Smialü emokrat gentralor-an der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoflowakischen Republik Erscheint mit«««»ahm» fte» Montag täglich friih f Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung. Prag XU., Fochova 62— Telephon 53077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 18. Jahrgang Freitag, 11. Feber 1938 Aus dem Inhalt: Zwei neue Aktionen des Gesundheitsministeriums: RachltlBbekttmpfunK 'Zahnpflege für mittellose Kinder Die Leistungen der ZSVA: 364 Millionen KL Sozialrenten Vormarsch bei Granada Erinnerung, an Schuhmeier Nr. 35 Hilfe für Rothau Der Ministerrat genehmigte in feiner Sit- zung am D-nnerStag Maßnahmen zur Milderung der Arbeitslosigkeit im Bezirk Neudek. Auf dem Gebiet der ArbeltSlofenfiirforge bewilligte die Negierung weitere Mittel zur Fort- lehmig der ErnShrnngSakion für arbeitslose und beschränkt arbeitende Personen, sowie der Milch- und Brotaktion. Italien schwankt Verhandlungen mit England — bis zur Festlegung Hitlers? London. Der intalienische Botschafter Ciranbi stattete DonnerStag dem Außenminister Eden neuerlich einen Besuch ab. Gegenstand dieser llnterredung bildeten hauptsächlich die Arbri- len deS RichtinterventionSauvschuffeS. Hiezu erfährt der diplomatische Neuter-Berichterstatter iui» zuständigen britischen Kreisen: Die britische» Kreise heben hervor, daß die britische Negierung die rascheste Lösung der Frage der Abberufung der Freiwilligen auS Spanien wünscht, bevor man zur Lösung der übrigen daS britisch, italienische BerhältnlS betreffenden Probleme schreitet. Die italienischen Kreise sind dagegen der Ansicht, daß die Frage der Abberufung der Freiwilligen nunmehr in den Händen de» NichtintrrvrntionS- auSschusse» liegt, in dem sie gründlich besprochen wird, und daß demnach die zweiseitigen britisch- italienischen Besprechungen schon alle übrigen Probleme enthalten können. Die letzten Vorschläge betreffend die Prozedur bei der Abberufung der Freiwilligen sind nach Rom mitgeteiN werden, eine Antwort darauf ist aber noch nicht eingelangt. „Newö Chroniele" berichtet au» Rom, cS bestehe in maßgebenden italienischen Kreisen ein« zögernde Haltung hinsichtlich der Fixierung einer endgültigen Politik für eine italienisch-britische Annäherung. Man wolle erst die Spanien- »olitik Ribbentrops abwarten. Sollte diese entschiedener für Franko Partei ergreifen, waS möglicherweise schon au» der ReichStagorrde Hitler» hervorgehen werde, dann würde sich die Bereitwilligkeit Mussolini» zu einem Kompromiß in der Freiwilligen-Frage verringern. Japanische Mord- organisation In Schanghai Schanghai, Mittwoch abends wurde eine Bombe in die Büros de» Blatteo„Wenwaj- pao" gkworfen. Zur Zeit deS Attentates wehte auf dem Gebäude die britische Flagge. Der Inhaber Cumlne erhiel vorher einen Brief von dem sogenannten„Wahrhritsbund", in welchem er davor gewarnt wird, in dem Blatte„Wen- waspav" antijapanische Meldun» gen zu veröffentlichen, daß ihn sonst daS gleiche Schicksal ereilen werde, wie jenen chinesischen Redakteur, dessen Haupt am Montag in der französischen Konzession gefunden wurde. In der französischen Konzession wurde wieder der Kopf eines Chinesen gesunden. Der Kopf lag auf einem Stück Papier, welche» die Aufschrift trug:„Hingerichtet wegen antijapanischer Tätigkeit". Dar Vormarsch bei Granada Erfolg größer als bisher bekannt Barcelona.(Ag. Esp.) Die Tätigkeit an der andalusischen Front konzentriert sich auf den Sektor von G r a n a d a, den Schauplatz der kürzlich gemeldeten Operationen- der republikanischen Truppen, welche hier die feindlichen Linien durchbrechen und die wichtigen Stellungen von Penon de la Mata und Cogollos Bega erobern konnten. Die Niederlage der Rebellen ist hier erheblicher, als man ursprünglich absehen konnte. Bei den Operationen wurden zwei aufständische Truppenteile dezimiert. Die Umgebung von Penon de la Mata ist von Leichen bedeckt, hauptsächlich von Mauren, die von unseren Truppen beerdigt werden. Zahlreiche Ueberläufer berichten, daß die Demoralisation des Feindes sehr groß ist und seine Verluste über 1500 Mann betragen. Ein Major und mehrere untere Offiziere, die den Rückzug der Rebellen geleitet hatten, sind auf Befehl ihre? Kommandos erschossen worden. Kabinett Goga zurückgetreten Gar Ende einet autoritären Zwischenspiels Bildung einer Konzentrationsregierung? B u k a r e st. Die Regierung Goga hat deniissioniert. Dem Rücktritt der Negierung vorangegangen war der Empfang einer Reihe außerhalb der Negierung stehender, also oppositioneller Politiker, durch den König. Empfangen wurden: die ehemaligen Ministerprästdrnken Jorga und Bajda Boevod, der ehemalige Justizminister Junia», Marschall AvercScu» der ehemalige Ministerpräsident und Außenminister MironeScu, der ehemalige Ministerpräsident und Unterrichtsmlnister Angeles«» und der ehemalige Ministerpräsident Man!». Seit seinem Rücktritt vom Amte deö Ministerpräsidenten im Jahre 1032 ist Maniu zum erstenmal wieder in Audienz erschienen. Er überreichte bei dieser Gelegenheit dem König rin Memorandum, in welchem er seine Meinung über die allgemeinen politischen Verhältnisse der rumänischen Innen- und Außenpolitik darlegt.— Maniu erklärte nach dem Berlassen de» KönigSpalaste», daß die Regierung Goga demissioniert habe. Die Regierungsbildung werde auf der Grundlage einer Formel erfolgen, deren Urheber der König sei. Neber den Inhalt dieser Formel sagte Maniu nicht». Doch wird angenommen, daß der König die Bildung einer Konzentrationsregierung wünscht. Dieser Regierung würden Bertreter aller Parteien mit Ausnahme der äußersten Rechten angehörrn. Zwei Versionen gibt eö über die Person deS künftigen Ministerpräsidenten. Genannt werden der ehemalige Außenminister MironeScu(parteilos) und der Patriarch Mirea Ehrt st ea. Die Krise In Deutschland London.(Eigenbericht.) Fast alle Londoner Blätter verzeichnen Gerüchte au» Deutschland, von denen sie ausdrücklich sagen, daß eS Gerüchte seien, die man jedoch ernst nehnten könne. Rach diesen Meldungen ist die deutsche Krise kei- nrSwrg» als beendet anzüsehen.' Die Nachrichten lassen sich wie folgt zusammensaffen: 1. ES wurde gemeldet, daß der deutsche Kronprinz in Begleitung von zwei höheren Offizieren au» Deutschland geflüchtet sei und sich ohne Paß über Kufstein nach Italien begeben habe. Allerdings läßt der Kronprinz diese Nachricht dementieren mit der Bemerkung, er beabsichtige in etwa 14 Tagen nach Deutschland zurückzufahren. 2. Der„Kurier Warszawski" meldet, daß in den ostprenßischen Garnisonen Stolp und Allen» stein Unruhen auSgebroche» und viele Offiziere desertiert seien. Die Bewachung der polnischen Grenz« in Pomrrellen wurde verschärft. 3. Der Korrespondent de» Londoner„Star" berichtet auS Berlin über Unruhen in der Kaserne deS Berliner Wachregimente». 4. In München wurden antiitalienische Plakate detvrefsck,' die'sehr ausführlich über die Lage der Deutschen in Südtirol sprechen. 8. Der frühere österreichische Vizekanzler Winkler, der in Berlin seit längerer Zeit al» nationalsozialistischer' Propagandist tätig ist, wurde verhaftet. Der unangenehme Niemöller-Prozeß Berlin. Meldungen au» glaubwürdiger Quelle zufolge wird der Niemöller-Prozeß erst in der nächsten Woche wieder ausgenommen werden. Der Ex offo. verteidiget Niemöller» ist bisher noch nicht bekannt. Der Sieg gehört der Regierung Pari».(Havas.)„L'Oeuvre" bringt ein Interview des sozialistischen Senators Morizet mit dem spanischen Ministerpräsidenten N e g r i n, der im wesentlichen erklärte: Wir haben genügend Männer noch für fünf Offensiven zur Verfügung, während General Franco niemanden dagegen aufstellen kann. ES fehlt uns aber an Kriegsmaterial. Ich will unsere Jugend nicht überflüssig auf die Schlachtbank treiben und warten ab— bis ich das haben werde, was uns bisher fehlt. Wir erzeugen ständig mehr und mehr, aber diese Erzeugung genügt bisher nicht, ES liegt an unseren Freunden im A u s l a n d a, daß diese Zeit abgekürzt werde. Wir wollen nur, daß uns die Durchfuhr dessen, was wir unS beschafft haben, gestattet werde. Ich wiederhole, waS ich bereits im Dezember vergank,enen Jahres gesagt habe:„Wenn wir genügend Kanonen und Flugzeuge nach Spanien erhalten, werden wir noch Heuer im Sommer den Sieg erringen". Franco-Faschisten organisieren Attentate In Frankreich Pari». Im Zusammenhänge mrt der Verhaftung eines MarquiS P o r t ä g o untersucht die französische Polizei eine Affäre, m der cS. ihr bisher gelang, weitere vier Personen festzunchmen. Marquis Portago, der durch zwanzig Jahre in Biarritz lebte, erklärt, daß er ein Neffe deS ehemaligen spanischen Königs sei. Portago steht unter dem verdachte, im Auftrage eines Kapitäns der spanischen Aufständischen Personen organisiert zu haben, die in Frankreich Bazillenverbretten sollten, durch welche schwere Krankheiten hervorgcru» fen werden können. Portago soll sich sehr oft nach Franco-Spanien begeben haben, wo er mit Personen auS der Umgebung der Negierung von Salamanca in Verbindung trat. Diese Personen sind der französischen Polizei bekannt. Man nimmt an, daß die Affäre deS Marquis Portago mit zahlreichen Attentaten zusmnmenhängt, die in verschiedenen Orten SüdsrankreichS verübt wurden. Nach Nachrichten auS Bayonne wurden dort Flakons mit Bazillen und Giften aufgefunden, durch deren Inhalt zahlreiche Personen hätten ermordet werden sollen, deren Verzeichnis sich in den Händen der Polizei befindet. Die aufgefundenen Flakons wurden nach Paris gesandt, um eine genaue Untersuchung ihres Inhaltes durchzuführen. Einer der Angeklagten namens Jesu Escoriaza beschuldigte den MarquiS de Portago, daß er ihm Fläschchen mit Gift übergeben habe, mit welchem drei derzeit in Frankreich lebende spanische republikanische Persönlichkeiten hätten vergiftet tverden sollen. Der Marquis bestritt dies auf das entschiedenste, der Untersuchungsrichter erklärte jedoch, daß es notwendig sei, die Anklage gegen den Marquis und die Mitangeklagten in diesem Punkt zn erweitern. Schlußsitzung der Flüchtlingskonferenz Genf. Donnerstag wurde die Flüchtlingskonferenz mit der Unterzeichnung des getroffenen Abkommens beendet. Sieben Delegierte(Belgien, Großbritannien, Dänemark, Spanien, Frankreich, Norivegen und Holland) unterzeichneten mit Vorbehalten. Dr. Zourck erklärte, daß die Tschechoslowakei ihre Entscheidung über die Unterzeichnung deS Abkommens erst treffen könne, bis rS die zuständigen innerstaatlichen Faktoren geprüft haben. Die luxemburgische Delegation nahm an der Schlußsitzung nicht teil. Der niederländische Delegierte verlangte in einer Deklaration, daß die Schaffung eines internationalen Organs, das sich mit der Auswanderung der Flüchtlinge, besonders aus den Nachbarstaaten Deutschlands, befassen würde, auf die Tagesordnung der nächsten Völkerbundstagung gesetzt werde. Es scheint, daß Lolland ohne solche definitive Lösung da« jetzige Abkommen nicht ratifizieren wird. Diese Deklaration wurde von einigen anderen Delegationen(insbesondere der britischen, schwedischen und bosnischen l unterstützt. Weniger überraschend als der Regierungsantritt GogaS kommt sein Rücktritt. Hatte man ihn auch noch nicht schon jetzt erwartet, vor den bereits ausgeschriebenen Wahlen, so wußte man doch, daß er nicht der starke Mann ist, als der er sich gebärdete, und man konnte schon nach verhältnismäßig kurzer Regierungszeit sehen, daß er im Begriffe war, ein heilloses Durcheinander zu schaffen. In der Innen« und Außenpolitik! Mancherlei Einflüsse haben zusammenge- tvirkt, um Goga an die Macht zu bringen. Die Balkanstaaten sind alle reichbedachte Propagandafelder der faschistischen Staaten, Deutschlands und Italiens, die gleichzeitig in der selben Richtung wirken, gegen die Demokratie im Innern, gegen die außenpolitischen Beziehungen zur Tschechoslowakei und zu den großen westlichen Demokratien, die aber auch, da ihre Balkanzicle nicht identisch sind, in mancher Beziehung gegeneinander wirken. Auch in Rumänien hatte die faschistische Propaganda Erfolg. In einem Lande, in dem der Parlamentarismus stets mehr Dekoration al» Werkzeug einer gut funktionierenden Demokratie war, in dem feit alterSher die Volksmassen mehr „Material" der Berufspolitiker waren als selbst agierende politische Kraft, waren gewisse Voraussetzungen für die Verächtlichmachung der Demokratie, für daS Gedeihen des Gedankenspiels mit autoritären Plänen gegeben. In einem Lande, in dem der Antisemitismus fast traditionell ist, konnte die Nazipropaganda gegen die Luden leicht Erfolge erzielen. Wie überall aber, wo es zur Aufrichtung autoritärer Regime» kam, wurde von den Totalitätssüchtigen die Macht nickit erobert. So wenig wie Mussolink oder Hitler hat Goga die Macht im Kampf gewonnen— er wurde wie seine Vorbilder in die Macht eingesetzt. Der König versuchte e». weil er damit einer werdenden Volksabstimmung zu entsprechen glaubte, einmal mit einem autoritären Regime. Er scheint den Versuch auch gemacht zu haben, um den Teufel mit Belzcbub auSzutreiben, nm einer besonders radikalen Gruppe, die auch ihm unter Umständen gefährlich werden könnte, zuvorzukommen, den „Eisernen Garden". ES hat sich gezeigt, daß die Rechnung falsch war. So wie jede Spekulation auf die Möglichkeit einer Zähmung des Faschismus. Die„Eisernen Garden" waren nickst zufrieden damit, daß ein autoritäres Regime installiert wurde, denn sie wollten ja selber, wollten für sich die Macht. Sie ließen sich durch Goga in ihrer Agitation nicht beirren, aber Goga, der wohl gegen die Demokraten und gegen die Juden Aktionen wagen konnte, war nicht imstande, auch gegen die äußerste Rechte, die ja mit den gleichen Argumenten, aber schärfer, entschiedener„arbeitete", vorzugelien. Zugleich aber weckte er die Erbitterung der links von ihm stehenden Parteien,— unter welchem „Links" an keinerlei volitischcn ErtremiSinnS zn denken ist. DaS Ergebnis der Regierung der „starken Hand" Ivar also wachsende politische