, genauer umschrieben und die Unvereiicharkeit mit privatwirtschaftlichen Funktionen strenger gefaßt; anderseits wird die Ralionalbnuk in Hinkunft bis zu einem Bier- tel ihre« Kapitals und der.Reserven am Kapital gemeinnütziger Finanzorganismen beteiligt sein können, was die Finanzierung öffentlicher Arbei«! len erleichtern wird. Aenderungen der Vierzigstundenwoche in Frankreich. Drei Verordnungen haben die Bedingungen festgelegt, unter denen llnternehmer versäumte Arbeitsstunden einbringen können, namentlich im Falle von Arbeitsmangel oder Mangel an geschulten Arbeitskräften. In solchen Fällen kann ausnahmsweise ein«Kredit" von 75 Stunden im Jahr eingeräinnt werden; der Arbeitsminister entscheidet darüber im Einvernehmen mit Gewerkschaften und klnternehmerverbän- den. Bei ArbeiiSverlusten, die auf verringerte Wirtschaftstätigkeit ohne Saisoneinsliisse zurückzuführen sind-können bis zu 100 zusätzlichen Arbeitsstunden jährlich gestattet werden. Die Arbeiter müssen sich jedoch verpflichten, ihre Angestellten zu, mindest einen Monat nachher zu bebalten und bei Arbeitsbedarf innerhalb des nächsten Jahres ihre früheren Arbeitnehmer herauzuziehen. Britische WirtschastSauSstchten für 1938. Der Londoner„Eeonomist" vom 1. Jänner bringt eine aufschlußreiche Darstellung der Wirtschaftslage und versucht daran« auf die Entwicklung im Jahre 1088 zu schließen. Er lommt zu dem Ergebnis, daß in der Produktion von Konsum- und Kapitalgütern eine Befferung nicht zu erwarten ist, dagegen wäre eine solche beim Erport möglich, schaftsleben einiräte, keinen Zusammenbruch wie 1080. ES ist insbesondere nickt zu befurchten, daß die Arbeitslosigkeit so hock wird wie damals, da damals der jährliche Zuwacks an Arbeitern 800.000 bis 400.000 betrug, während er jetzt auf etwa 100.000 gesunken ist.— Im allgemeinen hält man die Ausführung von öffentlichen Arbeiten für den Fall, daß die ArbeitSlosenzabl stark steigen sollte, für notwendig und verlangt, daß die. Pläne hie für schon jetzt vorbereitet werden sollen. Die bedeutenden Wirtschaftsführer, wie Sir«alter und I. Kenne«, sehen sich hiesür ein. Als empfehlende Arbeiten werden Autostraßen und Klein- toohnungen angegeben. Hanka«. General Tantschenschi, der ehemalige Oberlommandant der chinesischen Truppen bei Nanking, und zwei weitere Generäle wurden wegen I ihrer Funktionen enthoben. ver Mllchinterventionrfonch Ter Lärm ver Agrarier wegen eines vorübergehenden Molkereiproduktenüberschusses vor etwa« mehr al« einem Jahre ist noch in lebhafter Erinnerung. In diese Zeit fallt die Entstehungsgeschichte des sogenannten„Milchinterventionö- fondS". Es handelt sich um eine Einrichtung bei der Zentrokooperativ, die am 1. Juli 1987 ihre Tätigkeit aufnahin. Der Fonds ist eine Unterstüt- zungSeinrichtung, die der Berbesierung und Ren- mbilität des Molkereiwesens, zur Ordnung der Absahverhältnisie und der Stabilisierung der Butterpreise dienen soll. ES sollen in Zeiten de« lieber- schusieü mit Mitteln des Fonds Interventionsaktionen durchgeführt werden. Die Butterausfuhr soll unterstützt werden. Auch bei anderer Verwertung der Dutterüberschüsie mit Verlustpreisen sollen Zuschüße gewährt werden. Ebenso können für andere Einrichtungen, die der Berbesierung und Sicherung der Rentabilität des Mollereiwe- sens dienen, die Mittel des Fonds Verwendung finden. All das besagt das Statut des Fonds, das unter Mitwirkung des Landwirtschaftsministeriums beschlossen wurde. Der LandwirtschaftSmi- nister wird auch zu allen Sitzungen«ingeladen. ES ist nun sehr interesiant, wie die Mittel de« Fonds aufgebracht werden. Ten kleinsten Teil tragen die Molkereien bei, nämlich etwa 800.000 XC jährlich, daS ist% Heller je eingelieferien Liter Milch. Ten größeren Teil der Fondömittel, 4,800.000 KC. bringen andere Faktoren auf. und zwar die Rüben-, ZuckerfabrilS-, Kartoffel-, Spiritus-, Stärke- und Flachsorganisationen und die landwirtschaftlichen GenosienschastSverbände. Tie Vertreter der beitragenden Organisationen bilden ein FondSknratorium, daS über Antrag der handelstechnischen Kommission, bzw. der Zentrokooperativ, die finanziellen Vergütungen für die Inter« ventionSaltionen bewilligt. Diese handelstechnische Kommisiion wird alle Butterüberschüsse der Ge- noffenschaftSmolkereien gemeinsam bewirtschaften und«ine einheitliche Preispolitik dieser durch Verlautbarung verbindlicher Minimalpreise herbeiführen. AuS einem kürzlich erschienenen Bericht über die bisherige Gütigkeit dieses Fonds entnehmen wir, daß mit seinen Mitteln ein Mindestpreis von 19 KL für 1 Kilogramm Teebutter den Molkereien garantiert werden konnte, daS ist etwa um 5 Ke mehr als im Herbst 1936. Die Handelsgesellschaft nahm aber