Sozialdemokrat Sentralor-arr der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit««»«ahme de» Montag tLglich früh/ Ein-eiprei» 75 Heller Redaktionu.Verwaltung: PragXll.,Fochova82- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Kar! Kern, Prag Schluß mit dem Aushungerungs* feldzug gegen die Saisonarbeiter! 18. Jahrgang Dienstag, 8. Feber 1938 Nr 32 „Deutschland ist ruhig wie eine geladene Kanone“ Die Welt urteilt: Verschärfung des radikalen außenpolitischen Kurses RW besetzt ersten Platz lm25*ktn*Lauf bei den gesamtstaatlichen Skl-Wettkämpfen In Starkenbach a u den diesjährigen gesamtstaatlichen Ski- »olrouillen-Wettkänchfen der Wehrmacht, die vom Serband der tschechoslowakischen Offiziere am 6. Feder im Starkenbach veranstaltet wurden, hatte die Republikanische Wehr fünf Mannschaften gestellt. Trotz starker Konkurrenz und großer Ter- winschwierigkeiten vermochte»ine der Patrouil- kn in der 2. Klaffe de» 2S.Silomrtrr.Langlaufr» mit Gewehr mit einer Zeit von 1.50.20 den e e st e n V l a tz zu besetzen. Di« siegreiche Rannschast, die au» Johann und Gregor Hönig- IeachimSthal und Alfred Dreßler-Deffendorf be- ftend, errang damit den vom M. R. O. g» st i f< teten Wanderpreis und außerdem einen herrlichen.Kriftallpokal. Die Sieger wurden anch mit große» Bronceplaketten au», „zeichnet. Auch die übrigen Mannschaften der Republikanische» Wehr konnten sich sehr gut placieren. Die prSchtigen Leistungen und die stress» Disziplin unserer RW-Männer haben bei »en Veranstaltern«nd bei den zahlreichen Zu- scheuern den besten Eindruck hinterlaffen.— Die Republikanische Wehr kann auf die schönen Ersel,e ihrer Winteesportler mit Recht stolz sein. Heftige Gegenangriffe Francos Barcelona. Das Ministerium für Rational- Verteidigung teilt mit: Rach einem heftigen Kampf ist es dem Feinde gelungen, die Positionen bei der Siedlung Pancrudo zu besehen. Im Abschnitte Muela de Teruel besetzten die republikanischen Truppen die Tote 1040. An der Krönt in Andalusien entwickelt die Luftwaffe der Aufständischen eine lebhafte Tätigkeit. Wir schaffen zwei feindliche Bombenflugzeuge ab und verloren rin Jagdflugzeug. Den Nationalisten ist e» gelungen, nach einem schweren Kampf, der ihnen starke Ber« lüste einbrachte, die Position bei Sierra Ales r e o n zu besetzen. Der Bericht vom Montag kauiett An der Estremadura-Front setzten di» Auf- stilndischen ihren starken Druck gegen die repu« »manischen Positionen in Sierra Areallano» fort, »och nimmt der Widerstand der Regierungstruppen «n StSrke immer mehr zu. Die Aufständischen! baden-rost« Berlustt auszuwesen. i Gendarmerie Segen»Eiserne Garde” Zwei Tote bei Bukarest Bukarest. In zwei Gemeinden de» Land- dezlrles Bukarest kam e» zu Zusammenstößen von Mitgliedern der Eisernen Garde mir der Gendarmerie, die auf die Reifen der Aulobuffe schoß, in denen die Eiserne Garde befördert wurde. Der -Timpul" meldet dazu, daß zwei der Gardisten ihren Berletzungen erlegen sind. London.(Reuter.) Außenminister Eden lam Montag im Unterhaus auf die Versenkung der britischen Dampfer„E n d I) m t o n" und »llleira" zu sprechen, wobei er u. a. erklärte: Born heutigen Tage ab wird bei jedem Nn- strsreboot, da» in der Zone, in welcher britische «chlffe die Kontrolle auSiiben, unter Wasser fahrt, die Absicht vorausgesetzt, dass eö Handelsschiffe überfallen will. Den britischen Schiffen wurde die Weisung erteilt, auf solche Untersee- >»°te unverzüglich denAn griff Su eröffnen. Am Falle des Dampfer»„Aleira" lasse sich E Recht vermuten, daß Flugzeuge Franco» den stugrisf unternommen haben. Der britische Vertreter in Sala» manea wurde daher beauftragt, de« dortigen Behörde« mitzuteilen, daß England unberechtigte Angriffe gege« britische Schiffe bisher mit der größte« Geduld ertragen hat, daß jedoch seine Der Sonntag und der Montag haben keine neuen Neberraschungen gebracht. Aber weil in diktatorischen Staaten sich do» Spiel der politischen Spannungen nicht in der Oeffentlichleit vollzieht, weil die einander widerstrebenden wirtschaftlichen und politischen Kräfte im Geheimen miteinander ringen und jede Lösung den Charakter de» Plötzlichen, Explosionsartigen annimmt, und well von dem unterirdischen Kampf, von den Intrigen und Gegenintrlgen hinter den Kulissen so wenig bekannt wird, muß an die Stelle der Tatsachenberichte die Vermutung treten, da» Rätselraten, flattern fast selbstverständlich die verschiedensten Gerüchte auf. So auch diesmal. Von einer geplanten Ermordung Pupen» wurde erzählt, von der Verhaftung de» Generalobersten Fritsch, von seiner Erschießung sogar, von einem geplanten und rechtzeitig vereitelten Militärputsch. ES ist eine billige„Heiterkeit", deren sich„Berliner informierte Kreise" rühmen, zugleich mit der Behauptung, alle» da», wo» da erzählt worden sei, fei eben nicht» andere» al» Gerücht. Denn da niemand die Vorgeschichte der neuen Umwälzung, der ja die vielen ÖfsizierSentlaffungen, die Errichtung de» „Geheimen LabinettSrateS" und da» Großreinemachen im Außenpolitischen Amte gleichkommen, auch nur annähernd kennt,«nd da e» ja nach Hit» ler» eigener Behauptung vor der deutschen Bat-' thokomauönacht so etwa» wie eine« Umsturzversuch gegeben Haden soll, sind di» Gerüchte, die von Putschplänen der Generalität wissen wollten, allzu verständlich. Ueber einen demokratischen Staat würden im Falle einer Neuorganisation seiner obersten Aemter Gerüchte ähnlicher Art nicht verbreitet werden— denn in aller Leffentlichkeit, mit Zustimmung de» Parlament», baut»in Staat freier Menschen seine Organisation au». So harmlo», wie die„Deutsche diplomatischpolitische Korrespondenz" di» Neuordnung darstellt: daß die neuen Formen, in denen der deutsch» Staat»apparat nunmehr erscheint, dazu angetan sind,»ine einheitlich und darum um so wirksamer» Handhabung eine» sonst komplizierten Instrument» zu gewährleisten",— so harmlo», al» eine Art administrativer Maßnahme, betrachtet die Welt diese Neuordnung nicht! Ja, eine wirksamere Handhabung de» Machtinstrumente» wird ermöglicht! Aber gerade diese Zusammenballung der Macht schasst die Erregung» besonder», da gleichzeitig eine Reihe hoher Offiziere, die al» besonnen, al» Feinde einer abenteuerlichen Politik galten, verabschiedet wurde«nd die Außenpolitik in die Hände de» dilettantisch-geschäftigen, fahrig.abenteuerlichen, aber fanatischen Nationalsozialisten Ribbentrop gelegt wurde. Die„Neuorganisation", die jetzt begonnen wurde, ist sicher noch nicht abgeschlossen. Die derzeitige Lösung ist, so sehr sie bereit» der Partei ««d daß England zu der Ansicht gelangt ist, daß es an der Zeit sek,«In für allemal zu erklären, daß eS auf diese Angriffe nicht mehrmitblotze« Protesten«nd Ersatzforderungen antworten könne.(Beifall.) Deshalb hat die britische Regierung der Franeo-Regiertzng mstgeteilt, daß sie sich in Hinkunft daS Recht Vorbehalte, ohne vorherige Ankündigung zu D e r- geltungSmatznah m e n zu greifen, wie sie dieser oder jener Angriffs» fast erfordern wird. In Gibraltar sind da» Schlachtschiff.Nelson" und fünf weiters Einheiten der britischen Heimaiflotte eingetroffen. Sie werden an den FrühsahrSmanövern der britischen Streitkräfte Uilnehmen. einen Sieg brachte, doch noch rin Kompromiß. Der zum Generalfeldmarschall avanciert» Göring wird sich mit dem Titel nicht zufrieden geben. Er wird der wirkliche Herr über die Armee werden wollen. Aber e» ist durchaus möglich, daß er und der„Führer" auf dem Wege dazu noch weiter» Konflikte mit dem ReichSheer zu überwinden haben werden. DaS aber kann man wohl jetzt schon sagen, daß au» der Außenpolitik jeder mäßigende(Ein* In einer ausführlichen, au» Basel datierten Depesche eines„gelegentlichen MitarbeilerS" berichtet der Pariser„Temps" über die Krise, die am Freitag auf so sensationelle Art gelöst wurde. Dieses Berichtes wegen wurde der„TeinpS" in Deutschland s außer 28 anderen ausländischen Zeitungen) beschlagnahmt, die Darstellung deS französischen Blattes wurde vom Deutschen Nach- richtenbureau al»»freche und verantwortungslose Brunnenvergiftung" bezeichnet. Manche» an dieser Schilderung" scheint Mutmaßung zu sein, manches aber stimmt überein mit den Berichten anderer Beobachter. Der.Temps" berichtet, daß bei den Beratungen, die der für den 80. Jänner geplante» Red» Hitler» vorauSgingen, die Reichwehr einige Forderungen vorbrachte. Sie verlangte die Demission von Blomberg und die Konzentrierung des Oberbefehls über die Armee, die Marine und die Luftwaffe in den Händen des Oberkommandanten der Armee. Die Reichswehr kritisierte außerdem die Außenpolitik de» Reiches. Sie sprach sich gegen eine allzu enge Zusammenarbeit mit Italien, gegen die Intervention in Spanien und gegen die Zusammenarbeit mit Japan au» und verlangte eine Annäherung an London, ferner eine Entspannung mit Paris und vor allem eine Entspannung und hierauf eine Annäherung mit Moskau. Die Industriellen und Junker kritisierten auch lebhaft den Bierjahresplan Görings. Der Reichskanzler hörte diese Beschwerden und Forderungen an, ohne dazu Stellung zu nehinen. Die Atmosphäre war aber sehr gespannt und damals schritt der Ehef der Polizei Himmler ein. Er legte dem Reichskanzler Hitler ein Protokoll vor, au» dem hervorgeht, daß einige Generale der Reichswehr mit dem General Fritsch an der Spitze einer geheimen Organisation angehören. welche die Thronbesteigung des zweiten Sohne» de» Kronprinzen in Deutschland auf dem Programm hat. Ende Jänner herrschte in Berlin eine gedrückte Stimmung. eS begannen Gerüchte zu kursieren, daß Himmler eine Anzahl Reichswehrgenerale verhaften werde. Damals entschloß sich General Fritsch, zu einer mutigen Tat, er berief einige Generale zu sich, um mit ihnen gemeinsam einen BerteidigungSplan zu beraten. Am 28. Jänner früh besetzte ein Zug der Reichswehr das Palais, daS die Nummer 64 hat und in der Wil- helmstraße ganz nahe dem Reichskanzlerpalais liegt. Gleichzeitig wurden Maßnahmen an einigen strategischen Punkten der Hauptstadt getroffen, um einen eventuellen Putsch der Gestapo zu verhindern. Der 28. und 26. Jänner waren Tage drohender Spannung in Berlin. Eine große Anzahl hervorragender Persönlichkeiten, welche mehr oder weniger in dieses Komplott verwickelt waren, verlieb plötzlich die Hauptstadt. Am 29. Jänner abend» wurde bekannt, daß Reichskanzler Hitler die Demission von Blombergs, welche von der Reichswehr verlangt wurde, und die Dienstentlassung de» Generals Fritsch unterschrieben hatte. — Am 81. Jänner nahm General Keitel seine Beratungen mit Hitler auf, die einige Tage hin- duxch andauerten. Die Reichswehr gab ihre Zu- stinunung zur Enthebung der„Nonalistengruppe" und erhielt hiefür die Ratifikation ihrer Forderungen: Bor allem vollkommene Autonomie und die Ersetzung von Blombergs durch General Keitel. Der Versuch des Generals Göring und Himmler sich des Kriegsministeriums zu bemächtigen. schlug fehl. Ferner sagte Reichskanzler Hitler der Reichswehr eine Reform zu.>vie sie kürzlich Nationalverteidigungsminister Daladier in sluß verschwunden ist, daß da» Dritte Reich beginnt,»ine rein„natwnaksozialistische" Außenpolitik zu machen— und das ist eS, was ganz Europa In Erregung versetzt. Wie allüberall dort, wo»lan de» Frieden will, daö Dritte ikteich nach dieser Neuorganisation seines Machtapparates gesehen wird, daS hat am tresfendstrn da» englische Blatt„Daily Ezpeß" formuliert:«Deutschland ist so ruhig wie eine geladene Kanone." Frankreich durchführte. Schließlich gewährte Hitler der Reichswehr einen Platz in der Kontrolle der Außenpolitik dadurch, daß er ihr drei Stellen im Geheimen Rate zuteilte, welcher dazu berufen wurde, die wichtigsten Entscheidungen in Sachen der Außenpolitik zu treffen. 62 stoße Offiziere pensioniert London. Randolph Churchill, der Sohn Winston Churchills, Sonderberichterstatter des»Evening Standard" in Berlin, berichtet, daß künftighin der Chef des deutschen Generalstabes und der Oberkommandierende direkten-Zutritt zum Reichskanzler haben werden, während sie mit ihm bisher nur über da» Kriegsministerium verkehren konnten. Die Uebernahme deS Kriegs« Ministerium» durch Hitler sei als vorübergehend zu erachten. Bisher seien 62 höher» Offiziere, also 40 außer den 13 Generalen, pensioniert worden. Englische Beurteilung' Die Londoner Beurteilung der Ereigniffe in Deutschland läßt sich in zwei Gruppen zuiam- menfaffen: Die Mehrheit sieht in der Entkaffung der Generale und der Bestellung Ribbentrops zum Außenminister die konsequente Durchführung des»r. sprünglichen nationalsozialiftifchen Programms und nimmt an, daß Deutschland nunmehr eine-mischte» denerr Außenpolitik hinsichtlich deS Antikommintern» Pakte» lalso Italien und Japan gegenüber», sowie im Verhältnis zu Oesterreich imd Osteuropa betreiben dürste.