Sozialdemokrat gentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen RepnbNk Erscheint mit Ausnahme de« Montas täglich früh«i»,elprei» 78-eil», Redaktion«.Verwaltung: PragXII.,Fochova82- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 18. Jahrgang Mittwoch, IS. Jänner 1938 Aus dem Inhalt: Die Internationale gegen den japanischen Raubzug 33 Schüler verbrannt Schwelgen um Sebekovsky 12 Milllarden-Ausfuhr Im Jahre 1937 Nr. 15 Ein Kabinett Chautemps Radikalsozialistische Regierung mit sozialistischer Unterstützung ft ii uns d e r R egter u n g Eh au» streuen, erklärte S taIin in seinem Interview Barteiführer ein Ehrengericht des gesamtstaat- lichen VolkSfront-Komiterv angerufen hat. Trotz dem Beschlug de» Kleinen Kongresses besteht die Autorität Lton Blum» und der übrigen hervorragenden Persönlichkeiten der Partei unverändert weiter. ES liegf im Wesen drr französischen Arbeiterbewegung, dass man den Menschen auch dann Vertrauen rntgrgrnbringt, wenn man über taktische Fragen nicht immer mit ihnen übereinstimmt. Drr Kleine Kongreß hat den sozialistischen Ministern de» vergangenen LhantrmpS-Kabinrtt» einstimmig dir Entlastung gegeben und auch die Demission Panl Faurr» als(Generalsekretär, die übrigen» hinausgeschobn» wurde, braucht noch keine endgültige zu sein. Die Resolution Graziani schloss wohl eine Regierungsbeteiligung an», nicht aber eine Unter» ft ü tz u n g der von Chautemps zu bildenden Regierung. Die sozial! st ischeKammer- f r a k t i o n hat denn auch, in der Erkenntnis, dass vorläufig eine andere Lösung der bereit» fünf Tage währenden Regierungskrise nicht möglich ist, eine von Dormoy vorgelegte Resolution an» genommen, in welcher die Bildung einer unter btX Leitung Ehautemp»', Vertreter» einer Volksfront-Partei, stehenden"Regierung, gebilligt wird. Diese Entschliessung, die auch die Unter- Pari».(Eigenbericht.) Wie wir bereit» gestern andeuteten, ist die Bildung eine» radi- talsozialistischen MinderheitS- katinrtt» durch Ehautemp» die letzte M ö g l i ch k e i t, um die Regierungskrise zu beenden. DerBeschlußdeSKleinenKon» gresseü der Sozialistischen Par- tei, den Eint ritt indaSKabinettab» z u l e h»e n, kommt nicht ganz unerwartet, wird ater dennoch nicht nur in Frankreich, sondern auch bei den Sozialisten und Demokraten de» übrigen Europa Bedauern erwecken. Der Wunsch, eine BollSfront-Regierung unter sozialistischer Führung zustandezubringen, war zu groß, al» daß sich die Hälfte der Departements-Verbände der Sozialistischen Partei mit einer andere« Lösung, nnd sei es auch nur di« Fortsetzung de» bisherige» Zustandes, zufrieden geben wollte. Andererseits besteht in gewissen entlegenen Teile« deS Landes auch bei der äußersten Linken keine richtige Einschätzung der drohenden außenpolitischen G e f a h r r n. die eine sozialistische ölegierungsbeteiligung unbedingt ratsam erscheine» lassen müssen. Drr Kleine Kongreß hat den sozialistischen Parlamentariern jedoch die Hände nicht soweit gebunden, daß auch eine bloße llnter- .stühung Ehautemp» unmöglich wäre. Der Regierungschef macht die Tolerierung durch die Sozialisten zur unerläßlichen Vorbedingung für seineKabinettSbildung. Hiedurch vermag die sozialistische Partei noch immer einen beträchtlichen gestaltenden Einfluß in Frankreich anszuüben. Man muß von der neuen Regierung» bei deren personeller Zusammensetzung man die Gefühle der Sozialisten schont, hoffen, daß sie sowohl die von Mar D o r m o tz im Interesse der Staatssicherheit unternoninienen Maßnahmen s-rtsetzt, als auch das soziale Reformwerk nicht versanden läßt. Die sozialpolitischen Ressort» drr neuen Negierung sind übrigen» in den Händen von Mitgliedern der Republikanisch»sozialistischen Union P a u l- B o n e o u r S, der sich ausdrücklich zur Planwirtschaft bekennt. Auch die» scheint eine Garantie zu sein, daß da» vierte Chautemps- Kabinett nicht nach der Mitte avzugleiten droht. DaS Volksfront-Programm bleibt näch den Erklärungen der Radikalsozialistischen Kammerfraktion nach wie vor Grundlage der Regierung»arbeit. Zu den ungeklärten Problemen, ans di« man in den nächsten Tagen eine Antwort erwartet, gehört da» Verhalten der Kommunisten. Eine Zusammenarbeit zwischen ihnen und Chautemps ist kaum mehr vorstellbar. Auch die sozialistisch, kommunistischen Beziehungen haben sich in.Folge der persönlichen Angrifse verschlechtert, denen Lto» Blum während drr Ministrrkrise auSgrsetzt war und derrtwegen der sozialistische Ministerpräsident: Camille Chautemps Stellvertreter de» Ministerpräsidenten und Rati-nalverteidigungsminister: Eduard D a l a d i« r Staatsminister: George» Bonnet(mit der Verwaltung der volkswirtschastN- chen Angelegenheiten betraut) und Frossard(Republikanisch-soziali stische Bereinigung) Inneres: Albert Sarraut Justiz: C a m p i n ch i Finanzen: Marchand,«« Auswärtige»: Avon D e l b o» Kriegsmarine: WUliam Bertrand Flugwesen: Gutz la Chambre Handel: Pierre Lot Pensionen: Lassalle Landwirtschaft: C h a p s a l Volkterziehung: Jean Z a y Post: Genti« Arbeit: Ramadier(Republikanisch.so- zialistische Vereinigung) Kolonien: Steeg Oeffentliche» Gesundheitswesen: R u e a r t vrfsentlich, Arbeiten: Queuille. Handelsmarine: E l b r l Dir neu« Regierm», Chautemps zählt in», gesamt 33 Mitglieder, davon 20 Minister und 13 NnterstaatSsrkretäre. Von diesen 83 Regie- ruagSmitglieder« sind 28 Abgeordnete und fünf Senatoren. Bon den Ministern sind 18 Mitglieder der Radikalen Partei und zwei Mitglieder der Partei der Republikanisch-sozialistischen Einigung. Bon den Staatssekretären sind neun Mitglieder dkx Radikalen Partei und vier Biitglirder der Partei der Repntlikanisch. sozialistischen Einigung. • Die Beratunsen der Sozialisten Blum In der Minderheit» Rücktritt Paul Faures tempS beinhaltet, wurde mit 80 gegen 21 Stimmen angenommen. Bemerkenswert ist, das; der„Manchester Guardian", eines der klügsten englischen Blätter, den B e r s u ch L ö o n B l u m s, eine Regierung der nationalen Koalition, also eine über die Volksfront hinauSrcichende starke republikanische Regierung zu bilden, al» st a a t S m ä n n i s ch e Tat würdigt, wenn der Versuch auch gescheitert ist.„Es war notwendig, diese Idee zu lancieren. VlumS Beginnen war möglicherweise vor allein als Warnung an gewisse Staaten gerichtet, das; Frankreich eines Tage» im Notfälle unschwer eine solche Koalition zustande bringen könne."' mit dem amerikanischen Journalisten Roy« tz o w a r d am 1. März 1980 wörtlich: „ES befremdet Sie, daß bei diesen Dahlen nur eine Partei auftreten wird. Sie sehen nicht, wie unter diesen Umständen«in Wahlkampf möglich sein wird. Offenbar wird nicht nur die kommunistische Partei Kandidatenlisten bei den Wahlen aufstellen, sondern dies werden auch alle möglichen gesellschaftlichen Organisationen tun, von denen es bei uni Hunderte gibt."(„Prawda", 0. März 1980). Stalin erklärte also kategorisch, das; bei den Wahlen einwirklicherWahlkampf stattfinden werde, in dem die kommunistischen Kandidaten mit den parteilosen Kandidaten der gesellschaftlichen Organisationen in Wettbewerb treten würden. Dem entsprach auch der Artikel 80 der am 10. Juli 1987 publizierten Wahlordnung, wonach das Recht der Kandidatenaufstellung außer den kommunistischen Parteiorganisationen auch„den Gewerkschaften, den Genossenschaften, den Jugendorganisationen, den Kulturverbänden und anderen gesetzlich registrierten Organisationen" zuerkannt-wurde. Gleichzeitig gewährte der Artikel 07 der Wahlordnung das Recht der Kandidatenaufstellung auch den allgemeinen Versammlungen der Arbeiter und Angestellten in den Betrieben, der Rotarniisten in den Truppenteilen und der Bauern in den Kollektivwirtschaften. Auf diese Artikel weist denn auch der offizielle Kommentar zur Wahlordnung von I. A. Jakowlew al» besonders deutlichen Beweis der Demokratisierung der Sowjetunion hin.(Siehe„Prager Presse", 7. Dezember 1937.) Leider sind diese Artikel, die unter anderen Verhältnissen der Ausgangspunkt einer wirklichen Demokratisierung hätten bilden können, durch die Praxis der Diktatur in ihr Gegenteil verkehrt worden. Im Oktober gab der Generalstaatsanwalt Wyschinski— der Ankläger in allen Moskauer Monstreprozessen— eine offizielle Auslegung des Art. 08 des Wahlgesetzes, die das gesamte BerfassungSwerk Stalins auf den Kopf stellte.„Obwohl das Wahlgesetz", schrieb er.„genau den Kreis der Organisationen umschreibt, die daS Recht zur Aufstellung von Kandidaten in den Obersten Rat besitzen, so erhebt sich doch heute die Notwendigkeit, diese Frage noch genauer zu bestimmen." Nnd er gab— sichtlich im Auftrag Stalins— diese„Bestimmung" dahin, daß al» „öffentliche Organisationen oder Vereinigungen der Werktätigen" nur solche verstanden werden dürfen, die die„weitere Entwicklung der sozialistischen Erfolge und Siege" gewährleisten. Damit waren den Behörden alle Vollmachten er- Franco-Offenslve bei Teruel Barcelona.(Ag. Esp.) Das Verteidigungsministerium gibt bekannt: Der Feind hat mit aller Kraft seine O f- fenfivbewrgung auf Teruel wieder aufgenommen, nach einer Pause, die ihui die großen Verluste im Laufe seine» ersten Versuch» auferlegt hatten. Montag morgen» 10 Uhr hat er einen heftigen Angriff in der Richtung auf die Höhen von Colada» unternommen, mit Unterstützung eine» sehr heftigen Artilleriefeuer» und einer großen Menge von Flugzeugen. Unsere Linien haben eine leichte Einbiegung südlich von El Petro« erlitten. Unsere Luftgeschwader beschossen Rebellen- mäschinen auS ihren Maschinengewehren und nahmen den Kampf mit einer großen Zahl Rebellenflugzeuge auf. Die Luftschlacht war sehr hart und langwährrnd. Sie endete mit günstigen Resultaten für un». Wir haben fünf feindliche Flugzeug« abgeschossen, zwei von ihnen, Fiat», sind in unsere Linien abgestürzt. Wir Haien zwei Jagdflugzeuge verloren. Gegenoffensive gegen Italienischen Rat Barcelona.(Ag. Esp.) In den Militärkreisen der Regierung wird unterstrichen, dass der Angriff, den Franco befohlen hatte, um der belagerten Garnison von Teruel zuhilfezukommen, lebhafte Unzufriedenheit seiner italienischen Ratgeber hervorgerufen hat. Diese haben sich einer solchen Gegenoffensive sehr heftig widersetzt, die die Rebellen tausende Menschen gekostet hat. Der Meinung seiner Ratgeber nach hat Franco den Fehler wiederholt, den er bereits gemacht hatte, als er den Belagerten im Alcazar von Toledo zu- hilfekam, statt seinen Marsch auf Madrid fortzusehen. Jetzt hatten di« Ratgeber vorgeschlagen, SÄ b«r designierte Ministerpräsident ert" W""** Der Nationalrat der Sozialistischen Partei (der sogenannte„Kleine Kongreß") beriet bi» in die Morgenstunden des Dienstag. Die Sitzung war reich an dramatischen Momenten, besonders als der Generalsekretär der Partei, Paul F a u r e, seinen Rücktritt erklärte, weil die Mehrheit des Parteirates nicht die Vorschläge der ParteivorstandSmehrheit billigte. Lion Blum legte,«ine Resolution.vor. die eü bedauert, daß eine dem Ebenbild der Volksfront entsprechende Regierung nicht gebildet werden konnte, aber, da es eine solche Regierung nicht geben kann, vom Nationalrat verlangt, das; er seine Vertreter ermächtige, an einer Regierung teilzunehmen, die sich auf eine Mehrheit stützt, die auf dem Programm und der Disziplin der Volksfront fußt.— Dieser Resolution gemäss sollten also die Sozialisten an einer von Chautemps zu bildenden, auf die Volksfront gestützten Regie- rung teilnehmen. Aber diese Entschliessung wurde abgclehnt und eine von G r a z i a n i vorgelegte, welche die Regierungsbeteiligung ablehnt, mit 0830 Stimmen angenommen. Eine wesentlich radikalere Resolution Piverts. welche die Bekämpfung jeder ausserhalb der VolkSfrontmehrhcit gebildeten Regierung verlangte, bekam nur 1800 Stimmen. Sabotage In den Docks von Portsmouth? London. Zur Untersuchung der innerhalb kurzer Zeit auf dem in den Docks von Ports mouth liegenden Kreuzer„Birmingham" ausgebrochenen Brände wurde eine Kommission bestellt, die feststellen soll, ob es sich um einen Sabotageakt handelt. Der neueste Brand gewann dadurch an Bedeutung, dass seit dem 1. Dezember 1937 in den Docks von Portsmouth inSgesanit vier Brände ausgebrochen sind, hievon zwei auf der„Birmingham", einer auf dem Kreuzer„Kö nigin Elisabeth" und einer auf dem Minenleger „Hebe". Alle Brände konnten von der Besatzung gelöscht lverden. Niemöller-Prozeß am 7. Feber Berlin. Wie bekannt wird, ist die Haupi- verhandlung gegen den Pfarrer Niemöller auS Berlin-Dahlem auf den 7. Feber in Berltr anberaumt worden. Pfarrer Niemöller wird heimtückischer Angriffe gegen Staat und Partei, fortgesetzten Missbrauches der Kanzel zu politi schen Zwecken und öfsentlicher Aufforderung zu»:. Ungehorsam gegen staatliche Gesche beschuldigt, stellt worden, jeden missliebigen Kandidaten, be- Das russische Parlament AIS der Vorsitzende de» RateS der VoltS- kommissare Molotow im Feber 1980 aus die Notwendigkeit der Demokratisierung der Sowjetverfassung hinwie» und«ine Reform ankündigte, die die Vorzüge de» westeuropäischen Parlamentarismus mit denen des Sowjetsystems vereinigen sollte, wurde dieser Schritt allgemein als eine verheissungsvolle Wendung in der politischen Entwicklung der Sowjetunion begrüsst. Dieser Schritt ging parallel mit der Wendung in der sowjetrussischen?lussenpolitik, die auf die Zusammenarbeit mit den westlichen Demokratien hinsteuerle. wie auch mit der grundsätzlichen Schwenkung der Kommunistischen Internationale, die im Sommer 1980 die Notwendigkeit der Verteidigung auch der bürgerlichen Demokratie anerkannte. Inzwischen sind in