here Snit el bas ber tt am at die htt Dem It. 00 che fife r8. 2. Sozialdemokrat Rentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag rft. 00. 18 Jahrgang 8: Der дет ifs ", nis по en and Der 17. m Di te in Dic t. 币 b be et 18 er i. 25 8. 1 it B t, 3 3 FHEBE rt 211 1. ir in n C t, en 10 ia Freitag, 25. Feber 1938 Aus dem Inhalt: SdP- Morddrohungen gegen Sozialisten Die Radium- Bergleute im Kampf Hampl: Kein Grund zur Nervosität! Prager Untergrundbahn wird Wirklichkeit Bis hierher und nicht weiter..."„ Bis in den Tod Leidenschaftliche Rede Schuschniggs für Oesterreichs Unabhängigkeit Wien. Bereits lange vor Beginn der Bundesratssitzung begannen sich in der Umgebung des Barlamentes zehntausende Menschen zu versammeln. Die Ringstraße sowie die anderen Straßen in einem weiten Umkreis des Parlamentes mußten bald für jeden Verkehr gesperrt werden. Vor 19 Uhr waren hier bereits Hunderttausende. Der Bundeskanzler war auf dem Weg zur Sigung Gegenstand von Ovationen der Angehörigen der ,, Vaterländischen Front", die in den Straßen Spalier standen. Große Ovationen wurden ihm auch bereitet, als er den Sitzungssaal betrat. Der Norfitende erteilte Dr. Schuschnigg nach Erledigung der kurzen Formalien fofort das Wort: In seinen ersten Säben erinnerte der BundesPangler daran, daß in dem Saale, in welchem die Sigung abgehalten wurde, mehr cls einmal Defter reich, ſein Begriff, ſein Sinn und ſeine Existenz zur Debatte standen. Diese Sigung fenne nur einen Bunkt der Tagesordnung ohne Allfälliges und ohne Debatte und dieser laute: Oesterreich! ( Minutenlanger Beifall.) Die Regierung erachte es als ihre erfte und selbstverständliche Pflicht, mit allen ihren Kräften die unversehrte Freiheit und Unabhängigkeit des österreichischen Vater landes zu erhalten. Oesterreichs Sendung Was ist der Sinn des felbständigen Defter reich? fuhr Dr. Schuichning fort. Der Stampf hat das Riel, dem deutschen Wolf in Desterreich den Weg zu saves halten wird, daß Oesterreich sich als deutscher Staat bekennt. Weiter wird der unveränderte Fort. bestand der Nömischen Protokolle festgestellt. Es hat in dem seither abgelaufenen Zeitraum nicht an Versuchen gefehlt, immer wieder auf tauchende Reibungen und Hemmungen bei der Durchführung des Abkommens zu übertvinden. Der letzte Verſuch ſeitens Desterreichs erfolgte im Feber 1937, als das Siebenerfomitee in der Teinfaltstraße ins Leben gerufen wurde. Die durch unterschrift ausdrücklich festgelegte Grund bedingung war die Anerkennung der Verfassung vom 1. Mai 1934, die Anerkennung der Vaterländischen Front als alleinige Trägerin der politischen Willens bildung in Desterreich und der Verzicht auf illegale Betätigung. ,, Bis hierher und nicht weiter!" Daß die Befriedung im Nahmen der öfter. unveränderte Fortdauer des Rompaktes. Neben dies fen beiden Staaten nannte er später noch England, Frankreich. USA und die Schweiz, auf deren Sympathien er sich berief. Wir können Anspruch erheben, fagte er, daß unsere Politik sowohl als Realpolitif, als auch als Idealpolitik im Dienſte des Friedens gewertet werde. Der Defterreicher, der sein Vaterland frei und un abhängig will, denkt hiebei an alles andere, nur nicht an den Friedensvertrag. Ganz gewiß nicht auf Grund dieses derzeitigen Vertrages fordern wir die Anerkennung unseres Rechtes. Oesterreich muß Oesterreich bleiben! Maßgebend muß bleiben der feste Wille des österreichischen Volkes und die unabänderliche Ueberscagung seiner verantwortlichen Führung, daß unser Defterreich Desterreich bleiben mun.( Minutenlanger Beifall.) Wir haben uns unsere Grenzen nicht ausBesucht. Wir haben das geographische Bild, welches die europäische Landkarte heute bietet, nicht verschul det. Aber das, was wir haben, das wollen und werden wir behalten.( Erneuter tofender Beifall.) Wir bekennen uns feierlich vor aller Welt zu unserem Vaterland, und zu den Grundgesetzen, die für uns bie unabänderliche Basis des Zusammenlebens find. Bir find ein chriftlicher Staat, wir sind ein dent. fcher Stoot, wir sind ein freier Staat. Wir sind uns vollkommen im flaren, daß der Staat nur sehr mittelbar sein Wort in die Glück und Wohlstand zu erschließen und zu sichern, reichischen Verfaſſung und ihrer Gefche erfolgt, istagicale legen lann, wenn es gilt, die Geschide die Bunden zu heilen, die der Strieg und der Krie in den Vereinbarungen mit dem Reich ausdrücklich der Welt zu entscheiden, obwohl es gewiß zwedmäßig densvertrag schlugen, dem deutschen Voll in Defterreich und gleichermaßen den zahlenmäßig geringen und eindeutig formuliert worden, und es wurde die gewesen wäre, wenn man mehr auf die Stleinen gefrembvoltlichen Minderheiten, die auf dessen Boden Versicherung abgegeben, das Maßnahmen getroffen bört hätte. Es ist gewiß, die Grenzen wurden falfch ihre Heimat haben. Der Grundsaß in unserem werden, die jede Einmischung reichsdeutscher Bar- gczogen. Vielleicht kommt einmal der Tag, wo der Stambie ist aber das Grundgefeß der armonie telstellen in unsere Angelegenheiten ausschließt. Die Begriff Europa neu abgesteckt wird und ein anderes unferer Kultur. in der klassisch= neuorganiſiertes Europa erſteht. bumanistische, national deutsche bisherigen Illegalen werden für eine etwaige wet. und christ I ich abendländische Ele- tere Betätigung keine Deckung durch außerstaatliche mente mit einander verbunden sind. Blut- und Erb- Stellen, aber auch keine Tolerierung durch die verbundenheit eint sich mit dem Glauben an eine Bundesregierung erfahren, sondern werden für unsterbliche Se ele. folche Verstöße unnachsichtig bestraft werden. Ich brauche nicht erst zu betonen, daß auslän. dische Vorbilder für uns nicht in Frage kommen, da einerseits aus volitiſchen Situationen geborene Schlagworte grundsählich nur innerhalb der Gren Wir sind bis an die Grenze gegan gen, hinter der klar und eindeutig ein sen bes Staates, wo fie aufta men, Geltung» bis hieher und nicht weiter“ steht. haben, andererseits, weil Desterreich burch die Ver-( Stürmischer Beifall.) faffung an fir neue Wege beschritten hat. Der Obersalzberg Und nun zum entscheidenden Anlaß: Der Reichskanaler hat an mich die Einladung zu einer Ausivrache ergehen lassen, die am Oberfalzberg stattgefunden hat. Das bekannte Abkommen bom 11. Juli 1936 hatte in feiner Durchführung Schwierigkeiten aufzuzeigen, deren ungelöstes Fort beſtehen eine afute Gefahrenaue Ile bedeutet hat. Die Tatsache nun, daß diese persönliche Fühlungnahme al3 volitische Sensation betverter wurde, zeigt für sich allein schon, daß es bisher nicht restlos gelungen war, die Spannungen zu lösen. Ein nach unserer festen Ueberzeugung von nns unverschuldeter und unerwünschter, auf die Tauer unerträglicher Zustand. Und nun soll Frieden sein. Es soll ein Frieden sein, der beiden Teilen gerecht wird, ein ehrenboller Friede, der dem Kampf, der mit unglei hen Waffen geführt wurde, ein Ende fett. Dieser Stampf war zur Gänze auf österreichi schem Boden ausgetragen worden, er war gewiß nicht im Interesse des deutschen Volfes und Raumes und bildete sogar eine Gefahr für den allgemei nen Frieden. Souveränität Oesterreichs Wenn wir bis zu dieser Grenze gingen, fo im Vertrauen auf Wort und Versönlichkeit des Reichsfanzlers. Ich meinerseits erkläre, daß ich vollkommen bereit bin, ohne alle Nebengebanken, das von Defter reich gegebene Wort einzulösen. Wir werden glücklich sein, wenn damit die harte Zeit, die mit einem arten Tag am 12. feber 1938 schloß, wirklich ihr Ende fand und zum Frieden geführt hat. Defensivstellung zu Ende Nr. 47 für Rot- Weiß- Rot" Die Rede Schuschniggs ist eine nicht geringere Ueberraschung als sie die Begegnung auf dem Obersalzberg war. Die Abmachungen von Berch tesgaden wurden allenthalben als der Anfang vom Ende eines unabhängigent Defterreich gewertet, es schien vielen, daß der Widerstandswille erkennen. Wie eine Mauer steht die Front von über drei Millionen erwachsenen Desterreicher. Wenn ich sie rufe, so weiß ich, sie werden kommen. der herrschenden Männer gebrochen sei. Diese Meinung wurde durch die Nede vom vergangenen Sonntag nur noch gestärkt, in der eine förmliche Anerkennung der österreichischen Unabhängigkeit entgegen den auf dem Obersalzberg getroffenen Abmachungen fehlte. Die Stimme, der gestern abends fast die ganze Welt lauschte, war die Stimme eines Mannes mit unbeugsamem Willen, eines Mannes, der nicht gewillt ist, fein politisches Verhalten von den nationalsozialistischen Drohungen abhängig zu machen. Das Problem ist: es darf feine Klaſſenfronten Schuschnigg, dem Bannkreis des Obersalza geben und das eine sage ich Ihnen: Wenn dieser berges entronnen, fand sich einem starten Drud Appell nicht helfen sollte, und wenn sich irgendwo ausgesetzt, der aus den Reihen des österreichischen eine Frontstellung„ hic Arbeiter, hie Intelligenzler" bilden follte, dann werden Sie mich bei den Arbeitern Volkes tam: die Kraft des Widerstandswillens, der sich angesichts des neu einsetzenden nationals finden. Es iſt nicht jeder, der nationalsozialiſtiſches Gebanfengut vertritt, deshalb zugleich schon ein schlech sozialistischen Uebermutes bemerkbar machte, über= ter Desterreicher, es ist nicht ieber, der im einzelnen raichte nicht nur die ganze Welt, sondern wohl anderer Meinung ist, welche politische Organisation auch Schuschnigg selbst. Und man darf sagen, daß er von früher her in Erinnerung trägt, fei es fo- dieser Widerstandswille vor allem in den öster zialistischer, christlichsozialer oder nationaler, fchon reichischen Arbeitern lebt, die unter deshalb allein der böse Feind. Wenn er nur bereit Sintanseßung ihrer Nachegefühle, wenn auch nicht ist, dem Gedanken des Vaterlandes zu dienen. Diese unter Hintanseßung ihrer Gesinnung, dem politi Auffaffung ist durchzusehen, die Menschen wieder zu Menschen finden läßt, ohne daß irgendwo ein Büroschen Gebote der Stunde folgten und für Desterbazwischen steht oder eine Organisation. reichs Unabhängigkeit eintraten. Schuschnigg fand nach der Arbeiterfeite Nicht die Staatsform steht heute aur Debatte, fondern es geht um den Staat. Wir werden Desters warme, anerkennende Worte. Aber er gab ein Für das neue volitische Zusammenleben in reichs Traditionen nicht vergessen. Aber mit De- chiefes Bild von der geſchichtlichen Leiſtung der Defterreich fidjern wir jedem die Freiheit feiner ver- monitrationen, auch mit gutgemeinten, muß jest österreichischen Arbeiterbewegung, wenn er darauf sönlichen Meinung zu, soweit sie nicht gegen die Schluß sein. Ich werde vernünftige Vorschläge stets binivies, daß es gegolten habe, den zerseßenden, Grundlagen des Staates verstößt. Denjenigen aber, gern prüfen, Forderungen aber werde ich nicht an das Land gefährdenden Internationalismus zu die bisher den Nationalismus oder den Sozialismus überwinden, der nach dem Umsturz gesiegt habe. auf ihre Fahne gefchrieben hatten, fagen wir: Nicht Es sei der Wahrheit entsprechend festgestellt, daß Nationalismus oder Sozialismus, fondern Patriotismus lautet unsere Parole. nur die österreichische Sozialdemokratie damals Land und Volt vor dem Chaos bewahrt hat und insbesondere durch ihr Wirken in Wien ihre unge= heure schöpferische Straft bewies. Schuschning irrt auch, wenn er meint, das Bekenntnis der österreis chischen Arbeiter zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus und zur Unabhängigkeit sei ein Bekenntnis zu seinen politischen Methoden, sei cine Sanktionierung der Unfreiheit, in der die österreichischen Arbeiter leben. Soll..der deutsche Friede" auf festen, Oesterreich nicht gefährdenden Grundlagen beruhen, so muß vor allem den ge= werkschaftlichen Organisationen der Arbeiter die Freiheit der Entwicklung und der Meinungsbilbung gegeben werden. Der Bundeskanzler hat felber festgestellt, daß eine Liquidierung der Fol gen des Kampfjahres 1934 noch nicht möglich war. Diese Liquidierung kann nur in der voll ständigen Wiedergutmachung nach der Arbeiters Seite bestehen. Das ist der Vorbehalt, mit dem Desterreichs Arbeiter um ihrer eigenen und der Zukunft hres Landes willen an der Organisierung des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus teilnehmen. Realpolitik und Idealpolitik In einem ausführlichen wirtschaftlichen Teil führte der Bundeskanzler dann Daten über die güns ſtige Entwicklung in Desterreich an. Dr. Schuschniga sprach über die politischen Besichungen zu Italien und Ungarn und betonie die Die geballte Faust in Oesterreich Die Zeit der Defensive und des Abwehrkampfes ist vorüber, die Zeit des Ausbaus der österreichischen Stellung ist gefommen. Wenn Sie mich nach Gas rantien fragen, so sage ich Ihnen: Ich glaube nicht nur an Oesterreich, ich weiß, daß der Freiheitswille des Volles es erhalten wird. Gott wird uns helfen, da wir selbst bis zum äußersten entschlossen sind, und unser Sieg steht außer Zweifel: Vis in den Tod für Rot- Weiß- Rot! nach Schluß der Nebe zu mächtigen Manifestationen in der Umgebung des Parlamentes, insbesondere auf der Ringstraße tam, einen mächtigen Der Reichsfanzler hat in seiner Mede am 20. Feber die Berchtesgadener Vereinbarungen als Erst jetzt wird bekannt, daß bei einer Einbrud hervorgerufen. Die Manifestationen Ergänzung im Rahmen des Abkommens vom 11. Gegenkundgebung, welche die Vaterländische dauerten fast bis Mitternacht. Ihren Höhepunkt Juli 1936 bezeichnet. Dieses Abkommen enthält Front in Graz gegen die Nationalsozialisten erreichten sie, als Hunderttausende vom Parla1. die Feststellung, daß die Reichsregierung bie veranstaltete, tausende Arbeiter mit erhobener bolle Souveränität Desterreichs anerkennt, Faust vor dem Grazer Frontführer vorbeiKundgebungen in Wien 