F I 9 I i D t 5. 1 1 SELIGER- ARCHIV STUTTGART Charlotterplatz 17/1 Sozialdemokrat er Tschechoslowakischen Repu Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 18. Jahrgang Dienstag, 1. Feber 1938 Aus dem Inhalt: Der deutsche Hochschüler und der 18. Feber Wird Henlein weiter schweigen? Die Organisation des Melniker Senders Die Beschäftigung der Industrie am Jahresende Nr. 26 Für Frieden, Wohlfahrt und Völkerverständigung Milan Hodža Minister Dr. Czech über die aktuellen politischen Probleme In der Kreiskonferenz der Deutschen sozialdemokratischen Partei in Teplit- Schönau hielt der Parteivorsitzende Dr. Ludwig Czech eine Rede, in der er sowohl die großen Fragen der Außenund der Wirtschaftspolitik als auch die aktuellen Probleme der tschechoslowakischen und sudeten= deutschen Innenpolitik erörterte. Wir geben nachstehend die Nede, die wiederholt von lautem Beifall unterbrochen wurde, gekürzt wieder: Die internationale Lage Die internationale Politik steht in diesem Augen-| griffe sind und daß den daraus resultierenden Geblick im Zeichen ernster Sorge und erheischt unsere fahren nur durch Zusammenfassung aller demokrati bollste Aufmerksamkeit und Bereitschaft. Das Be- schen Kräfte, nur durch deren Erweckung und Mobitrüblichste dabei ist, daß der Völkerbund aufgehört lisierung gesteuert werden fann. hat, ein Instrument der Weltpolitik zu sein. Mit dieser Tatsache müssen wir uns nun einmal für die nächste Zeit abfinden. Das Schmerzlichste dabei ist, daß dies in einer Zeit der Fall ist, in der die internationale Situation voller Gefahren ist und in der sich an allen Ecken und Enden Europas ungeheure Mengen an Zündstoff aufgehäuft haben, die in dem Augenblick in dem auch nur an einem einzigen der entscheidenden Punkte ein Feuer aufflammen würde.. neuerlich zu einer Weltkatastrophe führen könnten. Dabei ist nur erfreulich, daß die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen England und Frankreich sich in den letzten Jahren immer inniger gestal tete und in der letzten Zeit auch noch weiter vertiefte, was einen hoffnungsfreudigeren Ausblick in die schließliche friedliche Entwicklung Europas gibt. Und wenn wir dies sagen, fällt unser Blid unwillfürlich auf Spanien, das, da die italienischen und deutschen Truppen, den spanischen Boden verlassen haben, aus der Phase des internationalen Schlachtfeldes in die des Bürgerkrieges getreten ist. Woh tehen dort die beiden friegrührenden Fronten na wie vor mit der gleichen Grauenhaftigkeit einander gegenüber, aber der mörderische Krieg ist vom Ge sichtspunkte der internationalen Gefahren lokalisiert und damit vorläufig einer der gefährlichsten internationalen Brandherde gelöscht. Zusammenfassend und abschließend möchte ich sagen, daß, so drückend auch die internationale Atmosphäre sein mag, so groß auch die Spannungen der internationalen Bolitik find, so gewaltige Konfliktsstoffe sich gerade in letzter Zeit in Europa auch angesammelt haben mögen, im Augenblick die unmittelbare Gefahr einer allgemeinen kriegerischen Entladung nicht besteht. Die Probleme der Wirtschaft Und nun wollen wir die wirtschaftlichen Verbältnisse unseres Staates wenigstens in ihren Grundzügen einer Analyse unterziehen. Bei der Gesamtbetrachtung ergibt sich am Ende des Jahres 1937 um das offiziöse Wort zu gebrauchen ein Rekord- Aftibum" der Handelsbilanz von rund einer Milliarde. In dieser Tatfache erst widerspiegelt sich der Aufschwung, den unsere Wirtschaft im zurückliegenden Jahre genom men hat. Im Vergleiche zum Vorjahre ergibt sich eine Steigerung der Einfuhr um 38 Prozent ynd der Ausfuhr fogar um 50 Prozent. Allein es wäre nichts verfehlter, als die Lage in den Randgebieten Die Innenpolitik Wir Sozialdemokraten stehen mit unserem gansen Herzen zum kämpfenden Spanien und zweifeln feinen Augenblid, das am Ende der fürchterlichen Qualen, die das Land jetzt durchzumachen hat, der Sieg des freien spanischen Volkes stehen wird. bolitische Betrachtung bildet die Tatsache, daß sich Einen wichtigen Stützpunkt für unsere außen Awischen England und Italien ernste Annäherungsbersuche anbahnen, daß ernste Bemühungen um die Verständigung im Mittelmeer im Gange sind und daß auch im Bereiche des römischen Pattes Was an unerledigten politischen und wirtschaft sonders in Desterreich und Ungarn lichen Problemen übrig geblieben war, sollte nach der Werke find, um die Zusammenarbeit mit den an- ogen glätten follte, bereinigt werden. Doch da fiel Feiertagspause, die die zeitweilig hochgegangenen deren mitteleuropäischen Staaten und insbesondere mit der Tschechoslowakei in die Wege zu leiten. Demgegenüber aber gibt die letzte politische Entwicklung in Rumänien und Jugoslawien be= Kräfte am Zu seinem 60. Geburtstage Heute ist der tschechoslowakische Ministerpräfident Dr. Milan Hodža 60 Jahre alt. Obwohl aus dem Gesichtswinkel des Gesamtbildes der Hodžas Profil aus seiner politischen Laufbahn Wirtschaft zu beurteilen, nicht immer scharf hervorgetreten, seine Entwick denn nach wie vor sind große Zweige der Exports industrie dieses Gebietes hart betroffen. Auch in der Textilindustrie zeigt sich, soweit sie für den Erport arbeitet, eine gewisse Abschwächung. Das Entschei dende dabei aber ist, daß es troß der sogenannten Refordkonjunktur noch immer nicht gelungen ist, ge= wisse, durch die Krise brachgelegte Gebiete, voran wie zum Beispiel Rothau- Neudet, neu zu beleben, obwohl seitens unserer Gewerkschaften und unserer Bewegung gerade in dieser Richtung die größten Anstrengungen gemacht wurden. Doch über alles dies hinweg bleibt der große Notstand der Rationalisierungsopfer, der nach vielen Tausenden zählenden Arbeiter der faltgestellten Betriebe, die, wie z. B. die Grubenarbeiter des Falfenauer und Brürer Gebietes, noch immer mit Kurzschichten arbeiten müssen und die in der Zeit der Refordkonjunktur nicht nur nicht wirtschaftlich aufholen, sondern nach wie vor mit gekürzten Löhnen rungstarten- Unterstützung das Dasein fristen müssen. Unsere Partei hat bisher nichts unversucht gelassen, um auch das Leid aller dieser Unglücklichen zu lindern, wobei sie alle Anstrengungen macht, durch Ver besserung der sozialpolitischen Geseze und der sozials charitativen Maßnahmen das Schicksal der Krisenopfer erträglicher zu machen. und vielfach bei bloßer Arbeitslosen- oder Ernäh Doch das alles sind nur Notlösungen, mit denen man unmöglich auch weiter noch das Auslangen finden tann und darum erklären wir mit größter Entschiedenheit von dieser Stelle aus, daß die brennendste Forderung unserer ganzen Bewe. gung die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit und Brot ist. lung nicht immer geradlinig gewesen ist, muß der objeftive Betrachter feststellen, daß Hodža zu den matfantesten politischen Erscheinungen der Nachfriegszeit gehört und daß er der bedeutendste Staatsmann des slowakischen Zweiges seines Boltes ist. Der Ministerpräsident entstammt einer Familie, welche im Erwachen der Slowafen zu ge schichtlichem Leben eine große Rolle zu spielen Auch in der Innenpolitik gab es in der Tezien die politische Arena zu werfen. Es gibt sicherlich Zeit recht bewegte Tage. Nach harten Auseinander- niemanden im Staate, dem es entgangen wäre, daß berufen war. Am 1. Feber 1878 in Sučany, unjebungen und unter Aufwand von Zeit, Mühe und es im tschechischen agrarischen Lager Strömungen weit von Tur. St. Martin, als Sohn eines evanNerven ist es vor den Weihnachtsferien gelungen. gibt, die jederzeit zwei Eisen im Feuer haben und gelischen Geistlichen geboren, studierte er teils an lagen sowie eine ganze Reihe schwebender politischer, halten. das Staatsbudget heimzubringen, die Bedeckungsvor- fich die Sb für gewisse strategische Manöver warm- ungarischen Gymnasien, teils am deutschen Gymwirtschaftlicher, sozialer und sozialpolitischer Vornasium in Hermannstadt und an den Universitä Dabei weiß jedermann, daß jede tschechische Bar- ten in Budapest und Klausenburg. Mit 19 Jahlagen zu verabschieden. tei, die es versuchen würde, der tschechischen Def- ren war der junge Hodža bereits Journalist und fentlichkeit die SdP als Regierungspartner vorzus hat zeitlebens der Presse große Bedeutung beigefeßen, auf einen geradezu elementaren Widerstand daher die„ judetendeutsche Erjabreserve", die die 25 Jahren ist er Zeitungsgründer, er schafft das des ganzen tschechischen Volkes stoßen würde und daß messen und lebhaftes Interesse zugewandt. Mit SdP ist, nicht nur nicht als„ Attivisteneriak" an- Wochenblatt" Slovenský Tyždennit( 1903), bringbar wäre, sondern sich, wie die abgeführte wenige Jahre später( 1910) das in Budapest erVenkov" Debatte zeigt, nicht einmal in zartester scheinende Tagblatt„ Slovenský Dennit". 