auch den JnterventionSauf- kaus von E i e r n vor und setzte einen Mindestpreis von 40 Hellern per Stück fest. ES wurden 68 Wag, gonü überschüssige Butter, die vor allem inDeütsch« land und Italien abgesetzt wurden, die Ueberschüffe an Topfen und 88 Waggon« Eier aufgekauft. Die Handelsgesellschaft konnte dadurch ihren ,Umsatz bedeutend erhöhen^ ENGLISCH Ausweis für den Monat Dezember (Die erste Zahl bedeuiec ParteiiondS, die eingeklammerte WahksondS.) Bodenbach: 8200<800) XL.KarlSbad: 2080(520) XL, Land« krön: 820(80) XL, P i I s e n- B u d w e i S: 1200(800) XL, Praa: 804(220) XL, Preßburg: 70 XL, Reichen- berg: 610(100) XL, Sternberg: 1200 (800) XL. Tepkitz< Saaz: 4560(1140) XL. Trauten««: 1480(870) XL, TropPau: 2800(700) XL. Ein Diktator sichert die Demokratie Verfassungsänderung In Mexiko Gefahrenherd Ferner Osten In der Festung Hongkong, die dem Perlfluß vorgelagert ist und wo sich neben Schanghai der bedeutendste Handelshafen der chinesischen Küste befindet, werden von den Engländern nunmehr umfangreiche Rüstungen durchgeführt; sie rechnen mit der Möglichkeit, daß die Japaner versuchen werden, den umfangreichen Handel nach dem nur 180 Kilometer entfernten Kanton zu verhindern. Damit würden aber die wesentlichen LebenSinter- essen Englands an diesem Punkt Chinas getroffen. USA-Manöver auf den Philippinen New Port. Die„New Jork Times" ver- öffentlicht ein Telegramm aus Manila über die Vorbereitungen zu den großen Monöbern, die vom 10. Jänner an auf den Philippinen-Inseln Luzon siattsinden werden. An diesen Manövern werden 10.000 Mann der Armee der Bereinigten Staaten und 40.000 Mann der Eingeborenenarmee teilnehmen. Es ist auch die Teilnahme einer ESkadrille der dortigen amerikanischen Flieger vorgesehen. Seit Beginn deö chinesisch- japanischen Konfliktes steht die amerikanische Wehrnmcht auf den Philippinen analogen Regime wie zur Zeit des Krieges. Seit Juli find sämtliche Urlaube der Offiziere ausgehoben. Offiziere und Mannschaften sind in ständiger Bereitschaft, damit im Falle de« Bedarfes die rascheste Mobilisierung möglich sei. um von der Entwicklung in den Bereinigten Staaten die Staatsforste im Budgetjahr« 1086/87 an len ab, die weniger vcsiimistisch beurteilt wird, die Staatskasie 81 Millionen Zlotu, und damit al« in der letzten Feit üblich war. Jedenfalls be- 4 Millionen Flott) mehr als der Voranschlag vor- fürchtet man, auch wenn ein Rückschlag im Wirt- Kleten-Leerllltung Amerikas New?)ork.(Havas.) Zn dem Bericht über die Botschaft Roosevelt« an den Kongreß wegen des Baues von Kriegsschiffen erklärt„New)')ork Herald Tribüne", daß die Botschaft Dienstag an den Kongreß gerichtet werden wird. Der Präsident wird die Erhöhung der SchisfStonnage um 237.000 Tonnen Vorschlägen, so daß die Gesamt- tounage 1,186.000 Tonnen betragen würde. Diese neuen Ziffern tvürden die Zahl nach der Winson-Trammel-Bill bewilligte Tonnage, die gemäß den Londoner und Washingtoner Verträgen, die 1936 erloschen sind, vorgesehen war, überschreiten. Mit diesen Bauten soll im Jahre 1939 begonnen werden. DaS Blatt führt au«, daß e« sich um den Bau folgender Schiffe handelt: drei Panzerkreuzer zu 80.000 Tonnen, zwei Flugzeugmntterschifse zu 27.000 Tonnen, drei oder vier Kreuzer zu je 36.000 Tonnen, drei oder vier leichte Kreuzer zu 28.000 Tonnen. 20 Torpedoboote von 30.000 Tonnen und sechs tl- Boote von insgesamt 10.840 Tonnen. Staatsforstwirtschaft bei uns und anderwärts Im Jahre 1036 hatte der Staat 1.134.801 Hektar Staatsforste und Güter in Bewirtschaf tung. Es handelt sich dabei in erster Linie um Forjtbesitz. In diesem Jahre konnte ein Gewinn von 11 Millionen XL erzielt werden. Der Voran schlag sah allerdings 33 Millionen vor, so daß da tatsächliche Ergebnis weit zuriickblieb. Noch viel schlimmer war jedoch das Ergebnis in den vorher gegangenen Jahren. 1938 wurde«in Verlust von mehr als 14 Millionen XL verzeichnet. In den Jahren 1080 bi« 1933 waren etwa 200 Millio nen XL aus der Staatskasse zur Deckung Ker Ver luste nötig. ES ist deshalb interesiant. festzustellen, wie in anderen Ländern die Staatsforste gewirt schaftet haben. Und da kommen wir zu dem Er gebnis, daß ihre Wirtschaftserfolge bedeutend bes ser waren als die nnsrigcn. Die Staatsforste Finn sand« erzielten in den Jahren 1932 bis 1933 Ueberschiisie von mehr alü 387 Millionen Finnen mark. Die Ueberschüsie der Jahre 1984 und 33 waren fast doppelt so groß lvie die der vorherge henden Jahre. Die schwedischen StaatSkvaldungen brachten in allen Jahren seit 1030 Ueberschüsie,- und zwar von 1030 biS 1036 insgesamt 30 Mil« I fallS kein Preisfall stattfände; das hängt wieder- lionen schivedische Kronen. Selbst in Polen konn- wenn er nickt