48 mort E SE Jü en nds nit en ige en Es Für Ber ez est Fen ประ in gt e 16 nf fe te. et I. ie ie r E g Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 18 Jahrgang Donnerstag, 24. Feber 1938 Der Generalstabchef spricht! Der Stand unseres militärischen Schutzes Generalstabchef Armeegeneral ser ej či der Armee und der Zivilbevölke gab am Mittwoch den Mitgliedern des tfcherung feien ausgearbeitet, ebenso die Normen chischen Klubs der Militärredakteure bemer- für eine gebundene Wirtschaft und die Organisalenswerte Auskünfte über den Stand unseres tion der einzelnen Erzeugungszweige. militärischen Schubes. Die Ausführungen des Generalstabschefs find außerordentlich interessant und aktuell. Sicherung der Grenzen. Generalitabchef strejči wies zunächst dar auf hin, daß in einem kommenden Striege der Feind wahrscheinlich mit Hilfe raidh vorstoßender motorisierter Einheiten angreifen wird, ohne daß Die nationale Frage in der Armee Aus dem Inhalt: Sozialdemokratische Massenversammlung in Prag Eine Rechtfertigung des 18. Feber Der Opfertod Hans Littens Vom Leiden Südtirols Großer Streik in Lodz Die tf chechoslowakische Einfuhr betrug: 7.487 Millionen Kronen 1937.. 10.966 millionen Kronen 1932 Sie stieg alfo um 3479 Millionen Kronen oder 46 Prozent. Die deutsche Einfuhr betrug: 1932 1937 4.877 Millionen Mark 5.468 Millionen Mark Sie stieg also um 591 Millionen Mark oder 12 Prozent. Wir führten mehr ein, dadurch gewann unser Export! Seit 1932 gewann unsere Ausfuhr 4628 Millionen Kronen, Deutschlands Ausfuhr sa nk um 145 Millionen Mark! In der Armee gebe es teine natio= nale Frage. Es werde der Grundsatz der absoluten Gleichheit vertreten. Bei der Berufung der Offiziere und der Rottmeister entscheide vor allem Qualifikation und Verläßlichkeit. Hier tomme ein nationaler Schlüssel nicht in Betracht. Aber die Armeeverwaltung bemühe sich um eine gerechte Vertretung der Minderheitenationen im Heer. Vor allem werde bei den Offizieren großer Es geht hier hauptsächlich um die Gruppierung, Wert auf die Sprachenfenntnisse beziehungsweise die Teilung der einzelnen Gegelegt. Die Wehrerziehung meinden in Zentren der Wehrerziehung, um die Einteilung der Bevölkerung nach den Altersklassen und die Gewinnung einer entsprechenden AnUeber die Wehrerziehung führte zahl von Instruktoren: Zugleich werden gemäß den der Generalstabschef u. a. aus: In bezug auf die örtlichen Verhältnissen Räume und Terrains beWehrerziehung wendet die Militärverwaltung ihre stimmt, in welchen die Wehrerziehung durchAufmerksamkeit der Schaffung von Zentren der geführt wird. Die mit der Wehrerziehung betranWehrerziehung zu. Die in die einzelnen Korps und ten Organisationen werden in nächster Zeit feſt Rayons entsendeten Offiziere studieren nun unter gesetzt. Die mit der militärischen Ausbildung nad) Mitarbeit der politischen Behörden und anderer Paragraph 28 des Wehrgeseves beauftragten Korattoren die lokalen Verhältniſſe, damit die ges orationen werden bereinigt und nach den von der samte Organisation der Wehrerziehung den Be Regierung festgelegten Richtlinien zu einer ein dürfnissen der einzelnen Gegenden angepaßt sei.heitlichen Organisation ausgebaut.. Labour- Manifest dieſem Angriff eine Striegserklärung vorausgehen für die Tschechoslowakei werde. Der Angriff werde sich insbesondere gegen die empfindlichsten Stellen des Staates richten. Die Tschechoslowakei müsse infolge ihrer Lage da mit re rechnen, daß in der ersten Phase des Krieges, nämlich während der Mobilisierung, eine aftive Hilfe der Bundesgenossen wegen deren Entfernung nicht in Betracht. Tomme. Aus diesem Grunde müßten wir in den ersten Tagen allein einem feindlichen Angriff standhalten. Aus diesem Grunde wurde eine zusammenhängende Barriere aus ständigen Befestigungen er richtet, die den Aufmarsch der Armee und die Durchführung der Mobilisierung zu sichern haben, wichtige Zentren vor dem Einfall der feindlichen Armee schützen müssen und ferner wichtige Räume als Basis für ein wirksames Eingreifen der Feldarmee zu decken haben. Der Fortgang der Arbeiten an den Befestigungen sei zufriedenstellend, auch die Frage der Befestigungsbesayung sei erfolgreich gelöst. Die gegenwärtige Stärke der Armee erlande die Bewachung der Befestigungen und die Ausbildung der für die Besetzung bestimmten Einheiten. Wir werden uns verteidigen! Der Bau der Befestigungen habe einen günstigen Einfluß auf unsere Wirtschaft gehabt und das Ansehen der Tschechoslowakei bei den Vers bündeten erhöht. Wir haben den Beweis erbracht, ,, Gegen die Schwäche und Felghelt der Regierung[" London. Das Manifest der britischen Arbei-| Arbeiterbewegung ruft das englische Volk auf, terpartei gegen die Regierung Chamberlains, das die Schwäche und Feigheit der Mittwoch veröffentlicht wurde, befaßt sich auch Regierung öffentlich zu verdammen und mit der Tschechoslowakei: Nr. 46 England und Europa Der zeitliche Zusammenfall der Demission des britischen Außenministers Anthony Eden mit der Hitler- Rede am letzten Sonntag scheint mancherorts den Eindruck erweckt zu haben, daß ein ursächlicher Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen bestanden habe. In solcher Beliche Bedeutung an, und es ist ein ernstes Arguleuchtung nähme der„ Sturz" Edens eine gefähr ment der britischen Opposition, daß die Regierung nicht alles getan habe, um die Entstehung eines folchen Eindruds zu verhindern. Bleibt man aber bei den Tatsachen, dann ergibt sich, daß Edens " Sturz" die Folge eines Konfliktes wegen der Frage war, wie sich England gegenüber Mussolint verhalten solle, und daß es eigentlich gar kein Sturz Edens war, sondern ein Rücktritt aus eigenem Entschluß, und zwar aus dem Entschluß heraus, die Politik des einseitigen Nachgebens gegenüber dem Faschismus nicht länger mitzumachen und mitguverantworten. Es war nicht das erstemal, daß der Premierminister Chamberlain mit Mussolini über die Befferung der englisch- italienischen Beziehungen verhandeln wollte. Aber alle früheren Verhand lungen dieser Art, mochten sie auch zu einem „ Gentlemans Agreement" geführt haben, sind erfordert, daß England zusammen mit den ande- folglos geblieben. Weder hat Mussolini die EinEs heißt hier u. a., es sei nicht die Zeit für ren friedliebenden Staaten gegen Gewalt und mischung in Spanien aufgegeben, noch hat er die Bugeständnisse an die Diktatoren. Gebraucht Bedrohung durch die faschistischen Länder antienglische Rundfunttampagne eingestellt, und uerde eine eindeutige Erklärung Englands, daß Widerstand leistet. der Austritt Italiens aus dem Wölferbund, der es für die Verstärkung der Verträge sowie gegen Zusammenschluß mit Berlin und Tofio im„ AntiGejetlosigkeit und Gewalt eintritt und sich gegen Die Labour Party hat überdies eine große fominternpatt" und schließlich die neutrale Haldie Einmischung in die inneren Angelegenheiten Stampagne zugunsten einer aftiven britischen Weits tung Italiens gegenüber dem jüngsten Vorstog unabhängiger Staaten wendet. Der Tschechteleuropa- Politit begonnen. Mittivod) abends des Achsenpartners auf Desterreich haben, gezeigt, flowakei besonders solle sofort die Zusiche. wurde in London eine Versammlung der Union daß alle bisherigen Bemühungen, Rom zu versöh rung gegeben werden, daß Großbritannien und für demokratische Kontrolle abgehalten, der Donnen und von der Achse loszulösen, nicht nur erfolg die anderen Völkerbundmächte bereit sind, ihre nerstag und Freitag andere öffentliche Versammlos geblieben sind, sondern neue Attaden dessen. lungen folgen werden. Debattiert wird über den man versöhnen wollte, zur Folge hatten. Im Verpflichtungen zu erfüllen und ihr bei der AufSinblick auf diese Erfahrungen und auf die letzten Deutschland und Mitteleuropa. Sprecher sind rechterhaltung ihrer Unabhängigkeit und Unu. a. Attlee, Herbert Morrison, Par Vorgänge in der Außenpolitik der europäischen antastbarkeit beizustehen. In dieser Politik liege ter und E om Young. Die Entsendung einer Diktaturstaaten hielt Eden den Zeitpunkt für ges die einzige wirkliche Hoffnung, einen allge- Labour- Abordnung nach der Tschechoslowakei wird lommen, endlich aus seiner lange bewahrten Remeinen europäischen Krieg zu vermeiden. Die ertvogen. serve herauszutreten und zu verlangen, daß neue Verhandlungen mit Rom nur aufgenommen iverden sollten, wenn vorher die zwei wichtigsten Ve dingungen von Seiten Italiens erfüllt worden wären: die tatsächliche Zurückziehung der Freiwil ligen aus Spanien und die tatsächliche Einstellung der antienglischen Rundfuntsendungen aus Bari, welche die arabische Welt gegen das britische Reich aufheben. Nur unter dieser Bedingung hätte sich Attlee fordert Aufklärung daß wir gefonnen sind, und zu verteidigen. Un- Was sagt die italienische Note? = jeren möglichen Feinden werden die Befestigungen sicherlich zum Nachdenken über die Möglich- London. Chamberlain behielt zwar bei serhalten hätte, die Finanz- und Wirtschaftspolitik Eden damit einverstanden erklärt, als englische feit eines raschen Erfolges ihres Angriffes der in später Nachtstunde erfolgten Abstimmung Desterreichs feine Aenderung erfahren werde. Wei- Gegenleistung eine Anleihe an Italien und rielanregen. über den Tadelantrag der Labour Party seine tere Fragen, welche eventuelle Schritte Englands leicht auch die Befürwortung der Anerkennung Mehrheit beisammen, aber bereits die Interpella- bei den beiden Regierungen betreffen, formulierte des italienischen Kaiserreiches" Aethiopien durch Kriegsindustrie und Kriegswirtschaft tionen am Mittwoch und noch mehr die Aeuße- Henderson auf Chamberlains Wunsch schriftlich. den Völkerbund anzuerkennen. Auch auf dem Gebiete der Kriegsindustrie rungen der öffentlichen Meinung zeigen, wie Der Abgeordnete Mander verlangte die Da Chamberlain anderer Meinung war. feien alle notwendigen Vorkehrungen getroffen. fchwierig feine Lage geworden ist. Das Stimmen- Veröffentlichung der wichtigen Mitteilungen von tam es zum Austritt Edens aus der britischen Sowohl technisch, als auch hinsichtlich der Produt- verhältnis von 330 gegen 168, mit welchem italienischer Seite, von welchen Chamberlain ge- Regierung, der, wie die Parlamentserklärung tionsschnelligkeit feien große Erfolge festzustel- Chamberlain das Vertrauen des Unterhauses aus- sprochen hatte. Chamberlain weigerte sich, wor- Edens am Dienstag deutlich zeigte, die Bedeutung len. Das gelte insbesondere für die Erzeugung von gefprochen wurde, deckt sich nicht mehr mit dem auf Attlee eingriff und die Frage stellte, ob eines Protestes hatte, der sich nicht mehr gegen Sandwaffen. Auch die artilleri Kräfteverhältnis im Lande. der Ministerpräsident die von ihm zitierten einen taktischen Einzelzug der englischen Außenstische Bewaffnung der Armee ist auf der Höhe. Schriftstücke dem Unterhaus nicht zugänglich ma- politit, sondern gegen die Fortiebung der Linie Hier famen uns die großen Erfahrungen der chen wolle. Chamberlain wich aus, doch er- richtete, die sie seit der Aufhebung der antiitalie Stoda- Werke zugute. - Beim Umsturs habe es gleichen Richtung, in welcher sich die Dienstag- De- flärte der Speeker, daß es durchaus Regel sei, nischen Santtionen fast zwei Jahre lang befolgt feine Flugzeugindustrie gegeben, jetzt verfügt ie- batte bewegt hatte. Senderson fragte, ob die wichtige Dokumente, die zitiert wurden, dem Un- hatte. Man muß sich daran erinnern, daß Anthony doch die Tschechoslowakei über acht Fabriken, die Regierung festzustellen beabsichtige, inwieweit das terhaus vorzulegen. Henderson wiederholte noch- Eden, seit 1934 Lordsiegelbewahrer im britischen eine genügende Erzeugungskapazität haben. Auch fürzliche deutsch- österreichische Abkommen dem Gen- mals, daß das Unterhaus die italienische Note zu Kabinett und als solcher Begleiter des AußzenAutos und Kampfwagen können in ge- fer Protokoll von 1922 und den Verträgen entspres sehen wünsche. Chamberlain zog sich daraufhin ministers Simon auf seine Reise nach Berlin, nügender Menge und entsprechender Güte herge- che. Chamberlain erflärte zunächst, daß zurück und erklärte, er werde die Angelegenheit Mostau, Warschau und Prag, Ende 1935 den stellt werden. Die Pläne für die Ernährung nach Informationen, die er von österreichischer Seite nochmals überprüfen. Außenminister Sir Samuel Hoare stürzte, der mit Die Anfragen der Abgeordneten gingen in der Seite 2 Donnerstag, 24. Feber 1888 Nr. 1» dem Hoare-Laval-Abkommen den Versuch gemacht hatte, sich mit dem Angreifer Mussolini auf Kosten des Völkerbundes und des angegriffenen Abessinien zu einigen. Auch»Eden» spatere Nachgiebigkeit, zu der ihn der Mißerfolg der nicht mit der genügeirdcn Entschiedenheit geführten Sank« tivnskampagne nötigte, hat seine grundsätzliche Einstellung gegenüber der faschistischen Gefahr nicht geändert, und die inzwischen eingetretenen Ereignisse haben ihn nur in seiner Ansicht bestärkt, daß Konzessionen an die Diktaturstaaten den Frieden nicht retten können und daß die Stärkung des Völkerbundes als Bundes der Friedensmächte, vor allein aber die Festigung der englisch-französischen und der englisch-amerikanischen Freundschaft die besten Friedensmaßnahmen sind,— und Eden ist auch innner gegen die Illusion aufgetreten, daß sich England von den Vorgängen in Europa isolieren könne, ohne seine eigene Position und sein Prestige als Vormacht der internationalen Ordnung in Gefahr zu bringen. Der Konflikt zwischen Eden und Chamberlain ist der lange hintangehaltene Zusammenstoß zwischen den beiden Richtungen der englischen Politik, die seit dem abessinischen Kriege miteinander rangen. Eden, der vor einem Jahre der Begegnung mit dein jetzt zum Außenminister Deutschlands gewordenen Ribbentrop in London durch eine Reise nach Frankreich miSwich und vor drei Monaten die Besprechungen mit Hitler dem Lord Halifax