1905 wird er( 27jährig) Mitglied des ungarischen Ab( Schluß auf Seite 2.) geordnetenhauses und bleibt es durch fünf Jahre. Er war in dieser Funktion außerordentlich aktiv, begründete mit Maniu( dem jezigen Führer der rumänischen Nationalzaranisten) und Svetozar Pribičevir( dem späteren Führer der serbischen Radikalen) die parlamentarische Zusammenarbeit der nationalen Minderheiten in Ungarn. Dadurch trat er auch dem Kreis um den Erzherzog- Thron folger Franz Ferdinand nahe und suchte diesen zu einem Umbau der Monarchie in der Richtung mittendrein die Neujahrsenquete des„ ,, Benkov", nicht etwa bloß die wieder einmal zeigte, daß es in politisch bewegten außerordentlich viel zu denken, wobei wir hoffen wollen, daß die Kleine Beiten mitunter gefährlicher ist, Worte als Steine in I in ideologischer Richtung Entente durch die letzte politische Entwicklung der beiden Länder unberührt bleiben wird. In diesem Busammenhang ist es notwendig festzustellen, daß die Bemühungen um die Zusammenarbeit der Donaustauten in der letzten Zeit eine außerordentliche Verstärkung erfahren haben und daß es, was auch wir wünschen, doch endlich zu einer ernstlichen wirtschaftlichen Zusammenarbeit dieses Seftors fommen wird. Nicht unerwähnt wollen wir auch die aus der überaus fritischen Lage Europas und den zunehmenhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich so" Neuer Massenmord an spanischen Kindern Italienische Bomber zweimal über Barcelona Barcelon a. Amtlich wird ge- nach Londoner Berichten insgesamt mehr als der Förderalisierung des Reiches zu veranlassen. ben internationalen Spannungen erwachsenden Ver- meldet, daß die Zahl der Personen, die 1000 Tote und Verwundete, darunter etwa 120 3m Weltkrieg wurde er zunächst verhaftet, um ſpäKinder, gefordert. Der Flugangriff von Sonn- ter auch eine der Merkwürdigkeiten eines wie Deutschland und der Tschechoslowakei wegen Er- bei dem sonntägigen Luftangriff auf tag wird als der bisher größte im fpanischen Staates, in dem der Absolutismus durch Schlam zielung eines sogenannten Pressefriedens lassen. So- Barcelona getötet wurden, 155 beträgt. Bürgerkrieg bezeichnet und um so mehr verur- perei gemilbert war der Militärzenjur zugeweit Frankreich in Betracht kommt, sind die einschlänigen Verhandlungen bereits abgeschlossen und haben Davon sind 47 Kinder, 63 Männer und teilt, als bekanntlich erst kürzlich die Barcelonaer teilt zu werden.( Er benüßte übrigens die ihm fich zu einem Presse- Abkommen verdichtet, das die 45 Frauen. Regierung einen Appell zur Beendigung des Luft- durch den Krieg aufgezwungene Muße, um an der Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland frieges gegen die Zivilbevölkerung veröffent- Wiener Universität Philosophie zu studieren und dämpfen und die beiderseitigen Breffekämpfe auf das machte dort 1918 seinen Doktor.) Nach dem Der erste Angriff erfolgte einige Minuten licht hat. Mindestmaß herabdrücken soll. Den gleichen Erwäs nach 9 Uhr durch sechs Flugzeuge in zwei GrupWeltkriege gehörte er, durch seine jahrelange po „ Daily Herald" berichtet, daß die Aufräu- litische und journalistische Wirksamkeit glänzend gungen sind auch die Verhandlungen zwischen unses pen, die von Mallorca kamen, in 5300 Meter mungs- und Bergungsarbeiten in Barcelona Tage vorgeschult, zur ersten Garnitur slowakischer Po tem Staate und Deutschland entsprungen. Sie sind Höhe schnell die Stadt überflogen und eine große dauern dürften. Der Polizeichef von Barcelona Titifer, spielte in der historischen Tagung am 30. alvar noch nicht abgeschlossen, wenn auch gewiffe var- Anzahl Bomben auf die zentralen Punkte ab- schätze die Zahl der Toten des Sonntag auf etwa Oftober 1918 eine große Rolle und ging nach der tielle Entscheidungen, wie etwa hinsichtlich der Emigrationspreise, bereits gefallen find. Unsere Bariei warfen. Um 11 Uhr 20 kamen neun Apparate in 1000. An dem ersten Angriff feien sechs ita- Schaffung des neuen Staates als erster diplomahat zu diesen Entscheidungen in ganz flarer Weise drei Gruppen in noch größerer Höhe und wieder- li enii che Savoia- Flugzeuge be- tischer Vertreter der Tschechoslowakischen Repu Stellung genommen und ihr auch in unserer Presse holten den Angriff, gleichfalls auf besonders teiligt gewesen, die zusammen 24 Bomben auf blit nach Budapest, wo er allerdings durch seine in unzweideutiger Weise Ausdruck verliehen, wobei dichtbesiedelte Stadtteile. einen der ältesten Stadtteile abgeworfen hätten. Wirksamkeit in Widerspruch mit der Regierung wir nicht erst betonen müssen, daß wir Im Verlauf des zweiten Angriffes haben unseren reichsdeutschen und österreichischen Freun- die Flatbatterien eines der Fiugzeuge der ersten London den in ihrem schweren Leid immer Trene bewah- Gruppe abgeschossen, das zwölf Kilometer ven der Küste entfernt ins Meer gefallen ist. Ein Ebenso selbstverständlich ist es, daß sich unsere enderes Flugzeug verlor auf dem Rückweg an Partei der historischen Aufgabe, die ihr, wie über- Geschwindigkeit und Höhe. Man nimmt an, daß haupt dem internationalen Sozialismus, in den auch dieses Flugzeug seine Basis nicht wieder Schicksalsstunden Europas zufällt, voll bewußt ist erreichen konnte. Angesichts der wachsenden faschistischen Tendenzen ren werden. berfolgt sie die Entwidlung wachsamen Auges, denn Die grauenhafte Vernichtung von Menschen die weiß, daß Faschismus und Krieg identische Be- leben durch Franco- Bomber in Barcelona hat protestiert bei Franco? geriet. So die diplomatische Laufbahn bald vera laffend, begründete er die slowakische Bauernpara tei, die er später mit der Partei Švehlas vers schmolz und für die er 1920 ein Mandat im Pras London. In Downing- Street wird unter- ger Parlament erlangte. Schon vorher hatte ihn strichen, daß das britische Kabinett unter dem Ein- Tusar mit der Leitung des Unifizierungsministe= brud der Schrecken der Luftangriffe auf spanische riums betraut und seine Partei hat ihn immer uffene Städte bei General Franco einen neuen wieder als Minister präsentiert. 1922 bis 1926 Schritt zum Zwecke der Humanisierung der war er Landwirtschaftsminister, 1926 bis 1929 Kämpfe zu unternehmen gedenkt. Schulminister, 1932 bis 1935 abermals Lands 0 Seite S TicnStas, 1. Frier 1938 Nr. SS Vielzahl von Parteien und ihren oft gegensätzlichen Interessen. Meinungen und Absichten doch sehr bedeutsam, ob eine Kraft da ist, welche das wird, die extremen rechten Elemente seiner Partei zu bändigen und den Willen jener durchzusetzen, welche eine ehrliche Zusammenarbeit der demokratischen Parteien dieses Staates wollen. Wird HodZa auch nach seinem 60. GeburSt- tage der Politik des 18. Dezember 1938 und des 18. Feber.1937 treu bleiben— dann wird er seinen Ruf, ein bedeutender demokratischer (Schluß von Seite 1.) Verschleierung,der übrigen tschechischen Leffentltch« feit servieren läßt, denn wie ein Mann haben alle anderen, tsch^hische» Parteien aufgeschrien und dies schon, als die bloße Andeutung fiel. Was dann geschah, daS hielten die tschechischen Agrarier für den Versuch einer politischen Isolierung ihrer Partei. In Wirklichkeit war eS ein GefüblSauischrei gegenüber einer Zumutung, die man selbst als strategisches Manöver absolut nicht hinnehmen wollte. ’ Die Herren von der SdP freuten sich der Rolle, die ihnen hier zugemutet wurde, und auch der bloßen Andeutung ihrer eventuellen Ministravilttär, und antworteten verlegen, da doch die Trauben noch zu sauer waren, daß vorerst ihre berühmten sich? Anträge angenommen und verabschiedet sein müßten Aber sie Übersachen, daß zur selben Zeit ein Artikel der.Rundschau" unter der Spitzmarke.Wir haben den längeren Atem", in dem die Fragen des.grundsätzlichen RechtskampfeS" erörtert wurden, wörtlich verkündet«: „Das bedingt keineswegs eine Tagespolitik nach dem Rezept: Alles oder nichts! Wir wissen sehr wohl, daß auch der aufs Ganz» gehend« Po- ;. litiker stets gezwungen ist, in Teilzielen und Stufenfolgen zu denken!" Nichtsdestoweniger find die aktivistischen deutschen Parteien von der SdP auch jahrelang in den Kot gezerrt, beschimpft, verspottet und als Verräter ««brandmarkt worden, da sie doch im Zuge der Verhandlungen mit den tschechischen Parteien den 18. Feber als„Teilziel" und„Stufenfolge" aufgebaut und in ihr Programm der Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien dieses Staates eingegliedert haben. Das nur so nebenbei. Im übrigen erklären wir ganz ruhig, daß uns daS Säbelgeklirr und die Drohung mit der SdP absolut nicht erschreckt hat. Wie haben derlei schon in allen Tonarten bis zum hohen C gehört, ruhig über uni ergehen lasten und haben diese Ruh« auch dann bewahrt, als Herr Abgeordneter Beran im Zuge seiner Entlastu ngS-Off«nsive in der.Lucerna" e» für angebracht hielt, unS— ganz rchne jeden äußeren Anlaß— in die Debatte zu ziehen, um seinen Patriotismus mit dem unsrigen messen zu können und in diesem Zusammenhang mit Zitaten aus Reden und Anträgen jüngeren, alteren oder ältesten Darum» aus Parlamentsprotokollen aufzuwarten. Doch eS ist wirklich schade, für diesen Zwischen-, fall allzu viel Zeit zu vergeuden. Di« Hauptsache ist. daß die Sachlage geklärt ist und daß insbesondere die NeüjährSmwitationen des,„Penkdv" ein« volle Aufhellung gebracht hoben, daß tüt Parteien entschlossen sind, an dem heutigen demokratischen Koalitieusgefüge feftzuhalten. Einiges nach der Richtung haben wir bereits bei der Erörterung der außen- und wirtschaftspolitischen Probleme gesagt. Hier wollen wir auch noch«was zum 18. Feder hinzufügen, der sich in kurzer Zeit jähren wird und einen kurzen Rückblick und Ausblick notwendig macht. Schon in dem ersten Worte, das wir zu den Beschlüsten des 18. Feber sagten, haben wir auS unserer Meinung kein Hehl gemacht, daß eS sich n u r um den ersten Schritt handelte und daß die Erprobung der Beschlüsse di« Richtung und den Weg zeigen wird, der weitergegangen werden muß. Wirtschaftsminister, bis er am 8. November 1938,1 binett kollektiv zuzuschreiben, ist es gerade bei der als erster Slowake, zum Ministerpräsidenten er»' normt wurde, welcheschohe Amt er seither be» I leidet..:1. Hodza ist ein ungemein begabter und viel« i Kgalitionsgefüge zusammenhält und für die notseitiger Mensch: ein Dtann der Feder und deS Wortes, ein Politiker voll Ideen, und Phantasie, elastisch, sprachgewandt, beweglich, geschickt— Eigenschaften, die ihn allerdings manchmal zu allzu großem Opportunismus, zur Anpassung an jede politische Situation verleiten. So hat er an der Schaffung des Bürgerblocks 1926 hervor ragenden Anteil