den letzten zwei Jahren Ereignisse eingetreten, die die Hoffnungen auf eine Demokratisierung der Sowjetunion und auf einen Abbau der Diktatur stark herabgemindert haben. Angesickits der neuen Welle deS Terror» und der Selbstzerfleischung der herrschenden Schicht der Sowjetunion hat. der eine zeitlang herrschende Optimismus einem tiefenPessi- m i S m u s Platz gemacht, der die aussenpolitische Rolle der Sowjetunion sehr ungünstig beeinflusst. An diesem Pessimismus trägt in starkem Masse auch die Art und Weise Schuld, mit der der innere Gehalt der angekündigten Reform aus ein Mindestmass herabgedrückt wurde. Schon in dem BerfassungSentwurf vom Jahre 1988 wurde der Monopolcharakter der Kommunistischen Partei auch bei den künftigen Wahlen unterstrichen. Um die deswegen entstandenen Besorgnisse zu zer- statt ohne Erfolg eine Gegenoffensive zu unternehmen, sofort«ine Offensive auf Madrid zu beginnen, die mit Erfolg nicht mehr durchgeführt werden könnte. Erfolg bei Guadalajara Madrid. Die republikanischen Truppen eroberten am Montag ein ausgedehntes Gebiet im nördlichen Teil der Provinz Guadalajara in der Umgebung von Sacecorbo, nordöstlich von Cifuente und Lontanza. Trotz des gegnerischen Widerstandes besetzten die Regierungöabteilungen die Coten 1101, 1172 und 1140. Seite 2 ziehungsweise jede im Verdacht einer Abwei] Mittwoch, 19. Jänner 1938 chung" ſtehende Organiſation, auch wenn sie allen Die e allen Die Internationale Anforderungen des Wahlgesetzes entsprach, als " unsozialistisch" abzulehnen. In Wirklichkeit vollzog sich die Kandidatens aufstellung in einer Weise, die dem Sinn der neuen Verfassung wie der kategorischen Erklärung Staline vom 1. März 1936 Hohn sprach: Die Kandidaten wurden weder von der Kommunistis schen Partei, noch von den parteilosen Organisa tionen aufgestellt, sondern unter fälschlicher Berufung auf Art. 57 der Wahlordnung durch offene Abstimmung in öffentlichen Versammlungen, die von der Partei geleitet wurden und für die die Kandidaten von vorhinein bestimmt worden waren. Auf diese Weise wurde der Charafter einer„ Volkswahl" vorgetäuscht, bei der die Drahtzieher sich hinter dem„ Block der Kommunis sten und der Parteilosen" verbargen. Aber auch bei dieser Wahlprozedur wagte man es nicht, einige Kandidaten in jedem Wahlkreise aufzustellen, wie die Verfassung und die Wahlordnung es fordern. Mit wenigen Ausnahmen wurde in jedem Wahlkreis nur ein Kandidat aufgestellt; die Zusammensetzung des Barlaments war schon vor der Wahl im Voraus bestimmt; und den Wählern, die durch den Hinweis Kalinins und anderer Würdenträger, daß jede Wahlenthaltung„ Landesverrat" bedeute, zu den Wahlurnen getrieben wurden, blieb im Allgemei Nr. 15 meinsamer wirtschaftlicher Attion und ihr Beitritt zur Garantie gegenseitigen Beistandes wären von allergrößter Bedeutung, um den Erfolg zu sichern. Engstes gegen den japanischen Raubzug nites invernehmen mit den Vereinigten Staaten muß dringend gesucht werden. Von vornherein soll Klargestellt werden, daß die Eine gemeinsame Sigung der Sozialistischen| Japan, insbesondere von Erdöl und anderen für die Arbeiter- Internationale und des Internationalen Kriegsführung notwendigen Produkten, sowie die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Achtung für Gewerkschaftsbundes tagte am 15. Jänner in Brüssel gleichartige internationale Durchführung der be- die internationale Rechtsordnung eineswegs unter dem Vorsitz von Louis de Broudère. An ihr schlossenen Maßnahmen, und ernsthafte Garantien gegenda 3 japanische Volf gerichtet nahmen die Vertreter der sozialistischen Parteien gegenseitigen Beistandes auf finanziellem, wirt sind, das selber ein Opferfeiner Mili. und der Gewerkschaftsorganisationen aus fünfzehn schaftlichem und allenfalls militärischem Gebiet vor- tärkaste und seines räuberischen Landern teil. Aus der Tschechoslowakei waren die ficht. Der Plan wird den Arbeiterorganisationen der Kapitalismus ist. Die gemeinsame Sibung Genossen Tayerle( für die Gewerkschaften), einzelnen Länder vorgelegt und in allen Einzelheiten entbietet den Ausdrud ihrer brüderlichen Sympathie Stivin und Winter( für die tschechoslowakische bei einer kommenden Sigung erörtert werden, die in und Solidarität denjenigen unter den japanischen Sozialdemokratie) und Paul( für die deutsche ellerfürzester Zeit stattfinden soll. Arbeitern, die gegen den Angriffstrieg ihrer Herra jozialdemokratische Arbeiterpartei) anwesend. idenden aufgeireten und zu Opfern der brutaliten Unterdrückung in Gestalt von Hunderten von Vers haftungen und Verurteilungen geworden sind. Die Initiative zu dieser Tagung war von der englischen Arbeiterbewegung ausgegangen. Das Ergebnis der Beratung war die einstimmige Annahme folgender Resolution: Die gemeinsame Sigung der SAZ und des JGB bestätigt den Beschluß des JGB und schließt sich ihm an: ,, Der Vorstand des Internationalen Gewerk schaftsbundes bestätigt seine Solidaritätserklärung für das chinesische Volt vom 7. September 1937 und stimmt der gleichlautenden Resolution der Mitglieder der Arbeitergruppe des Verwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes zu. Er Der Präsident Roosevelt hat erklärt: Die friedliebenden Staaten müssen gemeinsam gegen die Vertragsverletzungen und die Mißachtung mensch licher Gefühle auftreten, die heute jenen Zustand der internationalen Anarchie und Unsicherheit hervorrufen, auf dem es feinen Ausweg durch die bloße Am Sonntag und Montag fanden Tagun Isolierung oder Neutralität gibt."( Rede in Chien der Eretutive der SAJ statt, die cago vom 6. Oftober 1987.) sich in eingehender Weise mit der Lage in Spanien Die Mitwirkung der Vereinigten befaßten und eine Reihe wichtiger Beschlüsse faßten. Staaten bei allen oben erwähnten Formen ge- Wir werden darüber noch eingehend berichten. Das Arbeitsprogramm nen nichts übrig, als sich mit 96.8 Prozent aller fordert alle Stopf- und Handarbeiter in Stadt und der Regierung d Wahlberechtigter am Wahlakt zu beteiligen, und mit 98.6( bzw. mit 97.8 Prozent bei den WahIen zur zweiten Kammer) für die ihnen aufgezwungenen Kandidaten zu stimmen. Charakteris stisch ist hierbei, daß die Wähler noch unmittelbar vor den Wahlen" die Ueberraschung erlebten, daß 36 bereits nominierte Kandidaten, darunter die in Ungnade gefallenen Generale Alksnis und Bolis und der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Volkskommissare Mes ch I aut, plößlich gestrichen und durch andere Kandidaten ersetzt wurden! Wenn in dieser Atmosphäre der Wahlmache dennoch an die zwei Millionen Wähler den Mut aufbrachten, gegen den amtlichen Kandidaten zu stimmen oder den Stimmzettel un gül tig zu machen, so bedeutet das, in Prozenten gerechnet, zwar nicht viel, aber vom Standpunkt der Ansammlung der oppositionellen Kräfte dennoch den Beginn einer demokratischen Aktivität gegen die Diktatur... Die moralische Wirkung der Wahlen geht indes weit über den Rahmen dieser Zahlen hinaus. Was die breiten Massen der Bevölkerung mit neuen Hoffnungen beseelt, ist die Tat sache, daß nun endlich ein parlaments ähnliches Gebilde geschaffen worden ist, in dem trotz all seiner Mängel und seiner Abhängigkeit von der Bürokratie, hin und wieder die Stimme des Voltes ertönen kann. Viele ausläns dische Beobachter, die sonst der Entwicklung in der Sowjetunion steptisch gegenüberstehen, glauben, daß sich mit den Wahlen in Rußland dennoch etwas geändert habe. Land auf, sich entschieden gegen den unerhörten Angriff Japans auf China zu wenden und in wirkungsvollster und tatkräftigſter Weise dem chinefischen Volt, das das Opfer dieses imperialistischen Angriffs geworden ist, ihre Sympathie und Solidarität zum Ausdrud zu bringen." Dr. Hodža nimmt die Beratungen auf Wie offiziell mitgeteilt wird, hatte Ministerpräsident Dr. Hodža am Dienstag nach der Mückkehr der Regierungsmitglieder von den Weihnachtsferien mit den Regierungsfaktoren ..Bu den Maßnahmen, die die Arbeiter er Beratungen, die am Donnerstag fortgesett greifen sollen, gehört der vom Vorstand des JGB beantragte Boykott aller japanischen Waren, der werden sollen. Die Konferenzen der Kabinetts. so lange durchgeführt werden soll, als die japanis mitglieder mit dem Ministerpräsidenten waren schen Imperialisten und Militaristen Gebiete. der der Borbereitung des Arbeits. chinesischen Republik besetzt halten, ferner die programms der Regierung in der allerOrganisierung von Kundgebungen und Propas nächsten Zeit gewidmet und entwickeln fich gandaattionen in den einzelnen Ländern, um die Regierungen und die Gesamtheit der Bevölkerung zu veranlassen, dem Beispiel der Arbeiter zu folgen und ihre internationale Pflicht gegenüber China zu erfüllen." Die gemeinsame Sigung verweist ferner auf die dringende Notwendigkeit, die Grundsätze der follektiven Sicherheit zur Anvendung zu bringen, um ten faschistischen Angriff sowohl im Falle Chinas als im Falle Spaniens zurückzuweisen. Die Arbeiter bewegung in allen Ländern muß die notwendige Aftion gegenüber ihren Regierungen entfalten, damit diese endlich die Verpflichtungen erfüllen, die der Böllerbundpatt festsetzt und schon bei der nächsten Sigung des Völlerbundrates am 28. Jänner die ersten Maßnahmen ergreifen, um China zu helfen und den japanischen Angriff zurüdzuweisen. Falls in dieser Hinsicht die Einstimmigkeit in Genf nicht erzielt werden fann, darf dieser Umstand den fried liebenden Mächten nicht als Vorwand zur Recht Was sich geändert hat? Eine Aenderung ist fertigung ihrer eigenen Untätigkeit dienen. Auf ihrer eingetreten, die sich in keine Formel fassen, faum Seite ist die starke Ueberlegenheit sowohl der Bahl in Worten ausdrüdbar ist. Eine Stimmungs- als der Mittel. Sie können den Angreifer swingen, wandlung. Sacht feimende, fast unbewußte Hoff- ben seinem Angriff abzustehen, wenn sie Sanktionen nung, leise sich regender Glaube sind da. Der im richtigen Geist und nicht mit der zögernden Glaube der Massen an sich selber. Man hat die Schwäche anwenden, die im Falle Abessiniens zu verMassen zum Marsch in die Wahllotale gerufen. zeichnen war. Man hat die Marschroute genau vorgezeichnet und dafür gesorgt, daß niemand seine eigenen Wege gehe. Aber man wird diese Massen nicht immer, nicht für alle Zeiten davon abhalten können, ihren Weg durch eigenen Willen zu bestimmen. Nachdruck verboten. 3 in st i g. sid bewegung Aus der KleinbauernSamstag, den 13. Jänner, hielt der der tschechischen sozialdemokratischen Partei nahestehende Zentralverband der Kleinbauren und Häusler eine Sigung ab, in welcher festgestellt wurde, daß die Bewegung in ständigem Aufstieg begriffen ist. Im Jahre 1937 ist sowohl die Anzahl der Mitglieder, als auch der Ortsgruppen gestiegen, der Zuwachs an bezahlten Beitränen tetrug volle 25 Prozent. Besonders erfreulich ist das Wachstum der Organisationen in der Slowakei und die Entwicklung der Fachgruppe der Rübenbauern. Ebenso macht der Verband unter den Hopfenbauern und Tabakpflanzern Fortschritte. In der Sizung wurde schließlich über die Sozialversicherung der Landwirte und Gewerbetreibenden berichtet und dagegen Stellung genommen, daß diese Versicherung nur auf die Altersversicherung beschränkt werde. Dagegen verlangt der Verband auch die Einbeziehung der Kleinlandwirte in die Krankenversicherung. Verbandstag für Samstag, den 19. März 1938 nach Saaz einberufen wird. Die Tagesordnung sieht Berichte der Verbandsleitung und des Aufs sichtsrates, Neuwahlen, Statutenänderung, freie Anträge und Verſchiedenes vor. Sonntag, den 20. März, findet gleichfalls in Saaz eine große Landvolkfundgebung statt, bei der Abgeordneter Wenzel I atsch über:" Das arbeitende Landvolt in Politik und Wirtschaft" sprechen wird. In die dritte Niederlage? Unter diesem Titel veröffentlicht Ferdinand Peroutka einen Artikel über die Polemiken, welche sich in der Presse an die Neujahrskunds gebung Berans geknüpft haben. Er sagt zum Schluß: Vielleicht hat sich die Agrarpartei noch nicht von dem Gedanken verabschiedet, einmal eine Stoas lition der Rechten zu bilden und schmeichelt jenen, in diesem Unternehmen ihr Verbündeter ſein fonnte. Vielleicht stellt sie das Klasseninteresse und die Vorurteile mancher ihrer Mitglieder über das sichtbare Interesse der Nation. Ist dem so, dann läßt sie sich in einen Kampf ein, den sie verlieren wird, weil sie sich gegen den Instinkt des Voltes stellt. Sie hat in letzter Zeit schon zwei Feldzüge verloren: Die Wahl des Präsidenten und die Diskussion über unsere auswärti? e Politik. Sie hat beide aus den gleichen Gründen verloren: Da sie sich gegen die offenbaren Interessen des Staates und der Nation stellte, fand sie sich isos liert. In die gleiche Isolierung wird sie gelangen, wenn sie nicht aufhört, in den Manövern mit der Henlein- Partei fortzufahren. Es scheint, daß man aus zwei Niederlagen genug Belehrung schöps fen könnte. Es ist überflüssig, in die dritte Nies derlage zu gehen. Der Präsident der Republik empfing am Dienstag den Gesandten in Paris Dr. Osustý, Hinsichtlich des japanischen Angriffs wurde der weiter den Vorsitzenden- Stellvertreter des Senates Sigung ein sorgfältig ausgearbeiteter Plan von Der Kleine Landwirt" veröffentlicht eine Sanktionen vorgelegt, der insbesondere die Einstel- Bekanntmachung des Vorstandes des Zentralver- Dr. Hruban, sodann Vertreter der Stadt lung aller Kredite, das Verbot der Einfuhr aus bandes der deutschen Kleinbauern und Häusler in Göding und schließlich eine Deputation der Stadt Japan, das Verbot der wichtigsten Ausfuhr nach der Tschechoslowakischen Republit, wonach der