r 1 n Sozialdemokrat Rentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Giegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 18 Jahrgang Berlin gibt Friedensvermittlung auf Auffällige Betonung der Neutralität Berlin. In den letzten Wochen war viel von einer deutschen Vermittlung im chinesisch- japanischen Konflikt die Rede. Nun wird die erſte offizielle Meldung hierüber von deutscher Seite veröffentlicht. Darin wird erklärt, daß die erste Fühlungnahme auf angeblichen Wunsch bei der Barteien Ende Ottober 1937 erfolgte.„ Um dem Interesse des Friedens zu dienen", habe die deutsche Regierung geglaubt, sich den beiden ihr befreundeten Ländern für den gedachten Zwed zur Verfügung stellen zu sollen. Dabei sei deut icherseits von Anfang an betont worden, daß Deutschlands Haltung im Konflikt neutral sei und daher seine Mitwirkung nicht über die ein fache llebermittlung von Nachrichten hinausgehen könne, die die eine der beiden Regierungen an die andere gelangen lassen wolle. Nach diesem Grundsatz sei bisher verfahren worden. Mit der am Sonntag erfolgten Veröffent lichung des Manifestes der japanischen Regierung fei der Konflikt zwischen Japan und China in ein neues Stadium getreten. Die neue russische Regierung Donnerstag, 20. Jänner 1938 Aus dem Inhalt: Glänzendes Ergebnis einer Betriebsausschußwahi Sechs Todesopfer eines Familienzwistes Ein schwerer Irrtum des ,, Venkov" Faschistische Wühlarbeit in Latein- Amerika Nr. 16 Chautemps' erste Maßnahmen Der Regierungswechsel Daladier, Bonnet und Frossard mit besonderen Aufgaben betraut Paris. Die ersten initiatorischen Schritte, tighin keine Rücksicht darauf zu nehmen, ob die die das neue Kabinett Chantemps vorbereitet und kommunist if chen Deputierten für die Redie den Gegenstand des Kabinettsrates am Don- gierung stimmen, sich der Stimme enthalten oder nerstag bilden werden, betreffen: sogar gegen die Regierung stimmen. Auch in die sem Falle rechnet Ghautemps damit, daß er die Mehrheit haben werde. 1. Die Erweiterung der Befugnisse des Nationalverteidigungsministers und Vorsitzenden stellvertreters der Regierung Daladier, dem eine erhöhte Kontrolle auch der Ministerien für Kriegsmarine und Luftfahrt zustehen wird. Diese erhöhte Kontrolle wird sich in erster Reihe auf die einheitliche Autorität in den die Rüstung betreffenden Angelegenheiten bezichen. 2. Maßnahmen zum Schutze des Franc, die Staatsminister Georges Bonnet leiten wird. 3. Verschiedene Maßnahmen sozialen Charafters, mit deren Leitung Staatsminister& r offar d betraut sein wird. Die beiden lettgenannten Minister werden außerdem Mittel zur Herbeiführung einer befferen Zusammenarbeit zwischen Kapital und Arbeit suchen. in Frankreich Der Kampf zwischen Kapital und Demokratie Die Wahlen von 1936 haben eine neue Epoche in der französischen Innen- und Außenpolitif eingeleitet. Sie brachten den Parteien der Der neue Finanzminister Marchan Voltsfront die Mehrheit in der Kammer, die Füh de au wird erst Donnerstag sein Amt über- rung der Regierung fiel der stärksten Partei der nehmen. Einem Redakteur des Abendblattes neuen Mehrheit, den Sozialdemokraten, zu, deren „ Information Financière" gegenüber erklärte Führer Léon Blum dann ein Jahr lang Miniſterder Minister, daß er Bonnets Politik der finan- präsident gewesen ist. Diese Regierung gehört der ziellen Erholung, welche gute Ergebnisse gezeitigt Geschichte der dritten Republik als eines ihrer behabe, fortsehen wolle. deutendsten Kabinette an. Sie hat ein Gesetzge=" Die Linksklubs der Kammer werden Don- bungswert hinterlassen, welches den weitaus größ= nerstag nachmittags zu einer gemeinsamen Sitten sozialpolitischen Fortschritt des Landes seit zung zusammentreten, um ihr Verhältnis zur 1848 darstellt, sie hat durch ihre Außenpolitik die neuen Regierung und deren Programm zu be- Fehler der Regierung Lavals gutzumachen versprechen. sucht, sie hat durch die enge Zusammenarbeit mit England und durch die freundschaftlichen Bezie Schiedsspruch im Chauffeurstreik hungen zu den Vereinigten Staaten die DemoMinisterpräsident Chautemps fällte am fratie gestärkt und den Frieden gestützt. Sie hat Die neue Regierung Chautemps wird sich Mittwoch in dem langandauernden Streit des nebenbei gejagt auch der Tschechoslowatei dem Parlament am Freitag nachmittags vorstel- Personals im Verkehrswesen, hauptsächlich bei große Dienste geleistet, indem sie unzweideutig len. Camille Chantemps, der sein Kabinett eine den Lastautomobilen, einen Schiedsspruch. Er zum Ausdruck gebracht hat, daß die Unversehrt= Regierung des bürgerlichen Friedens und der sprach den Angestellten eine 81prozentige Lohnheit der tschechoslowakischen Grenzen eine Sache Sicherheit" nennt, hat sich verpflichtet, daß die erhöhung zu. Die Arbeitgeber beharren jedoch Frankreichs sei. Die Regierung Léon Blums und nene Regierung alles vermeiden werde, darauf, daß die Streifenden zuerst die von ihnen seiner ausgezeichneten Mitarbeiter hat auch die der 2 o 11 8 front schaden oder sie ändern immer noch bejest gehaltenen Garagen räumen ſtaatsmännischen Fähigkeiten der Sozialdemokra fönnte. Er erklärte aber auch, er beabsichtige künf- müssen. Barcelona und Valencia von Fliegerbomben heimgesucht Moskau.( Taß.) Der Rat der Volfskom niffäre der Sowjetunion wurde vom Obersten Sowjet einstimmig in folgender Zusammensetzung. gewählt: Vorsi sender: Wiaticheslaw Mofotow, Stellvertreter des Vorsitzenden: Tschu barj und Anastas Mitojan, Stellvertreter des Borjizenden und gleichzeitig Vorsitzender der Sontrollkommission: Stanislaw Kossior, Vorjizender der staatlichen Plankommission: Nikolai Bosnessenstij, Voltskommissär für auswär Barcelona. Die aufständische Flug-| Labour- Delegation in Gefahr tige Angelegenheiten: Marim Lit waffe bombardierte am Dienstag intensiv die Mittelmeerküste. Am meisten wurde die Stadt Der Flugangriff der Rebellen auf Valento i now, Inneres: Nikolaj Jeschow, Landesverteidigung: Kliment 28 o roschilow, Sagonte durch die Angriffe in Mitleidenschaft cia wurde gerade zu der Zeit verübt, als im Hause des Anwälteverbandes die Delegation briAriegsmarine: Pjotr Smirnow, Schwerindu- gezogen. strie: Lasari Kaganowitsch, Maschinenbau: AleKurz nach Mitternacht auf Mittwoch unter- tischer Labour- Abgeordneter empfangen werden xander Brustin, Verteidigungsindustrie: Michail nahmen sechs Aufständischen Flugzeuge einen sollte. Eine Bombe fiel ganz nahe einem Wagen Saganowitsch, Nahrungsmittelindustrie: Abram Anflug auf Barcelona. Anflug auf Barcelona. Sie warfen zahl- nieder, in dem Mitglieder der Delegation eben zu Gilinſtij, Leichtinduſtrie: Wassilij Schestakow, reiche Bomben großen Kalibers ab. Es besteht dem Empfang fuhren. Zum Glück wurde feiner Holzindustrie: Michail Ryschow. Verkehrswesen: die Befürchtung, daß diese Bombardierung zahl der Gäste verletzt; auch sonst erlitt an dieser Alerej Batulin, Schiffahrt: Nikolaj Pachanow. reiche Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert Stelle niemand Verlegungen. Bost und Fernmeldewesen: Matwej Berman, Da der Empfang vorher angefün hat. Mittwoch nachmittags wurde Barcelona Landwirtschaft: Robert Eiche, Getreides und neuerlich bombadiert. Etwa 100 Personen sind digt worden war, vermutet man, daß die RebelViehzuchtwirtschaften: Tichon Jurkin, Beschaf dabei ums Leben gekommen; die Sahl der Verlen absichtlich die Stunde des Angriffes so gewählt haben, um die britische Delegation zu fung: Michail Popow, Finanzen: Arsenij Swe- lehten ist ebenfalls groß. telv, Handel: Michail Smirnow, Außenhandel: Die Flugzeuge famen von Palma di Mal- treffen. Verteidigungsminister Prieto hat daher Jewgenij Tschwjalew, Just iz: Nikolaj Rytschkow. Gesundheitswesen: Michail Bol Sahl großkalibriger Bomben ab, durch deren Exdhrew. Verwaltung der Staatsbahnen: Alerei plosion große Materialschäden verursacht wurGritschmanow. Komitee für Hochschulangelegenden. Die Flugzeugabwehrbatterien eröffneten das heiten: Sergej Staftanow, Somitee für Kunst- Regierung gegen die Bombenflugzeuge der AufFeuer, gleichzeitig stiegen Jagdflugzeuge der angelegenheiten: Alerej Najarow. Moskau.( Taß.) Der Oberste Sowjet der holen. ſtändischen auf, konnten sie aber nicht mehr ein8839 hat Wischinski einstimmig zum Staatsanwalt der Sowjetunion ernannt. lorca und warfen über der Stadtmitte eine große Auch Valencia ist Mittwoch nachmit tas zweimal bombardiert worden. Ende des Stalin- Terrors? ten unter Beweis gestellt. Diese Regierung, welche die Lebensinteressen der französischen Vollsmassen vertrat, hat den Widerstand des französischen Großfapitais wad) gerufen, der 200 Familien, welche die Banten, angefangen von der Nationalbant, und insbeson dere die Schwerindustrie beherrschen und sich in ihrer Machtstellung bedroht jahen. Zeigten doch die ersten Schritte, die zur Verstaatlichung der Rüstungsindustrie führen sollten, wohin der Weg der französischen Demokratie geht. Daß das Großfapital jogar Vorbereitungen zum Bürgerkriege getroffen hat, zeigt die Verschwörung der Cagou lards, welche eine Armee aufstellen wollten, die im geeigneten Augenblid hätte losschlagen sollen. Die Aufdeckung der Verschwörung durch den ener gischen sozialdemokratischen Innenminister Dormoy bereitete dieser Art von Plänen ein rasches Ende. Gefährlicher wurde jedoch der Angriff des Großfapitals auf wirtschaftlichem Gebiet. Es wurde die Flucht des Mapitals aus dem Lande organisiert, es wurde die Währung unterminiert. Es hat sich wieder gezeigt, daß in der kapitalistischen Wirtschaft das Großfapital über hundert Mittel verfügt, um einer sozialistisch- demokratischen Regierung Schwierigkeiten zu bereiten, wobei die Sapitalisten vor nichts zurückschrecken, auch nicht davor, ihrem eigenen Lande zu schaden ihr Patriotismus, den sie sonst nicht laut genug zu ihrer Geldbörse. So fielen die Finanzpläne des Sozialdemokraten Auriol, so fiel Blum, an Barcelona.( Havas.) Trotz der ange- deren Stelle das Kabinett Chautemps- Bonnet strengten Tätigkeit der Luftwaffe und der Ar- trat, welches eine Pause in der sozialpolitischen tillerie Francos haben die Regierungstruppen Gesetzgebung bedeutete und die Sanierung der am Dienstag die Angriffe der Franco- Abteilun Wirtschaft und Staatsfinanzen Frankreichs auf gen im Abschnitte nordöstlich von Teruel siegbürgerliche Art versuchte. reich abgeschlagen. Die Francotruppen unternahmen zweimal heftige Angriffe in der Richtung auf Muleton auf die Stellungen östlich den Innenminister brieflich ersucht, die Presse und den Rundfunk anzuweisen, Versammlungen und Empfänge fünftig nicht mehr anzukündigen. Franco- Angriffe vor Teruel in alle Welt hinausschreien fönnen, reicht nur bis abgeschlagen Aber auch dieses Kabinett wurde vom Großfapital nicht toleriert, die Kapitalflucht und das Sinten des Franc ging weiter. Kommunisten und schreckten auch nicht vor einer straffen DevisenErlaß des Erefutivkomitees der Stommunistischen Parteifandidaten zu übernehmen. Denn wurde heftigen Widerstand, der durch die automatischen Soizaldemokraten verlangten wirksame Maßer ruffische Mundfunk verbreitete einen| Barteimitglieder weigerten, die Bürgschaft für von Gonend. Die Angriffswellen ſticken dort auf Partei, der die Einstellung sämtlicher willtür- einer der Neuaufgenommenen ausgeschlossen oder Waffen der Regierungstruppen verstärkt wurde. regeln gegen das Treiben des Großkapitals und licher Maßnahmen untergeordneter Organe an- gar als„ Troßlift" verfolgt, so wurde die Ver- Diese Angriffe waren aber viel weniger heftig ordnet, Maſſenausschlüsse aus der Partei verfolgung meist auch auf die Garanten erstrect. als in den leyten Tagen. Die Artillerie der Res fontrolle zurück. Demgegenüber hielten die Madibietet, feſtſezt, daß alle ohne ordentliches Verfah= Wer wollte sich gern solchen Gefahren aussehen? sierungstruppen, die die Verkehrsverbindungen falſozialiſten an der freien Devisenwirtschaft fest rn ausgeschlossenen Mitglieder wieder aufge- um der Partei willen, um sie nicht blutleer zu östlich von Concud beherrscht, verhinderte wirk- und Großbritannien und die Vereinigten Staanommen werden. Meineide bei Verfahren gegen machen, mußte schließlich doch zu Maßnahmen fam die Konzentrierung von Verstärkungen der ten sahen in der gebundenen Devisenwirtschaft einen Bruch des Währungsabkommens vom Herbst Parteimitglieder mit strenger Bestrafung be- geschritten werden, die der Parteiangehörigkeit Francotruppen. 