genommen und er galt deshalb einige Zeit als Repräsentant des rechten Flügels seiner Partei. Aber er hat 1935, wenige Wochen, nachdem er an die Spitze der Regierung getreten war, entschieden demokratische Ueberzeugung und eine hohe Probe staatsmännischen Könnens bewie sen. Seine Haltung bei der Präsidentenwahl 1935 ist eine geschichtliche Leistung gewesen, es ist mit sein Verdienst, daß der Republik ein schwaches Staatsoberhaupt erspart blieb, das ein Werkzeug in dm Händen einer gefährlichen Elique hätte! werden können und den Staat in schwerster Zeit in ärgste Anarchie geführt hätte. HodZa hat sei nen ganzen Einfluß aufgewandt, um Masaryks, bei besten Abdankung geäußerten Wunsch zu er füllen und hat so dazu beigetragen, daß das Land einen starken, durch und durch demokratischen Staatspräsidenten und Staatsf ü h r e r bekam. Für. diese historische Leistung werden ihm alle wahrhaft demokratisch gesinnten Tschechen und Deutsche Dank wissen und ihn zur Vollendung des sechsten Lebensjahrzehnts, das man dem agi len Mann übrigms gar nicht ansieht, beglück wünschen. Aber auch seit der Präsidentenwahl hatte Hodja Gelegenheit seinen staatsmännischen Sinn unter Beweis zu stellen: In seine Regierungszeit fällen die Vereinbarungen des 18. Feber. Wenn der Regierungschef hiebei auch eine werwolle Hilfe an dem Präsidenten der Republik fand, der immer wieder die gesamte politische Oeffentlich- keit von der Notwendigkeit eines nationalen Aus gleichs zu überzeugen verstand, so hat der ehrliche Wille, der politische Sinn und das Verhandlungs geschick des Ministerpräsidenten wesentlich zum Gelingen des Werkes beigetragen. Hodja hat seit her immer wieder seinen Emst betont, das in den Richtlinien vom 18. Feber gegebene Versprechen zu erfüllen, unvergeffen wird ihm das Wort blei be«, daß wer diesen Staat liebt, die Versöhnung der Nationm wollen muß. Wenn der Ministerprä sident seine Energie und seine Fähigkeitm weiter in den Dienst der am 18. Feber 1937 eingelei teten Politik stellt— und das ist nach den sonn tägigen Reden Czechs, und Spinas zu erwarten <— wird er seinen historischen Verdiensten«in neues hinzufügen. Hodja hat sich aber nicht nur um die inner politischen Probleme gekümmert, sein- Interest« gilt auch'-det Außen- und der Wirtschaftspolitik. Durch seine Konzeption von der notwendigen An näherung der Donaustaaten arbeitet er einer Neuordnung in Mitteleuropa vor, die wir alle ersehnen. Ebmso hat er bei der Bekämpfung der Krise seinen Mann gestellt und mitgeholfen durch eine aktive Wirtschaftspolitik, bei derer die volle Unterstützung der sozialistischen Parteien gefun den hat, das Land auS der Krise hinauSzufüh- ren. Die mehr als zweijährige Führung der Re- gierustg durch den nun Sechzigjährigen endet also mit einer vorläufigen Bilanz, in der das Positive weitaus überwiegt. Sind die Ergebniste der Ar beit einer Koalitionsregiemng naturgemäß den Regierungsparteien und ihren Bertretem im Ka- Die Rede Dr. Czechs in Teplitz: I i wendige mittlere Linie sich kraftvoll einsetzt. I Hodja hat dabei mehr als einmal Schwierigkeiten mit seiner eigenen Partei gehabt, man kann nur wünschen, daß eS dem Regierungschef gelingen> Staatsmann zu jein, vollends rechtfertigen. Im übrigen muß der 18. Feber, gemeffen an den Ergebniffen der nahezu sieben Dezennien umfassenden nationalen Kämpfe zwischen den beiden großen Völkern dieses Landes, als ein gewaltiger | Schritt nach vorwärts und darf— historisch betrach« | ter— nicht nach den Einzelheiten gewertet werden, über deren Unzulänglichkeiten von der ersten Stunde an kein Zweifel bestand. Das Entscheidende dabei s war. der endgültige Bruch mit der sehr unerauick- j lichen Vergangenheit, hi« neue Methode der Aus- ! einandersetzung zwischen den Völkern in den heikelsten und für beide Teile kritischsten Fragen. Es war der psychologisch« Uwbruch in beide» nationalen Lagern. Daß,die kritisch« Phase überwunden wurde. daS ist dal Hervorstechendste und Große an dem 18/ Feber, in welchem wir das Fundament sehen, von| dem aus weirergebaur werden soll. Und wenn wir j am kommenden 18. Feber Bilanz ziehe» werden, dann wird«S sofort deutlich sichtbar werden, wo der Hebel anzm'etzen ist und wie sich— etwa bei dem Anstellungsproporz— die getroffenen Entscheidungen bester verankern lasten, in welchen Punkten daS Vereinbarte durch Richtlinien und DurchfübtungSnormen rascher verwirklichen ließe, in welcher Richtung offengebliebene Fragen gelöst und in die Tat umgesetzt werden können. Nur so nebenbei sei erwähnt, daß zur Sicherung der in Anstellungsiragen getroffenen Entscheidungen gewiffe Normen in Vorbereitung find, deren Verwirklichung näht mehr lang« auf sich warten laste« wird und daß daS in Aussicht gestellte Schulorganisationsgesetz zur Verhandlung steht. Doch wie gesagt, wir find uns der Unzulänglichkeit deS„18. Feber", der ein Menschenwerk ist, voll bewußt und wollen uns dafür von der SdP ohne weiteres verfluchen lasten. Demgegenüber warten wir aber nun schon da» viert« Jahr auf die großen Verheißungen der SdP. di« in ihrem denkwürdigen WahlagiiationSflugblatte der Welt verkündete, daß die Mtivisten nur„reden", während sie„handeln".'In Wirklichkeit bat die SdP, wie niemals«ine deutsche Bewegung zuvor, de« Geist dar Zwietracht und des Hostes in da» deutsche Volk getrnnen, unter dem Prätext der Volksgemeinschaft das deutsche Volk t«reisten, es in seinem schweren Kampfe aufs Empfindlichst« geschwächt und in den biologischen Bluterbkampf e'ngesponaen. DaS Signal hiezu hat Herr Konrad Henlein selbst bei der. seinerzeitigen Lustiger Erziehertagung gegeben, bei der er seinen Getreuen zurief: ,^baß sie besten eingedenk sei» muffen, daß sie die Erben des Blutet ihrer Ahnen sind und e» unver- ■ sehrt und ungeschwächt ihren Kindern Lberantwor- • ten wüsten!" „Denn echte Erziehung", sagte er weiter", muß bewußt auf dem„Bluterbe" aufbauen." Damit hat sich die SdP in aller Form in den totalitären nazistischen Blutkreislauf eingefügt und für den Bereich unserer Republik nicht nur einen Stützpunkt für eine regelrechte biologische Erb-Blurhetze geschaffen, son- oern sich auch im Rahmen ihres Erziehungs- und Kulturkreises di« hiezu notwendige chemische Blut« reinigungSanstalt zurechtgelegt. Wir sind überzeugt, daß da» braune Blut der SdP sehr bald demselben Schicksal verfallen wird. Wir aber bleiben getrost beim roten Blut und überantworten unser Schicksal ganz beruhigt den biologischen Gesetzen der Natur. Xtchdradc»ertioten, 14 I DIE KOLONNE AM KREUZWEG I WtlHLUHC VON MARIE MAJEROVÄ Es mag sein, daß der Zapfen des Beckens gebrochen war und daß sich das Becken deshalb gesenkt hatte. Dies alles war ungewiß. Gewiß war, daß im Augenblick, da au» der Oeffnung der Eisenstrom in den Trichter stürzte, von obenher aus dem Becken eine furchtbare Welle deS flüssigen Metalls herarsSfpritzte. Klima und der Meister hielten die Köpf« über die Kokillen geneigt, um bereit zu sein, den Wagen oder die Form mit den langen Eisenhaken zurechtzurücken, wenn der Strom nicht die genaue Richtung haben sollte. Nogol!var eben zurückgetreten, um da» aus der Distanz zu beobachten. Sein nach oben gerichteter Blick gab ihm dar Warnungszeichen, unter dessen Eindruck der Körper mechanisch zurückwich. Schlag auf Schlag folgte ein Ä>rung zu den ge» öffneten Toren, ein Schrei, den der eigene Schmerz erzwang und ein Aufheulen beim Begreifen deS Geschehenen. Die gräßliche Ueberschwemmung ergoß sich auf die beiden Männer, die auf der Brücke standen. Der Hüttenarbeiter Klima und der Meister Kiä wurden beide von dem ungeheuerlichen glühenden Schlag getroffen. Ein dumpfes Aufklatschen und Zischen und gleich darauf Flammen au» den brennenden Kleidern und Haaren, „Hilfe", heulte der Polizist Hudec aus der Höhe seiner Kranvude und winkte mit den Armen, um die ganze Abteilung zu verständigen. Gleich -arauf verschwand er vom Fenster, um seine Länge zusammenzuklappen und den Körper zum Abstieg bereitzumachen. Indessen floß und floß das Eisen, die Sekunde des Unglücks war vorbei und die eilende Zeit fraß das arme verbrannte Fleisch, trieb die Schritte der Leute an, die zu Hilfe eilten und rückte die Zeiger auf der Uhr des Meister? weiter. Das Eisen floß, floß über, bedeckte das Becken mit einer Kruste, aber in der Werkstatt gab e» nur einen Punkt, auf den sich alle Aufmerksamkeit konzentrierte, nur eine Mitte, die all« Fasern und Nerven anspannte: drei ürenennd« Fackeln, denen schnelle Hilfe nottat. Niemand sah etwas anderes und niernand kümmerte sich um etwa» anderes. Bon den drei Verletzten gewann nur Nogol da» Bewußtsein zurück, aber betäubt vom Schmerz zischte er den Retern seine Flüche durch die aufgeregt hin und hertappenden Füße. Wieder trappelten vor den Toren der Abteilung die Hufe der Ambulanzpferde. Diesmal trugen die Ambulanzdiener die schwerlastenden Tragbahren. Die Arbeiter standen wie angewurzelt, und erst, als der Wagen fortgerasselt war, ermannte sich der Kranführer Hudec und ging daran, die verhängnisvolle Oeffnung zu schließen. Aber da» Eisen gab nicht nach, e» floß unablässig, spritzte und geiferte wie«in gereizter Tiger. Die menschlichen Fetzen wurden ins Krankenhaus übergesührt. In der Abteilung amtierte eine Kommission. Der Betrieb hat bei jedem Unglück das Hauptinteresse daran, daß die Ursache sestgestellt wird. Denn je nachdem, wen die Schuld trifft, regeln sich die Pflichten gegen die Witwen und Waisen. „Zwanzig Meterzentner sind sicherlich herausgespritzt", schätzte Hudec die tödliche Dusche ab. „Wieviel Eisen ist herau-gelaufen?" erkundigte sich der Ingenieur.