Sozialdemokrat Sentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Seller Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Rarl Kern, Prag 18. Jahrgang In Erwartung Sonntag, 20. Feber 1938 Aus dem Inhalt: Das Zusammenspiel zwischen hüben und drüben Italiens ökonomische Lage Papanin- Expedition geborgen Saatgutaktion für Kleinlandwirte Nr. 43 der Hitler- Rede Kabinettskrise in London Demokratische Gegensatz Eden- Chamberlain Im Vordergrund Entscheidung heute? Selbstbehauptung Paris vollkommen ruhig Paris. Frankreich erwartet die Hitler. Nede mit einem Intereffe, das nach den vielen letten fenfationellen Ereignissen natürlich ist, aber auch mit vollkommener Ruhe. Es ist bereit, ihr alles zu entnehmen, was zu einer Entspannung und Annäherung führen könnte. Hingegen wird alles abgelehnt, was die bis. herige gespannte Lage noch verschärfen könnte. London. Die Ereignisse des Samstags, die durch die internationale Krise ausgelöst wurden, sind: 1. Ein außerordentlicher Ministerrat in London, der erste, der feit der englischen Thron trife im Dezember 1936 an einem Samstag zusammentritt. 2. Ein dreistündiger Ministerrat der italienischen Regierung unter dem Vorsitz Mussolinis. 3. Beratungen zwischen Chamberlain, Delbos und dem französischen Votschafter Corbin über das bisherige Ergebnis der Vorbereitung einer aktiven franzöfifch- britischen KonParis ist überzeugt, daß die letzten Ereig- tinentalpolitik, hauptsächlich inbezug auf Mitteleuropa. niffe auch in England und zwar sowohl an Regierungs- und politischen Stellen wie auch in der breiten Oeffentlichkeit das gleiche Echo wie in Baris hatten. Es heißt, daß in der letzten Zeit der Boden nie so günstig für eine gleichlaufende und möglicherweise jogar gemeinsame Politik der beiden demokratischen Großmächte gegenüber Deutschland und Mitteleuropa war. 4. Beratungen zwischen den diplomatischen Vertretern Frankreichs und England 8 in Wien und Berlin mit den leitenden Funktionären der dortigen Außenämter. Die Berichte und Vermutungen der Berliner Korrespondenten der Pariser Abendblätter stim• Die britische Oeffentlichkeit verfolgt die Entwicklung mit gespanntem Interesse und Anteilnahme. Die Nachrichten über Unstimmigkeiten zwischen Chamberlain und Eden betreffend die weiter zu befolgende politische Taktik bringen einen seit längerer Zeit bestehenden Konflikt in cinem kritischen Augenblick abermals vor die Oeffentlichkeit. Der Konflikt hat Samstag noch keine Lösung gefunden. Der britische Ministerrat wird Sonntag um 15 Uhr fortgesetzt werden. Seit Jahren wird die Welt von schweren Erschütterungen heimgesucht. Ein halbes Jahrzehnt wurden Europa und Amerika von den Strämpfen der schwersten Wirtschaftskrise geſchüt telt, die es seit einem Jahrhundert gegeben hat, Millionen von Arbeitshänden mußten feiern, Millionen von Männern, Frauen und Kindern mußten hungern und frieren. Kaum hat ein Teil nur ein Teil der unschuldig zur Untätig keit Verdammten wieder Arbeit gefunden, da droht der Welt eine neue Geißel, die des Krieges, der alles in Frage stellt, was Menschenhand und Hirn geschaffen hat. Seit 1933 Hitler die Macht in Deutschland an sich gerissen hat, seit die gepeinigte deutsche Demokratie verblutet ist, droht Europa das Verhängnis eines neuen Weltlieges. Der Drud, den Hitler auf Oesterreich ausübt und den er nun verstärkt hat, ist augenblicklich die geDer außerordentliche britische Ministerrat ,, als ausreichend und wirksam zu erachten ist, als als fährlichst wirtende Straft, die eine Katastrophe men barin überein, daß Neichskanzler Hitler über der längste, der feit geraumer Zeit abgehalten auch darum, in welcher Etappe und um heraufbeschwören fann, welche zwar ihre Urheber den Antikominternvakt und den Bolschewismus, wurde, vertagte sich nach dreieinviertelſtändiger welchen Preis die Mitwirkung verschlingen, dabei aber halb Europa in den Abüber das deutsch- italienische Freundschaftsverhält. Daner auf Sonntag Nachmittag. Es heißt, daß 3taliens hiezu gewonnen werden kann. Ueber grund reißen wird. nis und die Kolonialforderungen sprechen wird, keinerlei Entschließungen gefaßt werden konnten. dieses Problem ist die Krise offen ausgebrochen. Bisher wurde keine Annäherung der Ansichten Nicht alle wollen den Krieg und nicht alle daß er inbezug auf die künftigen deutschen Ab- Es besteht kein Zweifel, daß es sich um die erzielt. spielen mit ihm. Großbritannien und Frankreich, fichten in Oesterreich und in Mitteleuropa absicht Beschlußfassung über grundsätzliche Fragen von lich unbestimmt sein wird. großer Bedeutung handelt, desgleichen aber auch, Hinter der Politik, die Eden befürwortet, die Sowjet- Union und die Vereinigten Staaten dah tiefgehende Meinungsversteht nicht nur die ganze parlamentarische Oppo- von Nordamerika suchen unter allen Umständen die Statastrophe von der Weit abzuwenden. Die fchiedenheiten innerhalb der britischen fition, sondern auch