1936. An den Gegensäßen in bezug auf die Bedroht, und was besonders wichtig ist-- an- im Staate dieser Partei das Odium der Gefähr= Flugzeuge der beiden Parteien überflogen erdnet, daß alle aus der Partei und damit auch lichkeit nahmen. die rückwärtigen Linien, beschoffen sie aus Ma- fämpfung der Krise, die Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt und die Stabilisievon Arbeitsplatz Ausgeschlossenen bis 15. Feber Uebrigens kann jetzt, da so ziemlich jeder, schinengewehren und warfen Bomben ab. Einige= wieder einen Arbeitsplaß zugewiesen bekommen. der Stalin je hätte gefährlich werden können, be- male fam es zu 2 u ft tämpfen. Die Megic- rung des Frane zerbrach die Kammermehrheit. Dieser Rundfunterlaẞ bestätigt, daß alles, feitigt ist, und nun, da- wie die Angriffe gegen rungstruppen fetten Bomben- und Jagdflug- Die Lösung der Regierungskrise hat mehrere 3 er verbietet, vorgekommen sein muß: will- Serylenko, im neuen Sowjetparlament, die zu zeuge in den Kampf ein, welche die Franco- Flugtürliche Maßnahmen, willfürliche Massenaus seiner Absetzung führen dürften, ein besseres und zeuge vertrieben. ſchlüſſe. die Brotlosmachung der aus der Partei obendrein legales Mittel zur Ausschaltung Unbeusgeschloſſenen. Und die Zahl derer, die im liebter gefunden wurde, Stalin die bisher ge- Neue Beschleßung Madrids Laufe der letzten Jahre ausgeschlossen wurden, ist bräuchlichen Methoden des Terrors- Prozesse Madrid. Die aufständische Artillerie, die sehr beträchtlich. Die Folge war, daß die An- wegen Troptismus und totsichere Verurteilung hier bereits seit einigen Tagen untätig war, besichungskraft der russischen Kommunistischen nicht mehr für unbedingt nötig halten. Der Partei ſehr gesunken war, daß es nur wenige Terror wird gemildert: das heißt, daß die Art gann Mittwoch nach Mitternacht neuerlich Neubeitritte gab und daß sich immer häufiger des Terrors geändert werden wird. Madrid zu beschießen. Tage in Anspruch genommen. Der bedeutsame Plan der stärksten politischen Individualität des heutigen Frankreich, Léon Blums, eine Mehrhet! von den Kommunisten bis zur Mitte, von Thorez Bourgeoisie wollte fein zweites Kabinett Blum, gerade weil es eine starke Regierung nach innen bis Reynaud zustande zu bringen, mißlang, die und außen geweien wäre. So wurde die Winder: heitsregierung Chautemps gebildet, die zwar ohne Seite 2 Donnerstag, 20. Jänner 1938 Nr. 16 Sozialisten keine Mehrheit in der Kammer hat, sschen Lehrer, daß auch Westeuropa einige Prin- finden müssen, sich definitiv mit den berechtigten politik an der von Švehla aufgestellten Linie einer in der aber die Sozialdemokraten selbst nicht ver- zipien des Jahres 1789 einer neuen und gründ- sozialen Forderungen des Arbeiters und des flei- konstruktiven und initiativen Zusammenarbeit mit den treten sind. Sicherlich werden die Sozialdemokra- lichen Prüfung wird unterziehen müssen und daß nen Mannes überhaupt auseinanderzusetzen. Die Sozialisten und an der demokratischen Ideologie des ten, die nun bei allen Abstimmungen das Büng- es die heutigen demokratischen Institutionen Regimes der Freiheit werden landwirtschaftlichen Volkes fest. Die Partei ist weit lein an der Waage sein werden, nicht ohne Ein- überall dort wird revidieren müssen, wo sich die aus diesem historischen Kampfe bavon entfernt, an den Grundlagen der Zusammenfluß auf das Kabinett sein. Ob aber bei der größ- Notwendigkeit ergibt, ebenso wie es den Mut wird siegreich hervorgehen. ten Parlamentspartei die Zugehörigkeit zur Sammermehrheit ohne Vertretung in der Regierung, also ohne unmittelbare Einwirkung auf die ein zelnen Zweige der Staatsverwaltung( man denke Faschistische Wühlarbeit in Latein- Amerika Deutsche Flugstützpunkte arbeit mit den übrigen Koalitionsparteien zu rühren und an eine Zusammenarbeit mit Parteien einer an. beren als dieser Grundhaltung zu denken. Infolge. deffen gehören auch die Behauptungen von dem Wil. len zu einer Zusammenarbeit mit der Sudetendeut. schen Partei in der Regierung in das Reich der Fabel. Die Republikanische Partei hält an der gegenwärtigen Struktur der aus bürgerlichen und sozialistischen Parteien gebildeten Regierungsmehr. nur an das Ministerium des Innern) zwedmäßig ist, wird die Zukunft lehren. Blum, der bedeutende Führer der Partei, und nahezu die Hälfte Washington. Der Verkauf italienischen und faschistischen Einfluß in Südamerika, inveKriegsmaterials nach Südamerika wird in sondere soweit es sich um den Waffenver der Delegierten des Nationalrates der franzöſischen Sozialisten waren für den Eintritt in die Washington mit Besorgnis verfolgt, nicht nur des- ta uf und die Subvention des Rundheit feft..." Regierung, während die beiden linken Gruppen halb, weil diese Munitionsversorgung eine Ge- funks und der Presse handelt. -jene Zyromsfis undPiverts die selbst unterfahr für den Frieden ganz Amerikas darstellen einander uneins sind, für eine Kombination kann, sondern auch deshalb, weil möglicherweise waren, die wenig realpolitischen Sinn bezeugt. der faschistische Einfluß auf dem amerikanischen Kontinent gestärkt werden wird. Es heißt, das Wenn der linke Flügel der Partei eine rein ſoziaStaatsdepartement habe Informationen erhalten, listische Regierung forderte, so hätte das nur erdenen zufolge die italienische Regierung Nica= folgen können, wenn sich diese Regierung eine parlamentarische Mehrheit geschaffen hätte ragua, wo die Vereinigten Staaten große Insonst wäre sie an dem Tage, da sie sich dem Par- tereffen an dem Bau eines zweiten Kanals haben, lament vorgestellt hätte, gestürzt worden. Wie der den Panama- Kanal entlasten foll, 500 Toneine solche Regierung, gegen die das Großkapital nen Munition verkauft hat. Nicaragua wird vom alle Minen hätte springen lassen, Wirtschaftspolis Gesichtspunkt der Vereinigten Staaten als einer tit hätte treiben sollen, ist die zweite Frage, die der wichtigsten Staaten Südamerikas angesehen. man hätte beantworten müssen. Das ist so Es wird auch mitgeteilt, daß viel alte italienische weit die Dinge aus den Zeitungen bekannt sind Munition nach Equador und viele ausrannicht geschehen. Noch unmöglicher erscheinen gierte italienische Flugzeuge nach Paraguay angesichts der gesamten europäischen Lage die verkauft wurden. Alle diese Verkäufe erfolgten zu sehr niedridoktrinären Forderungen Piverts. Vielleicht haben sich viele Vertrauensmänner der französischen gen Preifen, was den Verdacht Washingtons erSozialdemokratie von dem Gedanken leiten lassen, höht, daß Italien eine Festigung seines polidaß die Partei, wenn sie im neuen Stabinett un- tischen Ein fluffes anstrebt. Es wird vertreten iſt, freie Sand gegenüber den Kommu auch befürchtet, daß trots den ſehr günstigen er nisten erhält, mit denen eine Auseinandersetzung laufsbedingungen die betreffenden Staaten ihren auf die Dauer nicht zu vermeiden sein wird. Es Rahlungsverpflichtungen nicht werden nachkommen mag auch die Auffassung mitgewirkt haben, daß können und daß Italien als Garantie gewiffe 3n durch den Austritt der Sozialisten aus der Re- neſtändnisse verlangen wird. Die amtlichen Streife gierung die Demokratie in Frankreich nicht be- beobachten sorgfältig den nationalsozialistischen droht ist, weil im Volfe eine große und feste demo Iratische Mehrheit vorhanden ist, wie sich bei allen Mundgebungen immer wieder zeigt. Die Demotratie ist durch die Massen gesichert und es wird die Aufgabe der französischen Sozialisten bleiben, im Verein mit der Mitte, die entschieden demokra tische Männer wie Chautemps, Daladier, Cot, Paul Boncour aufzuweisen hat, jeden Angriff auf die Republik abzuschlagen. Das Befremden über die Polemik gegen die agrarische Partei fann nicht größer gewesen sein als das Befremden der anderen Koalitionspar an der baltischen Küste teien über Berans Neujahrsartikel. Die Polemik London. Der Errichtung deutscher Flug- gegen ihn hat jedenfalls das Ihre dazu beigetraftüspunkte an der baltischen Küste wird, gen, das Präsidium der Partei zu ſeiner begrü wie der diplomatische Korrespondent der„ Times" Benswerten Erklärung über das Festhalten an der berichtet, von dänischer Seite große Aufmerksam gegenwärtigen Koalition zu veranlassen. Hoffen keit gewidmet, da es sich um die unmittelbare vir, daß der rechte Flügel der Agrarpartei die in Nachbarschaft Dänemarks handelt. Deutschland dieser Erklärung festgele: Politik nicht allzus scheine dort seine militärischen Flughäfen sowie bald wieder in eine andere Richtung abzubiegen einen erheblichen Teil seiner Flugzeugfabriken versucht. 3u konzentrieren, wofür ſtrategische Erwägungen maßgebend sein dürften. Die Meinung in Dänemark, oh Verteidigungsmaßnahmen für den Man kann aber auch die Erwartung ausſprechen, daß Frankreich aus dem wirtschaftlichen Engpaß herauskommen wird, in den das Land, nicht zuletzt durch die unglückliche Deflationspolitif Lavals, hineingeführt worden ist. Frankreich Ein schwerer Irrtum VerBechyně referiert im Parteipräsidium Kriegsfall getroffen werden sollen oder nicht, sei Mittwoch fand auch eine Sitzung des Paruneinheitlich. Naziflugzeug überfllegt französischen Flugplatz Oran( Algerien). Ein zweimotoriges Flugzeug mit gut erkennbarem Satenkreuz überflog den französischen Flugplay Senia und entschwand in Richtung Spanisch- Marokko. teipräsidiums der tschechischen Sozialdemokratie statt, in der Minister Bechyně über aktuelle innenpolitische Fragen referierte. Er führte aus, daß fchen Barteien in den Ministerrefforts vorbereitet eine Diskussion über die Alternierung der politis werde, und gab die Ansichten der einzelnen Koalitionsparteien über die damit verbundenen Probleme wieder. In der kommenden Woche werden die regelmäßigen Beratungen der Regierung wies der beginnen, in welchen das politische Arbeitsprogramm für die Regierung und das Parlament vorbereitet werden wird. sere politische Eristenz tatsächlich vom Genter System ab, dann hätte ja der„ Venkov" durch seine des ,, Venkov" ständigen Angriffe auf diese leider unvollfom- Der Präsident der Republik empfing am mene Einrichtung schon einiges dazu beigetragen, Mittwoch den Vorsißenden des Außenausschusses Unsachliche Polemik gegen Jaksch sie zu untergraben. Daß wir trotzdem eine lern- der französischen Deputiertenkammer, den Depus Der dienstägige„ Venkov“ registriert die gesunde und konsolidierte Bewegung geblieben tierten Jean Mistler, und hierauf den Bürtritischen Aeußerungen gegen den Neujahrsartikel sind, beweist wohl am besten die starke ideelle und germeister von Budweis Abg. Dr. A. Neudes Abgeordneten Beran, welche zuletzt wie- moralische Fundierung der deutschen Sozialdemo- mann, der dem Präsidenten als Geschenk der derum aus dem Lager der tschechischen Volkspartratie. Sie repräsentiert den stärksten Block demo- Stadt ein Album mit Photographien von dem teiler, der tschechischen Nationalsozialisten und kratisch- republikanischer Gesinnung im deutschen Besuch des Präsidenten in Budweis überreichte. auch der deutschen Sozialdemokraten laut wur- Lager und eine Stüße des Staatsgedankens in der Parlament erst im Feber? Heute tritt das den. Dem Abg. I afsch wird dabei vorgeworfen, deutschen Bevölkerung. Der„ Ventov" irrt getal- Parlamentspräsidium zu einer Sigung zusam iſt ein reiches Land, die Grundlagen seiner Land- daß ſeine Stundgebungen in nationaler Beziehung tig, wenn er dieſe Tatsachen, die übrigens dem men, in der über die Einberufung des Plenum3 hinter den Reden der Abgeordneten der SdP staatserhaltenden tschechischen Element wohlbe- entschieden werden soll. Wie verlautet, wird das nicht zurücstehen. In seinen weiteren Ausfüh- tannt sind, wegdisputieren will. Man wird sich Parlament nicht in der nächsten Woche, sondern rungen behauptete der„ Ventov", daß sich die endlich daran gewöhnen müſſen, in der deutschen erst im Feber zusammentreten. Bis dahin sollen marriſtiſche Fraktion" der deutschen Sozialde- Sozialdemokratie ein konstruktives Element zu er- lediglich einige Ausschüsse ihre Tätigkeit aufmotraten vor allem nur mit Hilfe des Genter kennen, welches in jeder demokratischen Konftel- nehmen. Systems und der Genossenschaftsbewegung und Tation eine Rolle spielen wird. dank der wohlwollenden Beurteilung ihrer aktivistischen wirtschaft und Industrie, seines Stredits und seiner Währung sind unerschüttert. Während die " Diftaturstaaten fein Sterbenswörtchen über die tägliche Verschicchterung ihrer wirtschaftlichen Lage über ihre Grenzen dringen lassen und nicht einmal einen Staatsvoranschlag veröffentlichen, spielen sich die Kämpfe um die Gestaltung der Wirtschaft und die leberwindung aller Folgen chen Arbeit durch die republikaniſche Bautei Agrarier und Koalition halte. Neukonstituierung des Tschechoslowakischen Nationalrates. Wie Zentralsekretär Dundr im Präsidium der tschechischen Sozialdemokratie mits der größten Krise des Kapitalismus in voller teilte, gehen die Beratungen innerhalb der tsche Oeffentlichkeit ab. Deswegen scheinen oft die Diese Polemik ist sehr widerspruchsvoll und In dem parteioffiziellen Bericht über eine chischen Parteien über die Erneuerung des Tsche Schwierigkeiten der Demokratien größer als jene zweifellos unsachlich. Sollten sich die Reden des Sigung des Präsidiums der Republikanischen Par- doslowakischen Nationalrates, aus dem die Soder Diktaturen. Aber die Demokratien lösen die Abg. 3 afsch in nationaler Beziehung von denen tei( Agrarier) wird gesagt, in republikanischen zialdemokraten vor der Präsidentenwahl im Des sozialen und politischen Probleme der Volksmas der SdP- Parlamentarier nicht unterscheiden, Kreisen habe die Polemik gegen die Partei„ Besember 1935 ihre Vertreter zurückgezogen hatten, sen, die Diktaturen schlagen die Wünsche der Mas- dann wäre das für den„ Ventov" doch ein trifti fremden" hervorgerufen, insbesondere die dem Abschlusse entgegen. Dr. Soukup teilte mit, sen nieder und vertagen die großen Schidsals- ger Grund, den deutschen Sozialdemokraten die Behauptung, daß einflußreiche Organe der Par- daß der neue Nationalrat auf den politischen fragen der Menschheit bis diese eines Tages gleichen Sympathien zuzuwenden, wie der Hen- tei mit dem Gedanken einer Mehrheit ohne die Parteien sowie auf einigen gesamtstaatlichen in gewaltigen Ausbrüchen zutage treten werden. Tein- Partei. Von einer solchen Einstellung haben Sozialisten spielen: Organisationen und Institutionen fußen werde. „ Es ist wahr", so sagte der jetzige Präsident Dr. bisher weder wir, noch unsere Gewerkschaften„ Die verantwortlichen Faktoren der Republika- Jede politische Partei werde im Nationalrat sieBeneš im Mai 1935 in seiner Rede an die deut- oder Genossenschaften etwas bemerkt. Hinge un-| nischen Partei halten nach wie vor in der Innen-| ben Vertreter besitzen. Nachdruck verboten. 