„Ich hatte keine Zeit, darauf zu achten", entgegnete finster dpr Polizist „Bier Mann waren wir hier.. „Mit dem Meitzer..." „Mit Kadekäbek. Und jetzt bin ich hier allein." Der Polizist blickt« scheu um sich und forschte in den Schatten der Werkstattwinkel. Als ob«r gar nicht an das dächte, was er sagte, fügte er hinzu:«Wann kommt die Reihe an mich?" „Na, vielleicht hat's damit keine solche Eile. Uebrigens, wen nannten Sie da? Kadetckbek, Klima, Nogol? Sehen Sie, gerade diese drei hätte ich am Samstag entlassen müssen. Die Elektrizität erlaubt uns die Reftrinktion. Sie könnten jetzt den Ais vertreten. Freilich nur mit einem kleinen Zuschuß, weil wir jetzt in der Werkstatt einen Moniteur beschäftigen müssen, bi» der Alarm ein wenig in Vergessenheit gerät. Wie lange dieser Monteur hierbleiben wird, daS liegt an Ihnen und daran, wie Sie aussagen werden." „Diese drei... Verbrannten haben Sie schon verhört?" fragte Hudec, und der Ingenieur täuschte sich über den Sinn der Frage. Er antwortete ihm: „Klima und Ki» haben bisher daS Bewußtsein nicht-wiedererlangt. Die werden wohl kaum noch aussagen. Und Nogol hat, sobald er di« Sprache wiedergewonnen hatte, sofort Kosakenflüche ausgestoßen." „So." Der Ingenieur gebärdete sich wohlwollend. Es schien ihm, daß alle» in Ordnung sei. E» war ihm wie jedem Menschen angenehm, daß er bescheren und befördern und Macht zeigen konnte. Fest davon überzeugt, daß er den Hudec kaufen und au» ihm«inen guten Meister machen werde, ging er befriedigt davon. Josef Hudec, der Polizist, stand unter dem Kran an der Stelle, die vor einigen Tagen ein Mitglied der Kolonne einen Kreuzweg genannt hatte. Er trug Hi« Nase in di« Höhe, hatte di« Zähne zusammengebissen, und der Apfel an seinem langen Halse sprang hin und her, und die Worte im Munde waren wie Sand- .(Schluß folgt.). Mitten in den schweren Kämpfe« und Sorgen, di» in der letzten Zeit über uns heran stürmten, hatten wir in den letzten Tagen auch eine glückliche Stunde, ks war der in unserer letzten Sitzung des Partei- vorftande» erstattete Bericht, der auf Grund ganz konkreter Angaben aufzeigte, daß unser« Partei in dem letzten Jahr einen weiter« Aufstieg z« verzeichnen hat. daß wir im Gesamtbereiche unserer Bewegung Linen Löprozentigen Zuwachs, in gewissen Gebieten einen bis an SV Prozent heranreichendcn Zuwachs von Mitgliedern zu verzeichnen haben. Dabei stützte sich dieser Bericht auf reale Tatsachen, die wie ein offenes Buch vor uns hingelegt wurden und zeigte auch den überall beobachteten Aufschwung der Bewegung, ihre wachsend« Aktivität und den uns au- allen Teilen der Bewegung Mtgegenflutenden neuen Kampfgeist. Die vorgeschilderten Erscheinungen können wir übrigens auch nach den Ergebnissen der Be- rrrebsauSschußwahlen nachprüfen, denen um so größere Bedeutung zukonnnt, da es sich hier lediglich um Wahlgänge industrieller Arbeiter bandelt. ES geht als« präcksig vorwärts. Tie Besserung I der wirtschaftlichen Verhältnisse stärkt das Delbstver- tlauen dar Arbeiter. Sie gewinnen wieder Bode» untre de« Füße« und stellen sich freudigen Herzen» 'n dm Fahnen ihr«« Part.», die ihnen in all« Lebenslage« treu zier Teile gestände«, für sie ge- luirkt und gekämpft und sich Nit dem Einsatz aller ib« Kräfte für sie zeschlagen bat, die aber auch allen feindlichen Mächten getrotzt und all« Verfälscher des Sozialismus, mögen sie gelb oder grau, schwarz »der braun»der sonstwie lackiert gewesen sein, übrr- linmdrn hat, Unsere Partei lebt«nd gedeiht und ist wetterhart. Sie wird alle Gegner niederriagen und überdauern. Sie ist ewig, weil ihre N« unsterblich ist. Ihr Sie« wird der Triumph de» Sozialismus sein! Koalition einheitlich gegen SdP Das»Pravo Lidu" wendet sich am Sonntag in zwei Aufsätzen scharf gegen die Agrarier. Im Leitartikel beschäftigt sich Jan B a n k k mst den Angriffen der Agrarier gegen die Propaganda und Preffeabteilung des Ministeriums deS Aeußern. Diese Angriffe haben nur de» Zweck, die betreffende Abteilung unter den Einfluß der Agrarier zu bringen- „Auch wenn wir", so sagt das Blatt wörtlich,„nicht immer mit der Propaganda zufrieden wärest, wie sie bisher betrieben wurde, sind wir überzeugt, daß die Veränderung, wie die agrarischen Kreise nach ihr streben, nur eine Wendung zum Schlechteren wäre. Schon heute finden die totalitären Staaten, wenn sie die Tschechoslowakei angreifen wollen, das beste Material im„Venkov". Und wenn die Propaganda im Geiste der agrarischen Rechten, deren Sympathien zu extrem rechten Bewegungen und deren Nichtsympathie zur Derno- kratie bekannt sind, geführt würde, wär« das eine Propaganda, welche mehr fremden Interessen als den Interessen der Republik dienen würde."„ An anderer Stell« kommt Dr. Karek'K k i z auf die Diskussionen um Beran zurück und sagt: „Wir können mitteilen, daß die Verantwortlichen Vertreter der Agrarpartei in der Regierung in dieser Angelegenheit mit allen übrigen Vertretern der koalierten Parteien einheitlich sind. Sie haben von neuem verkündet, daß dir Koalition gegen die Henlein-Partei gemäß ihren vorjährigen Beschlüssen einheitlich Vorgehen und mit ihr nickt verhandeln wird... Mit den Henlein-Leuren kann nur die Gesamtregierung oder alle Koalitionsparteien verhandeln... Der Herr Vorsitzende Beran hat sich über die Bildung von Blocks in der Koalition beschwert, wobei er die Zusammenarbeit der Sozialisten mit der VolkSpartci iw Sinn« hatte. Grundsätzlich hat er recht. Blocksollen in der Koalition nicht sein. Aber warum wurde dieser Block geschaffen und warum erhält er sich? Er wurde deswegen geschaffen, weil wir zwei Jahre lang die agrarische Rechte vergebens ermahnt haben, mit der Nationalen Bereinigung» mit den Henleinleuten, mit den Reich-deutschen nicht zu kokettieren, nicht gegen die auswärtige Politik der Regierung zu intrigieren, mit einem Wort, nickt zwei Eisen im Feuer zu haben: eine» bei den oppositionellen und sogar antidemokratischen Parteien und ein andere- in der Regierung. Da unsere ehrliche Kampagne vergeblich war. war tS notwendig, in der Regierung ein Element der Stärke und Ordnung zu schaffen, den Block Sozialisten und BolkPrarteiler." Hodza und die nationale Verständigung Dr. Czech über den Ministerpräsidenten In der amtlichen„Prager Zeitung* äußern sich auch die deutschen Minister zum 66. Geburtstage Dr. HodjaS. Minister Czech schreibt unter anderem: Wenn wir an dem sechzigsten Geburtstag deS Ministerpräsidenten nicht einfach Vorbeigehen- so vor allem deshalb, weil wir gerade in diesem Augenblick auS der Fülle seine- reichen Leben» ein Moment herauSgreifen wollen, das über sein- bisherigen ganz außerordentlichen Leistungen M Voll und Staat hinausgeht und geschichtlich 0 e‘ wertet und festgehalten werden muß. E» ist der „18. Feber", der der Initiative de» Präsidenten der Republik und der entschlossenen Tat des 2>u* bilarS zu danken ist und— aus der Perspektiv» de» jahrzehntelangen Ringens der beiden große» Nationen des Lande- betrachtet— den Begin» eine» Bruche- mit der trostlosen Vergangenheit und die Anbahnung einer neuen Aera der natio« nalen Befriedung bedeutet, deren psychologische Voraussetzungen zu schaffen nicht nur einen gute» «r. 26 DienStag, 1. Frier 1938 Seite 7 Aufstieg Im Teplitzer Kreise W&iwirWiaft un4 ä^riaipoiltiä- Di, ■ KS terefse des Staates und der Verbraucher vor die Interessen einer kleinen Verdienergruppe setzen. 100 100 100 100 100 100 1 1 100 100 100 100 Ivo 100 Man erhält für 100 politische wirtschaftliche und innenpolitische wirtschaftliche Lag«, das wir an anderer Stelle bringen. Reicher Beifall lohnt« die Ausführungen des Vortragenden. An das Referat schloß sich eine Debatte, die am Vormittag und Nachmittag abgeführt wurde, worauf Dr. Czech in einem ausführlichen Schlußwort auf alle vorgebrachten Anfragen antwortete und Aufklärung über einige von den Debatterednern aufgeworfenen Probleme gab. Bei den Wahlen wurde Heinrich Kremser abermals zum Kreisvertrauens- mann gewählt. Kremser konnte die Konferenz mtt der Feststellung schließen, daß am Anfang der Berichtsperiode die Niederlage der Wahlen von 1935, am Ende ein Aufstieg sieh«. Das Jahr 1938 muß zu reger organisatorischer Arbeit auZgenützt werden, damit uns das Jahr 1939 gerüstet finde. Tie Teplitzer Kreiskonferenz war ein Beweis dafür, welch reges Leben in den Parteiorganisationen des dortigen Gebietes herrscht, mit welchem Eifer die Vertrauensmänner der Partei arbeiten und wie festgewurzelt die Idee des Sozialismus an den Grenzen des Dritten Reiches ist. Deutsche Bürgorschülvr in der Karolinentbaler Kaserne. Am 28. Jänner erregte eine stramm marschierende Truppe 1s- bis lüjähriger Burschen, die barhäuptig in militärischer Disziplin durch die Innenstadt nach Karolinenthal zog. beträchtliches Aufsehen. ES war dies der Einjährige Lehrkurs an der staatlichen Knabenbürgcrschule in Prag I, welcher vom Regimentskommando der 5. Dragonerregiments in Prag die Erlaubnis erhielt, im Rahmen der vormilitärischen Jugenderziehung die Kaserne in Prag X. zu besuchen. Der Kommandant deS 5. Dragonerregiments. dem der Schülerkommandant im Jnstruk- rionSsaal die Meldung erstattet«, begrüßt« die Schüler auf das herzlichste, gab in einer Amvrache. eine Uebersicht über die Entstehung der tschechoslowakischen Wehrmacht, hob die große Bedeutung der Reiterregimenter im Zukunftskrieg hervor und erläuterte ihre KampfeSweise an Hand von Tafelskizzen und Sandkastenbildern. Hierauf begaben sich der Kommandant. seine Oftizierssuite und die Exkursionsteilnehmer auf den Uebungsplatz, wo eine Rotte zu Pferd Zeugnis von Können. Mut und Geschickticvkett gab. Daran schloß sich eine Besichtigung aller UW» kationen. Nach