die gesamte konserva Regierung darüber bestehen. tive Jugend. In diesem Lager herrscht die Westmächte haben unter großen Opfern verhin Der Flügel Hoare Simon, Hali. Ansicht vor, daß Italien unmißverständlich zum dert, daß aus dem spanischen Bürgerkrieg ein fax und Kingsley Wood steht Eden mit sei Ausbruck gebracht hat, daß es an der Aufrechter. europäischer Brand entstand. So war die spanische Die angesehene engliſche Zeitschrift ,, New nen Freunden gegenüber, zu denen Marri- haltung der Strefa- Front kein Intereffe mehr be. Demokratie auf sich ſelbſt angewieſen, aber sie hat fitt. Nom habe auch durch seine Einstellung zu ihre historische Rolle verstanden und den italies. Statesman" vom 19. Feber beschäftigt fich fon, Elliot und Ormsby Gore gehören. Berlin und Wien in der letzten Zeit deutlich be- nischen Legionären und den deutschen Söldnern in interessanter und bemerkenswerter Weise mit Ebenso, wie man seit geraumer Zeit von einer dem Verhältnis der Weſtmächte zur Tschecho- prodeutschen Gruppe in der Regierung spricht, Intereffen im Mittelmeer( Spanien) und in mächte angesichts der Ereignisse in Desterreich wiefen, daß es feine Mitteleuropa- Politik seinen heldenmütig getroẞt. Ebenso blasen die Westfann nunmehr auch von einer Eden- Front ge- Afrika geopfert habe. Dadurch verschärfe sich nicht in die Striegstrompete, weil sie kein Mittel sprochen werden. unversucht lassen wollen, Europa das hohe Gut des Friedens zu bewahren. Die Westmächte und die Tschechoslowakei flowakei. Das Blatt schreibt: ber italienisch- britische Gegensah. „ Hitler wird sich nur dann in Bewegung fetzen, wenn ihm die Gelegenheit günstig sein und Die Beratungen behandelten zwei Problemwenn das Gleichgewicht der Kräfte sich verschie treise, die aber miteinander eng verbunden sind: ben wird. Einzig, wenn Japan und Nußland im Die Stellungnahme gegen die Macht= Es wurde viel bemerkt, daß nach Abschluß Fernen Osten in Krieg gerieten, würde Hitler politit Deutschlands und die Verdes Ministerrates Chamberlain noch eine etwa 20 versuchen, die Tschechoslowakei zu überfallen, ständigung mit Italien. Es handelt sich Minuten dauernde Beratung mit Eden, Mor was gegen ihn die vereinigten Kräfte Rußlands sowohl darum, ob ein gemeinsamer rifon und Elliot abhielt, der in politischen und Frankreichs fofort tehren würde; früher britisch französischer Schritt Kreisen große Bedeutung beigemessen wird. oder später, selbst ungern, müßte Großbri tannien ins Feld rücken. Vermutlich wird Hitler versuchen, bis er seine Position in Desterreich befestigt hat, mit ähnlichem Drud, wie es ihm mit Desterreich gelungen ist, auch seine Ziele in der Tsched; oslowakei zu erreichen. Damit wird es ihm gelingen, Großbritannien, Sowjetruf land und Frankreich Schulter an Schul ter mit der tschechoslowakischen Demokratie zu vereinigen." Aussprache mit Paris verschoben London. Die für Samstag spät abends vereinbarte Aussprache Edens mit dem franzöſischen Geschäftsträger Cambon, der in Abwesen heit des nach Paris abgereisten Botschafters Corbin die französische Botschaft leitet, wurde auf Sonntag abends verschoben, da Samstag abends noch nichts zu berichten war. Rundfunk- Komödie mit Budenko Falls Eden unterliegt: Neue Partei Eden- Churchill- Lloyd George? London.( Tsch. P.-B.) Falls in der sonntägigen Kabinettsitzung keine leberbrückung der bestehenden Gegensätze erreicht wird, scheint ein Austritt Edens und seiner Freunde aus der Regierung und in der Folge die Bildung einer neuen Parteiim Unterhause wahrscheinlich. Diese neue Bartei, von der seit langem theoretisch gesprochen wird, würde voraussichtlich Eden und seine Freunde Churchill, Lloyd George so wie einen ansehnlichen Flügel der jungen Konservativen umfaffen. Es wird nunmehr auch bekannt, daß Churchill in der kürzlich stattgefundenen Sitzung des außenpolitischen Ausschuffes der Regierungsabgeordneten im Unterhaus eine längere Mede zur Unterstützung der Außenpolitik Edens gehalten hat. All dies erklärt, warum Chamberlain und die Regierung alle Schritte unternehmen werden, um ein kompromi herbeizuführen und eine Spaltung zu verhindern. Mom. Die italienische Presse dementiert die Moskauer Erklärung, die bestreitet, daß die Persönlichkeit, die sich in Nom als der frühere Leiter der Sowjetgesandtschaft in Bukarest, Butenko, mit: ausgibt, mit Butenko identisch sei. Rumänien. Nur innerhalb der Verfassung" Die Amnestie durchgeführt Das spanische Volk fann sich wehren, das österreichische nicht, weil Dollfuß die österreichische Demokratie niedergefnüppelt hat. Würde die Demofratie in Desterreich leben und sich wehren fönnen, dann müßte sich Schuschnigg nicht vor den 30.000 Legionären fürchten, welche den Verhand lungen in Berchtesgaden Gewehr bei Fuß gefolgt jind. Wäre noch die starke österreichische Sozial. demokratie da, dann hätte der Bundeskanzler das Wolf zum Widerstand aufrufen können- ein Volt, das sich wehrt