Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag täglich friih/ Einzelpeei« 7S Heller Redavionu.Verwaltung: PragXll.,Fochova62-Telephon 53077-Herausgeber: Siegfried Laub-Verantwortlicher Redaveur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Oesterreichs Arbeiterschaft kommt In Bewegung Regierungserklärung erst nächste Woche Teruel geräumt Deutsches Postflugzeug abgestUrzt 18 Jahrgang Mittwoch, 23. Feber 1938 Nr. 45 Eine Kundgebung des Ministerpräsidenten der dramatischesten Ereignisse, dir das Parlament seit langem erlebte. Man mutz bis zum Jahre 1024 zurückgehen, um in der Debatte um den Sinowjew- Brief Ähnliche Angriffe auf einen Chef der britischen Regierung lMardonald) zu begegnen. Obwohl der allgemeine Eindruck sehr start ist und die Regierung zweifellos stark an Ansehen eingebüßt hat» dürfte ste dennoch mit Ruhig in die Zukunftl Ein ausländischer Historiker aus der Zeit Georgs von PodLbrad hat gesagt, daß eS genügt hat, dem Lande und seiner Regierung seine natürliche Aufgabe eines Wahrere der Ordnung und der allgemeinen Sicherheit zuriickzugeben und das Land vereinigte um sich große Mengen Volkes und»neckte in ihnen dal nationale Empfinden auf Kosten dessen, was man heute als ideologische Kämpfe bezeichnet. Auch auf diesem Vorbild haftet der Blick unserer Generation. Daher unsere nchige feste Bereitschaft bei der Wahrung unserer Positionen, daher unsere innere straft und daher die Fähigkeit zur Einigung- Daher unser klarer und ruhiger Blick in die Zukunft, daher unser festen und sicheren Hände. ihrer eigenen Volksseele quillt, ist sie zur Selbstdisziplin und zum Ausgleich zwischen den Teilinter» essen und jenen des Kollektivum- fähig und befähigt auch zur Zusammenarbeit. Wir haben also eine disziplinierte und kooperative Demokratie. Danim ist die tschechoslowakische Demokratie immer fähig zu staatspolitischer Gegenseitigkeit und solidarischer Verantwortlichkeit. Kultur nur in der Demokratie Der tschechoslowakisch« Staat stünde vor einer unerfüllbaren Aufgabe, ivenn in der geistigen Komposition seine- Volke- und daher auch in seiner Politik das traditionelle nationale Schaffensgefühl oder die Demokratie fehlte. Wir kennen keinen Nationalismus ohne Demokratie, keine Demokratie ohne Nationalismus. Ohne unseren kulturellen, modernen Nationalismus besäßen wir nicht jenen geistigen Quell, aus welchem jedes Volk schafft und mich zu den gemeinschaftlichen Menschheitsidealen beiträgt. Die internationale Zusammenarbeit muß auf den gereiften und Dauernd wirksamen nationalen Kulturen beruhen und wir gehören in ihre Reihe. Wir bilden einen Staat und tragen auch in der Richtung für ihn die Verantwortung, daß er seine staat-politischen Aufgaben auch gegenüber dm Angehörigen anderer national-kultureller Einheiten, welche au- hlstorischm oder geopolitischen Gründen zu unserem Staate gehörm, erfüllen soll. Ein Nationalismus aber, dem der demokratische Sinn und die demokratische Kultur fehlen, ist nicht Imstande, im rigmm Staate die nationalen Rechte der anderen zu begreifen, um so wmigrr dir Zusammenarbeit mit ihren Trägem zu organisieren. Sturm gegen Chamberlain Bewegte Sitzung im Unterhaus Zusammenstoß mit Lloyd George Als später Lloyd George Eden seine Sympathien aussprach, ereignete sich ein Zwischenfall. Ehamberlain unterbrach den Redner»nit der Feststellung, daß Grand! ihn bereits Sonntag früh davon verständigt habe, daß Italien den britischen Spanien-Vorschlag annehme; er habe daraufhin die Negierung informiert. Da erhob sich Eden unter dem Jubel der Opposition und erklärte, er habe bis zu seinem Rücktritt leine offizielle Veralautbarung von der italienischen Re« gierung in diesem Sinne erhalten. Er wußte von nichts und habe auch von Chamberlain nichts ersahren.— Chamberlain reagierte auf diese Feststellung nicht. Jin Anschluss daran kam rö zu ungewöhnlich schweren Zusammenstössen zwischen Chamberlain und Lloyd George, der immer wieder betonte, dass der Ministerpräsident Eden von diesrin wichtigen Dokument hätte sofort unterrichten müssen. Die unerwartete Auseinandersetzung zwieiner beträchtlichen Mehrheit aus diesem Treffen hervorgehen. Schützenhilfe Mussolinis für Chamberlain In Withe Hall ist, wie auf Anfrage bekanntgegeben wird, noch nicht festgestellt worden, ob Mussolini tatsächlich die Einstellung der antibritischen Rundfunksendungen von Bari verfügt hat und ob dies auch tatsächlich durchgeführt wurde. Jedenfalls hat aber die Meldung des der italienischen Botschaft nahestehenden„Evening Standard" über die Einstellung der antibritischen Rundfunkpropaganda sensationell gewirkt und dabei naturgemäß dir Lage Chantüerlains wesentlich unterstützt. Die tschechoslowakische Ausfuhr betrugt 1933.». 8.900 Millionen Krone« 1937«-« 11.970 Millionen Kronen Sie stieg also um 6070 Millionen Krone« oder 702 Prozent. Die deutsche Ausfuhr betrugt 1933..... 4870 MiMonen Mark 1937 5910 Millionen Mark Sie stieg also um 1040 Millionen Mark oder 21 Prozent. Die Zunahme der Ausfuhr ist in der Tschechoslowakei fünfmal so groß wie in Deutschland! Hodza: „Wir bleiben der Demokratie treu!“ Ministerpräsident Dr. Hodla wurde am Dienstag zum Ehrendoktor der Philosophie an der Prager KarlS-llniversität promoviert. Er hielt aus diesem Anlaß eine programmatisch«, politische Rede,' dir wir folgendes entnehmen: Synthese von Demokratie und Nationalismus Noch im Jahre 1848 verurteilte Engels die österreichischen Slaven mit dem Tadel, daß ste der Reaktion gegen die demokratische Entwicklung dienen. Wie gründlich hat die Entwicklung diesen Tadel widerlegt! ES ist wichtig, wenn ein un» sicherlich fremder alt-österreichischer Hiswriker, ich meine Springer(unter diesem Pseudonym schrieb einst der sozialistische Staatsmann Karl Renner. Die Redaktion.), bestätigt, wie„selbstverständlich eS war, wenn sich HavliöekS nationale Bewegungg der allgr» meinen liberalen Strömung anschloß, die Europa durchlief"; oder wenn er HavllöekS„tiefe Neber« zeugung" konstatiert,„daß die nationalen Interessen nur durch einen Sieg der demokratischen Grundsätze gewahrt werden können"; oder, daß„die tschechischen Parteien als die berufenen Vorkämpfer für die Freiheit des Bauernstandes erscheinen": und schließlich, daß auch„die Religionsfreiheit unter ihnen uner« schrockene Verteidiger gefunden hat". Karel Hav« llöek Borovskls stand aber nicht allein. Schon vom Jahre 1848 an meldet sich zum europäischen bürgerlichen Liberalismus trotz ihrer zahlenmäßig unbedeutenden Stärke auch di« tschechische Stadt mit Dr. Brauner. In die europäische Entwicklung zum Nationalismus und zur Demokratie gliederten sich auch die Slowaken ein. Die geistige Entwicklung der Tsche- chosiowakei verläuft also seit mehr als 00 Jahren auf nationalistischem wie demokratischem Geleise. Diese traditionelle Synthese von Nationalität und Demokratie hat auch für die Gegenwart entscheidende Bedeutung. Die disziplinierte Demokratie Die Tschechostowakei formt ihr modernes demokratisches System mit eigenen sittlichen, sozialen und geschichtlichen Kräften und gliedert sich als charakteristische Komponente in die europäische und die Weltdemokratie ein. Ihr Ursprung liegt in der Sehnsucht und im historisch-beglaubigten Kampf unsere- Volkes, um die Freiheit des Einzelnen, seine Menschenwürde, die bürgerlich« Gleichheit und die nationale Wohlfahrt. Da die tschechoslowakische Demokratie auS Vie deutsche Wirtschaft Hitler hat in seiner ReichStagSrede vom 20. Feber eine ganze Stunde lang Zahlen über Zahlen vorgelesen, die den Wirtschaftsaufschwung und die Erfolge der nationalsozialistischen Wirtschafts« und Sozialpolitik in den letzten fünf Jahren belegen sollen. Da war nichts vergessen, was geeignet erschien, auf unkritische Zuhörer Eindruck zu machen: weder die Produktion von Dieselöl, noch die Förderung von Schwerspat, weder die von der Reichsbahn geleisteten Betriebstonnen- Kilometer, noch die Zahl der Postscheckkonten, weder die Zahl der Veranstaltungen von.Kraft durch Freude", noch der Absatz der Volksempfänger. Es waren alles amtlich« Zahlen, Zahlen des Statistischen Rcichsamtes und niemand hat die Möglichkeit, diese Zahlen nachzuprüfen; niemand hat das Recht, in Deutschland eine eigene Statistik durchzuführen. Und doch kann man beweisen, daß diese Zahlen ein unrichtiges und schiefes Bild geben. Um mit einer unkontrollierbare» Staltslik zu spielen, braucht man ihre Zahlen keinesivegr plump zu fälschen, man braucht die Statistik nur entsprechend anzulegen. An zwei Beispielen kann leicht gezeigt werden, wie das in Deutschland gemacht wird und wie dadurch die Ergebnisse der Statistik jeden inneren Wert verlieren: bei den Preisen und bei den Löhnen. Hitler sprach von der„fast vollkommen gleichbleibenden Höhe des allgeineinen Lebensindex. Er betrug im Jahre 1032 120.8 und 1037 128.1." So steht eS auch in der Statistik und das ergibt eine allgemeine Preissteigerung seit dem Unisturz um nur vier Prozent. Der deutsche Arbeiter und die deutsche Hausfrau, die Jahr für Jahr mitansehen müssen, wie alles immer teurer wird und wie sie sich für ihr Geld immer weniger kaufen können, werde» eö allerdings nicht glauben wollen. Wahrscheinlich ist die Statistik aber nicht gefälscht, man hat sie nur so durchgeführt daß das Ergebnis tzcn gewünschten Eindruck macht. Der Index berücksichtigt nur die amtlichen Höchstpreise. Jedermann in Deutschland weiß aber, daß man viele Waren zu diesen amtlichen Höchstpreisen nicht mehr kaufen kann, sondern daß man dafür im Schleichhandel„hintenherum" weient- lich höhere Preise zahlen muß. Jedermann weiß auch, daß es seit Jahr und Tag in Deutschland eine indirekte Preissteigerung in der Form gibt, daß die Qualität der Waren sich verschlechtert, ohne daß die Preise herabgesetzt werden. Ganz zu schweigen von all den hundertfachen sonstigen Formen, in denen die Anordnungen des Preis- kommissarS umgangen werden. Die amtliche Statistik aber nimmt davon keine Notiz. Die Folge ist, daß die amtliche Preisstatistik jeden Wert verliert und daß ihre Ergebnisse mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun haben. Wie groß die wirkliche deutsche Preissteigerung in den letzten fünf Jahren ist, läßt sich nur schätzen. Vorsichtige, objektive Beobachter stimmen darin überein» daß die Preise im Durchschnitt um mindestens 20 Prozent gestiegen sind. Hitler aber sprach nur von vier Prozent. Aehnlich steht eS mit den Löhnen. Nach der deutschen Statistik sind die Löhne heute fast genau so hoch wie vor fünf Jahren. Auck im Ausland hat sich die Vorstellung gebildet, daß die deutschen Nominallöhne unverändert geblieben und nur die Neallöhne gesunken sind. Die meisten Arbeiter in Deutschland können sich aber noch sehr gut erinnern, daß sie sich vor dem Umsturz für ihren Lohn nicht nur mehr kaufen konnten, son- London.(Eigenbericht.) Während Mini» hcrpkäsident Ehamberlain durch die Maschinerie seiner Partei die konservativen Abgeordneten zur Abstimmung«egen den MisstraurnSantrag der Lpposition befiehlt, wächst im Lande die Miss stimmung gegen die Schwenkung der englischen Außenpolitik. Der Labour-Abgeordnete Green- w o» d hat dm MisstraurnSantrag der Opposition mit dem Hinweis darauf begründet, daß das Schicksal der ganzen Welt jetzt in den zittrigen Händen deS britischen Premierministers liege. Arrenwood habe der Antwort, die Chamberlain auf die Rede Edenv erteilte, starr vor Schreck gr- lauscht. Wenn auch zu ermatten ist, daß für Ehamberlain eine Mehrheit zu bekommen ist, darf man damit rechne», dass die Mehrheit deS Bolles feine Politik nicht billigt. Bedeutsam sind auch dir Stimmen auS Ame rika, die von einer Kapitulation der Eng länder vor dem faschistischen Block sprechen und Amerika dir Rückkehr zur JsolirrungSpolitik. scheu Lloyd George und Chamberlain war eine- empfehlen. Auch angesehene englische Zrftungen wie„Manchester Guardian" bezeichnen den Rück- tritt EdenS alb einen Triumph der Diktaturen »ad in der gleichen Weise werden die Ereignisse »an Moskau gewertet.„Manchester Guardian" ist der Meinung, dass alles Entgegenkommen von Deutschland und Italien nur vorgetäuscht werde. Ehainbexlain antwortete in einer neuen Rede auf die Angriffe der Opposition. Er sagte, England sei heute lediglich vor die Frage gestellt, ob eS verhandeln wolle oder nicht. Wenn eS ver handeln wolle, dann je eher desto besser. DaS Ge rede über die britischen Opfer an die Diktaturen lasse ihn völlig unberührt. Es überzeuge ihn im Gegenteil von einer Situation, in der die Größe und die Macht Englands anerkannt werden. Wer Anspruch auf die Führerschaft erhebe, müsse Be schimpfungen ignorieren. Nichts sei hinter dem Rücken Frankreichs ge schehen, auch Frankreich habe darauf bestanden, daß ein Ausgleich in der Spanien-Politik m die gemeinsam gewünschten Verhandlungen ringe« schlossen werde. Das Ziel der Verhandlungen fei nicht nur eine Verbesserung des englisch-italien'.