Unzufriedenheit, aber auch steigende wirtschaftliche Unsicherheit. Die antijüdischcn Aktionen begannen bereits das Wirtschaftsleben zu lähmen. Nicht minder unglücklich war daS außenpolitische Ergebnis. Wohl beteuerten Goga und sein Außenminister, der sogar eilends FreundsckmftS« besuche in Präg und Belgrad mackste, die Treue zur Kleinen Entente. Aber gleichzeitig wurden die Svmpathien für die faschistischen Staaten verkündet. Erst vor wenigen Tagen wurde die Sehnsucht laut, mit dem Dritten Reich„Schulter an Schulter" zu marschieren. Aber ein so praktisches Rezept das zu sein scheint, zugleich mit den Demokratien und den Diktaturen Freundschaft zu pflegen— es hat nur den Anschein des Praktischen. Der König dürfte erkannt haben, daß— auf weitere Sicht— die Bindung an Italien und Deutschland seinem Londe gefährlich werden kann, daß die Freundschaft mit Frankreich und England und die Aufrechterhaltung der Kleinen Entente als wirklichem Freundschaftsbündnis auf die Dauer Sicherheit gewährt. Es scheint übrigens, daß in jüngster Zeit die englische Diplomatie wieder energischer arbeitet— und mit Erfolg. Daß zugleich mit der Mitteilung über GogaS Demission auch die Meldung auSgegeben wird, König Carol werde im März dem englischen Königspaar einen Besuch abstatten und Gast im Buckingham- Palast sein ist kein Zufall. Seite 2 Die neue Regierung soll ein Kabinett der nationalen Konzentration sein. König Carol hat, indem er bei den Empfängen der Parteiführer den Wunsch nach der Bildung einer solchen Regierung aussprach, der Volksstimmung entsprochen, wie sie unfehlbar bei den Wahlen zum Ausdruck gekom men wäre. Denn alle Parteien, mit Ausnahme der Ileinen Partei Gogas und der„ Eisernen Garden" haben ein Wahlübereinkommen geschlossen und hatten sich auch bereits über die Bildung einer Konzentrationsregierung geeinigt. Goga hätte, falls er nicht zur Verhinderung der Wahlen oder zur Mißachtung des Wahlergebnisses entschlossen war, nach diesen Wahlen demissionieren müssen. Andernfalls hätte er sich als der Mann mit der ,, starken Hand" erweisen müssen. Freitag, 11. Feber 1938. offenbar auf solche Auswirkungen des Versuches Ausschußdemonstration mit einem autoritären Regime nicht ankommen lassen. gegen Dr. Rosche Bei seiner zweiten Rede verläßt alles fluchtartig den Saal W Nr. 35 Mr trägnis der Investitions Arbeits. anleihe an einzelne Selbstvers waltungsverbände. 250 neue Steuerbeamte für die Bareinzahlung bei den Steuerämtern nötig Finanzminister Dr. Kalfus befaßte sich ist beendet. Goga, der noch vor wenigen Tagen ,, im Das autoritäre Zwischenspiel in Rumänien Namen der Nation" sprach, ist wieder Privatmann. Hoffen wir, daß er und jeder Totali- Bekanntlich hatte Herr Dr. Rosche der tätsanhänger- es für immer bleibt! Neun Ausschußdebatte über den StaatsrechnungsabProzent der Wählerſtimmen hatte Gogas Gruppe schluß für 1936 durch eine langatmige Rede, die bei den Wahlen bekommen. Nur neun Prozent! von guten Ratschlägen für alle Probleme der im Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses aus, Aber er maßte sich an, im Auftrag und im Namen Außen wie der Innenpolitik nur so wimmelte, führlich mit der formellen und finanzwirtſchaftlider Nation zu sprechen.' Goga ſelber hat nun sächlich beschäftigten sich tags darauf fast alle 1936 und kündigte u. a. an, daß künftig zu je wieder einmal ſein" Gepräge geben wollen. Tat- en Seite des Staatsrechnungsabschlusses für durch seine Demission nach kaum einmonatigem autoritärem" Bemühen seine Behauptung demens Redner mit ſeinen Ausführungen, aber nur des dem Rechnungsabschluß eine ofizielle Erläuterung tiert. Der im Namen der Nation zu sprechen be= halb, um die von ihm vertretene Politik der Sdp gegeben werden foll, um verſchiedene Auslegungen. Aber hätte er das gewollt, war er bereit, es hauptete, ist durch die Nation weggeschickt worden Rosche hatte von diesen Absagen aber noch nicht ganz eindeutig abzulehnen. Dr. der Ziffern zu vermeiden. zu wagendas Land wäre in noch schlimmere denn diesmal entschied der König wirklich dem genug und so meldete er sich Donnerstag nach Wirren getrieben worden. Der König wollte es i Willen der Nation gemäß. mittags gegen Schluß der Debatte nochmals zu Wort, um die SdP von allen Vorwürfen reinzuwaschen. Ganz besonders setzte er sich dabei mit der Rede auseinander, die Abgeordneter Bischta am Tage vorher gehalten hatte. Unsere Aufgabe- die nationale Abg. Zischka rechnet mit der SdP ab Wie wir bereits berichteten, hat für die sozialdemokratische Fraktion Abg. 3 iichta am Mittwoch im Budgetausschuß dem Herrn Dr. Rosche auf seine erneuten Vorstöße nach Aenderung der gesamten Innen- und Außenpolitik und auf seine neuerlichen Loyalitätsbeteuerungen eine entsprechende Antwort erteilt. Wir entnehmen den Ausführungen Zischtas folgende Stellen: Befriedung Da scheiden sich unsere Wene, da können wir nicht mit, weil wir der Auffaffung find, daß die Probleme dieses Landes hier. gelöst werden müssen und daß wir die Partner fuchen müſſen, mit denen wir an die Arbeit gehen können. Wir kön nen uns mit unseren tschechischen Kollegen über die Probleme der inneren Bolitit viel leichter verständigen als mit Euch, denn zwischen uns und Euch besteht die Wand, die der Faschismus in Europa auf gerichtet hat. Das Grundfäßliche der Rede Rosches war das alte Lied: Die äußere Politik unseres Staates iſt An der Hand von Beispielen leat Redner dar, schlecht, die Umorientierung im Verhältnis zu wie alle Vorfälle bei uns, sogar der deutsche Bauer Deutschand ist notwendig, und dies ist eine Voraus- Wannenmacher und fein Weib". von der feßung für ein anderes Verhältnis der SdP zum reichsdeutschen Provaganda in der gehäissiasten Weise Staate und damit dafür, daß man hier im Innern an ausgeschrotet werden. die Lösung der Probleme herangehen fönne." Bur Fundierung seiner Auffassung hat Dr. Rosche einen Rundgang durch die ganze Welt gemacht, hat das russische Bündnis als für uns wertlos erklärt, weil Rußlands Armee ..gelöpft" worden sei und dies erwähnt er vier Tage nach den Vorgängen in Deutschland, die nach seiner Auffassung zu einer weiteren Festigung der dortigen Verhältnisse" führen würden". Als einziges faftisches Attivum bleibe, wie Dr. Rosche meint, die Achse Berlin- Rom. Bei der Schilderung der Vorteile einer Orientierung der Tschechoslowakei nach dieser Achse vergißt Dr. Rosche aber, daß so I che Achsen schon da waren. wie z. B. vor dem Kriege der Dre i bun d. der im entscheidenden Moment versagt hat. Von der SdP unterscheidet sich unsere Partei dadurch, daß sie nicht den Umweg über Berlin nehmen will, sondern sich bei der Lösung der inneren Probleme mit den tschechischen Parteien auseinanderieben will, um den inneren Frieden zu schaffen. Wenn Dr. Rosche erfärt, man könne die Aktivi ſten durch keine Injektion wieder lebendig machen, fo ist zu antworten, daß es auch durch keinen Injek. die SdP Ioyal zu machen! Sie( zur SdP gewentionsverfuch wecher Bartei immer es gelingen wird, bet) fönnen jeden Tag hier schwören, die loyalsten Staatsbürger zu sein, entscheidend bleibt doch, was jeden Tag draußen im fudetendeutschen Gebiet geschicht! Und dann wundern Sie sich, daß die Staatspolizei dafür sorgt, daß die Verhältnisse dort nicht den Behörden über den Kopf wachsen? Schließlich kommt der Redner auf den 18. Feber zu sprechen und sagte: Wir haben es nicht notwendig. den 18. Weber als eine Art Nationalfeiertag einzu führen. Er ist feine Erfüllung, aber er ist eine Methode und wir haben uns gesagt, daß wir mit dieser Methode vorwärts tommen. Wir sind auch ein Stück vorwärts gekommen und werden auf diesem Wege weitergehen. Wenn aber die EdP dem 18. Feber ihre Volksschußanträge gegen überstellt, dann muß sie erst dafür sorgen, daß diese Anträge auch eine Mehrheit finden get überschreitungen, die schon der Re Er befaßte sich dann ausführlich mit den Budferent durchivegs als notwendig bezeichnet hatte, und regte dann u. a. an, die Frage der Lehrerge Rechnungsabschluß Milliarden an uneinbringlichen halte definitiv zu regeln, um nicht in jedem Forderungen des Staates an die Schulerhalter mits schleppen zu müssen. Weiters gab er Erläuterungen Diesmal bekam es der ganze Ausschuß aber über die Steuergutschriften für pünkt fatt, fich von Herrn Dr. Rosche zum gtenmal liche Steuerzahler und ging dann auf die vielfach die Loyalität der SdP usw. in den falbungsvoll- geforderte Wiedereinführung der Bareinsa h ften Worten schildern zu laffen. Ein Ausschußmit Lung von Steuern bei den Steuerämtern glied nach dem andern griff diesem hohlen Phra ein. fenfchwall gegenüber zur berechtigten Selbsthilfe Er unterstrich, daß es sich dabei um einen und verschwand aus dem Sitzungszimmer. Nicht tiefgreifenden Eingriff in nur die Koalition, sondern auch die gesamte Das ganze Streben nach Reform der Finanzver= die Finanzadministrative handle. Opposition beteiligte sich an diesem spon- waltung ging nach dem Umsturz dahin, die Steuertanen Exodus, so daß Herr Dr. Rosche bald buchämter von der kaffenagenda zu stäblich den leeren Wänden predigte. Nur seine befreien. Wenn man nun heute zur Barzahlung Klubkollegen, der Vorsitzende und ein paar be- bei den Steuerämtern zurüdfehren soll, so bedeutet dauernswerte Parlamentsangestellte mußten bis das, daß man aus den Steuerämtern erst wies sum Schluß der Nede ausharren... der Staatstaffen machen muß. Das bedeutet aber weiter, daß bei jedem Steueramt werden muß. Nach vorläufigen Berechnungen würde wieder die Institution der Kassenbeamten geschaffen das bei den Steuerämtern eine Vermehrung des Personals um 250 Sajien beamte erfordern. Gewiß, würde die Barzahlung auch Vorteile mit sich bringen. Mit Rücksicht auf die diesen Schritt überhaupt werde man die Entscheidung darüber jedoch der Regierung überlassen müssen. Das war wohl die deutlich ste und zugleich die beste Antwort, die der Ausschuß dem Herrn Dr. Rosche und seiner Partei geben: fonnte. Das Das Wirtschaftsprogramm erheblichen Koſten und auf die Verantwortung für der Regierung Im Präsidium der tschechoslowakischen so zialdemokratischen Arbeiterpartei referierte Minijer Nečas über einige sozial- wirtschaftliche Spe= zialprobleme. Die Regierung bereitet verschiedene Maßnahmen vor, um der Textilindustrie zu helfen, deren Lage sich gefährlich verschlechtert hat und in welcher die Arbeitslosigkeit im Steigen Der Präsident der Republik empfing am Donnerstag den Gesandten in Brüssel Dr. Vladimir Slavit, ferner die Repräsentanten des souveränen Ordens der Maltheser- Ritter sowie den Professor Dr. Gottfried Preißlaus Reichenberg. begriffen ist. Die sozial- wirtschaftlichen Aufgaben Die SdP und der Kampf gegen die Kor. der Regierung gliedern sich in mehrere Gruppen. ruption. Im Budgetausschuß des Abgeordnetenerster Stelle handelt es sich um praktische hauses hatte der SdP- Abgeordnete Ing. RichHilfe für die betroffenen Industriebranchen, an ter am Mittwoch bitter Beschwerde darüber gezweiter Stelle um handelspolitische führt, daß bei der Vergabe von Bauten im deutMaßnahmen, ferner um die Organisierung schen Gebiet die Firma Pittel und Brauseder öffentlichen Investitionen wetter übergangen worden sei, obwohl eine und die Leitung der privatwirtschaftlichen. In wesentliche Preisdifferenz gegenüber der tschechivestitionen sowie schließlich gleichzeitig auch umschen Konfurrenz nicht bestanden habe. Auf die stüßungsaktionen. die Regelung der sozial- politischen und Unter- Frage, warum die Firma übergangen worden sei, erhielt Abg. Richter vom Referenten Remes im Schlußwort die entsprechende Antwort: Weil von der Firma bekannt sei. daß sie Staats. beamte bestochen habe, und weil es daher der auch von der SdP geforderte Stampf gegen Prag. Der Ministerrat hielt am 10. Feber die Korruption. gebiete, solche Firmen von eine Sisung ab und nahm die Darlegungen des ſtaatlichen Lieferungen künftig auszuſcheiden …… Ministers für Auswärtige Angelegenheiten über die Hauptfragen der internationalen Politik mit Zustimmung zur Kenntnis. Die SdP findet nur alles Schlechie an dem Staat, aber sie faat kein Wort darüber, daß z. B. mit Ausnahme der Schweiz gegenwärtig in der Tiche- ner, meine Ueberzeugung it und bleibt, daß die Es mag geschehen, was immer, schließt der Redchoslowakei die freiesten deutschen Schulen in ganz Völker, die den Staat bewonnen, auch in alle Qu Europa existieren. funft Nachbarn bleiben werden. Wir müssen den Versuch unternehmen- wenn dies auch bei Dr. Krofta hnen( aur Sd gewendet) auf Ablehnung stößt als Deutsche in diesem Staate doch aute Tiche choslowaken zu sein. Wir haben manchmal Dr. Rosche spricht hier in der Konzilianten Form, die ihm lient, aber aus sicherer Quelle wurde mir berichtet, daß er in Versammlungen gefagt habe: Man wird sich auch noch daran gewöhnen und damit abfinden, daß wir hier..Se il Sitler" rufen. unter Verleuanung unserer Eriſtenz bitteren Tribur ( Dr. Rosche: Da hat man sie schlecht berichtet.) gezahlt für diese unsere Ueberzeugung. Der Versuch Sie und besonders Ihre Kollegen sprechen in der muß aber unternommen werden, die gemeinschaft Provinz eben ganz anders und stärken bei den junliche Not gemeinsam zu befämpfen, und da darf es aen Leuten besonders die Meinung, daß die Lösung feinen Unterschied zwischen Deutschen und Tschechen des sudetendeutschen Problems von Berlin aeben, da fann es nur Bürger diefes Tommen wird, ohne Rüdsicht, ob es zum Strica fommi Staates acben. Dies bedeutet nicht Verzicht darauf, auch dem eigenen Volle zu dienen! oder nicht. Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf 4 Berührung als Wohltat. Noch einmal schloß sie die Augen, und sie schreckte erst auf, als es an die Tür pochte: hat sie schon wieder, das wahnjinnige Weib, einen Schleicher geschickt? Geh, sag ihm doch, daß ich den Prinzen gar nicht mehr sehen will! Nur er fommt immer wieder, nur er gibt mich nicht frei. Du weißt es doch, Arletic, geh, jag's ihm, dem Schleicher! Er soll's ihr melden, daß sie mich in Frieden läßt!" berichtet dem Ministerra: Von administrativen Angelegenheiten ges nen hinsichtlich der Zuteilungen aus dem Er-| Verlanget überall nehmigte der Ministerrat eingehendere Dispositio- Volkszünder ,, Wollt' ich auch. Aber ein Wunder geschah Fräulein. Kaum wurden die Tiere der Juder ansichtig, als sie lächelten. Jawohl, Fräulein, gelächelt haben die Hunde, die Lefzen demütig über die Zähne gezogen, auf allen Vieren heran gekrochen sind sie, und hochgesprungen sind sie ar dem Jungen, an dem jungen Juden, Fräulein, hoch, um ihm die Hände zu lecken." Sagte darauf Adelgonde de Vocht: In ,, Guten Mittag, Fräulein Adelgonde", vers Ja, ja, Kind, alles weiß sie, sie ist ja gar Antwerpen, da hatt' ich einen Spieltameraden. beugte sich zu ihren Füßen eine alte Dienerin im nicht eifersüchtig, ist ja gar kein Schleicher an der Der war auch ein fleiner Jude, und er hat mir grauen Kleid, halb Nonne, halb Sterkermeisterin, Tür. Sind ja nur zwei Juden, gutherzige Leut', mit gelbem, gefaltetem Gesicht, die Haube bis die das Fräulein zu sprechen wünschen. Haben zum Halse heruntergezogen, so steif und hart in mir sofort einen Gulden für zehn Weihekerzen in ihr Gewand eingewidelt, als wäre es nicht aus die Hand gedrückt." gefügigem Tuche genäht, sondern aus Brettern an ihren Leib genagelt. Angenehm geträumt und guter Laune heute?" ,, Wofür Arlette mich verkauft!" bergen soviel eigene Sonne in sich, daß sie sofort einen Frühling vor den Augen des Fräuleins erzaubern werden." Fragte sie hierauf: Jezt ist bei Ihnen schon Frühling?" Zum erstenmal öffnete Jehuda Valdez die Lippen. Er sagte, und über seinen blendenden Zähnen schlossen sich die Lippen niemals, es war, als verberge er für jedes Wort, das er aussprach, noch ein geheimeres, das dunkel und unfaẞbar im Innersten geformt wurde:„ Unſere Steine, Fräulein, haben Jahrhunderte lang im Schoß der Erde gewartet. Nur in der Hoffnung, daß die Augen des Fräuleins eines Tages darauf ruben würden, wurden sie immer strahlender, immer funkelnder." ,, Mein Fräulein", fuhr Jehuda Valdez fort, blaue Schleifen in die Zöpfe gebunden, und er war arm wie wir, und darum haben sie ihn geprügelt und auch mich, und sie hielten uns die Nasen zu, und sie schütteten uns schmutziges Was ser in den Mund. Bis mein Freund eines Tages in der Schelde ertrant. Saben sie ihn hin- Sie hörte die Stimme Jehudas. Ja, das war Nein, sie haben etwas zu verkaufen, was eingestoßen? Ist er freiwillig hineingesprungen? wieder die Melodik ihres Antwerpener Spiels ,, Ach", seufzte sich Adelgonde de Vocht jetzt für das Fräulein aufgespart. Hab' sie auf Herz ich fürcht' mich vor keinem von ihnen." dem Fräulein sicher gefallen wird. Haben es extra Laß sie herein, die Juden, was sie auch wollen, fameraden, aber auch seine Trübseligkeit, ſeine ganz wach ,,, was bedeutet es, Alette, wenn ich und Nieren geprüft. Sind ehrliche Semiten." Hoffnungslosigkeit auch, nur dieses mitleid= mir das Haar kämme, und es bleiben lauter kleine Spinnen in den Kammzähnen hängen? und wisperte:„ Warum kann ich nicht bei den den Palmenfächern, regungslos. Der Jüngere es haben mich die vornehmsten Frauen unserer Adelgonde legte die Hand über die Augen Alte und der Junge, an der Tür, überdacht vo Es standen die beiden jüdischen Männer, der erflehende Nichtbeisichsein. Und die Spinnen wachsen plößlich, und auch der Meinen sein? Hat meine Mutter nicht Schmerzen hielt ein Kästchen in den Händen, ernst und feier- Sevillanischen Glaubensgemeinde beauftragt, Kamm wird zu einem Riesenbeſen, und aus den in der Hüfte? Warum kann ich ihr keine Pflaster lich. Süben und drüben begann eine Musterung, Ihnen ihre respektvollsten Grüße zu Füßen zu Besenruten regnet es heraus wie grüne Schlangen, auflegen und sie streicheln? Warum muß ich in ein Suchen der drei Wesen, die sich irgendwie legen. Das Fräulein möge nie vergessen, daß in und die Schlangen ſtrecken ſchwarze Zungen hers diesem Bett liegen bis zum Mittag und bin trok- finden wollten. Und Adelgonde de Bocht sagte sid jeder Frau das gleiche Herz schlägt, und es ist aus, die besetzt sind mit Stacheln, und wie ich danach schlage, um sie wegzuscheuchen, schleudern dem noch zerschlagen und gerädert? Möchte jo jofort: Wie der Jüngere meinem Spieltamera- ein Herz, das allein der Liebe, der Aufopferung sie sich aus dem Rutenbündel heraus, werfen sie gern wieder einmal beim Hellwerden in der Näh- den ähnlich ist!" und dem Verzeihen gehört. Kein Frauenherz ist sich über mich, friechen sie mir am ganzen Körper tube sißen, und die Augen sollen mir brennen. entlang, bis in den Mund, bis in den Schoß. Aber statt dessen brennen mir die Augen, weil ich; Arlette, das ist die Königin, die mich erwürgen im Traum weinen muß." ,, Aber, mein Fräulein", beschwichtigte die Dienerin ,,, der Prinz ist entschlossen, die Königin Ihretwegen ins Kloster zu sperren." wird, das ist sie, die mir Gift in die Limonade streuen wird!" ,, Das ist er, der Prinz, der ein ganzes Regiment mit Langen aufstellen wird, damit dir ,, Was ist es mit den Juden?" auch nicht ein Härchen gekrümmt werden kann“, rot wie ein Granatapfel, und mit Augen wie ein Da ist ein Junger dabei, mit einer Lippe, besänftigte die alte Dienerin. Nachtschmetterling. Es ist mir durch Stein une Sie ließ sich auf dem Bettrand nieder. Si. Bein gegangen, als er mich angesehen hat." streichel e das Gesicht des Mädchens. Ihre Hände..Laß die Hunde im Garten los und heße sie waren Tagen, und trotzdem fühlte Adelgonde diese lauf die Juden!" Als sie ihnen ein Zeichen gab, sich bis zu der so hart wie ein Diamant. Wehe, wenn es so ist! Bilderwand dem Bette zu nähern, verbeugten sie Indem wir uns dem Herzen des Fräuleins ersich. Und es sprach Maimon Viterbo: Mein gebenst empfehlen, gedenken wir der Tochter Fräulein, Ihr Ruf ist bis zu uns nach Andalusier Pharaos, die einen Weidenkorb mit einem hilf gedrungen. Wir hörten, daß hier im Flandrischer losen Knaben auf dem Nile treiben sah. So treidas Fräulein Gnade vor den Augen des Fürsten ben wir heute, verehrtes Fräulein, alle Kinder gefunden hat, dem untertan zu sein, wir auch das izraels, hilflos wie der Säugling im Strom, zu tun in bezug auf das, was unser Anliegen ist. hänen und Schakalen, und harren auf die TochGlück haben. Darum hoffen wir, keine Fehlbitte durch die Wüste der Welt, die bevölkert ist von Bunächst bitten wir das Fräulein, einen Blid in fur Pharaos, daß sie uns auflese und nicht sterdie kleinen Kostbarkeiten zu tun, die wir aus An- ben lasse." dalusien mitgebracht haben. Es ist zwar heute tein gutes Licht für Juvelen, doch die Steine! ( Fortseyung folgt.) die Z I Vom Org Schle der gan fen altio hat bera Inte Jah die pfle das wa mei wäh Ein a Sd Nor min teri wer alle N er Bab Air ner jun nu ib fon be ra de jei R de fu de b A f E 11 «r. 85 Freitag, 11 Feber 1938 Zahnpflege für mittellose Kinder Eine Aktion des Gesundheitcmlnisterlums Nach modernen ärztlichen Anschauungen ist die Zahnsäule eine gefährliche VolkSkranlheit. Boni kranken Zahn gehen zahlreiche den ganzen Organismus erfassende Krankheiten aus. Der schlechte Zustand der Gebisse unserer Jugend, der von den Schulärzten festgestellt wird und der ganz besonders erschreckend bei den aus den K r i« sen gebieten in die staatlichen Genesungsaktionen aufgenommene» Kindern gefunden wurde. hatdaS Gesundheitsmini ft eri um veranlaßt, die Schulzahnpflege durch besondere Unterstützungen zu fördern. DaS Gesundheitsministerium Hat für das Jahr 1038 einen Betrag von 400.000 KC für die Organisierung einer systematischen Schulzahnpflege bcreitgcstellt. Die Aktion ist so gedacht, daß daS Gesundheitsministerium jenen Selbstver- waltungSkörpern(Bezirke und Gemeinden) llnterstühnngen aus dem oben erwähnten Betrag bewilligen wird, die sich zur Einführung der systematischen Schulzahnpflege für mittellose Schulkinder, sowie zur Einhaltung der Normen bereitfinden, welche das Gesundheitsministerium für diese Aktion festgelegt. Ein Teil des Betrages wird auch zur Unterstübung schon bestehender Einrichtungen verwendet werden. Doch bezweckt die Aktion vor allem, durch Zubilligung von Zuschüssen daS N e hder Zahnambulatorien zu erweitern und so die systematische Schulzahnpflege ans einen möglichst weiten Kreis von Kindern zu erstrecken. G e su ch e um Bewilligungen von Subventionen sind bis spätestens 15. März d. I. beim Gesundheitsministerium einzubringen. Sie sind ordnungsgemäß zu belegen, besonders sind Nachweise über die Bereitstellung des sachlichen und Personalaufwandes durch die Selbswerwaltungskör- per und etwaigen anderen mitwirkenden Korporationen zu erbringen.- Auch ins. Halder unter§ 129b? Bor einigen Tagen wurde bekannt, daß die Prager Polizei eine neue größere H o m o« sexeuellenaffäre ausgedeckt habe, von der aus politische und personelle Fäden zu der seinerzeit in Böhmisch- Leipa abgeurteilten Rutha-Gruppe führten. Wie jetzt gemeldet wird, befand sich unter den dabei in Untersuchung Genommenen der bekannte Jng. Haider, einer der Gegenspieler Henleins und Gründer des sogenannten„Aufbruch-KreiseS". Wie der„Prager Mittag" meldet, wurde Haider zuletzt am Samstag polizeilich verhört. Trotz des nicht geringen Verdachtes gegen ihn scheint es ihm gelungen zu sein, sich in einigen Punkten zu rechtfertigen, Ivcöhalb er a u f f r- i e m Fuß belassen tvurdc. Er verließ, wie man nachträglich erfuhr, noch am gleichen Tage Prag mit und e kannte m Reiseziel und erschien zu einer neuen Vorladung bereits nicht mehr. Ueber die Ursache des plötzlichen Verfahrens gegen Haider gibt es im Aufbruch-Kreis und auch in der studentischen Körperschaft Rampold-Gorenz einige interessante Auffassungen. Man behauptet n. a., daß eine Denunziation seitens gewisser Kreise vorlicge, d-e einen Racheakt wegen der seinerzeitigen Aufdeckung der Affäre Rutha verüben wollten. Auch sieht man In der Denunzie- rung des bedeutendsten Kopfes der SdP-OpPosi» tion gerade am Vorabend eines entscheidenden Propagandaschrittes eine politische Kampfmaßnahme. Auf dem Boden der CSR getötet und auf reichsdeutschen Boden geschleppt... An der reichsdeutschen Grenze bei B o i t S- d o r f im Teplitzer Bezirk ereignete sich Mittwoch vormittags ein ernster Zwischenfall. Der als Schmuggler bekannte Franz Prochazka überschritt die reichödrutsche Grenze, wurde aber von reichSdrutschen Finanzwächtern gestellt und zur AuSweisleistung aufgefordert. Prochazka. der tschechoslowakischer Staatsbürger ist, beantwortete bfc Aufforderung mit der F l u ch t a u f tschechoslow alis ch en Boden. Nach einigen Halt-Rufen feuerten dieGrenz- beamten zwei Schüsse ab. Prochazka stürzte t o t zu Boden. Tie im Laufe des Tages von der Staatspolizei Teplitz vorgrnommrnen Erhebungen ergaben, daß der Leichnam au f tschechoslowakischem Gebiet lag, worauf die Grenzbcamten Kurt Heinze und D i t t r i ch sowie rin dem Namen nach nicht bekannter Reichsdeutscher die Grenze überschritten und den Leichnam auf reichSdeutschrnBoden trugen, wo er flch noch befindet. Wie die SdP mit„Ihren" Bezirksstraßenwärtern umspringt! Vor vier Jahren sind die meisten Straßenwärter des Bezirkes Marienbadder SdP als Mitglieder beigetreten. Bei der Agitation für ihren Beitritt hieß es, daß die Bezirksstraßenwärter eine Aufbesserung ihrer Bezüge zu erwarten hätten. Da die SdP in der Bezirksvertretung die Majorität besitze, sei so etwas für die Bezirksstraßenwärter zu machen. Die Voraussetzung dafür sei aber Ihre hundertprozentige Einstellung zur Volksgemeinschaft Konrad HenlcinS, also auch ihre Mitgliedschaft bei der Deutschen Arbeitergewerkschaft. Die Be- zirköstraßenwärter sind daher aus dem Verbände der öffentlichen Angestellten ausgetreten und d:r Deutschen Arbeitergewerkschaft beigetreten. Nachdem die nun hundertprozentig Volksgemeinschaft« lich gewordenen Bezirksstraßenwärter viele Monate still und geduldig auf daS Versprochene gewartet hatten und weder von den Gliederungen der SdP noch ihren Delegierten in der Bezirksvertretung etwas von einer Aufbesserung für die BezirkSstraßenivärter hörten, wurden sie ungeduldig. Schließlich erkannten auch sie die Nutzlosigkeit ihrer Mitgliedsbücher und beschlossen, gemeinsam und auf eigene Faust die Forderung an die Bezirkövertretung zu richten, wieder den vollen Lohn, der ihnen durch Kriscnabzüge bis zum Eintritt einer besseren Finanzlage des Bezirkes gekürzt worden war, ausbezahlt zu be kommen. Darauf reagierte sofort das Mitglieder SdP in der Bezirksvertretung, der BezirkS- bauernfiihrer Putz, in der Jahresversammlung der SdP-OrtSgruppe in Auschowitz. Er referierte zunächst über die Tätigkeit der SdP-Ver- treter in der Bezirksvertretung und unterzog dann die gemeinschaftliche Forderung der Bezirksstraßenwärter einer scharfen Kritik. Der Bezirk sei finanziell schlecht gestellt, so sagte er, und eS müsse gespart werden. Es sei daher kein Zeichen von Verständnis für die wirtschaftliche Lage der Mgemeinheit. wenn die dreißig DezirkSstraßen« Wärter«ine Besserstellung auf Kosten der Allgemeinheit verlangen. BezirkSbauernführer Putz gab sich aber mit seiner Kritik nickst zufrieden unführte über seinen Antrag einen Beschluß der Generalversammlung herbei, wonach die Ortsgruppe Auschowitz der SdB in einem Schreiben an die Bezirksbehörde Marlenbad die Ablehnung der von den Bczirksstraßenwärtcrn unterbreiteten Anträge fordern wird. Die scharfe Kritik deS BezirkSbauernfiihrerS und BezirkS- vertrctungSmitaliedeS Putz und der Kanvtver- sammlungSbcschluß der SdP-OrtSgruppe Auschowitz hat die BczirkSstraßenwärter in eine starke Erregung versetzt. Sie wissen setzt, woran st« sind und welchen Wert ihre Mitgliedschaft bei der Sudetendeutschen Partei und der Deutschen Arbeitergewerkschaft besitzt. X. H. Frank’s Berufung gegen Pfeifer abgewiesen In einer Ruinburger SdP-Versammlung im Jänner 1086 hatte der SdP-Abgeordnete K. H. Frank den Herausgeber der»Rumburgcr Zeitung" Heinz Pfeifer beleidigt. Heinz Pfeifer brachte die Ehrenbeleidlgungsklagc ein, die am 15. Dezember deS Vorjahres beim Rumburger Bezirksgericht mit der Verurteilung Franks zu 100 KL Geldstrafe bzw. 48 Stunden Arrest entschieden wurde. Der Verurteilte legte Berufung ein. Bor der Berufungsverhandlung hatte der Rechtsvertreter des Privatklägers Dr. Tvmbihky bekanntlich den für die Beni» sungSverhandlung bestimmten SenatSvorsttzenden des Böhm.