überließ,— Eden, der auf seinen Fragebogen an Hitler nie eine Antwort bekom- men hat, hat sich jetzt offen von einer Politik IoS- gesagt, die mit dem Gedanken spielt, durch Zu- geständnisse an die Diktatoren und durch Distan« zierung Englands von den europäischen Problemen dem britischen Reiche die»Sicherheit" erkaufen zu können. Das einzige ernste Argument der Anhänger dieser Richtung, daß die englische Auf« ' rüstung noch einige. Jahre Zeitgewinn fordere, dürfte Eden heute auch nicht mehr für ausschlaggebend halten, jedenfalls nicht für so schwerwiegend, daß man deshalb weitere Mißerfolge in Kauf nehinen, eine Schwächung der britisch« französischen Freundschaft riskieren und dar Vertrauen der demokratischen Staaten Europas aufs Spiel setzen sollte. Daß Eden mit dieser Meinung auch innerhalb der englischen Regierungsparteien nicht allein steht, hat die Londoner Paria« mcntsdebatte bewiesen. Das Kabinett Chamberlain ist durch Edens Rücktritt in eine kritische Lage geraten. Auf EdrnS Seite stehen auch jene Konservativen, die Gegner einer JsolierungSpoli« tik sind, auf seiner Seite stehen besonders die Anhänger der britisch-französischen Entente, deren markantester Vertreter Winston Churchill ist, und auf seine Seite hat sich sogar Lloyd George gestellt, der vor nicht allzulanger Zeit noch gewisse Sympathien mit dem Berliner Diktator bekundete. Lloyd George hat vor allem auf den merkwürdigen Umstand hingewiesen, daß Chamberlain eine zustimmende Antwort MusioliuiS auf die britischen Vorschläge erhalten zu haben behauptete, von der Eden bis zu seinem Rücktritt nichts bekannt war. Und man muß tatsächlich vermuten, daß hier der Versuch gemacht wurde, von feiten MusioliniS dem Premierminister Chamberlain als Lohn für die Beseitigung Edens einen Erfolg in die Hände zu spielen,— ein Manöver, das dem Ansehen Chamberlains nickst zuträglich sein dürfte. Wenn auch die erste Abstimmung infolge einer gewissen konservativen Parteidisziplin Chamberlain eine Mehrheit gebracht hat, so spricht doch alles dafür, daß die durch Edens Rücktritt einge- leitete Krise nicht beendet ist, ja, man darf er- warten, daß Edens Ausscheiden aus der Regierung nur vorübergehend sein wird. Das Erstarken der englischen Opposition haben die kürzlich erfolgten Nachwahlen bewiesen, und die Unsicherheit Chamberlains angesichts dcS Widerstandes der öffentlichen Meinung beweist die Tatsache, daß dec Plan, Lord Halifax zmn Nachfolger des populären Eden zu machen, schon wieder aufgegeben ist. Selbst die„Frankfurter Zeitung" mußte sich vorr ihrem Londoner Korrespondenten berichten lassen, daß EdenS Popularität so groß ist, daß die Regienmg Chamberlain, falls sie heute Wahlen ausschriebe, beträchtlich an Boden verlieren würde,— und sie gibt den Ausspruch eines englischen Politikers tvieder, daß Eden der Regierung in sedent Wahlkreis mindestens zweitausend Stimmen gebracht habe. Es ist also selbst in Deutsch« Vie Tschechoslowakei und die Weltpolitik Die Basier„Nationalzeitung" bringt einen Artikel über die weltpolitische Stellung der Tschechosiowakei nach den letzten Ereignissen, wobei da» Blatt zu folgenden Schlüssen gelangt: Die Tschechoslowakei ist sich der Verschlechterung der allgemeinen und ihrer Lage bewußt. Sie muß diese Art„Vorrunde" von Berchtesgaden zweifellos als eine eigene Bedrohung empfinden. Allerdings läge in ihrem Falle die Sache anders. Wenn der von Schuschnigg zum französischen Kabinettschef Lkger geschickte Graf Coudenhove» Kalergi die Antwort erhielt, daß Frankreich ohne ein formelles Klagebegehren Oesterreichs beim Völkerbund oder in anderer Form nichts machen könne, so hat der Franzose für den Fall einer ähnlichen Attacke mtf die Tschechoslowakei ohne Zögern geantwortet: dann marschieren wir. In der Tat: so wie die Dinge heute liegen, würde einAngriff auf die Tschechoslowakei zweifellos den europäische» Krieg bedeuten. Man darf nicht vergessen, daß bei der Verflechtung der bestehenden Desensiv-Berträge das erste französische Regiment, daS sich für die angegriffene Tschechoslowakei in Marsch setzt, auch gleichzeitig den AuionomiSmuS der ruffisch-französisch- tschechoflwvakischen Abmachungen auSlöst. An dem Schicksal der defensiven und relativ schwachen Tschechoslowakei hängt das Schicksal Europa». Fm übrigen aber dürften die vielgeschmähten Defensiv-Abreden mit Sowjetrußland kein absolutes Hindernis zivischen Deutschland und der Tschechoslowakei bilden. Der Londoner„Evening Standard" hatte vor kurzem behauptet, daß Deutschland an die Tschechoslowakei eine Anzahl Forderungen sichten würde, unter denen die Autonomie für die Sudetendeutschen und das Fallenlassen«der Abmachungen mit der Sowietnnion figurierten. Die Nachricht des englischen Blattes ist falsch. Theoretisch wäre dazu zu sagen, daß — wie wir oben ausgesiihrt haben— eine solche Autonomieforderung auch im Interesse Deutschlands hoffentlich nie erhoben wird l»nd, da» muß gereckiterwekse gesagt werden, bisher auch niemals erhoben worden ist) und daß die Rußlandangelegenheit nicht absolut ein Hindernis ist. Es haben seinerzeit bereits einmal Vertraute Hitlers gelegentlich eines ballon d'essai wegen eines RichtangriffpakteS sondiert, und man hat ihnen dabei die Frage gestellt, tvie sich Deutschland zu den Vertragen der Tschechosiowakei verhalten würde. Darauf wurde den tschechoslowakischen Gesprächspartnern ausdrücklich erwidert, daß man Imit Prag einen Nichtangriffspakt„rebuS sie ! stantibus" schließen würde, und daß man nur land kein Zweifel darüber, daß die Massen des britischen Voltes hinter Eden stehen, und es kann für einen aufmerksamen Beobachter der englischen Verhältnisse nicht zweifelhaft sein, daß durch Eden» Rücktritt und die Offenheit, mit der ec feinen Standpunkt vertreten hat, die Opposition» besonders die Labour-Party, die sich hinter Eden stellte, einen mächtigen Auftrieb erhalten hat. Der Teil des englischen BosieS, der an der Idee der kollektiven Sicherheit festhält und nicht willen» ist, dem Schicksal der europäischen Demokratie gegenüber gleichgültig zu bleiben, ist durch die englische Regierungskrise in Bewegung gekommen. Das ist, bei allen: Unerfreulichen, das Positivum der englischen Ereignisse für Europa. gegen eine Vertiefung dieser Verträge sei. Von tschechoslowakischer Seite wurde daraufhin nochmals betont, daß die Abmachungen mit Moskau lediglich verteidigenden Charakter hätten. Da die Tschechosiowakei heute einer Periode schwerster Belastungsproben entgegengcht, war es an der Zeit, ihre Situation zl: umreißen. Kein Einsichtiger wird sich der Tatsache verschließen, welche Rolle dieser kleinen Demokratie zum Heil oder Unheil Europas vom Schicksal zugeteilt wurde. Aber nicht nur vom Schicksal hängt die Republik ab, sondern auch von den Großmächten. So wie diese in unbegreiflicher Blindheit die Wirischafl der Donaustaaten ohne Unterstützung und als freies Feld flir den deutschen Wirtschaft». Imperialismus gelassen hatten, bi» die Situation die wurde, die sie heute ist. so können sie dasselbe Delikt politischer Kurzsichtigkeit noch einmal begehen. Sie könnten aber auch— und das würde die Rettung Europas bedeuten— dem Frieden dienen, indem sie nicht bloß die Tschechoslowakei verteidigen, wenn sie angegriffen werden sollte, sondern wenn sie bereit» den Angriff al» solchen von vornherein unmöglich machen. Da» ist die Aufgabe der Stundet Reflex der Hitler-Rede In der P^rlamentsdebatte Im Abgeordnetenhaus nahm die politische Debatte im Anschluß an den Staatsrechnungsabschluß am Mittwoch nachmittags ihren Fortgang. Dio Zahl der Pro-Redner ist auf 1V gestiegen, so daß ein Ende der Debatte noch nicht abzusehen ist. In den Couleur» gingen Gerüchte um. daß die Verhandlungen mit der alten Nation aldemokr- tischen Gruppe der Nationalen Vereinigung über eine eventuelle NegierungStcilnahme ziemlich weil gediehen seien. Als Minister ohne Portefeuille wird in diesem Zusammenhänge der Abgeordnete I e Z e l genannt. Dagegen scheint die S l o w a k i s ch e Voltspartei zu einem Regierungseintritt keineswegs bereit zu sein. Ais erster Dcbatteredner kam nämlich für die Slotvakische Vollspartei der Abgeordnete T i s o zu Wort, der der Regierung vortoarf, daß sie in der heutigen Zeit schweige, statt klar ihre Meinung zu sagen, und damit zur Beunruhigung der Oeffentlichkeit beitrage. Aus den Angriffen gegen die Slowakische DolkSpartei sei ersichtlich, daß dio Voraussetzungen für eine politische Atmosphäre der Verständigung nicht gegeben seien. Die Volkspartei würde ihrer Geschichte untreu werden und würde auch die Ergebnisse ihrer bisherigen staaiserhal« tenden Arbeit vernichten, wenn sie nicht auch in die» lem Augenblick davon Zeugenschaft ablegen würde, daß sie unerschütterlich hinter ihrem Programm der politischen Autononne der Slowakei steht und daß sie darauf warte, daß der Pittsburger Vertrag in Kraft gesetzt wird. Das souveräne, slowakische Volk wolle aber in der Tschechoslowakischen Republik leben. Er hcfst, daß die Regierung nicht hinter der Aeußerung Unterschriftenaktion bei den österreichischen Arbeitern W i e n. Reben seiner großen Bersamm- lungSkampagne für die Selbständigkeit Oesterreichs hat der Gewerkschaftsbund auch eine Petition»' aktion der Arbeiter und Angestellten eirgeleitei. In allen österreichischen Werkstätten und Fabriken werden seit Dienstag Unterschriften für eine Treuekundgebnng für Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und für eine Kundgebung der Bereitschaft zum Kampf für die Freiheit und Unabhängigkeit Oesterreichs gesammelt. Wie daS„Echo" mitteilt, wird die Zahl der Unterschriften, mit denen diese Petition bereit» versehen ist, auf mehr als eine Million geschäht. Die Petition wird Dr. Schuschnigg Donnerstag überreicht werden. des Ministers Derer steht, daß niemand den Silo» tvaken je die Autonomie geben werde. M i k u l a»(Nationalsozialist) befaßt sich mit den Staatsgütern, deren Wirtschaft er für unhaltbm erklärt. I a r o ß(Ungar) erklärt, die Regierung hätte nichts getan, um im Rahnien des 18. Feber auch deo ungarischen Minderheit entgegenzukominen. Die Ti- tuation habe sich nicht im mindesten gebessert. Dr. Rovak(Bolkspartei) spielt auf die Hit» lerrede an, indem ersagt: In der Rede eines führenden ausländischen Staatsmannes wurden Zahlen angeführt, welche unterstreichen sollten, daß unter der Führung einer bestimmten Partei es gelungen fei, die Produktion zu erhöhen. Dadurch wollte dieser Staatsmann zeigen, daß eine antide- mckratische Richtung diese Ergebnisse erzielt habe Wir aber, sagte Dr. Nobäk, können feststellen, daß wir in dieser Beziehung nicht zurückgeblieben sind, sondern im G^enteil in vielen Zweigen einen noch viel größeren Aufstieg zu verzeichnen haben, all in jenen Staaten, wo die Demokratie direkt verflucht ist, und zwar ohne drakonische Maßnahmen in deo Volkswirtschaft und ohne eine Ueberlastung der Bevölkerung. Daher können wir stolz sein auf unseren Staat und stolz darauf, daß wir. dqbei den Grundpfeiler unsere» Staate», das ist das gerechte demokratische System, nicht verletzt haben. S v e r m a(Kommunist) reagiert in wesenüich schärferer Form auf die Hiilerrede, wobei er zur Ordnung gerufen wird,' Die weitere Aussprache wurde dann auf Donnerstag 2 Uhr nachmittag» vertagt. Senatedebatte vertagt Im Senat, der Mittwoch zu seiner ersten Elt- znng seit den Weihnachtsferien zusammentrat, erstattete der Sozialdemokrat Modräiek einen ausführlichen Bericht über den StaatSrechnungSab- schluß für 1088. Dann kamen noch zwei Redner, der Ungar H o k k y und der tschechische Agrarier S t o» d o k a zu Wort. Entgegen den ursprünglichen Dispositionen beschloß das Senatspräsidium, die weitere Debatte aus die nächste Woche zu verschieben. In einem offiziellen Kommunigut des Senatspräsidiumi heißt es, daß die Gründe hiefür sachlicher Natur sind. Die Debatte über den StaatsrechnungSabschluß sei Heuer in Wirklichkeit die Fortsetzung der Budgetdebatte und habe daher auch ihre politische Bedeutung. DaS Senatspräsidium habe eS daher für zweckmäßig erachtet, die Debatte um einige Tage zu verschieben, bis die internationale Situation geklärter sein wird als im gegewvärtigen Augenblick und bis auch eine eventuelle Erklärung unserer Regierung vorliegen werde, dmnit auch diese bereits den Gegenstand der Verhandlungen bilden könne. Der Präsident der Republik empfinq Mittwoch, den 28. Feber, eine Deputation des tschecbo- flowakischen AnSlandSinstitute». WeiterS empfing der Präsident Vertreter der Stadt Hultschin und i hierauf Vertreter der Stadt Chottbok, die ihm I Ehrenbürgerdiplome überreichten. 