4 fort mit ihm ins Spital oder in die Zeichentammer, je nachdem, und in der Werkstatt, wo stets | DIE KOLONNE ein scharfer Luftzug weht, trocknet das Blut rasch. Oder es wird von tausend eilenden SchritAM KREUZWEG ten eingestampft, die keine Muße haben, sich eine andere Stelle zu suchen. Ein Unglück in der Hütte würde nicht ein ERZÄHLUNG VON MARIE MAJEROVA mal so eine besondere Bedeutung haben, wenn man es schon am nächsten Tage vergessen könnte. Sie kommen nach Hause, ziehen die Uhr Es gibt aber eine alte Erfahrung in der Hütte, auf, zählen die Kinder, kehren um und gehen und Klima kannte sie heute ebenso gut wie der wieder drei Stunden zur Racerei. Das ist alte Hüttenmann Nogol, der seine fünfzehnjähja ein geflügeltes Wort bei den Auswärtigen ge- rige Erfahrung aus den Witkowißer Werken nach worden. Die Strahlen aller im weiten Umfreis ladno gebracht hatte. Die Erfahrung nämlich, teeffen in der Hütte zusammen, in diesem zen- daß ein Unglück niemals allein kommt, und nicht iralen Brennpunkte jeglicher Tätigkeit in der mehr sobald aufhört, wenn es einmal zu wüten hanzen Gegend. Er ſteilte ſich die Hütte als einen begonnen hat. Die folet er Polypen vor, der mit langen Beinen am Orga- fannten alle Hüttenarbeiter und insbesondere nismus der Landschaft festllebte. Wer in die tannten es deren Familien. Kredit, um den Kunden am Leben zu erhalten. tyčien. Nach solchen Erwägungen spie Klima noch Denn Nogol, der mochte die Arbeit nicht. einmal aus und ging in seine Abteilung. Der Wenn Kadeřábel in der Hütte arbeitete, um seine Eintritt in dieses Hüttengebäude, das eigentlich Familie zu ernähren, und Klima, um für ein gar kein Gebäude war, erschien jedem sonderbar, Gewerbe zu sparen, so arbeitete Nogol, um sich der in einem abgeschlossenen Raum zu arbeiten Schnaps kaufen zu können. Am liebsten hätte er gewöhnt war, und Klima hatte sich's noch nicht jeden Abend immer seinen Tageslohn abgeholt. ganz abgewöhnt. Immerzu mußte er sich noch um ihn alsbald zu versaufen. Doch die Hütte ins Bewußtsein rufen, daß er zwar unter einem hatte ihren Rhythmus beim Geldauszahlen. Dach stehe, aber daß er dabei eigentlich in freier So um den Fünften war der Vorschußtag. Luft arbeitete, denn in das Gebäude zog es von und vor Monatsende faßte man in Papiertüten überall her wie unter einer Brüde und nur die den Lohn. Alles war schön auf dem Umschlag glühenden Eisenstücke sandten heiße Ströme aus. ausgerechnet und in Kreuzern in der Tüte abSie erwärmten die Luft für solche, die stehen und gezählt. schauen konnten wie der Meister Niš. Wo nehmen die nur so viel Kleingeld her? Aber jenen, die von der Arbeit getrieben Wunderte sich Selima. wurden, war gehörig heiß. Bis zum Gürtel Und Nogol konnte sich nur zweimal im Monacht liefen sie bier, und die Unterhosen rutschten lich. Anſonſten ſchlürfte er den Alkohol in dünnen nat betrinken, aber das besorgte er dann gründ vielen unter den Nabel, weil sie an den mageren Strömen, der Schankwirt gab ihm nur so viel auf Hüften keinen Halt fanden. Die Seile des Nähe dieser Fangarme geriet, der wird ergriffen Daher lebte die Wertstolonie nach jedem Krans wanden und spannten sich. Niesenregenund umgemodelt. Und hierin lag' gerade die Unglück wochenlang in Aufregung, und wenn aus schirme, die von der Decke in die Handteller der Nogol behauptete, daß er ohne Schnaps umfom Drohung des gewaltigen Mechanismus, gegen die dem Wert praſſeind die Alarmrakete einen neuen Süttenleute fielen und ihnen wieder entschlüpften. men müsse. Als sich einige darüber aufhielten, Mlima sich vergeblich wehrte und die er durch seine Unglücksfall meldete, bekam jeder draußen hinter und doch mußten die Arbeiter in dieser Abtei- daß er sich gerade mit Schnaps betrinke wie ein Bufunftspläne mit aller Macht herausforderte. der Hüttenverzäunung einen Schlag in den Ma- lung fie sorgfältig leiten, um sie durch den wit Bagabund, entgegnete er: Man hatte mir den Indessen aber beobachtete er unentwegt, wie die gen, daß ihm übel wurde. Denn es hatte auf tenden, unendlich bewegten Irriveg der mit gelbLutscher in Schnaps getränkt, Kameraden, so Leute aus Swinarow, aus Hnidousy und Moth- dreißig Kilometer im Umkreis jeder Einwohner glühendem Metall erfüllten Gußeisenkokillen ettvas vergißt man nicht. čin, aus Dobra und Rozdělov, wie aus dem einen Angehörigen in der Hütte. Einen Mann. durchzuwinden. ganzen Umkreis alle, die einen Eriverb brauch- Bruder, Geliebten oder Schwager. ten, hierher mußten wie an die Schwelle des Die Schicht wechselte, sobald die neuen an Nach einem solchen Schicksalsschlag frümm- traten, ohne daß die Arbeit unterbrochen wurde, Todes. Niemand kann der Hütte entkommen. ten sich alle zusammen wie beim Donnerrollen. cs blieb alles im Lauf. Im Lärmen der WerkUnd jeder, der hier eintritt und sich seinen 5s blieb ihnen für diesen Augenblick nicht einmal statt ging selbst der Sechsuhrsirenenruf unter. Hand zu Hand. Einen blauen Kittel trug jeder Weg bahnt, kennt schon im voraus sein Schicksal, soviel Egoismus, sich, wenn auch gegen ihren Aber wenn Kadeřábek eintrat, wußten die Ar- unterm Rock. Die Hülle wurde bloß abgeworfen aber keinen schreckt dieser Gedanke ab. Alle sind Willen, darüber zu freuen, daß es einstweilen beiter der Kolonne, daß es in fünf Minuten sechs und man brauchte sich nicht umzuziehen. Klimas ruhig, manche sogar heiter wie eben er, der einen anderen getroffen hatte und sie selbst bisher sein wird. Es war noch eine Lehrerangewohn- Kittel war sorgfältig mit blauen lidlappen Klima. Sie pfeifen sogar noch unterwegs. Einer nicht betroffen waren. Und dann verharrten sie heit, immer ein Weilchen vor Beginn anzukom- ausgebessert, die einen dunkleren Ton hatten als denft an seine Bichharmonika, ein anderer an ein nur noch mit angehaltenem Atem, bis das grau- men. Wenn Selima seinen Rod auf den Nagel die von häufigem Waschen gebleichte Bluse. Nos Stelldichein, ein dritter an seine Staninchen. Und fame Schicksal sich fattgewüte: hatte. Sie wußten, hängte, begann die Sirene schon zu heuten. Ihm gols Kittel ivar mit Del getränkt, den wush bielleicht wird man gerade ihn heute mit dem daß der Wagen des Werks, sobald er einmal den wieder mertte man die Pünktlichkeit des Gehilfen sicher niemand wöchentlich. Er war von den Hinn nach oben hinaustragen. Schuppen verlassen hatte, noch einigemal im Gas an, der seine freie Zeit nach Minuten zählt. Und glühenden Ingotfunken durchlöchert und überWenn er die schwarze Stugel zieht, fommt lopp über die Landstraße zum Krankenhaus fah- als dann endlich Nogol angetrabt lam, da war dies irgendwo im Straßengraben gewälzt wor er um. Die Kameraden laden ihn auf eine in ren und daß es mehrere Begräbnisse geben werde die Schicht schon ausgewechselt und alle schauten den. Aber der Mann darin... aller Eile zurechtgezimmerte Tragbahre, und aus Kročehlav, Dubi, Vinařice und Mo- sich nach ihm um. großartig. Einmal wären Klima und Nogel belm Tor beinahe zusammengerannt. Was ist los, brennt der Kessel? brummt Nogol. Wir sind die lezten, nickte Selima. Zwei Griffe... und die Seile flogen von ( Fortsetzung folgt) tem 28 bur die be nid Wa ter idhä be ni der Ant Ar Lofe che bed Bä Auf Ar Vo A Ma belv an man font bem ordn Don Heg ren aus gem Feit erft den nen, sie a gena stim Abid Be aud find und Aud gen, meh Elte zur bron heir zufa in fo Die S dak chisc Bd ten Zet Junit den the Besu fierte terbo Gru ftänd der b In e Spielt trupp fidh bon fuche began Bode eine Epie Sta iche teilig dieje Wert Bera Diese wirkl und 16 - einer it ben ie bes it weit men rühren er an folge. Wil. ndeut ch der En der n und mehr. en die sein spar olemit getra Begrüs n der Boffen die in allzus biegen Pare okratie nnens , daß politis ereitet Kvas Pros werden wies beits ament Jam husses Depus Bürs Zeus ik der dem reichte. tt das ufam nums d das ondern sollen auf lischen rim e mits tſche Tsche e So= Des Satten, e mit, tischen tlichen werde. nt fies nicht. seine ir ein m sich Fitte er Jeholt. Hütte . uẞtag. rtüten schlag te abher? Mo ründ ünnen iel auf halten. mfom ielten, wie ein ir den 1, so m Tor brennt Nr. 16 Donnerstag, 20. Jänner 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Klagen tschechoslowakischer Arbeiter über ihren Jammer in Deutschland Verdienst, Kost und Quartier sind schlecht Aus einer Stadt in Sachsen liegt uns folgender aufschlußreicher Bericht vor: Seite 3 Politik der Generalsekretär des Deutschen Verbandes zur nationalen Befriedung Europas, Schriftsteller Waldemar Quaiser( Wien) in Reichenberg behandeln. Diese von den deutschen aktivistischen Parteien im Bezirk Reichenberg vers anstaltete Versammlung findet Montag, den 24. Jänner, abends 8 Uhr im Reichenberger Schüt Mittwoch Abg. I afsch und Sekretär Schmidt senhause statt. vom Zentralverband der deutschen Kleinbauern Selbstkritik? Ein Leitartikel der„ Zeit" und Häusler beim Herrn Landwirtschaftsminister trägt die leberschrift:„ Es faßt der Sand die Dr. Za dina vor. In der Aussprache zeigte der Köpfe taum..." Die gleiche Nummer der Zeit" Landwirtschaftsminister für die Fragen der För hat zum Motto: Der Chauvinismus ist überall derung der Gebirgslandwirtschaft ein außer und immer blind". Das ist ein Wort Majaryfs. ordentliches Interesse. Es ist zu hoffen, daß sein Aber jener Leitartikel enthält keineswegs, wie man Alle trachten, so rasch wie möglich wieder heimzukommen wohlwollendes Verständnis dazu beitragen wird, glauben könnte, eine Stritit an der Stopfab- Justiz die Aktion zum Ausbau der Güllewirtschaft in des Dritten Reiches und das Motto ist merkivürDiefe müssen jedoch der Henleinpartei unseren Gebirgsgegenden erfolgreich vorwärts tigerweise gar nicht als Selbstfritif gemeint. angehören und dürfen unter keinen Umständen der zu bringen. sozialdemokratischen, kommunistischen Partei, einer freien Gewerkschaft oder dem Atus ange= hören, ja, es wird mit allen Mitteln darüber gewacht, daß diese Sudetendeutschen ihr Geld in der Heimat in die Geschäfte der Kameraden Henleins und keinesfalls in den Konsumverein tragen. Auch in Arbeiterlokalen in der GSR. zu verkeh ren, zicht sofortige Entlassung dieser Arbeitskräfte nach fich. Das hiesige Arbeitsamt erhielt Ende September den Auftrag, eine größere Anzahl von Waldarbeitern für Arbeiten in der Lüneburger Heide zu vermitteln. Dort seien angeblich die Wälder von Nonnenschwärmen im Jahre 1936 überfallen worden, und da sich der Waldbestand nicht wieder erholt habe, müßten nunmehr die Wälder wieder abgeholzt werden. Die Waldarbeiter des hiesigen Gebietes waren selbst noch be= schäftigt. Aus den Reihen der Ar= beitslosen hatten sich nicht genis nügend gefunden, und somit wäre aus der ganzen Sache nichts geworden. Da kam die Anweisung, in der CSR für diese Arbeit zu werben. Den tschst. Arbeitslosen wurden Aktor dlöhne verspro then, die für sie Phantasiesummen bedeuten, zumal den Arbeitern gesagt wurde, daß Bäume von 9 Festmetern keine Seltenheit seien. Auf