2. die Feststellung, daß die beiden Megierungen marschierten. bie im anderen Lande bestehende inne politische Gestaltung einschließlich der Frage des öfterre hi fchen Nationalsozialismus als inner- Angelegenheit des betreffenden Landes betrachten, 3. die Feststellung, daß die österreichische Regie. rung ihre allgemeine Politit im Sinne des GrundWien. Die Kundgebung des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg hat nicht bloß im Bundestag, sondern noch mehr in den Straßen, wo es ment in einem Strom zum Schwarzenbergplatz und in einem anderen Zuge zum Rathaus zogen. Vor dem Maria- Theresien- Denkmal hatten sich die österreichischen Minister und die Führer der Vaterländischen Front mit dem Bundeskanzler an der Spike versammelt. Hier kam es zu einer groen Manifestation für den Bundeskanzler Dr. Schuschnigg und für das selbständige Desterreich. Die Rede Schuschniggs war als eine Erklä rung der Begegnung auf dem Obersalzberg Scite? gedacht. Sie wirkte jedoch vom Anfang bis zum Ende als eine Polemik mit dem Obersalzberg, und zwar als eine gut deutsche Pos Te mit. Sie war eine eindrucksvolle Widerlegung der anmakenden Behauptung, der National ſozialismus jei identisch mit dem deutschen Wolksſen, daß zwiſchen Deutſchland und Deſterreich vor tum. Der Bundeskanzler konnte darauf hinwei 1933 ein außerordentlich herzliches Einvernehmen bestand. Erst der Nationalsozialismus hat dieses Einvernehmen zerstört und sich durch die verderb lichsten politischen Methoden in den Besitz des Landes zu seven versucht. Schuschnigg vergaß nicht, einige Male auf den Tod des Bundestangs Yers Dollfuß hinzuweisen, der allerdings nach dem er ſeinen Mördern im Feber 1934 den Weg geebnet hatte- als Opfer jener Methoden fiel. Nun hat man die Ueberzeugung, daß nach dem Willen Schuschniggs jene Methoden über Desterreich nicht triumphieren sollen. Auch die Stimmung, die seiner Kundgebung im Saale der österreichischen Nationalversammlung entgegen schlug, war eine Bestätigung dieser Auffassung. Was die österreichischen Nationalsozialisten er warteten und wohl auch von Deutschland vers sprochen erhielten, war sehr viel: die vollkommene Freiheit nationalsozialistischer Betätigung im Mahmen der Vaterländischen Front und schließ lich deren Zersetzung. Was ihnen Schuschning zu geben bereit ist, ist herzlich wenig: die Zusicherung nämlich, daß sie, wie auch die ehemaligen" Sogialdemokraten, in die Vaterländische Front ein treten und sich im Rahmen der bestehenden Ges seze in ihr betätigen dürfen. Eine illegale nas tionalsozialistische Arbeit komme nicht mehr in Frage, sie werde nach den bestehenden Abmachun gen mit Deutschland von ausländischen Stellen Man wartet Freitag, 25. Feber 1938 Nr. 17 Nr und lichen Betrachtung, die viel bescheidener, aber auch Siräfte des Widerstands im Innern sind über- Klub der außenpolitischen Redakteure der Fall ist. tiel überzeugender war als jene, die wir am raschend groß und energisch. Nun hat das A u 3- Der letztgenannten Vereinigung wurden feiner: Sonntag hörten, den Nachweis, daß Desterreich land das Wort, jenes demokratische Ausland, zeit vom Außenministerium besondere Informa lebensfähig ist. Er sagte überhaupt Dinge, die das an Oesterreich und vor allem an dem österrei- tionen erteilt, bis sich Minister Krofta man in Deutschland schon seit dem Jahre 1933 chischen Arbeiter soviel gesündigt hat. Verbünden dies mit Recht entschloß, zu den regelmäßigen nicht gehört hat, und da der Deutſchlandſender sich die demokratischen Kräfte des Auslands mit Zusammenkünften mit den Journaliſten die die Rede übernahm, wird sie ihre erzieherische den Widerstandskräften im Innern, so wird vom außenpolitischen Redakteure einer größeren Anirung nicht verfehlen. Uns dünkt, man wird Obersalzberg nicht die Eroberung Deſterreichs zahl von Zeitungen, darunter ſelbſtverſtändlich an sie noch länger, vor allem aber lieber denken, durch den Nationalsozialismus ausgehen, sondern auch deutscher, einzuladen. Diese Praris hat fic als an die Kundgebung vom vergangenen Sonntag. die Fähigkeit zum Bau eines Dammes gegen die bewährt und an sie sollten sich auch das Minis Desterreichs Lebenswille ist vorhanden. Die braune Flut. sterium für nationale Verteidigung wie alle an deren militärischen Faktoren halten. Es ist eine unverdiente Zurücksetzung der deutschen Journa für sie genaue Grenzen bestimmt und die bereits bes listen, wenn der Herr Generalstabschef für den stehenden planwirtschaftlichen Einrichtungen einer Staat so eminent wichtige Fragen nur vor fiches Generalrevision unterzogen werden. chischen Redakteuren erörtert. Wir glauben nicht, Ing. Schwarz( Liga) behauptet, je größere daß ihn dabei irgendeine bestimmte Absicht ge: Bugeständnisse man der deutschen Minderheit mas leitet hat aber es sollte auch von militärischer chen werde, desto mehr Klagen über die Verfolgung, der Deutschen werde man zu hören bekommen. Ein Seite der Gleichberechtigung der tschechischen und Recht zum Eingreifen in infere Minderheitenpolitik deutschen Presse Rechnung getragen werden und habe nur der Völkerbund, in dem Deutschland nicht es sollte vor allem ein solcher Fehler ein zweites vertreten sei. Man müsse erklären: Wir sind be mal nicht mehr geschehen. reit, mit jedermann als Gleiche unter Gleichen zu verhandeln, einem Druck aber werden wir niemals weichen. Polivka( Nat.- S03.) erflärte in einer Polemik gegen den Vorredner, er hätte in diejer ernſten Zeit unangebrachte Stritik unterlassen sollen. Er protestierte dann gegen die Absicht, die unrens tablen staatlichen Eisenwerte in Podbrezova aufzulaffen, die fast 4000 Arbeiter beschäftigen. auf die Regierungserklärung Ohne das vernünftige Beispiel des Senats zu beachten, der die Debatte über den Rechnungsabschluß bis nach der Stellungnahme der Regies rung zu den außenpolitischen Ereignissen vertagt hat, setzte das Abgeordnetenhaus auch Donnerstag die Debatte über denselben Gegenstand fort. Das Interesse an staatsfinanziellen und wirtschaftlichen Dingen muß in diesen Tagen hinter den außen politischen Dingen natürlich ganz zurücktreten. Da aber die verantwortlichen Stoalitionsfaktoren nicht gut in Parlamentsreden der Stellungnahme der Regierung vorgreifen können, bleibt es lediglich der zweiten Garnitur der Opposition anheimgestellt, auf die außenpolitischen Fragen, die heute die ganze Bevölkerung zu tiefst berühren, von der Parlamentstribüne aus näher einzugehen. Das ist ein Regiefehler, der von Tag zu Tag unerträglicher wird, und deshalb hörte man in den Parlaments couloirs am Donnerstag nur die eine Meinung, daß eine Regierungserklä rung in den allernächsten Tagen nun schon wirklich unbedingt nötig set. nicht gedeckt und von der österreichischen Regies rung nicht toleriert werden. Die Frage der östers 1 reichischen Unanbhängigkeit stehe hiebei und bei Die Aussprache im Parlament ging bis den Abmachungen vom Obersalzberg überhaupt halb 8 Uhr abends lustlos weiter und man benicht zur Diskussion. dauerte fast diejenigen Abgeordneten, die sich opferten und die Debatte mehr aus Pflichtbewußts fein als aus Liebe an der Sache, zumeist vor wenigen, uninteressierten Zuhörern, weiter führten... Hitler hat am vergangenen Sonntag vers mieden, von dieser Unabhängigkeit zu sprechen. Da er aber immerhin auf das Abkommen vom 11. Juli 1936 hingewiesen hatte, legte ihn Dr. Klima( Nat. Ver.) sprach sich skeptisch Schuschnigg gestern abends fest: jenes Abkommen, über die Kleine Entente aus. Ihre Mitglieder seien das die Grundlage der Besprechung vom Ober durch die Ereignisse in Deiterreich vor eine Tatsache jalzberg gewesen sei, anerkenne in der deutlichster gestellt worden, wo das ein stimmige Echo dieser Form die Integrität Desterreichs, und es sei auch Staaten zu einer politischen Notwendigkeit werde; nach der Begegnung auf dem Obersalzberg bin man vermisse jedoch den Beweis eines einheitlichen dend, ja, durch sie sogar noch verpflichtender ge- Standpunktes. Die Sitler- Rede gab ihm Stoff zu fialtet. Man sei bei den Vereinbarungen bis an Betrachtungen über den Pangermanismus und zu die Grenze des Möglichen gegangen, sagte der Erklärung, daß die tschechoslowakische Nation vorbehaltlos und bis in alle Konsequenzen Schuschnigg, hinter der es ein deutliches,„ Bis an ihrer absoluten Unabhängigkeit hierher und nicht weiter!" gebe. festhalte und bereit sei, fie mit allen Mitteln au Wer zweifelt daran, daß es dem Bundeskanzler verteidigen. Man dürfe vor der heutigen internatio mit dieser Auffassung, und mit dem Bestreben, nalen Gefahr nicht zurückweichen, jeder Ausdruck ihr in Desterreich Anerkennung zu verschaffen, von Defaitismus wäre der Beweis einer Schwäche. ernst ist? Es ist nur die Frage, ob sie von dem Die Entfaltung des Dritten Reiches in der Rich Partner auf dem Obersalzberg geteilt wird, mit nung nach Often tangiere die Lebensintereffen der europäischen Großmächte. Das werde sich schließlich tem Schuschnigg ja jenen„ harten Tag" bers auch England zum Bewußtsein bringen müssen. lebte, von dem er so eindringlich sprach. Und es ist auch die Frage, ob es möglich sein wird, die Stimmung, die im Saale der Bundesversamm Yung herrschte, als Schuschniga so leidenschaftlich den österreichischen Unabhängigkeitswillen betente, auch in allen Gauen Desterreichs lebendig gemacht werden kann. Dazu ist die Mobilisierung und der Einsatz aller Sträfte notwendig, und selbstverständlich wieder vor allem jener der Arbeiterschaft. Dem einen harten Tag auf dem Obersalzberg werden in Desterreich noch viele harte Tage folgen. Schuschnigg führte in einer kurzen wirtschaft16 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Erwartend blickte der Nachrichter auf den Thronenden. Der Thronende erhob die Rechte und erwiderte:„ Tun sollst du alles, wie es Gott und die Majestät befehlen!" Unternehmungen u. a. auch deshalb an, daß sie im Slaviček( Gew. Part.) greift die großen Gefolge der Rationalisierung tausende Arbeiter aufs Pflaster sehen und auch die vierzigjährigen Angestellten bereits ausscheide., die nirgends mehr neuen Fuß fassen fönnen. Hampl: Der Präsident der Republik empfing am 24. Feber den Gouverneur der Tschechoslowakischen Nas tienalbank, Dr. Karel Englis. Weiters empfing der Präsident den Rektor der Komenity- Universität in Preßburg, Prof. Dr. Václav Ehaloubeckh und hierauf den Reftor der Veterinärhochschule in Brünn. Prof. Dr. Karel Pardubský. Verkehrszeichen bis Ende 1938. Der Vers fassungsausschuß des Abgeordnetenhauses nahm Kein Grund zur Nervosität Donnerstag an dem Regierungsentwurf über die Straßen- Verkehrszeichen einige Aenderungen vor. In einer gemeinsamen Sißung der beiden Die Aufstellung der Verfehrszeichen foll mit parlamentarischen Klubs der tschechischen Sozial größter Beschleunigung durchgeführt werden; als demokraten erstattete am Donnerstag Abgeord- Endtermin wird, das mit dem Tage der Ver neter ampl einen Bericht über die allgemeine lautbarung in Kraft treten soll, im Gesetz das außen- und innenpolitiſche Situation. Er rekapi-| Ende des heurigen Jahres festgeseßt. Im§ 2 tulierte den Inhalt der letzten Kundgebungen in wurde der Tatbestand der Uebertretungen gegen der internationalen Politik und erklärte, daß kein dieses Gefeß mit Rücksicht auf den§ 111 her Grund zu irgendwelcher Nervosität vorhanden sei. Verfassung direkt in den Gesetzestert aufgeDie mutloje Stimmungsmache eines Teiles der nommen. Preſſe lehnte er ab. In der Innenpolitik legte er Wert auf die schnellere Erledigung zahlreicher wirtschaftlicher und sozialer Angelegenheiten und auf eine einheitliche Auffassung über die Innenund Außenpolitik. Der Niemöller- Prozeß Im Prozesse gegen den Pastor Niemöller wird das luteil wahrscheinlich anfangs der näch Minister Ing. Ne čas sprach über die sten Woche verründet werden. Die Zeugeneins wirtschaftliche Sicherung der Republik und über vernahmen und bereits beendet. Auch der bea die Aufrechterhaltung des bisherigen sozialen kannte Eirurg Professor Sauerbruch und Minis Friedens ir.. Staate. Er betonte besonders die sterialrat Bandenburg wurden einvernommen. Notwendigkeit einer Hilfe für die Textilinduſtrie| Sie ert.ten, daß das patriotiſche Fühlen des und für andere schwer betroffene Industriezweige Angetlagten außer allem Zweifel stche. Es und gab Aufklärung, in welchem Stadium sich scheint, daß zwei Huptbeschuldigungen fallengegenwärtig die Verhandlungen darüber befinden. gelassen wurden, und zwar wegen Hochverrates Minister Dr. Dérer befaßte sich mit und wegen politischen oder monarchistischen außenpolitischen Fragen im Hinblic auf die Slo- Intrigen. Man erwartet, daß Niemöller nur zu watei und besprach dann die Bemühungen nach einigen Monaten Gefängnis verurteilt werden Erweiterung der Regierungstoalition, wobei er wird, welche wahrscheinlich durch die lange Unbetonte, daß im Hinblick auf das Staatsintereffe tersuchungshaft als bereits verbüßt betrachtet entsprechende Vorsicht am Blaze sei. Nach einer längeren Debatte wurde die Sizung mit einem Schlußwort am 1 3 be endet. Nur für tschechische Militärredakteure? werden können. Politische Jagden und Reisen Warschau. Donnerstag früh wurden in den Wäldern von Bialowicza die Jagden auf Wölfe, Eber und Luschke begonnen. An den Jagden nimmt auch Marschall Göring teil. München. General Ritter von E p p hat sich nach Rom begeben, von wo er am Freitag zum Der Generalstabschef der tschechoslowakischen Bozbilek( Agr.) bringt tas Kunststück zustande, Wehrmacht General Krejči hat, wie wir gestern die Verteuerung der Futtermittel durch die we ausführlich mitgeteilt haben, den Mitgliedern des Besuch der italienischen Kolonialmeſſe