persönlich davon überzeugt wäre. daß ein Rückfall in frühere Methoden nickt mehr zu befürchten sei, und daß daS mexikanische Par lament— welche rühmliche Ausnahme l— tat sächlich funktionieren wird. Dieser„entscheidende Schritt" besteht, wie gesagt, in einer ganz kleinen Aenderung der mexikanischen Verfassung. Diese enthält einen Artikel 49, in dem daS Parlament grundsätzlich daS Recht hat. seine verfassungsinäßigen Pflich ten auf dem Präsidenten zu übertragen. Diese Bestimmung wird durch einen anderen Artikel 20 eingeschränkt, der vorschreibt, daß die Uebertra- gung der Vollmachten in bestimmten Fällen, Kriegs- und RevolutionSgefahr, geschehen darf. CardenaS hat nun nichts weiter getan, als daß er einen Zusatz zum Artikel 49 vom Parlament an nehmen ließ, der ausdrücklich festlegt, daß die ttebertragung der Vollmachten nunmehr aus schließlich in den vom Artikel 29 vorgese henen Fällen geschehen darf. Er hat damit einen Riegel gegenüber der Willkür vorgeschoben, die darin bestand, sich der parlamentarischen Verant wortung durch die uferlose Anwendung de« Arti kels 49 zu entziehen. Er zwingt also das Parla ment. wirtlich zu regieren, und läßt lediglich die Möglichkeit offen, daß im Falle einer Verwicklung Mexiko« in einen Krieg oder in dem Falle, daß das Land von einer neuen Revolution bedroht wird— die logischerweise nur faschistisch sein könnte— durch seine persönliche Autorität ein greifen zu können. ES ist also die bemerkenswerte Tatsache zu verzeichnen, daß Mexiko als ganz große Ausnahme] sich entschlossen an die Seite der Demolratien stellt. DiSS ist ein Faktum, daS unabhängig von seiner theoretischen Bedeutung innerhalb der'gro« ßen Auseinandersetzung unserer Zeit auch für die beiden amerikanischen Kontinente seine praktischen Rückwirkungen hohen wird. Namentlich dürfte eine starke Annäherung, mehr noch als bisher. zwischen Mexiko und den USA erfolgen, denn man hat in Washington, besonders in der persön lichen Umgebung von Roosevelt, die neue Entwick lung in Mexiko mit auffallend regem Jnteresie schlechter Organisierung der Rückzuges au« Nanking und mit großer Genugtuung verfolgt. F. M. I ihrer Funktionen enthoben. JHßÖRNFO Hongkong=jrt 5nqt.) AMERIKANISCH^ Was seht bei der Pa. Rosenthal In Böhm.-Lelpa vor? Die Arbeiterschaft fordert Klarheit Seit 18. Dezember 1987 ist die Erzeugung Im Betriebe der Firma Arnold Rosenthal, Kat- lun- und Tücherdruckfabrik, in Böhm.-Leipa eingestellt. Die Ursachen deS Betriebsstillstandes bestehen nicht im Mangel an Aufträgen, sondern in finanziellen Schtvierigkeiten. Vom Stillstand sind mehr als 880 Arbeiter betroffen. Dem Vernehmen nach werden nach verschiedenen Richtungen Verhandlungen geführt, um eine baldige Weiterführung des Betriebes sicherzustellen. Am Freitag, den 7. Jänner d. I., fand eine von der Union der Textilarbeiter einberusene und massenhaft besuchte Versammlung der Arbeiterschaft des Betriebes statt, in der nach einem Referat des Genossen R e i l i ch«WarnSdorf die Arbeiterschaft des Betriebes zu der gegenwärtigen unerfreulichen Situation Stellung nahm. Die Versammlung zeigte reges Interesse für alle Fragen» die die Fortführung des Betriebes betreffen. Die Arbeiterschaft fordert vor allem restlose Klarheit von der Firma über den Stand der Verhandlungen zwecks Fortführung deS Betriebes, die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit im Betriebe und Klarheit über die Absichten der mit der Kün- digmig des Stillhalteabkommens verbundenen Kreditsperre, welch« die Einstellung des Betriebes zur Folge hatte. Die Arbeiterschaft verlangt mit allem Nachdruck insbesondere Klarheit von der Böhmischen Eskomptebank-und Kreditanstalt als der führenden Bank im Stillhalteübereinkommen. — MM M MTP Mexiko-City, Anfang Jänner Fast vollkommen unbemerkt von der übrigen lich frei und drinöirntisch selbst regiere» könne. Welt ist kurz vor dem Abschluß der Parlaments-"' Session 1937 in Mexiko eine kleine Revolution Cardena« hat jetzt Ernst gemacht, weil es ihm vor sich gegangen, deren grundsätzliche Bedeutung tatsächlich gelungen ist, die verhängnisvolle in der heutigen Zeit allerdings alle« andere als Cliquenwirtschaft und Postenjägerei, die Mexiko klein genannt werden kann. Denn wir leben ja so lange korrumpiert hat, vollkommen auSzurot-1 bekanntlich im Zeitalter der Diktaturen, und es len. Er stützt sich bekanntlich auf die A r be i t e r-> ist im allgemeinen so, daß die Demokratien immer klasse, die wiederum durch die mexikanischen j’’ weiter zurückgedrängt werden. Auch Latein-Ame- Gewerkschaften im Laufe der letzten Jahre zu einer rika macht hiervon keine Ausnahme, und man sehr beträchllicken politischen Reise und braucht in dieser