-Leipaer KreiSgerichtS, Gerichtsrat Karl Emmerich Pierer wegen dessen politischer Einstel« lyng als befangen erklärt. Für die Donnerstag stattgefundene Berufungiverhandlung wurde Ge« richtSrat Dr. JanouSek bestimmt. Vom Beru- fungSsenat wurde die Berufung in allen Teilen als unbegründet abgewiesen. SdP-Gemelndevorsfeher aus der SdP ausgeschlossen Der Schneidermeister Josef Reiner in Kscheberscham bei Bischofteinitz ist auS der Sudetendeutschen Partei ausgeschlossen worden. Sein Ausschluß wurde mit seinem„parteischädigenden Verhalten* begründet. Schneidermeister Josef Reiner war vor etwa einem Jahre anläßlich der in Kscheberscham stattgesundenen Gemeindewahlen von der SdP als Kandidat ausgestellt und zum Gemeindevorsteher gewählt worden. Ein Hochzeit wegen Maul- und Klaueuseuche abgesagt. Die Maul« und Klauenseuche im Mährisch-Wcißkirchener Bezirk blieb auf die Gemeinde Kunzendorf beschränkt, wo sie ziemlich verbreitet ist. An dieser Seuche erkrankten in zehn Gehöften eine Anzahl von Tie ren, von denen einige bereits verendet sind. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden jetzt noch verschärft. So. wurde den Bewohnern der Gemeinde der Beuch der Kirche, der Schulen und der Gaststätten verboten. Die Sicherheitsmaßnahmen trafen aber auch eine Hochzeit. Ein Mädchen wollte eine". Burschen aus der Gemeinde Kunzendorf heiraten und die Trauung sollte vergangenen Sonntag statt« inden. Die Hochzeit wurde aber behördlich verboten und mußte verschoben werden. Prager Wintersportzug bis Bcrgstadt Platten. Die StaatSbahndireklion Pilsen teilt mit Erlaß vom 8. Feber mit, daß die Weiterleitung des an Samstagen bisher nur bis Schlackcnwcrth verkehrenden Prager WintersportzugeS von Schlackenwerth über Karlsbad. Neuhannner, Bärringen-Abertham nach Bergstadt Platten in den Winterfahrvlan 1088/80 ausgenommen wurde. Der Prager Wintersportzug wird etlva um 20.40 Uhr in Bergstadt Platten ein« treffen. Dem Wunsche nach Späterlegung der Rückfahrt am Sonntag wurdS gleichfalls dahin entsprochen, daß die Rückfahrt am Sonntag in den Monaten Dezember und Jänner um 16.25 Uhr ab Bergstadt Platten(17.48 Uhr ab Schlackenwerth) und in den Monaten Feber und März um 18.80 Uhr ab Bergstadt Platten(20.04 Uhr ab Schlackenwerth) erfolgen wird. Ein 15]ährlger Gewalttäter Mittwoch abends wurde in R ü b e n a u bei Böhm.-Leipa die 57jähr. Frau Marie Wiedemann von einem Ibjähr. Bäckerlehrling aus dem gleichen Orte in ihrer Wohnung überfallen und schwer verletzt. Gegen halb 0 Uhr abends klopfte jemand an das Fenster des Hauses der Frau Wiedemann, die allein wohnt und als wohlhabend gilt. Die Frau öffnete die Tür und erkannte in dem späten Besucher einen Jugendlichen aus dem Ort. Sie ließ ihn herein. Der Jugendliche erzählte, daß er die Männer kenne, die kürzlich im Wald der Frau Wiedemann Holz gestohlen hatten. Nach einer halben Stunde wollte Frau Wiedemann zu Bett gehen und sie schickte den Jugendlichen fort. Dieser stürzte sich jedoch auf die ahnungslose Frau und begann sie zu w Ü r g e n. Darauf zog er einen Hammer aus der Tasche und verseht: der Frau fünf S ch l ä g e auf den Hinterkops, so daß sie s ch w e r blutend zusammenbracks. Der Jugendliche ergriff darauf die Flucht Nach einer Weile raffte sich die Frau zusammen und lief zum Nachbarhaus, von wo sie nach der ersten Hilfeleistung mit dem Rcttungöauto in daS Kran- > kenhanS nach Böhm.-Leipa gebracht wurde. Der junge Räuber stellte sich früh der Gendarmerie in B.»Leipa. Hier gab er zu, Frau Wiedemann überfallen zu haben, um das in ihrer Wohnung versteckte Geld zu rauben. Der Jugendliche hatte bereits im Herbst des vergange« ncn Jahres seine Großmutter bestohlen und bei seinem Lehrherrn in Böhm.-Leipa inen Diebstahl vorbereitet. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ Französlscherlndustrlellenverband gegen 40>Stundenwoche Paris. Der französische Jndustriellenverband erklärte nach einer außerordentlichen Generalversammlung, daß er die bisherige soziale Gesetzgebung, jedoch mit Ausnahme des Gesetzes über die 40-Stundenwoche, anerkenne. Die Arbeitszeitregelung müsse elastischer gestaltet werden. Die zweite wesentliche Forderung der Industriellen richtet sich auf die Ersetzung deS Arbitrage- Systems bei der Schlichtung der Arbeiterlonflilte durch besondere Gesetze. reiche Begabung entwickelt, war bald aus einem seither anders geworden. Politische Morde entsct- Schüler auch ein Lehrender geworden, einer der I zen kaum mehr, erregen fast kein Aufsehen mehr. Organisatoren der Ottakringer Arbeiter und dann der große Agitator, der volkstümliche Redner, ein huniorvoller Redner, dem aus unerschöpslicher Quelle Scherze und Witze zuslossen. Sein Witz war scharf, treffend, aber dabei doch nicht von jener Art, die unheilbare Wunden schlägt. Der Grundton war doch jene Gemütlichkeit, die nur ein anderer Ausdruck für Menschlichkeit ist. SchuhineierS Witz war im besten Sinne wienerisch. Und deshalb hat der Mann,'mit dem er am öftesten die Klinge kreuzte, hat Dr. Lueger ihn nicht gehaßt, trotz schärfster politischer Gegnerschaft nicht, denn Lueger, der größte Wiener Demagoge zwar, aber doch durch und durch Wiener, hat den Wiener Schuhmeier verstanden unh das urwüchsige Wienertum seines großen Gegenspielers geschätzt. Und doch wurde Schuhmeier, den seine Gegner zwar ingrimmig bekämpften, aber doch nicht haßten, von einem Parteigegner«rmordetl Als er am Abend des 11. Feber 1911 von einer Versammlung in Korneuburg, in der er gemeinsam mit Theodor Hackenberg, jetzt Mitglied unseres Senats, gesprochen hatte, nach Wien zurückkehrte, schoß ihn ein Bruder des christlichsozialen Führers K u n s ch a k in der Halle des Nordwestbahnhofes nieder. Kein Mord, den die christlichsoziale Partei gewollt hatte. Die Tat eines einzelnen, eines abseitigen, asozialen Menschen, aber doch eines Christlichsozialen, der den großen Gegner seiner Partei und seines Bruders wegräumen wollte. Welches Entsetzen hat damals der Mord erweckt! Oesterreich war ja wahrlich kein Land der .politischen Morde, im dentschösterreichischcn ebenso wie im deutschen Volk war der Mord aus politischer Leidenschaft so g.»t wie unbekannt. ES ist Erinnerung an Franz Schuhmeier Am 11. Feber sind es fiinfundzwanzig Jahre, daß Franz S ch» h m e i e r ermordet wurde. Franz Schuhmeier! Die Herzen der„Alten" werden warm, wenn sie an den Schuhincicr Franzl denken. Auch unseren sudetendeutschen Arbeitern war dieser Wiener Arbeiterführer ein lieber Freund. Sie haben gerne seine witzigen Reden gelesen, die Berichte über seine vielen Geplän- lel mit den Christlichsozialen und vor allem mit Lueger im Wiener Gemeinderat und Im Parlament. Und wie gern haben sie ihn gehört! Vielstündige Wege legten sie zurück, um ihn hören zu können. Noch heute erzählen die alten Arbeiter in dem und jenem Ort: Auch der Schuhmeier hat einmal bei uns gesprochen! Als damals, vor fünfundzwanzig Jahren, die Schreckenskunde zu den Arbeitern kam, daß Schuhmeier ermordet worden war, da erfaßte sie Entsetzen und beugte sie tiefster Schmerz und durchwühlte sie heiliger Zorn. Denn Schuhmeier Ivar der volkstümlichste, der beliebteste österreichische Arbeiterführer. Schuhmeier— das war die Verkörperung des österreichischen und vor allem deS Wiener Proletariats. In Schuhmeier tvar der Aufstieg des österreichischen Arbeiters symbolisiert, durch seinen Mund sprach das österreichische Proletariat. Der Hilfsarbeiter Schuhmeier war im Wiener Bezirk Ottakring aufgewachsen, Ivar in Ottakring mit der jungen Arbeiterbewegung in Berührung gekommen, hatte In rastloser Arbeit seine So häufig sind sie geworden. Aber während Schuh- meierü Mörder für seine Tat sich vor Gericht zu verantworten hatte und verurteilt wurde, haben beute tue faschistischen Mörder nichts zu fürchten, sich vor niemandem zu verantworten, ja noch Belohnungen zu erwarten. Und nicht mehr politische Leidenschaft heißt sie die mordende Waffe erheben, sie töten den andern seiner Gesinnung lvegen, seiner Art wegen,— sie morde», weil sie Barbaren sind... Der Man», den vor fünfundzwanzig Jahren die Kugeln KunschakS in den Tod sandten, war einer der Besten der österreichischen Arbeiterschaft, jener Arbeiterschaft, die so reich ist an großen Begabungen. Wie reizvoll wäre eS, einmal österreichische proletarische Charaktere zu schildern, zu zeigen, daß der Sozialismus nickst nivellierend, daß er auSlesend und charakterdifseren- zierend wirkt! Die an Begabung und Charakter so überreiche österreichische Arbeiterschaft, reich auch an politischen Fähigkeiten, ist heute aus dem politischen Leben Oesterreichs auSgeschaltet. Wahrlich nicht zum Besten Oesterreichs! Nie wäre der Nazismus zu einer ernsten Gefahr für Oesterreich geworden, wenn nicht dieses Verbrechen an Oesterreich begangen worden wäre, die Arbeiter ihrer politischen Rechte zu berauben und dadurch dem Staat seine besten Verteidiger zu nehmen! Daß Schuhmeiers Geist, baß seine Art in Wiens Arbeiterschaft fortleben, das haben die Sozialdemokraten dieser Stadt bewiesen in den Jahren, da sie ihre Stadt zur bestverwalteten Europas machten. Dieser Geist, oiese Art, dieses Können, diese Gesinnungstreue leben auch heute noch im Wiener Proletariat— so wie die Erinnerung an dieses Proletariats besten Sohn, an den Schuhmer Franzl. In Kurzes Kroate kehrt in die Skuftschtina zurück. Ter Abgeordnete Novakovik, der auf der Liste Dr. Makels gewählt würbe, gab dem Skupschtina-Präsi- dium bekannt, daß er sein Abgcordnetenmandat aus- iilen wolle. Diese Erklärung ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil Novakovik der erste kroatische Abgeordnete der Makek-Partei ist, der die bisherige Absenz aufgibt und ins Parlament eintritt. Wahlunruhen In Belfast. In Nordirland fanden am Mittwoch Parlamcntswahlcn statt. In Belfast kam es zu einem Zusannnenstoß zwischen Wählern und Polizei. Als die Polizei mit einem Steinhagel angegriffen wurde, ging sie mit dem Gummiknüppel scharf vor und mehrere Personen wurden verletzt. Das vorläufige Wahlergebnis wird erst Freitag betanntgegeben. Roosevelt» Arbeitslosenfürsorge. Nach Meldungen aus gut unterrichteten Kreisen soll Präsident Roosevelt neue Kredite in der Höhe von 200 bis 300 Millionen Dollar ztvecks Unterstützung der Arbeits- lo’cn a»gesprochen haben. Ausländerkonflikt Oesterreich—Jugoslawien. Bekanntlich wurden vor einiger Zeit einige österreichische Staatsbürger aus Marburg und Umgebung ausgewiesen. Die österreichischen Behörden haben diese Maßnahme damit beantwortet, daß sie gleichfalls einige jugoslalvisch« Staatsbürger aus Kärnten und Steiermark answicscn. DaS Verschwinden ButenkoS. Die Moskauer amtliche Pressestelle meldet: Im Zusammenhang mit den bisher unaufgeklärten Vorgängen erhob die Gesandtschaft beim rumänischen Außenministerium Vorstellungen und legte Protest ein. ES unterliege keinem Zweifel, daß Butenko das Opfer eines politischen Verbrechens wurde, das von einer faschistischen Organisation oder Partei organisiert worden sei. Aber nicht nach Hitlers Borbild.„New Jork Times" berichtet, daß Heuer 26 Generäle des Land- heereS in den Ruhestand versetzt werden sollen. ES ist dies die größte Veränderung in der Geschichte, der amerikanischen Armee zu FriedenSzeiten. Scite 4 Freitag, 11. Feber 1938 Jagesneuigkeiten Staatliche Aktion zur Bekämpfung Wer hat dich, du Säulenwald... Hilfe für 40.000 bedürftige Kinder der Rachitis = Nr. 35 Auch die Auslandsdeutschen unter Kontrolle! Berlin.( DNB.) Im Reichsgesetzblatt wurde ein Gesetz über die Weldepflicht der deutschen Staatsangehörigen im Auslande veröffentlicht. Das Die Rachitis ist eine der ernstesten Volks-[ wegs unter Führung und Kontrolle der Aerzte nach find alle Reichsangehörigen im Auslande berDer Goebbels baut ihn auf, den Lautspre frankheiten. Sie führt nicht nur zu verunstalten durchgeführt. pflichtet, bei längerem als dreimonatigem Aufent chersäulenwald! In ganz Deutschland werden auf den und die Leistungsfähigkeit herabsetzenden Die gefährdeten Kinder werden durch Ber- bei diesem zu melden. Kommt ein Reichsdeutscher balte im Amtsbezirke eines deutschen Konsulates ich allen öffentlichen Pläßen, in öffentlichen Gärten, Verbildungen des Knochenſyſtems, ſie ist auch die mittlung der Bezirksbehörden, der Kinderbera diefer Pflicht vorfäßlich nicht nach, ſo tann ihm der in den Fabrikshöfen, in den Schulhöfen, in den Ursache verminderter Widerstandsfähigkeit gegen tungsstellen und eventuell der staatlichen Distrikts- Schuß des Reiches versagt, gegebenenfalls sogar die Parkanlagen, an Wegkreuzungen, in den öffent- anstedende Krankheiten. So fallen dieser Krank- ärzte ho chtonzentrierte Vita deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt werden. Diese lichen Bädern und an Ausflugspläßen, überall heit jährlich viele Tausende inder zum Opfer, minpräparate zugeteilt erhalten. Vor- Maßnahme wurde getroffen, weil bei den bisheri also, wohin ein Deutscher gelangen kann, sechs viele Tausende traven dauernden Schaden davon. Täufig werden 40.000 Kinder in die Aktion eingen seit 1913 geltenden Bestimmungen die Wahredige Riesensäulen mit Riesenlautsprechern an Dies ist um so bedauerlicher, als die ärztliche bezogen werden. Nach den gewonnenen Erfahrun- nehmung der Intereſſen der Auslandsdeutſchen" und der Spize aufgestellt werden. Niemand wird in Wissenschaft das Wesen der Krankheit weitgehend gen wird die Aktion erweitert werden. Diese die Aufrechterhaltung ihrer inneren Verbundenheit mit der e im a t" nicht voll gewährleistet waren Zukunft der Stimme des Diktators entfliehen kön- erforscht und die Wege der Verhütung und Heis ſtaatliche Attion wird in erster Linie in Notstands. Mit der Erfassung der Auslandsdeutschen zum nen und glücklich zu preisen werden allein die lung gefunden hat. Das Gefundheitsgebieten sowie in Gebieten mit hoher Säuglings- Bwede der Erfüllung der Wehrpflicht, die schon frü Tauben sein. Durch diese Riesenlautsprecher mit ministerium hat sich entschloſſen, auf wis- ſterblichkeit durchgeführt werden. Die unentgelt her durch andere Vorschriften geregelt worden it erhöhter Tonstärke werden der Beherrscher senschaftlicher Grundlage eine Bekämpfung der liche Verabreichung der Vitaminpräparate erfolgt hat das neue Gefeß nichts zu tun. Deutschlands und seine Paschas jeden Untertanen Rachitis bei Kindern, insbesondere bei Säuglin- felbstverständlich nur an bedürftige Kinder und zum Anhören ihrer Reden zwingen. Denn, wo gen einzuleiten. Die staatliche Aktion wird durch insbesondere an Kinder Arbeitsloser. werden sie nicht zu hören sein? Nicht Flucht in Das Meldepflicht- Gesetz soll wegen der notwen digen technischen Vorbereitungen nicht gleichzeitig im gesamten Auslande, sondern nur schrittweise durch geführt werden. Zum Infrafttreten der Meldepflicht des Konfuls. die Weite der Wälder und in die Einsamkeit der Gletscher wird vor dem Redekrawall retten, über- pro Stunde fort. Es gelang ihm, in radiotelegra| tigkeitsbeschwerden bei älteren Stritten zur Folge in den einzelnen Stonſularbezirken bedarf es jeweils allhin wird den Deutschen die aufdringliche bhische Verbindung mit dem südwärts abgetriebenen haben, da die geforderte Pragis bisher nirgends an- noch einer besonderen öffentlichen Bekanntmachung Stimme verfolgen. Eisbrecher ,, Murmanet" zu treten. gewendet wurde.