Ur. 164. Abomemenis-Kedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: vierteljährl. 3,30 MI,, monatb 1,10 Mk,, wöchentlich 28 Pfg. sret ins Hau». Einzelne Nummer 5 Psg. Sonntags- Nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mar! pro Quartal. Eingetragen in der Post-ZeitungS- Preisliste für 1899 unter Dr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Erschewl täglich nutzer Montag«. Vevlinev VulKsblsitt. 16. Jahrg. Die Jnftrtions- Gebühr beträgt für die sechSgespaltene Kolonsk» zeile oder deren Raum«0 Pfg., für politische und gewertschaftltche Vereins» und BersammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserate sür die nächste Nummer müssen biS i Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: „SorlaldemoKrnt Berlin" Centralorgan der sdcialdemokratischen Partei Deutschlands. Redakkion: SW. 19, Beuch-Skraste 2. Sonntag, den 16. Inli 1809. Expedition: SW. 19, Beutlz-Skrasze 3. Weltpolitik. Es giebt Weltpolitik und Weltpolitik. Was man bisher so nannte, das war die Politik der Welteroberung und der Wcltausraubung. Die massenmordenden Despoten des Altertums und Mittelalters: die Cyrus, Alexander, Cäsar,— die Tamerlan und Dschingiskan waren große Weltpolitiker. Zu Anfang dieses Jahrhunderts war Napoleon Weltpolitikcr. Und Welt Politik ist jahrhundertelang betrieben worden von dem Römerreich, das davon verfault ist, und wird in der Gegenwart betrieben von zwei Staaten: England und Rußland. Allerdings von beiden in entgegengesetztem Geist, mit entgegengesetzten Zielen. In Rußland die Welk Politik des Despotismus, sich stützend ans die Knecht schaft des Volkes, wie das Römerreich ans die Sklaverei und darum die gleichen Folgen schon zeigend: die Symptome, der Zersetzung. Das erinnert uns an ein anderes Weltreich, das über ein Jahrhundert geblüht hat, und dann, nach jahrhundertelangem Siechtum, vor unseren Augen zusammengebrochen ist: Spanien, dieses tragischte Opfer der Wcltpolitik, das, von der Natur und vom Glück begünstigt wie kein zweites Reich der neueren Geschichte, deshalb zu Grunde gehen mußte, weil es nicht begriff, daß es nur zwei gesunde Grundlagen der Staaten giebt: Freiheit und Arbeit. Das zweite der beiden Weltreiche der Gegenwart hat diese beiden Grundlagen. In keineni Lande der Welt wird so viel gearbeitet wie in England, und in keinem Lande der Welt herrscht mehr politische Freiheit, in wenigen so viel. Und das englische Weltreich ist nicht im Verfall— wie seine Feinde, voran die deutsche Junkergesellschaft, uns Tag für Tag vorreden. England ist ein Weltreich, und muß als solches eine Wcltpolitik haben. Allein dieses Weltreich ist in eine innere Krise geraten. Seit einem Mcnschenaltcr und mehr drängen die Verhältnisse zu dem logischen Schluß, daß die Eroberung das schlechteste Mittel ist zur Gewinnung von Macht und Reich» tum. daß z. B. die Vereinigten Staaten von Nord- Amerika England hundertnial mehr Vorteile bringen, als weiland die englischen Kolonien von Nord- Amerika— und daß die beste Weltpolitik ist: Freiheit im Inneren und Friede nach Außen. Wohl hat dieser Gedanke noch nicht den Sieg erfochten, er gewinnt jedoch stets weitere Kreise und ist bereits ein Faktor, mit dem die englische Re- gicrungspolitik zu rechnen hat. Was sich in Deutschland„Wcltpolitik" nennt, ist die reine Kinderei! Wir bauen Schiffe, fahren Volldampf voraus! ins blaue Meer, suchen teleskopisch und mikroskopisch nach Jnselsplittern, die noch nicht entdeckt sind, ziehen die deutsche Flagge über Sümpfen und Sandwüsten auf, die kein Mensch sonst haben will, und schreien triumphierend in alle Welt: wir sind Welt- Politiker— wir haben eine Kolonialpolitik! Was diese Weltpolitik der Eroberung, des Länder- raubes oder Länderkaufes in Wirklichkeit ist. was sie für die Menschheit, für die Kultur zu leisten vermag— das lehrt uns die Farce, ivclchc die Herren Welt- Politiker uns seit einigen Monaten in, Haag vorspielen. Nicht einnial auf dem Papier haben sie den uralten Plan vom internationalen Schiedsgericht inpräsentable Gestalt bringen können. Ein Schiedsgericht, dem sich nur der zu fügen hat, der von vornherein keinen Krieg führen will oder kann— das Lichtenbcrgsche Messer ohne Stiel und Klinge. Wahrhaftig, wenn Oxenstierna seinem Sohne in einer besonderen Lektion hätte veranschaulichen wollen, mit wie wenig Verstand die Welt regiert wird, er hätte nichts Besseres thun können, als diesen Haager Friedenskongreß zu veranstalten. So klar ist die Unfähigkeit der Staatsrcgierer-Znuft den Völkern uienials gemacht worden! Während die Weltpolitik der Wcltpolitiker sich ini Haag theoretisch und in allen Teilen der Welt praktisch als nhsähig zum Guten und fähig nur zum Schlechten bekundet, treibt das internationale und socialdemokratische P r o l e» tariat praktische und theoretischeWeltpolitik, die das Gegenteil ist von dem, was man heute Weltpolitik nennt. Ueberall in allen Ländern die gleiche Politik: Politik des Friedensund der Freiheit. In England, wo ein Teil der regierenden Sippe jetzt einen schmählichen Krieg zu entzünden beniüht ist, fällt die Weltpolitik der Arbeiter den Verbrechern in die Arme. Mächtig erhebt sich der Protest des englischen Proletariats gegen den Kriegsspekulanten Chamberlain; und unser Londoner Partei> Organ, die „Justice", hat recht: fügt Chamberlain sich nicht gutwillig, so wird der Volkszorn ihn zwingen. Das bißchen Protest der liberalen Bürger will nichts besagen; den Millionen der englischen Arbeiter läßt sich nicht ungestraft trotzen. Und schon vor-10 Jahren, als die englische Oligarchie mit den Vereinigten Staaten zur Erhaltung der Sklaverei Krieg anfangen wollte, war es der zornige Protest der englischen Arbeiter, der den Krieg verhinderte, wie Marx in einer seiner Denkschriften für die Internationale Arbciterassociation so beredt dargelegt hat. Das war schon Weltpolitik— Welt Politik' des Proletariats. Als vor einigen Monaten derselbe Chamberlain zum Krieg mit Frankreich hetzte, waren es die socialdemokratischcn Arbeiter Frankreichs und Englands, die durch ihren Massen- Protest dem Krieg vorbeugten. Das war Weltpolitik des Proletariats. Und die Arbeiter Deutschlands und Italiens, die sich der sogenannten Kolonialpolitik mit aller Kraft wider- setzen und dadurch für die Erhaltung des Friedens unter den Völkern wirken— sie treiben Weltpolitik. Und die Arbeiter O e st r e i ch s, die das zerfallende buntscheckige. Reich ans dem Boden der Freiheit und Gleich- bercchtigung aller Nationen und aller Staatsangehörigen zu verjüngen und fest zu begründen streben— sie treiben Weltpolitik. Und welche von beiden Weltpolitiken ist die bessere? Welche weitsichtiger und schöpferischer? Welche von beiden bringt der Welt den Krieg? Und welche den Frieden? Welche dient der Barbarei? Und welche fördert die Kultur? Tie pfäsfischcn und nicht pfäffischen Zeloten aber, die der internationalen Socialdemokratie vorwerfen, sie wolle alles zerstören, was der Menschheit heilig und wert sei, erinnern wir an das stolze Wort, das der Canadier unseres S e u m e aussprach: „Wir Wilden sind doch bessere Menschen." Fättlniserscheinimge» im höheren Schulwesen. Der Geh. Ober schulrat Prof. Dr. Hermann Schiller, Direktor des Gietzener Gymnasiums und des damit verbundenen pädagogischen Seminars, zugleich Professor der Pädagogik an der hessischen Laudcsuniversität, ein Mann, .der sich durch seine litterarischcn Leistungen und praktischen Versuche auf dem Gebiete des Unterrichtswesens ein weit über Hessen und Deutichland hinausgehendes An sehen in der schulmän'nischen Welt errungen hat, hat die Oeffentlichkeit angerufen gegen' Schulmißstäude schwerster Art In drei Artikeln in der„Frankfurter Zeitung" hat er die Amtsführung des seitherigen hessischen Schulministeriums einer heftigen Kritik unterzogen und dabei Zustände bc leuchtet, die die allgemeine Aufmerksamkeit herausfordern. Es handelt sich dabei keineswegs bloß um hessische Verhältnisse; die Sache hat eine generelle Bedeutung. Der Schritt, den Herr Schiller gethan hat, wägt das Gepräge des Außergewöhnlichen an sich. Daß ein auf so hoher Sprosse der Beamtenleiter stehender, mit äußeren Ehren reich ausgestatteter Staatsdiener sich plötzlich der deniokrati- schen Presse bedient, um seiner eigenen Regierung vor aller Welt den Topf aufzudecken, koninit nicht alle Tage vor. D regierenden Herren in Darmstadt mag das unangenehm berührt haben. Sie haben sich denn auch mit einer ganz ungewöhnlichen Energie ins Mittel gelegt. Kaum ivar das verhängnisvolle Morgcnblatt der„Frankfurter Zeitung" in Dannstadt eingetroffen, da gab's großen Ministerrat, dann Reise des Staatsministers Rothe zum Groß- herzog auf's Jagdschloß Wolfsgarten. Das allerdings" etwas verzögerte Nachmittagsblatt der ofstziöseu„Darmstädter Ztg." verkündete bereits das Resultat: die Pensionierung des Rebellen. Am nächsten Tage folgte die Meldung, daß außerdem ein Disciplinarverfahren gegen Schiller eingeleitet sei. Zugleich meldete aber auch ein Telegramm aus Gießen, daß der Rektor der dortigen Universität sich nüt den Dekanen der vier Fakultäten nach Darmstadt begeben habe, uni gegen die Pen- sionierung Schillers zu protestieren. Als Universitäts- Professor durfte Schiller nicht kurzer Hand pensioniert werden. Das haben die Tarmstädtcr Herren im Sturm der ersten Aufregung offenbar ganz vergessen, sonst hätten sie sich sicher nicht so ohne weiteres in die Nesseln gekränkter Professoren- rechte gesetzt. Sie haben denn auch soweit nachgegeben, daß sie Schiller die Ausübung seiner Professur bis auf weiteres gestatteten. Der gemaßregelte Geh. Oberschulrat hat jedenfalls seine Strafpensionierung, wenn nicht als Professor so doch als Gymuasialdirektor. vorausgesehen. Es gereicht ihm zum Lobe. daß er sich durch die Aussicht auf die allerhöchste Ungnade nicht hat abhalten lassen, frei von der Leber weg zu reden. Er war von jeher eine Kampfnatur. In Baden half er anfangs der 70er Jahre das Jesuitentum aus dem höheren Schulwesen hinausfegen. Nach Hessen berufen ging er den alten Schlendrian kräftig auf den Leib. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Entwicklung der pädagogischen Ausbildung des höheren Lehrerstandcs. Die von ihm geschaffenen diesbezüglichen Einrichtungen am Gießener Gymnasium wurden vorbildlich für ganz Deutschland. Auch aus dem Ausland wurden zahl- reiche Fachmänner zur Instruktion nach Gießen geschickt. Als der Kaiser im Dezember 1890 einen Anlauf zur Reformierung des höheren Bildungswesens nahm und zu diesem Zweck eine Konferenz nach Berlin berief, war Schiller oben auf. Er wurde zu weitgehender Mitarbeit an den in Preußen durchgeführten Reformen herangezogen und wäre wohl in das preußische Kultusministerium eingesprungen, wenn nicht seine Feinde, die„Frommen" am Hofe, ihm den Meg verlegt hätten. Nebrigens wäre er wohl auch im preußischen Kultus- Ministerium nicht warm geworden, so wenig wie im hessischen, dem er vor 11 Jahren kurze Zeit angehörte. Er geriet da- mals sofort mit dem Leiter der Schulabteilung, Staatsrat v. K n o r r, in Konflikt. Es fehlten ihm eben völlig die Gaben, ohne die man nun einmal an Höfen und in Regierungen kein Glück hat. Geschmeidige Unterordnung und Preisgabe dereigenen Meinung gegenüber„höherer Weisheit", Verzicht auf eigenen Willen gegenüber Autoritätskitzcl hat Schiller nie fertig gebracht. Die damals in Darmstadt gemachten Er- fahrungen mögen ihn auch abgehalten haben, jetzt, nach- dem v. Knorr gegangen und sein Nachfolger S o l d a n infolge des Dettiveiler Skandals ein jähes Ende geuonnnen hatte, die oberste Leitung der Schulabteilung selbst zu übernehmen. Daß ihm die Nachfolge Soldans augeboten wurde, steht fest; er lehnte sie ab und ging zum offenen Angriff über. Schon die offenbar von Leuten, die in ihm den kommendeiy Mann fürchteten, ausgehenden Versuche, ihn als niitverant- wortlich in die Affaire Dettweiler-Soldan zu verwickeln, gaben ihm Anlaß, in der„Wormser Zeitung" und an anderen Orten manchen scharfen Hieb auf die Darmstädter Regierung zu führen. Die Veröffentlichungen in der „Frankfurter Zeitung" schlagen dem Faß nur den Boden ans. Unter dem Titel:„Der Fall Soldan, ein schulpolitisches Vermächtnis", führt Schiller den Nachweis, daß in der obersten Schulleitung Hessens seit zwei Jahrzehnten fachmännische Unwissenheit und bureaukratische Indolenz Trumpf gewesen seien. An den Fortschritten, die auf päda- gogischem Gebiet gemacht wurden, seien die Herren in Darm- stadt ganz und gar unschuldig gewesen. Dafür bringt er eine Reihe drastischer Belege. Als weiteres Charakteristikum dieses Shstems erörterte Schiller eingehend die unangebrachte Art der„Sparsamkeit", die man bei Austellungs- und Besoldungsfragen zur An- Wendung brachte. Die Zahl der provisorisch angestellten Lehrer stieg auf 24 Prozent der Gesamtzahl und eine Anzahl definitiver Stellen blieb stets monatelang offen. Auf diese Weise wurden die Lehrer künstlich in ihrem„Besoldungs- dieiistalter" zurückgehalten und um Tausende von Mark in ihren gesetzmäßigen Gehaltsansprüchen verkürzt. Um die Gymnasien einiger kleiner Städte finanziell lebens- kräftig zu machen, wurden ein bis zivei Augen zugedrückt hinsichtlich der Anforderungen an Fleiß und Betragen der Schüler. Der Zweck, die Anziehung auswärtiger Schüler, ivurde so gut erreicht, daß der preußische Kultusminister schließlich über ein besonders entgegenkommendes oberhessisches, Gymnasium die Sperre verhängt hatte, das heißt, er erteilte keinem Schüler der höheren Klassen eines preußischen Gym- nasiunis mehr die ministerielle Erlaubnis zum Uebertritt in jenes Gymnasium. Als infolge der in den achtziger Jahren in Hessen be- sonders hochgehenden Bewegung gegen die„Ueberbürdnng" die Leistungen an den höheren Schulen offensichtlich rasch sanken, gxisf Herr v. Knorr zu einem genialen Mittel, die- selben rasch wieder zu heben. Er erklärte auf der Direktoren- konferenz im Jahre 1884:„Sagen Sie Ihren Lehrern, daß, wer künftig nicht eine be- friedigende Zahl von Noten„im ganzen gut",„gut", und„sehr gut" a u f z u>v e i s e n hat, keine Zulage erhält und nicht befördert w i r d." Auf die Frage eines Konferenzmitglieds, wie hoch die„befriedigende Zahl" sein müsse, wurde der Bescheid erteilt: „m i n d e st e ns 00 Pro z." Daß diese sogen,„lex Knorr" wirkte, liegt auf der Hand. Denn gute Noten geben ist für Lehrer wie Schüler natürlich eine viel bequemere und an- genehmere Sache, als sich selbst und seine Schüler zu größeren Anstrengungen und besseren Leistungen zu zwingen. Als Folge dieser„Entbürdung" mit Wahrung des trügerischen Scheins guter Censuren bezeichnet Schiller das Empor- jvuchern der U n>v a h r h a f t i g k e i t im Lehrerberuf und die wachsende Unwissenheit der zuzukünftigen Regierern und Richtern des Volkes berufenen jungen Herren respektive Herren Jungen. Das sind schlimme Dinge, und man begreift, daß die regierungsfreundliche hessische Presse wütend ist über den Mann, der Hessen so vor der ganzen Welt bloßstellt. Diese Lokalpatrioten mögen sich trösten. Was Herr Schiller der hessischen Schulleitung vorwirft, ist nichts specifisch Hessisches. Ander lvärts sieht's ähnlich aus! Oder dominieren in den Schulministerien der anderen Bundesstaaten durchaus fachmännischeTüchtigkeit undThatkraft? Wer möchte das z. B. für Preußen behaupten angesichts der Thatsache. daß das preußische Ministerium, als es 1891 Lehrpläne, Unterrichtsniethode und Lehrerausbildung auf höheren Befehl reformieren sollte, zu Schiller kam, um aus voller Schüssel zu schöpfen. Und Hintennach scheiterte das beste an dem Widerstande der höchsten Burcaukratie. � Iii demselben Jahre wurde auch Bayern vom„Zug der Zeit" ersaßt. Auch dort sollte was in Sachen der Schul- reform geschehen. Da man aber absolut nicht wußte was, so schickte man die Oberstudienkomnüssion, fünf Mann hoch, acht Tage lang nach Gießen zu Schiller in die Schule. Als echte Bayern verabschiedeten sich die Herren vom dortigen Lehrer- kollegium mit einer solennen Kneiperei. Und die bayrische Reform— daß Gott erbarm! Nein, nein! Fachmännisches Wissen braucht man heutzutage nicht, um zu regieren. Und was das Sparsystcm anlangt, so schreien die prenßi- scheu Kandidaten schon seit Jahren gen Himmel ob des Unwesens der provisorischen Stellcnverwaltung. Jedoch der Himmel ist hoch und der Zar ist— mit anderen Dingen beschäftigt. Hinsichtlich der Leistungen aber gilt allcrwärts das schöne Motto— Sand in die Augen I Im Jahre 1890 i als vornehinste Aufgabe der Gynmasien die Erziehung der künftigen Staatsstützen zur„Gesiunungstüchtigkejt" proklamiert worden. Gute Gesinnung aber ist viel leichter zu erwerben als tüchtiges Wissen.(So werden denn dem Vaterland „königstreue Männer" erzogen, deren„Charakterfestigkeit" nicht von den Skrupeln tiefergchcnder Wissensbildung unter- spült wird. Zudem— was sollte denn ans all den Söhnen reicher und vornehmer Eltern werden, die lediglich, weil die Stellung der Familie es so erfordert, durch das Gymnasium gepreht werden, um dermaleinst für die Bcthätignng ihrer Unfähigkeit standcsgcinäße Gehälter, zu beziehen Dieser Ballast zieht unser ganzes höheres Schulwesen zu Boden, korrumpiert Schüler und Lehrerschaft und frißt als Krebsschaden am Körper des Volkes. O, darüber ließe sich ein dickes Buch schreiben! Herr Schiller richtet einen dringlichen Appell an die neuen Männer der hessischen Schnlabteilung. Er stellt ihnen die Aufgabe, die aufgedeckten Schäden zu heilen.„Ein e n t- s ch l o s s e n e r Wille und eine st a r k e Hand, T h a t e n, nicht Worte, tüchtige und wirkliche Sachkenntnis, Wahrheit, nicht Schein, der Studier tisch nicht der Stammtisch, das sind die Tinge, die uns not thnn I"— so ruft er ihnen mahnend zu. Das ist gut gemeint und die neuen Männer werden es sich vielleicht auch zu Herzen nehmen. Aber vollbringen werden sie es nicht! Es müßte ihnen denn gelingen, das Privi- I e g i u m des Besitzes ans Erlangung„höherer Bildung" zu beseitigen, die f r e i c K o n k u r r e n z aller geistig Tüchtigen um die„führenden Stellen" durchzuführen, und als höchste Aufgabe aller Negier ungstüchtig- k e i t die Förderung der materiellen und ideellen Wohlfahrt der V o l k s m a s s e zur Anerkennung zu bringen. Damit wird's gntc Wege haben. Die Gesundung unseres BildnngSwescuS kann nur von der Gesundung des gesamten socialen Organismus ans erfolgen. Denn die von Schiller gerügten Schäden sind im Grunde nichts anderes als symptomatische Erscheinungen der einen großen mammonisti- scheu Korruption der heutigen Gesellschaft. Im Innersten der Schulsrage steckt die sociale Frage! Zu der Angelegenheit Schiller liegen noch folgende Mit- teilungen vor. Die„Franks. Ztg." sagt: „Wer dion cmnehincn wolUe, Herr Schiller habe nicht loyal gehandelt und sei rlicfsichtöloo vorgegangen, dem sei mitgeteilt, daß der Herr Staatsininistcr Rothe schon seit Wochen davon unterrichtet tvar. daß die Artikel Schillers in der„Frank- l'urtcr Zcitmig" erscheinen ivnrdc». Herr Schiller selbst baite ihm am 26. Jnni davon Mitteilung gemacht, auch über den Charakter der Artikel klaren Mein cingcschnnkt und alle ThaN'achcii aiigrstthrt, die der erste Artikel an die Ocsfcntlichkcit bringen ivlirde. Wie sich der Herr Minister damals zu der Sache gestellt hat, wissen lvir nicht! sollte er schon am 26. Jnui Herrn Schiller klar gemacht haben, welche Avliscgnenzcn die Regierung aus der Veröffentlichung der Artikel ziehen werde, so ist dessen WahrheitSmut um w mehr anznerkcnucli. Ob die Ncgicrmig der ZwangSpenfioniening noch ein T> i Z c i p I i n n r b c r f a h r c n folgen lassen wird, mag dahingestellt sein; es wäre das eine ncne Entgleisung, ans die man allerdings in Hessen gefaßt sein darf." Ter kollegiale Mut. den»ach einer gestrigen Meldung der Rektor und die Dekane der Gießener Universität beweisen zu wollen schienen, verflüchtigt sich vor der heutigen Richtigstellung, daß die Reise der Herren nach Darmstadt in- folge einer Einladung des Staatsministers Rothe geschah. Es wird sich also eher dämm handeln, wie man dem aus- säsfigen Oberschulrat Schiller auch in seinem Amt eines Uuiversitätsprofessors beizukoinmen vermag. Mebovfichk» Berlin, den 15. Juli. Tie Miitker-CTantarilla. Seit dem Telegramm des Kaisers an Hinzpeter ist die sogenannte Berliner„Ncbenrcgiening", die sich einstanden Namen Waldersee heftete, in fieberhafter Thätigkeit. In ihren Preß- organcn— der„ R c i ch s b o t c" marschirt voran, die ruppigere „ S t a a t S b n r g e r- Z e i t n n g" wird damit begnadet, die gröbere Arbeit zu verrichten, und die„ K r c u z- Z e i t u u g" besorgt das Diplomatische— entwickeln sie den größten Eifer, nm das Eisen zn schmieden, so lange es heiß ist, und sie müssen wohl Grund zn der Annahme haben, daß ihre MoiinnigSäitherimgen Wege gehen, auf denen ihnen Einfluß gesichert ist. Ter„ R e i ch S b o t e" weist heute darauf hin: „daß das letzte Telegramm des Kaisers an den Gehcimrat Dr. Hintzpctcr in Bielefeld, ivic es weder datiert noch mit Auf- gabcort versehen ist, so auch bisher nicht vom„Reichs- Anzeiger" übernonmien und von der„ R o r d d. A I l g. Z t g." nicht kommentiert worden ist. „Man könnte fast daraus sckilicßcn, daß die D c k l a r i e r u n g eines„unbeugsamen Willens" nicht mir von den oppositionellen Parteien, sondern auch an anderen Stellen, wie der„Hamb. Corresp.", welcher auf der Wilhclmstraßc sonst gern verkehrt. c§ auSdriickte, als ein„höchst uncrfreunches Dilemma" empfunden wird." Der„Hamburger Korrespondent", der als das Organ des liberal gebliebenen Gcheimrats gilt, hatte über das Telegramm geschrieben: „Da nun... die von der Reichsverfassnng klar um- schricbenc Stellung des deutschen.Kaisers zur Reichs-Gesetz- gebung wesentlich anderer Art ist, als die des Großen Kur- sürsten zum staatlichen Leben Brandenburgs, so kann die Ankündigung des Kaisers nicht wohl etwas anderes meinen, als daß für den Fall der Ablehnung des Gesetzentwurfs der Reichstag aufgelöst werden solle, vorausgesetzt, daß eine Mehrheit im Bundes- rate an die Notwendigkeit oder Rätlichkcit dieser Maß- reget glauben sollte, was wir vorläufig noch nicht über jeden Zweifel erhaben wünschen. Jedenfalls würden wir die Auslösung auch vom Standpunkte der Freunde des Streik- setzes aus für einen Fehler und für ein Unglück halten, denn daß aus den Neuwahlen ein Reichstag hervorgehen sollte, der ein Gesetz dieser oder ähnlicher Art annehmen würde, ist gänzlich ausgeschlossen. Wird das an maßgebender Stelle noch rechtzeitig erkannt, so unterbleibt natürlich die Auflösung, und man findet sich wohl oder übel mit den Notwendigkeiten des Ver- f a s s u n g s st a a t e s ab, wie es sich ja auch unmöglich er- wiesen hat, das auf dem Sparenbcrg und in Oeynhausen verkündigte Programm unverändert und ungemildert zur Aufnahme in die Gesetzgebung auch nur vorzuschlagen. Aber selbst diesem sachlich erwünschten Verlauf steht nun das Be- denken gegenüber, daß es der Autorität ldes Kaiser Wortes schaden muß. wenn ihm die That nicht folgt. Und aus diesem Grunde bedauern wir dieses neueste Telegramin und seine Veröffentlichung; es stellt uns vor ein D i l e nr m a höchst u n f r e u l i ch e r A r t." Der„Reichsbotc" sieht in diesen Aenßernngcn augenschein- liche Ansichten wiedergegeben, die in Kreßen der Reichs- regiernng gehegt werden. Darum unternimmt er einen scharfen Vorstoß gegen den Reichskanzler: „Daß die Swatslaitimg des Fiirstcn Hohenlohe neben ihren diplomatischen Erfolgen und neben den eine mcnsckliche Ehr- erbidimg verlangende» Zügen»nr zn oft, sobald die innere Politik i» Frage kommt, eine» libcral-katholischen Janustopf an sich trägt, ist eine Beobachtung, die nicht neu und unerklärlich ist, wenn man überlegt, daß ihr Träger nach Geburt, Tradition rmd Erzichimg der Vorstellniigswelt des katholischen GlnnbcnS angehört und ehedem liberaler Ministerpräsident war. Ancki höhere nnd freier stchenbe Geister sind schließlich au die psychologischen Wurzeln shrcS Wesens gebunden. Das Greisen- a l t c r pflegt sogar sich wieder schärfer an diese zu klammern. Sicher ist, daß in Ivetten Kreisen der Bevölkerung und insonders der evangelisch gesinnten das wachsende Gefühl besteht, daß in dem gesamten ilmfange deS maßgebende» Kreises, in welchem die Zügel der Regierung ruhen, katholische Einflüsse nicht selten mehr, als sie berechtigt sjiid, sich geltend machen." Mit der„liberal-katholischen" Regierung muß die rcgie- rende Partei, daS Centrum. beseitigt werden. So wills der „Reichsbote". Und nachdem er von der KarfreitagLvorlagc gesprochen, schießt er seine Betrachtungen: „ES herrscht hier auf dem rcligiösenGcbicte eine ähnlicheDepression, wie sie nndcrcrscitS das wiederholte lautlose Preisgeben des Kampfes gegen deir Umsturz und der darin bereits engagierten Autorität der Regiening der Socialdemokratie gegenüber erzeugt hat. Mit dem Programm eines u» b c u g 1 a m e n kaiserliche n Willens vertragen sich solche Erscheinungen �sicher nicht. Auch i» dieser Richtung erhebt sich daher die Frage: kopff, Genthincrstr. 