Sozialdemokrat gkntralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erschetat mit««»»ahme des Montag tLgltch früh/ Einzelpreis 78 Heller Nedaktion».Verwaltung: PragXll.,Fochova 62- Telephon 88077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Der 18. Feber auf den Eisenbahnen Der Millionentreffer der Baulose In Tepllfr Die russische Polarexpedition In Gefahr Ein Wort zur Affäre„Tavs" Der britische Vorschlag, den Eden llortin .*»« t h a m p t o n" und„Rem E a st l e" sind DlenStag nach Balenria ausgelaufen. Wie verlautet, dürfte diese Verschiebung der bri tischen SchifsSeinheiten mit der Untersuchung der Torpedierung der„E n d v m i o n" Zusammen hängen. Programmgemäß sollten die zwei ge nannten Kreuzer einen Besuch in Palma di M a l o r c a abstatten. England vereinheitlicht das Flottenkommando London. Amtlich wird gemeldet, daß der Oberbefehlshaber der britischen Heimatslotte, Ad miral B a ck h o i'. k e, zum ersten Lord der Ad miralität und zum Chef des MarinestabeS ernannt lverden wird. Die Admiralität bemerkt hiezu, daß auf diese Weise die hohen Aemtcr eines Chefs des MarinestabeS und des Ersten Lords der Admirali tät durch ein und dieselbe Persönlichkeit besetzt sein werden. Die erste unbestreitbare Tatsache ist, daß der Rücktritt Schachts eine wirkliche ernste Vertrauenskrise zwischen dein Großkapital und dein Stzstem bedeutet. Schacht war zwischen ihnen beiden der Verbindungsmann. Der Rest von Vertrauen, den die Industrie in die Wirtschaftspolitik des Dritten Reiches setzte, beruhte aus dem Glauben an Schachts nie versagender Geschicklichkeit. Biele hielten ihn für einen Teufelskerl, der ans jeder Situation immer wieder einen Ausweg finden würde. Sein Nachfolger Funk war noch vor wenigen Jahren ein kleiner Börfenjournälist uitb tväre das immer noch, wenn er nicht rechtzeitig seine nazistische Gesinnung entdeckt hätte. Göring aber, der Herr des BierjahrespkanS, ist nur ein Kraftmensch der politischen Schaubude, seine Betrauung mit wirtschaftlichen Aufgaben wäre unter normalen Verhältnissen nur als Faschingsscherz denkbar. Sympathien, die man im Kreise der Rüstungslieferanten für Göring besaß, sind zerstoben, seitdem er brüllend als Strafe für Widerstand die Verstaatlichung der2n» d u st r i e angedroht hat. Desto allgemeiner werden die Sorgen um die erzwungenen gigantischen Fehlinvestitionen und die von ihnen drohend« Katastrophe. Tiefe Unzufriedenheit ist heute die Grundstimmung der Kapitalistenllasse im Dritten Reich. Weniger durchsichtig sind die Berhältnisje in der Armee, d. h. in dem Offizierskorps der Armee. Hier muß man unterscheiden zwischen den alten Reichstvehroffizieren, den reaktivierten Offizieren der alten kaiserlichen Armee und dem jungen Nachwuchs., Die Generalität besteht— wenn man von ein paar neugebackenen Paradegeneralen wie Göring absieht— ausschließlich aus Reichswehroffizieren. Die Bürogenerale des KriegSministe» riums in der Bendlerstraße und die Wehrkreiskommandanten im Reich bilden eine ziemlich festgefügte Einheit, in deren Händen der ausschließliche Einfluß liegt. Sie sehen in den jüngeren Offizieren der Reichswehr ihr« Kameraden und die erprobten Soldaten, denen beim Avancement der Vorrang gebührt. Die Reaktivierten fühlen sich zurückgeseht und sind erbittert. Beide Gruppen sind aber, soweit sie politisch interessiert sind, eher konservativ-monarchistisch als nazistisch gesinnt. Auch der junge Nachwuchs stammt mehr aus konservativen und gutbürgerlichen Schichten als aus nazistischen Parteikreisen. ES wird behauptet, daß die Generale mit der Außenpolitik und namentlich mit dem engen Anschluß an Italien sehr unzufrieden sind. Das ist wahrscheinlich richtig. Denn in der deutschen PariS. Die verschiedenen Meldungen über den Kampf hinter den Kulissen und über die Ein flüsse, die sich um den Reichskanzler geltend ma chen, sowie schließlich über die beabsichtigten Aeuderungen in der Rcichsregierung werden an politischen Siesten sowie in der Presse aufmerksam verfolgt. Die Informationen der englischen und der französischen Korrespondenten in Berlin stimmen in der Mehrzahl d'arin überein, daß Marschall B l o ni b e r g, der sich den Sechzigern nähert» da- Portefeuille deS KrirgSministeriumü niederzu legen beabsichtige und daß General Göring fein Nachfolger werden wird. Diese Informationen sprechen auch von an deren Acnderungen, besonders von neuen Mim, sterstellen für die Vorkämpfer der nationalsoziali stischen Partei. Wiewohl hierüber bisher nur Gerüchte vorliegen, glaubt man in Paris, dennoch sie nicht übersehen zu können, I blitzschnell ünd| 6ci jeder Gelegenheit seine'Geringschätzung der UN o herg s h n zu h dein. italienischen Armee zu erkennen. Darüber hinaus Laut„Journal des DebatS" Handl« eS sich mag sich mancher Generalstabsoffizier mit einem bei alledem nicht nur um gegnerische Rivalitäten und einen Ehrgeiz persönlicher Natur, sondern um den Kampf zweier gegnerischen Richtungen: Eine, welche Deutschland bereit- jetzt in rin inter nationale- Abenteuer hinein ziehen möchte» und die andere, die z« großer Vorsicht mahnt. Die Ereigniffe in Deutsch land müsien daher, schreibt da- Blatt, genau ver folgt werden. 30Jänner- 30Juni? Am 80. Jänner 1938 sollte der fünfte Jahrestag der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch eine Festsitzung des Reichstage-'gefeiert werden. Die Einladungen zu der Sitzung Ivaren schon verschickt, die übliche pompöse AuS» stassierung des KrollsaaleS fertig. Plötzlich aber wurde alle- abgesagt, und ein Schwarm von Gerüchten flog auf. Man sprach auf einmal nicht §mehr vom 80. Jänner, dafür flüsterte man etwas Vor dem Rücktritt Blombergs Rätselraten über die Nachfolge London. Die Veränderungen in der deut schen Regierung, die nach Meldungen der britischen Presse auS Berlin in den nächsten Stunden durch amtliche Verlautbarung bekanntgegeben werden sollen, bilden de» Gegenstand zahlreicher Mel dungen. Sie stimmen überein in der Ankündigung de- bevorstehenden Rücktritte- Blomberg- ellungen veranlaßte die Rebellen zu heftigen viegenangrissen, um sie wiederzugewinnen, aber m wurden mit großen Verlusten abgeschlagen. Tie republikanische Artillerie hat dazu viel bei« kstragen, indem sie BerstärkungStransporte verbinde rte. Der Leutnant Josk Gonzales Diaz, Chef der waiterie 521 von Deco an der Teruelfront, ist im Hauptmann ernannt worden, weil er meh- rrre Francoflugzeuge abgeschoffcn hat. Ausgasungen... Gibraltar.(Ag. Esp.s Der Francogeneral Lueipo de Llano sagte in seiner Sevillaer Radiorede am Dienstagabend, daß dies seine sttzte Rundfunkrede sei. Er schloß sie mit dem «uddruck seiner Hoffnung, Spanien werde bald irs-histisch sein. Scite 2 Donnerstag, 3. Feber 1938 Der Präsident der Republik empfing am Mittwoch den Landwirtschaftsminister Dr. J. Badina, weiters den französischen Gesandten L. V. de Lacroix und hierauf den bulgarischen Gesandten Petr Neffo w. Schließlich empfing der Präsident die Vertreter mehrerer Gemeinden. welche ihm das Diplom der Ehrenbürgerſchaft überreichten. Strise des Systems führen könnte. Am aflerwenig Silfe des Führers und durch dessen Nachgiebig- sie vorsichtig aus und verkünden feierlicht, fie bes ften ist glaubhaft, daß die„ nichtſtandesgemäße" feit beruhigt werden konnten, so hat man alle tünden fonsequent darauf, was sie gesagt und geEhe des Marschalls von Blomberg mit einer sichtbaren Ursachen aufgezählt, die zu ern- schrieben hätten, jungen Dame zum Ausgangspunkt einer solchen iteren Sonflikten führen könnten. Die Dittatur Strife werden könnte, wenn auch eine ähnliche freilich hat auch ihre Dunkelheiten, ihre GeheimAffäre Gröners seinerzeit zu dessen Sturz nisse und ihre Ueberraschung. Sie produziert im mit beigetragen hat. Man spricht von einer Ermer wieder Massenstimmungen der Unsicherheit. fegung Blombergs durch Göring, den die Gene- und so kann es alle Tage passieren, daß die heus tale stets als Außenseiter betrachten würden, oder tigen Gespenster der Vergangenheit auf der auch durch Reichenau, der ein Mann vom Straße spazieren gehen. Bau ist. Reichenau hatte sich schon zum National- Diese sich wiederholenden Auseinandersetzunfozialismus bekannt, als man noch Reichswehr- gen im System haben ihre Bedeutung nur als Teutnants wegen ihrer Verbindung zur NSDAP Vorbereitung der Auseinandersetzung mit dem auf die Anflagebant setzte. Aber da auch Blomberg, System. Das System ist durch eine Massenbewe wenn auch später, so doch noch rechtzeitig sein gung emporgehoben worden und fann nur durch Herz für Hitler entdedi hat, würde dieser Per- eine Massenbewegung gestürzt werden. Nicht im fonentvechiel noch feinen Systemtechsel bedeuten. Streit der Kliquen entscheidet sich sein Schicksal, Nimmt man dazu, daß die Radikalen der es wird sich erst entscheiden, wenn die Arbei= Partei durch die Stonfistation des„ Stürmer" inter! I asse wieder als aktive politische Macht Alarmzustand versetzt worden sind und erst mit in Erscheinung tritt. Der 18. Feber bei den Bahnen Doppelsprachige Elsenbahnwaggons im deutschen Gebiet Einen begrüßenswerten Schritt auf dem eine praktische Lösung zu schaffen, die den Wege der praktischen Verwirklichung berechtigter Verkehr der Bahnorgane mit den Reisenden er deutscher Forderungen hat jüngst das Eisenbahn leichtern und darüber hinaus die deutschen Fahrministerium getan. In diesen Tagen beginnen be- gäste von gewissen Minderwertigkeitsgefühlen bereits einige Eisenbahnwerkstätten mit der Monfreien wird, die bisher leider nur viel zu viel zur tierung doppelfprachiger alfo tf che chi f ch= unnügen Vergiftung der Atmosphäre im deutschen beutscher-Aufschriften und in jenen Grenzgebiet beigetragen haben. Dle Probe auf den Ernstfall woch die großen Manöver begonnen, die die LeiLondon. In Singapore haben am Mitterweisen sollen. Gleichzeitig eröffnet der Gouverstungsfähigkeit der neuen Verteidigungsanlagen neur ber Straits Settlements das neue große Dod von Singapore. Japanische Offensive gegen Schantung Hanken.( Reuter.) Die japanische Offens sive entlang der Eisenbahn Tientsin- Pufau ist in vollem Gang. Japanische Artillerie und Flieger unterhalten ein heftiges Feuer auf die chinesischen Positionen. Die Chinesen haben die Eisenbahnbrüde über das Flüschen Hairi südlich von Penpu in die Luft gesprengt. Den chinesischen Truppen gehen nunmehr Verstärkungen zu. Den lebten japanischen Meldungen zufolge haben die Japas ner Fenian( 25 Stilometer von Penpu ents fernt an der Eisenbahnstrecke Tientsin- Bukau) besetzt. Eisenbahnwaggons, die vorwiegend in Ge- Der Dant dafür gebührt in erster Linie dem genden mit qualifizierter deutscher Minderheit Leiter des Eisenbahnrefforts selbst, dem Minister laufen. Ausgenommen von der Doppelsprachig. Be chyně, der über Intervention der Abgeordteit sind vorläufig noch die Richtungstafeln mit neten Taub, 3atsch etc. ein großes persön Rüdficht auf internationale Vereinbarungen. liches Intereffe für die baldige Verwirklichung dies Die Anbringung der Aufſchriften auch in fer vernünftigen Maßnahmen an den Anflug auf Hankau abgewiesen deutscher Sprache geht auf einen Erlaß des Eisen- gelegt hat. bahnminiſteriums vom 3. November 1937 zurüd, Wie wir erfahren, schweben noch Verhandlungen, um den prattischen Bedürfnissen der deutschen Eisenbahnpaffagiere noch weiter entgegenzutommen. entgegenst Die Unklarheit der agrarischen Politik Hankau. Am Mittwoch wurde ein Anflug von vier japanischen Bombern auf Hankau ges meldet. Neun chinesische Jagdflugzeuge stiegen auf und die japanischen Flugzeuge mußten, ohne die Stadt erreicht zu haben, um kehren. Die militärischen Fachleute befunden großes Interesse wird in den Lidové Noviny" von Mittwoch in an diesem Ereignis, da es das erstemal ist, daß einem Zeitauffay von Dr. Hubert Nipka folgen die Chinesen Jagdflugzeuge mit großer Steig fähigkeit angewendet haben. Es wird erflärt, daß dermaßen treffend charakterisiert: es sich dabei um britische Flugzeuge des Typs „ Gladiator" gehandelt hat. Damit hat das Eisenbahnressort, das bes lanntlich dem Sprachengefeß nicht unterworfen ist und das daher unter früheren Leitern sich auf den Es ist eine Gewohnheit unflar zu reden und unhaltbaren Standpunkt stellte, daß es den Ju-[ man sieht es nicht als nüßlich an in flarer Rede zu teressen der deutschen Bevölkerung nicht ein sagen, worum es sich eigentlich handelt. Diese alte ina Isoweit entgegenkommen müsse wie die bekannte Taftit nügen heute die Agrarier ausgiebig itaatlichen Behörden, unter dem Sozialdemokras aus. Um nichts auf der Welt kann man sie zwingen ten Bechyně mit der unhaltbaren Zaferloffen das zu sagen, was sie eigentlich anstreben. Sie politif", die so viel Verbitterung auf deutscher sind für die heutige Stoalition, aber sie zeigen auch Seite ausgelöst hat, endlich einmal gebrochen. die