0 eut lote Don piel br: IV., cho. Con Thr: des Brag tag 17. Jaha faal ung gen am Den. als ceffe an and enet ge an ine iela für m des al да bon were ter ene 5" ije. Ber ber er der en, des ite au ch 100 ci. Sonderausgabe zum 18. Feber Sozialdemokrat Sentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Rarl Rern. Prag 18 Jahrgang Karlsbader SdP Freitag, 18. Feber 1938 provoziert Straßenkrawalle Mißiungener Terror gegen eine sozialdemokratische Versammlung Abg. Woliner leicht verletzt Karlsbad.( Eigenbericht.) Für Donnerstag schlimm fein, da er kurz nach dem Zwischenfall abends hatte die sozialdemokratische Partet ins schon wieder auf der Straße gesehen wurde. Schüßenhaus eine öffentliche Versammlung mit dem Thema" Vier Jahre Sd P" einberu fen, die die Antwort auf die letzten Versammlun gen der Sdß darstellen sollte. Referent war Abgeordneter de Witte. In der Versammlung selbst fam es zu Bes ginn zu einigen Störungsversuchen, die jedoch sofort energisch abgewehrt wurden. Dann konnte Abg. de Witte, von Zwischenrufen abgesehen, sein zündendes Referat erstatten und die Bersammlung in Ruhe beenden. Daß die Versammlung troß den Spren gungsversuchen der SdP abgehalten und ruhig beendet werden fonnte, muß als großer Er folg unserer Partei gewertet werden. Gab es och in der Versammlung sehr viele, die über haupt zum erstenmal die Wahrheit über die Methoden der SdP zu hören bekamen. Aus dem Inhalt: Artikel von: Minister Dr. Ludwig Czech Minister Dr. Franz Spina. Minister Erwin Zajiček. Abg. Siegfried Taub. Abg. Wenzel Jaksch. Dr. Emil Strauß. Willi Wanka. Paul Fürstenau. - Fritz Tejessy. Die Arbeiterjugend zum 18. Feber Der 18. Feber Von Minister Dr. Ludwig Czech Nr. 41 Will man die Bes vom 18. Feber verwirklichten„ Teilzielen und schlüsse vom 18. Feber Siufenfolgen" zufrieden sein und bedauern die in ihrer ganzen Trag- EdP, die ein ganzes Jahr gebraucht hat, um sich weite und Bedeutung an diese selbstverständliche Weisheit heranzuverstehen und bewers arbeiten. ten, dann muß man Aber noch eines wollen wir sagen. Unsere auf die Geschichte der Gegner, denen der 18. Feber begreiflicherweise auf die Nerven ging, versuchen aus ihm lediglich nahezu sieben Jahrzehnte umspannenden eine Stellungsvermittlungseinrichtung zu machen. 3ämpfe zwischen den Welch' ein hoffnungsloses Beginnen! Denn ans beiden großen Volks- genommen, es wäre so, dann bedeutete die Tatsache, daß wir binnen weniger Monate, die seit. stämmen dieses Landem 18. Feber 1937 verstrichen sind, mehr des zurückgreifen. Nur so kann man es be- deutsche Beamte und Angestellte in den öffentgreisen, warum die fortgesetzten Bemühungen um lichen Dienst gebracht haben, als früher in ebens soviel Jahren, sicherlich nichts Geringes. Aber Landes erfolglo3 bleiben und immer wieder die Befriedung der nationalen Verhältnisse dieses scheitern mußten. Es war nicht etwa der man wir sind offen genug, zu sagen, daß, was nach dieser Richtung geschah, angesichts des durch das Andauern des Wirtschaftsnotstandes verursachten wonach von allen Seiten gerufen wird. Stellen- Heißhungers nur ein Bruchteil dessen ist. Aber die Bestimmungen über die Anstellung Es genügt, in bloßer Ans Die Henlein- Leute hatten im letzten Moment die Parole ausgegeben, die Versamm lung zu besu che n". Am Vorabend waren Flugzettel verteilt worden, die auf die sichere Abficht schließen ließen, die Versammlung un möglich zu machen oder sofort auffliegen zu lassen. Umso größer ist der Erfolg der Sozialdemokratie zu werden, daß die Versammlung, gelnde gute Wille der beiden Völker, der jeden wenn auch unter Zwischenfällen, stattfinden und programmgemäß zu Ende geführt werden konnte! ziemlich viel zu schaffen machte, gehört in ein fen und parlamentarischen Krisen abschloß, kons Daß die Sd auf den Straßen der Polizei und immer wieder mit schweren politischen Kämp Daß die Sd auf den Straßen der Polizei Berständigungsversuä, zunichte machte und immer Schon um halb 5 Uhr nachmittags versam anderes Kapitel. Offensichtlich liegt darin eine bern die Tatsache, daß eine so zarte Pflanze, wie von Beamten und Arbeitern erschöpfen, auch melten sich die ersten Gruppen von Henlein- Leu- neue Tattit, bewußt Zwischenfälle zu provo es die Verständigung der Völker ist, nur auf de- wenn sie infolge der Normierung des Proporzes ten in der Nähe des Schüßenhauſes, um die er zieren, um nach dem Wuster von Teplis dann mokratischem Boden und nur unter ständiger bedeutsam genug sind, den Inhalt des 18. Feber ften im Saal zu ſein und die Versammlung wieder radilalen Nazi- Streifen jenseits der Grenze Betreuung aller innerhalb der Völker wirkenden noch lange nicht. majorifieren zu können. Sehr bald rückte auch der Wasser auf die Mühle zu treiben. Unsere Ordner Kräfte zu gedeihen, sich zu entwickeln und zu voller einanderreihung auf die große Reihe fehr eSd- Abgeordnete Wollner mit seinem Stab waren diefer neuen Tattit gegenüber gewappnet Blüte zu entfalten vermag. Diese Bedingungen wichtiger Bestimmungen der Regierungsbeschlüſſe an und wurde demonstrativ begrüßt. Als der und haben auch gut bestanden. Hoffentlich werben aber waren in bem ausschließlich auf realtionäs vom 18. Feber hinzuweisen: so auf die Normen Saal geöffnet wurde, drängten die SdP- Leute auch unsere Behörden aus den Karlsbader Vorfofort in den Saal, wobei an der Eingangstür die fällen die entsprechenden Stonsequenzen ziehen! ren und kapitalistischen Fundamenten aufgebauer die Arbeitsbeschaffung, Wirtschaftsbelebung und das Lieferungswesen in den von Deutschen ten und unter der Devise: Teile und herrsche" regierten Oesterreich nicht negeben. bewohnten Gebieten; so auf die Fragen der Darum wurde aus dem jahrzehntelangen fozialen Fürsorge und des Gesundheitswesens; Baftieren und dem endlosen Formulieren von so auf die für das Gebiet der Jugendfürsorge Runktationen immer wieder nichts, denn es gesicherte Betreuung des Kindes durch die Ange fehlte bei allen Verständigungsbemühungen an hörigen des eigenen Volfes; so auf gewiffe Vorden notwendigen demokratischen Tragballen und fchrungen in sprachlicher Richtung und die Zus vor allem an jener Atmosphäre des gegenseitigen Verstehens, von der allein der Antrieb zur freundschaftlichen Verständigung der beiden Völ fer ausgehen konnte. Fensterscheiben in Trümmer gingen. Eine Stunde später war der Saal überfüllt und wurde polizeilich gesperrt. Etwa 2000 bis 3000 Leute, darunter viele Sozialdemokraten aus der Umgebung, die fich nicht schon so früh anstellen konnten, fonnten nicht mehr in den Saal gelangen und bildeten vor dem Schützenhaus große Ansamm= lungen. Das Unrecht an den Saisonarbeitern Regelung durch den Ministerrat nächste Woche " taherungen hinsichtlich der Sprachenprüfungen; sc auf die proportionelle Dolierung der deutschen Inzwischen war es drinnen mehrfahr zu Seit Wochen weisen wir in der Preffe auf Bildungs- und Kultureinrichtungen und auf die in Aussicht genommene Vertiefung der biss & onflitten gekommen. Als der Hauptein- die unhaltbare Behandlung der Saisonarbeiter bei gang geöffnet wurde, stürmte Abg. Wollner der Durchführung der Ernährungsaktion hin. Die Anders lagen die Dinge diesmal. Nach herigen Schulorganisation". Dazu kommt aber an der Spitze eines Trupps in den Saal. Als die deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten haben einer Tangen Kette von Bitternissen, Irrungen noch die Erklärung der Regierung, an den Herren die Zahlung des Regiebeitraan verschiedenen maßgebenden Stellen interve- und Enttäuschungen hatten sich die beiden Völ Grundsäßen der streng gerechten Minderheiten ges von einer Kč verächtlich ablehnten, fam es niert, um in dieser für Tausende von Menschen fer auf dem Boden der Demokratie zu innigster politik mit Konsequenz festhalten und sie ent 34 3usammen stö fen, wobei einige be- bedeutsamen Existenzfrage eine Aenderung her- Busammenarbeit zusammengefunden, einander sprechend den Intereffen des fonders arrogante SdP- Leute unsanft hinausbe- beizuführen. Der Minister für soziale Fürsorge erprobt, einander verstehen gelernt und sich so zu Staates und der Minderheiten fördert wurden. Unter ihnen befand sich auch Ing. Ne čas hat sich den zahlreichen Beschwer- einem freundschaftlichen Verhältnis durchgears weiter entfalten und ihnen an Herr Wollner, der in dem Gedränge zum Sturz den, die bei ihm vorgebracht wurden, nicht ver- beitet, aus dem sich dann zwangsläufig jenes passen zu wollen. Das ist, wie wir un mittelbar nach dem Zustandekommen der Be kam und sich daraufhin sofort im Rettungsschloffen und hat bei seinem großen Verständnis Vertrauensverhältnis, jene große psychologische auto ins Krankenhaus schaffen ließ. Dieser Um- für soziale Fragen fich energisch der Regelung Bandlung ergab, die den Bruch mit der unerschlüsse fagten, nach dem ersten stand, den Herr Wollner lediglich seinem eigenen der Teilnahme der Saisonarbeiter an der Ernäh- quicklichen Vergangenheit und eine neue Methode guten Worte eine gute Verhei provokativen Auftreten zuzuschreiben hat, wurde rungsaktion angenommen. Das Ministerium für der Auseinanderseßung zeitigte, die uns allen. Eung". Und wenn wir alles dies feststellen, so gejofort dazu benüht, um die Menge draußen auf soziale Fürsorge hat, wie wir gestern berichtet die am Verhandlungstisch saßen, die Arbeit, die der Straße auf zustacheln. haben, für die Regierung eine Reihe von Vor- Verantwortung und die Entscheidung erleichter- schieht es nicht etwa bloß aus einer JubiläumsDie Henlein- Leute bildeten auf den Straßen schlägen vorbereitet, welche die ärgsten Härten in ten. Ihr verdanken wir das Gelingen des Werkes. ſtimmung beraus. Im Gegenteil, wir haben ruhig Gruppen, wollten den Anordnungen der Polizei der Behandlung der Frage der Saisonarbeiter Darum wurde auch diesmal die getroffene Ent- und nüchtern Tatsache an Tatsache gereiht und nicht Folge leisten und ergingen sich in Sprech beseitigen sollen. scheidung auf beiden Seiten freudig aufgenom- hier alles ohne die geringste Beschönigung vor chören, in denen die Menge u. a. aufgefordert Wie wir nun hören, ist die Angelegenheit in men, darum brachte sie alle nationalistischen Augen geführt. Es ist viel Gutes geschaffen worwurde, zur sozialdemokratischen„ Graphia" ein entscheibenbes Stabium ge Regungen auf beiden Seiten zum Schweigen und den. Die Vollendung des Guten soll durch den zu ziehen und dort ,, Ordnung" zu machen. Die treten und es werden die Borschläge des Wi- blies das Gewimmer und Gezeter der SDP ein- beiderseitigen guten Willen weiterbeflügelt werBolizei sperrte aber sofort den ganzen Block ab nisters für soziale Fürsorge nächste Woche dem fach in den Wind. Die beiden großen Völker den. Dabei denkt niemand daran, daß es ein Abund hielt die Demonstranten im Schach. Ministerrat vorgelegt werden, der sie hoffentlich dieses Staates hatten die Probe auf das Erempel schluß ist. Denn noch lange ist Vieles von dem, bestanden. Das ist das Große und Freudige an was versprochen und bekräftigt wurde, noch nicht ben Beschlüssen des 18. Feber, von denen jeder erfüllt. Noch befindet sich vieles im Stadium der wußte, daß, da der erste Schritt gewagt und ge- Vorbereitung, wie die Vorlagen über die Ausgetan wurde, die Erkenntnis der beiderseitigen ftaltung der Schulorganisation und das JugendRebensnotwendigkeiten ein Wegbahner für den fürsorgegesez, die erst die Verwirklichung der weiteren Aufbau und Ausbau des Wertes sein gegebenen Zusicherungen bringen werden. Es werde. müffen auch noch an allen Eden und Enden Diese Erkenntnis wächst innerhalb der deut- Echwierigkeiten und Widerstände weggeräumt schen Bevölkerung von Tag zu Tag und bricht werden, die noch reichlicher Nachhilfe bedürfen. fich, wenn auch langsam, selbst in jenen Streisen Und dann die Hauptsache: wir haben aus den Bahn, die uns noch vor kurzem wegen des 18. Crfahrungen des zurüdliegenden Jahres Einiges Never des nationalen Verrats bezichtigt haben. zugelernt, auf deutscher Seite, wie auch auf tscheSie ist selbst bis in die Stedaktionsstube der Hens chischer. um von der freiwilligen" Abreise Butenkos Mit- Infolgedessen bekräftigt die Sowjetregie- Teinschen ,, Rundschau" gedrungen, der sie in einer teilung zu machen, folgende außerordentlich ernste( rung voll und ganz die am 10. Feber gestellten schwachen Stunde das Geständnis entlodte, daß siehen. durch präzise Normen und Richtlinien den Forderungen und besteht auf voller Be Sergrundsäßliche Rechtskampf" keineswegs eine richtigen Weg zu weisen und damit alle Unflare! " Wir glauben nicht an die Version von friedigung dieser Forderun Politik nach dem Rezept:., Alles oder nichts" bes heiten ein für allemal aus der Welt zu schaffen. einem freiwilligen Fortgang Butenkos, gen. Bugleich ersuchte Litwinow ben rumäni binge und daß auch der aufs Ganze das ist die Aufgabe der nächsten Zeit. Ihre Eindie von der rumänischen Presse und der Bresse fchen Geschäftsträger, seiner Regierung mitzutei- gehende Politiker gezwungen ist, lösung ist, soweit es sich um die Anstellungsfaschistischer Länder verbreitet wurde. Wir zwei- len, bai bie entstandene Lage ernst ist. in Teilzielen und Stufen folgen Nichtlinien handelt, bereits auf dem Wege. feln nicht, daß die angeblichen Artikel und Aus- Die Sowjetregierung hat den Sowjetbot au denken". Es hat aber das abgelaufene Jahr auch auf sagen von Butenko durch seine Entführer erschafter o in Prag, Alexandrowski, nach Bukarest Und nichts anderes als dies haben wir ge- den bisher ungeregelt gebliebenen Gebieten ges zwungen wurden, daß sie Butentos Dotu- entfandt, um die Untersuchung zu verfolgen und, tan. Diese Einsicht aber kann doch unmöglich das wisse Lücken aufgezeigt, deren Auffüllung drinmente irgendeinem Weingardisten einhän- falls notwendig, die Unterhandlungen in dieser ausschließliche Privileg des Herrn Konrad Henlein gend geboten ist. Sie betreffen jene Fragen, deren digten der gegenwärtig unter Butentos Namen Sache mit der rumänischen Regierung zu führen. sein. Wir können also mit den in den Beschlüssen Lösung, wie es in den Beschlüssen vom 18. Feber Bei Herrn Wollner wurde im Krankenhaus positiv erledigen wird. Damit wird die Arbeit der angeblich eine„ le ich te Gehirnerfchüt Sozialdemokraten für die Arbeitslofen wieder terung" festgestellt, doch kann es damit nicht einen wichtigen Erfolg erzielt haben! Drohungen Litwinows gegen Rumänien Der Italienische Butenko unterschoben Moskau. Im Hinblick auf die Butenko. in Italien auftritt, in dem Bewußtsein, daß die affäre gab Litwinow am Donnerstag dem faschistischen Behörden nichts zu seiner Entlarrumänischen Geschäftsträger, der gekommen war, vung unternehmen werden. Antwort: Daraus die notwendigen Folgerungen zu Seite 2 Freitag, 18. Feber 1938 heißt, der weiteren Entfaltung und Anpassung an[ Sauptes über unsere Arbeit Rechenschaft geben die Notwendigkeiten des Staates und der Minderheiten" harren. Wir geben uns der festen Zuversicht hin, daß auch hier der richtige Weg gefunden werden wird. Und so können wir, wenn wir heute Rück schau halten, guten Gewissens und erhobenen und den Hassern getrost die Stirne bieten. Was schert uns da das nazistische Wutgeschrei, das ja schließlich nichts als der Ausdruck der verzweifelten Ratlosigkeit ist. Die Schakale heulen, aber die Karawane geht ihren Weg weiter. Allen Hindernissen zum Trotz Von Minister Dr. Fr. Spina. leberblicken wir die Geschichte der deutschs schrittweise Erfolge, es gelang janteßlich der Abtschechischen Zusammenarbeit in der Tschechoslo- bau dieser Ideologie in dem Grade, daß der Gedanke der tschechisch deutschen Zusammenarbeit wafisen Republik: auch in den weiten tschechischen Streifen Wurzel faßte, ja zu einem heute im ganzen nicht mehr angefochtenen Ariom der Innenpolitik wurde. So kam es schließlich dank der mutigen Konsequenz Hodžas zu den Vereinbarungen vom 18. Feber 1937, die in der inneren Geschichte des Staates deswegen von historischer Bedeutung sind, weil sie den Modus vivendi zwischen den beiden HauptVölkern der historischen Länder anbahnen, wobei der Nachdruck auf dem Worte vivendi liegt. Denn der 18. Feber ist teine Sodifikation eines formelYen Ausgleichswertes am grünen Tische, sondern ein breitangelegtes System von praktischen Verbesserungen des Verhältnisses beider Völker im täglichen Leben, wie es eben das Zusammenleben der Völker im gemischtnationalen Staate erforrung Gedanken zum 18. Feber Von Minister Erwin Zajíček Nr. 41 Im sudetendeutschen Lager wird viel dar- fünf Jahren die Beschlüsse vom 18. Feber tole. über debattiert, ob das nationale Problem les riert?- Parallel mit dieser Entwicklung im gislativ oder administrativ zu lösen sei. Diese tschechischen Lager vollzog sich unter uns SudeFragestellung ist salsch. Nicht legislativ oder ads tendeutschen eine deutliche Abkehr von ſtaats: ministrativ, unsere Parole lautet: Legislativ und feindlichen Ideologien. Der tschechische Durch administrativ. Außerdem brauchen wir wirtschaft schnittsbürger hätte vor Jahren einen jeden Tiches liche Maßnahmen und als wichtigste Forde- chen, der einen judetendeutschen Sender gefordert hätte, als nationalen Verräter bezeichnet. Gott die psychologische Vorbereitung. Selbst unser Staatsgrundgesetz enthält einige heit an. Welcher Sturm der Entrüstung ging ver sei Dant, gehört diese Mentalität der Vergangen Paragraphen, die für uns Sudetendeutsche außer etwa zehn Jahren durch unser sudetendeutsches ordentlich wertvoll wären, wenn sie in der Praxis Bolt, als damals die Militärausgaben um sis Geringes erhöht wurden. Das gigantische Rü überall durchgeführt würden. Daneben gibt es schöne Beschlüsse und Verordnungen, die auf dem vom tschechischen Volfe, sondern auch von einem Papier geblieben sind. Wir brauchen nicht nur ungsprogramm der letzten Jahre wird nicht nur gute Gesetze und Verordnungen, wir brauchen vor allem die psychologischen Voraussetzungen, wir sehr großen Teile unseres Volkes als Staat not. wendigkeit angesehen. brauchen die geistige Bereitschaft aller Völker der Es gibt noch viele Barrieren, die hinweg. Republik, diese Gejeze und Verordnungen auch wirklich durchzuführen. Alle diese Maßnahmen geräumt werden müssen, bis für eine wirkliche Bes friedung die Bahn frei geworden ist. Uns geht es müssen wirtschaftlich untermauert werden. Man erspare mir, jene Paragraphe aufzu- nicht um ein paar Erfolge, die den Wert von zählen, die in der Praris nicht durchgeführt wer- Trinkgeldern haben, unser Ziel heißt: Wir wollen den. Sie nach und nach zu aktivieren, ist eine unserem Volte jene Nechte erkämpfen, die une wichtige Aufgabe der sudetendeutschen Politik. Da- auf Grund unserer zahlenmäßigen Stärle und neben brauchen wir dort, wo Lücken bestehen, neue unserer wirtſchaftlichen und kulturellen Bedeutung Geseze. Schon vor Jahren haben die Abgeordne gebühren. ten Dr. Spiegel, Dr. Nafta und Dr. Luschka solche Gesetze beantragt. Die ersten sieben Jahre des jungen Staates waren unfruchtbar für die Schaffung des inneren Friedens und damit unfruchtbar für uns Deutsche. Die Ideologie dieser Zeit der alltschechischen Totalität ist erklärlich als psychologische Nachwirkung der Vergangenheit. Aber die hemmungslose Tota lität der alltschechischen Koalition mußte eines Tages wie jede Totalität ihr inneres Ende finden und in dieser Voraussicht begannen Männer, die jich der Lebensinteressen des jungen Staates bc= wußt waren, die Vorbereitungen zur deutschtschechischen Zusammenarbeit. Dies erschien allerdings angesichts der in weiten tschechischen Schichs ien verbreiteten gegenteiligen Ideologie als ein unerhörtes und aussichtsloses Wagnis. Diese Männer waren unser erster Präsident, der tschechische Bauernführer Svehla und der heutige Der Haupianteil an dieser Staatskonstruk Staatspräsident Dr. Beneš, von deutscher Am 18. Feber 1937 hatte die Regierung ad Seite Franz e vet. Das Wagnis gelang tiven und die Voltsinteressen befriedigenden Ents ministrative Maßnahmen beschlossen, die einen und der Vollstreder wurde, da Švehla ertranft widlung fällt Hodža zu, der von seinem über- großen Fortschritt bedeuten. Schon damals wurde war, Milan Hodža zunächst in der deutschsragenden mitteleuropäischen Horizont aus das erklärt, diese Beschlüsse seien keineswegs ein Abtschechischen Zusammenarbeit der Zoll- und Stoner mit Einsicht und Energie betreut und fest schluß. grua Koalition und dann im Oftober 1926 in entschlossen ist, es weiterzuführen, so daß nach der Bildung der ersten tschechisch- deutschen Regie rung. bert. Wirtschaftliche Maßnahmen des letzten Jahdem ersten Jahre, das, trotzdem es ein Jahr der Vorbereitung war, doch sehr annehmbare Ber- reses sei an die Abwertung unserer Währung. besserungen gebracht hat, das Ergebnis im zwei an die Refundierung von Handelssteuern, an die Die Krankheit und der frühe Heimgang Sves ten Jahre ein noch besseres wird. Wenn es uns Lösung des Phönixproblems erinnert haben hlas, besonders aber die schweren Auswirkungen Deutschen vor allem die proportionale Vertretung sich auch national gut ausgewirkt. der jahrelangen Wirtschaftsfrise, die alles andere in den Aemtern aller Kategorien bringen wird, Das wichtigste von allem ist: Nicht nur die in den Hintergrund drängte, verzögerten zwar so ist das ein Ergebnis, an das man vor weni- Regierenden und die Parteiführer, nein, das das Fortschreiten auf dem eingeschlagenen Wege, gen Jahren noch gar nicht hätte denken können. ganze Volt muß die nationale Befriedung bejavermochten es aber nicht zu verhindern. Trotz allen Allen Hindernissen und Sabotageversuchen hen. In seiner berühmt gewordenen Reichenberschweren Hindernissen und Hemmungen in beiden zum Trop werden wir mit der Konsequenz des ger Rede hat Präsident Dr. Beneš dem tschechi Lagern, die in unablässiger zähester Arbeit be Mutes, den die Vertretung eines guten und ge- fchen Volte in aller Offenheit Fehler vorgehalfämpft werden mußten, wurde der Weg der Zu rechten Werkes verleiht, an der Ausgestaltung ten. Einige Jahre vorher wären solche Feststellun sammenarbeit fortgefeßt. Der Kampf gegen die des 18. Feber weiterarbeiten zum Beile ungen vom tschechischen Volte mit scharfen Proteherrschende innerpolitische Ideologic brachte seres Voltes und zum Segen für den Staat! sten beantwortet worden. Hätte Dr. Kramáž vor Eden: Freundschaftlichste Gefühle gegenüber der ČSR Eden antwortete: Mr. M Ein Tage wveldhe dent Verir rung tifcher den bat, d viften 28inj jchen ten 9 gen. fund gieru gejan außer word Part gema Song gejtö ften, Maß den gang ichen zufte ball aufg Afti thre Wo ten, nati ftell glei hat 18. liche Das tschechische Volt hat auf eine wertvolle Gegenleistung Anspruch: das sudetendeutsche Vol! muß in guten und in bösen Tagen zum Staate stehen. Wir fühlen uns stark genug, diesen Weg ente schloffen weiter zu gehen. Die tschechisch deutsche Koalition aus dem Jahre 1926 war der erste, der 18. Feber 1987 war der zweite Meilenstein, Vor uns liegt das Endziel. Wir wollen es mit dem Aufgebot all unserer Kräfte möglichst bald errei chen! Die vollen Rechte Mit Rücksicht auf seine zentrale Stel lung wird der Tschechoslovakische Staat im. mer ein Interesse daran haben, daß den Deut. schen und den übrigen Minderheiten die vol. len Rechte gewahrt werden. T. G. Masaryk Seyẞ- Inquart in Berlin Arbeiterstreiks gegen Gleichschaltung gegen Gleichschaltung Besprechungen mit Hitler, Ribbentrop, Himmler und Frick Berlin. Der neue österreichische Innen- Frage der Emigranten oder in Angelegen. minister Syk Inquart ist Donnerstag heit von Grenz zwischenfällen, be Lonbon. Außenminister Eden wurde Don. Eden antwortete:" Ich glaube, es vormittags überraschend in Berlin eingetroffen, jeitigen fönnte. nerstag im Unterhaus vom Führer der Oppofi- ist wünschenswert, eine solche Anfrage um das deutsche Kabinett über die Durchführung tion Major Attlee gefragt, ob er eine Erkläfchriftlich zu formulieren. Ich der in Berchtesgaden vereinbarten Maßnahmen rung über die Lage in Desterreich abgeben könne. möchte aber dem Hause sofort ver- zu informieren. Noch am Vormittag wurde er Die britische Regierung widmet der Ent- sichern, daß England stets die freund von Gitler zu einer längeren Aussprache widlung ihre äußerste Aufmertfam fchaftlichsten Gefühlege. empfangen, über deren Inhalt nichts bekannt ist. Weitere Gespräche führte Schß- Inquart mit dem reit. Der britische Botschafter in Berlin sei begenüber der tschechoslowa. Außenminister Ribbentrop und dem Chef auftragt worden, der deutschen Regierung das kischen Nation hegt und sich ge der Polizei immler. Weiters sollte er mit Intereffe darzulegen, das die bri- nau der Verträge bewußt ist, welche die dem Reichsinnenminister Dr. Frid über die tische Regierung an den österreichischen Fragen Tschechoslowakei mit anderen Groß- Frage der Desterreichischen Legion und über die nimmt und stets genommen hat. mächten verbinden." Tätigkeit einiger österreichischer Naziführer verhandeln, die amnestiert wurden und das österreichische Staatsgebiet verlassen werden. Attlee fragte:„ Kann der Außenminister eine flare Antwort auf die gestrige Interpellation geben, die sich auf die Stellungnahme der britischen Regierung zum Problem der öster reichischen nabhängigfeit geinäß der Deflaration vom Jahre 1984 bezog"? Eden antwortete:„ Ja, diese Deklaration war, wie das Haus sich erinnern wird, durch die Konferenz in Strefa bestätigt worden, wie auch der Modus der Konsultation vereinbart; wurde. Die britische Regierung legt Wert auf die! Feststellung, daß soweit sie in Frage kommt - sie zu einer solchen Beratungbezeit war und bereiti ft." Churchill fragte darauf, ob abgeſehen von den Verpflichtungen einzelner Staaten auch der Völkerbund genaue Verpflichtungen und Verantwortungen hinsichtlich der Unabhängigkeit Desterreichs habe? Eden antwortete: „ Ja, Churchill hat absolut recht mit diesem Hinweis. Es ist unsere Ansicht im Hinblick auf die besonderen Umstände der Deklaration von Stresa, daß wir bereit sind, mit anderen Mächten gemeinsam zu handeln. Ich glaube aber nicht, daß es an England ist, die Initiative zu ergreifen." Major Attlee fragte, ob Eden angesichts Minister Eden erklärte abschließend auf eine der seitens Deutschlands Desterreich gegenüber weitere Frage des Abg. Bellengers, daß die briverwendeten Methoden die Haltung der britischen tische Regierung bezüglich Desterreich in dauRegierung gegenüber der Tschecho ernder Beratung mit der fran Slowakei darlegen könne. söfifchen Regierung steht. 