dieses Angebot hin haben sich eine Anzahl Arbeiter( aus Sauersack, Frühbu 3. Bogeldorf und Kohling gefunden. Aber schon nach kurzer Zeit schrieben die Arbeiter an ihre Angehörigen, daß die Versprechunsen eben nur Versprechungen gewesen wären. Man könne zwar Bäume mit solchen Ausmaßen bewundern, aber vergreifen dürfte man sich nicht an ihnen. Durch den in D. herrschenden Holzmangel, der sich nicht nur auf dem Baumarkt, sondern auch in der holzverarbeitenden Industrie bemerkbar macht, hat die deutsche Regierung angeordnet, daß der Waldbestand der preußischen Domänen, welcher bisher in der Hauptsache der Hege des Hochwildes galt und in manchen Revie ren urwaldähnliche Formen angenommen hatte, ausgeforstet wird und so dem Holzmarkt zugängig gemacht wird. Die Besitzer wurden verpflichtet, 25 Festmeter unentgeltlich dem Staate zu liefern und erst die darüber hinausgehenden Festmeter werden bezahlt. Da die Besißer selbst bestimmen fönnen, welche Stämme geschlagen werden können. fie aber auch darüber erbost sind, daß sie das oben genannte Quantum nicht bezahlt erhalten, bestimmen sie meist das minderwertigste Holz zum Abschlagen. zu fahren. Wir können nur wünschen, daß die Kennt etlicher in diesem Bericht angeführten Tatsachen recht sehr in die Massen der judetendeutschen Arbeiter dringe, zumal in die Köpfe jener, die noch immer an das Dritte Reich nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich wie an das Paradies glauben. Je mehr Arbeiter nach eigenem Erleben in die Heimat zurückkehren, desto geringer wird wohl die Zahl jener werden, die sich noch immer durch Verheizungen bluffen lassen. Lohn, Essen und Wohnen schlecht kein Wunder, daß die Irregeführten( zumeist junge Menschen) dann glücklich sind, wenn ihnen die Eltern sauer er arbeitete Groschen für die Rückfahrt schicken! Die aber, die so zurückkehren, werden die Kronen, die ihnen dann wieder zur Verfügung stehen sollten, vielleicht doch nicht in die Geschäfte der Kames raden" tragen ja werden vielleicht sogar die Mitgliedsbücher zurücklegen. Und daß die anderen, die Sachsengänger, die jetzt SdP- Leute sein oder zu sein scheinen müssen, auch bald eines Besseren belehrt sein werden, wollen wir hoffen! Für stärkere Förderung der Gebirgslandwirtschaft Vorsprache Der Aufbruch des ,, Aufbruch" Kranzablösungsspenden für die Deutsche Jugendfürsorge. Die Deutsche Landeskommission für Stinderschutz und Jugendfürsorge in Böhmen hat fo eben eine neue, sehr gefällige Starte für Stranzablö sungsspenden, die gleichzeitig auch als Beileidsbrief verwendet werden kann, herausgebracht; sie ist fosten los in allen Bezirksstellen der Deutschen Jugendfürsorge und in der Zentralstelle, Reichenberg, Waldzeile 14, erhältlich. Für Montag abend hatten die Anhänger des Aufbruch- Kreises" in Karlsbad zu einer 8-2- Versammlung geladen, die überaus gut befucht war. Im Verlaufe des Abends sprach Dr. Jonat über die Gründe seines Ausschlusses aus der SdP, die er in feiner, leicht ironisierender Art schilderte. Ferner sprach Ing. Brehm über die Ziele und Wege des Aufbruches. Intereſſant Verschärfter Kampf gegen Japan ist, daß im Karlsbader Gebiet der Absatz der Zeitschrift Aufbruch" sprunghaft in die Höhe gegangen ist. Grundeinlösungsfeier eines Böhmerwalddorfes London. Reuter meldet aus Honkong, daß unter dem Vorsitz Tschangkaischefs ein oberster chinesischer Kriegsrat gebildet worden sei, der beschlossen habe, den Kampf gegen Japan zu ver= schärfen. der Beziehungen hauersiedlung Für st enhut der Zinsgrund Vor 25 Jahren wurde in der großen Holz- Kein völliger Abbruch eingelöst. Seit der Dorfgründung hatte nämlich hier jeder Grund und Boden dem Fürſten Schwarzenberg gehört und nur die Häuser waren seit 1848 Eigenbesiz. Nach langen Stämpfen ge= lang es 1913 den Fürstenhuter Zinsgründlern, ihre Gründe fäuflich zu erwerben. Im heurigen Sommer soll nun die 25. Wiederkehr des Einlösungstages festlich begangen werden. In größerem Umfange wurden bekanntlich die Zinsgründe erst 1919 eingelöst. Ein Lehrgang sozialistischer Funktionäre Verbotene SDP- Versammlung. Die für Tokio. Der Sprecher des japanischen Außenministeriums gab die Erklärung ab, daß auch nach der Rückkehr des japanischen Botschafters aus China Japan seinen Geschäftsträger in China belassen werde; in ähnlicher Weise werde auch nach der Abreise des chinesischen Botschafters aus Tokio ein Botschaftsrat der chinesi schen Botschaft in Tokio verbleiben. Energisches Auftreten Bereits 42 Verschwörer verhaftet Paris. Die Polizei sezt die Verhaftung und Einvernahme der Mitglieder der geheimen Verfchwörerbewegung fort. Am Mittwoch wurde in Clermont- Ferrand ein weiterer Ingenieur der Michelin- Fabrik verhaftet, welcher beschuldigt wird, der geheimen Verschwörerorganisation ans gehört und Waffen aufbewahrt zu haben. Es ist bereits die 19. Verhaftung in Clermont- Ferand Der Non- Stop- Flug gelungen Honolulu. In Pearl Harbour find Mitts och 18 Bombenfluzeuge der amerikanischen Flug aus San Diego unternommen haben. Nach Striegsmarine eingetroffen, die den Non- Stopimponiert den Japanern Schanghai. Am Mittwoch wollten sich die Japaner in der britischen Konzession bei Tientsin findet demnächst in Bodenbach( im Stadt- cines Chinesen bemächtigen, von dem behauptet saal, Bücherei) statt. Folgende Vorträge sind für wird, daß er eine gegen Japan gerichtete Tätigkeit ner angefeßt: Die politiſche Mächtegruppierung in Auslieferung des Chinesen verweigerten, drohten Samstag, den 22. und Sonntag, den 23. Jän entfaltet habe. Als die britischen Behörden die der Tschechoslowakischen Republik.( Richard die Japaner, daß sie mit Gewalt in die Konzes= Reitzner, Lehrer, Bodenbach.) Die Gefion eindringen würden. Daraufhin antwortete beim Herrn Landwirtschaftsminister schichte der SdP und ihre gegenwärtige Rolle. der britische Militärkommandant: In diesem Es steht außer Zweifel, daß das Getreide( Dr. Wolfgang Brethol 3, Redakteur, Prag.) Falle würden wir gezwungen sein, Widerstand zu monopol gerade den ärmeren Schichten der Land- Die Tschechoslowakische Republik in der Welt- leisten!" Die Japaner ließen dann von ihrem Vorbevölkerung, insbesondere den Gebirgsland- politik.( Wenzel Iatsch. Abgeordneter, haben ab und flärten den Vorfall mit dem Hin wirten, die erhoffte Erleichterung ihrer Lage Prag.) Für Samstag, den 29. und Sonntag, weis auf, daß es sich um ein Mi verständ nicht gebracht hat. Jene Gebiete, die vorwiegend den 30. Jänner ist folgender Lehrstoff vorgefe- nis handle. Auf diese Weise wurde ein neuer oder ausschließlich auf Viehzucht angewiesen find, hen: Die Wehrerziehung und die Arbeiterschaft. ernſter englisch- japanischer Zwischenfall abge= hatten im Gegenteil durch die Vertcuerung der( Ernst Paul, Redakteur, Prag.) Die Gewendet. Futtermittel schwer zu leiden. Solange die schon werkschaften im Selassenkampf.( Franz Sögler, Die Arbeiter find aber nicht nur mit dem oft unternommenen Anstrengungen auf Verbilli Abgeordneter, Bodenbach.) Die tschechoslowa Berdienst unzufrieden, sondern sie klagen gung der Futtermittel nicht zum Ziele führen, tische Wirtschaft im Zuſammenhange mit dem auch über die So st und das Quartier. Sie muß daher auf andere Weise versucht werden, die Weltmarkte.( Franz teh wa I d, Redakteur find in sehr primitiven Holzbaraden untergebracht, Lage der Kleinbauern und der Gebirgslandwirte Reichenberg.) Veranstalter sind das Bezirksund es sind schon viele an Erkältungen erkrankt. erträglicher zu gestalten. Ein Weg hiezu ist die kartell der freien Gewerkschaften, Bodenbach, und Auch das schwarze Brot können viele nicht ertra- Förderung der Güllewirtschaft. Durch der Bezirksbildungsausschuß der DSAP, Bodengen, und innerhalb von 14 Tagen haben einige Anlage moderner Sauchegruben und Anschaffung bach. mehr als zwei Kilo an Gewicht verloren. Einige von Pumpenaggregaten ist es möglich, die beEltern haben ihren ledigen Söhnen das Reisegeld triebseigenen Dungstoffe zweckmäßiger zu verwerzur Nüdfahrt geschickt, und diese sind auch ten und einen besseren Ertrag bei der Vichhaltung Montag abends im Schüßenhauſe in Sohen in dieser Angelegenheit. Insgesamt wurden prompt nach Hause gefahren, während die Ver- zu erzielen. Die deutsche Sektion des böhmischen elbe vom Bezirksverband der SdP angesetzte wegen Mitgliedschaft in der geheimen Verschwöheirateten nur warten wollen, bis sie ihr Fahrgeld Landeskulturrates hat in dieser Richtung schon Versammlung, in welcher Abg. Rudolf Sandrung bereits 42 Personen verhaftet. zufammen haben, um auch wieder in die Heimat verdienstvoll vorgearbeitet, doch reichen die vor- ner über innen- und außenpolitiſche Fragen handenen Mittel für die Subventionierung der ſprechen sollte, wurde Montag mittags von der Auch die Bautätigkeit war bis in aus zirka 40 deutschböhmischen Gebirgsgemeinden Staatspolizeibehörde in Hohenelbe untersagt. die Herbstmonate im Grenzgebiet ziemlich rege, se vorliegenden Projekte nicht aus. " Das politische Schicksal der deutschen daß auch in dieser Branche Arbeiter aus den tsche- In dem Bestreben, zur lleberbrüdung der Volksgruppen in Europa" wird in einem Vorchischen Grenzgebieten herangezogen worden sind. finanziellen Schwierigkeiten beizutragen, sprachen trag über aktivistische Minderheiten Bodenbacher Theaterbrief erraum noch auf der Bühne entsprechende Bühne Capets berühmte Weiße Krankheit" zeuge bilden den ersten Teil eines großen Koneinem alten, vernachlässigten Theater, in dem weder bringen. Es kann sich rühmen, als erste deutsche Stunden und 22 Minuten. Diese BombenflugEs war eigentlich immer unwürdig, daß die bei- Einrichtungen vorhanden waren und das noch dazu gespielt zu haben. Daneben sind Klassikervorstellun- tingents von Kriegsflugzeugen, die auf den den sonst so regen Elbeſtädte Bodenbach und im Privatbesiz iſt, einen ansprechenden Raum zu gen für die reifere Jugend hervorzuheben( Minna Hawai- Inseln eine Basis erhalten sollen. Letschen lein ständiges Theater besaßen. Die schaffen, eine moderne Bühne zu gestalten, das war von Barnheim",„ Meeresund der tunstsinnigen Streise fuhren nach dem nahen Dres- bereits ein großes Stüd Kulturarbeit. Liebe Wellen"). Als Hauptmannfeier wurde Die rumänischen Neuwahlen den, das geschickt geleitete Aussiger Stadt- Mit vieler Mühe und verhältnismäßig gerin Elga" erfolgreich aufgeführt. theater 30g ebenfalls einen Teil zahlungsfähiger gen Kosten wurde nun die Bodenbacher Bühne ins Besonders unterstrichen seien die Operngastam 2. März Besucher an und hatte aus den Reihen der organi- Leben gerufen. Der Deutsche Bühnenbund in der ſpiele. Zweimal gaſtierte die Aussiger Oper fierten Arbeiter Tetschen- Bodenbachs für seine Arbei- Tschechoslowakischen Republit stellte für den Beginn mit großem fünstlerischen Erfolg(„ Traviata" und tervorstellungen eine beachtliche Besucherzahl. Der als Leiter Emil Feldmar und später Hans„ Entführung aus dem Serail"); die Pragerfentlichen in großer Aufmachung die Detrete über Grund, weshalb bis jetzt in Bodenbach- Teischen keine Müller zur Verfügung, die es in den drei Mo- Oper zeigte sich mit einer„ Tosca"-Aufführung die Auflösung des aus den Dezemberwahlen herfändige Bühne bestand, mag darin liegen, daß teine naten, seitdem das Städtetheater spielt, nicht nur von ihrer besten Seite. Diese Vorstellungen fanden vorgegangenen Parlamentes, und über die Aus= der beiden Städte ein eigenes Theatergebäude besitzt. auf ine beachtliche Höhe brachten, sondern auch be- bor vollen Häusern statt, ein Beweis, welches Inter- schreibung der Neuwahlen, die für die Kammer am In einem ehemaligen Barieté- Saal in Bodenbach gannen, das Publikum für ein ständiges Theater zu effe in breiten Schichten der Bevölkerung für gute 2. März, für den Senat am 4. März stattfinden spielte in den Nachkriegsjahren wohl eine Operetten- erziehen. Die steigende Besucherzahl läßt hoffen, daß Kunst vorhanden ist. sollen. Das neue Parlament soll bereits am 10. truppe einige Monate im Jahre, später versuchten langsam, aber sicher alle Streise der Bevölkerung für Wohl zeigten sich anfangs Ansätze, das Theater März zusammentreten. fich auch einige Wanderbühnen dort zu halten, aber einen regelmäßigen Theaterbesuch gewonnen werden. an politisieren, aber bis jetzt kann man feststellen, daß Noch in den Abendstunden des Dienstag bon einem fünstlerischen Theater waren diese Ber- Direttor Feldmar führt Regie im Schau- die interessierten Streise, also jene, die wirklich Stul haben bei der Zentralwahlfommission in Bukarest suche weit entfernt. Nun, da die Strise nachzulassen spiel und auch oft in der Operette, unterſtüßt von iurarbeit schäßen, sich davon nicht beeinträchtigen folgende Parteien ihre Beteiligung an den