Beziehung ja lediglich an den zu einem starken Berantwortungoge- Staatsstreich des Präsidenten Vargas in Brasi- fühl erzogen worden ist. Cardena«, der ein aus- lien zu denken, wie es ja auch kein Geheimnis ist. mertsamer Beobachter ist, würde zweifellos einen daß die anderen mittel- und südamerilaniscken so entscheidenden Schritt nickt unternommen haben, Staaten starke Neigung zu einem diktatorischen Regime verspüren. Nun hat auch dec mexikanische P r ä s i- dentCardenasseinen„Staatsstreich" durch geführt, völlig unauffällig, beileibe nicht blnlig und mit Gewaltanwendung, sondern durch die streng legale Annahme eines kleinen Zusatzes zu einer Bestimmung der Verfassung. Und diese Ver- fassikkigsänderung hat erstaunlichcrweise gerade den gegenteiligen Zweck, als die eben angedeutete Tendenz. Unzufrieden damit, daß das mexikanische Parlament dem Präsidenten jahrelang die wei testgehenden Vollmachten einräumte, so daß dieser faktisch das Land diktatorisch regieren konnte, hat Präsident CardenaS für die Zukunft eine solche Praxis dem Parlament verfassungsmäßig unmög lich gemacht. JnMexikowird nunmehr hundertprozentig demokratisch regiert werden. Der bisherige Zustand bestand darin, daß daS Parlament lediglich immer im letzten Vier teljahr zu einer Session zusammentrat und unter vielen leidenschaftlichen Diskussionen die Gesetze sind daS Budget verabschiedete, die der Präsident bereits vorher durchführte oder in Wirkung treten ließ. Regelmäßig wurde nichts daran geändert, von einer praktischen legislativen Tätigkeit war keine Rede. Und ebenso regelmäßig schloß die Ses sion damit, daß dem Präsidenten Vollmachten für die nächsten neun Monate gegeben wurden, in denen er sowohl die Legislative wie die Exekutive imie hatte. Gewiß, es bestand für diese Zeit eine sogenannte„permanente Kommisiion", die sich aus 18 Abgeordneten und 14 Senatoren zusammen setzte. und die daS Recht hatte, Einspruch gegen die Maßnahmen d«S Präsidenten zu erheben. Abqr sie tat es nicht, denn faktisch bestand sie auS den engeren Mitarbeitern von CardenaS und war, wenn nötig, sozusagen der Vollzugsausschuß sei ner Amtsübung. Man sieht; Präsident CardenaS war ungehindert Diktator von Mexiko, und die Vollmachten etwa des Präsidenten Roosevelt reich ten bei weitem nicht an die heran, die er besaß.- Aber CardenaS war Diktator wider Willen, und er hat immer erklärt, daß er seine historische Aufgabe darin sähe, daS Land zu Man erhält für KL 100 Reichsmark...» «08.— Markmünzen... • 6«0.— 100 österreichische Schilling • 528.60 100 rumänisch, Lei.. • 14.85 100 polnische Zlotu.. 4 509.50 100 ungarische Pengö.. 548.50 100 Schweizer Franken. • 658.50 100 französische Francs. 96.20 1 englisches Pfund.. • 142— 1 amerikanischer Dollar • 28.85 100 italienisch« Lire.. i 119.40 100 holländische Gulden. 1579.— 100 jugoslawische Dinare. 60.55 100 BelgaS 482.— 100 dänische Kronen.« • 631.— 100 schwedische Kronen, ■ 729.— Seite 6 Trager Zeitung ,, Sozialdemokrat" Sitzungen der Zentralvertretung verhältnismäßig lächerlich geringen Strafe Am Montag fanden zwei Sibungen der Zentralvertretung statt, um 15 Uhr eine Trauers fizung für den verstorbenen früheren Primator Dr. Bara, um 16 Uhr eine Arbeitssißung. In der ersten Sizung hielt Primator Dr. Ben!! einen Nachruf auf Dr. Baxa, in wel chem die Verdienste des Verstorbenen in der Vorfriegszeit und seine Arbeit an der Spitze der Prager Stadtverwaltung gewürdigt wurden. Ueber jene Seite der Tätigkeit Baras, die in der Oeffentlichkeit, insbesondere bei der deutschen Bevölkerung am bekanntesten war, nämlich seinen Kampf gegen die deutsche Sprache, tat Zentl keine Erwähnung. zuführen. zu stellung Die alte Kunst der Slowakei" waren fo gut, daß man diese Institution zu einer ständigen machen will, um auf diese Weise den Ruftrom der Touristen nach Prag au lenken. Die diesjährige Ausstellung soll einen Ueberblick über die künstlertsche Tätigkeit der tschechischen Länder in den Jahren 1600 bis 1800 gewähren; sie fällt in das Jubiläums fahr eines der größten tschechischen Bildhauer der Barodzeit, nämlich Matthias Brauns. Die Ausstellung wird in den Räumen des Waldsteinpaleis auf der Kleinseite und in deffen Gärten stattfinden. Sie wird durch eine Reihe von musikalischen und Theaterproduktionen ergänzt werden, die daz 1938 ist zu diesem Rwede besonders aut gewählt, Bild der Barodkultur unterstreichen sollen. Das Jahr weil Anfang Juli die Sokolfeiern stattfinden sollen und Jährend der Dauer der Ausstellung ein Inter nationaler, kunsthistorischer Kongreß in Prag tagen Vor dem Straffenat des GR Dr. Waldmann standen unter Anklage der fahrlässigen Krida der Vorsitzende des Vorstandes des verkrachten