nach Tritreidegesellschaft, die die kleinen Viehzüchter beson Klubs der Militärredalieure außerordentlich in- polis fliegen wird. ders hart trifft, ausgerechnet mit der Rüdsichtnahme teressante Ausfünfte über die Sicherung unserer auf die Steinlandwirte zu begründen. Hintermüller( Volkspart.) verlangt, daß staatliche Ein- Grenzen gegeben. Es ist nun notwendig festzusters griffe in die Wirtschaft nur dort vorgenommen werfen, daß diesem Klub nur Nedakteure tschechi Rom. Dei englische Botschafter Lord Berth den, wo sie unbedingt notwendig sind, daß scher Zeitungen angehören, so wie es auch beim ist Mittwoch mittags nach London abgereift. Perth in Rom Bis der Thronende und sein Gefolge, der schenden eine Heimat zum Schweigen und Nuhen. Dann schmiegten sie sich, Bloemarde Grotjan und Nachrichter und dessen Gehilfen, den Waldessaum Nach allen Winden jammerten sie, daß man sie ihr Freund, noch dichter aneinander. Hendrik cbenfalls erreicht hatten, fanden die Knechte ge- doch hineinlasse in den Frieden. Und sie schrien: Matthys fonnte glauben, sie bildeten ein Gestalt, nügend Zeit zum Verschnaufen. Sie warteten ge- Wir schämen uns so sehr. Wir wissen nicht, ob so unzertrennlich banden sie sich zusammen. Hier duldig auf das Tribunal, das von Westen nach wir Tiere sind oder Menschen." auf warfen sie sich neben dem Pfahl nieder und Often und von Süden nach Norden feldeinwärts Schmerzen bereiteten. itöhnten und jeufzten, aber nicht, weil sie sich schrie Hendrik Matthus ihnen entgegen:„ Warum Gestoßer und gejagt von diesen Plagen, fragt ihr ausgerechnet mich? Ich wollte dem Nachrichter an die Kehle. Ich wollte, ich wollte-Alles hab' ich gewoll:, aber zu feige war ich, um etwas zu tun." schritt, hocherhobenen Hauptes, umhallt von allen Glocken, die in der nahen Stadt geläutet wurden. Was vom Leib des Delinquenten übrigblieb, die Gehilfen des Nachrichters lösten es aus der Stette. Sie nahmen, was sie fanden. Sie fragten nicht nach dem, was vielleicht verloren war Er stopfte die Finger in die Ohren. Er lief. zwischen grünen Gräsern und blauem Klee und Er lief. Er konnte sich nicht entlaufen. Hierauf wurde Doktor Delemos den Händen weißen Himmelschlüsseln. Was sie fanden, sie der stüßenden Priester entrissen und von Dienern pießten es auf gespiste Pflöde. So fest pflanzdes Nachrichters auf den Boden geworfen. Beine ten sie die Pflöde ins Erdreich, daß selbst ein Geund Arme wurden ihm nach den vier Windrich- wittersturm sie nicht umknicken würde. tungen gestreckt. An jedem der vier Gelenke wurde Endlich war alles vollbracht. Der Weg wurde er mit Stetten umwunden. Der Nachrichter Jef für jedermann freigegeben. In Reihen ohne Ende Bandam wachte selber darüber, daß die Stetten- machte sich die ganze Stadt auf, um die Trophäen glieder fest in der Niete hielten. Er zerrte an den der Gerechtigkeit zu betrachten. Ez dunkelte schon, Stetten, er ließ sie aufklirren und wieder zu Bo- als die letzten sich noch immer nicht an dem Schauden fallen. Er überzeugte sich davon, daß die Ge- spiel gesättigt hatten. lente des Doktor Delemos nicht aus der Ver: Dann zog der Mann ein Messer und schnitt von dem gepfählten Leibe ein Stück ab. Der Mann lächelte glücklich, und auch die blanke, blits zende Schneide des Messers war sichtbar. Und ebenso glücklich nahm die Magd das Stück aus den Händen des Mannes entgegen. Nachdem sie Ihm war, als verlöre er das Gleichgewicht, sie das Kopftuch von den schönen, forngoldenen entzückt ihren Talisman betrachtet hatte, knüpfte als wäre er über eine Uferböschung hinüberge Böpfen, um das Kleinod sorgfältig einzuwideln. schleudert. Ueber wilden Stromschnellen hing er. Und der Gischt leckte schon bis zu ihm hinauf. Jetzt hatte das Paar große Eile, aus dem und auch die Brandung hatte die gleiche klagende Waldschatten in die helle Wiese zu gelangen und Stimme. Sie zermahlte ihn, sie zermalmte ihn dann weiter zur Straße, die nach der Stadt zu wie einen brüchigen Kiesel. Sie brüllte ihm in rückführte. die Ohren:„ Warum warst Du zu feige, um dem Nachrichter an die Gurgel zu springen?" Und Hendrik Matthys hörte wieder das Klagen, das Klagen der Baumwipfel, der Kiesel, der Nur Hendrick Matthys brachte es nicht über Und es war ihm, als würde er von dem Winde, ein lagendes Antlagen, ein klagendes schnürung herausschlüpften, mochten sie auch noch sich, er versteckte sich im Inneren des Waldes. einen Ufer zum anderen hinübergeschleudert, aus Fragen, ein fragendes Klagen:„ Warum hast du so schmal geworden sein. Und er hörte ein Stagen. Und es hallte von dort, dem eisigen Strudel wieder in die trockene Bö- dich nicht gewehrt gegen das, was da getan wurde? Der Nachrichter nickte. Dann trat er zur wo er den Pfahl mit dem Rumpf des Hingerich- schung empor. Und um nicht von neuem zurück- Nun wird es immer wieder getan werden, und Seite, um seinen Platz neben dem Thronenden teten ahnte. Und das Klagen breitete sich aus. Es gerissen zu werden, tastete er nach dem ersten du wirst es nicht hindern. Nur weil du so feige einzunehmen. quoll aus den Bäumen. Es quoll aus den Zwei- Halt. Klammerte sich daran. Er preßte den Kopf, bist, Geist nur von dem Geist der Täter, Tat nur gen und Blättern, aus Farnen und Moos, aus in dem es wild hämmerte, an den Pflod. Seine von ihrer Tat!" Stirn berührte etwas Fettiges. Flügelschlagen Wurzeln und Steinen. entfliehender Vögel rauschte auf. Er schnellte zu rüd. Plöblich: O Gott, und wenn das Fräulein ebenso die beiden, die mit ihr sind!" unterwegs auch gefangen und gevierteilt wird und Die Pferdefnechte ergriffen die Leinen, die von ausgesuchtem Leder geflochten waren. Keine schwache Stelle war daran, jeden Widerstand Es war allenthalben ein Weinen, das nicht würden sie aushalten. Vier Pferde wurden vor enden wollte. wärtsgepeitscht. Jedes war an eine besondere Er wollte dem entlaufen. Er lief und lief. Deichsel geschirrt, und an jedem Pfahl hing ein Je mehr er lief, desto schmerzhafter trallte sich das Stück eines Menschen. Klagen in sein Ohr. Es war ein mitleiderflehenDie Tiere hatten den Waldessaum erreicht. der Ton. Es war das hastende Hauchen von TauEin schmetterndes Trompetensignal befahl ihnen senden geheßter Wesen. halt. Die Knechte steckten die Peitschenstiele in Sie wußten nicht wohin mit ihrer Traurig die Stiefelschäfte. Sie trockneten die schweißtrie- teit. Biellos irrten sie umher, auf und nieder, verfende Stirn. zagt, bekümmert. Nicht vergönnt wurde den KeuUnd ich bin so erbärmlich feige!" Da sah er, und über die Wiese jenseits des Waldiaums streute der Mond ein fahles Licht, ein Menschenpaar herankommen. Sie hielten sich feft umschlungen. Manchmal blieben sie stehen, um sich in die Arme zu fallen und schallend zu küssen. Niemand kümmerte sich um den Knaben Hendrit Matthys. Aud dann nicht, als er in die Trümmer eines Hauses starrte. Die Trümmer brannten nicht mehr. Sie zerbröckelten nur nod). Das Haus, das Doktor Delemos bewohut hatte, Stein und Holz und Rosenstöcke und Nasenbeete, begannen schon dem Erdboden gleich zu werden. ( Fortsetzung folgt) Di S grub fft 20 Berg an Sun jache gete Ber auf der fucr bet der un des der Sir Dic fal At ber A an fä G bi b 41 id ar 2 fi 3 g 11 17 ift. ter nas und Ren die Ans lich fich nis an cine 19 den he cht, Re: her gum nd 24. ng at H in t: m ie t. it 18 CESSNES · 2 t Nr. 47 Freitag, 25. Feber 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Die Radium- Bergleute im Kampf für ihr Leben Streik in Joachimsthal Karlsbad. In dem zu den staatlichen Radium gruben in Joachimsthal gehörenden Werner- Schacht Mittwoch ein Streit ausgebrochen. 90 Radium Beraleute haben die Arbeit niedergelegt, sind jedoch an ihrem Arbeitsplatz geblieben und haben den Gunger- und Sisstreit aufgenommen. Ueber die Urs jache wird uns aus Joachimsthal folgendes mitgeteilt: Der Streit erstrebt, daß die von der Union der Bergarbeiter in Faltenau konkretisierten Forderungen der Lösung bedarf. auf Aenderung des Gesetzes über die Entschädigung Die neue rumänische Verfassung ' Fast niemand traute sich, Scife 3 nein zu sagen mitteilten, ob fie für oder gegen die Verfaffung ftimmten. Bukarest. Die Voltsabstimmung über die Sie doch dem Duce, daß sie ihm die Ver- Sonntag nachts erlassene Verfassung fand Don wirtlichung der Voltssch unerstag unter starker Beteiligung in vollkommen. gefeße" in Italien empfehlen, ster Ruhe statt. Die Verfaffung wurde mit weitwie Sie es telegraphisch dem Ministerpräsidenten aus überwiegender Mehrheit für gut Hodža für unser Land nahegelegt haben! zeiten eine Rente nach dem Gefeß zahlen zu müffen. geheißen. An der Abstimmung nahmen im Sinne der bestehenden Wahlpflicht die über 21 Jahre Die Bergarbeiter von Joachimsthal toollen nicht länger diefe Praris der Arbeiterunfallversicherungs SdP- ,, Bezirks- Großkundgebung" alten männlichen Staatsbürger teil. Der Abanfalt ertragen. Sie fordern deshalb durch ihre be stimmungsvorgang vollzog sich in der Weise, daß rufenen Vertreter das unverzügliche Einschreiten der Die SdP in Warnsdorf hatte für den die Abstimmenden dem Wahlkommiſſär, welcher ſtaatlichen Stellen. Die Arbeiter wollen ihre Tragit 22. Feber zu einer Bezirks- Großlundgehung" Namen, Beruf und Adreſſe in eine Liſte eintrug, nicht zum Gegenstand irgendwelcher barteipolitischer aufgerufen, als welche die Versammlung auch in Manöver herabgewürdigt, sondern als eine sta at der Warnsdorfer, Abwehr" angekündigt war. Am liche Aufgabe betrachtet wissen, die dringend 24. Feber aber brachte teses Blatt einen ganz Der Innenminister machte nachmittags der bescheidenen Bericht über diese Kundgebung, ohne Wie uns vom Sekretariat der Union der Berg- Angabe einer Besucherzahl. Tatsächlich hatte dort ausländischen Preffe die Mitteilung, daß die Der Berufskrankheiten unverzüglich durchgeführt arbeiter mitgeteilt wird, begab sich Donnerstag nach der Gastredner. Kreisleiter Barwig aus Jägern Wahlbeteiligung über 85 Prozent betrug, wäh werden. Die fich häufenden Todesfälle mittags der Obmann der„ Union". Binner. zu dorf, vor fage und schreibe 500 Menschen gefpro- rend sie bei den vorhergegangenen Wahlen etwa beweiſen, daß weder die technischen Verbeſſerungen ben streikenden Bergleuten." Die Streifenden bechen, während wenige Wochen vorher bei der über 60 Prozent betragen hatte. In Bukarest der lezten Jahre eine Verminderung der Krankheits- finden sich noch in der Grube. Es wurde vereinbart, und Todesfälle, noch die bisherigen Bestimmungen day; sich Freitag eine Deputation zu den Ministerien Wahl der SDP- Ortsleiter immerhin 800 Stm haben nur 145 Personen gegen die Verfassung des genannten Gefeßes eine ausreichende Sicherung für Gesundheit und für soziale Fürsorge sowie zur men abgegeben worden waren und obwohl die gestimmt. Die provisorischen Endziffern dürften der Bensionsverhältnisse für die Erkrankten und die Arbeiter- Unfallversicherungsanstalt in Brag begeben. SdP im Bezirk Warnsdorf anno 1935 me hrum Mitternacht, die offiziellen Freitag früh be. fannt sein. Sinterbliebenen der Verstorbenen gebracht haben. die Lage der streifenden Bergleute schildern und um als 15.000 Stimmen erhalten hatte! Die Sektionsbefunde widerlegen in den meisten Abhilfe ersuchen sollen. Fallen die Untersuchungsergebnisse der Aerzte der Atbeiterunfallversicherung, die dieser zur Ablehnung der Rentenansprüche dienen, um nicht noch bei LebAbgeordneter Taub teilte bereits mit, daß die Deputation am Freitag unter der Führung der Union der Bergarbeiter empfangen werden wird. Aus der Praxis der ,, Sauberen und Anständigen" Beschimpfung und Morddrohung Wie weit die Angleichung der Henleinlente( beruhigte und Ortsleiter Hüttel zu Ende koman die Methoden der reichsdeutschen Nazis be men ließ." reits gediehen ist, zeigen die nachfolgenden Abfäße aus der Rede des Führer- Stellvertreters der Sdp, des Abgeordneten St. S. Frant, in der dienstägigen SdP- Versammlung in Karls 3eichen des Umbruches im völ bad: Am Schluß des„ Badeblatt"-Berichtes, in dem sich die obigen Zitate befinden, heißt es: „ Es darf vielleicht auch als ein fleines tischen Lager angesehen werden, daß Grant fast ohne Warnung seitens der bei den behördlichen Vertreter, Dr. Lumpe und Dr. Brabec, zu Ende sprechen Yonnte." Kommentar überflüffig! Die Prostituierte als Kronzeugin „ Nur einige Blattläufe friechen auf diesem judetendeutschen Astloch herum, grüne, schwarze und rote.( Ungeheurer Jubel) Wir begeben uns an die Arbeit, diese letzten Blattläuse awischen unseren Fingern zu zerdrüden, besonders die roten Läufe, die auf unserer Insel der Demokratie noch einigermaßen Atem schöpfen zu fönnen glauben.( Ungeheurer Beifall) Noch ist es In der großen Heßlampagne, die im vorigen für die Roten leicht, unter dem Schuß der Regie- Frühjahr gegen den Karlsbader sozialdemokratis rung zu leben oder gar unseren Wollner nieder- schen Vizebürgermeister durch die SdP inszeniert zuschlagen. Wir erklären aber, daß nun unsere worden war, spielte eine Frau die Hauptrolle, Geduld am Ende ift. Die Zeit für die Aus- dor Solid angeblich bei der Nachfrage um Arbeit unjittliche Anträge gestellt haben sollte. Die rottung des roten Gesindels ist gelommen. Das alte germanische Weiswort ganze Hetze ist zusammengebrochen, und der verwird nun wieder zu unserem Grundsay: Aug antwortliche Redakteur der Deutschen Tageszei um Auge, Zahn um Zahn!