und das mit Mut um seine Freiheit fämpft, findet eher Freunde in der Welt als ein Volf, das man entmachtet hat und das darum nicht lämpfen kann. Die Schläge, die man der Demokratie versetzt, rächen sich an dem Land, in welchem die Freiheit mit Füßen getreten wird. Sie rächen sich heute an Oesterreich und sie werden sich morgen rächen an Deutschland und Stalien. Die Demokratie erschlagen, beißt dem Voltstörper das Mart aus den sinochen nehmen und die Fieberröte der Diftaturen bedeutet nicht, daß sie vor Gesundheit und Kraft stroßen. Diesen Gesichtspunkt muß sich auch die tschechoslowakische Politik vor Augen halten. Nur die Demofratie fann unseren Völkern und dem Staat die Kraft der Selbsterhaltung und Verteidigung geben. Der Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokratie Abg. Hampl hat in seiner klaren und entschiedenen Rede am Freitag gesagt, daß wir eine große republikanische Einheit sein müssen. Wir können unser Verhältnis zu Deutschland nicht anders regeln als im gesamteuropäischen Sinne. Die Tschechoslowakei geht nicht nach Berchtesgaden, weil der weitaus überwiegende Teil unserer Bes völkerung die Freiheit liebt und sich seine DemoWien. Das Amt des Frontführers teilt| gab, sind wieder einmal in die Irre gegangen. Die vaterländisch gesinnten Oesterreicher haben ,, Bom Standpunkte der Vaterländischen keinen Grund, der politischen Entwicklung mit Butenko" sprach Samstag abends im ita- Front ist das wichtigste Merkmal der amtlichen weniger Vertrauen als bisher entgegenzusehen, fratie erhalten will. Diese demokratische Kraft lienischen Rundfunk in einer Sonderrelation, die Verlautbarung vom Freitag die neuerliche und für die französischen und rumänischen Hörer nun auch von Seite des Deutschen Neiches ersteht hier im Herzen Europas und ist bereit, um ihre Eristenz zu fämpfen. Das weiß man in Pavorbehalten war. Er wiederholte seine bes folgte Feststellung, daß die legale politische Betä Wien. Die Entlassung der amnestierten polis ris und London. Die Weſtmächte wollen den Friereits früher gemachten Angaben und schilderte die tigung nur innerhalb der Verfaftischen Häftlinge ist bereits beendet, und zwar den so wie wir. Aber wenn man in Deutschland Begleitumstände seiner angeblichen Flucht aus fung möglich ist. nicht nur in Wien, sondern auch in der ganzen glaubt, daß dies ein Frieden um jeden Preis ist, Für den Fall, daß trotz der großzügigen Provinz, bei den verschiedenen Gerichten und dann wird man sich irren. Viele Menschen in Ein Sekretär der Sowjetbotschaft in Nom. Aktion, die von wirklichem Verföhnungswillen Strafanstalten, einschließlich Graz, Innsbruck Deutschland, auch solche an leitenden Stellen sind der mit Butento in Mostau zur Schule ging und zeugt, doch Einzelne die Nuhe des Staates stören und Starlau. sich dessen bewußt, daß das Land einen längeren nil ihm gleichzeitig ins Ausland reiste, hat nach sollten, ist vorgesehen, daß solche Elemente neben Krieg nicht aushalten und daß das deutsche Volt einer Taß- Meldung dreimal versucht, Bus ben Straffolgen die Ausweisung in eine Katastrophe hineingetrieben würde, wie tento in dem Hotel in Nom zu erreichen, wo die zu gewärtigen haben." es sie seit dem dreißigjährigen Kriege nicht erlebt ser wohnte, doch wurde er trop Vorweis seiner Das Schuschnigg nahestehende Welt= that, denn ein für Deutschland verlorener Krieg Diplomatenlegitimation von der Polize: in das blatt" schreibt: Die im Zuge der Berchtes Prag. Der tschechoslowakische Rundfunk wird bedeutet den Verlust der staatlichen Souveräni Hotel nicht eingelassen. Das in der gadener Abmachungen vorgesehenen Maßnahmen Donnerstag, den 24. Feber, die Rede des Buns tät des deutschen Volles. Deshalb kann man die Bresse veröffentlichte Bild ist nach russischen Be- find nun zu Ende. Die falschen Propheten, deskanzlers Dr. Schuschnigg übertragen. Die begründete Hoffnung und die feste Zuversicht hauptungen das eines Weißgardisten. deren es in der letzten Zeit eine ganze Anzahi genaue Zeit wird später bekanntgegeben werden. hegen, daß uns eine kriegerische Katastrophe erAuch Schuschnigg- Rede wird übertragen spart bleibt. Wir sännen daS unsere dazu bei« tragen, wenn unsere Demokratie sich entschlossen zeigt, sich mit jenen SRi Helft zu wehren, die eine grausame Zeit uns aufzwingt.'Dieser Wille der Selbstehauptung muff alle Demokratien erfüllen. bei denen die wirtschaftliche und volkliche liebermacht ist. In diesem Zeichen werden wir uns aus dem Engpass herauSkämpfen und einer neuen Gesellschaft zum Leben verhelfen, die unter furchtbaren Geburtswehen zur Welt kommt. Fast zu gleicher Zeit haben die A r b e i t e r i n G r a z ebenfalls die Situation besprochen und sind zu ähnlichen Resultaten gelangt wie ihre Wiener Kollegen. Und eS kann nicht oft genug unterstrichen werden, dass die österreichische Oeffcntlichkeit absolut uninformiert ist. Proletarischer Instinkt, proletarischer Hatz