« scheu Verhältnisses, sondern eine umfassende Be- ftiedung des Mittelmeeres. An dieser sei auch Frankreich interessiert. Die internationale Lage habe sich grund legend geändert. Man könne sich nicht selbst und die schwächeren Nationen dadurch betrügen, daß man sie denken lasse, sie könnten vom Völkerbund gegen Angriffe geschützt werden; von einem Völ kerbund, aus den: eine Anzahl von Großmächten ausgetreten ist, könne man keine volle Leistung verlangen. Nach Chamberlain teilte Kingsley Griffith mit, daß die oppositionellen Libe ralen für den Mißtrauensantrag stimmen wer den. Man dürfe die Rechte des NeguS nicht für ein geändertes italienisches Radioprogramm ver kaufen. Der Widerstandswille der tSR Dann erklärte Churchill, für Verhandlungen mit Italien seien die Beweise mangelnder ita lienischer Gutwilligkeit noch zu frisch. Anders lväre es. wenn Italien die S t r e s a- Verpflichtungen hinsichtlich O e st er reich S erfüllen und dadurch einen aktiven Bei trag zum Frieden leisten würde. Zu begrüßen sei die Erllärung Chamber lains über die unveründertr Freundschaft mit Fraickreich, denn von Frankreichs Armee hänge dn Frieden Europa- ab. Wir wissen nicht, sagte Churchill, wann die Tschechosk o w a k r i der Gegenstand rlnrS ähnlichen Angriffe- fein wird. Dieses Keine Land hat seinen Widerstandswillen erllärt» und wenn es Widerstand leistet, so kann daraus die Flamme eines Krieges entstehen, dessen Grenzen niemand vorauSfehe» kann! «die S Mittwoch, 23. Feier 1038 Nr. 45 in allererster Linie die Rationalisierung! grapheu 1 und 2 ein Subkomitee ein. Erster Debatteredner Ivar May lSdP), der eine der üblichen selbstbewußten Reden„an die tschechische Nation" hielt, die doch wieder andererseits daö llnvermögen der SdP dartun, für ihre Wähler auch nur die geringste positive Leistung zu vollbringen. Auf die außenpolitischen Vorgänge ging May mit keinem Wort«in. Dafür erging er sich in einseitiger Schilderung der Karlsbader Vorfälle in wüsten Beschimpfungen der Republikanischen Wehr und suchte den 18. Feber als„Scheinlösung" verächtlich zu machen. Von KoaliiionSscite sprach Polach lisch. Soz, dem.) über die Arbeitslosigkeit, als deren Ursache er bezeichnete. Zur Besserung der Verhältnisse in ter Textilindustrie schlug er eine Reihe wohldnrchdai'u ter Maßnahmen vor. Nächste Sitzung: Mittwoch um 14 Uhr. Der Präsident der Republik empfing am L2. Feber den außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Bukarest Dr. Ferdinand Veverka. Weiters empfing der Präsioent eine Deputation von Chlwov, Lrbän und Paco», welche ihm die Diplome der Ehrenbürgerschast überreichten. Die Regierungsvorlage über das Getährrn' äquivalent wurde Dien-tag vom BudgetauSsihuß der Abgeordnetenhauses mit einer Reihe von Aenderun« gen angenommen. Der Referent Bergmann wies daraus hin, daß die SelbswerwaltungSkörper In den historischen Ländern bisher Begünstigungen genossen, die nunmehr entfallen sollen; die Zuerkennung von Begünstigungen bleib« künftig dem Wohlwollen der Administraiive überlassen. Dr. Klapka führte aus, daß dies« Neuregelung die Selbstverwaltung in Böhmen und Mähren-Schlesien mit etwa 18 Millionen jährlich belaste. Luch gegen di« Festsetzung deS„gemeinen Wertes" als Bemessungsgrundlage wurden mehrfach Bedenken laut. Vaverka fisch. Sozdem.) begrüßte die Befreiung deS beweglichen Vermögen» der mit der Wehrerziehung betrauten Institutionen von dem Gebührenäquida- lent und verlangte die obligatorische Ausdehnung dieser Begünstigung auch auf die I m m o b> l i e n dieser Institutionen. Er beschwerte sich darüber, daß für die Wehrerziehung kaum 1t bis 16 Millionen zur Verfügung stehen, obwohl die Kosten aus Sv bis 70 Millionen veranschlagt sind.— Die Abstimmung über die Paragraph« 1,7, 8 und 8 wurde vertagt. Eubkomltee für Verkehrszeichen. Der Regie- rungSentwurf über die Verkehrszeichen im Straßenverkehr wurde vom BudgeimiSschuß und vom verfassungsrechtlichen Ausschuß in Verhandlung gezogen. Letzterer setzte zur Beratung von Einwendungen gegen gewisse Formulierungen in den Para- AuSsührliche Angaben machte RemeS über die DepurierungSaktion, von der 1988 rund 1800 Millionen Steuerrückstände erfaßt wurden. Davon wurden über zwei Drittel abgeschrie» üen und nur 587 Millionen bezahlt. In das Jahr 1987 wurden an Rückständen auS der DepurierungSaktion rund 2.760 Millionen übertragen;. erst der Abschluß fiir 1987 wird uns ein endgültiges Bild über diese Aktion geben. Die außerordentlichen Steuerguischrif» ten für SteuervorauSzahlungen hält RemeS nicht mehr für notwendig. Im Jahre 1988 kostete diese Aktion die Staatskasse 74 Millionen. Sehr entschieden setzte sich RemeS für die fakultative Steuer» barzahlungbci den Steuerämtern ein. Der Verkehr mit den kleineren Steuerzahlern werde vieleinfacher sein, wenn jede Zahlung sofort in da- Steuerbüchel eingetragen tverden kann. Durch die Scheckeinzahlungsgebühr von 60 Hellern' werden die Steuerträger mit einer Sonder, st e u e r von mindesten- zehn Millionen K£ willkürlich belastet. Unter den Gründen für die Wiedereinführung regionaler Staatskassen führte RemeS auch die Rücksicht auf die Staatsverteidigung an. wirklichen Quellen dec RüstungSfiiiaiizieruiig zu gelangen. Diese wirklichen FinanzierungSquellen aber sind im wesentlichen zwei: 1. Die Aufzehrung aller Reserven und die Ausplünderung des deutschen ProduktionSapparateü und 2. die Einschränkung des volkswirtschaftlichen Verbrauchs. Die Aufzehrung der volkswirtschaftlichen Reserven vollzieht sich auf allen Gebieten. 1982 hatte Deutschland große Vorräte an Getreide, Rohstoffen und Fertigfabrikaten aller Art. 1087 mußte die Berfiitternng von Brotgetreide verboten und die Verwendung fiir die menschliche Ernährung auf die verschiedenste Weise gestreckt werden. Seit vier Jahren treibt man Raubbau am deutschen Wald. Unternehmer und Kaufleute sehen mit Schrecken, wie ihre Lager immer mehr zusainmenschrumpfcn und dafür sich ihre Tresore immer mehr mit Kreditpapieren des Reichs füllen. Die andere große Finanzierungsquelle ist die Einschränkung des Verbrauchs. Sie besteht in einer einfachen Formel: schlechter essen, sich schlechter Heiden und schlechter wohnen für mehr Gels. Qualitätsverschlechtcrung auf allen Gebieten bei gleichzeitiger Preissteigerung, unzureichender Wohnungsbau.trotz Förderung der Bevölkerungszunahme sind die einfachen Methoden, mit denen Neue Provokation Francos Marseille. Die Marseiller radiotelegraphische Station hat eine Meldung ausgefangen, in der eS heisst: Der französische Dampfer„Prad o" wurde auS Maschinengewehren von Flugzeugen 1k Meilen von Va- lencia beschossen. An Bord deS Dampfer- wurde ein Mann verletzt. Dem Dampfer eilt der fran- zösische Torpedobootzerstörer„Epervier" zu Hilst. Regierungserklärung erst nächste Woche Debatte über den StaatsrechnungsabschluB für 1936 eröffnet 2.5 Milliarden für wasserwirtschaftliche Zwecke Im Verkehrsausschuß des Abgeordnetenhauses erstattete Dienstag Arbeitemninister Jng. D o st ck l e k ein ausführliches Expost über die staatliche Wasserwirtschaft seit dem Umsturz. Für diese Zwecke wurden bis 1988 fast 2% Milliarden investiert, wovon zwei Milliarden auf Baufirmen entfallen. Sechzig Prozent dieser Suinme entfallen auf Löhne. Die Realisierung des gesamten Wasserwirtschaft-planes» dessen Hauptziel im Ausbau eines Wasserweges von der Nordsee und der Ostsee zum Schwarzen Meer über das Gebiet der Tschechoslowakei besteht, wild noch ungefähr ztvei Milliarden flä erfordern. Den: Expost, das auch schriftlich vorlag, waren Karren bcigcgeben, au» denen die genaue Trasse de» Donau- Oder» und des Elbe- Donau- Kanals ersichtlich ist, deren Länge 278, bzw. 826 Kilometer betragen soll. Das Abgeordnetenhaus eröffnete Dienstag nachmittags die Aussprache über den Staat»- ,... rechnungSabschluß für 1988, der schon im Atstl- denderdeutsche Arbeiter tatsäch-s schuß ungewöhnliches Interesse erweckt hatte, lich ausgezahlt erhält, kann er sich mindestens um 80 Prozent we» nigerkaufen als vord. e in Umsturz. DaS also ist das Ergebnis dieser kleinen Prüfung: die Preise sind in den letzten fünf Jah ren nicht nur um vier Prozent gestiegen, wie eS Hitler behauptet, sondern um mindesten» 20 Pro zent und die Löhne sind nicht stabil geblieben, sondern in ihrer Kaufkraft um mindesten» 80 Prozent gesunken. Diese beiden Beispiele zeigen nicht nur. wa» von den amtlichen statistischen Zahlen zu halten ist, sie zeigen auch, wo man den Hebel ansetzen muß, um da» ganze schöne Zahlengcbäude ins Wanken zu bringen. Geht man von einer 20pro« zentigen Preissteigerung aus, dann ist z. B. da deutsche Volkseinkommen nicht um 60 Prozent ge stiegen, wie behauptet wird, sondem seinem inne ren Werte nach nur um 17 Prozent. Aehnlich geht e» mit den Werten der ge werblichen und landwirtschaftlichen Erzeugung, den Umsätzen des Handwerks und des Einzelhan dels. mit der Aus- und Einfuhr usw. Besonders aufschlußreich ist die Nachprüfung der amtlichen Angaben über da» Lohn- und Ge- haltSeinkommen: Danach betrug das deutsche Ar beitseinkommen 1982 nur 26.99 Milliarden RM. 1987 aber 89.80 Milliarden. Berücksichtigt man auch hier die 20prozentige Preissteigerung, legt also di« Kaufkraft der Mark von 1982 dem(lullucll„„ 1)lllu lwlll„ U| vls„„ Vergleich zugrunde, so schrumpft das Arbeitsein-1 ten Defiziizifsern lKasiendesizit 1759, rechnung». kommen von 1987 schon auf 81.44 Milliarden 1 mäßige» Defizit 2818 Millionen) ein. durch eine wie immer von genauer Sachkenntnis und Gründlichkeit zeugende Rede des Berichterstatters R e m e S. Für die Plenardebatte sind bereits zwölf Redner contra und elf Redner pro ! gemeldet, so daß sich die Debatte bis mindestens Freitag auSdehnen wird. Vorher verhandelte ein« Klubobmännerkonferenz der Koalition unter Vorsitz des Abg. Beran iiber verschiedene aktuelle Fragen. Mi- ! nisterpräsident Dr. HodZa hatte sich entschuldigen lassen. Abg. Beran verdolmetschte die Absichten der Negierung dahin, daß vorläufig(für diese Woche) mit einer außenpolitischen Stellungnahme der Regienmg n i ch t zu rechnen sei. Al» wahrscheinlicher Zeitpunkt dieser Erklärung wurde in den Couloir» der nächste Donnerstag genannt. Im Lauft der nächsten Tage wird Dr. Hodisa die Obmänner der koalierten Parteien erst noch eingehender über die innen- und außenpolitischen Aktualitäten informieren. Vorläufig werden die Koalitionsredner daher keine außenpolitischen Gesichtspunkte in der Debatte zur Geltung bringen. Sollte jedoch die Opposition die Außenpolitik in den Vordergrund nicken, so ist eventuell mit e'ner gemeinsamen Erklärung der Koalition zu rechnen. Berichterstatter RemeS widmete der formalen Seite de» Rechnungsabschlusses lehrreiche Betrach», ! tungen und ging dann auf die Analyse der bekann- dern daß auch der Geldbetrag ihre» Lohne» wesentlich höher war. Auch bei den Löhnen läßt sich der Wider spruch zwischen der amtlichen Statistik und den tatsächlichen Verhältnissen unschwer aufllären. Wie bei den Preisen geht die Statistik auch bei den Löhnen nicht von den tatsächlich gezahlten, sondern von den amtlich festgesetzten Löhnen au». An dir Stelle der Tarifverträge, die zwischen Unternehmern und Arbeitern vereinbart wurden, sind nach dem Umsturz die sogenannten Tarif ordnungen getreten, die von Reichsbeamten, den „Treuhändern der Arbeit", erlassen tverden. Die Löhne, die in diesen Tarifordnungen festgesetzt tverden. ohne daß die Arbeiter dabei auch nur ge hört werden, gelten oksiziell als Mindestlöhne, in Wahrheit sind eS in den meisten Fällen Höchst löhne. In allen Tarifordnungen sind nämkrch AuSnabmellauseln enthalten, die für einzelne Ar beiter, für einzelne Betriebe oder für ganze Be zirk« ein Unterschreiten der„Mindestlöhne" zu lassen. Die Statistik aber nimmt von dieser„Auf lockerung" deS deutschen Lohnniveaus keine Notiz, ebensowenig wie sie davon Notiz nimmt, daß heute die deutschen Arbeiter mehr denn je tm Ak kord arbeite» müsse» und daß seit dem Unisturz jede neue Alkordfestietzung für den Unternehmer sich in"däs'Gestrüpp der Schächt'schen Geld- und »üt» Gelegenheit zum Lohndruck war, gegen den Kreditpolitik zu verlieren. Zweifellos sind Dut- man daö Volk zwingt, seinen Verbrauch einzu» sich die Arbeiter nicht wehren konnten. zende von Milliarden an RüstungSwechsetn und. schränken. Eines Tages wird das deutsche Volk er» Ebenft spricht Hitler zwar von der Bezah« I ReichSschahanweisungen auSgegeben worden- aber kennen, daß alle„Großtaten" der Diktatur be- lung der Feiertage und des Urlaubs, verschweigt jedermann ist klar, daß TanlS, Flugzeuge, Auto«, zahlt werden müssen, bezahlt werden müssen mit aber, daß eß beute in den meisten Betrieben zur streßen und Prachtbauten nicht mit bedrucktem I der Arbeit und den Entbehrungen des Bolles. Uebung geworden ist, Uebcrstundenzuschlage und|———■——— dergleichen nicht zu bezahlen. Vor allem aber verschweigt Hitler die unge heure Steigerung der Abzüge. Lohnsftuer, Bür- gerstcuer. Arbeitsfrontbeitrag, Winterhilsüspende usw. machen in den meisten Fällen 20 Prozent des Lohnes au», manchmal sogar 26 Prozent. Und wenn man nun noch die tatsächliche Preis steigerung hinzunimmt, dann ist eö niedrig ge griffen, wenn man feststeUt: für den Lohn, RM zusammen. Berücksichtigt man aber außer« Papier gebaut werden können, sondern daß dieses dem, daß 1982 nur 12.68 Millionen Arbeiter bedruckte Papier nur ein Umweg ist, um zu den und AngesteNte Beschäftigung hatten, 1987 aber 18.37 Millionen, so ergibt sich, daß d a S j ä h r- liche Durchschnittseinkommen des Lohn- oder GehaltSempfän» ger»von20SS RM im Jahre1982 auf 1 7 11 RM imJahre1937gesun» k e n ist. Dabei ist die Erhöhung der Abzüge noch nicht eingerechnet. ES ist nicht z»l leugnen: Deutschland hat in den letzten fünf Jahren so und soviele Tausend Kanonen, Flugzeuge, Tanks, so und soviele hun dert Flugplätze, Kasernen, Befestigungsanlagen, so und soviel tausend Kilometer strategische Stra ßen gebaut. Es hat fast«ine Million Soldaten unter den Waffen und fast eine viertel Million Arbeitsdienstler. Da» alle« ist da, ist nicht zu bestreiten, aber ebensowenig zu bestreiten ist, daß da» alle» Geld kostet, ungeheuer viel Geld und die entscheidende Frage ist und bleibt: wer bezahlt das alles? Wer bezahlt die Arbeitsbeschaffung, wer bezahlt die Rüstung? Auf alle diese Fragen gibt eü eine sehr ein fache Antwort. Es kommt gar nicht darauf a»,; 14 Der ewige Schatten Max Hochdor! Roman von Das Fräulein Adelgonde de Bockst starrte zur Höhe. Da die beiden Männer jedoch hinter dem Gebüsch versteckt waren, konnte sie nichts sehen. Sie stürmte hinauf.