Möglichkeit anderer Regierungsfombinationen Endlich wird der deutsche Fahrgast, der durch auf. Sie stimmen der Vereinbarung über die natiodeutsches Gebiet fährt, auch in deutscher Sprache malen Angelegenheiten vom 18. Feber zu und ver sichern die deutschen Aftivisten ihrer Sympathie, Iesen fönnen, daß es man in teil rau gleichzeitig aber betonen sie, man möge die Ston ſter hinauszulehnen, then barf und in jenem nicht, und die beutſchen ſequenzen daraus ziehen, daß für die Sudetendeutsche Stinder, die zur nächsten Bürgerschule fahren, Partei 1,200.000 Stimmen abgegeben wurden. She werden auf dem für sie bestimmten Wagen auch beeiden ihre Ergebenheit dem demokratischen Regime deutsch Schuljugend" leſen fönnen. Hof- gegenüber, gleichzeitig aber führen sie alles an, was fentlich wird man bald auch auf den Richtungs- man Sympathisches über die Regime der faschistisch tafeln Reichenberg" neben„ Liberec", crientierten Totalität fagen tann. Sie sprechen sich „ Eger" neben„ Cheb" etc. finden können. für die Erhaltung der bisherigen Bündnisse und Wir begrüßen diese Entscheidung des Eisen Freundschaften aus, welche die Tschechoslowakei mit babnministers, die sorgfältig vorbereitet wurde. anderen Staaten verbinden, gleichzeitig aber streben Schon im Jahre 1936 hat das Ministerium diese sie eine Revision unserer bisherigen Außenpolitik Frage aufgegriffen und hat sie nunmehr nach vie- en. Sie sind nicht gegen den Völkerbund, aber heben Ten Beratungen der erwähnten Lösung zugeführt. fazadenfroh seine Schwäche hervor, sie lebnen nicht Die Richtlinien der Regierung vom 18. Feber 1937 haben auch hier viel dazu beigetragen, um noch bestehende 2ẞiderstände zu überwinden und Nachdruck verboten. Emigrant Alex Von Ernst Wilde ..1 Er war hager und doch gewachsen und hatte ein schmales, eingefallenes Gesicht, als zehre an ihm eine schwere Strankheit. Aber er verneinte es, als ich ihn einmal danach fragte. Ich war erst farze Zeit im Emigrantenheim und noch dazu. zum Leiter beſtimmt. Und das war für Aller, wie ich später oft feststellen mußte, ein triftiger Grund, mir mit unverhohlenem Mißtrauen zu begegnen. Meine Frage erschien ihm gewiß als ein plumper Annäherungsversuch und so ließ er rich furzerhand stehen. Im allgemeinen merite man ihn im Heim faum. Er war ein stiller und verschloffener Mensch, tat ruhig seine Arbeit in der Gemeinschaftstüche, wohin er sich freiwillig gemeldet hatte und es geschah nur ganz selten, baß er irgendwie hervortrat. Tokio dementiert... Tokio. Der Sprecher des Marineministes riums dementierte die in der Auslandspresse zir fulierenden Gerüchte, daß Japan Kriegsschiffe mit einer Tonnage von 43.000 Tonnen baue. Verstärkung für die britische China- Flotte London. Der neue britische 9000 Tonnen Kreuzer Birmingham" hat Mittwoch den Safen von Portsmouth verlassen, um sich auf seine Jungfernfahrt nach dem Hernen Osten zu begeben. Der Kreuzer ist der Fernost- Flotte zugeteilt. Deutscher Protest In Paris gegen die Ausstellung ,, Fünf Jahre Hitler" Paris. Der deutsche Botschafter unternahm am Dienstag am Quai d'Orsay eine Demarche die follettive Sicherheit ab, loben aber ungewöhnlich und forderte im Interesse der guten französisch die ziveiseitigen Pafic. Verlangt man, sie mögen llar deutschen Beziehungen", daß die kommunistische und deutlich sagen, was sie eigentlich wollen, weichen| hitlerfeindliche Ausstellung geschlossen werde. Imeinten die Genossen und ließen ihn in Ruhe.[ hatte. Davon die ersten in polnischen, später als An seinen freien Tagen, an denen er nicht in die polnischer Emigrant vier Jahre in deutschen, Küche mußte, war das dann meist seine einzige Beschäftigung. Oder er saß an einem selbstgezim merten Tisch am Fenster und schrieb Briefe. Mit langen Pausen, in denen er nachdenklich die Blätter der Kastanie betrachtete, die vom Hof bis zu ihm hinaufreichte. In der ersten Zeit geschah es noch häufig, daß ich ihm einen Brief mitbrachte, wenn ich morgens die Poſt aus dem Dorf holte. Mit unselenten Zügen war seine Adresse darauf geschrieben und immer kamen sie aus Hamburg. Er er wartete mich gewöhnlich schon am Tor und riß sie mir förmlich aus den Händen. Später wurden die Briefe für ihn immer seltener, Wochen vercingen, ohne daß ich ihm vom Poſtamt etwas bringen konnte und wenn ich auf seine tägliche Frage den Kopf schüttelte, wandte er sich ab, als mache er mich dafür verantwortlich. Mr. 28 Nr. „ Der Kampf S Sozialistische Revue Heft 2, Feber 1938, hat folgenden Inhalt: Jofef ofbauer: Neunzig Jahre Kommu. nistisches Manifest. Bernhard Bernier( Paris): Die Achte Berlin- Rom- Tofio und das franzöſiſche Empire. Max Herb: Hakenkreuz im Orient. Emil Strauß: Geist und Freiheit. Karl Kern: Ein Masaryk- Buch. Fr. Munt: Operationen auf offenem Markt. Karl Schmidt: Mensch und Maschine in Bergbau. Politische Bemerkungen: Der Verfall des Rompaktblockes- Kleine Entente? Aus dem geistigen Leben: Adalbert Stifter Der Dichter Heinrich Mann- Hor derung an den Film Für deutsche Leser ungeeignet. Bücher ich an. Preis des Heftes 5 Kč, Jahresbezugspreis 50 Kč. Redaktion und Verwaltung: Prag II., Lützowova 37. Neue Verhaftungen von Cagoulards Paris. Die Untersuchung der geheimen Verschwörer Bewegung hat weitere Fortschritte gemacht. Am Dienstag wurden ein Ingenieur und ein weiterer Industrieller, der Mitlieb im Berwaltungsrat mehrerer Geſchſchallen ist, verhaftet. Beide sind Oberstleutnants in der Reserve und waren mit der tech nifchen Organisierung der Vorbereitungen be traut. 20 Araber getötet Haifa. Im Verlaufe der Säuberungs- Operationen im Dreiede Jenin- Nablus- Tulfuren, wo es zu mehrfachen Zusammenstößen zwischen den britischen Truppen und den arabischen Aufs ständischen tam, wurden 20 Araber getötet. Die britischen Truppen besetzten zwölf Dörfer. Die Scheits und die Dorfverwaltungen wurden aufmertfam gemacht, daß ihre Häuser in die Luft ge sprengt würden, falls sie den Aufständischen Un terkunft gewähren oder sie sonst unterſtüßen würden. Parlamentsauflösung in Kairo Nairo. Das ägyptische Parlament wurde am Mittwoch aufgelöjt, Sofort nach der Stund: machung des betreffenden Defrets nahmen in der Umgebung des Parlamentsgebäudes starte Polizeiabteilungen Aufstellung und verwehrten jeder mann den Zutritt zu demselben und zum Senats gebäude. Als Tag der Neuwahlen für das Parlament und den Senat wurde der 12. April festgesetzt. Die Auflösung, die sich durchaus in bildete eine große leberraschung. weil Uebereinstimmung mit der Verfassung befindet, bereits Vorbereitungen für die nachmittägige Sammerſißung getroffen worden waren. Die Regierung hat sich offenbar entschlossen, mit Rüd jicht auf mögliche Unruhen nicht vor das Parllament zu treten. dir das doch mal, Menschenslind..." rede ich auf ihn ein und suche nach Worten, ihm begreif Aler hatte sich abseits auf mein Feldbett lich zu machen, daß doch er und ich und alle die gefeßt. Sein Hemd stand am Hals auf und ließ hier wohnen, daß wir doch wirklich gleich sind, eine magere, behaarte Brust sehen, als er sich weil feiner mehr hat als der andere, daß ich doch herabbeugte, um sich aus der Tavakbüchse, die auf lediglich das Geld verwalte, das durch die Soliseinen Knien lag, eine Zigarette zu drehen. Der darität der Bevölkerung unseres Gastlandes für Ernst auf ihren Gesichtern stand in feinem Vers uns aufgebracht wird... hältnis zu der lächerlich geringen Summe, um Wieder unterbricht er mich:„ Wir lassen uns die es ging. Zum Porto für zwei Auslandsbriefe, doch von dir nicht überfahren, mein Lieber, wit oder für zwei Pädchen Tabat oder um vielleicht nicht. Wer hat uns denn früher immer aufgefor das Fahrgeld in die eine Autoſtunde entfernte dert: Laßt euch nichts gefallen, was euch zuſteht, Sleinstadt bezahlen zu können, too es ein Kino müßt ihr euch eben erlämpfen, wenn man's euch gab und Mädchen, hätte es ja bestenfalls ausges nicht geven will, wer hat denn dauernd von Streit reicht. Aber schließlich ist das schon etwas Begeh- gesprochen? Ihr!" renswertes, wenn das Leben auf die Befriedigung Er zittert vor Erregung. Hilfefuchend sehe der elementarſten Bedürfnisse zusammenge ich die anderen an. Sie ſizen und schweigen. Starl schrumpft ist. ist damit beschäftigt, mit einem Messer Millen in die Tischplatte zu ziehen. Als ginge ihn die ganze Sache nichts an. Aber ich merke es doch, ihre Gleich gültigkeit ist geheuchelt. Sie bemühen sich gewiß genau so wie ich, dieses Ihr" zu enträtseln, das Aller haßerfüllt hingeworfen hat wie eine Bombe. die unsere Kameradschaft, unser Kollektiv zu Sprengen droht. Die lurze Verlegenheitspause wurde von Alex unterbrochen, der, ohne mich anzusehen, zu sprechen begann. Sie seien also gekommen, um ihre Forderung auf Entschädigung für die schwere Stüchenarbeit, die ihnen doch zugesagt war und die doch damit zu Recht besteht er sieht mich an, ich nicke zustimmend also furz gesagt, fie tool Und damals hatte ich mit ihm auch den zu Mir war über seine Vergangenheit wenig fammenstoß, be: dem ich ihn von einer ganz neuen bekannt. Ich wußte nur, daß er als Funktionär Seite kennen lernte. einer proletarischen Wehrorganisation den Ham- Es gab Differenzen mit den Köchen, weil burger Nazis so verhaßt war, daß sie ihn er aus Geldmangel die kleine Entschädigung, die sie schlagen hätten, wäre er nicht von den Genossen für ihre Mehrarbeit erhalten sollten, nicht ge- len ihr Geld haben. Was versprochen ist, muß ge- Also, nun wollen wir mal vernünftig über in Sicherheit gebracht worden. Und nun lebte e er zahlt worden war. Sie tamen abends zu mir in halten werden. die Sache reden." Ostar hit sich aufgerafft, er hier schon über ein Jahr. Unter siebzig Schick das sogenannte Büro", das ich als Heimleiter Jch antworte ihm gleich, schildere die schlechte wendet sich an Aler, der verbissen auf den Boden salsgenossen, darunter einigen Frauen, die alle bewohnte. Aler war von ihnen zum Wortführer finanzielle Lage des Kollektives, es sei absolut starrt So wie du das anfängst, geht das ja ihre Geschichte" hatten, in der die Hölle der bestimmt. Der kleine Raum war fast ausgefüllt fein Heller in der Stassa, die letzte Sammelaftion nicht, Alex. Wen meinst du denn überhaupt, wer Stonzentrationslager und qualvolle Nächte in SA- vom Bett und dem großen Tisch, um den sie Platz hätte nicht das gebracht, was wir uns davon ist denn Ihr"? Das sind doch wir selber, Nellern grausige Kapitel bildeten. nahmen. Die Petroleumlampe warf ihren Schein versprachen.. Bon allen Genossen schien Mleg unser Leben auf vier Gesichter, von denen jedes aus einer Mer ist bei meinen Worten immer un Aler geht zur Tür. Wie er sie öffnet, dreht am schwersten zu ertragen. Man merkte ihm an, anderen Gegend Deutschlands stammte. Da war zuhiger geworden. Jest unterbricht er mich mit er sich noch mal um. Scheißer", sagt er mit daß es ihm schwer fiel mitzulachen, wenn ein der junge Bayernfart, er hatte lange in Dachau schneidender Stimme: Wissen wir alles, haben Nachdrud. Und dann knallt die Tür hinter ihm zu. Scherz gemacht wurde, und als das ganze Seim gesessen, ein zerschlagenes Auge, das fortwährend wir oft genug gehört, wir sind nicht zu dir ge- ,, War ja gerade nicht besonders höflich". auf dem Hof war, um das erste Schwein, das wir zuckte, war ein Andenken an diese Reit. Neben tommen, um uns beschivaßen zu laffen, wir wol- meint Karl, der als erster die Sprache wieders zur Begründung einer Bucht angeschafft hatten, ihm saß der War, ein Berliner, troß seiner Ma- len unser Geld, sonst..." er ist aufgestanden findet. Ich möchte wissen, was dem in die Krone in den neu eingerichteten Stall zu geleiten, war genkrankheit immer zu Scherzen aufgelegt. Ost- und an den Tisch getreten, aus brennenden gefahren ist." er nicht dabei. Er ſtand nicht einmal am geniter, preußen withe von Ostar Pedretem, sistem alter Augen ficht er sich drohen an... won't wer sondern Tag auf seinem Bett und stierte an die ren Mann, der von seinen vierzig Jahren sechs den wir eben streiten!" Dede, Er hat wieder mal seinen Zustand", in Zuchthäusern und Gefängnissen zugebracht I..Aber Aleg. das ist doch Unjinn, überlege oder..." ( Fortsetzung folat.) Eine £ fhäftig rung e der fri tichechi Sylaue fteiger andere Walter reda 91 Herr war, f zu eri Meno so auf Stund baupte Selbst bätte e irng e herbeig jich au Schreib mad berit der ma bei in b Bete nenn gen Worl lehn und wer Die Tomm jahr müh Dr. bene nent auf die Ila fteig 9 thr H. Di nomm gebun teilt u präsid daß di men, fremd die Relon Amts haben ortsar Offer aus G ftigiter als di war. d ich di frant Konzi ten, c bor Mira Samp ein b ihren Bont auch ungli dräng Breff Tie Empf Fried Räun Unfer Früb goffer Prop baga Göhn gesch der wolle flr. 28 Donnerstag, 3. Feier 1938 Seite 3 Eine Versteigerung und ihre Hintergründe Die tschechische und