der Besichtigung wurde in der Mann- schaftskantine für alle Teilnebmer ein Imbiß serviert. Zum Schluß der Exkursion hielt der Exkursionsleiter Fachlehrer Hoffmann an die versammelten Offiziere und Schüler ein« Ansprache, in der er den Zweck und die Bedeutung dieser Exkursion her- rcrhob und besonders die Wichtigkeit der Armee, ihre Funktion als FriedenLfaktor. Hüterin der Hel- raat und Verteidigerin der Demokratie unterstrich. Wirtschaftslenkung, wie sie nicht sein soll Die Einfuhr von Kakaobohnen, dem Roh« ltoff für di« Schokoladeindustrie, ist kontingentiert. Das Handelsministerium hat bisher von den Firmen, welchen di« Einfuhr eines bestimmten Kontingents bewilligt wurde, eine Gebühr eingehoben, welche 1.50 bis 2 Kronen betrug und deren Gesamtertrag für den Staat von Fachleuten auf 200.000 Kronen jährlich geschätzt wird. Der seit 1935 im Handelsministerium eingeführte neue Kurs wirkte sich auch bei der Einfuhr dieses wichtigen Rohstoffes aus. Erst griff das Ministerium in die Aufteilung der Kontingent« ein, nunmehr gab es der sogenannten »Kakaozentrale", die nichts anderes als ein Anhängsel des Jndustriellenverbandes ist und nur eine Minderheit der Firmen dieser Branche umfaßt, das Recht, von allen Kakaobohnen importierenden Firmen eine Gebühr«inzuheben, die sieben Heller Pro Kilogramm beträgt und der ,Ka« taozentrale" eine Einnahme von rund 840.000 Kronen(bei einer jährlichen Einfuhr von 1200 Waggons) sichert, ohne daß diese Gesellschaft eine Arbeitsleistung aufzuweisen hätte, die auch nur entfernt diesen Einnahmen entspräche. Ohne jedweden Grund hat das Handelsministerium derart nicht nur einer protegierten Gruppe Riesenbeträg« zugeleitet, sondern eS hat auch den Konsumenten Eine neue Belastung aufgehalft und 800.000 Kronen jährlich preisgegeben, die früher dem Staate zufloffen. Auf welchen Rechtstitel sich das Han« belsministerium dabei stützt, hat bisher noch kein Wensch erfahren. Aber astch ungeachtet dieser Un- Arheit ist eS unzweifelhaft, daß dar Ministerium sich bei seiner Vorgangsweise in Widerspruch zu ben Auffastungen aller gesetzt hat, die daS In« Ter Regimentskommandant dankte im Namen des 5. Drazonerregimenles für den Besuch und»ab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Exkursion dazu veige- tragen hat. die Stzmpathien der deutschen Jugend für unsere Wehrmacht zu vertiefen. X. N. Trriundtwanziz Sonderzüqe vor den Ferien. Ter Personenverkehr auf den Prager Bahnhöfen war am SamStag und Sonntag außergewöhnlich stark. Die größte Frequenz hatte der'Wilsonbahnhof' zu verzeichnen, denn außer dem erhöhten Santslagver- lehr hatte er auch einen großen Andrang von Skifahrern in das Riesengebirge zu betvältigen. Alle Sportzüge ins Riesengebirge wurden vom Wttion- babnhof aus abgeiertigr. In nicht ganz zwei Stunden zwischen 13 und 15 Uhr reiften am Samstag mehr als 7000 Skifahrer in Sonderzügen ab. Aar Sonntag vormittags wurden vom Wilsonbahnhof rund weitere 8000 Stifahrer in vier Sonderzügen abgefertigt. Alle Garnituren der Sportzüge ins Rieten» gcbirge waren genügend verstärkt und auf den übri» gen Strecken wurden mn Samsrag fast alle Personen- und Schnellzüge in zwei Garnituren abgrser- tigr. Mit Ausnahme einiger Züge, die kleinere Verspätungen— welche jedoch 15 Minuten nicht überschritten— aufzuweisen batten, verkehrten alle Züge in der fahrplanmäßigen Zeit. Auch in der Richtung nach der Slowakei war die Frequenz sehr stark. Die Schnellzüge aus Prag wurden in zwei Garnituren abgeferttgt, der Kosicer Abendschnellzug Nr. 2 am SamStag sogar in drei Garnituren. Insgesamt trafen am Samstag auf dem Wilsonbahnhof 19.000 Permnen ein und insgesamt 32.990 reisten ab. Im ganzen wurden 23 Sonderzüge abgefertigi. AusflugSzüge der Staatsbahnen. Vom 5. bis 13. Feber Stiläuferausflug nach Vysnie Rujbachy 550 Kä. in die Beskiden 440 Kc, vom 5. bis 14. Feber in die Hohe Tatra und nach Telgart zu den Krngreßspielen 565 Kä und vom 6. bis 13. Feber nach Spindlermühle 470 KL. Für bezahlte Feiertage — unbezahlte Mehrarbeit Wir berichteten über Maffenentlassungen von Arbeitern in der deutschen Bau- und den verwandten Industrien, die nur dadurch hervorgerufen wurden. daß nach dem Eingeständnis der Deutschen Arbeitsftont die Arbeitgeber der Bezahlung der Feiertage(Weihnachten und Neujahr) entgehen wollten. Hier andere Beispiele, die ebenfalls zeigen» daß die Göring-Erlässe Betrug sind und die Arbeitsfront di« Arbeiter schütz-! loS den Unternehmern ausliefert: In der Bleikristallglasindustrie in Niederschlesien und der Oberlausitz waren vor Weihnachten wochenlang die Betriebe sehr stark beschäftigt. Der großen Aufträge halber mußten Ueberstun- den gemacht werden, da sie sonst nicht bewältigt werden konnten. Die Belegschaft rechnete natürlich damit, daß eS— wie bisher immer— für die Ueberftunden«ine erhöhte Bezahlung geben würde. Im Tarifvertrag war eine Sonderbezahlung für solche Mehrarbeit'auch vorgesehen. Aber die Arbeitgeber lehnten das ab und zahlten nur den üblichen Stundenlohn. Sie erklärten, die Betrieb« befänden sich trotz dieser guten Aufträge in einer wirtschaftlichen Notlage. Der Treuhänder der Arbeit wurde angerufen. Er entschied zugunsten der Arbeitgeber. Lohnzuschläge könnten für die Ueberftunden nicht gewährt werden, weil diese Ausgaben für die Betrieb« wirtschaftlich nicht tragbar seien. Der Treuhänder der Arbeit ordnet« außerdem an, daß die auf Grund der Göring-Verordnung vom Unternehmer bezahlten Feiertage infolge der Notlage der Industrie durch Ueberarbeit ohne Sonderbezahlung wieder hereingebracht werden müssen. Bei einem dieser Betriebe der Oberlausitz ist ian der Straßenseite ein Bretterzaun. Darauf war zu lesen:^Den Klassenkampf schuf Hitler ab, es Hebe der umgekehrte Klaffenkampfl" Parteikonferenz der Kreisorganisation TepUtz—Saaz SamStag, den 29., und Sonntag, den 80. Jän> ner, fand im Saal des Hotels.Neptun" die ordentlich« Kreiskonferenz der Partei statt. Der Bezirkschor der Arbeitersänger unter Leitung Friedrich Ze- lenkaS begrüßte die zahlreich erschienenen Delegierten und Gäste mit einem Chor, worauf der Kreisvertrauensmann Heinrich Kremser di« Konferenz eröffnete, des HeldenkampfeS des spanischen Volkes und der gesamten politischen Lage gedachte. Der Nachruf, den Kremser dem Staatspräsidenten Masaryk und den Toten der Partei hielt, wurde stehend angehört. Nach Wahl des Präsidiums— Kremser und Reich l-Komotau führten den Vorsitz während der Konferenz— wurde die Tagesordnung genehmigt. Danach erschien Minister Dr. Ludwig Czech, den die Delegierten mit großem Beifall empfingen. Die Konferenz begrüßten im Namen der Stadt Tep- litz Bürgermeister R u s s v, für die tschechisch« Sozialdemokratie I i r o u t, als Gäste nahmen weiter teil für die Redaktion des„Sozialdemokrat" Doftor Strauß, für di« Kreisorgamsatton Karlsbad W o n d r a k. Der erste Tag der Konferenz war mit dem Bericht und der Debatte über di« Tätigkeit des Sekretariats ausgefüllt. Ter Berichterstatrer Lorenz besprach di« wirtschaftliche Lage deS Gebietes, den Rückgang der Arbeitslosigkeit- in den letzten zwei Fahren und die großen Leistungen der staatlichen Fürsorge. Mit großer Befriedigung konnte er auf den Aufschwung der Partei Hinweisen, der darin zum Ausdruck kommt, daß die Partei im Kreise seit den Wahlen 1935 nicht weniger als, 8000 Mitglieder gewonnen hat. Ti« Funkrstmäre haben unter großer Aufopferung bedeutsame Arbeit geleistet. Den Kaffabericht erstattete Löwe, der auch über die Gebarung der.Freiheit" sprach, während Kaufmann einen Bericht über die„Volkszeitung" erstattete. Namens der Kontrolle beantragte Matern« die Entlastung. Nach einer regen Debatte wurde dieser Anttag angenommen. Am zweiten Tage der Konferenz hieü der Parteivorsitzende Dr. C z e ch«in Referat über die außen- Stifter*Feler des Klubs„Die Tat** Ter jungaktivistische Klub„Die Tat" hatte für Sonntag-Vormittag zu einer Stifter-Gedenkfeier in den großen Urania-Saal«ingeladen. Da kein interessanter künsllerischer Versuch zu erwarten war wie die seiuerzcirige Aufführung des Streit« gesprächt des Ackermann» aus Böhmen, also keine Sensarion, war der Besuch nichr so stark, wie der Anlaß erfordert Härte. Immerhin waren viele Verehrer SttfterS gekommen; auch der Reftor der Universität S ch r a n i l und als Vertreter des Außenministeriums Konsul B u j n a k waren erschienen. Eröffnet wurde die Feier durch den Vorttag einer Dichtung MühlbergerS, die Herr Padlesak vom Prager Deutschen Theater sprach. Die sehr interessante Gedenkrede hiett der Schriftsteller Dr. Josef M ü h l b e r g e r, der den Dichter aus seiner Zett, aber wich aus seinem besonderen Wesen zu erklären bemüht war und sich erfreulicherweise nicht damit 7> den großen Erzähler und Menichcnkünder und unvergleichlichen Nalurschilde» rer zu zeigen, sondern auch seine Lieb« zur Freihett und zur Humanität anschaulich machte. Diesem in seiner Seele einen schönen FreihettStraum und einen starken Glauben an die Menschlichkeit hegenden Stifter, nicht allein dem Sänger der Heimat, galt ja die Gedenkfeier. Diese Seite Stifters auch war es, die aus den von Padlesak vorgettagenen Stellen aus Sttfter» Werken sprach Der Dichter kam dabei etwas zu kurz, außer dem Bekenner hätte auch der Schilder« und Gestalter zu den Hörern sprechen sollen.— Mit dem Vorttag einer Mozart-Sonate wurde die Feier beendet.