( Ungeheuere Bustim tung", die dieser Heye Raum gegeben hatte, mußte seinerzeit schon umfangreiche Erklärungen mung, die kein Ende nehmen will.)" abgeben und große Prozeßfosten bezahlen. Im Volfswville war im Zuge der Kampagne feftgestellt worden, daß es sich bei der Kron zeuginder SdP umeine ehemalige Prostituierte handelte, die in Karlsbader Freudenhäusern ihrem Gewerbe nachgegangen war. Die Frau hatte deshalb den verantworts lichen Nedafteur des„ Volkswille" wegen Ehrenbeleidigung geklagt. Zu dieser of fenen Morddrohung gefellen sich würdig folgende Bemerkungen des „ Karlsbader Badeblattes" über die Festnahme eines von SdP- Leuten als Attentäter auf Wollner bezeichneten Arbeiters, von dem vicle Zeugen feststellen, daß er sich zur Zeit der Vorfälle um Bollner gar nicht im Vorhaus, sondern im Saal befunden hat: Was nicht konfisziert w'rd Chinesische Bomber Ein Leitartikel des Graslißer Voltzüber Formosa blatt", der zur Hitlerrede Stellung nimmt, schließt mit folgenden Worten: Zum ersten Male habcr chinesische FlugBum ersten Male hat Adolf Hitler am seuge japanisches Gebiet bombardiert. Chinesi Sonntag freimütig seine warnende Stimme gefchen Meldungen zufolge vernichtete die chinesische gen Prag erhoben und erklärt, daß aus einer Eskadre auf dem Flugplay in Tai hok auf der folchen Lage heraus leicht einmal un an Infel Formosa mindestens 40 japanische Flugnehmlichteiten entstehen könnten, wenn man nicht zur Besonnenheit fäme. Weniger der Führer eines großen Nachbarstaates hat hier so gesprochen, vielmehr der Sprecher eines Woltes von 90 Millionen Men schen, dem auch das Sudetendeutschtum ange hört. In Prag ist zu einer Beunruhigung fein Anlaß, so ferne man diese Stimme hört und uns, die sich icht verlassen und einſam fühlen, gibt, was uns gebührt:" Unſere Nechte in diesem Staate". ,, Wir tanzen nicht, wie uns Konrad Henlein zuzwinkert... Das Schanklokal des Gaftivir. tes Wenzl in Neudorf( bei Pfraumberg) dient sowohl der Feuerwehr als auch der Ortsgruppe der SdP als Vereinslokal. Es beherbergt daher u. a. auch ein großes Vid Konrad en Le in s. Als in diefem Gasthaus ein Ball der Feuerwehr abgehalten werden sollte, weigerte fich ein Teil der Feuerwehrmänner, der politisch em de angehört, den Ball zu besuchen, wenn nicht aus dem Schantlokal das Bild Konrad Henlens verschwindet. Wir tanzen nicht, wie uns Stonrad Henlein zuzwinkert...", äußerte sich eine der Feuerwehrmänner. Um auf die Abhaltung des deuerwehrballes in seinem Loka. nicht zu verzich ten, mußte der Gastwirt, der selbst ein SdP Mitglied ist, das Bild Konrad Henleins für die Dauer des Feuerwehrballes aus dem Schanktotal entfernen. Für eine Erleichterung der Lehrverpflichtung für Lehrer- Budhwarte. In Orten mit über 10.000 " Zu einem wahren Sturm der Entrüstung Bei der Schlußverhandlung am Donnerstag| Einwohnern ist der Verwalter der Gemeindeaber steigerte sich der Lärm im Saal, als Hüt tel mitteilte, daß der feige Prügelknabe, der Woll- gesprochen, weil das Gericht den Wahr ner niederschlug, nun doch ertappt werden konnte. Anden Galgen mit ihm, Aufhängen, Nieder mitih m! waren die Wünsche der er regten Bevölkerung für den roten Schandbuben. Es dauerte längere Zeit, ehe sich die Bevölkerung Wannenmacher an die Front! Der Zeit"-Chefredakteur Wannenmacher, ehemals Börsenredakteur des Prager Tagblatt" wo er die Unterstütung jüdischer Kollegen bei der Vereinigung seiner Familienangelegenheiten, sagen wir, nicht abschlug, derzeit zum„ bajuvarischen Bauern" avanciert, hat heldenmütig, ungeachtet aller Bauchkrämpfe, die ihn dabei überfielen, deutsches Eigentum einer Frau, die nach den Erfahrungen, die sie mit der„ Boltsgemeinschaft" gemacht hat überhaupt keine Deutsche mehr sein will, vor dem Zugriff des Erbfeindes bewahrt. Aber wir wüßten für ihn in einem Kampfe um die Erhaltung deutschen Eigentums noch viel weiterreichende Betätigungsfelder. Dort würde es ihn, oder die Leute, die ihm das Geld für den Erwerb eines Hauses zum dreifachen Wert zur Verfügung gestellt haben, sogar nichts kosten außer ein wenig Druckerschwärze, mit der ja bei der Beit" nicht gespart wird, falls Hitler oder Goebbels reden. Da hat der ehemalige füdtiroler Abgeordnete Dr. E. Neut- Nicolussi, 3var ein Meritaler, aber ein sehr stark national eingestellter Mann, in dem Londoner Sammelwerk ,, The Slavonic And East European Review" einen Aufsatz über die deutschen Südtiroler beröffentlicht, der in knappen Worten die barbarische Behandlung der Südtiroler und den Ausrottungskrieg schildert, den Mussolini gegen die Deutschen Südtirols führt. Da heißt es unter anvurde Redakteur Weitert frei be its beweis als restlos gelun gen ansah. Auch diese Attacke ist also zusammen gebrochen und wieder einmal zeigt ein Urteil die boltsgemeinschaftlichen Methoden in ihrer ganzen" Sauberkeit“ und„ Anständigkeit“. zeuge und einige Hangars. Die chinesischen Pilv ten erklären, sie hätten eine dichte Rauchsäule beobachtet, woraus fie schließen, daß wahrscheinlich das Benzindepot in Brand gerict. Tofio. Der chinesische Luftangriff auf Formosa, der vollkommen unerwartet erfolgte, veranlaßte eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnah tont, daß die Angriffe mit neuesten englis men für ganz Japan. Die japanische Presse be= ichen Flugzeugen vom Typ„ Gloucester Gladistor" durchgeführt worden feien. Franco- Angriffe bei Madrid abgeschlagen Madrid.( Havas.)) Nördlich von Madrid haben die Aufständischen Donnerstag einen Angriff auf die Hauptstellungen bei Pardo unternommen. Die Angreifer wurden von der Artillerie unterstützt. Sie wurden mit dem Feuer der automatischen Schußwaffen der Regierungstrupven empfangen. Die Schlacht war sehr heftig und dauerte bis in die Nacht. Die Regierungstruppen zwangen die Aufständischen, die Gräben zu räumen, von denen aus sie den Angriff unternoms men haben. Auf der Seite der Aufständischen wurden große Verluste festgestellt. In dem Bericht des Franco- Hauptquartiers Seißt es, daß die Nationalisten die Verfolgung des Feinds fortsetzten und ihm große Verluste zufügten, strategisch wichtige Puntte im Galiana- Gebirge und die Höhe von Alvina besetzten. büchereien hauptamtlich angestellt, während der Buchivart in Orten der Größenklasse C( Orte von In einem Leitartikel über Teruel schreibt der 5000 bis 10.000 Einwohnern) sich der Bücherei ..Manchester Guardian": Die Rebellen haben nur in seiner dienstfreien Zeit widmen lann, wo bei die Büchereien der beiden Größentlassen sich Teruel zurüderobert, 61 Tage nachdem sie die Stadt an die Regierung verloren haben. Alles, in ihrem Umfang und in ihrer Benüßung mitunter gar nicht voneinander unterscheiden. Die was fie insgesamt wiedergewinnen mit den NuiMehrzahl der Buchivarte in den Orten der Grönen Zeruels, ist ein Teil des verlorenen PrestiBentlasse C sind aber Lehrer, die diese Arbeit neben nes, denn die allgemeine Strategie des Strieges staatlichen Mitteln ausgestattet, um von den wird durch diesen Erfolg nur unbedeutend verDeutschen Güter faufen und sie den Italienern ihrem Hauptberuf leisten. Damit nun diese Lehändert. verpachten zu können. Schon ungefähr 150 Güter rer- Buchwarte, welche das Amt der Leiter der wurden von diesem Institut, das„ Entec"( Ni- Büchereien innehaben, sich wirklich dieser wichtigen nascita Agraria per le tre Venezie) heißt, auf Stulturarbeit widmen fönnen, fönnte eine Herab gekauft. Und es vergeht kein Monat, in dem nicht fehung der Lehiverpflichtungen für jene Lehrer in wenigsten fünf deutsche Güter ihren Besitzer Erwägung gezogen werden, die Büchereien in wechseln würden. Die italienischen Pächter er- Orten der Größenklaffe leiten. Die von den halten finanzielle Vorteile, es werden ihnen die Lehrer- Buchwarten gegebenen Unterrichtsstunden Steuern herabgesetzt, während sie bei den deut- tönnten von den Lehrerprattikanten, die ja in dieschen Besizern erhöht und unbarmherzig eingeho- jen größeren Orten überall angestellt sind, überben werden, was oft zu Zwangsverläufen der Günommen werden. Aus diesem Grunde hat in der Sigung des böhmischen Landesschulrates vom 22. Feber Beisitzer Dr. Emil Strauß folgen den Antrag gestellt: ter führt. Die Eigentumsrechte werden oft aus militä= rischen Gründen eingeschränkt. Der Verkauf wird von der Zustimmung den Präfekten abhängig ges macht, die auf diese Weise überhaupt die Vers hältnisse in der Landwirtschaft kontrollieren. Berläufe von Grundstücken an deutsche Eigentümer werden oft nicht genehmigt. Es gibt ganze Dörfer, aus denen die deutschen Besitzer berdrängt und Italiener angesiedelt wurden. Und als ob alle diese Maßnahmen der italienischen Regierung nicht genügen würden, wurde am 7. Jänner 1987 ein Erlaß über die Enteig nung im Grenzgebiete, in dem nationale Minders heiten wohnen, hauptsächlich in Südtirol, hers ausgegeben. Diesem Erlaß zufolge ist die halbstaatliche Bank Era" in Venedig( Ente di Minafcita Agraria per le tre Venezie) ermächtigt, jeden für ihre Zwede geeigneten Boden zu ent eignen. Dieser Erlaß, der die tatsächliche Vertreibung der Tiroler vom Boden ihrer Väter bedeutet, wurde bisher nicht durchgeführt. Die Gefahr, die über den Häuptern deutscher Menschen schwebt, besteht aber weiter." Görings Blatt über die Armee der spanischen Republik Berlin. Das Blatt Görings, die Essener National- Zeitung" schreibt zu den Kämpfen um Teruel unter anderem: „ Die Noten sind heute im Taktischen ein ernst zu nehmender Gegner. Sie treten nicht mehr in Banden ohne anerkannte Befehlsgewalt auf, die sich wie früher oft gegenseitig die Unterstützung im Kampf verweigern und beim Das Gremium der deutschen Sektion des Lan- Sturmgefchrei der Marokkaner haltlos zurückfludesschulrates ersucht den Herrn Vizepräsidenten ten, sobald nur die erste Linie eingedrückt ist. Barerstens sich mit der tschechischen Sektion des Lan- celona hat die Nuhe an der Front vor Madrid desschulrates in Verbindung zu sehen, ob nicht auch während des nordspanischen Feldzuges ausgenutzt. das Gremium der tschechischen Sektion einen dies Da nach Clausewitz der Krieg sehr dem Kartenbezüglichen Erlaß für nötig halten würde, durch spiel ähnelt, und das Mathematische das Unbewelchen den obenerwähnten Lehrerbuchwarten eine dingte in den strategischen Berechnungen nirgends Erleichterung ihrer Lehrverpflichtung zugestanden einen festen Grund findet, so haben auch die Nowerden könnte, zweitens mit dem Ministerium fü. ten eben durch ihre Taktik noch Trümpfe im Spiel, Schulwesen und Volfskultur diesbezüglich in Ver- die die Lage völlig verändern können." bindung zu treten und drittens dem Gremium der deutschen Sektion des Landesschulrates das Ergebnis dieser Aktion freundlichst mitteilen zu wollen. Der Kampf gegen Chamberlain geht weiter Der Antrag wurde angenommen. London. Die Zahl der offiziellen Veranstal Die Handels- und Hotelfachschule in Marienbab tungen, welche für die Beibehaltung der visfeiert im Mai ihr zehnjähriges Gründungsfeft. Diefe herigen britischen Außenpolitik und gegen die Lehranstalt stellt einen einzigartigen Schultyp in Chamberlainsche Politik Stellung nehmen, nimmt der Tschechoslowakei dar und hat die Aufgabe, junge, su. Am Sonntag wird im Hydepark von den Li,, Die politische und kulturelle Persekution tüchtige Gastwirte und Hoteliere heranzubilden. Die beralen eine Protestversammlung abgehalten, bei wird durch die wirtschaftliche ergänzt... Die EntSchule wurde von der Kurstadt Marienbad mit Un- der das Manifest des Council of Action" ver= eignung für militärische und andere Rwede hat Wannenmacher an die Front! Die Gefahr, terſtüßung des Reichsverbandes deutscher Gastwirte lejen werden wird. Dieses Manifest verlangt ein die Deutschen um einen Großteil ihres Grund und die über den Häuptern deutscher Menschen genossenschaftsverbände in der Tschechoslowakei ge- cemeinsames Vorgehen zwecks Wiedereinsetzung Bodens gebracht: eine eigene Bant wurde mit schwebt, besteht weiter! Telegraphieren gründet. Edens. derem: Seite 4 Jagesneuigkeiten Ein Kinderbrief Das bleibt zunächst und für lange Zeit nur Wunsch, die Politik von den herantvachfenSen Kindern gänzlich fernzuhalten. Wie eng leben in den kleinen Arbeiterwohnungen alle Familienmitglieder nebeneinander! Und wie früh lernen Arbeiterkinder beobachten! Sie deuten aufgefangene Worte der Eltern auf thre Art, und in den Familien, in denen der Füh rer" gepriesen wird, werden die Kinder kleine Nazi, in den sozialistischen Familien werden fie, auch ohne Zutun der Eltern, früh verbunden mit der Arbeiterbewegung. Ein Kind aus einer solchen Arbeiterfamilie, ein Arbeiterkind aus dem Erzgebirge, schrieb dieser Tage an ein Arbeiterklatt: ,, Wenn ich auch erst 10 Jahre bin und ich noch ein junges Mädchen bin, trotzdem bin ich schon eine Genoffin zu ihnen schahte ist es blos das mein Vater Arbeitslos ist ich würde mich sonst mehr ausbilten fönnen wenn mein Vater Arbeit hätte oder was fertienen fönnte. Ich habe auch noch einen fleinen Bruder von drei Jahren aber er fersteht die Not nicht so wie ich; denn ich bin schen ferstentigter. Ich höre blos immer meinen Vater sagen, es ist ein maler für die Kinder; dan horche ich aber besonders gut auf wenn mein Vater von der Versammlung oder irgent woher tommt was die Partei betrift." ,, Es ist ein Malheur für die Kinder!" Muß das Kind des Arbeitslosen, wenn es den Vater flagen hört, nicht nach dem Sinn dieser Werte fuchen? Muß es sich nicht frühzeitig schon Gedanken machen über das Schicksal der Arbeiter, vor allem über das der Kleinen doch so unbegreifliche Schicksal der Arbeitslosigkeit? Es iſt diefes Schicksal vieler Arbeiter, das so vielen Arbeiterkindern die Unbefangenheit der Kind heit, die sorglose Freude des Kindseins raubt. Die Arbeitslosigkeit überwinden das ist nicht nur Pflicht den arbeitshungrigen Menschen gegenüber, es ist auch Pflicht gegenüber den Kin. dern! Prager Untergrundbahn wird Wirklichkeit Das Eisenbahnministerium erteilte nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen der Stadt Prag die Bewilligung zur Aufnahme der vorbereitenden Arbeiten für den Bau der Prager Untergrundbahn. Es handelt sich um die Legung der Strede, die vom Weinberger Plas über das Brüdel zum Siegesplaz sowie vom Florenz über das Brüdel zum Karlsplatz führen wird.