die Henlein-Presse be- Wftigcn sich zur Zeit sehr mit der Versteige« rung eine» tleinen B a u e r n a n w e s e n S in der früher deutschen, jetzt bereits überwiegend tschechischen Gemeinde W a l d h o f in der flauer Sprachinsel. Der Besitz, der zur Bcr« sieigerung steht, grenzt unmittelbar an ein anderer llcineS Anwesen, daS sich im Besitze Walter NonnenmacherS, des Chefredakteurs der„Zeit" befindet. Nach dem Berichte der„Zeit" beabsichtigt Herr Äannenmacher, den Besitz, der bisher deutsch ton, für daS Deutschtum zu erhalten und selbst zu erwerben. Als Bieter traten eine tschechische bienossensckast und Herr Wannenmacher auf, die so auflizitiertcn, so daß die Versteigerung viele stunden lang sich ergebnislos hinzog. Nun behauptet der„Bcnkov", dah Herr Wannenmacher leihst die Versteigerung hcrbeigkführt habe. Er bitte einen der Eigentümerin E ck geliehenen Betrag e i n g e k l a g t, wodurch die Versteigerung herbcigesührt wurde. Diese Behauptung findet sich auck bereits im„Testi Slovo", daS Folgendes schreibt: „Der Chefredakteur der„Zeit" Wannen« zacher hat sich ein Vorkaufsrecht auf daS versteigerte Gut gesichert, aber er hat davon vor der Versteigerung keinen Gebrauch gemacht. Er war nämlich Ser Meinung, dah eS ihm Lei der Versteigerung um den halben Preis in den Schoß fällt, denn er rechnete nicht mit der Beteiligung der Tschechen... Chefredakteur Wan« mnmacher borgte der Bäuerin Anna Eck vor eini« gen Jahren 12.000 Xi und lieh sich dafür ein VorkausSrecht anmerlen. Weil eS die Bäuerin ablehnte, der SdP beizutreten, wurde sie unbequem und sie sollte wirtschaftlich ruiniert Iverden. Es setzte KlagenaufKlagen. Die Wirtschaft sollte unter Zwang-Verwaltung kommen. Die Versteigerung sollte schon im Vorjahre am 8. Oktober stattfinden, aber den Bemühungen des Oberlehrer- Josef Stava und deS Dr Veverka au» Jglau gelang e», die eingetriebenen Beträge zu bezahlen. Darauf spielte Waa- nenmacher den letzt« Trumps au». Er klagte statt aus 12.000 Xi auf 17.140 Xi und begründete die Klage damit, dah er tschsl. Kronen auf G o l d- klausel geliehen habe. Co kam e» zur Versteigerung.. Run mögen die sonst so redselige„Zeit" und ihr Hauptschriftlcitcr reden! Die Postbehörde und der 18. Feber Zu unserer(dem„Trautenauer Echo" entnommenen) Notiz vom 11. Jänner über die Vergebung der Arbeiten im Postgebäude Trautenau teilt unS das Pressedcpartement des Ministerrats« Präsidiums auf Grund amtlicher Erhebungen mit, dah die Post, und Telegraphendirektion drei Firmen, und zwar zwei ortsansässige und eine ortsfremde Firma aufgefordert hat, ihre Offerten für die Durchführung der Bauhilfsarbeiten bei der Rekonstruktion der elektrischen Lichtanlage iin Lmt»gebäude von Trautenau einzureichcn. ES hoben jedoch nur zwei Firmen, und zwar eine ortiansässige und eine ortsfremde Firma(Eipel) Offerten eingcreicht. Die Arbeit wurde der Firma au» Eipel übertragen, weil ihre Offerte am gün» überreicht, obwohl diese vonderDirektion mehrfach urgiert wurde. Auf die Anfragen der Direktion gab sie ausweichende, unbestimmt« und widersprechende Antworten und st eilte schließlich die Einreichungsformulare unauSgefüllt zurück. Zur Einreichung der Offerten für die elektrotechnischen Arbeiten wurden ebenfalls drei Firmen, zwei ortsansässige und eine ortsfremde aus Kö- niginhof aufgefordert. Auch bei diesen fand die Offerte des billigsten Bewerbers Berücksichtigung. Es war dies die Offerte der Firma in Königinhof, die in einem Falle um XL 1,410.90, im anderen Falle(städtisches Elektrizitätswerk) sogar um XL 8.091.95 XL billiger war als die beiden anderen Firmen. Die Vergebung der Arbeiten erfolgte also streng nach den Vorschriften der Regierungsverordnung Z. 687/1920 SdGuB. Das„Trautenauer Echo", das diese mini« sterielle Mitteilung seinen Lesern gleichfalls in objektiver Weise bekanntgibt, bemerkt dazu, dah die„angeführten Tatsachen auch auf die Geschäftsführung unserer heimischen Firmen allerhand Schlüsse zulassr, ohne dah damit die Vergabe der Aufträge an ortsfremde Firmen gerechtfertigt werden soll." Aufstieg der DSAP audi Im Reidienberger Gebiet Am vergangenen Sonntag tagte in Reichenberg die JahreSkonfcrenz der Bezirksorganisation Reichenberg der DSAP. Mehr als hundert Delegierte und Gäste nahmen an dieser Tagung teil, die in die Zeit de» Wiederaufstiegs der deutschen Sozialdemokratie auch in diesem Gebiete fiel. TvS Jahr 1937 brachte dem Bezirk dreihundert neue Mitglieder und«ine entsprechende Steigerung des MarkenumsatzeS. Die Zahl der Lokalorganisationen ist fast um ein Drittel gestiegen, so daß man an die neuerliche Errichtung eine» eigenen Bezirkssekretariats denkt.— DaS politische Referat erstattete Franz Rehwald.— Zum BezirkSvcrtrauenSmann wurde Frenze! wicdergewählt. Professor Horptznka gestorben. In Mähr.« Schönberg starb Sonntag der frühere Abgeordnete der Deutschen Nationalpartei, Professor i. R. Otto Horptznka. Horptznka stand im 58, Lebensjahre und war schon längere Zeit lungenleidend. 1928 kandidierte er auf der Liste der Deutschen Nationalpartei im Wahlkreise Prag und wurde gewählt 1929 wurde er abermals Abgeordneter. Seit einigen Jahren lebte er zurückgezogen in Schönberg. Wieder ein Hungerstreik. Auf einem kleinen Schachte in S e r b i h gibt es wieder einen Hungerstreik. Tie Belegschaft des„Florian lll"» Schachte» zählt nur zwölf Mann, vier davon find in der Grube und streiken. Der Anlaß dazu soll die Entlassung eine» Arbeiter» gewesen sein. Mißlungener Selbstmord. Al» Dienstag abends, um etwa halb 7 Uhr der Motorzug von Dux nach Bilin fuhr, hielt sich auf der Böschung zwischen Dux und Ladowitz ein Mann auf, der sich dann in selbstmörderischer Absicht vor dem Zug warf. Der Mann wurde vom Zug weggr« stoßen und erlitt nur Verletzungen auf der Stirn. Der Zug hielt an und man nahm den Mann nach Bilin mit, wo ihni erste Hilfe geleistet wurde. ES stellte sich heraus, daß e» sich um den Gemeindesekretär Josef Hanna« k a m p f au» der Gemeinde Flöhau, Bezirk Po« Friedrich Adler gestorben Der sudetendeutsche Dichter Friedrich Adler ist am Mittwoch in Prag im einundachtzigsten Lebensjahre gestorben. Friedrich Adler wurde bekannt vor allem als Ltzrikcr und als formsicherer ünd tief in anders« nationale Dichtung sich einsühlender Ueberseher auS dem Tschechischen, dem Französischen und I Spanischen. Auch al» Dramatiker hat er sich versucht, aber seine Bühnenwerke, obwohl früher oft ausgeführt, sind heute kaum noch bekannt. Biele seiner lyrischen Gedichte aber werden fort« leben, ja, in einer weniger blubobcsessenen Zeit erst wieder entdeckt und gewürdigt iverden. Adler war deutscher Jude. Früher, in Wahrhast geistigeren Zeiten, hat niemand nach des Dichters „Rasse" gesragt, galt allein der Klang seines Wortes, der Gehalt seiner Dichtung, lind Adler war ein Dichter, der sich dem deutschen Volk stark verbunden fühlte, der stolz und dankbar sang: In deutscher Rede lernt ich träumen. Die Brust erzittert ihrem Wort, Und zu den fernsten HimmclSräumen Trug mich daS deutsche Denken fort. Adler war einer jener deutschen Juden, die Böhmen lieben, die deutsche Sprache und deutsches Volkstum lieben, und in denen sich diese Liebe widerspruchslos vermählt mit starkem sozialen Empfinden. Doch sind nicht seine sozialen Gedichte seine besten und stärlsten, sondern die rein lyrischen, in denen er von der Schönheit träumen konnte oder von der Natur. Adlers Verse sind wohlgebaut, er war immer streng auf Vollkommenheit t^r Form bedacht. Durch unsere Zeit schritt er wie ein Fremder. Er war gewachsen und geworden im letzten Drittel de» vorigen Jahrhunderts, war ein Miterlebender des Naturalismus, wenngleich>hm eigentlich nicht zugehörig. 2n ihm lebte noch die Tradition der Nachklassikcr, doch war er dem Neuen aufgeschlossen und zugetan. Adler war rin fcinempfindender, innerlich vornehmer Mensch, um den viele, die sich an seinen Dichtungen erfreut und den Menschen geschätzt haben, aufrichtig trauern werden. Deutscher Postvorstand in Alt-Harzdorf bei Reichenverg. In den letzten Tagen wurde die Postmeisterstelle bei dem Pvstamte»n Alt-Harz« darf besetzt. Neber Einschreiten der Zentralstelle der deutschen aktivistischen Parteien wurde diese stelle dem deutschen Postassistenten AmbroS l T r i l t s ch verliehen. Erklärung Zu dem im„Trommler" vom 10. Juli" 937 unter der Urberschrift„Rote Terrorgruppen wer- den uniformiert" veröffentlichten Artikel, in welchem der Verband„Republikanische Wehr" de» Terrorismus beschuldigt und als„marxistische Prügelgarde" und„Terrorbande bezeichnet worden ist, erklären wir, dah wir dir in dem Artikel enthaltenen beleidigenden Behauptungen und Ausdrücke als unbegründet widerrufen und dem Verband„Republikanische Wehr" volle Genugtuung leisten". Tie Schriftleitung deS„T rammle r". Auch diesmal ohne Devisenzuteilung? Stuttgart.(DNB) 2» Anwesenheit deS tschechoslowakischen Konsuls wurde Mittwoch hier die sudetendeutsche Kunstausstellung erössnet. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich die Spitzen von Partei, Staat und Wehrmacht sowie der Führer der Sudetendeutschen Partei Konrad Henlein. An dir AtuS-lllnbrr des VI. llrrisrS! Ende Juni schließen die Schulen ihre Pforten, eS beginnt für Euch die sonnige Ferienzeit. Schon wenige Tage nachher, und zwar am 2. und S. Juli 1938, findet in Karlsbad das große KreiS-Kinder-Turn« undSportfest statt. Ihr toerdet sicherlich daran teilnehmen wollen; wendet Euch sofort an Eueren Turnverein. Sparet jetzt schon für Euer Festl Freie Stellen im LandwlrtschaftSministerium. Die Zentralstelle der deutschen aktivistischen Parteien macht darauf aufmerksam, daß das Landwirt« schaslSministerium 8 Stellen von Aushilfsangestellten auf Grund der Regierungsverordnung vom 7. Juli 192g Zl. 11» besetzt. Von den fünf Stellen wird«ine einem Tapezierer und eine einem Buchbinder verliehen werden. Die Ansuchen müssen bilängsten» 2. März 1938 bei dem Präsidium de» LandwirtschastSministeriumS, Prag ll., Tiänov, einlangen. Des„weitgehende" deutsch-polnische Abkommen Warschau. Auf dem gegenwärtig in Warschau stattsindenden Delegiertenkongreh deS Polnischen West-BerbandcS wurde die schlvierige Situation der polnischen Minderheit im Dritten Reiche besprochen. Zahlreiche Redner wiesen darauf hin, daß die Polen in Deutschland der primitivsten Rechte, insbesondere auf dem Gebiete deS Schulwesens beraubt und der Entnationalisierung ausgesetzt sind. Die einzelnen Kongreßredner hoben ferner den Umstand hervor, daß die Polen im Dritten Reiche mit der größten Aufopferung um ein Minimum der nationalen und kulturellen Existenz kämpfen müssen. Die vorliegende Aeußerung läßt daS berühmte deutsch-polnische Abkommen vom 5. November 1937 in einem ganz eigentümlichen Lichte erscheinen. Durch dieses Abkommen wurden nach der Versicherung der deutschen und der polnischen Diplomaten alle strittigen Fragen, die beiderseitigen Minderheiten betreffend, geregelt. Und unsere Henleinpresse beeilte sich, das Abkommen als„sehr weitgehend" und gewissermaßen als m u st e r h a f t hinzusteUen. Jedenfalls hat der 18. Feber bei weitem keine so herzliche Anerkennung und Würdigung durch die SdP erfahren wie jenes magere Abkommen.— Nun hört man, daß die Polen in Deutschland unzufrieden sind und auS den deutschen Zeitungen wissen wir, daß auch die Deutschen in Polen unzufrieden sind. Aber daS Abkommen bleibt für unsere Henlein- lcute nach wie vor gut und musterhaft, denn eS wurde ja von Hitler abgeschlossen. stigsten, d. h. um 23.3 Prozent billiger al» die Offerte der einzigen ortsansässigen Firma Ivar. Die ztvcite deutsche Firma hat keine Offerte> dersam handelt. Vie Pilger des poetischen Mekka Genf privat MIP Genf. Mit gemischten Gefühlen betrat ich die Hauptstadr des Völkerbundes. Die Welt ist krank, Aerzte ans aller Welt kamen hier zu einem Konzilium zusammen. Wird man den Kranken retten, eder tvird man die Diagnose„unheilbar" stellen? Ich erinnere mich an da» bekannte Bild, das ich der Jahren in Vevey gesehen habe:„La Poche kliraeulciise". Christus auf dem Genfer See im stampfe mit Sturnr und Gewitter, um ihn herum ein paar arme Fischer mit leeren Netzen; aber in ibren Augen liegt Hoffnung. Schon steigt am Horizont die«onne auf. Ein Wunder! Werden wir auch diesmal am Genfer See ein Wunder, da» die unglückliche Welt retten kann, erleben? In den Presseräumen des Völkerbundpalastes drängen sich mehrere Japaner: Journalisten und Vresseatlachks der Botschaften in Berlin und Rom. Die ausländischen Journalisten werden zu einem Empfang einer Gesellschaft„Freunde oe» asiatischen Frieden»"«ingeladen. Der Empfang findet in den Räumen eine» der elegantesten Hotels in Genf statt, liniere gelben Gastgeber haben für rin luxuriöse» Frühstück gesorgt, das reichlich mit Champagner begossen wird. Wir merken bald, dah es sich um ein ttropagandaeffen handelt. Ilnd was für eine Propaganda! Zwischen jedem Gang servieren unS die Söhne de»„Landes der aufgehenden Sonne" kleine geschickte Reden:„Wir appellieren an da» Gewissen der Welt und an die Gesinnung der Weltpresse. Wir wollen nur den Frieden" oder:„Die.