Waschau. du machen. Bald wirst du's merken, daß man das[ einen Aufruhr verursacht hatte, als Klima ihr kütte zum ersten Male ihr Feuer angefacht hatte. DIE KOLONNE Wasser hier nicht trinken kann. Es drückt im den Hof machte und erklärte, daß er sie zur Frau Klima sang nur wie ein Vogel unter Wolfen. Magen." nehmen werde. Vielleicht würde er sie nicht ein- Er pflegte vor sechs aus dem Hause zu Klima habe ebenfalls versucht, Wasser zu mal geheiratet haben, wenn man sich dem nicht gehen, wenn er seine Einbrennsuppe mit Tropfs AM KREUZWEG irinken, wie denn auch nicht, man müßte ja sonst gar so sehr widersett hätte. Aber er hatte gerade teig gegessen hatte, die ihm seine Frau schon um die elend verdienten Groschen fast alle wieder das genug, andauernd dieses Schulmeistern. Er wollte 5 Uhr früh gähnend zu kochen begann. In der lassen. Aber Slima wollte etwas beiseitelegen, nach seinem Willen handeln und basta. Deshalb blauen Kanne, die er mitnahm, wenn er vor sich ERZÄHLUNG VON MARIE MAJEROVA bamit er aus diesem Spektakel bald rauskomme. hatte er auch nicht studiert, obschon der Vater hinpfeifend das Häuschen verließ, war Kaffee, Er habe nicht die Absicht, hier altersschwach zu darauf bestanden hatte, daß er in die Gewerbes aus daheim gebranntem Korn gefocht. Klima war Aus dem schwarzen Raum der Werkstatt werden, lächelte er. Zu diesem Zweck sei er doch schule oder zumindest in die Handwerkerschule guter Dinge, solange er durch die Straßen von stachen ihm zuerst die Arme der Arbeiter in die nicht auf die Welt gekommen. Er sei verheiratet, nach Kladno gehe. Er wollte nicht. Zur Strafe Kročehlav ging und aus jeder Pforte sich ihm Augen; erst später, als er den Weg der ihn an- freilich, er möchte sich gerne irgendwo einrichten, gaben sie ihn in die Lehre. Die haben ihn be- ein Pilger zugefellte. Aber wenn er in die Spis sprechenden Stimmen verfolgte, nahm er in Bruch irgendeine kleine Werkstatt in Kladno oder gar straft! Und daß ihn der Vater enterbt hatte? Daß talsgasse tam und der stumpfe Kegel des Hochteilen von Setunden den Mund wahr, aus dem einen fleinen Laden, wo er verkaufen könnte. Er er feinen Heller kriegt von dieſem ſchönen Eisen- ofens das mit Schloten linierte Firmament vers die Stimme hervorgedrungen war. Dann erblidte ſei ſchließlich ein ausgelernter Klempner, jawohl, geschäft auf dem Marktplatz? Er sehnt sich nicht finsterte, wenn er wahrnahm, wie die Wege der er schwarzgestreifte Gesichter, negerartige Aug einen Gewerbeschein werde er sicherlich bekommen, nach Gelb, das er nicht selber verdient hat. Daß Menschenherde bei den Hüttentoren zusammens äpfel, mit Haaren verklebte Stirnen und schien er habe Bekannte bei der Gemeinde, wenn es bloß ihn im ganzen Kladnver Gebiet kein Mensch be- liefen, da ließ er das Pfeifen sein und machte kende Arme, die an erschöpfte Ruderer erinnerten. ein wenig Geld für die Einrichtung gäbe. Beim schäftigt, um nicht den Zorn seiner Verwandt- unwillkürlich ein finsteres Gesicht. Ein Mann, der den gleichen Wuchs hatte wie er, Stempner werden Lampen verkauft und gleich das schaft auf sich zu lenten? Wenn schon. Hier ist Das Eisenhüttenwert ist ein Menschens stand Stadeřábek am nächsten und deshalb berührte Petroleum dazu. Und Licht, das sei wie Eſſen. die Hütte, die Eisenhütte, und hier nehmen sie schlachthof, sprach es in seinem Unterbewußtsein er ihn mit seinen Bliden immer öfter, und so be- Ohne Licht tomme keiner aus, damit könne sich ihn immer. Bis zum Fünfunddreißigsten hat es zu ihm. Ein Schlachthof, der Tag für Tag im mertte er in seiner Gestalt Reste jenes Selbstbe- niemand einschränken. noch gute Weile. Feuerwerk des sprühenden flüssigen Metalls ers wußtseins, das einem der Besiz verleiht. Wir haben doch jeder irgendeine Borstellung Die Hütte nimmt jeden auf, wenn sie Ar- strahlt. Eine in ihrem gefühllosen Grimm großSein Nachbar hieß Klima. Das erfuhr er von unserem Lebensniveau, nicht? Gewiß, er, beiter braucht. Die Hütte, das ist ein riesiger artige Gottheit. Ein Schlachthof, dessen Fleisch von ihm, weil er keinen Spiznamen hatte. Er lief Klima, das müsse er sagen, hätte besser dastehen Rachen, der noch tausend solcher Klimas und bestand keinen Wert hal. Den Preis des vierbei mit einer Eisenstange um das Ingot, in das sich lönnen, wenn er Verstand gehabt hätte. Er hätte Kadeřábeks verschlucken würde, der Tag für Tag nigen Vichs bestimmt der Tagesturs. Menschens die Zangen des Krans mit Raubtierschnappen vers nicht so arm heiraten sollen. Nun ja, er hat eine Lieferungen von frischem Menschenmaterial fleisch ist wertlos. Wohl handelt es sich um durch bissen. Er schob hin, stieß weg, und wo seine Eisen- Sohlenschlichterin genommen. Kadeřábek wisse braucht, ohne Wahl alles nimmt und nach nichts wegs junges Fleisch, doch seine Menge tut dem ſtange die rotglühende Oberfläche berührte, wurde wohl nicht, was es bedeutet, wenn sich ein besserer fragt. Daß die Hütte die leßte Station ist? Aber Wert Abbruch. Wer auf diesem Menschenschlachts sie für einen Augenblid wie von einem Linten Mensch in Kladno eine Kohlenschlichterin nimmt. für wen? Sagen wir: höchstens für jemanden, hof fällt, wird weggefegt wie Kehricht. Abgeräumt fleg verdunkelt, bildete eine Haut und schälte Das ist das Ende von der Begeisterung. Nachher der auf der Welt nichts will oder nichts kann. mit häßlicher Ungeduld. Klima spudte aus, nab sich ab. ist's besser, man zeigt sich nicht mehr im Gasthaus. Aber unsereiner betrachtet sie nur wie eine seine Metallmarke ab und trat durch das Werkstor. Das ist eine Rackerei," sagte Selima, als er Höchstens dort, wo man zur Bergmannskapelle Hilfe in der Not. Stadeřábek wolle doch auch nicht Kadeřábeks freundschaftheischenden Blick fah. tanzt. Jetzt geht die Frau nicht mehr auf die hier sauer werden, das läßt sich denten. So völlig seine Gefährten in den miteinander verflochtenen Und in diesem Augenblid, da er und alle Menschenstind, ich möchte andauernd ſaufen." Salde, sie schichtet die Kohle im Schacht, eine verproletarisiert ist weder der eine noch der Süttenbauten untergingen, fühlte er ihre " Ich glaube, daß das Bier warm ist", entgegnete Bonnyfrifur hat sie sich auch zurechtgetämmt, es andere, wenn sich auch momentan nichts anderes Schwindelerregende Anziehungstraft. Er wußte, Kadeřábek rasch und deutete mit dem Kopf zu dem weiß aber trotzdem jeder von ihr, daß sie auf der tun läßt. Die Zukunft ist vor uns, die Zukunft daß nicht nur die Hüttenarbeiter aus Kročehlav Tragbrett mit den zehn blechernen Litergefäßen, Halde gearbeitet hat, und das ist das Ende. Eine gehört uns. hierherkommen, sondern auch aus Aujezd, Tubi, die aus der Werkskantine hiehergetragen worden Dame wird nicht mehr aus ihr. Klima sprach mit leichter Bunge, aber mit Dřin. Rapiz, aus Středokluk und Libuschin, daß Um die Wahrheit zu sagen, pfeift sie drauf. einem Gemit, das stets ein wenig bewölkt war sie bis zu drei Wegstunden lang in die Arbeit Das will ich glauben. Und überhaupt ist's Mit seinen Eltern hat sie bis heute noch kein ton der drohenden Vision der Adalberthütte, die gehen, von des Wetters Ungunit zerzauſt, von eine Brühe. Schad ums Geld. Aber was willst Wort gesprochen. Sie wußte genau, was es für auch Alte Hütte hieß seit da unten die Poldi- Sorgen gebeugt. " waren. ( Fortseßung folgt.). S bai te 2 ja ich G geg ten inf in fir Re Le ཉ་ ein M ΣΤ d Fo bo ge V re ha ite bo Tic ob ein re 11 da gl ſta Ye 10 ar be de be St 111 111 a g d ส ป D 29 di in et 11 10 " b δ ( g ล f Nr. 15 Mittwoch, 10. Sännet 1038 Seite 3 Heft auszumachen. I 8. Feber von Jng. Britanla- * San Diego ist einer der beiden großen KriegShafen der amerikanischen Flotte an der Westküste Amerikas. Der Geschwadcrflug war ur- sprünglich für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht genommen, wurde dann aber mit Rücksicht auf die politische Spannung im Fernen Osten vorverlegt. Er stellt offenbar eine eindrucksvolle Demonstration der amerikanischen Luftstreitkräfte dar. Pressefrieden Berlin-Belgrad? Berlin. Anläßlich dcS Besuches des jugoslawischen Ministerpräsidenten haben vorbereitende Besprechungen über die Pressebeziehungen zwischen dem Reich und Jugoslawien stattgefunden Bei diesen Besprechungen bestand volle Einmütigkeit darüber, wie bisher auch in Zukunft in noch verstärktem Bkaste den guten freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen Deutschland und Jugoslawien bestanden, auch in der Presse beider Länder Rechnung zu tragen. Insbesondere war man sich darüber einig, dah die beiderseitige Presse es vermeiden solle, Nachrichten oder Artikel zu veröffentlichens die die guten Beziehungen der beiden Staaten zu stören geeignet sind. Hau« Wllfert gestorben Montag starb noch langjährigem Leiden und nach einer Operation, die ihm nicht mehr helfen konnte, in Asch Han» Wilsert, der K r e i S s e l r e- tär der we st böhmischen Bauarbeiter. Wilsert, der nur vierzig Jahre alt wurde, kam als Arbeiterkind früh zur proletarischen Bewegung, irrte 1021 ins kommunistische Lager ab, wo er aber bald zur Opposition überging und viel zur Vereinigung deS kommunistischen oppositionellen GewerlschastSverbandeS mit der freien Gewerkschaft beitrug. 1932 wurde Wil« fert als Nachfolger Emil Jäckels Kreissekretär der Bauarbeiter in Asch, bald darauf Vorsitzender der KreiSgewerkschaftSkommission Eger-Asch; seit 1088 bekleidete er auch in der Partei wieder wichtige Funktionen, so die Führerschaft der Bezirksfraktion. Der Tod WilfertS, d-r Frau und zwei Jungen hinterlästt, wird weit über den Kreis der Bauarbeiter hinaus als der allzufrühe Heimgang eines prächtigen Sozialisten und tüchtigen Arbei- i tcrvertreterS betrauert.— Der Leichnam Hans WilfertS wird am Donnerstag im Krematorium in Selb feierlich eingeäschert; die Urne wird Sonntag auf dem Zentralfricdhof in Asch bei- geseht tvcrden. Non-Stop-Flug nach Hawal San Diego.(Reuter.) 18 amerikanische Marine-Flugzeuge starteten Dienstag nachmittags in Pearl Harbour zu einem Non-Stop-Flug nach den Hawai»2nfeln. Die Entfernung beträgt 2800 Meilen. Aufbau der SdP-OpposItlon Wie die„Bohemia" berichtet, hat dieser Tage In Reichenberg eine Versammlung oppositioneller Angehöriger der SdP stattgefunden, die dem ,,A u fb r u ch"»Kreis nahestehen. Sie war absolut vertraulich und es wurden über die Versammlung, an der ungefähr vierzig Personen teilnahmen, keine Mitteilungen gemacht, ES heißt, dah es sich um die bereits mehrfach erörterte Gründung einer neuen Partei gehandelt habe, gegen die in den Oppositionskreisen selbst noch viel Widerstand besteht. Nach anderen Darstellungen beabsichtigt die SdP» Opposition zunächst nur ihre Organisation von unten her aufzubauen, zu welchem Zwecke zunächst Ortsgruppen inS Leben gerufen würden. Mit der Leitung der Reichenberger Organisation wurde ein gewisser Seliger als OrtS- leiter betraut. Das Hauptreferat hielt Jng. T r e h m, der zunächst als Haupt der neuen Bewegung angesehen wird. Sozialdemokratischer Sieg Im Kanton Zürich Am Sonntag wurde im Kanton Zürich nach einem heftigen Wahlkampf der Sozialdemokrat Josef Henggeler in der'Stichwahl mit einer Mehrheit von 127g Stimmen gegen den bäuerlichen(konservativen) Kandidaten Peter in den RegierungSrat gewählt. Mit ihm zieht in die Regierung des Kantons Zürich, die aus sieben Mitgliedern besteht, d e r d r i t t e Sozialdemokrat ein. Der sozialdemokratische Wahlsieg hat allgemein überrascht, denn im ersten Wahlgang hatte Peter um 4800 Stimmen mehr als der sozialdemokratische Kandidat. Der bürgerliche„Landesring" hatte für die Stichwahl Wahlenthaltung empfohlen. Diese Parole ist jedoch nicht befolgt worden, der Sozialdemokrat Henggeler erhielt die Stimmen verschiedener bürgerlicher Gruppen, vor allem auch die der Jungbauern. Peter hatte sich seinerzeit durch sein Eintreten für das Verbot der Kommunistischen Partei, also durch eine scharf antidemokratische Aktion» unbeliebt gemacht. Es gibt in der Schweiz auch außerhalb der Arbeiterschaft genug Leute, die von solchen reaktionären UnterdrückungSmethoden nichts wisien wollen. Der Züricher Wahlsieg der Sozialdemokraten ist sehr nachdrücklicher Beweis einer Linksschwenkung, eines Erstarkens des demokratischen Bewußtseins. ... Nm keinerlei Mißverständnisse auf kommen zu lassen, sei bei dieser Gelegenheit ein- deutig erklärt, dah die deutschen Aktivisten nicht daran denken, ihre Zentralstelle aufzugeben. Jetzt, wo sich allmählich die Früchte der emsigen Arbeit zu zeigen beginnen, gibt eö gewiss da und dort Leute, welche zwar den deutschen Ak tivisten die sauere Arbeit überliehen, nun aber MD a dort ernten möchten, wo sie nicht gesät habm!! Bewerbern ausgefolgt werden könnte. Bei Im übrigen beruht die Zusammenarbeit der, öffentlichen Bauten kommt zuweilen eine Brief an den Zeitsniegel A. Sch. schreibt uns aus Rumburg: Wenn man bei irgendeiner staatlichen Ausschreibung Unterlagen verlangt, so sind diese nur in der Staatssprache zu bekommen. Es müssen daher viele deutsche Bewerber sich erst eine Uebersetzung anfertigen lassen. Das kostet Geld und Zeit und ist auch wegen der verschiedenen Fachausdrücke manchmal deshalb sehr schwer. Es wäre deshalb im allgemeinen Interesse, wenn die betreffenden staatlichen Btellen gleich eine amtliche Übersetzung hersteUten, die dann den deutschen Schwelgen um Sebekovsky Wir haben gestern(im Leitartikel) berichtet, daß nun auch Sebekovsky, einer der ersten Männer der SdP, sich genötigt sah, auf die Aemter, zu denen ihn der„Führer" berief, zu verzichten. Die„Zeit" teilt das zwar ihren Lesern mit keinem