100 konservative Abgeordnete für ,, bestimmte Haltung" Englands London. Der sehr einflußreiche außenpolis| diesen Fall versicherte der Ausschuß die Regietische Ausschuß der den Regierungsparteien an rung der vollsten Unterstützung der gehörenden britischen Parlamentarier( es handel: Regierungsparteien." sich vorwiegend um Konservative) hielt Donnerstag im Unterhaus eine Beratung ab. welche der deutsch- österreichischen Frage gewidmet war. Nach eineinhalbstündiger geheimer Siguna fourbe folgendes Sommuniqué beröffentlicht: ,, Der außenpolitische Ausschuß der den Regierungspartien angehörenden Abgeordneten hielt Donnerstag abends im Unterhaus eine Beratung ab, in ber fast 100 Personen anwesend waren 3med der Sisung war die Erörterung der Lage Tatarescu nach Paris und London Bukarest. Wie die Epoca" melbet, wird Minister Tatarescu Ende März die Haupt. Städte Westeuropas besuchen. Die Neise Tata rescuß foll nach Abschluß der wesentlichsten Programmarbeiten der Regierung erfolgen. Labour- Sieg Am Montag haben die Metallarbeiter von Fiat Daimler- Schuttelworth und nach ihrem Beispiel die Arbeiter in einer ganzen Reihe anderer Betriebe die Arbeit für zwei Stunden eingestellt, um gegen die Vereinbarungen von Berchtesgaden und gegen die Aufnahme der Nazis in die Regierung zu protestieren. Die RS haben schon gestern am Tage nach der Bekannt gabe der Umbildung der Negierung ein Flugblatt mit einem Aufruf herausgegeben. In dem Aufinf wird auf die Folgen der Auslieferung der Sicherheitsexekutive an die Nazis hingewiefen und darauf aufmerksam gemacht, daß die in Desterreich stark verbreitete„ Effener National seitung" schon triumphierend mitteilte ,,, daß nach In deutschen politischen Kreisen wurde nach der Durchführung dieser Maßnahmen die innere einer Havas- Meldung erklärt, daß der Berliner Gleichschaltung Oesterreichs vor sich gehen wird". Wefuch Dr. Schß- Inquarts die Anknüpfung von In dem Aufruf wird die österreichische ArBeziehungen im Sinne der über die Berchtes- beiterschaft aufgefordert, das Beispiel der Arbeinadener Zusammenkunft veröffentlichten amt- ter von Fiat- Daimler nachzuahmen und in den lichen Meldung bedeutet. Politische Kreise erklä- Betrieben und Ortsversammlungen des Gewerk. ren, daß dieser Besuch im Hinblick auf die schaftsbundes gegen die Auslieferung Defter durch diese Unterredungen hervorgerufene neue reichs an die Nazis zu protestieren. Der Aufruf - dazu dienen werde, eine„, engere wendet sich zugleich auch an die Arbeiter der und beffere Zusammenarbeit" zwischen dem demokratischen Länder und fordert, daß sie auf reichsdeutschen und dem österreichischen Innen- ihre Regierungen einen Druck ausüben, damit sie minister zu erzielen, eine Zusammenarbeit, mit mehr Aktivität und Entschiedenheit dem die alle ,, Mißverständnisse", welche sich manchmal Druck des Dritten Reiches auf Desterreich entzwischen zwei Ländern ergeben, wie z. B. in der gegenwirken. Die österreichische Gesandtschaft in Berlin wurde von diesem Besuch nicht verständigt. Der minister wurde auf dem Berliner Bahnhof weder von Mitgliedern der österreichischen Gesandtschaft noch von Vertretern der deutschen Regierung empfangen. Situation Neue Forderungen Hitlers? London. Die in den Abendblättern aus land die seitens Desterreichs gemachten NonWien und Berlin veröffentlichten Meldungen ionen für unzureichend erachte. differieren in der Darstellung des Zwedes der Teutschland soll unzufrieden sein besonders hinDeutschlandsreise des österreichischen Innen sichtlich: ministers Sch- Inquart. Arf der einen Seite wird behauptet, daß Reichsanzler Hitler von Desterreich meitere Konzessionen verlangt habe, insbesondere außenpolitischer Art. Diese sollen fein: Sofortiger Austritt Desterreichs aus dem Wölferbunbe und patt. 1. der zu weit reichenden Vollmacht des Chefs der österreichischen Polizei Dr. Stubl 2. des Ausschlusses der österreichischen Legion von der Amnestic und 3. hinsichtlich der Bestellung einzelner neuer Mitglieber ber österreichischen Regierung. Beitritt Desterreichs zum AntikominternWashington pessimistisch in Deutschland und Desterreich. Der Die Notwendigkeit einer raschen Entschibei einer Nachwahi bungiens soll damit begründet worben fein, wird erflärt, daß die Ereignisse in Defterreid) Washington. Aus offiziöser Quelle Vizepräsident Nicholson( nationale Labourparty) eröffnete die Ansprache. Nach einer ein- London. Bei den Ergänzungswahlen baf Reichskanzler Sitler bie völlige außen im Washingtoner Außenministerium und an poschenden Diskussion der Lage gelangte der Aus im Bezirk. Ipswich wurde der Arbeiterkandidat politiche Gleichfchaltung Defter- litischen Stellen einen sehr peffimistischuß zu dem Ergebnis, daft bie europäische Ent. totes gewählt, der 27.604 Stimmen gegen reichs in feiner Reichstagsrede vom 20. b. be- fchen Eindruck hervorgerufen haben. Man widlung möglicherweise eine bestimmtere den national- konservativen Kandidaten Willink tonntgeben wolle. hält dafür, daß die Unabhängigkeit Desterreichs Haltung Großbritannien 8( more erzielte, der 24.443 Stimmer. erhielt. Borher war Andere Meldungen befagen, daß Seyf- de jure zwar noch bestehe, in Wirklichkeit aber pofitive attitude) erforderlich machen tönnte. Für ein Konservativer Abgeordneter des Bezirkes. Inquart nach Berlin gefahren sei, weil Deutsch- nicht mehr vorhanden sei. aus Aug ber ber tou zub tich gen fon bru S Hel ber me Er all fte Be ni ba be be bi be fe di Crite 3 . 4f er tole ung im Sudes Staatss Durd Tiches efordert . Gott gangen ing vor eutsches um ein the Nüs icht nur einem atsnots jiniveg iche Bes geht es ert bon wollen Die une cle und beutung beribolle che Vol! Staate Beg ente deutsche rite, der enftein, mit dem erreis e Stel aat im n Deut die vol asaryk gelegen n, be fer von ihrem 1 Reihe Stunden en von ne der Die NS ekannt. ugblatt n Auf. ng der ewiefen die in tional ninach innere wird". he Ar Arbei in den Sewerf. Defter Aufruf er ber ie auf mit fie dem ent Ronrachte. hin t bes ubl LeMit Quelle erreids at poſt iMan reichs aber Mr. 41 Wir arbeiten! Ein Jahr ist seit dem Tage verstrichen, an welchem Ministerpräsi= dent Milan Hodža in Vertretung der Regie= rung der tschechoslowa fifchen Oeffentlichkeit den Willen kundgetan hat, den durch die Aftibisten verdolmetschten Wünschen der Deuts schen in vielen Punkten Rechnung zu tragen. Diese Willensfundgebung der Regierung ist in der Von Abg. Siegfried Ta ub Freitag, 18. Feber 1938 Imußte barangegangen werden, in den einzelnen Bezirken Sammelkaders für die Gesuchswerber, Informationsstellen für die Interessenten zu schaf= fen. Diese Organisationsstellen zu errichten, ihnen die Wichtigkeit der Aufgabe, vor die sie gestellt jind, beizubringen, war heute kann es gesagt, werden angesichts der damals herrschenden Verhältnisse, angesichts der außerordentlichen Spannungen, die in den einzelnen Gebieten zivischen den Anhängern der aktivistischen Parteien bestanden haben, feineswegs immer eine leichte Arbeit. Der Zentralstelle ist es gelungen, in 81 Bezirken diese Geschäftsstellen zu errichten, es ist möglich gewesen, in einer Reihe von Konferenzen den Kompler der Aufgaben festzulegen, vor welche der 18. Feber die drei aktivistischen deutschen Pargesamten deutschen Oeffentlichkeit mit einer teien gestellt hat. Vor allem aber galt es, die außerordentlichen Genugtuung aufgenommen Bewerbung ſyſtematisch zu organisieren. Nur derDie deutsch- tschechische Friedensaufgabe Von Abgeordneten Wenzel Ja k sch Das Werk des 18. detendeutsche wähnten, das junge Staatsglück ber Feber ist nur aus gros Tschechen und Slowaken wäre erschlichen. Sie ßer historischer Per übersahen, wie der Staatsgründung ein jahrzehntes spektive gerecht zu langes opfervolles Aufstiegsringen dieser kleinen Nation voranging, daß eine geniale politische Füh würdigen. Nach Jahrrung ihrer Auslandsrevolution die Weltkräfte zehnten der Entfremrichtiger eingeschätzt hat, als die politisch- militäris dung des offenen Ges sche Führung der Mittelmächte. Der Aufstieg der gensatzes, ja oftmals Tschechen und Slowaken zu eigener Staatlichkeit des bittersten Kampfes war nur eine Teilerscheinung des elementaren zwischen den beiden Aufstrebens der slawischen Völkerwelt im europä Landesvölfern Böhischen Osten und Südosten, welche das Antlitz unse mens und Mährens, res Stontinents grundlegend verändert hat und in die seit 1918 zu den den nächsten Jahrzehnten noch weiter verändern stärksten Vollspartnern wird. Diese einem Naturereignis gleichende Er der Moldaurepublit scheinung hätte die Sudetendeutschen als Grenzs worden. Diese unleugbare Tatsache tonnte jene jenige, der die Vorgänge in den abgelaufenen geworden sind, wurde vor Jahresfrist ein tapferer volt auch ohne die politisch militärische Mataſtrophe Partei, welche die Totalität zu ihrem Programm Jahren seit Beſtand der Republik mit verfolgt Versuch zur friedlich- einvernehmlichen Neuordnung des Weltkrieges in einen Zustand wachsender Bes gemacht hat, nicht ruhig hinnehmen, ihre ganze hat, kann sich annähernd eine Vorstellung von der ihrer nachbarlichen Beziehungen unternommen. drohung ihrer Eristenzgrundlagen versetzt. Auch Konzeption wurde durch die Regierungsaktion gewaltigen Arbeit machen, die da zu leiſten war, Tapfer ist dieser Verfuch zu nennen, weil er auf als führendes Staatsvolk der österreichischen gestört. Es wurden nun alle Register der wüfte- und die auch in Zukunft geleistet werden muß, dem Höhepunkt einer nationalistischen Welle unter Reichshälfte hätten die Deutschen eine Politit des sien, bisher auch bei dieser Partei nicht in dem wenn die Erklärung der Regierung in vollem nommen wurde, welche fast alle Länder des Kontis 18. Feber einschlagen müssen. Es gibt in einem Maße wahrnehmbaren Demagogie aufgezogen, Umfang in die Tat umgesetzt werden soll. Man um die Tat der Regierung als völlig belanglos, muß sich vergegenwärtigen, daß die Deutschen in anderen Staaten blutig zu Boden gerungen, hemofratische Lösung als die, im Vertragswege nents überflutet. Der Verständigungsgebante, in gemifchtnationalen Staatswesen keine ander den offenkundigen Erfolg der Attiviſten als eine der Regel um öffentliche Stellen entweder gar amit auf tschechoslowakischem Boden eine Tat ge- den schlüsselmäßigen Anteil der Nationen am ganz harmloſe, nur auf die Täuschung der deut- nicht oder nur in einem außerordentlich beschränk zeugt, die einer ganzen Reihe gemischtnational Staate zu regeln und die Entwicklung des natio schen Bevölkerung eingestellte Angelegenheit hin- tem Ausmaße kompetiert haben, daß aber auch Staatswesen zum Vorbild gereichen fann. We unalen Besitzstandes dem offenen Wettbewerb auf zustellen. In verhältnismäßig furzen Zeitinter- deutſche Unternehmer vielfach an öffentlichen mag die Bedeutung des Feber- Abkommens hech wirtschaftlichen, fulturellen und auf geiſtig- politi ballen wurde immer und immer wieder die Frage Ausschreibungen bei Vergabe von Arbeiten nicht oder gering einschätzen, die Tatsache ist nicht weichen Gebiete zu überlassen. Das letzte Wort haben aufgeworfen, wo denn die Erfolge der deutschen teilgenommen haben, weil sie bei ihren bis dahin zuleugnen, daß es das bedeutendste Positivum in schließlich die Quoten des natürlichen Bevölke Altivisten sichtbar find. Nach dreieinhalb Jahren an den Tag gelegten Bemühungen nicht den ge- der gesamteuropäischen Nationalitätenpolitik der rungszuwachſes, ein Gebiet, welches zu allerletzt ihres Bestandes hat die Totalitätspartei endlich wünschten Erfolg zu erzielen vermochten. Es Nachkriegszeit darstellt. machtpolitischer Bestimmung unterliegt. Worte gefunden, die zum Ausdruck bringen soll mußte also das Interesse der Deutschen auf die Es besteht am Jahrestag des Feber- Abkom Ein zweiter Denkfehler in der judetendeuts ten, wie sich die Totalitären die Lösung des fem Gebiete erst geweckt werden, es mußten vor mens fein Anlaß zum Jubeln und fein Grund zum schen Politik war durch viele Nachkriegsjahre die nationalen Problems in unserer Republik vor allem die Deutschen dazu gebracht werden, daß Verzagen. Die Verfechter der Verständigungs- Einschäßung der Lebenskraft des neuen Staates. ſtellen. Diesem Zwed sollten die sogenannten Aussie sich um die freiwerdenden Stellen bewarben, politik in beiden nationalen Lagern haben eine Der mechanische Vergleich mit dem Endſtadium der gleichsanträge dienen, die die SDP eingebracht es mußte den deutschen Unternehmern gezeigt schwere, eine opferreiche Aufgabe übernommen. Doppelmonarchie, die an ihren ungelöſten natioal hat und welche die Aufgabe erfüllen sollten, den werden, daß sie mit Aussicht auf Erfolg sich um Das Bekenntnis zum 18. Feber ist hüben und nalen Problemen zugrundeging, lag sehr nahe. 18. Feber zu paralysieren. Es wurden alle mög öffentliche Arbeiten bewerben können. drüben zu einem Symbol des guten Willens ge- Politischer Illusionismus sah gerne darüber hin lichen Methoden angewendet, um der Welt die worden, mit einer unglüdlichen Vergangenheit zu weg, daß erst vier Jahre Kriegserschütterung das außerordentliche Bedeutung der Anträge vor Diese schwierige organisatorische Arbeit ist brechen und gemeinsam eine glücklichere Zukunft morsche Reich zu stürzen vermochten und daß es Augen zu führen. Alle diese Mittel haben nicht erst in den Anfängen. Die unermüdliche ſyſtema des Landes und aller seiner Bürger aufzubauen. schließlich daran gestürzt ist, weil teine seiner Navermocht, die Oberflächlichkeit zu verhüllen, mit tische Arbeit, die nach dieser Richtung hin die was aus dem 18. Feber wird, in welchem Maße tionen an der Erhaltung der Monarchie ein ber die Anträge in aller Eile zusammengestoppelt Bentralstelle, die Landesstellen und die Bezirks er sich segensreich auszuwirken vermag, das liegt Lebensbedürfnis empfand. Der tschechoslowalische wurden, sie haben der fachlichen Kritik nicht stand- stellen leisteten, wird, davon bin ich felsenfest nicht allein an dem guten Willen der führenden Staat hingegen war getragen durch die Kraft eines zuhalten vermocht. Auch die Einzelgänger im überzeugt, ihre Früchte zeitigen und uns ein Männer des deutschen wie des tschechischen Ver- jungaufstrebenden Volkes von nicht wegzuleugnen tschechischen Lager, die sonst bei jeder Gelegenheit gutes Stück vorwärts bringen. Wir dürfen uns ständigungslagers, das liegt an dem souveränen der wirtschaft- kultureller und administrativer Leis geneigt sind, sich schüßend vor die SdP zu stellen, durch nichts in unserer Arbeit stören lassen. Nur Willen der Völker selbst. Tschechen wie Deutsche stungsfähigkeit. Diesem Staate gegenüber mußte fonnten nicht umhin, ihrer Enttäuschung Aus- ein Ignorant, oder ein dem 18. Feber von vorn stehen vor der schwerwiegenden inneren Entschei- auch die Nachahmung der tschechischen Obstrutbrud zu verleihen. Und so hat denn die Aktion der herein ungünstig Gesinnter, kann an dem bisher dung, ob sie, Machtträumen nachjagend, ihre besten tionstattil der Vorkriegszeit scheitern, weil der SdP das Ziel, das sie sich gesteckt hat- durch Erreichten nörgeln, kann den endgültigen Erfolg träfte in endlosem Streit vergeuden und verzeh- Staat inzwischen seinen Machtbereich gewaltig Ueberreichung dieser Anträge den 18. Feber zu des 18. Feber in Frage stellen. Die Zusage, ren wollen, oder ob sie ihre großen Begabungen zu ausgedehnt hatte. Ein Bauernvolk fann auch den welche die Regierung Hodža am 18. Feber 1937 legensboller Friedensarbeit zu verbinden bereit Staat leichter obstruieren als ein Industrievoll, gemacht hat, wird restlos erfüllt werden. Die sind. An die Adreſſe der Sudetendeutschen, der weldjes mit allen Fasern seines Daseins auf den deutsche Bevölkerung wird sich davon überzeugen, laß ein offen- eindringliches Wort zu sagen, Tschechen und Slowaken ist daher aus diesem An- modernen Staat angewiesen ist. Die bürgerlich wählende Mehrheit der Sudetendeutschen hat nach daß ihre Interessen nur gewahrt und gefördert laß ein offen- eindringliches Wort zu sagen, werden können durch Parteien, die, geſtüßt auf Unglüd hineingerissen, haben die Sudetendeutschen Fabrikanten und Großgrundbefizer übernommen, Tief in ein zum guten Teil unverschuldetes dem Kriege die politische Herrenideologie jener die realen Verhältnisse, unentivegt für die Be- nach dem Weltkriege nur langsam ein flares Bild welche zuvor die Geschide des Volkes entscheidend friedung der unsere Republik bewohnenden Völ- ihrer grundlegend veränderten Lebensbedingungen beeinflußten. Ein proletarisiertes Bolt tann sich fer eintreten und die sich bei der Durchführung gewinnen können. Schwere Dentfehler sind hieber aber eine Herrenideologie nicht leisten und darum dieser Arbeit in vollem Einklang mit den maß- unterlaufen, die nunmehr durch geläuterte Er hat die sudetendeutsche Politik erst mit verlusta gebenden Regierungsstellen befinden. fenntnis forrigiert werden müssen. Viele Su- reicher Verspätung ein positives Verhältnis zu den berdunkeln nicht erreicht. Mit um so mehr Kraftaufwand wurde im mer erneut der Versuch unternommen, die völlige Erfolglosigkeit der deutschaftivistischen Aktion herauszuheben. Es wird am heutigen Tage feſtgeſtellt werden können, daß sich seit dem 18. Feber Beränderungen zugunsten der Deutschen in mannigfacher Beziehung ergeben haben. Wir sind weit davon entfernt, zu behaupten, daß die Tatsache der Regierungserklärung allein schon hinreicht, wir haben von Anveginn immer und immer wie der auf die Schivierigkeiten aufmerksam gemacht, die sich der praktischen Durchführung des 18. Fes ber entgegenstellen. Wir haben in dem abgelau fenen Jahre unsere Hauptaufgabe darin gesehen, die Schwierigkeiten zu beseitigen, wir haben uns nicht gefcheut, öffentlich in der Presse, in Verjammlungen, im Parlament auf gewisse Umstände hinzuweisen, deren Beseitigung im Interesse der Befriedung der die Republik bewohnenden Nationen dringend notwendig ist. Diese zähe, unermüdliche, aufreibende Arbeit hat schon im ersten Die tschechische und die deutsche sozialdemo-( Programm der Regierung zum Programm der Jahr Früchte getragen, der volle Erfolg dieser tratische Jugend erblickt in den Regierungsver- Völker wird. Die Gedanken des 18. Feber müssen Altion wird erst in der nächsten Zeit für jeder- cinbarungen vom 18. Feber 1937 den Beginn die Nichtschnur jedes einzelnen Staatsbürgers mann sichtbar werden. Es kann nicht geleugnet einer grundlegenden nationalen Befriedung unse- werden. werden, daß die Regierung von den besten Absich- ces Landes. Nur das demokratische Verantwortungsten beseelt ist, daß sie feine Gelegenheit vorüber- Die Febervereinbarungen anerkennen das bewußtsein aller Glieder unserer Nationen wird gehen läßt, um mit allem Nachdruck auf die Ver- Prinzip der nationalen Gerechtigkeit auf den wich- die Fortschung des Werkes des 18. Febers zu wirklichung des 18. Feber hinzuweisen und daß tigsten Gebieten der öffentlichen Verwaltung und sichern vermögen, und darum verstehen wir, den fis auch aus Anlaß des Jahrestages des 18. Feber des öffentlichen Dienstes. Durch national gerechte 18. Feber auch als eine erzieherische Aufgabe. mit aller wünschenswerten Klarheit den Willen Vergabe der öffentlichen Arbeiten wurde an der deren Erfüllung gleichbedeutend ist mit dem Siege zum Ausdruck gebracht hat, alles zu unternehmen, wirksamen Bekämpfung des sozialen Notstandes in der Vernunft und der Humanität über die zerwas geeignet ist, die zusagen zu erfüllen. Der den Mandgebieten der Republik mitgeholfen. Vor störerischen Kräfte der nationalen Selbstfucht, Widerstand, der da und dort wahrnehmbar ist, allem bofft die sozialdemokratische Jugend beider Ueberheblichkeit und Unduldsamkeit. Die Jugend zum 18. Feber Gemeinsame Erklärung der deutschen und der tschechischen Arbeiterjugend Realitäten des Staates und des tschechischen Volks daseins gefunden. Wenn nicht schon früher, so soll heute endlich flar erkannt werden, daß uns die Tschechen vielfach nicht nur durch zahlenmäßiges Nebergewicht, sondern auch als überlegener Leia stungsfaltor zurüdgedrängt haben, gegen welchen sich die Sudetendeutschen nur durch Qualitätsletstung auf allen Wettbewerbsgebieten behaupten fönnen. Die Politit fann nur Benachteiligungen staatspolitischer Art überwinden. Alles andere liegt an der lebendigen Behauptungskraft des Vola fes selbst. Solange ein großer Teil der Sudeten deutschen irgendwelchen Luftschlössern nachträumt und feine Kraft nicht voll auf dem Schicksalsboden der Heimat zum Einsatz bringt, werden wir als Nation ein gefährdetes Dasein führen. Gegen diese Gefahr ist der 18. Feber kein Zauberrezept. Viel Kritisches bleibt auch noch immer an die Adresse der tschechischen Politik zu sagen. Alle Siegervölker sind dem Fehler verfallen, die große Realität des deutschen Volksdaseins im Herzen. Europas zu unterschäßen. Die Frist, innerhalb welcher ein Achtzigmillionenvolt durch einseitige Verträge niedergehalten werden kann, ist falsch wird mit der Zeit gebrochen werden, die von der Nationen, daß sich der Geist der nationalen Ver- Nationale und soziale Gerechtigkeit kann es berechnet worden. Der historische Auftrag, den Regierung ausgegebenen Richtlinien werden vin- ständigung, der den Vereinbarungen vom 18. nur in der Demokratie geben. Wir appellieren Vesiegten versöhnlich die Hand zu reichen und mit dende Formen annehmen. Die Arbeit, welche die Feber zugrunde liegt, auch in der Sprachenfrage daher an die Jugend, sich nicht in geistiger Be- ihnen ein neues Europa aufzubauen, wurde nicht Kanzlei der Zentralſtelle der aktiviſtiſchen Par- auswirken werde und daß die Völker unserer Re- quemlichkeit antidemokratischen Gedankengängen, erfüllt. Su spät wurde erkannt, daß dem deut beien unter Führung meines Freundes Wanka in publik auf der gemeinsamen Plattform demokra- fich nicht einem feichten Führerglauben, hinzugeben. fchen Volte im Zeitalter der Technik und der Wirtdieser Zeit geleistet hat, kann auch nicht an- tischer Gesinnung immer mehr in allen ihren Tei- Im Geiste des 18. Feber, im Geiste Mafa- schaftsorganisation wieder eine große Molle zuges nähernd gewürdigt werden. Bei der Durchführung len aus einem oft feindseligen Nebene in- ryks reichen wir den jungen Menschen guten Wil- dacht ist, die es nur aus eigener Schuld verspielen der Aufgabe, vor welche die Kanzlei plößlich ge- ander ein festes Miteinander ge- lens aus allen Nationen der Republik unfere lann. In der Beklemmung des schlechten Gewisstellt war, wurden wir vor völlig neue Aufgaben stalten. gestellt. Es galt vor allem, den notwendigen KonHand zu gemeinsamer Arbeit für Volk und Hei- sens sind nun die westlichen Demokratien geneigt, taft mit den maßgebenden Zentralstellen aufzu Die demokratischen Parteien unseres gemein- mat, zu dem gemeinsamen Bemühen, auf der der gepanzerten Faust das zu gewähren, was der nehmen und entsprechend auszubauen, es galt, famen Vaterlandes haben dem Ernſt der Stunde Grundlage der in allen Stücken zu verwirklichen verblutenden Verständigungsidee hochmütig verdie Bedenken zu beseitigen, die da und dort auf- und der unabweisbaren staatlichen Notwendigkeit den nationalen Gerechtigkeit unferer Demokratic fagt wurde. Welche Wirrnis durch die Infonies getaucht sind. ⚫s galt auch, der Vorstellung ent- entsprechend mit dem Abschluß der Vereinbarungen jenen sozialen Inhalt zu erkämpfen, den sie zu quenz in der Welt noch angerichtet werden wird, vom 18. Feber ein Friedenswerk von europäischer ihrer Vollendung braucht. ist gar nicht abzusehen. Es bleibt nur die Forderung zu erheben, daß die tschechische Politit aus der europäischen Entwicklung die vernunftgemäße Konsequenzen ableite. Ein Plus hat die Tiche= gegenzutvirken, als ob die Vertvirklichung der Zujagen vom 18. Feber keineswegs zu den drin- Bedeutung gefeßt. Sie lieferten ein praktisches Junge Menschen, erkennt, daß unsere Völgendsten Aufgaben zählen würde. Vielfach mußte Beiſpiel für die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit fer, um glücklich