„Hier, hier, hier", gab sie das Signal,„Freunde kommen, sie warten schon vieft Stunden auf Sie!" „Ich störe die Herren doch nickst? Ich bin doch nicht zu unwillkommen?" Das erste Wort, das Maimon Viterbo her- vorstvmmelte, war:„Man wird Ohne» Häscher nachschicken, mein Fräulein! Sie tun Unrecht, sich unseretwegen in solche Gefahr zu begeben." Jehuda Valdez konnte aber nicht sprechen. Das Fräulein:„Sorgen Sie sich darum nicht, meine Herren! Die Königin liegt im schweren Fieber. Sie droht, den Prinzen an ihr Bett anletten zu lassen. Sie hätte ihn erdrosselt, würde der Prinz von ihrer Seite gewichen sein. Sie haben keine Zeit dort, um nach un» zu fahnden., — Durst haben die Herren? Hunger haben die Herren? Alles ist da für Hunger und für Durst." Sie zog die beiden aus dem Gebüsch. Sie erblickten am Fuß des Abhang» einen Planwagen, wie ihn die Wanderkrämer brauchen, um durch die Länder zu fahren. Zwei Pferde waren angepflockt, und ihre Köpfe steckten im Hafersack. In dem Planwagen hingen an Stangen irdene Teller und hölzerne Löffel, Pfriemen und Wollknäuel, Peitschenstiele und Bastschuhe, ein ganzer, bunter Kram. „Da» bin ich, die Krämerin, und die Arlette ist meine Mutter, und mein Kutscher ist sie auch", erzählte das Fräulein.„Habe ich das gut auSge, dacht, meine Herren? Und der alte Herr, er ist mein Vater, und der junge Herr, er ist..." Sie stockte, sie errötete:„Mein Bruder oder mein Herr Gemahl. Er hat nur zu wählen." Scherzen wollte das Fräulein, aber eS klang schwermütig, wie eS eben klingt, wenn ein Mensch noch gar nichts ahnt von dem neuen Leben, in da» er sich hinausgeworfen hat. Das Fräulein Ivartete, daß au» den beiden Männern etwa» antworte, eine angsteinschläfernde Reihe von Silben. Sie dachte, sie könnten doch zu mir herantreten, sie könnten mich doch, jeder einzeln, an die Hand nehmen, ich bin ihnen doch nicht mehr fremd, ich bin doch mit ihnen vereint durch das gleiche Zufluchtsuchen, durch ein Abgestorbensein im gemeinschaftlichen Unglück, durch den nämlichen Wunsch, wiederaufzuwachen, damit da» ganze Dasein neu entdeckt und neu gemeisterr werde. Sie hatte eß sich so schön ausgedacht, diese Sache des Wiederfindens. Ein heiteres Aufeinanderstürzen sollte es sein, ein blitzartige» 2n- einanderflammen der Freundschaft, ein Verkürzen der Fremdheit. Und nun standen die beiden Männer erstaunt und zögernd vor ihr. Sie wagten es nicht einmal, ihr die Hastd zu reichen. Sie lüfteten nicht einmal die dicken Kappen, um irgendwelchen Ausdruck des Hörenwollens auf ihren Gesichtern zu entschleiern. Sie konnten sich von ihr abwenden, ohne Abschied zu nehmen. Und dann würde sich nicht» zwischen ihnen und dem Fräulein spannen al» der trostlose Raum. In diesem Augenblick meinte Adelgonde de Bocht, daß sie besser getan hätte, zu der Mutter zu flüchten als zu diesen beiden unbeweglichen und undurchdringlichen Wesen. Mso war alle» nur ein Träumen gewesen, ein Irrtum, diese» Nachwandern, diese» nachtwandlerische Flattern nach den beiden Fremden, ungeheuer Fremden? Maimon Viterbo sagte:„Wir danken Ihnen von ganzer Seele, daß Sie alle» so tapfer eingeleitet haben, um uns au» der Hölle zu entführen." Sie hörft wohl Worte, doch keinen Sinn. Mit Worten nur wollte sie nicht abgespeist sein. Zu groß war ihre Hoffnung gewesen. Was sich jetzt erfüllte, schien ihr nur kärglich und kränkend. Ein Wunder ersehnend, blieb sie am Boden hocken. Sie hob die Arme, wie ein Vogel mit gebrochenen Flügeln, der sich verzweifelt regt, weil er noch einmal versucht, sein Lebenselement zu erreichen. Endlich geschah e», daß die beiden Männer ihre Hände ergrifft«. Sie ließen nicht mehr lo». Sie stützten sie so fest, daß sie nicht mehr in ihre Verwirrung zurückfallen konnte. DaS Fräulein warf sich Maimon Viterbo an die Brust. Sie umschlang seinen Hals. Sie schluchzte:„ES wird alle» so schwer sein, so unendlich mühevoll." Mainwn Viterbo legte ihr die Hand aufS Haupt. Magnetisch verzaubert, bohrte sft ihre blonden Flechten in die Hände, von denen sie gestreichelt wurde. Die Hand, die auf ihr ruhte, war der Hebel, der verhinderte, daß sie von neuem in sich zusammensank. Sie zitterte nicht mehr. Sie war nicht mehr taub für den Sinn der Worte, die zu ihr gesprochen wurden. Sie war nicht mehr blind vor Angst, daß lein Strahl der Herzlichkeit aus diesen fremden Wesen zu ihr ströme. Sie fühlte sich ihnen verwandt und geborgen bei ihnen. Sie hörte ganz deutlich, wie Maimon Vi« rerbo zu ihr sprach:„Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse dir sein Antlitz leuchten und sei dir gnädig!" • Ein Krämergespann fuhr südwärts durch Flandern und Frankreich. Bald zügelte ein alter Mann die schweren, landstraßengewohnten Pferde, bald ein junger Mann. Hätten die Bauern in den Dörfern, hätten sich die Städter die Mühe gegeben, genauer in die Augen de» Jungen zu blicken, der Traumschftier über seinen Pupillen würde sie verwundert haben. Die Bauem und die Städter waren aber viel zu neugierig auf da», Was unter hem Plandach an den Stricken von Geschirr und Handwerksgerät hing, al» daß sie sich viel um die Augen der Krämerfamilie kümmerten. Südwärts, weiter südwärts— freute sich die einträchtige Familie, und die Olivcnwäider werden Schatten spenden und noch mehr Schatten die brcitfächcrigen Palmen. Saft quillt au» dec Erde Andalusiens. Wird dort soviel gesungen, so ist es, weil dort die Menschen nicht Sorge haben um Brot und Wein. Wird dort soviel getanzt, so ist es, weil die Hüften der Mädchen, weil die Muskeln der jungen Männer nicht vorzeitig erschlaffen im Rackern gegen den Geiz der Aeckcr und der Bäume. Der Kutscher wandte sich zu den beiden Frauen um, die im Hintergrund des Wagens lagerten, und er sprach:„Meine Damen, sie dürfen nicht erschrecken, wenn die gleichen Menschen, denen die süßen Feigen in den Mund wachsen und die herrlichen Trauben und die Granatäpfel und die dunkelgoldenen Orangen, manchmal blutgieriger sind als die Wölfe, heißhungriger im Bösetun als die Raubadler, wahnsinniger im Ersinnen von Grausamkeit als die Giftotlcrn, gegen die wir unsere Tier« mit Lederschicncn schützen mußten." DaS Fräulein Adelgonde de Bocht sagte: „Die Welt ist viel schöner als ich geträunst habe, Herr Jehuda Valdez." „Vielleicht— vielleicht wird sie e» einmal sein", erwiderte Jehuda. X. In diesem Sommer 1600, da der kastilischen Königin Johanna, auch Herrin über da» vom Salbwind gnädig gedüngte Land Flandern, ihr Sohn Karl geboren wurde, hatten segensreicher Regen und flammende Sonne schönsten Wechsel gebracht. .(Fortsetzung folgt.)! 15 al dio auf fische nen Ba urde ran ilfe. ter bars Hauts ng. = die Für iarau ime giel dice bas toch Cem des als Clo 22. bes dis ent 00. aft CR+ Deb it 22 itt es a 18 te 28 g 8 B Nr. 45 Mittwoch, 23. Feber 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Unser Blatt konfisziert! Theater sehen wollen? Das ungefähre Gegenteil Geite 3 Paris antwortet Hitler: Steigerung der Wehrkraft Paris. Der französische Ministerrat antwor tete auf die Rede des deutschen Reichskanglers und auf die internationale politische Situation auf giveierlei Art: ift richtig. Aber die Reichenberger SdP- Leute bontottieren ihr heimisches Theater, weil da der Jude Barnah Direktor ist, und möchten mit allen Mitteln das Stadttheater in Gablonz fördern, weil ihnen das System und der großteils Bezirksgericht zu verantworten. Der Richter vergleichgeschaltete Spielplan dort passen und teil urteilte den diebischen Kameraden zu fünf Tagen die Gablonger Direftorin, Frau Bertram, Am geftrigen Tage wurde eine Reihe von Arrest, bedingt auf ein Jahr. Wir sind neugies sich mit den Safingern gut zu stellen weiß. So 1. Auf Vorschlag des Ministers für natio tschechischen und deutschen Beitungen konfiziert, rig, wie sich die SDP, die natürlich über die gut, daß es die Herrschaften nicht einmal geniert, tale Verteidigung nahm der Ministerrat einen tarunter auch unser Blatt. Der Beschlagnahme ganze, für fie recht peinliche Angelegenheit kein zu erfahren, Meisterin Bertram sei die Frau eines Gesetzentwurf über die Gewährung außerordentverfielen fünf Stellen. Unsere Leser werden es Sterbenswörtchen verlauten ließ, nun verhalten Herrn Grün aus Brünn. Was wiederum licher Kredite für die nationale Berteidigung an. uns glauben wir können den Beweis hiefür wird. Für alle Fälle wird sie sich wohl um einen aber eben auch die Frau Direktorin nicht hinderte, Der Finanzminister wurde unter einem damit leider nicht führen, daß wir eine ſtreng sach- neuen Kandidaten umsehen müſſen. Oder wird die 300 SDP- Gäste mit Freuden zu begrüßen... betraut, eine besondere autonome Kaffe für weiliche Stritit an der Rede des deutschen Reichstanz man vielleicht dem„ unerschrockenen" Mayer dieDas Gablonzer Stadttheater tere Bedürfnisse der Nationalverteidigung zu er lers geübt haben. Wir haben niemals geglaubt, sen Betriebsunfall gar nicht übel nehmen? hat in dieser Spielzeit unter allen fudetendeut- richten. Diese Kasse wird auf ähnliche Weise getas Beschimpfungen sachliche Argumente erjeßen schen Bühnen das dürftigste, niveau schaffen werden und funktionieren, wie dies bei und glauben dies in einer so ernsten Zeit noch Lofeste Repertoire. Sollte darin fein der Amortisationskaffe der Fall ist. Sie tritt be. weniger. Wir dienen unseren Lesern durch AufReis für die Sdẞ liegen? Ja aber das Gablonzer reits zu Beginn des Monates März ins Leben. flärung über das dramatische Geschehen der Zeit und wir werden diese Aufklärung auch weiter Theater geht troß alledem( wir sagen: nicht zu Bum Zwecke ihrer schnellen finanziellen Doticlett eben deswegen) nicht gut, so daß ihm wahr rung wird die Regierung wahrscheinlich eine leiften. In diesem Sinne haben wir die Rede des forporativ zu einer Theatervorstellung nach geholfen werden soll. Die Zeit" macht für das Kürzlich fuhren 300 Reichenberger scheinlich eben durch Exkursionen aus Reichenberg innere Nationalverteidigungsanleihe auflegen. 2. Der Ministerrat beschloß das Luftfahrt. deutschen Reichskanzlers besprochen. Der Konfis Gablona. Die Zeit" und andere Sdp- Theater der Frau Bertram ausgiebig Reklame, miniſter.um zu reorganisieren. Der Chef des Gelation verfielen nun 1. ein sachlicher Titel, wel Blätter waren von dieser Erfursion begeistert. aber ohne Erfolg bei den Gablonzern. Und des- neralstabes der Luftwaffe wurde General Vuile cher der Auffassung Hitlers völlig entspricht, woraus allein schon unbezweifelbar au ersehen ist, wegen also der Sutkurs aus Neichenberg. Es läßte min ernannt, der mit der Reorganisierung bes 2. eine Kennzeichnung des Deutschen Reichstages, welcher Partei bie 300 Bilger angehörten. Und sich aber mit ziemlicher Sicherheit voraussagen. Luftfahrtministeriums in techniſcher Hinsicht be3. ein Vergleich der Lage des Deutschtums im weshalb diese Unternehmung? Etwa weil die daß auch dieser Froschmäusetrieg, der mit Stunst traut wurde. Dritten Reich und bei uns, durchaus nicht zu un- Senfeinisten in Reichenberg nicht anständige Kunst nicht das Geringste zu tun hat, die finanziellen gunsten der Tschechoslowakischen Republit( 1), vorgesetzt befämen, so daß sie gezwungen wären, Schwierigkeiten des Gablonzer Theaters nicht 4. cine Notiz über ein Staatsoberhaupt des Deut nach Gablonz zu fahren, wenn sie einmal gutes beheben wird! fchen Reiches vor dem Weltkrieg und 5. eine Be trachtung der deutschen Ernährungswirtschaft auf Grund einer reichsdeutschen Duelle. Jedes Worr der Kennzeichnung dieser Art des Konfiszierens ift überflüssig. Wir haben felbstverständlich alles veranlaßt, um unsere Meinung über die Beschlagnahme an maßgebender Stelle zum Ausdruck zu bringen und gegen diese finnlose Unterdrüdung der Preßfreis heit protestiert. Wir sind überzeugt, daß eine solche Pragis weder der Behörde. die da amtsgehandelt hat, Nußen bringt noch unserer Demofratie und unserem Staat. Wir stellen auch fest Seltsame Dinge um die Sta: ttheater In Reichenberg und Gablonz Oesterreichs Arbeiterschaft kommt in Bewegung Die Schwierigkeiten Mussolinis Mail an d.( Infa.) Hartnädig geht in Oberitalien das Gerücht, daß die Sabotageakte in den lombardischen Flugzeugwerken andauern. In den C- Werken in Mailand wurden sieben Apparate schwer beschädigt, weil an den Motoren irgend etwas verlegt war. Sofort wurde eine Un tersuchung eingeleitet, die zur Verhaftung mehre rer Spezialarbeiter und einiger Techniker führte. Schlüssige Beweise über die Urheber der Sabotage Protestversammlungen und Flugzettelaktionen liegen indessen nicht vor. In Reggio Emilia, in den mechanischen Werkstätten von Neggiv, die für Die Parole: ,, Gleichberechtigung mit den Nazis!" Regierungsaufträge arbeiten, wurden verschiedene Wien.