— Die andere Richtung— zu der auch Persönlichkeiten der Regierung zählen sollen— meint(ohne eine Radikalisierung der deutschen Außenpolitik zu bezweifeln), die gegenwärtige Umbildung in Deutschland sei so tiefgreifend, daß sie geraume Zeit erfordern werde, um zu einer praktischen Auswirkung im Heer und in der Administrative zu kommen. In diesen vielfach an die Sowjetunion erinnernden Zuständen könne wohl'aum mit einer größeren wirksamen außenpolitischen Aktivität Berlins für die nächste Zeit gerechnet werden. Französische Auffassunsen An französischen politischen Stellen wird, wenn auch zugegeben wird, daß die Ereigniffe vom 4. Feber noch mit einem gewiffen Geheimnis umgeben sind, doch den Berichten über eine Verschwörung in Deutschland wenig Glauben geschenkt. Dian nimmt eher an, daß die Offensive von den kämpferischen Führern der nationalsozialistischen Partei ausgegangen i st, die schon lange eine Ursache gesucht haben, sich bestimmter Elemente in der Armeeleitimg und in der Diplomatie zu entledigen, die sie für wenig sicher, wenig fähig und allzu unabhängig ansahen Göring bleibt Wirtschaftsdiktator Berlin. Bei der feierlichen Einführung des ReichSnilnisters Funk in on» Amt de» Reichswirtschaftsministers erklärte Göring, er sei jetzt erst recht in die Lage versetzt worden, den Bierjahröplan an oberster Stelle zu leiten. ReichSwirlschaftSiyittister Funk erklärte, der Wirtschaftöminister müsse den Geist In der Wirtschaft und die Ordnung deö Wirtschaftslebens so gestalten, daß beide den nationalsozialistischen Grundsätzen und den durch diese bedingten Forderungen der Partei entsprechen. Dieser Grundsatz müsse nach Dnrchführung der notwendigen GesinnnngS- und Kullurwandlung»»beding t Geltung haben. „Englands Geduld zu Ende" Eden kündigt Repressalien für jeden Angriff auf britische Schiffe an Geduld nicht unerschöpflich ist Die Vorgeschichte des 4, Feber «eite 2 DienSkag, 8. Feber 1038 Nr. 32 Vie Grenzen der Engherzigkeit Schluß mit dem Aushungerungsfeldzug gegen die„Saisonarbeiter* 4 1 Die ArbcitSlosenziffer hat Ende Jänner wieder die Zahl von 518.871 erreicht. Gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres bedeutet dies immerhin eine Abnahme um rund 150.000 Ar- beitSbewcrbcr; gegenüber dein Krisentief im Jahre 1033 hat sich die Arbeitslosenziffer um 353.00-1 gemeldete Erwerbslose gesenkt. Das; eine durchaus reelle Zunahme der Beschäftigten zahl vorliegt, beweisen übrigens die Ausweise der ZentralsozialvcrsicherungSanstalt. Nach einer koeben veröffentlichten Statistik war die Ver- sicherte»zahl dieser Anstalt im Dezember 1037 um 170.122 höher als zur gleichen Zeit des JahreS 1036. Ter Stand an Sozialvcrjicherten überstieg im Dezember 1037 deren Zahl vom Dezember 1033 um-170.582 Personen, blieb aber im Vergleich zum Dezember 1020 noch im mer um 212.300 Personen zurück. Die Tendenz zur langsamen Wiederbele bung der tschechoslotvakischen Volkswirtschaft ist also nicht nur im Hinblick auf die bedeutend ge- l-esserten Erportziffern. sondern auch im Spiegel der angeführten BeschästigungSzahlen unverkenn bar. Zur Sicherung dieser erfreulichen Aufstiegs tendenz ist zunächst die Erhaltung der innerpoli tischen Stabilität unerlässliche Voraussetzung. Dazu wird aber kein Beitrag geleistet, wenn das nach wie vor bitter ernste Arbcitülvsenproblem in den Hintergrund gedrängt und— wie es den Anschein hat— an einflußreichen administrativen und politischen Stellen geradezu bagatellisiert wird. ES ist an der Zeit, gegenüber diesen Er scheinungen mit aller Deutlichkeit darauf auf merksam zu machen, daß auf diesem Gebiete zwei Tendenzen gegeneinander laufen, welche mit un» erbitterlicher Logik miteinander in Konflikt kom« inen und schließlich eine mehr als unerfreuliche Situation schaffen müssen. Auf der einen Seite liegt das unverkennbare Bestreben vor, aus finan ziellen und auch au- kurzsichtigen politischen Mo tiven den Aufwand für Arbeitslosenfürsorge so weit wie möglich herabzudriicken. Auf der anderen Seite wächst die Not, die physische und moralische Erschöpfung jener unglücklichen Menschen, welche schon über ein halbes Jahrzehnt keine regel mäßige Beschäftigung mehr kennen und sich unter geradezu verzweifelten Umständen zwischen den UnterstützungSperioden durch einige Wochen Notstandsarbeit— sofern sie überhaupt vor handen ist— durchschlagen müssen. Man muß daher mit allem Nachdruck davor war nen, daS Arbeitslosenproblem allzusehr aus der Prager Perspektive zu betrnchteu und zu über sehen, daß eS in der Republik ganze weite Ge biete gibt, die an der Wirtschaftsbelebung keinen oder nur unzureichenden Anteil haben. In un serer ArbeitSlosenfürsorge droht eine formali stische Praxis cinzureißen, welche dazu führt, daß unter Berufung auf die wirtschaftliche Besserung in einzelnen Gebieten die Zuwendungen für die EcnährungSaktion generell auch dort gekürzt wer den, wo die noch immer arbeitslosen Menschen nach wie vor der größten Not ausgesetzt sind. Be sonders kraß wirkt sich diese Tendenz in der Be urteilung der Bedürftigkeit der sogenannten Saisonarbeiter auS; hier sind geradezu unerträgliche Zustände eingerissen. Wer ist Saisonarbeiter? Der Absatz II b der Richtlinien für die staatliche Ernährungsaktion vom 28. Juni 1933 Auf Grund dieses Saisonverdienstes ist der Maurer G a a g auS der Ernährungsaktion ausgeschlossen worden I Er soll von einem Gesamt- verbimst von 47V XL 52 Wochen leben! Die Be« daucrnSwerten Kollegen, welche in der Saison keine 470 XL verdienen konnten und daher in der Aktion belassen werden mußten, leiden wieder an der allgemeinen Kürzung der Zuteilungen. AuS der gleichen Gemeinde erfahren wir, daß diese Arbeitslosen in der letzten Periode, also für mehr als vier Wochen, je zwei Ernährungskarten, zwei Brotkarten und ein Kilogramm Zucker erhalten haben. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Wenn dann Deputationen bei der BezirkSbehörde vorsprechen tvollen, um aus derartige unhaltbare Zustände hinzuweisen, erhalten sie— wie und von mehreren Seiten gemeldet Ivird— einfach die Auskunft, daß nach Weisungen der vorgesetzten Behörde vorgcgangen wurde. Damit find so ziemlich die Grenzen der Engherzigkeit erreicht, welche bei einer ArbeitSlosenfür« sorge denkbar find, die diesen Namen noch verdient. Ein besonderes Kapitel ist die Aussiebung von Häuslern und Zwcrggrundbefihern aus dem Genter System, wobei ebenfalls die Aberkennung des StaatSbeitrageS vielfach ohne jede Rücksicht auf die Verschuldung, auf die Familienverhält- nisse und die frühere Angewiesenheit dcS Arbeitskojen auf regelmäßige Lohnarbeit erfolgt. lieber dieses Tcilproblcm wird noch besonders zu sprechen sein. Mit aller Schärfe muß aber wieder einmal gegen die verhängnisvolle Tendenz Stellung genommen tverdeu. die sogenannten Saisonarbeiter und die auf dem Lande wohnenden Arbeitslosen systematisch auS der öffentlichen drucke brachten, mit allen Kräften an der Entfaltung des Pflegedienstes als einer der wichtigen Gliederungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes mitzuarbeiten. Dir Anregungen der einzelnen Redner wurden zur genaueren Prüfung den drei ArbeitSkom- missionen(für Organisierung, Erziehung und Sozialfragen) abgetreten, die im Rahmen der Sitzung gleichzeitig konstituiert wurden. Die Sitzung wurde mit einer Kundgebung des Ministers Dr. Czcch geschlossen, der für daallseitige freundliche Verständnis dankte, das die Intentionen des Gesundheitsministeriums bei allen beteiligten Kreisen gefunden habe und die bisherigen Ergebnisse der Arbeiten des Roten Kreuzes auf diesem Gebiete besonders würdigte. Bon der Tagung wurde an die Vorsitzende de» Roten Kreuzes, Dr. Alice Masaryk, ein Begrü« ßungStclcgramm gesandt. Ersatzleistungen bei Wegsperrrn. Die Bezirke« bchörden erhielten nun Weisungen, da bei StaatS- verteidigungsmaßnahmen auf Wegen und Strahen, den Eigentümern dieser Kommunikationen voller Ersatz gewährt wird, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob es sich um Private Eigentümer oder um Bezirke, bzw. Gemeinden handelt. Da» Staat-Verteidigung«- gesetz sieht bekanntlich vor, daß diese Wegbesitzer zu BeitragSleistungen verhalten werden können und derartige Beiträge wurden auch tatsächlich in vielen Fällen vorgeschrieben. Eine Linderung dieser Bestimmungen, bzw. der praktischen Handhabung wurde sowohl von tschechischer, besonders aber von deulscher Seit« betriebe». Bon Verteidigungsminister Machnik wurde wiederholt eine Aushilfe in Aussicht gestellt, wa» nun verwirklicht wurde. Er handelt sich um einen Regierungsbeschluß, durch den ein Betrag von 10 Millionen Äö au» Mitteln des Verteidigungsministerium», bzw. au» der Staat-Verteidigung»« anleihe zur Verfügung gestellt wird.(DND.) erwähnt als Personen, die aus der Aktion ausgeschlossen sind: „Saisonarbeiter, d. s. Arbeiter, die Arbeiten verrichten, welch« in der Regel infolge der Ein« flüsse der Witterung oder ihre» besonderen Eha- rakter» nur auf«inen Teil des Jahres beschränkt sind; Voraussetzung(de» Bezuges der Ernäh- rungSkarten d. R.) ist, daß sie mindestens durch die Hälfte der Saison beschäftigt waren." Diese Bestimmung, welche einen Sieg bestimmter unsozialer Tendenzen innerhalb der Regierung schon damals darstellten, haben durch immer engherzigere Auslegungen zu katastrophalen Folgen für einen großen Teil der Arbeitslosen geführt. Obwohl jeder nicht gerade böS- lnilligc Beurteiler weiß, daß die in der Hauptsache den Saisonelnflüssen unterworfenen Be« schäftigungSzweigc(Landwirtschaft. Baugewerbes höchstenfalls eine Unterbrechung von zwei bi» drei Monaten durch Winterfrost verzeichnen, haben neunmal weise Bürokraten entdeckt, daß die „Saison" im Durchschnitt sechs oder bestenfalls acht Monate dauert. Leute, die jeder für sich zwölf Monatsgehälter al» unzulängliche Entlohnung ansehen, sind zur Erkenntnis gekommen, daß ein Mauerer oder Zimmermann oder Taglöhner mit dem Verdienst von drei bis vier Monaten da» ganze Jahr leben und noch eine Familie ernähren kann. Ja, in dec letzten Zeit kommt es noch vor, daß frühere Industrie« oder Bergarbeiter, welche eine glanzende„Saison* al» Notstands- oder BefestigungSarbciter hinter sich haben, nun ebenfalls unter die Saisonarbeiter eingerciht und den Winter über aus jeder ArbeitSlosenfürsorge auSgeschaltet werden! Auf da», waS der Saisonarbeiter verdient und ob er mit seiner Familie etwas zu leben hat, wird bei dieser unerhört engherzigen Auslegung überhaupt keine Rücksicht genommen. Damit wird das Grundprinzip jeder sozialen Arbeitslosenhilfe. nämlich die Rücksichtnahme auf die tatsächliche Gefährdung deS Lebensunterhalte», einfach über Bord geworfen. Welche Blüten diese Handhabung treibt, welche wir an Hand eine» B.ickeS illustrieren, welcher uns auS der Gemeinde Heiligrnkrcuz, Bezirk Bischoftei- nitz, zugcgangcn ist. Hier die konkreten Angaben: Der Manner Johann Gaag au» Heiligen» k«uz hatte in der Zeit vom 1». Juni»iS 5. November 1937, als» in einem Zeitraum von fast fünf Monaten, dreimal Arbeit gefunden, nachdem er jedesmal längere Zeit hatte lwtzseyen mästen. Sei» arstrr Arbeitsplatz«ar bei der staatlich« I* Zwirfchen, wo er vom 14. Juni bl» 4. Juli beschäftigt war. Er erhielt für diese Zeit nach Abzug der Soztalvarsichornng 282 Ah. Dann war er bis zum 13. August ohne Beschäftigung. Bon diesem Tage an bi» zum 2V. August verdiente ar bei der Hopfenpflücke— nach Abzug der Versicherung und der halb« Bahnfahrt— 100 Kt Nach vir« Wochen arhlelt er im S tein- t r u ch Waiv in Hoflau Arbeit. Dort war er»am 21. September bl» zum 5. November und«hielt nach dem Abzug der Versicherung 888 AL. von feinem Gesamwerdienst in fast fünf Monaten muhte er 200 AS für Miete und 190 Ai für Werkzeug, Kleidung, Wäsche und Schuhe zahlen. Für zwölf Wochen blinden ihm als» 470 Ai, fünf Kron« sechzig Heller für dm Tag, zum leben. Mlnlsterkolleslum für Fräsen des Pf lesedtenstes Die konstituierende Sitzung des BeratungS- kollegiums für Fragen de» Pflegedienstes fand am 7. Feber 1938 im Gesundheitsministerium unter zahlreicher Teilnahme von Vertretern der i Länder, der Aerztelreise, des Roten Kreuzes, der Träger der Krankenversicherung und der Organisationen der Pflegerinnen und sozialen Arbeiterinnen statt. Minister Dr. Ludwig E z e ch gedachte in seiner Eröffnungsansprache der Pionierarbeit, der Borsivenden de» Roten Kreuze» Dr. Alice Masaryk, auf deren Initiative dir Gründung de» Beratungskollegium» für Pflegefragen zurückzuführen'st. sowie der aufopferungsvollen Arbeit der nach Zehntausenden zählenden Armee de» Pflegepersonals, da» mit Hingabe und Liebe seinen schwierigen Beruf /tubübt. Er skizzierte ferner die Hauptaufgaben de» Beratungskollegiums, da» sich hauptsächlich mit dem Problem der Organisierung de» Pflegewesens, mit der Vervollkommnung der Schulung sowie mit der sozialen und materiellen Sicherstellung de» Pflegepersonals befallen wird. Nach einem Referat de» Ministerrate» Dr. R i h a, der die bisherige Entwicklung der Pflegedienste» in unserem Staate schilderte, die Ergebnisse der bisherigen vier ArbeitSkonferenzen der Pfleger- Schulen Hervorbob und die Mögltchleiten andeutete, die für die Entfaltung de» Pflegedienstes durch den vorbereiteten Gesetzentwurf über da» Krankenhan»- wefen und durch die Novellierung der Regierungsverordnung Nr. 22/1027 über die Regelung der materiellen Verhältnisse der Pflegepersonal» in den dffentlicken Heilanstalten gegeben find, entwickelt« sich eine eingehende Aussprach«. Ihr Ergebnis kann dahin zusammengesaßt werden, daß alle beteiligten Kreise ihr« Bereitwilligkeit zum AuS- lm Zeichen der Autarkie Berlin.