Worte mit, aber sie dementiert auch die Nachricht nicht. Also stimmt sie. Warum diese Zurückhaltung in Angelegenheiten, die die„Volksgemeinschaft" außerordentlich betreffen, aber auch kennzeichnen? Sebekovsky war einer der Mitbegründer der Partei Henleins, stand ununterbrochen in deren erster Linie, und nun soll er sang- und klanglos gehen? Werden die „Gliederungen" und die Mitglieder der SdP diesen stumme» Abschied ruhig hinnehmen, ohne nach der Ursache zu fragen? Massenkundgebung gegen den Faschismus In Falkenau Im großen Saal des Bergarbeiterheimes in Falkenau fand am vergangenen Sonntag«ine von der TSAP einberufene Massenkundgebung gegen den Faschismus statt, die eine der größten Versammlungen Falkenaus in den letzten Jahren war. 1800 Personen nahmen an dieser Manifestation teil, darunter zu 90 Prozent Anhänger der D2AP. Die SdP hatte die Flüsterparole auSgcgeben, daß die Kundgebung auch vor. ihren Leuten besucht werden würde, tatsächlich aber wagten sich mit Ausnahme einiger Beobachter die Henleins nicht in diese offene Auseinandersetzung. Unter dem Vorsitz ZinnerS referierte Abgeordneter Katz über die außen- und innenpolitische Lage und stellte u. a. fest, daß die Masten deS tschechischen Volkes gan- gleich, welcher Partei sie angehören, niemals Verständnis für ein Zusammengehen mit der Henlein-Partei aufbringen würden, wenn auch gewiße Kräfte in einzelnen tschechischen Parteien an ein so zweifelhaftes Experiment glauben. Katz befaßte sich auch mit dem Abbröckelungsprozeß, der in der SdP begonnen hat, und sodann mit den Forderungen des 18. Feber. Die Versammlung, die dem Abgeordneten Katz tosenden Beifall spendete, bewies durch den mastenhaften Besuch und durch die Kampfstimmung, dah auch in diesem Gebiete die inneren Voraussetzungen zum Wiederaufstieg der SDAP gegeben sind. Unter dem Titel„Giftgase" befaßt sich die„Deutsche Presse" am Dienstag in einem von Dr. K. gezeichneten Artikel mit dem Bericht des„Prager Montagsblatt" über die „sensationellen" Besprechungen im Deutschpolitischen Arbeitsamt; der Bericht sei«ine Mischung von Wahrem und Falschem mit durchsichtigem Zweck. Wörtlich heißt«S dann unter anderem: „Man geht nicht fehl, wenn man annimmt, daß es sich um einen VersuchzurErschüt- terung der Stellung der deutschen Aktiv! st en überhaupt handelt! ES wird ja so schön geschildert, wie Vertreter zweier deutscher Regierungsparteien mit dem politischen „Gegner" beisammensihen und ohne oder gar gegen die dritte deutsche Regierungspartei„beraten". Dann wird dem tschechischen Lager, das sich infolge des Beran-NeujahrSartikelS noch immer in gereizter Stimmung befindet, förmlich demonstrativ vor Augen geführt: Seht, zwei deutsche Regierungsparteien verhandeln mit den Henlein- Leuten.— ES handelt sich also nicht nur um eine Indiskretion, sondern noch vielmehr um einen politischen Gasangriff! geständig. Er wurde zu 18 Monaten schweren Kerker unbedingt verurteilt. In Aussig 20 Homosexuelle sichergestellt. In den letzten Tagen war Gegenstand der polizeilichen Untersuchung eine Homosexuellenangelegenheit, in die 18 bis 20 Personen, jugendliche und ältere Personen, verwickelt find. Bei der Untersuchung wurde bekannt, daß auch einige Besucher der gewerblichen Fortbildungsschule mit Homosexuellen Umgang hatten. Auch die Sicherheitsbehörden in Bodenbach. Tepiitz-Schönau und Leit« mcritz sind mit der Affäre beschäftigt. Der deutsche Schulfunk sendet am unter dem Titel„Braunkohle"«ine Adolf Horner verfaßte Reportage aus der Grube bei Falkenau. Der Hörbericht erfolgt aus dem Schachthaus, vom Füllort und einem Abbaurevier unter der Erde und er stellt in dieser wirklichkeitsnahen Form«inen erstmaligen Versuch eines Berichtes aus einem Braunkohlenbergwerke dar. Eine Kapelle der Bergarbeiter spielt vor und nach der Sendung und eine Sängerriege der Bergleute singt zwei alte Bergmannslieder. Goga löst das Parlament auf B u k a r r st. Wie vorerst nichtamtlich bekannt wird, hat die Regierung am Dienstag die Auflösung des am 20. Dezember gewählten Parlamente« beschlossen, welche« im Feber zum ersten- mal hätte zusammentreten sollen. Die Neuwahlen werden bereits in der ersten März wache stattfinden. Doü neue Parlament wird noch im März zusammeiitrelen. Ferner wurde die Abschaffung der in Rumänien üblichen, den einzelnen Parteien zugeteilten W a h l z e i ch e n beschlossen, welche bisher den den Lesens unkundigen Wühlern die Orientierung auf den Stimmzetteln erleichtern sollten. An Stelle der bisherigen Wahlzeichen treten nunmehr Punkte, welche die Reihenfolge der Registrierung der Anmeldung der Kandidatenlisten entsprechen. Schließlich sollen bei den kommenden Wahlen keine lokalen Bezirkslisten mehr zugelassen werden, sondern nur Listen, welche für das ganze Land gelten. Grove Schlacht um Mittelchina Schanghai.(Situier.) Aus einem ungünstigen Terrain in einer Entfernung von 80 Kilometer stromaufwärts von Nanking stiessen chinesische Truppen mit den Japanern zusammen und greifen nunmehr in der Richtung gegen Wuhu an. Der Kampf, der entlang der Eisenbahnlinie T i e n t s i n—P ukau tobt» kann über do« Schicksal von Mittel-China entscheiden, denn wenn die chinesische Armee geschlagen würde»' müßte sie bei einem allgemeinen Rückzug in das Innere de« Landes zurückgehen. Zwol Engländerinnen von Japanern vergewaltigt Schanghai. Eine Gruppe von acht japanischen Soldaten vergewaltigte zwei Engländerinnen, die es gewagt hatten, am Montag in den Nachtstunden mit ihren beiden Begleitern die Internationale Konzession zu verkästen. Die japanischen Soldaten überfielen die beiden Mädchen, festelten ihre beiden Begleiter an einen Baum und verübten vor ihren Augen ihre Greueltat. Die britischen Behörden haben sofort die Suche nach den Tätern ausgenommen. Im übrigen beruht die Zusammenarbeit der' C‘,\. S drei deutschen Regierungsparteien in na tio-jgroße Zahl von Bewerbern in Frage und die nalen Fragen auf Beschlüssen der zuständigen vnterkasen pflegen da ein ganzes starkes RrichSparteileitungen. Und diese sehen derzeit l—-«•— zu einer Aenderung keinen Anlaß. Vom Deutsch-politischen Ar beitsamt aber müssen wir verlangen, dah eS jetzt, da man durch eine Indiskretion in entstellter Weife von der erwähnten Aussprache Kenntnis erlangt hat, der Oeffentlichkeit klipp und klar erklärt, was an jenem Bericht wahr und was falsch ist! Dies um so mehr, da einzelne Provinzblätter schon emsig bemüht sind, den ohnehin genügend entstellten Be richt des„Prager Montagsblatt" noch mehr zu verzerren." vle neuen Spezialkartenblatter Es wäre angezeigt, einmal eine allgemeine Kritik an unserem tschechoslowakischen Kartenwesen zu üben, das gegen andere Länder stark inS Hin tertreffen geraten Ist. Wir wollen hier nur die Schweizer Siegfriedkarte 1:26.000 erwähnen, die alle Fragen, einschließlich der sprachlichen, in vor bildlicher Weise gelöst hat. Die neue tschechoslowakische Karte deS Bojensth zemkpisny üstav(Militär-geographisches Institut' hat etwa 10« Einzelblätter 1:76.000. Die Druck unterlagen wurden seinerzeit aus Wien bzw. Bu dapest übernommen. Sie sind oft über 80 Jahre alt. Die großen Aenderungen, welche seither im Land« schaftSbilde bzw. in der Karthographie eingetreten sind, wurden bei dem Neudruck fast gar nicht be rücksichtigt. Der Hauptwert wurde auf die tschechische oder slowakische Gestaltung der Beschriftung gelegt. Dabei wurde weit über- Ziel geschossen und eS ist keine Rede von„Entösterreichern"— d. h.«S er gibt sich nun dasselbe Bild gegengleich, eS wurde „ischechoslowakisiert". Für die breite touristische Oeffentlichkeit haben die Karten entschieden zu 80 Prozent eingebüßt. Da» beweisen auch di« letzten Ausgaben der Spezialblätter, die ebenso wie all« vorhergehenden Blätter keinerlei Kartenerneuerung bzw.-Verbesserung aufweisen, sondern lediglich in sprachlicher Hinsicht in für die sehr zahlreiche deut sche touristische Oeffentlichkeit unverständlicher Weise verändert wurden. Die zahlreichen in den letzten Jahrzehnten erneuerten Wege, OrtSteile, Gebäude, Wegkreuze, veränderten Aeländeteile usw. wurden, obwohl dies doch bei der Erneuerung einer Dpezialkarte mit eine Hauptregel sein müßte, Wohl in keinem Falle berücksichtigt. Unseres Erach ten» wär« jedoch dieser Umstand auch vom militä rischen Standpunkte au» wichtig. Abstrakt muß e» wirken, wenn ganz deutsche Siedlungen, die über haupt keine slawische Namenswurzel haben, will kürlich tschechisch übersetzt und ohne irgendeine histo rische Begründung wiedergegeben erscheinen. Unbedingt notwendig wäre eS, wenn diese Kar ten einmal erneuert oder verbessert würden: deutsche Orte(d. h. mit mehrheitlich deutschsprachiger Be völkerung) und die hier üblichen Flurnamen zuerst deutsch zu bezeichnen, dann, wenn noch Raum vor-.__ DD Händen ist, in der Staatssprache. Dadurch wäre in■ eTn'r i'dj t" ü n g e n"älHpenden und Zuwen- vieler Art geholfen: militär-geographisch würde e» düngen eingegangen waren, aber auch von Verübet die Bevölkerung Auskunft geben, geschäftlich mögenSwerten, die ihm, bzw. dem Fürsorgeamt wäre ein. größerer Umsatz wahrscheinlich und die Pfleglinge städtischer Asylhäuser übergeben Rentabilität geboten, den deutschen staatsfeindlichen Morden waren, zu verantworten. Die unterschla- Elementen wäre die Basis in dieser Beziehung ent-! n(!ncil Betrage erreichten die Summe von etwas zogen und der notwendigen Verständigung zwischen, üßci. 44.000 KC. Der Angeklagte war teilweise den Nationen ein weitere» Stück Wege» geebnet, i Aber zualledem wäre e» dann natürlich auch notwendig, Wege, Wegkreuze, Gebäude, Straßen usw. einmal den wtsächlichen Verhältnissen anzu- pasten. Unser Staatspräsident Dr. Edvard BeneS sagte daS große Wort, daß die berechtigten Beschwer den der Minderheiten nach Möglichkeit berücksichtigt zu werden verdienen, um wahrer Demokratie den Weg zu ebnen. Wenn die hier vorgehrachte Be schwerde für die deutsche Minderheit auch keine lebenswichtige Frage ist, so bedeutet sie doch«In liebel, dessen Vorhandensein die Verständigung zwl- schen Tschechen und Deutschen, einer staatlichen Grundfrage, mit erschweren muß. Hoffen wir also, daß in den nächsten Auflagen den sachlichen ebensowohl al» auch den Terrain- und baulichen Aenderungen mit Rechnung getragen wird. Dann würde damit selten» de» Militärgeogra phischen Institute» ein Stück echter Gegenwartskul turarbeit geleistet, die den Beifall aller ehrlichen demokratischen tschechoslowakischen Kreise finde» wird. «. St. Bodenbach. Christlichsoziale scharf gegen„Montagsblatt“-Bericht ,.. denken nicht daran, aktivistische Zentralstelle aufzugeben“ Zum Nachdenken! Der„Pr. Mittag" berichtet: Al» die„Sudeten deutsche Volk»Hilfe" in Alt-Langen darf zur Verteilung der Spenden schritt, entsandte die Gemeinde in den Ausschuß der„BolkShilfe" zwei Vertreter, welche die unparteiische Verteilung der Spenden kontrollieren sollten. Die Funktionäre der„Volkshilfe" teilten jedoch der Gemeinde mit, daß sie die beiden Gemeindevertreter nicht akzeptieren können, da der Zuteilungsausschuß komplett sei. „Renniffance der Demokratie". Der Klub »Die Tat" beginnt in nächster Zeit mit einem Vortragszyklus„Renaissance der Demokratie", in dessen Rahmen prominente Persönlichkeiten des In- und Auslände» zu Worte kommen werden. Die Vortragsreihe wird von einem bekannten tschechischen Politiker eröffnet werden.(DND) Patscheider in Deutschland. Wie die»Lid. Nov." melden, ist Professor Richard Patscheider, der nach seiner Verurteilung in dem großen Ostrauer Schuhgeseh-Prozeß ohne Paß nach Oesterreich floh, von hier nach Deutschland auS- gewandert, wo er seinen ständigen Wohnsitz haben soll. Stadlbeamter unterschlägt 44.000 Xi. Der fast am Ende feiner Dienstzeit stehende Leiter des Egerer städtischen Fürsorgeamte», Oberossi« zial Rudolf W a l t e r, der immer größte» Ver- l trauen genoß, hatte sich wegen Unterschlagung von I Gelder», die für die städtischen Fürsorge« Seite 4 Jagesneuigkeiten Gustav Meyrink ( Geboren am 19. Jänner 1868) Aus Anlaß seines 70. Geburtstages wird man sich gern an einen Mann erinnern lassen, von dem mindestens givei Romane außergewöhnlich breite ErMittwoch, 19. Jänner 1938 MG Der größte Schaufelradbagger der Welt Die Elektrowerke A. G. setzten auf ihrer Braunkohlengrube„ Sachsenburg" im Bitterfelder Bes zirk, die wieder in Betrieb genommen wird, diesen größten Schaufelbagger der Welt in Tätigfeit, der täglich 25.000 Stubifmeter Erde zu bewegen vermag. berlegungen bereits erlegen. 26 3öglinge wer- laufe einiger Monate dreimal erhöht den vermißt. Todesurteil gegen eine japanische Pazifistin Eine Japanerin, die sich gegen den Krieg ausgesprochen hat, ist zum Tode verurteilt worden. habe. Das Vorgehen der Kartellfirmen wurde in dem beanstandeten Artikel mit den Ausdrücken Bucher"." Terror" und„ Erpressung“ bezeichnet. Die wölf Kartellfirmen brachten gegen den verantwortlichen Redakteur die Klage nach§ 27 des Ges setzes über den unlauteren Wettbewerb ein, da sie in dieser Kritik eine geschäftliche Schädi gung zugunsten der nicht fariellierten Fahrradfabrifen erblidien. Den erlittenen moralischen Schaden beziffern die Kläger mit 50.000 Kč. Der Beflagte lehnte eine vergleichsweise Erledigung latego risch ab, so daß dieser intereſſante Prozeß durchge führt werden wird. Vorläufig vertagte das Gericht die Verhandlung zur Erbringung der beiderseits eingebrachten Beweisanträge. 9 Nr. 15 Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Dienstag Biehung der II. Klasse der 38. tschechoslowakischen Klassen Lotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 60.000 Kč: 118536. 