( DND) Freitag, 25. Feber 1938 Eine Erdölquelle noch ungebändigt Inmitten eines von Felsgestein eingefaßten Grundwassertümpels fand man in Texas( USA) diese Erdölquelle. Viele Wochen dauerte es, bis man diese Quelle„ bändigen" und das Vors kommen richtig ausbeuten fonnte. Suche nach der Leiche Nychnovstys. Die 900 Häufer verbrannt. Ein heftiges Schadenfeuer wütete in vier Dörfern Unterägyptens. Bei dem Brand famen 25 Personen ums Leben und wurden 900 Häuser vernichtet. Auch die Vers Lufte an Vich sind sehr bedeutend. Tschimerin nicht ermordet? Mittwoch wurde Nr. 47 fich auf der Fahrt von Nitra nach Preßburg befand, geriet in einer Sturbe an den linken Straßenrand, stieß gegen einen Baum und stürzte in den Graben Der in dem Automobil sisende Veterinärrat und Direktor der staatlichen Hengste- Depots, der 51jäh rige Josef Jalubka aus Nitra, erlitt so schwere Verlegungen am Kopfe, daß er an Ort und Stelle starb. Der zweite Insasse, der 50jährige Vertreter einer Fabrit für landwirtschaftliche Waſchien, Urban Solčianský aus Nitra, erlitt Verlegungen im Gesicht und einen Bruch des rechten Fußzes. Doktor Joief Tlappa aus Nitra, der das Auto lenkte, erlitt schwvere innere Verletzungen und verschiedene Abschür fungen. Die beiden Verletzten wurden auf die Kilini! Prof. Koſtlich überführt. Jugendverbrechen. In der Zeitschrift..Sobota" befaßt sich L. Ptáčet mit der Tatsache, daß die Ges febesübertretungen jugendlicher Versonen bei uns in jährlicher Steigerung begriffen sind und sich in den lebten fünf Jahren die Zahl der jugendlichen Vere brecher fast verdoppelt hat. Ueberwiegend sind aller dings die gewöhnlichen kleinen Diebstahls- und Bes truasbelike, während wirkliche große Verbrechen us gendlicher sehr selten sind. Neben diesen fleinen Des litten find moralische Verfehlungen und Prostitution der weiblichen Jugend ernsthafter au beurteilen. In ben letzten Jahren sind unter den Jugendlichen Ver gehen gegen das Spionagegeleb nicht selten. Schließ lich gehören auch zu den häufigeren Erscheinungen Fälle von Erpressungen, und zwar zumeist die Ers breffung von Lösegeldern nach dem alten Rezept der Schwarzen Hand". Die Gründe für die Verfehlun gen Jugendlicher find vor allem in den Familienber hältnissen zu suchen. Ein Großteil der Miffetäter stammt aus gerrütteten Familien, zehn Prozent find uneheliche Kinder, fünf Prozent stammen aus Trin ferfamilien und mehr als 17 Brozent fiind albiais fen. Eine ungünſtige Wirkung übt auch die llm= gebung aus, die Lektüre der diversen Schundliteratur, vor allem aber die Kriminalfilme. Die Bekämpfung des jugendlichen Hangs zum Verbrechertum ist daher fedenfalls fein gefebliches oder Justizproblem, son dern ein Erziehungsproblem. Polizei und die Gendarmerie fahnden seit Mittwoch unweit Chevre use in der Umgebung der Villa, in der der Abenteurer de Sigoter wohnte, nach der Leiche des amerikanischen Tschechoslowaten Rychnovsky 3. Bisher haben die Nachfor- neuerlich eine amtliche Sektion der Leiche des chevieriger als man glauben sollte. Das Problem ift schungen trotz der Angaben einer ehemaligen maligen russischen Obersten und später in der EmiFreundin des Verhafteten keine bestimmte Spur gration lebenden Pariser Tarichauffeurs Tschimeergeben. rin durchegführt, der mit einem um den Hals ges wundenen Tuch aus der Seine gezogen worden war. Die Kommiſſion, die die Sektion durchführte, iſt nun zu der Ansicht gekommen, daß es ſich nicht, wie man ursprünglich annahm, um einen Mord, sondern daß es sich um einen unglücklichen Zufall, vielleicht auch um einen Selbstmord handelt. Es ist wahrscheinlich, daß Tschimerin durch einen un Ein Doppelflugzeug. Mittwoch) wurde auf dem Weere bei Rochester in Gegenwart hoher Funktionäre des englischen Luftfahrtsministeriums die erste offizielle Probe mit dem neuen englischen Sydroavion- Zwillingskind„ Maia Mercury" durchgeführt. Das Flugzeug, das aus zwei mit einander verbundenen Maschinen besteht, einer gro Ben tragenden mit vier Motoren und einer fleineren, fliegenden, die das eigentliche Fernflugs zeug ist, startete von der Meeresfläche und er reichte eine Höhe von 300 Metern. Hier löste sich das leinere Flugzeug von dem Mutterflugzeug und feste den Flug selbständig fort. Die Flug zeuge landeten darnach eines nach dem anderen wieder auf der Meeresfläche. Die Kommission war mit dem Ergebnis des Versuches voll zufries den. Dieses Doppelflugzeug hat nämlich dank der gleichzeitigen Arbeit fämtlicher Motore beider Flugzeuge bei dem Start auf der Wasserfläche eine weit größere Anlaufsmöglichkeit als andere Flugzeuge, was der Zwed diejer neuen Konstruktion ist. Mitunter ergeben sich nämlich beim Start durch die Beschaffenheit des Terrains Umstände, die für einen längeren Anlauf des Flugzeuges nicht ungefährlich erscheinen. Der Bergtod. Bei einer Stitour in den Radstätter Tauern geriet der 30jährige Beamte Ulrich Zemličta aus Budweis 200 Meter von einer Schutzhütte entfernt in einen Schneesturm, verMitteleuropäische Jugendkonferenz. Bom 25. bis 27. Feber findet in Prag die Mitteleuropäische Jugendkonferenz statt, die von dem Genfer tschechoslowakischen Jugendkomitee orgas nisiert wird. Der Zwed dieser Konferenz ist, die Anknüpfung persönlicher Beziehungen zwischen der Jugend der Länder Mitteleuropas zu ers leichtern und die wirtschaftliche und kulturelle Zus irrte fich und erfror. Seine Leiche wurde erit nach femmenarbeit zu fördern. Es soll auch eine gün- langer Suche unter dem Schnee gefunden und gestige Atmosphäre geschaffen werden, die die Lö- bergen. Im Gebiet des Goben gerieten vier Stis sung aller gemeinsamen Probleme der Donau- läufer in die Ausläufer einer niedergehenden staaten ermöglichen würde. An der Prager Non- Lawine, wobei zwei der Läufer leicht, und einer ferenz werden sich die Repräsentanten der Ju- schwer verletzt wurden. Der vierte, der 21jährige gendorganisationen aus Rumänien. Jugoslawien. Rudolf Krauter aus Stuttgart, konnte nurmehr Desterreich, Ungarn, Polen und Bulgarien und als Leiche geborgen werden. außerdem zahlreiche Jugendvertreter beteiligen. die in den Zweigstellen des tschechoslowakischen Genfer Jugendkomitees in der ganzen Tschecho slowakischen Republik zusammengeschlossen sind. Die Verhandlungen werden sich auf eine fultus relle, wirtschaftliche und landwirtschaftliche Kommission verteilen. Die toten Kinder von überall glücklichen Zufall ins Wasser gefallen ist. Selteres Wetter. Das Wetter in unseren Ge genden wird nahezu überall von einem feften Drud hoch beherrscht, deffen Stern über Böhmen lagert. Bei heiterem Simmel fliegen am Donnerstag die Temperaturen in den Niederungen der Rebublif mei itens auf blus 4 bis 6 Grad an, im Randgebiete wurden nachmittags stellenweise mehr als zehn Grad verzeichnet. Nur im Nordteil des Binnenlandes eine schlienlich des Marvathengebietes behauptet sich noci beträchtliche Bewölkung ur.d verschiedentlich fällt Schnee. In Karvathorußland wurden auch in den Große Explosion in Mexiko. Mittwoch lam Niederungen minus 2 bis 4 God verzeichnet. Der es in der Bergstadt Maguerie im Staate Chihuah Einfluß des erwarteten Druckbochs wird sich auch auf hua( Merito) zu einer großen Explosion. Die das Karpathengebiet ausdehnen. Wahrschein= gesamte Ladung eines Eisenbahnlastwagens, be- liches Wetter Freitag: Seiter oder nur stehend aus Preßgas- Bomben und zwei Stiften wenig bewölft. Tagsüber im allgemeinen etwas Dynamit, flog in die Luft. Die Wirkung der Erwärmer. ziemlich rubia. Nachtfroit. Better plosion war so gewaltig, daß Arbeiterhäuser in aussichten für Samstag: Noch schön und tagsüber relativ warm. Schutt gelegt wurden. Das Unglück vergrößerte sich durch einen verheerenden Brand, der sich uns mittelbar nach der Explosion ausbreitete und der nicht gelöscht werden konnte, obwohl es durchaus nicht an Wasser mangelte. Durch die Explosion wurden drei Personen getötet und 18 verwundet. Papageienkrankheit in Wien. Vor einigen Tagen erkrankte der 84jährige bekannte Wiener Schauspieler Hugo Thimig und einige Mitglieder seiner Familie, das Dienstpersonal und einige Freunde, die in der Familie verkehrten, insgesamt gegen zehn Personen, an einer Infefs tionskrankheit. Die Aerzte tamen nach längerer Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Samstag Deutsche Presse, 10,15: Deusche Sendung: Marie Brag, Sender 1: 7: Schallplatten, 10.03: Müller: Prinz starneval herrscht, 10.30: Operetten mujit, 14: Deutsche Sendung: Fröhliches Wochenende von Sordan, 16.50: Theater für die Jugend, 17.55: Deutsche Sendung: Sportafiualitäten, 18: Es lebe der Fasching, Musikstunde, 18.45: Deutsche Breſſe, 18.55: Dentide Utualitäte. 20: Grim: Vagabundentönig, Romantische Oper, 22.30: Tanz Behandlung zu der Ansicht, daß es sich um die Pavage i enkrankheit handelt. Einer musif.- Brage Sember 11: 14.20: Deutiche der Patienten, der bekannte Wiener Advokat Dr. Sendung: Mussorarity: Bilder aus einer Aus Josef Bittet, ein Spezialist für Theaterangeles stellung, 14.55: Deutsche Preſſe, 18.15: JazzBrünn: 17.40: Deutsche Sendung: genheiten, ist gestorben. Der Zustand Hugo Thi- fonzert. Komponisten der Heimat, 19.20: Tschechische und migs ist sehr ernst. Wolfslieder. deutsche Kinder zusammen. Preßburg: 19.20: - Kaschau: 12.05: Operettenmufi!, 15.15: Konzert, 18.30: Operettenmusif. Autounglück bei Preßburg. Auf der Straße von Breßburg nach Trnava ereignete jih Donnerstag 12.35: Rundfuntorchefterlonzert.- Mähr. Dstran: vormittags ein Autounglüd. Ein Personenauto, das Tamerlan hatte nur ein hämisches Grinsen für und ganzen darin, daß die Banner, für die zu die vergebliche Absicht sein Herz zu rühren: Das lämpfen und zu sterben sich alle in den Trus fann vielleicht auf schwache Nerven wirten, wie sie liedern freudig bereit erklärten, verschiedene Far die fleinen Führer aus den letzten Kriegen haben, ben aufiviesen. Einfärbige, gestreifte und schelVon Richard Rax in die sie hineingeraten sind, wie ein Kurzsichtiger tige Banner wurden in Ausdrücken höchster Verin einen Dred steigen mag. Sie faßen hinten und züdung ewiger Treue versichert. Verschredt ver Eine Zigeunerin vergiftet aus Kache den Soeben waren die Feindseligkeiten durch irr haben nichts mitgemacht und faum etwas gesehen. stummten die Engel, als sie hörten, nicht bemitSohn eines Gendarmeriewachtmeisters. In tümliche Ueberfälle von Flugzeugen eröffnet wor- Für unsereinen, der noch selbst im Blut gewatet leidenswerte, Herzige Kinder vor sich zu haben. Tlučná bei Pilsen wurde in einem Zigeunerlager den. Demzufolge und seither marschierten von ist, scheint das heutige Schauspiel nur eine wie der bloße Augenschein ergab, sondern zum die 31jährige Zigeunerin Božena Winter, geboren überall in ununterbrochenem Zuge tote Kinder in Sleinigkeit." äußersten entschloffene Kämpfer für die Sache. in Pistau bei Marienbad, verhaftet und in die den Himmel ein. Dank der vormilitärischen Die von Tamerlan erwähnten Sleinen auf von der sie brüllten, für die Sache, von der sie Haft des Kreisgerichtes in Eger eingeliefert. Jugenderziehung, die sie auf Erden teils genossen. den Stehplägen ganz am Rande des Fegefeuers. bei ihrer Jugend doch nichts verstehen konnten, Grund der Verhaftung ist der ernste Verdacht, daß teils mit der Muttermilch eingefogen hatten, ging Kämpfer für die Sache statt für das Leben. die Winter aus Rache den dreijährigen Sohn des dieser Einmarsch reibungslos vonstatten und erwo es nur mehr wenig sengte und wo es keine Gendarmeriewachtmeisters Josef Czech vergiftet folgte in so guter Ordnung, daß er den militärisch glühenden Nägel gab, begannen tatsächlich nervös Die Engel also waren leicht niedergeschrieen hat, der am 4. Oktober 1932 in Radonis bei Kaa- gefchulten Augen der Zuseher ein wohlgefälliges 3 weben, da sie nun zum erstenmal tote Kriegs- und nun fonnten nach Erreichen dieses gemeinden Zigeuner beim Diebstahl überraschte und ihren Bild vot, was lebhafte Beifallsvezeigungen von opfer sahen. Obendrein bedauerten sie längst, samen Zieles der Kindermasse die Sonderbestr Bruder Robert Winter in Notwehr erschoß. Die der Zuschauertribüne herab unterstrichen. daß gegen Ende ihres Lebens der Strieg ihre gebungen zur Geltung kommen, daß nämlich die Winter brütete im Lager Nache und forderte die Diefe Tribüne war auf einem riesigen brochen und sie wider, ihr Verlangen, das mehr derschreien wollten und umgekehrt und durcheinans dantenlose Kriegsspielerei im Frieden unter Einfärbigen die Gestreiften und Scheckigen nieZigeuner auf, alle Fenster der Gendarmeriestation Eisenrost über dem Fegefeuer errichtet. Ihre in Radonitz zu zerschießen und Wachtmeister Czech Sippläße waren beschlagen mit spißen Nägeln. auf Pomp und Ehren gerichtet war, mit schver der die einen die anderen. Noch nie hatte der zu erschießzen, wozu fie ihnen Waffen besorgen die je nach Verdienst der Plasinhaber zwischen zu fühnender Schuld beladen hatte. Solch reue Himmel derartiges erlebt, so daß mangels vorwollte. Weil sie von den Zigeunern abgewiesen weiß und dunkelrot glühten. Eingenommen wur vollen Gedanken nachzuhängen, war ganz günsti. aussichtiger Gegenmaßnahmen die unerwartete wurde, ging sie selbst nach Radoniz betteln. Sie den die Sive von den großen Männern, die als fühlte ein wenig die auch am Rande der Tri- Demonstration raich und gründlich in eine gewalie im büne