Wahbegann, beschäftigte sich die Stadtvertretung von Guſt! Beer, der viele Jahre Theaterleiter in Ber- lassen. Von tschechisch- nationalistischer Seite wurde len angemeldet: Die Regierungsfoalition, die NaBedenbach mit dem Gedanken, für beide Elbeſtädte lin war. Sie fanden in Walter Solar einen be- ein Vorstoß gegen die Subventionierung des Theaters tionalliberale Partei, die Rumänische Front eine Bühne für eine ständige, sechs Monate währende gabten Bühnenbildner( es gibt keine Erstaufführun- vorgenommen, der aber von den anderen Parteien( Vajda Voevod), die Partei„ Alles für das Spielzeit zu errichten. So kam es zur Gründung des cen ohne ein neues Bühnenbild). Gespielt wird mit der tschechischen Minderheit nicht unterſtüßt wird. Land"( Eiserne Garde), die Nationale BauernStädte theater 3 Bobenbach- Let eigenem Ensemble Operette und Schauspiel. Die Somit kann man wohl sagen, daß heute die Bevöl- partei und die Radikale Bauernpartei. schen, bei dem jedoch nur der Name auf eine Be- Operette leitet Stapellmeister Saase, der aus sei- ferung hinter dem neuen Theater steht, das durch Die Nationale Bauernpartei hat den Beteiligung von Tetschen hinweiſt: in Wirklichkeit ist rem Muſittörper bereits ein gut eingespieltes Orche- seine bisher geleistete künstlerische Arbeit Beachtung schluß gefaßt, sich an den Obersten Ge= diese neue sudetendeutsche Bühne bis heute allein das ſter ſchuf. Der Spielplan weist natürlich alle Mode- und Anerkennung aller Sereise verdient. Der Opti- richts hof mit dem Antrag zu wenden, die Berk der Stadtverwaltung von Bodenbach, die mit Erscheinungen am Operettenhimmel auf, aber die mismus, der die Bodenbacher Stadtverwaltung be- Verfassungsmäßigkeit des Defrets betreffend die Berantwortungsbewußtsein und allen Kräften hilft, klassische Operette wurde nicht vergessen und hatte feelt, beweist sich auch an der jüngsten deutschen Auflösung des Parlaments zu überprüfen. Außerdieſes neue Stulturwert an der Grenze – also ein auch hier ihr zahlreiches Publikum; gespielt wurden: Bühne der Republik. Mögen alle Wünsche und Hoff- dem hat die Nationale Bauernpartei bei der zenzu fördern Fledermaus", Wiener Blut" und nungen, die sich an neue Initiative, an einen eige- tralen Wahlkommission gegen die Ersetzung der Bettelstudent". Das Schauspiel versucht ne n Theaterbau zu schreiten, knüpfen; in bislang üblichen geometrischen Wahlzeichen durch Die Schwierigkeiten Tagen hier berghoch. Aus ebenfalls durch reiche Abwechslung jedem etwas zu Erfüllung gehen. 8. B. Punkte Einspruch erhoben. en von jeder worfen limas lappen ten als e. No wusch on den über t ivors und zu erhalten. . wirkliches deutsches Grenzlandtheater inoffiziellen Angaben betrug die Flugzeit 20 Wettlauf um die Listennummer Bukarest. Sämtliche Morgenblätter veröf= Trite t Donnerstag, 20. Jänner 1088 Nr. 1« 3agesneui$foiten I Japan wählt im. Augenblick seiner Thronbestei- men' ithb' die letzte' Nacht' bei gutem Essen und Dr. s gung. einen Namen für. seine Regierungsära. AlS I Wein. verbringen.. Der. Gefängnisdirektor Ivar zert. 17 Leichen geborgen Ottawa. l-HavaS.) Durch den Brand, der riesenhaste Ausmaße annahm. wurde das Kolleg der Brüder vom Heiligsten Herzen in St. Hyacinthe vernichtet. Das Dach, auf das zahlreiche Schüler vor den Flannnen Zuflucht genommen hatten, stürzte ein. Dieser schaurige Borfall wurde von einer großen Zahl von Zuschauern beobachtet, die jedoch den bedrohten Schülern keinerlei Hilfe bringen konnten. Die Rettungsarbeiten wurden durch den starken Frost und eine hohe Schneeschicht sehr erschlvert. Bis jetzt wurden 17 Leichen geborgen. Ter Zustand von 22 verletzten Schülern ist ernst. 28 weitere werden vermißt. Das Staatsamt hat eine Untersuchung über die Ursachen deS Brandes eingeleilet. Bisher wurde festgestellt, daß dem Brande eine Explosion vorherging, deren Ursachen bisher nicht geklärt werden konnte. Aussperrung Im schwedischen Gastgewerbe Alle Gaststätten gesperrt Stockholm. Die Aussperrung in den schwedischen Hotel- und Gaststättenbetrieben, die am Montag begonnen hat, erreichte Mittwoch durch Ausdehnung auf dir CafkS und einige Mas- senspeisebetriebe eine weitere Verschärfung. Die erste Folge der Aussperrung war eine Ausländerflucht aus Schweden. Am DienStag stieg dir Zahl der auSreisenden Ausländer allein in Malmoe nm mehr als 100 Prozent. Man rechnet mit einer einmonatigen Dauer der Aussperrung. zunächst sprachlos, aber der letzte Wunsch wird traditionsgemäß erfüllt, und so gab er seine Genehmigung. Am Abend kamen die Eingelademn inS Gefängnis, 15 Personen, die in der Todeszelle keinen Platz hatten und für die darum ein größeres»Lokal- eingeränint wurde. Mau>var ausgelassen und In bester Stimmung, und kurz bevor man aufbrechen mußte, bat noch die Mutier deS Delinquenten, man möge einen Photographen holen und di'e ganze Gruppe aufnehmcn lasten. Auch dies geschah, und alle haben sehr vergnügte Gesichter gemacht. Dann hob O'Donn zum letzten Male sein GlaS und erklärte, cs wäre die schönste Nacht seines Lebens gewesen. Er beichtete und ließ sich dann in den HinrichtungSranm bringen. Eine S2jährige Schachpartie. Der Kapitän James George RogerS begann mitten im Kriege, im Jahre 1015, mit seinem Freunde, George Mac« Namee, der ebenfalls Marineoffizier war, eine Schachpartie. Diese Partie wurde jedoch nicht auf dem Brett miSgetragen, da beide Offiziere auf verschiedenen Schiffen dienten. Aber ste wechselten, so schnell da» eben ging, Briefe, in denen der nächste Zug fixiert wurde. Sie waren gerade bi» zum 26. Zug gekommen, als MaeNamee in der Schlacht am Skagerrak mit seinem Schiff unterging. Rogers dagegen kam unverletzt au» dem Kriege zurück. Bor Jahren fand er muer seinen alten Briefen auch diejenigen von MaeNamee, und nun hatte er den sehnlichsten Wunsch, die Partie zu Ende zu spielen. Er Inserierte in einer Zeitung und bat Freunde oder Verwandte von MaeNamee, sich zu melden und die Partie mit ihm zu Ende zu spielen. Er erhielt sofort einen Brief der Tochter von MaeNamee, in dem diese mittellte, daß sie die Partie gern zu Ende spielen würde, aber sie könnte nicht Schach spielen. Eie bat Roger», ihr Zeit zu lasten, bi» sie da» Spiel erlernt hätte. Diese» Studium hat bi» jetzt gedauert. Vor einigen Tagen aber traf Roger» mit Ellen MaeNamee zusammen, die Partie wurde in der vor 22 Jahren abgebrochenen Stellung wieder ausgenommen. Nach wenigen Zügen war RogerS matt und die Ehre von MaeNamee gerettet. Geschenk der sranzäsischen Regierung für da» Staatliche lYefundheltSlnftltut der Tschechoslowakei. Im Rahmen der Geschenkaktion wiffenschaftlicher Bücher und Publikationen im Werte von einer Million Franc», die von der französischen Regierung Ende de» vorigen Jahre» zugunsten der tvistenschasi- lichen Institute der Tschechoslotvakei über Initiative der wissenschaftlichen Abteilung de»»Institut» Ernest Denis" in Prag durchgefübrt wird, ging der Bücherei de» Staatlichen Hugiene-JnltituteS in Prag ein« Büchersendung im Werte von etwa 10.000 Franc» zu. Der holländische NnterrichtSminifter Dr. Elotc- maker de Bruine wird am Donnerstag, den 27. M., um halb 12 llbr vormittag» im Auditorium Marimum der Juristischen Fakultät der KnrlSuniver- sität in Prag in Antvesenbeit de» Minister» Dotier Franke zum Ehrendoktor der Theologie der Hut- fakultät promoviert werden. Mildes Wetter. Liegen Mitteleuropa ist heute sehr rasch vom Westen her eine Störung vorgedrun- gen, die bereit» am Nachmittag in Böhmen eine LUetterverschlechierung veranlaßt bar. An der Riis- feite der genannten Störung ströme dem Festland wärmere ozeanische Luft zu, so daß inan in den nächsten Tagen auch in der Republik mit einem weiteren Temperaturanstieg rechnen muß. Da» Weiter wird dabei ziemlich unbeständig sein. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß da» Tauwetter auch die Berggipfel erreichen wird.— Wahrscheinliche» W etterDonn erstag: Vorwiegend bi» wechselnd bewölkt, zeitweise Schauer, milde. West« bi» Nordwestwind.— WetterauSsich- tenfüt Freitag: Andauer deS unbeständiiien Wetter» mit übernormalen Temperaturen. Der furchtbare Schulbrand In Kanada Militärverrat Prag. Der Senat für Angelegenheiten des Militärverrates beim ÄreiSstrafgericht in Prag verurteilte am Mitttvoch den 27jährigen reichsdeutschen Staatsangehörigen Friedrich P a n t l e, Metallschläger, zuletzt wohnhaft in Kostebaude bei Dresden, sowie den 25jährigen Johann Edgar Karl S ch a t t a u e r, Handelsvertreter, zuletzt wohnhaft in Königsberg, wegen de» Verbrechens des Militärverrates nach 8 ü, Z. 2, Abf. 2 des Gesetzes zum Schuhe der Republik, zur Strafe von je acht Jahren schweren Kerkers mit den entsprechenden Verschärfungen, zu einer Geldstrafe von 2000 KC, im Falle der Uneinbringlichkeit zu weiteren 20 Tagen schweren Kerkers, sowie schließlich zum Verluste der bürgerlichen Ehrenrechte und zur Ausweisung aus der Republik nach Verbüßung der Strafe. Sechs Todesopfer eines Familienzwistes Furchtbare Tragödie in der Slowakei Der„Slvvenskh denik" teilt mit, dass sich in der Rncht auf Mittwoch in der slotvakischrn Gemeinde Riöüovce eine furchtbare Familientragödie abgespielt hat. I» dieser Gemeinde ermordete Jmrich KuboviL seine Ehefrau Hedwig und tötete sodann auch seine vier Kinder, die elfjährige Rosalie, die zehnjährige Petronella, sein einjähriges Söhnchen Franz und sein erst vier Tage altes Töchterchen Margarete. KuboviL erwürgte zunächst die Kinder und dann stiesi er jedem noch ein Mester in den Leib. Rach seiner gräflichen Tat verübte KuboviL Selbstmord durch Erhängen. Mittwoch früh fand man alle sechs Opfer bereit- tot. KuboviL verübte die Untat wahrscheinlich aus Verzweiflung über Zwistiz- kritrn mit der Verwandtschaft. der gegenwärtige Kaiser Hirohito im Jahre 1020 seinem im Wahnsinn gestorbenen Vater Dosihito auf den Thron folgte, wählte auch er einen Namen für seine Epoche, nämlich: Daü Reich de» Showa. Man wird schwer erraten, was„Showa" bedeutet. Es bedeutet:„Strahlender Friede". Die Trauung deö ägyptischen Königs Faruk mit der Prinzessin Farida Zulsiear findet am Donnerstag statt. Bei der Trauungszeremonie lverden alle religiösen Gebräuche des Islams eingehalten werden. Bei der Unterzeichnung des Ehekontrakts wird die Prinzeffin nicht antvesend sein, sondern durch ihren Vater Jusuf Zulsiear Pascha vertreten werden. Der Ehekontrakt wird um elf Uhr vormittag» im Palais Kubbe unterzeichnet werden. Farida Zulsiear ist erst 17 Jahre alt und somit die jüngste Herrscherin, die je in der Neuzeit Königin von Aegypten wurde. Frohe Botschaft für finnische Mütter. Mit 1. Jänner des heurigen Jahres trat in Finnland ein Gesetz, betreffend die Unterstützung der Mutterschaft, in Kraft, da» bestimmt, daß jede Mutter, deren Einkünfte nicht eine gewiffe Höhe erreichen, Vom Staate eine Prämie erhält. Schätzungen zufolge werden die Vorteile des Gesetzes ettva 60 Prozent aller Mütter genießen. Die Prämie beträgt 450 finnische Mark für jedes Neugeborene und wird teilweise in Geld und teilweise in Naturalien bestehen. Industriespionage? In BaesteraSn Zirkus entstand eine riesige Panik. Das ZirkuSpersonal und mehrere Dorfbewohner mußte alle drei Löwen nacheinan der erschießen. Inzwischen war der Verwundete seinen Verletzungen erlegen. 2 Millionen Schilling Geldstrafe. Die Be- zirköhauptmannschaft Feldkirch hat die in die Devisenschiebung deS Chaim Mechel-Mehl ver wickelte Sophie Hollensteiner wegen Verschiebung großer Geldbeträge ins Ausland zu einer Geld strafe von 40.000 Schilling und einer Arrest strafe von 12 Monaten sowie zu einer Zusatz- Geldstrafe von 2 Millionen Schilling verurteilt. Mit einem Straferkenntnis wurde Wer Sophie Hollensteiner wegen Aufnahme eines Darlehens und Unterlassung der Anmel dung eines Guthabens bei einem ausländischen Geldinstitut eine. Geldstrafe von 2000 Schilling und eine Arreststrase von" einem Monat sowie eine Zusatz-Geldstrafe von 100.000 Schilling verhängt.» Zurück nach BabylonI Die Obstruktion gegen die Gesetzesvorlage zur Hinlauhaltung der Lynch justiz dauert Im amerikanischen Senat bereits seit elf Tagen an.