15, c) Graf Dr. Schölts Douglas, Bendlerstr. 15, ä) Prediger Ernst Rudolf Hülle, Eichhomstr. 0, Geschäftsführer der Gesellschaft ist: Hülle. Gesell- schaftcr des zu») aufgeführten christlichen Zeitschriften- Vereins sind: 1. Geheimer RegierungSrat Philipp Schwor tzkopff zu Berlin, 2. Professor Adolf Lassan zu Friedenau, S. Prediger Ernst Rudolf Hülle, 4. Prediger Hans N o n n e zu Berlin, 5. Kaufmann Wilhelm F a h r e n h o r st in Schöneberg, 6. Rentier Friedrich Vetter in Friedenau. Unter den Namen sind einzelne wohlbekannte: Da ist Herr Hülle, dessen Erzcngnissc sogar nach dem Zugeständnis de? Grasen PosadowSky nicht immer mit der Wahrheit ver- einbar sind. Ob Herr Hülle die spanische Wand repräsentiert, hinter der die Geldgeber stehen, die nicht vor der Oeffent- lichkeit entblößt zu werden wünschen, wissen wir nicht. Graf Schölts Douglas ist ein schwerreicher Mann. Professor Lasson ist Tocent an der Universität, ein alter Hegelianer, in dessen Vorlesungen viel gelacht wird. Wir nehmen an, daß der Mehrzahl der Herren der Inhalt der Produkte nicht bekannt ist, für die sie Geld und Namen hergeben. Man hat sie dazu veraulaßt. sich an der Sache zu beteiligen. Sie haben Geld gegeben, eigenes oder fremdes, und kümmern sich im übrigen nicht darum, wozu es verwertet wird. Kaum einem würde es angenehm sein, die Hüllescheu Flugblätter und die„gelben Hefte" mit eigener Person zu decken. Um so dringender wird die Frage: Wer steckt dahinter, materiell und geistig? Es riecht nach Welse n fond s. � Politik im ttryevcrrccht. Der recht plumpe Versuch, in den Enitvnrf des Urheber- reck'ts politische Tendenzen hineinzuschmuggeln, wird auch von der„Täglichen Rundschau" scharf zurückgewiesen. Tas Blatt rügt aber nicht nur die eine Bestimmung, die sich auf den Schutz von litterarisch belanglosen Briefen bezieht, sondern arich noch eine andere. Im§ 16 tvird bestimmt, was nicht als Nachdruck anzusehen sei: 1. Der Abdruck von Gesetzbüchern, Gesetzen, amtlichen' Erlassen und Entscheidungen. 2. Der Abdruck anderer amtlicher Schriften, die nicht mit dem Verbote des Abdrucks oder einem allgemeinen Vorbehalte der Rechte versehen sind. Das gegenivärtige Gesetz bestimmt ohne Einschränkung in seinem§ 7 unter C., datz als Nachdruck nicht anzusehen sei der Abdruck von Gesetzbüchern. Gesetzen, amtlichen Erlassen, össcntlichen Aktenstücken und Verhandlungen aller Art. Tie„Tägliche Rundschau" meint, daß mit den„anderen amtlichen Schriften" die geheimen Aktenstücke getroffen werden sollen, die im„Vorwärts" von Zeit zu Zeit sehr zu Nutzen der Ocfseutlichkeit das Licht der Welt erblicken. Auch uns schien anfangs die Bestimmung sehr verdächtig. Indessen entschlossen wir uns doch schließlich, in diesem Falle der Re gicrung keine politischen Nebenabsichten zuzuschreiben. Wir sind der Meinung, daß die„geheimen Erlasse" unter die Ziffer 1 fallen, die ausnahmelos nachdrucksbcrcchtigt sind, i>nd nicht unter die„anderen Schriften" der Ziffer 2. Ueber dies wäre es auch sehr spaßhaft, wenn derlei Aktenstücke, die zudem überhaupt gar nicht als„Schriftwerke" zu gelten haben, künftighin nicht nur mit dem Vermerk„geheim", sondern auch mit dem den„Vorwärts" abwehrenden„Nach druck verboten" versehen würden— ein Vermerk, der ja nob wendig wäre, um sie gegen Nachdruck zu schützen. Immerhin entsteht die Frage: Was sind solche„anderen Schristen". Daniber geben die„erläuternden Bemerkungen" eine, wenn auch nicht ganz bestimmte, Auskunft: Für andere anitliche Schriften Ivill dagegen der Cntwlirf die Möglichkeit geben, durch einen Vorbehalt den Abdruck auszuschließen. Die Behörden können auf diesem Wege den V e r- leger, der in ihrem Austrag ein amtliches Werk, zum Beispiel Materialien zu einem Gesetzbuch oder Zusammenstellungen anderer, namentlich statistischer Art. auf eigene Gefahr mit nicht unbeträchtlichen Aufwendungen herausgicbt, gegen den un- lauteren Wettbewerb Dritter sichern. Es handelt sich also offenbar hier um umfangreiche Werke von einer Art wissenschaftlichem Charakter. Gleichwohl wird bei der heutigen Rechtssprechung der elastische Ausdrucü „andere amtliche Schriften" durch einen präcisen ersetzt werden müssen, der im Gesetz festlegt, was gemeint sein soll. Außer dem scheint unS die ganze Bestimmung überflüssig und zweck widrig. Ter heutige Zustand, der amtliche Schriftstücke au uahmslos dem Nachdruck frei giebt, ist der hier vor geschlagenen Aenderuug entschieden vorzuziehen. Die Rücksicht auf einen privaten Verleger muß hinter das Interesse zurück treten, daß amtliche Schnften möglichst weile Verbreitung finden. WaS für ein unermeßliches Unglück wäre es z. B. für die Regierung, wenn sie die famose Denkschrift zur Zuchthaus Vorlage im Interesse deS Verlegers mit dem Nachdrucksverbot versehen hätte und eS nun unmöglich wäre, wie es gegen wärttg geschieht, diese„amtlich« Schrift" in unlauterem Wett bewerb mit dem ursprünglichen gediegen ausgestatteten Werk zahllos auf schlechtestem Papier über das Land fluten zu lassen Die Ausmerzung der politischen Nebenabsichten wird der ReickStag leicht und gründlich besorgen. Aber auch ein über- mäßiger Schutz des Verlegerkapitalismus auf Kosten der all- gemeinen Interessen, wie er in der zweiten Bestimmung des ß 1K zu Tage tritt, bedarf der Korrektur.— Die„Volks-Zeitung" schließt sich unseren gestrigen Ausführungen an, hält aber auch, wie' die„Tägliche Rund- schau", den§ 16 für einen Fallstrick. Am Schlüsse be merkt sie: Bei den Vorbcratungen des Gesetzentwurfs waren im Früh' ling dieses Jahres drei gesonderte Gruppen von Sachverständigen hinzugezogen worden Die„Nordd. Allg. Ztg." hat vor wenigen Tagen u. a. die Namen der Herren genannt, die an den Er- örtmmgen über den Schutz der TagcSprcsie teilgenommen haben. ES waren Dr. Bachem, Verleger der„»kölnischen VolkSzeltung". Köln; Cheftedacteur tcn Brink, Berlin; Cbcf- redacteur DahmS. Berlin; Justizrat Dr. Fischer. Berlin; Kafemann. Verleger der„Danziger Zeitung", Danzig; Chef- redacteur Professor Dr. Kropatschcck. Berlin; Malkwitz. Verleger Pommerschen Rcichspost", Stettin; Chefredacteur Doktor und wie bekannt Termin auf den 22. d. MtS. anberaumt. Dies neue Disciplinarverfahren stößt selbst bei einigen hartgesottenen Hurrapatriotcn auf lebhafteste Bedenken, weil dieser Prozeß so un- lengbar klar die Tendenz zeigt, mit dem Rest preußisch- deutscher Freiheit der Wissenschaft Kehraus zu machen. Der Pro- zeß ist auch nach der rein juristischen Richtung hin interessant. So viel auZ dem Verfahren bis jetzt bekannt geworden — die Anklageschrift und die Akten entziehen sich unserer Kenntnis — richtet sich auch die jetzige Anklage gegen die socialdemokratische Anschauung des Dr. Arons und ihre Bethätigung, dadurch ist der Grundsatz„no bis in ickorn-(doppelt wegen derselben That ciuzuschrciten, ist verboten) in krasser Weise verletzt. Dieser Grundsatz, der es ausschließt, daß ein und dieselbe That, ein und derselbe Vorgang wiederholt zum Gegen- stände einer Anklage gegen dieselbe Person gemacht werde, ist einer der wenigen Grundsätze, der zu allen Zeiten bis auf den heutigen Tag von allen Juristen als einer der Stützen jedes' Gcscllschaftslebens anerkannt wurde. Demnach zeigt das neueste Kind deS Ministeriums preußischen Geistes Abnormitäten nach allen Richtungen hin.. Ob die„ideale" Zu- geHörigkeit zur socialdemokratischen Partei— Philosophen sprechen da mich von einer Zugehörigkeit„anAsich"»'— oder die praktische Bethätigung socialdemokratischer Gesinnung und die Art und Weise dieser Bethätigung den Gegenstand der neue» Anklage bildet, ändert an der Verletzung des Rechisgrnndsatzes„ne bis in idem" durch das neue Verfahren nichts. Zulässig wäre allein ein Verfahren wegen Handinngen, die mit der socialdemokratischen Gesinnung des Privat- docentcn in keinerlei Zusammenhang stehen. Angeklagt ist er aber gerade wegen Bethätigung dieser politischen Gesinnung.— der Mordtwann, München; Reuß, Eigentümer und Redacteur der .Badischen Landeszeiwng". Karlsruhe; Vcrlagsbuchhändlcr verlln"'' der.Frankfurter Zeitung", Stein. Die Herren vertreten die politischen Standpunkte vom extremsten Konservatismus bis zur bürgerlichen Demokratie. Ist keinem der Fallstrick, welchen man der Presse in den Z§ 16 und 44 zu legen im Begriff ist. aufgefallen? Oder sind diese Bestimmungen dem Entwurf erst eingefügt worden, nachdem die Begutachtung durch die Vertreter der Tagespresse erfolgt war? Vielleicht giebt einer der Herren Sachverständigen Aufllärung über diesen„dunklen Punkt". Für den Z 16 möchten wir dies bezweifeln; er ist un- deutlich gefaßt, aber eine böse Absicht liegt ihm wohl nicht zu Grunde. Auch steht er im logischen Zusammenhange des Ganzen an angemessener Stelle. Er gehört also wohl zum ursprünglichen Entwurf. Dagegen schneit der zweite Absatz des§ 44 ganz außer Zu- sammenhang in den vierten Abschnitt(„Rechtsverletzungen") hinein, während er logisch, wie der§ 16, in den zweiten Abschnitt(„Befugnisse des Urhebers") ge- horte, wenn es überhaupt logisch möglich wäre, daß er im Gesetze steht. Diese Platzanlveisung bestärkt uns in dein Verdacht, daß diese Bestimmung an den Z 44 nach- t r ä g l i ch angeklebt ist. Diese„Korrektur" wurde mit der. jetzt üblichen Unüberlegtheit im Eifer des Antt-Umsturz- Geschäfts schleunigst ohne pjxf Nachdenken vorgenommen, als das Urteil des Berliner Gerichts, das den„Vorwärts" frei- sprach, die„Lücken" im Gesetz klarlegte.— »• Deutsches Meich. Zum Fall SlrouS. „Die Fakultät prüft nickst die politische Gesinnung der Privat- docentcn, welchen sie die Nnfnahme in ihren Lchrlörper gewährt, sondern zieht in erster Linie deren wissenschaftliche Tüchtigkeit und Pflichterfüllung i>n Perus in Betracht. Sie nimmt daher ans dem Bekenntnis Ihrer idealen Zugehörigkeit zur socialdemokratischen Partei keinen Anlaß zu einen, FjnwaNd oder Vorwurf." So lautete der Bescheid, Mit dem die philosophische Fakultät das im Jahre 189» gegen Dr- Arons angestrengte Diseiplinarversahren abschloß.(S. 424 des stenographischen Berichtes des Abgeordnetenhauses.) Seitdem ist die bekannte lex Arons ergangen. Auf Grund dieses neuen Gesetzes ist gegen den Lehrer der Skaturlvifsenschaft, Privatdocenten Dr. AronS abermals An- klage wegen scincrZugchörigkcit zursocialdemokratischenParteicrhoben Wilhelm l!., König OSkar und Frankreich. König Oskar von Schweden hat, wie das„Skanska Dagbladet" mitteilt, nach dem Eingänge der Nachricht von dem Besuch des Kaisers auf der „Iphigenie" und von dem zlvischen dem Kaiser und dem Präsidenten Lonbc't ausgetauschten Depeschenwcchsel ein Schreiben an den Kaiser gerichtet, in dem er seine Freude darüber ausspricht, daß der erste Schritt zu einer freundschaftlichen Annäherung zwischen den beiden wichtigsten Kulturstaaten des Kontinents innerhalb der Grenzen Schwedens und Norwegens geschehen sei. Der König spricht die Hoffnung ans, daß dieser Schritt zu einer völligen Verständigung zwischen den beiden Ländern führen möge, ans denen der Weltfrieden beruhe. Dem Präsidenten Loubet hat er in gleicher Weise seine Glückwünsche ans- drücken lassen. König Oskar scheint ein wohlivollendcr Mann, wenn auch kein Politiker zu sein.— Als Privat-Paragraphcn StnmmS charakterisiert mm auch die„Post" die Bries-Bcslinimung im neuen Urheberrecht. Wir stellen das mit Genngthuung fest. Wenn aber die„Post" von unserer recht' lichen Darlegung, daß in ein Urheberrecht zum Schutz des geistigen Eigentums nicht Bestimmungen gehören, der Schriftstücke schützen, die nicht unter den Begriff des geistigen Eigentums fallen, sagt, daß diese Argumentation„in den Augen jedes anständig Denkenden" unhaltbar sei, so möchten wir dem Blatt den Rat geben. sich einstweilen damit zu begnügen, richtig und scharf zu denken. Mit der Frage dcS An stau des haben formal-juristische Untersuchungen nichts zu thnn. Freilich sind wir im Zweifel, ob der „Post" es schwerer fällt, richtig zu denken oder anständig zu handeln. Selbst die„Tägliche Rundschau" giebt zu, daß ein dringendes Interesse bestehen kann, Privatbriefe zu veröffentlichen. Sie schreibt: „Es giebt eine Grenze, wo private Interessen aufhören und öffentliche Jiitcrcsicn beginne», und da»inß der Presse gestattet sein, nicht nur zur Widerlegung öffentlich aufgestellter Be Häuptlingen, sondern midi zum Beweise öffentlicher Behauptungen und zur Kennzeichnung öffentlicher Persönlich- leiten auch sogenannte'Privatbriefe zu benutzen. Die Stöckerschen Scheiterhanfcnbricse, die s. Z. so großes Aufsehen erregten, waren gewiß von einem eminent öffentlichen Interesse. Dergleichen Veröffentlichungen iintcrdrückcn zn wollen, heißt, die Presse in der ihr notwendigen Freiheit beschränken." Auch der Scheiterbaufcn'bries ist vom„Vorwärts" zuerst veröffentlicht worden. Damals bereiteten wir der„Post" nnt diesem „gestohlenen Brief" ein großes Vergnügen, und sie druckte, wenn wir uns recht entsinnen, den Brief schleunigst nach. Denn damals war es Stumnis Interesse, die Kennzeichnung einer ihm vcrbaßten Persönlichkeit sich zu nutze zu machen. Diesmal heißt die durch ihre Briefe gckciinzeichnctc öffentliche Persönlichkeit— Stumm, und diesmal dürfen die„Post"-Lcnte nur insgeheim ihr Vergnügen äußern— öffentlich müssen sie auf diesen Dienst, den wir ihnen erwiesen, schimpfen. Sie m ü s s e n, die Aermsten!— Noch einmal die Fähnlcin-Nede. Man erfährt jetzt endlich, was der lübische Fähnlcinsprnch bedeutet, der in die Regatten- Rede des K a i s e r s so rätselhaft eingewirkt war.' In den „Hessischen Blättern" lesen wir: „Die Regatlen-Rede, welche der Kaiicr neulich bei dem Frühstück des lübischen Aacht-Klubs über den Text gehalten hat:„Das Fähnlein ist zwar leicht an die Stange gebunden, es kostet aber viel, es wieder herunter zu holen", hat der Dunkelheit dieses Spruches wegen die verschiedensten Kommentare hervor' gerufen.� Es hieß zuerst, der Kaiser habe gesagt:„Das Fähnlein ist zwar nicht an die Stange gebunden", und das ist auch wahr- scheiulich, da eS in seiner Rede weiter heißt, Wilhelm I. habe daS Fähnlein nicht nur angebunden, sondern„angenagelt". Dann sollte daS rätselhafte Fähnlein wieder„licht" an die Stange gebunden sein. Nun stellt sich heraus, daß der Spruch an einer Wand des lübischen Ratskellers steht, wo ihn der Kaiser unmittelbar vor seiner extemporierten Rede gelesen zn haben scheint... Der wirkliche Sinn des Spruches, der die dedächtigc, vorsichtig abwägende Art des Hanseaten getreulich wider- spiegelt, ist der: Der Krieg ist leicht erklärt; schwer ist cS ober, ihn mit Ehren zu Ende zu führen. Diesen Gedanken enthielt die Rede des Kaisers aber nicht, vielmehr die Aufforderung, durch Förderung des Segelsports„das Interesse für die deutschen Unter- nehmnngen im Auslände zu stärken". WaS ist gefällig t Der Handelsminister Brefeld hat durch den Oberpräsidcnten den Borsitzenden des Berliner ZewerbeaerichtS Herrn Assessor v. Schulz auffordern lassen, binnen acht Tagen einen eingehenden Bericht über den Aufruf der Arbeitsteber-Beisitzer Dr. G e r s ch e l und Fabrikant O. W e i g e r t, den diese in den Zeitungen veröffentlichten, zu erstatten. Der Auf- ruf enthielt einen Protest gegen die Znchthonsvorlage und die Aufforderung an alle Ausschüsse. Unternehmer- und Arbeiter- Bereinigungen von Gewerbegerichts-Beisitzern, sich diesem Protest zwei„schwarze" Mandate erobert. Resultat: Vermehrung der Centrumsmajorität im Landtag um zlvei Sitze. Wie wäre es nun, wenn die Liberalen das Handelsgeschäft mit den Socialdemokraten inachen würden? Sie müßten natürlich mehr bieten, also z Iv e i rote Mandate und ein liberales. Resultat: Verminderung der Centrnmsmajorität im Landtag um zwei Sitze. Wir empfehlen den liberalen Wahlmännern dieses einfache Rechenexempel zur Ueberlegung. Gefühlspoliti! ist keine Politik. Man muß im politischen Handwerk mit den gegebenen That- fachen rechnen. Die Socialdemokraten sind mm einmal leider nach dem Ausfall der Urwahlen das Zünglein an der Wage. Die Situation steht fest. Lamentieren Hilst nichts. Es handelt sich nur noch darum, aus der Situation die nötigen Konsequenzen zn ziehen und demgemäß zu handeln. Besser zwei Socialdemokraten und einen Liberalen, als einen Socialdemo- kraten und zwei CentruMsmänner I Von zlvei Uebeln soll man das kleinere wählen." Aber auch das konservativ gerichtete Biindlerblatt des Kreises Fürth-Erlangen, die„Südd. Landespost", muß sich bequemen, für die Wahl eines Socialdemokraten einzutreten, um nicht selbst leer auszugehen. Das Blatt schreibt: „Was vor der' Wahl noch ging, das geht heute nicht mehr! Soweit wir die Stimnmng kennen, bleibt es bei der Forderung: zwei bauernfreundliche Abgeordnete, der dritte mag der Partei angehören, welche den Bauern zu ihrem Rechte verhilft." Die Partei, die dieses konservativ-bündlerische Lob erfährt, ist die Socialdcmokratie. So rächt sich ein widerwärtiges Wahlsystem an seinen eigenen Verteidigern, indem sie gezwungen werden, ihre schärfsten politischen Gegner zur Wahl zn empfehlen, denen sie sonst gern die Gleichberechtigung und jede Existenzberechtigung bestreiten. anzuschließen. will Herr Brefeld? Die Gewerbegerichts-Beisitzer haben ;ethan, wozu sie durchaus berechtigt sind. Sie haben allerdings fähiger gegen die Zuchthausvorlage gewirkt, als Herr Brefeld für dieselbe, und dies mag den Minister verdrießen.— Die Vielumworbcnc». Unsere Parteigenossen in Bayern sehen sich in der kritischen Lage, heiß umworben zu werden von all den Parteien, von denen sie sonst als Ausgeburten der Hölle verdammt werden. Während noch die Liberalen gegen das C e n t r u m wüten, weil es mit der Socialdemokratie einen Bund geschlossen habe, müssen sie an ihren eigenen Parteileuten dasselbe Fürchterliche erleben. Im Wahlkreise Zweibrücken-Pirmasens stehen 191 CentrumS- wahlmänner 192 liberalen Wnhlmänncrn gegenüber und nur zehn socialdemokratische Wahlmänner geben den Aus- schlag. Das Ccntrnm sieht sich nun genötigt, unserer Partei von den drei Mandaten eines zu überlassen. Was sollen die Liberalen beginnen? Da findet sich im„Pirmansenser Anzeiger" folgender Atistuf: Die 40. Geiieralversaimnlilng der Katholiken Dentschlands wird auf die Zeit vom 27. bis 81. August d. I. nach N e i s s e ein- berufen. Es ist das erstemal, daß die Generalversammlung im deutschen Südosten tagen wird, der bisher als eine Hauptdomäne der Centnimspartei galt, aber zum Leidwesen der Schwarzen vom socialdemokratischen Einbruch schwer bedroht ist.— Die„grosse nationale ontisemitifchc Vclvegniig" ist, wie Herr Liebermann v. Sonnenberg in seiner Wochenschrift beweglich j klagt,„augenblicklich ans einem toten Punkte angekommen, der über- ' wunden werden muß"; „Die Werbekraft des antisemitischen Gedankens ist nicht geringer geworden, als sie es früher war, aber die Zahl der Männer, die für seine Ausbreitung mit Erfolg gearbeitet und geschafft haben, schmilzt zusammen. Die ältesten Streiter fangen an, müde zu werden. Die planmäßige und zielbewußte Agitation ist ins Stocken geraten und doch wäre gerade jetzt deren Verstärkung geboten, denn das Judentum macht wirtschaftlich und social gegenwärtig wieder, um mit Cremieux zu sprechen, Riesenschritte... An sich sind Stockungen, ja selbst rückläufige Bewegungen kein Grund, an der Zukunft unserer Sache zn verzweifeln. Auf Wellen- berge folgen Wellcnthäler, auf Flut folgt Ebbe, aber auch um- gekehrt. Wir dürfen uns nur nicht selber aufgeben, sondern müssen die Ursachen unerfreulicher Thatsachcn freimütig zu er- gründen suchen und dann energisch bessernde Hand anlegen." Vorläufig hat dieser Weckruf an die antisemitisch-nationalen Schlafmiitzen einen reckit metallischen Beigeschmack. Herr Liebermann hat den alte» Fritzsch'schen antisemitisch«: Verlag übernehmen müssen, weil Herr Beyer— der Nachfolger von Fritzsch—„fest entschlossen war, sich des antisemitischen Teils zu entäußern." Das wird mit Krankheit begründet, aber die Krankheit scheint Herrn Beyer nicht zu hindern, den wahrscheinlich besser lohnenden Teil seines Verlages zu behalten. Die ältesten Ladenhüter von Broschüren, Flugblättern, Volks- und Parlamentsreden bietet Herr Liebsrmann nunmehr wie getrogene Hosen aus; fast alles sei in parkender, geradezu klassischer Sprache geschrieben. Auch seine Wochenschrift empfiehlt der betrübte Jndenfellgerber seinen zusammen- geschmolzenen Getreuen zum Abonnement und für Anzeigen, als ob auch hier die Ebbe noch immer im Wachsen sei. Wie anders klang es, als Herr Liebermann beim Flottengesetz, freilich unter allgemeiner Heiterkeit des Hauses, im Reichstage die stalliienerregend» Bedeutung und Lebenskraft seiner Partei schilderte! Karl Peters bittet jetzt demütig um Verzeihung, daß er der Reichspost vorgeworfen, daß sie seine Briefe eröffnet. Es scheint ihm in Jnjakafurn im Macombc-Land, wo er gegen- Ivärtig weilt, nicht zn gefallen, entlveder tveils dort nichts zu hängen giebt, oder weil die Engländer,, in.deren Diensten der nationale Held jetzt steht, des unfähigen Renommisten überdrüssig sind. Darum mag ihm daran gelegen sein, Frieden mit der Heimat zu schließen.— Wie Strrikprozcsse zu stände ko, innen. Ueber dieses in der Zeit der Zuchthnusvorlage besonders aktuelle und iiitercsiante Kapitel förderte eine Verhandlung vor dem Landgericht in Dresden recht charakteristische Momente zn Tage. Ein ita- lienischcr streikender Maurer war angeklagt, einen Landsmann und Kollegen zum Streiken„genötigt" zu haben. Die Anklage behauptete, der Angeklagte habe zn dem anderen, als dieser morgens zur Arbeit gehen wollte, und beide sich trafen, gesagt:„Heute gehe noch zur Arbeit, wenn Du aber morgen weiter arbeitest, siehst Du Italien nicht wieder I" Dem Angeklagten war offenbar eine hohe Strafe zugedacht, da die Sache ans Land» ericht verwiesen war. In der Verhandlung selbst be» tritt der Angeklagte ganz entschieden, die ihm zur Last gelegte Aeußerung geihan zu haben. Wie gewöhnlich in solchen Fällen, war der angeblich Genötigte als Hauptbelnstungszeuge ge- laden. Zum größten Erstaunen von Richter und Staatsanwalt versagte dieser Zeuge aber vollständig. Er bestritt ebenfalls ganz eilt schieden, daß der Angeklagte die in der Anklage behauptete Aeußerung zn ihin(Zeil gen) gethan habe. Derselbe habe an dem fraglichen Morgen nur zn ihm geiagt:„Wenn Du für den geringen Lohn weiter arbeitest, kannst Du Dir nicht einmal das Geld zur Rückreise nach Italien verdienen." Der Zeuge bestritt auch, bei früheren Vernehmungen sich im Sinne der Anklage ge- äußert zu haben; man habe ihn dann jedenfalls ganz falsch ver- standen.(II) Nach diesem für die Anklage völlig negativen Er« gebnis der Beweisaufnahme hätte der Angeklagte freigesprochen werden sollen. Denn Bestimmteres als wie der Beteiligte selbst können andere Zeugen nicht aussagen. Und man schenkt doch sonst solchen Zeugen, immer vollen Glauben. Diesmal aber legte das Gericht weniger Wert auf diesen Hauptzeugen. Die Verhandlung wurde vertagt; es sollen andere Zeugen gesucht werden. AuS der Hölle deS Dante kann kein Herrgott erretten— sang einst H-e ine, der„ungezogene Liebling der Kamönen"(Musen) an Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Ebenso unbarmherzig wie„die schrecklichen Terzetten" des Florentiners ist aber die Sprache, aus welcher das Herz und das Rechtsgefiihl des Volkes spricht. Die„Geusen"(„Lumpen"), wie das Volk, sie verherrlichend und daS Schimpfwort der Feinde gegen die Feinde wendend, die niederländischen Rebellen nannte, haben ihr Denkmal im Ehrensaal der Geschichte und ihr Name ist ein ewiges Brandmal der Schande für die Feinde des Volkes. Aehnlich hat das Volk sich oft in der Sprache gerächt. Wie grausam wurde Bismarck mit seinen„Reptilien" ge- peitscht, die er seinen Feinden zugedacht Hatto— grausamer als mit den Skorpionen des alten Testaments. Und nun die Zuchthaus- vorläge! Wie eine Peitsche saust den Verteidigern das Wort um die Ohren I Sie wollten es um jeden Preis außer Gebrauch bringen. Sie protestierten, drohten, ja in Sachsen, im Musterland der öffentlich und geheim blühenden Polizei-Vlümchen, haben sie das Wort bei Strafe verboten. Und doch ist es ge- blieben. Und das verhaßte, verbotene Wort ist von der Sprache ans- Ein Handelsgeschäft macht daS Centrum mit den Social- genommen worden, es klingt neben den schrecklichen Terzetten des bcmokratcn, indem es ein Mandat den„Roten" zugesteht und> Dante in der Zuchthaus-Hölle der Geschichte, und als neulich derPräsident des deutschen Reichstags, Graf Ballcstrem, die Fälschung seiner Rede im amtlichen NcichStags-Stenogramm aufdeckte und au den Pranger stellte, da gerieten verschiedene konservative Blätter so in Ausregung, daß sie, des Hofzercmoiiiells vergessend, den natürlichen Ausdruck der Volkssprache fanden und. ivie noch vorgestern der„Reichs- bot c", nicht von einem Gesetz zum Schutz der Arbeitswilligen redeten, sondern von der Zuchthausvorlage.