noch hinlänglich unangenehme Size des tige Prügelei aller gegen alle ausarten konnte. nahm einen grünen Vlechtopf mit. Als sie im Seerführer in die erbauliche irdische Geschichts Dorje den Sohn des Wachtmeisters bemerkte, bot eingegangen sind. Auf dem Ehrenplatz in dei Fegefeuers. Willig schickten sich deshalb die Zujie ibm Waſſer zu trinten an, welches offenbar Mitte, darunter das Feuer am mächtigsten lodere: in die Chöre der Engel einzustimmen, die zum scher auf den Stehpläßen ziemlich geſchloſſen an. thronte Dschingis Khan, jener Mongolenfürst, de: Topf leer und starb trop ärztlicher Hilfe eine Woche von der Gier befeffen, alle blühenden Ländereien Empfang der Kinder fromme Weiſen zu fingen später. The Zigeunerin ging jedoch in ihrer Rache wieder in Steppe für die Pferde seiner Nomaden noch weiter; sie wiegelte die Zigeuner auf, wenig zu verwandeln, große Teile der damals belannten Die toten Kinder jedoch hatten kaum die und rasch wachsenden Scharen tobender Kinder Gott ſtens den Grabstein auf dem Grabe des Kindes alten Stulturwelt entvölkert und verwüstet hatte ersten Tatte der Engelchöre mit Lob und Preis des Vater sich nicht zu helfen wußte und sein Haupt zu vernichten. Wieder lehnten die Zigeuner ab. bis auf den heutigen Tag. Ihm zunächst saßen ewigen Friedens gehört, als sie dagegen demon- verhüllte. Unten auf der Erde aber in den weAls später die Winter ihren Bruder Anton zu feine Konsorten und einige ähnliche Vor- uns strativ ihre Kampfweisen anstimmten, die ihnenigen wirklich und unbedingt bomben- und gass Tode gemartert hatte, wurde gedroht, ihr Verbre- Nachfahren, denen Dschingis Khan jetzt verächtlich auf Erden eingetrommelt worden waren. Diese sicheren Unterständen saßen tapfer die Verant chen würde den Behörden angezeigt, was auch ge zulächelte: Was meinst du, Tamerlan, können Kampfweisen ähnelten einander trop den verschie wortlichen und freuten sich königlich über den schah. Obwohl die Winter die Tat bestreitet, wird diese zufällig und nebenbei getöteten Kinder auf denen Sprachen so sehr in Form und Inhalt, daß durchschlagenden Erfolg ihres Hauptgrundsatzes sie immer mehr überführt. Die Gendarmerie( uns Eindruck machen, die wir ganz andere Set- nur ein aufmerksamer Zuhörer einen Unterschied der Voltserziehung, daß schon der Kinder Seelen forscht nach weiteren Beweisen. tomben mit voller Absicht schlachten ließen?" Auch festzustellen vermochte. Der bestand im großen mit unauslöschlichem Haß erfüllt werden müssen. mit Tollkirschen versetzt war. Das Kind trant den anhoben. praſſelndem Feuer mit den Fingern, andere auf Vor Freude über diesen sein Herz erhebenden Anblick schnalzte Dschingis Khan trop hochaufs den Nagelſizen der Tribüne lachten laut ober schmunzelten heimlich, als inmitten der ständig Mr. U Po Win 24, d Vorsi der b ftorb Stod ruft men bring die ftalt Sve gung reag ch 1 nad Gel It e zeug Ga eint Yun all St im 81 ber tue In ne te 31 111 St 31 WhutitWioft und Sozialpolitik Pollthche Unruhe erschwert Wirtschaftsbesserung Der Bankrat der Nationalbank hielt am 8t. d. M. seine ordentliche MonntSsitzung unter Vorsitz des Gouverneurs JUDr. Karel Engliä ab, der vor Erledigung der Tagesordnung dem vcr» siorbcncn Vorsitzenden deS VerlvaltungSrateS der Eloda-Wcrkc Dc. Karel Loevenstein einen Nach« ruf widmete. Dem vorgebrachten Geschäftsbericht entnehmen wir folgendes: Die Entwicklung der politischen Ereignisse bringt keine Besserung der Voraussetzungen für die Wirtschaftsentwicklung. Die Wirtschaftslage der Tschechoslowales gestaltet sich im ganzen weiter günstig, in einigen Zweigen, wo die Beschäftigung auf die Bewegung der internationalen Rohstoffpreise leicht «agiert, zeigte sich eine geringere A b s ch w ä- chung. Die Saisonentspannung des Geldmarktes nach Neujahr war Heuer ausgeprägt. Bei den Geldanstalten sammeln sich Bargelder an, da das neueKredttinteresse für die Erzeugung vorläufig gering bleibt. Aus der Hauptstadt und der Provinz treffen Nachrichten ein über die sehr günstige Spareinlagenentwick« lung bei ständigem AiUvachsen der Frequenz vor allem der Heinen Einleger. Die Entwicklung der Einnahmen der Staatskasse an Steuern und Abgaben bleibt auch im neuen Jahr ganz zufriedenstellend. TaS Niveau der Großhandelspreise erfuhr zum 1. Feber fast keine Aenderung. Der Index der empfindlichen Preise sank im ganzen ein. wenig. Beim Niveau der Kleinhandelspreise und gndex der Lebenshaltungskosten wurde Im Jänner eine mäßige Befestigung beobachtet. Die Jndustriebeschäftigung hat sich im allgemeinen nicht geändert und bleibt weiter günstig. In den Saisonzweigeu wird in den letzten Tagen mit der Wiederaufnahme der Arbeit begonnen. Bei der bisherigen unsicheren Lage der Weltroh- ftossmärkte war namentlich in der Textil- indu st r i e ein Rückgang der Auftragseingänge zu beobachten. An den Provinzbczirkcn steigt die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Investitionsmitteln. Die Arbeitslosigkeit hat im Jänner sai«\ Man erhält für KL 100 Reichsmark....... -583.— Marlinünzrn. 078 100 österreichische Schilling.. 526.50 100 rumänische Lei 14.85 (00 polnische Zloky..... 523.50 100 ungarische Pengö.... 561.50 100 Schweizer Franken... «61.50 100 französische Franc»... 92.20 1 englisches Pfund.... 142.50 1 amerikanischer Dollar... 28.32 100 italienische Lire.... 121.40 100 holländische Gulden,.. 1588.— 100 jugoslawische Dinare... «2.42 100 Belga»....... 482— 100 dänische Kronen.... «31.— 100 schwedische Kronen.... 730.— saumäßig etwas zilgcnommen, sie hält sich jedoch ständig unter dem Niveau des Jahres 1081. Im Jänner-Außenhandel ist der hohe Export bemerkenswert, der neuerdings die in demselben Vorjahrsmonat erreichten Daten übertraf, insbesondere im Posten der Fertigwaren. In der Einfuhr bestehen gegen Jänner des Vorjahre? keine größeren Aendcrungen. Die Jänner-Bilanz endete mit einem starken Altivum, das zur Hälfte auf Länder mit freiem Deviseninkaffo entfällt. Die Kursentwicklung der tschechosiowalischen Devise auf den Auslandsbörsen war wieder vollkommen ruhig und stetig. Der tschechoslowakische Außenhandel mit Sowjetrußland In der„Hospodäkflä Politika" weist Dr. NechamkiS darauf hin, daß der in den Jahren 1938-1988 verheißungsvoll elnsetzende Aufschwung deS tschechosiowalischen Exports nach USSR im Jahre 1987 zum Stillstand gekommen ist und sich gegenüber 1988 fast um die Hälfte verringert hat. Die Frage der Jndustrielredite für die Ausfuhr in die Sowjetunion ist bei uns in der letzten Feit sehr aktuell. Gegenwärtig wird über einen neuen Kredit in der Höhe von 250 Millionen XL für 5.8 Prozent und acht Jahre verhandelt. Nach den Berichten der Tageszeitungen verlangt die Sowjetunion diesen Kredit in der Form eines Finanzkredites, was bedeutet, daß das geliehene Kapital auch zu anderen Zwecken Vertvcndet werden könnte, als zum Wareneinkauf in der Tschechoslowakei. Die Frage eines Exportkredits für Sowjetrnßland stellt sich aber heute tvesentlich anders dar, als vor drei Jahren. Manche Industriezweige, namentlich die Jnvestitionsindustrie, also diejenige, die für den Export nach Sowjetrnßland zumeist in Betracht kommt, haben sogar ihre Kapazität vom Jahre 1929 überschritten und befinden sich in Hochkonjunktur. Die Waren dieser Industriezweige sind sowohl tm Inland als auch im freien Ausland leicht verkäuflich, und zwar für Devisen, die wir für unsere Rohstoffeinfuhr brauchen. Obwohl der Am 19. Feber trat der Verwaltungsausschuß der Amtsstelle B der Allgemeinen Pen- sionSanftalt in Prag zu seiner ersten ordentlichen Sitzung im lausenden Jahre zusammen. Auö dem vom Direktor vorgelegten Bericht werden insbesondere folgende Daten angeführt. Die Zahl der Pflichtversicherten der Amtsstelle ist auf 79.088 und die der freiwilligen Versicherten auf 2887 gestiegen. Die Anzahl der Anerkennungsgebühr zahlenden Versicherten hingegen ist auf 8708 gesunken. Die Gesamtzahl der Dienstnchmermitgkie- der der Amtsstelle beträgt somit 88.780. Die Zahl der Dienstgeber ist auf 18.880 gestiegen. Die Beitragsvorschreibung hat im Jahre 1937 XL 108,817.999.— erreicht. Der auf einen Angestellten durchschnittlich entfallende jährliche Versicherungsbeitrag ist weiter auf XL 1285.08 zurückgcgangen. Die Abschreibungen deS letzten Rückgang unseres Exportes in die USSR allgemein mit der Erschöpfung des Exportkredits erklärt wird, darf man nicht dir Tatsache übersehen, daß die tschcchoflowakische Ausfuhr nach Sowjetrußland in der Zeit des ersten FünfjahrplanS, In welcher zwischen ihm und der Tschechoslowakei keine geregelten Verhältnisse waren, nm ein mehrfaches höher war als jetzt. Wir stehen also von der Tatsache, daß der jetzige zweite Fünfjahrplan der Sowjetrepublik, welcher keine geringeren Einkäufe im Ausland erfordert, als der erste, für dio Tschechoslowakei nicht die Bestellungen gezeitigt hat, die sich auf Grund unseres DündniSverhält« niffeS erwarten ließen. Es ist also auch auf dev anderen Seite mehr guter Wille nötig, damit die wirtschaftliche Zusammenarbeit die Argumentation der weiteren außenpolitischen Zusammenarbeit festige. Kartoffeltrockminq und Broterieugung| Herr Alfred RoSmanith hat seinerzeit in der tschechoslowakischen landwirtschaftlichen Akademie einen Vortrag gehalten, der jetzt in Droschürenform unter dem Titel„Kartofseltrock- nung nnd unser tägliches Brot" erschienen ist. Der Berfasier legt zunächst dar, welchen hohen Nährwert das Kartoffelwalzmehl, da» veredelte Mahlgut ans dem TrocknunaSprodukt der Kartoffel(daS ist die Kartoffclsiockej besitzt Während das Roggenmehl einen Stärke« und Zuckergehalt von etwas Aber 85 Prozent besitzt, weift das Kartofsclwalzmchl einen solchen von 78 Pro« zent auf. Durch einen Zusatz deS Kartoffelwalz- mehls zum Brot wird, wie der Verfasser ausführt, dieses schmackhafter und trocknet nicht so leicht au». Die Aussiger Arbciterbäckcrei bat den Versuch unternommen, die theoretischen Auffassungen deS Verfassers praktisch nachnivrüfen und berich« te' in ihrem Gutachten, daß die Qualität deS Brotes durch den Zusatz von Kartoffelwalzmehl verbessert wird, daß der Nährstossgehalt steigt nnd daß die Frilcherh-rltung deS Brotes größer 'st als beim gewöhnlichen Roggenbrot. Auch daS Ministerium für Nationalverteidigung hat in seinen Bäckereien ähnliche Erfahrungen gemacht. Besonders bedeutsam aber erscheint dem Verfasser die Tatsache, daß die Kartoffel große Mengen des Vitamin» C enthält, de»srll>en Vitamin», welches der ungarisch: Forscher Szent György! Jahres betragen 0.2 Prozent der Jahresvorschrei« bung. An Leistungen wurden im Jahr« 1937 u. a. auSgezahlt an JnvaliditätSrentcn XL. 37,878.080.45, an Altersrenten 82,580.940.05 XL, an Witwenrenten XL 21,187.416.10, an Waisenrenten XL 8,778.280.18, an Erziehungszuschüssen XL 2,172.829.80, in DegräbniSgeldern XL 1,880.800.58, an Ausstattungsbeiträgen XL 6,018.483.45, an Erhöhungen gemäß 8 177a rund 22 Millionen XL, an Stellenlosenunterstühungen XL 1,877.074.—, an Krankenpflege der Rentner XL 3,894.134.—. Die jährliche Stei. gerung in Prozenten gegenüber dem Stande am Ende des Vorjahres betrug bei den Invaliditätsrenten im Jahre 1985 7.94 Prozent, im Lahre 1936 4.85 Prozent und im Lahre 1937 1.09 Prozent. Die Leistungen der Allgemeinen Pensionsanstalt Bericht der Amtsstelle B für 1937 100. Geburtstag des Erfinders des Saxophons In diesen Tagen sind hundert Jahre vergangen, daß Adolphe Sax, der Sohn eines deutschen Vater», in Belgien geboren wurde. Er erfand dar nach ihm be- rannte Saxophon, das heute zu den modernsten und beliebtesten Musikinstrumenten gehört. Aus diesem Anlaß hat seine Geburtsstadt Dinant beschlossen, Adolphe Sax, dessen Schicksal ebenso seltsam wie die Geschichte seine» Instrumente» ist, ein Denkmal zu sehen. in dem Paprika entdeckt hat. Die Kartoffel hat aber den Vorzug, daß sie ein VolkSnahrungö» mittel ist, während Paprika ein Geioürz ist. Durch Zusatz von Kartofselwalzmehl könnte man also ein Bitaminbrot erzeugen und die überschüssigen Kartoffclvorräte entsprechend verwerten. Der Verfasser ist bemüht, daß auch im deutschen Gebiet solche VcrwertungSanlagen geschaffen werden. Fast neun Millionen Arbeitslose Washington. Der Senat nahm die bereits vom Repräsentantenhaus gutgeheißene Vorlage an, die weitere 250 Millionen Dollar für Nothilfezwecke bewilligt. Arbeitsminister, Fräulein PerkinS, erklärte, daß die Arbeitslosenzahl von Mitte Dezember bis Mitte Jänner um 1,300.000 zunahm. Die gesamte Lohnsumme nahm um nahezu 20 Millionen Dollar wöchentlich ab, gegenüber dem Niveau im Dezember. Eine Privatstatistik schätzt die Zahl der Arbeitslosen im Dezember auf 8,900.000. Fischer— Patjak— Perth Ihr Kampf Die wahren Ziele der SdP Diese aufschlußreichste Schrift über Entstehung und Entwicklung der Sudetendentschen Partei ist soeben in bedeutend erweiterter Fassung in deutscher Sprache erschienen. 140 Seiteir Preis XL 14.