20.000 Kč: 60029, 6219. 10.000 Kč: 84035, 87308, 73805, 46491. 5.000 Kč: 8670, 94073, 42717, 29983, 109179, 52061. 2.000 Kč: 93079, 23681, 44647, 84566, 52049, 63575, 503, 55592, 93978, 10123, 104454, 98609, 67260, 43606, 73908, 42232, 82216, 35605, 38983, 81869, 6558. Schilling, im Falle der Uneinbringlichkeit eine. weitere Arreststrafe von sechs Monaten. Ueber Berta Hofer wurde eine Arreststrafe von neun Monaten verhängt. Die bei ihr beschlagnahmten Beträge wurden zugunsten des Bundesschatzes für berfallen erklärt. Deutscher Flüsterwit. Göring rast Sonntag durch alle Berliner Kirchen. Warum?- Er sucht den Gott, der Eisen wachsen läßt! 334 Pfund Millionäre. Aus einer jetzt ver öffentlichten Statistik geht hervor, daß im Jahre 1936 in Großbritannien 334 Millionäre gezählt wurden. 85 von ihnen hatten ein Jabreseinkommen von mehr als 100.000 Pfund( 14 Millionen Kč); 75 verdiens ten jährlich 75.000 bis 100.000 Pfund und ans nähernd 180 verdienten zwischen 50.000 und 75,000 Pfund. Nach derselben Statistik zählte die britische Bevölkerung Ende des letzten Jahres 47,288.000 Personen gegenüber 44,596,000 im Jahre 1923. ad Tagesberichte Petit durschossen Sowjetparlament, das eben zusammengetreten ist, Frauen im neuen Sowjetparlament. Im neuen befinden sich unter den 1143 Abgeordneten 184 Frauen. Die meisten sind noch sehr jung; sie entstammen der jungen Generation und stehen im Alter von 25 bis 35 Jahren. Die älteste Abgeordnete ist Frau Ser up sa ja, die Witwe Lenins, die ein zige leberlebende aus den revolutionären Kämpfen gegen den Zarismus. Die jüngste Abgeordnete ist die 19jährige Tertilarbeiterin Klaudia Sahas rowa. Sie hat sich als Mitleiterin einer der wich tigsten Tertilgruppen ausgezeichnet. Unter den Barlamentarierinnen befinden sich Fliegerinnen, Schul direktorinnen, Studentinnen, aber die meisten sind Hand- oder Industriearbeiterinnen und Bäuerinnen. Die meisten weiblichen Abgeordneten sind Ruſſinnen, gehören aber zum Teil mongolischen, turkmeniſchen und anderen Stämmen an. folge aufzuweisen hatten: der Golem" und das ..Grüne Geficht". Sie stammten von Gustav Meyrin einem der nicht sehr zahlreichen Nach fahren E. T. A. Hoffmanns im deutschen Literatur freis, einem deutschen Edgar Allan Poe, dem Magier des modernen Romans. Meyrink gehört ganz unserem Jahrhundert an, denn er begann erst mit einigen dreißig Jahren zu schreiben: die Geschichte seines Die letzten Jahre haben gezeigt, daß immer Lebens, selbst ein Roman, der an faszinierenden De dann, wenn Frauen in politischen Prozessen, mit tails au wünschen nichts übrig laſſen würde, ist noch dem Tode bedroht waren, eine Weltsolidarität nicht geschrieben. Sohn einer einst hochberühmten Echauspielerin und eines holländischen Diplomaten, der fortschrittlichen Frauen entstanden ist, daß aufgewachsen in Prag, wo er eine an phantastischen Frauenstimmen aus der ganzen Welt zusam Irrungen reiche Jugend lebt, Sportsmann, Dandy mentlingen, um einer ihrer Witschwestern das und schließlich Banfier wird, von Katastrophen Leben zu retten, und daß zu ihnen sich stets die materieller und seelischer Art beimgesucht sich zum sozialistischen Arbeiter gesellten. So auch jetzt. Schreiben wendet, fommt er über einigen Grotesken. zumal die zum Tode verurteilte hi dzue die der Simplizissimus publiziert. Aur Literatur. 3shimoto eine Kämpferin von besonderem Bedingte Erberklärung wird die Regel. Des deutschen Spiezers Wunderhorn" heißen diese Das Subkomitee des gemeinsamen Ausschusses ersten, auch heute noch amüsanten Geschichten eines Format iſt. farilaturistischen und satirischen Talents, das von Die junge Baronesse, die heute ungefähr zur Beratung des neuen Bürgerlichen Gesetz einer frappierenden Phantasie genährt ist. Der vierzig Jahre alt ist, hat, der Sitte ihres Landes Luches befaßte sich am Dienstag unter dem VorMann, der ein überaus fruchtbares Schaffen ents entsprechend, schon mit sechzehn Jahren geheira- si des Abgeordneten Dr. Patejdl mit dem widelt, 20 Bände Didens überiezt, mit Roda Roba tet, und war so weltfremd wie eine junge Japa- Sauptstück 24 über den llebergang des Nachlasses Stomödien geschrieben hat, erlebt im Striege mit dem nerin aus sogenanntem erstem Hause überhaupt auf die Erben. Künftig soll die Erberklärung im ..Golem" einen stürmischen Erfolg: das Buch erreicht nur sein kann: nichts lag ihr ferner als das mer als bedingt angesehen werden, so daß Die Kulturkrise der Gegenwart behandelt Alfred eine Auflage von mehr als einer Viertelmillion eigentliche Leben und seine Probleme, vor allem der Erbe den Gläubigern des Nachlaffes nur nach Kleinberg in der eben erschienenen Jänner- Folge der Exemplaren und wirft noch lange( auch im Film) Maßgabe des Nachlasses haftet, also nicht etwa Neuen Erziehung". Dr. Rudolf Fischer berichtet als eine Wiedergeburt der Magie in der Literatur nach. Der Mann, der kaum jüdiſches Blut Blut in den Ihr Mann, der sich dann später dem Fa- bei einer Passivität mit seinem eigenen Ver- ausführlich über die sie benjährige PraAbern hat, beidyvört das Grüne Geficht" des Eti schismus zugewendet hat, war ihr erster Lehrer, mögen einstehen muß. Nur dann, wenn der Erbe ris in den Elternvereinigungen. ger Juden auf dem Hintergrund des Prager düster mehr nod): er hat ihr die Möglichkeit gegeben, ausdrücklich erklärt, daß er das Erbe Das kulturelle Aufbauwert der spanischen Republik irrifierenden Milieus, und tommt nun gana in den auf Reisen und durch einen langen Studienaufschne Vorbehalt des Verlassenschaftsinvens bespricht Wilhelm Fritsch in dem Beitrag Str i eg Bann offulter Gespinste. Aus dieser Welt hat der enthalt in den Vereinigten Staaten das Leben zu tars" antritt, soll er fünftig auch weiterhin mit und Kultur. Die leberwindung des Egois. unterdessen an den Starnberger See übergefiedelte ſtudieren. Die junge Frau hat diese Zeit nicht dem vollen Vermögen haften. Eine mus zeigt Grete Wertheim in dem Aufsatz Erzie Schriftsteller noch manche myſtiſche Erzählung gevergeudet: reich an Wissen und Erfahrungen, solche Erklärung soll unwiderruflich sein. hung zur Silfsbereitschaft. Ordformt, bis er..An der Schwelle des Jenseits"- so teg eines feiner legten Bücher endete. Den Er- oor allem aber mit einem für die Sache des Ein Eisenbahner getötet. Beim Besteigen nung und Pünktlichkeit sind zwei fola feiner beiden befanntesten Romane vermochte er Friedens und der Freiheit glühenden Herzen, ist eines Buges glitt in Saschau der Zugsführer wichtige Grundlagen der Gemeinschaftserziehung. nicht wieder zu erreichen. 1981 ist er gestorben... Geb sie in die Heimat zurüdgekommen. Višef aus Sillein aus und geriet unter die Rä- Wilhelmine Tischer legt dar, wie man in der Schul an der Welt vorüber, sie ist nichts".- das war der Hier hat sie sich zunächst bemüht, das Leben der. Er wurde auf der Stelle getötet. Višef hins erziehung feste Gewohnheiten daraus machen kann. oft wiederholte Kernsas seiner Altersphilosophie. der geplagten Frauen zu erleichtern: Durch die terläßt eine Frau und zwei unversorgte Kinder. Außerdem enthält das Heft zahlreiche Notizen und 3. 03. Schaffung guter Strantenhäuser, vor allem aber 17jähriger Tschechoslowake begeht in London Berichte über das Schulwesen und die Kulturpolitik durch Voltsaufklärung über Mutterschaft und Selbstmord. Der 17jährige tschechoslowakische des Auslandes. Diese ausgezeichnete Zeitschrift sollte Mutterschutz im Sinne der Geburtenkontrolle. Schüler der Londoner Schule Hammersmith. Fris in feiner Lehrerbücherei fehlen. Jedes Elternvereinsselein, hat sich im Hause seiner Eltern erhängt. und Ortsschulratsmitglied solle im Besize derselben Klein, der mit seinen Angehörigen seit vier Jahren sein. Der Jahresbezugspreis beträgt 15 Kč. Bestel in London lebt, hatte erst am Tage vorher eine lungen an die Verwaltung der Neuen Erziehung, Prüfung mit gutem Erfolg bestanden. Die Aussig, Mozartstraße 4. Gründe des Selbstmordes sind unbekannt. Militärverrat die der armen Schichten. Ihr Arbeitsfeld zog ihr automatisch die Feindschaft ihrer Standesgenossen zu, die sich noch vergrößerte, als der Mann andere Wege ging und die schließlich ins Ungemessene wuchs, als sie nach der Scheidung der She ſich durch die Gründung eines Geschäftes allein zu erhalten Kaschau.( Amtlich.) Der Senat des Streisgerichtes in Kaschau verurteilte wegen des Verbrechens des Militärverrates den 27jährigen Johann Jlas aus Spišské Blachy, zuletzt wohnhaft in Mehy bei Tornala au sieben Jahren Buchthaus, den 33jährigen Eugen Poprocs aus Rimavská Sobota zu drei Jahren Zuchthaus, den vermochte. 84jährigen Stefan Haluscát aus Motránce zu fieben Jahren Buchthaus und den 50jährigen Peter Pustas aus der Gemeinde Drysin, Bezirk Mutačevo, zu fünf Jahren Zuchthaus. Kundgebung für Spanien Frau Ishimoto hat unbeirrt ihren Weg fortgesezt und schließlich galt sie in der fortschrittlichen internationalen Welt als eine Persönlichkeit, die die besten Sträfte ihres Landes repräſentierte. Sterbefall. In Prag ist der belgische Honorarfonsul Constante Pierre im Alter von 60 Jahren gestorben. Der Verstorbene war Mitinhaber der Firma Wolf u. Štětka Nachf. A.-G. in Prag und ein hervorragender Fachmann in der tschechoslowa tischen Glasindustrie. Durch lange Jahre hindurch war er auch technischer Leiter der Glasfabrit in Holleischen. Erwärmung. In einem Hochdruckteil, der gegen fich der Himmel teilweise ausgeheitert und die Nies Mitteleuropa vom Südwesten her hineinreicht, hat derichläge baben größtenteils bereits aufgehört. Es ist daher zu erwarien, daß die Temperaturen in der Nacht infolge verstärkter Ausstrahlung auch in den Niederungen unter den Gefrierpunkt finfen werden. In den weiteren Tagen dürfte sich in Mitteleuropa jedoch eine neue Störung, deren Zentrum Dienstag nachmittags in der Nähe von Irland lag und die voraussichtlich gegen das Festland fortschreiten wird, geltend machen. Wahrscheinliches Wets ter Mittwoch: Wechselnd bewölft, nur vereinzelte Schauer, auch in den Niederungen leichter Frost, Westwind. Wetteraussichten für Don nerstag: Vom Westen her neuerliche Bunabme der Bewölkung und der Neigung zu Regen, Erwär mung, auffrischender Südwestwind. In der Ostilo watei und in Starpathorußland leichter Frost, Schnees fälle, Südostwind. Vom Rundfunk Es ist eine alte Erfahrungstatsache, daß ein Wort gegen den Krieg von jeder friegführenden Montag abends fand in der Prager Lucerna Macht, vor allem einer unberechtigt angreifenden, Demonstration gegen das Hafentreuz. Fürst eine öffentliche Stundgebung der Gesellschaft der als„ Vaterlandsverrat" gebrandmarkt wird. Es Ernst von Hohenberg( der Sohn Franz Ferdi Freunde des demokratischen Spanien statt. Der ist daher durchaus kein Wunder, daß dieses nands) zertrümmerte Sonntag in Wien mit überfüllte Saal applaudierte vor allem der Rede Schicksal auch Frau Ishimoto ereilt hat. Heute einem Stock das Schild der Generalvertretung der des Vertreters des spanischen Voltes, Profeſſors geht es nun darum, wenigstens zu erreichen. Deutschen Reichsbahn, das auch das deutsche und Abgeordneten Amos Sabra 3, und den füh diese Frau, die so Besondereres geleistet hat, die Hoheitszeichen aufwies. Leute hielten den Fürsten renden Vertretern der veranstaltenden Gesellschaft vom Geist der Menschlichkeit geleitet wurde, vor bis zum Eintreffen der Polizei fest, die den Namen und unseres öffentlichen und fulturellen Lebens. dem Beil des Henters zu bewahren. Auch wenn des Täters feststellte und ihn auf freiem Fuß be Es wurde verlautbart, daß im Jahre 1987 insge- es vielen fraglich erscheinen mag, ob sich die ließ. Die österreichische Regierung hat der deuts famt 1,500.000 Kč für die Unterstützung des Stimme der Menschlichkeit inmitten des Kriegs- schen Gesandtschaft ihr Bedauern über den ZwiKampfes des spanischen Volkes gesammelt wur lärme Gehör zu erzwingen vermag, sie muß schenfall aussprechen lassen. Die gegen den Täter den. Auf der Sundgebung selbst meldeten ver- laut werden, nie, nie darf der Versuch, ein erstattete Strafanzeige werde eine Strafver- Empfehlenswertes aus den Programmen: schiedene Organisationen Spenden im Werte von Menschenleben zu retten, unterlassen werden. folgung durch die österreichischen Gerichte 180.000 Kč an. Die Versammelten brüdten ihr Die Humanität gibt sich selber auf, wenn sie nach sich ziehen. Donnerstag: begeistertes Einverständnis mit den weiteren Brag, Sender 1: Morgenmujit, 10.05; Deuts resigniert schweigt. Die österreichischen Devisenschmuggler streng sche Preise, 12.10: Walzer von Ravel, 14: Deutsche Hilfsaktionen aus, mit der Lotterie der von führenden Malern und Bildhauern gewidmeten Werke bestraft. Die Erhebungen der österreichischen Wirt- Sendung: Dr. Goldschmidt: Masaryks humane und der Blutspenderation für die spanischen Das ,, Verkehrsmittel der Armen" fchaftspolizei in der großen Devisenschmuggel- Philosophie, 17.10: Franz Schubert: Geigenquar affäre Chaim Mechel- Mehl, Berta Hofer und Ge- iett, 17.50: Deutsche Sendung: Jugendstunde, 18.15: nossen ist im wesentlichen abgeschlossen. Am 4. Sportvorschau, 18.20: Landwirtschaft, 18.45: Prag.( rb) Ein Prozeß, dessen Ausgang man Jänner wurde bekanntlich die Neisende Berta Deutsche Preise. 18.55: Aus dem deutschen Kul turleben, 21.05: Orchestertonzert FON: Oſtrčil mit Interesse entgegensehen darf, wurde vor dem Hofer aus Lustenau im Dzug bei Attnang- PuchNovák etc. Prag, Sender II: 14.20: Deutsche Montreal.