15 Der ewige Schatten Als die Halme aufschossen und die geräumigen Dolden erschlossen, durchsickerte die au» der feuchten Erde und dem himmlischen Glühen gemischte Nahrung jede Aehre, jede Ader des Getreides. DaS Vieh auf den Wiesen raufte und schmatzte allerfeinstes, allerfetteste» Futter. Als Ileberfluh strömte die Milch aus den Eutern. Auf den Feldern vor den Toren der Stadt Gent hatte noch am Vormittag da» Vieh geweidet Dann hatte es heimwärts getrieben. Die prächtigen Tiere läuteten mit ihren HalSglocken über den Weg. Sie stürmten den Stall. Sie streckten sich nieder. Sie genossen das Behagen de» Wiederkäuen». Die Tiere genossen den Frieden ihre» Stalle», und da es für sie so ernsthafte Arbeit zu tun gab, wünschten sie flir sich zu bleiben. Die Wanderung der Stadt nach dem Richtplatz blieb ihnen deshalb erspart. Nur vier erprobte Pferde wurden angeschirrt, entschlossene, fleißige Tiere, die niemals einen Dienst verweigert hatten, Lieblinge ihrer Pfleger. Die Knechte hatten die Tiere mit ihren Drahtbürsten gestriegelt. Kein Flecken und kein Staub blieb an den runden, gescheckten Leibern. Sie schleppten hinter sich Pfähle aus besonder» hartem Nußbaum, die mit festgeschmiedeten Ringen umwunden waren und umwickelt mit unzerreißbaren Ketten. Die Pferde wieherten in Er« Wartung einer Arbeit, die ihrer würdig war. Die Pferde eröffneten den Zug. ES folgten die unzerbrechlichen Holzpfähle. Es folgten die Knechte. ES folgten die Richter in ihren Schar lachmänteln, verziert an Kragen und Aermeln mit Hermelin. Der Thronende unter ihnen war auch der Thronende, wenn er ging. Er überragte die beiden zu seiner Seite um Haupteslänge. Es folgten die Priester, nicht mehr die ztvei, die im Saale de» Verhörs und in der Kammer der Schmerzen für die Träger der Gerechtigkeit und gegen da» verstockte Gewissen gebetet hatten, sondern der ganze Klerus der Stadt. Und an ihrer Spitze der Bischof, weih gekleidet von Kopf bis zu Fuß. Weiß wie da» Licht war ihm geboten. Farbe der Lauterkeit, die entsteht, nachdem da» Gewissen gereinigt ist, und kein Makel darf darauf haften. Es folgte die Magd Bloemarde Grotjan, eingekreist von Gebete murmelnden Nonnen. Gefurcht waren die Gesichter der geistlichen Schwestern. Das harte, braune Gewand verwandelte sie zu Standbildern, die sich alle ähnelten. Es folgte ein Hundcwagen mit Stroh darinnen. Auf dem Stroh kauerte ein Greis, dem Haare und Brauen und Bart, zu einer einzigen grauen Masse zusammengewachsen waren. Offenbat seit Monaten vernachlässigt, verstaubt und von Unrat und Würmern zerfressen, nicht mehr von Kleidern bedeckt, sondern nur noch von zerfetzten Lumpen, konnte der Greis sich nicht mehr bewegen. Der ganze Zug, Richter, Priester, Soldaten, Bürger, hielten am Rande de» zum Richten bestimmten Felde». Lang war der Tag gewesen und heiß. Aetzt regte sich unter der Spätsonne eine Brise. Sie war erfrischend und zärtlich. Wer sich bedrückt gefühlt hatte, zog köstliche Luft ein. Der Horizont verschleierte sich mit blauen Dünsten. DaS Atemholen erquickte. Und ebenso das Wandern de» Auge» entlang am Saume des Walde». Die Gardisten, die da» Hundefuhrwerk um- singelten. öffneten ihre Reihen. Die Richter, die Priester mit dem Bischof an der Spitze und die Rönnen stelltett sich um den Karren, in dessen Strohlager Doktor Gawriell Delemoü kauerte. Auf einen Wink de» Thronenden wurde die Magd Bloemarde Grotjan bi» zum Karren herangezogen. Gesenkten Blickes stand sie da. Sie betrachtete den geketteten Men- sthcnrest, der ihr den Rücken zntvandte. Aber der Thronende befahl, daß der Gefesselte sich umkehre. Sei es, daß er nicht mehr begriff, sei e», daß er unfähig geworden war, Befehlen zu gehorchen, die sein Schmal nicht mehr änderten, der Gefesselte gab kein Zeichen des Lebenswillens niehr. Mit einer traurigen, schleppenden Stimme, die ganz anders klang al» das klingende Schneiden, mit dem der Thronende sonst seine Worte zu schärfen gewohnt war, befahl der oberste Herr des königlichen Tribunals:„Man nehme ihm die Ketten ab und stelle ihn noch einmal der Kronzeugin gegenüber k" Doktor DelemoS wurde vom Wagen gehoben, befreit, und da die Füße ihn nicht trugen, wurde er von zwei Priestern in den Achseln gestützt. Der Thronende sprach aber:„Auge in Auge. Doktor DelemoS, mit dieser Magd, die geschworen hat, die reine Wahrheit zu sagen, geschworen eS auf die Heilige Schrift, die un» allen und auch Ihnen verbietet, falsche» Zeugnis abzulegen wider deinen Nächsten, sollen Sie zum letzten Male antworten, was Sie der Ihnen wohlbekannten Aussage der Bloemarde Grotjan ent- gegenzusetzen haben I' Vergeblich wartete der Thronende auf die Antwort. Und er bega.,n deshalb, und eine noch tiefere Klage durchhallte seine Stimme, ein Laut, der nur so durchbebt sein konnte von Weh und Verzweiflung, weil der Sprechende mit Erschrecken und Bedauern den untersten Grund der hartnäckigsten MenlchenüoSheit erfühlt hatte: „Du aber. Bloemarde Grotjan, du kennst ihn, der auf dem Thron sitzt ganz da oben über den Wolken. Du weißt, was es bedeutet, wenn wir hier tuiten warten mit flehenden Händen, damit wir gehört werden. So wünschen wir, dich noch einmal zu hören, ganz klar. Du sollst dein Herz fragen und dein GewissenI Sollst es unerbittlich fragen, dich nicht in Selbstgefälligkeit verhärten und auch nicht leichtfertig nut der Sache spielen. Du sollst ihn nicht hassen, den Mann, den wir hier in unserer Gewalt haben kraft unseres königlichen Amtes. Zum letztenmal sollst du nur auSsagen, ob du in jedem Punkt die Anschuldigungen aufrecht erhälst gegen den Mann! Beeil' dich nichtI Wir lassen dir Zeit. Steige noch einmal vorsichtig hinein bis in den verstecktesten Schacht deiner Erinnerung! Ist auch der Hals des ange- schuldigten Doktor Dclcmo» geschwollen und sichtbar an seinem Adainöapfel, daß er nicht gewillt ist, die Fülle dessen herzugeben, wa» noch in ihm quillt an Geheimnissen und Rätseln, so hast du die Pflicht, unbeschadet solchen Widerstandes und ohne Rücksicht auf dich, ohne Rücksicht auf den Angeschuldigten und nur zum Ruhme der ewigen Wahrheit und im Anblick dieses Kruzifire» die Herren de» königlichen Gericht» vor dem gräßlichsten Irrtum zu bewahren I" Der Bischof selber schritt auf die Magd zu, um ihr das Kruzifix vor die Augen zu halten. Sie betrachtete es lange, die Blutspuren, von Dornen in seine Stirn gerißt, die Nägel, durch da» Fleisch der Hände und Füße gebohrt. Hierauf sank sie in die Knie. Sie hob die Schwurhand und sprach: „Ach schwöre bei Gott dem Allmächtigen und dem Allwissenden, daß ich die volle Wahrheit gesagt, nichts verschwiegen und nichts hinzugesetzt habe, so. wahr mir Gott Helsel" Jef Vandam, der Nachrichter, rief dem Thronenden zu:„Sollte es mir nicht gelingen, mein Werk vollkommen zu tun, so Ivie es meine Hände wollen, so wie es mir befiehlt da» Chri- stenherz und die Achtung vor der Majestät, uns eingekebt zu Frommen und Ordnung, dann klaget mich nicht an, Ihr prh"benen Richter! Ich bin nur ein unvollkommener Mensch." (Fortsetzung folgt.). 6 el rn Eichs n8. itet. bri. cine ich jaft feit eilt, iefe 18 irb t. Floa mit ban tte ben Si ita h 5. ab Ca rch Ca bc. d. in en en 04 di er Nr. 46 Donnerstag, 24. Feber 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Sozialdemokratische Massenversammlung in Prag Wahlversprechens von 1935. Der größte positive Erfolg ist wohl die Beseitigung der lebten Meste des vazifistischen Denkens in der englischen Arbeiter partei. Abg. Jaksch bekannte sich dann zu der Parole des Vorfißenden der tschechischen Bruderpartei Abgeordneter Wenzel Jaksch spricht zu den außen- und Innenpolitischen Problemen amb 1. ber von der Aufrichtung einer republi. Tanischen Widerstandsfront sprach. Dieser hat man Die Bezirksorganisation der Deutschen sozial- Kolonialforderung Ernst und beginnt damit anschei- allerdings durch die Nebertragung der Hitlerrede demokratischen Arbeiterpartei in Prag hatte für nend bei Desterreich, das seine erste Kolonie werden am vergangenen Sonntag den schlechtesten Dienst Mittwoch abends eine öffentliche Versfell. Dabei ist niemals festgestellt worden, daß es erwiesen. Ebenso müßten die Tſchechiſierungsapostel in Oesterreich jemals eine Nazimehrheit gab. Es unter Anklage nach dem Schutzgesetz gestellt werden. sammlung einberufen, die maffenhaft ist ein Gewaltstreich gegen das gesamte österreichische Wir brauchen eine Politik der Besonnenheit, des besucht war. Bezirksvertrauensmann Ernst Paul Volt. Man darf die Abwehrkräfte nicht gering ein- frieblichen Auskommens mit jedem Nachbar, aber hieß die Erschienenen willkommen, besonders aber schäßen. Es sei nur auf die Kundgebungen der Ar- auch ganze demokratische Wachfamkeit. Wir fühlen den Redner des Abendes, Abg. Wenzel Jakich, beiterschaft verwiesen, wobei es aber tragisch anmus une nicht nur als Soldaten der fozialen Idee, fonder stürmisch begrüßt wurde. ter, daß es erst nach dem 12. Feber 1938 möglich bern auch als die der europäischen Freiheit. In seinem Thema Die europäische sein soll, den 12. Feber 1934 zu liquidieren. Mit Das Referat wurde öfter von lebhafter 3 Situation und der 18. Feber als Slaven fann man aber keinen Freiheitskampf fübftimmung unterbrochen und mit stürmischem Beifall Erwartung und Erfüllun a" ging ren. Zur Englandtrise gab der Redner feiner aufgenommen. der Redner von der gegenwärtigen Situation aus. Meinung dahingehend Ausdrud, daß es sich dabei In der Diskussion sprach der Vorſivende der die er mit einem Wort unseres Präsidenten Benes um die Politik des konservativen in eine Welt- Sozialistischen Jugend des Kreises Prag. Frits 2öfennzeichnete, der einmal sagte, daß sie sich nur veruntergangsstimmung verfallenen kapitaliſtiſchen Großwi, nach dem dann Ernſt Paul mit einem zün aleichen lasse mit dem Busammenbruch des römischen bürgertums handelt. Es ist auch der Verrat des derden Schlußwort die prächtige Versammlung schloß. Reiches und den Religionsfämpfen am Ausgange des Eine glänzende Rechtfertigung des 18. Feber DND. In der Zeitschrift„ Neue Bahnen" des ,, Vereines deutscher Eisenbahnbeamten" wird über die Durchführung des 18. Jeber auf den Eisenbahnen ausgeführt: Seite 3 Eine weitere Milliarde für Seerüstung Washington.( Havas.) Die Flottens Kommission des Repräsentantenhauses studiert derzeit das Programm einer weiteren neuen Ans. rüstung der Kriegsflotte. Dieses Programm um faßt den Bau von weiteren 47 Einheiten der Kriegsflotte und von 22 Hilfseinheiten. Die Durchführung dieses zusätzlichen Marineprogramms wird einen Aufwand von etwa einer Milliarde Dollar erfordern. Die diesjährigen amerikanischen Flottens manöver im Pacific werden sich über ein Gebiet von nahezu 12 Millionen Quadratmeilen zwischen der Pacific- Küste, Hawai, Midway- Insel, Alasta, Aleuten und Samoa ausdehnen. Die Mariver, die als die großzügigsten in der Geschichte der Marine der Vereinigten Staaten von Amerita Ende April dauern. 150 Kriegsschiffe, 500 Flug gelten, werden Mitte März beginnen und bis seuge, 3600 Offiziere und 55.000 Mannschaften werden an den Manövern teilnehmen. Geheime USA- Flottenmanöver Washington.( Reuter.) Die nächsten Manöber der Kriegsflotte der Vereinigten Staaten im Stillen Ozean werden, wie Kriegsminister Swans son angeordnet hat, geheim sein. Es wird sich kein Journalist auf den Schiffen aufhalten dürfen. Russischer Dampfer von den Japanern beschlagnahmt Moskau.( Havas.) Taß meldet aus Wladiwostof, daß das Sowjethandelsschiff ,, Kusnetſtroj", das in dem japanischen Hafen Hakodate vor Anfer lag, um seine Kohlenvorräte zu ergänzen, von der japanischen Marinepolizei, die das Schiff untersuchte, zurüdgehalten wurde. An Bord des Dampfers find 35 Mann Besatzung und 37 Neisende. Das Schiff wurde bisher nicht freigegeben und die japanischen Behörden verweigern auch dem Begründung, daß eine Untersuchung durchgeführt Sowjet? onful das Betreten des Schiffes mit der wird. Zwanzig Jahre Rote Armee Mittelalters. Es stellt sich uns immer wieder die Frage, ob es eigene Schuld oder übermächtige Shid falsfräfte waren. die den Sozialismus in Mitteleuropa aurudwarfen. Die Wirklichkeit gibt uns dars auf felbst die Antwort: Ueberall dort, wo die Wirts gibt fast gar keine„ Versager" mehr. Eine grundschaft nicht durch die Seriegsleiden des aroßen Krieges legende Besserung der Vorschriften für die letzt zerstört wurde, wo also der friedliche Aufbau nicht genannte Prüfung dürfte schon in allernächster unterbrochen wurde, ist die Bevölkerung unter fozialZeit bestimmten Wünschen entgegenkommen.. demokratischer Führung auf ein hohes Lebensniveau Es ist bei der Verschiedenartigkeit der Fälle nicht gekommen( Standinavien). Es muß auch festgestellt werden, daß der Kapitalismus sich mit der Plantvirt So sind im Laufe des vergangenen Jahres möglich, alle erzielten und registrierten Erfolge schaft wohl vereinbaren läßt. daß es aber nur auf und in der Zeit seit Beginn des neuen Jahres hier aufzuzählen und es seien deshalb nur einige die dee ankommt, von der eine Wirtschaftsform einige tausend Deutscher in den Staatseisenbahn Ziffern genannt: 36 unserer Mitglieder erreichten actragen fit. Unser Ziel ist nicht nur die Blauwirt. dienst einbezogen, jei es als Arbeiter, deren im Wege der Bewerbung oder von Amts wegen schaft an fich, sondern diese im Dienst der Humanität. Dienstverhältnis im Laufe der Zeit ein ständiges höher ſyſtemisierte Stellen( 3., 4. und 5. BesolWohin führt nun die Entwicklung der letzten werden wird, sofern sie nicht schon den Stationen dungsgruppe) oder Stellen, welche ihnen die Vorgänge in Deutschland mit ihren Auswirkungen oder Werkstätte zugewiesen wurden, sei es als Grundlage für die Bewerbung um höhere Bosten auf die aanze Welt? Hitler verwies auf die Unmög- Beamtenanwärter( Juristen, Maschinen- und bieten. In 32 Fällen wurde ein günstige, bisher lichkeit der Grenzziehung in Europa, bei der allen Bünichen Rechnung getragen werden könnte. Der Bauingenieure). Ueber diese Aufnahmen von vergeblich angestrebte Verseßung erzielt. Außzer= deutsche drohende Block von 80 Millionen Menichen Nachwuchs auf Beamtenstellen gaben wir auf dem wurde eine, wenn auch vorläufig noch kleine wird immer die Gegenfräfte der Nacharn bervor unserer letzten Obmännertagung am 12. Dezem- Anzahl unserer Mitglieder dem Direktionsdienst, rufen. Es ist eben unser Schidialsproblem, ob die ber eine aufschlußreiche ziffernmäßige Darstellung. 3 dem Eisenbahnministerium zugeteilt. Eine Reihe Bufammenarbeit durch die Verſtändigung der Völker Die damals genannten günstigen Riffern sind bereits getroffener dienstlicher Maßnahmen, oder durch den Triumph der Gewalt erfekt wird. jedoch heute, knapp zwei Monate nach dieser Ta welche eine große Anzahl deutscher Eisenbahner restages der Noten Armee und der Kriegsmarine Moskau.