„beklagenswerte Meinungsverschiedenheit" zwischen China und un» kann nur beigelegt werden, wenn die anderen sich nicht einmischen." Nach dem Dessert werden die schwersten Geschütze aufgefahren:„Japan verteidigt in Asien die Zivilisation, Japan hat in China eine kulturelle Mission zu erfüllen. Wir schützen Euch alle vor dem Bolschewismus. Die Welt wird einmal unsere Opfer zu würdigen wissen..." Propagandablätter in französisch, englisch und deutsch, wie auch ein Photo des Mikado mit faksimilierter Unterschrift werden allen beim Weggehen in die Hände gedrückt. * In und vor den Hotel» der englischen und der französischen Delegation herrscht natürlich das größte Gedränge. Delbo» und Eden, die die Reise wie schon so ost zusammen gemacht haben, wohnen auch hier nicht weit voneinander entfernt. Di« Sekretäre der beiden Staatsmänner wandern dauernd von Haus zu Haus. Alle» wartet auf da» Erscheinen de» neuen rumänischen Außenminister», der auch al» erster sowohl Avon Delbo» wie auch Antony Eden besuchte. Ossengesagt hat die Silhouette de» neuen Leiter» de» außenpolitischen Schicksal» Rumänien» ein bißchen enttäuscht. Herr MiceScu erinnert nämlich stark an einen Semiten. Drei jüdische Delegationen haben Genf besucht, jede mit der Aufgabe, Frankreich und England Mer die Lag« der rumänischen Juden auszuklären. Sie sind unter sich nicht einig, und wie sollten e» dann die Mächte sein? Die gut Informierten wußten gleich nach Ankunft MiceScu» Bescheid, der sich acht Tage vorher schon mit aller Welt unterhalten hatte. ES wird nicht» geschehen. Ein neue» Komitee wird gebildet.. Nach dem NichtinterventionS-Komitee für Spanien ei» NichtinterventionS-AuSschuß für Rumänien. Mehrere fragten sich, ob man nicht auch ein NichtinterventionS-Komitee für die Chinesen bilden wird. Freitag abends haben aber die Chinesen einen großen Coup gelandet. Ein amerikanischer Journalist kam mit einer kleinen Sensation: Die Chinesen drohten mit dem Austritt au» dem Völkerbund. Also ein Schlag, der der Genfer Institution endgültig zum Tode verhelfen wird. Der Amerikaner wußte noch mehr. Wellington Koo besitzt ein genaue» Dossier, woran» hervorgebt, daß di« amerikanisch« und englische Industrie Japan nicht nur mit Rohstoffen, son- öcrn auch mit Waffen versorgt. So soll die amerikanische Industrie zum Beispiel in den letzten fünf Monaten de» Jahres 1987 Japan für 300 Millionen Dollar Waren verkauft haben und noch dazu zwei Drittel auf Kredit. Wellington Koo droht mit Enthüllungen auf der Tribüne des Völkerbundes. Unser Amerikaner hatte recht. Eine Stunde später kamen Delbos und Eden zusammen, bald darauf wurden Litwinow und der chinesische Delegierte gerufen. Es begann eine sehr lange Unterredung. Eine Sensation bildete die plötzliche Ankunft de» amerikanischen Botschafter», der, telephonisch herbeigerufen, in Eile im Auto au» Bern gekomnicn war. Die Sensation wurde noch gesteigert, al» wir erfuhren, daß nach der Unterredung der Vertreter der Vereinigten Staaten«ine Verbindung mit Washington verlangte und sich mit dem Präsidenten Roosevelt telephonisch unterhielt.„Der Völkerbund bekommt Injektionen", sagte melancholisch der einzige italienische Journalist, der al» Beobachter in Genf weilt aber nicht» an die italienische Presse berichtet, die die Tagung einfach totschweigt. In der Rue dez Granges, wo die alten Häuser der Schweizer Patrizier stehen, wo Jean FacqueS Rousseau geboren wurde, und wo er sich eine» Tage» vor der Wut der Menge flüchten mußt«, wo Calvin seine ersten Predigten hielt, befindet sich ein kleines Kaffehaus,„Excelsior", da» vor dem Krieg fast ein geistiges Zentrum der Welt war und„Das Phanal" hieß. Die Sozialisten nannten e»„Parlotte"—• die„SchmuS-Stube". Hier kamen alle Emigranten der Welt zusammen, die nach 1018 die ersten Männer Rußland», der Tschechoslowakei, Polens, Oesterreich» und anderer Länder wurden. Hier traf ich einen alten Bekannten, einen spanischen Journalisten, der bei einem Glas Bier saß und ausgerechnet„Racine" la». „Sie interessieren sich Wohl nicht für die Debat« ten? Für den Paragraphen 16?" fragte ich.— „Rein, wahrhaftig,„Racine" interessiert mich mehr", antwortet« er mit Ueberzeugung,„ich warte auf die Kommuniquö», ich gebe sie telephonisch" weiter, aber an einen Erfolg dieser Rederei kann ich nicht mehr glauben. Richt hier liegt die Lösung der Frage. Sie liegt hinter der Pyrenäengreuze. Nicht in Genf spielt sich da» Schicksal der Welt ab, bei Tcruel, bei Madrid, dort wo die größte Entscheidung der Weltgeschichte auSgctragen wird. Wer in Spanien siegt, der hat in der Welt gesiegt. Deshalb schätze ich die Sprache unserer Kanonen mehr al» die Reden unserer Diplomaten." » Am Bahnhof herrscht wieder Leben. Eden und Beck fahren nach Hause. Die anderen bleiben über Weekend. Die wunderschöne Landschaft de» Kanton» Waud wird über Sonntag die müden Pilger der Politik beherbergen, und an Stelle de» diplomatischen Kampfe» wird da» Golfspiel die Völkerbundstadt beherrschen. T. N. HudeS.' Seife t Donnerstag, 3. ftefier 1038 Nr. 28 3a$wtwui$eiim | Wochen unmöglich ist, mit einem Schiffe an die \ felsige Küste heranzukonime». Ein Funkspruch van der Insel besagt, Last die Lebensmittelvorräte zu Ende gehen. Stalinsche Bottskommissare?? Jawohl, der neueste Titel der sowietrussischen Volkskommissare i lautet so und wer es nicht glaubt, der lese es in der kommunistischen»Rundschau" Seite 74, Nr. 3, nach:»Die Sowjetunion ist von Feinden um« ringt, die hier ihre Spione« und Diversantennester anzulegen suchen. Dank den: heldenniiitigen Erkundungsdienst mit dem Stalinschen Volkskommissar Jeshow an der Spitze, sind die faschl- Beamten ihren Dienst zur kritischen Zeit aus eigenem vorzeitig verlassen hätten. Gegen Beamte anderer Peilstationen(Marienbad und Brünn) sei ein Einschreiten nicht erfolgt, ebenso nicht gegen den mit der Inspektion des Peildienstes betrauten Beamten. * Der jüngste Setzerlehrling einer beliebigen Tageszeitung hätte diesen Bericht, zu dem der Amtsschimmel sechs Wochen braucht, bestimmt binnen 24 Stunden mindestens ebenso gut fertiggebracht. Dass aus irgendwelchen formalen Gründen die Einvernahme von Zeugen statt unter dem unmittelbaren Eindruck des Unglücks erst viele Wochen später erfolgen soll, ist ebenfalls ein Bravourstück des Amtsschimmels, das seinesgleichen sucht I „Ls scheint, daß..." bas Flugzeugunglück vom Weihnachts abend und der Amtsschimmel Prag. Sechs Wochen(!) nach dem Flug unglück von Bergreichenstein ist die amtliche Untersuchung endlich so weit gediehen, das; nun auch das P o st Ministerin in einen Bericht auögibt. Allerdings bringt auch dieser Bericht noch keine endgültige Klarheit. Demnach «scheint" es vorläufig bloss, dass das Unglück „äusser mit anderen Ursachen auch mit der r a d i o c l e l t r i s ck> e n P c i l u n g des Flugzeuges, welche durch den leitenden Beamten der Ruzynör Peilstation durchgeführt wurde, sowie mit dessen Anleitungen betreffend die Höhenlage des Fluges im Zusammenhang stand, die dieser Beamte dem Flugzeug bekanntgab". Immerhin schon nach vierzehn Tagen er fährt man, dass am 21. Jänner das Arbeiten ministerium die Einleitung der Disziplinaruntcr« suchung gegen diesen leitenden Beamten der i solge des andauernden Sturmes seit etwa drei Ruzynir Peilstation verfügt hat, um festzustellen, ob es sich um eine tatsächliche Schuld oder bloss um eine Mitschuld dieses Beamten handle. Erst im Laufe dieser Untersuchung werde eS möglich sein, weitere Personen zu verneh- m e n, die bisher nicht vernommen werden sonn ten(l), da sie der Kompetenz der beiden Mini sterien nicht unterstehen... Ebenfalls erst setzt wird zugegeben, dass die beiden diensthabenden Beamten der Peilstation sofort nach dem Unglück von diesem Dienst ent hoben wurden und eine andere Dieiisteiiiteilung erhielten. Unwahr sei es aber, dass diese Heiden Gruppe zu beschleunigen. Am 2. Feber begibt sich der Chef der Expedition Schmidt nach MuSmanst. Eisbrecher mit Flugzeugen an Bord sind zur Abfahrt bereit. ES besteht jedoch die Schwierigkeit, dass die Reste der Eisscholle für eine Flugzeuglandung zu klein sind. Möglicherweise wird der Eisbrecher„T a Y m i r" durch die Risse der Eisscholle bis in die unmittelbare Nähe der Expedition Vordringen können. Vielleicht ist es auch möglich, dass Flugzeuge in der Nähe landen und die Expedition mit Gummibooten abholen können. Wenn es notwendig sein sollte, die Funkstation zu übertragen, kann die Radioverbindung zeitlveilig unterbrochen werden. Kettung binnen secb5 legen? Der Eisbrecher„Tajmyr" liegt in Murmansk ständig unter Dumps vor Anker und wartet auf die Ankunft des Professors Schmidt, um sofort die Anker lichten und nach dem Grönland- Meer auslaufen zu können, wo er der Papanin- Expedition Hilfe bringen soll. Der Kapitän des „Tajmyr" erklärte, dass er trotz der herrschenden Polarnacht auSsahren und dem im Polarmeere herrschenden Sturme Trotz bieten werde. Er hofft, die Eisscholle mit der Expedition zu finden und dazu nicht mehr als sechs Tage zu brauchen. Arme»Rote Fahne!" Kürzlich brachte die „NF." hocherfreut die Nachricht, in der SU. gäbe es keine bezahlten Vottsbeauftragten, das wäre nur den westlichen Demokratien Vorbehalten. Natürlich konnten die Redakteure nicht ahnen, dass in dem Land der wahrsten Demokratie, in der Sil. anders beschlossen wurde. Man lese in der „Rundschau" Nr. 8, Seite 74:„D i e Bezahlung der Ausgaben derTe p u t i e r- t e n. Auf Antrag des Deputierten Mosiatow, wurde in gemeinsamer Sitzung der beiden Kammern beschlossen, dass die Mitglieder des Obersten Sowjets für die ausgefallenen Arbeitstage und für ihre Spesen mit einem Monatsgehalt von 1000.— Rubel, und während der Sessionen des Obersten Sowjets mit 150.— Rubel täglich entschädigt werden". Der Durchschnittölohn eines russischen Arbeiters beträgt 175.— Rubel monatlich. Glückliche Gewinner. Auf das beim Bankhaus Rehn in Teplitz-Schönau liegende Baulos, Serie 758, Nr. 120, fiel der Treffer von 1 M i l l i o n KL. Unter den glücklichen Gewinnern befindet sich auch ein armer Erzgebirgler. Auf ein anderes Los, deren Besitzer in einem Nachbarbezirke wohnen, entfiel ein Treffer von 1 0 0.0 0 0 KL. Hoffentlich bringt den Leuten dieser unerlvartete Reichtum auch das entsprechende Glück, was nicht immer der Full ist. Totgrschwiegeu haben die freiwillig Gleich» geschalteten die letzte Ruhmestat der deutschen Flieger Francos. Wenigstens teilweise tvtgeschwie, gen. Wohl haben sie gemeldet, dass den Franco- Bomben viele Menschen zum Opfer fielen, aber nicht gemelder, dass auch fast hundert Kinder, die I in einem Flüchtlingsheim untergebracht waren, gemordet wurden. Es hätten doch ein paar Leser stutzig werden und ihre Begeisterung für den I„antibolschewistischen" Feldzug der Italiener, i Deutschen, Mauren und Neger gegen die Nepu» ! btik etwas abgekühlt werden können. Brennendes Flugzeug ans dem Ozean. Die NadioempsangSstation Natal sing Mittwoch um 10.11 Uhr MEZ folgendes Radiotelegramm auf: DaS deutsche Wassersliwzeug„D a f a r" hat aus dem Atlantischen Ozean den Hydroavion deS ita- Uenischen Piloten S t o P p a n i brennend aufgefunden. Sioppani musste aus offenem Meer not» landen- Dabei konnte Stoppani als einziger gerettet werden, während die übrigen Mitglieder der Besatzung ums Leben kamen. Die Bewohner der Insel Rathlin(nördlich von Irland) sind vom Hunger bedroht, da es in« stischen Nester auSgeräuchert worden". Dazu Kommentar der„Rundschau":»Die Worte Kos« siors lvurden mit grosser Begeisterung aufgenommen l"— Also, wohlgemerkt, nicht mehr Volks kommissäre der S o w j e t u ni o n, sondern»Stalinsche Volkskommissäre" muss man sie nennen. Geschichtliche Funde in Ungarn. AuS Budapest wird gemeldet: Die in Gran(Esterqom) seit längerer Zeit vorgenommenen Ausgrabungen führtenzu neuen überraschenden Ergebnissen. Gran war unter den Arpaden-Königen(11. bis 18. Jahrhundert) königliche Residenzstadt. Nach Aufdeckung dec ziemlich wohlerhaltenen Ueberreste des im 12. Jahrhundert erbauten prachtvollen königlichen Palastes König BLlaS III. entdeckte man letzthin die Ueberreste des Palastes deS ersten ungarischen Königs, Stephans des Heiligen. Die Grundmauer dieses um 1000 n. Ehr. erbauten Palastes befindet sich sechs Meter tiefer als die Ueberreste des Palastes König Bolas Hl. Bisher hat man nur einen Teil der Bauten ausgedeckt, doch hofft man, die Grundmauer des ganzen uralten Gebäudes sreilegen zu können, so dass man daraus den ganzen Ausbau und die Einteilung des Palastes de» Heiligen Stephans wird rekonstruieren können. Bauch hinein, Brust herauöl Die Angehörigen der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialijti« scher Studentinnen im N2«Studentenbund sollen künftig, wie die Reichüjtudentensührung an« g-ordnet hat, bei offiziellen Veranstaltungen eine einheitliche Kleidung tragen. Sie besteht aus einem schtvarzen Kostüm mit linksseitig aufgcarbeitetein Hoheitszeichen, weisser Blust und schwarzem Hut. »Das wahre Deutschland". So heisst eine Monatsschrift, die soeben in London zu erscheinen begonnen hat. Sie ist die Zeitschrift der„Deut- scheu Freiheitspartei", von der man nicht viel weiss, von deren Tätigkeit in Deutschland man aber immer wieder hört. Sie scheint die verschiedensten oppositionellen Regungen stärken zu wollen, btö einmal der Zeitpunkt de» Einsätze» aller Feinde de» Faschismus gekommen sein wird. Äusser einem programmatischen Aussatz, der in die Forderung nach einem Deutschen Reich auf dem tragenden Fundament der Gerechtigkeit und der Freiheit au»- ktingt, enthält das erste Heft Briefe von Angehörigen verschiedener Bevölkerungskreise, au» denen sich ein Bild des wachsenden Missmutes ergibt.