( Reuter.) In St. Hyacinthe un- Straffenat des DGR Dr. Homan eröffnet. Die heim verhaftet, als sie 119.000 Schilling, 60.000 Sendung: star Baum: Können Sie mir sagen, weit von Montreal( Kanada) ist Dienstag zeitig Brünner Waffenfabrit und elf andere Fahrrad- Pengö und 100.000 Kč in die Schweiz schmug was Kitsch ist? Musikalische Hörizene mit Schall. morgens bei scharfem Frost in einem Institut ein fabriken, die durch einen Kartellvertrag verbunden geln wollte. Nach den in Wien und Vorarlberg platten. 14.55: Deutsche Presse, 18: Slavierkonzert, Brand ausgebrochen, in welchem 160 Schüler sind, haben gegen den seinerzeitigen verantwortlichen gepflogenen behördlichen Nachforschungen dürften 19.20: Geigenfonzert. wohnen und in welchem gewöhnlich auch 60 Pro- Redakteur des A- Bet" Dr. Jiři Benes die von dem Schmuggler- Konsortium mehr als zwei Arbeitsmartt, 17.40: Deutsche Arbeitersendung: feſſoren übernachten. Tas Feuer breitete sich rasch Anflage wegen un lauteren Wettbewer. Millionen Schilling in die Schweiz verschoben wors Sonheiser: Aus eigenen Werken, Dr. Müller; aus und ergriff das ganze Gebäude, welches in be 3 überreicht. Diese Anflage betrifft einen in den sein. Gegen Wiehl als den Auftraggeber Ch. M. Wieland, Breßburg 12.35: Rundfunk Aſche gelegt wurde. Bisher wurden aus den ienem Blatt im vergangenen Sommer erschienenen wurde eine Arreststrafe in der Dauer von einem orchesterkonzert: Sullivan, Buccini. Trümmern sechs Leiden geborgen. Zweiund- Artikel, der die Preispolitik des Fahrradfartells sehr Jahre und eine Geldstrafe von 30.000 Schilling, mährisch- Ostrau 15.15: Rundfunkorchesterkonzert, 12.02: Opernfantasien, 19.15: Leichte Musik. zwanzig Personen wurden, zumeist mit ernsthafs scharf tritisierte und feststellte, daß dieses Kartell die im Nichteinbringungsfalle eine weitere Arrest 17.55: Deutsche Sendung: Bunal: Nachtigall" ten Verlegungen, in das Krankenhaus gebracht. Preise für Fahrräder, die als„ Verkehrs- strafe von sechs Monaten verhängt. Gleichzeitig Nurdiuntiviel nach Anderson, 20.15: Harmonikum Eine dieser Personen ist den erlittenen Brand- mittel der Armen" bezeichnet wurden, im Ver erhielt er eine Zusatzstrafe von einer Million fonzert. Kämpfer. 33 Schüler verbrannt und das Fahrradkartell Brünn 13.40: Deutscher Kaschau han dazi ien Qu Ste lebu Lag ben Yen bie fill wir bie wei wir fan hat bon Er fch bie for Le Le Re NE Be de be ga St $ 81 G G E 20 G G B 5 Σ E pi 111 di b g " «r. 15 Mittwoch, 10. Sannet 1038 Seite 5 Ausfuhr ■a oa 1.000,681 807,187 609,087 706.6081 und die Eisen- und Eisenwarenausfuhr auf. 588,2491 Gesamtzifsern deS Dezember- lauten: 955,845 788.748 1986 Jänner— Dezember Elsen. Eikenwaren Getreide, Mebl. NeiS etc. GlaS. GlaSwaren Baumwolle. Garne und Waren daran» Wolle, Wollenaarne u. Daren Dem vorjährigen Dezemberpassivum steht die- Mal ein Aktivum von rund 128 Millionen Ki gegenüber. Die Rohstoffeinfuhr wird mit 569 Millionen Kö au-gewiefen und ist die höchste im zweiten Halbjahr 1987 erreichte. lahr 1928, welche« einen Export von mehr al» 21 Milliarden aufwies, sind wir allerdingt weit entfernt. Stark, wenn auch nicht in dem gleichen Maße wie die Ausfuhr, ist auch die Einfuhr gewachsen, welche mit fast 11 Milliarden im Jahre 1937 um mehr al- drei Milliarden über dem Jahre 1986 liegt. Da- Jahre-aktivum ist derart von 99 Millionen im Jabre 1936 auf 1005 Millionen im vergangenen Jahre gestiegen. Die Au-tuhr von Fertigwaren, der für unsere Industrie wichtigste Poften der Bilanz, ist im vergangenen Jahr um fast die Hälfte(47.5 Prozent) größer geworden. Sie hat da- Ergebnis von 1986 um zweidreiviertel Milliarden überschritten und rund 8600 Millionen KC erreicht. Ihr Anteil an der Ge- iamtwarenauSsubr beträgt rund 72 Prozent, ungefähr ebensoviel wie 1986. Die tieferstehenden Spezialübersichten zeigen jedoch, da st an der Ausfuhrsteigerung nicht alle Warengattungen in gleichem Maße teilhaben. Während einige weit über dem Durchschnitt liegen, sind andere hinter ihm zurückgeblieben, weil eine Bessenmg bei ihnen erst spat eingesetzt bat und in der Jahresbilanz nicht zum Au-druck kommt. Für das Jahr 1987 und da- DergleichSjahr folgende Ziffern(in Millionen K£): Einfuhr Al- vor einem Jahr die Bilanz unseres Außen- handel» für 1986 vorgelegt wurde, bemerkten wir dazu, daß die Entwicklung de» Export» seit der zweiten Kronen-Devalvallon, da» heißt also im letzten Quartal 1986, die Hoffnung gibt auf eine weitere Steigerung der Ausfuhr, damit eine weitere Belebung der Lxportindustrie und eine Besserung der Lage der sudetendeutschen Bevölkenmg. Ungeachtet einer gewissen Trübung, welche in den letzten Monaten in einigen Zweigen zu vermerken war. kann man sagen, daß da» vergangene Jahr die Hoffnung, mit dem man ihm entgegensah, er« füllt hat. Da» berechtigt zu der Annahme, daß bei wirksamer Unterstützung durch die Wirtschaftspolitik die Entwicklung der letzten fünfzehn Monate sich weiter fortsehen und noch einen Teil dessen anfholen wird, wa» uns von dem schon einmal erreichten Umfang unsere» Außenhandel» noch immer trennt. Bei einem Bolumen von fast 28 Milliarden hat unser Export im vergangenen Jahr eine Höhe von rund 12 Milliarden erreicht und damit den Erpott von 1986 um fast vier Milliarden überschritten. Seit dem Tiefpunkt im Jahre 1988, al» die Ausfuhr auf 5.9 Milliarden gesunken war, hat 1987 1986 Jänner— Jänner— Dezember Dezember in Tausend Ki 1.814.811 650,718 787,168 12 Milliarden-Ausfuhr im vergangenen Jahr Verdoppelung seit dem Krlsentlefpunkt Jahresaktlvum Uber eine Milliarde Kronen Der letzte Monat de» vergangenen Jahre» hat wie in den meisten früheren eine Erweiterung de» Außenhandel» gebracht. Sowohl die Einfuhr al» auch die Ausfuhr sind die höchsten im letzten Jahre erreichten und damit die höchsten seit der Krise. Die Einfuhr erreichte 1072 Millionen(im April 1021), die Ausfuhr 1199 Millionen(im August 1145), die Fertigwarenausfuhr 882 Millionen. Diese bleibt zwar um fünf bzw sieben Millionen hinter den Monaten Augnst und September zurück, übertrifft aber den Dezember 1986 um rund 210 Millionen, also um ein Drittel. Gegenüber dem November ist der Fertigwarenexport um 100 Millionen größer. Zn den beiden letztgenannten BergleichSzifsern muß aber gesagt werden, daß sie unvollständig wären, wenn nicht auf zwei wesentliche Umstände hingewiesen werden würde: Die Steigerung de» Fertig- Ivarenexport» bleibt einerseits hinter dem Jahresdurchschnitt zurück, andererseits sind an ihr, soweit eS sich um die Aenderungen seit dem November handelt, wichtige Industriezweige nicht beteiligt. Die Ausfuhr von GlaS und GlaSwaren ist stationär geblieben, die Ausfuhr von Baumwollgarnen und Waren ist sogar zurückgegangen(von 74.4 auf 69.9 Millionen), ebenso die Ausfuhr von Flachs«, Hanf« und Jute-Erzeugnissen(von 28.9 auf 26.7 Millionen) und von Konfektion-Waren(von 42.9 auf 40.9 Millionen). Gestiegen ist hingegen die Ausfuhr von Wollwaren(von 56.8 auf 63.8 Millionen), von Seidenwaren(von 85.1 auf 42.4 Millionen), von Papier(von 46.1 auf 48.8 Millionen) und von Tonwaren(von 24.7 auf 84.2 Millionen). Die weitaus größte Steigerung weist die Getreideausfuhr Die Eine detaillierte Uebersicht geben die nachstehenden Gegenüberstellungen der Ausfuhrziffern in den beiden letzten Jahren für die wichtigsten Waren» gattungeni ApeüalauSsithr(nach Menge); 1987 Jänner— Dezember in Tonnen(Nettogewicht) 1937 Jänner— Dezember in Taufe 1986 Jänner— Dezember ndKö Holz 504.174 866,880 Kohlen 621.116 418,814 Papier. Pavierwaren 448.208 254,580 Leder, Lederwaren 685.782 450,097 Seide, Seidenwaren 451,855 888,851 Maschinen, Apparate 868.295 247,647 Konfektion-Waren 506.917 852,785 Zucker 256.455 147,501 Unedle Metalle u. Waren daran» 486.852 291.270 Obst. Gemüse, Pflanzen 272,618 260,110 Tonwaren 268,599 182,866 Flach». Hanf, Jute. Garne und Waren daran» 844,170 280,272 Mineralien 211,785 149,682 Fahrzeuge 255,856 81,844 Holzwaren 185,418 189,202 er sich mehr al» verdoppelt. Bon dem Hochkonjunktur« lauten die Gesamtdaten wie folgt: Reiner Warenverkehr 1987 1986 Unterschied Einfuhr..... .,. 10.965,586.000 7.908,935.000 4-8.056,651.000 Ausfuhr iiii ... 11.971.429.000 8.008,114.000 4-8.068,815.000 Aktivum.•■• ... 1005,848.000 99,179.000 Für die einzelnen Warengruppen ergeben sich S»ezialan»fnhr(dem Werte nach): 1987 1086 1087 1086 Lebende Tiere 205 242 7 2 Lebentmittel, Getränke 1208 970 075 407 Rohstosse 6800 4811 2872 1667 Fertigwaren £257 2862 8500 5881 Reiner Warenverkehr Dezember 1987 Dezember 1980 Unterschied Einfuhr.....,, . 1.072,424.000 1.015,528.000 4- 56,901.000 Au»suhr . 1.190,949.000. 907,848.000 4-202,101.000 . Aktivum bzw. Pasflvum. ,. 4- 127:525.000 — 107,675.000 Kohlen 5,158.217 8,528.189 Sol, 1,218.469 1,881.866 Zucker 294.749 218.470 Getreide 278.802 111.109 Eisenerze 188.568 81.802 Eifenwaren 201.981 187.689 Mebl 78.080 88.881 Stabeisen 115.514 102.642 Cellulose 185.796 109.668 Eiserne Bleche und Blatten 81.418 52.119 Malz 76.801 76.107 Bausteine 69.901 55.016 Hoblgla» 87.285 40.074 Bavier 48.081 88.212 Tafelglas 68.802 67.124 Eisendrabt 58.047 84.046 Britisch-Irische Versöhnung? Auf die Proklamation der neuen irischen Verfassung, die das Land„Eire" zum unabhängigen Staat erklärt, ist eine Einladung an den irischen Präsidenten De Valero nach London zu einer Konferenz mit dem englischen Premierminister Chamberlain und dem Dominions-' Minister Macdonald gefolgt, und da De Balera diese Einladung angenommen hat, gibt die Londoner Presse der Hoffnung Ausdruck, daß es nun endlich zu einer Versöhnung zwischen Großbritannien und Irland kommen werde. Der langjährige Handelskrieg, den Irland gegen Großbritannien führte, hat Irland selbst erheblich geschadet, während die englische Regierung im Hinblick auf die außenpolitischen Gefahren eine Eini gung mit Irland gern erreichen möchte, nicht zu« l tzt auch deshalb, weil die Iren In den Bereinigten Staaten von Amerika eine erhebliche politische Rolle spielen und eS für England vorteilhafter Iväre, bei ihnen einen günstigen Eindruck zu erwecken, um sie zu Förderern einer britisch-amerikanischen Zusammenarbeit zu machen. Bisher ist allerdings fraglich, ob jene Grundlage zu finden ist, auf der sich Chamberlain und De Balera einigen könnten, da De Balera eS mit Rücksicht auf seine eigenen Anhänger kaum wagen kann, Irland noch Iveiter als britisches Dominion an« zuerkennen, während England an der Zugehörigkeit des irischen Freistaates zum britischen Weltreich festhalten will. Die größte Gefahr droht der kritisch-irischen Versöhnung auch diesmal durch die Ulster-Leute. Lord Craigavon, der Minister« „Tuchflihlnng“ in Karlnhall Göring empfing den jugoslawischen Minister» Präsidenten in einer besonders originellen Uniform Präsident von Nordirland, hat angelündigt, daß er am 20. Jänner da» nordirische Parlament auflösen und für den 0. Feber Neuwahlen festsehen werde, damit die Bevölkerung von Nordirland Gelegenheit haben werde, die Trennung Nord» und Süd-JrlandS noch einmal ausdrücklich anzuerkennen. Die Freunde der britisch-irischen Versöhnung, besonders die Labour«Party, betrachten diesen Schritt deS nordirischen Premierministers als unnötige Demonstration. Die Verhandlungen haben am Montag in London' begonnen. Zunächst hielt Chamberlain eine vorbereitende Ministerbesprechung ab; auch. De Balera hatte eine Aussprache mit seinen Ratgebern.— Die Verhandlungen, die in London so starkes Interesse erweckten, daß alle anderen Probleme dagegen zürücktraten, sollen fünf Punkte umfasten: Verteidigung, Handelspolitik, die von Irland zu leistenden Zahlungen an England auf Grund der mit britischer Hilfe durchgeführten..Dodenresorw.. Ausgleich zwischen Eire und Nordirland('Ulster), endlich lonstltutionelle Probleme der neuen irischen Verfassung. Der britisch-irische Vertrag verpflichtet England zur Verteidigung Irlands und gibt England das Recht, Befestigungen und Garnisonen in Irland zu halten. Irland wünscht Ver- teidignngSsolbständigleit bei Anerkennung eine» gemeinsamen englisch-irischen VerteidigungS- planeS.