— Tie Elltstchung der Zuchthausvorlagc. Die Darstellung, welche die„Franks. Ztg." von den Vorgängen in Bethel gab, die den Anlaß zur„Arbcitswilligen"-Vorläge geboten haben sollen, ist, wie unser Bielefelder Partei-Organ mitteilt, nicht zutreffend. Dasselbe schreibt: In Bezug auf das, was Herr Pastor von Bodelschwingh gesagt haben soll, muß man sich in parlamentarischen Kreisen irren: Herr von Bodelschwingh kann das nicht gesagt haben. Wurde doch beim Kaiscrbesuch in Bethel über- Haupt nicht gearbeitet, während andererseits der damalige Maurerstrcik sich nicht bis nach Bethel hin erstreckt hat. Herr v. Bodelschwingh hat ja auch selbst Zeugnis abgelegt dafür, wo er die scharfen, noch dazu Unrichtiges enthaltenden Worte in das kaiserliche Ohr hat gelangen lassen. Es war bei der Besichtigung des OfenS, in welchem die Kleider der in Wilhclmsdorf als Arbeiter aufgenommenen Handwerks- burschen vom Ungeziefer gereinigt werden. Als da der Kaiser nach dem Lohn, den diese erhielten tdersclbe betrug bei freier Station täglich im Sommer 30, im Winter 20 Pf.), fragte, lenkte Herr v. Bodelschwingh in seiner Antwort ab und sprach über den Bielefelder Streik. 2)lag sein, daß ihm das jetzt leid thut, das macht die Sache nicht besser."— Düsseldorf, 14. Juli.(©ig. Ber.) Fünf Kompagnien des hier garnisoiiierendcn Füsilierregiments Nr. 39 rückten gestern früh nach Kaiserswerth, setzten dort über den Rhein und kamen gegen Mittag .nach hier über die neue Rheinbrücke zurück. Die Hitze war so furchtbar, daß 31 Man»„schlapp" wurde n und in Lazarett beziv. ins Revier kamen. Ein Mann soll bereits gestorben s e i n.— Ein sogenannter unsicherer HecreSpflichtiger desselben Regiments hat sich erschossen, Grund unbekannt. Die Leiche eines anderen 3Sers wurde dieser Tage mit einer großen Kopfwunde behaftet aus dem Rheinstrom bei Wesel gezogen. Und endlich lieferte man gestern einen Deserteur des Regiments ein, den man im benachbarten Ben rath erwischt hatte._ Jaurvs Antwort. DaS gestern von uns mitgeteilte Manuskript der Gucsdisten, Blanquisten, Allemanisten gegen die socialistische Richtung, die mit Jauros geht, gipfelte in dem Vorwurf, daß die letztere Parteigruppe mit dem Bürgertum zusammen gehe und den revolutionären Klassen- kämpf verleugne. Hiergegen wendet sich I a u r e s in einem längeren Artikel der„P e i i t e R e p u b l i q u c". Wir geben die wichtigsten Ausführungen hier wieder. Jaurss führt aus: Entweder ich verstehe den Sinn des Manifestes, das G u e S d c und V a i l l a n I veröffentlicht haben, nicht, oder es bedeutet die unzweideutige, bittere, brutale Verurteilung des Kampfes, den wir in diesem Blatte seit 15 Monaten gegen die klerikale Barbarei und die Verbrechen des Generalstabes führen. Nicht nur wegen des Eintritts in das Ministerium erheben jene Anklage. Der Fall Gallifet ist nur ein Zufall und ein Vor- wand. Wir können leicht erweisen, daß diese jüngste Krise, die für den SocialiSmus sehr günstige Ergebnisse haben kann, eine weit bessere Entwicklung genommen hätte, wenn unsere Ankläger sich nicht seit Jahresfrist der socialistischen Einigung widersetzt hätten. Aber ihr Verdammungsurteil gegen uns geht weit hinaus über die Frage des Ministeriums. DaS Manifest warnt die Arbeiter vor denen, welche sie täuschen, von ihrem Wege ablenken, ihre Interessen ver- raten, welche seit langem einen Socialismus der Kompromisse an Stelle der Klasscupolitik setzen wollen. Ich erkenne darin den Geist und dieselben Worte, wie in dem Manifest. das Guesde vor Jahresfrist erließ, um unser thätigcs Eingreifen in die Drehfusfrage zu tadeln. Derselbe Kampf bcgnml wieder. Wir nehmen ihn an. Wir wollen ihn führen vor der gesamten socialistischen Partei, die wir als höchsten Richter anerkennen. Wir schlagen vor, einen allgemeinen Socialisten- Kongreß einzuberufen. Vor diesem Kongreß glaube ich erweisen zu können, daß jene das Princip des Klassenkampfs schlecht begriffen und schlecht angewandt haben, daß vielmehr wir die wahren Vor- kämpser des proletarischen Kampfes, die wahren Hüter der revolutionären Tradition sind.... Jaurös führt iveiter aus, welches die Ziele der Socialdcmokratic sind(Vergesellschaftung des Privateigentums, Beseitigung des Kapi- talismus) und daß diese Ziele nur durch eine selbständig kämpfende Arbeiterpartei verwirklicht werden können. Die Arbeiterpartei darf nicht das Anhängsel irgend einer Bourgeoispartci sein. Aber ich frage: Soll sich nun das so als revolutionäre Klassenpartei konstituierte Proletariat in keiner Weise um die Dinge innerhalb der bürgerlichen Klasse kümmern? Soll es sagen:„Es gicbt Fragen, die mich nicht berühren. Die Affaire Dreyfus gehört nicht in meinen Wirkungskreis. Wenn der Gencralstab einen Unschuldigen verurteilte und marterte, wenn er Fälschungen, Verbrechen, Bcrrätercicn verübte, so ist das eine Angelegenheit der bürgerlichen Mächte, für die ich nicht Zeit noch Kraft vergeude"? Ich sage, das bedeute die schlimmste Abdankung und die schlimmste Erniedrigung. Es wäre die Verneinung der großen Auf- gaben der proletarischen Klaffe. Sic soll morgen die Menschlichkeit selbst verwirklichen: also ist sie schon heut mit der Fürsorge für alle mcnschhcitlichcn Interessen betraut. Wie erniedrigend, iveun sie der bürgerlichen Klasse, die sie aus der Geschichte streichen will, die Ehre überlassen würde, die Wahrheit gesucht und die Gerechtigkeit wieder aufgerichtet zu haben! Nein, es ist eine Ehrenthat des Proletariats, daß es selbst, durch seine Vor- kämpfer, die Verbrechen des Generalstabs offenbar gemacht hat, daß es diesem ungeheuren Drama den Stempel seines Gedankens und seiner Hochherzigkeit aufgedrückt hat. Es ist ehrenvoll, daß die Bourgeoisie bekennen muß, es hätte nie ohne das revolutionäre Proletariat einem der Ihrigen Gerechtigkeit zu verschaffen vermacht. Denn das entscheidende Mittel, um eine Klaffe geschichtlich zu über- winden, liegt darin, daß man an ihrer Stelle und für sie die hohen Aufgaben vollführt, die sie zu erfüllen nicht mehr fähig ist... 'Mögen die Führer der Parteigruppen in verbissener Ucbel- lanuigkeit anstellen was sie wollen, das Resultat ist erreicht, ist eingeschrieben in das Buch der Geschichte: Nur die Arbeiterklasse, die weialistische Partei hat die Befreiung eines Unschuldigen, den alle Mächte der Lüge vernichten wollten, beivirkt. Niemand kann diesen Ruhm der Partei der Revolution entreißen. ' Vaillant und Guesde berufen sich auf Marx, aber eS wäre leicht zu beweisen, daß sie sich im schärfsten Widerspruch zu der rcvo- lutionären Methode befinden, wie sie Marx umschrieben hat. Welche herrliche Unparteilichkeit! Der zur Hinrichtung Bestimmte und die Henker, sie gelten als gleichwertig I Diese vorgebliche Unparteilichkeit ist auch nur ein Schein. Schon jetzt haben Guesde und Vaillant, ohne daß sie es gewollt haben, nur durch die Macht der Dinge selbst, gegen die Befreiung des DreyfuS gearbeitet. Die fluchwürdige militaristische und jesuitische Reaktion hat nicht alle Hoffnung aufgegeben, von den Richtern in Reimes eine Verurteilung des Unschuldigen zu erpressen. Sie rufen den Richtern zu:„Entweder Drchflis oder die Chefs der Armee. Wagt Ihr es um der Rettung dicws Juden willen Mercier. Billot, Boisdefire, Pellieux, Gonse, Eavaignac. Zur- linden ins Verderben zu stürzen!" Und bald flüstern sie ihnen ins Ohr:„Was fürchtet Ihr? Den Aufruhr der Gewissen? Den furchtbaren Schrei des Volkes? Aber fest steht doch, daß selbst die Socialisten kein Interesse an Drehfus und diesen Prozeß haben. Sie erklären laut, daß sie sich nicht zu Narren machen lassen wollen durch Einmischung in diese Affaire. Also, es ist nichts zn fürchten! Doch wir warnen die Fälscher und die Richter. Sie würden sich irren, glaubten sie an die Abrüstung des Proletariats. Das revolutionäre und humane Gewissen des socialistischen Proletariats wird stärker sein als alle Maifeste, jetzt wie vor 10 Monaten. Für uns ist es eine grausame Erfahrung, daß dieselben Männer, die uns seit einen: Jahre ohne Schutz der Bande der nationalistischen Wölfe überlassen und uns das ganze Gewicht des Kanipfes der Verläumdnngen und Gehässigkeiten aufgebürdet haben, jetzt den Zwischenfall Gallifet ausnutzen zu unserer Belastung Doch wenn dieses Uebennaß der Ungerechtigkeit uns empört, es beugt uns nicht. Wir setzen den Kampf fort und wenn die Richter in Rennes, überwunden durch die schamlosen Machenschaften der Reaktion, nochmals den Unschuldigen hinopfern wollten, um die großen Verbrecher zu retten, auch dann, trotz der guten Ratschläge der politischen Enthaltsamkeit, trotz der ächtenden Manifeste, trotz der Behauptungen vom gefälschten Klassenkampf, auch dann iverden wir auf eigene Gefahr uns erheben und den Streit fort führen. Und die Urheber des Manifests, voll Stolz in ihrer schönen revolutionären Thatenlosigkeit(bello inaotion ravolutionnaire werden in aller Muße uns weiter„unsere Kompromisse mit der Bourgeoisie" vorwerfen. Schließlich verweist Jaurss nochmals die gründliche Aus einandersetzung auf einen Parteikongreß, von dem er erhofft, daß sein höchster Wille die Streitigkeiten der Parteigruppen schlichtet und die Rivalität der Personen mildert. Anstand. Oestrcich- Ungarn. Budapest, 15. Juli. Morgen Nachmittag werden die focialisti schen Arbeiter einen Umzug durch die Straßen der Stadt ver- austalten, um dadurch für das allgemeine gleiche, direkte Wahlrecht zu demonstrieren. Schweiz. Solothurn, 14. Juli.(©ig. Ber.) In unserm Kanton findet an diesem Sonntag eine Volksabstimmung statt über das revidierte Wahlgesetz und über das Gesetz betreffend das Hausier- und Markt Wesen. Zur Revision des Wahlgesetzes haben unsere Genossen schon im Jahre 1892 die Anregung gemacht. Die nun vorgeschlagenen Neuerungen betreffen die Abschaffung des Stimmzwaugs; die Sibasfung der Möglichkeit für die Bediensteten der Verkehrs- und Transportanstalten, während drei Tagen vor einer Abstimmung oder Wahl oder an dem Wahltage selbst die Stimme im Couvert an das Wahlburcau zn senden; die Bestellung des Wahlburcaus auf 4 Jahre; die Zulässigkeit der Stimmabgabe schon am Sonnabendabend von 7 bis 9 Uhr, wenn diese 300 Stimni berechtigte verlangen, ausnahmsweise auch auf das Verlangen von Behörden, Vereinen und einzelnen Stimmberechtigten; die Abgabe des Stimmzettels in einem voni Staate zu liefernden, unverschlossenen Couvert. Im Abstiinmnngslokale dürfen keine Wahl Vorschläge und keine bereits ausgefüllten Stimmzettel aufliegen oder verteilt werden; die Stimmzettel müssen von weißem Papier sein. DaS andere Gesetz bezweckt die Eindämmung des Hausier- Wesens, das fortwährend an weiterer Ausdehnung gewinnt, so von 1775 Hausierpatenten im Jahre 1896 auf 2073 in 1897. Es werden die Patentgebührcn wesentlich erhöht, Ausverkäufe und Wanderlager als Hausierhandel erklärt, ferner enthält das Gesetz eine Reihe von Bestimmungen zur Bekämpfung des sogenannten uu- lauteren Wettbewerbes, eine Art Modekrankheit, die in allen Kän- tonen grassiert. Gegen den unlauteren Wettbewerb durch niedrige Arbeitslöhne und rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiter haben die bürgerlichen Kreise selbstverständlich nichts einzuwenden.— Frankreich. Paris, 15. Juli. Die republikanischen Blätter heben mit Be- friedigung hervor, daß das Nationalfeft in Paris ohne Mißton verlaufen sei. Die nationalistischen Blätter erklären, die Truppenschau in Longchamps babe sich zu einem wahren Triumph für die Armee. insbesondere für Major Mnrchand gestaltet. Die Haltung der Menge sei ein Beweis, daß die Regierung keinerlei Sympathien im Volke besitze. In den Provinzen, mit Ausnahme von Reimes, Cherbourg und Lille, sei das Nationalfest im großen und ganzen ohne bemerkenswerte Vorgänge verlaufen. ,'Libre Parole" will wissen, Pcllicnx sei gestern auf dem Manöverfclde zu Longchamps kurz vor den: Beginn der Truppen- schau, bei der er einen Teil der Pariser Garnison befehligen sollte, unerwartet scincö Kommandos enthoben worden. Der KriegSministcr General Gallifet teilte mit, daß der Vor- sitzende des Kriegsgerichts in Rennes dahin entschieden habe, daß D.ucSnati de Bciiurcpaire als Zeuge nur über die Frage vernomnien werden solle, welche der Kassationshof dem Kriegsgerichte zur Entscheidung überwiesen hat. Der„Figaro" teilt mit. daß er mit der Veröffentlichung einiger neuer Dokumente beginnen werde, welche noch unbekannt 'eieii und sich auf die im Gange befindlichen Untersuchungen gegen du Paty de Clam und Esterhazy beziehen.— Cherbourg, 15. Juli. Nach einem Feuerwerk plünderten am Freitagabend Soldaten das Feuerwerksmaterial. Die Polizei, welche einschritt, wurde mißhandelt. Es wurden Truppen herbei- gerufen, um die Ruhe wiederherzustellen. Mehrere Personen wurden verlvundet, 60 Personen verhaftet. Die Soldaten der Marine- Infanterie sammelten sich vor dem Polizcibureau und verlaugten die Freilassung ihrer Kameraden. Die Scheiben wurden zertrümmert. Die Stadt ist militärisch besetzt.— Italien. Mailand, 15. Juli.(„Vossische Zeitung.") Nach der „Perscveranza" beschloß das Ministerium, da die Ergänzungsioahlen zum Mailänder G e m e i n d e r a t im Juni eine republikanisch- ocialistische Mehrheit ergeben haben, diesen sofort in der ersten Sitzung in nächster Woche aufzulösen. Anfang August wird ein zu ernennender königlicher Kommissar die Stadt- Verwaltung übernehmen. Die Neuwahlen sollen in drei bis sechs Monaten ausgeschrieben werden. Dieser Regierungsstreich würde sicherlich nur dazu führen, daß die republikanisch-socialistische Mehrheit eine noch größere wird als bisher. Rußland. Ueber den Tod deö Groffsürstcn'ThronfolgerS veröffentlicht der„Regierungsbote" folgende Einzelheiten: Am 28. Juni(alten Stils) S Uhr morgens unternahm der Großfürst- Thronfolger auf einem Bezinmotor-Fahrrad von Abbas- Tuman aus eine Spazierfahrt. Nachdem der Thronfolger in sehr schneller Fahrt Werst zurückgelegt hatte, kehrte er um. Eine des Weges kommende Bäuerin bemerkte, wie der Großfürst beim Umkehren die Fahrt verlangsamte und Blut spie. Gleich darauf hielt der Großsürst an und die Bäuerin sah, daß er beim Herabsteigen vom Rade wankte. Sie eilte hinzu, stützte den Thronfolger und fragte ihn:„Was ist Ihnen?" Dieser erwiderte:„Nichts". Als die Bäuerin ihm darauf Waffer anbot, winkte er zustinimend mit der Hand. Darauf ließ die Bäuerin den Thronfolger behutsam zur Erde nieder und benetzte ihm Schläfen und Mund mit Waffer. Friedlich und schmerzlos verschied sodann der Großfürst. Diese sehr verspäteten und deshalb sehrkgenauen Angaben wirken fast wie eine Bestätigung der Gerüchte, daß auch dieser Sproß der Romanows nicht ganz so friedlich gestorben sei, wie man behauptet. Serbien. MilanS Schreckensherrschaft. Neuerdings wurden in Belgrad wie auch in anderen Orten wiederum verschiedene Persönlichkeiten verhaftet, darunter in Kuprija Advokat Mija Martinatz. und in Jvanjitza der frühere Priester Arsa Prokoriewitsch. Tie Untersuchung dauert unausgesetzt fort. Ferner lvurde Blazo Petrowitsch, ein Verwandter des Fürsten von Mouienegro, verhaftet; er wurde jedoch, da feine Frau gefährlich' erkrankt ist. unter strenger Bewachung in seiner Wohnung belassen. Die Wiener„Politische Korrespondenz" meldet aus Belgrad, die wichtigste unter den dort vorgenommenen Verhaftungen sei diejenige des Blazo Petrowitsch. Dieser habe im Jahre 1894 infolge einer Aufforderung der serbischen Regierung Belgrad verlassen und sich im südlichen Ungarn niedergelassen. Die radikale Regierung habe ihm die Rückkehr nach Belgrad gestattet. Es sei für die Untersuchung wichtig, ob die Fäden der Verschwörung nach Genf, dem Wohnorte Peter Karageorgewitschs, führen. Letzterer solle kurz vor dem Attentate in Pancova und Semlin gesehen worden sei. Die Nachricht, baß d e r r u s s i s ch e Geschäftsträger in Belgrad über die Ber- Haftung von Radikalen Erkundigungen bei der serbischen Regierung eingezogen habe, s e i erfunden'— Afrika. Zur Transvaalfragc ist wenig Neues zu vermerken. Die gestern von uns schon unter Vorbehalt mitgeteilte Depesche, welche das Ende der Krisis meldet, hat sich, wie wir erwarteten, nicht bestätigt. So schnell kann eine so gespannte Situation nicht in ihren normalen Stand gebracht werden. Aber die Spannung läßt nach— dies ist nicht zu bezweifeln. Und zwar wird deii kriegerischen Plänen des Herrn Chamberlain mit wachsender Energie sowohl von Afrika aus, wie in England entgegengetreten. Das Kap-Parlament hat nicht die erwartete oder beabsichtigte Demonstration gegen die den Boeren freundliche Regierung gemacht. Es hat das seuien sehr guten Grund. Die Afrikander bilden in der Kapkolonie der Zahl nach zweidrittel, also eine beträchtliche �Majorität der Gesamtbevölkerung, und sie sind qualitativ den britischen Kolonisten mindestens gleichwertig. Während diese zum Teil eine recht gemischte Gesellschaft sind, gehören die„Afrikander" fast durch- weg zu den besten Elementen der Kolonie. Körperlich sind sie wie die Boeren, sehr kräftig, und meist gute Reiter und Schützen. Auch in den übrigen englischen Kolonien Südafrikas, namentlich in Natal, ist das holländische Element sehr stark. Es steht durchweg auf feiten der Boeren und des Orauje-Freistaates, und käme es zum Krieg, so würden die Boeren und Afrikauder überall gemeinsame Sache niachen und das britische Element känie in die schivcrste Ge- fahr. Diese Gefahr heraufzubeschwören, wäre Heller Wahnsinn. Und das begreift man in England. Die Bewegung gegen Chamberlain, der mit der Skrupellosigkeit des Spielers in seinem Treiben ver- harrt, wird stärker und stärker. Die Volksversammlung auf Trafalgarsquare am vorigen Sonn- tag war von etwa 8000 Menschen besucht; sie war begeistcrungsvoll und faßte die entschiedensten Beschlüsse. Die heutige Versammlung wird noch weit größer sein. Unsere Genoffen sind entschlossen. Herrn Chamberlain un: jeden Preis unschädlich zu machen; und auch außer- halb der Hauptstadt regen sich die Arbeiter. Gelang es aber schon am Anfang der 60er Jahre den englischen Arbeitern, einen Krieg mit Amerika zu verhindern, so sind sie jetzt noch weit mehr in der Lage, den geplanten Krieg gegen Transvaal zu verhindern. Inzwischen hat der Erste Volksraad m Pretoria— der Hauptstadt der Boeren- Republik(Transvaal)— die von der Regierung vorgeschlagene Wahlreform angenommen. Herr Chamberlain, der im Parlament bereits tüchtig in die Enge getrieben ward, kann also nicht mehr behaupten,„er kenne die' Vorschläge der Boeren nicht". Das englische Volk kennt sie jetzt, und das englische Volk wird Herrn Chamberlain gewiß zur Raison bringen— wenn auch nicht zur Vernunft.— Ein Teil der englischen Presse, die im Dienste des Konsortiums (oder Syndikats) Chamberlain- Rhades steht, schimpft noch über die „ungenügende Ausdehnung de« Wahlrechts und der Naturalisation". Das ist aber ein ebenso haltloser wie lächerlicher Einwand, denn die„Daily Chronicle' weist nach, daß ein„Unländer" nach dem neuen Wahlgesetz noch leichter Bürger der Boerenrepublik werden kann, als ein Ausländer Bürger des britischen Reichs.— Startales. Znm Schutze der Bauarbeiter hat der Bezirkspräfident für daS Unterelsaß in Straßburg, dieselbe Stelle, von der kürzlich die auch von uns mitgeteilte Verordnung zu Gunsten der Bäckerei- arbeiter ausging, eine Polizeiverordnung erlassen, die den Haupt- sächlichsten Klagen der Arbeiter über die Mißstände auf Bauplätzen abhelfen will. Die Verordnung lautet wie folgt: Wer in Gemeinden mit mehr als 10000 Einwohnern Bauten unternimmt oder herstellt, deren Ausführung eine Zeitdauer von mehr als zwei Monaten in Anspruch nimmt, ist verpflichtet, für die Arbeiter a) besondere, der Arbeiterzahl entsprechende, zur Benutzung während der Arbeitspausen und zum Schutze gegen vi« Unbilden der Witterung bestimmte Unterkunftsräume, welche mit Einrichtungen zur Vertvahrung der Kleider, zur Körperreinigung, zum Ertvärmen der Speisen versehen, mit Tischen und Stuhlen ausgestattet und bei kaltem Wetter erwärmt sein müssen, zu errichten und in reinlichem Zustande zu erhalten, sofern er nicht durch denKreiS- bezw. Polizcidirektor wegen besonderer örtlicher Schwierigkeiten ausnahms- weise davon entbunden wird; d) besondere, den Anforderungen des § 120b Absatz 4 der Gcwerbe-Ordnung enffprechende Bedürfnis« austalten herzustellen. Die vorstehenden Bestimmungen können durch die Kreisdirktoren auf Gemeinden mit geringerer Bcvölkerungs- zahl oder auf bestimmte Teile des Kreises, wo die Bauthätigkeit größeren Umfang annimmt, für anwendbar erklärt werden.— In Räumen, in welchen offene Feuer(Koakskörbe usw.) oder heiße Feuergase zum Austrocknen verwendet werden, dürscn Bauarbeiter nur beschäftigt werden, wenn für geregelte Ableitung der entstehenden Gase und für reichliche Zufuhr frffcher Lnft in die Räume gesorgt ist.— Während der kalten Jahres- zeit dürfen Bauarbeiter im Innern von Bauten nur dann ländig beschäftigt werden, wenn die Arbeitsräume durch geeignete Thür- und Fensterabschlüsse gegen das Eindringen der Kälte geschützt sind.— Bauunternehmer oder Baumeister, welche den vorstehenden Bestimmungen zuwiderhandeln, werden, sofern nickt eine höhere Strafe verwirkt ist, nach§ 471 Ziffer 15 des französischen Strafgesetzbuches bestraft. Uetzke Lteilzvufzken und Depeschen. PariS, 15. Jul.(B. H.) Die gestern in Cherbourg statt- gefundenen Unruhen venirsachen im Elhsee große Besorg- nisse. Alle Nachrichten melden übereinstimmend, daß die Soldaten aufgewiegelt wurden. Ein hoher Offizier hat sich behufs Untersuchung' der Angelegenheit nach Cherbourg begeben. Die Sol- baten belagern, den letzten Meldungen zufolge, die Polizeipräfcklur in Cherbourg. PariS, 15. Juli.(W. T. B.) Die Meldung einiger Blätter über die Enthebung des Generals Pellieux von seinem Kommando wird amtlich für unrichtig erklärt. Marseille, 15. Juli.(W. T. B.) In Aubagne fanden Raufe- reien zwischen sranzösischen und italienischen Arbeitern statt, tvobci zwei Franzosen schwer verwundet wurden. Die einheimische Bevölkerung ist�scchr �erregt._ Belgrad, 15. Juli."(B. H.) Infolge der fortdauernden Ver- Haftungen radikaler Notabeln herrscht hier eine außerordentlich gedrückte Stimmung. welche Ueberraschungen befürchten läßt. General Gruic verständigte die serbische Regierung, daß die gegen ihn gerichteten Anschuldigungen erfunden seien. Da aber unter der jetzigen Gewaltherrschaft eine gerechte Untersuchung seiner Angelegenheit ausgeschlossen sei, ziehe er es vor, im Auslande zu bleiben. Belgrad, 15. Juli.