— Dozent Dr. S i t t e teilte mtt. daß der Klub„Die Tat", die Bücherei, die er errichtet,„Adalbert Sttfter-Bücherei" nennen wird, und daß ein« Radierung deS Malers Hellmuth Krommer,«in überlebensgroße- Stifter-Bild, von Vertretern des Klubs dem Präsidenten der Republik überreicht werden soll. Die Beschäftigung der Industrie am Jahresende Der eben erschienene Bericht der National bank für den Monat Dezember und den Anfang des Jänners kann zwar in einigen Industriezwei gen eine gleichbleibende oder sogar gebesserte Be schäftigung verzeichnen, stellt aber im übrigen die Abschwächung in andern wichtigen Industrien fest. Die Kohlen- und Kokserzeugung hat einen Rekordstand erreicht und auch die Zahl der beschäf tigten Arbeiter zeigt eine leichte Besserung. Die Metallindustrie meldete im Dezember einen leich ten Rückgang des Auftragseinlaufes, in der all gemeinen und der elektrotechnischen Industrie war di« Situation gegenüber dem Vormonat un- verändert. Die Steigerung des Glasexportes war im Dezember schwächer, als in früheren Monaten. Die Exportzunahme betrug nur 5.3 Millionen Kc, das sind nicht ganz 8 Prozent. Die Gesamtaus- fuhk im Jahre 1937 betrug 787 Millionen Kö, d. i. um 29.2 Prozent mehr als 1936. An der ’ Exportbesserung partizipierte in erster Reihe Flachglas, in geringem Ausmaße auch Hohlglas, Flaschen und Gablonzer Waren. In der Stein- und Erdenindustrie erfolg ten im Dezember vielfach BetriebSeinstellungen infolge der ungünstigen Witterung. Trotzdem hofft man, daß die Beschäftigung der Unternehmungen ßer als in den tschechischen. auf Grund der bereits ausgeschriebenen Lieferun-1 Geflissentlich wird immer der sehr wichtige gen daS vorjährige Niveau erreichen wttd. Die Umstand übergangen, daß bei uns die vorwiegend Beschäftigung der Porzellamndustne rst mfolge der deutschen Gebiete Industriegebiete sind und daß Erschöpfung^r Kontingente m emer Re,he„ ur bei uns, sondern überall anderwärts Staaten empfindlich zuruckgegangen.—~ _®’. e m größere Arbeitslosigkeit aufweisen als die Agrar ungünstige Beschäftigung und Geiamtlage, trotz- dem das Weihnachtsgeschäft eine gewisse Besse rung gebracht hatte. Die Erwartungen auf eine Erledigung der für die Textilindustrie wichtigen Steuerfragen haben sich nicht erfüllt. Die Ab schwächung macht sich jetzt auch in jenen Zweigen betnerkbar, die bisher relativ besser beschäftigt waren. Die Konfektionsindustrie stand im Zeichen des UebergangS auf di« Frühjahrserzeugung, da her waren die Abschlüsse für die kommend« Sai son ziemlich befriedigend. Der Absatz in der Wäschekonfektion war schwächer, doch zeigen die Gesamtabsatzziffern für das Jahr 1937 eine Bes serung um etwa 10 Prozent gegenüber 1936. Die Lederindustrie meldete in der letzten Zeit eine allgemeine, wenn auch nicht bedeutende Bes- ierung. In der Hanüschuhindustrie hat sich die Beschäftigung allerdings nicht gebessert. Minister»IsLas über dla Arbeitslosigkeit Sonntag sprach der Fürsorgeminister auf einer Tagung in BrandhS über wirtschaftliche Fragen und über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Er wandte sich dabei gegen tendenziöse Behauptungen über die Arbeitslosigkeit und sagte:„Die verantwortlichen Zatwren unseres Staates sind sich dar. schwierigen Situation in den von der Krise betroffenen Gebieten wohl beivußt und sind eifrig bemüht, eine Besserung zu schaffen. Die Arbeitslosenziffcrn zeugen auch angesichts aller gegenwärtigen Schwierigkeiten davon, daß ein positiver Erfolg erreicht wurde. Unrichtig sind insbesondere die über die Arbeitslosigkeit in den landwirtschaftlichen Bezirken angeführten Daten. Nehmen wir die landwirtschaftlichen Bezirke mit «mehr als 80 Prozent deutscher Bevölkerung, so können wir bei diesen im Dezember 1937«inen Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber 1936 um 28 Prozent, gegenüber 1933 um 39.6 Prozent konstatieren. Bei den landwirtschaftlichen Bezirken mit mehr als 80 Prozent tschechischer Bevölkerung lauten diese Ziffern 29.5 und 28.7 Prozent. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist daher in den deutschen landwirtschaftlichen Bezirken grö- heeicktssaat Tragikomische Nachklänge eines Schwurgerichtsprozesses Prag,-rb- Im Vorjahr wurde der 52jährige Fleischermeister H r u d k a aus Veltrush wegen des Verbrechens deS nicht vollbrachren Mordes vyn den Prager Geschworenen schuldig erkannt und vom Schwurgerichtshof zu vier Jahrenschwe- renKerkers verurteilt. Schon die damalige SchwurgerichtSverhandlung ergab, daß es sich um die Verzweiflungstat eines verkrüppelten Menschen handelst. Hrudka hatte auf seine Gatttn Antonie zwei Revolverschüffe abgefeuert, von denen sie einer nur streifte und der zweite den Zeigefinger verletzte. Wie daS Verfahren ergab, war der Angeklagte schwer zuckerkrank und die Aerzte sahen sich schließlich genötigt, ihm ein Bein zu amputieren. Der zum Krüppel gewordene Mann hatte seine Gatttn in Verdacht, mit seinem Gehilfen Wenzel Vani- (et ein Verhältnis unterhalten zu haben. Dl« von der Prager StaarSanwaltschast eingebracht« Anklage bezeichnete diesen Verdacht als„absolut unbegründet". wobei sie sich auf die Aussagen des damals 30jährigen Baniöek stützte, der unter Zeugeneid auSsagte, daß er mit der Frau in keinerlei intimenBeziehungen gestanden sei. Dv arme Krüppel loanderte also nach dein Ur- teilsspnich deS Schwurgerichtes auf vier Jahre in in der Welt die Industriegebiete eine bei weitem _ 2..._-:« '* j gebiet«. In Deutschland z. B. ist im stark industrialisierten Rheingehiete nach den letzten Statistiken die Zahl der Arbeitslosen dreieinhalbmal so groß wie in dem schwach industrialisierten Bayern, und im Rheinland gibt«S zehnmal so viel Arbeitslose wie im grarischen Ostpreußen. DaS gleiche gilt auch von den Agrar- und Industriegebieten der übrigen Staaten. - Einbekenntnisse zur Umsatzsteuer, aus dem Erlös loder dem Werte von solchen Lieferungen, fici« I stungen und Eigenbedarf, welche durch die Pauschalierte Umsatzsteuer für kleine Landwirte betroffen werden. Erfolg der Forstarbeiter. Der Stteik der i Forstarbeiter in Haid, über welchen wir berich- reten, wurde mit einem Vertragsabschluß beendet. Den Gewerkschaften ist es gelungen, an Stelle des i bisherigen mittelalterlichen EntlohnungSsystemS in Naturalien den Barlohn zu setzen und außer dem eine wesentliche Besserstellung gegenüber dem vor dem Lohnkampf bestehenden Zustand zu er zielen. Den so erreichten Erfolg ergänzt noch die Abmachung, daß für die nächste SckilägerungS- Periode im September«in neuer Vertrag abgeschlossen werden wird. Fristverlängerung für di« Einbringung der Umsatzsteuer für Kleinlandwirte. Den Landwir ten, die im Jahre 1937 in den Ländern Böhmen und Mähren-Schlesien nicht mehr als 50 Hettar, in den andern Ländern nicht mehr als 100 Ka- tastraljoch bewirtschafteten, verlängerte das Fi nanzministerium die Frist für die Einbringung der Umsatzsteuer für 1937 bis zum 31. März. 1988. Diese Fristverlängerung betrifft jedoch nur, begnügte, Stifter als Reichsmark... 9 558.— iarkmünzen... 645— österreichische Schilling • 533.50 rumänische Lei.. • 14.10 Polnische Zloty.. 9 • 516.50 ungarische Pengö. • * • 550.50 Schweizer Franken • • e 660.— französische FrgncS • * 93.70 englisches Pfund. • * 142.25 amerikanischer Dollar • • 28 JO italienische Lire • • • 124.40 holländische Gulden a * 1587— jugoslawische Dinare 61.42 BelgaS.... • 480.— dänische Kronen 631.— schwedische Kronen ■ ■ U 731.— Seite 8 den Kerker. Wie in solchen Fällen üblich, folgten häßliche Auseinandersetzungen um das Vermögen inzwischen ,, Sozialdemokrat" hes Berurteilten, genen den bie Frau de Die Verteidigung eines kleinen Staates auch Ehescheidungsklage eingebracht hatte. Vor den Zivilgerichten beschwor der Hauptzeuge Vaniček mehrfach, daß zwischen ihm und seiner Chefin keinerlei ehebrecherische Beziehungen bestanden hätten. Ueber dieses Thema spricht am Freitag, den 4. Feber, um 20 Uhr im großen Saale des Handwerkersvereines in Prag II., Smečka 22, Oberst des Generalstabes Emanuel Moravec Zutritt nur gegen Einladungskarten, die ab Montag bei den Genossen UIImannGec und Bartosch- Parteisekretariat, gegen Vorweis der Mitgliedskarte zu beheben sind. Republikanische Wehr, Ortsgruppe Prag. Der Film Lügen haben zuweilen auch heute noch kurze Beine und so nahmen die Sicherheitsbehörden jenen seinerzeitigen Hauptzeugen Vaniček ordentlich ins Verhör. Die Ergebnisse der Untersuchung waren überraschend. Bei einer Haussuchung bei der 50jährigen Frau Antonie wurden allerlei Liebesbriefe des um zwanzig Jahre jüngeren Vaniček gefunden, die den wahren Sachverhalt nur allzu eindeutig be-= weisen. Vor dem Kraluper Bezirksgericht verhört, gestand denn auch Vaniček ohne großen Widerstand, daß er eine falsche Zeugen aussage Die fonntägige Götterdämmerung"-Auffüh- über„ Masaryks Philosophie der tichechischen Geabgelegt hatte. Demnach war er gestern vor dem rung war nicht in allen Belangen festlich geglückt. schichte“ und Dr. J. Sima über Masaryks reliStraffenat des GR. Dr. Ne but a des Ver= Kapellmeister Karl Rankl hatte ihr eine von leigiös: Auffassungen". Ort der Vorträge: Sizungsbrechens der falschen 3eugenau- denschaftlichem rhthmischen Schwung erfüllte und jaal des Fürsorgeministeriums; Zeit: 19.30 Uhr. jage und Frau Antonie Hrudka der Anstif= durch starke dynamische Akzente bestimmte musika- Eintritt frei. tung zu diesem Verbrechen angeklagt. lische Ausstattung zuteil werden lassen; nur den Sängern gegenüber hätte er das Orchester da und dort mehr abdämpfen können. In der Rolle der Brünhilde hatte Anny Konepni von der Wiener Staatsoper außerordentlichen Erfolg; wieder imponierte der Glanz und die unverbrauchte Kraft thres schönen Organs, wieder fesselte die Künstlerin durch ihr ausdrucksvolles, miterlebendes Spiel, wieder wurde aber auch diesmal das gesangliche Moment ihrer außerordentlichen fünstlerischen