Geldinstitutes, von dem hier die Rede ist, ein Herr MUDr. nung eines Bankdirektors" auftretende Herr WenJosef Spačil und der unter der Berufsbezeichzel Neie bly, der inzwischen durch Urteil des sireisgerichtes Chrudim eine zwanzigmonatige Kerferitrafe abzubüßen hat. Diese Kerferstrafe betrifft aber andere Taten des Herrn Bankdirektors. Die wird. Montag begonnene und auf drei Tage berechnete Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Verhandlung vor dem Prager Streisgericht betrifft Dienstag balb 8: Delila. A 2. Mittwoc den Krach der„ Stte do stavovitá Báhalb 8: ibe I i o. Jubiläumsvorstellung III Lona( Mittelständische Sparkasse") und der Gastspiel Silde Stonegni, B 2. Donnerstag 8Sachverhalt, den die Anklage anführt, stellt alles in Die Weber, Abonnement aufgehoben.ret. möhnt sind. Dieser Herr Nejedlý ist auch noch des S. Konetni) Jubiläumsvorstellung IV. Gaftdiri den Schatten, was wir aus derartigen Prozessen ge- tag: Der Rosenkavalier( Gastspiel Verbrechens des Betruges angeklagt. gent: Erich Kleiber, D. Beginn bereits um 7 Uhr! Samstag halb 8: Die Fledermaus. Abonnement aufgehoben. Sonntag halb 3: Die Weber. Arbeitervorstellung, halb 8: Parfü merie. Erstaufführung. D. In der darauf folgenden regulären Sißura stellte Primator Dr. Zenk der Stadtvertre tung anheim, einen Bericht über das Straßer bahnunglück vom Dejvißer Siegesplat entgeger: Nachdem besagter Nejedlý im Jahre 1920 eine „ Mittelständische Leihanstalt für Ratengeschäfte" gezunehmen, den der Direktor der Elektrizitätsgründet hatte, als deren Direktor er sich selbst er werke, Ing. Pibl, erstatten sollte. Der Primator nannte, stellte die Aufsichtsbehörde nach Ablauf eini machte jedoch darauf aufmerksam, daß eine Deger Jahre fest, daß dieses Institut keinerlei Tätig hatte über Schuld oder Unschuld nicht zugelassen feit entfaltete und forderte die leitenden Herren auf. werden könne, da die Stadtvertretung der straf entweder die statutenmäßige Tätigkeit aufzunehmen gerichtlichen und administrativen Untersuchung oder zu liquidieren. Direktor Nejedlý und die ihm nicht vorgreifen darf. Die Stadtvertretung nahm blind gehorchenden Aufsichtsräte" wählten den jedoch von der Behandlung dieser Sache Abstan. Mittelweg. Sie liquidierten nicht und stellten auch die Tätigkeit nicht ein, sondern meldeten kurzerhand eine neue firm a an, die sich als„ Mittelständische Sparkasse" bezeichnete. Vorsitzender des neuen Verraltungsrates wurde der Erstangeklagte MUDr. Epačil. Es ist bemerkenswert, daß für solche Posten in jener Gründerzeit regelmäßig Leute auseriehen mindeſte Ahnung hatten und blindlings nach der Pfeife des gegnerischen..Direktoren" tanzten. Die Stadtvertretung nahm den Rücktritt des der katholischen Volkspartei angehörenden dritten Stellvertreters des Primators Migre. Tylinet, zur Kenntnis. An seine Stelle wurde der Gewerbeparteiler Pražský gewählt. Keine Einigung über den Prager Milchpreis. Di: in der Vorwoche abgehaltenen Beratungen über die Festsetzung der Milchpreise für GroßPrag hatten fein Ergebnis. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Derzeit wird die Wirtschaftslage der Prager Molkereien überprüft und sodann soll eine Lösung in der Richtung gesucht werden, daß der Milchpreis im Kleinhandel feine Steigerung erfährt. Die Ergebnisse der Beratungen müssen den Wirtschaftsministern zur Begutachtung vorgelegt werden. P Dienstag, 11. Jänner 1938. Nr. 8 Lil Dagover und C. D. Sierd in dem Film ,, Das Kind zweier Mütter". Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute Dienstag 8: Tödliche Liebe. Mitt- ſtundenlang ergebnislos um Aemter und Personen; woch 8: Sie, Johann! Bankbeamte II und jeder Gau will seine vermeinliche Machtpofition nicht aus der Hand geben, feiner traut da anscheinend freier Verkauf.onnerstaa halb 8: Georg und Margaret. Freitag 8: Sie, o dem andern und schließlich ist es der Sportgedante - dem alle uneigennüßig dienen wollen, welcher bann! Theatergemeinde des Kulturverbandes da im Zeichen der Volksgemeinschaft unter und freier Verkauf. Samstag 8: Delila. Sonntag halb 3: Warum Iügst u. Chédie Mühlsteine gerät. tie? 8: Tödliche Liebe. wurden, die von der Finanzagenda auch nicht die Sport- Spiel Körperpflege Ohne vorläufig auf Einzelheiten einzugehen, die die Leser ermüden müßten, wollen wir summarisch feststellen, daß, als endlich die Vereinigung der L. Sparkassen einschritt und eine Revision vornahm, bereits ein absolutes Chaos herrschte und Tag für Tag der Prager Polizeidirektion neue Strafanzeigen Gebrellter Einleger und Anteilzeichner zugingen. So ziemlich alle Malverfationen, die auf diesem Gebiete möglich sind, wurden von den Sachverständigen, beren Gutachten nach dreijähriger