und zufrieden zu werden, nichts darüber hinaus auch Einzelerscheinungen entge= her Völkerverständigung. so sehr brauchen wie Arbeit und Brot, wie Friede gengewirkt werden, die darauf schließen ließen, Das Wert vom 18. Feber wird umso größere und Freiheit. Schlagt mit uns Brücken von Volk dah einzelne behördliche Organe der Auffassung Bedeutung und Wirkung erlangen, je mehr es vom zu Volk, um diese Güter zu sichern! find, als ob die Regierungsaktion keineswegs einst gemeint sei. In solchen Vorstellungen wurden sie durch das Verhalten der SdP bestärkt. In dieser Atmosphäre mußte gearbeitet, mußten die Voraussetzungen für eine gedeihliche Auswirkung des 18. Feber geschaffen werden. Es Die Jugend der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Die Jugend im OSČ. Sozialistischer Jugendverband für die deutschen Gebiete der Tschechoslowakischen Republik. Die Jugend in den Verbänden des deutschen Gewerkschaftsbundes. Die Liebe zum Volke Unser Volkstum war uns nie unbewußt und in niemandes Herzen hat die Liebe zu unserem Volke, aber zum Volke und nicht zu seinen Geldsäcken, heißer geschlagen als im Herzen des arbeitenden Volkes. Josef Seliger fficHiMMM beit westlichen Demokratien voraus. Hier ist der Wen des Diktats mit dqm Abkommen vom 18. Feber verlassen worden, bevor die su< detendeutschen Berständigungsparteion verblutet waren. Es besteht aber noch immer die Gefahr, bah der Geist eines engherzigen Nationalstaats^ begrisses die Früchte des IS. Feber verdirbt. Jene tschechischen Politiker haben recht behalten, welch? sich seinerzeit gegen die Ausschließung der Deutschen auS den VerfassungSberatungen und insbesondere von der Entscheidung über das Sprachenrecht wandten. In seinem innenpolitischen Ge- schichtSwerk„Seit 1918.. hat Dr. H. Kle- p e t a r die Erinnerung daran wieder ausgefrischt, daß das Sprachengesetz in der revolutionären Nationalversammlung von der äußersten Rechten unter dem Druck der Straste gegen den Willen Masarhls und der gemäßigten Parteien in der heutigen Form durchgepresst wurde. Auch die Sprachenverordnung wurde ein halbes Jahrzehnt nach der Staatsgründung vereinbarungswidrig ohne Befragung der Deutschen oktroiert, ein Vorgang, gegen welchen die tschechisch-sozialdemokra« tischen Minister durch Verweigerung ihrer Unterschrift protestierten. Die gleichen Chauvinisten, welche eine demokratische Regelung des Sprachen rechtes seinerzeit verhinderten, beherrschen heule die deutsche Sprache sehr gut, ivenn sie sich mit Berlin verständigen wollen. Es ist daher Freun- deSpflicht, von der tschechischen Politik zu verlangen, dast die Demokratie fene Gleichberechtigung gewähre, welche die tschechischen Bewunderer Hitlers bereits für ihr Boll preiszugeben bereit sind. Me Verfassung ist demokratisch und daher ohne langwierigen Verfassungsstreit ausbaufähig. Das Sprachenrecht aber ist in seiner bisherigen Form ein grosses Hindernis der nationalen Befriedung. Wenn der Staat die Herzen der deutschen Bevölkerung gewinnen will, dann must er ihre Gefühle genau so respektieren lernen, wie die Gefühle des slowakischen BolkSteileS respektiert werden. Gerade fene tschechischen Politiker, welche jahrzehntelang für sprachliche Gleichberechtigung gekämpft haben, sollten dafür Verständnis haben, dast der Staat in der Sprache seiner Bürger sprechen must, wenn sie an ihm auch ihr Miteigentum erkennen solle». Der Weg zur Erfüllung der deutsch-tschechischen FriedenSaufgabe, der am 18. Feber 1987 beschritten wurde, führt nur über die staatspolitische und sprachliche Gleichberechtigung der Nationen zum Ziel. Der zweite Schritt Von Faul Fürstenau, Teplltz-Schönau Daü Uebereinkom« men vom 18. Feber 1937 wurde wiederholt als der erste Schritt auf dem Wege der Verständigung zwischen Tschechen und Deutschen, zur völ ligen Befriedung ihres Zusammenlebens, be zeichnet. Hier wurde die gegenseitige prak tische Verwirklichung verfassungsmässig fest gelegter Rechte und Pflichten der deutschen Bürger unserer Republik dem Staat gegenüber und des Staates gegenüber seinen Bürgern vorgezeichnet und angebahnt. Wenn also damit einer materiell-rechtlichen Seite des Problems Genüge getan wurde,— wohin soll uns der zweite Schritt führen, welchen Bereich unseres gemeinsamen Lebens soll er erschließen? „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein*, - dadurch, daß Menschen für ihr Zusammenleben und gemeinsame» Arbeiten selbst völlig ausreichende. nach allen Seiten gerechte Satzungen und Formeln finden, wird ihrer Gemeinsamkeit' noch nicht fene innere Wahrheit und Notwendigkeit gegeben, au» denen sie ihr beste» Wesen, ihre Dauerhaftigkeit und die Widerstandskraft auch gegen heftige äußere Anfechtungen erhält. Diese innere Verbundenheit erwächst erst an» wahrer menschlicher Zuneigung, begründet auf der Kenntnis und Hochschätzung de» Wesen» dessen, mit dem man verbunden ist. Man kann nur den Menschen wirlkich schätzen, den man kennt, und nur zwischen Menschen, die sich ehrlich gerne haben, gibt es Vertrauen und festes Zusammenhalten in allen Lagen diese» so wechselreichen Leben». Kennen unsere Völker einander? Ist diese Voraussetzung für ihr vertrauensvolle» Zusammenarbeiten erfüllt? Ich fürchte, wir können diese Frage noch nicht bejahen. Wie entstellt, wie unzulänglich und unlebendig ist da» Bild, das der I Deutsche vom Tschechen, der Tscheche vom Deutschen im Durchschnitt vor Augen hat. Wieviele Tschechen wissen etwa» von dem stillen Wesen des Schlesier», in dem sich neben praktisch nüchternem Arbeitüsinn Raum findet für die Mystik de» Jakob Böhme und de» Emanuel Quint?— von der heiter lebendigen Art dc» Elbländer», von dem derb humorigen Egerländer und dem anspruchslosen, treuen Böhmerwäldler? Und wa» weiß, der Deutsche umgekehrt von dem urgesunden > Bauerntum, da» in Böhmen, in der Hanna und in der Slowakei lebt, von der rauhen, aber tiefen Menschlichkeit de» ostschlesischen Bergmann»; was kennt er von dem gütigen Humor, der Schlagfertigkeit und Bildkraft der tschechischen Sprache? Ueberall, wo Deutsche und Tschechen persönlich menschlich einander nahekommen, finden sie sich, erkennen wechselseitig ihren Wert und fangen gewöhnlich an sich zu Wundern, woher denn also ewig diese Unstimmigkeiten und Schwierigkeiten kommen können. Die grosse Aufgabe besteht nur darin, solche» menschliche Nahekommen und Kennenlernen der großen Masse der beiden Völker zu ermöglichen. Wir können freilich keine Völkerwanderung beginnen; aber eine gute Wirkung üben z. B. schon die Ferienwochen, die deutsche Kinder unter tschechischen Menschen und umgekehrr verbringen--Nur darf dann:- wenn die an sich' vorurteilslosen, unbefangen urteilenden Kinder wieder in die Heimat zurückgekehrt sind, da» so Gewonnene nicht durch falsöbe Reaktion der Erwachsenen wieder zerstört werden. Nächst der persönlichen Berührung ist der beste Führer zum Wesen eine» Volker seine Kunst. Denn in ihr gibt jede» Volk sein Tiefste» und Beste». Ausstellungen deutscher Künstler in den tschechischen Städten und umgekehrt, wofür freilich da» Beste und Kennzeichnendste auSgewählt werden müsste, sollten neben Aufführungen der Musil, der Tbeaterkunst treten. Dann aber öffnet sich das Reich der Dichtung, der Sprache. Wo ander» könnte der Deutsche den Tschechen besser kennenlernen al» etwa in dem rührend reinen Bild der„Babiäka", in NerndaS Gestalten, bei Jgnät Henna» und Karel Capek und so vielen, vielen anderen! Und wieviel gäben dem Tschechen unsere Eibner-Eschenbach, unsere'Stifter, Leutelt,— keine Aufzählung, sondern nur Erinnerung an Reihen, die seitenlang fortgesetzt werden könnten. Gute, volkstümlich billige Ilebersehungen waren wahre Friedensengel, vor deren Flügelrauschen alteingefressene Vorurteile vergehen würden. Freilich kann auch die beste Uebersehung von der Dichtung annähernd nur soviel geben, wie die Schwarzweißwiedergabe von einem farbigen Bild. Darum, nicht nur au» praktischen Erwägungen, müssen wir einer des anderen Sprache lernen. Das geschieht wohl schon in den Schulen, — aber dort müßte viel mehr als jetzt neben dem Eifer für» sprachlich Formelle die verständnisvolle Liebe für den Geist und die Schönheit dessen,, was in der Sprache ausgedrückt Ist, stehen. E» muß eine neue Jugend heranwachsen, mit klaren und liebevollen Augen, ungetrübt durch überkommene Vorurteile, ohne die Brille der Abneigung oder Geringschätzung, die ihr viele Alte immer wieder gerne auf die Nase sehen möchten. Wenn wir, Deutsche und Tschechen, einander derart kennen lernen, werden wir erfahren, wie nahe wir uns in Wirklichkeit stehen. Der gemeinsame Heimatboden, gleiche» Klima, gleiche Lebensbedingungen haben in vielen Jahrh'nnder« ten unter den Verschiedenheiten der Sprache, de» Temperament» und der äusseren Lebensformen einen Wesenskern sich bilden lassen, durch den wir un», al» Menschen der Mitte in jedem Sinne, eng verwandt sind. Vielleicht haben wir un» gerade deshalb oft nicht gut vertragen. Wenn wir uns dessen aber bewußt werden, muss e» un» gelingen, das Trennende zu überwinden, das Gemeinsame zu finden, sind Verschiedenheiten ittt Wesen der Völker sind nicht nur wichtig als geschichtlich gewordene Gegebenheiten, sonder» vielmehr noch dadurch, dass sie einander wertvoll ergänzen. Wa» dem einen fehlt, kann der andere beisteuern zum Wohle und Gedeihen aller. Da» gilt nicht nur im materiellen Bereich, wo sich Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie und Handel nicht bekämpfen, sondern in die Hände arbeiten müssen, da» gilt in weit höherem Sinne im Bereich der Kultur. Nation und Menschlichkeit Das nationale Gefühl und das Ge/iA| der Menschlichkeit ergänzen sich. Bis zwei Seiten einer und derselben reinen gd denen MedaUle. Edvard Bend Au» wechselseitigem Anregen entsteht dg I schöne Wetteifer, jeder auf seinem Gebiet, I seinen Mitteln, in seiner Art, da» Beste zu leist,«. I Wa» wir im Sport schon gelernt haben: bei eigr, I ner Anspannung zu höchster Leistung die neiMofe, I ehrliche Anerkennung für da» Können de» anderen.! da» un» zugleich zum Massstab für da» eigen,] Streben wird,— da» müssen wir in allen b,> I reichen de» Leben» erreichen und verwirllüben. Dann wird all die Energie und Kraft, die sith fest in unfruchtbarer Negation verzehrt, s„t hinau»wachsen über die Grenzen, die Ihnen sitz gesteckt scheinen. Einen unschätzbaren Gewinn werden ste für ihr Seelenleben davontragen. Sie werden au) der trüben, lähmenden Atmosphäre de» Mist, trauen» in den reinen, befreienden Sonnensiieln de» Vertrauen» eingehen. Da sie einander kein nen und nach ihrem wahren Werte schätzen gelernt haben, werden sie wissen, wa» ste einandn zu geben, voneinander zu erwarten haben w miteinander erreichen können. Da» wird ste in* Niger und fester miteinander verbinden, al» di. Formen der äusseren Organisation ihre» ssusain- menleben» und da» Ist eben der zweite Schritt ans dem Wege der Befriedung. Wir müssen gleich anheben, ihn zu tun. denn durch seine Wirkung soll ja da» Crgebni- de» ersten, durchblutet und genährt, au» rinm politischen llebereinkommen, zu einem organischen Bestandteil de» Leben» unserer Völker werden. E» ist Arbeit für Generationen, aber Bemühung um da» schönste Ziel auf dem Wege der Menschheit. das Ziel, das diesem Weg allein Sinn und Bedeutung verleiht,— um die reine Menschlichkeit. Die Slowakei und der 18. Feber Von Frits Tejesay, Freßburg Da» Problem der Deutschen unsere» Staate» ist da» Problem der historischen Länder. Dort leben die Deutschen in Millionenzahl in grossen zusammenhängenden Gebieten, dort kann keine Verwaltungsgeometrie verwischen, dass ganze Bezirke, und sehr viele, ganz deutsch sind deutsche Mehrheit ha ben. Au» der Problematik der historischen Länder ist der 18. Feber 1987 emporgewachsen, an seiner Wiege standen, ob man e» zugeben will oder nicht, die Erfahrungen der nationalen Kämpfe, die in Böhmen und Mähren vor dem Weltkrieg geführt worden sind, der mährische Ausgleich wie die böhmische AuSgleichslostgkeit. Die nationalen Probleme der Slowakei wurzeln in einer andern Tradition. Der öster reich-ungarische Ausgleich von 1867 mit seiner völligen Preisgabe der nationalen Minderheiten Ungarn», die zusammengenommen die Mehrheit bildeten, an eine entwicklungsfeindliche ausbeuterische Grossgrundbesitzer-Gen tri; bildete hier die Grundlage der Innenpolitik. E» gab schließlich nur madjarische Schulen, fa> wer sich als Schüler einer madjarischen Mittelschule ertappen ließ, daß er aus der Straße slowakisch sprach oder nach Hause in seiner slowakischen Muttersprache einen Brief schrieb, wurde von der Schule wegen Un,' tvürdigkeit entfernt; es waren Zustände, die sich fast nicht von den Leiden unterscheiden, die heute die deutschen Südtiroler ertragen müssen. Nicht einmal die Schnüffelei nach der Sprache dec Grabsteine auf den Friedhöfen fehlte. Und doch war zwsschen Deutschen und Slowaken als unterdrückter nationaler Minderheit ein erheblicher Unterschied. Die Gentrp-Politil sah im Deutschen Angehörige eines Herrenvolkei. ( im Slowaken aber nur das Dienstniädchen und den Knecht. Einige Schulen, eigene» nationale» Leben erhielten weder Deutsche noch Slowaken zugebilligt,' gegen beide richtete sich der gleiche Lehren der Geschichte Von Dr. Emil Strauß Da» 10. und 20. Jahrhundert haben die Frage deü Nebenein- anderlebenS der Völker zum Schicksalsproblem der europäischen Menschheit gemacht. Im alten Oesterreich- Ungarn ebenso wie seit 1918 in der Tschechoslowakei handelt e» sich hiebei um inne r- politische Probleme, um die Frage, wie ein Staat, der mehrere grosse Völker in seinen Grenzen beherbergt, seinen Nationen die politische, wirtschaftliche und kulturelle Entfaltung er- mö>;licht und sicherstellt. In den böhmischen Ländern trat die Frage de» Zusammenleben» der Tschechen und Deutschen zum ersten Mal im Sturmjahre 1848 als Schicksalsfrage des alten Staates hervor. Da» tschechische Bürgertum verlangte tticht nur politische Freiheit, sondern auch die Sicherung der Voltsentwicklung, welckie e» in der Anerkennung de» böhmischen Staatsrechtes, d. h. in der Wiedererrichtung de» in der Schlacht auf dem Weissen Berge zerstörten Staate» der Wenzelökrone et« blickte. Für Böhmen. Mähren und Schlesien sollten Zentralbehörden in Prag errichtet, Oesterreich sollte ein Bundesstaat werden. die Deutschen ab, weil ste fürchteten, im neuerrichteten böhmischen Staat zu einer einflußlosen Minderheit herabgedrückt zu werden. Im ersten Heigewählten Parlament Oesterreichs, das erst tu Wien, seit 15. November 1818 aber in dem mährischen Landstädtchen Kremsier versammelt war, wurde um die künftige Staatsverfassung heftig gekämpft, aber schliesslich doch eine Einigung gefunden. Danach wurde zwar kein böhmischer l Staat geschaffen, aber es sollten wenigstens die drei Kronländer al» VerwaltungSkörper erhalten werden. Innerhalb dieser Länder sollten national abgegrenzte Kreise entstehen, in denen die beiden Völker sich selbst verwaltet hätten. Die Demokratie des Jahres 1848 brachte es also zu einer einvernehmlichen Lösung der nationalen Frage in den Sudetenländern, dass diese Lösung Theorie blieb und nicht Wirklichkeit wurde, war Schuld des habsburgischen Absolutismus, der durch seine Dragoner den Kremsierer Reichstag auSeinanderjagte und mit dem VerfassungSwert auch den deutsch-tschechischen Ausgleich begrub. So lehren uns die Ereignisse der Jahre 1848 und 1849, dass daSnationaleProblemnur d u c ch d e m'o kratischeBerständigung, nicht durch Gewalt gelöst werden kann. Aber nur wenig mehr als ein Jahrzehnt vermochte der bürokratisch-militärische Gewaltapparat Oesterreich» die Welt glauben zu machen, daß es eine nationale Frage in der Monarchie nicht gebe. Die Niederlagen von 1859 und 1860 erschütterten die Herrschaft deS Absolutismus und ztvaitgen zu verfassungsmäßigem Leben. Si- trieben den Kaiser zum Ausgleich mit dem Bürgertum und mit den Ungarn(1867), welch letztere ihren eigenen Staat tm Rahmen einer Doppelmonarchie erhielten. In ähnlicher Weife sollte mich die tschechische Frage gelöst werden. Am 12 September 1871 erschien unter Verantwortung de» Ministerpräsidenten Grafen Hohenwart e!r. in welchem die historischen Rechte Böhmens anerkannt wurden. Das aber hgtte einen Sturm der Deutschen und Ungarn zur Folge, welche darin eine Erschütterung ihrer Stellung in den beiden Reichshälften sahen und so fiel Tn» aber lehnten I kaiserliches Reskript, im Oktober 1871 die Entscheidung des Kaiser? gegen die Errichtung eine» böhmischen Staate». Die Enttäuschung der Tschechen war groß— seither waren weite Teile des Volkes von antidtzna- stischen Gefühlen beseelt. Habsburg hatte neuerlich die Unfähigkeit bewiesen, das nationale Problem in bet: Sudetenländern z u lösen. Von 1871 bis 1918, von dem Experiment Hohemoarts bis zu dem verspätete» Versuch Kaiser Karls, Oesterreich in einen Bundesstaat zu verwandel», haben die österreichischen Staatsmänner an eine grosszügige staatliche Neugestaltung und Umformung der Monarchie nicht gedacht. Man bemühte sich höchstens um eine Regelung der Sprachenfrage. Am 9. April 1880 setzte der Minister Stremapr für Böhmen und Mähren die Doppelsprachigleit fest— fortan sollte bei allen Gerichten und Behörden in beiden Ländern in beiden Sprachen amtiert werden. Die deutschen Bürgerparteien sahen da» Heil ihre» Bolle» in der Festsetzung des Deutschen al» Staatssprache— zwei Versuche, diese Forderung aus parlamentarischem Wege durchzusetzen(1884 und 1886) schlugen fehl. WederdamalSnoch heute kann die Einführung einer Sprache als. Staatssprache irgend etwa» zur Befriedung der beiden Völker der Sudetenländer beitragen. Wertvoller waren schon die Ergebnisse der Ausgleichsverhandlungen zwischen Deutsche» und Tschechen, die am 19. Jänner 1890 zu einer Ber« eiicharung in Böhmen führten. Danach sollten der Landesschulrat und Landeskulturrat eigene nationale Sektionen erhalten, die Bezirks- und Kreisgerichtssprengel national abgegrenzt und Mtnderhettsschulen überall dort errichtet werden, wo mindestens 40 schulpflichtige, Kinder der Min« derheitSnation verhanden waren. Nur ein Teil de» Ausgleiches konnte verwirklicht werden: trotz alle» Sturms gegen die„Punktationen" von 1890 wurde die Sektionierung des Landesschulrates und LandeSkulturrates durchgeführt, dort, wo man jedem Volk ein Stück innerpo- litischer Selbstbestimmung gibt, schafft man Dauerndes. Der übrige Teil de» AuSgleichSwerkS tourt! dadurch begraben, dass auf tschechischer Seite dir ausgleichsfreundlichen Alttschechen bei den Kahlen von 1891 durch die Jungtschechen nahezu weg« gefegt wurden. So ging der Kampf weiter und die späteren Regierungen suchten vor allem eine Regelung dcr Sprachenfrage herbeizuführen. Am 5. April 180« gab der Ministerpräsident Badeni Sprachenver- ovdnungen heraus, wonach beide Sprachen in Böhmen und Mähren Amtssprachen sein sollten und die Behörden und Gerichte mit den Betuohneru in der Sprache der Eingabe zu verkehren hatte». Diese Verordnungen wurden von den Trutschcn abgelehnt, weil diese darin einen Einbruch in da» sogenannte geschlossene deutsche Sprachgebiet sahen. Heute erkennt man, wie sehr der N a» tionaliSmurdeSdeutschen Bürgertum» dem Deutschtum geschadet hat; wäre diese Doppelsprachigleit durchgeführt worden, stünde e» um da» sudetendeutsche Volt besser. Nach dem Sturz Badenis versuchte es dessen Nachfolger Gautsch mit einer anderen Methode der Regelung: am 4. März 1898 erschien ein neuer Sprachenerlaß, wonach Böhmen in tschechische, deutsche und gemischtsprachige Bezirke zerfallen, in welchen dementsprechend amtiert werden sollte. Damit aber waren wieder die Tschechen unzufrieden, mit Rücksicht auf ihre Minderheiten im deutschen Gebiet— schliesslich hob der Ministerpräsident Elary-Aldringen am 14. Oktober 1899 dicke Sprachenverordnung auf—, man verzichtete auf I die Regelung der Sprachenfrage überhaupt. Tvn einzige» grosszügigen Versuch zur Lösung de» österreichischen Staatsproblems in den letzten Jahrzehnten des alten Oesterreich machte die Sozialdemokratie, welche sich auf ihrem Brünner Parteitag 1899 ein Programm der national«; Die Sicherheit des Staates Ich bin mir dessen Mar bewußt, daß es tur Sicherheit unseres Staates gehört, die Deutschen für den Staat zu gewinnen. Wir sind dafür mitverantwortlich, wenn es nicht dazu kommt, absolute Gerechtigkeit ist des wegen unser nationales Programm. T. G. Masaryk schwere Eutnationalisierungödruck, aber daS madjarische Bürgertum, das int Fahrwasser der offiziellen Nationalpolitil schwainnt und noch chauvinistischer war als diese, sah mit erfreuten Augen, wenn sich der deutsche Stadtbürger madja- risierte, während cS sich vom slowakischen Bedienstelen durch die Klassenschranken genau so geschieden fühlte, wie der übrigens vielfach deutsch sprechende ungarische Hochadel. Aus diesem Grunde waren auch die MadjarisiertmgSersolge unter den Deutsche» verhältnismäßig größer als unter den Slowaken. Der Umsturz machte die Slowaken zur Etaalsnation. Die nationalen Minderheiten, nun Madjaren und Deutsche, erhielten ihr eigenes Schulwesen, dursten ein eigenes nationales Leben entwickeln. Tas war vom Humanitären Standpunkt ein groster Fortschritt gegenüber 1013. Doch so weit gingen die Slowaken oder besser gesagt der neue Staat nicht, daß sie in der Behandlung der nationalen Minderheiten die sofortige Angleichung an die historischen Länder vollzogen hätten. Bcrgleicht man das in. der Slowakei praktisch herrschende Minderhcitenrecht mit 1913, ergibt sich ein großer Fortschritt und damit ein Ruhmesblatt in der Geschichte der Tschechoslowakischen Republik. Vergleicht man die gegen« tvärtige Lage dec Deutschen in der Slowakei mit jener der Deutschen in den historischen Läitdern, haben die Deutschen der Slowakei noch viel einzuholen und eine kluge Staatsleitung müßte bemüht sein, diesen Unterschied schnellstens zu beseitigen. Doch während die Deutschen das Probleni der historischen Länder darstellen, sind sie cs keineswegs in der Slowakei. Die staatspolitischen Probleme der Slowakei liegen bei der fast fünfmal so großen madjarischen Minderheit, die in räumlichem Zusammenhang mit dem ungarischen Staat angesiedelt ist, und immer mehr im Kampf zwischen dem AutonomiSmuS nicht nur HlinkaS und dem Zentralismus Prags. Dabei kommt das slowakische Deutschtum zu kurz. Die Angst vor der autonomistischen Demagogie verhindert selbst solche Zugeständnisse an die Deutschen, von deren Rechtmäßigkeit die Regierungskreise überzeugt sind. Bei jeder Behörde, bei jeder Anstalt wird genau geprüft, wie groß der Prozentsatz an Slowaken unter der Beamtenschaft ist. Ta er meist nicht Hundertprozen« tig ist und die Hlinkapresse daraus agitatorische Vorteil« zu ziehen bemüht ist, sucht man die freien Stellen slowakischen Bewerbern vorzubehalten. Da ergibt sich nun folgendes Kuriosum: die Parole der Autonomisten lautet:„Die Slowakei den Slowaken l", worunter gemäßigtere Elemente solche Personen verstehen, die in der Slowakei gebürtig sind, also auch die hiesigen Deutschen.(Der Regierung erscheint die Ausdehnung der Formel viel annehmbarer als die Formel selbst.) Nun ist aber bis 1018 eine wirklich deutsche Intelligenz in der Slowakei nicht entwickelt worden, die deutsche Intelligenz stand im madjarischen Lager und ist heute vielfach in Budapest zu finden, wo sie völlig madjat'ifiert, vor allem in Beamtenstellen lebt. Und seit 1019 I konnte dieser Mangel nicht behoben werden, so daß| Autonomie erarbeitete: Demokratische Selbstver- loaltung in einem Bundesstaat sollten die Freiheit und Zukunft der Völker sichern I Aber H o f, Bürokratie und Bürgertum hatten lein Verständnis für die großzü- gigepositive sozialdemokratische Politik— als der Kaiser Karl 1918 auf das Projekt Karl Renners zurückgreifen wollte, war ed zu spät.