gegen das Hakenkreuz, den neuesten Verbündeten oder Auftraggeber Oesterreichs. ' lich 48.000 Wagen her, gegenüber 80.000 im Jahre 1827. Derselbe Zustand herrscht in der Möbelindustrie, die in der Umgebung MilanoS uns Monzas höchst ertragreiche Produktionsgenossenschaften gegründet hatte. Mit der Marmorindustrie ist eS noch schlimmer: die Gegenden, die von ihr abhängen(wie z. B. Carrara), sind dem Hunger auSgeliesert. Die Aktien der Schiffahrtsgesellschaften galten stets als die besten italienischen Sicherheiten; noch vor wenigen Jahren wurden die Aktien einer grossen Linie zu 1600 Lire gehandelt, heute stehen sie auf 74 Lire. Vor fünf Jahren waren die Aktien eines bekannten Bankhauses 1500 Lire und mehr wert. Unlängst wurden die Aktien der Grotzbanken durch ein Gesetz vom Markt zurückgezogen; sie sind mehr und mehr in die Hände des Staates übergcgangen. Aber feder, der Aktien der genannten Bank zu kaufen wünscht, kann sie unschwer bekommen— zu 50 Lire! Was wird das Finanzministerium durch die neue Abgabe hereinzubekommen in der Lage sein? Ich habe sehr optimistische Finnnzmänner gefragt und ihre Antwort lautete übereinstimmend: bestenfalls 4 Milliarden Lire. Aber verantwortliche Beamte des Finanzministeriums geben in vertraulichen Unterhaltungen zu, dass allein durch den Krieg in Abessinien(wo der Kampf unter heftigen Verlusten an Menschen und Geld Iveiter- geht) und durch den Krieg in Spanien der not« wendige Bedarf mindestens 80 Milliarden beträgt. Das ist die wirtschaftliche und finanzielle Wirklichkeit, die sich hinter einem der kühnsten Kartenhäuser, die die Weltgeschichte je gesehen hat, verbirgt._ Tatarescu Im März nach Prag Bukarest. SiaatSminister und interimistischer Aussenminister Tatarescu begibt sich anfangs der nächsten Woche zur Konferenz der Ballanentcnte nach Ankara. Tatarescu fährt zunächst nach Belgrad, wo er mit Stojadinoviö eine Unterredung haben wird. Die beiden Minister loerden dann von Belgrad aus gemeinsam nach Ankara fahren. Im Monate März wird Tatarescu an der Tagung des Ständigen Rates der Kleinen Entente in Prag teiluehmen. bricht sich da Bahn. Ein englisches Blatt soll befürchtet haben, man werde bald„Finiö Austriae" schreiben müssen. Die europäische Demokratie kann daraus ersehen, datz eS in Oesterreich Elemente starker Geisteskraft und erprobter KampfeStreue gibt, die bei einiger vernünftiger Unterstützung durch die Weltdemokratie imstande und gewillt wären, den sich nun bedrohlich aufdrängenden entscheidenden Kampf aufzunchmen. Man rede unS nicht von Nichteinmischung! Die simplen Proleten verstehen nicht, daß sich Hitler e i n in i s ch c n d a r f und vorschreiben darf, wer in Oesterreich Minister werden mutz, wann er es werden mutz, was Oesterreich zur Befriedung— wessen?— machen mutz, datz aber die westlichen Demokratien die erschlagene und nicht mehr bestehende Unabhängigkeit so zu respektieren-verpflichtet seien, datz sie Hitler freie Bahn lassen! Italiens ökonomische Lase Kartenhäuser und Wirklichkeit Unter diesem ZiteI veröffentlicht der „Manchester Guardian Weekly" den Brief eines Italieners, aus dem wir die wesentlichsten Stellen zitieren: Im unteren Potal beginnt die Pellagra, eine fürchterliche Krankheit, deren Opfer verrückt wer den, wieder zu erscheinen. Die Pellagra hat ihre Ursache km Verbrauch von minderwertigem MaiS. Dank gesetzlicher Massnahmen, die Giolitti auf Grund einer Kampagne Lombrosos eingeführt hatte, ist diese Krankheit in den lebten dreihig Jahren in Italien unbekannt gewesen. DaS ein zige Mittel, das Mussolini gegen das entsetzliche Mittel anwendct, ist ein typisch faschistisches:— den Zeitungen ist eS verboten worden, jenials das Wort„Pellagra" zu drucken. Ein Beweis für den unausrottbaren Indivi dualismus des italienischen Bottes war der obsti nate Widerstand der bäuerlichen Pächter und klei nen Farmer gegenüber den landwirtschaftlichen Kontrollmassnahmen deS Regimes. Die Bauern sinden eS unerträglich, datz sie angehalten werden sollen, der Kriegswirtschaft wegen diese oder jene Getreidesorte anzupftanzen, während eine tau sendjährige Erfahrung gelehrt hat, datz man bes ser andere Sorten anpflanzt. ES ist mehr oder weniger dieselbe Geschichte wie mit den Pontini- schen Sümpfen: wenn ein Volk, das so harte Ar beit gewöhnt ist, wie das italienische, die Sümpfe nur als Weidegebiet verwendet, hat es gute Gründe dafür; die neuen faschistischen Städte Pontinia und Littoria sind wahrscheinlich ebenso für den Untergang bestimnit wie ein Ausstellungs pavillon, wenn die Ausstellung vorüber ist. Im Oktober war wieder einmal das Kapital an der Reihe. Den Gesellschaften mit beschränkter Haftpslicht wurde eine zchnprozentige Abgabe von ihrem Kapital und den Reserven anferlegt. Die Gesellschaften, die für den spanischen Krieg und für die Vorbereitung anderer Kriege arbeiten, werden die neue Last ohne Schwierigkeiten'tra gen können. Aber die