Arbeit neun starfe Messerstiche, Raufhändel, Vitriol... Sonntag Bände füllten, festgestellt. Falschbuchungen, fingierte früh um 3 Uhr stach der 22jährige Jaroslaus Jiránek Velege, fingierte oder ohne Sicherstellung gewährte aus Prag XIX den 35jährigen Zdeněk Kiesveter Kredite und andere schmußige Manipulationen wure3 war eine Eifersuchtsszene wegen einer gemein- den aufgedeckt. Daß das ganze Unternehmen nur jomen Bekannten vorangegangen mit einem dazu bestand, um dem Herrn Direktor feine vertrag Messer in die linke Hand und verseßte ihm dann noch lich ausbedungenen 4000 Kč zu zahlen, liegt auf der mehrere Stiche in den Bauch. Niesveter brach ohn Sand. Dieser Direktor Nejedlý behob sein Gehalt somächtig zusammen und wurde lebensgefährlich ver- gar noch zu einer Zeit, als dieses bereits beschlagTezt von der Rettungsgesellschaft auf die Klinik nahmt war. Als humoristisches Charakteristikum Echloffer gebracht. Der Täter wurde furz nachher mag festgehalten sein, daß die Revisoren in der Kaffe ausgeforscht und verhaftet.-- Gleichfalls Sonntag tes mit nicht weniger als 3,616.000 Kč überſchul. früh stellte sich der 37jährige Buderbäder Bruno deten Geldinstitutes ganze siebenunddreißig Kč und Belešta aus Střefchowiß im allgemeinen Stranten fünfzehn Heller auffanden... Alle Refervefonds haus. Seine 44jährige Gattin Marie hatte ihm fura waren restlos aufgezehrt. Zur Vollständigkeit des vorher nach einem Streit eine Vitriollösung ins Ge- Bildes und hier müssen wir wieder zu dem auficht gegossen. Belešta hatte, wie die Untersuchung rückkehren, was wir eingangs geiagt haben, muß ergab. Verbrennungen der Bindehaut und Brand- festgestellt werden, daß von der Einleitung des Straf. wunden zweiten und dritten Grades im Geficht er verfahrens bis zur endlichen strafgerichtlichen Erle Titten. Seine Frau hatte die Wohnung abgesperrt digung der Sache nicht weniger als acht Jahre verund verlassen; bisher fonnte sie nicht aufgefunden strichen sind. werden. Sonntag vormittags erschien der ange truntene 31jährige Zillover Zimmermaler Josef Stefadlo in einem Gasthaus in der Havličekstraße in Bizlov und verlangte zu trinken; als ihm dies vers weigert wurde, fing er an, Lärm zu schlagen und warf die Möbel um. Als der herbeigeholte Polizist ihn ermahnie, begann er sich mit ihm zu raufen. weshalb er abgeführt werden sollte. In diesem Augenblid sprang der 36jährige Schlosser Karl Martinet aus Bránit hinzu, ergriff einen Stuhl und schlug ihn dem Polizisten um den Kopf. Der Wach mann erlitt eine tiefe Rißivunde und mußte Hilfe herbeiholen, der es schließlich gelang, der beiden Herr zu werden. Sie wurden in Bolizeihaft gebracht; der terwundete Schußmann im allgemeinen Krankenhaus verbunden. Ohne Schuhgürtel. Das 18jährige Dienstmädchen Rosa Lebeda vugte gestern vormittags ohne Schutzgürtel die Fenster im ersten Stock des Hauses Nr. 8 in Prag XII, Pštrosta. Hiebei verlor sie das Gleichgewicht und fiel in den Sof, wo sie bewußtlos liegen blieb. Die Mettungsgesellschaft brachte sie mit einer schweren Gehirnerſchütterung, einer Rißtounde im Gesicht und schweren inneren Verlekungen ins allgemeine Krankenhaus auf die Klinik Jirásek. Gerichtssaal Leere Kasse, Kunst und Wissen Tödliche Liebe Das internationale Winter- Fußballturnier fand am Sonntag auf dem Prager Spartaplate feine Fortsetzung. Weder vereister Spielplab, noch Kälte und ein während des zweiten Matches einsetzender Schneeſturm ließen es den Veranstaltern notwendig erscheinen, mehr Rücksicht auf die Gesundheit der Spieler zu nehmen. Beide Spiele wurden bis zur Tetten Minute durchgeführt. Die Spiele brachten je einen Wiener und Prager Sieg. Sparta, welche diesmal wieder mit Au it ria zusammentraf, fonnte tros großer Ueber das Edenverhältnis lautete 12: 2 au legenheit ihren Gunsten keine Vorteile erzielen, im Gegenteil, fie berlor 2: 0( 1: 0) gegen die taktisch und technisch besser operierenden Wiener. Die Stürmer der Svarta waren vor dem Tore von einer geradezu fatastrophalen Silflosigkeit, so daß die Wiener Hin termannschaft fait ohne große Mühe die Lawine der Angriffe abwehren konnte. Im zweiten Spiele standen sich Slavia und Wader gegenüber. Mit 2: 0( 0: 0) blieben die Prager dant der Schußlicher heit Bicans erfolgreich. Die Wader- Mannschaft war nur eine Halbzeit aut, um dann gegen die umge ſtellte Slavia abzufallen. In sportlicher Hinsicht konnte man mit den Svie Yen und seinen Leistungen weniger befriedigt sein. Das war einmal der Bodenverhältnisse wegen auch nicht möglich und zweitens legten sich die Gäste besonders Austria deshalb große Reserve auf und gingen bereits jedem Zweikampf aus dem Wege. An der Spitze des Turniers steht nun Slavia, gefolgt