(HavaS.f Die Verwendung von Gold bei der Herstellung von Taschenuhren, Brillen und Füllfedern ist verboten worden. Diese» Verbot bezieht sich nicht auf Artikel, die zur Lu», fuhr bestimmt sind. Befürsorgnng hinauSzudrängen. Diese Tendenz läuft auf eine amtlich geförderte Landflucht hinaus und sie bildet einen grotesken Kontrast zu den ständigen Klagen über die Entvölkerung de» Dorfes. Es handelt sich in diesen Fragen einfach um die soziale Gleichberechtigung des kleinen Mannes oder vielmehr de» armen Teufels, welcher sein Arbeitölosenschicksal in irgendeiner Landgemeinde bitter genug auS- zukojte» hat. Der Fürsorgeministcr»g. N e L a S hat auf Grund der ununterbrochen au» allen LandeSIei« l-n einlaufcnden Beschtverden einen Erläuterungsvorschlag zu dem unhaltbar getvordenen Punkt ll/e der Richtlinien vom Jahre 1983 ausgearbeitet, welcher leider noch keine volle Beseitigung. jedoch immerhin eine wesentliche Milderung des bisher an den Saisonarbeitern verübten Unrechtes anstrebt. Wie schon berichtet wurde, hat der Parlamentsklub der deutschen Sozialdemo« lratie in dieser Richtung durch Vorsprache bei den kompetenten Stellen einen Vorstoß unternommen. Angesichts der steigenden ArbeltSkosenziffer und der tvachsenden Erbitterung unter dr» von der Ernährungßnktion ausgeschlossenen Arbeitslosen ist rS eine völlig eindeutige Staat-Notwendigkeit, daß der Mintfterrat bei allernächster Gelegenheit zu den Anträge» deS FürsorgrministerS positiv Stellung nimmt k 1 STewige Schatten Max lloosiäork Roman von Erstes Buch: Die Geburt i. Der Schnee schmolz in den Straßen von Gent. Trübe und schwarzgrau dampfte der Himmel über der Stadt. Wie auSgestorben lag die Straße. WaS sich an den HauSwänden vorwärts schob, das hastete nur vom Nachbar zum Nachbar, vom Schuster zum Seiler, das raffte die Bestellung in den Korb, das flüsterte und klopfte die Sintflut von der Rockwolle. „Die Adelgonde de Vocht ist ein seligschönes Weib", schrie der Schuster Steen den Seiler Touffaint an. Denn er konnte sich nicht vorstellen, daß der Febermorast dem Freund nicht auch einen Dreckpfropfen inö Gehör gestopft hätte. Gekränkt schmiß der Seiler, der eben für den Kunden einige Ellen Pechdraht abzwicken wollte, die Zange auf den Tisch und schnauzte ebenso heftig: »Ich glaub' immer, Pit Steen, daß du ganz und gar den Verstand verloren hast wie unsere spanische Majestät, die Johanna, Gott gönne ihr eine leichte Entbindung, und er sorge dafür, daß ihr Thronfolger, unser künftiger Herr, mehr im Kopf habe als seine Frau Mutter." '„Amen", hauchte der Schuster, und er kugelte die Augen zum Schornstein hinauf. „Wenn uns einer hier belauscht hätte, morgen würden unsere Elessköpfe schon auf dem Prinzenhofturm als Kapuze aufgestülpt sitzen", - sagte der Seiler, der sich scheu umsah. Hierauf flüsterte Pit Stern:„Ist es also wirklich wahr, daß Fürst Philipp überall seine Spione hrrumschickt?" „Sie lauschen an den Türen, sie legen die Ohren an die Kellerluken, sie rutschen selbst in den Rauchsang hinein, um den Leuten die Gedanken aus den Gedärmen hcrauSzuhorchen. Und doch weiß jeder, daß der Fürst sich nicht schämt, mit der Adelgonde daS Ehesakrament zu schänden, während die Majestät von ihm die Brut auSträgt." „Die Adelgonde ist wollüstiger als die Töchter von Loth, sündhafter als die Magdalena. Und der Fürst siedet im erst dreißigjährigen Blut. Muß ihn ja anwidern, wenn die kastilische Majestät sich nicht einmal die Haare kämmt, um ihn zu empfangen." „Seiler, Seilers Du hast schon einen roten Streifen um den Halsl" Draußen pfiff der Westlvind au» allen Winkeln und Löchern. Die beiden Nachbarn drückten die Nasen an die Fenster, um auSzublicken, ob sich nicht auch ein Spion unter der Regentraufe zusammengekauert hätte. Nein, die beiden Gestalten, die inmitten der AbrahamSstrahe durch den Schlamm stampften, konnten nichts von dem Gespräch in der Butik aufgefangen haben. Ebensowenig der Kutscher, der sein Gespann mit der stählernen Peitschenspihe kitzelte, aber plötzlich den Gedanken hatte, diesen beiden Männern ins Auge und nicht bloß in den Hintern zn blicken. Mit einem Ruck wurden die Tier« zum Stillstand gebracht, gerade neben den Fremden, und der Kutscher sprang vom Bock. „Dacht' ich's doch, dacht' ich'» doch", lachte er aus vollem Hals,„daS schlich so fuchSartig, das bclvegte sich so jüdisch-rätselhaft, ha, die Herren Juden sind im Landl Bon wo kommen sie denn, die Herren Juden? WaS juckt sie denn, di« . Herren Juden, daß sie gerade unsere Stadt ver« stänkern kommen, die Herren Juden?" Die beiden Männer im kotbespritzten Mantel, mit der Kapuze tief über Stirn und Ohren gezogen, sahen, daß dieser vom Schnaps angeheizte Fuhrknecht Händel suchte, und sie wollten weitergehen. Der Kutscher jedoch brauchte eine große Entladung. Und er blies die Backen auf, und schlürfte mit der Zunge im Innern deS Kiefer» herum, und er zischte zwischen den Zähnen. Und e- wurde ihm wässerig im Mund vor all den schmackhaften Gedanken, die in diesem Augenblick durch seinen Kopf gingen. Wie ein Schütze visierte er nach dem Gesicht des älteren der beiden Männer. Im breiten Strom schleuderte er ihm den angesammelten Speichel i»S Gesicht. Nachdem er da» getan hatte, stampfte er, befriedigt aufatmend, zum Leitstier seines Fuhrlverkes zurück. Ganz ruhig, al» wenn nichts geschehen wäre, reinigte sich der Bespieene das Gesicht. Er lvollte die Tränen, die dem Jüngern aus den Augenwinkeln in den Backenbart tropften, nicht sehen. Er reckte nur die Arme auS, zwei dunkle Flügel, von deren rechtem der eisenbeschlagene Bambusstab drohend in den Nebel stieß. Sein Blick wanderte an den Häuserfronten entlang. Er deutete mit dem Stab zu einem Haus hinüber, unter dessen Dach eine Madonna ihr Kind im Arme hielt. Auf dem Sockel stand mit vergoldeten Buchstaben geschrieben:„Einlehr zur unbefleckten Empfän- nis." Da» breite HauStor lud Wagen und Menschen ein, vertrauensvoll unter dieses behagliche Dach und Fach zu kommen. „Gehen wir dort hinüber", sagte der Ael« tere mit einer leisen, singenden Stimme, und er lächelte sogar ein wenig,„wir werden dort sicher eine warme Stube finden." Der Wirt war ein gutmütiger Mann, in dessen Doppelkinn keine Bosheit ivohnte. Er betrachtete die beiden Gäste, die nicht vorlaut und anspruchsvoll wie seine übrigen Besucher die Glocke im Vorraum andröhnten, sondern gesittet und schüchtern. Dann meinte er, er nähme es den Herren Juden nicht weiter übel, daß sie ihn beehren wollten.„Doch meine selige Frau Mutter, die mir das schöne Grundstück und Hab und Gut und eine Katze mit zehn Pfund Gold im Bauch hinterlassen hat, hat mir auf ihrem Totenbett den heiligen Eid abgenommen, daß ich niemals einen andern als einen getauften Christennutnfchen bei mir beherbergen werde. Vielleicht versuchen'ö die Herren beim„Goldenen Pferd" in der Nonnenstraße, links vom AuSgang an der Ecke, wieder li»kü in die Straße, Nummer 37. Das ist ein junges Haus. Der Mann hat zu kämpfen, wird zufrieden sein, daß ihm wieder einmal zwei Beilen entjungfert werden." Der Wirt vom„Goldenen Pferd" schlug die Hände über dein Kopf zusammen:„Ist daS nicht eine Schande, meine Herren, daß die„Unbefleckte Empfängnis" mich zugrunde richten will? Glauben Sie denn im Ernst, meine Herren, daß auch nur der verlaustest« Hausierer bei mir absteigen wird, wenn eS sich herumspricht, daß bei mir beschnittene Herren geduldet sind? O, wie ich e» bedaure, mich in dieser Stadt niedergelassen zu haben! Keiner gönnt dem andern einen Knig Über den Durst. Leder guckt dem andern in den Topf. Um Ihnen aber zu beweisen, daß ich Ihnen gefällig sein möchte, tverde ich Ihnen einen Zettel für meinen Kollegen vom„Ardenner Schinken" in dec Buttermannstraße mltgeben. O, Sie brauchen gar nicht mit den Augen zu zucken! ES ist ein durchaus gutgehaltenes HauS! Der Mann hat weder Rind noch Kind. Braucht nach niemandem zu fragen." Die beiden Männer waren erstaunt, daß der Wirt ihnen selber nicht den Empfehlungszettel mitgab, sondern einem herbeigepfiffenen Burschen. Aber sie hatten sich vorgenommen, jede Ueberra- schung mit äußerster Gelassenheit hinzunehmen. So folgten sie dem Jungen, der ihnen den Weg wies, ohne Sträuben. (Fortsetzung folgt). Nr. 32 Dienstag, 8. Feber 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Auch in Mähren Aufstieg unserer Bewegung 30 Prozent Mitglieder Zuwachs im Kreis Sternberg Am 3. Feber tagte in Sternberg die ßer Befriedigung zur Kenntnis genommen und es Kreisvertretung der Partei für den nordmährisch- wurde beschlossen, alles daran zu sehen, damit schlesischen Wahlkreis. Aus den Berichten, die von auch das neue Jahr eine Aufwärtsentwicklung den Funktionären erstattet wurden, geht hervor, zeigt. Der Plan der Kreisvertretung geht dahin, daß auch dieses Gebiet eine erfreuliche Aufwärts gegenüber 1937 weitere zehn Prozent neue Mitbewegung zu verzeichnen hat. Gegenüber glieder zu gewinnen. An dem Aufstieg in den letz1935 ist die Mitgliedschaft um ten zwei Jahren nehmen Männer und Frauen bolle 30 Prozentgewachsen. Die Zahl gleichmäßig teil, das heißt, daß in diesen beiden der Organisationen war auch in der Zeit der heftighten Angriffe gegen uns nicht zurückgegangen und ist bis zum heutigen Tage stabil geblieben. Das bedeutet, daß unser Wachstum sich innerhalb dieser Organisationen vollzog. Die Berichte der Funktionäre wurden angesichts des vorgelegten Ziffernmaterials mit gros Dr. Ludwig Morgenstern siebzig Jahre Einer der verdientesten alten Kämpfer der deutschen Sozialdemokratie, der Arzt Dr. Ludwig Morgenstern in Mähr.- Schönberg, wird morgen siebzig Jahre alt. Wir freuen uns, fo ein mal Gelegenheit zu finden, dieſem unerschütterlich treuen Sozialisten die Dankbarkeit der Bewegung zu verdolmetschen. Dr. Morgenstern schloß sich in den Neunzigerjahren der Arbeiterbildungsbewegung an, entfaltete eine reiche und fruchtbare Tätigkeit als Vortragender und Redner vor den nordmährischen Arbeitern, wurde Mitbegründer unseres dortigen Kreisblattes Volkswacht". Nach der Jahrhundertwende finden wir ihn als Delegierten der nordmährischen Sozialdemokratie auf den österreichischen Parteitagen. In den Kämpfen um das allgemeine Wahlrecht sehen wir Dr. Morgenstern in eifrigster Agitationstätigkeit. Während des Strieges leiſtet er vorbildlich Fürsorgearbeit, nach dem Ilmsturz wirft er als eifriger, fachkundiger Gemeindepolitiker, später als Mitglied der Landesvertretung in Brünn. Aber auch die Arbeiterturn- und die Genossenschaftsbewegung verdanken ihm viel, wie es denn überhaupt keinen Zweig der sozialistischen Bewegung gibt, um den Dr. Morgenstern sich nicht seine großen Verdienste erivor ben hätte. Nicht vergessen sei auch seine Tätigkeit als eines Pioniers im Kampfe gegen die Proletarierkrankheit"; daß Schönberg eine der wenigen deutschen Städte ist, die eine mustergültig geleitete Lungenheilfürsorge besißen, ist vor allem Morgensterns Wert, an dem er auch mit Stolz und Liebe hängt. In fünfzigjähriger Parteitätigkeit hat Dr. Morgenstern sich als Sozialdemokrat von altem Schrot und Korn die Liebe der Arbeiter innerhalb seines Wirkungsfreises und den Dank der Gesamipartei ehrlich verdient. Er sei ihm zu seinem siebzigſten Geburtstag in aller Form herzlichit abgestattet, und dies in der Erivartung, daß der Seite 3 Niemöller- Prozeß geheim! Berlin.( Reuter.) Am Montag vormittags begann vor einem dreigliedrigen Senat die Verhandlung in dem Prozeß gegen den Vaitor Niemöller. Es werden 42 Zeugen einvernommen werde: t. [ daß aber die Beleuchtungsförper noch einmal einer Vor der Eröffnung der Verhandlung drängs eigenen Ausschreibung unterworfen werden. Da- ten sich am Eingang in das Gerichtsgebäude in mit wurde auch zum Ausdrucke gebracht, daß Moabit etwa 200 Personen, doch fanden nur die wahrscheinlich die Materialien der billigeren nächsten Verwandten und intimen Freunde des Firma keineswegs der notwendigen Qualität ent- Pastors Einlaß in den Gerichtssaal. Der Anprochen haben. Wir stellen dies feft, da wir der geklagte wurde um 9.30 Uhr in den Gerichtssaal Affaſſung find, daß derartige Dinge in Zukunft geführt. Er war schwarz gekleidet und blah. Nach unterbleiben müssen. der Feststellung der Personalien des Angeklagten gab der Prokurator bekannt, daß die weitere Vers handlung geheim sein werde, worauf die Ges richtsangestellten den Saal räumten. Die„ Aufbruch"-Arbeit gegen die SdP Pastor Niemöller wird beschuldigt,„ bösDer Aufbruch"-Kreis veranstaltete fürzlich willige Angriffe" gegen den Staat und gegen die Sektoren der Bewegung verhältnismäßig unge- in Elbogen eine von 70 Personen besuchte nationalsozialistische Partei gerichtet, bei aahlfähr derselbe Zuwachs aufzutveiſen iſt. Da be- Versammlung, an der auch 15 SDP- Amtswalter reichen Gelegenheiten die Kanzel zu politischen kanntlich bei der Henleinpartei die Beitragslei- teilgenommen haben. Diese Versammlung, in der ſtung eine ganz verschiedene iſt, während bei uns Ing. Brehm sprach und auch Anfragen der Nichtbefolgung der Gesetze des Staates aufgeforZweden mißbraucht und die Oeffentlichkeit zur die Mitglieder 3 Kč pro Monat an Parteibeitrag SdP- Amtswalter beantwortete, soll der Auftakt tert zu haben. bezahlen, ist der Aufstieg, den wir genommen zu einer ganzen Anzahl ähnlicher Veranstaltun haben, umso höher anzuschlagen. Zum Prozeß ist nur eine ganz beschränkte gen sein. In Gießhübl Sollmus vurde Anzahl Personen, hauptsächlich deutsche Paftoren, der SdP- Ortsleiter aus der Volksgemeinschaft zugelassen, während der Frau Niemöllers der ausgeschlossen, zur Strafe dafür, daß die Kame- Eintritt verweigert wurde. Der englische Defan raden die Ausführungen Wollners nicht wider von Chichester, Duncan Johnes, der eigens zit spruchslos anhörten. Der Ausschluß hatte zur dem Prozeß nach Berlin gekommen ist, hat keine Folge dak die Mehrheit der SdP- Mitglieder den Eintrittserlaubnis erhalten. Als Zeugen für Austritt anmeldeten. Pastor Niemöller werden u. a, drei Generale und ein Admiral aussagen. 