anderen? Die Tertilwaren- sabriken in der Biellese und die Baumlvolllvaren- iabrikcn in der Lombardei, die nach dem Weltkrieg im DalkanerPort sogar die Briten aus dem Feld schlugen, befinden sich heute fast ausnahmslos im Bankrott. Die Autoindustrie, die vor dem Krieg zu den ersten zählte, stellte im Jahr 1086 ledig« Stimmung in Oesterreich GSruns In der Arbeiterschaft Wir erhielten von unserem Wiener v. s. Korrespondenten einen ausführlichen Brief, in welchem dieser die Folgen der Berchtesgadner Begegnung vom innerösterreichischen Blickpunkt schildert. Er schreibt u. a. über die Stimmung unter dec österreichischen Arbeiterschaft: Das ist der erste Eindruck: Schuschnigg hat durch seinen bestrittenen Kanossagang— die Bestreitung war insofcrne berechtigt, als er nicht aus freiwilliger Reue, sondern geztuungen nach Berchtesgaden-Kanossa ging— der nationalsozialistischen Bewegung in Oesterreich den stärksten Auftrieb gegeben. Und man hat auch schon eine Formel dafür gefunden. Eines der„national betonten" Blätter hat von einem „österreichischen Nationalismus" zu sprechen angefangen. Doch weitaus interessanter ist die, von der amtlichen Nachrichtenstelle unterschlagene Tatsache der er st en politischen Abwehraktion der Wiener Arbeiterschaft seit den Febertagen, deS Streiks in zwei Auto- mobilfabrilen gegen jede wie immer geartete Konzession an das Hakenkreuz. Die Arbeiter empfinden die brennende Beleidigung, ja Verhöhnung Oesterreichs viel stärker als die gcaichten Vaterländlcr; sie sehen da eine Entwickfung, an deren Ende unerbittlich.die restlose Vernazung Oesterreichs steht. Und sie wissen, waS das für die Arbeiterschaft bedeutet. Es sollen die Dinge nicht überschätzt werden; aber da darf man sagen, dass die Arbeiter ihre Bereitwilligkeit, Oesterreich gegen die Hakenkreuzpest zu verteidigen, wahrzumachen bereit und entschlossen sind. Für ernste Staatsmänner, die freie Entschlüsse für ihr Land fassen dürfen, tväre das ein wertvoller Fingerzeig. Und diese Stimmung der Arbeiter hat ihren Niederschlag auch in einer Entschliessung des klerikofaschistischcn Ge- loerkfchaftSbundeS gefunden, die, in Anwesenheit des Ministers Rott gefasst, befugt: die Arbeiterschaft gebe ihrem leidenschaftlichen Willen für Freiheit, Unabhängigkeit und Würde Oesterreichs einzutreten Ausdruck; die Konferenz wiederhole die feierliche Versicherung, dass auf die Unterstützung der Arbeiter bei den Bemühungen um Sicherung Oesterreichs Zukunft und seines Friedens gezählt werden könne.„Die österreichischen Arbeiter sind für den Frieden, abernichtumjedenPreiS. Wir Oester reicher werden unser HauS selbst bestellen, nach unserem eigenen, freien, unbeeinflußten Willen, nach unseren Grundsätzen und auf unsere Art." „Ohne Unterschied der früheren Richtung werde die österreichische Arbeiterschaft ihren Weg kompromisslos bis zum siegreichen Ziel zu Ende gehen." DaS ist eine deutliche Sprache. Dass für sie die fafchistifchen Gewerkschaftsführer gewon nen, datz gegen sie der Minister nichts unternom men hat, ist wohl für die Freude und Begeiste rung, mit denen angeblich die„Rekonstruktion der Regierung", auf die man das ganze historische Geschehen gerne zusammenschrumpfen lassen möchte, ausgenommen wurde, bezeichnend. Die spanische Kriegslage Barcelona. Die vierte Schlacht um Teruel, in den Abschnitten westlich von Montalban und östlich von Alfambra, war von Tagen der Ruhe gefolgt, verurfacht durch die Erschöpfung der Rebellen. Nachdem die Rebellen Argonte, Pancrudo, Sierra Palomera und Alfambra besetzt hatten, ist es ihnen gelungen, bis zu dem Keinen Fluß Alfambra vorzudringen. Die Republikaner befestigten sich auf dem linken User. Alle Versuche des Feindes, sic zu vertreiben, sind gescheitert. Die Front, die— strategisch gesehen— für die Volksarmee keine Aenderung erfahren hatte, stabilisierte sich von neuem. Einige Tage später ergriffen die Republik», ner die Offensive im niederen Araaon. Sie zwangen die Rebellen, im Norden von Montalban und südwestlich von Teruel wichtige Stckllmaen aufzugebcn, wobei viel Kriegsmaterial und Gefangene in die Hände der Rcvublikaner sielen. Trotz aller Flugangrifse und heftigen Artilleriefeuers auf die noch nicht einmal befestigten neuen Stellungen blieben diese in der Hand der Volksarmee. Im Abschnitt von Sierra Corba»kam er Freitag zu heftigen Kämpfen, die von Abteilungen der Aufständischen unter Mithilfe einer grossen Anzahl von Flugzeugen eröffnet wurden. Die republikanischen Truppen waren gezwungen, zurück»«welchen. An der Granadafront gelang c9 der Volksarmee, ihre Stellungen erheblich zu verbessern. Neue Waffenfunde bei Paris Paris.