— Die Zeitschrift, deren Einzelhefte 4 KL kosten, erscheint bei Donner&(£o„ Ltd., 02, Fleet Street, London, E. E. 4. Wenn der AuSlandönazi erkrankt. Spike Hughes erzählt im„Daily Herald" von einem ihm befreundeten deutschen Arzt, der sein Vaterland verlassen musste, weil seine Vorfahren Juden waren. Obgleich er einen unverkennbar jüdischen Namen hat, wurde der Arzt dieser Tage zu einem prominenten Londoner Nazi-ZeitungSkorrespon« denken gerufen, um ihn zu behandeln.„Wie kommen Sie denn gerade auf mich?" fragte der Duktor und ohne Bedenken antwortete der Streichermann:„Na. toiffen Sie, Herr Doktor, erstens spreche ich nicht gut englisch und dann möchte ich mich auch nicht einem englischen Arzt ander» trauen." Wen» diese Londoner Veröffentlichung niöglichertveise die Goebbels, Amann, Weiss usw. zu einem Vorgehen gegen den— nicht genannten, aber schliesslich unschwer zu ermittelnden— Korrespondenten führt, so fällt da» wahrlich nicht ins Gewicht gegen die zehntausende Existenzberaubungen durch die reichsdeutschen ReglerungSmass- nahmen seit fünf Jahren,(bn.) »Queen Mary" bekommt eine Schwester. In Lotion wird offiziell bekanntgegeben, dass am 27. September 1088 der neue englische Riesendampfer „O u e e n E l i z a b e t h", welcher vom gleichen Typ wie die„Oueen Mary" sein wird, vom Stapel gelassen werden wird. Neue Briefmarke» in Spanien. Die spanischrepublikanische Post gibt zwei neue Briefmarken mir. Die eine ist den heldenmütigen Verteidigern Madrid» gewidmet und zeigt die Toledobrücke über den Vie russische poisrexperiition in Gefahr Die Eisscholle birst— Flugzeuge und Eisbrecher unterwegs Moskau. Die Hauptverwaltung de» nördlichen Seeweges erhielt von P a p a n i n folgendes Telegramm: Infolge eines sechstägigen Sturmes bekam da» Eisfeld in der Gegend der Station am 1. Feber um 8 Uhr Risse, die 0.5 bis 5 Kilonieter lang sind. Wir befinden uns auf einem Bruchstück des Eisfeldes von 800 Meter Länge und 200 Meter Breite. Ztvei Depot» sowie da» technische Depot sind von uns abgeschnitten. AuS dem Heizstoff- und Wirtschaftsdepot konnten wir alles Wertvolle retten. Unter unserem Wohnzelte Madien sich Rissspuren bemerkbar. Wir werden «deshalb in ein SchneehauS übersiedeln. Die seit- der Umformung^Koordinate werden wir heute zusätzlich mitteilen. Wir bitten im Falle eine» VerbindungSobbrucheS sich nicht zu beunruhigen. Am 1. Feber vormittags teilte Papanin mit, dass er sich auf 74 Grad 14 Minuten nördlicher Breite und 10 Grad 24 Mi- nntcn westlicher Länge befinde. Der Berichterstatter der Tatz-Agentur konnte erfahren, dass im Grönländischen Meere in der letzten Zeit unaufhörlich Zyllone herrschen. Infolge diese» Windes barst auch die Eisscholle mit der treibenden Station PapaninS. Für die Expedition bedeutet der Zerfall der Eisscholle keine grosse Gefahr. ES wurde jedoch beschlossen, die Massnahmen zur Abholung der Papanin- S!nn des Lebens? Der französische Romandichter M a u r J£ c Bedelhat in dem Buch„Monsieur Hitler" die Eindrücke einer Informationsreise durch daS Dritte Reich niedergelegt. Es ist kein Buch, dem man Ungerechtigkeit vorwerfcn könnte, denn Acdel war sehr bemüht, nicht nur zu schauen, sondern auch zu verstehe». Aber er kommt doch zu deni Ergebnis, dass die beiden grossen Völker des europäischen Kontinents, die Franzosen und die Deutschen, Deutschlands durch den Nationalsozialismus durch eine tiefe Kluft voneinander getrennt sind. ES ist nicht etwa nur der Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur, der die Kluft aufgerissen hat. So tief hat sic just das gemacht, woraus der Nationalsozialismus so besonders stolz ist, die völlige Gleichschaltung, die Vernichtung deS Individuums, die völlige Entpersönlichung des Menschen, seine Verwand- lung in ein willenloses Teilchen der Nation und deS Staates. Vedel meint, es sei die so durchaus verschiedene Definition des Sinnes und des Zieles des Lebens, die die beiden Nationen hoffnungslos voneinander scheidet. Während— wir folgen hier einer Wiedergabe de» Inhaltes des Buches in der»Basler N.-Z."— für einen Deutschen von 1937 leben so viel heisst wie sich einer lückenlosen nationalen Disziplin unterwerfen, bedeutet für einen Franzosen leben: frei die Kräfte regen, um eine Höchstmass von greifbarem Lebensglück zu erlangen. Ueber den Sinn des Lebens ist philosophiert worden, seit die Menschen über sich selber nachzudenken begannen. Im Grunde kehrt man ünmer wieder zurück zu der Erkenntnis, dass der Sinn des Lebens das Leben ist. Je mehr jemand aus feinem Leben zu machen vermag, je besser er alle seine Kräfte und Begabungen entwickelt, je mehr er nach seinen eigenen Ge- fetzen reist, je mehr er aber auch in sich auszunehmen vermag von den Schassen aller Kulturen und zu einer je innigeren Einheit er sie in sich zu verschmelzen vermag, um so reicher ist sein Leben, um so mehr der Sinn des Lebens erfüllt. DaS ist der tiefste menschheitliche Sinn der sozialistischen Bewegung, allen Menschen die Voraussetzung zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu schaffen. Es ist kein Zufall, dass in einem Volk so individualistischer Menschen, wie es das französische ist, der Sozialismus sehr stark ist.— Kein Wunder auch, dass man überall dort, wo man unter Mensch-Sein die Freiheit der Persönlichkeit versteht, daS deutsche Volk von heute, dieses auf allen Lebensgebieten und in jeder Beziehung gleichgeschasicte Volk, nicht zu verstehen vermag. Aber auch für die Deutschen ist die völlige Ilnterwersung unter die nationalsozialistische Disziplin, die Auslöschung deS Ich, nicht der Sinn deS Lebens. Es mag deni Beobachter der unzähligen Aufmärsche so scheinen. Aber ein paar Jahre und selbst viele Jahre der dik- tierien Uniformierung mögen zwar daS äussere Bild des deutschen Volkes ändern, sie könne» nicht den Willen zum Mensch-Sein in Millionen sür immer ersticken. Auch die Deutschen werden wieder— und das wird dann die Stunde ihrer Befreiung sein— den wahren Sinn des Lebens finden. vor„FriedenBpflng" ans Schwertern Dieser Friedenspflug befindet sich in einem Genfer Museum. Dort wurde 1872 dec Vertrag unterzeichnet, der den Frieden zwischen den Bereinigten Staaten und Grobbritannien besiegelte. Au» Anlass der wenige Jahre später stattfindenden 100-Jahrfeier der Gründung der Vereinigten Staaten schuf man dann diesen„FriedrnSpfliig", der au- den Säbeln amerikanischer Offiziere gebaut wurde. Man erkennt deutlich in der Mitte de» Pfluges eine Schwertscheide, Manzanare», an deren einem Ende republikanische Truppen Wache halten. Auf der anderen Marke sieht man die Fahnen der Vereinigten Staaten von Nordamerika und der spanischen Republik vor der Freiheitsstatue al» ein Zeichen de» Danke» an die hilfsbereiten Freunde der kämpfenden Republik in der grössten Demokratie der Welt. Schwere» Erdbeben auf Alaska? Am Dienstag verzeichneten die Seismographen des Prager Geophysikalischen Instituts ein ungewöhnlich intensiver Erdbeben in einer Entfernung von 12,000 Kni. Die Aufzeichnungen des Beben» begannen um 20.10 Uhr m. e. Z. und dauerten etwa vier Stunden. Die MkaximalauSschläge wurden um 20.57 Uhr verzeichnet, die Ausschläge der Zeiger der Seismographen betrugen bei einer Wellenperiode von etwa 50 Sekunden 18 Zentimeter. Die in Prag durch das Beben verursachte tatsächliche horinzontale Bodenbewegung wurde mit 17 Millimeter bestimmt, wa» auf die ungeheure Intensität und die Wirkungen in der Umgebung de» Herde» schliessen lässt. Soweit sich beurteilen lässt, kommt al» Herdgebiet der nördliche Pazifik(Alaska) in Frage. Die Energie des Beben» war so gross, dass-die ErdbebeMvellen den Erdball mehreremale umkreisten. Tie künftige Königin von Albanien— tschecho- , slowakische Staatsbürgerin. Der Rechtsvertreter der Familie Apponyi und der künftigen Königin von Albanien, Geraldine Apponyi, erklärte in Piistanh in einer Unterredung mit Journalisten, Geraldine Apponyi sei tschechoslowakische Staatsbürgerin. Del öfteren komme sie nach dem kleinen Dorfe Oponice unweit von Topoliianky. Der Rechtsvertreter wurde von der Familie Apponyi damit beauftragt, mit den gegenwärtigen Eigentümern des Apponyischen Familienbesitzes zu verhandeln, den die Familie, als sie in eine missliche finanzielle Lage geriet, seinerzeit verkaufen musste. Ueber Wunsch der Familie soll dieser Bodenbesitz zurückgekauft werden. DaS neuvermählte Ehepaar dürste gegen daS Sommerende nach Oponice kommen, um dort etwa zwei Monate Aufenthalt zu nehmen. tkebemonnake Temperaturen. Auch noch am Mittwoch strömte dem europäischen Fcstlande vom Ozean wärmere Lust zu. Der allgemeine Wiiterung!» charakter wird bei uns daher noch immer unsicher bleiben. Die Temperaturen werden über dem Normalwert verbleiben.— Wahrscheinliches Wetter von beute: Noch inimer Andauern des jetzigen Witte- rungSeliaratters, in den übrigen Ländern ziemlich be< .deckt und NiederschlagSneigung. In der Lstsiotvalei und in Karvarborustland weiterer Temperaturanstieg. — Wetteraussichten für Freitag: Veränderlich, Neigung zu Schauern. Temperaturen in den Niederungen untertags über dem Gefrierpunkt, auf den Bergen GanztaaSfrokt. Vom Rundfunk taPteMtniwtrtei«u» den Programmen« Freitag: Prag, Sen der 1:7: Morgenmusik, 10.05: Deutsche Presse. 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 10.80: Populäre Musik, 12.10: Schallplatte», 14: Deutsche Sendung: Kompositionen von Weinast, 15.15: Orchesterkonzert FOK, 18.10: Deutsche Sendung: Otto Riedel. ArbeitSmöglichlei- ten, 18.20: Univ.-Prof. Utitz: Die Schönheiten der Winterlandschnft, 18.85: Deutsche Arbeitersendungr Aktuelle zehn Minuten, 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Au» dem deutschen Kulturleben, 2220: Märsche auf Schallplatte».— Prag, SenderII: Deutsche Sendung: I. WechSberg: Helden, Hörspiel. 14.55: Deutsche Presse, 18.10: Schallplattenkonzert.— Brünn 17.40: Deutsche Sendung: Sportberichte. tschechische Volkslieder.— Prchbnrg 11.05: Salonorchesterkonzert, 12.25: Militärmusik, 17.80: Koloraturarien, 21.05: Rundfunkorchesterkonzert.— Mährisch-Ostrau 17-15: Gesang und Tanz, 18.10: Deutsche Sendung: Maria Stona liest au» eigenen Werken, 20.10: Radtofilm: Lieder, Chanson! etc, 28 fer ich aas ber ier tan melit mnt de. che Leht rds ceis f3 der tag 2.0 beb m. 19 Die ch= Hen Ses Sett ang die me bes the Des cit 10. Dez on nh ne Des ice de is in er Ite ce 31 er r= 012 ei R. b. e# en 5: ie oft 3: is er 3: 0: T: ANESTHESIES 1 ta 5: 0: 0: C. Mr. 28 Ein Wort zur ,, Affäre Tavs" vs. Wien, 1. Feber 1988. Donnerstag, 3. Feber 1938 Seite 5 Man erhält für Kč 100 Reichsmart 558.Markmünzen 635.100 österreichische Schilling 533.50 100 rumänische Lei. 14.60 100 polnische Zloty 523.50 550.50 659.25 93.95 142.25 28.30 123.40 1587.61.55 480.50 631.734. 