120 Mann im Hungerstreik Gestern nachmittags trat die aus 120 Mann bestehende Belegschaft der Grube Adolf Marie in Sabendorf in den Hungerstreit. Sie verweigert die Ausfahrt aus dem Schacht und verlangt, daß eine vierte Schicht verfahren wird. Die Forderung wurde der Brüger Bergbaudirektion unterbreitet, welche die Verhandlungen solange ablehnt, bis die Belegschaft ausgefahren ist. Das zuständige Revierbergamt wurde von diesem Streit ebenfalls in Kenntnis gesetzt. Landwirte verlassen die SdP. In Auscha fand eine außerordentlich start besuchte Versammlung des Bundes der Landwirte statt. Das Refe rat erstattete Abgeordneter Böhm, dessen Ausführungen oft von stürmischem Beifall unterbro chen wurden. Der Besuch und Verlauf der Verfammlung lassen den Schluß zu, daß der deutsche Zum Ausbau des Postgebäudes Bauer erkannt hat, daß hohle vielversprechende, In Trautenau jedoch wenig nüßende Reden den Landwirten nichts nüben. Auch die Standale in der SdP haben den Entschluß gereift, sich von dieser Partei abzuweiden. Staatenkonferenz für deutsche Flüchtlinge Genf. Montag frat hier eine Staatenkonfe= renz zusammen, die die Aufgabe hat, das vorläu fige Statut für die deutschen Flüchtlinge in ein endgültiges zu verwandeln. Der Entwurf des Hochkommissars für deutsche Flüchtlinge enthält nachfolgende vier Wir haben vor einiger Zeit über die ZurüdPunkte: 1. Als deutscher Flüchtling ist derstellung der Offerte deutscher Firmen beim Postjenige anzusehen, von dem erwiesen ist, daß er ausbau in Trautenau geschrieben. Darauf hat Ein sudetendeutscher Operetten- Klassiker. In tatsächlich den Schutz der Reichsregierung oder das Pressedepartement des Ministerratspräsidiums der Reihe der Klassischen, sudetendeutschen Operetten der Regierung seines früheren Wohnsizes nicht in einer Darstellung darauf verwiesen, daß die bringt Stapellmeister Bisarowitz in einer Bearbeitung genießt", also auch Staatenloſe. 2. Schaffung schechische Firma wegen der niedrigeren Offert- von Pollini Sonntag, den 13. Feber d. I.. Oelschle eines international anerkannten I ii d) t= stellung bevorzugt wurde. gels Prinz und Maurer" in der Prageringspasses für deutsche Flüchtlinge. 3. Dazu wird uns nun aus Trautenau geschrie deutschen Sendung zur Aufführung. Del Füchtlinge es sei denn, es handle sich um kriben, daß wohl die tschechische Firma um 1400 schlegel wurde im Jahre 1847 in Auscha geboren, minell Bestrafte- dürfen nicht abgeschoKronen billiger offerierte als das deutsche Unter- war Theater- und Militärkapellmeister in Teplib. ben" werden, sondern Ausweisung nur im Rahnehmen Feiler und Ullmann, daß aber keineswegs| Starlsbad, Wien und Hamburg und erzielte mit sei- men einer wirklichen Lösbarkeit des bereffenden dabei auf den Unterschied in der Qualität ner Operette einen durchschlagenden Erfolg. Heute Falles. 4. Arbeits- und Gewerbeder offerierten Beſte teile geachtet wurde. Die ist Delschlegel beinahe vergeijen; die Aufführung erlaubnis. Einreihung in die Sozialgenannte Firma erhielt nun die Mitteilung, daß dieser schönen Operette eines sudetendeutschen Komfürsorge. ihrem Offert wohl nicht entsprochen werden kann, ponisten wird sicher sehr beachtet werden. Mussolini klopft in London an Wird ihm vor dem deutschen Bundesgenossen bange? London. Der diplomatische Berichterstatter Bei den Flüchtlingen aus Deutschland handelt es sich um einen Personentreis von etwa 150.000 in der ganzen Welt, 1200 bis 1400 in der Tschechoslowakei, für die international in leis ner Weise vorgesorgt ist, ganz im Gegensatz zu den über 600.000 vom Nansen- Amt noch betreu ten Flüchtlingen. Das vorläufige Flüchtlingsstatut ist bisher nur von sieben Staaten ratifiIn Nom haben, wie der Havas- Korresponziert worden, von denen noch rund 50 Völkerbunddes Reuterbüros meldet: Der italienische Bot sent erklärt, die Ereigniffe in Deutschland den staaten haben nur 15 zur letzten Konferenz im schafter Grand i besuchte gegen Ende der ver- sindrud hervorgerufen, daß die innere Gefchlof Jahre 1936 Vertreter entsendet. Einige Staaten gangenen Woche zweimal den Miniſter für Aussenheit Deutschlands durchaus nicht haben zu für die Flüchtlinge günstigen Paragra wärtige Angelegenheiten Eden und leitete damit est los fe i, wie es schien, und daß es da- phen Vorbehalte gemacht. Die Konferen;, den Versuch ein, für die kommenden britisch her auch für Italien vorteilhaft wäre, auch an die in Genf zusammentrat, steht vor der Aufgabe, italienischen Besprechungen den Boden zu ebnen. Serweitig politische Unterstützung zu finden. Anforderungen einer menschenwürdigen Regelung Italienische Streise würden es, wie es scheint, der Flüchtlingsfrage gerecht zu werden. gerne sehen, daß mit der Einleitung der Bespres chungen nicht allzu lange gezögert In Beantwortung einer Unterhausfrage erNach einer Statistik des Internationalen werde. Dr. Wannenmacher klärte Minister Eden, daß die britische Regierung Ausschusses für Fragen der deutschen Flüchtlinge Die britische Regierung jedoch möchte offenUeber den Chefredakteur der 3 ei t", fichtlich lieber abwarten, bis Mussolini weitere die Entſendung au& ländischer Trup- haben von 130.000 Juden, die aus Deutschland Herrn Dr. Wannemacher, dessen ,, Kamps" um Beweifefeines guten Willens pen nach Spanien, aus welchem Lande immer emigriert sind, rund 100.000 Personen in überdeutschen Besiz diese Redengestalt so vorzüglich zu einer dauernden Zusammenarbeit mit Frank- fie erfolgen möge, als eine Verletzung des Micht- seeischen Ländern Unterkunft gefunden. beleuchtet, ist in den ,, Münchner Neuesten reich und Großbritannien im Mittelmeer zu ge- einmischungsabkommens sowie als eine MaßNachrichten" folgendes zu lesen: ben bereit sein wird. Solange die Unsicherheit nahme ansehen müßte, durch die eine Situation hinsichtlich der fünftigen Politik Mussolinis an dauere, könne Großbritannien sein berechtigtes geschaffen würde, über die man ernste Erwägungen anstellen müßte. Mißtrauen nicht fallen lassen. prachtvolle Mensch den Seinen und uns noch lange gesund und rüstig erhalten bleibe! Der deutsche Bauer ,, Kriegsangst lähmt die Sinne" Staatssekretär Hull warnt ,, Die Hauptrolle spielen der deutsche Bauer mit seinem Weibe, die jetzt beide an dem Tische in der Mitte des Zimmers sihen und der tschechische Genossenschaftsleiter, der in der Ede fauert. 70.000 Kč ist dem Bauern das Nachbaranwesen wert, auf 175.000 Kč hat es der Tscheche in drei Tagen und drei Nächten getrieben. Mit allen Mitteln hat man versucht, den Bauern und sein Weib zu zermürben. Stunden um Stunden verrannen. Nur die vierte Washington. Sonntag abends hielt der ameMinute durfte man um Gottes willen nicht über- rifanische Staatssekretär uII eine Rundfunksehen. Eine Krone mehr!" mußte man ansprache an das amerikanische Volt, wobei er u. laut und deutlich sagen. Der kleine unterjerte a. erklärte: Obwohl wir gezwungen sind, in der Tscheche mit der Kartoffelnase, der sich seiner qu- Welt, in der die ständige Steigerung der Rüstunten Beziehungen zum Landwirtschaftsminister gen eine bedauernswerte Tatsache darstellt, die rühmt, hat es leicht. Er läßt sich durch einen Ad- Militär- und Flottenträfte der Vereinigten Staabotaten vertreten, wenn es ihm zu bunt wird. Den ten auf ein entsprechendes Niveau zu bringen, find hoch aufgeschossenen Bauern mit wir bereit, uns jeden Augenblid mit allen Völdem Bajuvaren gesicht vertritt sein 28 ei b, wenn er auf einige Stunden ausruhen fern in dem gemeinsamen Streben zu verbinden, muß. Und er vertritt fie, llnerschütterlich eine Beschränkung oder Serabjets siz. er jest, das Gesicht in den Händen zung der allgemeinen Rüstungen au bergrabend, vor dem grün überzogenen Tische. erzielen. Hull griff dann die Völker an, die eine Die Frau an seiner Seite stridt Autarkie ihrer Wirtschaft herbeiführen wollen, Kein schlechter Wis, tein wutschnaubendes Wort und erklärte, daß der Wirtschaftskrien in hohem bringt sie aus der Fassung..." Maße durch den drohenden Rerfall der internatioKein schlechter Wit bringt ihn aus der Fusnalen Beziehungen verschuldet wurde. Krieg und sung denn er ist ein hoch aufgeschossener bajuKriegsangst lähmen die Sinne und verdum barischer Bauer, der jahrelang als stebatteur des men. die Seelen der Menschheit. Die fieberhafBörsen- und andelsteiles im ten Vorbereitungen auf mögliche kriegerische zur Prager Tagblatt" gelernt hat, wie ſammenſtöße untergraven schon stark die gesich ein richtiger B I u bo- Bauer zu keneh schwächte Gesundheit der Wirtschaft vieler Völker. men hat... In diesem Falle ist's einmal leicht. Sull schloß seine Rundfunkansprache mit dem Anleine Satire zu schreiben; der Wannemacher und bot seines Programms der Handelsabkom die anderen Hitler- und Henlein- Macher schreiben men als des einzigen Mittets zur Herbeiführung fie selbst! des Friedens. Japanische Landungsversuche gescheitert Die neuen Gesandten Berlin.( Reuter.) Folgende diplomatische Alenderungen können nunmehr als definitiv angesehen werden: Botschafter von Papen ist als deutscher Botschafter bei der Regierung des Generals Franco in Salamanca vorgesehen, der ehemalige Generallonjul in Schanghai Striebel uebernahme der Botschaft in Tokio bestimmt. ist für Wien und Graf Schulenburg zur London. Als Anwärter auf den Poster des deutschen Botschafters in London wird der Leiter der Auslandssektion im Auswärtigen Amt Bohle genannt, aber auch von Madensen, Hongkong. In Kanton wurde der Ausnahmezustand wieder aufgehoben. Auch die Verbarrikadierung des Perlflusses wurde beseitigt. japanische Kriegsschiffe und zahlreiche bewaffnete Schaluppen haben den chinesischen Hafen Bocca Tigris bombardiert. Sie wurden jedoch nach einem heftigen Artillerieduell zurück- Neuraths Schwiegersohn, derzeit Gesandter in geschlagen, wobei angeblich ein japaniſches Schiff getroffen wurde. Ebenso wurde die Landung von Truppen von fünf japanischen Kriegsschiffen bei Langtiauan, westlich von Macao vereitelt. Auch USA empört Budapest. Franco enteignet Bauern zugunsten von Ausländern Gibraltar.( Ag. Esp.) Nach Mittei lungen eines Flüchtlings aus dem Rebellengebiet werden in großer Zahl deutsche undito. über Francos Greueltaten lienische Arbeitslose nach Südhervorragender Persönlichkeiten weist eine Petition litärleiter in Malaga, Cadiz, Huelva und Sevilla Washington. Mehr als 470 Unterschriften spanien gebracht und durch die ausländischen Miauf, welche protestantische Pastoren, Direttoren der auf Bauernhöfen untergebracht, deren Besitzer einzelnen Kollegs sowie bekannte Filmstars an enteignet worden sind. Das geschicht auf Grund den Präsidenten Roosevelt gesandt haben. In der Reform II" wegen des Verdachts regimeder Petition wird gefordert, daß der Präsident feindlicher Gesinnung. Bis jetzt wurden auf diese namens des gesamten amerikanischen Boltes gegen Weise geraubt und an Ausländer verteilt in den die Bombardierung der spanischen Städte burd: Provinzen Malaga 234.000 Heftar, Cordoba Maschinen Francos protestiere. In der Petition 180.000 Heftar, Sevilla 254.000 hektar und wird auf analoge Proteste verwiesen, welche in uelva 122.000 Settar. Weiter werden von dieEngland durch Minister Eden und in Frankreich fer Maßnahme betroffen in der Provinz Granada durch den Ministerpräsidenten Chautemps ausge- 80.981 und in der Proving Cabiz 20.354 sprochen wurden. Kleinlandwirte. Seite 4 Tagesneuigkeiten Die Ueberempfindlichen Das war vor vielen Jahren: Eine deutsch. böhmische Zeitung hatte einen Gendarmeriebericht über die Ausforschung eines Diebes ver. öffentlicht. Sie bekam von dem Dieb eine Presseberichtigung, die, genau den vorgeschriebenen Formulierungen entsprechend, behauptete, es sei unwahr, daß der X. X. gestohlen habe, wahr sei vielmehr, daß er nicht gestohlen habe. Nicht um eine Annahme hatte es sich gehandelt! Der Mann war des Diebstahls überführt worden! Er war ein Dieb, konnte es vor sich selber keinen Augenblick lang abstreiten. Aber der Dieb wollte nicht Dieb genannt werden. Des Dritten Reiches Kampf gegen die Greuelmeldungen macht die Greuel nicht ungeschehen. Die Nazi muten sich selber auch gar nicht zu, feine Greueltaten mehr zu verüben Aber: sie wollen nicht, daß Greuel als das bezeichnet werden, was sie sind, daß man einen Mord Mord, eine Brandstiftung Brandstiftung nennt. Die Taten selber sind mit ihrer Ehre durchaus vereinbar. Aber die Berichte diese Taten verletzen ihr Ehrgefühl. Dienstag, 8. Feber 1938 Schwere Sturmschäden in einer englischen Küstenstadt In Aberystwyth( England) hat der Sturm schwere Schäden hervorgerufen. An der Seefront der Stadt wurden die Fundamente der Häuser durch die Sturmfluten gelöst, so daß ein Teil der Häuser mit Balken gestützt werden mußte, während man bei den anderen versuchte, zunächſt mit Sandsäden weiteren Beschädigungen vorzubeugen. Frių Kennemann gestorben. In Teplitz ver frühere Direttor und jeßige Spielleiter des Tepliber Stadtheaters. Kennemann, 1885 in Ostpreu nen als Schauspieler und Regisseur und fam 1928 ßen geboren, wirfte lange Jahre an deutschen Bühals Darsteller und Spielleiter