(W. T. B.) Der gestern verhastete Vetter de? Fürsren von Montenegro Bozo P e t r o v i c ist auf Befehl des Königs Alexander heute freigelassen, ans Belgrad ausgewiesen und unter Polizeibedcckung nach Semlin gebracht worden. Wie es heißr, beabsichtigt derselbe, sich nach Rußland zu begeben. Acuten, 15. Juli.v erden. Nauicntlich die Arbcitcr-Gcsangvereine, Vcrgnügnngsvereine usw., aber auch die GeivcrkschastSorgainsationen mögen besonders darauf bedacht sein, daß die einzelnen Mitglieder als auch die Vereinigung selbst streng diese Liste beachtet; nur dadurch kann das Princip, das nnS bei unserer Aktion in der Lokalsrage leiten muß, hoch- gehalten werden. Auskünfte sonne Lokallisten sind bei sämtlichen Lokalkommissions- Mitgliedern zu haben. Die Lokalkommission. Während Berlin in den letzte» Jahre» von schweren Ge- wittern dank des aiiSgedehnteii Fernsprechnetzes fast gänzlich verschont geblieben ist, traten die Umvettcr in der Umgebung Berlins desto heftiger ans. nnd so hat auch das vorletzte Geivitter»i den Bororten nrg gewütet. Schon gegen VaS Uhr ging über die westlichen Vor- städie ein von einem wolkenbruchartigen Liegen begleitetes Geivitter nieder. Die Wassermaffen waren so bedeutend, daß zeitweise der Körper der Hamburger Bahn überschwemmt wurde, jedoch wurden BetricbSstvrimgcn hierdurch nicht herbeigeführt. In Schöneberg. dein Schöncbcrgcr Ortsteil Friedeiian, svivic.in WilmerS- dorf wurden ganze Straßcnzüge unter Wasser gesetzt. Noch schlimmer trat' das Umvettcr in der Vierren NachmittagSstimde in den östlichen»>id südlichen Vororten ans, Ivo der Stegen mit starke», Hagelschlag gemischt war. Wie ein gewaltiger Wasserstrom ergossen sich die Rcacimiasscn von der Hermaimstraße in die tiefer gelegenen Straßen Rixdorfs. In Teltow, Johannisthal, Schöne- weide und Köpenick verursachte ein starker Hngelschlag erheblichen Schaden. Es fielen Schloßen in der Größe bis zu Tanbcnciern, durch welche Singvögel nnd Sperliiiac vielfach getötet wurden. Auch das ans den Feldern stehende Getreide litt außerordentlich durch den Hagel und wurde stark entkörnt. In biescn Gegenden ging dem Gewitter ein geivaltiger Sturmwind voraus, der im Treptower Park, in der Wnhlhcide, iin Kövenicker Stadtforst sowie im könig- lichcn Forst großes Unheil anrichtete. Ganz besonders die Laub- bäume hatten durch den Sturm zu leiden. In Wilhelminenhof Hing der Blitz zweimal ei», ohne jedoch erheblichen Schaden zn ver- Ursachen. Bei Schnlzcndorf traf der elektrische Strahl eine Scheune, die in Flammen aufging. Der Konkurrenzneid treibt auch im ärztlichen Stand seit einiger Zeit sein häßliches Wesen, denn anders kann man eine Notiz der„Aerzte-Korrespondeuz* gegen die Verwaltung des Zoologischen Gartens ivegen der Errichtung einer Unfallstatioil nicht deuten. Das Blatt schreibt: .Eine befremdliche Nachricht ging kürzlich durch die politische Presse. Es hieß, Herr Dr. L. Heck, Direktor deS Zoologischen Gartens sei dem Hilfskomitee ftir die Unfallstationen beigetreten und ein Neubau im Zoologischen Garten werde znr Einrichtung einer Unfallstation gratis hergegeben werden. Was Herr Dr. L. Heck als Privatmann thut, geht niemanden etwas an. Anders ist es mit der unentgeltlichen Hergäbe von Ränmen des Zoologischen GartenS. Der„Zoologische Garten" ist eine Aktiengesellschaft, deren Zweck die Erhaltung eines Tierbestandcs ist. Eigentümerin des Gartens ist die Gesellschaft, die ans Aktionären besteht. Der Betrieb einer Unfallstatioir oder auch nur die Hergabe von Räumen zu diesem Zweck liegt den eigentlichen, gesetzmäßig umgrenzten Zwecken dieser Aktiengesellschaft gänzlich ferne und stellt eine Ungehörigkeit dar, auf iv e I ch e wir ärztliche Inhaber von Aktien des Zoologischen Gartens hiermit aufmerksam mache n. Wir bitten sie, in der nächsten Gcncrälvcrsammlung den Vorstand darüber zu interpellieren,>vas er sich bei der Uebcrlassnng von Räumen an die Unfallstationen eigentlich gedacht hat. Es ist Pflicht aller Aerzte, welche in dieser Hinsicht einen Einfluß ausüben können, in der Generalversammlung zu erscheinen und ihre Stimme zu erheben." Man kann gegen die Unfallstationen manches einwenden, aber dieser Angriff ist von recht kleinlichen und engherzigen Gesichtspunkten geleitet. Tic bezahlten Agitatoren spielten seit jeher in dem Hetz- und Schimpfregistcr unserer modernen Jimnngsschivärmer eine große Nolle, wenn eS aalt, den Orgaiiiintioiicn der Arbeiter eins ain Zeuge zu flicken. Um lo interessanter ist es, die Herren Jnnungs-Agitatoren an der Hand ihrer eigenen Kassenberichte auf ihre„uneigennützige" Thätigkcit für die Innungen aufmerksam zn machen. Vor uns liegt der Rechenschaftsbericht der Tischler- Innung zn Berlin, welche zur Zeit einen Mitgliederbestand von 1124 Meistern und 233 Witwen hat. Nach dem Bericht für das Etatsjahr 1893—99 bezogen die beiden Obermeister der Innung eine„Entschädigung" von 1600 M., der erste Obermeister ferner eine Mictscntschäd'igung von 300 M., die Kassircr eine Tantieme von 439.04 M., der erste Obermeister für Ausschreibung der„Lehrbriefe" 80.50 M.. die PrüfnngSkomntisfion eine Entschädigung von 1250,80 M.. der erste Obermeister und erste Schriftführer ferner eine„Gratifikation" von zusammen 650 M. Endlich weist der Bericht nach, daß an die Vorstands- Mitglieder„für Agitation zur Zwangs- Innung" 1387 M., an Ne- präicntationskostcn beim Tischlcrtag 375 M. und für„Recherchieren der Lehrlinge" 285,50 Dt. ausgezahlt worden sind. Das ergiebt zusammen an Entschädiglliigen. Gratifikation, Tantiemen, RepräsentationS- und Agitationskostcn:c. eine Ausgabe von 6383,50 M. Es entfallen soniit von diesen persönlichen Uiilostcu auf jeden der 1124 Jnnungs- meister 5,57 M. Dabei betrug die Gcsammteimiahmc der Innung im Berichtsjahre 12,099,98 M., die Gesamtausgabe 11 662,70 M. Weit über die Hälfte aller Einnahmen sind demnach für persönliche Eiitschädtgimgen an die Agitatoren der Innung gezahlt worden. Die Eiilkonimcilsteiter-BcriifnngSkomuiission hatte sich im Jahre 1896/97 mit 42 225 von Ccnsiten und 102 vom Vorsitzenden der BeranlagniigSkommission eingegangenen Vernfimgen zu vc- schäftigen, von denen 34 816 berücksichtigt, 6427 abgewiesen wurden und 1084 noch unerledigt blieben. Infolge der Berufungen tritt ein Stcucranöfall von 479 357 M. und eine Erhöhung der Steuern um 2418 M. ein. Von einer schlecht angebrachten Knauserigkeit des Magistrats bczw. der Deputation für das städtische Turn- nnd Badewescn Ivciß man folgendes zn erzählen: Der Berliner Amateur- Schwiminklub hat seit Jahren für die Beiträge seiner unterstützenden Mitglieder eine erhebliche Anzahl unbeinittelter Volksschüler im Schwimmen ausgebildet und dafür pro Kopf in den städtischen An- stalte» den üblichen Satz von 7 M. bezahlt. Von diesen 7 M. rechnet die Stadt Berlin 3 M. für das Baden während eines Monats und 4 M. für das Lernen, wovon der Schwimmlehrer 2 M. bekommt und die übrigen 2 M. wahrscheinlich zur Kräftigung des Hundert- millionen-HaiiShaltS verwendet werden. Auf dicie„Inmpichton" zwei Märker hatte es mm gerade der Berliner Amateur- Schwimmklnb abgesehen und seinen Schwimmwart be- auftragt, an die Deputation für das städtische Turn- nnd Bade- wesen zn schreiben, um unter Hinweis auf die wohlfahrtlichen Be- strebungen nnd Ziele des Klubs um Erlaß vorgenannter 2 M. zu bitten. Nach zwei Monaten ging am 10. d. M. dem Klub eine Antwort zn. die in drastischer Kürze rund nnd nett besagt, daß„für die ans Kosten des Vereins im Schwimmen auszubildenden Volks» schülcr diesseits eine Ermäßigung der von den Genieindebchörden für die Veimtznng der städtischen Volks- Bade- Anstalt Moabit fest- gesetzten Tarifsätze nicht erfolgen kann". Unterschrieben ist das Schriftstück von dem hohen Chef des Berliner Gemeindeschulwesens, Herrn Geh. Negienmgsrat, Stadtschnlrat Prof. Dr. Bertram, Einen besonders hohen Grad von Verständnis für die Bedürfnisse der öffentlichen Wohlfahrtspflege vermögen wir in diesem Beschluß der städtischen Deputation nicht zu entdecken. Das Hans Nene Noststraste 13, gegen dcffen Abbruch be- kaimtlich die Mieterin desselben Fräulein Horn Einspruch erhoben hat, gehört zn denjenigen Hänsern, welche auf königliche Kosten erbaut sind, imd auf das das Pnblicandiim vom 31. August 1787 Nnweiidnng findet. Letzteres lautet wörtlich:„Auf ausdrücklichen immelliat Befehl Sr. Königlichen Majestät wird denjenigen Ein- wohnern zn Berlin und Potsdam, welchen auf Kgl. Kosten Häuser erbaut worden sind, hierdurch bekannt gemacht,' daß sie keineswegs die Freiheit haben, an der Fa?ado sothnner Häuser Ver« liiidenlnaen»ach ihrem Gntbefinden vorzunehmen. Es bleibt ihnen daher alles Ernstes nntersagt, weder die Affike, Vasen, Statuen, Grnäpen oder auch andere Verzierungen davon wegzunehmen oder zu verändern, wie sich einige bereits erdreistet haben, sondern alles in dem Zilstaiidc zu belassen und zn erhalten, wie ihnen solches übergeben ist. Und wollen Sr. Königlichen Majestät ferner, daß wenn aii solchen Ornamenten etwas schadhaft geworden ist, die un- bemittelten Einwohner dieses sogleich dem Ober-Hofbauamte anzuzeigen haben, welches Sorge tragen wird, daß die Reparaturen ohne Anstand auf Königliche Kosten geschehen sollen, gez. von Woellner." DaS königliche Polizei-Prästdinm hat dem Magistrat von diesem Pnblicaiidnm mit der Maßgabe Mitteilung gemacht, durch den Minister der öffentlichen Arbeiten die kaiserliche Ge- nchmigung zum Abbruch des Hauses Noßstraße 13 cinznholen. Gegen den Abbruch im Innern hat das königliche Polizei- Präsidium Einwendungen nicht erhoben. Wie billig man früher in der gute» alten Zeit hat leben können, geht recht deutlich aus zwei Urkiniden der Jahre 1525 und 1672 hervor, die jetzt anfgefimdeii sind. In der Mark Branden- bürg, so sagt eine Anfzeichnnng von 1525, war alles in guter Nnhe� während in Süddentschland die Bauernkriege tobten; ja hier in der Mark ivar sogar eine wohlfeile Zeit, sodaß ein Scheffel Roggen für e i ii e n Groschen, imd eine Tonne Bier für zwei Groschen verkauft wurde. Ans der Urkunde vom Jahre 1762 ist ersichtlich, daß zn dieser Zeit ei» Scheffel Roggen schon 8 Groschen nnd eine Tonne Bier ungefähr 10 Groschen kostete. Ferner kostete ein Morgen Land von mittlerer Fruchtbarkeit 4 Thlr., ein Morgen Wiese 5 Thlr., eine Kuh 5 Thlr.. ein ziveijähriger Stier 4 Thlr.. eine Ferse 3 Thlr. Ein Scheffel Gerste wurde auf 9 Groschen geschätzt, ein Scheffel Hafer ebenso wie Roggen ans 3 Groschen. Aus einer Liguidation für eine Vcerdignng, die 1072 stattfand, er» giebt sich, daß ein Sarg 1 Thlr. 12 Groschen kostete. Die Geist- lichen erhielten 1 Thlr. 2 Groschen für die Beerdigung und für die Leicheichredigt auch noch 1 Thlr., der Totengräber 1 Groschen 6 Psemiige und für Anfertigung deS Grabes 4 Groschen, der Ober- kllster 2 Groschen, der Unterküster 1 Groschen. Zwischen der Centrale der Berliner NetinngSgesellschaft und dem Kraiikenhaus Charloitcnlmrg ist eine unmittelbare Fern- sprechverbindung eröffnet worden. Diese Verbindung wurde von der Centrale beantragt nnd vom Magistrat der Stadt Charlottenburg in der bereitwilligsten Weise genehmigt. Damit tritt das Charlotten« bnrger Krankenhaus in die Reihe der Hauptwachen der Berliner NetttingSgesellschaft ein. Einen ftutcit Fang hat die Polizeibehörde mit der Verhaftung� des Arbeiters Wiukler gemacht, der. wie wir seiner Zeit meldeten, unter einem Wagen schlafend angetroffen wurde. W. hatte einen starken Knüttel als Waffe bei sich, von dem er nur deswegen keinen Gebrauch machen konnte, weil er im Schlaf überrascht und geknebelt wurde. Der Festgenommene, der fünf Vorstrafen erlitten hat. hat bereits auf allen Gebieten der Eiubrcchcrkunst gearbeitet. Während er früher„Kawruse" machte, wie es im Gaunerjargon für Kompagnie- arbeit heißt, führte er jetzt nur noch allein Gelegenheitseinb'rüche aus, und ganz besonders widmete er sich den Diebstählen von Fahr- rädern, für die W. einen Abnehmer in der Person eines schon früher verhafteten Fahrradhändlers in der Linienstraße hatte. Baii-Nnfall. Der Stciniräger Roscnberg stürzte gestern mittag auf dem Neubau Florastraßc 33 in P a n k o w von der zweiten Etage in das Kellergeschoß. Der Verunglückte war mit einem Brett eingebrochen und zog sich nicht unerhebliche Verletzungen zu, die seine Ueberführung in ein Krankenhaus notwendig machten. Aus Not erschossen hat sich am Freitagnachmittag um 6 llhr der 34jährige Arbeiter Julius Albrecht, der Hvchstestr. 22 eine Küche bewohnte. Seit längerer Zeit ohne Beschäftigung, war er zuletzt menschenscheu geworden. Nachdem er am Frcilagnachmittag niehrcre Briefe geschrieben hatte, in denen er sich als lebensmüde bezeichnet, hörte man den Knall eines Schusses und fand A., der sich mit einer Revolvcrkugel ins Herz getroffen hatte, als Leiche auf dem Fuß- bodcn liegend auf. AlS Kiudcöinörderi» ermittelt und verhaftet wurde am Freitagabend um 7 Uhr bei ihrer Rückkehr von der Arbeitsstelle die 28 Jahre alte Falzerin Anna Gottsched, die vor 6 Wochen von dem Bierabziehcr Suly in der Gitschinerstr. 57 ein leeres Zimmer abmietete. Sie verkehrte im Hause mit niemand und hatte ihre Zimmcrthür stets verriegelt, wenn sie zu Hause war. Am Sonnabend und Sonntag blieb sie still zu Hause, Montag ging sie wieder ihrer Arbeit nach. Freitagabend ivurde plötzlich durch den Vorstand des 42. Polizeireviers mit vier Beamten in dem Zimmer der Gottschcck Haussuchung gehalten. Dabei Ivurde in einem Koffer mit einer Windel erdrosselt die Leiche eine? Knaben entdeckt. Das Kind scheint in der Nacht zum Sounabend, den 8. d. M., geboren zu sei». Die Mutter hat also eine ganze Woche lang die Leiche in dem Koffer versteckt gehalten. � Die Nachbarn haben keine Ahnung von dem Vorfall gehabt. Die Anzeige soll von einer der Gottschcck nahe- stehenden Seite erstattet sein. Durch cinen Sturz aus dem vierten Stock auf die Straße hat sich am Sonnabendvorniittag um 10V« Uhr der 62 Jahre alte Invalide Albert Springer das Leben genommen. Er hatte im vorigen Jahre einen Schlaganfall erlitten und war infolgedessen ge- lähmt. Nun wurde auch noch sein Augenlicht so schlecht, daß' er Besorgnis darüber hegte. Nachdem er mehrfach seinem Lebens- Überdruß Ausdruck verliehen hatte, benutzte er die Zeit, wo seine Ehefrau in der Markthalle ihren Vcrkaufsstand eingenommen hatte und die drei erwachsenen Kinder auf Arbeit waren, u>n auf die Straße hinauszuspringen. Mit zerschmetterten Gliedern ließ die Polizei den noch lebenden Mann in einem Lückschcn Rettungswagen nach dem Krankenhaus am Fricdrichshain bringen. Als er dort ein- traf, war der Tod indes eingetreten. Wiederum ei» Kurzschlusf im Straßeubahu-Bctricb. Ms der Wagen 1252 der Linie Gesundbrunnen— Kreuzbcrg am Sonnabend- vorinittag um 11 Uhr 35 Minuten über den Kvllnischcn Fischmarkt fuhr, erzolgte plötzlich ein douuerühnlicher Knall. Gleichzeitig ichlngcn Flammen von der Führnngsstauge herunter bis ans die Geleise, und andere Fencrsänlcn stiegen ans der Bctricbscinrichtung unter dem Wagen hervor. Ter ganze Wagen befand sich inmitten eines elektrischen Feuerwerks und wurde bald in dicken L.unlin gehüllt. Die Fahrgäste mußten aussteigen, da an eine Weiterfahrt nicht gedacht werden konnte. Außerdem ader hatte sich der Frauen und Kinder eine derartige Angst bc- machtigt. daß sie schreiend ihre gefährlichen Plätze verließen. Die Ä'cuererschciiiniig dauerte natürlich nur wenige Sekunden. Bei der Arbeit schwer zu Schaden gckomincn ist am Soniiabeudunttag um 12Ve Uhr der 14 Jahre alte Lehrling Richard Stegemann ans der Kastanien-Allee 95/96. Er ist in der Eisengießerei von Härtung in der Prenzlauer Allee beschäftigt; dort traf ihn ein herunterfallender Formenkasten derart, daß ihm der rechte Schenkel zerschmettert wurde. Eine Panik bei einem Brande entstand Sonnabend früh 7 /s Uhr in dem Hause des Gcwerbegerichts-Beisitzcrs, Fabrikanten O. Weigert, in der Auklamerstr. 33. Im ersten Stock des rechten Seitenflügels besindct sich das Comptoir der Werkzeugfabrik von Hamann und daneben die Wohnung des Privatgelehrren Liers. Bc- wohner des ersten Stocks machten früh 6 Uhr die eigentüinliche Beobachtung, daß trotz der während der Nacht erfolgten starken Ab- kühlung der Korridor eine ungewöhnliche Wärme ausstrahlte. Rinn legte anfangs diesem Umstände keine große Bedeutung bei, bis dann bald nach 7 Uhr Rauch aus den Comptoirfcnstern drang. Der Nachbar Liers hatte soeben seine Stube verlassen, als eine heftige Detonation erfolgte. Wenige Sekunden darauf erschiittterte em zweiter Knall das Gebäude, und Flammen schlugen diirch die zertrümmerten Fenster empor bis zur dritten Etcige. Durch die allein Anschein nach durch Petroleum und Benzin erfolglen Detonationen wurden auch die Fenster des Qucrgcbäudcs teilweise zertrümmert. Da durch das Feuer eine Berqualmung der Treppen eingetreten war, befanden sich die Bewohner der oberen Stockwerke in großer Aufregung. Ans dem vierten Stock wurde eine Frau und ein kleines Kind an Stricken aus ein etwas tiefer liegendes Fabrik- dach herabgelassen, während eine andre Fran ans einer angesetzten Leiter in Sicherheit gebracht wurde. Die in Stärke von fiiiis Zügen herbeigeeilte Feuerwehr schickte zunächst über zwei mechanische Leitern Mannschaften nach den oberen Stockwerken vor, um die Bewohner zu beruhigen. Das Feuer war innerhalb einer Stunde gelöscht, doch zogen sich die Aufräunuuigsavbeiten bis Mittag hin. Am härtesten betroffen ist Liers, dessen große Bibliothek vernichtet wurde. Er war nicht versichert. Ei» größeres Schadcufcuer kam Sonnabend früh 10 Ve llhr Ritterstraße 27 in der Elektrorechnischeu Fabrik von Hugo K r o I i k u. Wolf zum Ausbruch. Der Hausdiener war in der Küche damit beschäftigt, über einer Spirituslampc Kaffee zu kochen, als die Lampe explodierte und einen in unmittelbarer Nähe befindlichen Hansen Holzwolle in Brand setzte. Bevor der Hausdiener sich von seiner Ueberraschung erholt hatte, waren die Flammen ans den benachbarten Lagerraum übergesprungen. Die allarmicrtc Feuerwehr hatte Mühe, das Feuer zum Stehen zu bringen. Drei größere Räume sind aus- gebrannt und wird allein der Verlust an Glühkörpem und Be- ieuchtnugSgegenstnuden auf 15 000 M. geschätzt, der jedoch durch Ver- sichcrung gedeckt ist. Theatcr-Rcpertoir vom 16.— 22. Juli. Opern-Theater (Kroll). Montag und Freitag geschlossen, die übrigen Tage:«Die Fledermaus".— Residenz-Theater. Alle Tage:«Einsiedler" und„Schlafwagen-Controleur".— Neues Theater. Alle Tage: „Wahrsagerin" und„Frage au das Schicksal".— Theater des W e st e n s. Sonntag:„Fra Diavolo", Montag:„Zauberflöte", Dienstag:«Troubadour". Mittwoch:„Versunkene Glocke", Donners- tag:„Fra Diavolo", Freitag:„Versunkeue Glocke".— Schiller- Theater. Sonntag:„Postillon", Momag:„Carmen", Dienstag: „Stradella", Mittwoch:„Zar und Zinnnermann", Donners- tag:„Postillon", Freitag:„Martha", Sonnabend:„Zauber- flöte".— Central-Theater: Alle Tage:„Lumpenpack".— Friedrich- Wilhelm st ädtisches Theater. Sonntag und Montag:„Fuhrmann Henschel", Dienstag:„Trompeter von Säkkiugcn". Mittwoch:„Hütteubesitzcr". Die übrigen Tage: „Eharlehs Tante". Alexanderplatz-Theater. Alle Tage: „Nana".— Osicnd-Theater. Alle Tage:„Die Ahufrau." Aus de» Nachbarorten. Charlottcuburg. Die Wählerlisten für die im Herbst stattfindenden Stadtverorductenwahlcn liegen vom 15. bis 30. Juli. Wochentags von 8 Nhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, Sonntags von 8 bis 12 Uhr vormittags im Statistischen Amt, Berlinerstr. 77 I, öffentlich aus. Während dieser Zeit kann jeder Einwohner gegen die Nichtigkeit der Listen Einwendungen erheben. Da nur diejenigen Einwohner wahlberechtigt sind, die in der Liste stehen, so hoffen wir, daß jeder Genosse sich davon überzeugen wird, ob sein Name in die Liste eingetragen ist, damit er nicht durch Zufall feines höchsten Rechtes verlustig geht. Wer selbst keine Zeit hat, die Listen durchzusehen, wende sich an einen der nachstehenden Genossen, die ihin diese Arbeit gern abnehmen werden: Leder, Bismarckstr. 74; P a a s ch e. Potsdamerstr. 44; Morgen roth, Christstr. 20; Kant. Pestalozzistr. 65; Krause. Kantstr. 04; Eberhard, Wilmersdorferstr. 38; Dickfach, Wallstr. 69; Wille, Bismarckstr. 35; H o h m u t h, Krummestr. 41; P e t r i ck, Goethestr. 33; Schar nberg, Schillerstr. 40, I; Beyer, Wall- strnße 04; Dörre, Wallstr. 00; Röttger, Leibnizstr. 3; Schilling, Pestalozzistr. 06; H e u t s ch k e, Goethestr. 13; S i e g r i st j Guteubcrgstr. 4; Gimpel, Osuabrückerstr. 4; K r u I l, Osuabriickcrstr. 30. Köpenick. Der Magistrat gicbt bekannt, daß die Liste der stimmfähigen Bürger vom 15. bis 30. Juli 1800 im hiesigen Magistratsbureau, Zimmer 3, öffentlich ausliegt, und jedes Mitglied der Stadtgcmeiude gegen die Richtigkeit der Liste beim Magistrat Einwendungen erheben kann. Bekanntlich hatten eine Anzahl der Wähler der 3. Abteilung gegen die Nichtigkeit der Wahlen vom November 1803 Einspruch er- hoben, worauf die Mahlen der 3. Abteilung am 6. Juli d. I. vom Bezirksausschuß für ungültig erklärt wurden. Wir niöchtcn die Wähler auf folgende Punkte hinweisen, die bei Einsicht der Listen zu beachten sind: 1. Da es hier üblich ist, daß der Magistrat außer den amt- lichen Bekanntmachungen in den Tagcsblätteru auch noch schriftliche Einladungen an die Wähler ergeben läßt, welche die Nummer des Wahlberechtigten aus der Wählerliste enthalten, so ist es unbedingt notwendig, daß sich jeder die Nummer, welche vor seinem Namen steht, abschreibt. 2. Ist darauf zu sehen, daß der Vorname sowie auch das Gewerbe des betreffenden Wählers in der Liste genau angegeben ist. 3. Ist genaue Angabe der Wohnung erforderlich. Falls dieselbe in der Liste nicht richtig angegeben ist, beantrage mau, dies zu ändern. Wenn jeder Wähler der Sache daS rechte Interesse eutg egenbringt. so können viele Scherereien vermieden werden. Unsere Parteigenosscil mögen jetzt schon im stillen für die nächsten Kommunal- wählen fleißig agiiieren, und für diejenigen Wähler, welche keine Zeit haben, die Listen einzusehen, sich der Mühe unterziehen, diesen Auftrag zu übernehmen. Arbeiter und Parteigenossen Schöncbergs! Mit Rücksicht auf die im Herbst bevorstehenden Stadtverordneten- Ersatzwahlen wird darauf ausinerksam gemacht, daß die Liste der wahlberechtigten Bürger in der Zeit vom 15. bis 30. Juli, werktäglich von 0—3 Uhr, im Feuerwehrgebäude, Feurigstr. 63—64/ Portal II, 3 Treppen. Zimmer 23. zur Einsicht auslicgt. Möge kein Arbeiter Schöncbergs verabsäumen, sich durch Einsichtnahme davon zu überzeugen, ob sein Name ein- getragen ist. Einsprüche gegen die Richtigkeit oder Voll- ständigkeit der Liste werden nur innerhalb der bezeichneten 14 Tage vom Magistrat berücksichtigt. Um den Wählern, die keine genügende Zeit zur Einsicht in diese Listen übrig haben, die Sache zu erleichtern, haben sich nachstehende Personen bereit erklärt, dicS zu thnn: W. Baumle r, Apostek-PankuSstr. 13. F. Hauser, Scdan- straße 31. O. Hoppe, Merseburgerstr. 7. Moll. Spouholz- straßc 34. O b st. Grunewaldstr. 110. P ü s ch e l. Gntzkowstr. 0. Schilling, Kyffhänserstr. 16. Schulz, Bahnstr. 35. S ch ü n i ck e, Bahnstr. 10. W e i n g a r t, Gustav Freytagstr. 7. R. Nagel, Feurigstr. 4. Auch nehmen die bekauurcren Parteigenossen Adressen entgegen. Schöncbcrg. Das neunte Stiftungsfest des Arbeiter-Bildung-Z- Vereins findet am heutigen Tage statt. Nicht Mühe noch Kosten sind gescheut worden, um das Fest zu dem zu gestalten, was es richtig fein soll: ei» Volksfest, im wahren Sinne des Wortes. Für gute Bedienung wird der Wirt des Volksgartens, E. Witte in Wilmcrs- dorf, Sorge tragen. Wir bitten um recht zahlreichen Besuch. Die nächste Versammlung deS Arbeiter- Bildungsvereins findet am 17. Juli ftart. Der Vorstand. Britz. Sonntag findet hier in BethgeS Konzert-Park, Chausseestraße 39, ein Arbciter-Sommerfest statt, zu dem mehrere Gesang- vereine, der Musikverein«Einigkeit" und die„Freie Turncrschafr" ihre Mitwirkung zugesagt habeii. Bei eintretender Dunkelheit wird eine Kinder-Fackclpölonaise arrangiert werden und im Saal findet großer Ball statt. Für Unterhaltung mannigfacher Art wird gesorgt. Das Komitee. Schmargendorf. Am Dienstag, den 18. Juki, abends 8Vs Uhr, findet die Generalversammlung des ArbeiterbildungsvcrcinS im Wirtshaus Schmargendorf statt. Arbcitcr-BildungSvcrcin für Martendorf und Umgegend. Am Dienstag den 13. Juli abends 8Vs Uhr, findet im Lokale des Herrn Gerth, Tcmpelhof, Dorfstr. 18, eine Generalversammlung statt. Stcglitz-Fricdcnau. Die nächste Versammlung des Arbeiter- Bildungs-Vereins findet am Dienstag, den 18. er., bei Schellhaasc, Ahornsiraßc, statt. Vortrag über„Naturheilmcthode und Medizin." Pankow-'Nieder- Schönhansc»! Der Socinldemokratische Arbeiterverein hält am Dienstag, den 18. d. M., abends 8Vs Uhr, im Restaurant Störr. Müblenftr. 24, seine ordentliche Generalversammlung ab. Znni ersten Punkt der Tagesordnung wird Gc- nosse Frciwnldt über„Kommunale Angelegenheiten" referieren. Die- jeingen Mitglieder, welcbck noch mit ihren Beiträgen im Rückstände find, werden ersucht, bis zur Generalversammlung dieselben beim Kassierer Kümmert in Ordnung zu bringen. Der Vorstand. Der geprellte Fahrraddieb. Einer der überall herum- lungernden Fahrraddiebe sollte am Donnerstag die Ungunst des Schicksals an sich erfahren. Derselbe bemerkte, wie ein junger Kauf- inaini mit seinem Rade vor dem Hause Grunewaldstr. 114 hielt. Der Besitzer deS Fahrrads war unvorsichtig genug, einen Brief, den er dort abgeben wollte, bereits auf der Straße aus feiner Brust- tasche zu ziehen. Als er Wiederaus dem Hause heraustrat, war sein Rad verschwunden, und er hatte noch die Freude, einen reduziert aussehenden Menschen ans dem Rade in wilder Hast nach Wilmcrs- dorf zu davonjagen zu sehen. Die Rufe:„Haltet den Dieb!" trieben diesen nur zu größerer Eile an. Ein Hindernis für den Spitzbuben waren aber einige in der Nähe der Goltzstraßc spielende Kinder. In ihrer Angst rannten diese gegeneinander, und das Rad sauste auf die zu Bodcn gefallenen Kleinen hinweg. In weitem Bogen überschlug sich der Spitzbube, raffte sich aber schnell auf und entkam, von einem Zuge der westlichen Vorortbahn, welcher gerade vorbei kam, gedeckt, über den Rest des Akazicniväldchcns seinen Verfolgern. Das Rad hatte er natürlich an der Unglücksstätte zurückgelassen. Die Kinder sowohl als auch das Rad haben keinerlei Schaden er- litten. Ein früherer Gefangenaufscher als Dieb. In Schmöckwitz versuchte vorgestern ein Dieb die Ladenkasse des Gastwirts G ä r i s ch zu plündern. Der Bierfahrer Werner aus Grünau� ertappte ihn je- doch hierbei, und er wurde dem Gendarmen überliefert. Man führte ihn dem Amtsgefängnis in Zeuthen zu. wo sich herausstellte, daß der saubere Patron früher Gefangenaufseher gewesen und wegen grober Vergehen, die er sich in dieser Stellung hatte zu schulden kommen lasten, entlassen worden war. Dem Schöncbcrgcr Magistrat soll ein Vorschlag unterbreitet werden, zwecks Ankaufs eines für die Errichtung eines Krankenhauses notwendigen Terrains mit dem Besitzer eines am Priesterwege liegenden größeren Grundstückes in Unterhandlung zu treten. Da der Besitz eines eigenen Krankenhauses ein dringendes Bedürfnis ist. so wäre zu wünschen, daß der Schöne- berger Magistrat sich bald über den Ankauf eines geeigneten Terrains entscheidet. Eine Falschmünzerbaiide, die mit ihren Falschstücken lange Zeit Berlin und Spandau unsicher gemacht hat, ist jetzt hinter Schloß und Riegel gebracht worden. ES wurden, wie die /Spand. Korr." meldet, der Arbeiter Richard Steinhäuser, Berlin. Spandauerstr. 