( Taß.) Aus Anlaß des 20. Jahgung, bereits überholt und im Begriffe, sich in den schwer betroffen hätte, wurde nicht durchgeführt. wurden Befehle des Volkskommissars für Landesaller nächsten Tagen zu verdoppen. Hier Die Milderung oder Beseitigung schiverer Beein- verteidigung Worofchilow und des Voltskommisdarf nicht übersehen werden, daß unsere Ziffern trächtigungen in einer ansehnlichen Rahl von Fäl- färs für Marine Smicnow veröffentlicht, in denen nur je ne deutschen Anwärter erfaßten und er- len, das Wohlwollen, das in vielen Fällen zur an die Schaffung der Noten Armee nach der Verfassen, welche unserem Vereine beigetreten sind. Wiedereinstellung in Arbeit und Dienst, zur Ver- nichtung der Armee ter zaristischen Generale erTatsächlich wurden viel mehr neue deutsche An- besserung der dienstlichen Stellung, zur Ermög- innert wird. Die Rote Armee sei technisch vorzüg wärter eingestellt. Für die Neuaufnahmen Deutlichung des Vorwärtskommens führte. Dinge, die lich ausgerüstet, heißt es weiter in dem Befehle, scher wurden ein Zeichen guten Willens vorher unerreichbar schienen, alles das muß auf Technik an sich aber jei etwas Totes und der eine Reihe günstiger Vorausiebungen geschaffen. die durch das Feberübereinkommen geschaffene Menich, der diese Technik zu beherrschen versteht, So achen die Aufnahmsprüfungen, darunter auch Atmosphäre zurückgeführt werden. Wenn es auch alles. Steine einzige Armee der Welt befiße ein die sogenannte psychotechnische Prüfung. unter hie und da direkten oder indiretten Widerstand so startes Hinterland wie die Rote Armee. Die größter Objektivität und äußerster Berücksichtigeben mag, der gute Wille, das Streben nach unveränderliche Politik der Sowjetunion sei die qung der natürlichen Schwierigkeiten, die sich dem Objektivität ist weit mehr vorhanden und weit Politit des Friedens, sie ist aber stets bereit, den deutschen Prüfling in den Weg stellen, vor sich. Es mehr fühlbar als früher." Schlag des Feindes mit einem tödlichen Schlage zu beantworten. Der Armeebefehl begrüßt die Note Armee zum 20. Jahrestag und fordert alle rade Manzer zu seinem großen Rufe verholfen hat. Rotarmisten, Stormandeure und politischen LeiWanzer ist, wie der„ Bolts.ville" vermerkt, am ter zu noch angeſtrengterer Arbeit an der weiteren Montag erkrankt und ein Zweifel daran ſei ſicher Verstärkung der militärischen und politischen nicht erlaubt, wenn er auch in Verbindung mit Macht auf. Im Befehl des Volkskommiſſars für den Gerüchten auftauchen könnte, daiz Manzer Striegsmarine heißt es u. a., die sozialistische Macht im heutigen Deutschland nicht gebrauche eine mächtige See- und Ozeanflotte und nehm sei. Dem widersprechen die an ihn ergan werde den Auftrag der Partei, eine mächtige ungenen Einladungen. Uebrigens sei die Art Pro- erschütterliche Seemacht zu organisieren und die paganda für Karlsbad, die als Zweck der Deutsch besten Schiffe zu erbauen, in Ehren ausführen. landreise des Orchesters angegeben wird, sehr problematisch, zumal sie den Stadtjäckel rund 30.000 Kč foftet, die wahrhaftig besser hätten Erfolg vor Madrid angelegt werden können. Abg. I affch führte nun eingehend die bes bölferungspolitischen Probleme Europas an und zog daraus den Schluß. daß die Ziffern stärker als die Bünsche und Befehle aller Diftatoren find. Sein oder Nichtsein Mitteleuropas hängt ab davon, ob es gelingt, ein gutes nachbarliches Verhältnis zwischen Deutschen und Slawen herzuiteen. Es gilt die Synthese zwischen den Fähigkeiten der Deutschen und Elawen zu finden, die gegenseitige Anerkennung des Lebensrechtes und Respektierung des Lebensraumes. Das ist nun der historische Sinn der Politik des 18. Feber. Es gilt nach der tschechischen Seite zu sagen, daß es a wv e i Grundbedingungen des 18. Febers und seines Erfolges gibt: 1. alle fünstliche Benachteilir ung muß überwunben werden; 2. die absolute Erreichung der staatlichen Gleichberechtigung der Deutschen. Mit platonischen Befenntnisjen fann man nicht zufrieden sein, die Verwirklichung muß durch die ebrliche Arbeit und den guten Willen auf beiden Seiten erreicht werden. Das Broblem ist auch eine Frage des Staat sich i dfals geworden. Abschließend tam der Redner noch einmal auf die außenpolitische Situation au sprechen. Er tennzeichnete treffend den Entwidlungsgang Desterreich mit dem Wort, daß die Dollfußt. ſtraße direkt nach Berchtesgaden führte. Der pos liische Statholizismus fann nicht gut seine politiche Stapitulation noch als einen großen politischen Erfole darstellen. Das Dritte Meich macht mit seiner Labour Labour Party Die Deutsche Pestalozzigesellschaft in der Eschechoslowakei hielt am 21. Feber eine Sigung ihres Gesamtvorstandes ab. Der Leiter der schulstatistischen Abteilung. Oberlehrer Sugo Hart Die Sudetendeutschen dürfen wieder nicht die Ver- mann- Ranigsdorf, gab eine Uebersicht über die Anbindungen übersehen, die die beiden Völker seit Jahr. lage feines schulgeschichtlichen ſtatiſtiſchen Wertes hunderten aneinanderbinden. Wir haben zu war- 20 Jahre deutscher Schulentwicklung". Der nen vor der Stonjunkturpolitik der Gewalt. Der An- Stulturausschuß der judetendeutschen Lehrerverschluß eines überinduſtrialiſierten ſudetendeutschen bände, der Deutsche Kulturverband und die DeutGebietes an ein überinduſtrialiſieries Deutſchlano sche Pestalozzigesellschaft we- den in den nächsten wäre ein Unglück und feine Hilfe. Die Tragit ist; Tagen die weitere Planung und Gestaltung der daß es viele Leute gibt, die mit Deutschland Politif machen und mit den Zichechen wirtschaften wollen. Schulstatistischen Arbeit beraten. Univ.- Prof. Der Redner veriveist nun auf die großze Not, die in Dr. Otto besprach die Sudetendeutsche pädagogidas judetendeutsche Gebiet durch die Dumpingpoli- sche Tagung in Neichenberg. Prof. Dr. G. Preißtif des Herrn Schacht getragen wurde. Das hat vor ler- Meichenberg, der Vorsigende der Tagung. affem unsere Glas- und Porzellanindustrie zu spüren unterstrich in seinem Berichte besonders die eurobekommen. Uns nüßen natürlich auch die Sympa päische Bildungsaufgabe der Schule, die staatsthien des Herrn Beran nichts, deffen Blätter un bürgerliche Erziehung und das Programm der verlangt Neuwahlen unterbrochen die größte Sebe gegen jede Lebensmit Selbstverivaltung des deutschen Schulwesens. Ar. telfarte entfalten, die in das deutsche Gebiet fam. London.( Meuter.) Der Kongres der der lebhaften Wechselrede beteiligten sich die Her Trade Unions und der Labour Party veröffentren Landesvertreter Dr. Vacher, Dozent Dr. Stal- lichten Mittwoch abends ein Manifest, in welchem mus, Univ.- Prof. Dr. Otto, Meichsparteisetretär erklärt wird, daß die derzeitige Regierung von Paul, Abg. Dr. Peters, Prof. Dr. Preißler, Dir. den Wählern nicht die Vollmacht erhalten have. Eduard Rohn. Prof. Dr. Schmidt. Die weitere so wesentliche Aenderungen in der Außenpolitik Bearbeitung erfolgt gemeinsam mit den Vertretern vorzunehmen. Die britische Labour- Bewegung des Stulturausschusses der judetendeutschen Lehrer- fordert die Regierung auf, diese Angelegenheit verbände in zwei Sonderausschüssen. Univ. unverzüglich der Wählerschaft bei allgeme Prof. Dr. Schwarz beschäftigte sich mit den Arbei- nen Wahlen zu unterbreiten. Der Ministerten der Kommission für die Schreibung des Wor- präsident und die Mehrzahl der britischen Stabites tschechoslowakisch" in deutschen Schulen. Der nettsmitglieder haben die Versprechungen miß einer Fremdenverkehrspolizei Gesamtvorstand beschloß, neuerlich das Einschrei- achtet, mit denen sich die nationale Regierung bei den letzten allgemeinen Wahlen das Vertrauen der Marienbad. Einer Information des Innen- ten aller zustandigen Stellen zu erbitten. ministeriums zufolge hat man dort den aus den " Deutsch- Gottgläubige" in Eger. Bei der Nation errungen hat. Das Manifest erklärt weiSurorten gehörten Ruf nach einer Fremdenver- Bezirksbehörde in Eger haben einige dort wohnter: Die Regierung hat den Völkerbund verlassen tehrspolizei mit einem besonderen Interesse auf- hafte reichs deutsche Staatsangehörige eine und hat den Pakt dem Gelächter preisgegeben. genommen. Die im Anschluß hieran gepflogenen Eingabe gemacht, worin sie mitteilen, das, sie aus Gewalt und Doppelsinnigkeit sind Methoden, die Erhebungen haben die Notwendigkeit der Bildung der fatholischen bziv. evangelischen Stirche aus Muffolini und Hitler anwenden. Die Regierung einer für den Fremdenverkehr ausgebildeten Po getreten seien und eine neue Religionsgemein- lehnt es ab, den Grundsas zu vertreten, daß es lizeitruppe ergeben. Wenn auch die Absichten des fchaft der Deutsch- Gläubigen" geschaffen haben. notwendig sei, sich für das internationale Necht Sunenministeriums noch nicht so weit gedichen Die Bezirksbehörde hat zwar den Austritt aus einzusehen. sind, daß man mit der Funktion einer Fremden- den bisherigen Kirchen zur Kenntnis genommen, berkehrspolizei in tschechoslowakischen Fremden- da aber die neu angemeldete Religionsgemein berkehrszentren während der diesjährigen Reise- schaft nicht zu den in der Tschechoslowakei anerſaiſon rechnen tann, so kann dennoch erwartet tannten zählt, werden deren Angehörige von der werden, daß zu Beginn der diesjährigen Reise- Behörde als tonfessionslos betrachtet. jaison nach den Kurorten und den übrigen Frem- Deutschlandreise des Karlsbader Kurorchesters denverfehrszentren in der Tschechoslowakei Polizeimannschaften exponiert werden, die den sprach lichen Anforderungen genügen. Wie verlautet, ist das Innenministerium bestrebt, den Wünschen der großen Kurorte zu entsprechen. Ausbildung " Eden erwartet Wahlen! London. Anthony Eden wird dieser Tage eine Reihe von Versammlungen in seinem Wahlfreise abhalten. Die Nachrichten, die von tenden ziöser Seite lanciert werden und besagen, daß ohne seinen Leiter. Mittwoch trat das Karlsbader der Gesundheitszustand des Er- Außenministers Sturerchester, durch Aushilfskräfte verstärkt, eine mitgenommen worden sei, entsprechen in teiner Stonzertreise nach Deutschland an, allerdings ohne Weise den Tatsachen. Der Abgeordnete erfreut sich Generaldirettor Manzer, also ohne den eigent- der besten Gesundheit und bereitet sich auf die lichen Repräsentanten dieses Orchesters, dem ge- Wah I versammlungen vor. Madrid.( Havas.) Im Abschnitte Pardo hat sich eine rege Stampftätigkeit entwickelt, da die Franco- Abteilungen heftige Angriffe einsetzten, um die Dienstag verlorenen Positionen zurüdzu erobern. Ihr Angriff wurde abgewiesen. Die republitanische Artillerie bombardierte hierauf mehrere Stunden lang die feindlichen Positionen und machte jeden weiteren Angriffsversuch unmöglich. An der Front von Jarama, südöstlich von Madrid, haben die Regierungstruppen eine Reorganisierung ihrer Kräfte in dem eroberten TerGuadalajara haben sich nur schwache Scharmützel rain vorgenommen. Im Nordteil der Provinz creignet. Wieder Piraterie im Mittelmeer Paris.( DNB.) Wie Havas aus Marfcille meldet, soll der franzöfifche Dampfer Prado" 15 Meilen vor Valencia von Flugzeugen angegriffen und mit Maschinengewehren beschofsen worden sein. An Vord habe es einen Verletten gegeben. Ein franzöfifcher Torpedobootzerstörer sei in Nichtung des angegriffenen Schiffes abgegangen. England tadelt Franco London.( Reuter.) Ter britische Premierminister Chamberlain erklärte in Beantwortung ciner Anfrage im Unterhaus, die britische Regierang habe von den Behörden der spanischen Aufständischen in Salamanca joeven die Antwort auf den britischen Protest betreffend die Angriffe auf britische Schiffe erhalten. Diese Antwort könne, wie Chamberlain weiter sagte, nicht als hinreichend angesehen werden. Gegenwärtig sind die britischen zuständigen Stellen mit dem Studium der Art der Antwort auf den Bericht der spanischen Behörden in Salamanca beschäftigt. Seite 4 Donnerstag. 24. Feber 1938 Jagesneuigkeiten Der Opfertod Hans Littens Dr. Hans Litten, der unerschrockene Verteidiger der Berliner Arbeiter, ist im KonWir lesen in der Wiener Wochenschrift zentrationslager Da„ Der christliche Stände sta a t": chau in der Vollkraft Südtirol ist und bleibt die ewig blutende Wunde seiner Jahre ,, verstoram deutschen Volfskörper. Eine furze Nachricht ben". Man hatte ihn, macht diese Wunde neu schmerzen: der italienische wie andere Häftlinge, Legionär Franz Unterfulmſteiner aus Rabenstein noch im Dezember gebei Sarntheim ist in den spanischen Kämpfen gezwungen, in Briefen ins fallen. Fern von der Heimat, in einem Saripi, Ausland vor der Verder ihn gewiß nicht berührte, mußte em Tircler breitung der Wahrheit Leben enden: eine grenzenlos tragische Erichei über Dachau zu warnung, dieses treue Bergvolt, das seine Söhne iols[ nen. cherart opfern muß, und ein Vorwurf für die ganze europäische Welt. Denn mer telte glau ben, daß der deutsche Südtiroler frei.vidlig nach Spanien gegangen war? Und selbit wenn, wollte er noch Aergerem damit entgehen? Aus dem Fernen Osten aber fommt die Nachricht, daß die japanische Soldateska von allen Weißen die Ehrenbezeigung verlangt... In der Welt Demütigung der weißen Rasse, in Europa Opferung eines urdeutschen Volles: Europa erwache!" Vom Leiden Südtirols Großer Streik in Lodz Lodz. Im Gebiete von Lodz sind etwa 5000 Spinnereiarbeiter und 4000 Angestellte der Wirkwarenindustrie in den Streif ge= treten, um eine Erhöhung der Löhne zu erzie Ten. Politischer Mord bel Paris Versailles.( Havas.) Bei der Brüde von Sevres wurde die Leiche des 55jährigen russischen Chauffeurs Alexis Tschimerin eines ehemaligen Obersten aus der Seine geborgen. In der Tasche des Toten befand sich ein Brief, in dem es u. a. heißt: Welcher Schaden, daß er nicht mit dem Chauffeur in Verbindung getreten ist, der seinen Standplatz vor der Kirche in der Rue Dary hatte, denn wir hätten Informationen über das Verschwinden des Generals Miller". Die Untersu chung ergab, daß es sich um einen Mord handelt. Die Behörden glauben, daß er ermordet wurde, weil er Einzelheiten über die Entführung General Millers wußte, des Führers der russischen Emigration in Paris nach der Entführung des Generals Hutjepow. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich in Trautenau am Dienstag gegen 12 Uhr mittags. An der Straßenkreuzung bei der Faltisfabrik fam ein Lieferauto aus Ober- Altstadt an der StraßenAuf dem Bilde: Links Dr. Litten bei einem Prozeß, ganz rechts der ebenfalls ermordete Erich Mühsam. H. S. Dachun, den 11. XII. 1937. Mr. 46 sind, wer von beiden zuerst mit seinem Schwerte den hundertsten Chinesen töten werde. Die Wette konnte so schreibt das Blatt weiter noch nicht entschieden werden, obwohl jeder von den beiden Offizieren schon 105 Chinesen getötet hat. Es konnte aber nicht festgestellt werden, wer zuerst das hundertste Opfer mit seinem Schwert getroffen hat. Die Wette soll nun bis zur Zahl 150 fortgejezt werden." Die fühle Gelassenheit, mit der ein führendes Blatt Japans die rein sportmäßig be triebene Schlächterei uniformierter Massenmörder schildert, die offenbar als„ Blüte der Nation" angesehen werden, kennzeichnet den un säglichen Tiefstand des Verbündeten Hitlers und Mussolinis, der seinen„ Dynamismus" im Fernen Osten austovt. Eine historische Zeder gefällt. Der berühmte Wald von Meudon in der Nähe von Paris ist um eine Sehenswürdigkeit ärmer geworden. Der sogenannie grüne Baum", eine mächtige, über 200 Jahre alte Zeder, ist vor kurzem gefällt worden. Sie stand auf einer Straßenkreuzung am Wege von Schloß Bellevue nach Versailles und war zur Erin nerung an die Geburt Ludwigs XV. angepflanzt worden. Die Pompadour verweilte gern im Schatten der Riesentrone, wenn sie von Schloß Bellevue aus ritt und im Walde Rast machte. Auch Napoleon hat hier einmal ein Picnic veranstaltet und sein ,, N" in die Rinde geschnitten. Der Baum ist jetzt abgesägt worden, nur der Baumstumpf mit seinen über 200 Jahresringen bleibt als großer natürlicher Tisch er fast 200 Libanon- Bebern im Walde von Meudon und in den Wäldern von Versailles und St. Germain angepflanzt, die hervorragend gedichen und von benen der größte Teil noch steht. verhängte Inslation balten. Uebrigens wurden zur Zeit Ludwigs XIV. Wieder hat die sogenannte, Deutsche Vochoreitung" in Prag in einem Artikel vom 28.7. 37, Nr. 48, unverschämte Lügen über das Konzentrationslager Dachau verbreitet. Auf Grund dieses Artikels ist die über uns um eine Woche verlängert worden. Uns ist bekannt. gegeben worden, dass jeder neue Luzenbericht dic über uns verheugle Isolation fortlaufend verlängert. um Wockle Wir bitten event, die Enigranten- Beitungen in Ausland auf diese Tatauchen hinzuweisen. Hans Litten. Das Faksimile eines Briefes von Hans Litten Auszahlung der staatlichen Studienunterstützungen. Die Jänner Rate der Staatsstipendien wird am 24. und 25. Feber und vom 2. bis 10. März 1988 in der Zeit von 10 bis 13 Uhr in der Stanzlei der Deutschen Studentenfürsorge, Prag 11., Stratovitá 16, erster Stod, zur Auszahlung gebracht. Die Ausgabe der Zahlungsanweisungen geschieht nur persönlich gegen Vorweis der Hochschullegitimation. Die Inhaber der staatlichen Studienunterſtüßungen sind verpflichtet, bis spätestens den 10. März 1938 eine eigene Studienübersicht über die in den beiden legten Semestern. d. i. im Sommersemester 1987 und im Wintersemester 1937/38 abgelegten Prüfun gen in der Kanzlei der Deutschen Studentenfürsorge abzugeben. Jene Stipendisten, welche den vorge schriebenen Studienerfolg nicht erreichen, verlieren für das Sommersemester 1938 den Anspruch auf den Herzwunde zu vernähen und so den Arbeiter wie führlich über die großartige Entwicklung inner- Weiterbezug der staatlichen Studienunterstüßung. der zum Leben zu erweden. Nad einer Blut- halb der spanischen Republik sowohl auf ſozialen, transfusion erholte sich der Patient wieder. Jezt, fulturellen, als wirtschaftlichen Gebieten. zwölf Tage nach der Operation, tann gesagt wer den, daß sich der Strante außer Gefahr befindet. Die Operation dauerte genau eine Stunde. Göring zum Schießen. Mittwoch traf Generalfeldmarschall Göring zu seinem diesjährigen Jagdaufenthalte in Warschau ein. Weiter Nachtfrost. Im Bereich der Kaliluft, welche aus dem Norden dem Binnenland zugeführt wird, nimmt die Bewölfung allmählich ab. Nur in Gebirgsnähe, namentlich an den Aufwindhängen, fällt noch stellenweise Schnee. Den Nordostrand der Republit ausgenommen, stieg die Temperatur bei Ein Bafa Flugzeug auf dem Wege nach uns in den Niederungen Mittwoch nachmittags auf furve zu nahe an das Trottoir, wo sich gerade die Indien. Am 12. d. startete vom Bliner Flug- Schuschnigg im tschechoslowakischen Rundfunk. plus eins bis drei Grad G. an. Der Zuflug der Die Erklärung, die Oesterreichs Bundestanzler Staltluft dürfte bald aufhören. Infolge Wärmeaus Frauen Johanna Novatschef und Anna Schöps, plaße aus ein zweimotoriges Lockheed- Electra- Schuschnigg heute, Donnerstag, um 19 Uhr abgibt, strahlung ist jedoch während der Nacht starter Froft wohnhaft in Trautenau, Sechshaus, anschickten, Flugzeug mit einer neuntöpfigen Mannschaft zu wird auch vom tschechoslowakischen Rundfunk über zu erwarten. Wahrscheinliches Wetter heute: Er die Straße zu überqueren. Beide Frauen tvurden einer Geschäftsreise nach dem Osten. Das Expe- tragen werden. neut ruhiger und ziemlich heiter. In den Niederun vom Auto erfaßt und schwer verletzt. Das zufäl- ditionsflugzeug hat bisher den Abschnitt 3linlig vorbeifahrende Rettungsauto brachte die Ver- Belgrad- Alexandria- Kairo- Bagdad- Bugen und Tälern verstärkter Nachtfrost, tagsüber Temperaturen meist über Null. Auf den Bergen an unglückten in das Krankenhaus, two die 70 Jahre haltender, jedoch etwas schwächerer Frost. Wet alte Anna Schöps bereits ihren schweren Verteraussichten für morgen: Witterungsentwicklung legungen erlegen ist. unsicher, eine neue Verschlechterung vom Norden her nicht ausgeschloſſen. Eine Spur im Fall Rychnovſty. Die Freundin des verhafteten Berard de Sigeyer, der beschuldigt wird, Rychnevsty ermordet zu haben, fand jich bei der Polizei ein und erklärte, sie fenne annähernd die Stelle, an welcher Sigoyer die Leiche Rychnovslys vergrub. Die Polizei begab sich sofort zu dem bezeichneten Ort in der Pariser Umgebung und begann mit den Nachforschungen. Auf Wiedersehen!" Aus Berlin wird uns geschrieben: Ein verabschiedeter Oberst hat im Streise seiner Schicksalsgenossen eine kleine Rede gehalten:„ Meine Herren, Wer von ihnen eine Silitsche hat, wird Stohl pflanzen, eine höchst nußbringende Beschäftigung in Anbetracht der Arveit, die er hier noch leisten fönnte. Wer keine schir durchflogen, so daß es in den nächsten Tagen in Indien wird landen fönnen. Der Reiseweg, der mehr als 33.000 Stilometer beträgt, führt bis nach Hanoi in Französisch- Indochina und von da zurüid nach Blin, wo das Flugzeug noch vor dem 1. Mai landen wird. Arbeitertod. In den Steinbrüchen in der Nähe der französischen Gemeinde Laboissière er plodierte vorzeitig eine Dynamitpatrone, wodurch vier Arbeiter getötet wurden. Im Flugzeug ertrunken. Ein Sportflugzeug stürzte Mittwoch in den Hamburger Zoll hafen. Die beiden Flugzeuginsassen ertranfen. Das Flugzeug wurde von einem Zolldampfer geborgen. Das Unglück wird auf das nevlige Wetter zurüdgeführt. Wiener Grabencafé nicht gefragt. Die ser Tage sollte das Grabencafé versteigert werden. fonnte die Versteigerung nicht stattfinden. -w Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen? Freitag. Der ehrenwerte Bandit. Die Polizei, die zehn Jahre lang in Südfrankreich einen Bandis fen suchte, der an 300 Diebstähle ausführte, stellte schließlich seine Identität fest: Der 37jähtiger Italiener Saccarotti lebe in Grenoble als angesehener, verheirateter Staufmann und war gleichzeitig in Marseille das Haupt einer interna tionalen Räuberbande. In der Nacht auf Sams= rotti konnte jedoch über die Dächer einiger Häutag umstellte die Polizei seine Wohnung, Saccaser entkommen. Die Blätter vergleichen seine ..Taten" mit denen des berühmten franzöfifchen Brag, Sender I: 7: Morgenmujit, 10.05: Deutsche Presse, 10.15: Deutsche Sendung: Für die Romanhelden Arsène Lupin. Es scheint, daß Frau, 11.40: Stompofitionen von Ježef. 12.10: Saccarotti u. a. auch Waffen und Munition im Opernizenen, 14: Deutsche Sendung: Moderne großen nach Franco- Spanien transportierte, wie Chormujit, 15.15: Bopuläre Opernmujif, 16.10: seine hinterlassenen Briefe andeuten. Auch in Orcheſterfonzers Fol, 16.35: Beethoven: Serenade feinen Magazinen fand die Polizei neben werts für Geige, Viola und Violoncello, 18.10: Deutſce vollen Möbeln, Bildern und anderen Gegenstän- Sendung: Dr. Spengler, Prof. Der deutschen Iniversität: Geologie- und Landschaftsbild Böhmens. den zahlreiche Waffen und Munition. 18.25: Teubner: Niemes, die Stadt der Passions hat, wird gut tun, mit der Einsamkeit Freund- Da jedoch ein Stäufer erschienen war. des Wagenpartes hat die Eisenbahnverwaltung für sehn Minuten, 18.45: Deutſche Preſſe, 18.55; Aus Presburg: 16.35: Neue flowakische Muſit. Nafchau: 20.55: Novat: Serenade F- Dur. Mähr.- Ostran: 12.35: Rundfunforchestertonzert, Sendung: Dr. Patutschta: Ueber Schmerzen im 17.15: Volkslieder aus der SSSR, 18.10: Deutsche Darm, Liebeslieder. Millionen auf den Schienen. Zur Ergänzung fpiele, 18.35: Dentiche Arbeitersendung: Aktuelle schaft zu schließen; denn wissen Sie, unsere Sta meraden, denen wir Play machen, würden höchst das Jahr 1988 insgesamt 2112 Waggons bestellt, dem deutschen Kulturleben, 22.20: Jazzorchester. ungehalten sein, wenn wir uns gegenseitig BeBrag: Sender II: 11: Schallplatten, 14.20: Sihstreik in der Warschauer Oper. Die feit davon 142 für den Personenverkehr und den Rest Deutsche Sendung: Stammermusit, 14.55: Deutsche suche von längerer Dauer machten. Aber ich einer Woche ſtreikenden Angestellten und Mitar- für den Güterverkehr. Die neubeſtellten Versonen- Breſſe, 18.10: Bieberfonzert. Brünn: 17.40: glaube, wir sehen uns schneller wieder, als man beiter der großen Oper in Warschau sind Mitt- wagen stellen den beträchtlichen Betrag von 67 Mil Deutsche Sendung: Dr. Steinermeter: Luſtige Let chem erwünscht sein wird. Sollte ich demnächst woch zum Sipstreif übergegangen. Sie wollen das lionen Kč, die Güterwagen einen Betrag von 119 türe aus Schriften von F. Müller Musiteinlage. gefragt werden, warum ich ging und mein Ami Operngebäude erſt dann räumen, bis ihre Forde Millionen Ke ver. Es dürfte für unsere Leser nicht verlor, ich werde mit einem Bibelwort antworten: rungen der pünktlichen Auszahlung ihrer Ga ohne Interesse sein, zu erfahren, was die einzelnen " Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's ge- 8en und der Rückstände erfüllt sind. Waggons fosten. Verhältnismäßig am billigsten sind nommen, der Name des Herrn sei gelobt." Und Eine neue Ehrenliste. Der Reichsanzeiger die Beiwagen in den Motorzügen( Reihe Elm), ihr zu Ihnen, meine Herren und alte Kameraden, veröffentlicht eine neue Liste von 33 Personen, Preis bewegt sich um 170.000 Kč, so daß 22 neue fage ich nur: Gehet hin und tuet das gleidhe!" die der deutschen Staatsangehörigkeit für verlu- Beiwagen 3,663.000 Kč fosten werden. Der gångs man auseinanderging, sprachen die meisten stig erflärt werden und deren Vermögen be- barite Typ der Wagen Ce( Wagen 3. Klasse für Pernicht„ Adieu", sondern„ Auf Wiedersehen!" schlagnahmt wird. Außerdem erstreckt sich der sonenzüge) foftet bereits 312.700 Kč; davon wurAufrecht bis zum Tode. In Hamburg starb Verlust der deutschen Staatszugehörigkeit auch den 51 bestellt. Etwas mehr, und zwar 330.000 Kč, fosten die Wagen der Reihe Be( 2. Klasse für Peram 2. Feber furz nach Vollendung seines siebzig- auf die Familien der ausgebürgerten Personen. sten Lebensjahres der frühere Vorsitzende des Besteuerung von Ausländern in der Türkei. sonenzüge), ihrer wurden 18 bestellt. Den größten Zentralverbandes der Handlungsgehilfen Mar Die türkische Regierung beabsichtigt eine besondere Betrag allerdings stellen die vierachigen SchnellzugsJosephsohn. Um die freige: vertschaftliche Angestell- Steuer für die in der Türkei arbeitenden Auslän- wagen vor. So fostet z. B. ein Beiwagen für den tenbewegung hat sich Josephson ebenso große der einzuführen. Aus dem Ertrag dieser Steuer Blauen Pfeil( Reihe Calm) 550.000 Kč. Der Preis Dienste erworben, wie um die Konsum- Genoffen werden an junge Türfen, die sich im Auslande für einen Wagen der Reihe Ca( 3. Klasse) bewegt schafts- Bewegung. Er war einer der Gründer der auf verschiedenen Gebieten des Gewerbes und der sich nicht weit von einer Million Kč( 908.000 Kč). Hamburger Produktion". Josephson genoß große Industrie ausbilden, Stipendien verliehen werden. Der neueste und modernste Wagentyp der tschechosloAchtung. Als 65jähriger wurde er im Jahre 1933 Schwedisch- spanische Solidarität. Das Hilfs- walischen Staatsbahnen, ein fombinierter Schnellverhaftet, wochenlang eingesperrt und mißhandelt. fomitee für Spanien führte im größten Versamm zugswagen 2. und 3. Klasse, in dem die Size in den Das hat aber weder seinen Glauben erschüttert. lungslokal Stocholms eine großzügige Stundge- Abteilen der 3. Klasse ebenfalls gepolstert sind, kostet noch ihn abgehalten, das zu tun, was er als bung durch, auf der die Teilnehmer der schvedi- ungefähr soviel wie ein feiner Balast, nämlich nicht Kämpfer für Freiheit und Menschenwürde für schen Reichstagsdelegation nach Spanien über weniger als 1,045.500 Kč. Da 22 derartige Wagen richtig hielt.