( DND) Die zartesten deutschen Dichter haben die Ein Stradivarius- Cello. Eine Auktion, die Stille und den Traum bejungen. Die neuen BarDer Massenmörder von Antwerpen im März in London stattfinden wird, dürfte die Jugendlichen und Notizen aus der Jugendbewegung. den, dichtend wie marschierend nach dem gleichen gesamte Musilwelt in Atem halten. Denn auf ihr Der Bezug dieser schönen Zeitschrift ist sehr zu Kommando, werden, nachdem nun längst schon alle Brüssel. Zu der vom Kriminalgericht in wird ein Instrument zur Versteigerung kommen, empfehlen. Bestellungen an die Verwaltung, Prag Deutschen aus allen Träumen gerissen sind, laut Antwerpen aufgedeckten sensationellen Lustmord das als größte Kostbarkeit gelten darf: es ist ein XII, Fochova 62. das Lautsprecherland preisen. Das Wolf, das einst affäre wird weiter gemeldet: Edouard Bru, ein Violoncello, das die Signatur von Stradivarius Veränderlich! Bei starkem Südwestwind wird das innerlichste war, wird nun das lauteste. Das bekanntes Mitglied der Antwerpener Unterwelt, trägt. Schon die Stradivarius- Geigen sind be- unseren Gegenden wärmere Luft zugeführt. Das Volt? Es ist ja nur einer, der so laut schreit. konnte des dreifachen Frauenmordes überführt tanntlich äußerst selten; der Meister hat insge Wetter hat sich dabei allgemein verschlechtert; auss daß niemand mehr sein eigenes Wort zu hören werden. Bru hat seine Opfer mit einem ſeidenen samt aber nur etwa 50 Celli gebaut, die in den genommen den Ditteil des Staates fällt zeitweise vermag. Aber da ja das eigene Wort ohnedies Strumpfe erwürgt und ihnen dann die Schädel letzten hundert Jahren fast nie zum Verkauf ta- Regen, in höheren Lagen Schnee. Hinter einer tiefen Drudstörung, deren Zentrum nunmehr über Däne niemand auszusprechen wagt, wird der Lautspres eingeschlagen. Den Leichen raubte er Wertsachen men. Die letzte Versteigerung eines solchen In- mark liegt, dringt jedoch sehr rasch falte Luft vom cher nicht so sehr zu überschreien haben es sei und Kleider. Bru steht außerdem in Verdacht, strumentes in London fand 1862 statt. Das Cello Nordatlantischen Ozean gegen das Festland vor. denn die Stimme der Gewissen als hinein der Urheber von zwei weiteren Frauenmorden zu wird mit minimal 1500 Pfund tariert. Die Abkühlung hat bereits Schottland erfaßt, wo zuschreien, hineinzubrüllen in alle, auch die wis sein, die im letzten Jahre in Lüttich und Straßes bei Temperaturen wenig über Null schneit. Die Feber- Nummer des„ ,, Wedrus" ist erschie derstrebendsten Ohren. Er wird zum Symbol des burg verübt wurden. Wahrscheinliches Wetter Freitag: Unbeständig und nen. Im Leitartikel zeigt der befannte Fachmann windig. Zunächst vorwiegend umzogen mit Niedererneuerten Deutschland werden. Die Nationen in Dozent Dr. Hugo Hecht, daß eine Bekämpfung der schlägen, nach vorübergehendem Temperaturanstieg der Karikatur ein Lautsprecher wird Deutsch- Eine Hochzeitsfeier- 36 Tote Geschlechtsfrankheiten nur erfolgreich sein kann, Winddrehung gegen Nordwesten, Abkühlung, ver land sein... Tönen die Memnosäulen noch? Ein zarter Belgrad. In dem Dorfe Krušeca bei Mostar menn der Alkoholkonsum zurückgeht. Der Artikel ,, Jit änderliche Bewölkung. Schauer. Wetteraussichten Veränderlich, stellenweise noch flagender Ton, das war ihe Gruß an den Mor- fand mit großem Gepränge, Musik und Tanz eine die Verschreibung von Eisenwein wissenschaftlich be für Samstag: gen. Und es war zugleich ein Gruß aus Zeiten Bauernhochzeit statt, die mit einer furchtbaren rechtigt?" beantwortet diese Frage flar und deutlich, Schauer, meist in Schneeform, auf den Bergen ältester Kultur. Die deutschen Lautsprecher wer- Tragödie ihren Abschluß gefunden hat. Als die er ist aber auch sonst interessant, weil er in die Ge- Frostverschärfung, nordwestlicher Wind. den, da der zu seiner Benüßung Befugte lange jungen Eheleute und Gäste das Anwesen des heimnisse der lateinischen Küche scharf hineinleuchtet. zu schlafen pflegt, den Deutschen kaum einmal Brautvaters fejtlich schmückten, brach ein Brand In dem Artikel ,, Nahrhaft, schmackhaft und doch bilden Morgen verderben. Aber viele Abende. Wena aus, der in wenigen Augenblicken das ganze Ge- lig essen!" wird der Nachweis versucht, daß die vege der Lautsprecher toben wird, wird man wissen: es bäude erfaßte und zum Einsturz brachte. Unter tarische Lebensweise auch für den Schverarbeiter ist Nacht geworden in Deutschland! den Trümmern des Gebäudes kamen 36 Perfo- möglich ist und nicht teurer kommt als unsere genen, darunter auch die Neuvermählten, ums Lewohnte gemischte Kost. Weitere Artifel bringen Informationen über den Kampf gegen den Alkohol in der Sowjetunion und in Schweden. Eine Reihe interessanter Notizen aus verschiedenen Ländern er - Der Wedruf" vänzen den Inhalt des Blattes. erscheint in Teplitz- Schönau, Theresiengaſſe 18. JahDer Mörder von Jasinov verhaftet Der eigene Gatte ben. „ Das junge Volt" bringt in seiner eben erichies nenen Feberausgabe eine wichtige Betrachtung über tas Fortbildungsschulwesen, den interessanten Bericht eines Teilnehmers an den Terul- Kämpfen, die fefselnde Darstellung eines gefährlichen Marsches Jugendlicher durch den Schneeſturm, viele Beiträge von Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Samstag: Brag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse, 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 10.30: Lieder aus Tonfilmen, 12.35: Militärmujit, 14: Deutsche Sendung: Fröhliches Wochenende, 15.15: Salonorchester, 17.55 Deutsche Sendung: Heiteres Welttheater, Moliere: Der eingebildete Kranke, Regie: Sorban, 18.45; Deutsche Presse, 18.55: Deutsche Attualitäten, 22.30: Jazzorchester. Brag, Sender II: 14,20: Deutsche Sendung: Unterhaltungsmusil: Schubert, Stolz. Benasty etc. Sendung: Barodmujit. 19.15: Buntes Konzert. 14.55: Deutsche Presse. Brünn: 17.40: Deutsche Breßburg: 11.05: Salonorchester, 21.20: Operettenfolge. Mähr. Ostrau: 18: Italienische Arien und Lieder. 18.30: Lieder aus Toufilmen. Der Minister für Oeffentliches Gesundheitswefen Dr. Czech, betraute Regierungsrat ProfesBrünn. Der Gendarmerie gelang es, den for Dr. Pele mit der Funktion des Direktors Mörder der Ottilie zoubková, die in Bajinov des Staatlichen Gesundheitsinstitutes und er- resbezugspreis 9 Kč. bei Letovice Mittwoch, den 9. Feber früh ermordet nannte den Regierungsrat MUDr. Ludwig Vo aufgefunden worden war, sicherzustellen und zu tava zum Direktorstellvertreter des Staatverhaften. Der Mörder ist der Gatte der Zoub- lichen Gesundheitsinstitutes. fová, der 31jährige Ofenseger Josef Boubet, Flugunglück in Mexiko. In der Nähe des der sich unter der Laſt der Beweise heute früh zu Flugplatzes der Hauptstadt Merito stürzte ein der Tat bekannte. Er sagte aus, er habe in der Flugzeug der merikanischen Fluggesellschaft bei betreffenden Nacht während eines Streites mit der Erprobung eines neuen Flugzeugmodelles av. seiner Gattin einen vorbereiteten Stnüppel ergrif- Der Pilot und der Vordmechaniker wurden ge= fen, mit dem er die Frau auf den Kopf schlug, tötet und ein Reisender schwer verletzt. worauf er sie erwürgte und ihr noch einige Hiebe Beginn der Eishockey- Weltmeisterschaft versetzte. Nach der Tat warf er Kleider und Zugsattentat in Belgien. Wie erst jetzt be Wäsche aus einem Schrant, um so einen Einbruch fannt wird, wurde in der Nacht zum Mittwoch Freitag vormittags werden die ausländischen der Gruppe awei Teams in die Zwischenrunde, die vorzutäuschen. Hierauf legte er sich im Bett neben auf den internationalen Schnellzug Rosendael- Teilnehmer einem Empfang im Handelsministerium in zwei Vierergruppen eingeteilt ist, auf. der Ermordeten nieder und schlief ein. Der Mör- Brüssel- Paris ein Attentat verübt. Schwere und mittags an einer Rezeption des Primators Dr. Schienenſchwellen waren bei Ghlin zwiſchen bie Benti im Bathause Folge leiten. Damitians an der wurde in die Haft des Bezirksgerichtes in Stunštát eingeliefert. Zwischen den Eheleuten Geleise gesteckt worden. Die Lokomotive des 13 Uhr findet im Altstädter Nathause die Eröffnung Zoubet war es oft zu Zwisten gekommen, deren Schnellzuges wurde durch den Anprall so schwer des Jubiläumskongreſſes der Internationalen Eis- 16.30 hodeh- Liga statt und um halb 15 Uhr werden im land Ursache in den schlechten Eigenschaften des Man- beschädigt, daß sie abgeschleppt und durch eine Prager Winterstadion die beteiligten Nationen aufnes und in seiner Sucht nach materiellen Erfol- neue erfekt werden mußte. Personen sind nicht marschieren, worauf um 15 Uhr das erste Spiel der gen zu suchen ist. Diese Sucht Zoubeks dürfte auch zu Schaden gekommen. Vorrunde beginnt. das Motiv der Tat sein, denn Frau Zoubková war lebensversichert. Bericht von Papanin Rio de Janeiro unter Wasser. In Rio de Janeiro ist in der Nacht auf Donnerstag das schwerste Unwetter seit 20 Jahren niedergegangen. Durch gewaltige Wolfenbrüche wurde die ganze Stadt unter Wasser gesetzt. Der Verkehr war stundenlang lahmgelegt. Zahlreiche Häuser sind eingestürzt. Nach den bisher vorliegenden Meldungen sind acht Menschen getötet und zahlreiche Moskau.( Taß.) Nach Mitteilungen der Station„ Nordpol" befand sich die Eisscholle mit dem Lager Papanins am 9. Feber um 18 Uhr auf 72 Grad 6 Minuten nördlicher Breite und andere verlegt worden. 19 Grad 38 Minuten westlicher Länge. In der Tornado über Kalifornien. Der Orkan der Gegend des Lagers herrscht Nordwind und eine über Südlalifornien hinwegging, hat fünf TodesTemperatur von 16 Grad unter Null. Das Schiff opfer gefordert. Zahlreiche Personen wurden ver„ Murmanez", das nach dem Lager Papanins leßt. In einem Landstreifen von etwa 300 kilounterwegs ist, befand sich am 9. Feber um 13 Uhr meter hat der Orkan einen in die Millionen ge= 70 Grad 6 Minuten nördlicher Breite und 9 henden Sachschaden angerichtet. Eisenbahn- und Grad 18 Minuten westlicher Länge. Straßenverbindungen wurden unterbrochen und Einige Zeit hindurch war es der Papanin- Er- elektrische Leitungen zerstört. Da die kalifornischen pedition unmöglich, wegen eines magnetischen Stur- Flüsse unaufhörlich steigen, befürchtet man auch mes Rundfunkberichte zu geben, doch hat sich die Hochwasser. Die Hängebrücke über die Goldene Forschergruppe wieder gemeldet. Es scheint, daß sich Gate, die erst jüngst der Oeffentlichkeit übergeben die Lage auf der Eisscholle etwas gebessert hat Das wurde und deren Bau einen Kostenaufwand von weitere Berſten der Eisschollen hat aufgehört und 35 Millionen Dollars erforderte, wurde um mehr die Temperatur ist verhältnismäßig erträglich ge- als 12 Fuß zur Seite durchgebogen, kehrte jedoch worden, was sehr wichtig ist, da, wie belannt, die in die ursprüngliche Lage wieder zurück sobald der Papaningruppe das warme Zelt im Stich lassen Tornado sich entfernte. Die Stadt Sacramento mußte und ihr lediglich ein leichtes Seidenzelt ver- war eine Zeitlang ohne Licht und auch die elekblieb. Es scheint auch. daß der heftige Sturm nach- trische Straßenbahn verkehrte nicht. gelassen hat, ein Umstand, der für die Forschergruppe Beisitzer der Arbeitsgerichte müssen Fachleute sehr wichtig ist, da nunmehr die Eismassen nur durch sein. Dieser Tage wurde einem Advokaten ein Bedie Meeresströmung allein in die Richtung der scheid des Obersten Gerichtes zugestellt, der grundgrönländischen Küste abgetrieben werden, aber bei legende Bedeutung für die Praxis der Arbeitseinanderbleiben. Der Eisbrecher ,, Taimyr", der in gerichte hat. Das Oberste Gericht entschied unter das Eisfeld eingedrungen ist, geriet in einen schwe-( Rv 886/37, daß die Beisißer der Arbeits- und Beren Schneesturm der ihn zwang, seine Schnelligkeit( rufungsgerichte der gleichen oder einer ähnlichen herabzuseßen. Sowohl das Schiff als auch Flugzeuge Branche angehören müssen wie der Kläger und der an Bord blieben unbeschädigt. Nach dem letzten Geflagie, damit ein fachmännisches Urteil möglich sei. Funtspruch des Taimyr" setzt er im Scheine seiner Ist dies nicht der Fall, so muß das Gericht als unfämtlichen Reflektoren die Fahrt durch das Eislend vollständig nach Paragraph 28, Abs. 1, beurteilt wermit einer Geschwindigkeit von etwa neun Meilen den. Diese Entscheidung wird eine Reihe von Nich Die am Donnerstag nachmittags im Auto- Klub vorgenommene Auslosung ergab nachstehende Gruppenzusammensetzung: Gruppe A: Schweiz, Ungarn. Polen, Rumänien, Litauen. Gruppe B: England, USA., Deutschland, Norwegen, Lettland. Gruppe C: Kanada, Tschechoslowakei Defterreich. Schweden. Aus den Gruppen A und B steigen je drei, aus ED Die Spiele der ersten drei Tage: Freitag: 15 Uhr: Schweiz- Ungarn, Uhr: Lettland- Norwegen, 20 ühr: DeutschEngland, 21.30 Uhr: Litauen- Rumänien, Samstag: 9.30 Uhr: Litauen-- Volen, 11 Uhr: Lettland USA, 15 Uhr: Numänien Schweiz, 16.30 Uhr: Stanada- Schweden, 20 Uhr: Oesterreich Tschechoslowa tei, 21.30 Uhr: England Norwegen. Sonntag: 9.30 Uhr: Polen- Rumänien, 11 Uhr: Litauen Ungarn, 15 Uhr: Stanada Desterreich. 