nach Tepliz; ein Jahr später übernahm er doch die Direktion, die er vier Jahre lang innehatte. Dann wirkte er wieder als Regiſſeur und Schauspieler an dieser Bühne, mit furzer Unterbrechung bis zu seinem Tode. In wenigen Wochen sollte Stennemann als Präsident in Kabale und Liebe" das Jubiläum der dreißigjährigen u gehörigkeit zur Bühne feiern nun deden die Lorbeeren, die dem Jubilar bestimmt waren, feine lepte Ruheitätte. Friz Stennemann hat sich um das Tepliger Stadttheater als Leiter, Inszenator und Schauspieler ganz große Verdienste erworben und genoß übrigens als vornehmer und umbestechlicher Charakter hohes Ansehen bei allen, die ihn fannten. Die Nachrufe würdigen feinen fünstlerischen Ernst. feinen aroßen Arbeitseifer und seine Liebe zur wahren Kunst. Das Teplißer Theater hat mit ihm einen seiner besten Männer verloren. Immer wieder hat der deutsche Gesandte in Paris gegen eine Kleine Ausstellung, die Fünf Jahre Sitler Diktatur" zeigte, profeſtiert und brüdungen und Verfolgungen ausgesetzt. Es ist die Ueberklebung einiger Bilder durchgesetzt. Schicksal Verfolgter, das gezeigt wird, das tra- starb am Samstag plöglich Friz Stennemann, der ( Aber auch einen stärkeren Besuch erzielt!) gische Schicksal derer, denen immer der Schatten Die Tatsachen selber, von denen diese Ausstel. der Gefahr, der Verfolgung, der Unterdrückung lung wahrheitsgetreu berichtete, haben feinen folgt. Und sie selber erscheinen, gleich einem elvig Nazi aufgeregt. Die Nazi selber haben ja das das Leben verdüsternden Schatten, ihren Peinialles getan, was die Ausstellung, Verkünderin gern, den Abergläubigen, den Kurzsichtigen, den ihrer Taten, zeigte. Es wurden vom Feber feelist Unsicheren. Vor wenigen Jahren noch hätte 1933 bis zum Juli 1937 rund 1,300.000 Per niemand beim Lesen eines solchen historischen sonen verhaftet, es wurden rund 10.000 Men Nomans Parallelen gezogen; heute zwingt ihn schen entweder ermordet oder in den Selbstmord Schatten von einst sind wieder auferstanden. das Miterleben der Zeitereignisse dazu. Die getrieben. Als gutes nationales Recht betrachten Bier Opfer eines Autowildlings. Sonntag es die Nazi, ihre Gegner, die anständigen Men nachmittags tam das Auto des Karl Nefolný schen, einzusperren oder umzubringen. Aber aus Prag Vršovice in einer Kurve auf der was sie selber als nationale Heldentat feiern, Staatsstraße bei Jirna ins Gleiten und fuhr auf soll nicht nur nicht kritisiert, es soll nicht einmal das Bankett, wobei es vier Mädchen im Alter von gemeldet werden. Denn der Korruptionist wird 13 bis 17 Jahren erfaßte, die sich auf dem Heimempfindlich, wenn man ihn als das bezeichnet, wen befanden. Die 17jährige Rosa Trpálef was er ist, der Mörder will weder mit seiner erfitt eine Gehirnerschütterung, die 16jährige Vlasta Mikota wurde mit schweren inneren Berufsbezeichnung angesprochen werden, noch er- Berlegungen gleichfalls in Spitalsbehandlung bes trägt er es, daß man von ihm als Ausübendem lassen. Die 18jährige Olga Staña erlitt einen 200 Badegäste ins Meer hinausgetrieben. Wie dieser für ihn charakteristischeſten Tätigkeit tomplizierten Schädelbruch und it a rb auf dem aus id ne y gemeldet wird, sind an dem dorti spricht. Transport ins Krankenhaus. Die 16jährige gen Badestrand der Vondi- Beach 200 Badende inDas ist besonders bezeichnend für die mo. Božena slabit war die einzige, die mit Teich chfolge eines blößlich auftretenden Sturmes in die dernen Barbaren, daß sie eine so überaus emp- ten Verlegungen davontam und nach der ersten findliche Seele haben. Das läßt es auch verHilfeleistung in häusliche Pflege entlassen werden konnte. Der Lenker des Unglücksautos ist ein stehen, daß man dem deutschen Volf von den deutschen Fliegerheldentaten in Spanien so Vetter des seinerzeit bekannten Borers Franta Nefolný. Mitfahrer war sein Bruder. Nach Auswenig erzählt, nichts von den Bombenwürfen auf die Nonnen von Durango, nichts von denen auf die Kinder von Barcelona. Großbrand in einer Prager Papierfabrik schwindigkeit. See hinausgetragen worden. Troß dem mutigen Einsatz des Rettungsforps von 70 Mann fonnte nicht verhindert werden, daß vier Personen ertranfen. Nr. 32 DTJ- Wintersportwettkämpfe am Spitzberg Schöne Erfolge der Atus- Sportler in den Lauf- und Sprungbewerben Im Rahmen des im Sommer stattfindenden Turn- und Sportfeites des III. DTJ- dreises in Pilien und der VI. Jubiläumsausstellung wurden am Sonntag auf dem Spißberg bei Eisenstein ( Böhmerwald) die Stivettkämpfe durchgeführt. Sie waren eine sehr beachtenswerte Uebersicht über die Leistungen der Arbeitersportler und Sportlerinnen, an welcher auch die Sportler des westböhmischen Atus- Union- Kreises hervorragenden Anteil hatten, An den Wettkämpfen beteiligten sich auch Militär. Stiläufer, die in einer eigenen Disziplin starteten. Die Schneeverhältnisse waren durch die starte Sonne nicht die besten und stellten an die Teilnehmer große Anforderungen. Alle Bewerbe waren sehr gut bejezt und beachtenswert die Teilnahme der DTJ- Zöglinge ( 40) und Schüler( 22). Die Vertreter des VI. Kreises der Atus- Union boten ihr Bestes und befesten in den Hauptbewer ben die ersten Plätze und dominierten vornehmlich in den Sprungbewerben. Schade, daß an dem ein. zigen Frauenlauf keine Atus- Sportlerin teilnahm. Das hohe Können der Atus- Sportler bewies in erster Linie& raus, welcher die 15 Kilometer in der Bestzeit des Tages von 1:05:40 Std. durch. lief. Auch der Jugendsportler Schü war in gut' r Form; er gewann den 8- Kilometer- Lanf und das Springen durch die bessere Haltungsnote vor Werner Esfa, der den weitesten Sprung mit 36 Metern auf dieser kleinen Schanze erzielte. Die Wettkämpfe waren sehr gut vorbereitet und ihre Durchführung nahm daher einen glatten Ver lauf. Den Wettkämpfen, welche von sehr vielen Zu schauern verfolgt wurden, wohnten u. a. der Vorsüßende des DTJ- Verbandes Abg. Vaverta, der Bil fener Bürgermeister Abg Pik und der Kommandan: des Klattauer Dragonerreniments Oberst Nedbal bei. Die wichtigsten Ergebnisse: 15 Kilometer für Sportler bis 26 Jahre: 1. Kraus( Atus- Union) 1:05:40 Std.( beste Zeit des Tages), 2. Martinec( DTZ Poſtřekov) 1:09:51 ( 5. in der Gesamtwertung). 3. Boháčet( DTI Pil fen I) 1:11:42( 6.), 4. Knopf( DTZ Poſtřekov). 1:12:00 Std.( 7.). 15 Kilometer für Sportler über 26 Jahre: 1. Buršit( DTJ Postřekov) 1:07:10( 2, in der Gefamiwertung), 2. Lang( DTJ Klenči) 1:07:58( 3.), 3. Böhm( Atus- Union) 1:08:15 Std.( 4.). In beiden Kategorien starteten zuſammen 34 Läufer. Springen: 1. Schütz( Atus- Union), Note 19.250, 32, 34, 34.5 Meter; 2. Werner Esla ( Atus- Union), 18.305, 32.5, 35, 36 Meter; 3. Böhm ( Atus- Union). 17.389, 29.5, 30.5, 31 Meter. Außer Bewerb: Konrad Schober, Note 17.916, 32.5. 31.5, 31 Meter. Sprunglauf: 1. Ernst Böhm( Atus- Union), 4 Kilometer für Frauen: 1. Tutterová( DTZ Note 37,380 1719 11), 15:19 Min., 2. Gahnová( DTJ Pilfen 1) 17.19 Min. 8 Kilometer für Jugendsportler: 1. Schüs ( Atus- Union) 38:04 Min., 2. Sleis( DTJ Klenči) 39:05, 3. Aichenbrenner( Atus Eisenstein) 39:27, 4. Tauber( DTI Postřekov) 39:57 Min. 40 am Start und Ziel. 1 15 Kilometer für Militär: 1. Leutnant Vrat. Baher 1:13:34, 2. Soldat Ludwig Lang 1:20:35 Std. Es starteten ein Offizier und 57 Soldaten. V. Internationale Skiwettkämpfe in Ladung Die Ergebnisse: Neber die Aufbewahrung von Urnen. Das böh2 Kilometer für Schüler: 1. Knopf( DTJ Klefage der Zeugen fuhr das Auto mit rasender Gemische Landesamt fällte dieſer Tage eine wichtige Entscheidung über die Aufbewahrung von Urnen mit nec) 3:54 Min. 2. Hora( DTZ Pilsen VII) 4.05 der Asche Verstorbener. Für die Familiengrüfte auf Min. 22 am Start und Ziel. Die Erzählung Die Kolonne am Kreuzden römisch- katholischen Friedhöfen haben die Konweg", die wir in unserem Blatte veröffentlichten, sistorien die Bestimmung festgesetzt, daß in diesen ijr ein Teil des großen sozialen Nomans Die teine Urnen aufbewahrt werden dürfen. Dies widerSirene" von Marie Majerova, der spricht jedoch den Gesetzen, welche die Einäscherung Brag. Montag früh 9 Uhr sahen Passanten aus bekannten ausgezeichneten tschechischen Dichterin. der Beerdigung gleich ge it e II t haben. Da dem Tuch der Papierfabrik Papyrografia" in Station Nordpol von Eisstauungen bedroht. das Migastrat der Stadt Prag den Befizern von Žižkov Rauch aufsteigen; furz danach schlugen Samstag abends wurde die Funkverbindung der Familiengrüften das Aufstellen bzw. die UnterbrinFlammen aus dem Dach und da das ganze Dach Station Nord pol" und des Schiffes Murgung der Urnen in den Grüften verwehrte, hat nun ,, Naturfreunde" besetzen die ersten Plätze mit Teerpapier bededt war, war es sofort voll mane 3" mit dem Festlande wieder hergestellt, die Ladesbehörde unter 3. 4144/1 dieses Vorgehen Die vom Verband für Arbeiter- Wintertouriſtif ständig vom Feuer ergriffen. Aus den nahegeles( die seit dem 4. Feber um 12 Uhr mittags infolge des Prager Magistrats und einer Reibe anderer am Sonntag bei der Jubiläumshütte des tschechischen genen Elektrizitätswerken eilten Angestellte frei starter magnetischer Gewitter unterbrochen war. Behörden als u n gesetzlich verboten. Arbeitertouristen- Verbandes bei Ladung im Erzgewillig zur Hilfeleistung herbei, durchbrachen den Nach den letzten Funfmeldungen sezen die Polar- Drudhoch über Mitteleuropa. Die Witterung birge veranstalteten internationalen WintersportZaun an der Westfront der Fabrit und versuchs forscher unermüdlich und furchtlos ihre Arbeiten wird in Mitteleuropa von einem D t u d bo ch b. fämpfe hatten einen schönen Verlauf und wieſen 132 ten zu löschen. Unterdeſſen war die Feuerwehr fort. Am Sonntag teilte die Expedition radiotele- herrscht, deſſen Stern über Deutschland liegt. Bei Zilnehmer auf. Verharichter und Bappide ett eingetroffen, der es nach einiger Zeit aelang, des graphisch mit, an ungefähr zehn Punkten tomme schwachem Nordwind ist während der Nacht auf fämpfe waren für die Sportler und Sportlerinnen einige Läufer zum Aufgeben veranlaßt. Die Wett Feuers Herr zu werden. Der Schaden ist unges es zu Eispressungen und stellenweiſe Montag über unsere Gegenden feuchtere Luft vorge- der Naturfreunde" überaus erfolgreich. Den heuer; die Fabrik ist allerdings gegen Feuer verstaue sich das Eis auf. Das ganze Lager sei vedrungen und der Himmel hat sich vorübergehend um- Wanderpokal errang Alfons Thomas( Reichens sichert. Der hölzerne Lagerraum mit den darin reit, auf Schlitten übergeführt zu werden. Die 30gen. Unter dem Einfluß des hohen Drudes lann berg), den Pokal des Schulminifteriums für Sportbefindlichen Papiervorräten wurden vollständig Eisschollen wechselten mit großer Schnelligkeit erneut mit einer Bewölkungsabnahme gerechnet lerinnen Herma Thomas( Reichenberg). bernichtet, was einem Schaden von 2.500.000 Kč ihren Play. Am 6. Feber un 6 Uhr befand sich werden. Wahrscheinliches Wetter von heute: entspricht; ferner verbrannte ein Teil der Kanz- die Expedition auf 73 Grad 19 Minuten nörd- Ziemlich ruhig und wieder verringerte Bewölkung, leien und die Maschinen im östlichen Tralt der licher Breite und 18 Grad westlicher Länge. in den Niederungen jedoch zum Teil nebelig. NachtFabrit im Gesamtivert von 4,000.000 Kč. Der Knabenmord im Oxford- Kolleg. Im prote- frost, tagsüber mäßig warm; auf den Bergen etwas Vorgang hatte einen großen Menschenauflauf zur stantischen Seminar der Universität von Orford, wärmer. Wetteraussichten für Mittwoch: Folge; wie es zum Brand' am, konnte bisher nicht in der sogenannten Wicliff Hall, fand man Sonn- Fortdauer der ruhigen Witterung. geflirt werden. Verletzt wurde niemand. tag auf einer Terrasse, auf welcher des öfteren die Ernst Mach- Feier in Brünn- Chirlik. Die Studenten im Sommer schlafen, die Leiche eines Deutsche Gesellschaft für Wissenschaft und Stunst 16jährigen Knaben. Die Untersuchung hatte zur in Brünn veranstaltet gemeinsam mit dem Elet- dolge, daß ein Student des Stollegs verhaftet trotechnický Svaz Československý am Sonntag, wurde. Das Opfer, Harold Matthews, war im Seminar als Diener angestellt. den 13. Feber, eine Ernst- Mach- Gedenkfeier. In Prag, Sender I: 7: Morgenmusif, 10.05: 6 Kilometer für Frauen: 1: Herma Thomas Chirlik werden vor dem Geburtshause des großen Deutschland wird gemieden... Nach den Deutsche Presse, 10.15: Rundfunt für deutsche Philosophen und Physikers die Obmänner beider ursprünglichen Dispositionen sollte die irische De- Schulen, niedere Stufen, 11.05: Blechmusik, 12.10:( N., Reichenberg) 32:50, 2. Berta Rudolf( N., Störperschaften, Prof. Dr. Karl F. Kühn und legation zu dem internationalen eucharistischen Märiche auf Schallplatten, 14: Deutsche Sendung: Oberleutensdorf) 39:58, 3. Reháková( SDT, OberProf. Dr. Milan Krond! Ansprachen halten, ongreß in Budapest über Deutschland Bum Gedenken an Ferdinand Gerhardt, den Kompositionen von Jezet, 16.15: Orchesterkonzert 8 Kilometer- Mannschaftslauf( drei Läufer): 1. dann wird eine Gedenktafel für Mach enthüllt fahrenen Mit Rücksicht darauf, daß Hitler fem BOK, 18.05: Deutſche Sendung: Dr. Moucha: Naturfreunde Reichenberg 40:47, 2. SDT 19:30, 4, Neue Bücher, 18.20: Deutsche Arbeiterfendung: 48:43, 3. Naturfreunde Oberleutensdorf 4. Kongreß verboten hat, ist nunmehr, wie aus DubRudolf Geißler: Gemeinschaftsleben der Arbeiter Naturfreunde Teplik 53:35, 5. Sokol Seestadtl daß die irische Delegation bei der Neise nach Bu- dem Smetanajaal: VII. Abonnementkonzert der lin amtlich mitgeteilt wird, beschlossen worden, Aus 55:59 Min. jugenb, 18.40: Sozialinformationen, 20.05: 4 Kilometer Hindernislauf für Mitglieder: 1. dapeſt nicht über deutschen Boden fah tschechischen Philharmonie: Bach. Mahler, Dvokát, Thomas( N. Reichenberg) 20:27, 2. Mörl( N ,, Der ewige Schatten", ein Roman von ren wird. Ravel, dirigiert Kleiber, 22.35: Brahms: Sonate Teplit) 25:53, 3. Nytt( SDT Lučany n. N.) 27:08, Mar Hochdorf, mit dessen Abdrud wir heute Neue Südpolegpedition Byrds? Nach Informa- Fis- Moll- Prag, Sender II: 14.20: Deutiche 4. Fischer( N. Reichenberg) 28:16; 9. Jesel( heginnen, führt die Leser in die Beit, da der tionen einer Privatagentur aus Boston beabsichtigt Sendung: Stinderstunde, I. Stößinger liest Märchen Komotau). Kategorie der Gäſte: 1. Salt, Sohn Philipps von Oesterreichs und Johannas ber amerikanische Admiral Byrd zu Beginn des 14.55: Gesang auf Schallplatten, 18.35: Tſchech. ler( DW) 25:31, 2. Süva( Sokol Gablona) 32:06, ( der Wahnsinnigen) von Spanien, Karl, zunächst nächsten Jahres eine neue dritte Expedition zum Volkslieder. Brünn 12.85: Rundfunkorchesterton 3. Novál( SS Seestadt!) 