100 ungarische Pengö 100 Schweizer Franken 1 englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas 109 dänische Kronen 100 schwedische Kronen Nationalsozialismus. Und weder nationale Opposition gegen das Negime organisie die eine noch die andere ist aufgelöst oder aufgeren und leiten. Wenn er nicht so dreist gewesen laffen worden. Schrumpft da die Energie im wäre, hätte er ruhig weitere Attentate vorbereiten ..Kampfe gegen das Hafenfreuz" nicht allzu sehr fönnen. Nachträglich hat man der Welt zu erzähzusammen? Die öffentliche Meinung, die in len angefangen, daß man schon lange den Mann Desterreich nicht Ausdrud finden lann, die Meis beobachtet habe, seit man in einem Staffeehaus Es ist unmöglich, die neueste Episode im nung der Arbeiterschaft, hat diese Dinge sehr scharf eine Kartei gefunden hat, aus der man untrüglich Kampfe zwischen dem offiziellen österreichischen beobachtet und hat sich neuerdings überzeugt, daß den Beweis schöpfen konnte, daß das Sieb Rezime und der nationalsozialistischen Bewegung ihr mit dem angeblichen Mampf gegen das Han er komitee eigentlich eine 100 franzöfifche Francs amit für abgetan anzusehen, daß Herr Dr. tenkreuz nur eine Stomödie vorgespielt wird, um Ver i chwörerbande sei. Das ist VerTab& verhaftet, dem Landesgericht überſtellt ist in ihr den Eindruck zu wecken, als ob man gegen legenheitsgestammel. Man hatte die Startei, man und daß gegen einige seiner Mitarbeiter das ver- ie de politische Regung, komme sie hatte den Schlüssel zur Geheimſchrift der Pgs, waltungsrechtliche Verfahren eingeleitet wurde, von welcher Seite immer, ſtrenge vorgeht. was mit ibrer polizeilichen Bestrafung gleichbedeu Dabei hat man die Fadenscheinigkeit der tend ist. Auch die drohende Pose, welche das ReBehauptungen der Front erkannt. Man schritt zur gime den Hafentreuzlern gegenüber wieder einmal einzunehmen für notwendig oder zulässig angecherheit so weit gegangen ist, einem tschechoslowa Verhaftung des Tabs er st, als er in seiner SiAus all diesen Gründen ist die Affäre Tavs jehen hat, um wieder einmal vor der Welt als der tischen Blatt- tver wird auch schon in einem fols eine Riesenblamage für das Regime und seine Unentschlossene und couragierte Gegner des Nationalsozialismus angeſehen zu werden und gleich Tavs lesen? von seiner grotesten Situation" und neuerdings wurde flar, wie schwach die Re- hebung des Konjunkturrückschlages zu erkennen. chen fremdsprachigen Blatt ein Interview mit fähigkeit, mit dem Hakenkreuz jerlig zu werden. fung der amerifanischen Regierungspolitik zur Bezeitig bei Hitler nicht Anstoß zu erregen, darf auf keinen Fall als das Besondere dieser eigentlich sehr obersten Chef der illegalen guten Programmspunkte ist, in dem Versuch, mit dem Angriff auf das Großkapital fich auf ein zu erzählen. Er amtiere, nur wenige Türen vom gierung sogar in diesem einzigen wertvollen und Für einen Augenblick scheint es, als ob Roosevelt drolligen und für das Regime blamablen Begeben- atenfreuz- Bewegung in Dester- Oesterreich vor dem Hakenkreuzikandal zu bewah neues Gebiet begeben wollte. Bisher hatte der reich, von Herrn Leopold, getrennt, in einem ren, wie sehr ihr die aftive Anteilnahme der Arbets New- Deal die Holdinggesellschaften nur auf dem Hause, daß dem Staat gehört und könne sozusagen terschaft fehlt, ohne die der Kampf gegen das Gebiete der„ Public Utilities"( öffentliche unter den Augen der Behörden eine zugelassene Hakenkreuz zur Hoffnungslosigkeit wird. heit angesehen werden. Die Oeffentlichkeit ist abgeſtumpft und hat aufgehört, den Dingen besondere Beachtung zu schenten. Diesmal aber hat sie aufgemerkt. Nicht bloß das Ausland, das glücklicherweise für solche Dinge doch noch ein etwas feineres Empfinden hat. Auch in Desterreich felbft hat der Fall Tavs biel Staub aufgewirbelt. So viel, daß die Redfeligkeit des Regimes plöblich wieder aufgehört hat. Die Herren haben gar kein Interesse an einer weiteren Bes sprechung der Sache durch die öffentliche Mei nung. Herr Tavs und feine Stumpane find jest. um mit dem Generalsekretär der Front zu sprechen ,,, etwas für die Sicherheitsdirektoren und die Polizei", eventuell für die Gerichte. Aber nicht mehr für die politische Diskussion. aber man hatte weder Mut noch Absicht, einzuschreiten; erst die Dreistig feit des Tavs zwang das Regime zum Einfchreiten. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Union der Textilarbeiter auch im Schönberger Gau weit voran Dienste) befämpft und auch da mit gewissen Ausnahmen. Nunmehr scheint Roosevelt feine Unterfcheidungen zu machen. Doch hat die Wall Street feineswegs mit dem vielfach erwarteten Alarm darauf reagiert; offenbar nehmen die Finanztreife an, daß Roosevelt entweder mit seinen Worten nicht Ernst machen oder daß ihn der Kongreß daran hindern werde. Tatsächlich besaßt sich lichungen erhellt auch, daß der gesteigerten Milch der Präsident gegenwärtig mit einer Reihe von anlieferung von etwa 750.000 Seftoliter im Besprechungen mit Führern der Privatwirtschaft Jahre 1936 gegenüber dem vorhergehenden Jahre zur Wiederherstellung des„ Vertrauens" und Ein Gaugebiet der Union der Textilarbeiter nur eine Erhöhung des Milchabsatzes von 160.000 man hatte ja immer angenommen, daß es auf dem nach dem andern berichtet über die Betriebsaus- Hektoliter gegenüberstand. Das übrige Mehr- Höhepunkt des Kampfes ein Kompromiß zwischen schußwahlen im vergangenen Jahr und sämtliche quantum mußte verbuttert werden. Daraus reful Regierung und Gesellschaften geben werde, Berichte beweisen, daß die freigewerkschaftliche tierte jener Butterüberschuß der Molkereien zur namentlich auch in dem Interessenkonflikt zwi Organisation der Tertilarbeiterschaft die weitaus Jahreswende 1936/37, dessentwegen dieAgrarier ichen der Tennessee- Tal- Behörde und dem Pristärkste und konsolidierteste ist. Nunmehr schließt eine große politische Aktion entfeffelten. Die vatfapital. Im übrigen sind einige langsame sich den von uns bereits mitgeteilten Ergebnissen Zahlent zeigen, daß es eine verfehlte Aktion war. Besserungszeichen in der amerikanischen Konder Bericht aus dem Unions- Gaugebiet Mährische er leverschuß entsprang der Mehranlieferung unttur feststellbar: ein Teil der Schwerinduſtrie Schönberg an, wo in 21 Betrieben 120 Betriebs- von Milch nach den Dürrejahren und der nicht ist etwas besser beschäftigt und die Arbeitskon ausschußmandate besetzt wurden die absolute entsprechend gestiegenen Einkommen der Verbrau- lifte haben nachgelassen. Im übrigen erinnert Mehrheit erhielten die freien Gewerkschaften. Es cher, die nicht in dem nötigen Maße mehr Milch sich offenbar die Geschäftswelt der guten Geund Butter zu kaufen vermochten. schäfte, die sie infolge der Rooseveltschen Auss gabenpolitik gemacht hatte und erwartet eine Rekordexport der nordböhmischen Cotton- reue Ankurbelung durch Aufträge an die Strumpfinduftric. Dank der Abkehr des englischen Schwerindustrie, namentlich für Kriegsschiff Marlies von Chemnig und anderen Zentren der Strumpferzeugung stieg der Erport nordböhmis fcher Strümpfe im, legten Jahre von 11,488.000 Baar im Jahre 1936 auf rund 19 Millionen Paar, die einen Wert von über 100 Millionen Stronen darstellen, während im Jahre 1936 un gefähr zwei Drittel, 65 Millionen Kronen zu vers zeichnen waren. In dieser Wertsteigerung spiegelt sich, wie erwähnt, das Geschäft mit England, seinen Dominions und Kolonien wieder, die vorerhielten: Union und Brünner Verband 64 DAG. Christlichsoziale 24 15 Deutschsoziale. 7 fich. vollspart. Gewerkschaft Słommunisten.. Wilde... 5 2 Und eben in diesem Moment wird die Sache politisch höchst unterhaltsam und beachtensivert. Tavs, der Geschäftsführer eines Siebner- Stomitees, welches mit amtlicher Genehmigung zur Befriedung der Hakenkreuzler, der ,, nationalen Oppo ition" eingesetzt wurde, hat seine Aufgabe darin crblickt, die Safenferuzler dadurch mit Desterreich und seinem Regime zu versöhnen, daß er ihnen für ihre getarnten und nicht weniger für ihre offen- nationalsozialistischen Unternehmungen eine weitgehende I m munität zu verschaffen verstanden oder zumindest versucht hat. Er und jein Siebner- Komitee standen schüßend vor den Helden des verbotenen Hakenkreuzes, auch in dem Augenblick, da die Polizei nach ihnen zu greifen sich angeschickt hat. Und er verstand, dem Komitee soviel Respekt zu verschaffen, daß er, gestüßt auf Auch im Schönberger Gebiet lonnien alle Geg das Komitee, eine Art höherer Inner zusammen die überragende Stellung der it ang wurde, welche Maßnahmen der Polizei Union der Tertilarbeiter und der freien Gewerfund der Gerichte im richtigen Augenblid zu durchschaften überhaupt nicht erschüttern. kreuzen und damit die Pas, die irgend in Nonflikt mit dem Regime geraten waren, vorweg freizubekommen wußte. Es mußte auf die untergeordneten Stellen den Eindruck machen, daß dieses Komitee auch bei der Staats- und Frontleitung gut angeschrieben ist, da es doch neben dem Bollspolitischen Referat" besteht, das in der Front für die Gewinnung guter Stimmung bei den Nazi errichtet wurde. Ueberdies ist ja der oberste unter den ,, voltspolitischen Referenten". Herr Staatsrat Seiß Inquart, selbst auch Mitglied des Siebner- Somitees, wo er neben einem Senatspräsidenten, neben einem ehemaligen Universitätsretter und anderen prominenten AuchBaterländlern gesessen hat. Darf man von den verschiedenen Stellen verlangen, daß fie feinen Respekt vor solchen Autoritäten haben sollen? Milchproduktion und Molkereiwesen iegend echtſeidene Strümpfe begehren. Dieſen Auf Grund monatlicher Berichterstattung von Stunert in Warnsdorf, die drei Viertel des gesam eiwa 10.000 landwirtschaftlichen Betrieben verten Strumpferports aus der Tschechoslowakei be ſuchte das Statiſtiſche Staatsamt, die jährliche streitet. Die Mehrseite dieser Exporterfolge sind Milcherzeugung der Tschechoslowakei festzustellen. niedrige Arbeitslöhne und Arbeitsmethoden, die Es kam dabei zu dem Ergebnis, daß die Milchwegen des Tempos der Produktion und der sonproduktion im Jahre 1936 ungefähr 45 Millionen stigen Arbeitsverhältnisse verheerend auf die GeHektoliter betragen haben dürfte. Der Berechnungsundheit der Arbeiterschaft wirken. Darüber haben wurde ein durchschnittlicher Wilchertrag pro Kuh von 1843 Liter zugrunde gelegt. Von der Gesamtmilchproduktion entfallen 52,8 Prozent auf Böh men, 25,9 auf Mähren- Schlejien, 18 Prozent auf die Slowakei und nur 3,3 Prozent auf Starpas thenrußland. wir eben in diesen Tagen eine Darstellung von berufenster Seite veröffentlicht, die ein Bild des düsteren Lebens dieser Arbeiterschaft gab. bauten. Aus aller Welt Der seltsamste Unfall eines Biloten. Der ames rikanische Pilot John W. Tailor hai wohl das größte Glück gehabt, das jemals einem Beitgenossen widerfahren ist. Er war vom Militärflugplay Hamilton Field in Halifornien mit noch einem anderen Biloten zu einem Trainingsflug aufgestiegen. Unmittelbar vor der Landung wollte der Schüler noch einen Tailor nicht angeschnallt war. Tailor konnte dieses Looping machen. Er hatte vollkommen vergessen, daß Manöver auch nicht verhindern, denn er war fest ein geschlafen. Als das Flugzeug landete, stellte man zum größten Entseven fest, daß der Sig von Tailor leer war. Man begab sich bereits auf die Suche nach seiner Leiche, als er etwas schwankend, aber sonst durch aus gesund, erschien. Er war tatsächlich im Schlaf aus dem Flugzeug gestürzt, muß aber im gleichen Augenblid aufgewacht sein. Instinktiv und rein reflermäßig zog er an der Leine feines Fallschirms, der sich auch öffnete und mit dem er glücklich landen fonnte. Verteuerte Einfuhr von Kolonialwaren. Die gestiegenen Weltmarktpreise und die Devalvation wirken sich bei der Einfuhr von Kolonialwaren Gleichzeitig veröffentlicht das Statistische deutlich aus. Ihr Wert ist im vergangenen Jahr gehen! Die Polizei von Quebec hat angeordnet, daß Die Kanadierinnen dürfen nicht mehr ins Gafé Staatsamt eine Uebersicht über die Entwicklung im Vergleich zum Jahre 1936 von 126 auf fait der Ausschant von Spirituosen an Frauen in öffent Keinem Menschen in der Front und in der Staatsleitung wäre es eingefallen, der Arbeit des unserer Milchindustrie. Darnach gab es im Jahre 155 Millionen Kronen gestiegen. Die Einfuhr Nomitees, dem man nicht bloß die Ermächtigung 793 i. 3. 