20, wohnhaft, sodann der Schlosser Krause und der Arbeiter Fritz Röhl, beide in Spandau, und ferner der Arbeiter Tingler a»S Tiefwerder bei Spandau verhaftet. Tingler war zum Herbst Soldat geworden und befand sich bei seiner Festnahme auf Urlaub in Tiefwerder. Als Vcrfertiger der falschen Geldstücke gilt der Schlosser Krause, der in einer der Spandauer Militärwerkstätten arbeitete; die anderen drei sind ihm beim Umsetzen der Falsifikate behilflich gewesen. Wahruchmnug berechtigter Interessen. Eine intereffaute Entscheidung über die Inanspruchnahme des Z 103 iWahruehinuug berechtigter Interessen) fällte am Donnerstag der Strafsenat des Kammergerichts. Der Leiter der Berliner Buchdruckerbewegung und Vorsitzende des Vereins Berliner Buchdrucker, Albert Massini. hatte sich ain 8. November v. I. zu dem Buchdrnckereibesitzcr Schneider begeben, bei dem wegen der Entlassung eines Schriftsetzers die übrigen die Arbeit niedergelegt hatten, um im Auftrage der Organisation den Streit zu schlichten. Da Sch. auf die Wieder- einstelliing aller Ausständigen nicht eingehen wollte und erklärte, er behalte sich vor, die Setzer«auszumustern", bemerkte Massini: „Jeder Gehilfe muß es dann unter seiner Würde halten,� bei Ihnen zu arbeiten!" Dieser Ausspruch trug ihm eine Beleidignngsklage ein. Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Geldstrake, während das Landgericht die dagegen eingelegte Benifung des An- geklagten verwarf. Der Richter erklärte die Auslassung Massinis für beleidigend und versagte ihm den Schutz des K 193, weil die Acußerung nicht in Wahrnehmung berechtigter Interessen gefallen sei und in keinem Zusammenhang mit dem Verhandlungs« gegenstände gestanden habe. Auf die Revision des Angeklagten hob das Kammergcricht dies Urteil ans und wies die Sache zur ander- weitigen Entscheidung an das Berufungsgericht zurück. Die Aus- � schließung des§ 193 zu Ungunsten des Angeklagten beruhe auf einem Rechtsirrtum. Es sei nachzuprüfen, ob ans der Form der Aeußerung und den begleitenden Umständen die Absicht der Beleidigung hervorgehe. DaS Schicksal einer unglücklichen Fra» erregte gestern im Kriminnlgcrichtsgebäude Mitleid. Die jetzt in Nürnberg verheiratete Frau G.'sollte sich vor Jahren des Verbrechens gegen das keimende Leben schuldig gemacht habe». Die That gelangte erst in diesem Jahre zur Kenntnis der Behörde. Die Angeklagte wurde vor die zweite Strafkammer des Landgerichts I geladen, erschien aber nicht zum Termine. In einem Schreiben erklärte sie. daß sie in den dürftigsten Verhältnissen lebe und keine Reiscnnttel besitze. Das Gericht beschloß darauf, die Angeklagte zwangsweise vorsühren zu lassen. Zum Termine am Donnerstag erschien die Angeklagte in Begleitung eines bayrischen Gendarmen. Sie wurde zu sieben Wochen Gefängnis verurteilt. Nach Schluß der Verhandlung erfuhr sie zu ihrer Bestürzung, daß der Gendarm bereits wieder abgereist sei. Sie war des Glaubens gewesen, daß sie auch auf Staatskosten wieder nach ihrer Heimat zurückbefördcrt werden würde. Nun stand sie ratlos da, denn sie besaß keinen Pfennig. In ihrer Not wandte sie sich an den Staatsanwalt, dem sie in bewegten Worten schilderte, daß sie ihrer kleinen Kinder wegen schleu« »igst»ach Hause müsse. Der Staatsanwalt riet ihr, sich aii das Polizeipräsidium zu wenden mit der Bitte, ihr Reise- Vorschuß zu gewähren, welches dann von der Heimatsbehörde in Nürnberg wieder eingezogen werden könne. Das Polizei-Präst- diuin wies die Bittstellerin mit dem Bescheide ab, daß zu dem ge« dachten Zwecke eine Kasse nicht vorhanden sei. Frau G. mußte während der Nacht das Asyl für Obdachlose aufsuchen. Am Freitag- vormittag erschien Frau G. wieder beim Staatsanwalt, um ihm ihre Not zu klagen. Sie wurde nochmals, diesmal mit einem schriftlichen Vermerk versehen, an die Polizei ver- wiesen. Thränenden Auges kehrte die Frau zurück, d i e Polizei chatte sie mit der Androhung zurück« gewiesen, daß sie im Arbcitshause untergebracht werden würde, wenn sie sich nicht innerhalb eines Zeitraumes von fünf Tagen Unterkunft ver- schaffe. Die Schilderung ihrer Nothlage regte den Wohlthätigkcits- sinn einer Gruppe von Zeugen, welche auf dem Flur des Aufrufs harrten, dermaßen an. daß sie unter sich eine Sammlung ver- anstaltcten, wodurch die bedauernswerte Frau in die Lage versetzt wurde, die Heimreise antreten zu können. Ter Brand des Schlosses Schönholz, des SchützenhauseS der Berliner Gilde, der am 30. April d. I. den Fcstsaal der Gilde mit unersetzlichen alten Andenken einäscherte, beschäftigte gestern die erste Fcricnstrafkammer am Landgericht II. Wegen fahrlässiger Brandstiftung war der 10 jährige Hausdiener Wilhelm H ö h n s angeklagt. Ursprünglich war eine böswillige Brandstiftung angenommen worden, auch in der Presse wurde der � Verdacht ausgesprochen, daß vorsätzliche Brandstiftung vorliege, die Unter- suchung hat jedoch ergeben, daß nur eine Fahrlässigkeit vorlag. Am Tage des Brandes funklionierte die Wasserleitung nicht, die durch ein Reservoir gespeist wurde, welches auf dem Bodcn über dem Fest» ffale der Gilde, der als Speicher benutzt wurde, stand. Dieses Reservoir war mit Holzwolle umkleidet, um dasselbe im Winter vor dem Zufrieren zu schützen. Der Angeklagte mußte ein Schwefelholz anzünden, um den Defekt zu entdecken. AlS daS Streichholz ab- gebrannt war, warf er den glimmenden Rest fort und dieser muß ivohl, was er selbst als Möglichkeit zugab, in die Holz- wolle gefallen sein. Der Oekonom des SchützenhauseS gab dein Angeklagten das Zeugnis eines überaus willigen, aber etwas simplen Menschen. Er mache sich selbst Vorwürfe � darüber, daß er den Angeklagten hinausgcschickt habe, um die Ursache des unterbrochenen Wasserzuflusscs zu suchen, ohne an die Feuergefährlich- kcit der Anlage zu denken. An diese habe übcrhaupr niemand ge- dacht, auch die Polizciorgane nicht. Daher sei es dem Angeklagten kaum anzurechnen, daß er den Brand verschuldet habe. Wie die Beweisaufnahme ferner ergab, ist ein Brandschaden von 60000 M. entstanden. Der Staatsanwalt beantragte zwei Wochen Gefängnis, der Gcrickitshof erkannte aber unter Berücksichtigung der eigenartigen Verhältnisse, ivelche bei dem Brande mitgewirkt hatten, nur auf 100 Rk. G c l d st r a f e. Im Banne deS Kohlcnsyndikatö. Ein intcreffanter Prozeß kam ain Donnerstag am Dortmunder Landgericht zum Austrag. Bckanuntlicki ist vor einiger Zeit die Zeche„Kaiserstnhl I und II", bisher der Gewerkschaft„Weslfalia" gehörig, an die Aktiengesellschaft Hoefch verkauft worden, die mit ihren: Etablissemenr an Zeche „Kniserstnhl" angrenzt. Die Aktiengesellschaft wollte sich auf diese Weise ihren Kohlenbedarf in vorteilhafter Weise sichern. Sie hatle jedoch die Rechnung ohne das Westfälische Kohlensyndikat gemacht, welches für sich in Ansprrlch nahm, daß die Rechtsnachfolger der „Gewerkschaft Westfalia" nach wie vor an die Verträge gebunden 'den, welche mit dem Kohlensyndikat abgeschlossen seien. Darüber kam es zu einem Prozeß, welcher zn Ungunsten der Aktiengesellschaft Hoesch am Dortmunder Landgericht entschieden wurde. Nach dieser Entscheidung ist die q e s a m t e Produktion der Gewerk- 'chaft„Westfalia" bis zum Jahre 1006 an das K o h l e n s y n d i k a t abzuführen. Die Differenz zu Ungunsten der Aktiengesellschaft Hoesch beträgt jährlich 240 000 M., also rund IVs.Millionen Mark! Die Entscheidung ist in dem angegebenen Sinne gefällt, weil die Gewerkschaft„Westfalia" nach dem Vertrage mit dem Kohlensyndikat sich bis 1006 nicht auflösen darf, ohne die bisherigen Verpflichtungen gegenüber dem Syndikat anfrcchtzu-! erhalten. Das Graben- Unglück ans Zeche Necklinghansen I über das wir bereits kurz berichteten, scheint glücklicherweise etwas weniger schlimm zn sein, als nach den ersten Nachrichten zu befürchten war. Von den 80 Im diesem Flöz arbeitenden Bergleuten konnte die Mehrzahl sich noch retten. Bis Sonnabend- mittag war es trotz angcstreugtcstcr Thätigleit der Beleg- schaften noch nicht gelungen. alle Verschütteten aus de» Trümmern herauszuholen. Von den acht Mann, die man noch heranfbefördert hat, waren vier Mann sehr schwer verletzt, von den vier Mann, die noch fehlen, ist anzunehmen, daß nian sie nicht mehr lebend erreicht, sind sie von dem einstürzenden Gestein nicht erschlagen, so dürften sie unter dem Schutt ans Mangel an frischer Luft erstickt sein. lieber die Ursachen der Katastrophe wird der„Köln. Ztg." geschrieben: „lieber die Ursache des Unglücks ist nian noch nicht im klaren. Ausgeschlossen ist ja nicht, daß es sich um ein Erdbeben vulkanischen Ursprungs handelt, wahrscheinlich ist es aber nicht. Im Kohlenrevier haben sich in den letzten Jahren zahlreiche derartige Erschütterungen ereignet, im Dortmunder Revier dreimal, hier zuletzt vor zwei Jahren. Die Sachverständigen sind hierbei auf Grund eingehender, insbesondere vom königlichen Obcrbergnmt in Dortmund gesiihrter Untersuchungen zu der Annahme gelangt, es handle sich nichr um wirkliche, durch vulkanische Einflüsse herbeigeführte Erdbeben, sondern um Zu- sammenbruch im Erdinnern befindlicher Hohl- r ä u m e. Solche Ausdehnung wie jetzt haben aber die Er- schütternngen bis jetzt noch nie' genommen, sie ivaren stets örtlicher Natur, jetzt erstrecken sie sich über mehrere Bcrgreviere. Bei der immer größern Ausdehnung des Kohlenbergbaues, bei den ungeheuren Mengen Wasser, die durch die Gruben dem Erdreiche entzogen werden, müssen ja naturgemäß Hohlräume entstehen Die Erderschütterung ist auf der ganzen Linie sehr stark gewesen, zahl- reiche Schornstcinbckrönungcn sind abgestürzt, die fallenden Stein- massen durchschlugen die Dächer, die Mobilicn gerieten in den Häusern in Bewegung, Bilder fielen von den Wänden, Leute wurden thatsächlich ans den Betten geschleudert, es entstand eine wahre Panik. Daß die Erschütterung durch den Zusammen bruch der Flözteile herbcigcsührr sei, ist nicht gut an- zunehmen, denn dazu sind die Brüche nicht groß genug, auch liegt die Bruchstelle 400 Meter unter der TagesoberfläSe.' Es wollen hiesige Eingesessene schon in den letzten Tagen wellenartige Er schntterungen des Erdbodens bemerkt haben; ebenso behaupten Berg leute, sie hätten schon tags vorher in der Grube ein eigenartiges knisterndes Geräusch vernommen. Die Fachlclite haben alle Ursache, den Erscheinungen nachzuforschen." Ist die Annahme, daß das Unglück durch Zusainmcnbruch von Hohlräumen geschehen ist. richtig— und diese Annahme scheint sehr ivahrscheinlich—, so bedeutet das eine stets sich steigernde Gefahr für die Bergleute. Um so notivendiger wird die Einführung und strikte Jnnehaltung aller nur möglichen Schntzvorrilbtungen. Die Unglücksfälle der letzten Jahre haben gezeigt, wie sehr in' dieser Bc ziehung von den Zechenverwaltungen gesündigt wird. GeHVevKfitzslftliiJjes. Die AuSsperrnng der dänische» Arbeiter scheint noch lange nicht ihr Ende erreichen zu sollen. Die VerHand- klingen, über deren Abschluß wir zur Zeil einen Bericht noch nicht erhalten haben, werden, nach dem bisherigen Bcrlauf zu schließen, wohl kaum zu einem Friedensschluß führen. Das haben die Leiter der dänischen Arbeiterorganisationen auch längst vorausgesehen. Ihre größte Sorge mußte daher die sein! vor allem die Masse der Ausgesperrten, durch Unterstützung Ivenigstcns einigem, aßen vor Mangel zu schützen. Aus den Reihen der dänischen Arbeiter selbst ist eine allzu große Hilfe nicht zu erwarten, da ja eine so große'Zahl, und zwar die besten Elemente, von der Aussperrung betroffen sind.'Die Führer der dänischen Arbeiter haben sich denn nach dem Auslände, namentlich nach Deutschland gewandt, um Hilfe zu erhalten Sie haben hier auch ein offenes Ohr gefunden, die Gelder sind schon reichlich geflossen, aber es find große Summen nötig, all die Tauscnde mit ihren Familien zu unterstützen. Zur Zeit ist der Folkcthings- abgeordnete S i g w a l d Olsen auf einer Rundreise durch Deutsch- land begriffen. um die deutschen Gewerkschaften um schnelle und ausgiebige IHilfelcistimg für die vonj dem Unternehmertum vcr- gewaltigten Arbeiter zu ersuchen. Die meisten der Ccntralverbände haben bereits erhebliche Summen bewilligt, weitere Summen sind in Aussicht gestellt. Herr Olsen, der die letzten Tage hier in Berlin gewesen, will auch die übrigen Centralvorstände der deutschen Gewcrkschnftsverbände besuchen. Wir sind überzeugt, er wird auch dort, wie hier in Berlin, das größte Eutgegenkominen finden. Die deutsche Arbeiterklasse, die noch jederzeit eine offene Hand gehabt, wo es galt, die Rechte der Arbeiter zn verteidigen, wird auch diesmal nach besten Kräften bestrebt sein, ihren dänischen Brüdern beizustehen, damit nicht der Hunger, der beste und gefährlichste Bundesgenosse der Unternehmer, die Arbeiter zur Unterwerfung unter den Terror iSnius der Kapi- t a l i st e n z>v i n g e. »• * Kopenhagen, 15. Juli. Die Vermittlungsversuche in der großen Aussperrung im Baugewerbe und in der Eisenindustrie sind endgültig gescheitert. Das Einigungsamt hat sich heute, ohne Erfolg erzielt zu haben, aufgelöst.— Berlin und ttingegend. , Zum Friedcnsschlnß im Baugewerbe. Die Opposition, auf welche die Vereinbarungen zwischen den ll n t e r n e h in e r n und Maurer n bei einem Teil der Arbeiter stieß, scheint nach und nach doch init den Thatsnchcn sich abzufinden. Es war ja von vornhincin nicht anders zu erwarte», als daß das gegenseitige Mißtrauen noch ein sehr großes sein würde. Auch jetzt begegnet man in Arbeiterkreisen »och vielfach dem Bedenken, daß die Unteruebmer die Vereinbarungen doch nicht halten würden, und von feiten der Unternehmer wurde dies schon in den Einigungsverhandlnngen selbst geäußert. Mit diese», gegenseitigen Mißtrauen beschäftigt sich auch die letzte Nummer der„Einigkeit". Nachdem sie das durch die Vereinbarungen Erreichte nochmals festgestellt, erörtert sie die Frage, was zn gc- schehen habe, Ivcnn einmal von scitcn der Unternehmer ein „offener Bruch des Abkommens" erfolgen sollte. Da heißt es„. a.: „Wir haben zuerst den geordneten Weg. den wir in dem Falle zu gehen haben. daß die Unternchnicr den Vertrag brechen oder kündigen. Wir könucii das Eiuigungsamt und das Gewerbegericht anrufen. Die Unternehmer sind durch den Vertrag gezwungen, hier zu erscheinen und zu verhandeln. Thun sie auch dieses nicht. dann treten wir in den Ausstand und hinter uns steht das förmliche Recht, das in de», Vertrage anerkannt ist. Hinter uns steht die Sympathie und die kräftige Unterstützung der deutschen und aus- ländifchen Arbeiterschaft, die empprt sein würde über solches Ver- fahren der Betricbsuuternchiner. Hinter uns steht die Sympathie des besseren Teiles der bürgerlichen Gesellschaft, die doch durchaus noch nicht ganz vom„Zuchthauskurse" durchseucht ist und auch diese Hilfe ist nicht zu verachten. Hätten wir die Einigkeit, die uns die geschilderten Vorteile bringt, verworfen, so hätten wir alle diese Gruppen gegen uns gehabt, unser Kampf wäre aussichtslos gewesen. Nun ist aber„och nicht gesagt, daß die Unternehmer einen solchen unklugen Schritt thun werden, wenn nicht etwa ein Baukrach von ganz ungewöhnlicher Schärfe eintritt. Unsere Meinung ist die, daß vorläufig in absehbarer Zeit von zwei bis drei Jahren und vielleicht auch auf länger hinaus ein solcher„Krach" nicht zu erwarten ist. Es kann die Baukonjunktur schwanken, aber ein Zusammenbruch steht nicht bevor. Kommt ein Krach, nun so ist das ein Fall, der uns alle trifft wie ein Blitzschlag. Stürzt der Himmel ei», haben wir alle blaue Kappen, sagt man. Solch ein Unglück kann nicht in das Bereich einer vernünftigen Taktik gezogen werden. Wenn nichts gebaut wird, ist die Höhe der Löhne sehr gleichgiltig; es hat eben niemand Arbeit.— Bloße Schwankungen in der Baukonjunktur werden aber die Löhne nicht beeinflussen können, wie früher, da die verständigeren Unternehmer keine Veranlassung haben, durch Herabsetzung der Löhne die Preise der Gebäude noch tiefer zu drücken, als sie viel- leicht schon stehen. Die einsichtigeren Unternehmer, die da sehen, daß ihr Vorteil nicht in niedrigen Arbeitslöhnen liegt, werden dann unsere Verbündeten sein.— Der Ausstand der Maschinellarbeiter bei der Firma Lange und Wagner dauert„och fort. Zwar haben sich einige„Arbeits- willige" gefunden, mit denen aber die Firma kaum im stände sein wird, den an sie gestellten Anforderungen zu genügen: die bc- fähigtcren, branchbaren Kräfte haben, als sie vom Streik erfuhren, die Arbeit wieder niedergelegt und sich den Streikenden angeschlossen: sind bis Montag die Disfercnzen nicht beigelegt, werden sich»och mehrere de», Ausstand anschließen. Unterhandlungen mit den Betriebsinhabern haben bereits stattgefunden, haben aber zn einem Ergebnis„och nicht geführt. Die Unternehmer erklären sich zwar bereit, die aus dem Betriebe ausgeschiedenen Verbandsmitglieder wieder einzustellen, den Organisierten auch in Zukunft keine Schwierigkeiten mehr zu machen, dagegen weigern sie sich, die zwei unter den Streikenden sich befind- lichen Vorstandsmitglieder wieder einzustellen. Auf dieser Forderung beharren aber die Arbeiter unter allen Umständen. Heute von der Centralstclle der Prenh. Landwirt- schastslammcr- Notier, MgSflelle-»nd,»»gerechnet vom Polizeipräsidtum für den Doppcl-Ccntner. ch) Kleinhandelspreise. P r o d n k t c n in a r k t vom 15. Juli. Der Rückgang der Preise füt Brotgetreide machte am heutigen Markt weitere Horlschritte. Aus die „cum Ernten lagen bereits bedeutende Licferiiiigsosicrte» aus dem Jnlande vor. Amerika und die übrigen ausländischen Plätze melden matte Preis- uotiernngen. Anjjcrdem übte die aus mangelnder UntemehmungSlust rcsnltierende geringe Nachfrage eine verflauendc Wirkung aus. Bei absoluter Stille des Verkehrs setzten Weizen und Roggen am Frühmarkt nominell 0,50 M. niedriger ein»nd gaben bis 1 M.„ach. Am Hafer- markt waren die Lokopreise behauptet, Lieferungen schwächer. RübSl gab auf vermehrtes inländisches Saatenangebot weiter 0,20 M. nach. Am S v i r, t„ s», a r k t war das Geschäft gleichfalls sehr wenig bedeutend. 5000 Liter low 70cr wurden mit 41,50(unverändert) gehandelt. Termine lagen nominell behauptet. Berlins Getreide- und Mehlzuf, ihren zu Waffer vom 14. Juli mi, tags bis 15. Juli mittags betrugen 196 Tonneli Weizen, 1362 Tomicu Roggen, 461 Tolinci, Hafer, 18-1 Tonnen Gerste, 52 Tonnen Erbsen, 109 Tonnen Mais, 4200 Doppelcentiicr Weizenmehl. S t ä d t i s ch c r S ch I a ch t u i e h m a r k t. Bcrlt», 15. Juli. Zn», Ver- kauf standen: 2901 Rinder, 1517 Kälber, 13441 Schafe, 7751 Schweine. Bezahlt wurden für je 100 Pfund Schlachtgewicht in Mark(bez. für 1 Pfd. in Pfg.): Für Rinder: Ochsen: a) vollsleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwcrtes, höchstens 7 Jahre alt(32—69, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 57—61, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 52—54, 6) gering genährte jeden Alterö 48—51.— Bullen: a) voll- fleischige höchsten Schlnchtwertcs 57—62, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 53—56, o) genug genährte 48—52.— Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachlwertcs—, b) voll- fleischige Kühe höchsten Schlachtwcrtes höchstens 7 Jahre alt 56—57, c) ältere anSgcm ästete Kühe und gut entwickelte jüngere 53—54, 6) mäßig genährte Kühe und Färsen 49—51, e) gering genährte Kühe und Färsen 45—47.— Kälber: a) feinste Kälber(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 65—66, b) mittlere Mast- und gute Saugkälber 60— 64, c) geringe Saugkälber 54—58, d) ältere gering genährte(Fresser) 43—50. — Schafe: a) Mastlämmcr und jüngere Masthammel 60—62, b) ältere Masthammel 54—58, c) mäßig genährte Hammel und Schafe(März- schafe 48—50, 6) Holsteiner Niedenmgsschase(Lebendgewicht)— ,—.— Schweine: Man zahlt für 100 Pfd. lebend(oder 50 Kg.) mit 20 Prozent Tara-Abzug: a) vollfleischige, der feineren Raffen und deren Kreuzungen, höchstens IV« Jahr alt 46—47; b) Käser— ,—, c) fleischige Schweine 45—46, d) gering entwickelte 44—45, o) Sauen 40—41 M.— DaS Rinder- gflchäft wickelte sich ruhig ab. ES wird ziemlich ansverkanst. Der Kälber- Handel gestaltete sich schleppend, eS wird nicht ganz geräumt. Bei den Schafen war der Geschäftsgang bei Schlachtware ruhig. Magervieh war größtenteils unverkäuflich. Der Schweinemarkt verlief ruhig und wird geräumt. Schwere fette Ware war wieder vernachlässigt. EM Werrauthweia für Diabetiker, gesetzlich gesch. Bx'onibeerweln k Fl. M. X,-. �llngar&Qin med. V2 Ausbruch ä L. M. 2, 5 Liter-Korbflasche M. 8,75. Johannisbeerwein weiss u. roth, herb u. süss, 10 Ltr. M.8,—, 100 Ltr. M.75,— ä Fl. 75 Pf., 10 Fl. M. 50 Fl. M. 30,— exol. \N/ Erdbeer-Bowle w ausgezeichn. i. Geschmack, äFl. 60Pf., 10F1. M. 5,50 excl.«1 Eugren Neumann& Berlin SW. 13. Amt 4, 9676. Verkaufsläden: �esundfieifs*% # K Jlpfetmin zur Kur laut Analyse versenden in Gebinden von 30 Litern aufwärts & 35 Pf. per Liter. 10 Fl. M. 3.50, 50 Fl. M. 15,— exol, Apfclwoln-Hect ä Fl. M. 1,50. Co. Bellc-Allianceplatz 6a, Amt FV, 3679. ________ Wilsnaokerstrasse 23, Amt II, 2632. 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Druck und Verlag von Dtar Badina in Berlin. Nr. 164. 16. JalMUg. tilnoc Ks AmSrls" Kr!« DcksM Sglllltag, 16. Juli 1899. V o l k s»v i r t frl,«tftl trs, e Bit ndfrs, nu. Ergebnisse der deutschen Bcrnfsstatiftik. Die StlNistik kann in dcn meisten Fällen nur ein Momcntbild tiefern, dcis schon wenige Tage nach der Erhebung nicht mehr völlig den Thatsachcn entspricht und das sich mit jedem Tage niehr von der Wirklichkeit entfernt. Desto bcdancrlichcr ist es, das; zwischen Verarbeitung und Erhebung meist Jahre verstreichen. Wir babcn es in Berlin sogar schon erleben müssen, das; die Ergebnisse einer Volkszählung erst veröffentlicht waren, nachdem die Erhebung einer späteren Zählung schon vorgenommen war. Man thäte dcn Vorstehern der statistischen Amtsstellcn unrecht, wollte man ihnen den Vorwurf machen, daß sie nicht selbst am meisten bedauern, daß zwischen der Publikation der Ergebnisse und der Aufnahme so viel Zeit verfließt. Jeder Sachkundige wird dcn großen Umfang der Anfbcrcitnngsarbcitcn einer statistischen Erhebung beurteilen können und gerne dem reichsstakistischen Amte das Zeugnis ausstellen, daß es bemüht war, die interessantesten Ergebnisse der letzten Berufs- und Gewcrbczählung in vorläufigen lvritteilungen dem Publikum zugänglich zu machen; wenn auch vor wenigen Wochen erst der Schlußband über die Ergebnisse der Berufszählnng vom 14. Juli 1893 erschienen ist, so nmß bedacht werden, daß nächst dem Ccnsus der Vereinigten Staaten von Amerika kehle gleich umfangreiche statistische Arbeit in Angriff genommen wurde, als die deutsche Bernfszählnng. Es wäre höchstens trotz der Abneigung des Direktors des rcichsstalistischen Amtes einer nochmaligen Erwägung zu empfehlen, ob nicht die elektrische Zählmaschine, die von den stanstrschen Acmtern der Vereinigten Staaten und Oestrcichs verwendet wird, auch in Teutschland an- gewandt werden sollte. Nützt doch jeder Zeitgewinn bei der Ver- öffentlichung der Ergebnisse jeder wichtigen Erhebung der Staats- Verwaltung, der praktischen Politik und nicht zuletzt der Statistik und ihrem Ansehen selbst. Fast vier Jahre waren verflossen, seitdem die Fragebogen der letzten Berufsstatistik eingesammelt waren, als der hochinteressante Band III der neuen Folge der Statistik des Deutschen Reiches— „Die berufliche und sociale Gliederung des deutschen Volkes. Nach der Berufszählung vom 14. Juni"— erschien. In diesen vier Jahren hat die industrielle Entwickclung eine nochraschcreGmigart angenommen. als in den der Zählung vorangegangenen Jahren. Die industrielle Prosperität in der Zeit seit Vornahme der Berufszählung hat dem Großbetrieb in Deutschland ungeheure neue Ärbeitermassen zugeführt, die Bergwerks-, Metall-, elektrischen und andere Industrien haben einen ungeahnten Aufschwung genommen, der am besten ans den Geschäftsberichten der deutschen Industrie- und Bergwerks-Akticn- gesellschaften zu ersehen ist. Giebt der eben erschienene Band der Statistik des Deutschen Reiches, dem noch ein letzter Band über„Gewerbe und Handel nach der gOvcrblichcu Berufszählung vom 14. Juni 1895" folge» wird, kein Bild der heute festznstellenden socialen und ökonomischen Ver- bältnisfe im Deutschen Reiche, so darf man doch nicht achtlos an dieser Publikation vorbeigehen, bleibt sie doch auf Jahre hinaus die Grundlage jeder socialen Forschung und Darstelliing innerhalb der Grenzen des Reiches und ist sie doch auch vorerst noch die beste Berufszählung, die wir besitzen. In 17 Bänden lag das statistische Material über die deutsche Berufs- und Gewcrbezählung bisher schon vor. Aber selbst dem statistischen Fachmanne wurde es, ganz abgesehen von dcn Kosten dieser Publikation flOO Mark), außerordentlich schwer, in dieser langen Reihe dickleibiger Ouartbände sich zurechtzufinden und sich ein Bild von dcn Ergebnissen der großen Erhebung zu schaffen. Deshalb ist es mit Dank zu begrüßen, daß uns in zwei Bänden zilsaininenfaffcnde Darstellungen der Ergebnisse geboten werden. Hoffentlich folgt in nicht allzu ferner Zeit der zweile Band bem ersten nach. Der bayrische Bezirksamts- Assessor Dr. Friedrich Zahn bat den wissenschaftlichen Text der Arbeit verfaßt und eine tüchtige Arbeit geliefert, wenn wir auch bedauern müssen, daß er zu wenig das nichramtliche Material benutzt hat. In 796 Quartseiten größten Formats und 84 Diagrammen und kartographischen Dar- stcllungen wurde das Gcsamtresultat der Berufszählung zusammen- gefaßt. Der Preis des Bandes(H M.) ist nicht zu hoch gegriffen, so daß auch weiteren Kreisen die Anschaffung des Werkes ermöglicht wird. Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile, deren erster die durch viele tabellarische und graphische Tafeln erläuterte wissen- schaftliche Darstellung in meist gut leserlicher Sprache, der zweite hingegen zusammenfassende iabellarische llcbcrsickitc» mit Vcrglcicbnngcn der Ergebnisse der Zählung von 1882 enthält. Die Berufszählung vom Jahre 1893 und auch der uns vorliegende Band gewinnen an Wert durch die Möglichkeit der Vcrgleichung mit dcn Ergebnissen der Zählung von 1882; während betanntliib die vorletzte Zählung einen Vergleich nnt der Zählung vom Jahre 1875 nicht recht zuließ. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß die Zählungen von 1882 und 1895 sich in der Anlage völlig gleichen; die Zählung von 1895 bedeuret nach vielen Züchtungen einen Fortschritt gegenüber der 13 Jahre vorher vorgenommenen Zählung, vor allem nach der Zahl der besonders dargestellten Bcrnssartcn, statt der damaligen 153 wurden nun 293 unterschieden, dann durch den bc- merkenswerten Umstand, daß eineZählung derArbcitsloscn vorgenommen wurde; nach nianchen Richtungen hat man freilich aus dcn Er- gebnisscn der 1332er Zählung nicht die Lehren gezogen, die sich den Statistikern aufdrängten, so bei der Hausindnstriellc», deren genaue statistische Erfassung unzweifelhaft große Schwierigkeiten macht; aber sicherlich kann nicht auf dem vom reichsstatistischen Amte ein- geschlagenen Wege auch nur annähernd der Umfang der Haus- industrie festgestellt werden. Von der augenfälligen Steigerung der hausindustriell thätigen Bevölkerung, die jedem genauen Beobachter unserer wirtschaftlichen Entwicklung sich ansdrängr, giebt die Berufs- statistik keine Rechenschaft. Die Frage, ob„das! Geschäft in der eigenen Wohnung für ein fremdes Geschäft szu Hause für fremde Rechnung) betrieben wird", ist zu wenig gemeinverständlich und kann daher in der Beantwortung kein Bild der Verbreitung der Haus- industrie geben. Hierzu kommt noch der Umstand, daß zahlreiche Haus- industrielle sichgernealsselbständigeHandwcrlsmeistcr fühlen und esals Kränkung betrachten, wenn man ihnen diesen gesellschaftlichen Rang absprechen will. Der Referent hat mit Absicht unzweifelhafte Haus- industrielle des öfteren gefragt, ob sie Hausindristrielle sind, und nachdem dies verneint würde, gcftagt, ob sie zu Hause für fremde Rechnung arbeiten, was von ihnen auch bestritten wurde. Fast stets erklärten sie hierauf, daß sie selbständige Meister seien; dies war vor allem dann der Fall, wenn die Hausindustricllen, wie dies sehr häufig vorkommt, vom Handwerk zur Hausindustrie herrmtcr- gesunken waren._ Es wird die Aufgabe der Vertreter der statistischen Wissen- schaft sein, an der Hand des Ergebnisses der Berufszählung und auf Grund der anderen Mittel der socialen Erkenntnis den Fragebogen der letzten Berufszählung einer eingehenden Kritik zu unterziehen. Es wird auch notwendig werden, in die benifsstatistischen Erhebungen der europäischen und der Vereinigten Staaten von Amerika eine größere Einheitlichkeit bezüglich des Um- fangcs. der Art und des Zeitpunktes der Erhebung zu bringen. Während man für die Volkszählungen seit langer Zeit einheitliche Erhebungs- tcnnine anstrebt und auch im wesentlichen erreicht hat, gehen die Staaten, soweit sie überhaupt der Berufszählung Interesse schenken, ganz unabhängig von einander vor; so hatte die Schweiz ihre letzte Bernfszühlung 1883, Oestreich 1390, das Deutsche Reich 1895, Ruß land 1897, Frankreich 1891. Daß schon hierunter die Möglichkeit der Vergleichung, die bei den Berufszählungen noch wichtiger als bei dcn Volkszählungen ist, sehr leiden ntuß, bedarf keines weiteren Nachweises. Hierzu kommt aber noch das Fehlen jeder Einheitlichkeit bei der Aufnahme und bei den Ver- arbeitungs-Principicn. Selbst über den grundlegenden Begriff der Bcrufsthätigleit herrscht bei den amtlichen Statisthern keinerlei Einheitlichkeit, wie das folgende Beispiel beweist. Während sich der Anteil der Erwcrbsthätigen in Deutschland auf 42.7 stellt, ivar er in Oestreich 55,9 Proz. Da aber Ungarn einen init Deutsch- land fast übereinstimmenden Prozentsatz der Erwerbsthätigcn hatte, kann die Abweichung des östreichischen Zählungsergebnisses nicht in der socialen Struktur der Bevölkerung, sondern bloß in der Ver- schiedenheit der Erhebung ihre Ursache finden. Auch die Berufs- scheidnng und Berufsgruppierung in den verschiedenen Ländern ist leider nach noch stark von einander abweichenden Grundsätzen vorgenommen worden. Man wird demnach nur mit Vorsicht an eine Vergleichung der Hauptergebnisse der Berufszählungen gehen dürfen. Dr. Zahn giebt einige Tabellen seinem Buche auch über dieses Thema mit auf dcn Weg. Wir wollen bloß einige besonders interessante Vcrhältniszahlen, unter dcn schon gemachten Vor- behalten, ivicdcrgcbcii. Erwerbsthätige nach dem Geschlecht, im Verhältnis zur Bevölkerung. Deutsches Reich.. Oestreich(Cislcithan.) Ungarn..... Italien..... Schweiz..... Frankreich.... Belgien..... Holland..... Dänemark.... Schweden..... Norwegen.... Großbritannien und Irland..... Ver. Staaten v.Amerika Von 1090 Erwerbsfähigen gehörten auf Grund der oben an- geführten Berufszählungcn zu jeder der folgenden Bernfsabteilungen in den: Ländern Deutsches Reich. Oestreich..... Ungarn...... Italien...... Schtveiz..... Frankreich.... Belgien...... Holland..... Dänemark.... Schweden.... Norwegen.... Großbritannien und Irland.. Verein. Staaten von Anicrika. ■£2® <3== tB= ä N ö?-S 375 643 586 567 374 400 229 327 271 640 496 151 380 374 219 126 276 407 279 382 322 239 150 229 537 241 3'S" 5 � '0ä» 2 st;-c 106 64 33 39 107 134 116 163 82 58 117 100 149 28 14 15 10 1 34 17 13 10 23 6 10 36 25 21 33 38 47 '& 61 35 49 39 62 99 os 5 Ä !S S Ö 20 170 36 11 7 59 53 26 30 64 40 256 101 258 136 105 138 192 15 87 67 18 Vor allem für unsere Agrarier, die trotz der raschen Eirttvicklung Dcutfcblauds zu einem Industriestaat alle staatlichen Maßregeln lediglich unter dem Gesichtspunkte der Förderung der landivirtschaft- lichen Interessen behandelt wissen wollen, wären die vorstehenden Zahlen sehr lehrreich, wenn sie zu objektivem Urteil, zu gerechter Beurteilung der Aufgaben deS Staates auch nur etwas guten Willen hätten. Zeigen doch diese Zahlen, daß unter dcn vergleichbaren Staaten bloß Großbritannien eine geringere landwirtschaftliche Bevölkerung hat wie das Deutsche Reich, daß dagegen in allen anderen Großstaatcn die ländliche Bevölkerung einen stärkeren Prozent- satz ausmacht als im Deutschen Reiche. In Oestreich, Ungarn. Italien, Frankreich, ja selbst in den Bereinigten Staaten hat die Landwirt- schaft treibende Bevölkerung einen größeren Anteil an der Gesamt- bevölkerung ivie im Deutschen Reiche. Und von dcn Staaten zweiten und dritten Ranges haben Schweden und Norlvegcn bedeutend stärkere Anteile der Landwirtschaft treibenden, Bevölkerung die Schweiz fast dcn glcicbcn wie Deutschland, und bloß Belgien, Holland und Dänemark schwächeren als das Vaterland der Kanitz und Mirbach. In Bezug auf die industrielle Entwicklung läßt das Deutsche Reich alle anderen Staaten mit Ausnahme Großbritanniens, Belgiens und der Schweiz weit hinter sich zurück. Aber noch mehr als bezüglich der Industrie läßt Deutschland die anderen Staaten Ivcit hinter sich, das gilt von dem Anteil" des Heeres und der Marine an der Gesamtbcvölkmmg. Nur Frankreich,* bei dem aber Polizei und Gendarmerie im Gegensätze zu Deutschland zum Militär gezählt wurden, hatte einen noch höheren Prozentsatz. Aber gerade hier kommt es weniger ans die Verhältniszahlen als auf die absoluten Zahlen an; wenn wir diese nebeneinanderstellen, so erhalten wir für das Deutsche Reich 630 978, für Frankreich trotz der Znzählung von Polizei und Gendarmerie bloß 561 875. Stellen wir die absoluten Zahlen der in Industrie und Bergbau beschäftigten für Großbritannien und Irland neben die für Deutsch- land gewonnenen, so finden ivir für das Jnselrcich 9 025 992, für seinen größten und gcfürchtctstcn Konkurrenten 8 281 220; man ersieht hieraus, daß es zu Beginn des kommende» Jahrhunderts leicht eintreten kann, daß die industrielle Bevölkerung Deutschlands mehr Köpfe zählt wie die des bisher führenden Industriestaates. Die Bereinigten Staaten bleiben mit 5 478 541 Köpfen weit hinter Deutschland zurück und noch später kommt Frankreich mit 4 548 098 in Industrie und Bergbau thätigen Personen. Der Prozentsatz der in Handel und Verkehr thätigen Personen ist in einer Reihe von Staaten größer als im Deutschen Reiche. Die absolute Zahl der in diesen Bernfsabteilungen Thätigen ist aber in allen Siaaten, die Vereinigten Staaten von Amerika aus- genommen, geringer als im Deutschen Reiche, wo 2 338 511 in diesen Bernfsabteilungen gezählt wurden gegenüber 3 326 122 in der nord- amerikanischen Union. Gemeinsam ist dcn einzelnen Kulturstaaten die Art und Weise, in welcher die Berufsgliederung sich fortentwickelt. Die Verschiebung erfolgt zu Ungunsten der Landwirtschaft, zu Gunsten von Industrie und Handel, und zwar auch in Staaten mit noch ausgesprochenem agrarischen Charakter. Ein ferneres gemeinsames Moment ist das Schwächerwcrdcn der socialen Schicht der Selbständigen, eine Er- scheinung, die mit der ganzen Tendenz der gesellschaftlichen Ent- Wicklung, dem Vordringcii des Großbetriebes, der Anwendung aller technischen Fortschritte, der Auffaugung der Kleinbetriebe im engsten Zusammenhange steht. Ein sehr interessantes Diagramm(Tafel VI.) belehrt uns mit 'einem Blick über die ochintcressante Entwicklung Deutschlands in dcn 13 Jahren, die zivischen den beiden letzten Berufszählungen liegen. Wir sehen da die landwirtschaftliche Bevölkerung und auch die ländliche Arbeiterschaft zusammenschrumpfen, dagegen die Fläche, welche die Arbeiterinnen in dcn landwirtschaftlichen Betrieben zu versinnbildlichen hat, ansehnlich wachsen. Sehr verschieden ist hiervon die Darstellung der Entwicklung, welche Handel und Industrie in dieser Zeit genommen haben. In der Industrie hat die Zahl der Selbständigen erheblich abgenommen, ganz bedeutend ist die Zahl der Angestellten(wissenschaftlich, technisch oder kaufmännisch gebildetes Aufsichtspersonal, Verwaltungs- und Bnreaupersonal) gestiegen, außerordentlich ivar das Wachstum der Zahl der Arbeiter und noch mehr der Arbeiterinnen. Jin Handel und Verkehr ist die Zahl der Selbständigen weit weniger rasch gewachsen als die Zahl der Auge- stellten und der Arbeiter, am stärksten war das Wachstum der Zahl der beschäftigten Arbeiterinnen. 1895 wurden gezählt: Eriverbsthätige Prozent Selbständige...... 5 474 046 28,94 Angestellte'....... 621 825 3,29 Arbeiter........ 12 816 552_ 67,77 Zusammen 18 912 423 100 Diejenigen, welche ihren Beruf in irgend einer Weise selbständig oder scheinbar selbständig ausübten, stellten demnach den entschieden kleineren Teil aller in Landwirtschaft, Industrie und Handel Er- werbsthätigen dar. Von den 18,9 Millionen Erwcrbsthätigen dieser drei nächtigsten Erwcrbszwcige, gehörten kaum drei Zehntel zu den Selbständigen, so daß über sieben Zehntel auf die Abhängigen ent- fielen; die sieben Zehntel bestanden in überwiegendem Maße aus Arbeilern, zum geringeren aus Angestellten. Einen lleberblick gc» währen die folgenden Tabellen: Land-( Wirt-•! schaft l In-( dustric 1 Handel| Ucber-/ Haupt| Demgemäß waren von 19 000 Erlverbsthätigen: Angestellte Arbeiter - f 18? schaft X 1882 ( 1895 Industrie| 1882 -., I 1895 Handel| i8g2 in. 141 107 376 184 1421 1». 66 23 61 20 207 „**. J 1895 3134 2202 Ueberhanpt� 18S2 8417 2543 1088 108 414 81 242 29 zus. m.»). zus. 116 5843 8674 6786 81 6366 8884 7141 318 7342 6524 7192 155 6739 4838 6404 1120 4935 6297 5273 902 4381 4843 4031 329 6452 190 6341 7717 6777 7428 6607 Selbständige m. iv. zus. 4011 1260 3098 3527 1093 2778 2282 3415 2490 3077 5142 3441 3644 3496 3607 4331 5051 4467 2894 3203 Relativ die meisten Selbständigen hat der Handel und der Ver- kehr, was auf das Vorherrschen des Kleinhandels zurückzuführen ist. Am' niedrigsten ist infolge der Accuninlationstendcnzcn in der In- dustric in dieser die Zahl der Selbständigen; die Landivirtschaft hält stoischen Handel und Industrie die Mitte. Seit dem Jahre 1882 größer geworden, die Zahl der Angestellten hat sich verdoppelt. An der Gcsanrtznnahme der in der Landivirtschaft, dein Handel iind der Industrie Erlverbsthätigen sind die Arbeiter mit mehr als drei Viertel, die Angestellten mit 12 Proz., die Selbständigen mit 10 Proz. beteiligt gewesen. Somit ist relativ der Anteil der Selbständigen zu Guiistcii der Abhängigen stark zilriickgegaiigcii. Auf je 100 Selbständige kamen: m Angestellte: Arbeiter: der Landwirtschaft der Jndnslrie.. dem Handel.. Ziisammen 1895 4 13 31 11 1882 3 5 20 6 1895 219 289 146 234 1832 257 186 104 206 Znsaminen: 1895 223 302 177 245 1882 260 191 124 212 Auch aus diesen Zahlen ergicbt sieb notwendig der Rückschluß auf die Konzentration des Betriebes in Industrie mid Handel. Die Selbständigen waren 1895 verhältnismäßig ain nieisttn am gcringsten vertreten in der Gruppe Prozent der Envcrbsthätigcil Bekleidung und Rciingiing.. 65,96 Haiidclsgcwerbc......... 48,00 Künstler u, künstlerische Betriebe 36,46 Bcherbung und Ergnickulig. 35,67 Holz- und Schiiitzstosfe..... 32,02 Laiidlvirtschlist, Gärtnerei und Tierzucht............ 31,25 Die Angcstclltcii waren verhältnismäßig am meisten am gcringsten vertreten in der Gruppe: Prozent der Erwerbsthätigcn Prozent der Erwerbsthätigcn Bergbau, Hüttenwesen ic..... 0,50 Industrie der Steine und Erden 6,92 Chemische Industrie....... 10,20 Polygraphische Gewerbe.... 11,12 Forstwmschastl. Nebenprodukte 11,41 Papierindustrie......... 12,08 Prozent der Erwcrbsthätigen 65,93 Beherbergung und Erquickuiig 0,49, 16,47 Landwirtschalt, Gärtnerei und 12,90 Tierzucht............ 0,96 12,21 Bekleidung und Reinigung.. 1,05 11,73 Holz- und Schinystossc..... 1,49 10,19 Metallverarbeitung....... 1,87 Künstler u. künstlerische Betriebe 2,43 Die Arbeiter waren verhäktmsiuäßig am liicistcn am wenigsten vertreten in der Gruppe: BersicherungSgewerbe.... VerkehrSgewerbe....... Forstwirtschaft und Fischerei Lciichtstoste, Fette, Oelc.. Handclsgcwerbe....... Chemische Industrie.... Prozent der Erwerbsthätige». VerstcherilNgSgewcrbe..... 5,83 Handclsgcwerbe........ 40,27 Bekleidung und Reinigung. 42,99 Künstler u.künstlerlscheBcrricbe 61,11 Holz- und Schnthstoffc.... 66,49 Landwirtschaft, Gärtnerei und Tierzucht........... 67,79 Prozent der Erwerbsthätigcn Bergbau, Hüttenwesen.... 95,28 Industrie der Steine und Erden.............. 90,73 Polygraphische Gewerbe-... 84,62 Baugewerbe.......... 31,32 Metallverarbeitung...... 80,69 Gemischte Industrie...... 79,61 In Bezug auf die sociale Entwicklung der einzelnen Gruppen ist bemerkenswert, daß die Selbständigen, wenn ihre absolute Zahl auch in den meisten Gruppen eine Mehrung seit 1882 aufzuweisen hatte, doch mit ihrem Anteil an der Gesamtzahl der Erlverbsthätigen durchweg zurückgegangen ist; am meisten war dies der Fall in dcn Industrien der Steine und Erden, der Metallverarbeitungs- und Textilindustrie. Wir haben vorerst bloß nach einigen Gesichtspunkten den Inhalt des stoffreichen letzten Bandes der Bernfsstatistik den Lesern vorführen können. Wir können aber aus seinem ganzen Inhalt mit Genugthuung konstatieren, daß gerade dieses amtliche Werk vollauf bestätigt, was die wissenschaftlichen Socialiften über die Wirtschaft- liehe Entwicklung lehren; das ist heute, wo Zweifclsucht und Hyper- Iritik die eigenen Reihen zu Verlvirren sich anschickt, eine nicht hoch genug zu schätzende Thatsache. Ad. Br. ♦) m.— männlich; w.= weiblich; zus.— zusammen. Rii» dk» Jitti-It itt Inserate über»i>ii»!t die Siedaktio» dem Piiblikiiili neßciiiider keinerlei �tern»i»>vrl»ttg. �hrnkei:. Sonntag, den 16, Juli. NcucS Oper»- Theater Die Fledcnmuis. Anfang 71/? Ubr. Residenz. Der Schlaswagen- Co»- trolenr. Borher: Zun: Einsiedler. Ansang"i1/, Uhr. Montag; Dieselbe Vorstellung. Weste», gra Diavolo. Anfang 7 Uhr. Montag: Die Zanberstiite. Renes. Die Wahrsaaeri». Vorher: Die Frage an das Schicksal. An- fang TV? Uhr. Montag: Dieselbe NorsteNunz. Schilirr. Der Postillon von Lon juuican. Anfang 7V- Uhr. Montag: Cnrmc». Central. Liiiupcnpack, Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- WilhelinstiidtischcS Fnbrniann Henschcl, Anfang 8 Uhr. Montag: dieselbe Vorstellung. Alexandorplatz. Nana. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend. Di- Ahnfran. Ans. 8 Uhr Montag: Dieselbe Vorstellung. Mctropol. Berlin lacht! Anfang it Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bejic-Attianee. SpecialitütemVor stcllung. Anfang 8 Uhr. Ilstallo. Frau Lnna. Specialitäten- Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Retchshallei». Stcttincr Sänger Anfang 7 Uhr. Vassailc. PanoNlisiini. Speciali tälen-Vorstellnng. Urania. AnNalidcnstr. l>7//z Uhr: Gastspiel Ilvtnriel» UUtel: ldttraUelt». Mittwoch, a b e n d s 7r/z U h r: 5ßar und Kliunie.rniaiiii. CrykvQ l-C hrnkev Direkt ioil: Jose Ferenczy. Gesanit-Gastspiel des Hamburgor Ernsl Drueker-Tlieaters Anfaiig 8 Uhr. Uuntponpnck. Gr. Hamburger VolkSsttick init Gesang in sechs Bildern von W. Bial und S. Rosenthal. Mufis von H. Groih Morgen und solgendc Tage: I.nin>>enp»elt. Hamb. Valtsstiick. Schlug des Gastspiels am 31. Jnll. Lßtiiii-(fnrl Wtijj-Thelittt. (Ür, Arankfurtersirafte lttS. Cyklus volkslünillcher Vorstellungen, Die Ahttfra«. Trauerspiel in 5 Akten von Grillparzer Anfang 7>/z Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Heute im Garten: Specialitciten- »nd Theatcr.Vorstcllimg. Ans. 4 Uhr. Montag: Erste Volks- und Kinder- vorstcllnng. ßpolio- Theater. Abends 9 Ubr: FranLuua mit dem liiiftbullctt olatis". Uerner: K Otto Rentter« und 9 neue Specialitäten. Kassoneröffnung O Uhr. Anfang der Vorstaliving 7l/i Uhr. Dillot-Vorvcrlmuf täflllchimTheater tmd beim„Kllnstlerdank", Unter den Linden 69. Ach KliMil iiHlleleiu W. Naacks Theater, Briiniicnstraste 16. Täglich: Theater- it. Spccialitäten- Borstcllnng. Bfon!'HW ZM- Ken! üFir" Lebensbild mit Gesang in 1 Att von O. Richter. Groher Beifall! Die Schinetterlittge oder: Goldene Tage. Anöstattnngs-BurleSte mit Gesang und Tanz von W. Gerick». Mnsil von Wappaus. Im Saale: lCtimBleritu�eken. Passaye-Panopticum 8 Uhr stich viS 10 Uhr abends. Von G/i Uhr ab; Specialitäten. Nenl 'Tie Riesen- briider. «arold und beon» IN ihrer Burlesk- Szene: vi» M»»»nbrant, AinnicrisjtiittrMllricilhl!!» Nads, raste»S/Ztt. Regie: V!»v nsusob». Dtreltion: blox blelioidurg. Heute sowie täglich: Itonsiert-s Tlicater- nnd Zpceialitate»- Borstellung. Berlin wie's näht nnd trennt. Rosen aus dem Siiden. Nach der Vorstellung: Ball, CASTANS IPAKOPTICÜMI Die»cnantinnollcn |f?*~ lebenden"«� jFhotogrsphien S| mit Figuren In lebenforüsse. Dle rutelach« �IgNoN" Damenkapello In mosliowitlschen KostUmen. I nnpifllcC'MtSBeincngebor. [ CUUOO|eb- Kosakenpferd. Metropol- Theater. Behren«tr. 53 54. Direktion: Uiclinrd Schalte. Phknonienale» Juli-Programm. Mi?- Xcne Debüts! IfcaQ 8 Champions. Das graziöse engl. Gesangs- nnd Tanzensemble Charles ßaron. Der iii'honiischo Dresseur im Löwenkäf Ig, Si eg;»v a vt<. en th es als V vette Cinübert, unvergleichliche Kopie. . 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Im Xntnrgnrtcn«der Saal: Töglloli Hninoristssche Coirce der UlZi'llllLulLclzen Litnuer lFithrmann,. »erst, Waide), f? Auf. Sonntags n. präc. 7, woche»- tags 8 Uhr. Entrcc ölt Pf. Vorvcrk. tt» Pf. Fauulienbillets :t= i M. Sonntag ruld TonnerStag nach der Barstellung: '1'«» xU rjtnz cheu. 4>stl>5ilm-l*$irk Ilcrtnnun Imbs 71 RiiderSdorfor Straste 71, i; IN ft ü st r i II o r P t a tz. Täglich: Hionsert, TTieater- it»d Spceialitntcn-Bvrstellnug. Nur erstklassige Nummern. Anfang: Sonntngs illln. E»trcc20Pf. stinder 10 Ps. Sperrsitz Nach.zahl.M Pf. Anfang: Wochent. ö Uhr. Entree 10 Pf. ilinder 10 Pj. Sperrsitz Nachzahl. 10 Ps. Jede» Dienstag: stkarddeatsehe 8it?>ger. Hermann Jmbs, Direltar. Schweizer-Garten Am Königsthor(Ringbahit) Am Jriedrichshai». AgW: Thtlittt- nnd Spttluütintn-Wrkelliliig. Ant'rreten des aenon ICiinsflcr-Kiiscmblcs. Jeden Alniid von 10—11 Uhr: Novität. Der- Novität! liiantseläou. Anöslattungö-Burleske mit Gesang in 3 Bildern vyn I. Eisner.— Musik von Max Schmidt. Volksbelustigungen aller Art. Im Saale: Hafenheide, Häfeuheide. Wilh: iDiiifrt».Zpeniilitliffn-Vorftkllinig. Jeden Sonntag und Donnerstag: Im Bai ohampetra: Orosscr Festbull. Anfang 4 Uhr. Joden Mittlvoch: Grosses Kin(lerl"csf mit Gratisverlosnng. Jeden Wonnerstag: Grosses l'enerrverk. Die mit exotischer Pracht gemalten Indischen Hallen, sowie he. Karonsseiü, Ntarianet>i«:i>mcrn»chtsi»all. Entree 20 Pf. Auf. 4 Uhr. Jeden Mittwqch: f5rci-Ko»zcrt nnd Kränzchen. Achlnngsvost Urnst ISiikMch. ereinsbranerei-A nsschank! Rirdavf» Hermauttstratze S14-319. Großes Frei- Konzert. Grösttee«. schönster Garten Nixdorfs». Berlins, 10 000 Per- jonen fassend. Vorn Moritzplatz für 10 Pf. bis zur Brauerei. Jede» Sonntag von 4 Uhr ab: Mittwoch, deu IS. Juli) GroNt Gl'lltcfcftC Mittwoch, den 2«. Juli nnizng mit 30 dekor. Erntewagen, Mittwoch, den Lingnst j Aufstieg eines Lustballons, Bvnbonregen, Fencrwcrt, Nackslzng, Wettlausen, Sackhüpfen und Umzug des Prinzen Karneval. Ausserdem Gratis- Berlvsnng von mehreren Hunderten» litzlicher Geschenke. Um zahlreichen Besuch bittet Harti» Dcrndt, Oelonom. Jägerhaus issszzasmzz. Scirdnhaussr Mise Mo. 103. Neu renov. Garten(9000 Personen fassend) mit»oiigebauter Bühne für Vereine. Grosser Tanzsaal. llviiL' Grilsste l'olhshelnstigmigen In ganz Berlin. Kasfecküchc von 3 Uhr an geöffnet. Iommer-ssheltter ..Aller Muiier" Artillcricstr. 82. Inhaber: A. l-adewig. Schattigster Garten Berlins. Täglich: Theater und Spcclalitätcu-Borstellnng. Kösliuer »os KöSlinerstraste 8. Smpfch.'e meinen Saal Bcr- einen und Gewerislbaften zu gestlichleiteit und Versarum- Iniigcn. Bestcllnrigcn werden entgegengenommen täglich von 3—10 Uhr abends. sSltgL« Ifrlte HofTinaun (fr. Bes. des Englisch. GartenS). Alhambva WaHner-Theafer- Str. 15.1 Jeden Sonntag: Gr, Ball. Entree Herren 30. Danicn L3 Bf. inkl. Tanz. 1 Wedding-Park MUllcrstrasse 178. Am Wcddlng-Platz. Jeden Sonntag und Donnerstag: Frei-Koiizert, ausgeführt von der unifonniertm Hauskavclle unter Leitung dcS Musitdirigeiiten Herrn Koch. ISZIL» Im Saale: Grasser«all. 7 verdeckte Sommer-Kegelbabiie», von denen noch einige zu vergeben sind.— Vollsbelnstigniigen aller Art.— Kasseeküche täglich nachmittags von 3—9 Uhr gedstnot.— Vom 3». Mai ab jeden Dienstag: Auftreten der Original-Norddentschen Sänger."W- Trapp. Victoria-Brauerei-Ausscliank Stralau. Jeden Sonntag: Crojes Gllrtellkullzcrt, Thegter». SljttilllitiiteVorßtllllilg. Im Saale: Lnosssn SslI. Die Kaffeekltche ist von S Uhr an geSssnet. 1S47L« Hochachtungsvoll Ledte horndl'Amiwejne Um recht regen Anspruch bittet Karl Mittag, Oelonom._ aus reinem Koggen und ülalz gebrannt. län irische Liquenre. Ungarwcinr:e. einvsiehlt die Weiiihandlrmg von FWiNnniait«lvranderftruste«2, lvotodamerstraste 48(Eingang » ffllllUIIlCU, Knrfürstcnstrasse.r, und Skalitzerstraste 185. s20b4L* Käs TLknegvIsdvir'FS e r» h e I el e Zs o.«1—.1» I k'estssts rhnstrasse Ho. 8. JtlH.: Max Schindler. Telephon: Amt IV 1133. Empfehle den geehrten«ewtrkschaitcu, Bereiiien, Fabriken ,c. vrewe Säle, 300 u. 1300 Personen fassend(lttit Bühne), zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Mittwoch u. Sonntag: Grosser Kail mit Schlangen- und Bonbonregen und diversen Ueberraschungen. Täglich: Speeialitätera-Vorstellung. Eutrcr frei. K& Eadrennbahn Treptow am Bahnhof Treptow. ggjr Sonntag', den 16. Juli:-TSag Gr. internationales Reuneu. 