- Senator Eilender aus Loui« siana hält bereits seit Freitag mit kurzen Unter brechungen eine.Rede, in der er sich auf die baby lonische und ägyptische Geschichte beruft und auS dieser Beispiele gegen diesen Gesetzentwurf zitiert. Dir Bombe als Fangball. Eine Gruppe von Terroristen warf in Jerusalem gegen ei».Auto mobil, in welchem sich fünf jüdische Beamte be fanden, eine Bombe großen Kalibers. Kaltblütig keit rettete den Insassen des Autos das Leben. ES gelang ihnen nämlich, die Bombe aüfzufangen und sie auf die Straße zu werfen, wo sie explo dierte, ohne jemanden zu verletzen.. . Sittliche Erneuerung, Nach.den Mitteilun gen deS Oberstaatsanwaltes Krug in der Zeit schrift„Deutsche Justiz".sind im Jahre 1087 die Anklagen wegen Kindesabtreibung um 30 Pro zent und. jene wegen falscher Anschuldigungen (politische Denunziationen) um 8 Prozent ge stiegen: „Strahlender Friede." Jeder Kaiser von heiinnis der Erzeugung des rostfreien Hartstahls „Gero" verraten hätten. Der Bruckner-Schilling. Blättermeldungen zufolge werden in Oesterreich im Juni d. I. neue Zweischillingstücke, diesmal mit dem Bildnis des Komponisten Anton Bruckner in Umlauf gesetzt werden. Ein Mammut-Fund. Die wistenschaftlichc Expedition der Sowjet», welche auf der Wrangel- Jnsel überwintert, fand im gefrorene» Erdreich ein guterhaltenes Mammut. Tie Sowjet-Akade- mie der Wissenschaften beschloß, eine eigene Expedition nach der Wrangel- Insel zu entsenden, welche die Ausgrabung des prähistorischen Riesen« tiereS und pesten Transport nach Wladiwostok besorgen soll. Dort soll daS Mammut in einem Kühlhaus«ingelagert und wahrscheinlich präpariert werden. Der Obelisk von Luxur als Sonnenuhr. Ein alter Plast, der noch von dem berühmten Ajtrono- nien und Schriftsteller Flanunarion stammt, wird jetzt verwirklicht werdest. Der Stadtverordnete Fleurot hat es durchgesetzt, daß 5000 Francs bewilligt. worden sind, um den Obelisk von Luxor, der bekanntlich in der Mitte der Place de la Concorde steht, seinem ursprünglichen Zwecke wieder zuzuführen: er wird als Sonnenuhr fungieren. Tuzu ist es notwendig, daß auf dem Platz eine Stundeneinteilung angebracht wird, auf der man den Schäften des Obelisk, ablesen kann. Dies hat viel Kopfzerbrechen gemacht, denn der Platz ist ein sehr starkes BerkehrSzesttrum. Man hat sich jetzt darauf geeinigt, Messingplatten in daS Pflaster einzulassest, auf denen in symbolischer Darstellung die Stunden deS Tages eingraviert werdest. DaS Festmahl vor' der' Hinrichtung. Im Gefängnis von Florence"in Arizona hat sich ein nicht.alltägliches Ereignis abgespielt, und so düster der Anlaß war, um so größer wär die Festesfreude. Ein gewisser Jack O'Donn war wegen Mordes zum Tode'verurteilt worden, und seine Hinrichtung durch'Giftgas war'angesetzt. Wie dies'üblich ist, wurde auch er nach seinem letzten Wunsch gefragt, und er äußerte diesen auch ohne jede Zurückhaltung. Er wolle noch einmal mit allen seinen Freundest'und seiner Familie zusammenkom- mcn ustd die letzte'Nacht' bei gutem.Esten und Dr. Wcchrberg: Rikschakuli Nr. 1S8.— Liederkom ME —D S A -M MM- Nr. 16 TonnerStag, 20. Jänner 1068 Sette 5 Bewilligung zu Entlassungen bei Etrich verweigert? 2er Deutsche Nachrichten-Dienst meldet, das; dar Ansuchen der Firma Etrich in Jungbuch um Bewilligung zur Entlassung von 300 Arbeitern von der Bezirksbehörde abgewiesen wurde. Etrich beabsichtigt, wie wir bereits gemeldet haben, nach der Wiederaufnahme der Arbeit von den bisherigen 000 Arbeitern nur 600 wieder aufzunehmen, obwohl die Arbeitervertreter bei den Verhandlungen die Anwendung der bereits im Jahre 1086 bewährten Einigungsformel vorschlugen, welche das zeitweise Aussehen von Arbeitern beinhaltet. Die Firma hat bei den Verhandlungen diesen Vorschlag, der für sie mit keiner Belastung verbunden wäre, abgelehnt. Die Vertreter der Arbeiter erklärten sich außerstande, zu den Absichten der Firma ihre Zustimmung zu geben und lehnten die Bcranttvortung für die Nichteinigung ab. Drehende Betriebseinstellungen und Entlassungen in der Textilindustrie Die Firma Geduldiger in Parschnih suchte vm Bewilligung der Betriebsstillegung für mehr als 14 Tage und weniger als drei Monate an. ES wurde nun eine vorläufige Einigung getroffen, dah von den bisher beschäftigten 180 Arbeitern keiner entlassen, die bereits auSgesehien Arbeiter wieder eine Woche beschäftigt und die übrigen nicht länger als vier Wochen auSgeseht werden. Die Baunuoolltvebcrei I. H. Bergmann nimmt vorderhand mangels genügender Beschäftigung das zeitweise Aussehen ihrer Arbeiterschaft vor, will jedoch, falls sich die BeschäftigungSlage nicht bis zum 31. März d. I. bessert, einen-Teil-der Arbeiterschaft entlasten. Schließlich wurden unter Mitwirkung der Gewerkschaftsvertreter und der Bczirlsbehörde in Böhm.-Leipa Verhandlungen über die Flottinachung der Kattundruckecei Rosenthal in Böhm.-Leipa ausgenommen. DaS Unternehmen mußte am Ende des Vorjahrs wegen Äündigung des Bankkredits 800 Arbeiter entlasse». ES wird nunmehr ein Stillhalteabkommen mit den Gläubigern zwecks Wiederaufnahme der Erzeugung angcstrcbt. Wie der„Textilarbeiter" meldet, hat die Baumwollspinnerei Gebrüder Grohmann in Aisterschan bei Teplih mehrere Arbeiter infolge des ungünstigen Geschäftsganges entlasten. Auch bei der Firma H. Pollaks Söhne in Großdorf bei und Glänzendes Ergebnis einer Betriebsausschußwahl In Altenberg bei Jglaü fanden in der Tuchfabrik Lang die Wahlen in den Betriebsausschuß statt. DaS Ergebnis bedeutet für die Freien Gewerkschaften einen außerordentlichen Erfolg. BiS zum Mai 1037 gab es in diesem Betrieb anher der völkischen DAG keine andere Gewerkschaft. Bei den am 4. Jänner stattgcfundenen ActricbsauSschußtvahlen erhielt die U n i o n d e r Textilarbeiter 3 Mandate, sie stellt also den BetriebSratSobinann, und der tschechische sozialdemokratische Textilarbeiterverband in Brünn bekam zwei Mandate. ES hat also der ganze Betrieb freigewerkschaftlich gewählt. DaS Ergebnis des Umschwunges seit-dem Mai 1937 ist daran zu erkennen, daß der heute restlos freigewerkschaftlich organisierte Betrieb einen Kokle k t iv v e r t r a g und einen arbeitenden Bet r i ebsauSschuh besitzt. Dieses Wahlergebnis Ist ein neuer Beweis dafür, daß die Arbeiter immer mehr erkennen, daß ihre Le- benSintereffen in den Betrieben nur durch die Freien Gelverkschaftcn gewahrt Iverden können. Der Jglauer Arbeiterschaft kann zu diesem prächtigen Erfolg gratuliert werden. Braunau tvurden neuerlich Arbeiterentlassungen vorgenommen. Diese Firma hat im ganzen bis jetzt 200 Arbeiter entlassen und beschäftigt im Betrieb nur noch 100 Personen. Enquete Uber die Arbeitslosigkeit in Reichenberg Am 17. Jänner fand in Reichenberg eine Enquete statt, die sich ausschließlich mit den Fragen der Arbeitslosigkeit beschäftigte und an der 40 Personen aus einer Reihe von Orten des Reichenberger Bezirkes teilnahmen. Die Beratung wurde durch den Reichenberger Bürgermeister K o st k a eingeleitet, der darauf verwies, daß eS im Reichenberger Bezirk gegenwärtig 8700 Arbeitslose gebe, in der Stadt Rrichenbcrg allein 1540. Der Redner schlug zur Abhilfe vor allem Notstandsarbeiten vor, weiters die Reform der Ernäh- rungSaktion und die Erreichung von Staatsaufträgen. In der Diskussion nahmen neben einer Reihe anderer Redner vor allem auch die Sozialdemokraten Drbohlav und H a w e l zu den Anregungen Stellung. Es wurde auch darauf hingcwicsen, daß die Strei- ckiung bei den Lebensmittelkarten außerordentlich rigoros vorgenommen wurde und daß vor allem auch der Regionalausschuß einberufen werden soll. Der Vorsitzende faßte als Ergebnis zusammen, daß an das Fürsorgeministerium wegen einer entsprechenden Abänderung der für die Zuweisung der Lebensmittelkarten geltenden Richtlinien herangetreten werden soll. Weiters wurde ein enger e r Ausschuß eingesetzt, der aus den Bürgermeistern jener Gemeinden bestehen soll, In denen mehr als 150 Arbeitslose gezählt werden. Aufgabe dieses Ausschusses wird es auch sein, dafür zu sorgen, daß in das Reichenberger Gebiet der schlüsselmäßige Anteil an dem im Jahre 1088 zur Vergabe gelangenden Staatslieferungen gelangt. An den RegionalauS- schuß wird das Ersuchen um eine tatkräftige Mitarbeit gestellt. Oie Frauen in der Sozialversicherung Seit sich der Beschäftigtenstand und damit auch- die Versichertenzahl Ivicdcr erhöht hat, ist ein Rückgang des Anteils der Frauen an der Zahl der Gesamt-Versicherten zu verzeichnen. Vom Jahre 1082 ab-betrug jeweils im Oktober die Zahl- der weiblichen Versicherten:. weibliche Per»- sicherte Versicherten tn Prozent der Gesamt- Versicherten 1082 708.755 37,47 1933. 760.456 88,89 1034 774.824 88,87 . 1035 704.720 88,41 1086 848.100 37,96 1087’ 898.848 36,81 Obwohl sich also gegenüber dem Oktober 1934 die Zahl der weiblichen Versicherten um 124.024 vermehrt hat, ist ihr Anteil an den Gesamt-Versicherten um mehr als 2 Prozent zurückgegängen. Das ist ein Beweis dafür, daß die wirtschaftliche Wiederbelebung die Beschäftigung der männlichen Arbeitskräfte stärker hat ansteigen lasten als die der Frauen. Italiens wirtschaftliche Schwierigkeiten in Abessinien Die„TimeS" veröffentlichen einen Sonderbericht ihres Korrespondenten über die wirtschaftliche Entwicklung in Abessinien, Die Ausfuhr von Kaffee, Häuten und Fellen, die 1034 neun Zehntel der Gesamtausfuhr bildete und eine Million Pfund überschritt, ist beinahe zum Still st and gelangt, da die Eingeborenen eine Art passive Resistenz eingeschlagen haben. Anderseits gibt es noch keine andere Ausfuhrgüter, die diese Artikel ersehen könnten, da die angekündigte Banmtvollprodnktion noch viele Jahre bis zur Ausfuhrfähigkeit benötigen wird. An Weizen und Mehl besteht gegenwärtig ein Einfubrbedarf, wie denn überhaupt die Einfuhr g e Iv a l t i g g e st i e g e n ist. Die italienische Verwaltung hat strenge Ausfuhrregulierungen eingeführt, die namentlich darauf gerichtet sind, die Exporteure zur Ausfuhr in Länder hochwertiger Währungen zu veranlassen; die Ausfuhr nach Italien wird an die Bedingung geknüpft, daß zugleich in entsprechendem Umfang Verkäufe gegen AuölandSdevisen erfolgen, so daß Voraussetzung für Lieferungen in daS jetzt so genannte Mutterland Italien ist, daß der italienischen Staatskaste Devisen aus anderen Staaten verschafft werden. Die Ersetzung des in Abessinien noch gebräuchlichen Maria- Theresien-TalerS durch die Lira ist In der Praxis gleichfalls auf Hemmnisse gestoßen, da der Taler gehortet wird. Die Presse bewegen sich in aufsteigender Richtung; die Verwaltung versucht, dies durch HöchstpreiSvorschriften zu bekämpfen, die jedoch häufig die Schließung von Geschäften zur Folge haben. Man erhält für K6 100 Reichsmark.... . 598.— Markmünzen.... i 640— 100 österreichische Schilling. . 529.— 100 rumänische Lei... . 15.35 100 polnische Zloty... • 510.50 100 ungarische Pengö.. . 549.50 100 Schweizer Franken.» . 656.50 100 französische Francs.. . 94.20 1 englisches Pfund... . 141.75 1 amerikanischer Dollar. . 28.30 100 italienische Lire... . 117.40 100 holländische Gulden. . 1581.— 100 jugoslawische Dinare«. . 61.05 100 BelgaS . 481.— 100 dänische Kronen... . 631.— 100 schwedische Kronen.. . 731.— Ausland Berliner Aufträge für Beck? Der Außenpolitiker des Londoner„Daily Herald" berichtet, daß der polnische Außenminister Oberst Beck bei der nächsten Völkerbundstagung in Genf daS Ergebnis der Unterhaltungen zur Sprache bringen wird, die er jüngst in Berlin mit den Führern der derzeitigen deutschen Regierung hatte. Angeblich sei Deutschland bereit, in den Völkerbund zurückzukehren, wenn der Völkerbund entsprechend reformiert werde, und daS sei auch der Wunsch der polnischen Regie- rung. Die„Reform" des Völkerbundes solle in dem völligen Verzicht auf jede Art von Sanktionen bestehen. Beck beabsichtige für den Fall, daß sein Vorschlag zurückgewiesen werde, die Erklärung abzugeben, daß Polen sich an den Sanktionsparagraphen nicht mehr gebunden- erachte— und einer Reihe anderer Regierungen (man denkt wohl an die rumänische und an die Staaten der römischen Protokolle) werden ihm angeblich dabei folgen. Annäherung deVelera*Chamberlaln London. Die britisch-irischen Verhandlungen gelangten Mittwoch zu einem vorläufigen Abschluß. In London ebenso wie in Dublin herrscht über den Verlauf der Fühlungnahme Befriedigung. Man glaubt, daß sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht wie auf dem Gebiet der VerteidigungSfragen bemerkenswerte Fortschritte erzielt wurden. Bon beiden Seiten tvird besonders die freundschaftliche Atmosphäre der Aussprache unterstrichen. „Vie republikanische Armee ist stärker'' Der frühere spanische Minister Portela Valladares, dem zur Zeit der spanischen Frühjahrswahlen 1036 von Franco die Diktatur angetragen wurde, äußerte sich einem Vertreter des „Nkanchester Guardian" wie folgt: „Meiner Ucberzeugung nach ist die republikanische Armee stärker als die der Aufständischen, Ich sagte dies schon vor drei Monaten, und nun hat der Fall von Teruel der Welt den Beweis hiefür erbracht. Die Nordsront brach zusammen, weil eS technisch unmöglich Ivar, sie zu halten, weil ein einheitliches Kommando fehlte und jener Kriegsschauplatz nicht erreichbar war. Trotz seinen 80.000 Italienern und 10.000 Deutschen, trotz den von den zwei befreundeten Nationen gelieferten Hilfsmitteln zieht nun Franco den kürzeren, weil er im spani» , scheu Volk den Geist der Unabhängigkeit geweckt hat. 10.000 Offiziere werden jährlich in der rcpu- blikanischen Armee ausgebildet. Die eigene Fabrikation. von Kriegsmaterialien ist organisiert. DaS republikanische Kommando, zu dem 6000 Offiziere der früheren spanischen Armee gehören, verfügt über einen wachsenden AufklärungS» und technischen Dienst. Aber nicht- ist für Franco so gefährlich, wie der Geist des Widerstandes, der allen bisherigen Niederlagen standgchalten hat. Der Krieg der Re- publtt steht erst in» Anfang. Die Regierung Negrin hat im republikanischen Spanien die Ordnung dermaßen wiederhergestellt, daß der Prozentsatz an Verbrechen geringer ist, als je zuvor... Auf Seite der Aufständischen ist ein nationaler Syndikalismus errichtet worden, der für den Privatbesitz und den Kapitalismus eine starke Bedrohung bedeutet. Und Grausamkeit und Barbarei haben dort ein bisher i unbekannte» Ausmaß erreicht." 