16.30 Uhr: Deutschland Lettland 20 Uhr: Schweden- Tschechoslowakei 21.30 Uhr: Norwegen- USA: Montag ist das tschechoslowakische Team ſpiels frei und am Dienstag trifft es auf Kanada. Der neue Mensch Desterreichische Sti- Patrouille mit Schneemantel und Gasmasle Go sia Fob 108 tig لمان for eir D ELT vo G 30 te 92 Z64 Millionen Kc Sozialrenten! Die Leistungen der Zentralsozlalverslcherungsanstalt Im Jahre 1937 Tie außerordentlich hohe Bedeutung unserer Sozialversicherung in volkSgcsiiiÄ>ehettlicher, so» -ioler und wirtschaftlicher Hinsicht ist an den toden Leistungen zu erkennen, die die Zentral» sonalvcrsichcrungSanstalt Im Jahre 1987 betväl- tiaen muhte. Die Zahl der Rentner hat von 1936 zu 1987 eine Zunahme um fast 20.000 Personen erfahren. Diese Vermehrung hat auch zu einer Erhöhung der auSgezahlten Renten geführt. Ter finanzielle Aufwand für die Invaliden«, Alters-, Witwen- und Waisenrente erhöhte sich von 837.5 Millionen auf 864.2 Millionen KC. Die Leistungen der ZSBA insgesamt sind von 387.1 auf 896.8 Millionen KC gestiegen. Neue Ansuchen um Betvillignngen von Ren« ten wurden im Jahre 1087 gestellt und zustim« mrnd erledigt: Sahl der eingelaufenc» betvilligten Ansuchen Ansuchen Invalidenrente 87.900 21.884 Altersrente 7.981 7.452 Witwenrente 8.657 2.499 Waisenrente 6.548 6.178 Ausstattungsbeitrag 55.001 52.168 Abfertigung an die Hinterbliebenen 7.999 8.256 Die Zahl der abgewiesenen Ansuchen um die Invalidenrente betrug 1987 19.043 und war damit um 4645 niedriger als hn vorhergehenden Jahre. Es ist überhaupt bemerkenswert, das; die jfahl der cingelaufenen Ansuchen sowohl für die Invalidenrente als auch für die Altersrente sich in den letzten zwei Jahren vermindert hat. In den Ärisenjahren mit ihrer hohen Arbeitslosigkeit war eine fortgesetzte Steigerung zu verzeichnen, bis 1985 mit 59.609 Ansuchen um Invalidenrente die Höchstzahl erreicht lourde. Im gleichen Jahre wurden 9553 Gesuche um Geloährung von Altersrente gestellt. Die Besscning der wirtschaftlichen Lage in unserem Lande hat demnach zu einer Verminderung der eingelaufenen Ansuchen um Invalidenrente um fast 22.000 oder um rund 35 Prozent seit dem Höchststand geführt. Bei den Ansuchen um Altersrente liegt die Zahl 1937 um 1882 tiefer als 1936. Infolge der Neubewilligung von Renten hat sich auch die Zahl der Rentner 1937 weiter erhöht. Seit 1932 ist folgende Entwicklung zu ver« zeichnen.- ES gabt Invalidität»- Alters- Witwen- renrner Waisen rentner rentner rentner IM 44.891 5.661 19.268 12.786 IM 78.889 12.855 14.171 17.827 1034 192.077 19.705 18.274 21.845 1335 129.654 26.986 28.191 27.282 1936 141.497 82.884 27.226 81.906 1087 147.803 87.945 31.262 85.758 Die Zahl der Rentner insgesamt hat sich von 78.461 Personen im Jahre 1932 auf 252.763 Personen im Jahre 1937 erhöht. Diese bedeutende Zunahme hat zu einer entsprechenden Steigerung der Leistungen der ZSBA gefiihrt. Seit 1982 betrug die jährliche Summe der Renten und die Summe der gesamten Leistungen: Seit dem Jahre 1929 hat die ZSBA an Renten insgesamt die Sunnne von 1438,4 Mil Summe Summe der gesamten der Renten Leistungen in Millionen KC 1032 72.6 100.8 1038 124.2 151.4 1984 202.6 229.6 1985 298.2 820.9 1086 887.5 367.1 1037 864.2 896.8 lionen KC und an Leistungen überhaupt 1676,1 Millionen KC aufgebracht. Zu diesen bedeutenden Leistungen an die Sozialrentner hat auch der Staat mit jährlich wachsenden Zuschüssen bcigetragen. 1987 erreichten die Staatsbeiträge für die Invaliden«, Alters-, Witwen« und Waisenrenten insgesamt die Höhe von 182,4 Millionen KC. Seit 1980 hat der Staat mit rund 437 Millionen KC zur Unterstützung unserer Sozialrentner beigetragcn. An diesem wachsenden Aufwand für soziale Leistungen wird auch der Gegensatz zu den faschistisch regierten Staaten deutlich. ES ist bekannt, daß in Deutschland die sozialen Leistungen in den letzten fünf Jahren abgebant wurden, daß das Reich seinen Pflichtbeitrag zur Invalidenversicherung nicht in barem Gelde, sondern in Schahwechseloder Anleihcstücken zahlt, mit Papieren also, mit denen die Invalidenversicherung nichts anfangen kann. Außerdem mußten die Sozialversicherungs- Institute ihre Leistungen a» die Versicherten bedeutend einschränken, damit sie entsprechend hohe Urberschüsie zur Finanzierung der KriegSauf« rüstung an die nationalsozialistische Regierung abführen können. Seidenvertrag auf unbestimmte Zeit verlängert. Die den Seidenarbeitern im Vorjahr gewährte Lohnerhöhung war bis zum 31. Dezember 1937 bewilligt. Durch ein Zusatzabkommen wurden nunmehr die Löhne vom Jahre 1937 weiterhin auf unbestimmte Zeit mit beiderseitiger einmonatiger Kündigungsfrist verlängert. Der Rechtözustand der Getrridrgesellschaft scheint immer noch nicht vollkommen geklärt zu sein. ES ist bekannt, daß die Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister mit Schwierigkeiten verbunden war. Nun fällte das Kreis« geeicht in JiCin in einem Straffalle, in dem ein Müller wegen öffentlicher Gewalttätigkeit angeklagt war, weil er sich einem Revisor der Gc- treidegesellschaft widersetzte und die Ausübung der Amtshandlung gewaltsam vereitelte, einen Freispruch mit der Begründung, daß die Regierungsverordnung, mit ivclchcr den Organen der Ölelreidcgesellschaft der strafrechtliche Schutz gewährt wurde, die Ermächtigung, die der Regierung auf Grund des Ermächtigungsgesetzes zugestanden wurde, überschritten habe. Das Gericht befaßte sich in diesem Zusammenhänge auch mit der Frage der rechtlichen Existenz der Getreidegesellschaft. DaS Urteil erlangte keine Rechtskraft, da der Staatsanwalt die Nichtigkeitsbeschwerde einbrachte, so daß sich nunmehr das Oberste Gericht in Brünn mit der Angelegenheit zu beschäftigen haben wird. Wachsende Arbeitslosigkeit in der Brünner Textilindustrie. In Brünn wurde vor einigen Tagen eine Beratung über aktuelle Fragen der Stadt abgchalten. Der Bürgermeister von Brünn führt an, daß die Arbeitslosigkeit Ende 1937 wieder auf 8269 Personen angestiegcn ist, wovon über ein Drittel(8350) unqualifizierte Arbeiter lind. Am traurigsten ist cö um die Textilindustrie bestellt: ihre Möglichkeiten verringern sich dauernd. Die Arbeitslosigkeit auf diesem Produk- tionsgcbict war 1987 sogar höher als 1936. Die Stadt sieht sich außerstande, einer solchen lebenswichtigen Industrie, die in der Hauptsache auf den Export angewiesen ist, zu Helsen. Vie Veit-Stahl- und Eisenmärkte Nach dem Eisen-Boom im Frühjahr deS vorigen Jahres hatte sich die Lage an den internationalen Eisenmärkten einige Monate hindurch stabilisiert. Durch den gelvalligen Bedarf an Eisen und Stahl, den England infolge der Durchführung seines AusrüstungSvrogrammeS hat, Winterschlaf im Laboratorium Vor einigen Wochen ist in London der erste Transport nordafrikanischer Schlangen eingetrof- sen, die in künstlichen Winterschlaf versetzt worden waren, öformalerweise loäre das in der kalten Jahreszeit nicht notwendig gewesen. Die Tiere stammten aber aus dem New Aorker Zoo und hatten hinter den Glasscheiben eines Treibhauses ein subtropisches Leben geführt. Nun vertragen Schlangen trotz ihrer sonst großen Zähigkeit erfahrungsgemäß längere Reisen sehr schlecht. Nach dec Ankunft verweigern sie fast regelmäßig die Nahrungsaufnahme und verharren in einem Hungerstreik, der, wenn er zu lange dauert, ihr Leben gefährdet oder jedenfalls eine umständliche künstliche Ernährung notwendig macht. Um dies zu vermeiden, waren, die Schlangen in Winterschlaf versetzt worden. Das Wort„Kälteschlaf" wäre allerdings eher angebracht. Ueber die inneren Ursachen des Winterschlafes weiß die Wiffenschaft heute noch sehr wenig, obwohl gerade aus den USA die Nachricht kommt, daß aus Drüsensckreten von Eichhörnchen ein Winterschlafhormon isoliert worden sei. Mit Sicherheit weiß man nur, daß der Winterschlaf nicht nach dem Kalender, sondern nach der tatsächlichen Temperatur einzutreten pflegt. Soloie die Durchschnittstemperatur der Außenwelt unter ein bestimmtes, bei jeder Tierart spezifisches Mininnun sinkt, flüchtet das Tier in den Dauerschlaf. Die Gelehrten sind sich über die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung nicht einig. So streitet man darüber, ob die LebrnSäußerungen herabgesetzt worden sind, weil rS kalt ist, oder ob hier eine Ureigenschaft aller Lebewesen, die meistens verlorengcgangen ist, wieder zum Durchbruch kommt. Obwohl bei den einzelnen Tieren große Unterschiede bestehen, obwohl namentlich Säugetiere ihren Winterschlaf öfter auf Stunden und Tage unterbrechen, Reptilien aber meistens durchschlafen ist die Dämpsung der Funktionen allen gemeinsam. So verringert sich die Atmung auf den dreißigsten Teil. Die Körperlvärme sinkt ustd kann— dies ist bei Fröschen beobachtet worden— sogar Null Grad unterschreiten, ohne daß das Blut gefriert und es znm Kältetod kommt. Eine Folge der Einstellung jeder NahrungSauf- nahme besteht In starkem Gewichtsverlust; er kann bis zu einem Drittel des Gesamtgewichtes betragen. Bären, die ihre Wintcrhöhlen ini Frühjahr verlassen, haben buchstäblich einen schlotternden Pelz, der erst nach vielen Wochen wieder prall auf dem Körper sitzt. ES liegt nahe, den Winterschlaf künstlich zu erzeugen, und schm seit einer Reihe von Jahren wurden geringe Abschwächungen, die sich vereinzelt gezeigt hatten, ausgeglichen. Noch im Oktober 1987 sahen die Vertreter der internationalen Schwerindustrie, die aus der Tagung der Internationalen Nohstahl-Exportgemcinschaft in Warschau versammelt waren, keinen Anlaß, die In den vorhergeheitden zwei Jahren heraufgcsetztcn Stahl- und Eisen-AuSfuhrprcise zu ermäßigen. Aber Im Herbst trat dann doch ein größerer Rückschlag ein, der insbesondere in den Vereinigten Staaten mit außerordentlicher Heftigkeit zu verspüren. Die Lage verschärfte sich in der amerikanischen Elsen- und Stahlindustrie derart, daß in der letzten Dezemberwoche 1937 der Beschäftigtenstand nur 19 Prozent der Kapazität betrug. Dicker starte Einbruch in die Konjunkturentwicklung rief ernstere Befürchtungen in der internationalen Eisen« und Stahlindustrie hervor. Soweit jetzt Angaben über die wertere Gestaltung der Lage im Monat Jänner 1938 vorliegen, kann aus ihnen auf eine leichte Besserung geschlossen werden. In den Bereinigten Staaten von Nordamerika hat sich der Beschästrgtenstand in der zweiten Jännerhälfte auf 82 Prozent der Kapazität gehoben. Inzwischen waren am 18. Jänner in Paris die Vertreter der Internationalen Rohstahl-Exportgemcinschast erneut versammelt. Sie haben diesmal eine allgemeine Herabsetzung der Ausfuhrpreise für die meisten Eisenerzeugnisse— allerdings nicht für sämtliche Absatzgebiete— beschlossen. Die Preisermäßigung beträgt fünf bis zwanzig Goldschilling per Tonne. Zu dieser Preisherabsetzung wurde die Jrcg durch den scharfen Konkurrenzkampf veranlaßt, der ihr von der amerikanische» Eisen» und Stahlindustrie aufgczwungcn worden war. ES sind Verhandlungen mit den Eisen« und Stahlindu- striellen der Bereinigten Staaten ausgenommen worden, die eine Beendigung des verschärften Konkurrenzkampfes zum Ziele haben. Auf die Eisen» und Stahlmärkte hat die Preisermäßigung eine anregende Wirkung gehabt. Die regere Auftragserteilung soll auch darauf zurückzuführen sein, daß bereits für den 1. April wieder mit einer Erhöhung der Ausfuhrpreise um fünf Goldschilling pro Tonne gerechnet wird: Eine kräftige Stühe haben die internationalen Eisen- und Stahlmärkte noch immer in dem anhaltenden großen Eisenverbrauch Englands. Das forcierte Tempo der englischen Aufrüstung verschlingt so gewaltige Mengen an Stahl und Eisen, daß trotz umfangreicher Steigerung der Produktion in Stahl und Eisen England noch ganz erhebliche Mengen einsühren muß. Die englische Eisenproduktion ist von 6,4 Millionen Tonnen im Jahre 1935 auf 8,5 Millionen Tonnen im Jahre 1937 gestiegen. In der gleichen Zeit erhöhte England seine Stahlproduktion von 9,8 Millionen Tonnen auf 13,0 Millionen Tonnen. Im Gegensatz, zu dieser sprunghaften Ent- wicklung der britischen Stahl- und Eisenindustrie gestaltete sich die Lage in der b e l g i s ch e n und luxemburgischen Eisen» und Stahlwerken im Jänner 1938 ungünstiger. 2m Jahre 1987 liegt die Stahl« und Eisenproduktion Belgiens und auch Luxemburgs bedeutend höher als im voraufgegangenen Jahre. Noch bis in den Dezember 1987 konnte die Stahl- und Eisenindustrie beider Länder noch umfangreiche Auftragsrückstände aufarbeiten. Dadurch wurde es.hr ermöglicht. trotz bedeutender Abschivächung des Auftragseinlaufes einen verhältnismäßig hohen Ausnutzungsgrad der Produltionskapazität aufrecht zu erhalten. Jetzt, da diese AuftragSrück« stände aufgearbeitet sind, mußten die Werke zu größeren BetriebScinschräiikuiigcn und Arbeiterentlassungen übergehen. 2» der Tschechoslowakei konnte die Hüttenindustrie ihren hohen Stand der Vormonate behaupten.—b.