38:19 Min. Herr der Niederlande, bann als ber erfte diefes Gübpor zu unternehmen und die in feinem Umkreis aert: Nedbal, Johann Strauß, 17.10: Deutſche Namens König von Spanien war( nachmals als noch nicht erforschten Gebiete zu durchforschen. Er Sendung: Swoboda: Der Winter für Skifahrer in der Brünner Umgebung. Liederkonzert. Start V. auch deutscher Kaiser). Noch wütet uns will die Expedition mittels Flugzeugs auskühtenburg 22.30: Tanzmusit. Breß geschwächt die Inquisition, noch werden weder Admiral Byrd hat bekanntlich seine erste Expedition gentonzert, 18.15: Lieder aus Tonfilmen. 19.25: Rafhau 12.05 Gei Keber, noch Juden geduldet in Spanien. In den zum Südpol im Jahre 1929 und eine zweite im Rundfunkorchesterkonzert. Mähr. Dstrau 22.15: Niederlanden sind sie geduldet, aber steten Be Jahre 1933 unternommen. Lustige Musikstunde. werden. Im Geburtshause, das jetzt eine Blins denanstalt ist, werden Prof. Dr. Karl Lichten= eder und Prof. Dr. Vladimir Novák Festborträge halten. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Mittwoch: 16 Kilometer für Mitglieder: 1. Thomas( Naturfreunde Reichenberg) 1: 17.28 Std., 2. Mörl( N.. Teplit) 1:21:08, 3. Sopecký( SDT Lučany n. N.) Noch 1:30:40, 4. Fuchs( N., Neichenbera) 1:32:12. Weitere Naturfreunde- Sportler placierten sich als: 8. Buchmelter 1:43:12 und 9. Hanisch( beide Teplit) 1:47:10 Std. Kategorie der Gäste: 1. Sattler( HDW) 1: 2: 47. 2. Stebrle 1:29:58. 8, Vales( beide L Laun) 1:51:01, 4. Suva( Sokol Gablonz) 1:51:43, 5. Novát( SS Seestadil) 1:57:50 Std. 15.15: Rosenthal) 40:30 Win. Kombination: 1. Thomas( N., Reichenberg) 1:42:55, 2. Mörl( M., Teplis) 1:46:56, 8. Fiſcher ( N., Reichenberg) 2:00:28, 4. Kopecký( SDI Lus 2:31:00 Std. čann) 2:00:44 Std.; 8. Jesel( N., Komotau) Kategorie der Gäste: 1. Sattler( SDW) 1:48:18, 2. Suva( Sokol Gaba Tong) 2:23:49, 3. Novát( SS Seestadtl) 2:54:01 wir bas Reg aus frei wen Stell ande den Pri erid dies anti gejt Reg edite licht Auf find Tung bes glei von Dem geffe ſtän gem Emi sipic Ram 11 Da Die hält A. umg weg Tegt diej arbe nan Jah 1ng dem gen nur ren aum war aus Scho ſchli bon mu diei ist ein mu fen Not iba ob ein bor tete frii Ren Ab du um Or 211 ita fen be Ta ein mi to 88 de de id ita DienStag, 8. Feber 1938 Seit« 8 Ar. 82 Botschaft der Demokratie: Botschaft des Geistes und der Menschlichkeit Die hervorragendsten Persönlichkeiten des tschechischen geistigen Lebens in Brünn haben einen Aufruf erlassen, in dem eS u. a. heißt: WaS den Pressefrieden betrifft, so würden wir es begrüßen, wenn in der Presse beiderseits dar Prinzip des fair play herrschte. Aber keine Regierung der Tschechoslowakischen Republik darf aus eigenem Willen ihren Bürgern daS Recht auf freie Kritik nehmen, am allerivenigsten dann, wenn sich diese in den Dienst der Demokratie stellt. Wir hegen ernste Befürchtungen, daß jede andere Auslegung des beabsichtigten Pressefrie« denS die Sicherung unserer Demolratie, ja die Prinzipien der politischen Demokratie überhaupt erschweren, wenn nicht vernichten müsste, lieber» dies würden dadurch die offenen und geheimen antidemokratischen Kräfte bei uns unweigerlich gestärkt werden. Es ist klar, daß cS sich der reichsdeutschen Regierung in erster Linie darum handelt, diesen echten Demokraten nicht nur die Wirkungsmöglichkeit, sondern überhaupt die Möglichkeit drS Aufenthaltes bei uns zu nehmen. Demgegenüber sind wir der Meinung, daß wir durch die Erfüllung solcher Ansprüche und durch dir Aushebung des AsiilrechteS für dir, mit welchen uns die gleiche Ucberzrugnng verbindet, abfalle» würden von den Verpflichtungen, die auS dem Geist der Demokratie erwachsen. Wir haben noch nicht ver- geffen, daß jenen Männer», die sich um die Selbständigkeit unseres Staates am meisten verdient gemacht haben, das bittere Loö der politischen Emigration zuteil wurde; wir haben die Prinzipien nicht vergessen, in deren Namen sie jenen Kampf führten; und wir haben schließlich auch daS Gelöbnis nicht vergessen, zu dem am Sarge des Präsident-Befreiers sein einstmals treuester Mitkämpfer und jetziger Nachfolger uns verband. Eingedenk dieses Gelöbnisses wenden wir uns an die verantioortlichen Männer dieses Staates mit dem Aufruf, daß auch sie dieses Gelöbnis stets achten mögen. Wir tun dies in der Ueberzeugung, im Namen der überwältigenden Mehrheit der Staatsbürger zu sprechen und weil wir es für unsere größte und heiligste Pflicht er» achten, den guten Namen und die Unabhängig» leit der Tschechoslowakischen Republik zu wahren. Unterzeichnet ist dieser Aufruf von folgen» den Persönlichkeiten: Professoren und Dozenten der Masaryk» Universität: Dr. In. A. Bläha, Dr. B. Cupr, Dr. L. Drastich, Dr. I. L. Fischer, Dr. Jos. Frejka, Dr. BI. Groh, Dr. Bl. Helfrrt, Dr. B. Havränek, Dr. I. tzybäöek, Dr. R. Jakobson, Dr. H. Iarntk, Dr. I. Macürek, Dr. I. Maröälek, Dr. B. Neumann, Dr. F. Ringer, Dr. I. Podpira, Rektor, Dr. L. Seifert, Dr. I. Sahänek, Dr. B. Slabkk, Dr. F. Stiebitz, Dr. F. Trävnliek, Dr. A. Trhb, Dr. I. Tvrdh, Dr. Bl. Mehla, Dr. F. Wollman, Dr. D. Zahälka, Dr. I. Zahradnkäek, Dr. L. Zatoöil. Professoren und Dozenten der Benes-Technik: Ing. I. BaZant, Dr. D. Bubeulk, Rektor, Ing. Bl. Fischer, Dr. I. Hro- nec, Ing. Dr. K. Hruban, Dr. I. Krijeneekß, Dr. I. Klima, Dr. M. Krondl, Dr. Bl. Kkivänek, Ing. Dr. Ad. Liebscher, Dr. Bl. Novckk, Dr. F. Ploek, Dr. B. Blick, Ing. Dr. L. Zäruba. rungen im ausgeschriebenen Umfange. Die Mit» glieder der Deputation schilderten die wirtschaft« liche Lage der Arbeiter und der Gemeinde einer» seit- und jene des Betriebes andererseits und verwiesen darauf, daß es sich hier um eine Frage von Sein und Nichtsein handle, wenn der Betrieb in tzeinzendorf bei der Vergabe der Lieferungen leer auSgchen sollte. In diesem Falle bestehe so gut wie keine Aussicht, daß er überhaupt noch einmal in Gang gesetzt werden könne. Außer zwei entscheidenden Stellen im MNO wurden auch noch die Minister Czech und g a j i ö e k um Unterstützung der Bestrebungen der Gewerk« schäften, den Hcinzendorfer Arbeitern Arbeit und Derdlenst zu verschaffen und damit ihren Arbeit-» platz zu erhalten, ersucht, welchem Verlangen beide Minister zu entsprechen versprachen. Außerdem wurde auch sonst alles versucht, um einen Erfolg hcrauSzuholcn. Dieser Tage langte nun die erfreuliche Nachricht rin, daß die Firma Heinzrndorfer niech. Weberei A.-G. HeercSliefernngsauf» träge in der Höhe von rund 3 Millionen Kü zugeteilt bekommen habe. Den Bemühungen der freien Gewerkschaften und der aktivistischen Minister ist also ein voller Erfolg zuteil geworden, der um so höher anzu- schlagen ist, als durch ihn die setzt arbeitslose Belegschaft des Hcinzendorfer Betriebes schon in der nächsten Feit wieder in Arbeit kommen wird. Man darf nur neugierig sein, ob diesmal auch wieder die Hcnlelnlcute, die sich um die Beschaffung von Arbeit einen blauen Teufel geküm« wert und samt ihrem Kreisführer Hubert H. Birke bisher nicht nur in dieser, sondern auch in allen anderen Dingen von Bedeutung nichts ge» keiftet haben, von den entscheidenden Heilotcn im Betriebe auch wieder zuerst eigcstellt werden, wie daS die Jahre über manchmal sestzustellen ge» wesen ist. Das Ist Aktlvlsmus! Die Heinzendorfer mech. Weberei A. G. erhält für rund 3. Mill. KC ärarische Aufträge Ter Heinzendorfer Webereibetrieb der Firma kl. Heinzcl, welcher vor Jahresfrist in eine A.-G. umgewandelt wurde, ist im Dezember 1937 wegen Auftragsmangel bis auf weiteres stillge» legt worden. Rund 850 Beschäftigte wurden in dieser Arbeitergemeinde auf unbestimmte Zeit arbeitslos. Dabei muh man tvissen, daß die ge, nannte Firma mit ihren Erzeugnissen in früheren Jahren fast ausschließlich auf den Export nach Ungarn und den Balkan angewiesen war und seit dem Scheitern der HandclSvertragSverhandlun- gen mit Ungarn in den Jahren 1924 und 1925 nur sehr stark eingeschränkt gearbeitet hat. Während in den meisten übrigen Textilbetrieben bis zum Jahre 1929 Hochkonjunktur zu verzeichnen war, mußte im Heinzendorfer Betriebe ständig ausgesetzt werden. Dieser Zustand dauert jetzt schon 12 Jahre an und wurde noch dadurch verschlimmert, daß zweimal Stillstände in der Dauer von fast einem Jahr in Kauf genommen werden mußte, während denen überhaupt niemand in dieser Fabrik arbeiten konnte. Hcinzendorf selbst ist eine arme Arbeitergemeinde, die mit diesem einzigen Webereibetrieb als Steuerquclle rechnen muß. Die Bewohner dieses Ortes haben in diesen letzten 12 Jahren gerade genug Elend und Rot durchzukosten Gelegenheit gehabt und wissen, was es bedeutet, wenn niemand zu sagen vermag, ob der Betrieb, in dem man vorher 20 und mehr Jahre beschäftigt war, überhaupt noch einmal in Gang kommen wird oder nicht. An Gerüchten dieser Art, von ganz bestimmter Seite auSge- streut, hat eS in den lebten Jahren wahrhaft nicht gefehlt. Weim auch bei den StlllegungS- Verhandlungen bei der Bezirksbehörde in Braunau anfangs Dezember 1987 nicht alle Hoff- nungen zerstört wurden, daß im Sommer wieder ein paar Wochen hindurch gearbeitet werden wird, so gab eS doch naseweise Großverstände, die bei dieser Gelegenheit ihr Irrlicht leuchten lassen wollten lind wahrscheinlich überzeugt davon waren, ihr Rezept sei daS beste. Wir wollen hier den Namen des Geschaftelhubers, den wir meinen, nicht nennen, sondern nur sagen, daß von feiten der frcigewerkschaftlichen Vertreter gleich an Ort und Stelle die Unterstütznng der Firma nach der Richtung zugesichert wurde, damit sie bei der Vergabe von ärarischen Lieferungen im Falle entsprechender Offertpreise von unseren freien Gewerkschaften bei der vergebenden Stelle unterstützt werden würde. Diese Zusicherung ist wahrgemacht worden. Am 12. Jänner l. I. sprach eine Deputation, bestehend aus den Genossen R e h w a l d, Reiche»berg. R a m b a u S k e. Braunau, von der Union der Textilarbeiter, dem Kollegen Stolzer vom Allgemeinen Angestelltcnverband, einem Vertreter der Christlichen und Herrn Dir. Ing. M o r a w e k als Vertreter des Verwaltungsrates im Ministerium für nationale Verteidigung vor und ersuchte um Berücksichtigung des Hein« zendorfcr Betriebes bei der Vergabe der Liefe- Tkchechostowakei zweitgrößte» Handelspartner Rumäniens. Nach provisorischen Angaben ist die Tschechoslowakei im rumänischen Außenhandel im abgelaufenen Jahre auf die zweite Stelle vorgerückt. An erster Stelle stand Deutschland mit einem Am» sähe von 11.8(i. B. 8.4) Milliarden Lei, gefolgt von der Tschechoslowakei mit 8.27(i. B. 2.98) Mil« liarden Lei. Aus die Einfuhr entfielen 2.67(i. B. I 45) und auf die Ausfuhr 2.8(i. V. 1.5) Milliarden Lei. Jugoslawien« HopfmauSfuhr hast halbiert. Belgrad. Jugoslawischer Hopsen konnte sich im abgelaufenen Jahre nicht so im AuSlande durchsetzen, wie 1986. Es kamen nur 2411 Tonnen für 49.2 Millionen Dinar zur Ausfuhr gegen 8588 Tonnen für 87.1 Millionen Dinar in 1986. Beste Kunden leeren Großbritannien mit 1251 Tonnen und USA mit 815 Tonnen. Man erhält für KB 100 Reichsmark.>.. 508.— Markmünzen.... 055.— 100 österreichische Schilling 533.50 100 rumönische Lei... 14.35 100 polnische Zloty... 519.50 100 ungarische Pengö.. • 558 50 100 Schweizer Franken. 600.25 100 französische Francs. • 93.82 1 engUschcs Pfund.. 142.25 1 amerikanischer Dollar. 28.30 100 italienische Lire.. 121.40 100 holländische Gulden. e 1587— 100 iugoslawische Dinare. 61 80 100«elgaS 481.50 100 dänische Kronen.. 031.— 100 schwedisch« Kronen.. • 782.— Der Trick Von Paul Bondy An einem angenehmen Frühlingsabend saß ein etwas älterer Herr, Erwin Kohl mit Namen, vor dem Schreibtisch seines Zimmers und arbeitete. Er schien sehr beschäftigt, denn bis morgen früh hatte er, der Versicherungsagent eines großen Konzerns war, seinem Vorstand«ine genaue llbrechnung aller im Lauf« der letzten Wochen durchgesührten Geschäfte vorzulegen. Da eS sich vm größere Betrage handelte, schien peinlichst« Ordnung mehr als angemessen. Eben hatte er den lebten Strich unter die Ausstellung gezogen, als plötzlich eine fremde Gestalt vor ihm stand. Erwin Kohl sprang erschrak» ken auf, doch der andere winkte ihm beruhigend zu. „Bitte, bleiben Sie nur ruhig sitzen und hären Sie mich an.