( FK) ihre Spanienreije Bericht erstatten. Unter den Zus bestellt wurden, wird es nach ihrer Lieferung möglich Eine schwierige Operation gelang dieser Tage hörern befanden sich auch etwa 250 Reichstags- sein, sie beinahe in alle wichtigeren Schnellzugsvers im Pariser Krantenhaus St. Antoine. Dort abgeordnete der verschiedenen Parteien. Die Teil- bindungen einzureihen. wurde ein Arbeiter eingeliefert, der sich das Herz nehmer der Spaniendelegation, Senator Bran- Wette unter Kulturträgern. Eine der fühdurchstochen hatte. Das Meffer war in die linte ting, Pastor Sandegard( Sozialdemokrat), Lektor renden Totioter Zeitungen," Nichi- Nichi". Herzfammer eingedrungen, so daß die Herztätig- C. G. Tengström( Volkspartei) und der Bauern| meldet, daß zwei japanische Leutnants, die vor feit aufgehört hatte. Den Aerzten gelang es, die parteiler Andersson aus Ovanmyra sprachen aus Ranting tämpften, eine Wette eingegangen Der rumänische Faschist Codreanu, der die Auflösung seiner„ Eisernen Garde" verfügte exte Die bon Stet en, er 11. ept ein be Der nd m tte e. 00 ie st en t gt 0 t 9.46 Mittwoch, 23. Feber 1938. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Fett- und Fleischverbrauch im Jahre 1937 Fleischkonsum um 11.3 Prozent, Fettkonsum um 8.6 Prozent höher als 1936 solle. Ich weiß ganz genau, daß ich kein unpar teiisches Studium durchführen könnte. Es gibt feine Meinungs-, keine Ausdrucsfreiheit mehr und die Mitglieder der Arbeitsfront, die lediglich eine Staatsorganisation ist, der man den DeckTür und Tor geöffnet. Die Sibung sprach sich nicht ermächtigt, sich ungehindert bei mir auszu mantel einer Gewerkschaft umgehängt hat, wären für eine planmäßige Bedugi sprechen. aber Anbaufläche auf GrundSeite 5 Die Belastungsverschiebungen gehen vielfach über das Maß hinaus, das für eine ganze Zahl von Steuerpflichtigen noch als wirtschaftlich tragbar zu bezeichnen ist. Zahlreiche Steuerpflichtige haben nach den neuen Erhebungsmethoden ein Mehrfaches der bisher bezahlten Gewerbesteuer zu entrichten... So hat sich z. B. ergeben, daß in Bayern gerade dietleinen und mitt leren Betriebe durch die Neuordnung der Gewerbesteuer nicht unerheblich höher belastet wors den sind, während gleichzeitig die großen Betriebe oft Entlastungen erfahren haben." Unsere Gewerbetreibenden sind zumindest lage des Jahres 1928/29 aus. Gleichzeitig soll schaftsbetvegung habe ich gegen die Auflöſung der Im Namen der internationalen Gewerkeine Preisregelung erfolgen, die eine deutschen Gewerkschaften, gegen die Unters Staffelung der Preise zugunsten der Kleinprodu- brüdung der politischen Parteien und gegen die Die gebesserte Beschäftigung und das Er- Renten vorsicht. Für den Fall, daß die Kontingen Judenverfolgungen protestiert. Mehrere meiner gelmis der Lohnbewegung wirten fich auch in dem hieraus nicht bete bertu ben eine rei persönlichen Freunde befinden sich in Konzen von derartigen, keineswegs paradieſiſchen Zustän Arbrauch der Lebensmittel aus. Zwar ist in- darauf hingearbeitet Heinen bis 30trationslagern, nur, weil sie den Geerschaften den verschont. Troßdem aber findet sich gar manfolge der feit 1. Jänner 1987 vorgenommenen grene für die feinen Sopfenbauern bis 30 angehörten. Mich unter diesen Bedingungen zu cher unter ihnen, der in der Einfalt ſeines Gemü Henderung der amtlichen Ausweise nicht mehr Bentner Hopfenerzeugung gefchaffen wird. genau erkennbar, wie sich der Durchschnittstontreibenden auch darüber etwas nachdenken, statt Die Aus aller Welt einer Prüfung der Arbeitsbedingungen einzu- tes noch nicht erkannt hat, daß hierzulande dank laden, ist infolgedessen rener Sohn." jum je Kopf der Bevölkerung entwickelt hat, bodh Kohlenförderung in Nordwestböhmen Das ist die Antwort. die Dr. Leh von einem der demokratischen Einrichtungen solche Auswir lassen die Ziffern über die vorgenommenen Die Braunkohlenförderung in Nordwestböh- internationalen Gewerkschaftsführer auf seine wo ohne Befragung der betroffenen Schichten eins fungen hintangehalten werden können, die anderss Schlachtungen erkennen, daß der Verbrauch von men betrug im Jänner insgesamt 1,147.000 Ton Einladung hin gegeben werden mußte. Auch der fach zur Tatsache werden. Wenn diese GewerbeFleisch und tierischen Fetten erheblich zugenom- nen und war damit um 140.000 bzw. 11.7 Pro- Führer der Parlamentsfrattion der Labour men hat. Die Steigerung im Jahre 1937, ver- zent kleiner als im Dezember 1937. Im Ver- Party, an den die gleiche Einladung ergehen ihr Heil etwa in einer Sonderbesteuerung der glichen mit 1936, beträgt bei Fleiſch 11.3 Pro- aleich zum Jänner 1937 ergibt sich eine Mehr sollte, hat abgelehnt. zent, bei Fetten 8.6 Prozent. förderung von 18.000 Tonnen oder von Es ist eine starte Zumutung an die inter- Konjumvereine zu suchen, wird es ihnen bestimmt Mengenmäßig ist das Quantum affer etwa über 1 Prozent. Gegenüber dem Jänner nationale Gewerkschaftsbewegung, wenn der nicht schaden. Zumindest dürften sie die Ueberzeu Fleischjorten von 3,352.071 q auf 3.640.844 q. 1929 bleibt die letzte Jännerförderung jedoch noch Leiter der Deutschen Arbeitsfront die ausländigung gewinnen, daß die herrschende Klaſſe also um rund 290.000 g gestiegen. Davon ent- um 358.000 Tonnen zurüd. Die Depots haben schen Gesinnungsfreunde der deutschen Gewerk- in dieser Diktatur, das Großkapital, fallen 1,580.992 a auf Rindfleisch( Zunahme jich im Jänner gegenüber dem Dezember etwas schafter einlädt, die selber in Zuchthäusern, Gez durchsetzt, wenn offen zugegeben wird, daß die die eigenen Interessen glatt und ohne Widerstand Timb 47.000 g), 1,610.343 g auf Schweine verringert. Im Jänner lagen insgesamt 370.000 fängnissen und konzentrationslagern gefangen großen Betriebe entlastet werden! fleisch( Zunahme rund 216.000 q). Dabei ist Tonnen auf den Depots, gegen 390.000 Tonnen nehalten werden. Er darf bei Gewerkschaftsfüh ein Rüdgang der importierten Ware und ein An- im Dezember. Den Depots wurden fomit im Jän- rern nicht die gleiche Naivität voraussehen, die steigen des Verbrauchs inländischer auch im Jah- ner d. J. 20.000 Tonnen entnommen. Der Arbei- so mancher ausländische Besucher des nationalresganzen feststellbar. Bei den Fetten beträgt das terstand blieb mit 20.655 gegenüber dem Dezem- sozialistischen Deutschland bewiesen hat. Die ingewonnene Quantum im Vorjahr 651.597 a ber 1937 fast unverändert. Gegenüber dem Jänternationale Getverkschaftsbewegung hat genüDie Korsettfrage im Unterhaus. Handelsminis gegenüber 586.677 q im Jahre 1986. ner 1937 ist jedoch eine Verminderung der Besnend Möglichkeiten, um sich ohne Mithilfe der legschaften um 415 Mann zu verzeichnen. An Diftaturorgane zuverlässig über die sozialen Ver- fter Oliver Stanley hat sich neulich im Unterhaus sehr ausführlich über die Korsetts äußern müssen. Er ist Schichten wurden im leßten Jänner insgesamt hältnisse in Deutschland und über das, was in nämlich von verschiedenen Seiten interpelliert wor 457.000 verfahren, gegen 455.000 im Jänner Deutschland für die Arbeiter geschieht, zu unter1937. Verfäumt wurden im Jänner d. J. 94.000 richten. Um Potemtinsche Dörfer vorführen zu gestiegen sei. Der Handelsminister betonte, daß hierden, wieso die Einfuhr von Damengürteln so start Schichten, gegen 109.000 in der gleichen Vor- fönnen, muß sich Leh schon andere Leute suchen. auf 50 Prozent Zoll erhoben würden, sogar 55 Projahrszeit. Im Känner 1938 entfallen demnach im Die Führer der internationalen Gewerkschaftszent für Süfthalter mit Spikeneinsatz. Boraut nordwestböhmischen Revier noch nahezu 5 ver- bewegung laſſen ſich nicht täuschen und werden unter ſchallenbem Gelächter des Barlaments die säumte Schichten auf einen Arbeiter.( DND) bem Nationalsozialismus folange in unverföhn Frage gestellt wurde, ob für Herrenforfetts die glei licher Feindschaft gegenüberstehen, solange es das den Zollfäße gelten. Außerdem beschäftigten sich die deutsche Volt und insbesondere die Arbeiterklasse m. P.'s ausführlich mit der Frage, wie die Höhe des bedrückt. Bolls bestimmt wird. Es gab wieder eine allgemeine Seiterkeit, als der Minister erklärte, die Säße richteten sich nach dem Volumen. teten sich nach dem Volumen. Es wurden so viel wige gemacht, daß der Speaker schließlich die Debatte als shoding" abbrach. Gegen die Hopfen- Kontingentierung Eine Sigung der Hopfenbausettion im deutschen Kleinbauernverbande beschäftigte sich mit der Frage der Hopfen- Stontingentierung, eine Maßnahme, durch welche das Landwirtschaftsminifterium mit Zustimmung der agrarischen Hopfenbauorganisationen die notwendige Eins schränkung unseres Hopfenbaues erzielen will. Die Maßnahme wird von den tschechischen Großprodu zenten empfohlen, die glauben, dadurch eine gerechte Anbauflächenreduktion verhindern und den ungefeßlichen Hopfenaussab sanktioniert erhalten zu können. Die Sibung sprach sich entschie den gegen die Kontingentierung atts. Diese Maßnahme wäre geeignet, die kleinen Hopfenproduzenten empfindlich zu schädigen. Die volkswirtschaftlichen Schäden, die durch eine der= artige Maßnahme entstehen müßten, wären ebenfalls sehr groß. Hopfen ist keine Rübe, die man im Falle einer besseren Ernte und eines eventuels len Mehrquantums verfüttern kann. Außerdem würde durch die Kontingentierung der Korruption Kč 553.670.Man erhält für 100 Reichsmark Markmünzen 100 österreichische Schilling 526.50 100 rumänische Lei 14.60 100 polnische Blom 100 ungarische Rengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs 1 englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinars 100 Belgas 100 dänische Kronen 522 50 559 50 660.50 92.95 142.50 28.30 120.40 . 1588.62.42 482 631.Fensterpromenaden Von Heinrich Hemmer Ein alter Herr, der wohl in seiner Jugend nicht viel anders ausgesehen haben mochte, wandte jein Gesicht einem jungen Paare zu, das aneinandergeschmiegt, ihn von der Couch gegenüber mit lächelnder Erwartung anblickte. Ich will gerne Ihrem Wunsch nachkommen, Fräulein Hildegarde", sagte er ,,, und eine Liebesgeschichte erzählen, die Ihnen die Ideale meiner Jugend näherbringt. Es ist ein sonderbares Erlebnis, das Sie hören werden, und ich hoffe nur, daß mein junger Freund, Ihr Bräutigam, den Sie nun für zwei Jahre aus Ihren Augen verlieren, daraus für sich eine Nußanwendung ziehen wird. Walter Citrines Absage an Ley durch das Londoner Abendblatt ,, Evening Stan Dr. Let von der Deutschen Arbeitsfront hat dard" der Welt mitteilen lassen, daß er die Abficht habe, zu dem im Juni in Hamburg stattfinbenden draft durch Freude"-Kongreß führende unter auch den Generalsekretär der Trade Männer der englischen Arbeiterbewegung, dar Inions, Walter Citrine, einzuladen. Die reichsdeutsche Presse mußte diese Propagandameldung in großer Aufmachung wiedergeben. Sie schreibt dazu, die Aufforderung Dr. Leys an die eng lischen Gewerkschaftsmitglieder und an verschie bene Parlamentsvertreter der Labour Party gehe von der Absicht aus, den englischen Gewerkschaf= tern und Arbeiter- Parlamentariern die Möglich feit zu bieten. fich selbst durch Augenschein ein Bild von den deutschen sozialen Einrichtungen zu machen und davon, was in Deutschland für den Arbeiter geschieht. Walter Citrine hat nicht gezögert. Leh sofort eine flare Antwort zu geben. Er hat Journalisten gegenüber, die ihn nach der Möglichkeit einer solchen Reise nach Deutschland befragten, glatt abgelehnt. Er hat dabei erklärt: ..Ich wünsche alles zu prüfen, was verdient, mit Nuben geprüft zu werden. Aber es ist lächerlich vorzuschlagen. daß ich mich zu einer Prüfung der Arbeitsbedingungen nach Deutschland begeben " Man könnte dem Dr. Leh empfehlen. daß er die deutliche Antwort Walter Citrines in der reichsdeutschen Presse ebenso groß aufmachen läßt, Arbeitervertreter verfügt hat. Aber er wird sich wie er das mit seiner Einladung un die englischen davor hüten, weil sonst der deutschen Arbeiter- Mirletone der große Schlager. Dem einst fchaft ein Beweis für die unverbrüchliche Soli- epidemischen Voyo ist jetzt ein Nachfolger entstanden, darität der internationalen Gewerkschaftsbewe ber schon heute ganz England in feinen Vann gegung gegeben würde. Rückgang der Außenhandel Japans ist im Jänner vesonders in der Einfuhr erheblich unter Vorjahrs( i. V. 319,9) Mill. Nen und die Ausfuhr auf höhe gesunken. Die Einfuhr senkte sich auf 209 172,3( i. V. 208,4) Millionen Yen. des japanischen Außenhandels Steuer und Gewerbe- anderswo Jm 2. Februarheft der reichsdeutschen Zeit schrift: Die deutsche Volkswirtschaft( National sozialistischer Wirtschaftsdienst") wird über die Erfahrungen mit der neuen Gewerbesteuer", die unserer Erwerbsteuer entspricht u. a. geschrieben: Bwar läßt sich ein abschließendes Urteil über die Entwicklung bei der Gewerbesteuer noch nicht fällen, da ein endgültiger Vergleich noch nicht möglich ist. Deutlich schälen sich aber bereits zwei Tatsachen heraus, die erhebliche Beachtung verdienen. fagte sie vorwurfsvoll. Sie waren ja nicht im Harfenkonzert", rascht, als sie mich, nach einer Stunde zurückkeh-| den. Als ich mich wieder einmal nach dem Ringrend, die ausgehängten Konzertprogramme studies straßenfenster begeben wollte, begegnete ich aber ren jah. Ich folgte ihr den Ring hinauf, sah, wie mals der Beate H. sie ihr dunkles Köpfchen einen Augenblic lang vor dem Fenster einer Mujitalienhandlung neigte, und schon war sie in einem Ringhaus verschwuns den. Im ersten Stod öffnete sich ein Fenster und werde ich der Olga W. persönlich meine Aufwarnun wußte ich, daß mein Vogel im Käfig ſaß, das tung machen, an ihrem Geburtstag." Das entpazzte mir so: nach Laune und ohne Verbindlich- fuhr mir so und ich war dann stolz auf diese Konteit danach Ausschau halten zu können. Denn ich war ein Romantiker. Fortab saß ich des öfteren vor einem Ringcafé, an dem die fleine Stonservatoriſtin nach der Rückkehr aus ihrer Lehrstunde vorbeikommen mußte. Steif und stumm wie ein Pascha saß ich da, und sie ging vorüber wie eine, die sich's nicht anmerken lassen wollte, daß sie sich geschmeichelt fühlt. Als es zu spät wurde für diese Art von die Herbstsonne wärmte die flare Luft, und alles Sport, ging ich des öfteren vor dem Ringstraßenhaus auf und ab