*) Noch einmal schien die Verjüngung und Erneuer»ng Oesterreichs möglich, als nämlich mit dem Jahre 1997 die demokratischen Kräfte vorübergehend die Oberhand erlangten Das aus tschechischen und deutschen Vertretern gebildete parlamentarische Koalitionskabinett deck Ministerpräsidenten Beck lvollte sich nach Durch- sührung des allgemeinen Wahlrechtes der Lösung der nationalen Frage zu wenden— da wurde es von dem reaktionären Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, der die demokratische llmge> sialtung Oesterreichs nicht mochte, gestürzt. Abermals hatte das»rzreaktio« »äre H a u s Habsburg den d e m o kra- tischen Versuch einer Bereinigung dernationalenStreitfrageninden Sudeten ländern verhindert— eS hat das Schicksal, das es 1918 erreichte, vollauf verdient. Alle Verständigungskonferenzen, welche Becks Nachfolger verantstaltcten, blieben ergebnislos. So Verhandlungen, die vom Herbst 1911 bis zum *) Nur 1006 gelang eS, auf einem Teilgebiete einen gewissen Erfolg zu erzielen, und zwar durch den sogenannten mährischen Ausgleich. Es kam eine Vereinbarung zustande, wonach einheitliche Wahl- laiäsier geschaffen wurden und der Brünner Landesschulrat national sektioniert wurde. Außerdem wurde die sogenannte Lex Perek beschlossen, wonach deutsche Kinder nur deutsche Schulen, tschechische Kinder nur tschechische Schulen besuchen sollten. in der Slowakei vielfach die geeigneten deutschen Aeiverber für Staatsstellen fehlen. Das slowakische Deutschtunt ist daher an der Ausdehnung der Formel:„Die Slowakei den Slolvakenl" auf die Deutschen der Slowakei und den dadurch bedingten Ausschluß der Sudetendeutschen von der Beamtenlaufbahn in der Slolvakei durchaus nicht interessiert. Solveit wir feststellen konnten, werden nur bei der Besetzung von freien Lchrerstellen Deutsche aus den historischen Ländern berücksichtigt mrd auch da erst, wenn keine geeigneten Bewerber aus «der Slowakei vorhanden sind. Einzelne deutsche Schwalben in der Eisenbahn- und Postdirektion machen noch keinen Sommer. Die politische Gruppierung innerhalb des slowakischen Deutschtums erleichtert diese Benachteiligung. Der nationale Gedanke war bei den ungarläirdischen Deutschen nie zu einer gesunden Entwicklung gelangt. So lebten die deutschen, bürgerlichen Parteien lange Jahre nach dem Umsturz in engstem organisatorischen Zusammenhang mit den ungarischen bürgerlichen Parteien. Dio immer abgeleugnete bürgerliche'Klassensolidarität war wieder einmal stärker als die in lauten Reden in den Himmel gehobene nationale Volksgemeinschaft. In der Slowakei hat sogar die tschechische Agrarpartei deutsche Sektionen und fängt mit dem Speck der Arbeitsvermittlung die deutschen Arbeitslosen. Den deutschen bürger lichen aktivistischen Parteien ist«S bisher nicht gelungen, hier einen Parteiapparat anfzubauen, so daß die deutsche Sozialdemokratie der einzige Repräsentant des deutschen AktiviSmuS ist und auf ihren Schultern vornehmlich auch dec Kampf gegen den Hcnleinismus liegt, diesen Schein- Nationalismus einer herrschsiickitigen Clique^ die das Lakaientum vor dem deutschen Diktator in unbegründetem Stolz als nationales Selbstbe- wußtfein auSgibt und in ihrer StaatSfcindschaft und antisemitischen Demagogie erst jüngst in Preßburg offiziell erklären lieh, daß sie sich mit Hlinka und Sidor auf einer Linie befinde. Was schert diese Natioitalpolitiker, daß die Hlinkapar» tei an Deutschenhaß nicht einmal von den tschechischen Faschisten übertroffen wird— wenn eS gegen die demokratische Republik und das, was sie Marxismus nennen, geht, ist es ihnen gleichgültig, ob Rosenberg oder ein Prälat ihr Bundesgenosse ist. So wenig konkret die Erfolge des 18. Feber in der Slowakei bisher sind und so sehr Fortschritte.nur im Gefolge der Entwicklung in den historischen Ländern zu erzielen sein werden, so unrichtig wäre es doch, dieses politische Datum für unsere politische Arbeit in der Slowakei ge« rntgzuscbätzen. Ter Gewinn ist jetzt erst atmosphärischer Natur. Die gefühlsmäßige Einstellung der Behörden beginnt sicb zu wandeln. War man früher konziliant, vielleicht sogar konzilianter als Vie Zentralstelle und ihre Arbeit {Von Willi Wanka-Praß Wir haben den Leiter der Zentralstelle der deutschen aktivisti schen Parteien, Willi W a n l a, ersucht, uns eine Reihe von Fragen zu beantwor ten, die sich auf die Entstehung der Zentralstelle, ihre Tätigkeit und ihre Ersah« rungen in den zehn Monaten ihres Bestehens beziehen. Nachstehend die Antivort Willi WankaS auf diese Fragen: Wann wurde die Zentralstelle eingerichtet und wie waren ihre organisatorischen Grundlagen bei ihrem TätlgkritSbegiim beschossen? Die Schaffung der Zentralstelle der deutschen aktivistischen Parteien geht auf einen gemeinsamen Beschluß der.Parteileitungen der drei deutschen Regierungsparteien zurück, der Mitte März 1937 gefaßt wurde. DaS Sekretariat der Zentralstelle arbeitet regelmäßig seit 1. April 1937. Die Zentralstelle benötigte selbstverständlich sofort die Mitarbeit der aktivistischen Parteien in den einzelnen Bezirken. Daß diese Notwendigkeit auch erkannt wurde, beweist der Umstand, daß der weitaus größte Teil der aktivistischen Bezirksstel- len in verhältnismäßig kurzer Zeit geschaffen wurde. Heute stehen der Zentralstelle schon 81 Bezirksstellen zur Verfügung, denen bei der praktischen Durchführung des 18. Feber eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zulömmt. Bei der Organisation der Arbeit aber stand die Zentralstelle vor vollständig neuen Aufgaben, weil die Gebiete des öffentlichen Lebens, welche Frühjahr 19l2 geführt wurden, und Besprechungen, die im Jänner 1014 begannen und am 17. Juli 1914 abgebrochen wurden. Wenige Tage später raste der Krieg durch Europa, der dem alten Reich ein Ende bereitete und eine völlig neue staatliche Grundlage für daS Nebcneinanderlcbcn von Tschechen und Deutschen geschaffen hat. In den ersten. Jahren des Bestandes der Tschechoslowakischen Republik tobte der nationale Kampf mit großer Heftigkeit. Es war ein schiverer Fehler der tschechischen Parteien, daß sie die Verfassung des neuen Staates mit Ausschluß der Deutschen gemacht haben—sie haben dadurch cme Gelegenheit zur innerpolitischen Festigung des Landes versäumt. Ebenso hat die allnationale Koalition dem nationalen Frieden dcS Staates Wunden geschlagen, die noch nicht verheilt sind. Auch der Eintritt deutscher Parteien in die Regierung 1926 bzw. 1929 hat die tschechischen Koalitionsparteicn noch nicht veranlaßt, sich mit einer Regelung der nationalen Verhältnisse zu befasse». Erst die Denkschrift der aktivistischen Parteien vom 27. Jänner 1937 hat die Dinge inS Nollen gebracht und zu den Vereinbarungen vom 18. Feber geführt, seit denen gerade ein Jahr verflossen ist. Die Vereinbarungen vom 18. Feber 1937 verdanken also ihr Entstehen der Initiative der deutschen Regierungsparteien— auch diese geschichtliche Wahrheit muß festgestellt werden. Sie haben sich als fruchtbar erwiesen, als ein Mittel, den nationalen Frieden zu fördern. Gelöst ist durch sie die tschechisch-deutsche Frage freilich nicht, weil die Geschichte immer neue Probleme aufwirfk, die von den Völkern jeweils bewältigt werden müssen. Wir wollen dieses innerpolitische Hauptproblem unseres Landes auch in Zukunft im Geiste der nationalen Verständigung behandeln, im Geiste der Demokratie und Menschlichkeit, in der die politische und gesellschaftliche Neuordnung der Welt durchgeführt werden muß. den Gegenstand der Feberbeschlüsse bilden, vorher von sudetendeutscher Seite noch nie so umfassend und systematisch zu bearbeiten versucht wurde. Wir mußten nicht nur die Verbindung mit sehr vielen behördlichen Stellen ausnehmen, seitdem auch die wichtigsten Bindungen und Zusammenhänge feststellen, auf deren Basis allein erfolgreich gearbeitet werden kann. Ein Jahr Arbeit hat unser Wissen um diese Zusammenhänge grundlegend erweitert. Gibt«S Wünscht hinftchtlich der Zusammenarbeit in den BezirkSftellen und des Zusammenwirkens der BezirkSstelleu mit der Zentrale? Solche Wünsche wird eS immer geben. Sie ergeben sich vor allem aus den wachsenden Aufgaben der Bezirksstellen, welche das praktische Leben immer wieder neu stellt. Die Bezirksstellen fußen vielleicht noch mehr als die Zentralstelle auf dem unbedingten Vertrauen der einzelnen Partner untereinander. Dieses bedarf da und dort gewiß noch der Festigung. Die Zentralstelle will von den BezirkSstellcn eine noch präzisere Arbeit und vor allem eine prompte Berichterstattung iiber alle Vorgänge in dem sudetendeutschen Gebiet, welche im Zusammenhang mit der nationalen Befriedung deS Staates stehen. Gab«S tei der Durchsetzung der Vereinbarungen vom 18. Feber in den Aemtern Schwierigkeiten? In welchen Aemtern warm sie am grössten und welcher Art wärm sie? Schwierigkeiten gab eS. Schwierigkeiten wird eS auch noch weiter geben. Damit haben wir von vornherein gerechnet. Wir find der Auffassung, daß Aufregung noch lange kein Programm ist und deshalb haben wir uns in sachsicher Weise um die Beseitigung der Hindernisse bemüht. Darin bestand ein wesentlicher Teil der gesamten Arbeit der Zentralstelle. Man soll nicht übersehen, daß der 18. Feber mit einer 19jährigen Tradition bricht, welche ihren Niederschlag nicht nur in der Einstellung vieler Beamter, sondern auch in administrativ-technischen Einrichtungen gesunden hat. Ta galt es natürlich sehr oft. erst den Weg für den Geist deS 18. Fel>er freizumachen. Wir Ivollen nicht iviterscheiden, in welchen Aemtern die größten Schwierigkeiten waren, weil die genaue Erklärung dafür den Rahmen dieser Unterredung sprengen müLte. lieber die Art der Schwierigkeiten läßt sick sagen, daß sie psychologischer, organisatorischer und administrativ-technischer Natur waren. Von böswilliger Sabotage kann man aber, streng genommen, nicht sprechen. ES ist jedoch verabsäumt worden, den durchzufüh- rendcn Organen rechtzeitig klar zu sagen, wie die Regierungserklärung vom 18. Feber in ihrem ganzen llntsang auszulegen und in welchem Tempo sie zu praktizieren ist. Nm objektiv zu bleiben, müssen wir auch sagen, daß es auf deutscher Seite ebenfalls Schwierigkeiten gibt. Für manche Zweige des Staatsdienstes melden sich zu wenig qualifizierte deutsche Bewerber. Der Hinweis darauf, daß so und so viele Gesuchsteller in dem betreffenden Zweig nicht untergebracht werden konnten, ist kein Argument, weil auch in den Reihen der tschechischen Bewerber eine AuSsiebung nach der Qualifikation stattfindet. Auch die Bewerbung um öffentliche Bauten und Lieferungen bedarf noch der besseren Organisation.' Sin die Schwierigkeiten überwunden? Wenn jar wie wurde die- erreicht? Ich habe schon gesagt, daß.eS Schwierigkeiten Immer wieder geben wird. Ein guter Teil der Anfangsschwierigkeiten ist aber schon überwunden. In den meisten Fällen haben wir dies gemacht, ohne viel Lärm zu schlagen. Wir haben unser Material flcfanmelf und dann mit den zuständigen Stellen tdandelt. Diese Methode führte zum In den historischen Ländern üblich, wird der deutsche AktiviSmuS heute doch schon als geistiger Bundesgenosse in Erwägung gezogen. In der Slolvakei können die Sprachinseldeutschen, die daschwere Schicksal tragen müssen, immer und überall Minderheit zu sein oder als solche zu gelten, kein staat-politisches Problem werden. Man leistet es sich, in der zu dreißig Prozent deutschen Stadt Preßburg vom Hauptbahnhof und der Hauptpost jedes deutsche Wort sernzuhalten, Straßenpolizisten Dienst machen zu lassen, die auch nicht ein Wort deutsch sprechen, die Stationsund Ortsbezeichnungen in großen deutschen Sprachinseln rein slowakisch festzulegen, die Sprachinseln' auf mehrere politische Bezirke auf« znteilen und dadurch die deutsche Minderheit nm ihre Rechte zu bringen, man gliedert die deutschen Bürgerschulen an slowakische an, so daß eS in der ganzen Slowakei keine selbständige deutsche Bürgerschule gibt, und verweist den Beschwerdeführer ans die Tatsache, daß die 169.000 Deutschen der Slowakei noch nicht fünf Prozent der Gesamtbe- völkernng bilden... aber man fragt sich doch, ob man sich staat-politisch ans dem richtigen Wege befindet, wenn man sich mit dem deutschen AktiviSmuS, repräsentiert durch die deutsche Sozialdemokratie, nicht verständigt. In diesem sich anbahnenden Stimmungsumschwung liegt am ersten Jahrestage der Wert des 18. Feber 1937 für die Slowakei. Erfolg. Viele-, was so geleistet wurde, kann sich allerdings erst in der nächsten Zeit auswirken. Sind die dt-bertgen Grundlagen de- 18. Feber, nämlich di« var einem Jahre verkündeten Leitsätze, zureichend? Wenn nicht: Wie könnten diese Grundlagen verbessert»der erweitert werden? Die aktivistischen Parteien haben keinen Zweifel darüber bestehen lassen, daß die Regierungserklärung vom 18. Feber 1937 nicht der Abschluß, sondern der Anfang eines systematischen BcfriedungSwerkeS ist. Ich habe die Erfahrungen eine- ganzen Jahres im Auge, wenn ich sage: eine brauchbare Basis haben diese Leitsätze geschaffen. Sie haben sozusagen die Grundfesten für daS Gebäude deS nationalen Friedens in unserem Staate errichtet. Im einzelnen bedürfen die Feberbeschlüsse allerdings noch der genaueren Interpretierung für die durchsührenden Organe. Ein Beispiel: In der Regierungserklärung vom 18. Feber wird im Zusammenhang mit der staatlichen Personalpolitik zwar von der Proportionalität gLsprochen, aber nicht gesagt, wie diese herzustellen und weiter praktisch zu handhaben ist. Wir haben uns in der Zentralstelle sehr eingehend damit beschäftigt und der Regierung vor einigen Monaten Anregungen für die Ausarbeitung von Durchführungsbestimmungen gegeben. Wir dürfen heute annehmen, daß diese Richtlinien bald die offizielle Billigung der Regierung erhalten. Wenn eS so weit sein wird, dann kann eS in diesem Punkte nur mehr eine Auffassung bei den Behörden geben. Damit wird die wirksame Praktizierung der Feberbeschlüsse auf diesem Gebiete sichergestellt werden. So wird eS schließlich auch mit den anderen Punkten der Regierungserklärung geschehen müssen. Wir erblicken unsere Aufgabe darin, die Probleme ununterbrochen durch praktische Prüfung zu studieren und systematisch an verbindlichen Formulierungen zu arbeiten, welche zur intensiveren und auch automatischen Auswirkung des 18. Feber beitragen können. Die aktivistische Zentralstelle wird dabei den ihr zufallenden Teil der Arbeit zu bcwöltigen wissen. Waß kann über die bisher erreichten Erfolge berichtet werden'? Darüber könnte schon allerlei gesagt werden. Nachdem aber die Zentralstelle am 18. Feber 1938 vor dem Forum aller aktivistischen Parteien Bilanz ziehen wird, sei dem hier absichtlich nickst vorgegrifsen. Au- welchen BevölkerungSkreisen, Gegenden und politischen Gruppierungen rekrutieren fich die Stellenbewerber? Der Staatsdienst konimt heute schon so gut wie für alle Berussschichten in Betracht. Wir betreuen daher ebenso Arbeiter wie Bürokräfte, Mittelschüler mit Mattira und Akademiker. An den Bewerbungen beteiligen sich alle Bezirke deS sudc- tendeutschen Gebietes. Allerdings bleiben manche Landesteile auffallend im'Angebot von Bewerbern zurück. DaS trifft für solche Gebiete zu, in denen die Schulorganisation auf niederer Stufe steht. Dort sind dann natürlich auch die Auswirkungen des 18. Feber weniger sichtbar. Sind viele Bewerber vorhanden? Für welche Arbeiten, für welche Aemter? Eigentlich hätten wir noch mehr Bewerber erwartet. Es gibt ihrer aber genug, vor allem, wenn wir in Betracht ziehen, daß die restlose Konzentrierung der Bewerbungen bei der Zentralstelle noch nicht erreicht ist. Für manche Dienstzweige sollten sich noch mehr Bewerber melden. DaS gilt vor allem für die Gendarmerie und die Staatspolizei. Bei dem letzen Konkurs für die Staatspolizei entsprach das Verhältnis der deutschen zu den tschechischen Bewerbern nicht annähernd dem Bedarf, der für die Einhaltung der deutschen Quote notwendig gewesen wäre. Sehr großes Interesse herrscht für den Postdienst, obzwar es sich hier um nicht sehr gut bezahlte Stellen handelt. Zu wenig qualifizierte Bewerber sind auch für den Kanzleidienst vorhanden. So könnten wir im Gerichtskanzleidienst noch Ge» Tritt 6 Freitag. 18. Fever 1038 Nr. 41 suchssteller unterbringen, wenn sie entsprechend flott auf der Maschine schreiben. Für die höheren Dienststellen— d. i. für Akademilerposten— mangelt eS nicht an Bewerbern. Wie«erden die Tprachenkenntniffr der Bewerber beartetlt? Bon den Remtern? Bon der Zentralstelle? Die Aemter haben bei den AufnahmSprüfun« gen nach dem 18. Feber eine liberale Praxis ein- geführt. Die Zentralstelle kann allen Interessenten für den Staatsdienst nur dringend raten, ordentlich tschechisch zu lernen. Da mangelt eS noch sehr. Natürlich gibt eS in unserer Evidenz Bewerber, welch« noch auf Anstellung warten. Das ist besonders in jenen Zweigen des Staatsdienstes der Fall, für welche sich die meisten Bewerber gemeldet haben. Die Anstellungen sind von dem Vorhandensein freier Stellen abhängig. Es ist eine Erscheinung des Staatsdienstes, dass immer eine grössere Anzahl Bewerber in Evidenz gehalten wird, welche man einberuft, sobald es wieder freie Stellen gibt. Warten müssen ist also noch 'eine Ablehnung. Auch das muss man einmal sagen, weil es den tschechischen Bewerbern ebenso geht. Wir können also damit rechnen, dass wir den grössten Teil der vorgemerkten qualifizierten Bewerber nach und nach noch unterzubringen ver, mögen. Wie ist auS der täglichen Praxi- die Bedeutung der Brrrinbarungen vom 18. Feier zu ie» urteilen: a) für de« Staat, b) für die Deutschen? Gibt«S auf deutscher Seite störende Kräfte? Wer sind sie und»ie äußern sie sich? Die Bedeutung deS 18. Feber für den Staat liegt darin, dass sich seine Durchführung nach einer gewissen Zeit unbestreitbar in einer inneren Festigung auswirken wird. Die konsequente Realisierung der Feberbeschlüsse wird auch die Mehrheit der Sudetendeutfchen wieder der Demokratie zurückgewinnen und ihre Kräfte auf konstruktive Aufbauarbeit hinlenken. Auch aussenpolitisch kann der Staat nur gewinnen, wenn er eine gerechte Nationalitätenpolitik durchführt. Für die Deutschen— abgesehen von der Schaffung tausender gesicherter Existenzen und kultureller sowie sozialer Entfaltung— bringt der 18. Feber die etappenweise Verwirklichung de- Grundsatzes von Gleichen unter Gleichen, wachsende Mitverwaltung im Staate und die Möglichkeit der freien Entfaltung ihrer politisch-schöpferischen Kräfte. Den 18. Feber hat im deutschen Bereiche allein die SdP zu stören versucht. Dabei schreckten diese nationalen Phrasenhelden nicht einmal vor dem verwerslichen Mittel zurück, dass sie jene Menschen der öffentlichen Aechtung auszusehen versuchten, welche sich in Wahrung ihrer verfassungsmässigen Rechte für den Staatsdienst meldeten. Da- sudetendeutsche Volk wird allerdings auch darauf»och einmal in der richtigen Weise zu ant« warten wissen! Kann der 18. Fetrr zu einer dauernden Befriedung und Befriedigung der Nationen führen? Wir glauben daran— vorausgesetzt, dass in beiden Völkern die Kräfte der friedlichen Zusammenarbeit den Gang der Ereignisse bestimmen werden. In der Zeit der grossen internationalen Spannungen war der 18. Feber ein mutiger Frieden-bcitrag. Darum dürfen toir ruhig zu dem Werke stehen, das vor einem Fahre eingeleittt wurde. Wir werden eS nicht im Stiche lassen, sondern mit allen Kräften an seinem weiteren Ausbau arbeiten. Puschkins letzte Nacht Von Ernst Thöner Puschkins Pferde zogen schwer an dem Schlitten. Der Schnee lag tief und eisiger Wind jagte durch die Stacht. Der reiche Händler Puschkin war viel und lang äusser HauS. Die Dörfer lagen weit zerstreut und gar zur Stadt— da brauchte man eine TagcSreise hin und wieder eine zurück. Alcxandrowna war daher viel allein. Sie wäre cs weniger gewesen, wenn sie all die Arbeit gesehen hätte im HauS. Aber die besorgte Katja, die Magd. Und im Stall und im Hof sah der Knecht nach alttm. Drum hatte Alexandrowna Zeit zum Den» Icn. Und sie fand, daß«S gar nicht recht sei von Puschkin, sein junges Weib tagelang allein zu lassen; daß die vielen Fahrten von Dorf zu Dorf ein andrer besorgen könnte und dass sie gar nicht nötig wären; daß daö Geld bequemer verdient loerdcn könnte— wie drüben bei dem Nachbar, dessen Sohn Pjotr Zeit genug blieb, sich selber und die Frmlen anderer schön zu finden. Solche Gedanken stellten den niit blitzenden Zähnen lachenden Pjotr neben den wortkargen, nach langer Fahrt müden Puschkin. Und Alexandrowna sand, dass ihr Mann im Alter gar nicht mehr zu ihren Jahren passe. Puschkins Pferde zogen immer schwerer an der Last des Schlittens. Wenn der Knall der Peitsche gegen ihre Ohren schlug, legten sie sich mit letzter Kraft in die Stränge und heißer Atem stieß aus den geblähten Nüstern. Puschkin fluchte in die Nacht. Noch drei gutt Stunden waren zu bezwingen bi- zum Dorf. Die Peitsche fuhr auf den Rücken der Tiere nieder. Diese machttn einen jähen Sprung, der Schlitten schlug hart gegen »ine verwehte Mauer und— stand. Das Gestänge war gebrochen, die Riemen gerissen; Pakete, Fässer und Felle lagen im Schnee... Ein chauvinistisches Husarenstücklein der Polizeidirektion in Pilsen Die Gemeinde Holleischen wandte sich am 24. Jänner dieses Jahres mit einer Eingabe (deren Inhalt in diesem Zusammenhang völlig unwesentlich ist) an das Stadtamt in Pilsen. Die Gemeinde benützte zu dieser Eingabe das vorgeschriebene(zweisprachige) Formular; da aber Pilsen tschechisch ist und weniger als 20 Prozent seiner Einwohner deutscher Nationalität sind, strich die Gemeinde Holleischen im Formular den deutschenText und füllte e S t s ch e ch i s ch a u S. Mehr, so sollte man meinen, könnte man von einem deutschen Gemeindeamt wirklich nicht verlangen. Aber die Polizeidirektion in Pilsen fand auch an solchem Vorgehen noch etwas auSzusetzen! Sie fügte nämlich der Erledigung ein paar handschriftliche Zeilen bei, in denen ganz überflüssiger Weise besonders festgestellt wird, daß Pilsen weniger als zwanzig Prozent Bürger deutscher Nationalität besitzt, weshalb eS notwendig fei, daß im Berkehr mit Pilsen Formulare lediglich in tschechischer Sprache verwendet würde»! Das schlägt Ivahrhaftig dem Fass den Boden auSi Die deutsche Gemeinde Holleischen, in einem völlig deutschen Bezirke gelegen, streicht im benützten zweisprachigen Formular den deutschen Text, füllt daS Formular tschechisch auS — und dann kommt der Pilsener Polizeigewal tige, um der deutschen Gemeinde vorzuschreiben, daß sie einsprachig tschechische Formulare zu benützen Habel ES ist schwer zu entscheiden, ob hier die Bürokratie vom ChaiwiniSmuS oder der Chauvinismus von der Bürokratie kommandiert wurde. Sicher wber ist, daß solcher chauvinistische Bürokratismus oder solch bürokratischer Chauvinismus demGeistedeS18. FebereinfachinS Gesicht schlagen. ES wäre wahrhaftig kein Unglück, wenn die tschechische Gemeinde Pilsen einmal ausnahmsweise den Akt einer deutschen Gemeinde in deren Sprache zur Kenntnis nähme. Wenn diese Gemeinde aber schon den deutschen Text streicht und in D r u ck und Schrift mit Pilsen lediglich tschechisch verkehrt, so sst eS ein schikanöser Uebergriff, wenn eine hochmögende Poltzeidirektion(die doch wahrhaftig andere Sorgen haben dürfte) also mit dem deutschen Gemeindeamt verfährt. Dass das aber möglich ist, beweist, wie viel im Großen wie im Kleinen noch besorgt werden muss, um dem demokratischen Geiste Rechnung zu tragen, in dem das Feber- Abkommen voin vorigen Jahre gedacht und gehalten ist, und wieviel gewissen Amtshcrren noch beigebracht werden muß, damit sie nicht, durch solche blinde Exzesse, der Böllerverständigung auf lächerlichste und zugleich ärgerlichste und verletzende Weise entgegenarbeiten. SdP-Bombardement • gegen den 18. Feber Just zum 18. Feber fiel uns folgender UkaS in die Hand, der eben von der H a u p t st e l l e der SdP in Eger hergestellt und heraus- gegeben wurde und der in interessanter Weise beleuchtet, wie die SdP alle Minen springen lassen will, um die Wirkung deö 18.-Fel>er«Jubiläum» zu schmälern. Hier der Wortlaut: SdP Propaganda- Prag, 11. Feber 1987. amt. Weisung deS Propaganda-Amte- L—1/88. Bekifft: Notftand-kundgebungrn. Werre Kameraden! Da- Provagandaamt der SdP veranstaltet im März inallen deutschenGerichtS- bezirlsstädten de- gesamten Staatsgebiete- öffentliche NotstandSkund- gebungen. Ter Termin für diese grosse Aktion wurde festgesebt für S o n n t a g, d e n 6. M ä r z 1038, in den Bezirken Mährens und Schlesien-, und Sonntag, den 18. März 1988, in den Bezirken Böhmens. Alle bereit- an diesen Tagen angesetzten oder geplanten Veranstaltungen. Tagungen usw. sind in Anbetracht der Wichtigkeit dieser gesamtstaatlichen Aktion sofort abzusetzen. Die Bezirke hohen sofort ihre Redneranforde- cungen im Wege ihrer Kreisleitung an den parlamentarischen Klub der SdP(Prag I., Parlament! bekanntzugeben und alle technischen Vorbereitungen für diese Kundgebung zu treffen. Weiter» hat jede Bezirksleitung alle- örtliche interessierende Material über die soziale Lage, die Arbeitslosigkeit. die Schwierigkeiten bei Versorgung von Lebensmittelkarten und alle Ungerechtigkeiten, betreffend die Berledung de- GleichheitSgrundsabeS, die Benachteiligung Deutscher bet bet Einstellung in den Staats* und öffentlichen Dienst, Betriebsstillegung usw., d• in der Zeit vom 18. Feber 1987 bis in die letzten Tage geschehen sind, zu sammeln, damit eS vom Redner bei der Kundgebung verwendet werden kann. Da- gesammelte Material der Bezirke muh unbedingt spätesten- 8 Tage vor der Kundgebung der Kreisleitung, übergeben werden, die es dann nach örtlichen Gesichtspunkten aufgeteilt, den einzelnen Rednern zur Verfügung stellt. Besonderkrasse Fälle sind direkt an das P r o p a- aandaamt der SdP(Prag II.. Hhbernskä 4) einzusenden. Von der Art der Vorbereitung dieser öffentlichen Kundgebungen wird es abbänaen. ob diese schlagartige Aktion den notwendigen Eindruck auf die Bevölkerung und die massgebenden staatlichen Stellen hinterlässt. Die- zu erreichen muss unter allen Umständen gettachtet werden. Mit deutschem Grusse! Für die Hmivtstelle der SdP: R. Dietl. F. d. Amt f. pol. Propaganda: Rudolf Sanbner e. h. Also sie betteln um Material gegen den 18. Feber, um dann damit hausieren zu gehen! Natürlich in„schlagartiger" Aktion. Also mit dem „Schlag" ist's jedenfalls vorbei, indem wir auf ihn vorbereiten und vorbereitet sind, so dass die Wirkung dieser gesamtstaatlichen Aktion«unter allenUm ständen" anders ausfallen wird, als die SdP-Propaganda es wünschte! Puschkin beruhigte die zitternden Tiere. Tann schlichtete er die Warenstücke und schlug eine Decke darüber. »Kann ich djr helfen?", sprach ihn ein Bauer an, der eben des Weges gekommen war und sein Gespann angehalten hatte. „Da ist nichts zu helfen I", war Puschkin- rauhe Antwort. „Ein paar gute Nägel und Bandeisen flicken deinen Schlitten wieder zusammen!" „Was einen Riß hat, wird nicht mehr ganz; Ivaö hin sein soll, muß ganz hin fein!" Puschkin hatte die Bruchstücke de- Schlittens angehäuft, einige Stroh dazugetan und ein Zündholz drangehallen. Der eisige Wind blies mit tückischer Lust in die Flamme und schaurig fuhren feurige Zungen in die Nacht. Der Bauer kannte Puschkins rauhe Entschlossenheit. Da brauchte e- keines Wortes mehr. Er trieb sein Pferd an und fuhr weiter.