— Japans Kunstseidenerzeugung um 25 Prozent gestiegen. Nach Erhebungen deS Spitzenver- bandeS der japanischen Kunstseiden«2ndustrie erzeugten die führenden 21 Gesellschaften im abgelaufenen Jahre 325,7 Millionen Pfund Kunstseide gegen 260,8 Millionen Pfund im Jahre 1986. experimentieren die zoologischen Laboratorien der meisten Universitäten sowie Zoologische Gärten in dieser Richtung. Wenn der Uebcrgang von der lvarmen Außentemperatur zu der spezifischen Winterschlaftempcratur der betreffenden Tierart nicht zu schnell erfolgt, gelingen die Experimente fast iinmer, und zwar umso besser, je niedriger daS Tier entwicklungsgeschichtlich steht. Am einfachsten läßt sich der Winterschlaf im EiSschrank erzeugen. Nach etlva zehntägiger Behandlung Ivaren die eingangs erwähnten Schlangen in echtem Dauerschlaf, aus dem sie freilich bei ganz allmählichem Auftauen wieder erwachten. Schwieriger sind die Experimente bei Warmblütern, doch genügen hier z. B. bei Bären, Eichhörnchen und gewissen Beuteltieren schon mildere Kältegrade. Gerade bei den Warmblütern lammt dem Winterschlaf, vom menschlichen Standpunkt aus gesehen, die größte Bedeutung zu. Der Schlaf ist nicht nur zum Transport von Schlangen und Reptilien gut, sondern er hat die Eigenschaft, KrankheitSkeime im Blut abzutäten. So wurde sestgestellt, daß Vielfraße, die mit Syphilis infiziert waren, nach dem Ende deS Winterschlafs völlig spirochätenfrei waren. Wenn es gelingt, eine entsprechende Blutunterkühlung für längere Zeit auch bei Menschen ohne Gefahr durchzufiihren, was allerdings ge- genlvärtig zweifelhaft scheint, wäre die Medizin um eine ungeheuer wirksame Therapie bereichert.' Man erhält für K8 100 Reichsmark,„■« U 0 573.— Mnrlmüuzcn.... 667.50 100 österreichische Schilling * 533.50 100 rumänische Lei... * * 14.35 100 polnische Zloty... • 520.50 100 ungarische Pengö.. • 568.50 100 Schweizer Franken. • • 660 25 100 französische FraneS. 93.57 1 englisches Pfund.. 142.37 1 amerikanischer Dollar. ' 28.30 100 italienische Lire.. • 119.40 100 holländische Gulden. 1587— 100 jugoslawische Dinare. • 62.17 100 Belgaö 482 100 dänische Krone»«. 631.— 100 schwedische Kronen.. • • 733— Die spanische Kirche und die Rebellen Eine katholische Stimme Auf die immer wieder gestellte Frage, ob der Rebellion der spanischen Generale tatsächlich auch religiöse Motive zugrunde liegen, gibt Jose B e r g a m i n, einer der repräsentativsten Vertreter der modernen katholischen Literatur Spaniens, in einem Originalartikel der jungkatholischen Luzerner..Entscheidung" lNr. 9 vom 1. Feber 1938) eine höchst bemerkenswerte Antwort. In Bergamins Darstellung lesen wir u. a.: „Man hat in Svanien also das furchtbare Abenteuer des Bürgerkrieges gerissen, um rS von neuem „national" und„christlich" zu machen: und zwar mit Mitteln und Invasion, mit Hilfe von Ausländern und Nichtchristen, mit Hilfe von Barbaren. Durch Elemente, die in Svanien kein Heimat- und Bürgerrecht haben, die außerhalb der Nation stehen und sich gegen die Nation richten l italienische Hcereseinhei» ten). welche ihrer ganzen Natur nach antichristlich sind(deutsche Nationalsozialisten). welche von HauS au? Gegner deS Ebristentums und vom christlichen Hauch nicht berührt sind: die Rifkabvlcn. So wilder Unsinn verfekt. Svanien christlich und national mit Hilfe der ärgsten Feinde von Nation und Christentum— der Gedanke ist absurd. Aber schließlich: der Zlveck heiligt die Mittel. Bleibt nur die Frage, ob man mit solchen Mitteln de» Zweck erreicht. Was tut aber inzwischen die katholische Kirche in Spanien? Besser gesagt: waS tun ihre augenblicklichen und im Amt befindlichen Vertreter: die über« wältiaende Mehrheit der hohen Geistlichkeit, der Mönche, der Priester? Sie sammelt sich, diese Mehrheit. aber zur Schlacht. Gleichzeitig aber zerfällt sie auch und löst sich auf. nimmt Partei fite die Aufständischen. verbündet sich mit diesen, geht zu den Kriegführenden über. Und mit Rebewendungen aus natürlichem und übernatürlichem Bereich erllären die Geistlichen den religiösen Sinn des Kamvfes: proklamieren den Krieg nicht nur als gerechtfertigten, sondern.sogar alS heiligen Kampf. So sprechen sie vom heiligen Krieg. Nur Tatsachen sind eS. die ich feststelle. Jedermann sind sie bekannt, ein jeder kann sie feststellen. Sie sind nachweisbar nicht nur in dec kreditunwürdigen und unverantwortlichen Propaganda parteiischer Agenturen und Zeitungen, sondern auch in den offiziellen Dokumenten selbst, die volle Autorität beanspruchen; in icnen der allerhöchsten kirchlichen Stellen Spaniens. ... Das sind nichts als Tatsachen. Mit was aber werden sie. wenn auch nicht gerechtfertigt—• denn dies ist unmöglich—. so doch wenigstens erklärt? Hier die Erklärung: einige abgebrannte Kirchen. Und was weiter? Ermordete Priester und Mönche? Aber wann ermordet? Auf welche Weise? Und warum? Kirchen, die vor der Militärrcvolte des Juli in Brand gesetzt wurden— obne Zweifel, die gibt es. Und auch schon in früherer Zeit. Allgemein ist bekannt, daß schon alsbald nach der Errichtung der Republik in verschiedenen Städten Spaniens, in Madrid. Barcelona, Mlalaga, traurige Ereignisse dieser Art geschehen sind. Mit der Zeit anerkannten indessen alle hohen kirchlichen Stellen SvanienS die Gesetzmäßigkeit des neue» Staates und empfahlen in eindeutiger Weise, mit unmißverständlichen Worten und unier Hinweis auf die Lehre, die Lovalität gegenüber der Republik, womit einwandfrei und offenkundig Aufruhr und Rebellion verurteilt waren. Gibt es Priester und Mönche, die vor dem Juliausstand ermordet wurden? Die Antwort lautet: nicht einen einzigen. Wie aber kam eS dann zu den Ermordungen von Priestern sväter? Auch hier müssen die Tatsachen sprechen. Auf. Weckung ihrer repräsentativen Obrigkeit bat die svantsche Kirche mit Beginn deS Aufstandes für die Militärs Partei genommen, also Partei genommen gegen den Staat, gegen das Volk. Von diesem Augenblick an verlor das Gewand deS Mönches und Priesters in den Auge» des Volkes seine religiöse Bedeutung und nahm eine politische an, wurde zur Farbe deS Krieges. Ja, eS kam sogar vor, daß.Mönche in ihren Gewändern an den Fronten kämvften. Mönche und Priester haben sich„auf Weisung ihrer Obrigkeit" zu Kriegführenden erklärt, und damit waren sie der politische Feind deS Volkes und des Staates, nicht aber ein Feind des Volkes aus religiösem Grund. Auch daS sind nur Taisachen, nicht Hypothesen und Vermutungen. So starben viele Priester und Mönche, weil sie Kriegführende waren, starben wie Kriegführende, als Faschisten, die sie waren, wie Faschisten. Nicht einer von ihnen, auch nicht ein einziger, hat den Tod für Christus erlitten. Sie st a r b e n für Franco. Nationalistische Helden kann man aus ihnen machen, politische Opfer, aber keine Märtvrcr. Nur von einigen spanischen Priestern weiß ich. deren Ermordung ein Martlirium gewesen ist. DaS sind Brie st er der Basken. Ich nenne hier die. tvclche durch die Bombe eines deutschen Flugzeuges ermordet wurden, während sie das heilige Meßopfer vor ihrer Gemeinde zelebrierten." Seite 6 Genossen! Genossinnen! In jeder Betriebsversammlung Getverkschaftsversammlung, Genoffenfchaftsversammlung, Wählerbersammlung, Frauenversammlung, politischen Versammlung, Versammlung oder Sigung einer proletarischen Organisation sollt Ihr für die sozialdemokratische Parteipresse intensivste Werbearbeit leisten. ., Sozialdemokrat” Prager Zeitung 25 Straßenbahnlinien Freitag, 11. Feber 1938. Nr. 35 M. Gr. spannend, daß man seine helle Freude daran hat und das Fehlen jedweder Handlung, das sonst jedes Theaterſtüd begraben würde, gar nicht vermißt. Der erste Teil ist G. B. Shaw wieder noch viel beijer gelungen als der zweite, der ein wenig schleppend ist und wo man etwaige Verlegenheit, wie denn das alles wieder zurüdgelenkt werden soll, doch bemer schlossen, welche in vollkommenerer und vertiefter fen kann. Die englische gute Geſellſchaft" und die zum Strahower Stadion om die gebliche Anerkennung der Gewerkschaften englischen Snobs, bekommen in dem Stüid mandher und der kollektiven Verhandlungen erneuerte. Es ist wohlgezielten grausamen Hieb ab. Gespielt wurde Das heurige Jahr wird an die ganze Stadtver- die sogenannte Magna Charta der amerikanischen ausgezeichnet. waltung, im besonderen aber an die Verkehrsinsti- Arbeiter. Ein weiteres großes Wert ist die Sozial- Strawinskys Klage gegen eine Filmgeſellſchaft, tutionen die größten Anforderungen stellen. Es versicherung, zu welcher sich mehr als 23 Millionen Igor Strawinsky hate nach ſeiner gegen die Barner werden daher jetzt schon die Vorbereitungen getrof- Arbeitnehmer meldeten. Sie enthält die Versicherung Brothers Filmgeſellſchaft aufgestellten Behauptung, fen, um den Fremdenzuftrom, der zu erwarten ist, gegen Arbeitslosigkeit, die Altersversicherung. Für durch den Film„ L'Diſeau de Feu"( Feuerbogel nicht wieder zu einem Verhängnis für den Prager forge für arme Mütter, Waiſen, Invalide, für die würde sein gleichnamiges Ballett geſchändet, Stage Verkehr werden zu lassen. Die Hauptſorge bereitet öffentliche Gesundheit überhaupt. Altersrenten wer auf 300, 000 Francs Schadeneriat erhoben, wie immer die Verbindung der inneren Stadt mit den vom 1. Juli 1942 an ausgezahlt werden, die Es handle fich um einen Kriminalfilm, bei dem bie dem Stadion auf dem Strahow. Die Stadtverwal monatliche Rente wird von 10 bis 85 Dollar be Muſit Strawinslys dazu diene, daß ein Liebhaber g rechnet damit, daß dorthin 18 Linien der elektragen. Zur Arbeitslosenversicherung tragen sowohl ein Mädchen verführe. Stein Stünſtler könne bulet trischen Bahn und sieben Autoouslinien geführt Arbeitnehmer wie Arbeitgeber bei, ihr unterliegen daß sein Werk in dieser Art und Weise vulgarisiert werden. Je neun Streden der elektriſchen Bahn 22 Millionen Arbeitnehmer in 29 Staaten, schon werde. Ein Pariser Gericht hat ſich nun den Hum werden auf eine Schleife geleitet werden, um so die im heurigen Jahr, in den andern Staaten vom angesehen und feſtgeſtellt, daß' Diſeau de den" Rückkehr in die Stadt zu beschleunigen und zu ver Jahre 1939 an. 1,700.000 Arbeiter der Works nicht nach dem Ballett von Strawinsky), sondern hindern, daß sich an der Endstation die Waggon Progreß Administration sind bei staatlichen Bauten nach einem gleichnamigen ungarischen Theaterſtüd bewerkstelligen, daß 50.000 Menschen stündlich zum Arbeitslager geschaffen. Gegenwärtig werden die die musikalischen Rechte an Warner Brothers requ garnituren zu langen Zügen ſtauen. Derart will man u. ä. beſchäftigt, für jugendliche Arbeitslose wurden gedreht worden ist. Im übrigen habe der Meister Stadion gebracht werden können. Vierzig Stundenwoche, die Minimallöhne und ein lär verkauft. Das Gericht ſprach Strawinsky ledig großzügiges Programm von billigen Wohnhausbau- lich einen Franc Schadenersaß zu, weil in dem vier Millionen Wohnungen mit einem Aufwand von Film ein Motiv seiner Komposition mit einem Wies 12 bis 16 Milliarden errichtet werden. Der sozial- ner Walzer verflochten worden sei. Der Komponist politische Teil des New Deal wird wieder erneuert hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, über die richts und auch der niederen Gerichtsinstangen hat ſich und erweitert. Die Orientierung des Obersten Ge- in nächster Zeit verhandelt werden wird. geändert. Anerkannt wurde auch das Recht streifender Arbeiter auf Streitwachen. Die Aera Roosevelts hat auch zur Anerkennung und administrativen Untertüßung des Genossenschaftsgedantens geführt. Italienischer Antisemitismus Bis vor ganz kurzer Zeit gab es in Italien feinen Antisemitismus. Die Zahl der Juden ist verhältnismäßig gering, niemand kann behaupten, daß die rund vierzigtausend italienischen Juden das Wirtschaftsleben oder bestimmte Zweige des tulturellen Lebens beherrschen. Der Faschismus hat denn auch den Antisemitismus immer abgelehnt, ja ihn als etwas Barbarisches betrachtet, Diebsbande verhaftet. Gestern wurde der 39wie denn der italienische Faschismus und vor allem jährige arbeits- und wohnungslose Maschinenschlos der Duce lange Zeit den deutschen Nachahmer recht fer Franz Svoboda verhaftet, der für immer aus geringschäßig beurteilten. Das ist anders gewor- Prag ausgewiesen ist und dem eine Reihe von Laden in dem Maße, in dem Mussolini auf des Drit- dendiebstählen nachgewiesen wurde; ferner ſeine ten Reiches Unterſtüßung angewiesen war. Aus Mitschuldige, die 42jährige Anna Stepánek und vier dem Faschismus, der nach des Duce Worten feine weitere Bersonen, die die gestohlenen Sachen zum Exportware war, wurde eine alle antidemokra- Verlauf übernahmen. Seine zwei letzten größeren ten verbindende Jdeologie, das Rauh- Barbarische Diebstähle beging Svoboda am 26. Janner im des Nationalsozialismus wurde geflissentlich über Handschuhgeschäft des Miroslav Veselý in der Belsehen, an Aeußerlichkeiten des nordischen Freun- Werte von Kč 7800.