* Bei diesen Worten zog er verbindlich lächelnd einen Browning aus der Tasche, so etwa, wie ein anderer ein Notizbuch oder eine Tabatiärc hervorzieht. „Cs soll Ihnen gar nichts geschehen", nur möchte ich die schönen Banknoten, die da auf dem Tisch liegen, mitnebmen. Auch für Ihre Uhr, Ihren schönen Ring und Ihre getviß nicht minder kostbare Tabatiöre habe ich Interesse. Also bitte, geben Sie mir die Dinge, aber.möglichst rasch, denn ich habe begreiflicherweise Eile." Der Neberfallcne zögerte nicht, dem Wunsche des Räubers nachzukommen,— was hätte er schließlich auch anderes tun können? Während er non die verschiedenen Gegen« stindc zusammeNrafste, warf er einen Blick auf den Eindringling. Und da stellte er zu seinem Erstaunen folgendes fest; Tvr Mann hatte tinteubekleckste Finger, er mußte also vor kurzem geschrieben haben. Ferner bemerkte er, daß der Fremde eine ganze Reihe Bleistifte sowie zwei Füllfedern in seiner Westentasche stecken hatte. Und schließlich, als sein Blick abwärts wanderte, sah er, daß aus der Rocktasche des Räubers irgendein bedrucktes Papier, eine Art Formular hcrvorschaute. Den Bruchteil einer Sekunde sah er auf das so keck hervorlugende Papier— dann kam eine Erleuchtung über Herrn Kohl. Er hatte nur allzuoft von Agenten gehört, oder, besser gesagt, gelesen, die, um ein Geschäft zu bewerkstelligen, einen Uebcrfall vortäuschten. Naturgemäß Ivar dann der Uebertölpelte, wenn er kurz daraus hörte, warum er eigentlich überfallen worden war, gern bereit, eine Versicherung einzu« gehen, denn IvaS diesmal bloß grober Scherz gewesen, konnte ja nächstens bitterer Ernst werden. DaS Papier, das Erwin Kohl ans der Tasche deS Einbrechers gucken sah, war ein Versicherungsformular seiner eigenen Gesellschaft. Der Mann hier schien also gar kein wirklicher Verbrecher zu sein, sondern bloß ein Agent, der den alten, oft bewährten Trick anwenden wollte, um ihn, Erwin Kohl,„geschäftSreif" zu machen. Diese Gedanken zuckten blitzartig durch sein Hirn, als er auch schon beschloß, dieser Komödie freien Lauf zu lassen.«Ein Anfänger, wahrscheinlich ein junger Agent, der gleich mit einem schönen Auftrag sein« Stellung befestigen will", überlegte er weiter.„Aber Eile mit Weile, der Gute hat in seinem unbändigen Eifer wohl übersehen, daß auch ich aus dieser Branche bin und ihn durchschaue!" Er fühlte sich wieder vollkommen obenauf, übergab also erleichterten Herzens dem Eindringling die letzten Geldscheine, die dieser, wie es Erwin Kohl schien, ziemlich ungeschickt einsteckte. So legte er z. D. seine Pistole während dieses Vorganges achtlos neben sich, so daß es Erwin .Kohl ein leichtes gewesen tväre, sich der Waffe zu bemächtigen. Tvch wollte er sich den Spaß nicht zu früh verderben und ließ den anderen gewäh- ren. Der nun nahm jetzt wieder den Browning zur Hand, ging, so wie eS in den Kriminalgeschichten steht, woran sich Erwin Kohl innerlich grinsend erinnerte, mit zur Tür gewandtem Rücken, sein Gegenüber scharf beobachtend, zurück, lüpfte dort seine Mütze, wünschte einen guten Abend und trat auS dem Zimmer. Kaum war er draußen, als Erivin Kohs das Lachen nicht mehr verbeißen konnte und sich auf die Ottomane warf, um der weiteren Entwicklung der Dinge möglichst bequem entgegcnzusehen. „Run steht«r wohl vor der Türe und glaubt, ich werde ihm nachstürzen oder, noch bester, laut um Hilfe rufen. Da wird er dann wie der denS ex machina erscheinen und alles aufklärcn. Aber dar, aus wird nichts, mein Lieber!" Nachdem ungefähr fünf Minuten vergangen waren, erhob sich Erwin Kohl und schlich, von Neugier getrieben, leise zur Tür. Kein Laut war jedoch zu hören. Ungeduldig riß er sie mit einem Ruck auf— niemand war zu sehen! Plötzlich fiel sein Blick auf den Boden, dort lag ein Brief, an ihn adressiert. Er hob ihn auf, öffnete und laS: „Geehrter Herr!— Das ist eben mein Trick! Ich„arbeite" nur mit Kollegen Ihres Faches. Die glauben nämlich alle, in mir einen einfältigech Neuling ihrer Branche zu sehen, der sie übertölpeln will. Sie, Herr Erwin Kohl, sind nicht der Ersie und werden auch nicht der Letzte sein, der mir zu einem angenehmen Leben verhalfen hat. Besten Dank!" Erwin Kohl wurde leichenblaß,,, Neue Eiskunstlauf-Weltmeisterin Die in Stockholm auSgctragencn Weltmeisterschaften im Eiskunstläufen für Frauen endeten mit einer großen Ueberraschung: Die Titelhalterin Colledge lEngland) wurde durch ihre Landsmännin Megan Taylor knapp besiegt. Schon bei der Kür war der Vorsprung der Colledge minimal gewesen und bei der Kür wurde sie durch die Taylor überholt und des Titels entkleidet. Den dritten Platz besetzte die ehemalige Wienerin Hedy Stcnuf, welche für USA startete. Mit dem Zeugnis des Kameraden... (Prager Bezirksgericht.) Prag,-rb- In einem großen Restaurations- unternehmen waren zwei Köche angestellt. Einer dieser beiden mußte wegen einer kleinen Verfehlung eine kurze Arreststrase verbüßen. In der Zwischenzeit ging ein Schreiben ag rhn ein, in welchem ibm kür' Brüxer Restaurateur ein stmistigeS' Engagement anbot. Der„gure Kamerad" öffnete das Schreibe» und— fuhr sofort»ach Brüx, wo er dem betreffenden Chef an Stelle des eingesperrten Kollegen senie. Dienste anbot und auch angenommen tvurde. Gestern wurde diese Sache vor dem Bezirksgericht verhandelt, das den Angeklagten zu 200 KC Geldstrafe verurteilte. Wie der Richter bemerkte, wurde in diesem Fall ein erhöhtes Strafausmaß deshalb angewen- det, weil der Angeklagte sich unter Ansnützung der Zlvangslage seines Kollegen sich in eine Stellung eindrängie, die ihm nicht zustaud. Ein Reigen Prag,-rb- Der Restaurateur Emil B u r d y ch lvar seinerzeit der Uebertretung der Kuppelei angeklagt. Er ivac Besitzer eines Restaurants auf der Kleinseite und beschuldigt, daß er gegeir den Paragraph 512 verstoßen habe, nach den» sich diejenigen,„tvelche Schanddirncn zur Betreibung ihres unerlaubten Gewerbes bei sich einen ordentlichen Aufenthalt oder sonst Unterschleis geben" zu strengem Arrest in der Dauer von drei bis zu sechs Monaten zu verurteilen sind. Es ist nicht zu vergesien, daß unser Strafgesetz 135 Jahre alt ist! Herr Burdych war entrüstet und bestritt kategorisch, daß in seinem Betrieb etivas derartiges vorgefallen sei. Einer seiner Hauptzcugen war der Musiker Eduard K o l i n s k i), der den Pärchen in den diversen„Boxen" aufzuspielen pflegt,- und sich hoch und heilig vcrschlvor, daß der Chef nie„Animier- mädchen" gehalten habe Der Chef wurde freigesprochen, die Staatsanwaltschaft langte sich aber den Hauptzeugen, da inzwischen fcstgcslellt worden Ivar, daß dessen Aussage kaum auf Wahrheit beruhte. In diesem Prozeß machte zur Abtvcchsluug wieder einmal der Chef den Kronzeugen und versicherte unter Zeugeueid, daß sein gewesener Musikant die„reine und volle Wahrheit und nichts als die Wahrheit" ausgesagt habe und daß sein— des Zeugen— Lokal von ganz untadelbaftcr Beschaffenheit sei. Ta- Gericht erkannte aber den Musiker Kolinskl) angesichts des erdrückenden und zum Teil höchst widerwärtige» BeweiSinaterials des Verbrechens der falschen Zeugenaussage schuldig und verurteilte ibn wegen falscher Zeugenaussage, zu zwei Monaten Kerle r, bedingt auf zwei Jahre. Um den Reigen zn schließen, nahm sich der Staatsanwalt nach diesem Strafprozeß de» Restaurateur her, der die Richiig- keit der ihm entlastenden Zeugenaussage seine- verurteilten Angestellten als Zeuge bestätigt hatte. DaS Zeugenverfahren erlvieS neuerlich die Wahrheit der in der allerersten Anklage geltend gemachten Tatsachen, daß nämlich ieneS Restaurant ein Animierlokal lvar und die dort beschäftigien Mädchen von deut Wirt Provisionen von dem konsumierten Wein bezoaen batten. So tvurde also einmal auch der Herr Chef schuldig erkannt und der Strafsenat des G9l. Dr. KavIan verurteilte ibn zu drei Mona» tenKerkcr unbedingt. Verlanget überall Volkszünder Seite 6 ,, Sozialbentofrat" Dienstag, 8. Feber 1938. Nr. 32 auf 29 Sorten Winterschuhe und 12 Sorten Winterstrümpfe 10% ERMÄSSIGUNG verlängert bis 15. Feber ata Trager Zeitung Dr. Hodža Ehrenbürger von Prag Der Prager Zentralvertretung lag gestern der Antrag des Stadtrats auf Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an den Ministerpräsidenten Di. Hodža vor. Nach einer Sundgebung des Pris mators, die mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde, wurde der Antrag zum Beschluß er boben. Dr. Hodža ist nach Masaryk und Dr. Benes der dritte Ehrenbürger der Hauptstadt. Unter der Straßenbahn. Der 17jährige Ladies rerlehrling Wenzel Tarja überschritt vorgestern abends in Roschirich mit einem Bekannten das Stras henbabngeleise in der Nähe der Endstation der Neuner- Linie. Dabei wurde er von einem Neuner Wagen, der gerade aus der Endstation fuhr, trop der Warnungsrufe seiner Begleiterin erfaßt und zu Boden geworfen. Er wurde in bewußtlosem Zustand mit einer schweren Gehirnerschütterung und einigen Rißwunden auf die Klinik Schloffer gebracht. Nach Zeugenaussagen ist der Lenker der Straßenvan un schuldig am Unfall. Studentin vermist. Seit vorgestern ist die am 24. April 1922 in Prag geborene Schülerin Georgine Striz nicht mehr in ihre Wohnung in Bricio wis, Weinberger Straße Nr. 1. zurüdgefehrt. Sie iit 177 Bentimeter hoch, schlauf, mit faitanienbraunen waaren und irug einen braunen Mantel, brans nen Gut und braune Schuhe. Unter dem Arm trug sie eine Attentasche mit Büchern. Die Ausflugszüge der Staatsbahnen veranstal ten allwöchentlich Fabrien mit dem Motorschnellzug urs Gragebirge um Kč 95. einschließlich Autobus fahrt nach St. Joachimsthal, erstklassiger Unterbringung im Hotel Miracle". des Abendessens, des Frühstücks samt Bedienung und fachkundiger Fübrung für eine Sonntagstour auf den Stamm des Erzgebirges. Anmeldungen und Informationen im Vajar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon Nr. 883-85, ,, Von Afch bis Jafina- vom Böhmerwald bis an die Tatra." Rout der Erzgebirgshilfe 9. Weber Lucernaiaal, Ballett des Nationaltheaters und des Seutschen Theaters, Mapelle Dolfi Langer. Mitternachtsprogramm. Reflamationen Tel. 64193. Kunst und Wissen Uraufführung ,, Alfred" im Prager deutschen Rundfunk Bata Bei Vorlage dieses Kupons erhalten Sie in unseren Verkaufsstellen 10% Ermässigung( zehn Prozent) auf 29 Sorten Winterschuhe und 12 Sorten Winterstrümpfe. Gültig bis 15. Feber 1938. die von Hauptmann geblieben sind, die würgende Sonstige Fußballergebnisse. Kladno: S geg. Atmofpäre des Familientisches, die Ausbrüche des SK Kralup 6: 4. Na chod: She gegen AF Bečky schwer getroffenen Mannes, sind pacend und Jan 9: 0. Pardubiz: Sk gegen Jungbunzlauer nings gibt Clausen die Wucht und Menschlichkeit SK 11: 2. Pilsen: S gegen Union Bizfov 5: 1. seiner starken schauspielerischen Versönlichkeit. Um ihn Vittoria gegen Petřin 3: 0. omotau: D die scharf profilierten Mitglieder der Familie und gegen Sportbrüder Brür 3: 1( 2: 0).- Brünn: die offene, sympathische junge Sekretärin Marianne Bidenice gegen Se Lieben 4: 2. DSV gegen Mor Die Uraufführung der deutschen Ober oppe 3. Dem Film ist Wirkung nicht abzusprechen Slavia 2: 1( 1: 0). Proßnip: Sh Mährisch Dvořáks durch den Prager deutschen eine Feststellung, die den Einspruch gegen die Ein- Schönberg 11:11 Mähr. Ostrau: S Schles Rundfunk am Sonntag, die leider nur in start fuhr hitler- deutscher Propagandafilme nicht absisch- Ostrau gegen S Aso Olmütz 4: 0, DSW Wito e fürateraffung, mit Auslaffung bei schwächt. jt. wiß gegen S 5: 3. Preßburg: ES gegen spielweise der wichtigen Chöre und auch mancher ge Zorros Rache. In der Zeit des Stummfilms Ban. Slavia Kremfier 2: 0.- Budapest: Sun fanglicher Szenen, also gewissermaßen nur als gab Das Zeichen des Zorro", die wildromantische garia gegen Phobus 5: 1, Szeged gegen Ferencvaros uerschnitt durch die Oper erfolgen konnte, ſtand Geschichte von dem edlen Revellen, der für die Ins 3:11, Bocskai Debreczin gegen Üjpest 0: 1.