( Eigenbericht.) Die österreichische gewählten Betriebsvertrauensmänner. Es wurde Motoren beschädigt und unbrauchbar gemacht. ein Blick auf die Auslandspresse lehrt es, daß Arbeiterschaft äußert auch nach der vierjährigen ein Pretest gegen die Nazidemonſtrationen vom In Godjam( nordwestlich von Addis Abeba) ſolche Konfistationen beispielsweise in der Schweiz. Unterdrückung ihrer Organisationen eine bewun Sonntag und gegen die Kapitulation vor Hitler und im Süden Abeſſiniens ſind so heftige bewaffin Belgien und Frankreich undenkbar sind. derungswürdige geistige Reife. Sie reagiert auf befchloffen, der nicht einmal ein Gegenzugeständ- nete Ausstände ausgebrochen, daß der Vizekönig Unsere Haltung werden wir nicht ändern und in der Energie der Vertretung unserer demokras die Ergebnisse der Beratungen auf dem Obersalz- nis an Oesterreich bekanntgegeben habe. Eine große Truppeneinheiten an Ort und Stelle senden tiſch- sozialistischen Weltanschauung uns nicht be| lismus lehnt sie mit Entschiedenheit ab, sie ist be- fich zum Gewerkschaftsbund und verhandelte mit schen Strieger stehen. Auch aus anderen Provinzen berg in sehr eindeutiger Art: den Nationalsozias große Delegation der Bertrauensmänner begab mußte, die noch jetzt im Kampf gegen die abeffiniirren lassen. Unsere Leser können Vertrauen zu reit, gegen ihn zu kämpfen, wenn ihr die Freiheit tags mit dem Gewerkschaftsobmann Stand. Die wird die Entwidlung des Guerillafrieges berichtet. uns haben. Wir lassen uns, wie Viktor Adler einft gefagt hat, nicht provozieren, aber audi des organisatorischen Lebens gewährt wird. Die Delegation verlangte eine direkte Unterredung mit richt einschüchtern. Arbeiterschaft hätte jetzt Gelegenheit, sich für den dem Bundeskanzler Schuschnigg. 12. Feber durch Passivität zu rächen, aber sie ist bereit, nach den Erforderniffen der politischen Seyß- Inquart ,, beruhigt" die Nazis Vernunft au handeln, wenn die politische Vernunft der anderen die Voraussetzungen für dieses Handeln schafft. Es kann gefagt wer den, daß dies für alle sozialdemokratischen Arbeiter in Desterreich gilt, ohne Unterschied der illegalen organisatorischen Gruppierung, in der sie sich befinden. . Die Aufnahme Deutscher in den Eisenbahndienst Wien. Innenminister Dr. Seyß- Inquart hielt Dienstag eine Rundfuntansprache, in welder er u. a. erklärte: Hitler und die deutschen Minderheiten Mit dem Passus der Hitler- Rede, der sich auf die deutschen Minderheiten in den NachbarIm Laufe des heurigen Jahres werden ins Friede im eigenen Volte sei die Parole in staaten bezieht, famen am Dienstag einige Pas gesamt 550 Beamtenanwärter der Dienstklasse II einer Zeit, in der das deutsche Volk alle teine riſer Blätter zu sprechen. Das katholisch- demo( Maturanten) in den Eisenbahndienst aufgenom Sträfte für seine Freiheit, für sein Recht und seine fratische Organ' Aube" erklärt, man werde in men werden, davon 350 schon in den allernächsten Ehre einzusetzen habe. Die Maßnahmen zur Zus der Tschechoslowakei den Sinn der drohenden Tagen. Um die Aufnahme einer entsprechenden Aber die Arbeiter warten keineswegs jammenfassung aller aufbauwilligen Sträfte in Worte gut verstanden haben, und„ L'Oeuvre" Anzahl deutscher Bewerber zu sichern, haben die un tätig auf die Gewährung der unumgäng Desterreich seien getroffen. Ihre Durchführung gibt einem Artikel Raum, in dem es heißt, daß deutschen Organisationen ihren Ortsgruppenlei- lich notwendigen Freiheitsrechte, sondern fä m piei im Gange. Gerechte Forderungen würden noch immer mit Frankreich gerechnet werden fungen Anleitungen zur Information der deut- fen für sie. Und es ist bezeichnend, daß der ihre Erfüllung finden. Nach Ablauf dreitägiger müsse, das niemals einen Ueberfall auf den ſchen Intereſſenten erteilt. Auch diesmal werden Stampf an den verschiedensten Brntten mit der Freudenfundgebungen rufe er daher nun zur in schechoslowakischen Verbündeten widerstandslos Stellengesuche der Söhne deutscher Eisenbahner gleichen unmittelbaren Zielsetzung geführt wird, neren Sammlung und Bereitschaft auf. Dies fer hinnehmen würde. Auch die nationaliſtiſche bevorzugt. ohne daß eine vorherige Verständigung unterein der Sinn einer Verfügung, die zunächst öftent=" L'Epoque" nimmt die Worte Hitlers, die auf ander erfolgen fonnte. liche Kundgebungen untersagen. Der österreichi dic Tschechoslowakei gemünzt waren, sehr ernit So wurden Montag früh, nach den Nazi- iche Nationalsozialist habe die Hoheitszeichen des und meint, daß man am Vorabend einer BeDemonstrationen des Sonntag, in den Grazer Reichs nicht zu Demonstrationen zu verivenden lastungsprobe für Europa und für die ZwilijaBetrieben Flugzettel verteilt, die folgende Forbe- und sie au mißbrauchen. Der nationalsozialistisch tion ſtehe. Werde Frankreich nachgeben, so werde rungen der österreichischen sozialdemokratischen Grußz dürfe nur als Ausdruck der eigenen An- es feinen einzigen Staat auf der Welt mehr schauung, nicht aber als Herausforderung für geben, der fünftig ein Bündnis mit Frankreich Arbeiter enthielten: Andersdenkende aufgefaßt werden. Der Weg zur eingehen möchte." Echo de Paris" würdigt die ( DND) Eintreten für die Unabhängigkeit Desterreichs; Wiederherstellung der Arbeiteror ganisationen und Rückgabe des Arbeitervermögens; gesetzlichen Betätigung werde geöffnet. Anschließend verwies der Minister auf die bevorstehende Nede des Bundeskanzlers. Aus der Rede ergibt sich die Tatsache, daß in Oesterreich das Verbot des Hitlergrußzes und der NaziAbzeichen aufgehoben sind. Josef Zenker ein Sechziger Heute begeht Josef Benter, der Obmann des Zentralverbandes der deutschen Kleinbauern und Häusler, ſeinen 60. Geburtstag. Auf ein reiches Leben im Dienste der sozialistischen Idee lann der Jubilar zurückbliden. Als Sohn eines Wegstädtler Zagarbeiters am 23. Feber 1878 geboren, batte er in feiner Jugend manche Entbehrungen mitzumachen. Zenker erlernte das Schneiderhandwerk, wanderte nach Deutschland aus, trat 1901 der Gewerkschaft bei und wurde bald durch viele Jahre führender Funktionär. Lange Zeit wirfte er als Freie Wahlen in den Gewerk Vorstandsmitglied und später als Vorsitzender der schaften; Kleidermacher- Krankenkasse. Als sein Ansuchen Gleichberechtigung der Arbeiter um Aufnahme in den Staatsverband abgelehnt mit den Nazis. wurde, weil das damalige Deutschland auch feine Insbesondere die letzte Forderung hat unter Moien brauchen konnte, tehrte er in seine Heimat der Arbeiterschaft ungeheuren Widerhall hervor zurück, wo er in Gastorf die sozialdemokratische gerufen. Sic iſt ſo ſchlagkräftig und verständlich. Lokalorganisation gründete. Später führte ihn daß sie heute schon nicht nur als die Forderung sein Weg zur Bewegung der Kleinbauern und der Grazer, sondern der ganzen österreichischen Unabhängigkeit Desterreichs einzutreten. Jedwede Häusler. Er zählt zu den Mitgründern des im Arbeiterschaft gelten kann. Jahre 1920 geschaffenen Kleinbauernverbandes. Montag vormittags kam es in Floridsdorf Seit dieser Zeit war Renter Vorstandsmitglied und Brigittenau zu sehr erregten Konferenzen der und wurde schließlich im Jahre 1936 zum Ob mann gewählt. Persönlich war ihm das Schicksal nicht hold. Die Sorge um sein und seiner Familie Fortkommen verließ ihn nie. Darüber hin aus erfüllt ihn jedoch das Bewußtsein, der ſozialistischen Idee hingebungsvoll und erfolgreich bis heute gedient zu haben. Und so hoffen und wünschen wir, daß es ihm gegönnt sein möge, noch recht lange führend mitarbeiten zu können. SdP- Bezirksführer In allen größeren Wiener Fabriken fanden Dienstag Versammlungen der Betriebsräte statt. Ueberall wurde der Arbeiterschaft die Refolution des Gewerkschaftsbundes zur Abstimmung vorge legt, in welcher es heißt, daß die Arbeiterschaft bereit iſt, in jedem Augenblick in den Ramp für die Aufrechterhaltung der Selbständigkeit und der Bedrohung der österreichischen Unabhängigkeit ist für die Arbeiterschaft bedenklich und verschärft die Kriegsgefahr in Europa. Teruel von den Republikanern geräumt Barcelona.( Havas.) Zu dem eben mitge-] Raumgewinn bel Madrid teilten amtlichen Berichte über den Fall der Stadt Teruel werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: twachsende militärische Kraft der Tschechoslowakei. Der britische Ministerpräsident ab dem Labour- Führer Atlee auf seine Fragen nach der Lage in Desterreich und in der Tschechoslowakei die Antwort, daß er, Chamberlain, hoffe, sich in furzer Zeit hierüber äußern zu können. Auf die Frage des liberalen Abgeordneten Mander, ob das fürzliche Vorgehen der deutschen Regierung gegen Oesterreich zwischen Lord Halifar und Sitler auch erörtert worden sei, antwortete Cham berlain: Nein, nein!" Madrid.( Ag. Esp.) Die republikanischen Die republikanischen Truppen haben Montag morgens auf verschiedenen Puntten des El Prado- Settors angegriffen und mehrere Nebellenstellungen von strateglschem Wert genommen. Nach mehreren Stunden verzweifelten Widerstandes hatten die Nebellen dieses Gebiet aufaeven müſſen. Unſere Truppen erbeu teten zwei Mörser, mehrere MG. und zahlreiche Gewehre. Als Antwort schlugen am frühen Nachmittags mehr als 300 Geschosse in den westlichen Stadtteilen und im Zentrum ein Alle Männer zwischen Codreanu verläßt Rumänien Paris.( avas.) Der Havasberichterstatter meldet aus Butarest, daß Stapitän Codreanu, der Führer der Legionäre und der Partei ,, Alles fürs Land"( Eiserne Garde), einigen Blättern den Text eines Zirfularbriefes mitgeteilt habe. den er seinen Parteigängern sandte und in welchem der Führer der rumänischen Rechten auf uners wartete und sensationelle Weise feinen Entschluß anfündigt, dem politischen Leben den Rücken zu fehren, Codreanu rät seinen Freunden, sich ganz ihrem bürgerlichen Beruf zu widmen. Was ihn felbst betrifft, erklärt er, daß er in einem Monat nach Nom fahren werde. Die Tragiveite des Entschlusses Codreanus ist noch nicht abzusehen. Demonstrationen an der Wiener Universität ..Der Kommandant der 46. Division der bestiehlt ein Dienstmädchen spanischen Regierungstruppen, welche die Stadt Der Bezirksführer der SP und Anwärter befetzt hielt, um den Nückzug eines großen Teiles auf den Bürgermeisterposten in Wig it a d t I, der republikanischen Streitkräfte zu decken, erhielt Herr G. May er, entnahm in einem Wigstadtler den Befehl, am Abend zurückzugehen, nachdem Lotal einem Täschchen, das auf einem Tische lag bereits die ganze Stadt von allen Seiten umzin und einem Dienstmädchen gehörte, awa nzia selt war. Die 46. Division bildete nun eine AnKronen. Das Mädchen merfte, als es au- Ariffstolonne, so daß sie dem Druck des Feinbes rüdfehrte, den Verlust des Geldes und schlug standhalten und aus der Stadt herausgelangen 19 und 30 eingezogen Strawall. Der Dieb war, da Zeugen den aan- trnute. Der amtliche Bericht fügt noch hinzu, daß zen Vorfall mit angesehen hatten, bald in Mayer an Ort und Stelle auch nicht ein einziger Infan. Barcelona.( Ag. Efp.) Verteidigungsmini gefunden worden. Bierzehn Tage später hatte sich terift belaffen wurde; auch keine Waffen, Muni- ste. Prieto hat ein Defret unterzeichnet, wo der ertappte Standesführer und Bürgermeister- tion und Lebensmittel wurden von den Regie durch die Jahresklassen 1929 und 1940 einberu anwärter wegen gemeinen Diebstahls, noch dazu rungstruppen in Teruel zurückgelaſſen. Der Rück.( fen werden. Dadurch werden alle Männer zwian einem armen Mädchen, vor dem Wigstadtler zug vollzog fich in absoluter Ordnung." schen 19 und 30 Jahren unter den Fahnen stehen.[ Steim.! Wien. Auf dem großen Hofe der Wiener Universität veranstalteten Dienstag vormittags mehrere hundert katholische Studenten eine Manifestation für Bundeskanzler Dr. Schuschning und für die Selbständigkeit und Unabhängigkeit Defters reichs. Gleichzeitig versammelten sich nationaliozialistische Studenten und versuchten in der Aula, auf der Universitätsrampe sowie in der Umgebung des Gebäudes zu demonstrieren. Die Polizei unterdrückte die Demonſtrationen im Grite 4 Um Oesterreichs Arbeiter Von unserem nach Wien entsandten Sonderberichterstatter In den österreichischen Kinos läuft gegenwärtig auf Veranlassung der Regierung ein fehr zeitgemäßer Film. Er zeigt die Arbeit der Vaterländischen Front und erinnert in eindringlicher Weise an den 24. Juli 1984, den Tag, an dem nationalsozialistische Rebellen den Bundeskanzler Dollfuß abschlachteten. Man sieht den Film unter dem frischen Eindruck der Zeitungsmeldungen, die von den Ergebnissen der Beratung auf dem Oberfalzberg berichten und unter dem Eindruck der detaillierten Nachrichten, die in Wien über den Inhalt und die Form der Besprechungen auf dem Obersalzberg von Mund zu Mund gehen. Man denkt daran, daß es Dollfuß seinen Mördern sehr Teicht gemacht hat, indem er einige Monate vor serem Tode die stärkste Kraft vernichtete, die Desterreich zur Verteidigung seiner Unabhängig teit ins Treffen führen konnte: die österreichische Arbeiterbewegung. Wieder sind die Schuldigen des zwölften Heber in der größten Bedrängnis, die Mörder des Bundeskanzlers Dollfuß aber sehen den Triumph ihrer Methoden. Das durch die Funde in der Teinfaltstraße enthüllte Komplott gegen die Unabhängigfeit Desterreichs und das Leben hervorragender Männer hat keineswegs die Anstifter geschwächt, die sich mit eiserner Stirne zu ihm befannten und die nun die Ziele des Komplotts auf anderem Wege zu erreichen verfuchen. Wird ihnen das gelingen? Es spricht manches dafür. Mittwoch, 23. Feber 1938. Da werden Autos zu Motorbooten Ein Bild von der Ueberschwemmung in Boston. Die Automobile pflügen sich durch das Wasser, das in den Straßen steht. Jagesneuigkeiten Mr. 45 in der Lage wären, eine ordentliche Schulbildung ollen taubstummen Kindern ohne einen anderen Lefekt angedeihen lassen könnten, und zwar auch den ganz Mittellofen, denn unsere Institute bieten den Kindern nicht nur die Schulbildung, sondern auch die Versorgung. Wir stehen jedoch vor einigen Fragen die dringend eine Antwort erheischen. Vor allem geht ez darum, daß den absolvierten Anstaltszöglingen diz Möglichkeit in praktischen Leben ihr Fortkommen zu finden, gesichert werde. Es ist sicher, daß der Taubs stumme in verschiedenen Lebenslagen noch weiterer. Hilfe bedarf, und daß insbesondere gealterte und arbeitsunfähige Taubftumme nicht gut unter die Gefunden eingereiht werden können. Die Staatsver waltung unterhält in der Slowakei und in Karpa thorußland fieben große Institute für 900 Kinder mit 100 Schulklassen, subventioniert in Böhmen fünf Anstalten