(HavaS.) Im Walde von Bin« r e n n e S, in der Nähe der Munitionsfabrik, die kürzlich zerstört wurde, wurde ein Paket mit acht neuen Maschinengewehren deutschen Typs gefunden. Die Waffen scheinen gleichen Ursprungs zu sein, wie die am 10. Jänner in der Rue St. Lazare beschlagnahmten Waffen. Politische Staatssekretäre? Wie die„PragerPresse" in ihrer SonntagSnummer meldet, wurde im Zuge der innerpolitischen Besprechungen neuerlich auch die Frage der Staatssekretäre diskutiert, und zwar in der Richtung, dass nicht Fachleute auf den Posten der. Staatssekretäre berufen werden sollen, sondern P o l: t i k e r, die ihr Amt gleichzeitig mit dem neuernannten Minister antreten und mit ihm auch wieder aus dem Amte scheiden würden. Im Zuge der Diskussion über dieses Projekt sei der Vorschlag aufgetaucht, dass im Einzelfalle der Minister den Staatssekretär für sein Ressort vorzuschlagen hätte. Der Staatssekretär hätte im Sinne dieses Vorschlages die Aufgabe, den Minister in der Verwaltung des Ressorts zu entlasten. Dabei sei auch der Gedanke in die Diskussion getragen worden, datz die Institution der Staatssekretäre fürdiejüngereGeneration nach dem englischen und französischen Borbils eine gute politische Vorschule sein könnte, zumal sich diese Institution in den westlichen Demokratien sehr gut bewährt hat. Eine Entscheidung sei aber auch in dieser Frage bisher nicht gefallen und der Vorschlag über den Rabmen der Diskussion nicht hinaus« gekommen. Der Gedanke werde aber vom legislativen und vom Standpunkt der Verwaltungsorganisation auS geprüft. D^ewigeSchätten nom»”»«»- Die Worte wurden in die Ohren des Arztes hineingeschwemmt, und sie verwundeten ihn gleich einem Glutstrom geschmolzenen Bleis. ES sauste ihm vulkanisch in den Ohren. Da er nun nuS eigener Kraft aufstehcn sollte und nicht unterstützt wurde durch die Güte, von der er geträumt hatte, versagte die Federung» die von der Seele auö seine Gliedmassen spannte. Er schleppte sich an den Platz vor dem Richtertisch des Thronenden und seiner Vasallen, der Männer im Scharlachmantel und Hermelin, der Mönche in graulveisser Kutte, deren Hüften von einem Strick umwunden waren. Er gewahrte zu Füßen des Thronenden die Sessel der Königin und des schönen Prinzen. Die Majestäten lehnten sich in die Polster. Und die Königin gähnte. Da sie mit der Hand den Mund bedeckte, tat sie eS aus Angst, um den kalten Zugwind abzu« wehren, der de» Riesenrauni durchwehte. Die Richter im schweren, faltenreichen, pelzvcrbrämten Mantel konnten aber nicht frieren. Doktor Dele» inoS sah, wie der Thronende sich den Schweiß vom Gesicht tupfte, von der bläulichroten Haut, von dem Doppelkinn.»Und deinen Nacken", erinnerte sich Doktor D-lemoS,„habe ich abgetastet. Ich habe ost verhindert, dass sich dort am Knotenpunkt der Lebens die Kräfte stauten. Dankst du eS nicht mir, wenn du heut noch würdevoll aussteheu kannst, um an mir zu rütteln mit bösen Worten, um mich durchzurütteln wie einen fruchttragenden Baum? Aber eS ist nichts Faules an mir. Ich bin nicht löcherig in irgendwelcher Schuld. Glatt und gelenkig bin ich noch. Deine Worte, so wohl gesetzt, so ausgezeichnet gezielt, vergebens prasseln sie gegen mich, sie prallen ab. Schon sind sie zurückgekchrt zu deinen Lippen und bilden dort einen Schwamm. Sie verkrusten sich wie ein Aussatz." Aber Doktor Delemos wollte die Szene auch nicht mit dem leisesten Spott trüben. Die Ge» niessenheit, die er sich zugeschworen hatte, der Respekt, den er zu bezeugen dachte der Gewalt, sie sollten allein seine Haltung bestimmen.„Anders ist ihre Seele als die meine", so rechnete er. „Ich will die fremden Seelen mit der meinigen verschmelzen. Darum darf ich sie weder hassen noch insgeheim verhöhnen." „Bitte", sagte er,„Erhabene und Erlauchte Majestäten, heilige Brüder und ehrwürdiges Gericht, gestatten Sie, dass ich mein Gewissen vor Ihnen ausblättere, als wäre es ein offenes Buch, und dann lesen Sie darin, um zu Prüfen, ob wirklich darinnen das Greuel eingeschrieben ist, dessen Sie mich anklageul" Worauf der Thronende betrübt und gekränkt erwiderte:„Doktor DelemoS, wer so entlarvt ist wie Sie, wer so durch jedes sorgsamst gesammelte Indizium erdrückt ist wie Sie, in dessen Herz flickt selbst die blindeste Gerechtigkeit hinein wie in geschlissenes Kristall. Wir haben die Aussage, beeidigt von der ehrentverten Dienstmagd Blor- inarde Grotjan aus das Heiligste Evangelium, der gottesfürchtigen, schlichten Christin, die Sie vier Jahre lang in der Sklaverei und dem Schrecken gepeinigt haben, und die sich jetzt Tag und Nacht die Haare ausrauft, weil sie nicht schon früher den Weg zur Gerechtigkeit der Majestäten gefunden hat. Wir haben, die klare, himmelschreiende Aussage der Dienstmagd Bloemarde Grotjan, dass Sie ihr das, Blut abzapfen wollten, um eS für daS bevorstehende Passah einzubacken tii das Brot Ihres Hauses. Hätte die Vorkehung picht rechtzeitig durch das Einschreiten der königlichen Soldaten Ihre verfluchten Hände gekettet, Sie würden zum gleichen Zweck den armen, seli gen Knaben Viktor Steen gemordet haben. So überführt, haben Sie nicht einmal daS Recht auf Gnade. Aber trotzdem" Der Thronende machte eine Pause zttm