und dachte: Das wird sie dir einmal hoch anrechnen, daß du ihr Fensterpromenadei. gemacht hast. Es war im alten Wien, ich war noch jung, war so, wie es sein sollte. Damals verkehrte ich in der sehr töchterreichen Familie.. to ich den Mädchen mein Leid zu tlagen pflegte. Als ich einmal der jungen Beate. begegnete, fagte sie schmunzelnd: Sie verehren ja die Olga W. Sie läßt Sie bitten, zu ihrem Harfentonzert zu kommen. Aber hören Sie. bestimmt!" Und damit drückte sie mir ein Programm in die Hand. ,, Nein", sagte ich ,,, ich war krank. Dafür zogen hat. Es handelt sich um das spottbillige Blass instrument Mirletone, dem man ohne Vorstudien be sonders wohlflingende Laute entloden tann. So Begeisterung für ein harmlojes Kinderſpielzeug. Zuettvas hat es ja schon gegeben, nicht aber eine solche seinen übrigen Teilen haben sich Wirletone- Chöre erst im Norden des Königreiches, nun aber auch in stärkt sind. Diese Vereinigungen, von denen es schon gebildet, die um einige wenige Jazzinstrumente vera hunderte im ganzen Lande gibt, wirten bei Wohltätigkeitsveranstaltungen mit und sind beim Pua blikum sehr beliebt. Sie haben sich zu einem Landesverband zusammengetan und geben sogar ein eigenes Blatt heraus. Im Laufe von Monaten haben die Orchester in sechs Grafschaften über 1.25 Millionen Kč gesammelt. Die Mirleionisten ziehen durch die Gassen, gefolgt von Büchsenschwingern; wo in einem Lrt mehrere Gruppen bestehen, versuchen sie sich gegenseitig im Ertrag ihrer Konzerte zu übertrumpfen, jede hat einen besonderen Namen und eine einheitliche Tracht. Alle großen Betriebe haben ihre Orchester; jenes einer Tabalfabrik ist einheitlich gefleidet wie die Figur auf den Reklamen der Firma. ..Was heißt hingebracht?" dachte ich. Soll das heißen: in eine andere Wohnung? War das Mädchen etiva davongerannt? Oder hatte sie gar einen der eleganten Hohlköpfe geheiratet, die ihr beim Konzert begegnet waren? Frau?" sagte ich etwas spiß. ,, Mit der Kunst war es ihr wohl nicht so recht ernst?" ..Die Harfe hat sie Ihnen gelaffen. gnädige ,, Sagen Sie das nicht!" rief die Frau geption. Beate blätterte in ihrem Notizbuch. Mama ,,, mitnehmen hat sie sie wollen, die Harfe, Olgas Geburtstag ist ja erst im Frühjahr", sie hat fich daran geklammert." Jept fam ein sagte sie und blickte mich zum ersten Male etivas Tränenstrom. Ich füßte der Dame die Hand und geringschäßig an.„ Sagen Sie ihr, sie kann mich überließ sie distret ihren mütterlichen Gefühlen. ,, Hören Sie", sagte ich unten zur Hauss am 22. März zum Nachmittagstee erwarten. besorgerin und drückte ihr zwei Stronen in die Aber bitte, allein!" Hand, damit sie ja gut höre ,,, wer ist denn der Bräutigam von diesem Harjenmädel da oben?" ,, Sagen's das nicht", rief die Frau ,,, so ein anständiges Mädel, so ein braves, die hat ihr lebenlang tan Bräutigam net g'habt." Nun hatte ich vier Monate Zeit, mich in Fensterpromenaden zu entfalten und mir das Rusammensein auszumalen, das diese Tätigkeit krönen ſollte. Die Olga W. bekam ich tatsächlich nicht mehr zu Gesicht. Aber ich wurde von ihr gesehen. So nahm ich an. Der Vorhang bewegte sich bisweilen hinter dem Fenster und ich dachte nach, wie gerührt das junge Mädchen sein würde, über all diese Anhänglichkeit. Am Morgen des 22. März schickte ich einen Strauß prachtvoller roter Rosen in das Ringstraßenhaus. staunt. ..So, wo ist sie denn dann?" fragte ich er..Ja, ich glaub halt, am Zentralfriedhof wird's liegen." ,, Was, sie ist tot?" ..Ja, mein Gott, schon lange. Beim Konzert hat sie sich eine Lungenentzündung geholt." Ich weiß nicht, wie ich ins Freie tam. Auf der Bant. unter den Kastanien, wo ich so oft ge= feffen, sant ich nieder und sah nichts mehr von der Welt nichts." Wie ich in den Straßen der inneren Stadt herumschlendere, immer dem geringeren Widerstand folgend, der größeren Lodung, blieb mein Blick auf einer der Zeitungsfilialen haften, es war in der Wollzeile, gerade in dem Augenblid, als ein junges Mädchen aus der Tür trat, schlan= fer und beweglicher als Wienerinnen sonst au sein pflegen, und etwa siebzehn Jahre alt. Ich heftete Am Nachmittag stieg ich mit pochendem Hermich dem jungen Ding, das von nichts eine zen die Treppe hinauf. Ein dienstbarer Geist Ahnung zu haben schien, unverzüglich an die Feröffnete, und ich wurde in ein Jungmädchenzimser. Erst bei der Ueberquerung des Ringes be- Beate war mit der Konservatoristin befreun- mer geführt. In einer Ecke stand die Harfe, und Die Geschichte verfehlte ihre Wirkung nicht mertte die Bute, daß ein Mann ihr nachging; det. Zweifelsohne hatten mich die beiden Mädchen eine von den Rosen steckte in den Saiten. Nach auf den fungen Mann. Es war ein junger Archies mußte das erstemal gewesen sein, daß sie eine einmal beobachtet, wie ich vor dem Ningitraßen- einer Weile raschelte es vor der Tür und ich tekt, der einen Zweijahreskontratt mit der afghasolche Erfahrung gemacht hatte, denn sie schien fenster herumturnte. Aber es paßte mir wenig in machte ein Tristangesicht... Isolde? Eine in nischen Regierung in der Tasche hatte. Er überdieser Huldigung eine besondere, ia eine entscheiden Kram, daß ich aus meiner privaten Rolle her- schwarzen Taft gekleidete Matrone trat ein. Es legte sich jeßt, daß eine hinausgeschobene Sache dende Bedeutung anzumessen. Die Bewegungen austreten sollte. Zum Sarfentonzert ging ich nicht. ist doch schön", sagte sie nach einer umständlichen doch allerhand Gefahren in sich birgt. ,, Wollten des Mädchens wurden mit jedem Schritt weicher. Die Olga W. hatte ich entdeckt und ich wollte nicht Begrüßung, daß es wenigstens noch treue, junge Sie mein Trauzeuge sein?", sagte er unvermittelt weiblicher. mit ansehen, wie ihr junge Parketlöwen, die sich Leute gibt. Ich habe der armen Olga die Rosen zu dem alten Herrn. Und sich zu Hildegard wen= früher nicht um sie gefümmert hatten, Blumen hingebracht. Ach, es hat ja alles so traurig gespenden und grinsenb den Dank einheimsen würsendet." Die offene Konservatoriumstür verschlang mein Schöne. Sie war weder erschreckt noch übers " dend:„ Du bist doch wohl seefeft?" lachte er:„, tvir reifen in drei Wochen!" Brite 8 Sozialdemokrat" Donnerstag, 24. Fever 1888. Nr. 48 Aggex^elimra Nmst mul MsE ..für HericKtssaak 8p»rt-8piek-Mrp«rMz» f ü r die Klinik Jiräsek gebracht.— Auf der ManeSbrücke, n.» wurde ebenfalls gestern vormittags die SSjährige Oer bestohlene VerkehrspoNZISt Private Anna Papouiek vom Auto deS Friedrich(Bezirksgericht.) In der an der Inwieweit die Eishockey-Weltmeisterschaft finanziell abgeschlossen bat, ist noch nicht genau bekannt, denn die Veranstalter lind noch mit der Bsianzmis- stelluna beschäftigt. Wit verlautet, wurden auS den Sl) Spielen rund 1,600.000 X8 eingenommen und einen, wenn auch nicht großen Gewinn ergeben. 148.000 Zuschauer haben den Spielen beiaewobnt, von denen 182.00 Eintritt bezablten. Dai Endspiel England—Kanada brachte die größte Einnabme mit 172 000 Kü. dann folgen Tschechoslowakei—Deutschland mit 148 000 KC und Tschechoslowakei—Schweiz mit 124 000 K£. Rettungsgesellschaft brachte ibn auf di« Klinik Ji» räsek. TclearammzusieNung in Prag. Die Telegraphen« Vertvaltung bat die innere Manipulation in der Prager Zentrallelegrapbenstation neu geregelt. wes- balb in Pmn. beginnen- mit Märi d. I.. Auslands» telegramme auf lichtgraugrüne Blanketten(bischer auf roten Blairketten) werden zugestellt werden. (Aus dem Poft« und Telegmptzenminifterium). Die AuSflugtzzüge der SiaatSbachnen veranstalten vom 26. Feber bis 6. März Fahrten in die Hobe Tatra um 840 Kt und in die Gebirgsbauden Kar« vatchorußlands um 620 Kl. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbachnchof, Televbon 888-85. Cnnrich aus Prag III. zu Boden geworfen. Die RettungSgesellschast brachte die PapouSek mit einer Gehirnerschütterung unb einem Bruch des rechten Schienbeines auf die Klinik Jiräsek. In beiden Fällen wurde den Wagenlenkern der Führerschein entzogen und daS Strafverfahren eingeleitet. Unfall auf dem Bahnhof. Auf dem Wrscho» wiher Bahnhof fiel gestern der 88jährige Kondukteur Wenzel FouS aus Hostwat, der auf dem Trittbrett eines Zuges stand, beim Geben des BerschiebungS- fignalS mit einer Laterne zwischen die Gekeife. Dio RcttungSaesellschaft brachte den Schwerverletzten mit einer Gehirnerschütterung, drei Rippenbrüchen, einem Bruch d«S rechten Ellbogens und verschiedenen Rißwunden und Verrenkungen auf die Klinik Jiräsek. Arbeitsunfall. Der 40jährige Arbeiter Josef Jedlinskch aus Kobyli» geriet gestern vormittags bei der Arbeit in der Kartonfabrik Kubinsiy in Holle« schowitz mit der linken Hand in eine Walzmaichme. Hiebei wurden ihm drei Finger zerquetscht. Die realistischen, stark sozial-tendenziösen rumänisther Maler S. P a r a h i m vorstellten, dessen Moltechnik allgemein wenig verständlich, dessen Wahl der akwck- len Sujet»(antifaschistisch und antilriegerisch) dafür sehr sympathisch ist. m. i. Ein Palästina-Film. Im Rahmen einer von ter Tschechoslowakisch-palästinensischen Handelskammer veranstalteten Matinke erfolgte die Prager Erstauj- führung eines Filme»„Fünfzig Jahre Palästina', der in Tel Awiv chergestellt wurde und in anschaulichen, der Propaganda für die Leistungen de» ,zionistischen Aufbau» dienenden Bildern die Entwichu« Palästina» seit 1882 zeigt, da die ersten jüdischen Pioniere(Verbannte russisch« Studenten) in» Land kamen, um e» zu kolonisieren. Die Geschichte der jüdischen Legion, die Balfour-Deklaration von 1917. die Eröffnung der jüdischen Universität Jerusalem 1026 und di« weiteren, noch in aller Erinnerung befindlichen Ereignisse sowie die Leistungen der jüdischen Kolonisation auf dem Gebiete der Landwirtschaft und de» Städtebau» sind in diesem Film zu sehen, der auch die Lebensprobleme der Siedler in kurzen dramatischen Dialogen andeutet und die Stimmungen' de» alten„heiligen Lande»" und seiner heutigen Bewohner künstlerisch zu erfassen sucht, wobei so berühmte Künstler wie der Sänger Aleran- der Kipnis als Miiwirkende erscheinen.—«iS— Zweiter MntterschulungSkur» in Prag. Zeit vom 15. bi» 19. Feber 1088 fand II. Deutschen Kinderklinik(Prof. Dr. Berthold Epstein), der von der Deutschen Hauvtstelle für Kinder»' schütz und Jugendfürsorge, Prag I., Malt näm. 11, veranstaltete zweite Kur» für Mutterschulung statt, welcher lebhaftem Interesse begegnet«. 64 Frauen und Mädchen nahmen an den unter der Leitung de» Herrn Prof. Dr. Berthold Epstein stechenden praktischen Uebungen teil und folgten mit großem Interesse den Borträgen über die Ernäbrung und Pflege de» Neugeborenen, Säugling» und Kleinkindes(Prof. Dr. Epstein), Erst« Hilfe(Prof. Dr. Hilgenreiner), Ebe, Familie und Mutterschaft(Prof. Dr. Hoyer), Frauenhygiene, Schlvangerschast, Wochenbett(Prof. Dr. Knau»), Vererbungslehre, ErbgesundheitSpflege (Prof. Dr. Singer). Erziehungsfragen(Frau Gertrud Pinsker). Aufgaben der Jugendfürsorge(Dr.< Viktor Prochazka). Angesicht» de» großen Inter- 1 «ss«8 für diesen Kur» ist«ine Wiederholung. desselben geplant. Die deutsche Oeffentlichkeit ist| den mitwirkenden Lehrkräften, insbesondere dem Leiter de? Kurse», Prof. Dr. Bertbold Epstein, für die> Durchfübrung desselben zu großem Dank« verpflichtet. Ein Mitkämpfer der Prager Parkanlagen gr» i stoiben. Wenn Prag heute über eine, wenn auch nicht i ausreichende Zahl aut angelegter Park» verfüge, jo fällt ein Hauptteil des Verdienstes dem dieser Tage in Riian verstorbenen Gartenarchitekten F. I. T h o m a Y e r zu, der sich in den achtziger Jahren nm di« Anlage und Kultivierung der Prager Anlagen verdient gemacht hat. Ein Bruder der Verstorbenen war der bekannte Internist der tschechischen Universität, Prof. Thomaner, der zu den tschechischen Acrzten zählt, die sich europäischen Ruf erworben baben. !vttt zwei Kindern in» Wasser gegangen Weltern sprang um 8 Uhr nachmittags die 81jährige Frau eine» Schmiedes, Emilie Jedlikka aus Lieben, bei der Liebener Brücke vom Ufer in die Moldau, wobei sie ihre beiden Söhne im Alter von 9 und 10 Jahren an der Hand hielt und mitriß. Auf das Geschrei der Knaben eilte der Maurer Jaroslav Noväk aui Zij« kov herbei, der sich von einem in der Nähe angelnden Fischer einen Kahn auSlieh und so den dreien zu Hrlfe kam, die er sämtlich rettete. Die Polizei brachte dann di« Jedlikka mit ihren Kindern in» allgemeine Krankenhaus. Grund der Tat sind häusliche Zer« würfniffe. Ein« Film herausgelockt. Dieser Tage gelang «S. den 26jährigen. wohnungslosen Elektromechaniker Josef Broj zu verhaften, der vor kurzer Zeit au» einem Prager Bahnhof eine Eilgutsendung berauSgelockt hatte, die einen Film im Werte von 5000 X£ enthielt. Den Film hat er dann al» unbrauchbares Dlaterial um 150 Xi verkauft. Ferner batte er am Tage vor seiner Verhaftung in einer Atvokatenkanzlei auf dem Wenzelsplatz einen Damenpelz im Werte von 4500 Xi. der einer Angestellten der Kanzlei gehörte, entwendet und versetzt; den Versatzzettel hatte er weiierverkauft. Er gelang, den Käufer ausfindig zu machen und den Pelz der Geschädigten zurückzustellen. Broj wurde »ach Pankratz gebrächt. General überfahren. In der Kreuzgasie in Smichow überführ gestern vormittags der Kraftwagen des Chauffeur» Ludwig Slezäk den 60jährigen General d. R. August Bitterlich. Bitterlich, der nur vom Kotflügel gestreift worden war, wurde mit einer Gehirnerschütterung und mehreren Rißtvunden auf Prag,-rb- An der Straßenkreuzung BodiL« kovä-Jungmannovü hielt eines Tages der diensthabende Verkehrspolizist einen jungen Mann an, der die Straße überschreiten wollte, während der Verkehrspolizist Halt gebot. Der Wachmann dikt-erte dem Sünder zwei Kronen Geldbuße, die dieser sich zunächst zu zahlen weigerte, worauf der Verkehrspolizist die Strafe auf vier Kronen erhöhte u>»d dem jungen Mann bedeutete, daß er ihn abführen lasten werd«, wenn er nicht zahle. Nun rückte der junge Mann mit einer Zehnkronennote heraus. Der Po» lizist schrieb die Bestätigung und holte sechs Kronen hervor, die der junge Mann herauszubekommen hatte. Im gleichen Moment, als er diesem di« Bestätigung und die sechs Kronkn übergeben wollte, wurde aber seine Aufmerksamkeit durch eine heran- fahrende Wagenkolonne abgelenkt, der er die Pastage freizugehen hatte, während er einigen anderen Wagen, die in der Ouerrichtnng kamen, die Fahrt sperren mußte. Der junge Mann benützte diesen Augen« Unbekannt« Kammermeflk Dvokäk». Da» der Oeffentlichkeit unbekannte Kammer-Terzett Dvokäk» für zwei Geigen und Viola wird an letzten Abend de» Dvokäk-ZykluS de» Prager Quartett» in der Stadtbücherei am 24. Feber(dazu die Streichqartette in G-Dur und AS-Dur) aufgesühri werden. Dvokäk» Freund J>^i. KruiS hat den Prager Quartett diese» Werk zur Verfügung gestellt. Der nationale Muflkprei» Polen» wurde Lubomir R o g o w s k i verliehen, der einige symphonisäe Opern konrponierte. Heute, 20 Uhr, öffentlicher Abend der Musik- Akademie— Lyzemnsaal. Spirlplan des Neuen Deutschen Theaieit. Donnerstag,(48:„LmnerLügen", Erstausführ.,TL. — Freitag, halb 8 Uhr:„Andri Chinier", D.