10S Jtfennnnge". Es starten u. a. aus Frankreich, Italien, Oestreich, Hamburg, Kopenhagen etc. Nchtmtg! Paufcow. Ilchtnng! Gaslliof zum MDFßsIern, Wollankstrasse So. 113. Haltestelle der eleltrischen Bahn. L203L» Jeden Sonntag: Grosser Dali, starkes Orckiester. Schattiger Garten. 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Proniclliidctt- Konzert. Jeden Donnerstag': Elite-Ttreich-Konzert. oiuitags: Grosser Ball im neuerbanten Saal. Empfehle meiste Säle zu allen Fest- lichkeiten. st. Ballschmieder. xWM Johannisthal! l Park-Restaurant! Jede» Sonntag: Gr. Dali unter Lcilniig des Tanzlehrers Herrn Otto Wildcuor. Tanz-Äboniicinent 73 Pf. Die Rafseekiich« ist von 9 Uhr ab geöffnet. Zwei Kegelbahnen, Vereine erhalten Extra-Preise. IV v.o. T.Jisio Uuti, früher Skzlitzerstr.!Z6. Frater Tlieater Kaftauieti-Allee 7/9. Täglich: Dorns Kesi. Volksstück mit Gesang n. Tanz v. Hugo Schulz, Mufik von A. Kerste». Koitümsonbrette Fxänl. tucie Lerorv. Gebr. Atilardo, Grat. Duett. Taunia-OuarteU, Gesang »nd Tanz, vis 3 Sehöndrann,, hu- niortstijcheS Bilderbuch. Ihe 4 Flesbs», Excemrics. Vendaro-Teio, Exercitien nrn Hand- Trapez. 0a»ie>- Truppe, Pantomime. Ballettgesellschaft Döring. IJEJp- Konzert und Ball.-WV EiiiMrt wochentags und SonntagS 8t> Pf., NNM. Platz 39 Pf. Kaiim. Deutsches Zelt Jnh.: Carl Heerdt. Vl'eissensoo, Bcrlinerstr. 118. Jeden Sonntag: GrsjjcS l'Sgrien-�rti-Koiljtrt mit daran anschliessendem Hall. Anfang des Konzert» 1 Uhr. Die»lasfeeküche steht den geehrten Damen zur Verfügung. 1 verdeckte Kegclbatinen. Schönster Familien-'Zlnfeuthalt. Um geneigten Zuspruch bittet 1S20h Der Besitzer. Gesellschaftshans Swiiieniünderstr. IL. Täglich iin Garte« t Theltttr-�orRelluüg. Saal für 899 Personea nach Sonntag frei. 18Z7L* Liltioms Horron- Ühren v. O Mk- l)i«8«) Mk Qold. Oanon-Uhren v. 16 H. bis 300. Herren-Remont. Kopetlr• Uhr, 14k%r.Cin!d m. Vi und 1 g Schlaff. Sprnnffdeckel von ICO Mk- asV Siieclnlltttt Sa Opal- r.nd dio oft sn uns gestallt wird.a a a- an Wieso annonciren Sie noch hol j y � 2(jP- dem beü'outande.i Umfai»tc| « e und der gewaltigem AuswahlS Ihre« Geachäftes? 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Vortrag des Eenossen Iii. Aet-nei' über„die bevorstehenden Stadtverordneten-Wahlcn". 2. Dmluifian. 3. Bericht des Borstandes, des Kassierers und der Revisoren. 4. Bercinsangelegenheiten. Gäste sehr erwünscht. Zahlreichen Bestich erwartet 243/9*1' Der Vorstand. AB. In dieser Vcrsaimnlnng wird die Broschüre„Die Zuchthausvorlage Vor dem deutschen Zs ttlböstlA�gra!iS verteilt. Solialdkuwliraiischkr lEÜweE für den 4. Herl. Nrichgtags-Wahlkrris W-W Dienstag, de» 18. Jnli, abends 8 Uhr, im Lokal„Zur Drachenburg" am Tchlesischc» Thore: Verfnullttluttg. Tages-Ordnnng: 1. Vortrag des Genossen Rechtsanwalt Viotor Vränlrl über den socialen Charakter des neuen bürgerlichen Gesetzbuches. 2. Diskussion. 3. Bekanntmachung de: Berufsstatistik. 4. Dercinsangelegenheiten. Gäste willlomuicn. Um zahlreiches Erscheinen ermcht 234/4 _ Der Vorstand. DV" Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß die Broschüre:„Die Zuchthausvorlage im Reichstage" gratis ausgegeben wird. Ausgeschlossen bleiben diejenigen, die über 2 Monate mit den Beiträgen im Rückstände sind. D. O. Ächtung:"HW SM- Achtung! Wahlverem Berlin VS. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß am Dienstag, den 18..Tali. abends 8 Uhr, die 247/10 IslngMQtk VevhveikNttS betreffend Einzeichnung in die Wählerlisten zn den Stadt- Vervrdnctcn-Wahlcn stattfindet. Bei der Wichtigkeit, welche die Stadtverordneteu-Wahlen fiir die Berliner Arbeiterschaft haben, erachten wir es als Pflicht eines jede» Mitgliedes, an den bekannten Stellen pünktlich zu erscheinen und hei der Verbreitung mitzuwirken, damit diese prompt von statten geht. 247/10*_ Der Borstaud. für Mtenderg-WeiMsders. Dienstag, de» 18. Jnli, abends 9 Uhr: General-V ers ammlang In Pantens Talon» Frankfurter Allee Nr. 174. Tages-Orduung: 1. Bortrag des Genossen F. Ewald über:„Was will die Social- bemokratie?" 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. 4. Verschiedenes. 14/10 Der Vorstand. Metallarbeiter! DicnStag, den 18. Jnli 1899, abends Uhr, in Martens Festsaal, Friedrichstraßc 239, und DonnerStag, den 29. Juli 1899, abends 8 Uhr, im Moabiter Gcsellschastshaiis, Alt- Moabit 89-81: 2 große öwtlllhk Verlammllingeil für sämtliche Arbeiter llilb Ardtiterillileil der Firma � Tages-Ordnunz in beiden Versammlungen: Die Arbeits- und Lohuvorhältnisse im Betriebe der Weltfirma Siemens dt llalsko und welche Pflichten erwachsen hieraus den Arbeitern? Reserent Dtto VnetUer. 116/3 Der BertraiieiiSinaiiu der Berliner Metallarbeiter. 9tto VaetUer, 8., Annenstraße 30. Deutscher Holzarljeiter-yerbanl!. Sonntag, den 16. Juli, vormittags SJ'A Uhr, Schiller, Rosenthalerstr. 37, Hof hart im Lokal des Herrn links: Lrailchtil-Atrsiüüinlüilll kt Bürstel!- imii Pillselmilcher, sowie Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen. T M e s_:_0 r d n n n g: 2. Dis- 1. Vortrag de? Kollogen C. Dicck über:„Arbeiterrcchte tussion. 3. Die bevorstehenden Wahlen zum Gesellenausschnff. Kollegen! Es ist notwendig, daß Ihr alle Mann für Mann pünktlich erscheint, da die Bersammlung um R/z Uhr beginnt; die Wichtigkeit der Tagesordnung verpflichtet Euch dazu. 107/9 Kammmaelier und Berufsgenossen I Sonntag, den 16. Juli, vormittags 9Vs Uhr, im Lokale dcö Herrn Dicke, Ackerstrasts 123: Morgensprache. Annarbeitcr? DicnStag, den 18. Juli 1899, abends 8 Uhr, in KellerS Festsälen, Uoppenstraste 29: Weffentl. Horfmuntlnitfl der fanariieiter Berlins iniU Umgegend. TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung über die Berhandlungen vor dem EinigungS- amt. 2. Diskussion und Verschiedenes. 31/14* Die Eohnkommlsslon. I. St.: Voak. Arbeiter und Unterangestellte der städtischen Ketriebe Herlins! Mittwoch» den 19. Jnli, abends 8 Uhr: Gr. öffentliche Versammlung im Lokale des Herrn Ssecheetz Andreasstraße 21. TageS-Ordnung: l. Die Vorkommnisse auf dem Schlacht- und Viehhof und die Anrufung des EimgmigsamteS. 2. Der Magistrat, die VereiiitgungSfreiheit f-iner Arbeiter mid die Antwort in der Friedrichshagener Maßregelungssache. Z. Fordern wir Ferien von dem Magistrat'? 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet 1327d Der.VnsseluiUs der vereinigten Berliner Filialen heS Bcrbandes der Gemeinde- Arbeiter und Uuterangestellten. Verein dnWhggraphtn. Steindnuiler und BerufSgenosien Dentschsailds(Berlin III. Lithographen). Mittwoch, den 19. Juli, abends 8 Uhr, Dresdenerstr. 4Z: Qener>al»V evsammlunQ Tages-Ordnung: 1. Vereins- und Kassenberichte. 2. Vortrag über:„Philosophie und Proletariat". Referent Dr. Maurcubrecher. 13260 Alle Kollegen sind um pünktliches Erscheinen gebeten. Die Verwnltnng. Oeffentliche Bautischler-Versammlang (tut Mittwoch, de» 19 Jstli, abends 8Vs Uhr, in Cohns Festsälen, Benth- Straße Nr. 20. Tages-Ordnnng: 1. Die nächsten Anfgaven der Bautischler Berlins und Umgegend. 2. Diskuifion. 107/ lg Pflicht eines jeden Bautischlers ist eö, in der Versammlung zu er- scheinen. Der Vertraue» sniaiin. Aehtinii�.�teiusetzvr! Dienstag, den 18. Juli, abends 8 Uhr: bei NUmann, Brumienstrasse SIL s V ersammlung. Tages-Ordnnng: 1. Unsere Rechte und Pflichten in der neuen SteinseLer-(Zwangs-)Jnnung und Aufstellung von Kandidaten zum Gesellen- ausschuß. 2. Wahl der Revisoren zur Streilabrechnnng. 3. Gewerkschaftliches. 174/8 Die Lohnkomniission. Verband der Maler ic. (Filiale I.) Die am 11. d. M. polizeilich verbotene Versammlung findet am DienStag. den 18. Jnli, abends 8'/- Uhr, in den Centrnl-Fest- säten, Alte Jakobstrasie 32. statt. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vortrag und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um regen Besuch bittet 124/3 Der Vorstand. Produktiv- und Gittkaufs-Genoffeufchaft für Nadfahrer. Am Montag, den 17. Jnli 1899, abends 8�/« Uhr, im Lokal „Ettglischcr Garten", Alexanderstraße 27c: Anfzerordentliche Hersammlung. Tages-Ordnnng! 1. Geschäftliches. 2. Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl der gesamten Verwaltung.[13600]_ Der Ve Der Vorstand. ÜGlitungS Rabitzpntzer und Plattensetzer! Mittwoch, de» 19. Jnli, abends SV« Uhr, Lindenstr. 196: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. 232/13 Der Vorstand. Große Meilüilhe Kerlsmioiimg äei.' LLdneiäer unä 8e!mVi6önimsL der Kostümbranche am Dienstag, den 18. Juki er., abends 8VS Uhr, in den„ilrmln- hallcn", äioinmaiidauteiistrafle Nr. 20. Tages- Ordnung: 1. Der Terrorismus der Arbeitgeber in der Kostümbranche. Reserent: Kollege Ritter. 2. Diskuifion. 3. Verschiedenes._[164/12* Stneratenre! Montag, den 17. Jnli er., abend« 8 Für, bei Baske, inrenudierstr. 3!i: General- Versammlung. Tages- Ordnung: I. Rechenschaftsbericht des Vorstandes. 2. Abrechnung vom 2. Quartal. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Kommissionen._[173/17 MA- Mitgliedsbuch legitimiert. Pllnkil. Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Der Vorstand. Ackwng:"Mi mr Achtung: �ementieveu und Berufsgeuoffett. C. d. M. D. Zahlstelle IV. Mittwoch, 19. Juli, abends 8 Uhr. bei Buske, Grenadierstr. 33: Mi eÄ«»'-«skussidl u» K'. Tages-Ordnnng: 1. Organisation im Baugeiverbe. 2, Slgitariou im Berus der Temen- ticrer. 3. Verschiedenes. j>7/7 Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung pünktlich zu erscheinen.'Der Bevollmächtigte. Unimiiii der Graveure. Cileieure wwi verwandte!! Bmlsggeüvffen Zeutschlands. Filiale Berlin. Dienstag, den 18. Juli, abends 8V- Uhr. im Dresdener Garten, Drcsdenerstraffe 4ö: Tages-Ordnnng: 1. Geschäftliches. 2. Vicrteljahresbcricht des Vorstandes. 3. Wahl der Preßkomuiisston, der Revisoren und des Eentralvorstandes. 4. Fortsetzung der Diskussion über die Generalversammlung. S. Verschiedenes. 74/13 Der � orstand. Central-Verbanii derlöpfer Dentschlamls [195/14 (Filiale Berlin). DienStag, den 18. Jnli, abends 6 Uhr: Mitglieder-Versammlung Im Dokal von Baske, Gx'cnadievstrasse Xo. 33. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Unsere Lohnbewegung. Der W'.chtigleit der Tagesordnung wegen ist eS Pflicht jedes Mitgliedes, zu erscheinen. Der Borstand. I. A.i Otto Kronfeldt. Ärkonabad 34,Anklamerstr.34,W?�.y� Wannen- u. medizinische Bäder sowie russisch-römisch u. vorzügliche Kastendampfbäder(Kohlensäure) mit Ein- vackung, Massage:c. Annahme ärztlicher Verordnungen für Bäder der OrtS-, Jnnungs-, Fabrik- und freien HilfS- Krankenkassen Berlins und Umgegend.[14233* Deutscher Textilarbeiter-Milnd, Filiale IV Berlin, . ahlstclle Köpenick. Am Donnerstag, den 13. Juli, ver- starb unser Kollege Ott« Ciienscli an der Schwindsucht.— Sein gutes und rechtliches Verhalten zum Ver- bände wird ihm stets ei» ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung erfolgt am Sonn- tag, den 16. Jnli, nachmittags 4 Uhr, vom Tranerhnuse, Grünaucrstr. 41, aus statt. 272/1 Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Celltral-Krailkcil- v. Sterbe- küfle btt Tifchler N. anderer gewerblicher Arbeiter. Oertl. Vorv/altung llorlln D. Moabit. Dm Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied lZottliöli Ikhlw ant 13. Juli verstorben ist.— Die Be- erdigung findet Sonntag, den 16. Jnli, nachmittags 6 Uhr, vom Tranerhause, Lübeckerstr. 51, ans auf dem Johannis- Kirchhof in Plützensee statt.[182/6 Um rege Beteiligung ersucht Die Orlsvrrwaitnng. Xaebnit'. Ctiltral-Krailkeil-llilb Sterbe- kasse ber Tavezierer Berliit II. Am 4. Juli verstarb das Mitglied Emil llöpke durch Unfall. 13336 Ter Vorstand. Statt jeder besonderen fyleldiiiio. Heute mittag 12 Uhr starb meine heißgeliebte Frag, unsere teure Mutter, Schivester, Nichte und Schwägerin, Frau .iLkumeUs Seliwerm geb. AbarÜancil. Im Namen derHinterbliebenm zeigt dies Nefbetrübt an Berlin, 14. Jnli IW»- Sanitltsrat Or.Scbwerin. Die Beerdigung findet statt Montag, den 17. Jnli, nach- mittags 2Uhr, von der Leichen- Halle deö städtischen Friedhofs in Friedrichsselde. Abfahrt 1 Uhr 23 Minute» Bahnhof Mexandcrplatz(BorortS- Ver- lehr).[13320 Nnmtopf «nd Nmn-Kompott! felber zu machen nehme man 1 Originalfl. Rsielrsl's tobte �amaloa-ünm-Sasis für 75 Pf., 1 Liier Weingeist (Spiritus vini) zn 1,40 ME. und 1 Liter Wasser. Tie Mischung ergielit einen feinen kräftigen Rum von dem wiindervotien Aroma u. Geschmack de» Iamaiea- Rums, da meine dnmalvis» Bnm» Kusis die- selven eigenartige» Vorzüge und Merkmaie in Natur besitzt. Der daraus bereitete Rum ist im Verhältnis eine naturgetreue Wiedergabe des echten Iamaiea- Niniis und eignet sich Vorzugs- weis« zur Thec-». Grogbercitung. (.seht unr in Originalflaschen mit meineiil Namenszng und einzig und allein nur direkt bei 21783* Otto Reichel,«SS' 4, Fernspr. IV 3 IVO. Auf je ti Flaschen eine siebmtc gratis. Bei 12 Flaschen autzerdcin franko Deutschland. Ver- kansSstetten nirgends! Ziifeudiiug durch mein« Gespanne frei Hans, selbst einzelne Flaschen, auch Weingeist. Auswärts durch die Post. 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Artikel X § 49 erhält folgenden Wortlaut: Die Generalversammlung besteht aus Vertretern der Kaffeiimitgliedcr und Arbeitgeber, welche in geheimer Wahl auf 3 Jahre gewählt werden. Die Wahl erfolgt für die Kassen- Mitglieder und für die Arbeitgeber in einem besonderen Wahltermin. Die an der Wahl beteiligten Kassen- Mitglieder wählen für je 20 der der Kasse angehörenden Mitglieder einen Vertreter, ivvgegen von den Arbeit- gebern für je 40 der versicherungs- Pflichtigen, also nicht der frei- willigen, Mitglieder ein Vertreter zu Wählen ist. Ist die Zahl der Kassenmitglicder nicht durch 20 bezw. 40 teilbar, so ist für die überschießende Zahl ein weiterer Vertreter nicht zu wählen. Jeder Arbeitgeber, welcher Beiträge aus eigenen Mitteln leistet, führt bei der Wahl eine Stimme. Die Vertreter der Kaffenmitglieder können nur aus der Zahl der letzteren gewählt werden; nur solche Kassen- Mitglieder sind wahlberechtigt und wählbar, welche großjährig und im' Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Arbeitgeber, welche mit der Zahlung der Beiträge im Rückstände sind, gelten von der Vertretung und Wahlberech- tignng als ausgeschloffen. Die Zahl der von den Kassenmit- gliedern und von den Arbeitgebern zu wählenden Vertreter wird vor jeder Wahl von dem Kassenvorstande fest- gestellt und in der Einladung zum Wahltermin angegeben. Die Wahlberechtigten sind zu dem für sie angesetzten Wahltermin mindestens eine Woche vorher durch das im Z 64 bezeichnete Blatt ein- zuladen. Für die Form und Leitung der Wahl sind die Bestimmungen des§ 38 maßgebend. Wird die Wahl von den Arbeit- gebern verweigert, so ruht deren Ber- tretung für die betreffende Wahl- miode. Scheidet Vs der Vertreter während der Wahlperiode aus, so findet durch den Wahlkörper, von welchem er ge- wählt worden(Kassenmitglieder oder Arbeitgeber), für die übrige Daner der Wahlperiode eine Ergänzungs- wähl statt. In der Generalversammlung führt jeder Vertreter eine Stimme. Artikel II. Diese Abänderung tritt mit dem Tage der statutenmäßigen Bekannt- machung in Kraft. Berlin, den 15. Januar 1899. Der Doi stand. A. Büschel. Jnl. Rottmann, Vorsitzender. Schriftsührer. Genehmigt. 142/8 Berlin, den 10. Mai 1899. Der Vczirkö-Ansschnß. Bekanßtmachiing. Orts- Krankenkasse der Meker n. verwandten Gewerde zn Kerliu. FünfteAbändcrung zn dem Statut vom 18. Februar 1893. Artikel l. Die AH 12, 40 und 48 werden wie folgt abgeändert:§ 12 Ziffer 2 lautet: Im Falle der Erwerbs- nnfähiglett vom ersten Tage nach dem Tage der Erkrankung ab, für jeden Arbeitstag, sowie für jeden auf einen Wochentag fallenden Festtag als Krankengeld In§ 40 Abs. 1 werden statt 75 Pf. 50 Pf. für jede von ihnen wahrgenommene Vorstandssttzung ge- letzt.§ 48 Abs. 2 enthält folgenden Wortlaut: Wahlberechtigt und wähl- bar ist jedes Kaffenmitglied, welches großjährig und im Besitz der bürger- Uchen Ebrenrcchte sich befindet. Artikel II. Vorstehende Abänderung tritt nach erfolgter Genehmigung durch den Bezirksansschuß und statuten- mäßiger Bekanntmachung vom ersten Montage ab in Kraft. Berlin, den 23. April 1899. Ter Vorstand. Jacob Riesmcier, Borsitzender. W. Berndt, Schriftführer. Genehmigt.[1331b Berlin, den 21. Juni 1899. (X. 8.) Der Bczirks-Ansschuß. C. 240/2. 99. Frcusberg. 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Aber ganze Anzüge aus Papier praktisch verwendet zu sehen, dürfte doch ein. seltener Anblick sein. Einen solchen bot die Menscheukolonne, die kürzlich mittels 10 Kremsern vom Neuen. Thor aus durch die Jnvalidenstrahe nach Saatwinkcl fortbewegt wurde. Die dem Berliner Ausflügler so wohlvertrautcn Vehikel führten das ge- samte, ca. 300 Köpfe zählende Personal auS den drei Geschäften der bekannten heimischen Firma B a er Sohn auss Land. In ihren weihen Papieranzügen und Mützen machten die Teilnehmer und der ganze von einem Musikkorps begleitete Zug, an dem sich auch die Firma-Jnhaber in einem eleganten Motor- wagen mir Ticner beteiligten, einen überaus originellen Eindruck. Selbst einzelne Damen waren in weihen Kostümen aus Papierstoff erschienen und vervoll- siändigten das schmucke Gesamtbild usw. Die„Berliner Morgen Post« schreibt: Demonstrations-Ausflügler in Papierkleidern. Am vergangenen Sonntag bewegte sich ein sonderbarer Aufzug durch die Jnvalidenstrahe. In bedächtigem Tempo, 10 Kremser hintereinander, dufjt besetzt von dreihundert Herren und Damen, die crsteren samt und sonders weih gekleidet. Die Menschenmenge, die sich in der Strahe bei diesen: ungewohnten Anblick staute, wußte zuerst incht, was das alles zu bedeuten habe, bis es bekannt wurde, daß die Chefs der Kleiderfirma Baer Sohn einen Massen-Ausflug mit ihrei: Ailgestclltcn, die alle Träger der„R e f o r m k l e i d u n g« sind, veranstaltet haben. Diese Reformkleidcr sind bekanntlich Anzüge auS Papier und Pflanzen und werden von der Finna Baer Sohn in den Handel gebracht. Das Ziel des Ausfluges war Saatwinkel, woselbst ein frohes Fest stattfand. Die Chefs, die in cineu: Motorwagen, ebenfalls in Rcformkleidung, mitgefahren waren, spen- dcten ihren Angestellten einen Ricscn-Bottich mit Punsch-Bowle und mehrere Fäffcr Bier. Spät nachts wurde in bester Stimmung der Rückweg angetreten. Tie„Kreuz-Zeitnng« schreibt: Ein eigenartiger Zug bewegte sich Sonntag- nachmittag um 2:/z Uhr vom Renen Thor in 10 Krem- senr durch die Jnvalidenstrahe nach Saatwinkel; es war die bekannte Finna Baer Sohn mit ihrem gesamten Personal aus den drei Geschäften nebst Angehörigen, insgesau:t 300 Personen, in weihen Papier- a n z ü g e n und Mützen, sogar einige Damen er- schienen in weihen Kostümen aus Papierstoff, voran ein Musikkorps, alsdann die Inhaber in einem prächtigen Motorwagen mit Diener ans dem Bock, sämtlich in gleicher Kleidung usw. Der„Berliner Lokal-Zlnzeiger« schreibt: Eine papierne Landpartie. In zebn Kremsern versammelte sich am letzten Sonntag das Personal der drei Geschäfte der Firma Baer Sohn mit ihren Angehörigen anr Neuen Thor, zusammen 300 Personen, darunter 150 Herren in Papieranzügen, di? Damen in heller Toilette, zu einer Landpartie, die nach Saatwinkel führte. Die Inhaber der Firma, gleichfalls in Papier gekleidet, eröffneten den Zug. Am Ziele erfolgte eine photographische Ausnalnue sämtlicher Teilnehmer, die sich in ihren weihen Papier-Anzügen vom dunklen Waldesgrund malerisch abhoben. Die Stimnmng war die denkbar beste und galt wohl als Beweis des guten Einvernehmens der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. In schwungvoller Rede wurde der Erfinder des Papierstoffes Clavicz durch den Inhaber gefeiert. Als gleichzeitiger Beweis der sanitären Vorzüge des neuen Stoffes möge gelten, dah trotz des kühlen Wetters nur wenige von ihren Paletots Gebrauch machten. TnS„Kleine Journal« schreibt: Ein eigenartiger Zug bewegte sich Sonntag- nachmittag um 2Vz Uhr vom Neuen Thor in zehn Kremsern durch die Jnvalidenstrahe nach Saatwinkel; es war die bekannte Firma Baer Sohn init ihren: gesamten Personal aus den drei Geschäften nebst Angehörigen, insgesamt 300 Personen, in weißen Papieranzügen ui:d Mützen, sogar einige Damen erschienen in weihen Kostümen aus Papierstoff, voran ein Musittorps, alsdann die Inhaber in einen: prächtigen Motorwagen mit Diener aus dem Bock, sämtlich in gleicher Kleidung usw. Stimme» der Presse. Die„Staatsbürger-Zeitung« schreibt: Einer der jetzt Mode gewordenen Reklame- züge wurde anr Sonntagnachmittag 2»/? Uhr in 10 Kremsern vom Neuen Thor aus untenrommen. Es beteiligten sich daran insgesamt 300 Personen, die mit weihen Papieranzügcn und Mützen bekleidet wären, sogar einige Damen hatten Kostüme auS weihen: Papierstoff angelegt. Alle Tcilnehurer gehörten zu dem Personal der Firma B a e r S o h n, die gegen- wärtig die Einführung der Papieranzüge betreibt. Auch das voranfahrcnde Musikkorps und die Geschäfts- inhaber, die demselben in einem von Dienern gc- leiteten Motorwagen folgten, waren in gleiche Kostüme gekleidet. So ging es durch die Jnvalidenstrahe nach Saatwinkel usw. Die„Deutsche Warte« schreibt: Ein Ausflug im papierncu Zeitalter. Eine höchst eigenartige Landpartie erregte dieser Tage im Norden Berlins bcrechttgteS Aufsehen,: an: Neuen Thor sauimclten sich zebn Kremser, deren männliche Insassen durchweg in blendend weihe Anzüge und gleichfarbige Mützen gekleidet waren. Es handelte sich um einen Ausflug, den die bekannte Herrelt- und Knaben-Konsektionsfirma BaerSohn mit den etwa 300 Angestellten ihrer sämtlichen Geschäfte nach Saat- Winkel unternahm, und das Personal zeigte sich bei dieser Gelegenheit in den von dem Hause cingesührte» Anzügen aus Papier und Pflanzenfasern. Den langen Zug eröffneten die gleichfalls in Papier gekleideten Inhaber der Firma auf einem hübsch dekorierten Motorwagen. Am Bcstiuimungsorte erfolgte zunächst eine photographische Aufnahme der Teilnehmer an der Partie, dann fand gemeinsame Kaffeetafel statt, und daran schloffen sich Spiele im Walde, die die an sich animierte Stinimung ans den Höhepunkt brachten und dafür sorgten, dah das Abendessen einen vortrefflichen Verlauf nahm. Wenn eS nicht an Papierstoff ge- mangelt hatte, so fehlte es hierbei auch nicht an flüssigem Stoff, denn die Fir:na hatte eine große, 2000 Glas enthaltende Bowle, mehrere Tonnen Bier und ein Faß Wein gespendet. So hielt sich die Laune bis zu ihrem Ende auf ihrem Niveau, und niancheö ernste und bumonstische Wort— u. a. auch ein Toast, den Herr Baer aus den Erfinder des Papierstoffes, Clavicz, ausbrachte— würzte das Mahl. Das bübjchc, wohlgelungene Fest, das erst il: mitternächtiger Stunde durch den Aufbruch der Teilnehmer sein Ende erreichte, erbrachte einen überzeugenden Beweis von den: vor- trefflichen Einvernehmen, das zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bei der Firma herrscht. Der„Börsen-Courier« schreibt: Welche Rolle das Papier, bedrucktes wie unbe- drucktes, in unserem Zeitalter spielt, braucht die Presse nicht erst dem Leser zu Gemüte zu führen. In der Bekleidungsbranchc ist diese Rolle bisher in der Haupt- fache auf die Papicnväschc beschränkt geblieben. Aber ganze Anzüge aus Papier prattisch oerwendet zu sehen dürfte doch ein seltener Anblick sein. Einen solchen bot die Menscheukolonne, die anr vergangenen Sountagnachmittag mittels 10 Kremsern vom Neuen Thor aus durch die Jnvalidenstrahe nach Saatwinlcl fortbewegt wurde. Die den: Berliner Ausflügler so wohlvertrautcn Vehikel führten daö gesamte, ca. 300 Köpfe zählende Personal aus den drei Geschäften der bekannten heinrischen Finna Baer Sohn auss Land. In ihren weihen Papieranzügen und Mützen nrachten die Teilnehmer und der ganze von einen: Musikkorps begleitete Zug, an dem sich auch die Firma-Jnhaber in einen: eleganten Motorwagen mit Diener beteiligten, einen überaus originellen Eindruck. Selbst einzelne Damen waren in weihen Kostümen aus Papierstoff erschienen und vervollständigten das schmucke Gesamtbild usw. Das„Deutsche Blatt« schreibt: Ein eigenartiger Zug bewegte sich kürzlich vom Neuen Thor in 10 Kremsern durch die Invaliden- strahe nach Saatwinkel; es war die bekannte Firma Baer Sohn mit ihrem gesamten Personal aus de» drei Geschäften nebst Angehörigen, insgesamt 300 Per- sonen, in weihen Papieranzügen und Mützen, sogar einige Damen erschienen in weihen Kostümen aus Papierstoff, voran ein Musiklorps, als- dann die Inhaber in einem prächtigen Motorwagen mit Diener auf dem Bock, sämtlich in gleicher Kleidung. In Saatwinkel fand nach der groben Kaffeetafel ein Umzug im Walde statt, dem Gesellschaftsspiele folgten usw. Aehuliche Berichte vieler anderer Zeitungen Deutschlands sind gleichfalls erschienen. Die Papier-Hose n„ 7, für Herren..... Ö Rl. 10 rl. 12 Papiei*- Bierren-SCIeidung„Xylolin". Größte Nettheit an der Wende des Jahrhunderts. l�yloliti ist ein aus Papier und Pflanzenfaser gewebter, sehr haltbarer Stoff, der sich in der Wäsche vorzüglich bewährt. 