für rund 600 Kinder und fördert alle Man rahmen zugunsten der von der Natur stiefmütterlich behandelten Kinder. Auch das Land Böhmen hilft aus allen Sträften, es unterhält ein Institut uns unterstützt ausgiebig fünf Institute. Das Land. Mähren Schlesien trägt den vollen Unterhalt von vier Instituten für taubstumme Kinder." Nr. At Washin Militar den Op und du den. D ten auf Verluft der Ve den im IGA 3 Icht, d troffen Schlad Blatt Weltfr 587,00 fait 80 einigte famt was b Bahl b ball m frauri Opfer befind einen faired und d heute neng des T Minde Stärt Angri Nätfelhaftes Verschwinden eines Dreizehnjähri. gen. Seit Freitag, den 11. eber, ist der 13jährige Miroslav Svoboda aus Nimburg abgängig. Die Nachforschungen der Gendarmerie blieben bisher er gebnislos. Daß es sich um das Ausreißen eines abenteuerlustigen Jungen handelt, ist nach dem Sach verhalt auszuschließen, da der Vermißte von seinen Sabseligkeiten nichts mitnahm. Auch die Vermutung, daß er wegen schlechten Zeugnisses sein Elternhaus verlassen habe, erscheint unwahrscheinlich. Die Durch. suchung des Elbeflußbettes bei Nimburg blieb gleich falls erfolglos. Es besteht die Befürchtung, daß der tente Fachinſtitute und Storporationen. Die Ans Junge das Opfer eines perversen Individuums ges worden ist und daß hier ein ähnlicher Fall vorliegt. meldungen müssen bis 7. März 1988 im Protowie der des im Jahre 1930 in einem Feld bei Volokoll der Landesbehörde in Prag- Smichov, Zbo vice bei Prag erdrosselt aufgefundenen Schuljungen rovská 27, eingereicht werden. Ein Auszug aus Břetislav Subert. Wie verlautet, verfolgt die Genden Propositionen ist in der Kanzlei der Abtei- darmerie in Zusammenarbeit mit der Prager Fahne dungsstation eine wenn auch recht unbestimmte bur Es haben sich angeblich Zeugen gefunden, die aus sagten, daß sie am 11. Feber eben am Tage, da Miroslav Svoboda verschwand gesehen hätten, wie ein Automobilist einen Jungen, dessen Personalbe Schreibung ungefähr auf den Vermißten zutrifft, zu sich in den Wagen genommen habe und mit ihm da vongefahren sei. Die Amtsleiter der Vaterländischen Front haben den Bericht, den Schuschnigg über seine Unterredungen auf dem Obersalzberg vor ihnen Chor der politischen Gefangenen ung XII der Landesbehörde in Prag III., Toerstattete, mit der größten und sicherlich ehrlichsten Entrüstung aufgenommen...Hochverräter gehören an den Galgen und nicht ins Ministe=| rium!", riefen jie. Aber Schuschnigg erklärte, daß er nicht anders habe handeln können und daß angejidyts der jetzt vorhandenen Sachlage nur die Akzeptierung der Vereinbarungen in Betracht tomme. Dabei muß man sich darüber klar sein, daß Schuschnigg die Abmachungen feineswegs freiwillig, sondern unter dem unerhörtesten, im ..friedlichen Verkehr" unter Staatsmännern bisher nicht dagewesenen Drud annahm. Die Ernennung des Dr. Seiß- Inquart zum Sicherheitsminister ist gewiß nicht das schlimmste in der Kette der letzten Ereignisse. Nicht von ihm fommt de eigentliche Gefahr, denn seine Tätig feit läßt sich durch die Zusammensetzung des Kabinetts und durch gewisse Sicherungen in der Exekutive paralysieren, wenn der Wille dazu vorhanden ist. Breitbeinig stampft die Gewalt mit frecher, gewappneter Stirne über das blühende Erdenland. Stählern und würgläuftig krallt fie mordend in denkende Hirne. Blutende Herzen erdrückt sie mit frevelnder Hand. Machtgierig sind ihre Knechte über die Rechte der Menschen hinwegegangen. Hunderttausend Gerechte, die ihre Freiheit wie rufende Fahnen schwangen, irauern, geferfert in enge und finstere Schächte durch lichtlose Tage und Nächte gefangen. Aber das Menschenrecht lebt. In pochenden Brüsten verborgen brennt es der Stunde der Wiederkunft heimlich entgegen und hebt die Hoffnung zum leuchtenden Morgen, der uns erlöst durch die Wiedergeburt der Vernunft. Töricht, die Leiber zu zwingen. mášitá Nr. 11, erhältlich und wird auch am 23. Feber im Amtsblatt der Tschechoslowakischen Republik veröffentlicht werden. Zwei neue Elbe- Personendampfer. Die Tschechoslowakische Elbe- Schiffahrtsgesellschaft hat zwei neue, moderne Personendampfer in Auftrag gegeben. Die Dampfer, die je rund 700 Paisagiere fassen, werden noch im Laufe des Frühjahrs dem Verkehr übergeben werden. Spur. Es bleibt heiter! Auf die Weiterentwidlung gewinnen wiederum größeren Einfluß Druditörum. gen, die mit dem Nordwestwind aus der Umgebuna Standinaviens nach Rußland vordringen. Im NordDer Müdweg Papanins. Montag frith de westteil der Republik hat sich der Himmel infolge gegnete der Eisbrecher Jermat" mit Prof. deſſen vorwiegend umzogen und in den Gebirgsgegen Schmidt an Bord im Grönländischen Meer die den ist vereinzelt etwas Schmee gefallen. Sonit war Eisbrecher Namur" und„ Murman" und nahm es bei uns Dienstag nachmittags dagegen noch heiter die Papanin- Erpedition an Bord mit deren und relativ warm. In den Niederungen der Slowakei und Ungarns ſtien die Temperatur auf Plus 7 bis 8 ganzem Material. Hierauf nahm der..Jermat" Grad C. an. Wahrscheinliches Wetter Surs auf den hydrographischen Dampier ,, Mur- mittwoch: Veränderliche, acitweise stärkere Be maniei", um ihn aus dem Eise zu befreien. So wöllung, verschiedentlich Schauer, namentlich auf dann wird das Schiff nach Leningrad zurückkehren. den Bergen. In den Niederungen untertags Tem Die beiden anderen Eisbrecher fahren nach veraturen über Nulf, auf den Bergen mäßiger Froit. Murmanff. Nordwestlicher Wind. Wetteraussichten für Donnerstag: Ernent verringerte Bewöl fung, Nachtrost, tagsüber mäßig warm. Neberfall auf Skifahrer. Meldungen aus Marburg zufolge wurden zwei Stifahrer aus Fallen auch Tausend, die gläubig der Freiheit Marburg, nämlich Zdeněk Dolnicer und Marie Hunderttausende springen harrten. für die Gefallenen in die bedrohten Scharten, bis sie einst stürmend die Reihen der Feinde durchbringen. Wir hören im Geiste ihr Singen und warten... Hans Reinow Gorup, im Vacher- Gebirge unweit St. Wolfgang überfallen und erdolcht. Ein der Tat verdächtiger junger Mann wurde verhaftet. Gandhi schwer krant. Wie aus Kreisen des indischen Nationalkongreſſes verlautet, hat sich der Gesundheitszustand Gandhis so verschlechtert, daß er alle Besprechungen abgesagt hat. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen? Donnerstag: Aber Schuschnigg und seine Vaterländische Front sind von dem Zerießungsprozeß bedroht, der unter dem Eindruck der Verhandlungen auf dem Obersalzberg begann und durch die Hitlerrede noch gefördert werden dürfte. Der Zerseßungs und Aushöhlungsprozeß ist die eigentliche Gefahr. Die Hitlerrede ließ ja deut lich erkennen, daß die von Schuschnigg gewährten Brag, Sender I: 10.05: Deutsche Vreife, Zugeständnisse in Berlin als ungenügend bes Schallplatten, 14: Deutsche Sendung: Mir. g. it. 11.05: Salonorchester, 12.10: Opernizenen auf trachtet werden. Tatsächlich hat Freitag nachmit tags Berlin die Auslieferung der Desterreichischen Mohapel: Die militärische Ausbildung im Winter, Fürsorge für die Taubstummen. Am 19. und 17.50: Deutsche Sendung:„ Der Mistant mit der Nationalbant verlangt, also die Herstellung der Währungsgleichheit. Die Ablehnung dieses Ves Deutsches Postflugzeug abgestürzt 20. Weber wurde in Prag der„ Kongreß der in der Flöte", eine Erzählung aus Babička" von Taubstummenfürsorge der Tschechoslowatei Tätigen" Němcová, 18.10: Landwirtschaft, 18.45: Deutsche gehrens dürfte mit dazu beigetragen haben, daß Paris.( Havas.) Das deutsche Junkers- abgehalten. Unter den zahlreichen Gästen befand sich Presse. 18.55: Aus dem deutschen Stulturleben, Hitler es entgegen den Vereinbarungen unterließ, flugzeug 52", das den Nachtverkehr zwischen auch Minister Ing. Nečas, der in seiner Stundgebung 19.20: Capef: Die weiße Strankheit( ifchechisch). in seiner Rede die Unabhängigkeit Desterreich Söln a. Rh. und Paris besorgt, stieß Dienstag sagte:„ Bei der Volkszählung im Jahre 1930 wur für den Rundfunk bearbeitet, 21: Rundfunk den bei uns insgesamt 31.000 Taube, Stumme und orchestertonzert: Ostrčil, Beethoven, 22.35: Tanz mujit. Prag, Sender II: 14.20: Deutsche Taubstumme gezählt. Das sind 0.2 Prozent der ge- Sendung. Slapnička: Eine Schule der Politif, samten Bevölkerung oder zwei Personen bon jedem 14.30: Schallplatten, 14.40: Dr. Maria Zeisler: Taufend der Bevölkerung unserer Republif." Der Das Stunstinteresse der Frau, 18: Salonquartett, Minister umriß dann die Tätigkeit der Staatsver 20.05: Vopuläre Musif. Brünn: 12.35: Rundtraltung zweds Unterstützung der Taubstummen in funforchestertonzert, 13.40: Deutscher Arbeitsmart, ihrem Eristenglampfe und sagte dann u. a.:„ Unsere 17.40: Deutsche Arbeitersendung: Schramek: Ethik Institute sind nicht nur für den Unterricht taubſtum im historischen Materialismus. mer tschechoslowakischer, sondern auch deutscher, far16.10: Rundfunkorchesterkonzert, 22,30: Tangmuiif. sathorussischer und ungarischer Kinder eingerichtet. Suvar: 3st Latein wirklich eine tote Sprache, 21: Mähr. Oftrau: 17.55: Deutsche Sendung: Dr. Uniere Institute sind heute so ausgestattet, daß wir Polnische Lieder. zuzusichern. Der Zerseßungsprozeß. der unter dem Eindruck begann, daß der Sieg des Nationalsozialismus nicht aufzuhalten sein wird, kann sehr schnelle Fortschritte machen und Hitler Desterreich., friedlich" zuführen, wenn die im Innern noch vorhandenen Kräfte des Widerstands nicht organisiert und mit starken Kräften des demokratischen Auslands vereinigt werden. Noch immer ist die stärkste Kraft des Widerstands die österreichische Arbeiterschaft. Aber sie tritt nur für ein Desterreich ein, in dem sie frei ist, nur für ein Oesterreich, in dem sie etwas zu verlieren hätte. Die Stimme der sozialistischen Arbeiterschaft hat sich in den letzten Tagen in der Einheitsgewerkschaft auf Umivegen start bemert bar gemacht. Es muß dafür gesorgt werden, daß sie sich auch auf direktem Wege wieder bemerkbar machen fann. In dieser Nichtung laufen starke Bestrebungen, die vor allem von der Führung der Gewerkschaften ausgehen. um 4.50 hr morgens bei Chatenay unweit von Louvres infolge dichten Nebels auf den Boden auf. Das Flugzeug geriet in Flammen. Unter den Trümmern des Flugzeuges fand man drei völlig vertohlte Leichen. Das Unglüd ereignete sich nach Berichten von Augenzeugen folgendermaßen: In dichtem Nebel hörte man etwa zehn Minuten Motorengebrumi. bis dann eine gewaltige Explosion ertönte. An der Unglücksstätte fand man nurmehr die lichterloh bren nenben Trümmer des Finazeuges auf. Da sich der Unfall mir etwa 15 Stilometer vom Flughafen Le Bourget ereignet hat, ist anzunehmen, daß der Pilot in der Meinung, schon über dem Flugfeld zu sein, in so geringer Göbe flog, dan das Flugzeug einen Baum streifte und abstürzte. Wie die Deutsche Lufthansa zu dem Unfall des deutschen Nachtpostflugzeuges KölnVaris mitteilt, sind dabei die drei Mitglieder der Vesaßung ums Leben gekommen. Passagiere waren nicht an Bord. Zu Svatopluk Čechs Todestag Preßburg: verkünden, mögen einander die Hand reichen: ..Vorwärts, unbekanntes Heer!" Den Arbeiter ruft er zu, daß ihnen, seinen unbekannten Brü dern, die Zukunft gehört. Ihnen gehört aber von Rechts wegen auch das ganze Nationalvermögen.. denn sie haben es durch ihrer Hände Arbeit geschaffen. Der vor dreißig Jahren, am 23. Jeber 1908, verstorbene Dichter Svatoplut Tech gehört jest zu den tschechischen Selassitern und wird also mehr ge- Svatopluk Tech schrieb zahlreiche soziale GeWenn Schuschnigg den Ernst der Stunde Preis- Ausschreiben des Landes Böhmen. ehrt als gelesen. Man hat diesen Lieblingsdichter dichte und Prologe für Arbeiterveranstaltungen( An nicht begreifen will, der zur Liquidierung der Das Land Böhmen schreibt für das Jahr 1938 der Nation, wie man ihn wegen seiner von glü- die Arbeit". Die Arbeit hoch!" u. a. m.). Er hört Feberfolgen und zur Wiedererweckung der öfter- folgende Preise von je 5000 Kč aus: a) fünf hendem Patriotismus erfüllten Gedichte nannte, eine unterirdische, mächtig in das Geſellſchaftsleben reichischen Arbeiterbewegung als der stärksten iteratur- und Kunstpreise und fast vergessen. Aber noch mehr als seine natio- dröhnende Stimme. Er beſingt den Selden der Auantifaschistischen Seraft bestimmen muß, dann zwar 1. für schöne Literatur, 2. für wissenschaft- nalen Verse fanden seine sozialen Gedichte Ver- dann erstehen, wenn die sozialistischen Ideen ſiegen kunft, den Mann der Arbeit. Christi Reich wird erit müßte er einem anderen Manne Platz ma- liche Literatur, insbesondere aus dem Gebiet der breitung, vor allem die bekannten, auch ins Deut- werden. Mit sozialen Problemen befaßt sich Svatos chen, der den Willen zum Widerstand auch mit Selbstverwaltung, 3. für bildende Kunst, 4. für sche bereits zweimal übersetzten Lieder eines blut Cech auch in den beiden großen epischen Gedich der Fähigkeit zum praktischen Handeln verbindet musikalische Werte und Leistungen, 5. für Werte tlaven", die zu den stärksten Gedichten der ten„ Evropa" und" Slavie". Er befennt sich hier und auch nicht mit der Mitverantwortung für den und Leistungen auf dem Gebiete der Bühnen- fozialen Weltliteratur gezählt werden können. als Anhänger einer" sozialen Reform und lehnt eine Feber 1984 belastet sein sollte. Desterreichs Ar- und der Filmkunst; b) fünf volkswirtschaftliche Neben ihnen verdient insbesondere der kurz vor blutige Revolution ab. Sozial ist auch sein hiſtori beiter sind zum Stampfe bereit aber nicht als Preise: 1. für die eining der kleinen und mit seinem Tode geschriebene Gedichtzyllus„ Do fches Epos„ Adamife" über die nach anarchistischen die willenslosen Gefolgsmannen Schuschniggs leren gewerblichen Produktion, 2. für die Hebung světa širého"(" In die weite