Gesamtleistung durch den Mangel eines direkten Tonansages getrübt. Sehr tüchtig war auch wieder Hans Grahl: fein reifer Held Siegfried ist ebenso sympa.hisch im Aeußern wie sein Jung- Siegfried und stimmlich von der gleichen Ausdauer, ohne allerdings durch sinnlichen Longlanz zu bestechen. Durchaus gute Leistungen des Abends waren auch sagens Gunther und Frau Kindermanns erste Norn und Waltraute: an der Wortdeutlichkeit der lettgenannten Künitlerin hätten sich alle( einschließlich der Gastsängerin) ein Beispiel nehmen können. Leider gab es auch Unzureichendes bei dieser festlichen..Götterdämmerung": And.riens in der Höhe unerträglicher Hagen, Frau Barther Langs darstellerisch und stimmlich blasse Gutrune und ein stimmlich recht unsieichmäßiges Nornen- Terzett. Dagegen waren die drei Rheintöchter diesmal mit den Damen Boof. Medak und Wanta sehr flangwirksam besetzt. Diese Rheintöchter zeigten sich übrigens Siegfried Ganz besonders freundlich gesinnt, da sie ihm, troßtem er ihnen den Ring verweigerte, bereitwilligst das in den Rhein gefallene Horn zurückgaben. Wenzel Vaniček bemühte sich, seine ehemalige Geliebte so weit wie möglich zu entlasten, indem er jede Anstiftung ihrerseits in Abrede stellte. Sei dem wie ihm wolle, dem Gericht lagen einige Dokumente vor, die wir wegen ihres furiosen Inhalts zitieren wolTen. Vor allem handelt es sich um einen Brief, den Vaničet schrieb, als ihn Frau Hrudta bereits aus threm Unternehmen hinausgeworfen hatte. Der Brief trug auf seiner ersten Seite zunächst eine Zeichnung, die ein an einem Galgen hängendes durchbohrtes her 3 darstellte, worunter folgende Anrede zu lesen war: Werte Frau meine gewesene Geliebte! Ich hätte im Leben nicht erwartet, daß Ihr Herz für mich erfalten könnte, der ich Ihnen mein Leben, als Minderjähriger aufgeopfert habe..." ( Baniček war 24 Jahre alt, als er sein Verhältnis begann, also längst fein Minderjähriger"!). Unter " verschiedenen aus Schundromanen zusammenge flaubten Phrasen heißt es dann weiter: Dein Roman ist verloschen, wie die Lava verlöscht.. Die zweite Seite dieses Briefes enthält einige Geschichten", deren Leftüre mit unwiderstehlicher Macht die Deiterfeit herausfordern müssen, wie tragisch auch der Anlaß ist, der solche voetische Mizaeburten zur Stenntnis der weiteren Oeffentlichkeit gelangen läßt. Wir wählen eines aus: ,, Der Anfang unseres Romans War heiß wie Lava, Doch erfannt ich mit der Zeit, Du bist nur eine 50jährige Baba..." Nach den vorliegenden Beweisdokumenten stand jedenfalls fest, daß Wenzel Vaniček sowohl vor dem Schwurgericht, als auch vor den Zivilgerichten falsche Zeugenaussagen abgelegt hatte, obwohl er fich des Zeugnisses hätte entschlagen können. Er wurde denn auch im Sinne der Anklage schnldig erkannt und zu vier Monaten erters berurteilt. Die Grafe wurde unbedingt ausgesprochen, mit Rücksicht auf die wiederholte Begehung des Deliftes. Die Antonie Hrudka wurde infolge der entlastenden Aussagen des Hauptangeklagten freigespro chen. Kindespflicht und Ehegelöbnis Das nahezu ausverkaufte Haus folgte der Aufführung mit begeistertem Beifall. E. J. Uraufführung einer Dvořák- Oper durch den deutschen Rundfunk Sonntag, den 6. Feber( 17.35 bis 18.45), bringt die Prager Deutsche Sendung die Welturaufführung von A. Dvořáks erster Oper„ Alfred". Der große tschechische Tondichter hat in seiner Jugend diese Oper zum deutschen Text von Theodor Körners Dichtung„ Alfred" komponiert. Bisher ist nur die Ouvertüre zu dieser Oper und ihre Ballettmusik bekannt; nun hat der Sohn des großen Musikers, Ing. Dr. Ant. Dvořák in Prag, der Deutschen Sendung die Partitur zur Verfügung gestellt. Die Oper, die von Kapellmeister Georg Sin= ger vom Mähr.- Oftrauer tschechischen Theater geReich- Dör ich, Richard Kubla und Julius leitet werden wird, ist mit den Prager Sängern Fine Guttmann und mit Walter Windholz Brünner Deutsches Theater) besetzt. das könnte Die Fahrt ohne Heimkehr. Laut Ankündigung handelt es sich hier um einen Film in natürlichen" Farben, aber die Farben dieses Hollywood- Films sind nicht natürlicher als seine Handlung, die in einer romanhaft gefärbten Südsee spielt, menschlich beginnt, fnallig fortgesetzt, zu einer unverständlichen Dramatik und dann zu einem himmelblauen Ende geführt wird. Die Autoren haben sich etwas zu viel ausgedacht. Daß drei in den Kolonien gestrandete Männer ein neues Leben beginnen wollen, als einer von ihnen, ein ehemaliger Kapitän, wieder zu einem Schiff tommt( wenn es auch ein Schiff ist. auf dem die Blatternpest gewütet hat) und daß Angst vor der Zukunft und Alkohol zwei von den Männern wieder zu verderben drohen, man gelten lassen. Aber daß die schöne Tochter des verstorbenen Kapitäns die neuen Herren des Schiffes mit dem Revolver bedroht, daß sich auch der tote Vater dieser Schönen als Verbrecher erweist und daß man dann gar noch auf einer geheimnisvollen Perleninsel landet, auf der ein wahnsinniger Gentleman ein sonderbares Schreckensregiment führt, das ist zu biel Phantasie. Man wollte wohl etwas im Stile Joseph Conrads schaffen, aber man hat es aufdring lich und ungeschickt gemacht. Dem Zuschauer bleibt nur übrig, die stolzen Segel und die spannenden Augenblicke zu genießen und sich für die Farben der Filmsüdsee und die Schminke der Darsteller zu interessieren, unter denen Ostar Homolka, der emigrierte deutsche Schauspieler, der( mit einer seltfamen englischen Aussprache freilich) den halbverfommenen Kapitän spielt, eine Zeitlang fesseln kann. ―eisSport- Spiel- Körperpflege Deutsch- tschechisches Fußballturnier DFC verliert gegen SK Nusle 3: 4( 2: 2). TFK besiegt Viktoria Žižkov 5: 2( 3: 1). Dienstag, 1. Feber 1938. Nr. 26 feine Trümpfe ausgespielt und der ewigen Schacheret müde, machte man am späten Nachmittag die Wah len, die den Sieg der Politik des Westgaues darstel len. Der DFV- Obmann Friedl wird nun beweisen müssen, daß er in alter erprobter Form" den DFV frei von politischen Einflüssen", wie er sagte, leiten und will Dr. Schmieder, welcher bekanntlich DFV- Vorfibender werden sollte, wurde zwar in den Verbandsvorstand gewählt, behielt sich aber für die Annahme Bedenkzeit vor. Die eingebrachten Anträge wur den im Gegensaß der Frage des neuen Obmannes in überaus rascher Zeit durchgepeitscht und das weitere überläßt man der neuen Eyekutive. Sonstige Fußballergebnisse. Prag: Sparta gegen S Kladno 5: 2( 1: 1), Slavia gegen SA Lieben 8: 1( 3: 1). Piljen: SK gegen Techie Karlin 4: 2( 2: 2), Vittoria gegen Cesty Lev Beraun 12: 0. Karlsbad: DSV Asch gegen Sportbrü Der Eger 8: 1. Drahowiß: DSV gegen TV Johanngeorgenstadt 8: 3.- Brünn: Židenice geg. Babovřesky 10: 0, Mor. Slavia gegen S Rečkowitz 6: 1. Proẞniz: SA gegen Han. Slavia Kremfier 4: 1( 1: 1). Schles. Ostrau: SK gegen SK Prerau 9: 4( 7: 2). Preßburg: Sk geg. Sparta Brünn 10: 1. Budapest: Ujpest gegen 4: 2( 2: 1), Bhöbus gegen Szeged 2: 0, Elektromos Ferencvaros 4: 2( 3: 0), Hungaria gegen Törekves Wien: Helfort gegen gegen Bocskai 6: 6( 2: 2). Wien 4: 2( 2: 1), Vienna geg. Germania Schwe hat 4: 1, Austrofiat gegen Libertas 3: 1, Sportklub gegen Hakoah 2: 1( 1: 1), Admira gegen BA 5: 1, Rapid gegen Rapid Wieden 15: 2, Wader gegen Vacuum 9: 2, Fab. AC gegen Brunn i. G. 3: 3( 2: 2). -Paris: Frankreich gegen Belgien 5: 3( 2: 2).uremburg: Frankreich B gegen Luremburg 4: 0. Cannes: AS gegen SK Nachod 3: 2 ( 1: 2).- Marseille: Austria Wien geg. Olhmpique 1: 1( 1: 0). Lissabon: Portugal gegen Franco- Spanien 1: 0( 1: 0). Die internationalen Skimeisterschaften der Tschechoslowakei wurden in Johannisbad ausgetragea, an welchen auch zahlreiche HDW- Leute teilnahmen. Den Abfahrtslauf über die 3.6 Kilometer lange Strede gewann bei den Sportlern Lutes ( Slavia Prag) in 4:47 und bei den Sportlerinnen Beinhauerová( 23 Prag) in 6:51 Min. Die 4 × 10 Kilometer gewann die Mannschaft Neustadt in Mähren in 3:16:20 Std. vor Brout u. Babka Prag in 3:23:39, Slavia Prag in 3:24:14 Std. Den Slalom über die 550 Meter Lange Strede mit 150 Meter Höhenunterschied und 37 Toren gewann bei den Sportlern Gustav Berauer( HDW) in 71.0 und 68.2 Sef. vor Lukes( Slavia Prag) mit der Gesamtzeit von 140.5 Sek. und bei den Sportlerin nen Beinhauerová( L3K Prag) in der Gesamtzeit bon 176.2 Sef. Die Endklassifikation in der alpinen Kombination ergab den Sieg Lukes'( Slavia Prag) mit 478 Punkten. G. Berauer, der Titelverteidiger, tam durch seine schlechte Placierung im Abfahrts lauf( 5.) auf den vierten Plaß mit 479 Punkten. Bei den Sportlerinnen fiel der Titel an Beinhauerová mit 659 Punkten. Die Europa- Meisterschaften im Eiskunstlaufen der Paare wurden in Troppau ausgetragen und endeten mit dem neuerlichen Sieg des Paares Her ber- Baier( Deutschland), gefolgt von den Geschwi Stern Bausin( Oesterreich). Das einzige tschechoflowakische Paar, Wächterle Lest( Gablona) be Brag. rb Vor dem Prager Bezirksgericht ( GR Dr. Mráz) wurde ein äußerst interessanter Fall verhandelt. Ein Mädchen hatte gegen einen rung unter 3 usage der Ehe erstattet. jungen Mann die Strafanzeige wegen Verfü hDer Angeklagte stellte indeffen folgenden Sachverhalt unter Beweis. Beim Schmieden der Zukunftspläne, denen das junge Pärchen oblag, bemerkte der junge Mann, daß er unter allen Umständen sei- Arbeitervorstellung am 30. Jänner. Molnars ner Mutter monatlich 200 Kč zuwenden müsse. Quitspiel ,, De I i I a" eines seiner schwächeren zwar, Seine Braut geriet über diese Eröffnung in Wut und aber doch die geübte Hand verratend, liebenswürdig, machte ihrem Zufünftigen eine Szene, in der sie nett, ohne den Versuch zu machen, einmal in die der Meinung Ausdruck gab, das es hinausgeworfe- Tiefe zu greifen, gefiel auch am Sonntag sehr gut nes Geld sei, wenn der Sohn seine alte Mutter un- und das war, wie schon in den bisherigen Auffühterſtüßen wolle, daß ihr die alte Frau aufs tiefste rungen, auch dem frohen Spiel zu danken. Auch zuwider sei u. dgl. m. Daraufhin brach der An- diesmal gefielen besonders die Damen Wünsche geflagte seine Beziehungen zu dem Mädchen ab, da und Terrel und Herr Volfer als Schankburer angesichts einer solchen Gesinnung fein gutes Bu- iche. Daß Herr Siedler aus dem verliebten fammenleben mit ihr haben könnte. Gastwirt feinen grollenden Löwen zu machen verund sprach den Angeklagten frei, gen Pudel gleicht, und Herr Pa dle fa Das Gericht erkannte diese Verantwortung an mochte, daß dieser Mann eher einem etwas brummi fige Mannschaft kann nicht schlechter feine zweitklassa a g: Holland gegen Frankreich 2: 1. da sowohl nach dem rein menschlichen sittlichen komischer Liebhaber zu weinerlich wirkte, das liegt Empfinden, wie auch nach den Bestimmungen des an den Rollen, weniger an der Auffassung von dieGesezes die Kinder für die alten Eltern zu sorgen sen nicht sehr glücklich gezeichneten Gestalten. baben und der Angeklagte im Recht war, wenn er Das Publikum war beifallsfreudig.