— Organisationen erhalten Rabatt! Zur beziehen durch die Zrutralstclle für da» Bit« dnngSwesen, Prag XU., Slezfla 13. ver Deserteur Im Schneetreiben marschierte das Kaiserjäger- reglment die granatcnzerlöcherte galizische Straße entlang. Das Gehen war immerhin besser als die »gelange Fahrt in de» kalten, zugigen Viehwagen für ,48 Mann oder 8 Pferde" auf schütterem, bereit» mit Läusen bevölkertem Stroh. Im versinkenden Tageslicht dampfte der Atem der Hunderte und ließ mit dem Schneegestöber zusammen das auseinandergezogene Regiment wie«in kriechendes Reptil erscheinen. Kein Kommando wurde laut, auch di« Offiziere an der Spitze trotteten schweigend voran; die Schneid vom Äasernenhof war verflüchtig! vor dem Kommenden, denn da vorn drohte die Eishülle dec Karpathen. Rach kurzer Rast und Labung in einem fast gänzlich niedergebrannten ruthenische» Bauerndorf begann in einem vom Russen nicht eingeseheneu Erstemal der Aufstieg in die Feuerstellung. Gleitend, stürzend, ständig nach dem Vordermann tastend, tvand sich die Schlange aus schwer atmenden Männern einpor; jetzt waren sie noch Väter, Brüder, Söhne, in der nächsten Stunde vielleicht schon„Helden" oder Tote. Die Ablösung des Regiment» ging glatt vor sich. Rach der Aufteilung der Kompanien auf die einzelnen Grabenabschnitte meldeten die llnter- okfiziere dem Hauptmann den MaunschaflSstand. Ein Mann fehlte, der Gefreite AloisGuggner. Ter Hauptinann sann eine Weile nach, dann machte er:„M—hml Eigenmächtige Enisernungl Tot« sicher! Dreimal Urlaub abgeschlagen, hat sich ihn also selbst genommen! Na... I Danke! Abtrete»!" Die Offizier« und Unteroffiziere kehrten zu ihren Gruppen zurück. Die Narpathennacht, für viele die erste und letzt« Nacht im Schützengraben, lag mit undurchdringlicher Schwärze über den Stellungen. Äugeln pfiffen unablässig, Leuchtkörper erschiene» und vergingen wie Kometen, Geschützdonner polterte vervielfacht von Berg zu Berg. Gegen Morgen lief die Parole durch die Stellung:„Vermutlicher Angriff ter Russen am linken Flügel, erhöhte Auf- merksainkeit, Feuerbereitschaft, Verstärkung der Feldwachen!" Und der fehlende Mann schien vergessen. 2m Tiroler Hochgebirge donnerten die Lawinen. Auf schmalem, schneevertvehtem Saumpfade kämpfte sich ein Mann vorwärts. Wenn er über sich da» von Jugend auf bekannte Rauschen Hörle, preßte er sich a» vereiste Felswände, um gleich darauf wieder vor» und austvärt» zu hasten. Seit Stunden rang er so mit den Nalurgewalten und mit dem tveißen Tod der Alpen. Doch ein Halten gab es für ihn nicht. Hoch droben in einer kleinen Almhüite lag das Weib, das ihm schon zwei Kinder geboren hatte, einsam und von aller Welt abgeschnitten, wieder in KindeSnöten. Vielleicht auch kam er schon zu spät, fand nur noch eiSerstarrte Leichen vor. Acht Tage vor dem Ausmarsch deS Regiments war er das letztemal bei der Erwartenden gewesen. Er niöge sich nicht sorgen, hatte sie gesagt,«S sei noch eine Woche Zeit. Dann kam der überraschende Abinarsch in» Feld, die Fahrt und AuSwaggonierung in Neu-2andez. Guggner, der primitive Holzknccht, hatte gegrübelt und auf der Fahrt an den knochige» Finger» die Tage bis zur Niederkunft zufammenge« zählt. Auf dem Marsche zur Front riß eS ihn dann urgewaltig herum, er blieb als„fußmarod"" zurück, bis da» Regiment außer Sicht war, und dann begann eine abenteuerliche Fährt zurück auf Lastwagen und in Militärzügen, bis er, einen Arm in der Binde und den Kopf verbunden, in einen Verwundeten« tranSport gelangte, mit dem er als„Leichtverwundeter" bis in die Nähe der Heimat kam. Und dann begann die Hatz nach oben. Die letzte Nacht, die er in einer FejSspalte stehend, eifrig die Anne schlagend und von einem Fuß auf den andern tretend, verbracht hatte, war vorüber, nun waren nur noch einige hundert Meter Aufstieg zu überwinden. Meist auf den Knien kriechend, überwand der von Jugend gestählte Bergmensch die letzten Hindernisse, dann setzte er in großen Sprüngen über eine verwehte Matte und stand zitternd und lauschend an der Tür der Holzhütte. Alles totenstill! Er drückt gegen die vereiste j Tür. Drinnen ein Laut, ein stöhnender Laut. Ein Ruck, und er hat die Tür ausgeriffen...:„Annerl."' —.Loist"... Er kam in der letzten Minute. Bald flackert daS Herdfeuer auf, brodelt Wasser, ditz.. blinden Scheiben beschlagen sich. Und dann ringen Weib und Rann um da» Kommende, um daS dritte Kind... Um wenige Tage Urlaub hatte Guggner seinen Hauptmann gebeten, den er in Serbien auS dem Feuer getragen, der ihn mit der großen„Silbernen" ausgezeichnet und zum Gefreiten befördert hatte. Ter Oberst hatte die Bitte dreimal abgeschlagen. Wegen der„Marschbereitschaft"! Nun, da Guggner seine Menschenpflicht als Mann und Vater erfüllt hatte und sein Weib außer Gefahr wußte, riß eS ihn wieder herum, diesmal nach der Front. In weite» Sätzen, gleitend, sich oft überschlagend, kam er zu Täl. Wieder begann er an den Fingern zu zählen, diesmal die Tage, die er vom Regiment abwesend war. Für jeden Tag, so dachte der Einfältige, einen Tag„Strengen". Aus dem Felsspalt hatte er die dort verborgene Ausrüstung, die er als„Leichtverwundeter" hatte behalten dürfen, wieder herausgenommen und fick damit beladen und war wieder pflichtbewußter Soldat. In zwei Stunden war er in der Garnison, wo er sich melden und um einen sofortigen Transport zur Front bitten wollte. Als er die vereiste Land« straße entlang marschierte, sah er einen Gendarmen kommen. Aha, dachte er, auch ein Uniformierter! Wird gleich fragen, wo ich mir die„Silberne" verdient habe. Da standen sie schon beieinander. Guggner fuhr mit einem„Grüaßgohtl" gewohnheitsmäßig mit der rechten Hand zum Gewehrschaft hinunter. Der andere aber war sehr kurz angebunden:„Gefreiter Guggner?... Wegen Desertion vor dem Feinde verhaftet!" Guggner lächelte:.I» gut, Herr Schandarm, i bin nämlich eh auf'm Weg nach dec Kasern." —„Das zählt nicht mehr!" schnauzte der Wohlgenährte. Schtver und geschlagen trottete der Soldat neben dem„Auge des Gesetze»" einher, einem ungewissen Schicksal entgegen. Also Deserteur I Da sprang in sein Hirn der Gedanke, dem Dicken davon zulaufen, um allein in der Kaserne anzukomnym. Ob der hinter im dreinschießen würde? In einem Etappenort hinter dem Frontabschnitt der Kaiserjäger tagte da» Kriegsgericht. ES verurteilte den Gefreiten Alois Guggner wegen Fahnenflucht vor dem Feinde zuni Tode durch Erschießen. DaS Urteil war binnen 24 Stunden zu Vollstrecken. Auf einer Wiese hinter dem verwilderten Friedhof deS kleinen galizischen Dorfe» 8. waren in einem großen, nach einer Seite offenen Karree Truppen aller Waffengattungen aufgestellt, mit Bedacht zur Teilnahme kommandiert, nm Zeugen eines„abschreckenden Beispiels" zu sein. Der irull Guggn-r war höchst willkommen gewesen, N".l die Truppen von den schlechten Erfolgen an der k. u. k. Front abzulenken und die gelockerte Disziplin zu heben. Im Morgengrauen kam das Feldgericht, dahinter, von einer Eskorte flankiert, der Tiroler Holzfäller mit einem Karaten, der flüsternd auf ihn einsprach. Mit dem Rücken nach der offenen Seite deS Vierecks wurde dem Todeskandidaten sein Platz angewiesen. Unter ateniloser Stille wurde nochmal» das Urteil verlesen. Bevor sich die Binde vor die Augen legte, schickte der Aelpler noch einen letzten Blick nach den vereisten Karpathenbergen empor. Eine gute Vision mag ihm vielleicht die heimatlichen Gletscher vorgelogen haben. Dann legte sich daS weiße Tuch über seine Lider. Ein Offizier hatte lautlos den Säbel gezogen, ebenso lautlos traten acht Kameraden in Doppelfront mit schnßfcrtigem Gewehr vor den Todgeweihten, zweimal ein leise» Winken mit dem Säbel und die Läufe hoben sich, dir Salve peitschte den Loist zu Boden. Ein RegimentS- arzt befühlte den Pulö, nickte, Krankenträger brachten den Leichnam nach dem Friedhof, wo weinende Ruthenenfrauen das ausgeworfene Grab umstanden. In einer schneeverwehten Almhiitte saß ahnungslos eine junge Frau mit einem Neugeborenen an der Brust und zwei flachshaarige Kinder fragten, wann„da Voada" wohl wiederkommen werde... Dnlce est, pro patria mori... [ Jakob Ruber. Seite 6 Trager Zeitung Ein Unbelehrbarer " Sozialdemokrat" rief jedoch um Hilfe und wurde von einigen Vassanfie ins Krankenhaus auf der Bulovka. Grund der ten herausgezogen. Die Rettungsgesellschaft brachte Tat ist der Bruch mit ihrem Geliebten. Freitag, 25. Feber 1938. Nr. 47 ➖➖➖➖➖➖➖➖➖➖********* Kreiskonferenz des Sozialistischen Jugendverbandes, Kreisgebiet Prag: Samstag, den 26. Feber, Kleiner Handwerker. vereinssaal, Smečky, Beginn 5 Uhr. Berichte, Aus. sprache und Wahlen. Sonntag, den 27. Feber, Pasteiheim, Smečky, Beginn 9 Uhr vormittags. Verbandszerretär Genoffe Rudolf Geißler spricht zu dem Thema: „ Die politische Aufgabe des Sozialistischen Jugendverbandes in unserer Zeit". Anschließend Aussprache, Ausblick. Einlaß gegen Vorweisung der Delegiertenfor. ten, rückhaltlos aufzuzeigen, was morsch ist und im Gewande der Dichtung aufbauende Kritik zu üben. Mit fundigem Blick für Bühnenwirijamteit und ge schickter Hand hat Synet den allbekannten Fall eines großen Versicherungskonzerns dramatisch gestaltet und eine Illustration zu dem Sprichwort geliefert: Die fleinen Diebe hängt man, die großen läßt man laufen". Es ist ein spannendes, effektvolle Szenen berger Uraufführung, die der tschechischen Urauffüh aufweisendes Theaterstück geworden, dessen Reichenrung vorangegangen ist, ihm vollen Erfolg gebracht Falsche Beſtellungen. Gestern wurde der 29 bat. Beigetragen hat dazu die ganz ausgezeichnete jährige Handlungsgehilfe Ladislaus Flet aus Chodov Wiedergabe. Direktor B ar na y, von dem die Bebei Prag verhaftet, der durch fingierte Bestellungen arbeitung der Maderfchen Uebersetzung stammt, hat schädigt hatte. Er hatte sich hiebei auch falfcher endetes Zusammenspiel gesorgt. Der in der Wahreinige Prager Firmen um insgesamt 3000 Kč ge- als Spielleiter für sorgfältiges Studium und vollStempel bedient und war unter verschiedenen Namen beitsuche unbeugsame. Arch feinerlei persönliche oder familiäre Rücksichten von seinem Wege avzus aufgetreten. Er wurde nach Banfraz gebracht. bringende Untersuchungsrichter Dr. Thelen fand in Ein vergessenes Meffer. Der 41jährige Arbeiter Rudolf Kutalet aus Bankrab erſchien in der Nacht vortreffliche Verförperung. Eine feine Charafierten. Lothar Me wa I t eine in Sprache und Spiel gleich auf gestern start blutend auf der Pankrater Wachstudie bot auch Walter Guber th als Generalstube und bat um Behandlung. Er hatte furz vorher ein Küchenmesser geschliffen, das er dann in die direktor Franz. Den Ingenieur Stallich stellte Edgar Meh Ihardt als den typischen Schieber" rich Tasche steckte und vergaß; als er mit der Hand in die Tasche griff, schnitt er sich daran die Bulsader tig dar. Bernhard Wilfert brachte den dem Paauf. Er wurde auf die Klinik Ziraiek gebracht und ragraphen des Strafgefeßes erliegenden kleinen Mann erschütternd zur Wiedergabe. Die aus der verbunden. Ausflugszüge in der Woche vom 5. bis 13. März: hinausstrebende, den Lodungen der leicht zu verdie Enge ihres Daseins mit dem geringen Richtergehalt Hohe Tatra und Telgart für 540 Kč, nach Spindlernenden Hunderttausende willfährige Gattin des Unmühle für 480 Kč. nach Eiſenſtein im Böhmerwald tersuchungsrichters wurde von Theach o ber für 420 Kč, nach Lubochňa für 490 Kč. Informa wirklich gelebt; ihre Auseinandersetzungen mit Dr. tionen im Basar neben dem Wilsonbahnhof. Tele- Thelen( Rewalt) waren die padendsten Szenen des Abends. Felir Sinüpfer( Gerichtspräsident). Georg Vogt( Profurist Brem), Friz Bergar( Staatsanwalt), Alerander Haber( Rechtsanwalt), Werner Kraut( Austultant), Paul Hardimuth( Beamter). Ilie Rösler( Schreibfräulein), Alwin Brosch( Auffeher) und Mar Böhm( Journalist) waren in den feineren Rollen durchwegs gut auf dem Platz. Gut wie immer die Bühnenbilder von Josef Spinta. Stück und Darstellung fanden beifällige Aufnahme; zum Schluß konnte auch der Verfaſſer mit dem Spiellors ter und den Hauptdarstellern für unzählige Hervorrufe danten. Karl Löwit. Prag. rb Vor dem Braunauer Bezirksgericht wurde vor drei Jahren eine Verlassenschaftsverband lung durchgeführt, wobei als Haupterben die zwei Brüder Hugo und Josef 3o cher auftraten, da es sich um die Verlassenschaft ihres Vaters handelte. Hugo Zocher fühlte sich aus irgendwelchen Gründen benachteiligt und es tam zu Mißhelligtei ten zwischen den Brüdern, die damit endeten, daß Sugo Rocher in einigen Eingaben den Verlassen= schaftsrichter, Gerichtsvorsteher Dr. chula. des Amtsmißbrauches beschuldigte und behauptete, daß dieser varteiisch vorgegangen sei. Da sich die völlige Saltlosigkeit dieser Beschuldigungen alsbald ergab, wurde Zocher wegen des Verbrechen der falien Bezichtigung im Feber 1936 vor dem Kreisgericht in Königgräß zu drei Mo naten erler verurteilt, unter Buerkennung einer Bewährungsfrist. Aber schor am 13. Juli des gleichen Jahres stand er neuerlich vor dem Stönig gräger Straffenat, da er in zwei neuerlid en Eingaben die Beschuldigungen gegen den Richter wie derholt hatte. Die eine schidte er an das Königgräßer Kreisgericht, die andere an das Oberste Ges richt in Brünn. Diesmal lautete die Strafe mit Rücksicht auf die Rüdfälligkeit out sechs Mophon 383-35. nate unbedingt, womit natürlich auch die Verbüßung der seinerzeit bedingt ausgesprochenen Strafe verbunden war. Aber Hugo Zocher ließ fich nicht warnen und verfaßte eine neuerliche Eingabe an das Justizministerium, in der er dieselben Be schuldigungen gegen den Richter in womöglich noch schärferer Form aussprach. Gerichtssaal Lauter Lügen Diebsfang durch künstliche Havarie Da der Begehungsort der neuen Verleumdung Prag, rb Josef Kubiček, der gestern vor Brag. iſt, wo das Miniſterim feinen bat, dem Strafienat des GR. Dr. Or ust a stand, ist wurde das Prager Straffreisgericht zuständig, tvo von Beruf Autodieb und er scheint seine Branche fich gestern der Angeklagte vor dem Straffenat des wirklich gut zu beherrschen. Die letzte Anflage( er GR Dr. Noset zu verantworten hatte. Er weigerte ist unzählige Male vorbestraft) legte ihm die Ents fich indessen, irgendwelche Aussagen zu machen, führung von drei Autos zur Last, burchivegs nachdem er schon in den früheren Prozessen alle mit Soda Popular", für die er eine be on dieser Sache befaßten Gerichte als befangen abges dere Vorliebe zu hegen scheint. In allen drei