- entwendete und zwei Tage credistraße in Holleschowiß, wo er Handschuhe im des wurde der preußische Paradeschritt, von seiner später bei der Wäschefirma Smetana in Bizfov. Hier „ Weltanschauung" der Antisemitismus übernom- stahl er Damen- und Herrenhemden im Gesamtwert men. Das feineswegs nur aus Sympathie für von Kč 5500. Hitler! Sondern man hat erkannt, daß sich in der Zeit der rapiden Verschlechterung der italieni schen Wirtschaft und der starten Zunahme der Unzufriedenheit die Heye gegen die Juden genau so wie in Deutschland als wirkungsvolles Ablenfungsmittel benügen läßt. Judenschimpfereien in italienischen Blättern, die ohne des Duce Willen nie hätten veröffentlicht werden können, bereiteten die Stimmung" vor. Nun sollen antijüdische Maßnahmen folgen. Der Berichterstatter des Prager Tagblattes" meldet. daß Bücher italienischer Juden nur noch mit besonderer Erlaubnis veröffentlicht werden dürfen, Bücher ausländischer Juden nicht mehr ins Italienische übersetzt, Theaterstücke ausländischer Juden nicht mehr aufgeführt werden dürfen. Antisemitismus zunächst auf kulturellem Gebiete. Es kann nicht bezweifelt werden, daß Aktionen gegen die im Wirtschaftsleben tätigen Juden folgen werden. Damit lenkt man für eine ganze Weile mancherlei Unzufriedenheitsgefühle gegen die Juden ab. Und zugleich schmeichelt man sich bei Herrn Hitler ein. Die„ Achie" wird antisemitisch geschmiert. Daneben wird wieder einmal ganz auf eigene Faust eine Annäherung an England versucht. Hitler wird das nicht irre machen am Duce der Duce ist ja Antisemit geworden! Was Herr Emil Ludwig zu dieser Entwick lung seines Helden sagen wird? Mussolinis Fa schismus hat Ludwig nicht daran gehindert, sich zum Biographen des Duce zu machen, so wenig Straßenbahnzusammenstoß. Vorgestern stieß um halb 11 Uhr abends beim Palais Storuna auf dem Wenzelsplay ein Straßenbahnwagen der AchterLinie mit einem in entgegengesetzter Richtung fah renden Wagen der gleichen Linie zuſammen. Die Reflektoren und vorderen Plattformen der beiden Wagen wurden beschädigt; verlegt wurde niemand. Motorradunfall. In der Nacht auf gestern fuhr der 19jährige Automonteur Adolf Tichý aus Prag XII., in der Palackýstraße in Nusle mit ſeinem Motorrad auf den Gehsteig, stieß den Soldaten Josef Seidl, der dort stand. zu Boden und fuhr dann noch etwa 25 Schritte weiter, worauf er vom Motorrad fiel und bewußtlos liegen blieb. Er wurde mit einer schweren Gehirnerſchütterung und einigen Quetschungen auf die Klinik Schloffer gebracht; den Soldaten brachte man mit einem Bruch des linken Beins ins Divisionsspital. Beim Staubwischen gasvergiftet. Gestern wurde die 41jährige Bedienerin Beatrir Procházfa in be wußtlojem Zustand leuchigasvergiftet auf die Klinit Velnář gebracht Sie hatte beim Aufräumen der Wohnung ihres Dienſtgebers in Brichowiß mit dem Staubtuch unversehens den Gashahn geöffnet und war durch das entströmende Leuchtgas betäubt worden. Jodoform. Das 19jährige Dienstmädchen Jas roslava Sverner aus Sadno irant in der Nacht auf geitern im Stadtpart in selbstmörderischer Absicht ein Fläschchen Jodoform aus. Sie wurde auf die Stlinit Beinář gebracht; Ursache der Tat ist ein Mißver ständnis mit ihrer Schwester. wie Ludwigs Judentum den Duce au der huld- Vorträge vollen Gewährung von Interviews hinderte. Kunst und Wissen ( A 1.) Regie: Taub. Napoleon- Valt; die drei Dienstag: Napolvon der Erste" von Brudner. Großen Frauenrollen werden von den Damen: Meller Joſephine). Wünsche( Marie Walewska) und Ma cheiner( Marie Luise) dargestellt. Talleyrand Richter, Berthier- Volter, Méneval- Trabauer. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Freitag, 7 Uhr:„ König Heinrich IV.", D. Samstag, halb 7 Uhr: Die Meistersinger von Nürnberg". zum Wagner- Tag, C 2. Sonntag, halb 3 Uhr:„ Einen Jur will er sich machen", Ar beitervorstellung; halb 8 Uhr:„ Das Land des Lächelns". Gastspiel Richard Tauber, Abonn. aufgeh. tag. 8 Uhr:„ Einen Jur will er sich machen". Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Freis Theatergemeinde des Kultur- Verbandes und freier Verkauf. Samstag, halb 8: Flachsmann als Er 13", 8:" Blaufuchs“. zieher", neuinszeniert. Sonntag, 3:„ Parkstraße aus der Partei Blaufuchs. Man hat für die Kleine Bühne diese alte Stomödie des Ungarn Franz Herceg zweifellos nur deshalb ausgegraben, um Dolores Moncasi einmal in einer Konstantin- Rolle hinauszustellen. Der Bersuch glüdte insoferne, als die inters effante Stünstlerin da Gelegenheit fand, sich sowohl gen Seite vorteilhaft zu zeigen. Steineswegs aber von der ,, bestialijchen" als auch von der warmherzi wurde erzielt, daß das Publikum an dem überspitzten und veralteten Psychologieren, von dem dieses Stüd lebt, Geſchmad gefunden hätte; trop der ehrlichen Bemühungen des Regisseur( Marlé) und der um die Moncaji gebauten darstellerischen Leis stungen List Ma che iners und der Herren Göb. Schmerzenreich und Siedler und tros Bezirksorganisation Prag. Montag, den 14. etlicher fluger und hübscher Wendungen der( im all- Feber, um 8 Uhr abends im Parteiheim Fortiebung gemeinen recht papierenen) Dialoge überwog jene der Arbeitsgemeinschaft Stunstbetrachtung". Leiter: Lähmung, die von Dreis und Viereds- Stonstruftio- Genosse Hahnemann, Thema: Aegyptische Stunst. nen als völlig belanglosen Privatangelegenheiten Frauenorganisation, Prag. Montag, 14, Feber, heute um so mehr ausgehen muß, als solches Thea- 7 Uhr abends im Parteiheim, Smečky 22, wichtige ter" in überhaupt keiner Beziehung mehr zu dem Sigung des Frauenfomitees. allgemeinen Geschehen und zu den Aufgaben der Bühne steht. Der freundliche Beifall, den die..Pres miete" fan, tönnte, richtig abgewogen, bie Theaterleitung davon überzeugen, daß mit solcher Art mondänen Stonservatismus nicht viel Furore zu machen ist. I. g. Vereinsnachrichten G. B. Shaw: Heiraten. Das Weinberger TheaOrtsgruppe Prag. In unserer Hütte ter brachte Mittwoch eine in tschechischer Uebersetzung im Brdywald finden Sie in frischer vorher noch nicht gespielte Stomödie beiraten". Es Winterluft Erholung vom Großstadtist dies derselbe geistreiche, satirische Shaw, den wir lärm! Diesen Samstag und Sonn in so vielen Theaterſtüden fennen lernien. Im tag hat Hüttendienst Lauer. Dies ..Heiraten" gibt's eigentlich feine Handlung, es ist jenigen Mitglieder, welche in unsere Riesengebirgs nur eine Abhandlung und eine Diskussion über Hütte am Lenzenberg auf Urlaub fahren, wollen sich Verheiratetsein und über Scheidungsmöglichkeiten. zweds gemeinsamer Fahrt und Ausnüßung der Einige Paare sind da im Begriffe, irgend etwas zu Fahrtermäßigung an einem Freitag vor Urlaubs. fun, ihre derzeitige Situation abzuändern. Ein antritt in unserer Stanzlei einfinden. Informieren Paar will sich scheiden lassen, damit sich die junge Sie sich über die neuen Fahrpreisermäßigungen! Frau mit einem jüngeren Mann wiederverheiraten Kanzleistunden jeden Freitag von 6 bis halb 8 Uhr Fünf Jahre Sozialpolitik Roosevelts. Im So- fann, ein anderes Paar soll soeben heiraten, über- im Verein deutscher Arbeiter, Smečky 22, Telephon Urania- Kino, Klimentská 4. ialen Inſtitut ſprach geſtern über dieses Thema Red. leat es sich aber, nachdem die Braut und der Bräu- 27.727. 3. Koudelka. Nach einer Bergliederung der sozialen tigam erfahren haben, welche juristischen StonseSchichtung der Vereinigten Staaten schilderte der quenzen das Heiraten nun einmal hat. Das dritte Qortragende zunächst den sozialpolitischen Inhalt des Paar geben ein alter General und eine alte JungNew Deal, der zwar im Mai 1935 vom Oberiten fer ab, die ihn nicht nehmen will, obwohl er ihr schon Doppelprogramm:„ Der Abenteurer von Baris" Gerichtshof für nicht der Verfassung entsprechend er zwanzig Jahre lang den Hof macht. Die ganze Ge- spannender Geſellſchaftsfilm aus dem Pariser flärt wurde, troßdem aber ungewöhnliche Ergebnisse sellschaft diskutiert über alle Schattierungen von Ehe Nachtleben mit Beier Bos. Karin Hardt, Stelzer, auf sozialpolitischem Gebiet zeitigte, die auch für und Scheidung mit dem Schluß, daß es am besten Stolz, Ode, Loos etc. Dazu Miden als Joden" und Eurova in mehr als einer Hinsicht eine Ueberraschung ist, wenn alles beim alten bleibt. Und so geschieht Bühnenschau 3% Bernes! Normale Preise! 6 ¼49 bedeuten. So wurde noch 1935 die Wagner- Bill be 1 es auch. Diese Diskussion ist aber so geistreich und Uhr. Fernsprecher 61623. Topvelprogramm: Der Abenteurer von Paris Soannende Novität mit Peter Boß, Karin Hardt, Hannes Stetzer usw. Herrliche Bilder aus Baris und Monte Carlo! Dazit Widen als Jockei" u. Bühnenschau: 3% Bernes! Aftualita. Normale Breife. Urania- Kino ist. Die englische Textilindustric stellt nämlich Stoffe| galt es als ein absolut notwendiger Bestandteil einer, Eines Tages drang er in die Wohnung der Unge her, in die Aluminiumfasern eingeflochten werden. eleganten Erscheinung, einen Regenschirm zu tragen. Die Haltbarkeit dieser Stoffe ist mindestens zehn Der Bürgerfönig Louis- Philippe trennte sich fast nie mal so groß wie die der üblichen Gewebe. Jetzt von seinem Schirm, und im neunzehnten Jahrhun ist aber auch noch eine neue Idee aufgekommen, nämlich Taschen ganz aus Aluminium herzustellen. Dieſe Taschen zeichnen sich dadurch aus, daß man sie nicht aufschneiden kann, und sie stellen sozusagen ein Taschen- Safe dar. Sie erfreuen sich größter Beliebt heit bei Buchmachern und Maklern, da sie mit einem fest schließenden Deckel versehen sind und kein Tanfeſt schendieb an ihren Inhalt herankommen fann. Aus aller Welt Die Ratten und das göttliche Mannah. Der Kastellan der Kathedrale St. Nicolo in Buri hat vor einigen Tagen festgestellt, daß sich in einem Verschlag der Stirche Saiten eingenistet hatten. Die Tiere wurden vertrieben, und die Gegenstände, die sich in diesem Verschlag befanden, wurden untersucht. Dabei kam es heraus, daß die Ratten zwei Gefäße angefressen hatten, die seit undenklichen Zeiten als Heiligtum hier aufbewahrt wurden. Sie sollen von Streuzfahrern mitgebracht worden sein und nichts geringeres enthalten als das göttliche Mannah, das Jahwe den Juden auf ihrem Zug durch die Wüste vom Himmel sandte. dert war es überhaupt kein Problem mehr, ob ein Megenschirm tomisch sei oder nicht. Der Verband der französischen Regenschirmfabrikanten beabsichtigt, in Paris eine historische Regenschirmausstellung zu veranstalten, und wird eine Monographie herausgeben. treuen ein und sah vor der Tür des Schlafzimmers zwei wunderbar geputzte Husarenstiefel stehen. Kurz entschlossen nahm er sie mit, ging aufs nächste Kom missariat und zeigte sich selbst des Diebstahls von einem Paar Husarenstiefel an. Der Husar seinerfeits mußte in Pantoffeln in die Kaserne zurück, Er befam einen gehörigen Anschnauzer für seine mangelhafie Fußbekleidung und wanderte in Arreſt. Die Amerika baut Autobahnen? ,, New York Times" Stiefel aber werden dem Gericht als stumme Zeugen berichtet, daß in Stongreßtreisen" lebhaft ein Plan eines Ghebruchs vorgelegt werden.( MTP) zur Schaffung eines transfontinentalen Netzes von Geburtenrückgang in Italien. Während bes Zweihundert Jahre Regenschirm. In dieses Bundesautostraßen erörtert werde. Der Plan finde kanntlich Mussolini sich auf das stärkste für MutterJahr fällt ein merkwürdiges Jubiläum: es ist näm weithin Buſtimmung und werde insbesondere als schuß und Geburtenzunahme einſeßt, beweisen die lich gerade 200 Jahre her, als in Europa der Regen- Mittel zur Arbeitsbeschaffung angesehen. Dem Statistiken, daß im Gegensatz zur viel verbreiteten Großstadtkinder. Der Psychologe Cyril Burt schirm bekannt und alsbald die große Mode wurde. Präsidenten sei bereits ein Projekt vorgelegt wor- Ansicht die Geburten in Italien ständig zurückgehen. hat eine große Anzahl Londoner Kinder untersucht Selbstverständlich kann man nicht sagen, daß dieses den, das den Bau von drei Ost- West- uno sechs Die Tribuna" verzeichnet diese Statistiken und beund ist dabei zu sehr aufschlußreichen Ergebnissen praktische Utensil erst vor so kurzer Zeit erfunden Nord- Süd- Bahnen vorsicht. Dieser Plan, der etwa gleitet die Zahlen mit alarmierenden Kommentaren. gefommen, 23 Prozent der Stinder, die alle 6 bis 7 turde. Sonnenschirme, die natürlich auch bei Regen acht Milliarden Dollar vorsche, sei vom Kriegsmini- 1980 war der Geburtenüberschuß 515.927, d. b. Jahre alt waren, hatten noch nie eine Wiese gesehen, gebraucht worden sein dürften, waren in der Antike ſterium und anderen Behörden bereits gutgeheißen 12,6 Promille der Bevölkerung. Im Jahre 1932 fiel nicht einmal die im Hydepark. 46 Prozent fannten allgemein verbreitet, und zwar sowohl bei den worden. Man denke daran, die Unkosten durch Erhe- diese Zahl auf 380.349 und betrug nur noch 9,1 Profeine anderen Tiere als Pferde, Hunde und Kaßen. Aegyptern wie bei den Griechen und Römern. Aber bung einer Wegmaut und durch die Benzinsteuer mille. 1934 erreichte sie wieder 429.627, b. h. 10,1 Von 350 Kindern waren 50 der Meinung, daß ein im Mittelalter gebrachte niemand einen Regenschirm, wieder einzubringen. Präsident Roosevelt habe er-| Bromille. Aber seit damals ist nicht nur der Stand Lamm größer als eine Suh sei. Obwohl England und zumal die Pariser waren außerordentlich ver- flärt, daß er bereits einen ähnlichen Plan erwogen von 1930 nicht wieder erreicht worden, sondern im bekanntlich die Meere beherrscht, haben nicht weniger wundert, als eines schönen Tages fein geringerer habe, und habe eine Vorlage für den Kongreß an- Gegenteil für die ersten sechs Monate 1937 hatte der als 98 Prozent der Kinder noch nie das Meer ge- als Voltaire mit einem Regenschirm in der Hand geregt. Geburtenüberschuß nur noch 173.001 erreicht. Die sehen. Burt schäße die Zahl der Londoner Kinder, spazieren ging. Die ganze Stadt bewißelte den Der galante Husar. Man verlange von uns Proportion ist mit 8 Promille die tiefste seit langen die auf diese Weise in ihren elementarsten Vorstel- aroßen Philosophen, der auf vielen zeitgenössischen keine Namen; denn diese Geschichte, so schön sie ist. Jahren. In diesem Zeitraum gingen die Geburten lungen zurückgeblieben sind, auf mindeſtens 40.000. Starifaturen mit einem Regenschirm verewigt ist. muß sehr diskret behandelt werden. Da war in auf 22,8 Promille zurück( in den ersten 6 Monaten Taschen aus Aluminium. Das Aluminium, das Aber Voltaire, hartnäckig und eigensinnig wie er Paris ein Händler, der ganz genau wußte, daß seine 1930 betrugen sie 26,7 Promille). Gleichzeitig ist sich überall durchgesetzt hat, hat neuerdings eine nun einmal war, fümmerte sich nicht im geringsten Frau ihn mit einem Husaren betrog. Er strengte die Sterblichkeitsziffer etwas gestiegen: sie betrug Verwendung gefunden, die mindestens unerwartet darum, fand bald Nachahmer. und kurze Zeit darauf Scheidungsklage an, aber die Prozedur dauerte Tange. 1930 14,1 Promille und 1937 14,8. Beaugsbedingungen: Bei Rustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poſt monatlich Ke 17.-. vierteljährig Kč 51.-. halvjährig Kč 102,-, ganzjährig Kč 204.- Inserate werden laur Tarif billigst berechnet.- Nückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telegraphendirektion mit Erlak Nr. 13.800/ VII/ 193 bewilligt.( Kontrollpostamt Praha 25. Druderei:..Orbis". Drucks. Verlags- u. Zeitungs- A.- G. Prag.