1935 und 761 i. J. 1936. Die Ve= lichen Lokalen grundsäglich verboten wird. Es ist 1936 801 milchverarbeitende Betriebe, gegenüber von Kakao und von Kaffee ist dabei mengen nicht ausgeschlossen, daß dies nur der erste Schritt zu seiner hochpolitischen Arbeit gegeben, sondern mäßig zurüdgegangen, wertmäßig aber troydem dazu ist, den weiblichen Einwohnern von Quebec dem man in einem Haus, das der öffentlichen triebe des Jahres 1936, worunter 354 genossen größer geworden. Bei den Kakaobezügen stehen Hand gehört und das einst die berühmte Starüberhaupt den Besuch von Kaffeehäusern unmöglich schaftliche waren, gliedern sich in 245 Sonsum 10.220 Tonnen einem Quantum von 12.170 moltereien, 880 Buttereien, 47 Stäsereien, 46 zu machen, indem sie dort nicht bedient werden. Die hemberg- Heimatwehr beherbegt hat, zwei ganze Brimjentäsereien und 83 Quargelerzeugungen. trug aber im Vorjahr 61.4 Millionen gegenüber puritanischer Streise zurüd, an deren Spitze der ErzTonnen im Jahre 1936 gegenüber, der Wert be- Anordnung geht auf eine sehr scharfe Kampagne Etagen eingerämt und eingerichtet hat, zu miß- Gegenüber 1935 blieb die Zahl der Konsummol- 46.7 Millionen im Jahre vorher. Die Staffecein- bischof von Quebec, Kardinal Villeneuve, der eben trauen. Man muß diese Art ,, Velämpfung des tereien gleich, die Brimsentäsereien nahmen um fuhr ist von 11.320 auf 11.013 gesunken, der erst in einem Sirtenbrief die leidige Gewohnheit der Nationalsozialismus" auf sich einwirken lassen, 3 ab, während die Buttereien um 3, die Käsereien Wert ist von 81.2 auf 70.5 Millionen gestiegen. Slanadierinnen, zuviel öffentliche Lokale zu besuchen um zu begreifen, daß es sich bei der Verhaftuna um 4 und die Quargelerzeugungen ebenfalls um Die Teecinfuhr war größer als 1936( 540 gegen und dort über das Maß zu trinken, von der Kanzel des Herrn Tavs nicht bloß um die Verhaftung 4 zunahmen. Von den Konsummoltereien liegen 525 Tonnen), der Wert stieg relativ mehr auf her angeprangert hat. von einigen Hakenkreuzlern, sondern auch um die mehr als die Hälfte, nämlich 130, in Böhmen, in 10.9( gegen 9.5) Millionen. Bloßstellung des Regimes han- Starpathenrußland gibt es nur 2. Die Mehrzahl delt. Und darin ist der Grund der plößlichen Au- der Buttereien( 210) liegt in Mähren- Schlesien, rüdhaltung der amtlichen Berichterstattung zu er- ebenso die Quargelerzeugungsstätten( 61). Brimfentäsereien sind nur in der Slowakei. Die Zuerst haben die Herren große Worte ges von den Molkereibetrieben übernommene Milch- Die jüngste Auseinanderseßung des Präsi- und mißt im Durchmesser 7,5 Zentimeter. Auf der braucht, drohende Stellungen eingenommen. Aber menge stieg in den letzten Jahren beträchtlich. Sie denten Roosevelt mit dem Großlapital, nament- einen Seite sind ein Kranz und die Worte ,, Rubelbat man das Komitee aufgelöst betrug 1936 bereits 6,457.273 Heftoliter gegen- lich mit den Holdinggesellschaften steht im Brenn- münze", auf der anderen Seite das Staatswappen Mein; es besteht, auch nach der Verhaftung des über 5,699.788 Bettoliter im Jahre 1935 und punkt der öffentlichen Erörterungen. In diesem und das Jahr 1770 geprägt. Der Rand der Münze Tavs und nach dem ,, Urlaubsausflug" des Herrn nur 5,275,105 Setioliter in 1934. Die Schmet- Busammenhang sei darauf hingewiesen, daß die trägt die Inschrift:„ Sestrorezfer Münzsſtätte". für vier Wochen anstandslos beurlaubten" tenübernahme stieg in diesen drei Jahren von Elettrizitätswirtschaft in den USA bis vor einigen Eine unberührte altägyptische Grabstätte. Dem Staatsrates Se i= In quart, weiter. Sol- 7474 auf 16.665 Heftoliter. Der Wildhabiak Jahren zu etwa 90 Prozent in privaten Händen englischen Archäologen Walter Amery ist ein senlen Herr Menghin, Herr Mannlicher und die erfuhr eine Steigerung von 2,408.536 Seftoliter war. Nahezu ebenso groß war der private Anteil fationeller Fund geglüdt. 40 Meilen von der Sakharanderen Prominenten nicht gewußt haben, was ein i. 3. 1935 auf 2,570.782 Hettoliter i. 3. 1936 in der Gaswirtschaft. Nur die Wasserversorgung Wüste entfernt fand er das Grab eines hohen ägypbollspolitischer Referent" zum Aerger des Res 1934 wurden erst 1,950,484 Helioliter abgesetzt. war von jeher öffentlich bewirtschaftet. Der pristischen Würdenträgers, das im Gegensatz zu den gimes und der vaterländischen Presse verraten hat. Die Buttererzeugung ist im Jahre 1936 gewaltig vate Settor sämtlicher. sog. Public Utilities meisten Gräbern noch völlig unberührt war. Es ist bliden. Roosevelts Kampf gegen die Uebermacht des Großkapitals Ein numismatisches Kuriofum. Das Kurfter Museum für Landeskunde hat eine seltene russische Kupfermünze erworben. Das Gewicht der Münze beträgt ein Kilogramm; sie ist 2,5 Zentimeter start bak nämlich die national Betonten, daß die natio- angestiegen. Sie betrug 1935 1141 Waggons dazu rechnet man Elektrizität, Gas, Wasser, Tele- auch in der Antike nicht beraubt worden, ein Faktum, nale Opvoſition in Mehrheit nationalsozialistisch und erhöhte sich im Jahre 1936 auf 1883 Wag phon und Telegraph- wurde 1930 etiva au 80 as einzigartig ist. Das Grab gehört zur Zeit der iſt? Und waren die Herren mit den Machern des Aons. Die Steigerung macht also 21 Prozent bis 90 Prozent von Holdinggesellschaften ton- weiten Dynastie, das heißt, daß fein Alter etwor Regimes so naib, au glauben, daß die Pas auch aus. Gleichzeitig stieg die Quarterzeugung von trolliert. Durch die Nooseveltschen Gründungen, 5000 Jahre beträgt. Der Fund ist mindeſtens ebenfa nur einen Augenblick aufhören, in ihrem Sinne 1560 auf 1743 und die Säfeerzeugung von 008 unter ihnen vor allem das große Unternehmen der bedeutend wie die Auffindung der Grabstätte ven tätig zu sein? Waren sie so naiv, so haben sie ihre auf 1098 Waggons. Tennessee Valley Authority, ist der Anteil der Zutanchamon, denn es läßt sich jetzt erstmalig genau Unreise für das Amt der Staats- und Frontlen- Die Zahlen zeigen, daß troß der fortschrei- privaten Versorgungsbetriebe für Gas und Strom die Anordnung eines Grabes rekonstruieren. Devor lung erwiesen. Sie selbst fühlen das und deshalb tenden Entwicklung unseres Molkereiwesens nur an der Gesamtheit der Public Utilities etwas zu man an die Sichtung der einzelnen Gegenstände, soll von der., A f f är e£ a v s" möglichst wenia cin verhältnismäßig fleiner Teil der erzeugten rückgegangen und wird zur Zeit auf 60 Prozent unter denen kostbare Alabaster- Gefäße und wunderMilch durch die Woltereien erfaßt toird. Es bleibt geschäßt. volle Bronzen vorhanden sind, heranging, ist ein gesprochen werden. Beide Befriedungsaktionen, die des Siebners also auf diesem Gebiete noch ein beträchtliches Ueber die gegenwärtige Lage des Kampfes Film von diesem Grab aufgenommen worden, wonach Komitees und die der volkspolitischen Referate in Stück Arbeit vor allem für das Genossenschafts- berichtet der„ Economist"( London) folgender- jeine Rekonstruktion im Museum von Kairo beabsich= der V, erwiesen sich als tüßpunt te beswesen zu bewältigen übrig. Aus den Veröffent- maßen: Es ist noch nicht möglich, eine flare Richtigt ist Teile 6 „Sozialdemokrat" Donnerstag, 8. Feier 1938. Nr. 28 Dir BolkSstnggemeinde unter neuer künstlerischer Leitung. Infolge des Rücktrittes Janetschcks vom Chormeisteramte zu Jahresbeginn konnten die Gesangsproben in der letzten Zeit Nicht abgehalten werden. Der Ausschuss der Volkssinggemeinde hat nun die künstlerische Leitung Carl G r e u l I über« tragen. Greull wirkte bereits seit vielen Jahren in unserer Arbeiter-Tängerbetvegung. Er leitete lange Zeit den Chor-der Reichenberger.Ttzpographia" und wurde vom Deutschen Arbeiter-Sängerbund zum Gauchormeister des Gaues Reichenberg-Gablonz bestellt. Es ist zu hoffen,. dass di« Prager Volks- singgemeinde unter der Leitung GrcullS einen weiteren Ausstieg verzeichnen wird.— Als Chormei« stcrstellvertreter Ivurde Anton L i« b l gewonnen, der noch vor kurzem den Arbeiter-Gesangverein in Teichstatt als Chormcister leitete. Alle aktiven Sängerinnen und Sänger sowie alle Sangessreu« dlgen überhaupt werden ersucht, zu der am Dienstag, den 8. Feber, stattfindenden Probe zu kommen. Probelokal: Prag II., Smckkh 27, 6. Stock, sm Hanse der„Tt'pograsickä beseda". Frauenchor: Punkt 7 Uhr, gemischter Chor: Punkt halb acht Uhr. Kommet alle pünktlich! Arbeitsunfall. Dem Lllsäbrigen Arbeiter der, Elektrizitätswerke Josef Beselh aus Hloubitin zerbrach, als er gestern um 3 Uhr früh in der Hhbcrner» nasse das Strasienbabngcleise schliff, die Schleifscheibe in der Hand und zerschnitt ihm die Pulsader. Di« andere Hälfte der Scheibe flog ihm im Bogen aus"der. Hand und zerschlug die Auslags« scheibe der Kafscefirma Kulik, in der sie liegen blieb. Der Schaden steht noch nicht fest. Vesely. der außerdem noch eine größere Rißwunde am Fuß erlitten hatte, wurde auf die Klinik Schlosser gebracht. Zwei GaSvergistete. Im HauS Nr. 460 in Prag-Kleinseite wurden gestern vormittags das Zliahrige Dienstmädchen A. S. und der 20jährige Schneidergehilfe R. I. durch Holzkohlendämvfe beraubt aufgefunden. Die beiden wurden auf die Klinik Nonnenbruch gebracht, wo sie bald zu sich kamen und I. angab, er habe kurz vorher«ine Lose gebügelt; durch die dem Bügeleisen, das mit Holzkohle gefüllt war. entsteigenden Dämpfe seien wohl beide betäubt worden. Erhöhung der Grtränkepreise unzulässig! Wie wir bereits berichteten, wurden in einigen Prager Restaurants und Kaffeehäusern Kundmachungen auS- gehängt, durch die erhöbt« Preise für Bier. Soda- tvaller, Mineralwässer, Limonaden und Kaffee fest« ««setzt werden. TaS Gewerbereserat deS Prager Magistrate» macht darauf aufmerksam, daß iedr unbegründet« Berteuerung der erwähnten Getränke als Uebertrettma der Regierungsverordnung 204 86, bzw. nach Art. I l des Gesetzes 100/34 streng bestraft werden wird. Oss Urteil gegen die jugendlichen Räuber Prag,-rb- Bor dem Jugendgericht wurde Mittwoch(Vorsitz OGR Dr. S v o b o d a) die Verhandlung gegen di« beiden 17- und 18jährigen Burschen zu Ende geführt, die in Gemeinschaft mit ihrem Kameraden Georg H a d r o v s k y am 26. September v. I. den Bcnzinwärter Otto Pergl aus seiner einsamen Station an einer Straßenkreuzung bei Jenö lockten und ihm dann mit vorgehaltenem Revolver di« Tageslosung abzunehmen gedachten. Dank der Geistesgegenwart des lleberfallcnen blieb es bei dem bloßen Versuch und die Räuber entkamen vorerst. Die Verhaftung der jugendlichen Räuber gelang nur durch eine« sonderbaren Zufall, den die eigene Mutter eines der Jugendlichen ungewollt herbeisührte, als sie die Polizei wegen ständiger Bettfederndiebstähle um Hilfe anging und da durch Veranlassung gab, daß diese sich auch ihren Sohn und dessen Kameraden näher besah. Wie sich später ergab, war der Plan bis in die kleinsten Details verabredet worden. Der unmittelbare Täter, der dem llebcrsallcnen den Revolver vorhielt, ist der ältere der beiden Jugendlichen, die ihrem Berufe nach beide Tapeziercrl'hrlinge sind. Dieser 18jäh» rige Ivar noch wegen eines zweiten RaubübcrfalleS angeklagt, da er am 2. Jänner in Dejwitz einer Frau das Handtäschchcn zu entreißen versuchte. Während er seine Schuld wenigsten» teilweise gestand, beharrte der jüngere der zwei jugendlichen Angeklagten hartnäckig darauf, daß er von der ganzen Sache überhaupt nichts wisse, weshalb auch die erste Verhandlung vertagt werden mußte. Voll geständig war nur Georg Hadrovsktj, der überhaupt als Zeuge vor dem Jugendgericht von allen Dreien den besten Eindruck machte. Er ist nur wenige Wochen älter als der ältere der beiden Jugendlichen, hat aber das 18. Lebensjahr bereit» vollendet und unterliegt daher dem normalen Strafgesetz und dm ordentlichen Gerichten^ Hadrov- skh wird daher dank seinem geringfügigen AlicrS- vorsprung vor dem Schwurgericht erscheinen müffcn und wird nicht wegen der„V e r f e h l u n g". sondern wegen des V e r b r e ch e n S des Raubes, bzw. der Mittäterschaft daran abgeurlcilt werden. Die Verhandlung vor dem Jugendgericht endete mit der Verurteilung beider Angeklagten, von denen der Aeltcre zu zweiJahre n Verschließung verurteilt wurde, woraus er unter Schutzaufsicht gestellt werden wird. Da» Urteil gegen den Jüngeren lautete auf achtzehn Monate Verschließung und nachfolgender U e b e r- stellung in eine BessereungSan- stalt, eine Maßnahme, mit der der anwesende Vater des Burschen auf Fragen des Vorsitzenden nicht übereinzustimmcn erklärte. Zwei Jahre Fußballverbot Jugendliche FuSballfanatlker Prag,«rb- Vor dem Jugendgericht verhandelt GR Dr. Sonin einen Fall, der wieder einmal zeigt, wie weit der Fanatismus von Fußballenthu« siasren gehen kann. Auf dem Vysoöaner Sportplatz kam es gelegentlich eines Wettspiels mit einem benachbarten und daher um so mißgünstiger betrach- «eten Klub zu Zusammenstößen, wobei die verhaßten Rivalen die Oberhand behielten und da» Publikum raste. Dabei zeichnete, sich ein Fünfzehnjähriger aus, der einem Gegner eine solche Ohrscige versetzte, daß dieser bewußtlos zu Boden siel. AIS der jugendliche Klubsanatiker wegen Körperbeschädigung vor daS Jugendgericht kam, stellte sich als Zeuge ein gleichaltriger Kamerad ein, der sich ossenhar in den Kopf gesetzt hatte, den Angeklagten„Hcrauszuhaucn". Ec suchte ihn in der sinnlosesten Weise zu entlasten, indem er im Widerspruch zu einer ganzen Reihe unbefangener Zeugen behauptete, sein Freund sei zu« erst angefallen worden und bade in Notwehr gehandelt. AlS alle Vorstellungen und Ermahnungen vergeblich blieben, wurde der Zeuge, auf Antrag des StaatSanwalteS im Gerichtssaal verhaftet und in Uniersuchungihaft gesetzt, fit hat ein« Anklage wegen falscher Zeugenaussage zu erwarten. Der Angeklagte erhielt sechSTageVer« s ch l i c ß u n g, bedingt ans zwei Jahre. Dar Gericht diktierte dem Angeklagten zu den üblichen allgemeinen Bedingungen des Strafaufschub» noch eine besondere: Der Verurteilte darf nämlich durch zwei Jahre keinen Fußballplatz betreten, wenn er nicht de» Strafaufschubs verlustig gehen will. Er machte ein tiefunglückliche» Gesicht, versprach aber, die Bedingung getreulich einzuhakten. Vortrags Masarhk-Pleskllschaft für Soziologie. Im Rahmen des VortragszNklu» über Mkafarhk sprechen heute um halb 20 Uhr im Sitzungssaal des Für» sorgcminislerium» Dr. E. S t e r n über„Mkasaryk al» Sozialreformator" und Dr. H. R i P k a über „Masarhks politische Methoden".