^ Puschkin inachte auf einem der Pferde einen Sattel zurecht, faßte das andere am Zügel und saß auf. Die Tiere, ledig ihrer Last und des nahen Stalles froh, jagten heimtvärtS. Wie Pjotr in schmucken Stiefeln und reich besetzttm Pelze vor Alexandrowna stand und ihr lachend einen Gruss entbot, da fand die Frau wieder, daß dieser in Jugendkrqft strahlende Bursche doch etwas anderes sei als ihr immer in Arbeit sich mühender Mann. Lächelnd lud stt ihn zu einer Tasse Tee an den Tisch, lächelnd wehrte sie seine stürmischen Werbungen ab... und lächelnd ergab sie sich seiner heißen Bitte. Puschkin stand breit im Türrahmen. Der Schein der Lampe lag gespenstisch auf seinem bleichen Gesicht. Alexandrowna und Pjotr standen stumm vor der bewegungslos drohenden Gestalt. „Ich liebe Alexandrowna!'. Etwas wie trotzige Furcht lck» in Pjotr- kurzem Wort. M .Du wirst es beweisen". Nach dieser tonlosen Antwort trat Puschkin auf sein Weib zu,, faßte e- beim Arm und zog es zur Tür, durch- Hau-, in den Hof. Dort standen noch die Pferde. Puschkin hob sein Weib auf den Rücken deS einen Tiere- und band eS mit Riemen fest. Pjotrs Hilferufe hatttn die Leute aus den Hütten geholt. Bor Kälte und Grauen zitternd standen sie, da- nächtige Schauspiel und Pjotr- beschwörende Worte nur langsam verstehend. Puschkin war mit seinem grausigen Handwerk fertig. Er zog auS dem Mantel eine Pistole und feuerte sie an dem Ohre des Pferde- ab. Das sprang hoch, tanzte dreimal auf den Hinterhufen im Kreis« und jagte in rasender Hast durch- Tor hinaus in die Nacht. „Hol dir, was du liebst; wenn du Mut hast!" Diese Worte donnerten zu Pjotr, der sich vergeblich bemühte, die Hilfe der Nachbarn anzurufen. Diese standen stumm; die Frauen hüllten sich vor Furcht frierend in ihre Tücher. Draußen hörte man die jagenden Hufe deS scheu dahinrasenden Tieres. Puschkins Blick ging finster in die Runde. Keiner rührte sich; leises Jammern der Weiber erstickte schluchzende Stoßgebete. Da warf Puschkin seinen Mantel ab. „Bringt FackelnI", gebot er dem Knecht und der Magd. Alle folgten ihm, al- er durchs Tor schritt. Kurze bange Augenblicke. 2n ungemilderter Wildheit raste da- Pferd im Kreise. Wenige Herzschläge lang schaute Puschkin dem jagenden Wirbel zu. Dann warf er sich dem heranstürmenden Tiere in die Zügel. DaS sprang jäh in die Höhe, tat noch ztvei Sprünge und stand. Puschkin löste die Fessel, hob sein ohnmächtiges Weib vom Pferde und rieb seine Schläfen so länge, bis Alexandrowna zu sich kam. Dann schwang er sich auf das Pferd, feuerte einen zweiten Schuh in die Nacht und jagte fort. Keiner rührte sich. Jeder wusste, daß niemand den Puschkin zurückbringen könnte. Deutsch-bürgerlicher Zusammenschluß In der Slowakei gegen Henlein Die Henlein-Agitation in der Slowakei halle schon seit längerem eine Annäherung der anderen bürgerlichen Gruppen des Karpathcndeutschtumr zur Folge, die vor allem durch die deutschen Christlichsozialen und durch die Z i p> ser deutsche Partei repräsentiert werden, die sich stark den deutsch-aktivi st i scheu Parteien genähert hat. In Pressburg fand nun eine Beratung der deutschen llhristlit- sozialen statt, an der auch der Zipfer deutsche Abgeordnete Andor Nitsch teilnahm. Beratungsgc- genstand bildete die Frage eine- gemeinsamen Vorgehens der beiden Gruppen unter Aufrechterhaltung der organisatorische:» Selbständigkeit. Schlug mit solchen LehrbüchernI In dem Verlag de- Josef R. Vilimek, Prag, wird ein Lehrbuch für tschechische Stenographie von Karel Blaha verlegt. Auf Seite 88 dieses Lehrbuches befinden sich folgende, als Schreibübung dienende Sähe:„llcke Nemkynö, tarn faleä, kde cik&nka, tarn krä dez“(Wo eine Deutsche, dort Falschheit, wo eine Zigeunerin, dort Diebstahl) und„Je Nimec, nevßr!"(Er ist ein Deutscher, glaub ihm nicht). Wie ist e- möglich, daß die staatliche Zensur derart gegen die deutsche Nation ausfällige Sähe übersehen hat, während sie bei den ihr vorgelegten deutschen Schulbüchern die schärfste Praxis walten läßt? Man ivundert sich aber auch über die Schulbehörden aller Instanzen, die ein solche» Lehrbuch zum Unterricht freigeben, bzw. benützen. Massenhausdurchsuchungen nach gepaschtem Sacharin In der Umgebung von Bischoftetnih Wurden neuerlich Hausdurchsuchungen vorgenommen. ES handelt sich um eine planmässige Aktion, die sich auf die Feststellung des Besitzes von Sacharin erstreckt, das von Deutschland nach dem Bezirk Bischosteinitz gepascht und dort von der unbemittelten Bevölkerung als Zuckerersah verbraucht wird. Bei den Hausdurchsuchungen kam er vielfach zur Beschlagnahme von kleineren oder grösseren Quantitäten Sacharin- und zur Verhängung von Gefällsstrafen in der Höhe von 1000 bis 1800 Ke. Eine Hausdurchsuchung führte sogar zu einer Verhaftung. Die Aktion der Staatspolizei ist noch nicht abgeschlossen. Gruppengründung der«deutschen Sozialisten" in Mähren-Schlesien. Die„deutschen Sozialisten" haben bisher in Karlsbad, Kam o« t a u und in B r L n n die ersten Ortsgruppen gegründet, wo S m a g o n sprach, der in Südmähren eine Reihe weiterer Versammlungen veranstaltet. 2n Nordmähren und in Schlesien hielt Jng. F i s ch e r, ein früherer Mitarbeiter Kaspers, eine Reihe von Versammlungen ab, bei denen ebenfalls„deutsch-sozialistische" Ortsgruppen gegründet wurden, so in N e u t i t s ch«i n, M.- Schönberg, Fulnek, und Ziegen- hal-. Auch in Troppau kam eS zur Gründung einer solchen Gruppe, deren Führmy» der frühere Arbeiterstandesvertreter der SdP Go- molka und der ehemalige Redakteur des eingegangenen SdP-BlatteS„Volkswart", Zoubel übernahm. Heute Rundfunkvorttag des Abg. Wenzel Jaksch über de» 18. Feber. Innerhalb der allfreitägigen Relation«Aktuelle zehn Minuten" der Prager deutschen Arbeitersendung hält heule Abg. Wenzel Jaksch von 18.30—18.45 llhr einen Vortrag über„Die Bedeutung des Abkommen» vom 18. Feber 1937". Der heutige„Kullurberick! vom Tage"(18.55—19.00) ist gleichfalls dem 18. Feber gewidmet. Ein Millionär-Gewinner,, der sich nidii meldet! Weit über Karlsbad hinaus hat seinerzeit der Krach des Bankhaus»- Mayer Aussehen erregt. Die Akten darüber und noch nicht geschlossen und nun taucht eine new: sensationelle Nachricht über diese- Bankhaus au'. Von der Finanzprokuratur wurde dem Konknröverwalter der Mayer-Bank mitgeteilt, dass das Baulos Nr. 120, Serie 758, mit dem Haupttreffer von einer Million Kö gezogen worden sei. Dieses Los ist seinerzeit in Joachims- tbal von einem gelvissen Müller an di: dortige Filiale deS Bankhauses Mayer verkauft Warden, so dass es sich in der KonkurSinasse oder in irgendeinem Depot der früheren Eigentümer befinden mühte. Das L o s ist aber u n a u f s i r d« b a rl ES hat sich auch kein neuer Besitzer gemeldet. Die Sachlage ist nun so, dass der Millionengewinn unter Umständen den Gläubigern deS Bankhauses zugute koinmen kann, wenn fick' im Laufe eines Jahres der Besitzer des Losenicht meldet. Man kann neugierig sein, wie sick> daS Geheimnis dieses Millionengewinnes klären wird. Verlanget überall Volkszünder tte cent 11 en D en, rg 6. C en r 1 g. at. DI de á ne c, ). Be As is mer es 11. 11, em er m et Is On 17 11. 02 # 0 " It 8, en 25 er Os ef el e それる 壮 t ht r 3 де 11 f 11 Nr. 41 Jagesneuigkeiten Ein Gesellschafts- Ingenieur In wenigen Tagen, am 21. Februar, wer den es hundert Jahre, daß in Kolin Josef Popper geboren wurde, bekannter unter dem Nas men Popper- Lyn fe us, als ,, Lynkeus" hatte er feine berühmt gewordenen Phantasien eines Realisten" erscheinen lassen und ohne daß er Wert darauf legte, wurde das Pfeudonym seinem Namen beigefügt. Die Phantasien eines Realisten" sind das einzige dichterische Werk unferes großen Landsmannes, der sonst fast nur mit Gesellschaftsproblemen sich befaßte: mit der Res form des Strafgesetzes und der Reform des Striegsdienstes, hauptsächlich aber mit der Lösung des wichtigsten Teiles der sozialen Frage, der Magenfrage im engsten Sinne. Als würdige Ehrung des großen Denkers erschien eben jetzt ein fleines, aber gehaltvolles Büchlein von Robert Plant unter dem Titel: Josef Poppers Synteus, der GesellschaftsIngenieur"( Saturn- Verlag. Wien), daß fehr achtungsvoll, aber feineswegs unkritisch die Lebensarbeit Poppers schildert. Diese Lebensarbeit galt im Grunde genommen immer dem einen drängenden, ihn bedrängenden Problem: wie kann die Gesellschaft organisiert werden, um Freitag, 18. Feber 1938 Auf der Rutschbahn- ein vergnügliches Spiel für die Kleinen Im Auto verbrannt Mittwoch abends stießen in Gera ein Pers sonenkraftwagen und eine Straßenbahn zusam inen. Das Auto geriet sofort in Brand. Dabei verbrannten zwei Insassen des Kraftwagens. Eine britt: Infaffin lonnte aus dem brennenden Auto gerettet werben, sie starb jedoch an den er littenen Verlegungen im Krankenhaus. Der Londoner Zensor jedem Menschen das Exiſtenzminimum zu sichern? Bopper- Lynfeus glaubte die Lösung gefunden zu haben in seinem System der Allgemeinen Nähr pflicht". Durch eine bestimmte Anzahl von Jahren follte jeder Mann und jede Frau zu gesell fchaftlicher Arbeit verpflichtet werden, zur Erzeu gung jener Konsumgüter, die jeder benötigt: Nahgegen Walt Disney rung, Kleidung, Wohnung. Bei einer täglichen Lord Tyrell, der Vorsitzende der britischen Arbeitszeit von siebeneinhalb Stunden und einer Filmzenfur- Kammer hat sich nicht mit Ruhm beArbeitspflichtzeit von dreizehn Jahren für die deckt. Er hat eine Entscheidung gefällt, die auch Männer, acht Jahren für die Frauen konnten in der Londoner Oeffentlichkeit stärksten Wider nach Poppers Berechnungen genug Produktions- spruch gefunden hat: er hat nämlich eine ganze güter erzeugt werden, um die Menschen ihr Leben Reihe von Szenen aus dem Großfilm von Walt lang in Nature mii diesen Gütern beteilen zu Disney Schneewittchen und die fieben Zwerge" fönnen. Vorausschung einer solchen gesellschaftsverboten. Die Begründung dieses Verbotes ist lichen Organisation war freilich auch nach Pop- äußerst merkwürdig. Der Zensor wendet sich nämpers Meinung die Vergesellschaftung zwar feilich gegen den heidnischen" Geist, der die een neswegs aller, aber doch der für diese Versorgung und Fabelwesen beherrscht und der mit den in Betracht kommenden Produktionsgiveige. Grundsägen der christlichen Erziehung englischer Popper- Lynteus hat sein System immer mehr Kinder nicht vereinbar sei. Die Londoner Beitun und mehr ausgestaltet, ihm immer neuere und gen bemerken dazu mit Recht, daß es ein Glüd gründlichere Berechnungen zugrunde gelegt. Es fei, daß Lord Tyrell zu Shakespeares' Beiten noch ist viel beachtet worden, nie aber und nirgends nicht seines Amtes gewaltet habe, denn sonst ist versucht worden, es zu verwirklichen. Kein näre wohl auch der„ Sommernachtstraum" Wunder: Auch wenn der Ingenieur noch so wegen seiner Elfen und des Baubersputs verschlüssig beweist, daß genug produziert werden boten worden... fann, um allen Menschen alle Lebensnotwendig. leiten zu sichern die ,, führenden" GesellschaftsDie Stellungen im Jahre 1938 beginnen schichten werden doch nie von Sozialisierung etwas Anfang des nächsten Monats im Gebiete der wiffen wollen. Auch wenn man sich bescheiden ganzen Republik. Einberufen werden heuer drei will mit der von Popper- Lynkeus für unterläßlich Jahrgänge. erachteten Teilsozialisierung auch sie ist eine Machtfrage! den. Sigöher wurde aber überführt, daß er aus der Wohnung Nychnovstys dessen Schreibmaſchine weggetragen und verkauft habe. Seite 7 Am Dienstag Parlament Reglerungserklärung In Erwägung gezogen Das Parlamentspräsidium hat Donnerstag beschlossen, die nächste Sitzung des Parlamentsplenums für Dienstag, den 22. Feber, um 16 Uhr einzuberufen. Auf der Tagesordnung steht der Rechnungsabschluß für 1936. Man nimmt an, daß sich wie schon im Ausschuß auch im Plenum eine mehrtägige politische Debatte entspinnen wird, und rechnet mit täglichen Sitzungen bis Freitag. Bis Dienstag soll auch entschieden werden, ob nach der Hitler- Rede von Sonntag eine Regierungserklärung erforderlich erscheint, die der Ministerpräsident Dr. Hodža persönlich abgeben würde. Die letzte Entscheidung darüber foll in einer Sitzung der Koalitionsvar teien fallen. Auch der Sen at wurde einberufen, und zwar für Mittwoch, den 23. Feber, um 16 Uhr. Auf der Tagesordnung steht gleichfalls der Rechnungsabschluß für 1936. Man rechnet hier mit ciner zweitägigen Debatte. das auf Grund der Erfahrungen konstruiert wurde, die gezeigt hatten, wie schwer der Start eines schwer833 Längerdienende versorgt, Auch im vergans belasteten Apparates für den Fernflug direkt vom genen Jahre ist es der Militärverwaltung gelun- Meeresstrand weg ist. Die Engländer haben nungen, im Einvernehmen mit den übrigen Reſorts eine mehr einen Doppel- Sydroavion konstruiert ,. ein beträchtliche Zahl längerdienender Unteroffiziere Waſſerflugzeug mit mächtigen Motoren, das an Bord Staatsdienst unterzubringen. Am meisten Bewerber ein kleineres Flugzeug ebnefolls mit drei Motourden zur Gendarmerie übernommen, ins- toren trägt, das für den Transozeanflug voll bes gesamt 165 Berfoner, zur Polizei wurden 159 Be lastet ist. Das große Flugzeug erhebt sich unter werber aufgenommen, zur Finanzwache 84. Weiters der Zusammenarbeit der Motoren beider Flugs wurden übernommen: 79 Bewerber zu den Staats zeuge vom Strand in die entsprechende Höhe, wo sich bahnen, 49 aur Post, 22 aur Prager Straßenbahn. dann das fleine Flugzeug automatisch loslöst und den 15 zur politischen Verwaltung, 9 als Gefän misauf Flug nach dem Fernziel fortsetzt. Der erste Start seher, 9 als Steuererefutoren, je 4 als Bedienstete zum Transozeanflug ging glatt von statten, das ges in den Schul- und Gerichtsdienst und 5 von der tragene Flugzeug löfte sich in großer Höhe über RoNationalbank. Bei der Militärverwaltung erhielten chefter leicht los und trat den Flug zur Ueberquerung 158 Bewerber Stellen im Kanzleidienst, 16 wurden des Ozeans an. als Angestellte übernommen. 9 als Rivilbedienstete, 9 wurden in militärischen Unternehmungen unter gebracht und 7 Längerdienende wurden in die Mi lit äratademie aufgenommen, werden also nach Absolvierung der Akademie Offiziere werden. Weitere 35 Bewerber fanden in verschiedenen anderen Kategorien Stellungen. Insgesamt wurden im Staats- und öffentlichen sowie in privaten Dien ften 883 längerdienende Unteroffiziere untergebracht. -Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Samstag: Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse, 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 11.05: Mužits Salonauartett, 12.35: Schallplattenkonzert, 14: Deutsche Sendung: Fröhliches Wochenende. 17.55: Deutsche Sendung: Dr. Hanna Seblak: Nachungsfreuden im Benfionsleben, 18.45: Deutſche teffe, 18.55: Deutsche Attualitäten, 20.80: Schallplattenfonzert, 22.30: Jasamuſif. Brag: Sen= der II: 14.20: Deutsche Sendung: In mir flingt ein Lied, buntes Nachmittagsprogramm. 14.55: Deutsche Preffe, Brünn: 17.40: Deutsche Sen dung: Duette und Lieder von Rubinstein. Brahms, Saumann etc. Breßbura: 15 15: Rundfunfor chestertonzert. Mähr. Ostrau: 18: Violoncello. fonzert. Unter dem Einfluß eines mächtigen Druckhochs, weiches sich von Schottland bis nach Polen erstrect, hat sich der Himmel am Donnerstag nahezu in der ganzen Republit ausgeheitert. Bei reichlichem Sonnenschein stiegen dabei die Temperaturen meist über plus 6 Grad, in der Südwestflowakei bis auf 12 Grad. Nördlich unserer Grenzgebirge behauptet sich jedoch in den Niederungen eine seichte Schicht füh lerer Luft, die stellenweise von Nebel oder tiefem Mebelgewölf durchsetzt ist. Wahrscheinliches Eine feltene Jagdbente. Zwei Jäger aus Wetter von Freitag: Auch im Westen und dem Dörfchen Saint- Michel- en- Beaumont un Südwesten des Staates verringerte Bewölkung, weit von Grenoble haben eine felten: Jagdbeute Nachtfrost, tagsüber jedoch relativ warm. Ziemlich gemacht. Es ist ihnen nämlich gelungen, zwei ruhig. In Schlesien im Flachland neblig, trübe bei mächtige Adler lebend einzufangen. Sie haben wenig veränderter Temperatur.-28etteraustagelang auf einem 1500 Meter hoch gelegenen iichten für Samstag: Keine wesentliche Bergvlateau den Königen der Luft aufgelauert. Aenderung. endlich stieß das Männchen auf den ausgelegten Der erste blinde Stenotypist. Vor einigen Nöder ein Lämmchen nieder und wurde Wochen annoncierte in der New York Times" von den Jägern, die sich hinter einem Felsen verAber nicht die Vorausseßungen und Mög zwischen zahllosen anderen Angeboten von Setres borgen hatten, überwältigt. Vier Tage lang umlichkeiten des Popper- Lynkeusschen Blanes ſollen tären und Stenotypisten ein gewiffer Charles Freifte das Weibchen den Ort. bis auch dieses gehier diskutiert werden, sondern der Mann gepries Weiß. Auch er ist Stenotypist, aber er ist blind, fangen werden konnte. Die Spannweite der sen, der sein Leben der Lösung der Frage weihte und seine Bewerbung um Arbeit stellte den ersten Flügel des Männchens ist 2.20 Meter, die des wie man jedem Menschen Nahrung, Kleidung und Versuch dar. mittels einer neuerfundenen Weibchens 2.10 Meter. Die Königsadler find in Obdach sichern könne. Daß dieser Mann alle Schreibmaschine für Blinde diese Unglücklichen in den Zoologischen Garten von Grenoble verbracht Sträfte feines konstruktiven Geistes der gefell- den Arbeitsprozeß einzuschalten. Weiß wurde worden, aber die beiden Rögel verweigerten iede schaftlichen Planung widmete das war das fofort engagiert. Seine Arbeit soll, wie man hört. Mehrungsaufnahme, sie sißen völlig erstarrt hoch Große! Ingenieure des Mordes, der Nationali- alle Erwartungen übertreffen. Er selbst ist sich oben im Käfig, und man fürchtet, daß sie ein ſierung, hundertfältiger technischer Verbesserun- feiner Verantwortung voll bewußt. Er weiß, daß gehen werden. gen gibt es zu unzählige. Dieser eine Ingenieur es sich hier nicht um sein persönliches Schicksal Das Beitungssterben in Deutschland. Die Bopper- Lynteus erkannte, daß wichtiger und not- bandelt, sondern um eine Lebensmöglichkeit für feit dem Jahre 1794 erscheinende..Geraer Beiwendiger die Organisierung der Tausende von Blinden. Wenn er sich durchseßt, tung" hat ihr Erscheinen eingestellt. Gesellschaft ist. Er hat Bewunderer und hat er für seine Leidensgefährten eine Tat voll- Flugzeugstart vom Rüden eines zweiten Fiug. Verehrer, aber keine Nachfolger gefunden. Er bracht, deren Bedeutung gar nicht hoch genug zeuges. In Rochester fand am Sonntag der Star: blieb leider eine vereinzelte Erscheinung. eingeschätzt werden kann. cines fombinierten britischen Wasserflugzeuges statt, Flieger bei Papanin Hoover in die Tschechoslowakei? Einige Pariser Zeitungen schreiben, daß der ehemalige PräMoskau.( Taß.) Vom Eisbrecher..Murident Hoover auf seiner Europa- Reise auch die Elshockey- Weltmeisterschaft 1938 man" wird gemeldet, daß er nunmehr die Tschechoslowakei besuchen werde. Er werde auf Hauptbasis für die Operationen zur Be- Einladung des Präsidenten Dr. Benes fommen. Die Schweiz besiegelt das Schicksal von USA gegnung der Papanin- Gruppe geworden sei. Am dessen Gast er auch sein wird. Vormittag des 15. Feber gelangte die, Mur Brag. Donnerstag nachmittags ging bei war aber anderer Meinung. Von diesem Augenblick an Im Paradies de3,, Kleinen Mannes". In mem Wetter und herrlichem Sonnenschein das Zwi waren die Sympathien der Zuschauer, welche bisher man" in die Nähe eines Eisfeldes, das einen einer Versammlung der Kreishandwerkerschaft henrundenspiel England gegen Schweden vor gleichmäßia bei bei den Mannschaften waren, vollborzüglichen Flugplatz abgibt. Es wurde ein Gfien erklärte der Hauptgeschäftsführer: fich. In technischer und spielerischer Hinsicht befam fommen auf Seite der Una arn, welche mächtig anFlugfeld im Ausmaß von 500X800 Meter frei- Mehr als tausend Handwert 3- man nicht viel au sehen; es war mehr ein Stampf, an cefeuert wurden, so daß die Henleinstudenten, die gelegt, auf welches die Flugzeuge hinabgelassen betriebe, bei denen die Vorausseßung der dem die Schiedsrichter auch ihr Vergnügen fanden. fich in starker Zahl eingefunden hatten, vollkommen wurden. Nach einigen Probeflügen erklärten die Handwerksgesetzgebung des Dritten Reiches nicht denn fie ließen mehr zu als schicklich war. Das erste überschrien wurden. Im letzten Drittel erzielten die Piloten, daß sich auf den Eisfeldern zahlreiche mehr vorlagen oder die in diesem nicht mehr ent- Drittel verlief torlos, aber im nachfolgenden wurde Ungarn sogar den Ausgleichstreffer, doch schob im darze Flecke befinden, wodurch eine Sichtung sprechen wollten, sind beri'ts in bet anb es icon lebendiger. Die Schweden ſchoffen den ersten Momente des Schjuſſes der deutsche Vertetiger das Treffer, doch dauerte es nicht allzu lange und die Goal weg. Anstatt nun den deutschen Spieler aus des Pavanin- Zeltes von der Höhe aus erschvert to erf 8 rolle geloscht und ungefähr Engländer hatten ausgeglichen. Im legten Dritte. zuschließen wurde ein ungarischer Spieler weren werde. Nach Mitternacht gelang es zwei Flugzeu berselben Rahl steht das glei- aingen die Engländer aus fich heraus. erzielten alvei Beleidigung des Schiedsrichters" ausschloſſen. gen von der Murman", unweit des Papanin- che chidialbevor.