-fbdas Berlöbnis löfte, weil die Partnerin diese selbstverständliche Kindespflicht nicht anerkennen wollte. Kunst und Wissen Götterdämmerung als Die Neudeker Kinderkapelle kommt wieder nach Prag. Das„ Lidové divadlo" veranstaltet am 20. Feber im Smetanasaal eine Matinee der Neudeker Kinderkapelle. Eintrittskarten von 1 bis 10 Kč. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Dienstag 72: Der König von Yvetot, A 1. Mittwoch 7: Die Csardasfürstin. Abonn. aufgeh. Donnerstag 7: König Heinrich IV, C 1. Freitag 7½: Wiener Blut, D. Samstag 7: König Hein: rich IV, A 1. Sonntag 2½: Parfümerie, 62: Tie Fledermaus, Abonnement aufgehoben. Mit dem grandiosen Schlußdrama der Wagnerschen Nibelungen- Tetralogie wurden Sonntag abends die est aufführungen des Prager Spielplan der Kleinen Bühne. Dienstag 8: SüdDeutschen Theaters zur Feier seines früchte. Mittwoch 8: Delila, Bankbeamte II und fünfzigjährigen Bestehens beendet. Wirft man einen freier Verkauf. Donnerstag 8: Einen Jur will Rückblick auf die bei dieser Gelegenheit veranstalteten er fich machen. Freitag 8: Südfrüchte, Theaterfestlichen Opernaufführungen, denen übrigens der gemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf. weitaus größte Plaz eingeräumt worden war. Samstag 8: Einen Jur will er sich machen. " Vorträge 1 U S A & tit bo b be ma be G ri E bie fd for bie der Au O fich toi FL der tü du du W ein fid Be bre um daj nic ten der Die dritte Runde dieses im Wrschowitzer Sta- ſetzte den sechsten Plaz. Wie der„ Montag" festTroppau herrschende Stimmung begünstigt und ein uneinheitlich: Während diesmal der T einen ber- Teil der Zuschauer soll die Sieger mit erhobener dion ausgetragenen Turniers sah die deutschen Klubs ſtellt, war der Erfolg Herber- Baier durch die in dienten und sicheren Erfolg über die Ligamannschaft errang, tam der DFC durch verschiedene Schifanen Hand und durch Mitsingen der deutschen Hymne ge des Schiedsrichters zu einer Niederlage. Es ist noch huldigt haben. Auch bei den übrigen Bewerben lic immer ein gutes" Mittel, sich im Strafraum bei Ben sich einige Schiedsrichter nicht von Objektivität leiten. Im internationalen Jubiläumsturnier des Ballabnahme hinzuwerfen und ein„ berständnisvol- Troppauer EV siegte bei den Männern Tertaf( Bus ler" Schiedsrichter hat dann die passende Gelegen- dapest) vor dem Wiener Razenhofer und bei den heit Tore durch Elfer für Simulanten erzielen zu lassen. Wenn bei solchen Gelegenheiten das natio- Frauen Szilassy( Budapest) vor König( Wien). Eishockey. Gablona: EV gegen Sportbrü nale Herz einseitige sportliche Korrekturen vornimmt, Poprad: HC Tatry gegen Sta ist das keine Heldentat. Die Zuschauer erwiesen sich der Prag 2: 1. Garmisch- Par in dieser Hinsicht erfreulich anderer Meinung. Der dion B.- Budweis 3: 0, Liga. DFG batte seine Schwächen diesmal im Half und das tenkirchen: Wembley Lions London gegen Göta war ausschlaggebend für den Verlust des Unentschie Stockholm 10: 0 und gegen deutsches Team 4: 6. Berlin: Polnisch- schlesisches Team gegen Branden den, das dem Spielverlauf eher entsprochen hätte. burg 2: 2 und gegen Zehlendorfer Wespen 1: 3. Die Niederlage der Viktoria eine Teplißer war gegeben und, obwohl zwei ihrer besten Lente fehlten, durch nichts zu verhindern. Der anfangs trockene Boden ließ die Teplißer beffer ihre Technik entfalten und der Erfolg war mehr als verdient. Auch in diesem Match machte es der Schiedsrichter der besseren Mannschaft nicht leicht und vers hinderte eine höhere Niederlage der Vorstädter durch unrichtige Abseitsentscheidungen. Zehn Minuten vor Schluß wurde das Spiel wegen schlechter Sicht des Leiters abgebrochen. durch die Der Stand des Turniers ist nun folgender: SK Nusle hält weiter die Spize mit vier Punkten aus zwei Spielen und einem Torverhältnis von 12: 8 bor TFK( 4-3-15: 14), Bohemians( 2-2-9: 8), DFE( 1-3-8: 11) und Vittoria Žižkov( 1-2 4: 7). Der neue DFV- Obmann: Friedl Schmelings Abstieg scheint gekommen zu sein, denn sein am Sonntag in Samburg erzielter Punktefieg über zwölf Runden gegen den Südafrikaner Foord warf alle Be rechnungen und Behauptungen über den Haufen. Wenn Schmeling nach dem Kampfe erklärte, daß der Ausgang ihm genügte und daß er den Gegner nicht t. o. schlagen wollte, so ist das wohl nur eine Rederei, denn die Erzählungen des Radioreporters gaben ganz andere Absichten wieder. Schmeling hat zwar gewon nen, aber er war nicht imstande, den Gegner auf die Bretter zu legen, obwohl er besonders hiefür in der Teßten Runde sorgen wollte. Der Südafrikaner hat durchgehalten und das ist ein Beweis, daß die„ deuts sche Faust" des Herrn Schmeling nicht mehr jene Schlagkraft aufweist und diese Tatsache trübte eini germaßen den Jubel... Vereinsnachrichten Samstag und Sonntag fand in Prag der Verbandstag des DFV statt, welcher in der Person des neuen Vorsitzenden endlich Klarheit brachte. In den am Samstag stattgefundenen Vorbesprechungen wur den zwar lange hißige Debatten abgehalten, aber feine Einigung bezüglich der Person des Vorsitzenden Deutsche Volksfinggemeinde, Brag. Dienstag, erzielt. Auch Sonntag vormittags wußte man sich den 1. Feber, um 8 Uhr abends, wichtige Ausschußnoch keinen Rat, erst am Nachmittag fiel die Ent- sizung. Restaurant„ Deutscher Handwerkerverein", scheidung und im Plenum wurde dann der Obmann des bekannten Weftgaues, Friedl( Karlsbad), zum Brag II., Smečky 22. DFV- Obmann gewählt. ATUS UNION 品目 N ma ab 30 mö fer fai dei wo 12 die Meistersinger", Carmen",.., Fidelio". der Sonntag 3: Hilde und das Lotteriespiel, 8: Delila. Rosenkavalier", Arabella"," Rheingold", Walfüre". Siegfried" und die Götterdämmerung" waren die festlichen Opernstationen, dann kommt man zur Erkenntnis, daß wirklich festmäßige Opernaufführungen im Sinne einer durch künstlerische Höchstleistungen bestimmten Opernfunst nur zum geDie Meldefrist für die Winterspiele ringsten Teil geboten, wurden. Dann kommt man Vortragszyklus über Masaryk. Die Masaryk- Wer Krach macht, fliegt raus!" Diese Worte in Eisenstein wurde bis zum 2. Fes auch zur Einsicht, daß eine Festaufführung, die als Gesellschaft für Soziologie veranstaltet im Feber soll Babinsky( Nordwestgau) bei Einleitung der ber verlängert. Die Schneeverhält gebraucht - laut Montag" besondere Neueinstudierung eines besonderen neuen| einen Vortragszyklus unter dem Gesamttitel..Ma- Vorbesprechungen nisse sind günstig, so daß schöner Werkes, durch die und durch das die künstlerische Lei- faryt, der Denter". Es werden sprechen am 3. Feber haben und der Erfolg erst recht stundenlange StreiSport zu erwarten ist. Diejenigen, stungsfähigkeit des Theaters auf dem Gebiete der nach einer Einleitung durch Dr. Chalupný Dr. tereien gewesen sein, aber geflogen" ist doch niedie auf Kost und Nachtlager nicht Oper überzeugend durch eigene Kraft hätte er- E. Stern. Direktor der ZSVA, über Masaryk, mand. Ein anderer Delegierter meinte, daß die reflektieren, zahlen 54 Kč Fahrgeld. wiesen werden können, fehlte. Auch daß in der Reihe der soziale Reformator" und Dr. H. Ripta, Redat- Wahl solange verschoben wird, bis wir einig sind". Wer noch mitfahren will, melde jos der festlich aufgeführten Opernkomponisten gerade der teur der Lid. Nov.". über„ Masaryks politische Diese Einigkeit zu erzielen hat verflucht lange gefort Genossen Schrader die Teil Name W. A. Mozarts fehlte, des mit der Prager Methoden". Am 17. Feber spricht Univ.- Prof. Dr. dauert und die Streitigkeiten im Verlaufe der Kulis- nahme. Ausschußßißung. Am Mittwoch, den 2. Fes Operntradition aufs innigste verknüpften Meisters Bláha über Masaryk, der Soziologe", am 24. fentätigkeit sind bestimmt nicht der Weg dazu ge- ber. im„ Verein deutscher Arbeiter", 20 Uhr. der Oper, muß bedauernd festgestellt werden. Feber sprechen Masaryks Archivar V. K. Strach wesen aber schließlich hatte dieser und jener Gau Die Vereinsleitung. ganzjährig Kč 204.28eabedingungen: Bei Zustellung inshaus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kč 17.-. vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102, PRAG Inserate werden laur Tarif billigst berechnet. Rückstellung von Vianuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- u. Telearaphendirektion mit Erlak Nr. 13.800 VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25.- Druderei: Orbis". Drud. Verlags- u. Zeitungs- A.- G. Prag. tei Sh die dei die Pr N 推 AESE bei Be m