Atemholen. Ehe er fortfahren konnte, zog Doktor DelcmoS das Wort an sich:„Aber trotzdem, Königliche Majestäten, königliche Richter, ehrwürdige Väter der Kirche, trotzdem vermag ich nichts anderes zu gestehen als dieses: Ich bin nicht schuldig dessen, waS in Ihren Akten steht. Schuldig vielleicht— doch nur dessen, dass ich liicht sorgsam genug hineinhorchte in die verdunkelte Seele der Magd, die ja nicht begreifen konnte, daß wir gekommen sind bis zu einem Wendepunkt der Welt, dass wir endlich entkommen sollen der Erb- schuld, uns aufgebürdet durch-die Ureltern Adam und Eva, die uns bis in KindeSkind die Schwäche des Leibes und der Seele vermachten. Der Knabe, den ich heilen wollte, der tvar so schönt So flehentlich begehrte er, dass ich die verdorrenden Wurzeln seiner Schönheit berieseln sollte mit dem einzig rettenden Element, mit dem ewigen Tau des Blühens und Daseins, dass ich wirklich ein Mörder zu ennncn wäre, würde ich mich in der letzten Stunde geweigert haben, der Stimme incineS Gewissens und meiner Wissenschaft zu folgen." «Womit Sie also daS Verbrechen bekennen, der Magd Bloemarde Grotjan zugemutet zu haben, sich von Ihnen auSblmen zu lassen?" unterbrach der Thronende. Der Angeklagte erwiderte:„Die spärlichen Unzen ihres UeberflusseS, die sich in meiner Hand zu einem Wundermittel hätten verwandeln können I" „Womit Sie auch bekennen", unterbrach der Thronende wieder,«dass Sie Magie getrieben hoben, das Verbrechen wider den heiligen Geist des Gitten, das Todesverbrechen, daS nur möglich ist für den, der sich dem Bösen der Hölle verschreibt!" Die beiden Richter zur Seite des Thronenden blätterten in ihren Folianten. Eine Zeitlang hörte man nur daS Rascheln des Papiers. Dann wieder Doktor Delemos:„Ist es Magie, wenn mein Ohr vierzig Jahre lang gehangen hat am Munde des Schöpfers? Wenn ich vierzig Jahre lang nichts anderes tat, als die Sprache seiner Schöpfung zu lernen? Wenn mir endlich eines Tages die Offenbarung aufging, wie sie aufging Mose im feurigen Busch? Demütig habe ich alles empfangen und geprüft. Weisse Nächte habe ich gehabt unzählig, voll aufreibender Schlaflosigkeit und peinigender Zweifel, bis ich mir am AuSgang meiner Jahre das Geheimnis erschloss:„Der Mensch ist auch Bruder und Schwester zum Menschen darin, dass er ihm nicht nur aus seinem Brotsack hilft, nicht nur aus seiner Milchkanne, auS seinem Klciderschrank nicht nur und seinem Holzstoss. Denken Sie, Eure Majestäten, Richter und geweihte Priester: Es ist ein Mittel gefunden, durch das der Mensch sich nur dem Nebenmen- schen zu nähern braucht, und der nackte, selbst der ärmste Mensch darf ein Wohltäter sein, er darf den Nächsten nähren und ihn sogar vom Tode erretten! Und der Erfinder dieses Mittels, der bin ich! Lassen Sie mich es auSprobiereu, und Eure Majestäten werden die Unsterblichkeit der Unsterblichkeit erlangen. Und d001110 w he vobe geschraubt Hw. dass man für sem S jo Ke„nch Biiönie giu.ibackn 550 KC. in die Be». '*?*"» Geld eine wirklich tadellos funktionierende VelkÜ Polom für 440 Kä. nach Karpathoruss- §:«?!£? rrtoarten durfte, dies um w mebr, als^d für 520 Kä. Anmeldungen und Informationen di« Ponvenvaltung für di« Rohrpost mächtige Re- j,„ neben dem Wilfonbabnbof. Tel. 88885. klame macht. Man sollt« an massgebender Stelle| nicht vergessen, dass die beste Reklame die Zufrieden heit der Kunden ist und wie«ö in dieser Hinsicht bei der Rohrpost bestellt ist. geht aufs eindeutigste aus dem folgenden Pröbchen postalischer Fixigkeit hervor, s"'’••*"■_*MMWWWW" et sich um ein Manuskript handelte, da» der Redaktion zugehen sollte, um in Druck befördert zu werden, und schon die Adresse dem.Erpressboten" sagen musste, dass Bummelei einer Zeittmg gegen über um so unangenehmer empfunden werden muss.< das Thema: Wochenprogramm am Montag, den 21. Feber: Parteiheim, Sinei- ky, 8 Uhr: Seminar Dr. Diener. — D i« n S t a g, den 22. Feber: Parteiheim, Smeäk», 7 llhr, Gruppe Prag II.,„V. plus W.". — FVSA-Heim, Spälenä, 8 llhr, Gruppe Prag l. und Prag VII.:„Tie Wahlen in der Sil".— Mittwoch, den 28. Feber: Pfbckn- beteiligung an der Pacteiverfammlung(Redner Genosse Jaksch u. a.) Grosser Handwerkervereini'aal, Smeäky, 8 Uhr.— Samstag, den 26. Feber: Kreiskonferenz,(Eintritt gegen Delegiertenkarte), kleiner Handwerkervereinssaal, Smeäkh, 5 Uhr— Sonntag, den 27. Feber: Fortsetzung der Kreiskonserenz, Parteiheim. 0 Uhr vormittag».