- G8 waren nicht zum Tore und ließen nach, so daß die Schweden ihrerseits Es war also für Deutschland fein sehr ruhmreicher Lagers zu landen. wenigsten die Handwerker, die kleinen Selbstän- noch einmal einsenden konnten. Bis zum Schluß ver- Kampf. In der Nacht auf den 16. Feber gab Papa- digen, die das„ Dritte Neich" mitgeschaffen haben. teidigte England feinen knappen Sieg von 3: 2( 0: 0, nin dem Leiter der Taimyr- Expedition Ostalzew 1: 1, 2: 1) ficher. Fortuna einmal gerecht. Das große Los der Im ersten Kampfe des Abends gewann nun auch auf dem Funkwege bekannt, daß er sich auf der Schweizer Landesausstellung ist in Schaffhausen de Schwei a durch ein von Pie Cattini in der 12. Eisscholle noch drei Monate gut halten könne. gezogen worden. Eine ältere arme Witwe, minute des letzten Drittels erzieltes Tor negen die Am 16. Feber starteten die Flieger Ticheres welche ihren Lebensunterhalt fümmerlich ver-| Mannschaft von Amerita 1: 0. Trob dieses Sienes wiiſchnis und Wlasow von einer Eisscholle neben diente und erst legthin vor der Pfändung ihrer muß man bekennen, daß die Schweizer Auswahldem Eisbrecher ,, Murman" und landeten unweit lebten habseligkeiten ſtand, ist die glückliche Ge- mannschaft leinen besonderen Eindrud hinterließ. des Papanin- Lagers. Nach der Landung der winnerin der 50.000 Franken. Keine der beiden Angriffsreihen spielte besonders Flugzeuge sprach Ostalzew mit Papanin auf offensiv und von der früheren berühmten Stombi radiotelegraphischem Wege über die Reihenfolge der mit ben Erhebungen über das rätielhafte Toriani B.) var nicht viel au fehen. Den AmerikaKeine Spur von Rychnovský. Der Nichter, nation des Ni- Sturmes( Cattini P., Cattini S.. der Abholung der Menschen und des Materials, Verschwinden Rychnovsths betraut wurde, benern scheint der Kampf gegen die Tschechoslowakei Papanin versprach, daß er diese Fragen später Budiate ben verhafteten Bernard bi Gigoger, noch fehr in den Beinen gelegen au haben, He biels beantworten werde. Rychnovith ermordet zu haben. Von Rych ten weitaus langfamer und weniger durchschlagsnovsth ist noch immer keine bestimmte Spur vors träftig. Durch die Niederlage ist Amerika aus dem Göring im März nach Wien? handen und auch in der Villa, in welcher er wohnte Bewerb endgültig ausgeschieden. Am alveiten Spiele fam ea aur fast schon broWien. Die wiederholt angekündigte und und in deren Umgebung wurde seine Leiche nicht arammäßigen Sensation. Deutschland gewann immer wieder verschobene Reise des Generalfeld- gefunden. Der verhaftete Sigoyer behauptet mit loloffaler Mühe gegen den Außenseiter Unmarschalls Gör in a nach Wien wird ben weiterhin, daß er Rychnovský überhaupt nicht gearn 1: 0 durch ein Tor, welches im zweiten Drittel neuesten Nachrichten zufolge im Monat März er- fannt habe, obwohl bei ihm verschiedene Gegen- craielt und von 90 Prozent der Zuschauer als nicht folgen. stände aus dem Besiz Rychnovsths gefunden wur- regelrecht angesehen wurde. Die Schiedsrichter waren Präsident Dr. Bene& wird dem am Freitag, abends 8 Uhr, stattfindenden Kampf Tschechoslowakei fes ienzige Spiel des Abends schon ausverkauft. Der gegen Schweiz beiwohnen. Das Stadion ist für dieTschechoslowakei genügt nach dem knavven Erfolg der Schweiz über Amerifa ein Unentschieden, um an den Schlußipielen teilnehmen zu können. Das Qualifikationsturnier um die Grmittlung des vierten Teilnehmers an den Schlußlautet, soll man ein Syſtem ausgerechnet haben, das Spielen ist anscheinend ins Wasser gefallen. Wie ver Deutschland die Möglichkeit verschafft, als vierter Endivieler weiterautommen. Es war schon vieles bei den Auslosungen und auch Spielanfeßungen unklar. aber diese Rechnerei". falls sie sich bewahrheitet, wäre wohl das größte Unrecht an alle Zweiten der Rwischenrunde und zuviel Ehre" für das Dritte Reich. Der letzte Tag der Zwischenrunde Freitag: 15 1hr: England- Polen, 16.30 Uhr: Kanada- Ungarn, 20 lar: weizTschechoslowatei Scite S Freitag, 18. Feber 1938. Unsere Verteidigung Verteidigung der Kultur Von José Bergamin José Bergamin ist der Präsident der Ver- Militärs und eines großen Teiles der offiziellen, einigung der Schriftsteller zur Verteidigung der heute nationalistischen katholischen Kirche und Kultur", welche Anfang des vergangenen durch die besißenden Klaſſen provoziert wurde, Jahres in Anlehnung an die Pariſer Zentral entſchloſſen auf die Seite des bedrohten Volkes organisation in Madrid gegründet wurde. Bei stellten, jenes Volkes, das, ich wiederhole, bar Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges stellte er barisch und mit einer unmenschlichen, fast unfaß ſich— ein Katholik auf die Seite der baren Grausamkeit verfolgt wird. Und wir sind Regierung und fämpfte in erster Reihe gegen die mit dem Volte, in dem Bewußtsein, daß von seiDiffamierung der spanischen Demokratic. Wenn wir sagen, daß die Verteidigung der spanischen Kultur von der Verteidigung des spas nischen Volkes nicht zu trennen sei, so ist das keine billige Behauptung, sondern wir stellen damit eine Tatsache fest, die in der Kenntnis dieser Kuls tur und deren universeller Bedeutung in der Zeit begründet ist. In ihrer tiefsten geistigen Dimension ist die spanische Kultur nicht nur ein historisches Erbe, ein aus der Vergangenheit her aufgespeicherter Reichtum, sondern ihre Zukunftsmöglichkeit hat für unser Bewußtsein zwei bedeutende Aspekte: Erstens den im Vergangenen wurzelnden, der eine ganze unsichtbare Welt bildet wie die Wurs zeln eines lebenden Baumes. Aus dieser Ver wurzelung volfshaften Seins in unserer Erde zieht sie ihre Säfte, ihr Blut, ihr gegenwärtiges Blühen. Der andere Aspekt ist dieses ihr gegen wärtiges Blühen selbst, wie in dem Baum, den wir uns vorstellten, ihr dauerhaftes Zukunftsversprechen, der sichere Same ihrer Frucht. Gracián( den Schopenhauer überseẞte), Góns Nr. 41 tester Ausdruck die Unkultur ist; die allermäch dem spanischen Volle, mit dem spanischen Bolle tigste Unkultur, die in der Unwissenheit über ihre tödlich bedroht. Unsere Pflicht als Geistige, unfere cigene Griſtenz wurzelt und deshalb, wenn die ruhmreiche Pflicht ist es, auf der Seite des Volkes Stultur auch nur genannt wird, auf sie schießt zu kämpfen, weil in dem Volle die einzige und und damit den berühmten Rat, die weltbekannte wirkliche Verteidigung der Kultur liegt. Weil jie Losung des internationalen Faschismus befolgt. in ihm wurzelt, unsichtbar, in unserer Erde, weil Unkultur und Barbarei: Ausländerei. Und hier, sie in ihm blüht, leuchtend, in den durchsichtigen dank einem genauen historischen Zusammentref Himmel, in unseren so klaren spanischen Himmel fen, das eine ganz und gar offensichtliche histo- ihre Frucht hineintauchend: ihre Wahrheit, ihre rische Bestätigung darstellt, schießen sie, da sie Hoffnung. auf die Kultur abdrücken, auf das Volt: und um Doch würde ich meinen Gedankengang nicht gekehrt, da sie das spanische Volt zerstören, ver zu Ende führen, wenn ich zu sagen unterließe, nichten wollen, dienen sie im tiefsten Grunde und daß für mich in dieser Kultur, und durch diese Stultur meines Volkes, daß für mich in dieser fublimen humanen Sprache, die sie in jeder nur erdenfbaren Hinsicht ausdrückt, der offenbarite Sinn meiner christlichen und katholischen Reli gion ist; einer Religion, die in der Sprache unserer voltshaften Stultur wurzelt; in dieser Umgangssprache, von der wir sagen, daß es die Sprache des Volles sei, und die tatsächlich unsere Sprache, unser Denten ist, mehr als klar für uns zum Beispiel in unserer volkstümlichen Heis ligen Therese, lebendigste Stimme des ewigen spanischen Volkes, die sich durch sie ausdrückt als göttliche, weil menschliche Bejahung des Seins und des Lebens. Auf christlich sagen" nennt unser spanisches Volk die Klarheit dieser Sprache. Kinder, die durch italienische und deutsche Flieger beim Luftbombardement Barcelonas am 30. Jänner gemordet wurden Wenn es eine christliche und fatholische Me taphysik gibt, die man der beängstigenden, qual vollen Positivierung des Nicht- Seins", des ,, Nichts" und des Todes" des faschistischen Philosophen Heidegger entgegensetzen fönnte, so ist es diese sehr lebendige Sprache unserer volkstüm lichen Mystikerin, Meisterin des Lebens und der Hoffnung. Von allen unseren lebendigen HoffWir sehen deshalb immer wieder, daß unser nungen, die man vielleicht in einem Worte von spanisches Denken sich in sinnreichen Schöpfungen ganz spezieller spanischer Prägung für alle Völs ausdrückte, welche aus dem Volte tamen und sich ter der Welt zusammenfassen könnte, in dem durch das Volk in andauernden humanen NeuWort: Freiheit. Die Freiheit, die wir mit unserer schöpfungen kundtaten. Unzählig sind die BeiSprache, unserer Stultur den amerikanischen Völs spiele, die man hier anführen könnte: alle unsere fern brachten. Und dieses Wort war es, in dem Dichter, Schriftsteller, Maler, Musiker, Theolo gen, Mystiker. Vom„ Cantar de Mio Cid", von die streng rechtlichen Erwartungen unserer kasti lianischen Freiheitsfreunde und der valencianiBerceo an und dem Arcipreste de Hita über Jorge nem Leben nicht nur unsere gegenwärtige kul-| auch ohne es zu wissen, der barbarischen Absicht schen Verbrüderten mit den Holländern und FlaManrique und die„ Celestina" bis zu Cervantes, turelle Gegenwart, die so tief in ihm und sei- ihrer Unwissenheit, nämlich der Zerstörung und men übereinstimmten, als fie in jenen unruhigen, der Heiligen Therese", Lope de Vega, San den heutigen ähnlichen Zeiten des 16. Jahrhun Juan de la Cruz, bis zu den Fray Luis, Quevedo, er Bergangenheit wurzelt sondern auch jede Vernichtung der spanischen Stultur. mögliche Zukunft dieser lebendigen spanischen Die spanischen Militärs brüsteten sich seit derts ihre sozialen Forderungen erhoben, die gora, Galderón... Nicht zu vergessen selbst die Kultur mit ihrer ganzen und eigenartigen uni- einem Jahrhundert damit, sie zu ignorieren. Die damals in ihrem Blute erstidt wurden. Wie fie versellen und historischen Bedeutung abhängt; offizielle Seite der Kirche, verjippt und korrum es heute wieder wollen. Und jene Brüder in der dem Hofleben aufgepfropften Garcilaso, Guevara, denn die Geschichte unserer Kultur wird sich mit piert durch die staatliche Bürokratie feit der Wies Soffnung waren auch Brüder im Glauben. Sie Marqués de Santillana. Unsere gesamte Klaſſiſche dem leuchtenden Siege, den wir uns von dem derherstellung der bourbonischen Macht, hielt diese glaubten, wie wir es glauben und wünschen, daß Literatur iſt Sache des Volles, vollshafte spa- spanischen Volte erhoffen, von neuem entzünden, auf das Ganze gehende Inwissenheit gleich wie die Wörter Glaube" und Freiheit" auf den nische Sprache. Das gleiche gilt von unserer dant jenem Blute, das sie nährt und das, unge- die positive und heroische Aufgabe einer Pflicht Lippen des Volles Schwestern seien; Schweſtern Malerei, von unserer Wuſik, von unserem rechtfertigterweise vergossen, jie bezeugt und uns aufrecht Eine Aufgabe, eine Absicht, die sich in der Kultur" und der„ Gerechtigkeit". Mehr nod. Theater; sie alle sind der wunderbare synthetische einen neuen Horizont herrlicher, verheißungsvol- die zynischste und schamloseste industrielle wie die Kultur, die wir für unser Volk verleidigen. Ausdrud davon. Das zeigen uns die Vihuelisten ler Perspektiven eröffnet. Die Geschichte unserer tommerzielle Ausbeutung einer mit dem Staate diese einzig wirkliche, dieſe ſeine eigene und ( die alten Lautenspieler) dez 16. Jahrhunderts Stultur wird an diesen neuen menschlichen Per geteilten kulturellen Fälschung übersetzte. Schließ natürliche Stultur, nimmt gleich dem lebenden und ein Vitorio ebenso wie ein Narvaez. Das ſpektiven gemeſſen und geprüft werden, die ſie lich bemächtigte sich der„ señoritismus“( das Baume, den ich anfangs beſchrieb, bor unferen führt uns vor Augen Morales, Zurbarán, Mu- mit einer bis heute nur von unserem Denken ge junge Herrentum), die reichen Klaffen dieser Augen iene Fülle der Zeiten auf sich, die sie auf rillo, Ribera, Velazquez, Greco, Goha.. annten Wahrhaftigkeit und Genauigkeit inter Aufgabe, um sich in ihrem Egoismus in der bor- Grund ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft Als die politischen Zustände unseres Landes pretieren werden. niertesten und amoralischsten Vermaterialisie zum Versprechen und zur Ursache ihrer Unsterb befürchten ließen, daß diese volkshafte Stultur. Was ich andeutete, als ich darauf hinwies, rung des spanischen Lebens, die man jemals len- lichkeit machen; sie geben ihr den menschlichen, welche vollständig in Vergessenheit geraten und daß in dem furchtbaren Kampfe, den die Militär- nenlernen tonnte und die wir alle kennenge geistigen. tiefen Sinn, weil sie in der Erde wurwir lönnen sagen mißachtet worden war- wenn rebellen, von ausländischen Kräften beschüßt, von lernt und wie das Volt und mit dem Volfe er zelt wie der Baum, wie die Wahrheit des Men nicht ignoriert, von unseren herrschenden lassen einer offiziellen Vertretung der spanischen Kirche litten haben zu befudeln. Das Wort geistig" schen auf der Erde; wie seine vollshafte Wahrvollständig ignoriert sich in dem Leben des ielundiert, gleichzeitig von jenen begüterten war, sagte Inamuno, wie das Brandmal, mit dem heit gegenüber der verlogenen Welt der Phan Volles selbst schwer bedroht fühlen mußte, da Klassen unterstützt, die um jeden Preis ihre mehr sie unsere Stirnen versengten. Und der gleiche, tome, gegenüber ihrer Todesherrschaft und waren wir es, wir Schriftsteller. Dichter. Wissen- als ungerechten und ungesetzlichen Interessen unglückselige Unamuno, dessen Stimme, von Tyrannei; gegenüber der hoffärtigen Unwiſſenschafter, Maler, Musiker, welche die Notwendig aufrecht erhalten wollen, gegen das spanische ihnen in Salamanca ermordet. zum Schweigen heit, die sich als Feind allen Seins und allen feit fühlten, uns zusammenzuschließen, um sie zu Volt führen all dieses ist kein bloßes histori gebracht worden ist, hat vor seinem Tode von Lebens erhebt: Feind des Volkes, aus deſſen verteidigen. Wir taten es durch die Gründung iches Zusammentreffen. Es ist kein bloßer Zu seinen Feinden von jeher diesen ihren authen- Blut jenes göttliche Zeugnis schreit, jenes Marder Vereinigung der geistigen Antifaschisten zur fall, daß alle diese aufgezählten Elemente, durch tischen Schlachtruf hören müſſen: Nieder mit tyrium, das die furchtbare Stimme Gottes iſt. Verteidigung der Kultur". Und wir verteidigten einen gleichen Nenner verbunden, den wir Fa dem Geist!"( Muera la intelligencia!) Ungebildete Unwissenheitsatanische und ein sie weiter, indem wir uns in dieſem furchtbaren schismus nennen, darin übereinstimmen. daß der Die universelle spanische Kultur ist das Les zig wirkliche Feindschaft gegen Gott und alle spanischen Stamps, der durch die Rebellion der Erponent dieses Nenners, ſein lebendigster, diret- ben des spanischen Bolles und ist heute, gleich Wörter Gottes.( lebertragen von J. G. C.) 10 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Doktor Delemos sprach, Gottes Wille sei groß und allmächtig, und er wünsche ein Wunder zu tun an dem armen Knaben Viktor Steen, der ohne das Mirakel in einer Stunde erfaltet sein würde. Und sie allein, die brave Hausmagd Bloemarde Grotjan, sei auserwählt, bei dem Wunder mitzu= wirken. Was seien denn die wenigen Unzen Blut. was die winzige Wunde, die so schnell verschürfen würde? Keine Narbe bleibe zurück, und bleibe eine, dann werde er ein dices, goldenes Armband darumlegen.„ Bloemarde Grotjan, liebe, treue Magd, die du mich seit Jahren treu bedient hast. möchtest du nicht noch treuer sein? Hörst du nicht in deiner barmherzigen Seele flingen, was der Schußengel des so mitleidsbedürftigen Knaben dir auruft?" mordet und ausgeblutet hatte. Hatte nachts ihr hörte der Magd Bloemarde Grotjan, die sich stüßen würden. Aber damit diene ich weder den Meinen Blut in seine Mazzes eingebaden. Sab's ja selbst und schleppen ließ, damit sie nicht in Staub und noch der Wahrheit. Und ich muß beiden dienen. tun müssen. Hätte mich erwürgt, würd' ich's nicht Asche zerfalle. und ich muß auch ihnen dienen, euch allen, ihr, getan haben. Hat mir wohl selber Teufelstränke Sie seufzte und stöhnte auch dann noch, als der Königin, den Richtern. Ich muß die Wahrheit eingegeben, daß ich elend und gelähmt wurde, so thr das flammende Geſicht und die eiskalten Hände hineinhämmern in ihre Köpfe. Se it fit daß mir so lange das Maul wie zugetettet war! Und nun ist er dabei, dem armen Waisenkind Vittor Steen das letzte bißchen Blut abzuzapfen und auch ihn zu morden!" Sie warf sich auf den Boden. Sie wälzte sich im Staub. Sie rang die Hände. Sie heulte: D. bergib mir, allerheiligste Gottesmutter, daß ich diese Todsünde geschehen lick, ohne mich dagegen zu wehren!" mit Essig eingerieben wurden. meine Feinde, mein armer Freund. Milzfrank „ Liefert den verfluchten Juden der Strafe nur der eine, und dem andern verwelft die Lunge. aus, die er verdient!", so bettelte die Magd. Und Und der Foltermeister, das ist der kränklichſte von sie wurde von den Mitleidsvollsten in dem Men- allen. Der kann weder Speise noch Wasser mehr schenhaufen getröstet, daß alles geschehen werde. halten. Sab' fie alle unter den Händen gehabt. damit nicht die Todsünde wider den Heiligen Geist Geh doch, geh doch, Verhulst! Du torkelst wie ein der göttlichen und irdischen Gerechtigkeit geschehe. Betrunkener vor mir her." Am Bett des sterbenden Knaben Viktor Steen Aus den Zellen, die zu Seiten des Kellerhielten sich Doktor Gatriel Delemos und seine ganges lagen, wurde gegen die Türen getrom Frau Rahel. Er hatte die Rechte des Knaben ge- melt. An den Eisenriegeln wurde gerüttelt. Die griffen, seine Gattin die Linte. Die zudenden Fadel entfiel den zittrigen Händen des entfesten Ströme des erlöschenden Daseins teilten sich ihnen Sterfermeisters. Da sie nur schwach gericht war, mit. Teise Signale, die andeuteten, daß ein un- standen der Gefangene und sein Bellenmeister schuldiges und doch aus unerklärlichen Gründen se plößlich im Dunkeln. Hinter den Holzverschlägen früh schon zerstörtes Gebein in der nächsten Se- die Menschen, die einen Faden des dünnen, vortunde die schöne Erquickung des Friedens empfan- überschwebenden Lichtes empfangen hatten, ver en würde.. nahmen jetzt nur das Keuchen des Nerkermeisters. Mit weit aufgerissenen, verwunderten Augen Aber doppelte Ohren mußte einer von denen hin itarrten die Gatten sich an. Nicht t einmal ihre ter den Toren haben. Denn er freischte:" Im Lippen bewegten sich. Was sie sich zu sagen hat- inſtern ſtehlen sich die Mörderinden aus dem ten, es schrieb sich aus den Gedanken des einen zu denen des andern hinüber, ohne daß sie das die ihre Seelen an den Blutzapfer verschachern!" Gefängnis, und es helfen ihnen die Judenknechte, Schweigen zu brechen brauchten. Was ihre Pflicht war, sie bezeugten es, indem sie sich keinen Roll Das steckte an. Aus allen Zellen wurde das weit von ihrem Wachposten neben dem Sterbenden Echo geweckt:„ Der Mörderjude und die Judenfortrührten. fnechte!" So wurden sie gefunden. Als sie sich mit Hilfe erschütterter und barmherziger Leute wieder erheben konnte, sich wohl erheben, doch nicht aus eigener Kraft auf den Beiner halten, da stürzte der empörte Menschenhaufe schon gegen das Haus des Arztes. Man schrie nach der Art, um das verriegelte Eichentor zu zerschlagen. Man riß die Rosenstöde des Gartens aus dem Sand. Man betrommelte damit die schwere Tür. Die dünnen Stäbe zerknickten. Aber schon stan= den die Schweizer mit ihren schlepvenden Säbel: und ihren stählernen Sporen bereit. Währenddessen verhauchte der Knabe Vitto Die Magd ließ Lappen und Topf. Mit zer- Steen seinen letzten Atem. Dieser röchelnde zaustem Haar, noch die flappernden Holzschuhe an Todesatem, ganz nur verständlich den Mächten, die den Füßen, lief sie auf die Straße. Sie schrie: das vergängliche Sein zum Ewigsein retten, damit " Sie wollen mich schlachten, sie wollen mich schlach des Ewigen Ruhm gerechtfertigt und vermehrt ten!" Sie zitterte an allen Gliedern. Ihre merde vor den Schwächsten, den Jrdischen, mischte Augen waren verglast. Sie stürzte zur Tür des fich mit der Tobsucht des Menschenhaufens auf der Weiter, weiter, Verhulst!" befahl Doktor Hauses zurüd. Sie riß das Totenſfelett, das se Straße. Es war ein unglüidlicher, verängiteter Die Schweizer, die ihre Beute auf den Kars Delemos. Er faßte den Kertermeister unter dem lange den Leidenden den Weg gewiesen hatte zum Menschenhaufe, beffen Gehirn den Himmlischen ren luden, erſtauten darüber, daß Vampire, mit Arm: Noch gehen wir durch die Finsternis, aber neuen Leben, von feinem Piedestal. Sie schwang bemiitig anbetete, weil er von Ihm bie einzige Er- dem graußigen Verbrechen des Blutsaugens bela- in wenigen Minuten werden wir wieder zur Heldie Knochen überm Senf und lärmte: So wic feuchtung durch diese stock finstere Weltverwirruna fiet, fo federleicht fein konnten wie in Rechtschaf ligteit gelangt sein, wenn wir nur Mut haben, die hier, sind noch unzählige bei dem verfluchten bezog. Es war ein frommer, das Gedächtnis der fenheit verareifte resturen. mein armer Freund!" Juden im Keller! D, wie hab' ich's nur so lange Eltern und das fallend. Pärtlichkeitsbedürfnis der Ich darf dir die Schlüffel nicht aus der Faust Er tappte mit seinem Gefährten vorwärts. aushalten können?!" Kinder liebfofender Menschenhaufe, dessen Herz reißen, obwohl es mir immer noch ein leichtes Die Schreie des Basses, die ihm folgten, er wollte Daß sich so schnell ein Haufen Menschheit um nur den Geboten der Ehre und der Tugend zu wäre, dir die Knöchel umzuknicken. Ich darf auch sie nicht hören. Er schleppte seinen Zellenmeiſter, fie fammelte, tat ihr unendlich wohl. Und sie erfolgen trachtete. Und das vom Leid am peini- nicht mit dir komplottieren, obwohl ich noch viele als hätte er geschworen, ihn mit Einſatz aller ſeizählte von den Unglücklichen, die Doktor Demel sendsten heimgesuchte Gehirn und das vom Ent- Leute im Lande weiß, die mir wie du zur Flucht ner Kräfte an der Stätte des Gerichts abzuunten in den Geheimtammern seines Hauses ge- feßen am schmerzlichsten eingeschnürte Herz, es ges Iverhelfen, die mich wie du sehr gern bersteden liefern. ( Fortseßung folgt.). IM DIENSTE DES VOLKES streben die deutschen Konsumgenossenschaften einer sozial gerechten Gemeinwirtschaft zu, die den Interessen der breiten Masse dient. Dieses Ziel wird gefördert: Durch den Beitritt zu den Konsumgenossenschaften. Durch die volle Bedarfsdeckung der Mitglieder in den eigenen Löden. Durch die Förderung der genossenschaftlichen Eigenproduktion. Durch genossenschaftliche Mitarbeit. Mehr als 240.000 Verbraucherfamilien gehören den Konsumgenossenschaften als Mitglieder an. Ihre gemeinschaftliche Arbeit hat die Errichtung der Eigenbetriebe des GEC-Verbandes bewirkt. Die genossenschaftliche Eigenproduktion arbeitet für die organisierten Verbraueberfamilien. TRETET DEN KONSUMGENOSSENSCHAFTEN ALS MITGLIEDER BEI I HELFET MIT, EINE STARKE GENOSSENSCHAFTLICHE EIGENPRODUKTION AUFZURICHTEN I Eine Frau besiegt eine Rauschgift-Bande Das Scheldungsparadies als Rauschgiftzentrum SfuB San Francisko wird««meldet: Miß Mary Mae Mister ist zur Nachfolgerin des wegen Rauschgifthandel» verhafteten Chefs der Anli-Raulckgtft-BrigaLe, Chris Hansen, ernannt worden. Ganz USA spricht heute von der erst LSsLhrigen Tetektivin MaryMaeLllister. Noch vor wenigen Wochen kannte sie selbst in San Francisko niemand. Sie besaß lein Büro, sie machte leine Ne- klame, ja, sie übernahm nicht einmal Aufträge, sofern sie ihr nicht besonder» zusagten. Sie hatte e» freilich auch nicht nötig, denn ihr Vermögen gestattet« ibr. ganz Ihren Neigungen zu leben. Mary Mac Mister hatte beschlossen, sich au»« schließtich dec Bckämpfung de» Rauschgifthandel» zu widmen. Sie gab ein Keine» Vermögen au», um diese schwierige Materie bis in ihre intimsten Einzelheiten zu studieren. Sie unternahm eine Reihe von Reisen, die sie um die ganze Welt führten. Sie besuchte Aegypten, China, Indien, Arabien, Südamerika. Eie saß in Opiumhöhlen und Kokain« laschcmmen und konferierte mit den Beamten der Rauschgiftpolizei. Und dann, genügend vorbereitet, wurde sie„aktiv". Schon ihre ersten kleinen Erfolge erregten die Ausmerksamleit der kalifornischen Behörden, die über diese neue Helferin sehr froh waren, denn der Rauschgifthandel in Kalifornien hatte beängstigende Ausmaß« angenommen und die Erfolge der polizeilichen Abwehrtätigkeit tvaren äußerst mittelmäßig. Schließlich schlug der Polizeichef des Staate» Kalifornien der jungen Privatdetektivin Mary Mae Mister vor, die Angelegenheit zu übernehmen. Sie willigte sofort ein, stellte jedoch die Bedingung, voll« kommen selbständig zu arbeiten und eine Blankovollmacht zu erhalten. Der Polizeichef nahm diese Bedingungen an. Miß Mac Alllster demissioniert Am nächsten Tage war Miß Mac Mister spur« Io» verschwunden. Erst nach mehreren Wochen tauchte sie wieder auf und teilte dem Polizeichef Dinge mit, die ihn In größte» Erstaunen, ja geradezu in Entsetzen versetzten. Die bisherigen Mißerfolge der Behörden seien kein Wunder, erklärte sie. denn einer der Hauptorganisatoren de» Schmuggel« sei niemand ander» al» Chris Hansen, der ilhefder st aatlichenAnti« Rauschgift-Brigade, Weder der Polizeichef noch der Gouverneur, der sokort verständigt wurde, wollten dieser unerhörten Beschuldigung Glauben schenken. Chris Hansen war «mer der fähigsten und aktivsten Beamten der kali« iomikchen Polizei, bekleidete, zahlreiche. Ehrenämter und seine Führung war vorbildlich. „Wenn Sie mir nicht glauben wollen, so steht Ihnen die« frei", sagte Miß Mac Mister kurz.„Sie weiden aber verstehen, daß ich in diesem Falle jede weitere Zusamincliarbeit mit den Behörden ablehne!" Tamlt schien der Fall vorläufig erledigt. Die Lache war jedoch In die Oeffentlichkeit durchgesickert; die Stadtverwaltung von San Franzisko befaßte sich damit, und Ihr Beschluß zwang den Polizeichef, sich bei der beleidigten Detektivin zu entschuldigen und sie von neuem um ihre Mitarbeit zu bitten. Das Geheimnis des Woo-Sing-Clubs „Fch brauche gar nicht» mehr zu tun", erklärte Riß Mac Allister lächelnd, nachdem diese kleinen Formalitäten erfüllt waren.