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Keüqe des.MMs" Kerl« WlisdW Simitag, lk. Juli 18SS. Sociale LZrrlzkspflege. Der„Erfüllungsort" bei Lohnentschädignngcn wegen unberechtigter Entlassung. Der Maurer I. beanspruchte durch Klage beim Gcwerbegericht von dem„Banunternehmer" Neiske eine Lohn- cntschädigung, weil er ohne vorherige Kündigung plötzlich entlassen worden war. Der Vertreter des Beklagten machte dagegen geltend, I. sei nur für ein paar Tage angenommen worden, er' konnte den Beweis� hierfür aber nicht erbringen. Der Kläger sprach dann die Mutmaßung ans, daß ihn der Beklagte so plötzlich wohl nur ent- lassen, weil er befürchtete, er, der Kläger, könnte über seine schlechte Bauerei reden. Dem Reiske sei schon mal ein Bau eingefallen.— Im Laufe der Verhandlung wurden ZuständigkcitSbedenkcn laut. Der Bau, an dem Kläger beschäftigt Ivorden ist, befindet sich näm- lich in Karlshost. Der Vertreter des Beklagten betonte auch, daß dort im Baukomptoir der Lohn ausgezahlt worden sei. In Berlin hätte Neiske nur eine Schlasstelle. Die Kannncr III unter Vorsitz des Gewerberichtcrs Dr. Schalhorn verurteilte aber den Beklagten zur Zahlung von 64,80 M. Zur Begründung wurde ausgeführt: Es liege kein Anhalt dafür vor, daß der Kläger nur auf ein paar Tage angenommen sei. Das Gericht habe sich aber auch für zuständig erachtet. Nach dem Gewerbe- gerichts-Gesetz sei eine der Voraussetzungen der örtlichen Zuständigkeit, daß die streitige Verpflichtung am Orte zu erfüllen war. Zahlungen ans unerlaubten Handlungen hätten ain Wohnsitz des Schuldners zn erfolgen. Eine gesetzlich nicht zu- lässige sofortige Entlassung sei nun zweifellos eine unerlaubte Handlung. Da der Beklagte in Berlin wohne, und sei es auch nur in einer Schlafstelle, so müsse Berlin als der Erfüllungsort für die Lohncnlschädignng angesehen werden.— Der Kläger sagte zum Schluß resigniert, er werde wohl„doch nischt kriegen." Der Pntierträgcr und die NrbcitSuicdcrlcgnna der Piltzer- kokounc. Die Mitglieder einer Pntzerkolonne waren mit ihrer Arbeitgeberin, der Firma Wendel n. Ncinick, in Differenzen geraten und hatten die Arbeit niedergelegt. Dadurch war auch der Träger der Kolonne arbeitslos geworden. Er verklagte nun die genannte Firnra beim Gcwcrbcgericht und beanspruchte eine vicrzchntägige Lohnenffchädignng. indem er geltend machte, ihm stehe auf jeden Fall die vicrzchntägige Kündigungsfrist zu. Die Kammer III wies jedoch den Kläger ab und der Vorsitzende Dr. Schnlhorn führte begründend aus: Der Kläger sei für die Putz- arbeit der betreffenden Kolonne angenommen gewesen. Wenn nun die Putzer die Arbeit früher niederlegten, dann sei auch sein Arbeits- Verhältnis, das solidarisch an das der Putzer gcbnndcn gewesen sei, damit erledigt, und der Kläger könne dann nicht die Üntcrnchmer dafür verantwortlich machen. 2luf dem Berliner Viehhof tragen sich Knaben die Ueberrcstc ans den FüttcrnngStrvgen zusammen, um sie bei Leuten, die Vieh halten, an den Mann zu bringen. Ans diese Weise wurde auch ein gewisser Lehman» mit Futter versorgt. Mit zlvci Jungen, dlc rhu öfter� bedienten, geriet er wegen der Bezahlung in Slrcit._ Die Folge war ein Prozeß vor dem Gcivcrbegericht. Die Kläger, vertreten durch ihren Vater, lvurden jedoch wegen ll n- z u st ä n d i g k c i t des Gerichts abgewiesen. Der Vorsitzende der Kammer V 1 führte begründend aus, es handle sich hier um ein Licfcrnngsgeschäft und nicht um ein Arbeitsverhältnis, da die beiden Kinder nach der Menge und der Güte ihrer Lieferungen bezahlt ivorden seien und da von Arbeits bedingungen nicht geredet werden könne. Betrieb Snnsals. Der W jährige Arbeiter D. war im Betriebe seines Arbeitgebers dadurch verunglückt, daß er auf einer Treppe auS- glitt und ctiva acht Stufen hinnnrersicl. Erschlug auf den gepflasterten ixußbodcu auf und blieb dort besinnungslos liegen. Die Besinnung kehrte erst � cim_ nächsten Tage zurück, als er sich bereits im Krmikcnhanse befand. Die Llerzte nahmen eine Gehirnerschütterung nii._ Nach einem Monat stellte jedoch Professor Unverricht bei D. verschiedene Anzeichen der NückenmarkZ-Schwindsiicht fest, so zum Bei- spiel ungleiche Pupillen, die auf Lichtreiz keine Reaktion zeigten, nn- sichere» schwankenden Gang und Schwanken bei geschlossene» Augen. Em anderer Arzt bestritt dagegen das Vorliegen der NückcninarlS- Schwinds«cht. D. war inzwischen bei der RahrnngSinittel-Berufö- geiiostenichaft Ivcgcn einer ilnfallrente vorstellig geworden, man hatte seiucnAntrag indessen abgewiesen. DaS Schiedsgericht erkannte ebenfalls zu feinen Ungimsten, indem es geltend machte, daß die NückemnarkS- Schwindsucht nicht auf den Unfall zurückgeführt werden könne. Die ganze Natur dieser Krankheit spreche dafür, daß sie schon lange vor jenem Ilnfallc D. befallen habe, ohne, wie gclvöhnlich, in den ersten Jahren sich nach außen fühlbar zu machen.— Das Reichs- VersichcrnngSamt als Rckuröinstanz holte noch ein Obcrgntachten des bekanmcn Nervenarztes Professor Dr. Mendel ein. Dieser führte unter andcrm folgendes ans: Die Tabes sNückcnmarks-Schlvindsuchts sei eine Krankheit, die sich nur langsam und allmählich entwickle. Monate, ja Jahre gingen darüber hin, ehe sich ein volles KrankhcitS- liild zeige. Bei dem Kläger hätten mm schon einen Monat nach dem Unfälle� ausgesprochene Sh'.nptome der Tabes fest- gestellt werden können. Eine solche alnte Entwicklung der .iabcS nach einer Verletzung widerspreche allen Erfahrungen der Wissenschaft. Der hier festgestellte Befund nun lasse erkennen, daß die Krankheit schon Jahr und Tag vor dem lln- falle bestanden habe. A n g c b I i m e r h e n m a t i s ch e S ch m c r z c n, über die D. bald nach seiner Kncgcrzcit im Jahre 1870 geklagt hebe und die nach seinen Angaben seitdem oft wiedergekommen seien, wären wahrscheinlich' die ersten Symptome der Tabes bei ihm.— Ans der anderen Seite sei aber nicht zu verkennen, daß D. vor dem Unfälle völlig erwerbsfähig gewesen sei, während er jetzt s a st nichts erwerben könne. Tic» zu erkläre», mache keine Schwierig- keilen. Erfahrungsgemäß bringe bei Tabikern ein Fall auf dem Rücken eine ganz erhebliche Verschlimmerung der Symptome hervor, ivobci nicht bloß der direkte Einfluß des Falles in Betracht zu ziehen sei. Das infolge der Verletzung notlvcndige Kranken- lagcr, die veränderte Lebensweise, der Mangel des Gc- branchs der Beine, alles das wirke zusammen, um die Erivcrbssnhigkcit beschränkt.— Das Reichs- VerilchcrungSamt ll e r- urteilte»immchr die BernfSgenoffcnsckiaft, D. die Unfall- renke zu gclvährcn.— Es führte ans: Durch den Unfall fei der Zustand des Klägers wesentlich verschlimmert Ivorden und die Arbcilsnnfähigkcit desselben sei in der Hauptsache ans diese Ver- schlimmcrnng ziiriickzilführcn. Unter diesen Umständen sei aber die VerufSgeiioffenschaft entschädigungspflichtig, obivohl die Krankheit selbst durch den Betriebsunfall nicht verursacht worden sei. Vor'fmmnlttngcn. Die an Holzbcardeiinngömaschine» beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend hielten am 10. d. M. im Englischen Garten, Alerandcrstr. 27c,' ihre regelmäßige Mitgliedervcrj anunlung ab. Herr E. R n P f c r t von der Treptower Sternwarte>var erschicnen und hielt einen sehr interessanten Vortrag. Die Darlegungen dcS Rcscrenten wurden von mehreren Rednern unterstützt. Wiclandt gab hierauf den Spccialbcricht von der Abrechnung vom ziveltcn Quartal. Danach belänft sich die Gcsamtcinnahme inklusive eines Kassenbestandcs vom ersten Quartal in Höhe von 815,80 M. ans 051,60 M., der eine Ausgabe von 733,00 M. gegenübersteht; somit verblieb am Schlüsse des Quartals ein Bestand von 217,70 M. Den Bericht über die Unfallstatistik gab Hoffmann. Ueber Neuregelung des Werkstell-Vertrauensmänner-Systems berichtete Jeck; allseitig wurde die Fassung, sowie seine Ausführungen gutgeheißen. Franz gab bekannt, daß Hanke, Gneisenanstr. 66, Obmann der Nechtsschntz-Koinmission sei, und sind betreffende Angelegenheiten an selbigen zu richten. Nachdem wurden noch einige interne Verbands- angelcgenhciten erledigt. Der Vorsitzende gab noch bekannt, daß die Besichtigung der Treptower Sternwarte vom Verbände am Sonnabend, den 19. August, abends 8�/, Uhr, erfolgen würde, und bat, sich recht rege beteiligen zu wollen. Ferner erwähnte der Vor- sitzende, daß die nächste Mitgliederversammlung am 14. August im Englischen Garten, Alexanderstr. 27 o, stattfindet. Tie Handclshilfsarbeitcr slokale Nichwng) hielten am 11. Juli eine sehr gut besuchte Generalversammlung in den„Arminhallen" ab. Dem Kassenbericht ist zu entnehmen, daß im verflossenen Quartal eine Gesamteinnahme von 4320,36 M. zu verzeichnen war, der eine Ausgabe von 4054,71 M. gegenüberstand. Das Ver- mögen betrug am 1. Juli 1899 6324,96 M. Dem Kassierer Rein wurde einstimmig Decharge erteilt. Der Arbeits- Nachweis gestaltete sich folgendermaßen: Vom 1. April bis 30. Juni' wurden 273 Stellen gemeldet, von diesen konnten 118 für fest und 41 zur Aushilfe besetzt werden, nicht zu besetzen waren 114. Gründe: schlechter Lohn, zu lange Arbeitszeit nsiv. Der höchste Lohn betrug 24 M., der niedrigste 8— 10 M. pro Woche. In demselben Zeitraum Ivaren 158 Kollegen arbeitslos gemeldet, von diesen gingen in Stellimg 127 für fest und 14 zur Aushilfe. Die längste Arbeitslosigkeit betrug 12 Wochen, die kürzeste einen Tag. Die Arbeitszeit betrug in der Regel zehn bis elf Stunden, die längste löfts Stunden, die kürzeste 8Vs Stunden. Auch mit dem Arbeitsnachweis waren die Kollegen ein- verstanden, nur wurde darauf hingewiesen, daß die Kollegen jede vakante Stellung sofort dem Arbeitsvermittler zu melden. Unkosten nsiv. würden gern zurückerstattet. Rein bchanoclte dann in ausführlicher Weise unsere Taktik, wie in Zukunft die Agitation sich gestalten soll und ist der Meinung, daß der Verein vorläufin noch mit einem Beitrag von 15 Pf. pro Woche auskomme ung empfiehlt, für das nächste Quartal einen zweiten Bnrcand Beamten anzustellen, um erst zu sehen. Ivie sich die Dinge weiter entwickeln werden, das jetzige System zum Kassieren der Beiträge beizubehalten und forderte die Kollegen auf, sich mit AgitatioiiSinaterial zu versehen und die neuen Plakate, welche auf dem Bureau angeschafft sind, in den Verkchrsloknlen auszuhängen. Als Diskussionsredner sprachen in demselben Sinne und lvurde Meinicke als zweiter Beamter ans ein Vierteljahr provisorisch angestellt. Ein Antrag des Vorstandes, welcher besagt, daß nur solche Mitglieder in den Vorstand wählbar sind, welche ein Jahr dem Verband an- gehören, wird angenommen. Desgleichen ein Antrag des Ver- trancnLmanncs, die Beiträge für Agitation von 10 auf 20 Pf. pro Quartal zu erhöhen und die Hälfte davon dem Berliner Vertrauens- mann zur Agitation zu überweisen. Als Ergänzung zum Vorstand wurde W ä ch t c r für den Südost gewählt. Zu einer Versammlung der Einsetzer, die am 9. Juli tagte, referierte Fritz Z u b c i l unter dem Beifall der Anwesenden über „KoalttlonSrccht und die ZnchthanZvorlage". Die Versammlung erklärte sich in einer Resolution nzit den Ausführungen des Referenten durchaus einverstanden, und verpflichteten sich die Anwesenden mit aller Kraft für ein freies Koalilionsrccht allezeit zu wirken, sowie eine lebhafte Agitation für den Holzarbciter-Vcrband zu entfalte», damit jeder Kampf mit dem Unternehmertum erfolgreich geführt werden könne. Tcuischcr Holzarbeiter- Verband. Die Musikinsirn- m c n l e n- A r h e i t e r hielten am Mittwoch, den 12. Juli, im Lokale„S ü d- O st" eine Brancheiivcrsaminluiig ab, in welcher Rod. S ch in i d t einen Vortrag über die„Bedeutung des Exports in der M u s i k i n st r n m e n t e n- I n d u st r i e" hielt. Redner schildert in eingehender Weise ans Grund statistischer Anfiiahincn, wie sich der Export in Tenlschland und besonders in Berlin vermehrt hat. Er behandelt im weiteren die im nächsten Jahre ablaufenden rcsp. neu abzuschließenden Handelsverträge und deren Wichtigkeit für die Mnsilinstrumenten-Fndustrie. Lebhafter Beifall folgte den AuSführnngcn des Referenten. Die Diskussion wurde im Sinnc des Referats geführt. Nachdem fand Ergänznngs- wähl der Kommission statt. Köpenick. Am 11. Juli hielt der socialdcmokratische Arbeiter- Verein seine ordentliche Jahrcsversaminlmig ab. Dem Bericht des Vorstandes ist zu entnehmen, daß 10 Versammlungen und 12 Vor- standssitznngcn stattgefunden haben: der Mitgliederstand hat sich um ein bedeutendes vermehrt. Der Kassierer teilt mit. daß ein Kassen- bestand in Höhe von 203,50 M. vorhanden ist. Ans Antrag der Revisoren lvnrde dein Kassierer Entlastung erteilt. Die hierauf vorgcnomnieiie Vorstandswahl ergab: Karl Schulz 1., Gustav Hosfinann 2. Vorsitzender, Hermann Knring Kafficrer, Otto I o ch Schriftführer, Julius Zeige Beisitzer, W o n r k, Dittmann und Ladeivig Rcmsiorcn; als Bibliothekar wurde Stippe kohl gewählt. Die Versammlung erhob zum Beschluß, daß alle Anträge zur JahreSversminnlimg spätestens bis 1. Juli an den Vorstand einzureichen sind. Mit der Leitung der am 6. August statt- findenden Wasserpartie wnrdcn R a d e m a ch c r, Jack, I i l l s und Pohl betraut, und bekannt gegeben, daß nur Mitglieder, die ihre Beiträge pünktlich entrichteten. Billcts bei dem Kassierer in Empfang nehmen können. Zum Schluß ersuchte der Borsitzende um recht- zeilige Belanntgabe des Wohnnngswcchselö verzogener Mitglieder. Eingegangene Drniffchriften. Tic„Tocialisiischcn Monatshefte«(Ndministration: Berlin W., Gteditschstr. 23) haben ioeben das 7. Heft ihres V. Jahrgangö erlchcinen lassen. Aus dein Inhalt desselben heben wir hervor: Paul Kampffm eher: Ueber das ökonomische WiderspruchSgesetz. Zur Bernstein-Diskussion.— Dr. Franz Stahl: Was sind„präcise" Begriffe? Bemerkungen zu Oppcnheimcrs Artikel: Benffteiii-Äautskp.— Dr. Ch. Schitlowsku: Tie Polemil Plcchamno contra Stern und Conrad Schmidt.— Wolf- g a na Heine: Die Berufung in«Strafsachen und die lex Nintclcn.— Dr. Franz Oppenhetmer: Die sociale Bcdeulung der Genossenschaft. — Hermann W e i n h e i in e r: Die Nntiviinlsocialcn.— Jean- B a P t i st e S e v- r a t: Der Fall Dreyfus und die sranzöstschen Socio- listen.— Gustav Landauer: Boerne und der Anarchismus.— Rund- schau: Wissenschaft(Cniuinologie).— Bücher(Cnlwcr-Rcichcuberg). — Varia(In Sachen Ziethen.— Duplicitnt der Erscheinungen?)— Der Preis des Hestcö betragt 30 Pf.; pro Quartal 1,50 M. Zu beziehen durch alle Buchbandimigcn, Kolporteure und Postanstalten(Postzeitungs- lalolog Rr. 7075), sowie direkt durch die Expedition: Glcditschstr. 23, Verlin W. v. Wenckitern i Ein Prozent. Leipzig, Duncker u.Humblot. PreiS 1,40 M. Bloch: Der Krieg. Deutsche Uebersetzung. Band V. Berlin, Puttkanniier n. Mühlbrecht. Preis 6 M. Bloch: Di- Nuuiöglichlcit, den Verwundeten auf dem Schlachtfelde Hilfe zu bringen. Berlin, Putttainnier u. Mühlbrcckit. Preis 80 Pf. Mcudelson: Die Rettung deS Äandwertö in den hauptsächlichsten der ehe- malS zilnstigen Gewerbe. Jena, Gnst. Fischer. Preis 4,50 M. Pontiscx: Sociale Gedanken eines Optimisten. Berlin, Dr. Wrede(Kritik- Li erlag). Zur Kaunloorlage. Elektrischer Betrieb deS Mittclland- Kanals. Vom Ober- Ingenieur E. Kotigen. Deutsch« Autoren- Verlag(I. Harrwitz Vachs.) Beckmann» WaS ist nnS Geld? Eine Studie über die kapitalistische Wirt- schaff der Gegenwart. Wien. Karl Schmidt- Die Htipothclenvankcn und der grostslädtische Realttedit. Berlin, Puttlamcr u. Mühlbrecht. Tr. Karl Schütze: Die sociale Reichsgesetzgebung und ihre sanitären Postnlate. Vortrag. Jena, Gustav Fischer. 60 Ps. Wally Zepler: Welchen Wert hat die Bildung für die' Arbeiterin? Die Wohnungs-Enquete in der Stadt Bern vom 17. Februar bis 11. März 1896. Im Auftrage der städtischen Behörden bearbeitet von Carl Landolt. Bern, Druck und Verlag von Neukomm u. Zimmer- mann, 1899. Dr. Franz Eulenvnrg: Zur Frage der Leyrvcrmittlung. Eine methodo- logisch-kritische Untersuchung. Jena, Gustav Fischer. Preis 3 M. Dr. Zldams-Lehmaiin; Vorbereitung der Frau zur Lebensarbeit. Ein Vortrag. Zürich und Leipzig, Th. Schröter. Preis 50 Pf. Genossenschaftliche Zeit- nnd Streitfragen. Heft 4: Schulze-Delitzsch und Alwin Sörgcl. Von Ludolf Parisius. Berlin, I. Guttentag. v. Diest-Daber: Berichtigung von Unwahrheiten in den„Erinnerungen des Fürsten Bismarck". Zürich, Cäsar Schmidt. 3 M. Ferriain: Schlaue und glückliche Verbrecher. Berlin, S. Cronbach. 8 M. Max Nil! en: Zur Religion. Ein Wort zur Verständigung unter ihren Verehrern und Verächtern. Stuttgart, W. Digel. Wer hetzt? Eine AgitationSbroschüre von R. Calwer. Braunschweig, Aug. Günther. Rudolf Lcbius: Die Religion der Zukunft. Bamberg, Verlag der Handelsdruckerei. Briefkasten der Redaklion. Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre(zwei Buchstaben ober eine Zahl) anzugeben, miter der die Antwort erthellt werden soll und die letzte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht deaut- wortet und schriftliche Antwort wird nicht erthcilt. Tie juristische Sprechsinube wird Dienstags, Douuerstags ui>ck> Freitags abends von K bis hj llhr abgehaltc». N. S. Kit. 1. Mens agitat molem ist aus Virgils Acneide ent- nomine». Zu deutsch heistt es: Der Verstand bewegt die Materie. 2. Ja, vom 21. Jahre ab.— I. P. 100. 1. und Ja.— F.»>., HusffZ-n- straffe. Der Betreffende ist zur Zahlung verpflichtet. Wegen der Forderung und der Kosten kann gepfändet und Offenbarungseid verlangt werden. Wegen der Aliulentenforderung ist Lohnarrest zulässig.— E. Faber. Ohne Mit- teilung, ob ein schriftlicher Vertrag vorliegt, wie der Mietsvertrag lautet und wie hoch der MictSzius ist, ist Ihre Frage nicht zu heantworten. Sprechen Sie eventuell uiit dem Vertrage in der juristischen Svrechstunde vor.— Petersen. Der Vater haftet leider nicht.— I. C. 1000. Stach Ansicht der Versicherungsanstalt muh in Ihrem Falle geklebt werden.— Edw. 1718. Sie schreiben an das Amtsgericht Berlin I, Neue Friedrichstrahe 13:, Meine Ehefrau ist am..... verstorben. Aus der Ehe mit ihr habe ich zwei Kinder(Namen und Geburtstag). Da ich mich wiederverhciraten will, so beantrage ich möglichst bald Aus- eiiiandersetzmias- Termiu. Als Teilungöpfleger schlage ich vor N. idl. — Nnfall. Schreiben Sie an den Vorstand der BernfSgenossenschaft: Am 25. April bin ich im Betriebe von... verunglückt. Ich bin infvlgcdeffen. noch vermindert erwerbsfähig und beantrage, die mir zustehende Rente zu gewähren- 31. V. 53, SB. 13, H. Z. 115. Die Hankestiftnng ist noch nicht ins Leven getreten. Sobald sie ins Lehen treten wird, imrd dies von uns im lokalen Teil mitgeteilt werden.—?t. K> 33. Sie mächten mit Ihrer zweiten Heirat bis zum 19. April 1900 warten. Sie können aber beim Amtsgericht unter Ueberreichnug eines HebeanmienattesieS darüber, dah Sie in anderenUmständen ssud, Dispensation von der Wartezeit beantragen. — H. S. 100. Der llütersuchungSgefangeiie. für dessen Verpflegung Geld eingezahlt ist, hat das Recht, ans den eingezahlten Geldern sich Beköstigmig zu verschaffen.— H. F. Eine Taxe existiert nicht. Die Forderung würde nach der Gerichtsgepflogenheit als angemessen erachtet werden. 6—20 M. für die Entbindung und je 1—3 M. für jeden Besuch Pflegen für an- geiucfsen erachtet zu werden.— 31. HO. Chnr!. Sie können nur gegen den Wirt ans Beseitigung des Lärms und Geruchs klagen. Zu dcil Dissmnze» in der Tabaknrbeitcr-Genosseuschnft. Unter dieser Stichmarke befindet sich im„Vorwärts" Nr. 150 eine Er- kläning des Geschäftsführers der obigen 6-cuossenschaft, von Eiin, die einiger Richtigsteltung meinerseits hedarf. Vorweg will ich gleich bemerken, dah ich auf eine Reibe entstellter Thatsachen im allgemeinen nicht eingehe, nicht um ciuzeluc Personen zu schonen, sondern lediglich im Jutcresse der Tabalarbciter- Geuosscnschaft selbst. Dies betone ich ganz be- sonders. Zweitens fühle ich mich nicht getroffen. Betreffs der Der- schmelzun« der in Frage tommeuden Vereine, so ist meine Stellung hierzu durch meine in der zweiten öffentlichen Versammlung anSgesprochcne Er- kläruna gegeben. Man bezeichnet den Revers ja jetzt als eine Ungeschicklichkeit— warum ist erklärlich, umso bedauerlicher ist cö, dah derselbe überhaupt das Licht der Welt erblickte und hätte man ctwaS vorsichtiger operieren sollen. Ich komme nun auf meine Kündigung zurück. v. Elm schreibt:«Dem Buchhalter wurde von diesen Gründen Mit- teilung gemacht." Nun— ich werde die Sache cinnial durcki Daten feststellen. Meine Kündigting wurde vor dem 7. Mai seitens des Aufsichtsrats beschloffen und mir am 12. Mai schriftlich ohne Angabe von Gründen mitgeteilt. Dieselbe ist von den derzeitigen Vorstandsmitgliedern A v. Elm, W. Stromberg und F. Kerkhosf unterzeichnet und ist dieser Akt vor dem 7. Mai vor sich gegangen, denn an diesem, res». 8. Mai reisten v. Elm und W. Stromberg zum Gewerkschaftskongreß nach Frank- surt a. M. Strombcrg, der von dem Mitiiiiterzcichncn entbunden sein wollte, wnrdcn die augel'lichclt Gründe, die zu meiner zdündignng geführt haben sollen, nicht inttgeteilt, wie ich nachträglich erfahren habe. Am Antwort erhielt:-------.- ,, 2 Deine Thätigkeit im alten Konsumverein.— Man hatte alio acht Tage gebraucht, unl sich schlüssig zu werden, welche Autwort man mir zu gehen hätte, trotzdem doch vor dem 7. Mai die„Gründe" bekannt waren und man mir sie am 12. Mai bei Ucberreichung der Kündigung hätte mit- teilen lnüffen, wie es sonst wohl Gebrauch ist. Nun— das Suchen nach „Gründen" hatte seinen guten Grund, ivenn man das Eiiigeständnis in Betracht zieht, dah der Revers eine Ungeschicklichkeit war; man muhte' aber einen Prügeljungen haben. Ans den ersten von Huppertz angeführten„Grund" gehe ich hier nicht ein und zwar lediglich im Jntereffe der Taöalarbeitcr- Genossenschaft, denn ich mühte hierbei geschäftliche Interna berühren, die für die Oeffentlichleit nicht geeignet sind. Auf den zweite Punkt einzugehen, der den bekaimtcu Revers gebar, erübrigt sich, da diese Sache genügend erörterst worden ist. Dah ich in der Generat- Versammlung der Tabakarbeiter- Genossenschaft hätte gegen den AiissichtSrat Stellung nehmen können— stimmt, doch ist dies lediglich Gefühlösache und hatte ich nun einmal das Gefühl des Unwillens, mich mit Leuten, mit denen ich nenn Jahre zn- sainnlen gearbeitet, und die dann eine Haltnng wie bekannt gegen mich ein- nahmen, hemmzustreiten. v. Elm erklärt ferner, ich soll in der General- verfamuiliing deS 56 er-Vereins gegen den Aufsichtsrat der Tabakarbeiter- Genossenschaft die unbegründetsten Angriffe gerichtet haben; dies ist durch- ans unrichtig. Wegen Schllih der Debatte konnte ich mich überhaupt an dieser nicht beteiligen nnd nur in der Form einer persönlichen Be- merkung mich kurz rechtfertigen, wobei der Aufsichtsrat meinerseits überhaupt nicht geuannt wurde; ich verweise hierbei auf den Versammlungs- bericht im„Hamburger Echo" vom 30. Mai, welcher objektiv die Thatsachen wiedcrgiebt. Aus die öffentlichen Versammlungen, die angenommene Re- solution«ehe ich nicht ein. da diese Versammlungen meiner Ansicht nach mit der ganzen Angelegenheit nichts zu thun hatten. Das„Hamburger Echo" bemerkte übrigens wie folgt dazu: „Die Fortsetzung der Versammlung, welche von Kretschmer durch Be- ianntgabe nn„Hamb. Echo" und im„General-Anzeiger" einberufen worden ist, ,nn über den mehrfnch erwähnten Revers des AufstchtsrateS der Tabak- arbetter-Genoffenschaff zu verhandeln, fand gestern abend bei Schwaff statt. Stromberg nnd Würfel hatten sich eingefundeli, um die in der ersten Versammlung gegen sie gerichteten Ängrifse entschieden zurück- zniveiffn. Als charakteristisches Merkmal der Versammlung, zu der mich die 90 090 Abonnenten des„General- Anzeiger" ihr Kontingent gestellt hatten, sei solgende Thatsache erwähnt. Als Strombcrg sehr zutreffend be- merkte, dah die Versammlung in leiner Weise kompetent sei, über die in Frage stehende Angelegenheit zu entscheiden, und daran den Vorschlag knüpfte, dah die Entlchcidnng einem Schiedsgericht übertragen werden möchte, z. B. dem Parteivorstand oder der Parteileitung, erhob sich bei dem letzteren Vorschlag wüstes Lärmen und Lachen!— Und an diese Instanz appellierte zum Schlnh der socialdemotratitche ReichstagS-Abgeordnete v. Elm, indem er sie gewificrmahen um Ausstellung eineS guten ZeugnisieS durch Annahme einer entsprechenden Resolution ersuchte! Dtejes anschauliche BUS wollen wir durch kein« weitere Bkiyexbilig trüben." Hambnrg-Eppendorf.„ E. Würfel, Buchhalter. Höchster Preis. Goldene Medaille Höchster Preis, Goldene Medaille PARIS. Anerkannt um* gute Arbeit, Carl Zobel Berlin SO., Köpniekerstr. 121, � Ecke Michaelkirch-Strasse. 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