150 Jahre Australien MIP, London. Australien rüstet zur Feier seines 160. Geburtstages. Zwar wurde es schon im Jahre 1606 von dem Spanier Torris entdeckt, aber die Geschichte Australiens beginnt nicht in diesen Jahre, ebensolvenig wie die Ainerikaner die ihre mit dem Tage beginnen lassen, an dem Kolumbus landete. Die Geschichte'der USA beginnt am 21. Tezember 1620, an dem die ersten britischen Ein« ivandercr mit der„Mayslower" bei Plymouth in Massachusetts landeten, diejenige Australiens am 20. Jänner 1788, an dem einige englische Kriegsschiffe die ersten„Convicts"(Sträflinge) nach Botany Bay in New-South-WaleS brachten. Seit diesem Tage sind jetzt genau 150 Jahre vergangen. Die Gründung der Strafkolonie Botany Bay tvar eine unmittelbare Folge des amerikanischen UnabhängigkeitSkriegfS. Bis 1776 hatten die Engländer ihre Deportierten. zu Tausenden auf die Pflanzungen der„Neuen Welt" geschickt; jetzt mußten sic dafür ein anderes Gebiet aussuchen. Ihre Wahl fiel zuerst auf Südafrika, bis Joseph Banks, ein Gefährte deS berühmten Wcltumseglers Cook, dem Parlament den Vorschlag unterbreitete, 4 die Sträflinge nach Australien zu bringen, das damals noch seinen alten Namen„Ncuholland" trug. Australien vor 1788 Ter neu« Kontinent war damals noch so gut" Ivie unbekannt. Tampicr hatte im Jahre 1688 seine Aerdlvestküstc erforscht, Cook 1770 die erste genaue Karte der Ostküste gezeichnet, aber beide hielten das neue Land mit seinen sandigen Küsten, düsteren Ur- lväldcr» und primitiven schwarzen Eingeborenen für so unwichtig, daß sie sich gar nicht erst die Mühe machten, sein Inneres näher zu erforschen. Cook erklärte vielmehr in feinem Reisebericht kurz und trocken, Neuholland sei„ein trostloser Kontinent ohne Zukunst und ohne weitere» Interesse". Banks, der Botaniker der Expedition, war jedoch miderer Ansicht. Die üppige Vegetation der Südküste brachte ihn zu der Ueberzeugung, daß dies Land sehr wohl für Europäer bewohnbar sein müsse. Der britische Innenminister Lord Sidney ließ sich von seinen begeisterten Schilderungen überzeugen, und am 18. Mai 1787 verließen elf Schiffe unter den: Befehl des Commodore Arthur Philipp den Hafen von Plymouth, beladen mit 757„Convicts" (566 Männern und 102 Frauen), einigen hundert Soldaten, Aerzten und Beamten. Die ersten Erfahrungen Die Ucbersahrt dauerte acht Monate. Am 20. Jänner 1788 erreichte die kleine Flotte die Reed« von Boiaw) Bay, aber die Landung erwies sich alS zu schwierig, und die Schiffe fuhren deshalb weiter, um fünf Tage später einige Meilen weiter nördlich bei Port Jackson anzulegen. In der Gegend deS heutigen Sidney wurden Zelte aufgeschlagen, und am 7. Feber 1788 wurde die neue Kolonie feierlich gegründet. Die ersten Monate waren sehr schwierig. Daunbekannte Land gab keine Hilfsmittel her, die Sträflinge verweigerten wiederholt die Arbeit, das Vieh lief davon, die Lebensmittel gingen rasch zur Neige, unter den Offizieren und Beamten gab eS täglich Streitigkeiten, ja sogar Duelle. Nur wenige unter, ihnen teilten den unverwüstlichen Optimismus des Gouverneurs. Sein eigener Stellvertreter, Major Roß, erklärte, es sei billiger, die Sträflinge in der Londoner„Taverne"(dem damaligen alten Lokal der Themsestadt) mit Trüffeln und Schnepfen zu ernähren, als sie-nach Australien, zu schicken! Allmählich ging eS jedoch aufwärts. Sträfling« und Kolonisten Jin Jahre 1806 wurde der durch di« Meuterei der„Bounty" berühmte Kapitän Bligh zum Gouverneur- von Neusüdwales ernannt. Er hatte -kein Glück; seine Offiziere und Beamten behandelten ihn ebenso schlimm, wie«S vorher die meuternden Matrosen getan hatten. Sie warfen ihm vor, den Landranb der Offiziere erschwert, den Alkoholhandel eingeschränkt, die„ConvictS" und kleinen Siedler gegen die Beamten in Schuh genommen zu haben.' Anfang 1808 verhafteten sie ihn, hielten ihn«in Jahr lang gefangen und transportierten ihn dann zwangsweise nach England, wo der König versuchte, ihn durch die Beförderung zum Kontre- Admiral«inigermaßen für di« erlittene Unbill zu entschädigen. Seinem Nachfolger, dem Obersten MacyuariS, einem der bedeutendsten Männer Australien-, erging eS etlvaS besser, aber auch er mußte die Kolonie ztoangStveise verlassen. Er hatte das unverzeihliche Verbrechen begangen, an seiner Tafel zusammen mit freien Kolonisten freigelassene„ConvictS" zu empfangen! „Kreolen",„Uurrencieo",„Sterlings" und andere Den moralisch und wirtschaftlich gesündesten Teil der Bevölkerung bildeten die„Kreolen", die im Lande geborenen Nachkommen der ersten freien Kolonisten. Gerade sie wurden jedoch von den Neuankömmlingen auS England über die Achsel angesehen und verächtlich als„Currency"(Scheidemünze) bezeichnet, während die Neu-Einwanderer sich jelber stolz„Sterling" nannten. Die Neuangekommenen Sträflinge, die sofort nach der Landung Kolonisten zugewiestn wurden, hießen wegen ihrer gelben Jacken„CanariS", Kanarienvögel. Außerdem gab eS noch die„Bushran- gerS", in den Urwald entwichene Sträflinge, die sich zeitweise zu mächtigen Banden zusammenschlossen und fast vier Jahrzehnte hindurch über den Ozean von NeusüdwaleS eine wahre Schreckensherrschaft aUSÜbten. Am schlimmsten hatten eS jedoch die unglücklichen Eingeborenen, die„BlackyellowS" genannt wurden. Ihrer Jagdgebiete beraubt, verfolgt, massakriert, von Alkohol und Seuchen verwüstet, würden sie sicher längst auSgestorben sein, wenn di« Behörden sie nicht rechtzeitig unter den Schuh besonderer Gesetze gestellt hätten. Im Jahre 1021 lebten in den von der Bundesregierung eingerichteten Reservationen 50.000 reinrassige Australneger, und die feit- her veröffentlichten Stattstiken verzeichnen eine zwar schwache, aber ständige Vennehrung. Die Zeit der„Digger" 1850 wurde das erste australische Goldlager entdeckt, und nun begann der„Great Rush", der große Ansturm der Goldgräber, der selbst denjenigen Kaliforniens weit übertraf. Die Städte leerten sich; Farnien, Läden und Schiffe wurden verlassen; sogar Polizisten nahmen ihren Abschied und zogen in die Sandwüste des unbekannten Innern hinaus, um „Digger" zu werden. Die Einwanderung aus Europa, Amerika und Asien erreichte Rekördziffern. Die Begeisterung dauerte mehrere Jahre; dann kehrten die meisten, enttäuscht und entmutigt, wieder zuni Acker, zur Viehfarm, zum Handel, zur Industrie, in die Büros zurück. Da- neue Australien Seit 1823 besaß die Strafkolonie von Botany Bah nur noch lokale Bedeutung; Anfang 1850 wurde sie endgültig aufgelöst. Seit dieser Zeit ist Australien zu einem mustergültigen, wohlgeordneten Staatswesen geworden, und seit dem 1. Jänner 1001 ist eS auch nach außenhin unabhängig geworden. An diesem Tage trat der am 0. Juli 1000 ztvischen den Staaten Neusüdwales, Victoria, Oucnsland, Südaustralien, Westaustralien, TeSmanien, dem Nord-Territorium und dem Distrikt Canberra abgeschlossene Staatsvertrag in Kraft, durch den sich diese Gebiete zum„Commonwealth of Australia" vereinigten, und Großbritannien verlieh dem neuen Staatswesen dieselben Rechte, wie sie Kanada und die Südafrikanische Union genießen: freie Selbstverwaltung,, eigene Wehr- und Finanzhoheit, und das Recht, eigene diplomatische Vertretungen im AuSlande zu unterhalten. Während des Weltkriegs kämpften 830.000 australische Freiwillige auf feiten der Alliierten. Sie trugen den Spitznamen„AnzacS", wie die Franzosen „PoiluS", die Engländer„Tommies" hießen. 60.000 von ihnen haben an der Somme, in Flandern, bei Gallipolo und in Palästina den Tod gefunden. Edward Wetter. „Sozialdemokrat" Donnerstag, 20. Jänner 1938. Nr. 18 ritr 0 I Vereülsnackricklten I Kunst und Wissen §erichtssckon früher zu höheren Taxen arbeiteten, von der Neuregelung kaum berührt werden. Posträuber flüchtet in Briefträgeruniform. In der Nacht auf gestern wurde im Postamt in der Sokolskä ans den Weinbergen ein Einbruch verübt, wobei die Räuber, welche den. Rolladen und das Türschloß aufgebrochen hatten, eine der beiden in den AmtSränmen ausgestellten Kassen anbohrten und öffneten. Als sie sich anschiciten. auch die zweite Kais« auszusprengen, wurden sie durch einen Post- angestellten verscheucht, der vorzeitig in den Dienst kam und angesichts des geöffneten Rolladens Verdacht schöpft« und die Polizei alarmierte. ES waren zwei Einbrecher an der Arbeit gewesen, die die Flucht ergriffen. Dem Polizisten, der die Verfolgung aus- nabm, gelang eS, einen der-beiden sestzunehmen. Achtzig Pelze Prag—rb— Leute, die über Pelzsachen verfügen, pflegen solche den Sommer über irgendwo einzulagern, um sie vor Mottenfraß und sonstigem Verderben zu sichern. Praktische Naturen deponieren ibr Pelzwerk im Versatzamt, zu dessen Klienten n:ebr Angehörige, der.höheren GesellschaftSschichien" gehören, als man annehmen sollte. Andere vertrauen ihre Pelzsachen Kürschnerfirmen an. die sich zur Aufbewahrung von Pelzwerk den P. T. Kunden bestens empfohlen halten und deren fachmännische Aufbewahrung verbeißen. Auch die KUrschnerfirma des Karl Häjek in der Zlatnickä ul. befaßte sich mit derartigen Geschäften und verfügte über eine zahlreiche und vermögende Kundschaft. Die Klienten deS Herrn Häjek wurden indessen eines Tage- im November durch ein Lirkularschreiben des Firmeninhabers in beträchtliche Erregung verseht. Da teilte Häjek seinen Kundschaften mit, daß er leider, gezwungen durch die ungünstigen. Zelwerhäliniffe, genötigt gewesen sei, die ihm anvcrtrauten Pclzwerke zu versehen. Die Folge war, daß ein förmlicher Sturmlauf gegen das Geschäft des ungetreuen Aufbewahrers einsedte, der sich inzwischen freiwillig der Polizei gestellt hatte. Wie die Untersuchung feststellte, hat Häjek insgesamt achtzig anvertraute Pelze ins Versahmnt getragen. Der Verkauf-wert des veruntreuten PelzwcrkeS beläuft sich auf 880.000 Xi. Die wirkliche Schadenssumme ist allerdings kleiner. Insgesamt hatten die geschädigten Parteien für die Auslösung ihre- Pelzwerk- 67.000 Xi zu entrichten. Wie der-7 jährige Angeklagte vor Gericht darlegte. hat er seit Gründung seine» Geschäftes im Jahre 1028 bereit- einmal einen gerichtlichen Ausgleich.absolviert, wobei er seinen Gläubigern eine 60prozentige AuSgleichSquote zahlte. Bckallet mit einer Schuldenlast von 120.000 XL vermochte er sein Geschäft auch in der Folgezeit nicht auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Im Sommer 1887 drohte ihm bereit- der Konkurs, dem er dadurch zu entgehen suchte, daß er zur Befriedigung der dringendsten Gläubiger die anvertrauten Pelzlachen versetzte. Der Gerichtshof des GR Dr. Trost verurteilte den Angeklagten unter Berücksichtigung der üherwiegcnd helastenden Momente zu einem Jahr schweren Kerker unbedingt, wobei in der Urteilsbegründung ausdrücklich darauf verwiesen wird, daß der Strafsenat bei der Strafbemessung auch die mildernden Umstände in Betracht gezogen habe. Arabella, Richard S t r a u ß' vorlehte Opernschöpfung. diente vorgestern al- fünfte Jubiläum svor st ellung anläßlich des fünfzigjährigen Bestehen- des Neuen Deutschen Theaters zur Jestaufführung, DaS schöne Werk belvährte auch hei diesem Anlässe,— obwohl ei schon mehrere Male in Szene ging,— seine Anziehungskraft auf das Publikum, das sehr zahlreich erschienen war. Die hesondere festliche Note erhielt der Opernabend durch das Gastspiel des Kammersängers Alfred I e r g e r von der Wiener StaatSoper, der den Mandryka sang. Er gibt diesen walachischen Gutsbesitzer mehr als forschen, schneidigen Landjunker denn als„halben Bauern" lauch in der Maske). berührt aber in der Sonnigkeit seiner Darstellung und in der Frische und Impulsivität seine- Temperamentes überaus sympathisch. Dem vorwiegend deklamatorischen. Charakter der Partie wird JergerS nicht mehr ganz wohlautvolle, eher spröde und stark guttural gefärbte Stimme durchaus gerecht. wenn man auch in den lyrischen Stellen auf den weichen. Wannen Ton leider verzichten muß. Ausgezeichnet war wieder das Schwesternpaar: Harriet H e n d e r» als darstellerisch liebreizende und gesanglich hochkultivierte Arabella und Herta R a y n als stimmtüchtige Zdenka. Karl R a n 11 dirigierte mit Lust und Umsicht. E. I. Di» drei nächsten Preutieren im D>38. DaS D-88 wird am 25. Jänner das romantische Lustspiel von Georg Büchner„Leonce und Lena" in der Uebersetzung von Zikmund aufführen. Weitere Premieren der heurigen Saison sind einOpern- h a l l e t t, welches R. F. Burian zuBillonS Gedichten in der Uebersetzung von Prof. Ot. Fischer komponierte und eine Theateraufführung deS dramatisierten Gocthe-WerkeS„Die Leidendes jnngenWerthe t";— Mit ZäkS„Die 2*4** t” n 11 P: Bei Zustellung inSHauS oder bei Bezug diirch die Post monatlich XL 17.