Welt") Beachtung, Bizka ausgerottet wurde. Sein„ Lešetinský kovář Grundsäßen lebende Sefte der Adamiten, die von oder der Vaterländischen Front, sondern nur als des Handels und des Konsums, 3. für die He- in welchem ſich der Dichter zum Sozialismus und ist ein Dorfschmied, der sich gegen einen eingela die Gefolgsmannen ihrer freigewählten Führer. bung der Landwirtschaft, 4. für Arbeiten über Pazifismus betannte. Er entbot darin den gleich derten deutschen Fabrikanten, der ihn vertreiben will, Noch ist nicht alles verloren. Noch fönnen bem Seleingewerbe- und Kleinlandwirtekredit. gesinnten Brüdern hinter der Schneekoppe und dem zur Wehr feßt. Svatoplut Tech schrieb auch ErzähWille, Kraft und politische Klugheit, die im In- 5. für Arbeiten auf dem Gebiet der Soziologie Böhmerwalde und in den Alpenländern seinen fungen. Sumoresten und Reifeschilderungen. Befonnern Desterreichs wirten, vereinigt mit einer ent- und der Sozialfragen; c) Literaturpreis Karel Gruß und forderte diese seine unbekannten Gesin- ders bekannt sind feine humoristischen Ausflüge des schlossenen Poltit der Westmächte, Desterreich Havliček Borovský. Diese Preise sind tschecho- nungsgenossen auf, gemeinsam mit ihm für den Spiekers Brouček(„ Balety vana Broučta")... er retten. Die Stunde ist ernst. Sie findet Defter flowafischen Staatsangehörigen zugänglich, die Fortschritt zu kämpfen. Alle diejenigen, welche in Lebens und dabei doch ein Stämpfer für Freiheit und war ein Dichter der Idylle, des patriarchalischen reichs Arbeiter, die vier Jahre in der Unterdrük- dauernd in Böhmen wohnen. Anmeldungen kön- mitten des wilden Kampfes der Nationen nad soziale Gerechtigkeit. Seine Verse sind weltlingend. fung lebten, bereit. Wird sie auch die anderen nen nicht nur die Autoren vornehmen, resp. die Frieden und Einvernehmen rufen, alle diejenigen, formvollendet, seine Sprache rein und reich an schönen bereitfinden? ausübenden Künstler selbst, sondern auch tompes welche in verschiedenen Sprachen dasselbe Biel Bildern. Oudolf IIob, " find in Be bei teerde Tiger Piert und Jahr dinej cefire Japa leben gan und bon hat, Ein ren im ein var Tod Hau wie mer blin bra Tir fted iter get gar In Tid fd B f 45 bung Deren den den die gen geht die ub. erer und Ge Der pas der firs ilft 110. er ri. ge t I 1. さい Nr. 45 Mittwoch, 23. Feber 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Während eine wesentliche Steigerung des inländischen Kohlenverbrauchs über die im Jahre 1987 erreichte Söhe hinaus für wenig wahrschein Geite 5 Betriebseinstellung in der Glasindustrie. Die Firma Engels& Co., in Bilin, hatte sich erst vor furzem von der Erzeugung von Tafelglas auf die Erzeugung von Glaswatte und Glasgarnen nach einem ausländischen Verfahren umgestellt. Lager der Firma derart überfüllt, daß der Fas Infolge geringen Bestellungseinlaufs sind aber die britsbetrieb vorübergehend stillgelegt wurde. Beitrag zum Baue von Jauchengruben in Autos gefährlicher als Kriege. Die in Washington erscheinende Militärzeitschrift..The Military Engineer" stellt Vergleiche an zwischen den Opfern an Menschenleben, die durch Kriege und durch den Automobilismus verursacht wurden. Die dreißig Hauptschlachten Napoleons hät en auf beiden Seiten im ganzen 684.000 Mann Ein Rekordjahr im Verluste gebracht. Nach der amtlichen Statistit Nee Vereinigten Staaten vom Jahre 1935 tour- englischen Kohlenbergbau den im Laufe dieses Jahres bei Autounfällen in lich gehalten wird, werden die Aussichten für die 37.000 Leute getötet und 1,280.000 ber der englische Kohlenbergbau lange Jahre hin- urteilt. Angesichts der fieberhaften Aufrüstung daß aus der gemeinſamen Dotation für waſſer( 6) Die außerordentlich schwere Krise. die fünftige Entwicklung des Exports günstiger be- Mähren. Das Landesamt in Brünn verlautet, lekt, also insgesamt 1,817.000 Menschen be durch heimgesucht hat, tonnte in den letzten Jah- und der Kriegsvorbereitungen überhaupt ist die wirtschaftliche Meliorationen Beiträge zum Baue troffen, d. i. um 633.000 mehr als alle dreißig ren, soweit die Förderung in Betracht Kohlennachfrage der fohlenarmen Länder beson- von Jauchegruben in der Höhe von 30 Prozent Schlachten des großen Korsen erforderten. Das kommt, überwunden werden, Von 207,1 Millio- ders start und es sind im Dezember noch große des Sostenvoranschlages für fleine und mittlere Blatt bringt noch einen anderen Vergleich: Am Beltkriege beteiligten fich attiv 16 Staaten mit Kohlenförderung auf 220,7 Millionen Tonnen fohle getroffen worden. Für die englischen Grus etiva 400 Beiträge bewilligt werden. Gesuchsnen Tonnen im Jahre 1938 stieg die englische Vorabschlüsse für 1938 vor allem in Bunker Landivirte gewährt werden. Jährlich werden 887,000.000 Einwohnern, deren Gesamtverluste 1984, um bis 1936 auf 232.2 Millionen Ton- benkapitalisten hat diese Erscheinung noch beson- formulare und Baupläne ſtellt das Landesamt fait 30,000,000 Mann betrugen. In den Wereinigten Staaten wurden im Jahre 1985 ingestion die Höhe von 245,1 Millionen Tonnen er- tionalen Kohlenmärkten hat bis in die letzten tritt feit langem für die Unterſtüßung einer nen anzusteigen. Im Jahre 1937 hat die Produk dere Vorteile. Die Entwicklung an den interna- zur Verfügung. Der deutsche Kleinbauernverband famt 1,317.000 Menschen getötet oder verletzt, reicht. Von 1985 bis 1937 konnte die Steinkoh- Wochen hinein ununterbrochen erhöhte Breif großzügigen Aftion zum Baue von modernen was bedeutet, daß USA bei seiner Bevölkerungs fenförderung um 8,2 Prozent gesteigert werden. gebracht. Im Jahre 1937 hat sich der Ausfuhr- Düngerstätten und Jauchegruben ein. Die staats zahl von 128,000,000 auf 90 Prozent Schritt häll mit den Weltkriegsverlusten. Als besonders lischen Kohlenbergbau nicht im gleichen Umfang annähernd acht Ke erhöht. Trotzdem find die volksgesundheitlicher Hinsicht, aber auch in volks Bemerkenswert ist, daß die Beschäftigung im eng preis für eine Tonne englische Steinkohle um liche Unterstützung dieser Bauten ist begründet in fraurig führt das Blatt an, daß sich unter diesen Opfern Bergarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt 1935 Preisen abgeschlossen worden. piert der Autounfälle faſt 13 Prozent Kinder Betmen hat. Die Zahl der beschäftigten Lieferungsaufträge für 1938 zu noch höheren wirtschaftlicher, da durch gute Düngerstätten und befinden. Amerika führe, so schließt der Artikel, 758.000 Mann, im Jahresdurchschnitt 1937 Jauchegruben die alljährlichen Millionenverlufte einen ständigen blutigen Krieg mit dem Auto- 779,000 Mann. Es hat fonach eine Erhöhung um Daß auch in England die günstige Produk größtenteils verhindert werden könnten. Es 21.000 Mann oder um 2,67 Prozent stattgestionsentwicklung im Bergbau für die Grubentas wäre deshalb angezeigt, wenn auch in Böhmen Das Jahr des Tigers. Trop aller Niederlagen funden. Da die Förderung um 8,2, der Beschäf- pitalisten glänzende Gewinne bringt, bestätigen in Bälde eine gleiche Attion wie in Mähren in und der japanischen Invasion sind die Chinesen von tintenstand im englischen Sohlenbergbau aber nur die Geschäftsberichte der Vergbaugesellschaften. größerem Umfange in die Wege geleitet würde. heute ab wieder sehr zuversichtlich. Und das hat sei- um 2,67 Prozent gestiegen ist, so ergibt sich dars Nach einer Zusammenstellung der Reingeivinne Viehschäben- Unterstützungen. Das Landwirts nen quien Grund: jezt beginnt nämlich das Jahr aus, daß auch in England die Rationalisierung der verschiedenen Unternehmungsgruppen erhöhte schaftsministerium gewährt bei Wichverlusten Unbes Tigers, während das eben abgelaufene das des in der Steinkohlenförderung ihren Fortgang ges sich der Reingewinn der schwerinduſtriellen Unterſtüßungen. Für das Jahr 1938 wurde ein beMindes war. Und ein Rind ist zwar das Symbol der nommen hat. ternehmungen, in die die Kohlenbergiverke einbedeutend höherer Betrag für diesen Zweck zur Stärke und Zähigkeit, aber das des Tigers bezeichnet Die beträchtliche Vermehrung der Steinkoh zogen sind, von 95.000 Pfund Sterling im Jahre Verfügung gestellt, nämlich Kč 1,200.000, fo lenförderung iſt einmal durch den anhaltend stei- 1936 auf 166.000 Pfund Sterling im Jahre daß die einzelnen Unterſtügungen ebenfalls hös genden Inlandsverbrauch hervorgerufen worden, 1937. her sein werden. und zum anderen durch eine außerordentliche Ve Auch in England haben die Arbeiter in den lehung des Exports. Der Inlandsverbrauch Krifeniahren Schweres zu ertragen gehabt, noch 1938 angefangen an Werktagen die März- Kupons Die böhmische Landesbank wird vom 26. Feber zeigt infolge des günstigen Standes der englischen heute ist ihre Lage, besonders wenn man die in- Nr. 83 ihrer vierprozentigen Eisenbahn Schuldscheine, Wirtschaft eine fortgefeßte Steigerung auf. Der zwischen eingetretene Leistungssteigerung in Be- Nr. 9 ihrer fünfprozentigen Kommunal- Schuld Export hingegen war 1935 und 1936 zurüdge- tradit zieht. leineswegs aünitia. Die Befferung scheine- Emiffion für die Slowakei und Karpathoruk gangen und hat erstmalig wieder 1937 eine beim Kohlenbergbau hat aukerdem nicht alle Kohland, Nr. 8 ihrer fünfprozentigen Meliorationsdeutende Zunahme erfahren. Nach den Angaben lengebiete in England gleichmäßig erfaßt, so daß scheine- Emission für die Slowakei und Karpathoruk des Board of Trade verlief die Entwicklung im felbit im Rekordjahr 1987 die Arbeitslosigkeit Emiffion für die Slowakei und Starvathorukland nach land, Nr. 2 ihrer 4.5prozentigen KommunalschuldSohlenverbrauch in den letzten fünf Jahren wie unter den englischen Stohlengrubenarbeitern fei- 1. Jänner 1986 und Nr. 2 ihrer 4.5prozentigen Mes folgt( in tausend Tonnen): neswegs beseitigt ist. Möge es ihmen gelingen, liorationsscheine- Emission für die Slowakei und Starbei einem Fortdauern der aufsteigenden Entwick- pathorußland nach 1. Jänner 1986 an ihren Staffen Tuna des enalischen Kohlentherabaus auch ihre in Prag, Breßburg und Uzhorod einlösen. wirtschaftliche und soziale Lage entscheidend zu verbessern. fdbreden. Angriffsluft und Kühnheit. Die chinesischen Jahre find nämlich, ganz wie die Monate unserer Zählung in Perioden von je zwölf eingeteilt, die ähnlich wie bei unseren Tierkreiszeichen durch Tiere symbolisiert werden. Diese Tiere sind: die Ratte, das Rind, der Ziger, der Hase, der Drache, die Schlange, das Pferd, das Schaf, der Affe, das Huhn, das Schwein und der Hund. Wie man sieht, folgt als nächstes Jahrzwölft das des Hafen. Aber bis dahin wird der Chinesische Tiger hoffentlich alle seine Feinde niedergefiredt haben, es sei denn, daß nach dem Siege der Japaner die Chinesen dann furchtsam wie Hasen leben müssen. Verbrauch Inlandsabsay 1933 168,044 39,068 1934 181,066 39,660 1935 183,585 38,714 1936 198,929 34,519 1937 200,831 40,852 Der Flachsbeitrag Man erhält für 100 Reichsmark Markmünzen Geschwisterche in Albanien. Während die ganze Welt auf König Zog und seine junge Braut und damit nach Tirana blidi, erfährt man hier bon einer seltsamen Ehe, die 20 Jahre gedauert hat, obwohl sie eigentlich ein Verbrechen darstellt. Ein reicher Kaufmann aus Tacia, Achmed Kas rengé, hatte feinerzei ein Mädchen geheiratet, das im Hause feiner Eltern aufwuchs, aber angeblich ein Findelfind war. Da sie schon 18 Geschwister varen, tam es auf eine mehr nicht an. Nach dem Haus, sie gefiel ihm, und man heiratete. Das ist, erreicht. Der Export fonnte in den gleichen fünf wie gesagt, 20 Jahre her, zwei Kinder entstam- Jahren nur um 1,3 Millionen Tonnen erhöht 5 Settar Kč 30.- bzw. Kč 22.-; bei einer men dieser Ehe, von denen das eine allerdings werden. Zu den Ländern, die zu der Steigerung blind, das andere taub ist. Durch einen Zufall brauchte Karenze seine Dokumente. Er kam nach Tirana, um sie sich zu beschaffen, und hierbei stellte es sich heraus, daß seine Frau seine Schive ster war. Er beschloß, die Tatsache selbst zur Anzeige zu bringen und sich scheiden zu lassen. Da ganz offenbar tein Verbrechen, sondern eben nur Untenninis vorliegt, wird der Fall faum gericht liche Folgen haben. Diese Uebersicht zeigt, daß im Vergleich zu 1933 der Inlandsabjay im Jahre 1937 um 32,8 an die Landwirte für die Ernte 1937 wurde mit Millionen Tonnen oder um nahezu 20 Prozent Regierungsverordnung Nr. 33 wie folgt feſtge= höher liegt. Mit 200,8 Millionen Tonnen hat der feßt: Bei einer Anbaufläche bis 2 Hektar erhal inländische Kohlenverbrauch in England seit dem, ten die Landwirte einen Beitrag bei geröstetem per Metergeniner, bei nicht 100 Tode seiner Eltern nahm er die Kleine zu sich ins Jahre 1924 in England seinen höchsten Stand on KC 0; bei einer Anbaufläche bis Im Dorfe der ,, Ardappeleters" des englischen Kohlenerports in den letzten Jah= ren besonders beigetragen haben, gehört Schwe den, Frankreich, Deutschland und Belgien. Nach talien führte England im Jahre 1936 infolge des Santtionsbeschlues ganz 60.000 Tonnen Mohle aus, während die Ausfuhr 1935 8,2 Millionen Tonnen hoch war. 1987 hat dieser Export wieder mehr als zwei Millionen Tonnen betra gen Ein Besuch bei den Männern, die Van Gogh lidhen Gerät, alten Schuhen und Hüten, Pflanzen noch gekannt haben Anbaufläche über 5 settar Kč 20.- bzw. Kč 15.-. Die an füt er erhalten durchwegs einen Beitrag von Kč 25. je Metergentner. Die Frist zur Vorlage der Velege durch die Landwirte wurde mit Ende Juni 1938 feitgefeßt. Dieser Beitrag wird durch einen zehnprozentigen Preisabschlag von öffentlichen Textilwarenlieferungen, der auch für 1938 durchgeführt wird, zugunsten des heimischen Flachs- und Hanfbaues sichergestellt. • 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei. 100 polnische Zloty 100 ungarische Bengö 100 Schweizer Franken 100 franzöfifche Francs 1 englisches Pfund... 