— Eintritt frei. Iümst und Mssen, Voranzeige: Dienstag„Dalibor" von Smetana lA 2). In neuer Inszenierung! „Karl V." Die Titelpartie in Krencks gleichnamiger Oper, die im Juni im lliahmen der Festspiele im Deutschen Theater zur ltianjsührung kommt, wird P a u l L n d i k a r singen. Spirlplan de» Reuen Deutschen TbeatrrS. Donnerstag 7: König Heinrich IV, CI.— Freitag 7'.-j: Wiener Blut, D.— Samstag 7: König Heinrich IV, A 1.— Sonntag 2 Parfümerie, 0)4: Tie Fledermaus, Abonnement aufgehoben, Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Donnerstag 8 Uhr: Einen Jux will er sich machen.— Freitag 8 Uhr: Südfrüchte, Theatergemeinde de» Kullurverbande» und freier Verkauf. — SamSiag 8: Einen Jux will er sich machen.— Sonntag 8: Hilde und das Lotteriespiel, 8: Delila. Literatur Bilanz Im Schubverband deutscher Schriftsteller in Paris hielt Alfred D ö b l i n einen Vortrag über Emigrationliteratur. Nach einem Ueberblick stellt« er fest, daß die innerhalb der deutschen Grenzen erscheinende Literatur an Blutleere kranke, während sich die cniigrierte Literatur trotz aller Schwierigkeiten im allgemeinen gut entwickelr habe. Für ihre weitere Enttvicklung forderte er besonder» vom Romancier umfassende Gesellschaftsbetrachtung—„ohne dabei politische Etiketten zu tragen oder politischen Formeln zu erliegen..." In seinen Schlußforderungen sprach er noch einmal aus:„Die Politiker und Parteien sollten nicht zu sehr auf den Schriftsteller cinwirken.. Wir zitieren nach dem Bericht der„Pariser Tageszeitung" und hoffen, daß Döblin In seinem > Vortrag deutlicher wurde, als aus dem Be- | richt zu ersehen ist. Es wäre schon zweckmäßig, wenn Die Verteidigung eines kleinen Staates lieber dieses Thema spricht am Freitag, de» 4. Feber,»in 20 Uhr im großen Saale dcö Handwerkersvereines in Prag II.» Smeöka 22, Oberst des Generalstabes Emanuel Floravec Zutritt nur gegen Einladungskarten, di^ ab Montag bei den Genossen Ullmann» G« und Bartos ch.Parteisekretaria«, gegen Vorweiö der Mitgliedskarte zu beheben sind. Republikanische Wehr, Ortsgruppe Prag. Flsdier— Patzak— Perth Ihr Kampf Die wahren Ziele der SdP Diese aufschlußreichste Schrift über Entstehung und Entwicklung der Sudetendeutschen Partei ist soeben in bedeutend erweiterter Fassung in deutscher Sprache erschienen. 140 Seiten. Preis Xö 14.—. Organisationen erhalten Rabatt! Zur beziehen durch die Zentralstelle für da» Bildungswesen, Prag XU., Slezska 13. bei solch„fünfjähriger Bilanz" klar ausgesprochen würde, w e r denn die„Parteien und Politiker" sind, di« zu sehr auf den emigrierten Schriftsteller einwirken. Wir haben an Hand einzelner Beispiele mehrfach dargetan, wie sehr da» Niveau antifaschistischer Belletristik gedrückt wird, wenn darin der sozialistisch-kommunistische Bruderkrieg getarnt fortgesetzt und au» der Froschperspeltiv« Keiner parteipolitischer Tagesparolen gesehen wird. Die schlechten Beispiele, di« wir anführten, tragen durchwegs kommunistischen Stempel. Die Sozialdemokratie beharrt auf dem Grundsatz, daß der Dichter auf höherer Warte zu stehen habe, als es die Zinnen politischer Parolensabriken sein können. Verschiedene Verlage de» Westens, die Werte emigrierter Schriftsteller herausbrachten, könnten darüber Auskunft geben, mit welchen Mitteln von kommunistischer Seite versucht wird, den antifaschistischen Kampf zur kleinlichen kommunistischen Parleiagita- tion und Rechthaberei zu mißbrauchen. Auch Döblin wird, wie au» seinen Forderungen zu schließen ist, entsprechende unerfreuliche Erfahrungen gemacht haben. Der Schuhverband deutscher Schnftsteller wäre dazu berufen, zu diesem Thema einmal energisch Stellung zu nehmen— auch wenn es dem oder jenem Salonkommunisten in der Leitung nicht gefällt. Karel Mondrh: Volk und Raff« Im Lichte der Judenfrage. 1037 Verlag„Die Brücke— Most" Prag.— Auch wenn man schon mehrere Bücher über die jetzt so aktuelle Rasienfrage gelesen ha», wird man dem Buch de» tschechisch-nationalsozialissi- schen Abgeordneten Prof. Dr. Moudrh Interesse entgegenbringen. Ter Verfasser beschäftigt sich zunächst allgemein mit" der Frage der Menschenrassen I und legt dar. daß alle Völker Europa» aus verschiedenen Rassenelementen bestehen. Der Gedanke der Rassereinheit irgend eine» Volke» wird abgelehnt. Die Volkseinheit liegt überhaupt nicht in körperlichen I Merkmalen.„Die Unterschiede, die in der verschiedenen Schädelform, Hmit- und Haarfarbe, in: kleineren oder größeren Wuchs begründet liegen, sind allzu bedeutungslos gegenüber der mächtigen Gewißheit einer durch Verstand und Gefühl erfaß, ten Einheit, die den Gnmdtun der Volkskultur bildet" lS. 28)— Moudrh besaßt sich dann besonder» eingehend mit der Judenfrage. Er weist nach, daß die Juden keine eigene Rass«, sondern der Zweig einer Rasse sind, die sich insbesondere in vorchristlicher Zeit mit anderen Völkern vermischt haben. Der Ras- sen-AntisemitiSmu» beruht auf unwissenschaftlichen Argumenten,«r entspringt einer„unkritischen und uruviffenschaftlichen tteberschätzung und Verhimmelung der physischen Seite de» menschlichen Leben»". Der Materialismus de» Dritten Reiches steht im Widerspruch zu jener Geistigkeit, welche die Welt- geltung der deutschen Kultur begründet hat. 8. 8t, Max Herb: Südosteuropa. Form und Forderung.— In einer Zeit, da die Fragen de» Donau- raumeS erörtert werden und die Politik Jugoslawiens und Rumäniens zur Diskussion steht, ist die Broschüre von Max Herb von hoher Aktualität, ßn informativer Weise werden die Verhältnisse in den drei Staaten der Kleinen Entente, in jenen der Balkanentente, in den Staaten der römischen Protokoll« dargestellt und die Ostpolitik der Großmächte geschildert. Bei der Bedeutung der in dem Buche geschilderten Fragen ist die Lektüre lehrreich, st. il t Ceylon von zwei Selten Von Ruth Körner Aus dem Dschungel dringen die schrillen Schreie wilder Katzen und aufgescheuchter Vögel und die Pfiffe der Riesenschlangen. Betäubend mischt sich Lotosblumendust in die unnennbaren Gerüche des Urtoalds. Wanderer rufen.einander an— gedehnt, verhallend. Ferne trompetet eine Elefantenherde. Der Vollmond strahlt. Im grellen Licht schimmern die weißen Dagoba's. Und in sehr langen Zügen wandern die Singhalesen und Tamilen, Männer und Frauen, Greise, Kinder, zu ihren Tempeln, Klöstern, Heiligtümern. Und sind sehr glücklich. Denn der volle Mond ist eine der Inkarnationen Buddhas. Wenn er sich zeigt, lächelt der Gott und ist zufrieden. Und wird noch heißer, leidenschaftlicher verehrt, noch hemmungsloser angebetet und gefeiert als sonst. Im weiten Hof des Tempels von An'radscha- pura haben die Gläubigen sich angesammelt. Sie bilden einen Kreis. Gespenstig, im Schein der Fackeln, treten Männer vor: zwei Musikanten und sechs Tänzer in langen, prunkvollen Gewändern, absonderliche Turbane auf ihren Köpfen. Monoton schlagen die Musiker ihr Instrument. Langsam schreiten die Tänzer. Und dann schneller. Und schneller. Drehen sich. Aus ihrem Tanzen wird ein Laufen, ein Rennen, Springen, ein Dahinfliegen. Ihre Gesichter sind verzerrt. Tie Turbane lösen sich, fallen— sehr schmale, weiße Tücher— in den Sand, und wirr flattern die schwarzen Haare um die Köpfe. Die Männer leuchen, tanzen weiter, und weiter, und die Menge schreit. Ein Rausch hat sie ersaßt, ein Taumel, sich steigernd bis zur Raserei. Dann kommt ein schußartiger Schlag der Trommeln. Tvr Tanz bricht ab. Geisterhaft still nehmen die Männer ihre Tücher, wind.n sie kunstvoll uni den Kopf und kauern sich zusammen, um zu ruhen. Und wenige Minuten später weiterzutanzen, immer lveiter, bis sich im Osten ein heller Streifen zeigt. Bis Morgenröte über den Riesenstatuen des Gottes, über den Ruinen der ehemaligen Regierungsstädte Polonnaruwa, Sigiriya, Candy— Ziel aller Forscher, aller Weltenbummler— über den Seen und den Palmen leuchtet. Und bis die Arbeit in den Granitbrüchen beginnt, den Zimmt-, Kakao- und Teeplantagen, den Häfen und den Eisenbahnstationen. Stündlich ihr Leben wagend'tauchen Kulis zu den berühmten Perlenbänken an der nördlichen Jnselküste. Müde zieht ein gezähmter Elefant die Straßenwalze hin und her, hin, her; seine Erhaltung und der Lohn des Treibers find billiger als Tampferzeugung. Rastlos rupfen Männer, Frauen und Kinder Teeblätter, sortieren sie und bringen sie in die Fabrik. Verzweifelt schleichen Arbeitslose entlang den Gummiplantagen, die nicht mehr ausgebeutet werden. Atemlos rennen Lastträger und Rikschakulis durch die Straßen der internationalen Hafenstadt Colombo. Fast ohne Pause rattern Schreibmaschinen in den diversen Handelshäusern. Irgendwo draußen pflanzt ein Bauer Reis. Geschäftsleute berechnen den Prosit, die Einbuße. Im Galle-Faee-Hotel, dem unwahrscheinlich großen und modernen, servieren braune Boys das Lunch. Apathisch hocken Ruderer in ihren Kähnen und warten aus Erwerb. In Luxus-Limousinen fahren besonders reiche Eingeborene und Fremde über den Ivundervollen Kai und durch die Stadt, die mit den hohen, gleich« förmigen Häusern und eleganten Läden europäisch wirkt, lind unermüdlich vom Morgen bis zum späten Abend arbeitet Mister Goonesinha,'der Führer, Helfer und Berater von Format, im kleinen, unscheinbaren Office der Ceylon Labour Party und der All Ceylon Trade Union. Er sitzt an einem Tisch aus Ebenholz und er erzählt, den Blick auf die Plakate an der Wand und ihre Aufschriften gerichtet:„Heute Hunger und Arbeitslosigkeit und Elend— morgen Erwerb, Freiheit und Prot!": „Wir haben schwer zu kämpfen, furchtbar schwer. Doch wir sind jung und zuversichtlich. Ziveiunddreißig Gewerkschaften mit 18.000 Mitgliedern sind schon in unserin Bund vereinigt. Im Staatsrat und Gemeinderat haben wir sieben Ar- beitervertreter. Die Bewegung entfaltet sich. Sie tvird von englischen Genossen unterstützt. Und von den Arbeitern und Angestellten und sogar einigen Beamten hier getragen. Wir fühlen uns als die Avantgarde— und sind sie. 1023 zählten wir sechsunddreißig Mitglieder und führten einen Streik, an dem sich 25.009 Arbeiter beteiligten. 1925 setzten wir eine 20prozentige Lohnerhöhung für alle Staatsbeamten durch. Später organisierten wir den Generalstreik der Hafenarbeiter. Die Kulis verdienten in einem Arbeitstag von fünfzehn Sttinden eine Rupie(etwa 10 KC) und für die Nachtschicht eine Rupie und 25 Cents. T>er Streik dauerte 22 Tage und wir erreichten die Verdoppelmrg der Löhne. Auf den Plantagen, d. h. den Kokospslanzungen, errangen wir einen I Erfolg; die Kulis, die früher Naturallöhne erhielten, bekommen nun den Lohn in Geld. Und die Hotelarbeiter— ja. Auch sie haben gestreill. Sie hatte» einen Monatslohn von 15 Nupies und mutzten ihre Uniformen davon kaufen und täglich waschen und zum Essen gab man ihnen, ivai auf den Tellern stehen geblieben Ivar. Sie siegten. Der Lohn lvurde hinaufgesetzt, die Uniformen werden seither von der Hotelleitung bezahlt und auch gereinigt und jeder Angestellte wird ausreichend und gut verpflegt. Es kam der Streik der Strassenbahner, es kam der vierstündige Generalstreik in Colombo. Es kam der Kamps um Mindestlöhne und um den Workmens Compensa- tion Act, daS Arbeiterversicherungsgesetz. Wir baben die Errichtung einer Notstandsstelle für die Erwerbslosen erreicht, durch die diese von keiner Seite Unterstützten mit Aushilfsarbeiten beschäftigt werden. Dies ist der erste Schritt zu der von unS in Dutzenden von Petitionen und Em rürfen und Hunderten von Massenmeetings verlangten allgemeinen Arbeitslosenunterstützung. Wir haben viel geleistet. Biel liegt noch vor uns. Denn in die Teeplantagen konnten wir bis heute nicht eindringen. In den Granitbrüchen wird von den KuliS übermenschliches gefordert; unser Protest hat nichts genützt. Und-dann wurde Colombo durch die Einführung der neuen und umstrittenen Verfassung im nachbarlichen Indien zum Flugzeug» und zum Flottenstützpunkt Englands. Wir sind gegen den Krieg. Wir sind gegen die Ungerechtigkeit in allen Formen. Wir fordern Abbau der Profite und Rüstungen. Wir wollen Frieden und ausreichenden Lohn und Freiheit für jeden einzelnen. Und werden siegen, weil wir an diesem Hiege arbeiten.". V e z u g S b e dingun a e n: Bei Zw'tollUna rnsSau» oder bei'»ezua durch d:e Poll monatlich Ke 17—, vierteljährig Kt 51.—, halbjährig K6 102,—, ganzjäbria K6 204. Inserate werden laut Tarn mlligst berechnet.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur b:i Einsendung der Retourmarken.— Die Zeltungsfränkatur wurde von der Post- u. Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800.VII/1VSn bewilligt. lKontullpostamt Praha 25.— Druckerei:„Orbis". Druck-. Verlags- u. ZeilungS-A.-G. Prag.