von Austria, während Sparta auf den dritten Play abfiel. Die finanzielle Ausbeute wird faum 8000 Buschauer waren anwesend für feinen der beteiligten Slubs von Nußen gewesen sein, obwohl sie die primäre vor der sportlichen Seite des Turniers bildet. Teplitzer FK gegen Bohemians Prag 4: 1( 1: 0). Dieſe in Teplik ausgetragene Begegnung zählt au einem Winterturnier, an welchem außer den beiden obigen Klubs noch DFC Prag und Vittoria Bilob teilnehmen. Die Prager boten nur eine Halbzeit aleichwertiges Spiel, um dann dem beſſeren Können der Tepliter zu unterliegen. Seit den Menschen in Weiß“ erfreuen sich Aerzte- Stüde besonderer Beliebtheit( vor allem in den dramaturgischen Büros); nun hat wiederum Das Nufler Turnier wurde am Sonntag bes Ladislaus Lakatos dafür gesorgt, daß die Kleine endet und ichloß mit dem Gesamtsiege durch das besBühne als medizinische Anstalt betrachtet werden fere Torverhältnis des de Lieben. der Vittoria möge. Diesmal handelt es sich um eine nicht unge- Bifov mit 4: 2( 0: 1) schlug. Im Vorspiel gewann schickte Mischung von Striminal- Reißer und Familien- Nusle gegen Techie Starlin 8: 4( 2: 2). Die Tragödie"; im Mittelpunkt steht ein Arzt. der in Vittoria- Ligamannschaft beendete das Turnier mit den Verdacht gerät, ſeine ſieche, um Vieles ältere vier Niederlagen und einem Torverhältnis von 5:16. Gattin mit einer Ueberdosis Morphium ins Jenseits befördert zu haben. Anfänglich wirkt die Geschichte unfreiwillig fomisch, dann wird sie zwei Afte lang recht interessant, um aber im vierten Bild wieder deutlich fühlen zu lassen, daß die feststellbaren Werte des Stüdes hanvtsächlich in ein paar netten Rollen beſtehen. Uebrigens fenne ich mich nicht ganz aus: Der Arzt hatte seine erste Frau unmittelbar nach der Promotion als ganz junger Mensch geheiratet; fie Eine blamable Niederlage der Ungarn gab es stirbt nach dreijähriger Ehe; drei Monate später in Lissabon, wo das Hungaria- Team als Vertreter heiratet der Doktor zum zweiten Male, nun aber des Verbandes mit 4: 0( 2: 0) von Portugal geschon 38 Jahre alt! Merkwürd'ger Fall! Unterschlagen wurde. Die Unfähigkeit des ungarischen Ander fräftig zeichnenden, auf Spannung bedachten griffes brachte es immerhin auf 20: 1 Eden... Regie Arnolds Marlés spielte Klippel den Arzt recht eindrucksvoll, Afritsch bewies in der ununterbrochen fesselnden, amüsierenden und imponierenden Figur eines Polizeirates neuerdings fein bedeutendes schauspielerisches und mimisches Vermögen, Friedrich Richter gestaltete ungemein sympathisch und fein einen Professor. List Ma che iner machte durch Verhaltenheit in Sprache und Geste, bei immer deutlich sprechendem Spiel der Augen, starken Eindruck und auch Frau Lotte Stein dankte man wiederum für eine ihrer vielen lebendigst charakterisierten drastischen Gestalten. Die Warnholt mußte sich, wie so oft, mit einer Wurzen" abfinden. Mehr und weniger erfreulich waren die Leiſtungen Gerda Mellers und Peter Winners einerseit3, Inge Waerns und Evi Bananers anderseits. Das Publikum nahm die Premiere sehr beifällig auf. " Die DFV Divisionsvereine wieder Hatten in Auſsig eine Besprechung, an der acht Klubs teilnahmen, während fünf fernblieben. Entscheidende Fragen wurden nicht gelöst, als jene, daß die Früh jahrsrunde neu ausgeloft werden wird. Die Durchführung des Tschechoslowakischen Bokals, an welchem alle bürgerlichen Fußballklubs ohne Rücksicht der Nationalität teilnehmen sollen, begegnet noch Schwierigkeiten, die hauptsächlich in dem Bwveirundeninitem liegen. Die Studienkommiffion der E wird daher wieder den Einrunden- Vorschlag diskutieren. Die deutschen Divisionsflube versprechen sich von dieser Konfurrenz weder sporiliche noch finanzielle Erfolge. immerhin wollen acht Vereine teilnehmen, falls sie auftande kommt. Sonstige Fußballergebnisse. Brünn: Židenice aegen S Proßnit 7: 0( 3: 0). Wien: Red Star gegen Admira 2: 1( 1: 0). Schwarz- Rot gegen Sportflub 1: 1( 1: 0). Seratan: Ferencvaros Buda beit gegen Cracovia 3: 0. Belgrad: Jugosla wisches Team gegen Rapid Wien 4: 2( 1: 2). Be brut: Vienna Wien gegen Syrien 4: 0( 3: 0). - Gibraltar: Kispest Budapest gegen FC Wien 5: 4( 3: 2). Das Sfifvringen in Senohrab bei Brag. bon SK Slavia Prag veranstaltet, aelvann von 20 Springerne( laba) mit 840.8 Buntien unb 41. 39. 40 Meter. Außer Bewerb sprang Strbet 47 Meter, bei 49 Meter stürzten Vrána und Cisař. Beim Stispringen in Zakopane sprang der Pole Marusara 71 und 68 Meter. Eishockeyspiele. Prag: LTC gegen GOS Praa 1: 0 abgebrochen. Liga. Komotau: D neaen LTC Pardubit 5: 1( Liga) und gegen E Nürnberg 5: 4.