- Wien: ganz im Zeichen einer die weitesten deutschen und dios von Kalifornien gegen schurtische svanische Un- Admira gegen Rapid 1: 0, Sportklub gegen Florids tichechischen Musikertreife intereffierenden muſikalidorfer AC 2: 1, Schwarz- Rot gegen Austria 2:11, terdrücker focht, Douglas Fairbanks Gelegenheit zur ichen Sensation. Als Rundfunkübertragung wirfte Wader gegen Helios 17: 0, Safoab gegen Fab. A Vorführung seiner ritterlichen Künste. Die neue ras Werk durchaus lebendig; einzelne Szenen, ins Fassung des alten Films beißt Der fühne Cabal 4: 4( 2: 2, 0: 0), Vienna gegen BA 4: 1. Sön: besondere das große Ensemble des zweiten Aftes und cas Duett Alwine- Alfred im dritten Aft, machten lero", Schwimmt in Bilderbuchfarben und zeigt in der Schweiz gegen Deutschland 1: 1( 1: 0)! Sauptrolle einen eleganten Edel- Räuber namen³ tiefiten Eindrud. Kapellmeister Georg Singers Robert Living it on. Man sieht wildwestliche musikalischer Leitung war Schwung und rhythmische Straffheit nachzurühmen, während die dynamischen Meiterizenen, einen Stierkampf und eine halb heiAbstufungen noch wirksamer hätten sein fönnen. Un- tere, haib romantische Liebesgeschichte, die am Ende ter den ausführenden Gefangstünstlern ist Fine den fühnen Zorro und die Tochter des nur angeblich Meich Dörich an erster Stelle zu nennen; ihr von ihm ermordeten Gouverneurs dicht am Galgen ebenso blühend schön flingender wie gepflegter und vorbei zusammenführt. Der revolutionäre vinterschlagfräftiger Sovran bewältigte sozusagen spielend so daß der Film nur ein buntes Abenteuer bleibt. grund der Handlung fommt wenig zum Vorschein, die außerordentlichen gesanglichen Schwierigkeiten der anspruchsvollen, bis zum hohen Creichenden kochdramatischen Partie. Mangvoll war auch se u b as parald, wenn auch mitunter au forciert und fcharf im Ton. Den Alfred sang Herr windholz. durchaus anständig, aber ohne besondere gefangliche Note. In der Kleinen Rolle des Knappen hörte man noch Herrn Gutmann. Die einleitenden deutschen Worte ſprach Dozent Dr. Paul Neit, die tiche chischen Mirko O čablit. E. J. ,, Weißer Flieder", der nicht mehr neue Kriminalreißer von G. F. Zennor, wurde vom Bühnen verein„ La Scene" am Samstag in der„ llrania" wieder aufgeführt, und es muß das schon oft Gesagte wiederholt werden, daß private Theatervereine mit der Aufführung von Stücken, die weder unbekannt noch eigenartig find, ihre Eristenzberech tigung nig einheitlierlich nachweiſen Regie von Grinter der du erſchien auf der Urania- Bühne ein Darstel ler- Ensemble, deſſen Mitglieder nur zum Teil als Dilettanten gelten fönnen. In der weiblichen Hauptrolle zeichnete sich allen Ar den durch lebendiges und sicheres Spiel aus und gab der dargestellten Figur ein interessantes Aussehen. In größeren RolYen konnten sich noch die Herren Schwarzkopf. Bernau und Kauders Kuhé behaupten, in fleineren erheiterten Hans Bid und Olga Lindt. -cis# Spielplan der Kleinen Bühne. Dienstag, S:„ Südfrüchte".- Mittwoch, halb 8: Blau fuchs", neuinszeniert.- Donnerstag, 8:„ Delila". Freitag. 8:„ Einen Jur will er sich" machen", Theatergemeinde" des Kulturverbandes und freier Verkauf. Samstag, halb 8:„ Flachsmann als Erzieher", neuinszeniert. Sonntag, 3:„ Parkstraße 13", 8:„ Blaufudis". Der Film Vorträge -ets Im Klub„ Die Tat" spricht über Die außenpolitische Sendung der Tschechoslowakei" Landesvertreter Dr. Franz Bacher im Rahmen der Vortragsreihe Das demokratische Weltbild". Donners tag, den 10. Feber, 20 Uhr, Deutsches Haus, Graben 26. Zimmer Nr. 29. Eintritt nur gegen Einladung. Soziales Institut. Am 19. Feber spricht Obertionsrat 3. Koudelka über Fünf Jahre Sozialpolitif Rooſevelts". Der Vortrag findet im Winter Saal des Fürsorgeministeriums statt und beginnt um 120 Uhr. Eintritt frei. Spori- Spiel Körperpflege Das deutsch- tschechische Fußballturnier Doppelte Blamage Prager ,, Städteteams" in Berlin und daheim geschlagen Eishockey. Ein Team des Deutschen Eishockey, verbandes der Tschechoslowakei ſpielie in Berlin gegen ein Auswahlteam 0:11 und 1: 4. Im letzten Spiele wirkte ein Berliner im Tor mit, dem das günſtigere Abschneiden zu danken war. Spindler mühle: Tschechoslowakei- Team gegen St Atpaka 14: 0. Gablonz: EV gegen LTC Turnau 3: 2. Krefeld: American All Stars gegen deutsches Kanadierteam 1: 0.- 3ürich: EHC Davos gegen HC Zürich 1: 0. Die tschechoslowakischen Skimeisterschaften wur den am Sonntag mit dem Spezialsprunglauf beendet, den Lutes( Slavia Prag) durch bessere Haltung vor Lahr( DW) gewann. Lufes sprang 51 und 525, Lahr 52.5 und 53.5 Meter, Lahr gewann am Sams tag die Kombination mit 431.6 Punkten und 47.5 und 46 Meter vor dem Norweger Lian( 426.6, 42.5 und 37.5). Von den Leistungen der Norweger war man enttäuscht. Die Sokol Winterspiele haben in Tatranská Lomnica begonnen. Als Bewerb ging der Lauf über 50 Stilometer vor sich, den Buchar Sofol, Tichechos flowakei) in 4:17:35 Std. gewann. Im Eiskunst Laufen, Eishockey und Bobfahren nahmen ebenfalls ihren Anfang. An den Wettkämpfen beteiligen fich Vertreter aus Jugoslawien. Bulgarien. Volen und der Tichechoslowakei. Ganzstaatliche Wehrsport- Skiwettkämpfe. Im Rahmen der tschechoslowakischen Stimeiſterſchaften in Starlenbach wurden auch die 5. ganzstaatlichen Mannschafts- Stiläufe im Wehrsport durchgeführt. Es starteten 126 Mannschaften, darunter auch fünf der Republikanischen Wehr, in leichter Militäraus rüstung. Die Ergebnisse über die 25 Kilometer lange Strede jind u. a.: Militär: Grenzjäger- Reg. 2 1:57:06 Std.; Polizei: 1/20 Gablong 2:27:57 Std.; Zivilmannschaften: 1. Klasse: SK Neustadt in Mäh ren 1:40:06 Std., 2. Klasse: Republikanische Webr ( wir berichten hierüber an anderer Stelle des Blat tes); Senioren: ES Prag 2:12:05, Juninoren( 10 Kilometer): 23 Prag 48:01 Min. Einen neuen Frauen Weltrekord im beidarmigen Kugelstoßen erzielte bei den polnischen Hallenmeister schaften die Zeichathletin Cejczitowna mit 21.79 Metern. Vereinsnachrichten MW. Donnerstag, den 10. Feber, um 8 11hr, im Bariciheim Vortrag:„ Die allgemeine politiche Lage". Vorher Ausschuß- Sizung. Beginn halb 7 hr. lle Ausschußmitglieder haben anwesend zu fein! Kinderfreunde Prag. Mittwoch, den 9. Feber, abends 7 Uhr im Parteiheim wichtige A u 3 ſchu j situng. DAS Deutsche Volkssinggemeinde Brag. Dienstag, den 8. Feber, um 7 Uhr für Frauen und um balb 8 Uhr für Männer, Probe, unter neuer Leitung. Bringt neue Mitglie der mit! führte am Sonntag die vorletzte Runde durch. Das Hauptspiel bestritten diesmal der Prager DFC und der Teplißer Ft. Die Tepliger gewannen Svielplan des Neuen Deutschen Theaters. verdient und leicht durch die bessere Leistung ihrer Dienstag, halb 8 1hr: Dalibor". A 2. Mitt Stürmer mit 7: 2( 4: 0). DE bot nur im Feldwoch, halb 8 Uhr: Wiener Blut", B 2. von Anton Dvořák spiel eine teilweise gute Leistung, wurde aber manch Donnerstag, halb 8 1hr:„ Dalibor", C 2. mal durch die sombination der Teplitzer direkt schachFreitag, 7 1hr: König Heinrich IV.", matt gesetzt. Erst in der zweiten Halbzeit rafften sich Daß gerade Autou Dvokát, dieser durch- Samstag, halb 7 Uhr:" Die Meistersinger von die Prager zu energischen Afrionen auf, denen sie aus national denkende und empindende große tiche- Nürnberg". zum Wagner- Tag. E 2. Sonntag, zwei Tore verdanfien. Es wäre verfchli, jemanden dische Tondichter, eine deutsche Over schrieb, iſt mehr halb 3 Uhr:„ Einen Zur will er fich machen", Ar- veim DC zu loben oder zu tadeln, denn man spielte als jonderbar. Denn zu seiner Zeit war die natio- beitervorstellung: halb 8 1hr:„ Das Land des eben soweit gut, als es der Gegner zuließ und dieser nale tschechische Stunit längst erwacht und zu selbstän Lächelns", Gastspiel Richard Tauber. Abonn aufgeh. Unterschied des Könnens war besonders fraß zu uns diger Bedeutung entwickelt, zu feiner Zeit gab es gunsten der Prager. Man kann zwar vom DFC nach fchon eine von Smetana geschaffene tschechische Natiofeiner Winterpause nicht jenes Nönnen, wie es die naloper. So läßt sich die Entstehung dieser deutschen Teplißer aufweisen, verlangen, aber wir glauben auch Lper Dvotals nur damit erklären, daß sie ein Frühnidh, daß er jemals sich zu einem solchen wird auf wert des Weisters ist und aus einer Beit stammt, da ichwingen fönnen. Im Vorspiel besiegte der SK Tvořát, der Orchesterspieler des Prager Tschechischen Nusle die Viktoria Bitob mit 2: 1( 0: 1). Nationaltheaters, nod) unbekannt war. Dieſem noch Die Viktorianer hatten mitunter ein Uebergewicht, unbekannten Musiker war es natürlich sehr schwer. doch ihr unmöglicher Sturm vergab die schönsten ein tschechisches Opernbuch zu erhalten. Und so griff Chancen. Die Nusler halten damit in diesem TurDvořák eben, dem es wie so vielen Tonsegern seiner nier weiter die Spitze und ihr Spiel mit Bohemians, welche Samstag mit Viktoria 1: 1( 0: 1) spielten. Heit Richard Wagner angetan hatte, zu einem deutichen Terrbuch, nur um seinen unividerstehlichen wird die endgültige Entscheidung bringen, ob der Drang nach opernschöpferischer Betätigung au beSieg ihnen zufällt oder Teplig. friedigen Er fand es zufällig in Theodor Körners historischem Opernlibretto Alfred der Der Herrscher. Der Emil Jannings- Film..Der Großze", das er, ohne den Dichter au nennen, als Herrscher" ist erst fürzlich zur Aufführung in der Allgemeiner Angestellten- Verband, Reichenberg, heroische Oper komponierie, die in wenigen Monaten Tschechoslowakei freigegeben worden. Die Bedenten Ortsgruppe Prag. Am 9. Feber, 8 Uhr abends. des Jahres 1870 fertig wurde. In die Oeffentlichkeit waren nur zu begründet, denn der Film dient in Mitgliederversammlung leiner Saal". Vortrag gelangten von der Musik dieser Oper nur die Duver hohem Maße der Propaganda für hatenkreuzlerische Am Sonntag hatte der tschechisch- bürgerliche Prof. Cznezta: Deutsche und Tschechen im Laufe der tütre, die als Dramatische( Tragische) Ouvertüre" Einrichtungen in den Betrieben, er behandelt Pro- Fußball des Prager Gaues einen Tag, an den er noch Jahrhunderte( bis zum Jahre 1621), zweiter Teil selbständig schon im Jahre 1912 erschienen ist, und bleme des Vierjahresplans und zeigt uns den Ge- longe denfen wird. Wie einfältig bei diesen Städte am Mittwoch, den 16. Feber. Gäſte willkommen. die Ballettmujit. Dvořátſchen Mujitgeist trägt diese folgschaftsführer" eines Betriebes mit seiner Gespielen von seiten der Gauleitung mit deren Nomi- Tie Jungangestellten und Studenten beteiligen fich deutsche Oper in vielfacher Hinsicht; vor allem in der folgschaft" usw. Mag dieser Teil des Filmes auch nierung vorgegangen wurde, beweist ja schon das eins vollzählich an diesem Vortrage. Sinnfreudigkeit ihres melodischen Glementes und in vorwiegend für innerdeutsche Agitation berechnet fache Rezept: Man nehme eine S- Mannschaft, tauſche bei der Jungangestellten- Gruppe. Als Obmann Koll. ter ſymphonischen Führung des Orcheſters. Wag- fein, ſo ſetzt er doch ein rofig gefärbtes Bild von ein paar Spieler aus und ein Team iit fertig. Dies Scherbaum, sein Stellvertreter Start, Schriftführer nerſche Einflüsse sind in dem Werke unverkennbar. Boltsgemeinschaft" an Stelle der rauhen sozialen mal hat man sich aber gründlich verrechnet. Nicht so Frieda Bachmann. doch hat Dvořák Wagner keineswegs stlavisch nachgeahmt: jo benügt er wohl beijen letamolipides, Berlichkeit in Deutschland. Daß der Film unter ſehr, daß es Niederlagen gab, als wie dieſe herbeiVeit arlans geschickter Regie und in bester Be- geführt wurden. Das Prager Spiel mit StraßPrinzip, verlegt es aber in den Instrumentalvart und sekung eigentlich eine Filmtragödie darzustellen burg war eine Leftion, an der auch die Ueberlegenläßt die Gesangstimmen rezijativisch oder melodie- beabsichtigt, macht die Propaganda en passant nicht heit der Heimischen in der zweiten Halbzeit nichts rebunden singen. Die Handlung der Over ist kura minder bedenklich. Dem Film liegt Gerhart Haupt- änderte, da tein Stürmer feiner Sache gerecht wurde. erzählt: Dänen und Briten befehden einander. Zu- manns Drama Vor Sonnenuntergang" zugrunde. Die Straßburger haben verdient gewonnen; sie fie oft der neuen Bala- Lamellen- Pneus. Bei feudi riiden Eblen Alfred Braut, gefangen. Der Dänen- recht gewaltsamen Eingriffen einen Film mit happy der3 der Er- Deutſche Rohr und der ehemalige Wie gefährlich und noch dazu, wenn man gezwungen ift nächſt ſiegen die Dänen und nehmen Alwine, des bri- Thea von Sarbou hat aus dem Bühnenſtüd mit waren schneller und auch technisch besser, wobei beson: Wetter wird die Asphaltstraße für Autofahrer sehr fürst Gerald will fie fich gewinnen, aber sie bleibt( end zurecht gemacht. Gegen den alternden Mann, ner Hummenberger neben den guten Flügeln hervor- plößlich zu bremsen. Mit Grip- Pneus an den ihrem britischen Verlobien treu. Dieser hat sich als Schöpfer eines großen Wertes der Schwerindustrie, stachen. Das Ergebnis lautete 3: 1( 2: 0) für die Rädern kann man den Wagen augenblicklich zum Sarfner verkleider zu Alwines Gefängnis aufge- der spätes Glüd bei einem jungen Mädchen findet. Franzosen. Stoppen bringen. Die Lamellen saugen sich nämlich macht, um sie zu befreien. Doch wird er erfanut, es kämpfen seine Kinder, in der Furcht am Erbe ver- In Berlin war die Niederlage mit 4: 1( 2: 1) cugenblidlich, so wie ein Bolyp, fest und machen ein fommi zum Stampfe und Alfred gelingt es. mit fürzt zu werden, mit einem Enimündigungsantrag. noch ungünstiger, wobei die Prager eine recht unter- Gleiten unmöglich. Wenn Sie noch keine Grip- Pneus Alwine zu fliehen. Der Endsieg gehört den Briten. Während in Hauptmanns Stück der Vater zugrunde geordnete Rolle spielten. Alfred gewährt den geschlagenen Dänen freien Ab- geht, führt er im Film den Kampf siegreich zu Ende, aux, der befieate parald gibt sich ben Lob. Mit einer fant ſich von der Familie los und vererbt das Wert Fronten entspricht eben der falichen Ueberschäßung( Pneus- Verkäufer aufmontieren. Sie werden Ihnen Der sportliche Mißerfolg der Prager an beiden fahren, dann lassen Sie sich dieselben vom Batas Apothese auf die britische Freiheit schließt das Stück, dem( nationalsozialistischen) Staat. Die Szenen, des eigenen Könnens. bestimmt die zuverlässigsten Dienste erweisen. 4516 Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poſt monatlich Kč 17.- vierteljährig Kč 51.-, hafbjährig Kč 102,-. ganzjährig Kč 204.--- Inferate werden lau Zarif billigst berechnet. Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Poſt- u. Telegraphendirektion mit Erlak Sr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Braba 25.- Druderei:..Orbis". Drud, Verlags- u. Beitungs- A.- G. Prag. Neuwahlen Mitteilungen aus dem Publikum. Asphaltgleitsicher -das ist die beste Eigens 3 9 18 H Int Allt die bol nal lan fei na N N b SE bi fir Ve 1 ter id ba bo be Su 28 er J الله 28 C ci t