— Schwieriger ist die Frage des irischen Ausgleiches. Nordirland besteht aus sechs vorwiegend Protestantischen Grafschaften. Die nationalen Iren tvaren nie mit der Selbständigkeit Nordirlands einverstanden,— De ValeraS Plan' geht dahin, im Verlaufe von zehn Jahren die Vereinigung Ulsters mit Eire allmählich durchzuführen. Hier liegen die größten Schwierigkeiten, da noch schroffer als England die protestantischen Ulster-Leute das Aufgehen im Staate Eire ablehnen. Kasse Os» Piratenschiff des Pazifik (MTP) Loö Angeles, im Jänner, „Da» Gespensterschiff"—„Der schwimmende Harem"—„Das Fahrzeug der toten Kapitäne"—„Das Totenschiff"—„DaS Geheimnis auf dem Ozean"— so und ähnlich lauteten die Niesenüberschriften der amerikanischen Presse m den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester. ES handelt sich um die sonderbare, ja grauenhafte Affäre der privaten Segeljacht „Aafje", die hilflos auf dem Meere treibend an der kalifornischen Küste von einem Flieger zufällig gesichtet wurde. Auf einem der Segel stand, mit Kohle geschrieben, ein SOS-Zeichen. Der Flieger kehrte schleunigst zurück und alarmierte ein Patrouillenboot des Küstendienstes..Dieses brachte das Segelschiff in den Hafen von San Pedro. Die Mitglieder der Besatzung und die Passagiere, meist Frauen, waren völlig erschöpft, halb verhungert und verdurstet und konnten erst nach vielen Stunden Auskunft über die furchtbare Tragödie geben, die sich auf hoher See obgespielt hat. Folgendes war passiert: In Los Angeles lebte ein gewisser Jack Morgan, 45 Jahre alt, von dem man nicht viel wußte. Er behauptete, ein ehemaliger Offizier d:r Kriegsmarine zu sein, schien einiges Geld zu be« sitzen und war seit wenigen Monaten mit einem 17jährigen, bildhübschen Mädchen verheiratet. Durch einen Zufall lernte er den 56sährigen Mr. Faulding kennen, den reichen Besitzer eines großen Hotels in Santa Barbara, Eigentümer der Motor« und Segeljacht„Aafje". Morgan erzählte Faulding, er und seine Frau, die noch keine Hochzeitsreise gemacht hätten, würden furchtbar gern ein, zwei Tage an der Küste entlang kreuzen, und Faulding arrangierte eine prächtige Segel-Party. Teilnehmer an dem Ausflug waren: Faulding und seine Verlobte, eine Mrs. Turner mit ihrem achtjährigen Sohn, Jack Morgan, seine Frau und eine nicht weniger schöne Krankenschwester Elsie Birdan, die die junge Frau Morgan pflegen sollte. Schließlich noch zwei Matrosen, die in Diensten FauldingS standen. Fröhlich fuhr man loS, Faulding stand stolz am Steuer, das Wetter war herrlich, und alles schien gut zu gehen. Plötzlich stand Morgan mit blutunterlaufenen Augen, einen Revolver in der Hand, vor Faulding:„Mach sofort, daß du vom Steuer kommst, ich bin jetzt hier der Kapitän, und alles hört auf mein Kommando." Erstaunt hob Faulding den Kopf, aber ehe er noch protestieren konnte, hatte er sechs Schüsse im Körper und fiel tot oder jedenfalls bewußtlos zu Boden. Mit einem verächtliche» Fußtritt beförderte ihn Morgan ins Meer. Dann lud er seinen Revolver aufs neue, rief alle an Deck und erklärte ihnen, er fei jetzt der Herr, zunächst einmal sperre er sie alle em. Er zwang seiner Frau einen zweiten Revolver in.die Hand und befahl ihr, die Tür zu bewachen, hinter der er die beiden Matrosen einsperrte:„Wir fahren nicht zurück", rief er,„sondern irgendwohin nach der Südsee, und ich werde euch alle regieren." So fuhr man ins Ungewisse. Es befanden sich sehr wenig Nahrungsmittel und Wasservor räte an Bord, denn ursprünglich wollte man nur einen, höchstens zwei Tage auf See bleiben. Morgan beschlagnahmte alles und schleppte eß in seine Kajüte und verteilte die Rationen: für die anderen, einschließlich seiner Frau, nur ein paar Keks und ein GlaS Wasser pro Tag, für sich den Nest. Nach zwei Tagen glaubte er, seine Leute durch Hunger und Drohungen so verängstigt zu haben, daß er nunmehr die Ueberwachung lockerte und die beiden Matrosen freiließ. Dann versuchte er Ueberfälle auf die Frauen, wobei er den achtjährigen Sohn der Frau Turner fast totschlug, weil er sich an die Mutter anklammerte. Nicht besser erging eS ihm mit der Krankenschwester: er ließ sie zu sich kommen und befahl ihr, sich auszuziehen. Sie riß sich die Schuhe ab, schlug sie ihm ins Gesicht und floh. Wütend stürzte Morgan aufü Deck, aber hier trat ihm einer der Matrosen entgegen und hieb ihm mit einem Stück Eisen vor den Kopf. Leblos sank der Wüterich zu Boden. War er tot oder nur bewußtlos? Das war allen gleichgültig. Frau Morgan selbst loar eS, die mithalf, den Körper ins Wasser zu werfen. Jetzt war man befreit, aber noch nicht gerettet. Die beiden Matrosen verstanden nicht, das Schiff zu führen, die Keks waren aufgegessen, von Wasser keine Spur mehr, der Nest der Lebensmittel war verdorben, die Sonne brannte unbarmherzig. Zwei Tage vergingen, kraftlos lagen alle auf dtm Deck, mit letzter Energie gelang es dem einen Matrosen, auf das Segel das SOS-Zeichen zu malen. Dann war man am Ende. In diesem Augenblick tauchte der Flieger auf. Die Polizei hat bisher festgestellt, daß Jack Morgan ein wegen Erpressung und versuchter Vergewaltigung vorbestrafter Mann war, früher Matrose und dann Angestellter in einem Appart« ment-House in Los Angeles. Woher er sein Geld hatte, denn er lebte trotz"seines niedrigen Ein» koininens auf sehr großem Fuße, weis; man noch nicht, dagegen hat ein Mitgefangener aus seiner Strafzeit berichtet, Jack Morgan habe ihm immer erzählt, er träume davon, eö einmal den großen Piraten und Abenteuern nachznmachen und mit Hilfe einiger Frauen nach der Südsee zu fahren und dort eine ganz neue Rasse ins Leben zn rufen. Er würde zu diesem Zwecke bereit sein- Schiffe zu stehlen und soviel Menschen umzu»- bringen, wie notwendig wären, bis sein Traum Wirklichkeit geworden wäre. Jetzt hatte er eö also erreicht. Die junge Krankenschwester ivar von ihm offensichtlich nur zu diesem Zwecke engagiert worden, um ihm ebenso wie die Verlobte deö Schiffseigentümers Faulding sozusagen als Nebenfrau zu dienen, wenn er erst auf einer einsamen Südseeinsel gelandet wäre. Tatsächlich hatte er, wie die Matrosen bekundeten, nach Ermordung FauldingS den Kurs nach Süden eingeschlagen. Die junge Frau Morgan steht vorläufig unter Polizeiaufsicht. Obwohl ihre Erzählungen glaubhaft klingen, müssen verschiedene Umstände doch erst noch genau aufgeklärt werden. Sie abev hat angekündigt, daß sie im Prozeß sensationelle Aussagen über die sonderbare Veranlagung ihres Mannes machen werde. George Sulliv»n. j Seite 6 „Sozialdemokrat Minwnch, 10. dünner 1938. 9bt. IS Kroger Helkma 'Brnfcffur föntf) gestorben. Gestern Ist In Prag Dberbaurai Theodor B a ch, Professor der deutschen technischen Hochschule in Prag, gestorben. I Bach, der zuerst im Bauwesen praktisch in Wien tätig war, wurde 1008 zum Professor deS Hochbaues an der deutschen Technik in Prag ernannt. Bolle zwanzig Jahre hat er in dieser Lehrtätigkeit gewirkt, 1028 trat er in den Ruhestand. Pros. Bach hat alt- einer der ersten Techniker die großen Probleme des modernen Slädtebauc» und Wohnungswesens begriffen und ist in Wort und Schrift, in Theorie und Praxis für die WohnungSresorm eingetreten. Er war einer der Begriinder des Prager BollSwohnungSvereineS, der eine Reihe von Häusern mit moderne» Wohnungen in Prag geschaffen hat. Auch in einigen anderen deutschen Vereinen und Gesellschaften war er verdienstvoll tätig. Auch da» dritte Opfer der Kohlengasvergiftung gestorben. Tie Katastrophe im Abbruchhause auf dem Karlsplatz, bei welcher, wie bereits berichtet, drei Arbeiter das Opfer, einer fchiveren Gasvergiftung wurden, bm nun mit dem Tode des letzten der drei Verunglückten, Jan Baltyzar ihren tragischen Abschluß gesunden. Nachdem Montag der zweite der GaSvergifieteu, Jan Melichar gestorben war. ist nun auch das dritte und letzte Opfer dieses Unglücks verschieden. Der Tod erfolgte nach 140stündiger Bewußtlosigkeit. Betrunkener überführt de« Polizisten bei der Verhaftung. Der Revierinspektor in der Taborstraße tu Michle sah vorgestern gegen ü Uhr abend» bei der Michler Gasanstalt ein Auto herankommen, als dessen Lenker er den 88jährigen, von mehreren Gerichten wegen verschiedener Betrügereien gesuchten Chauf- reur Franz Hanno erkannte. Er ließ deshalb den .Araflwagen bis zum Hotel„Aria" herankommen, wo er ihm ein Zeichen gab und den Lenker aufforderte, auSzusteigen und ihn auf die Wachstube zu begleiten. Hanus machte eine Beioegung, als wollte er wirklich auSsteigen. trat aber statt dessen den Motor, gab Vollgas und riß den Schutzmann, der ganz nahe beim Wagen stand, zu Boden. Dann fuhr er mit höchster Geschwindigkeit in der Richtung auf Siri. Der Polizist, der nur leicht verwundet war— er hatte einige Rißwunden an Knien und Ellbogen erlitten— eilte zum nahegelegenen Taxistand, wo er die Cbauf- ieure ersuchte, den Flüchtling zu verfolgen. Einer nahm auch wirklich die Verfolgung auf, doch ohne Ergebni», da Hanu» einen Reuiuvagen fuhr. Hierauf wurden sofort die umliegende» Gendarmeriestationen verständigt; um 7 Uhr abend» lief von der Gendarmeriestation au» PiSnitz die Nachricht ein, daß Hanuä verhaftet und in die Haft des Bezirksgericht» in Eule eingeliefert fei. I Fünf AutoverlebSe an einem Tag. Außer dem obigen Fall brachte der vorgestrige Tag noch sechs Autoverlehte, darunter zwei Kinder. Der 42jährige beschäftigungslose Arbeiter Josef Bäüa wurde auf der Straße nach Budweis in der Nähe von Kunratid bewußtlos mit einem Bruch des Nasenbein- und Rißwunden im Gesicht, sowie einer Verletzung de» linken Schenkel» aufgefunden. Er war von einem bisher nicht sichergestellten Autowildling überfahren und liegen gelassen worden.— In der Nacht auf gestern sand die Polizei in Holleschowitz den gleichfalls bewußtlosen vierzehnjährigen Lehrling Miloslav Sojka aus Dejwitz. Auch er gab an. von einem unbekannten Wägenlenker niedergestoben worden zu sein. Seine Verletzungen sind leichterer Natur.— Ta» löjäh- rioe Lehrmädchen Marie Sefkik wurde vorgestern abend» in Zijkov vom Magen de» Wenzel Svkrek| niedergestoßeu und mit einer Gehirnerschütterung auf die-Klinik Schlosser gebracht. Der Wagenlenker ist am Unfall unschuldig.— Dem 34jäbrigen Geschäftsreisenden Ladislaus Sykora aus Zijkov lief vorgestern in der Bilehradskä in Prag-Weinberge die> neunjährige Schülerin Emilie Bariunkk vor den Wage» und wurde, obgleich der Ehauffeur War-■. nung»zeicken gab und sich bemühte, einem Unfall auSzuweichen, zu Boden geschleudert. Es wurden ihr! zwei Zähne aii»geschlagen, außerdem erlitt sie Riß- l wunden an Gesicht und Beine». Der gleiche Wagenlenker brachte sie in» tschechische Kinderspital. Dem Waaenlenker wurde, wie dem vorher genannten, der Führerschein entzogen.— Gestern um 7 Uhr früh lief die 27jährige Arbeiterin Anna Daliboda in Akevnov einem fahrenden Straßenbahnwagen nach und geriet dabei unter den Lastkraftwagen deS 87jäbrigen Chauffeur» Adalbert Rehäk. Sie Wurde in bewußtlosem Zustand auf die Klinik Jiräsek gebracht, wo sie, da sie eine Zertrümmerung der Kinnlade erlitten hatte, sofort operiert werden mußte. Ten Chauffeur trifft nach Aussage von Zeugen leine Schuld. Zwei Selbstmorde. Gestern vormittags tötete sich in ihrer Wohnung in ZiZkov die 4gjäbrige Benin- tendwillve E. B., durch zwei Schüsse in die rechte Schläfe. Nach An»sage ihre- Sohne» war sie schon längere Zeit hindurch trübsinnig gewefen.— Die 21jährige Friseuse Rosa Dalt au» Lieben vergiftete sich gestern nachmittag- im Geschäft ihre» Arbeitgeber- mit Leuchtgas. Ursache: Bildhelligkeiten im Dienst. Aulflugözüge der StaatStahnen. Vom 22. bi» 80. Jänner auf die Roliner Baude 480 Ui. in die Hobe Tatra 580 Ui. nach Karpatbenrnßland 470 Ui, auf die Wossekerbaude mit einem Kurse de- Verbände» der Stifahrer 420 Ui. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbabnbofe, Telephon 88885. hedingtaufzweiJahre, wobei al» mildernder Umstand in» Gewicht fiel, daß der Angeklagte wenigsten- materiellen Schadenersatz geleistet und den beiden Söhnen, wie auch der Schwiegertochter de- Getöteten zu Stellungen verhalfen Hai. die ihnen ein Fortkommen ermöglichen. Kunst und Wfeaw Südfrüchte Die neueste Komödie der Kleinen Bühne hat jenen Andri Birabeau zuin Verfasser, dessen Einfall-reichtum. dramatische Geschicklichkeit und gesunden Humor wir seinerzeit gelegentlich der Erstaufführung seine- Erfolgsstück»„Mein Sohn— der Minister" nicht loben konnten, ohne verärgert auch darauf binzuweisen, daß ihm kein politischer Witz zu banal und zu billig ist. wenn er nur vorau-fühlen kann, daß die Gedankenlosen oder aber die Antidemokraten darüber lachen werden. Nun, auch in seiner neuesten Komödie hätte sich Monsieur Biraheau die eine oder andere Bemerkung besser verkneifen sollen. Aber solche Platitüden(mit denen die Regie übrigen» leicht hätte aufräumen können) bleiben im Falle der.Südfrüchte" völlig uuwesenilich neben der drollig-seriösen Fabel der Komödie, neben dem Cbarme. mit dem der Lustspieldichter wie der Komödienschreiber da- Grote-ke und den Ernst einet Stük« le- Leben zu gestalten versteht, und schließlich neben der Bedeutung, mit der er ein Problem, dä- alle Erdteile erfüllt und beschäftigt, würdig, menschlich, vernünftig und gefühl-warm angeht. In diesem Stück kommt einem französischen Fa- milienvater, den eine spießbürgerliche Frau samt heftiger Schwiegermutter, aher auch drei herzerfrischend moderne Kinder umgeben, plötzlich ein Sproß su» Hau», den er, schon verheiratet, einem mehrjährigen Aufenthalt in den Kolonien verdankte, den er bi- dahin den Seinen verharg und in einem Institut erziehen ließ und der alle Rassemerkmale seiner Mutter trägt: ein Negerkind. E» ist nicht nur ergötzlich, sondern auch aufschlußreich, wie die Tatsache diese» nun schon zehnjährigen schwarzen Negerknäblein» auf die einzelnen Glieder der Familie wirkt. Ter Vater selber will sich den Vorurteilen von Frau. Schwieger- ! mutter und Kleinstadt, aber auch der Fremdheit und Befangenheit fügen, die er diesem seinem Kind gegenüber fühlt— aber die Halbgeschwister des Reger- jungen ergreifen für diesen Partei, mit dem Herzen I und mit der Vorurteilslosigkeit und Anständigkeit, die gerade in der neuen Generation so vielfach anzutreffen ist. Und die Szene, in der^der Vater sich vor dem schon erwachsenen ehelichen Sohn rechtfertigen will, wird zur herznahen„Aufklärung" des Vater- durch den Sohn, so wie die seelische llnver- brauchtheit, die Aufgewecktheit und der natürliche Takt seiner blutjungen Tochter sogar über da» schwankende Empfinden einer sonst rührend guten und unbeirrbar vernünftig erscheinenden Großmutter väterlicherseits triumphiert. Ter kleine Negerjunge bleibt im Haus seine- natürlichen. Vater».. Denn kann er, dafür, daß er eine andere Hautfarbe^ andere Haare, ja"vielleicht sogar einen anoeren Geruch hat al- die Weißen? Und wäre e» nickt empörend, den Mutter«, losen einsam aufwachsen zu lassen, weil sonst die Kleinstadt seine Existenz zum Aergerni» nehmen könnte? Wäre da» nicht unmenschlich? Da» alle» muß der Vater erst durch seine Kinder ganz begrei- . fen lernen. Vielleicht Ist der Autor auch damit besonder» lebensnahe, daß er schließlich noch einen Nolau-gang ! finden läßt, der den ledigen Schwager al» natürlichen Vater de» Negerkindes erscheinen läßt(wat die ebenso pikante wie verlogene Kleinstadt eher goutiert); aber ethisch ist solche«wuo ex machlna- Konzession doch ein Schönheitsfehler des Stücke», das«her anderseits eben doch so gut und wirkungsvoll ist, daß ihm auch diese Schlväche leicht verziehen -tverden kann. Dr. George Terramare hat die Komödie mit trefflicher Ausbalancierung der heiteren und ernsten Elemente, die richtig ineinander flössen, inszeniert, in fühlbar äußerlich" und innerlich gründlicher Probenarbeit den iveseutlichen Gehalt de» Stücke» heran-gearbeitet. Siedler war menschlich echt in der Unheholfenheit" des Vater» seinem eigenen„fremden" Kind gegenüber und voll Würde, weil auf„Würde" verzichtend, in der Auseinandersetzung mit dem erivachsenen Sohn, der wiederum durch PeterWinnerin aurgezeichneier Mischung von Verhaltenheit und Freimütigkeit charakterisiert wurde. Die Warnholtz spielte reserviert und nobel die etwa» dämliche Ehegattin, die beiden alten Damen hatten in Lorte Srein und Elfriede B r i n g o l f eine hrastisch urwüchsige und andererseits eine sympathisch seine Vertreterin. Da»„Mittelalter" wurde durch Lo Bertram lebhaft vertreten, Liselotte Kristian und Rigmor Barring waren in ihren„weißen" Kinderrollen ausgezeichnet und Boddy Thomson— ein wirklicher Negerknabe— rührte durch seine Schlichtheit. Die wohl, beste schauspielerische Leistung de» Abend- lan dem auch A f r i t s ch als alter verkalkter Arzt überzeugend die vorgeschriebene schlechte Figur machte, ist Dr. Schmerzenreich zuzuschreiben, her al- wehleidiger, von einer im Ton immer danebenhauenden Mutter gequälter junger Mann außerge- tröhnlich interessierte und amüsierte.