- Troppau: SN Bisel gegen EV 4:01. Liga. Wittowit: Eisenwerke gegen E Bifer 1: 0. Liga. Poprad: Sparta Braa genen SC Tatry 3: 1. Liga. Karlsbad: WSV Ma rienbad gegen Svarta 4: 0 und genen Slabia 3: 0.Gablon: EV gegen Rapid Rosenthal 4: 3 und aeaen Reichenberner S 0: 2.-Neu Pala: S Alt- Paka genen DSV Trautenau 4: 2.0Imüb: EV gegen S Proßnis 2: 0 und gegen CV Mähr.Neustadt 1: 0.- Bansky Bhitrica: Das inter nationale Turnier gewann BBTE Budapest, obtvohl er gegen V5 Preßbura überraschend mit 1: 0 verlor. Warschau: Polen gegen Lettland 2: 1. Basel: Team gegen Wiener EV 6: 5. Meisterschaften im Eiskunstlaufen. In Kö niggräb wurden die tschechoslowakischen Meisterfchaften ausgetragen, die bei den Männern an Hafenöhrl. bei den Frauen an Eva Nyklová( beide SV Braa) und im Baarlaufen an Treibalová- Voſol sobě( Stadion Prag) vor Wächter- Lest( Gablong) fielen. Die österreichische Einzelmeisterschaft der Männer gewann in Wien sicher Felir Kasper, wäh rend die Paarlanfmeisterschaft, in Graz ausgetras nen, wieder die Geschwister Pausin errangen.- Die Meisterschaften des Dritten Reiches fielen bei den Männern an Baier, bei den Frauen an Beicht( Mün chen) und im Baarlaufen an Baier- Herber. Vereinsnachrichten Die Exefutive der Fifa hat wieder mal einen Kurort besucht, und zwar diesmal San Remo in Ita Republikanische Wehr, Prag. Donnerstag, den lien. Der Grund dieser fleinen Erholungsreise bil- 13. Jänner, Vortrag im Vereinsheim. Anfang 8 Uhr. dete die Organisation und Terminierung der Fußballweltmeisterschaft, die ihren Schlußpunkt in Paris finden soll. Dazu brauchte man zwei Tage. Drunter und drüber ATUS PRAG 3,5 Millionen Schulden Das Treiben in einer Sparkasse Pragrb. Wie viele solcher Prozesse haben toir schon im Laufe der Jahre verzeichnen müssen und wie oft haben wir schon die auf absehbare Zeit allerdings ganz aussichtslose Beschwerde über diellngulänglichkeit der derzeit geltenden Strafbestimmungen für Finanzpiraten erhoben, die trop aller Aufsichtsbehörden die Ausplünderung fleiner Sparer gewerbsmäßig betreiben, um schließlich, wenn es ganz schlimm tommt, nach jahrelangen Vorerhebungen mit einigen Monaten Kerter davonzulommen, um dann den inzwischen in Sicherheit gebrachten Raub in Ruhe und Sicherheit zu verzehren. Wie oft haben wir schon die Unzulänglichkeit unseres Strafgesetzes beklagen müssen, das zwar jeden fleinen Dieb zu fassen weiß. Nene große Kunstausstellung in Prag. Tschechis aber die großen nur unter Einsetzung eines Riesen sche Blätter bringen ausführliche Artikel über den apparates von Sachverständigengutachten, zu deren Plan einer neuen großen Ausstellung in Prag. die Ausarbeitung jahrelange kostspielige Arbeit erforder- unter der Devise Prager Barod 193 8" lich ist, au überführen vermag, um sie dann einer stattfinden soll. Die Ergebnisse der vorjährigen AusBeauasbedingungen: Bei Buitelluna insaus oder bei Bezua durch die Bost monatlich Ke 17.- vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102, aanzjährig Kč 204.-- Anserate werden laur Tarif billigst berechnet.- Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei. Einsendung der Retourmarten.- Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telegraphendirektion mit Erlak r. 13.800. VII/ 1930 bewilligt.( Kontrollpostamt Praha 25. Druderei:..Orbis". Drud, Verlags- u. Beitungs- A.- G. Prag. ... Wir haben unseren Turnbetrieb wie üblich wieder aufgenommen und bitten um zahlreiche Teilnahme. Un er neuer Turnwart ist bereits eins getroffen. Gleichzeitig machen wir wegen DFV- Obmann die Ausschußmitglieder auf die am Mittwoch, den 12. Jänner, stattfin Der Vorstand des DFV hielt in Brür dende Ausschußfißung im Verein deutscher Arbeieine Sibung ab, in der es neben anderen adminiter" aufmerksam. Die Subkassiere treffen einander strativen Dingen in der Frage des neuen Obmannes zu teiner Einigung fam. Der Nordgau, auf deſſen restlichen Marken vom Jahre 1937 sind mitzubrin um 19.30 Uhr im Parteiheim, Smečky 22. Alle Verlangen diese Sizung einberufen worden war, fonnte feinen Vorschlag wegen des neuen Obmannes gen. Die Vereinsleitung." unterbreiten, da sein Vertreter. der Gauobmann Allgemeiner Angestellten- Verband, Reichenberg, Klinger, feststellte, teine Weifung au haben! Der Ortsgruppe Pran. Jahresversammlung Nordwestaau will wieder als Geschäftsführer nicht der Ortsgruppe am Mittwoch, den 12. Sänner, um Herrn Winkelhöfer und stimmte darum auch gegen 8 Uhr abends im Großen Saale des Handwerkerden Obmann- Kandidaten Dr. Schmieder; der West- heims. Am Monta a. den 17. Jänner. Bes aau ist wiederum gegen Babinsky als Geschäftsfüh- in ndes Seminare 3..Stunstbetrachtuna“ rer( Kandidat des Nordwestaaues) und will Herrn( Malerei Bildhauerei, Baukunst). Anmeldung Friedl als Obmann. So handelte und feilschte man nötig. 2. G. ୨ A fa 9