„Fch habe genügend Belastungsmaterial mitgebracht, nm Ihnen die Möglichkeit zum Eingreifen zu geben. Aber Ne haben mich ja, al» ich meinen Verdacht gegen Chris Hansen aussprach, überhaupt nicht weiterreden lasten. Wenn Sie vernünftiger gewesen wäre, so würden Äc die gefährlichste Rauschgifthändlerbande der 1125t inzwischen schon hinter Schloß und Riegel gebracht haben..." Ter Polizeichef schluckte diese bitter« Pille mit lliß-sauren» lächeln herunter, und die versöhnte Tetektivin gab ihm nun da» Ergebnis ihrer Nachforschungen Preis. Ta» Hauptquartier der Bande befand sich in der durch ihre Ehescheidungsrekorde berühmten Stadt R r n o, und zwar im W o o- S i n g-,C l u b, einem der elegantesten Nachtlokale der Stadt, da» den Namen seine» chinesischen Gründer» und langjährigen Besitzer» trug. Der Chinese Woo-Sing und der Polizeikapitän Chris Hansen waren gleichzeitig die Ches» der Zchuuigglerorganisation. Die unterirdische Festung Das Gebäude de» Woo-Sing-Clubs unterschied sich rein äußerlich in keiner Weise von einem„fashio- nablen" Nachtlokal mit Spielbetrieb. Da» ganze Hau» war jedoch unterminiert, und die Keller waren zu riesigen Lagerräumen auSgebaut worden, in denen ungeheure Mengen von Rauschgiften aller Art ausbewahrt wurden. Da» Ganze repräsentierte einen Wert von mehreren Dollar-Millionen. Eine derartige„Wertanlage" rechtfertigte außergewöhnliche SicherungSmaßnahmen, und«S war deshalb auch kein Wunder, daß Miß Moe Mister In einem der Kellerräume«in« Waffenkammer entdeckt hatte, in der sich mehrer« hundert Gewehre, einige Dutzend Maschinengewehre, einige Kisten Munition und genügend Revolver und ander« Hand« wassen befanden, um eine mehrtägige Belagerung anSzuhalten. Das Ende der Rausdiglft«Gang Noch jetzt erschienen die Enthüllungen der jun- Tetektivin dem Polizeichef zu ungeheuerlich, um wahr sein zu können. Andererseits war er sich darüber klar, daß die mutige junge Frau umer ständiger Lebensgefahr eine Aufgabe gelöst hatte, an der zweifellos manche seiner besten„Spürhunde" gescheitert sein würden. Er beglückwünschte die Detektivin mit unverhohlener Bewunderung und begab sich dann sofort zum Gouverneur von Kalifornien, um die Mobilisierung sämtlicher Verfügbaren Polizeikräfte fitr einen„Raid" auf Reno zu erwirken. Der Angriff auf den Woo-Sing-Club wurde noch in der gleichen Nacht von einer Polizeitruppe von 800 Mann unter persönlicher Leitung de» Polizeichefs von San Francisko durchgefüürt und e>, folgte so plötzlich, daß die überraschten Schmuggler an keine Gegenivehr dachten und e» nicht zum geringsten Blutvergießen kam. Unter den insgesamt 68 Verhafteten befanden sich auch der chinesisch« Millionär Woo-Sing und Polizeikapitgn Chri» Hansen, Chef der Anti-Rauschgist-Vrigade de» Staate» Kalifornien. In den Kcllerräumen fanden die Beamten fast 600 Kilogramm Opium, Kokain, Haschisch, Melcalin, Eukodal und andere Rauschgifte verschiedenster Art, nebst einem Wafsenlager, für dessen Abtransport allein vier schwer« Lastwagei» benötigt wurden. Die Schwurgericht»verhandlung gegen die Verhafteten ist auf Anfang 5lpril anberaumt, aber sie Ivird kaum besondere Ueberraschungen ergeben, da der Gouverneur den Richtern die strikte Weisung erteilt hat, die HauptbelastungSzeugin Mary Mac Allister über die näheren Umstände, unter denen e» ihr gelungen ist, in die unterirdischen Räuni« des Woo-Sing-Club» einzudringen, nicht zu befragen. Ein Wiederaufleben de» Schmuggel» unter Führung einer Konkurrenz-Gang ist ohnehin kaum m b» fürchten. Dafür bürgt der offizielle Eintritt der lungen Detektivin Mary Mac Allister in den Staatsdienst und ihre Ernennung zum Chef der Anti« Rauschgift-Brigade von Kalifornien. Allan E. King. Standpunkte... Voa Stefan Pohl Der Staatsanwalt: Ich werde mich ja kurz fassen, aber ob der junge Verteidiger nicht lange quatschen wird? Wenn dec wüßte, wie gleit^ültig da» ist! Der Vorsitzende weiß doch ohnedie»,"wieviel«» geschlagen hat, und die Schöffen— du lieber Himmelt Vor vier wird da» kaum zu Ende sein. Dann muß"ich mich aber rasch umziehen, um halb fünf habe ich Rendezvous mit der Fritzi, die darf man nicht warten lassen... Der OberlandrSgerichtSratr Vier Feugen sind noch zu vernehmen, und e» Ist schon>lf Uhr. Dann erst beginnen die Plädoyer» Der Verteidiger ist jung und sieht darnach au», al» würde er zumindest«ine Stund« lang reden. Na, da kann e» leicht drei Uhr werden, bi» ich zum Ur- ieilSspruch gelange, vorausgesetzt, daß mir die Schöf- fen keine Schwierigkeiten machen. Vor vier kann ich nicht zu Hause sein, und gerade heute gibt es mein Lieblingsessen: Schweinsbraten mit Erdäpfeln. Niemand macht das so gut wie Mathilde... Ter Berteldiger: Ich bin sehr aufgeregt, eS ist meine erste größere Berteidignng. Ich fühle, daß ich heute gut in Form bin. Der Vorsitzende gift al» ein geduldiger Mensch, der vernünftigen Argumenten zugänglich»st. Ich werde ihm alle» ausführlich darlegen, ich will ihn zu überzeugen versuchen. Hoffentlich kommt mein« Rede in di« Zeitung. Ich sehe den Berichterstatter der„Morgenpost" im Saale. Der Sohn de» Richter»; Ganz gut, daß Vater heute erst so spät zu Tisch kommt. Ich habe ein minus genügend auf di« mathematische Schularbeit, beim Unterschreiben würde er sehr schimpfen. Mit Mutti ist das einfacher, da werde ich rascher fertig. So lange Verhandlimgen sind mitunter ein Segen! Die Köchin: Daß der gnädige Herr heute wieder so spät znm Essen nach Hause kommt! Ta kann ich um vier neuerlich mit der Arbeit beginnen! Und wenn dann wa» angeb rannt ist, bekomm ich den Spektakel! Und wenn er früher komint, und das Essen ist noch nicht fertig, bekomin ich auch den Murrer, Man hat'» nicht leicht, bei einem Richter in Dienst zu sein. Da hat's die Poldi befferl Die ist bei einem Kaufmann angestellt. da» sind anständige Leute und kommen täglich Punkt ein» zum Essen! Der AngeAagte: Jetzt wird«» nicht mehr lange dauern, und dann werde ich endlich Gewißheit haben. Drei Monate war ich in Untersuchungshaft und wer weiß, wa» jetzt aut mich wartet! Gestern meinte der Verteidiger, daß meine Strafe vielleicht mit der Untersuchungshaft verbüßt sein wird, aber ob der junge Mensch nicht zu optimistisch denkt? Wenn der Richter am Ende schlecht aufgelegt ist?... Wie schlecht nur meine Frau auSsieht, wie blaß und abgehärmt... Dl« Fra« de» Angeklagten: Ich bin wirklich«ine schlechte Fraui Der arme Franz! Er hat doch all diese Unsauberkeiten, die zur Krida führten, nur getan, um mir und den Kindern ein bessere» Leben bereiten zu können l Und ich..., ob ich nicht Fritz verabschieden und wieder anständig werden sollte!... O) die Strafe hoch sein wird? Wenn er nach Hause kommt, werde ich vorsichtiger sein müssen, damit er von Fritz nicht» merkt—. Erziehung zur Demokratie und die Genossenschaften Jede» nach den Idealen der Demokratie und der Freiheit hin orientierte Staatswesen kann der demokratischen Gesinnung seiner Staatsbürger nicht entbehren, soll Demokratie wirklich Demokratie, soll Freiheit wirUich Freiheit sein. Hier ist letzten Endes kein Lippenbekenntnis entscheidend, sondern die wahrhafte und aufrechte demokratische Gesinnung selbst, und die Erziehung der Staatsbürger zur De»nokratie ist mehr oder weniger«ine öffentliche Angelegen« heit. Je mehr organisierte Kräfte rege sind, »un die Erziehung zur demokratischen Gesinnung zu fördern, um so besser für unseren Staat, der ja durch die Pflege jener Ideale gegen alle Stürine einer nn- ruhevollen Zeit gefestigt und gewappnet sein soll, aus denen er hervorging. Eine jener in ihrer Tauerwir- tung nicht zu unterschätzenden organisierten Kraft zur demokratischen Gefiiiiiungsbildung ist da» freie Genossenschaftswesen, denn jeder echte»» Genossenschaft sind die Ideale der Demokratie und der Freiheit. gewissermaßen eingeboren. Unier der Vielheit der Genossenschaften können insbesondere jene für die Heranbildung der öffentlichen demokratischen Gesinnungsbildung wirken, die ihre Tätigkeit auf die breite Akaffe des Volke» einstellen- Hier nehmen die Konsumgenossenschaften einen hervorragenden Platz ei», vereinigen sich doch in ihnen viele hunderttausende Familien. So ist jede dritte deutsche Femilie unsere» Staate» konsumge- nostcnschastlich organisiert. Viele»» bedeutet die Mitgliedschaft bei einer Konsumgenoffenschast lediglich die Anteilnahme an den unmittelbaren wirischaftli- chen Vorteilen, welche durch den treuen Einkauf gegeben sind. Es gebört aber zu der ernsten Aufgabe der GenossenschäftSbewegung und e» ist ihr ständiges Ziel, au» der durch die Vorteile der konsum- genossenschaftlichen Bedarfsdeckung hervorgerufene»» wirtschaftlichen Jnteressengeineinschaft eine von einem I einheitlichen Wollen getragene Gesinnungsgemein» schäft heranzubilden. Die Konsumgenossenschaftsbewegung kommt dieser ernsten Aufgabe mit einer umfassenden, von Jahr zu Jahr stärker in die Köpf« der Menschen dringenden genossenschaftlichen Aufklärung nach. ES entspricht nur dem Wesen der Sacke, wenn die Konsumgenossenschaften al» die Selbil- hilfeorganisationen der Verbraucher den Grundsatz der wirtschaftlichen Demokratie kn dem Sinne den Boden bereiten, daß da» Volk seine wirtsckmftlicken Angelegenheiten selbst und ohne Bevormundung regeln soll. Bon diesen» Grundsatz ausgehend hat die. Genossenschaftsbewegung durch zähe und unermüd- liche Arbeit rin Stück Wirtschaft ausgebaut, da» den» ureigensten Kräften de» VoUeo entsprungen, ihm auch» ganz gehört. Hier gebietet nicht der autokratische Wille einzelner, hier sind die Interessen und der Wille der Gesamtheit von entscheidender Bedeutung. Die Konsumgenossenschaftsbewegung bietet in seiner heutigen Gestalt bereit» eine Vorstellung über die Konzeption einer demokratisierten Wirtschaft al» Ganze». Man hat dem Genossenschaftswesen von feiten seiner Kritiker und Gegner oft vorgctvorfen, daß e» der schöpferischen Initiative«ntraten müsse, tvekche der Privatwirtschaft in hohen» Grade eigen sei. Die aufsteigende Entwicklung der KonsumgenossensckaftS- bewegung in ihrer Gesainiheit, ibr Bestreben, lick der jeweils besten WirtschastSmethodcn zir bedienen, die Tatsache, daß auS der leinen, vor Jahrzehnte» wirklich noch unbedeutenden Bewegung große, verantwortungsbewußt geleitete, in ihren Fundamente»» festgewurzelt« Unternehmungen erivachsen sind,»vclche. leben»- und e»»iwicklungSfähig find,»velcke willen» und fähig sind, einen» beträchtlichen Sektor der Wirtschaft das Gepräge der wirtschaftlichen Demokratie aufzudrückcn, all das gibt eine Vorstellung von den im Volke noch ungeweckten, noch schlnminerndcn Kräften, die aber dereinst benifen sind, die gesamte Wirtschaft in den Dienst deS Volkes z>» stellen. Einem Volke, dem durch die praktische Betäii- gung der Genossenschaften Ivirtschaftliche Tcmotraiie vorgelebt wird, da» angesichts der Leistungen der gc- nossenschaftlichcn Ilnternchinungen für sein Wohl der festen lleberzcugungen ist, daß cs stark und fähig ist, seine ureigei»stei» wirtschaftlichen Angelegenheiten ohne Bevornnindung zu regeln, einem solchen sind auch die politischen Ideale der Demokratie und der Freiheit kein leerer Wahn, ein solches Volk wird auch eine politische Bevormundung durch ein aufge- drängteS„Fi'»hrer"-Systcm oder durch ein„autoritäres" Herrschaftssystem al» seinen wahren Interessen nicht entsprechend mit aller Entschiedenheit zu« rückzuweiscn wissen. ES ist ein charakterischeS Zeichen unserer Zeit, daß die Gegner der genossenschafilickei» Selbsthilfebewegung der Verbraucher in den meisten Fällen ganz andere Anschauungen in ihrer Brust hegen al»«S die Ideale der politische»» Demokratie si»»d. In den Reihen der überzeugten Genossenschafter-hingegen findet die' Demokratie nicht nur Beke»»ner, sonder»» auch Kämpfer. An der Erziehung zur Demokratie mitzuwirke», ist jeder aufrechte Bürger unseres Staates berufen. Aber jeder., dem es um die Ideale der politischen Denwkratie ernst ist, ist gleichermaßei» sittlich per- pftichtet, die organisierten Kräfte tatkräftig zu fär«. dern, welche die Stärkung'er demokratischen Gesinnung unseres Volkes bewirken. Al» eine Massenbewegung, welche die Verwirklichung der Demokratie in der Wirtschaft anstrebt und welche ihre besten EntwicklungSmöglichkeiten nur in einer politischen Demokratie sicht, sollten die Konsumgenossenschaften von der gesamten Bevölkerung tatkräftig gefördert ftrcltrtfl. iS. Feber 1O8R ~tite 10 Nr 4t Wieviel Sozialrentner gibt es? Die Zahl der Sozialrentner hat sich in den letzten Jahren fortschreitend erhöht. Eine be» sonders starke Zunahme ergab sich in den Krisensahren bei den JnvaliditätS- und AlterSrent« nein. Nach der Statistik der Zentralsozialversicherungsanstalt waren am Ende jedes Lahres vorhanden; Invaliditäts rentner Alters» rentner p Witwen- und . Waisenrentner zusammen 1929 604 1 2.451 8.056 1930 6.062 11 8.151 14.224 1931 20.495 916 15.892 86.808 1932 44.801 5.661 22.999 73.461 1938 78.330 12.375 81.498 117.203 1934 102.077 19.705 40.019 161.901 1985 129.654. 26.986 50.473 207.068 1936 141.407 82.834 58.982 233.378 1937 147.803 87.945 67.015 252.768 Am gewaltigsten bat sich die Zahl der Rentner also in jenen Jahren vermehrt, in denen sich die Wirtschaftskrise bei unS am schlimmsten auSgewirkt hat. Bon 1931 bis 1935 ist die Zahl der Sozialrentner insgesamt von 33.803 auf 207.063 gestiegen. DaS ist eine Zunahme um 167.250 in fünf Jabren. Dieses mächtige Anschwellen geht darauf zurück, daß die Wirtschaftskrise vielen älteren Arbeitern und Arbeiterinnen, ebenso vielen leichtbeschädigten Personen für immer die Aussicht nahm, jemals wieder einen Arbeitsplatz zu erhalten. Sie wurden dadurch gezwungen, sich um die ihnen zustehcnde Sozialrente zu bewerben. In den beiden letzten Jahren hat das Anwachsen der Zahl der Sozialrentner wieder ein normales Tempo angenommen. Lin Finanzierungsplan für öffentliche Bauten Die Finanzierung der öffentlichen Arbeiten, schreiben„Hospodäkske Hovory", bildet ein schmerzliches Problem der Bauindustrie, da bei ihr nicht nur die finanziellen, sondern auch juristische und technische Fragen eine Rolle spielen. Die Geldinstitute erklären, daß die Festsetzung von Bedingungen, die die Arbeitsvergabe zu einer Spekulation gestalten, ungesund seien; z. B. sei die Steigerung von Materialpreisen und Löhnen al- Unternehmer-Risiko anzuschen. Die langwierige Akzeptierung und Liquidierung der Raten- auSweise und der Schlußrechnung machen eine planmäßige Garantie der liquiden Geldmittel hinsichtlich ihrer Höhe und ihres Zahlungstermins unmöglich. Deswegen haben die Unternehmer öffentlicher Bauarbeiten dieser Tage den zuständigen Ministerien einen Plan überreicht, welche die Möglichkeiten einer garantiert glatten Finanzierung öffentlicher Bauten untersucht und entsprechende Vorschläge macht. Vorgeschlagen wird die Gründung eines Konsortiums der großen Geldinstitute, um vor allem die großen öffentlichen Bauten, deren Kosten in die Millionen gehen, zu fimpizieswy. Diesem Konsortium sollen auch die Landesbank, die Postsparkasse, die Nationalbank usw. Mittel zur Verfügung stellen. Eine weitere wichtige Forderung ist, daß der Bauherr gleich bei Vergabe der Arbeit einen Vorschuß von 20 Prozent der Baukosten gewährt, welcher Vorschuß dann bei den Ratenausweisen fortlaufend abgezogen würde. Doch scheinen die Aussichten für die Verwirklichung eines Konsortiums der Geldinstitute zur generellen Finanzierung der öffentlichen Bauten sehr gering zu sein. Oer Kampf um öle Svarda-Fabrlk In Rosenthal Der Kampf um die Svarda-Fabrik in Rosenthal geht weiter. Nachdem gegen die für den 26. Jänner angesehte Räumung des Betriebes seitens des derzeitigen Pächters Einspruch erhoben und ihm vom Bezirksgericht in Tepkitz-Schö- uau stattgegeben worden war, hat jetzt die»Tex» tilnispol als Eigentüincrin der Fabrik einen Exe» kutionStitel zur gerichtlichen Räumung des Fabriksbetriebes erwirkt. Die endgültige Entscheidung wird das Kreisgericht in Leitmeritz zu fällen haben. Fest steht, daß die„Textilnispol" bzw. die ihr nahestehende Finna Kunert in Warnsdorf den Betrieb in Rosenthal um jeden Preis schließen wollen. Um die Verbindlichkeitserklärung des Hohlglasvertrags Gegen den Antrag, den HohlglaSvertrag verbindlich zu erklären, erhoben von den bestehenden 4.7 Hohlglasfabriken sechs Firmen Einwände, u. zw. die KarkShütt«(Slowakei), die Harrach'schen Glasfabriken, die Firma Richter in Würbenthal sowie drei kleinere Unternehmungen. Die Firmen, die den Vertrag anerkennen, beschäftigen 16.000, die übrigen zusammen nur etwa 1100 Arbeiter. Wegen der Verbindlichkeitserklärung bestehen nicht nur Differenzen zwischen den Firmen und den Arbeitern, sondern auch innerhalb der Industrie selbst. So wurde von gewisser Seite der Vorwurf laut, die Harrach'schen Fabriken seien um 30 Prozent billiger als jene Firmen, die zur Einhaltung der BertragSköhne bereit seien, so daß die Unterbietungen in der Hohl- glaSindustrie vor allem zu Lasten der Arbeiterschaft gingen. DaS Handelsministerium forderte eine ausführliche Begründung der gegen die Verbindlichkeiterklärung vorgebrachtcn Einwände, worauf eine neuerliche Aussprache einberufen werden wird. Kürzung der Frauenlöhne Gegenwärtig sind mehr als 90 Prozent aller krankenversicherten Frauen in den ersten fünf Lohnklasscn, wobei der höchste Taglohn 22 Kö beträgt. Mehr als zwei Drittel aller Arbeiterinnen sind in den niedrigsten drei VersicherungSklasscn mit einem Höchstvcrdienst von 14 KC versichert. Während die Männerlöhne gegenüber dem Jahre 1929 um 7.1 Prozent gesunken sind, sanken die Frauenköhne um 11.4 Prozent. DieS bedeutet, daß die Löhne der Arbeiterinnen stärker herabgesetzt werden als die der Männer. Wolkenkratzer-Kasernen für die Republikanische Garde In Paris Am Rande der französischen Hauptstadt wurde jetzt diese in ihrem Baustil recht ungewöhnliche Kasernenanlage für die Republikanische Garde fertiggestellt. Fünf turmartige Bauten, die mit 16 Stockwerken fast Wolkenkratzerhöhe erreichen, beherrschen die Kasernenanlage. Verschlechterungen für die Arbeitslosen In Oesterreich Die Sozialversicherungsnovelle, die am 1. Jänner in Kraft getreten ist, bringt den Arbeitern und Angestellten eine Aenderung, die in der Tages- und Fachpresse recht wenig besprochen wurde. ES wird nämlich wieder die Ansprnchsbe» rechtigung auf die NotstandSauSbilfe verschlechtert. Und daS bedeutet für ungefähr 30.000 Arbeitslose in den nächsten 18 Monaten die Aussteuerung. Notstandsaushilfe kann von nun an nur der Arbeitslose erhalten, der i» den letzten zehn Jahren durch mindestens drei Jahre beschäftigt war. Wer sich also tm Juni 1988 um die Unterstützung bewirbt, muß seit Juni 1928 durch mindestens 3 Jahre beschäftigt geivesen sein. Bisher war eine Verlängerung der zehnjährigen Frist möglich und manchmal genügte eS, wenn in den letzten 15 Jahren der notwendige Arbeitsnachweis vorhanden war. Dies wird nun anders, und aUe Arbeitslosen, die in den letzten zehn Jahren keine dreijährige Beschäftigungsdauer haben, müssen bei der nächsten Verlängerung ausgesteuert werden. Je länger die Krise dauert, um so größer wird die Zahl der Arbeitslosen Weeden, die in den letzten zehn Jahren keine drei Jahre gearbeitet haben. Besonders in den Saisonberufen und für die älteren Arbeiter bedeutet die neue Bestimmung, daß die Anspruchsberechtigung verloren geht. Marksturz In den Weststaaten Der„B.-C." weist in einer Zusammenstellung darauf hin, daß seit Anfang dieses Jahres im Ausland ein mächtiger Kursverfall der Sperr- marksorten eingetreten ist, der nicht zuletzt auf die letzten Ereignisse in Deutschland zurückzusüb« reu ist. Der KurSversall nimmt von Woche zu Wuche größere Ausmaße an. So wurde in Holland die Kreditsperrmark am 8. Jänner noch(auf Ki umgerechnet) mit KL 2.04 gehandelt, am 28. Jänner mit KL 1.75, während am 14. Feber die Kreditfperrmark nurmehr mit KL 1.20 bewertet wurde. Die AuSwandei.'rsperrmark notierte am 3. Jänner in Holland noch KL 2.04, am 14. Feber nunmehr KL 1.16, die Effektensperrmark am 3. Jänner KL 2.04, am 14. Feber nurmehr KL 1.12. In dieser Beziehung sind di« Besitzer von Sperrmärksorten in der Tschechoslowakei weit besser gestellt, wo die beiden erstgenannten Sperrmarksorten noch mit KL 4.40, die letztgenannte mit KL 8.25 verwendet werden können. l.okndewesuns der Bauarbeiter Nordmährens Die Vertragsorganisationen der Bauarbeiter j d«S uordmäbrischen BertraaSgebiete» gaben am 15. ■ Dezember 1987 den Arbeitgebern die Forderungen für das Jahr 1938 bekannt; der vorgeschkagene Lohnaufbau beträgt 15 Prozent, was angesichts der Lebenshaltung der Bauarbeiter gewiß bescheiden genannt werden muß. Die Schäden, welche die Krisen» jabre in jeder Arbeiterfamilie hinterlassen haben, konnten noch nicht gut gemacht werden, da beim Bauorbeiter neben den niedrigen Löhnen auch noch die jährliche kurze Arbeitsspanne die Lebenshaltung des Bauarbeiters beschränkt. Die Bauarbeiterschast, die allerorts und bei allen Anläsien(auch bei den Unter- stützungSaklionen u. dgl.) als jene Gruppe bezeichnet wird, die während der Zeit ihrer Beschäftigung so viel verdient, daß ihr Verdienst auch für die Zeit des Stillstandes ihrer Berufstätigkeit(hier stellt man wohl den Bauarbeiter dem Unternehmer gleich) ihren Lebensunterhalt sicherstellen kann, was in Wirklichkeit aber nur bei sehr guter Beschäftigung der Fall ist, verdient beute kaum so viel, daß sie während der tatsächlichen Arbeitszeit ihr notdürftigstes, karges Leben fristen kann. Bei den.Lohnbesprechungen" am 21. Jänner 1938 lehnten die Bauarbeitgeber die Lohnforderungen I der Bauarbeiter ab. Man zeigte sich freundlichst ge neigt. die BorsahrSlöhne, welche ohnehin durch die Regierungsverordnung Nr. 258 geschützt sind, aufrecht zu erhalten. In den vom 7. bis 18. Feber 1988 abgehaltenen Dauarbeiterversammkungen haben die Bauarbeiter einmütig ausgesprochen: Die Bauarbeiterschaft weist das Ansinnen der Bauarbeitgeber,, die Löhne del Jahre» 1987 ohne Lohnerhöhung beizubehalten ab, und stellt sich nach wie vor hinter die von den Ber- tragSorganisationen eingebrachten Forderungen. Die Bauarbeiter, welche auf Grund der Lohn- und ArbeitSverhältnisse in drückendster Not leben müsien; denen die ArbeitSverhältnisse nicht einmal die primitivste Lebensweise erlaubten; die Bauarbeiter, die in den Krisenjahren den härtesten Lohnabbau binnehmen mußten, müssen heute auf der Verbesserung ihrer LobnverKältnisse beharren. Wenn die Bauarbeitgeber in Verkennung all dieser Tatsachen glauben, die Forderung der Bauarbeiter ablebnen zu müssen, dann gilt für die Bauarbeiter NordmährenS nur eines: den geschlossenen Kampf zu organisieren und zu führen bis zur Lohnerhöhung und zur klaglosen Einhaltung der BertragS- beftimmungen in bezug auf Ordnung auf den Betriebs» und Baustellen. / Signor Ulivi legt John Bull herein Es ist nun bereits einige Monate her, da berichteten die Welttelegraphenagenturen auS London von der sensationellen Entdeckung des Professors Anthony, dem eS nunmehr gelungen sei, die Todesstrahlen anzuwenden. Glücklicherweise konnten sich die Meldungen darauf stützen, daß aus„Gründen der nationalen Verteidigung" genaue Angaben über die neue Methode einer Eleltrofernwirkung nicht gemacht werden können. Im Gegensatz zu dieser Angabe und im gleichen Atemzug begannen aber die Berichterstatter schon ihr SeemannSgarn zu spinnen. Nach den gleichen Meldungen sollte eS dem Professor Anthony gelungen sein, die elektrische Strahlungöenergie eines Atoinü sreizumachen und einen Apparat zu konstruieren, um diese„Atom- wellen" auf größere Entfernung zu übertragen. Unter anderem soll ein Versuch mit sechs Bombern der englischen Flugtvafse unternommen worden sein, deren Lahmlegung völlig gelungen sei. Zum. Unterschied von den tatsächlichen siriegserfindungen richten sich nun die Zeitungsenten und Grubenhunde, also auch speziell die PreffekriegSerfindungen, nach den jeweiligen seelischen Bedürfnissen und dem Gemüt der Leser. In früheren Zeiten hat man auch in England bei TodeSstrahlenersindungen die anrücken» den Einheiten des Gegners zur See und in der Luft einfach zu zersprengen versucht. Wie wir wissen, ist jedoch Großbritannien gegenwärtig auf Milde eingestellt. Deshalb haben auch die Todes« prahlen des Herrn Professor Anthony nicht etwa eine sprengende oder tötende Wirkung. ES sind ausgesprochen pazifistische Todesstrahlen. Sie zwingen den Angreifer auS der Luft nur zu Gleitflug und Landung. Wenn er dann seine Bomben nicht vorher schon abgeworfen hat, was er vernünftigerweise, tun wird, dann werden sie ihn am Boden von der Polizei gegen Quittung aügenommen. Man könnte diese Todesstrahlen niit Recht als Nichteinmischungstodesstrahlen bezeichnen. Diesen, mit Gemüt gepaarten physikalischen Effekt erreicht die englische Presse und Professor Anthony au' folgende Weise. Der Trick bestand darin, daS Benzin in den Treibstofftanks der Bomber auf Entfernung künstlich mit Wasser zu nüschen. Bei den Versuchen ist, laut den Berichten der Reporter, das Benzin vorher sorgfältig geprüft worden und die Benzinfässer trugen militäramtliche Siegel. Auch die Treibstofftanks der Flugzeuge sind sorgfältig vorher untersucht und nach Auffüllung mit dem versiegelten Benzin versiegelt worden. Kurz, eS ist augenscheinlich zugegangen wie bei den Varietövorführungen von zersägten Damen und bei der Verwandlung von Tinte in Wein. Der Effekt war natürlich ebenso entsprechend. Aus einer Entfernung von mehreren Kilometern setzte Professor Anthony seinen Apparat in Gang. Dieser soll— man beachte immer das soll— sich auf einem Lastwagen auf einer Landstraße befunden haben, die in der Gegend des Flugfeldes vorbeiführt. Nach wenigen Minuten erhielten die Piloten den Befehl zum Start. Sie kannten ihn jedoch nicht durchführen. Bei der Nachprüfung ergab sich, daß das Benz'n tatsächlich Wasser enthielt. Dieses Wasi-r war synthetisch— sagen die Reporter— aus elektrisch in die Ferne abgcschossenen Wasserstoff- und Sauer» stoffatomen mitte» im versiegelten Reservoir her« gestellt worden. ES ist hier nicht der Plitz zu untersuchen, welcher wahre Kern unter diesem Wust von Phantasie wirklich verborgen li^gt. D'e 4ansend- sättigen Möglichkeiten elektrischer Ferawirkun- gen ivürden viele hundert Seiten füllen und ich habe sie in meinem neuen Buch„Elektrokrieg" ausführlich geschildert. Die klassische Vorliebe der Engländer für die sogenannten Todesstrahlen ist bekannt. Sie wurden darin von berühmten Erfindern enttäuscht und von berühmten Schwindlern enttäuscht. Die beste Antwort auf die Geschichte von dem Professor Anthony ist die Geschichte von dem Signor Ulivi. ES ist eine interessante, aber der heutigen Generation schon ganz und gar unbekannte Geschichte, denn sie feiert 1938 ihr fünfundzwanzigjährigeS Jubiläum. Im Jahre 1913 tauchte in London ein Italiener auf, der den staunenden Engländern die Geschichte von den F-Strahlen verkündete. Dieser Signor Ulivi erklärte, daß, ebenso wie Marconi das Wort, er die Kraft drahtlos in die Ferne übertragen könne. Seine F-Strahlen hätten die Kraft, Explosivstoffe aus der Ferne zu entzünden. Es gelang ihm rasch höchste Kreise für seine Idee zu interessieren und zu überzeugen. Davon sprechen jedenfalls die Versuche, die nun von der englischen Marine unternommen wurden. Die englische Admiralität ließ den außer Betrieb gesetzten leichten Kreuzer Terpsichore für die Zwecke Signor Ulivis, für einen großen F-Strahlenversuch vorbcreiten. Mit dicht geschlossenen, verstärkten Schotten wurde der Kreuzer an einem Herbsttag 1918 zur StokcSbucht bei Portsmouth hinausgefahren. Dort verankerte nian das Schiff und Taucher befestigten unter dem Kiel des Schiffes eine— offenbar von Signor Ulivi gelieferte— Eisenkiste, in die offiziell Schießbaumwolle und andere Spcengstosse gegeben worden waren. Signor Ulivi setzte nun seine F-Strahlen aus einer Entfernung von dreizehn Kilometer in Tätigkeit und tatsächlich erfolgte auf der Terpsichore eine heftige Explosion. Augenscheinlich hatten die geheimnisvollen Strahlen voll ihre Schuldigkeit getan. Als man an den Kreuzer hcranfuhr, sah inan, daß sämtliche Explosivstoffe detoniert waren und in die Schiffsseite ein riesiges Loch gerissen hatten, in das die Wasser einfluteten. Fünf Schlepper brachten den Kreuzer in das Dock nach Portsmouth. Dort stellte sich nach Prüfung der Sachverständigen heraus, daß der Schaden groß genug war, um das Schiff zum Sinken zu bringen. Die Explosion lvar derart gewaltig, daß selbst das Oberdeck Spuren davon auflvics. UnS wundert heute nur noch, warum man sich Über die Wirkung an sich bekannter Sprengstoffe damals so sehr wunderte. Ob Signor Ulivi 1918 einen auf Mccrwasser chemisch reagierenden Zünder oder ein Uhrwerk änwendete, ist heute nicht mehr festzustellen. Sicher wissen wir nur, daß es seine F-Strahlen nicht waren, die damals die Jnitialzüudung gaben. „Wenn sich die F-Strahlen vervollkommnen, dann werden sämtliche Explosivstoffe beider Armeen schon in die Luft gesprengt sein, ehe die Gegner in Schußweite kommen", schrieben da- mals die Zeitungen. Leider ist von der Erfindung UliviS selbst nichts geblieben als halb verschollene, vergilbte Zeitungsberichte und einige unange« I nehme Akten in der Admiralität in London. Seite 11 Nr. 41 Das Wandern war des Müllers Lust Das Wandern einmal des Müllers Lust gehört längst zu den verbotenen Dingen. Und so haben sich fast alle Länder der Erde eine gefeß Tiche Einwanderungssperre zugelegt. Aber nicht nur das Wandern ist verboten, sondern es ist auch den Unternehmern verboten, einen ausländischen Mitarbeiter zu beschäftigen. Dadurch erst wurde Die Wanderungssperre effektiv", das heißt wirk fam gemacht. Zwar wird in den Wanderungs fperregejeben zumeist zugestanden, daß Spezialarbeiter, die im Inland nicht zu finden sind, aus dem Ausland bezogen werden können, aber diese UNION VERSICHERUNGS- A.