Fällen Die umständliche Komödie von Hans Schweilehnt hatte. Die Verhandlung endete mit einer ging ihm aber nach fürzerer oder längerer Fahrt fart, die gestern im Neuen Deutschen Theater erst neuerlichen Verurteilung au sechs Monaten Ker- das Benzin aus und er war zweimal genötigt, den aufgeführt wurde, handelt von einer Frau, die erfer, so daß der Unbelehrbare nunmehr insgesamt gestohlenen Wagen stehen zu lassen und zu verfährt, daß ihr Mann ihr untreu geworden ist, und fünfzehn Monate abzubüßen haben wird. Schwinden. Einmal fam er mit dem fremden Auto daraufhin ihrem Mann einredet, auch sie sei ihm bis nach Poděbrad, das zweitemal bis Iglau. Das untreu, und da sie sich zufällig den Freund der ,, Stunden der Sicherheit" für die deutschen drittemal gab er die Sache aber nicht so leicht ver- Nebenbuhlerin als Objekt ihrer angeblichen Liebe Schultinder Brags. Wie vor zwei Jahren veranital Loren, sondern loďte, da er feine Krone in der Tasche aussucht, gibt es gerade so viel Verwidlung, wie der tet auch in diesem Jahre der Autoklub gemeinſam hatte, einem Benzinwächter 10 Liter Benzin beraus Autor in den letzten beiden Alten lösen tann, auf mit dem Voltsbildungshaus Urania"„ Unterrichts- und fuhr davon. Bei Neuhaus wurde er von einem eine Art allerdings, die der Zuschauer schon während tunden der Verkehrssicherheit" im großen Saale des Gendarmen angehalten, doch glüdte es ihm, in des ersten Attes vermuten durfte. Das Stüd, deſſen Autoklubs. Der Autoklub stellt seinen Saal, seine schneller Fahrt zu entkommen. Indessen hatte er Wonolog manchmal an Molnár und manchmal an Lehrmittel, Apparate und das Personal kostenlos zur diesmal Pech. In Neu- Bistriz wurde er abermale batv anzutlingen versucht, sich aber tatsächlich nicht Verfügung, der Vortrag und die Leitung der Unter- angehalten, und zwar gerade vor der Gendarmerie auf geistreiche, sondern auf alkoholische happy endrichtsstunden für die deutschen Schulen wurde wie ſtation, deren gefamie Befaßung fich den verdäch Wirkungen berläßt, mutet wie ein Versuch an. bor zivei Jahren dem Jugendreferenten der„ Urania" tigen Vogel befehen fam. Auch hier wollte er burch einem autarkiesüchtigen deutschen Theater für franErich Juhn übertragen. Die erste Stunden findet am plötzliches Davonfahren entkommen, doch die Gen- zösische, englische oder ungarische Konversationssiüde Samstag, den 26. Feber, halb 12 Uhr vormittags barmen, die feine Absicht merkten, vereitelten die einen heimischen Ersatz zu bieten. Da der Eriaß recht fü die deutschen Bürger- und Volksschulen der Wein- geplanie Flucht auf originelle Weise, indem sie fadenscheinig ausgefallen ist, bestand für das Praberne im Autoklub statt. durch einen Stoß gegen die rüdwärtige Staroserie cer Deutsche Theater, das sich ja vor der Aufführung Vom Baum gefallen. Gestern vormittags be dem Wagen einen seitlichen Schwung gaben, der ihn ausländischer Unterhaltungsstüde nicht zu scheuen schnitt in einem Garten auf der Stleinseite der 16 in den Straßengraben beförderte. Auf diese Weise braucht, eigentlich kein Grund, von ihm Gebrauch jährige Schüler Ferdinand Lefler die Weste eines wurde Stubičet dingfest emacht. Der Gerichtshof er zu machen." alien Baumes, wobei der Aft, auf dem er stand, ab achtete unter den gegebenen Umständen eine erembrach und Lefler zu Boden fiel. Er wurde mit einem plarische Strafe für notwendig und verurteilte den Bruch beider Beine und einer Gehirnerschütterung in Angeklagten zu drei Jahren schweren bewußilosem Zustand auf die Klinik Schloffer ge- eerfers und nachfolgender Anhaltung in die 3wangsarbeitsanstalt. bracht. Kind überfahren. Gestern nachmittags lief in der Voctařova in Lieben der achtjährige Schüler Otto Stehlik vor den Lastkraftwagen des Chauffeurs Franz Sulhanet aus Pantray und wurde zu Boden gewor fen. Dem Sind wurden beide Beine gebrochen. Die Rettungsgesellschaft brachte es ins Krankenhaus auf der Bulovfa. Bäcker bestohlen. Der Mitinhaber einer Bäderei Kunst und Wissen Der große Fail Mar Liebl hat das Stück so sorgfältig inszeniert, daß auch seine Schwächen plastisch zum Vorschein famen. Wenn es dennoch einige weiterfeit uns anerkennenden Beifall gab, so ist es das Verdienst der Darsteller. Dolores Moncasi vor allem gab ihrer Amerilanerin so viel Temperament und wir fungsvolle Uebertriebenheit, daß aus einer Theater figur im schlechten Sinne des Wortes ein gutes Stüd Theater wurde. Auf distreie Art gelang Hans Gör ähnliches, und Elisabeth Warnholtz ver nochte sogar eine nur zur Füllung der Szene und zur Vermittlung zwischen den Partnern eingefügte Nebenfigur mit dem Schein der Lebendigkeit zu um geben. Die eigentlichen Hauptrollen, die Eheleute, die von Marion Wünsche und Leo Siedler dargestellt wurden, fonnten allerdings nur zuweilen Eindrud machen, immerhin noch mehr Eindruck als das Stüd. in Dejwis, Starl Rovat, erstattete vor einigen Tagen( Schauspiel von Emil Synek. Deutsch von Julius die Anzeige, daß ihm im Geschäft Ware im Gesamts Mader. Bearbeitung von Paul Barney, uraufgeführt wert von 22.000 Kč verloren gegangen sei. Die am Reichenberger Stadttheater.) Untersuchung ergab, daß die Ware bon verschiedenen Vorläufig geht die Storruption straffrei aus, Angeſtellien der Bäderei entwendet worden war. Der aber die ehrlichen, die Wahrheit fanatisch fuchenden Vorfall wird weiter untersucht. Zwei Angestellte Menschen, die jest weichen müssen, werden wiederkom wurden bisher verhaftet. men in diese tröstliche Hoffnung flingt das Stück Ins Wasser gesprungen. Vorgestern abends aus, in dem Synek Geschehnisse der jüngsten Tage sprang in ſelbſtmörderischer Absicht die 25jährige Be- dramatisiert hat. Es ist eine der schönsten und für amtin Sophie Uitsch aus Danzig, die vor zwei Tagen die menschliche Kultur bedeutungsvollsten Aufgaben nach Prag gekommen war und in einer Holleschowißer der Dichter, fich mit den Zeitereignissen auseinan Bension wohnte, von der Liebener Brüde ins Wasser, derzuseßen, der Menschheit ihren Spiegel vorzuhal- bis 64.-. -cisFreitag, den 4. März ,, Aïda".( Abonnement aufgehoben) mit Maria Nemeth und Tobor Mazar off von der Staatsoper Wien im Deutschen Theater, Einmaliges Gastspiel! Vorverkauf für Abonnenten heute und morgen. Sitzplätze: Kč 14.Amerikanisches Histörchen Zeit war fostbar. Aber Higherfool hielt ihn am den Fabriten wurde ein Konzern. Mein Kapital Von Knud Larssen Rodärmel fest. murmelten anerkennend. Die meisten schwiegen neiderfüllt. Nur der Zeitungsverkäufer hatte weder feuchte Augen, noch war er erstaunt oder hingeriffen. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Freitag, halb 8 Uhr:„ André Chénier", D. Samstag. halb 8 Uhr:„ Der Barewitsch". E. i Sonntag nachmittags:„ Tosca", volkstüml. Vorft. Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag, 8 Uhr: " Blaufuchs", Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf. Samstag, 8 Uhr:„ Blaufuchs". Urania- Kino ., Wenn wir alle Engel wären." Aktualita Premiere! Nur 4 Tage. 6. 49 lthr. Vorträge Ein Vortrag des chistesischen Gesandten Doktor Lone Liang über das Thema., China kämpft gegen den Vandalismus" in englischer Sprache mit chines sischer Uebersetzung findet Freitag, den 25. Feber, im Rahmen des Seminars über den Völkerbund und politische Aktualitäten in der Ymca, Prag II, Žitná 3. statt. Vereinsnachrichten Ortsgruppe Prag. Auch Sie brauchen Entspannung. Sie finden Erholung in unserer Hütte im Brdhwald. Hütten» dienst Schaffer. Auskunft jeden Freis tag von 6 bis halb 8 Uhr im Verein Deutscher Arbeiter. Smečty 27, Telephon 27727. Ein Unterhaltungsabend, veranstaltet vom Kulturverband, findet in Nusle am Samstag, den 26. feber, um halb 9 Uhr im Saale der Reforma", Pankrac, ulice 1. listopadu, ſtatt. Unſere in Nuſle und Umgebung wohnenden Organiſationsmitglieder sind hiezu eingeladen. „ Deutsche und Tschechen im Wandel der Jahrhunderte", Vortrag des Prof. Czuczka am Mittwody, den 2. März. im Vereinsabend des Angestelltenverbandes, Heimsaal, Smečky 22, Mitteilungen aus dem Publikum. Ein Gummiteppich braucht nicht ausgeklopft zu werden und erleichtert deshalb die Instandhaltungsarbeiten der Wohnung. Ein Zlinolit- Teppich bleibt rein und schön, wenn er regelmäßig mit einem feuch ten Tuch abgewiſcht wird. Wo besonders strenge Hygiene notwendig ist( Slinderzimmer!), verwendet man eine helle, wenig marmorierte Schattierung, die jeden Schmub sofort verrät. Informationen und Softenvoranschläge in jeder Vala- Verkaufsstelle. 4610 Frauen haben es leichter als Männer! Nicht nur im Leben, sondern auch in der Schuhfrage. Ja, wenn sich die Männer so herrliche Frühjahrsschuhe anziehen könnten, wie iene, die Bafa den Frauen bringt. So müssen sie sich nur damit begnügen, dies selben an Frauenfüßen zu bewundern. Gnädige Frau, wenn Sie die neue Frühjahrs- Schuhkollektion noch nicht gesehen haben, dann besuchen Sie die nächſte Befa Verkaufsstelle. -Wenig Arbeit großer Nutzen. Ein GummiFußboden verbessert und verbilligt das Wohnen. Er ist leicht zu reinigen, u. zw. mit warmem Baffer, in welches man vorher etwas Schmierseife auflöst. 3linolit hat eine glatte und glänzende Oberfläche, die man leicht von Staub und Verunreinigungen reinwaſchen kann. In jeder Baka- Berkaufsstelle wird man Ihnen bereitwilligst eine 3! inolit- Musterkarte vorlegen und Kostenvoranschläge ausarbeiten. Fernsprecher 61623, Das Heinz Rühmann Luftfplet: vergrößerte jich, mein Baufguthaben wurde sechs, „ Ich bin der Sohn armer Farmersleute." schließlich achtstellig und heute hinterlasse ich meis jagte der Millionär, noch dazu das dreizehnte nem Sohn ein Riesenvermögen. Und dabei... Der amerikanische Multimillionär Sad Kind meiner Eltern. Wissen Sie, was das für habe ich genau einmal, wie Sie an dieser Ecke Higherfool war stolz darauf, daß er es durch fei meinen bedauernswerten Vater bedeutete? Ach, Zeitungen verkauft!" ner Hände Arbeit zu einem der einflußreichsten nee Mann! Das fönnen Sie sich gar nicht vorMänner der Union gebracht hatte, über ein Ver- stellen. Wir hatten allesamt kaum etwas zu eſſen. sammelt. Einige vergofen Tränen der Nührung Eine Reihe von Zuhörern hatten sich ange= mögen von vielen Millionen verfügte, das feinem Täglich einen halben Liter Milch und Schwarz- bei dem Bericht des Mr. Higherfool. Andere Urania Kino, Klimentská 4. Namen Ansehen und Gewicht gab. Leute, denen es brot. Sonntags Kartoffeln. Für mehr reichte es weniger gut ging als ihm, tröstete er gern durch nicht. Die Farm ging schlecht, mein Vater war den Hinweis auf seine eigene Vergangenheit: auch schon alt. Da bin ich nach New York. Wurde Heier habe sich aus dürftigen Verhältnissen hochge- tungsjunge. Vegann wie Sie. Ich stand an der arbeitet. Er sprach jedem, der es wollte. Mut zu. selben Ecke, an der Sie gerade stehen und verkaufte Und er gab seine Erfahrungen auch Menschen druckfeuchte Blätter. Am ersten Abend hatte ich preis, die sich für seine Vergangenheit nicht im einen halben Dollar beisammen, in der zweiten„ Die Sache verfängt bei mir nicht", erklärte geringsten interessierten. Woche waren es drei, in der dritten fünf Dollar er.„ Ich kann Ihnen auch eine Geschichte erzählen, Heute hatte er neben einem Zeitungsvers Gin Vermögen für meine damaligen Begriffe. Ich mein Vester. Nur geht sie anders als die Ihre. täufer in der siebenten Avenue halt gemacht. Er legte das Geld in eine Bank, schlief unter Brüt Mein Vater hatte ein achtstelliges Bankguthaben. betrachtete eine Weile den dürftig gekleideten fen oder in gottverlassenen Parkanlagen. Ich nahm dann nur mehr ein Vermögen mit sechs Nullen Menschen und begann, ohne daß der Mann dies- mir taum die Zeit, in einer Wohlfahrtstüche ein Erst waren es bei ihm zwanzig Fabriken, dann bezüglich seinen Wunsch geäußert hatte, mit seiner dürftiges Mahl zu verschlingen. Muß ich Ihnen zehn, dann fünf, und schließlich gar keine mehr. sagen, daß das Wort für esse Schwarzbrot und trinke am besaß ich hundert Dollar. Ich pachtete mir eine sich mir Kartoffeln. Mich fönnen Sie mit dem schö Reparaturwerkstätte, aus dem Pacht wurde ein nen Märchen nicht mehr trösten, ich bin dreiund Mauf. Nun schuftete ich erst recht seit das Ding sechzig. Aber an der nächsten Ecke steht mein Sohn ,, Wenn wir alle Engel wären" Ein fröhlicher Film vom Rhein und der Mosel, mit Rühmann, Leni Marenbach, Carlo Pantfen, Will Dohm, Carl de Vogt usw. Aftualita. Nur 4 Tage! Ab Dienstag: 3 Tage ungarische Premiere: ,, Meine Tochter ist nicht so!" (..Az én lányom nem o'yan!") Unentgeltliche Beratungsstunden Bollen Sie hören, wie ich es im Leben zu überhaupt nicht bristestet alle ein Jahr un mar Abend einer algen Liter Wild. Gonntags ön etwas brachte? Nun, dann passen Sie auf!" Der Mann wollte sich von Higherfool abwen den. Er hatte seine Reitungen in den Restaurants der Arbeiterfürsorge finden jeden Sams tag von 5-7 Uhr im Verein deutscher Arbeider Umgebung zuzustellen. Er mußte sehen, daß mir gehörte. Meine Werkstätte wuchs zu einer Der verfauft auch Zeitungen. Vielleicht hilft ihm ter, Smečkagaffe Nr. 27, ſtatt. er bis zum Abend einen Dollar verdiente. Seine Fabrit, aus einer Fabrik wurden Fabriken, aus Ihre Geschichte. Good bye, Sir!" 3 Inserate werden la'n Bezugsbedingungen: Bet Buitelluna msaus oder bei Bezua durch die Voit montlich Ke 17 vierteljährig Kč 51. halbjäbrin Ke 102,--, ganzjährig Kč 204. Tarif billigst berechnet. Nuditellung von Manuit ipten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Zeitungsfranfatur wurde von der Boit- u Ze: earaphendireftion mit Erlak Nr. 13.800. VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25.- Druderet:..Orbis". Drucks, Verlags- u. Beitungs- A.- G. Prag.