— Die Komödie wurde vom Publikum mit größtem Vergnügen und sichtlich auch mit Verständnis für ihre tiefere Be- deutung und mit großem Beifall ausgenommen. L. G. Wochenspielplan de» Reuen Deutschen Theater». Heute, Mittwoch halb 8 Uhr:„Delila", BI.— Donnerstag halb 8 Ilhr: Parfümerie C 1. — Freitag halb 8: Das Rheingold. Jubiläumsborstellung, D.— Samstag halb 8: Parfümerie. B 2.— Sonntag halb 7: Die Walküre, Gastspiel Anni imd Hilde Konetzni, A 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, Mittwoch 8 llhr: Tödliche Liebe. Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Donnerstag 8: Südfrüchte.— Freitag 8: Tödliche Liebe, Theatergemeinde de- Kulturverbandes und freier Verkauf.— SamStag 8 Uhr: Südfrüchte.— Sonntag 8* Delila. Der Dtm Oetterrelchlsche Filme • Der in Wien gedrehte Film Geza von Bolva- ry»„8 a u b e r d e r B o h» m e" unternimmt ein recht gewagte» Experiment: Piiceini» Oper„Bo. hüme" wird in eine moderne Tonfilmoperette, Minik von Rohert Stolz, Text von Marischka. eingebaut. Die Handlung der Operette ist, in» Komische tränt, paniert, die Handlung der Oper. Man wollte damit csfenbar der Sentimentalität der Opernhandlung au-lveichen und doch Jan K i e p u r a die berühmten und beliebten Arien PueciniS singen lassen. Eine un- gemischte Freude ist, besonder- für den Overnlieb« Haber, diese Mischung von Puceini und Robert Stolz keineswegs, aber sie ist Helehrend, Man merkt den Unterschied. Doch von dem von keinerlei Hemmungen beschwerten Drehbuch abgesehen, ist der Film mit seiltänzerischer Sicherheit zwischen Kitsch und Een. iimentalität hindurchgedreht. Die Fiim-Mimi, die klangreich stirht, stirbt al- Puceini» Mimi aus der Bühne. Jan Kiepura singt glanzvoll und spielt, wie immer schlecht. Dkartha E g g e r t h ist von großen gesanglichen Qualitäten, besonder» in der Schluß- Szene, die echter Puceini ist. Eine fröhliche Film- Boh»me sichern Paul Kemp, Oskar Sima und Theo Lingen. Eine charmante Gestalt zeichnet Richard Romanovsky. Wenn man diese» gewagte Unternehmen al» Ganze» betrachtet, denkt man an andere Verfilmungen von Puccini-Overn. etwa an die Butterfltz mit Sylvia Sidnen, die doch szenisch und musikalisch ein größerer Genuß waren.— Al» zweiten Wiener Film sieht man den Willy-Forst- Film„Die zweite Frau", ein Kammerspiel von Hohem Rang. Der Film zeigt da» Schicksal der zweiten Frau eine» Virtuosen, die mit dem Schatten ihrer Vorgängerin kämpft und siegt. Ta» Tbema zeigt schon, daß hier zarte Töne hörbar gemacht tverden mußten. E» gelingt dem Regisseur gerade mit Schauspielern, die noch nicht maniriert sind. Ter sympathische Igo Sym und Hilde Krahl spielen da» Ehepaar und der kleine Klauü S i e r ck da» Kind aus erster Ehe. Auch hie kleinen Rollen sind gut besetzt. Ein sehen»iverter Film. ff. La Habanera. Farah Leander ist. seit sie sich dem reichsdeutschen Film verschrieben bat, zur Tropentragödin gemacht worden. Diesmal spielt sie eine nach Pörtorico verschlagene Schwedin, die von dort nach zehnjähriger einsamer Ebe in die Heimat de» Schnee» und der Fjorde zurückkehrt. Der Film arbeitet mit recht primitiven Mitteln und nur die schönen Tropenbilder, die der Regisseur Detlev S i e r ck herbeizaubert, machen den Film.erträglich. Aber auch da» bat man In amerikanischen Filmen besser gesehen. Im ganzen ein Klischeefilm.— Ta sieht man sich besser den prachwollen Korda-Film „Der Elefantenjunge" an, dessen deutsche Fassung da» Urania-Kino aufführt. Die grandiosen Tierauk- ualnnen, die herrischen Landschasttbilder und die hübsche Handlung machen den übrigen» seinerzeit besprochenen Film in der ausgezeichneten deutschen Version zu einem Erlebnis, jk. Clus der Tarter; Bezirk-Organisation Prag. Der für Mittwoch, den 19. Jänner angesetzte Vortrag de» Genoileu Reh Wald(Reichenberg) über die.Tlschechoflo- wakei in Weltwirtschaft und Weltpolitik" muß leider wegen Verhinderung deS Vortragenden verschoßen werden. Die Mitglieder der BezirkSor- ganisation werden noch rechtzeitig von dem Stattfinden des Bortrage- in Kenntnis gesetzt werden. 8port-8piel-1l»rp«rpskege Pension und„Verdienste" Im.Wiener Fußball-Sonntag" wird unter dem Titel.Plauitka geht in Pension" u. a. berichtet: .Planiika war neben dem Belgier Braine der bestbezahlteste Fußballer der Tschechoslowakei. Er bezog bei der Slavia 2500 X{ Gehalt, außerdem die Prämien und jede- Jahr für die Ver» trag-erneucrung 25.000 XL. Außerdem hatte Pla» niika alS Beamter ein Gehalt von 2000 Kä. so daß sein Jahreseinkommen zirka 85.000 Xi, also beinahe doppelt so viel, wie das eine» Mi» nist.erialrateS betrug. Während seiner zwölfjährigen Tätigkeit hatte sich Plcmiika ein nette» Sümmchen Geld erspart... Die Slavia kann sich aber mit Planiika wegen seiner Abfertigung nickt einigen. Sie bietet ihm eine V e n s i o n von 1009 Xö monatlich, aber PlanILka erhebt für seine Verdi e n st e um den tschechoslowakischen Sport Anspruch auf eine Beförderung in feinem Berufe.,“ Die Deutsche Schiedsrichter-Bereinigung hielt in Prag ihre Generalversammlung ab. Nach den Berichten ist ein Mitgliederrückgang zu verzeichnen, der seine Ursache in den Skandalen auf den Fußballplätzen hat. so daß nicht mehr alle Spiele besetzt werden können. Die Differenzen in der Nordgruppe würden auf deren letzten Tagung und die persönlichen Unstimmigieiten in der Nordostgruppe in der am SamStag stattgefundenen BorstandSsitzuna bereinigt. Zum Vorsitzenden wurde wieder Pfühner(Karlsbad) gewählt. Leichtathletik Europa gegen Amerika. Dieser Wettkampf wird im September in Berlin stattsinden und da» olympische Programm mit Ausnahme de» ZehnkampfeS, des Marathonlaufes und des 50-Kilo« meter-GehenS umfassen. Jeder Kontinent wird in jeder Disziplin von zwei Leichtathleten vertreten. Der Rückkampf soll 1989 während der New Aorker Weltausstellung auSgetragen werden. Zwei neue Frauen-Weltrekorde im Schwimmen wurden in Kopenhagen von der dänischen Schwimmerin Ragnhild H v e g e r verbessert, und zwar 800 Meter Freistil in 8:48,8 und 400 Meter Freistils» 5:08.2 Min. Herkiltssaat Darf der Drogist Aspirin verkaufen ]4O Strafanzeigen Prag.—rb—- Vor dem Prager Strasbezirks- aetickl wurden Dienstag die ersten sieben von insgesamt 140 Strafverbandlungen erledigt, die gegen Prager Drogisten wegen Uebertretung nach Paragraph 824 St.-G. eingeleitet worden waren, nach welchem Paragraphen der unbefugte Verkauf von Heilmitteln unter Strafe gestellt wird. Die Vorgeschichte dieser Prozelle. deren erster Teil zur Verhandlung kam. ist außerordentlich interellant. Vor einigen Wochen tvanderte der beschäftigungslose Magister Theodor K o n e t n ü in Prag von Drogerie zu Drogerie und verlangte in jeder, insgesamt in einigen hundert Drogerien, ein Mittel gegen Kopfschmerzen, von denen er plötzlich befallen worden sei. In 140 Fällen wurden ihm solche Heilmittel au-gefolgt, wie z. B. Veramon, Aspirin, Aniipyrin u. a. Diag. KoneLnt) gebrauchte diese Mittel allerdings nicht, sondern trug sie in die Kanzlei der Vereinigung der Apotbekerange st eilten(Provisoren), wo man diese Fälle sorgfältig registrierte, worauf man schließlich die Strafanzeige gegen die Drogisten erstattete. Die Strafanzeige beruft sich, wie gesagt, aus den Paragraph 845. in dem es beißt:„Außer den Berechtigten... ist der Verkauf von innerlichen und äußerlichen Heilmitteln, in Beziehung auf deren Verabfolguna besondere beschränkende Anordnungen bestehen, ohne von der Behörde darüber erteilte besondere Bewilligung verboten..." Die Strafanzeige behatiptet, der Verkauf der genannten Heilmittel fei den Drogisten air„Nicktberechtigten" durch die Bestimmung^ des Gesetzes verboten. Die Angeklagten antworteten auf die Anklage durch gleichlautende Schriftsätze, die gedruckt waren, was sich bei einer solchen Mallenauflage offenbar al» ökonomisch ertpic». In diesen Schriftsätzen führen die Angeklagten znnächst aus, daß die beanstandeten Präparate nickt von den Drogisten selbst, sondern von deren Bebilsen auSgeivlgi lvorden seien. Ferner aber wird betont, daß Heilmittel, wie Aspirin, Pyrami« don, Antivnrin u. dgl. keineswegs zu jenen gehören, die dem Allein- «erkauf durch die Apotheker Vorbehalten sind. Gegenstand des Rechtsschutzes, den der Paragraph 854 beinhaltet, sei n i ch t d a S materielle Jntersse der.Apotheker, sondern die„Jntegritäi deS menschlichen Körper S". die durch den erfolgten Verkauf in keiner Weise bedroht worden sei. Außerdem seien aber die Heilmittel nickt einem Konsumenten verkauft, sondern an eine Organisation abgegeben worden. Ter Zeuge habe sie nickt a l S Käufer, sondern als Bote erstanden. nm jener Organisation corpora delicti in die Hand zu geben. Außerdem sei da» Zeugnis de» Hauptzeugen angesichts der zahlreichen Fälle, in denen er alS Käufer auftrat, unverläßlich für den Einzelfall, da Berwechslunaen und Irrtümer bei solcher Sachlage nickt auszuschließen seien. Schließlich sei in Betracht zu ziehen, daß sick der Hauptzeuge, wenn er eine al» gesetzwidrig betrachtete Handlungsweise wissentlich veranlaßte, al» Mittäter ans gefaßt tverden müsse. Die vor dem GR. Dr. Dödourek durchgeführten Verhandlungen endeten in allen sieben Fällen, die Dienstag erledigt wurden, mit den» „was Ist GICHT“ linier diesem Titel veröffentlicht ein praktischer Arzt feine Erfahnmgen über Stosf- wechselstörungen. Die Broschüre sendet kostenlos Sozialdemokrat.(XC 1.— in Marken beilegen). 4480/7 Freispruch der Angeklagten. In der Begründung ist ausgesprochen, daß eine Bedrohung der körperlichen Sicherheit und Gesundheit in dem Verkauf jener Arzneimittel nicht zu erblicken sei und daß außerdem die Aussage des Zeugen nicht iu allen Fällen als absolut verläßlich angesehen werden könne.— Wenn ein an Kopfschmerzen Leidender in einer Drogerie Aspirin oder Veramon verkauft bekommt, wird er sich ja wirklich und wahrhaftig nicht an seiner Gesundheit bedroht fühlen t Mit hundert Pferdekräften... Prag.—rb— Vor dem Strafsenat de» OGN Dr. D o m a n erschien gestern eine bekannte Persönlichkeit der Prager Gesellschaft, der 28jährige Dr. Friedrich K u b i n z k y. von Beruf Prokurist im Unternehmen seines Vater», unter der Anklage de» Vergehen» gegen die Sicherheit des Leben». Es bandelt sich um ein von dem Angeklagten verschuldete» Autounglück, dem da» Leben eines alten Familienvaters zum Opfer fiel. Das Unglück ereignete sich auf der Staatsstraße unweit von Hirschberg am 10. Juli vorigen Jahre-. Der von dem Angeklagten selbst gelenkte Ivv-PS- Achtzylinder, der nach dem Geständnis des Ange« klagten mit 70 bis 80 Stundenkilometer fuhr, er. faßte den auf einem Fahrrad von einem Feldweg auf die Straße einbiegenden Anton BeLka und schleuderte ihn mitsamt dem Fahrrad einige Meter weit von der Straße weg auf das angrenzende Gelände. Dann knickte der schwere Wagen eine Telegraphenstange und landete im Straßengraben, ohne daß seine Insassen Schaden nahmen. Desto schwerer waren die Verletzungen de» von dem Auto erfaßten Radfahrer-, der noch am gleichenAbend im Spital seinen Verletzungen erlag. Der Angeklagte verteidigte sich damii, daß er den Verunglückten erst auf eine Entfernung von etwa 50 Meter erblickt habe und dann nicht mehr imstande gewesen sei, den Wagen abzustoppen. Da» Gericht verurteilte ihn zu zweiMonaten strengenArresteS, B e z u a s b e d i n g u n a e n: Bei Zustellung inSÄau» oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 17.—, vierteljährig XL 51.—, halbjährig XL 102,-», ganzjährig XL 204. Inserate werden laue Taris billigst berecknet.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post» u. Telearaphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800'Vn/1980 bewilligt-(Kontrollpoitamt Praha 25.—Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlags- u. ZeiumgS-A-G. Prag.