—, vierteljährig XL 51.—, halbjährig Xi 102,—, ganzjährig Xi 204. Inserate werden laut ißnt billigst berechnet.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zettungssrankaiur wurde von der Post« u. Telegravbendirektion mit Erlaß Nr. 13.800 VII/103D bewilligt- tKovtrollpostaint Praha 25.— Druckerei:.^OrbiS". Druck«. Verlags« u. ZcitunaS-A-G. Prag.' Hund an der Haltestelle * Täglich uni bestimmte Zeit wartet ein\ Hund an der Haltestelle der Straßenbahn. Es ist- ein Boxer, braun mit einen» Stich ins olivbraun und dunkelgewellt. Stramm, mit prallem Fell, auf stäinmigen Beinen steht er da und schaut den an- komnienden Straßenbahnwagen entgegen. Er wartet aus seinen Herrn. Er weiß ganz genau, daß er mit einer aus der Stadt kommenden Bahn ankoinmci» muß. Ilm die in entgegengesetzter Olichtung stadtwärts fahrenden Wagen kümmert er sich nicht. Spricht ihn jemand an, schnalzt ihm ein Frcnider wohlwollend zu, so tvcndet er nur flüchtig den Kopf, und sein charaktervolles, gutmütiges Gesicht drückt Mißbilligung aus:„Störe»»ich nicht. Ich habe wichtigeres zu tun als mich mit dir abzugeben." Auf die so schnell hcransausenden Autos hat er auf seinen Posten obendrein auch noch acht zu geben. Einmal stand er da. Borher hatte er in» Schnee gewühlt. Dabei war ihin der Beißkorb über das stuinpse Gesicht gerutscht. Nun hing ihm das überflüssige Drahtgestell wirklich wie ein Korb, halb mit Schnee gefüllt, am Halse. Aber der Boxer in seiner natürlichen Würde wußte nicht, wie komisch das auriab. Er hatte auch leine Ahnung davon, daß es für«inen Hund ungehörig und verbotswidrig ist, so herumzulaufen. Er würde auch ohne Beißkorb nienianden beißen, eS sei denn, er müßte sich gegen einen höswilligen Angreifer wehren. Das würde er natürlich tun, kräftig und bestimmt. So trug er denn den lächerlichen Schneekorb als«in Ding, das ein höherer Wille ibn» aufgehängt hatte, und noch dazu schlecht und nachlässig hatte erS getan. Jedesmal, wenn eine Straßenbahn ankommt, läuft ibr der Boxer ein paar Schritte entgegen. Aber da er nur ein ungefähres Zeitgefühl hat und da außerdem auf dieser Strecke drei Linien verkehren, der Hund aber die Ziffern nicht lesen kann, läufr er vielemale umsonst. Und jedesmal steht er erwartungsvoll. mit schiefgeneigtem Kopf, ein wenig breitbeinig, und mustert gespannt die aussteigenden Männer; Frauen beachtet er nicht. Um diese Zeit ist es jetzt im Winter immer schon ziemlich dunkel, und darum kommt eS vor. daß der Hund sich irrt. Er läuft auf einen Mann zu, der von weitem, im schwarzen Mantel, seinem Herrn in der Gestalt ähnelt. Der Hund läuft auf ihn zu; e» ist zu sehen, wie Erwartung und Zweifel ihn bedrängen. Er beriecht den Mantelsaum des Fremden—«S ist nicht der Herr. Enttäuscht geht der Boxer beiseite, weiter weg, als nötig wäre, als wollte er durch entschiedene Distanz die Täuschung ,»»geschehen machen; der Fremde soll ja nicht glauben, daß er mir ihm etwa» zu tun haben wolle. Und daun steht er wieder und spannt der nächsten Stra« ßenbahn entgegen. Aber wenn der Herr dann wirklich ankommt! Ter Boxer hellt nicht, er springt seinen Herrn nicht an, aber wie er ihn umdrängt, wie er sein stumpfer Gesicht gegen den Mantel drückt, wie er mit federnden Beinen»ind kleinen erregten Sprüngen immer einen halben Schritt vor seinem Herrn bleibt und zu ihm ausschaut und ihn daun wieder stumm um« dräng», das ist in seiner Beherrschung von einer greiizenlosen Intensität der Besitznahme, des Wie- derhabcns. der Zusanuncngehörigkeit. Und schließlich weiß sich der Hund keinen anderen 8lat, als bis zur Haustür voraus zu lausen, wieder zuin Herrn zurückzukehren, wieder bis zur Tür zu lausen, wieder zurück und noch einmal bis zur Tür, als wolle er seinen Herrn gleichsam dreifach beimhringen. uno dann vor der Tür mit einem schnellen, leisen Winseln, das ein Uebennaß an Freude ausdrückt, zu tvarlen und endlich sich zwischen dein Türflügel und den Beinen seine» Herrn so ungestüm in» HauS hinein zu drängen, daß unter der Wucht seines prallen Leibes das Holz der Türe dröhnt. «o spielt sich das Warten und Wiederhaben tagtäglich ab, iminer zur gleiche»» Stund«. lind wenn der Herr einmal nickt käme, wenn er eine» Tages ans irgend einen» schlimmen Grunde überhaupt nickt u»»d nie mehr nachhause käme— die Perzweislung des Hundes wäre nickt auSzudcn- ken. Prags deutsche Jugend— den jungen Spaniern ist die Losung, unter welcher die demokratische deut sche Jugend Prag» Dienstag, den 25. Jänner 1088, 20 llbr, im große» Saal hcs Handwerkervereines, SincLky 22, einen T m(tu und Gertrud Rybak berichten über. ihre Eindrücke in Spanien. Anschließend Lieder,| Sviechchöre, Rezitationen und rin« Szene aus „F u« n t e O v e j u n a". Veranstalter: Deutsche Jugendkommission bei der.Gesellschaft der Freunde de» demokratischen Spanien". Tie ersten Strafen gegen Friseure, die den im November v. O. in Kraft getretenen neuen Preis tarif nicht eingehalie» und ihre Kimdschaften zu bil ligeren Preisen bedient haben, wurden dieser Tage vom Prager Magistrat als Geiverbebehörde verhängt. Tie Strafen wurden mit je 100 XL bemessen. DaS............ bisherige Ergebnis der.Preisregulierung" im Fri- den Sportzug ins Riesengebirge werden als voll be« st-urgewerbe läßt sich übrigens dahin charakterisieren., zahlte Fahrkarten 3. Klasse anerkannt.— Die daß die Inhaber der kleinen Rasierstuben In den StaatSbabndirektion empfiehlt, auch diese Karten Trager fei-tunq i j Schule, die Grundlage des Lebens", wird das D-8S in der ganzen Republik gastieren. Die lustigen Weiber und di» traurigen Männer. Uebrr die Veränderungen, die sich im Bücherbestände voi» R«c l a m S il. n iversalbivlrothek seit dem„Umbruch" vollzöge»» haben, berichtet Adolf Bartels im..Völkische»» Beobachter". Danach sind u. a. auSgemerzt worden: Ferdinand Lassalle. Heinrich Heine, Ludwig Börne, Max N o r d a»:, Theodor H e r z l, Georg H i r s ch f e l d und Hugo Salus. Bartel» ist mit dieser„Reinigung", der natürlich auch zahlreiche weniger bekannte Autoren zum Opfer gefallen sind, im großen ganzen zufrieden, doch ist sie ihn» nicht vollständig genug. Er zählt«ine ganze Reihe von Schriftstellern auf, die verschwinden müssen, darnßtec Hugo von H o f f»n a n n s, t h a l,„der ja Mischling ist" und Hermann Mosenthal mit den» Textbuch zur Oper„Die lustigen Weiber von Wi n.d s o r". „Der Ring des Nibelungen" mit Anny und Hilde Konetzni. Freitag„Das R h« i n g o I d" (D). Sonntag„D i e W a l k ir r e"(A 2), am 27. Jänner„Siegfried''(C 2), am 80. Jänner„Götterdämmerung" greises in den Tagen vom 0. bis 12. Juni mich< Mittelschüler-Wettkämpfe stattfindcn, sollen die Reifeprüfungen an jenen Mittelschulen, die Schüler I der obersten Klaffen zu den Wettkämpfen entsenden,‘ schon am 4. Juni, also vor den Pfingstferien, beendet werden.( Zwei Bilder im Wert von 80.000 XL für- 400 XL angeboten. In der Prager Polizeidirektion< befinden sich zwei Bilder des tschechischen Maler» K o s ä r e k, die ein Diann dort hinterlegt hatte, dem, sie für 400 XL zum Kauf angeboten worden Ovaren, obgleich nach dem Gutachten der Sachverständigen jedes Bild einzelnen 15.000 XL wert ist.«Der Käufer hatte die beiden Gemälde— zwei Ocllandschaf« ten in» Ausmaß von 40X60 Zentimeter, auf einem ist ein liegendes Zicklein zu sehen— von einem Unbekannten angeboten besommen, sich jedoch eine Frist• zur endgültigen Entscheidung auSbedungcn; der Unbekannte war hierauf nickt mehr wiedergekchrt. Da die Bilder offensichtlick gestohlen oder auf betrügerische Art herauSgelockt sind, sind Angaben an die Polizeidireition erwünscht. Filmexplosion im Kaffeehaus. In ein Zsiskover Kaffeehaus an der Ecke der Cimburk« und Etitnügasse kamen gestern mittags der Handlungsgehilfe Franz Stich und der Bäcker Jarosiav B ä n a aus Zi.l- kov; Stick, der alte Filmstreifen zu sammeln und zu verkaufen pflegt, hatte zwei Kilo Filme mitge« brackt, die er auf«inen» Tisch zu sortieren begann. Hiebei erbot sich Västa zu helfen, kam aber offenbar mit einer brennenden Zigarette den Filmen zu nahe, so daß diese Feuer fingen. Ein brennender Film siel unter den Tisch und seht« daS ganze Paket in Brand. Hierauf erfolgte eine Explosion, die drei groß« Fensterscheiben der Kaffeehauses und die Marmorplatte de» Tisches zertrümmerte; daS Feuer, daS die Gäste vergeblich zu löschen versuchten, vernichtet« außerdem den Tisch, fünf Sessel, di« Vorhänge au den Fenstern und die Holzverkleidung an den Wänden. Dem KaffcchmiSbeiitzer, der nicht versichert ist. entsteht ein Schaden von 7000 XL. Während des allgemeinen RmnmelS suchte»» die beiden Männer das Weite, wurden aber später gesunden und sichergcstellt. Strassenbohnunsols einer 01 jährigen. Dienstag abend» stieg die Oljäbrige Witwe Antonie Pi- wach aus Präg' Xll auf dem Tylplatz aus einem Straßenbahnwagen der Dreier-Linie,«he er noch ganz zum Stehen gekonunen war. glitt aus und geriet zwischen den Haupt-, und Schleppwagen. Der Polizei-Inspektor Anton Ulrych, der den Vorfall bemerkte, zog die Greisin indessen so rasch zwischen den beiden Wagen hcrauS, daß sic außer einigen Abschürfungen und Quetschungen säst unverletzt blieb. Verlängerung von Sportzug-Riickfahrkarten. ! Tie Sraatsbähnklirektiön Prag gibt bekannt, daß die Gültigkeit der Rückfahrkarten für die Sportzüge (Preis einsckließlick» Anweisung für den Zug XL 50.— für- die 8. Klasse, XL 65.— für die 2. Klasse), welche während der Semesterferien von Prag ins Riesengebirge lab Wilsonbahnhof) am 28. und 80. Jänner, in den Böhmertvald lab Smichov) ain 28. Jänner, und ins Erzgebirge(ab Masarykbahnhof. nur 8. Klasse) am 28. Jänner abgefertigt werden, bis zum 7. Feber verlängert würde. Die Verlängerung gilt auch für folgende. Züge in» Riesengebirge: Am 28. und 80. Jänner ab Denis« bahnhos(Zug 810). am 20. Immer und nach Bedarf auch ain 80. Jänner ab Wilfoickahnhof(Zug 520),— An de». Tagen, an welchen keine Sportzüge nach Prag zurück verkehren, werden diese Rückfahr« karten zur Benützung der regelinäßigen Züge nach panien-Abcnd veranstaltet. Karl I dem Fahrplan bcrechligen', und zwar: AuS dem Erzgebirge sowohl über Turnan als auch über Smidary« Chlumec laus Polaun nur über Turnau). au» dem Böhmerwold über Pilsen—Hokovice—Zdice, aus dem Erzgebirge über Komotau—Saaz, und zwar bei Benützung von Personenzügen ohne Zuschlag, bet Benützung von Schnellzügen oder Eilzügen dann, wenn der Ressende zu seiner Sportzug-Fahrkarte die normale Schnellzug»- oder Eilzugszuschlagskarte für die benützte Strecke und die benützte Wagenklasse löst. Bei Benützung der 8. Klaffe mit einer Fahrkarte 3. Klasse ist der Unterschied zwischen 2. und 8. Klasse der Sportzugfahrkarte zu bezahlen; Fahrkarten für ...: Sportzug ins Riesengebirge werden als voll he« Auf zum grossen Wintrrsporttresfen i» Eisenstein! Am 5. und 6. Feber IM findet am Spitzberg bei Eisenstein ein großes Wintersporttreffen der T7J statt, an tvelchem mich die AtuS-Union PRAG und Militär teilnehmen. Von Prag fährt Samstag, den 5. Feber, um 14.40 Uhr vom Smichover Bahnhof ein Sonderzug der DTJ. welcher ,nn 18 Uhr in Eisenstein eintriiit. Für jed«n angeineldeten Teilnehmer ist in Eisenstein sowie am Spitzberg Onartier und Nachunabl vorbereitet. Fahrt hin und zurück, Nachtlager, Verköstigung für beide Tage 80 XL. Anmeldungen iür Wettkämpfer und Mitfahrer müssen bis 81. Jänner bei Schrader. Prag II, Fügnerovo näm. 4, mit einer Einlage von 20 XL vorgenommen werden. E» lind folgende Disziplinen für den 6. Feber vorgesehen: Lausen der Schüler und Mitglieder, Springen ans der Sprungschanze am Spitzberg. DaS Sprin.ien wird nur von der AtnS-Union und DTJ bestritten. — Wir machen nochmals alle T u r n t e ch n: k e r auf die am Sa m S ta g, den 22. d. M., um 5 litt nachmittags stattfindende turntechnische Sitzung aui> merksam.— Die BereinSlejtung.