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas.. 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen · 4 Kč 548.670.526.50 • 14.45 522 50 559.50 55 660.93.70 142.37 9 • 28.30 121.40 1587.62.42 482.631.730.-| Leben hier in Nünen noch Leute, die persönliche Er| lebe. Wir dachten, wenn er so berrüdt ist, da wird innerungen an ihn haben?" wohl mit seiner Malerei auch nichts los sein." „ Ja, da ist doch der Van der Linde, der ihm die Vogelnester verkauft hat..." so alt und gebrechlich der Van der Linde war, er Der Van der Linde wohnte fast nebenan. Aber spielte in der Dorffapelle, die zu Ehren der Fünfzigjahrfeier des Nüner Klosters ihre Festlieder zum besten gab, die Trompete. Ich wußte also ungefähr zwei Stunden warten, bis Herr Van der Linde vom Fest nach Hause fam, dann war auch nicht viel zu erfahren: am Rande des blühenden duftenden Pfarrgartens Van Gogh hatte das Häuschen. mit all dem naturfundlichen und bäurischen Stram vollgestopft, den er zu Studienzwecken zu sammeln liebte, mit allem mögund Vogelnestern. Heute ist die Waschküche so gut Ivie leer, nur ein alter Webstuhl schläft in einer Ede, Von Erich Gottgetreu man denkt an die verschiedenen Zeichnungen von ar Wenn man nach Nünen kommt, dem fleinen zivi- beitenden Webern, die in Vincents holländischer Zeit schen weiten Gemüsefeldern in der Nähe von Eind- entstanden sind. Es ist anscheinend nichts leichter. hoben gelegenen brabantischen Dorf, in dem Vincent als Bauern und Lumpenſammler und andere Arbeivan Gogh von 1883 bis 1885 gelebt und gearbeitet, ter zu malen, aber es gibt nichts in der Malerei, was gekämpft und gelitten hat, und wenn man dann die so schwierig ist wie die menschlichen Figuren", heißt langjamen, fchtverblütigen Menschen dieses Dorfes es in einem der Briefe des Malers aus jener Epoche. ... Ich war ja damals erst achtzehn, neunnach einer Erinnerung an ihren großen Ortsgenossen fragt, dann verweisen sie den Fremden, wie fönnte Der jetzige Mieter des Hauses, in dessen Wasch- zehn Jahre alt. Die Vogelnester, die hab ich fø es anders sein, zunächst zu dem eigenartigen Gedent- füche seinerzeit Van Gogh bei seinen Eltern wohnte, von den Bäumen geholt, und dann hab ich sie ihm stein, der in der Mitte des Dorfes aufgestellt ist: ist ein Maschineningenieur. Der realistische Beruf für fünfundzwanzig Cent das Stüd verkauft." en nur wenig behauener, nach unten sich etwas ver- und seiner Malerei in Ehren zu halten. An den hindert ihn nicht daran, das Andenken Van Goghe jüngender Stein, der eine goldstrahlige Sonne trägt, die Sonne Van Goghs, nach der er fieberte, bis fein Geist in ewiger Nacht versant. Sie führen den Fremden auch in das Pfarrhaus, in dem seinerzeit der Maler bei seinen Eltern wohnte. Vincent hatte verlangt, daß ihm die Waschküche als Atelier eingeräumt werde." Wir finden, daß das tein besonders geeigneter Aufenthalt ist", schrieb der Vater in einem seiner Briefe, aber wir haben ihm einen sehr netten Herd feßen lassen und eine Art Fußbant... Mit gutem Willen unternehmen wir diese neue Probe und wollen ihm vollkommene Freiheit lassen in seinen Eigenheiten in der Kleidung usw. Die Menschen haben ihn nun einmal gesehen, und obwohl es schade bleibt, daß er sich nicht etwas nach giebiger zeigt, ist es nun einmal nicht zu ändern, daß er ein Sonderling ist." Und in einem entrüsteten Brief seiner Schwester hieß es:„ Nachlässig gekleidet, im blauen Kittel vlämischer Bauern, das Haar kurz, der Bart rotbraun und struppig, die Augen zuweilen entzündet und rot vom Anstarren eines Gegenstan des in der Sonne, den Hut mit der weichen Krempe tief in die Augen gedrückt, so würde man ihn nich für den älteren Bruder seiner Geschwister gehalten haben, um die er sich wenig fümmerte..." Diese primitive Waschküche, in der Van Gogh arbeitete und meistens auch schlief, steht noch heute „ Wie sah Van Gogh aus?" fragte ich. wänden hängen gute Reproduktionen Van Gogh'scher zu Herrn van der Eynde, dem gehört die Mühle, die „ Sonderbar, sonderbar. Aber gehen Sie mal Gemälde, so sieht man die berühmten Ardappe- Ban Gogh immer gemalt hat, und der weiß mehr Teters", die Vincent hier schuf: herbe, ganz unromantische, in Kärglichkeit sich mühende Bauern, die jene Bitterkeit und Hoffnungslosigkeit im Blick haben, der der Künstler zuvor in Belgiens Borinage, wo er als Missionar wirfte, begegnet war... Aber Van Goghs Nachwohner, der Maschineningenieur, bringt auch ein Album mit Reproduktionen von Van Goghs unbeschwerteren Nüner Zeichnungen an, um uns an schließend an die verschiedenen Standorte zu führen. von denen aus diese Blätter geschaffen tvorden fein müssen; und mancher der alten Bäume, die Vincent hier zeichnete, steht heute noch. Endlich begleitet uns der Maschineningenieur auf den hinter der Pfarre gelegenen Kirchhof, auf dem Van Goghs Vater begraben liegt... " Was sagen Sie übrigens dazu", fragt der Ingenieur,„ daß Van Goghs Neffe Vincent es niemals für nötig befunden hat, hierherzukommen?" „ Vielleicht interessiert er sich nicht für Malerei. Was ist er denn?" „ Er hat meinen Beruf, er ist Ingenieur, mandy mal schreibt er technische Artikel in den Beitungen In Laaren wohnt er. Und er steht auch im Telephonbuch, Sie können hingehen." „ Er fannte ja den Ontel, so viel ich weiß, nicht: von ihm." Eynde, den ich mit der Pfeife vor seinem Hause „ Sehen Sie, Mhnheer", meinte Herr van der sigend fand,„ das war ja nun allen Leuten in Nünen sehr verdächtig mit dem Modell und mit der Mühle. Das Mädchen, das den Vincent so oft hinausbeglei tei hat, ist eines Tages in großes Unglück gekommen. Man hat das auf den Vincent geschoben. Aber ich habe gleich gesagt, das Kind ist nicht von ihm. Unt dann hat das Kind auch wirklich gar keine Aehnlich feit mit dem Vincent gehabt, sondern mit einem ganz andern Mann, den wir auch alle gefannt haben. De Sterl lebt heute noch in einem Nachbardorf, da lönnen Sie hingehen, wenn Sie wollen..." doch, daß Van Gogh hier die„ Ardappeleters" ge" Sagen Sie, Herr van der Eynde, Sie wissen malt hat. Kennen Sie die Leute, die ihm Modell Soßen?" „ Das waren die Noys, aber von denen ist niemand mehr hier. Das waren ganz arme Leute, bei denen es sehr schmutzig gewesen ist, die Kazen Tiefen über die Tische, auf denen die Speiseschüsseln standen. Van Gogh hat oft dort gegessen. Er sagte, er mache das, weil er das Leben eines Heiligen nach „ Und da wollten Sie ihm auch nichts ablaufen?" „ Vincent hat mir öfters Stüde angeboten, aber ich wollte sie nicht haben. Und ich hab' gehört, day jetzt für manche Bilder bis zu achtzigtausend Gulden gezahlt werden..." Der Alte zitterte etwas. Ich wußte nicht, womit ich ihn trösten sollte. Schließlich meinte ich, das in dem Ort sicher noch mehr Leute wären, denen es heute leid tut, feine Bilder des Maters gekauft zu haben. „ Ja, Mynheer, da kann Ihnen drüben die Frau im Gasthaus ein schönes Stück erzählen..." Dieses Stück wollte ich auch noch hören, alfo ging ich hinüber ins Gaſthaus. „ Das ist nun ungefähr zwanzig Jahre her". meinie die fleine, freundlich lächelnde Wirtin im auf den Tisch gesetzt hatte, der in ganz Brabant aufbauen Kleid, nachdem sie den abscheulichsten Staffee zutreiben war.„ Eines Tages entdeckte ich beim Aufräumen in einem Dachwinkel ein Bild, das einen Mann am Webstuhl zeigte. Mein Vater wußte, daß auf, weil es ganz schön war bis eben vor wenigen es von Van Gogh ist. Nun, wir hingen das Bild Jahren ein Fremder tam, der das Bild bei uns sah und der es laufen wollte. Mein Vater wußte nicht, was er dafür verlangen sollte, schließlich meinte er fünfzehn Gulden, aber er schämte sich, als er das sagte, weil es doch ein bißchen viel war. Aber der Fremde bezahlte die fünfzehn Gulden.. in die Bodenkammer des Gasthauses tam. Dafür Bleibt noch die Frage, wie das Van Gogh- Bild gibt es eine einfache Erklärung. Der Vater der Wirtin war ursprünglich Süster der römisch- katholischen Kirche von Nünen gewesen, und bei ihm hatte nicht vertragen konnte, zwei Zimmer zum Arbeiten Vincent, da er sich mit den Eltern auf die Dauer und Wohnen gemietet. Im November 1885 verliep er sie wieder und ging überhaupt von Nünen fort, ohne irgend etwas von dem, was er besaß und von dem, was er geschaffen hatte, einzupaden. So viel man weiß, nahm seine Zeichnungen und Gemälde ein Zimmermann aus Breda an sich, der sie dann später an einen Lastträger verkauft haben soll. Nur das Weber- Bild war offenbar zurückgeblieben. Scite 6 Rayonierung Prager Zeitung der Automatenbuffets? Auf Einschreiten des Nahrungsmittelhandels beschloß das Handelsministerium den seinerzeit ausgearbeiteten Gesezentwurf über die Automaten buffets neuerlich vorzunehmen. Die Wirkjamfeit der Automatenbuffets soll auf Grund der Gewerbeberechtigung umgrenzt werden, nach denen sie geführt werden. Werden sie als faufmännische Betriebe geführt, dann sollen sie den geseglichen Bestimmun gen über die Ladensperre und die Sonntagsrube unterworfen werden, kommt aber die Gastwirteton zession in Frage, dann soll den Buffets der Verlauf von Nahrungsmitteln über die Straße bzw. auf faufmännische Art verboten und sie den entspres chenden Bestimmungen der Gewerbeordnung unters stellt werden. Schließlich wird an eine Rayonierung der Automatenbuffets in der Weise gedacht. daß in den einzelnen Stadtteilen stets nur eine bes stimmte Anzahl von Automatenbuffets angelaſſen werden soll. " Sozialdemokrat" Abgeordneter Wenzel Jaksch spricht hente, Mittwoch, det 23. Feber 1938, um 20 Uhr im großen Saale des Handsei, wobei verschiedene krasse Details angeführt wur- werkervereines in Prag II., Smečká 22, in einer den. Die Klage lautet einerseits auf Verleumdung öffentlichen Versammlung über im Sinne des Preſſegefeyes, anderseits aber und das Thema: dies ist ein gewiß höchst seltener Fall auf die Bestimmungen des Gesetzes aus dem Jahre 1862, nach welchem einen im Zuge befindlichen Verfahren nicht durch vublizistische Veröffentlichungen vorgegriffen werden darf. ,, Die europäische Situation" ,, Der 18. Feber- Erfüllung und Erwartung" Kunst und Wissen Beide Angeklagte, sowohl der Autor des inkrimi Alle politisch Interessierten werden eingela. nierten Artikels als auch der verantwortliche Redak- bett, fich diefen Bericht eines führenden fubetenteur, wendeten ein, daß die Veröffentlichung im öffentlichen Interesse erfolgt sei und boten im übris deutschen Politikers über lebenswichtige Fragen gen den Wahrheitsbeweis für den Inhalt des Arti- anzuhören. els an. Gegenüber der Behauptung, daß es sich um Bezirksorganisation Vrag der DSAP eine abnormale und hartnädige Verfolgung" des betreffenden Sanatoriums durch den Autor des Ars in Verbindung mit den Jugendorganisationen tifels, den Kaufmann Javor, handle, führen die von der Prager Arbeiter und Angestelltenbewegung der Verteidigung eingebrachten Schriftiäße geradezu haarsträubende Einzelheiten an, die zum Teil wenig stens durch die vorliegenden Materialien erwiesen erfcheinen. So liegt ein Gutachten des Preßburger Aeraterates vor, nach welchem Dr. Tibor Rosner bei einer Geburt unfachmännisch vorgegangen sei und nicht alle Möglichkeiten angewandt habe, die gefähr „ Stunden der Sicherheit" für die deutschen Tiche Blutung zum Stillstand zu bringen. Wegen Schuitinder Prags. Wie vor zwei Jahren veran folcher fahrlässiger Behandlung schweben gegen den italiete auch in diesem Jahre der Autoflub gemein- läger Strafverfahren, die nicht weniger als 20 Fälle jam mit dem Wolfsbildungshaus llrania" Unters zum Gegenstand haben, von denen vier einen töd richtsstunden der Verkehrssicherheit" im großen lichen Ausgana nahmen. Ferner werden alle von Saale des Autoklubs. Der Autoflub stellt seinen geradezu unwahrscheinlich anmutender Verlekung der Saql, seine Lehrmittel, Apparate und das Personal primitivsten Hngienischen Maßnahmen angeführt, so fostenlos zur Verfügung, den Vortrag und die Leis 3. B. daß ein Arzt dieses Sanatoriums feine Iniets tung der Unterrichtsstunden für die deutschen tionsnadel mit einem gewöhnlichen Wetstein schärfte. Schulen wurde wie vor zwei Jahren dem Jugend- daß zu der„ Säuberung" der Instrumente Tücher referenten der rania" Erich Juhn übertragen. verwendet wurden, mit denen furz vorber Overa Die erite Stunde findet am Samstag, dem 26. Festionswerkzeuge gereinigt worden waren, die mit inver balb 12 Uhr vormittags statt. fettiöfen Stoffen verunreinigt waren u. dal. m Diefen Minständen ſei es zuzuschreiben, wenn eine so hohe Rahl der Batientinnen mit schwerer Blutver aiftung in das Krankenhaus in Mukačevo eingelie fert werden mußten, von denen, wie erwähnt, vier tödlich verliefen. Der Primarius dieses Krankenhauses, Dr. Albert, babe bei einer folchen Gelegen heit den Kläger als Schlächter" bezeichnet und ihm die Türe gewiefen. II. a. wurde auch ein Fall an geführt, in welchem einem gewiffen Profeffor, der fich in diesem Sanatorium einer Mandeloveration unterzog, eine Arterie durchihmisten wurde und dies fer mir mit knapper Not dem Tode enikom. Das Gericht vertaate die Rerhandlung, da das Strafver gegen Dr. Tibor Rosner noch nicht abgeschloffen ist. Drei Selbstmordversuche. In der Nacht auf gestern schnitt sich die 30jährige Schneiderin Anna Ružička in ihrer Wohnung in Weleſlawin mit einem Rasiermesser die Vulsadern der linken Hand auf. Ursache der Tat ist ein Mißverständnis mit dem Geliebten. Das 24jährige arbeitslose Dienstmädchen Marie Sipet aus Hostenib trant gestern unter der Eisenbahnbrüde in Prag II Lysol und wurde auf die Klinik Pelnář gebracht. Den Grund der Tat weigert sie sich anzugeben. Die 50jährige belene Srubá aus Lieben sprang gestern früh in selbst mörderischer Absicht von der Liebener Brüde in die Moldau. Auf die Rufe der Zuschauer wurde sie vom Colleschowißer Kaufmann Otto Valter herausgefahren zogen, worauf die Rettungsgesellschaft fie ins Strane fenbaus auf der Bulovla brachte. Der Grund der Tat ist unbekannt. Wieder die Hand zerquetscht. Die 46jährige Arbeiterin Julie Kříž aus Michle arbeitete gestern vormittags in einer Wrschowitzer Schokoladenfabrit, wobei ihr die linke Hand in eine Walzmaschine ge rict und zerquetscht wurde. Sie wurde auf die Nelinit Schloffer gebracht, wo ihr vier Finger amputiert Der Waschbär im Krtscher Wald Uraufführung in Reichenberg. Heute findet im Reichenberger Stadttheater die Uraufführung des Schauspiels Der große Fall" von Emil Syne f, einem bekannten tschechischen Autor, statt. Die deutsche Uebersetzung stammt von Julius Mader. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Mittwoch, halb 8 lthr:„ Napoleon 1.", B. 2. Donnerstag, 18: Lauter Lügen", Erstaufführ., C2. Freitag, halb 8 1hr:„ André Chénier". D. Samstag, halb 8 Uhr:„ Der Barewitsch",&. 1. Sonntag nachmittags:" Tosca", volkstüml. Vorſt. Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, 8: Parfümerie". Bankbeamte II und freier Bertauf. Donnerstag, 8: Flachsmann als Erzieher." Freitag, 8:„ Blaufuchs". Theatergemeinde des Kul Samstag, 8: turverbandes und freier Verkauf. „ Blaufuchs". Der Film Die Herrin der Wolfen. Man sieht Annabella, die anmutige und sympathische französische Schauspielerin, gern im Film aber man sieht sie lieber in guten als in schwachen Filmen. Und dies fer französische Fliegerfilm, der eigentlich nur Anne Marie" heißt, ist feine besondere Sache; man hat die Geschichte von den Fliegerkameraden, die auch eine schöne Vilotin nicht entgiveien fann und die im Augenblid der Gefahr treu zueinander halten, so oder ähnlich schon oft gesehen. Sier hat ein Schriftsteller, der selber Flieger ist, Saint- Exupéry, die Geschichte angefertigt, aber sie wirkt deshalb nicht Motive und wie eine absichtlich konstruierte Verbindung der alten französischen Liebesfilmgeschichte mit dem modernen, aber nicht mehr neuen sportlich Mittwoch, 23. Feber 1938. Nr. 48 Megan Taylor, die neue Weltmeisterin im Eiskunstlauf In Wernersreuth führte der zweite Bea airt seinen Attivitätswettbewerb für Wintersport durch. Im ersten Lauf liefen die Kinder: 41 Gdü: ler und Schülerinnen, im zweiten 18 Turnerinnen und die beiden letzten Läufe wurden von 23 Jugendund 25 Turnersportler absolviert. Es traten somit insgesamt 107 Teilnehmer an, welche aus fieben Vereinen stammten. Von den 15 am Attivitätswettbewerb beteilig ten Vereinen des fünften Bezirtes traten nur fünf zu den Wintersportwettkämpfen an. Es wurden ein Mannschaftlauf über 4 Stilometer für Männer und Jugendsportler, ein Abfahrslauf über 2 Stilometer für Sportlerinnen und ein ebensolcher über 1 Kilometer für Kinder durchgeführt. In Altsatil fanden sich die Vereine der erften Gruppe zusammen. Nach den Aktivitätswettkämpfen wurde ein Sportler- Langlauf über 8 Stilometer abfolviert, den Ernst Böhm( Eibenberg) als Bester in 25:15 Min. gewann. Nachmittags fand ein Stispringen statt, das von 500 Zuschauern verfolgt wurde. Vierzehn Springer starteten. Gäfte des Graslißer Bezirfes besepten die ersten Pläbe. Als „ erster Einheimischer placierte sich Hüttl- Chodau mit 15, 17 und 20 Meter als Siebenter. Fünf Sibenberger ſprangen 24 Meter; mehr läßt diefe werden mußien. Es ist dies der dritte solche Fall gelegenen Wohnung, die zu gehört. echter, sondern nur wie eine Wiederholung bewährter Schanze derzeit nicht zu. in wenigen Tagen. Ein zweites Prager Strematorium soll nach Befchluß der Prager Stadtvertretung auf dem linten Moldau- Ufer errichtet werden. Die Zahl der Ein äicherungen im Strafchnißer Krematorium erreicht bereits 3000 pro Jahr. Bei der ständigen Zunahme der Feuerbestattungen wird die Unzulänglichkeit dies ſes derzeit einzigen Krematoriums in Zukunft noch schärfer in Erscheinung treten. Ferner wurde in Be tracht gezogen, daß die Stadtteile auf dem linken Moldau- fer allzuweit von der heutigen Einäiches rungsstätte entfernt find. Ueber die Plakfrage wird das Gutachten der Staatlichen Regulierungskommis sion eingeholt werden. Die Vorarbeiten sollen nach Möglichkeit beschleunigt werden, damit in fürzester Zeit mit dem Bau des zweiten Krematoriums be gonnen werden fann. Gleichzeitig iit ein entieres chender Ausbau des Straichnißer Krematoriums in Aussicht genommen. Prag.( rb) Waschbären sind im allgemeinen liebe Tierchen, ungemein zuiraulich und liebevoller Behandlung zugänglich. Die Fachlehrerswitwe Fran Foerster hegte ein Pärchen diefer liebenswürdigen Geschöpfe in ihrer unweit des Krischer Wäldchens der beiden Bärlein entfam auf i trieb sich im Wald umber, wo es mehrfach gefichtet wurde und als unbefannies Tier Aufsehen erregte. Schließlich wurde es umitellt und die Verfolger be militärischen Luftfahrt- Milieu( das übrigens mit der mühten sich, es einzufangen. Durch die ungewohnte Beit so ernit geworden ist, daß man sich im Film Lebensweise und die Setiaad war das Tierchen völlig nicht mehr gut dabei unterhalten fann). Annabella verstört, erfannte auch seine Serrin nicht, die es zu hat die weibliche Partheit in männlich harter Um fich zu loden versuchte, und bis einen der Verfolger gebung auch schon etwas zu oft geſpielt. Man fähe in den Finner. Schließlich mußte man das wildgefie, wie gesagt, in besseren Filmen lieber, auch ihrea eleganten Gatten Jean Murat, während der wordene Tier erschießen. Der gebissene Verfolge steht derzeit mit der Befißerin des erschoffenen Waich stereotype Liebhaber Pierre Richard Willm wohi bären in einem Rivilitreit, in welchem er von ihr nur noch für Filme dieser Art in Frage fommi. Schmerzensgeld usw. verlangt. ―cisSport- Spiel- Körperpflege Westböhmischer Wintersportbewerb der Atus Union In Grün bei Falkenau trafen sich die Vereine. der Falfenauer Gruppe. Im Abfahrtslauf über zwei Kilometer belegten die drei Mannschaften( Männer, Jugend und Schüler) des Atus Unterreichenau die eriten Pläke. Die besten Abfahrtszeiten wurden erzielt bei den Schülern von W. Myfura- Halfenau mit 7:27 Min., bei den Sportlerinnen von Marie Reim mit 8:16 Min. Am, Slalom beteiligten sich 20 Fahrer und Fahrerinnen. Die beste Zeit fuhr Rudolf Fischer- Falkenau mit 45.6 Sef., bei den Schülern H. Myfura mit 57.4 Set. und bei den Sportlerinnen Reim mit 54 Sef. Nachmitags fand in Oberreichenau auf einer Schneeschanze ein Sprin gen statt, das sieben Svortler des Atus Unterret chenau bestritten, wobei der Jugendspringer Deifin ger mit 26, 27 und 28 Meter hervorragendes Kön nen zeigte. Vereinsnachrichten Atus Prag Heute, Mittwoch, kann das Frauen- und Kinderturnen nicht stattfinden, da der Turnsaal wegen eines Elternabendes nicht frei ist. Diefe Sache hatte aber außerdem noch eine Strafrechtliche Seite. Die Befißerin wurde nach § 388 St.-G. angeklagt, der im altertümlichen Stil unieres Strafgesetzes folgendermaßen lautet:„ Ohne besondere Erlaubnis der Obrigkeit ist Niemandem erlaubt, wilde, oder ihrer Natur noch schädliche Tiere zu halten." Solche Anklagen aehören naturgemä Die Straßenbahnverbindung nach Krisch und zu den größten Seltenheiten. Vor dem BezirksgeHostivař, ein Proieft, das schon lange Zeit erörtert richt( GR Dr. Debourer) beteuerte die Ange22 Vereine mit 77 Mannschaften wird, tritt nun endlich in das Stadium seiner Verflaate vergebens, daß die beiden Waschbären ganz wirklichung. Der Verwaltungsrat der Elektrischen Sonntag fand das Rennen der Flachlandvereine zahme Tiere gewesen seien, mit denen nachweisbar Internehmungen hat den Beschluß gefaßt, die Linie statt; in vier Gebieten wurden gleichzeitig die AktiviSinder ivielten, ohne ie Schaden zu nehmen. Es Bršovice Strašnice- Bahradni město bis nach o half ihr auch nichts, daß fie darauf hinwies, daß der tätsbewerbe im Wintersport durchgeführt. Es haben stivař zu verlängern( eine Strede von 2190 Meter). Mäfig der beiden Tierchen gut verwahrt war und daß sich nunmehr 41 Vereine in den Wettbewerb einge ferner wurde das Detailprojekt, das die Strede Banfie im Jahre 1936 für die Ausstellung diefer wilschaften auf die Beine gebracht. Das beste Ergebnis woch, den 23. d. M., stattfindenden Versammlung schaltet, hievon haben 20 Vereine ihre Stimann- R2 Prag. Die NW beteiligt sich an der Mitt fraz- Krisch Masaryk- Seim betrifft. genehmigt. den" Tiere einen Preis erhalten hat. Reſtgeſtellt hatte der 2. Bezirf( Eger- Asch), welcher sieben des Genossen Jalich im Verein Deutscher Handivers was eine weitere Verlängerung des Straßenbahn- ist, daß sie die beiden Waschbären von einem Rüch Vereine mit 24 Mannschaften nach Wernersreuth fer( großer Saal). Donnerstag entfällt der RWdiefe beiden Projekte beläuft sich auf etwa fünfeirer erstanden hat. der natürlich die„ Erlaubnis der brachie. Der 1. Bezirk( Neudet Karlsbad) brachte Abend, in der unteren Gruppe vergangenen Sonntag vier Prag. Der zweite Vortrag Prof. Caucat as über in der oberen Gruppe vier Erzgebirgsvereine und Angestelltenverband Reichenberg. Ortsgruppe Gruppen fand auch der Bewerb des 5. Bezirkes in Flachlandvereine an den Start. Geteilt in zwei" Die Deutschen und Tschechen im Laufe der Jabr hunderte" findet erst am 2. Mär 3. Mittwoch, Altfatt! und Grün bei Falkenau statt; fünf Vereine abends im Heim statt. Mittwoch, den 23. mit 17 Mannschaften waren gestellt. Noch nich: Weber, im großen Saal des Handwerkerheimes spricht durchgeführt hat der 3. Bezirk( Grasliß) die Winter- Abg. Ja fich über„ Die Arbeitsbeschaffung und Ersportbewerbe. füllung des 18. Feber- Abkommens". menes um 1627 Meter bedeutet. Der Aufwand für halb Millionen. Noch im Laufe dieses Jahres foll ferner die Verlängerung der Dreier- Linie nach Dolni Mré durchgeführt werden, da die Verhandlungen mit den Grundeigentümern nun zum Abschluß gekommen find. Ausflugszüge: 20. Feber bis 3. März Bigeuners Ball in Košice, verbunden mit einer Reihe von Aus flügen nach der Soben Tatra, 550 Kč; 26. Reber bis 6. März Gebirgsbanden Pod Jvánem und Menčilem in Starpothorußland 520 Kč; Bauden auf dem Welfi Bolom in den Mährischen Bestiden 440 Kč. Anmel dungen und Informationen im Bajar neben dem Wilsonbahnhof. Telephon 883-85. Gerichtssaal Eine sonderbare Heilstätte Obrigkeit" hatte, die der Angeklagten abging. Da Infenninis des Geleges vor Strafe nicht schützt. wurde Frau Foerster zu 200 Kč Geldstrafe baw. 48 Stunden Arre it verurteilt, doch wurde die Strafe bedingt ausgesprochen. Kinderfreunde Prag Der große Erfolg unseres vorjährigen Mummenschanzes ermuntert uns, für unsere Falten und die Kinder unserer Freunde auch heuer wieder einen Mummenschanz durchzuführen. Parole ist ,, Spuk um die Spielzeug- Kiste". Prag.( rb) Vor dem Pressesenat des GR Dr. Für Kinder und Eltern wird die Veranstaltung I her wurde eine intereſſante Mlage verhandelt, die ein Freudenquell sein. der Arzt und Sanatoriumsinhaber Dr. Tibor Urania- Kino Die Resultate des Wintersport- Aktivitätswettbewerbes find: 1. Bärringen 98.47 Punkte, 2. Karlsbad 98.44, 3. Abertham 97.33, 4. Neuhammer 96.69, 5. Eger 96.58, 6. Liebenstein 95.67, 7. Maierhöfen 3.75, 8. Neudet 92.97 Punkte usw., Heute und morgen 6, 149 Uhr:„ Ein Volks ' Es führen derzeit in der Gesamtwertung: iv är en." Nur vier Tage. feind"; ab Freitag:„ Wenn wir alle Engel Erste Stärkeklasse: 1. Neudek( 3 Bewerbe) 287.47 Punfte, 2. Maierhöfen( 3 Bewerbe) 281.73 Punkte: zweite Stärkeklasse: 1. Karlsbad( Atus) 279.19. 2. Bärringen 275.88; dritte Stärkeklasse: 1. Wallern 99.35, 2. Neufatil- Glasfabrit 90.85, 3. Staplit 88.53, 4. B.- Strumau 75.35, 5. Nürschan 71,00, 6 Hermannshütte 68.00 Puntte, usw. Rosner aus Mukačevo gegen den Herausgeber Sonntag, den 6. März 1938, 3 Uhr nachmittags. Jugendmannschaft des Atus Maierhöfen durchfuhr und verantwortlichen Redafieur des„ Prager MonDie Gruppe Karlsbad stellte vier Sportler und drei Jugendsportlermannschaften sowie 15 Sportlerinnen und 35 Kinder aus vier Vereinen. Die die vier Stilometer in 27:49 Min. als Beste. Bei beste Zeit. 2- ilometer- Abfahrtslauf der Terinnen siegte Liesl Nejedlo in der ausgezeichneten Reit von 2:02 Min. Bei den Kindern, die die gleiche Strede liefen, erzielte Franz Ederer- Karlsbad mit 6:82 Min. die beste Reit. In den Winterwochen nur nach dem größten Tatrakurort Starý Smokovec Altschmecks! Hohe Tatra( 1020 Meter) -Zentrum der Wintersportler. Internationale Sportfonkurrenzen. Eis- Bahnen. eriten Ranges. ingsblattes",& non Alicher, und gegen den skaufmann Freiwilliger Regiebeitrag, Großer Arania- Saal ben Sportlern erreichte wifchern in 28:22 Min. die einfulben. Wir erwarten bestimmt Ihren Besuch! Nodel. Bob, Stis. Sprungschanze. - Café. Bar. Hotels Bier- und Täglich Tanztee u. gesellige Veranstaltungen. Bridge. Eisenbahnstation Poprad- Velka, von dort elektr. Tatrabahn. Prospekte Badedirektion. Starý Smokovec. 4559 -Ladislav Javor aus Mutačevo eingebracht hatte. Die Stage drehte sich um einen Artikel des Montags= blaties", in welchem berichtet wurde, daß die Gath Javors in jenem Sanatorium bei einer Entbindung an den Folgen mangelhafter Behandlung gestorben Bezugsbedingungen: Bei Ruſtellung ins aus oder bei Bezua durch die Poſt monatlich Ke 17.- vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102,-, ganzjährig Kč 204.-- Inserate werden lau Tarif billiaft berechnet. Nüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Posts u. 2. araphendirektion mit Erlak Nr. 13.800 VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Braha 25.- Druderei:..Dibis". Drud. Verlags- u. Zeitungs- A.- G. Prag. ger Red 18 D De gab di lens mil Ge un au fe mo bie ive die 1111 Qmm の た fe I (