- G. ZENTRALE: PRAG MASARYKOVO FILIALEN: REICHENBERG BRUNN BRATISLAVA VERTRETUNGEN IM GANZEN BEREICHE DER REPUBLIK Freitag, 18. Feber 1938 Schlafen gehenZähne putzen! AG UNION VERSICHERUNGEN ALLER ART KAL Bestimmung wird so engherzig ausgelegt, daß nur die wenigsten Fälle die Maschen des Gesetzes pajfieren fönnen. Wie die Wanderungssperre anfing Die Banderungssperre hatte ursprünglich politische Gründe. Als nach dem Weltfrieg der Kommunismus hochtam, da bauten einzelne Staaten einen gefeßlichen Damm gegen die Eins wanderung, in der Meinung, daß dies auch ein Damm gegen die kommunistische Infeltion wäre. Die Erfahrung hat inzwischen gelehrt, daß der Damm diesen Schuß nicht bieten tann. Mit dem Aufhören der Einwanderung in Amerifa ist die von den Einwanderern gebildete niederste gesellschaftliche Schichte verschwunden. Dadurch wurde die Arbeitnehmerschaft zur gesells schaftlichen Unterschichte, die ihre Interessen nun nicht mehr nach unten gegen die Einwanderer, sondern nur noch nach oben zu verteidigen hatte. In der Zeit der Krise machte sich das zum erstens mal gefahrdrohend fühlbar. Damals fürchtete man sich in den Vereinigten Staaten ernsthaft vor dem Volfchewismus. Und es war nicht zulest bie Gefahr der Rebellion der Massen, die Roosevelt veranlaßt hat, das wirtschafts- und sozialpolis tische Steuer herumaureißen. Später erhielt die Einwanderungssperre eine sozialpolitische Bedeutung, sie soll in erster KALODONT gegen Zahnstein so engherziger die Arbeitsmarktpolitik. Reihe die Arbeitspläße der inländischen Arbeiter Pölten vermitteln wollte. Je fleiner der Ort, um zwischen den von Arbeitslosigkeit heimgesuchten und jede wirtschaftliche Entfaltung unmöglich geschüßen. Nach dem Ende des Weltkrieges trat befanntlich die unangenehmste Form der Arbeitss Gebieten und den Gebieten mit Bedarf an Ar- macht, dann führt dies zur Taumpolitik- ein losigkeit auf: die strutturelle MassenarbeitslosigIn Deutschland hat man den Gedanken der beitskräften, fie ermöglicht die Erschließung neuer neues Wort für den alten Begriff Merkantilis keit. Mit den Einwanderungsverboten glaubte Sperre der Binnenwanderung noch weiter ausges Arbeitsgebiete und ihre wirtschaftliche Fruchtbar mus, deren Ziel die Erweiterung des eigenen man eines der Mittel gefunden zu haben, diefer baut. Die Arbeitslosigkeit ist bekanntlich im Deut- machung, ſie ſchafft neue Arbeitsmöglichkeiten und Wirtschaftsgebietes mit imperialistischen MitArbeitslosigkeit beikommen zu können; man wollte ſchen Reich so gut wie verschwunden, hingegen gibt neue Arbeitsplätze im besten Sinne des Wortes. teln ist. zumindest verhindern, daß irgendein freier Arses in manchen Berufszweigen einen Arbeiterman- Die Wanderungssperre- die doch zum Japans entschlossener Griff nach der Manbeitsplatz dem inländischen Arbeiter von einem gel. Um nun zu verhindern, daß das knappe An- Schuße der Arbeitspläße eingeführt wurde dschurei, ſein Zupaden in China erfolgte, nachausländischen Arbeiter weggenommen werde. So gebot an Arbeitskraft zu Lohnsteigerungen führe, vermindert dagegen die Zahl der Arbeitspläke. dem es sicher war, daß Amerita, die Südseelolowurde der Arbeitsmarkt nationalisiert. Damit hat man die Freizügigkeit der Arbeiter in einigen sie verewigt die Strifen in den von einer strut- nien Englands, Hollands und Amerikas sich wurde aber auch einer der folgenschwersten Anwichtigen Wirtschaftszweigen einfach aufgehoben. turellen Arbeitslosigkeit betroffenen Gebieten und dauernd weigern werden, den Bevölkerungsübergriffe auf das weltwirtschaftliche Denten und Der Arbeiter darf also dort, selbst wenn er einen verhindert die wirtschaftliche Erschließung und schuß Japans weiterhin aufzunehmen. Erst recht Sandeln verübt; wirtschaftliche Kirchturmpolitik besseren und besser bezahlten Arbeitsplatz gegen Ausbeutung neuer Gebiete. bestärkt wurde Japan in seinem imperialistischen beherrscht den Arbeitsmartt. jeinen gegenwärtigen cintauschen könnte, diesen Die Wanderungssperre hat der Weltwirt Vorgehen, als mit Unterstützung Englands in Amerika hat mit den EinwanderungsverboTausch nur mit Zustimmung der Behörden vollschaft unermeßlichen Schaden zugefügt. Sie hat China der Boykott über japanische Waren verten begonnen. Hier geschah der Sündenfall. Die ziehen. die Weltarbeitslosigkeit gesteigert. Sie hat in vie- hängt wurde. Italien sieht in der Eroberung Vereinigten Staaten waren vor dem Krieg das In der gleichen Richtung liegt die fast para- len Ländern den Bevölkerungsdrud verstärkt und Abessiniens ebenfalls unter anderem eine Erweitlaſſiſche Einwanderungsland, das den Bevölke dor erscheinende Maßnahme 3taliens gegen das die sozialen Spannungen in einem Maße erhöht, terung seines Wirtschaftsraumes und die wirtrungsüberschuß der Alten Welt immer wieder Einwanderungsverbot der Ueberseeländer: näm- daß es schließlich zu politischen Explosionen fam, schaftlichen Entfaltungsmöglichkeiten, die ihm die aufnahm. Als die Vereinigten Staaten die Ein- lich die vor einigen Jahren von Mussolini delre- die dann eine nach jeder Richtung hin sehr unvor- gestörte Weltwirtschaft nicht zu bieten vermochte. wanderung beschränkten, folgten bald fast alle tierte Auswanderungssperre für italienische teilhafte politische Wanderungsbewegung verur- In der gleichen Weise begründet Deutschland seine übrigen Länder der Erde. Es gibt heute faum( Staatsbürger. Eine prestige- politische Maßnahme, facht haben. Kolonialforderungen. einen Staat, der nicht unter irgend einem Eitel, bie in ihren legten Auswirkungen aber nicht unsei es als„ Wanderungsset" oder„ Inlandsarbeis terschätzt werden darf. terschutzgesetz". den Zuzug ausländischer ArbeitsTräfte verbietet. Die Folgen Die Wanderungssperre hat aber vor allem Man spricht gegenwärtig viel vom Wiederdas dem weltwirtschaftlichen Denten zuwiderlau- aufbau der Weltwirtschaft und weist vor allem fende merkantilistische Denken wieder belebt. Es darauf hin, daß es in erster Reihe notwendig set, mag übertrieben erscheinen, aber es ist wahr, das die internationalen Handelshemmnisse und die attive Machtstreben Japans, Italiens und Deutsch Semmungen des zwischenstaatlichen Zahlungsvers lands ist nicht zuleßt auf das Konto der Wande- tehres abzubauen. Auch wenn dies bald gelänge, rungssverre zu sehen. wäre es ein Stückwert. Man muß auch die Freizügigkeit der Menschen wieder herstellen. Die Einwanderungssperre, die seit mehr als Die Einwanderungssperre und ihre Blüten fünfzehn Jahren für alle Länder der Welt gilt, haben den breiten Strom der Wanderungsbeive hat merkwürdige Blüten hervorgetrieben. In den gung von einstmals in ein trübes, dünnft ießenLändern mit großer Arbeitslosigkeit wurde, wenn des Bässerdhen verwandelt und die Bevölkerungs. Eine gutfunktionierende Weltwirtschaft, in auch nicht gefeßlich, to boch faltijd), nadh unb nad) bewegung in der Welt zum Erstarren gebracht. der der Güteraustausch nicht gehemmt, in der ber auch die Binnenwanderung weitestgehend be- Wirtschaftlich gesehen ist bas ein Unglüd. Denn Geld- und Kapitalsverfehr sich frei entwideln schränkt. Es wurde zum Grundjab, vor allem den so wie au einer gefunden Weltwirtschaft eine lann und in der auch der wirtschaftende Mensch lolalen Arbeitsmarkt zu betreuen und man ver- weitgehende Freizügigkeit der Ware und des Sta- freizügig ist, sichert allen Staaten der Welt am Parteigeaoffin! Parteigenosse! suchte es bald, zu verhindern, daß etwa die Ur- pitals gehört, gehört au ihr auch die Freizügig besten die Rohstoffe, deren sie bedürfen und das beitslosen eines Ortes durch Zuwanderung von keit der Menschen. Nur diese sichert die gegensei- Brot, das sie brauchen. Sie bietet auch den Vürs Arbeitsträften aus anderen Orten konkurrenziert tige reistige Anregung auch in Wirtschaftsdingen, gern dieser Staaten alle Möglichkeiten, au Arbeit würden. In der Schweiz blüht der„ Schuß des den Austausch von Sach- und Fachkenntnissen; und Verdienst zu kommen und sich wirtschaftlich lantonalen Arbeitsmarktes". In Desterreich ist es sie gibt dem Unternehmungsgeist des einzelnen zu entfalten. Wird der Warenaustausch gehemmt, eine Sünde, einen Arbeiter aus St. Pölten nach die Freiheit und den unbegrenzten Naum, deren der Stapitals- und Geldverkehr eingeschränkt, wird Bien zu vermitteln; die Sünde wäre noch grö- er bedarf, um sich voll entfalten zu können. Sie die zwischenstaatliche Freizügigkeit aufgehoben ber, wenn man einen Wiener Arbeiter nach St. ermöglicht den sozialen Spannungsausgleich und so jeder internationale Spannungsausgleic Bist Du schon Mitglied der Kinderfreunde? wenn nicht, dann tritt bet. ., Freundfaft!" Seite 12 Prager Zeitung Ende der Wolschaner Friedhöfe? In der letzten Zeit wird wieder einmal die Prager Friedhofsfrage in der Oeffentlichkeit lebhaft crörtert. Es sind Nachrichten aufgetaucht, die dahin Tauten, daß die Wolschaner Friedhöfe bereits nach wenigen Jahren der Vergangenheit angehören wer den. Es dürfte allerdings länger dauern, als diefe Nachrichten melden. Außer Frage steht aber auf jeden Fall, daß die fünftigen Begräbnisstätten der werdenden Millionenstadt dezentralisiert werden. Als Hauptfriedhof wird der neuanzulegende Friedhof in Chodov in Betracht kommen, obwohl die verschiedenen eigentumsrechtlichen Auseinandersetzungen über die fes Problem nicht abgeschlossen sind. Die östlichen und nördlichen Außenbezirke dürften in Bufunft auf den zweiten großen Friedhof in Dáblice angewiesen fein. Was mit den aufzulassenden Friedhofsgeländen in Wolschan in späterer Zeit zu geschehen hat, ist heute offenbar noch nicht ganz llar, zumal eine ges raume Zeit vergehen wird, ehe dieser Totenader pro fanen Zweden überantwortet werden kann. Wie die Statistik der Friedhofsverwaltung lehrt, werden die meisten Gräber durch zwei Jahrzehnte bezahlt, wäh rend vom dritten an nur noch eine Minderheit der bestehenden Grabstätten durch Bezahlung der Grabmicte aufrechterhalten wird. Nur eine ganz geringe Zahl von Gräbern erreicht das fünfte Jahrzehnt. Mit dieser Feststellung ist auch der Reitraum an mihernd abgeſtedt, innerhalb dessen die bisherigen Wolfchaner Friedhöfe frühestens gänzlich aufgelassen werden können. Unentgeltliche Theatervorstellungen für deutsche Soldaten der Prager Garnison. Dem Brager Stadt rat wurde der Vorschlag vorgelegt, für die in Prag garnisonierten Soldaten nichtischechischer Nationalis tät Theatervorstellungen, Lichtbildvorführungen und Norträge zu veranstalten. Dadurch könnte Eriprieß Tiches auch auf dem Gebiete der fulturellen Annähe ruma der im Staate lebenden Nationalitäten geleistet und der demokratische Gedanke gefördert werden.. Mit finanzieller Silfe der Hauptstadt sollen die Ver. anstaltungen für Soldaten unentgeltlich stattfinden. Das Klubheim des Klubs„ Die Tat" eröffnet. Am vergangenen Samstag fand im Rahmen ein'r intimen Feier, bei der Vertreter des Klubs der tiche chischen und deutschen Bühnenangehörigen sowie des Stlubs Přitomnoſt" anwesend waren, die Eröffnung des Klubheims des Klubs„ Die Tat" statt. Es ist dem Vorstand des Klubs gelungen, ein Heim zu scha fen, in dem sich jedermann wirklich wohl fühlen wird. Der Slubbetrieb wurde nunmehr aufgenommen und das Klubheim ist Klubmitgliedern täglich ab 9 Uhr vormittags zugänglich. Todessturz vom Gefimse. In der Wenzelgasse in Prag II., arbeitete gestern mittags der 25jäh rigerige Asphaltierer Franz Gesát. Als er auf ein etiva 30 Bentimeter breites Gefimſe ſtieg, stürzte er plötzlich, von Schwindel befallen, etwa 6 Meter tief auf den Betonboden des Hofes herab und blieb mit zerschmettertem Schädel bewußtlos liegen. Auf dem Wege ins allgemeine Krankenhaus starb er. " Sozialdemokrat" in felbftmörderischer Absicht eine größere Menge Lu minal und wurde ins Krankenhaus auf der Bulovka gebracht. Grund der Tat ist gleichfalls Nervenkrant heit. Schwedische Volksausstelling in Prag. Am 8. April wird im Palais des Kunstgewerbe- Museums in Prag unter dem Protektorate des schwedischen Stronprinzen eine Ausstellung des schwedischen Volkstums und der schwedischen Heim industrie eröffnet werden. Die Vorbereitungsarbeiten für diese Ausstellugn hat der Professor der Stockholmer Universität Dr. Andreas Lindblom in Angriff genommen. Die Ausflugszüge ber Staatsbahnen veranstalten folgende Fahrten: 19. bis 27. Feber in die Bes fiden auf die Pustevna 520 Kč, nach Vyšnie Ružbachy 550 Kč, in die hohe Tatra 540 Kč und nach Spind Termühle 480 Kč. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhof. Tel. 383-35. Kunst und Wissen Musikalische Pionierarbeit punkte zu wählen; es gelingt ihr aber noch nicht| immer, die Aufgaben, die sie sich stellt und für die sie im Bildaufbau, in der räumlichen Komposition interessante Lösungen fucht, schon restlos zu bewäl tigen. Manches glückt ihr schon ausgezeichnet, an deres bleibt noch im Stizzenhaften steden. Nich: immer ist die räumliche Gestaltung verständlich. Wenn die Künstlerin im Blid von der Letna die Sil houette der Stadt so überhöht, daß aus dem Blick hinab auf die Stadt ein Gegenüber wird, kann das als kompositorische Freiheit noch vertretbar sein. Weniger verständlich bleibt, wenn sie den durch die Kurven der beiden Moldauarme so großzügig ge= aliederten, breit lagernden Raum der Moldaulandschaft bei Podbaba nicht nur schmälert und verengt, sondern durch eine terraffenartige Niveauverschie buna der beiden Moldauarme auch deren raumgestal tende Bedeutung aufhebt, ohne und das ist das Entscheidende; nicht auf das getreue Abbild fäme es an, daß dadurch für das Bild ein kompofitorischer Gewinn erzielt würde. Das sind noch Ungu fänglichkeiten. Aber man spürt in einer ganzen Reibe ihrer großgewollten Bilder das bestimmte Streben nach dem ihr eigenen Ausdruck und man darf die letzte Klärung, wie sie sich da und dort im Einzelnen schon andeutet, noch erwarten. c. h. Die Neubeker Kinderkavelle. Die Deuts fche Volfsbühne" veranstaltet gemeinsam mit dem Lidové divadlo den 20. Feber, 10 Uhr vormittags, im Smetanasaal des Repräsentations haufes in Prag ein Konzert der Neudeker Kinderfapelle. Diese leinen Musiker, die bei ihrer letzten Auslandstournee große Erfolge erzielten, werden ficher auch in Prag wieder begeistert empfangen werden. -Vereinsnachrichten Sonntag unseres Bildungsausschusses Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Freitag In richtiger Erkenntnis der Notwendigkeit und 48: Gastsp. Tauber, Baiazzo". Samstag 18 Sonntag 2: Heinrich IV.. Wichtigkeit der musikalischen Bildung des Volles Der Rarewitsch, 1. hatte der Bildungsausschuß der DSAP zu halb 8: Die Csardasfürstin, Abonnement aufgeho sammen mit den Prager Arbeiter und An- ben. Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag 8 Uhr: eit ellten Organisationen am Mittwoch einen Kammermusika bend veranstaltet, bei Flachsmann als Erzieher, Theatergemeind: hes dem neue Werte zeitgenössischer deut Seulturverbandes und freier Berkauf. Samstag fcher und tschechischer Komponisten der halb 8: Einen Jur will er fia, machen. ichechoslowakei zur Aufführung gelangten. Leider 4 Uhr: Die Reife. 8 Uhr: Blaufuchs. hat der flägliche Besuch dieses Konzertes wieder einmal bewiesen, daß der Sinn und das Verständnis für ernste und gute Musik in unserer geschmadsverwirr ten Zeit verloren gegangen ist, weil Borkämpfe, Eisbodenwettspiele und dergleichen Sportsensationen heute alles beim Publikum sind, die Musiffultur ihm aber nichts mehr bedeutet. Drei Kammermusit werfe, zivei tschechischer Autoren und eines deutschen Ursprungs, gelangten zur Aufführung. Jaroslav Ridký und Jea Strejči, die Schöpfer der tschechischen Werke, find zwar nicht Hauptrepräsentanten der mo dernen tschechischen Kammermusik, aber Achtung einflößende Meister. Ridths Drittes Streich. quartett ist ein melodisch fundiertes, harmonijd, tag von 6 bis 8 Uhr, Emečky 27, Telephon 27727. flangreiches, formal schön gegliedertes und sogar eine fleine Fuge bergendes, im Mittelfas liedmäßig schö nes, in den Edfäßen rhythmisch lebendiges, auch leid) flawisch gefärbtes, alle langwirkungen des Streich quartettfaßes ausnüßendes Werf. Noch mehr flas wisch bestimmt ist Jša Streičia vieriäßiges Ortsgruppe Brag: Benüßes jede Gelegenheit, aus Rauch und Staub in frische Luft zu kommen. Unsere Hütte im Brdywald bietet euch jeden Sams tag und Sonntag Unterkunft. Hüttendienst: Schaffer. Kanzleistunden Frei Mitteilungen aus dem Publikum. Die deutsche Jugend zum 18. Feber 1938, Der Iub die Tat" veranstaltet heute, ur Quartett, eine durch Unbeschwertheit des um 20 Uhr, großer Saal des HandwerkerStiles und erquidende Musizierfreudigkeit ausgezeich nete Stompofition, deren Schwerpunft eine auf einem vereines, einen Abend, in dem der Sekretär der blühend schönen Thema aufgebaute Passacaglia" i 3entralstelle der deutschen aktivistischen Parteien, die aber durch allzugroße Knappheit der Durchfüh Willi Wanka, über die Ergebnisse und Biele des rung verliert. Das deutsche Wert des Abends war des aus Eger stammenden Schönberg- Schülers 18. Febers 1937 sprechen wird. In der Debatte Viftor UIImann Rweites Streichquartett, werden Redner der aktivistischen Jugendgruppen zu ein motivisch durchgeführtes zweifäßines, durch reiche morte kommen. Dieser Abend ist für die OeffentlichPolyphonie ausgezeichnetes, formalflares und den Quartettfab au höchsten Wirkungen steigerndes Werk. feit frei zugänglich. Einem leidenschaftlich und doch auch besinnlich flinSparkassabuch gestohlen. Vor der Prager Post- genden langsamen ersten Satz ist ein von sonniger sparkassa wurde gestern der 41jährige Alois Saus Seiterfeit und beruhigender Herzlichkeit erfüllter Urania- Kino, Klimentská 4. dorf aus Krohleb angehalten, als er den Betrag rascher zweiter Saß gegenübergestellt, so daß die Bes von Kč 1520.- auf Grund eines gestohlenen Spar- zeichnung der beiden Teile als„ Selbstporträt" un lassabuchs beheben wollte. Der Eigentümer des Spartassabuchs ist der Pensionatsdiener Ludwig Toth, dem Tod beim Radio. Gestern früh lam, wie alltäglich. seine Bedienerin in die Wohnung des 78. jährigen Pensionisten Adalbert Stočes in PragWeinberge. Sie fand ihren Arbeitgeber tot auf dem Sessel ſizen; das Radio, vor dem er saß, spielte noch. " Porträt meiner Frau", um so mehr, als auch eine motivische Verknüpfung zwischen den beiden Säßen Fernsprecher 61623. Beute außerorbentliche Bremiere: Hausdorf außerdem eine Lederbrieftasche mit 250 Kč Feſteht, verſtändlich wird. Künſtlerische Mittler der Ein Volksfeind und einigen Dokumenten entwendet hatte. Da Toth den Diebstahl sofort der Sparkassa gemeldet hatte, fonnte der Täter mühelos verhaftet werden. Er ist geständig. Vier Finger zerquetscht. Der 27jährige Arbeiter Josef Němec aus Wysoischan arbeitete gestern furz nach Mittag in der Wysoischaner Druderei seines Arbeitsgebers, wobei ihm die rechte Hand in die Maschine geriet und vier Finger zerquetscht wurden. Selbstmorde. Gestern vormittags erhängte sich im Badezimmer ihrer Wohnung die 39jährige Beam tensgattin R. M. Ursache der Tat ist NerventrantWerke waren die Herren Pesta, Vobanta Svoboda und Sádlo des Pesta Quar tett 3", einer Stammermusikvereinigung, deren Interpretation zwar noch nicht auf der höchsten Stufe eines ausgewogenen und präzisen Zusammenspieles teht, die aber durch ihren fünstlerischen Ernst und Eifer überzeugt. E. J. Toscanini, der Mann Arturo Toscanini, der große italienische Dirigent, hat au wiederholten Malen in charaktervollster Weise seiner tiefen geistigen und seelischen Abnei100 Der gewaltigte deutsche Großfilm nach Ablen, mit Heinrich George, Fransista Ains. Gerbert Sübner, Garita Löd, Sand Richter, Florath Legal, Meherind, Schaufuß. Genschow, Schnell und 20 anderen ersten Darstellern. Schauspielerische Svivenleistungen, bramatische svannende Handlung. Normale Breife. 6, 49 Uhr. Aktualita. In den Winterwochen nur nach dem größten Tatraturort heit. Die 83jährige Beamtin M. St. nahm geſtern aung gegen den Faſchismus beider Hauptfpielarten Starý Smokovec- Altschmecks! ( den italienischen wie den deutschen) wirkungsvollen Ausdruck gegeben. Nun erhöht Toscanini das Ansehen, das er so als freidentender Künstler gewann indem er, laut einer United Preß- Meldung aus New York der Direktion der Salzburger Festfpiele telegraphisch mitteilte, daß er in diesem Jahre nicht an den Salzburger Musikfestspielen teilnehmen werde. Als Grund gibt er die unge flärte politische Lage Oesterreich an. Toscanini wendet sich also sofort in dem Augenblic von Oesterreich ab, da Hitler den Ständestaat" in liebevoller Umarmung zu erdrücken sucht. Diese mutige und konsequente Haltung Toscaninis wird ihren Eindruck auf Freund und Feind nicht verfehlen und im übrigen die Gleichschalter in Desterreich be sonders beeindruden, denn die Salzburger Festiviele ohne Toscanini, dürften nicht nur zum Teile fünftTerisch, sondern auch finanziell gehandicapt sein. Die Witwe Janáčeks gestorben. Frau Zdenka Janáčeková, die Witwe nach dem großen tschechischen Kombonisten Leo Janáček, ist Donnerstag in Brünn im Alter von 78 Jahren gestorben. Hohe Tatra( 1020 Meter) Zentrum der Wintersportler. Sportfonkurrenzen. Eis- Bahnen. eriten Ranges. Internationale Rodels. Bob, Sti-, Sprungschanze. Hotels Café.Var. Bier- und Weinstuben. Täglich Tanztee u. gesellige Ver anstaltungen. Bridge. Eisenbahnstation Poprad- Veika, von dort elektr. Tatrabahn. Prespekte Babedirektion, Starý Smokovec. 4559 Ueber 600 Benzinstationen Freitag, 18. Feber 1938. Nr. 41 Chitz und Meller Lack, Firnisund Farbenfabrik PRAG II. Hybernská ul. 44 Speziallacke: ,, Favorit" Email, Ofensilber" Pyrol", Fuß bodenlackfarbe ,, Anker" und" Tiger" erhält lich in allen einschlägigen Geschäften sowie den Verkaufsstellen des ,, GEC- Verbandes" Hundert 1838-1938 Jahre ge Reb 18 So 4523 fite d Ber Wur men Sta ten. tijd Gid arbeitet die Riunione Adriatica di S curtà auf dem Gebiete der schechoslowakischen Republik als Vorkämpferin des Vers cherungsgedankens. 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Die Malerin sieht die vertraute Landschaft der Stadt Vrag und ihrer Umgebung neu und weiß StandBezugsbedingungen: Bei Ruſtellung in3saus oder bei Bezua durch die Poft monatlich Ke 17., vierteljährig Kč 51.--, halbjährig Ke 102. aanzjährig Kč 204.Woſt Tarif billigst berednet. Nüditellung von Wianuit pten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Beitungsfrantatur wurde von der Boit- u. Le: earabbendirektion mit Erlak Nr. 13.500. VII/ 1980 bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25.- Druderei:..Orbis". Drud. Verlags- u. 8eitunas- A.- G. Braq Mireille Ballin in dem französischen Film Pariser Mädchen". " Telegramme: Kralupol Prag. Telegramme: G. m. b. H. Prag II., Hybernská 44. " Telephone: 24-456, 24-457, 24-468, 24-459. Telephone: 10.832 Serie. Brunn Kraluper Oelgesellschaft Brünn, Krenová 75a Inserate werden la'n O na Ten rei No Ga ter No be الان de ge Be be be C