— Unser nächster„rote Klubabend" zu dem Thema: ..Athen-Sparta 2:0" steigt mn 20. März, kleiner Saal der Unitaria. Wir bitten, sich diesen übend frei zu halten. BolkSsinggrmeinde. Dienstag Probe Punkt 7 Uhr Frauenckor, h a' b 8 Uhr geniifchter Chor. Am Hinblick auf unser Mitwirken beim Internationalen Frauenrag, werden insbesondere die S ä n g e r i n n e n um zahlreich« Beteiligung ersucht. t IfM hilft rasch bei Schmerzen In den 1 DM Gelenken una Gliedern, Kopf, j/» schmerzen und bei Erküitun« ?en. Haben Sie Verircuen zu ogol. E272^ Sozialver$icherungj- Briefkasten H. B., Gablonz. Der Beitritt zur genannten Rentenvereinigung kann nicht empfohlen werden. Derartig« Verein« werden meist von Personen in» Leben gerufen, denen«S nur dann» geht, sich au» den MitaliedSbeiträgen einen Verdienst oder Nebenverdienst zu schaffen. Die Geschäftsleiter verstehen eS zwar, durch Abfassung seitenlanger, mit Phrasen geschmückten Eingaben auf die Klienten Eindruck zu macken, doch ihr« tatsächliche'Sachkenntnis ist meist gering. Die Versicherten. der Sozialversicherung haben es durchaus nicht nötig, sich an solche getarnt« Winkeladvokaten zu wenden. Falls sie irgendwelche Auskunft. Rat oder Hilfe benötigen, stehen ihnen die zuständigen Beamten der Krankenversickerungsanital« ten und die Funktionäre der freien Gewerkschasten bzw. der Parte! zur Verfügung, die in diesen Fragen bewandert sind und deren Rat nicht» kostet. An schwierigen Fragen können sie sich an den Sozialverfickie- cungSbrieskasten des„Sozialdemokrat" wenden. Vie deutsche Jugend zum 18. Feber Unter dieser Devise veranstaltete der Klub „Die Tat" zur Feier des 18. Feber im grossen Saal des HandwcrkervereinS einen Abend, bei dem der Sekretär der Zentralstelle Willi Wanka das Referat erstattete. Wanka wies darauf hin. dass der Sinn des 18. Feber nickt mit der Besorgung von Staatsstellen erschöpft sei, sondern dass es Aufgabe des AktiviömuS sei. den Nationalismus der Phrase durch den der Tat zu ersetzen. In der Debatte kamen die Vertreter aktivistischen Jugendgruppen zu Worte. Sie stimmten mit der grundsätzlichen Richtung 18. Feber überein, in dem sie einen Erfolg Demokratie und eine Grundlage für die nationale Befriedung sehen. Obwohl der Vorsitzende alle Anwesenden zur Debatte aufgefordcrt hatte, verliessen Henlcinstndenten nach Beendigung des Referates, das sie in voller Ruhe angehört hatten, den Saal. Vertreter hatten entsandt: das Sckul- mmisterium, die Stadt Prag und das Deutsch« Jnstiiii für Volksbildung. Begrüssungsschreiben waren vom Fürsorge- und vom Verteidigungsministerium eingetroffen. Abg. Jaksch In der„Aktuallta“-Wochenschau An der tschechoslowakischen Filmwochenschau „Aktualita", die in den meisten Prager Kinos im Vorprogramm dieser Woche gezeigt wird, svrickt Abg. Wenzel Aaksck in tschechischer Sprache über die Bedeutung de» Abkommens vom 18. Feber für die Annäherung der Völler in der Tschechoslowakischen Republik._______ Die„Fixigkeit" der Rohrpost —rb—. Allenthalben hört man Beschwerden über di« Saumseligkeit ausgerechnet jener Postbeförderung. di« sich durch besondere Fixigkeit aus« zeichnen soll. Wir meinen di« Rohrpost, di« zu allem noch in der letzten Zeit ihre Portosätze so ge« Der Zarewitsch. DaS Deutsch« Theater bringt jetzt dies« L e h ä r- Operette in einer„neuen Fassung". die aber die durchgängigen Schwächen des ursprünglichen Libretw» kaum irgendwo beseitigt«, so dass das Stiefkind des«rfolggewohnten Komponisten nicht anziehender geworden ist. Selbst dem eingefleischtesten Monarchisten dürste viele» von diesem Rummel um den Zarewitsch, dec sich ehrlich verliebt und dann um der Krone und de»„Volkes" willen der Dam« seines Herzens entsagt, auf dir Nerven gehen, während wiederum jener Publikumsteil, der auf die modern« Operette eingeschworen ist, an der überwiegend traurigen Handlung nicht viel Gefallen finden kann. Und wenn man von einem Walzer und vom Ballett absieht, findet man die musikalisch« Eiusallsarmut und di« Düstigkeit der Lehärmonien des„Zarewitsch" fast erdrückend; eS fei denn, dass einem die Augen übergehen vom Glanz der Gala-Uniformen uitd von dem bildsauberen Exterieur, für das Herr Schipper als Regisseur zusammen mit den Bühnenbildnern Schultes und K o t u l a n gesorgt hatte. Stramin geht's zu bei den Offizieren und bei den Tänzern des Petersburger Kronprinzenpalais', die Einlagen der Aubrechtovä und C« r n i- senko-Zemeroffs finden reichen Beifall. Anny Cotyist eine ungemein sympathische und wi« immer prächtig singende Sonja,■ Ruth Kü« than eine lustige Mascha. Herr P r« g e r benützt als Zarewitsch jede Gelegenheit, in der Manier l nicht aber mit der Kunst) giichard Taubers zu säuseln und zu falsettieren, während über seinen Brust« tönen ein sonderbarer Schleier liegt. Würdevoll, elegant und mit menschlicher Wärme schreitet der Grossfürst deS Herrn A f r i t s ch durch die drei wenig belebten Akte, deren letzten dann Taub und Schipper durch eine Duo-Szene lustiger machen. Am Pult waltet P erbertPopper, sehr sicher und umsichtig, aber mit einem gerade dieser stark .,• langweiligen Musik sehr wenig förderlichen Zug zu ..—7 Kä.— Am Preis gefallen sind weiter böbmi- ickertriebener Getragenheitt„ES lebe der Zarl" sche Eier um S Heller auf 60 bis 65 Heller, ebenso machte auf das Publikum fühlbar geringen Eindruck! llowakische auf 60 Heller. Konservierte und Kalkeier vermutlich wird der„Zarewitsch" auch in dieser Aus-