— SamStag. halb 8 Uhr:„Der Zarewitsch",(5. 1,— Sonntag nachmittags:„ToSca". volkStüml. Borst. Spielplan der Kleinen Bühne. Donneriw«. 8 Uhr abends:„FlachSmann al» Erzieher".— Freitag, S:„Blaufuchs". Tbeaiergemeind« de» Kul« turverbandeS und freier Verkauf.— SamStag, 8: „Blaufuchs". Erpressung durch Verbleiben in der Wohnung Prag-rb- Diese Anklage wegen des Verbrechen» der Erpressung dürjle einzigartig dastehen. Angeklagt war vor dem Strafsenate des GR. Dr. H r u s k a der Schneidermeister F. au» den Weinbergen. Der Angeklagte wohnte in einem alten Miethau», da» von einer Jndustriefirma gelaust wurde, die an besten Stelle ein moderne- Gebäude errichten wollte. Di« Mieiparteien erhielten durch den Anwalt der betreffenden Firma die Kündigung, die sie auch widerspruchslos akzeptierten— unter ihnen and)-er angeliagie Schneider. Dieser bedang sich lediglich au», daß er da» Hau» al» letzter von allen Mietern verlosten dürfe, wa» ihm von dem AiUvalt Dr. P. auch zugestanden wurde. Als da» Hau» von allen Mietparteien bereits geräumt war und der Schneider F. aufgefordttt wurde, gleichfalls auszuziehen, wußte er immer neuen Aufschub seitens-es Anwalt» z» erlangen und e» glückt« ihm, die Sache derart in die Länge zu ziehen, daß der Kündigungstermin mangelsweiterer VerfolgungderKLndigungsfache wirkungslos geworden war. Der gutmütige A-vokat, der den Termin nicht so genau in Vormerk führte, war wie au» den Wolken gefallen, al» ihm der Schneider F. lächelnd erklärte,-atz er nunmehr da» Recht habe, in seiner Wohnung zu bleiben, bi- er zum nächsten Kündigungstermin eine neue Kündigung erhalte. Der Standpunkt diese» widerspenstigen Mieters ist fonnell ganz einwandfrei und die um ein Vierteljahr aufgeschobene Uebersiedlung durchaus begründet. Auf der anderen Seite bedeutete aber ein solcher Aufschub angesichts eine- solchen Bauprojektes einen großen Schaden für die Bausirma und sichertich mich unangenehme Folgen für den Anwalt. War ja doch die Bausührung bereit» vergeben, die entsprechenden Btstcllungen ge» I macht, die Arbeiter ausgenommen usw. All die» hatte sich der listige Schneider anscheinend wohl überlegt, denn in dieser Zwangslage ließ er dem Advokaten gegenüber durchblicken, daß er nicht ganz abgeneigt sei. au-zuziehen, wenn er einiges Geld zu sehen bekäme. Der Advokat zahlt« denn auch zunächst 600, dann 2000 XL, wobei es dem Schneider noch gelang, eine Abfindungserklärung zu erhalten, die ihn für jeden Fall gedeckt hätte. Da, er aber trotz dieser Zahlung noch inuner keine Miene machte auSiuziehen und offenbar diese einträgliche passive Resistenz forizusehcn gedachte, erstattete der Antvalt die Strafanzeige wegen Erpressung. Nach durchgeführter Verhandlung erkannte der Gerichtshof den schlauen Mann aber nur derllebertretung , nach dem Terrorgesrtz schuldig und ver« ; urteilte ihn zu fünf TagenArrest, b e- ; dingt. Zweite Rohrleitung nach KAranf Im Bau Di« Prager Wasserversorgung ist bekanntlich ein Kapitel, da» den zuständigen stellen reichlich Kopfzerbrechen verursacht hat und bis heute noch ver« ursacht. Die einstweilige Lösung durch Zuleitung filtrierten Moldauwassers hat- mit Recht wenig Anklang gesunden und zu verschiedenen Diskussionen, Anlaß gegeben. Erst kürzlich entspannen sich ähnliche Debatten um die Frage, woher da- Qucllwasser zu nehmen sei, das für die Versorgung der Hauptstadt mit einwandfreiem Master unentbehrlich ist. Der, Wasserbedarf Prags ist in den letzten Jahren in ständigem Steigen begriffen, so daß diese Frage tat» sächlich zu einer dringenden wurde. Im August v. I. wurde der Bmr einer zweiten Röbrenleitung zwi-, schen Käranü und Prag in Angriff genommen, die, bis Anfang 1030 fertiggestellt fein soll. Diese neu«, Leitung, die eine wesentliche Verbesserung des heutigen Zustandes bedeutet— wenn auch keine definitive Lösung— erfordert«inen Kostenaustvand vou rund 44 Millionen XL. Die neue Leitung verläuft rarallel zu der alten in einem Abstand von 6 Metern. Sw bedeutet eine zusätzlich« Wasserzufuhr von 85.000, Kubikmetern in 24 Stunden, so daß die Gesamt- leißung des Wasterwerke» in Käranh auf 170.000 Kubikmeter pro Tag steigt. Nachklänge zur Elshockey*Weltmeisterschaft Die„Basier Nationalzeitung" beschäftigten sich mit den Prager Eishockey-Weltmeisterschaften und schreiben unter„Blick hinter die Kulissen":„Durch einen Kongreßbeschluß, der erst nachträglich durcbge- sickert ist, wurde die merkwürdige Berfügum getrof- len. daß die drei Truppensieger und aus der Grupp« II der Zweikklassierte(Deutschland) für die Endrunde qualifiziert seien. Deutschland hatte in diesem Turnier zwei Spiele verloren; die Tschechoslowakei kam durch ein« Schiebung in die Zwischenrunde und die Schweiz, die nur eine Partie verlor und darüber hinaus Amerjka vollends ausschaltete, bleibt eliminiert. Da» nennt man im internationalen Eit- hockey„Sport"." In dem Bericht über da» Spiel Schweden- Schweiz um den 5. und 6. Platz des gleichen Blatte» wird u. a. fostgestellt:„Unsere Rotjacken(Schwei,, D. R.) waren ob der Machenschaften der Kongreßleitung so deprimiert, daß sie zunächst gar nicht antreten wollten-" Wie man sieht, hat da die Kon- greßleitung Dinge unternommen, auf die die Schwei, zer— und nicht nur diese allein!— geradezu mit Recht verweise» können. Den» z. B. die Kanadier mußten, obwohl sie in der Zwischenrunde Deussch- land gekchlage» hatten, in der Endrunde nochmal» miteinander spielen, weil der Beschluß, die Zwischen- rnndenergebniste würden für die Endrunde gezählt, wieder anulliert worden war. Der Schweizer Bericht scheint aber in bezug „Schiebung dec Tschechoslowakei" über dar Ziel hinauSgeschoffen haben, denn wenn man von der Konzession an die Gruppe C der Vorrunden abstehl, bat sich die Tschechoslowakei doch ehrlich in die Endspiel« durchgekämpft. Daß aber die KangreßleiwW in die Kämpfe„guimeinend"«ingegrisfen bat, da» war ersichtlich in der offenen Proiegierung Deutschlands, welches unverdient die„Ehre" der Endrunde genoß. Der Kongreß hat den gemeldeten Protest von feiten Deutschlands gegenüber England» Kanadier nicht Rechnung getragen. Jin Gegenteil, eS wurde bestimmt, daß diese Kanadier weiterbin England» Nationalteam bilden können. Dieser Beschluß bat Schweden verschnupft und man stellt hiebei fest, daß eine Eurovameifterschaft hiedurch jeden Wert verliert und durch Englands überseeische Sportaladiatorcu die armen Europäer an die Wand gedrückt werden. — Entstand, das Mutterland des sportlichen Fair vlay— hebt durch naturalisierte Kanadier sei» Prestige, weil es aui eigenem e» nicht vermag. In dieser Beziehung haben die Schweizer vollkommen recht: Da» nennt man im internationalen Eishockey„Sport". Paris spielt die erste Geige... Al» vor ungejähr drei Jahren das„Befreite Theater" Boslovec& Werich nach einjähriger Pause wieder u spielen begann, war das Stück„Die Hadernballade" ein großer Erfolg; es war die Ballade vom Leben des Raufbolds und Säufer», der «inen Mord und seine lose Zunge auf dem Galgen büßt«, vor allem ober ein Erfolg de» volkstümlichen französischen Dichter» de» 15. Jahrhundert», F r a n» gois Billon, dessen Lied:„Hui, Herr König" dann fast zu einem Schlager wurde. Nun griff auch E. F. B u r i a n zu der au» den Liedern und Pamphleten BillonS meisterhaft zusammengestellten umdichteten Sammlung Otokar Fischer» und gab in einer Tanzbilder« und Sprechchor-Montage«inen seiner gelungensten Abende. Er wählte für die erste Hälfte des Stücke» diejenigen Gedichte und Song» aus dem ersten„Testament" heraus. In denen der Gedanke der Auflehnung gegen da» komfortable Leben der Reichen und Mächtigen im Gegensatz zu der bodenlosen Armut der anderen besonder» stark hervortritt. toobei, wie im Theaterblatte richtig bemerkt wird, Billon nicht al» betoußter Spezialrevolutionär seiner Zeit betvertet werden kann. Da» ungebunden« Leben der Pariser Straß«, der Kumpane au» Spelunken, der allzu willigen Straßenmädchen gipfeln über TodeShöbnung und Todesklage in Wort und Tanz in dem Lobe der Pariser Dtädchen: Und Pari» spielt die erste Geige,.. Die zweite Hälft« d«S Abends beherrscht der bitter-zynische Ton in der „Klage der gewesenen Frau Zeugmeisterin" in dem Nachsätze zum.^Testament" in der„Ballade von Lästerrnngen", im„Epitaph" des psaffenironisieren- den guten Christen Billon. Einen Augenblick reinster Lyrik, sehr eindrucksvoll und pietätvoll dar
tet, wurden Bilder aufgehängi, die;inS den sur- Bezua»bedinaungen'Be, Zustellung mlSau» oder bei Bezug durch die Pott monatlich XL 17—. vierteljährig XL 61—. halbjährig XL 102.—. ganzjährig XL 204.—— Inserate werden la-ii Tarik billigst berechnet.— Rückstellung von Manusi-nplen erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.- Die ZeitungSfrankatur wurde von der Post, u. Te'earaphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800. VII/1980 bewilligt-(Kontrollvoltamt Praha 26.— Druckerei:.jDtbiä" Druck«. Verlags« u. ZeimngS-A.-G. Prag. Kinderfreunde Prag Der große Erfolg unseres vorjährigen Mummenschanzes ermuntert uns, für unsere Falken und die Kinder unserer Freund« auch Heuer wieder einen Nunimenichani' durchzuführen. Parole ist «Spuk um die Spielzeug-Kiste“. FÜr Kinder und Eltern wird die Veranstaltung ein Freudenquell sein. Sonntag, dm 6. März 1938, 3 Uhr nachmittags. Freiwilliger Regiebritrag. Großer Urania-Saal (Klimentsiä ul.) Wir erwarten bestimmt Ihren Besuch! blick, um nebst dem Wechselgeld und der Quittung auch noch die zehn Kronen, di« der Wachmann in der Hand hielt, an sich zu nehmen und vorerst zu verschwinden. Ei war alle» in allem«her«in dummer Streich, al» ein tatsächliche» Delikt. Der Täter entkam aber nicht, denn einige Wochen später erkannte ihn der Polizist bei einer zufälligen Begegnung auf der Straße und ließ ihn verhaften. Di« Folge Ivar ein« Anklage vor dem GR. Dr. B l k, wegen llebertritnng de» Diebstahls. Dor Gericht zeigte sich der Angeklagte außerordentlich zerknirscht und äußerte seine Reue. Das Gericht verurteilte ihn zu 48 S t u n d e n Arrest, umgewandelt in eine Geldstrase von 200 Xi, unter der Bedingung, daß er den Schaden gutmache, wa» der Angeklagte auch auf der Stelle tat. Die Strafe ist bedingt und wird dem unbedachten jungen Mann Wohl eine gute Lehre bleiben. Toscanlni und Oesterreich Zur Absage To-caniniS an Salzburg—„für Oesterreich von hoher kultureller und von großer wirtschaftlicher Bedeutung"— schreibt die„Basler Ltational-Zeitung" unter anderem: E» war eigentlich vorauszusehen, daß To»« canini auf die österreichischen Ereignisse so reagieren werde, aber die vielen Kombinationen aus dem Nebel dieser Tage übersahen diese Diäglichkeit. Der Diktator des Podium» ist bekanntlich ein erbitterter Gegner der politischen Diktaturen. Er hat in Italien wie in Deutschland die Schlußfolgerungen aus seiner Gesinnung ungewöhnlich mannhaft gezogen. Au» der Enthaltsamkeit in diesen Reichen kam die pnneiguiig zu Oesterreich, besonders zu Salzburg, dem Toscanini«in nie erhoffte» Glück beschert hat. Man erinnert- sich des Donnerwortes, das er im tetzten August zu Furttvängler sprach, als dieser deutsche Kollege sich in Salzburg mit ihm verständigen wollte: Wer jetzt in Bayreuth dirigiert, hat in Salzburg nickt» zu suchen. Furtwängler leitete dort nur ein einzige« Konzert, und seine weiter« Mitwirkung, besonder» im Theater, war lehr fraglich. Jetzt könnte e» dazu kommen. Denn mit Toscanini würden wohl auch Walrer und Steinhardt Salzburg fernbleiben. Dann wär« aber die Festspielstadt. wie sie fett 1084 geworden ist, erloschen; das neue Haus bliebe leer, und fein Erbauer Holzmeister könnte daraus«in Schlageter-Denkmal machen(wa» ihm gar nicht fernliegt). Da» Dritte Reich hat nämlich gar kein Interesse daran, Salzburg als Feftjpielstadt zu erhalten, weil es für München und Bayreuth«in« bedenkliche Konkurrenz geworden ist. Aber selbst Furtwängler, wenn er ostentativ über die Grenze geschickt würde, könnte den Zauber nicht erneuern: das Publikum aus dem Westen bliebe au». Auch Maffenzüge durch ,Alraft uns Freude" vermöchten es nicht, den Salzburgern und ganz Oesterreich einen Ersatz für da» valutastarke Ausland zu bieten, das in Salzburg seine Sympathie für da» bedrängte Oesterreich und für seine unvergängliche Kunst bekundet hat. Mozart kann sich leider nicht mehr dazu äußern, wa» er über die winterlichen Neigungen seiner Heimatstadt denkt, und er kann auch die Aufführungen seiner Werke ad majorem deorum minornm glorram nicht mehr verhindern. Aber man darf annehmen, daß er e» mit Toscanini halten würde. Die Absage de» Maestro ist jedenfalls ein trauriges Aetterzeichen Oekterreich.