Sozial- emokrat gentraloryan der Deutschen sozialdemokratische» Arbeiterpartei ta der LschechoslvwaHsche« Republik Erscheint mit««»»ahme do« Moutag t«,lich fr»h t Gr»,olPooi« 75«eilet -edaktionu.Verwaltung: PragXII.,Fochova62— Telephon 83077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redaveur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Unsere Anträge rum Parteitag Luftschubübung In Mittelbühmen Der Mordprozeß Horak Wie die SdP Wahlkämpfe führen will Vorbandstag der SJ verschoben 18. Zahrgang Mittwoch, S. Marz 1938 Nr. 57 feste Nerven und ruhige Entschlossenheit Zuversichtliche Stimmung in der Kammerdebatte P r a g. In beiden Häusern der Nationalversammlung wurde Dienstag nachmittags di« aus drei Tage berechnete Debatte über die außenpolitische Rekierungserklärung vom 4. März eröffnet. Im Abgeordnetenhaus wohnten der Sitzung der Ministerpräsident, sein Stellvertreter und der Außenminister bei. Die Koalitionsparteien betonten die Wichtigkeit dieser Debatte schon eein äußerlich dadurch, daß sie ihre erste Rednergarnitur in die Debatte schickten. Höhepunkt der Debatte war unstreitig die Rede H a m p l s, des Borsitzendeu der tsche chischen Sozialdemokratie. In offenen Worten wie» er überzeugend nach, daß es dem Dritten Reich weniger nm die LebrnSintereflrn der Sudetndeutschen als um die außenpoliti sch c Gleichschaltung der Tschechoslowakei gehe. Unvrrhüllt legte er den Trust der Situation dar, aber auch dir feste Entschlossenheit des Bolles, in der Bertridigung der Frei heit der Republik selbst den Tod nicht zu fürchten. Weniger klar war die Rede drS agrarischen Sprechers Zilka, der zwischen Freundschaft»- tetenerungen an die Adresse dcS großen Nachbarn und der vorsichtigen Abwehr der Einmischung». versuche von derselben Seite hin und her schwankte und auch der SdP für den Fall ihrer Lotzali- tit goldene Brücken baute. Daß eS mit dieser Loyalität nicht sehr weit her sein kann, ergab sich fedoch bald aus der Red« K u n d t S. Obschon in der äußeren Form weniger aggrrsiiv al» sonst, ging er doch in der Sache so«eit, Hitlers lebhafte» Interesse für die ,,10 Millionen Deutschen", das bei«ns und in der ganzen Welt so schwere Befürchtungen erweckte, als ganz selbstverständlich zu begrüßen und sogar GöringS nnverhüllte Drohungen mit dem Einsatz der deutschen Lustwafse unbefangen ZU vertreten... Hampl: Die Welt muß sehen, daß wir kämpfen werden Hampl(Soz.-Dem.): Wir werden die Freiheit und llnabhänaiakeit der Republik verteidigen, ohne Lpser zu scheuen, nutz vor keiner Situation zurückschreckens die uns aufgezwungen werden sollte. Wir «erden nicht zulassen, daß die Tschechoslowakei ein Baiallenstaat werde, eingedenk des Masarvk-Worte»: Besser den Tod. al B e in Leben in Ketten! Unsere geopolitische Lage ist die Ursache, baß sich jede» aggressive Regime i» Deutschland immer argen»nS wenden wird. Das tschechische Viereck in trm drntschrn Körper schwächt Deutschland nicht nur militärisch, sondern rS ist ihm auch«in Hindernis in vrm alten Drang nach dem Osten: Berlin—Bagdad, auf dem Weg nach dem ukrainische» Weizen und nach »rm rumänischen Naphtha. Wenn un» Deutschland scha» nicht zu seinem Verbündeten, zum Werkzeug stinrr Politik alS der ersten Stufe zum Vasallentum machen kann, so will es uns wrnlastens neutralisieren. Daher richtet sich der Hauptdruck Deutschlands gegen unS und gegen Oesterreich. Dieter Situation sind wir«n» klar bewußt. Die Zrr- ilirnng der TfchechoNowakei würde aber dir deutsche Herrschaft über daS ganze europäische Festland te- deotrn. Die SdP— nur ein Werkzeug Tie Argumentation, daß das deutsche Interesse an uns durch die Bedürfnisse unserer deutschen Min- derdrit gegeben sei, ist unrichtig. Unsere in der SdP konzentrierten Landsleute sollen nur ein Werkzeug sein, um die Außenpolitik der Tschechoslowakei zu ändern, und zwar in der Richtung der Interessen des Dritten Reiches. Daran ändert eine noch so unehrliche, die Verhältnisse vollkommen verzeichnende AuSlandSpropaganda. deren Urheber »lese Scham empfinden sollten, nicht»! lBeifall.) Wir fürchten de» Krieg nicht und wir wissen, daß er nicht kommen wird, wenn wir alle im Innern »ardcreitet und einheitlich sind und wenn wir unser« traditionell« Außkiwolitik sortsetzen. Tie heutige Situation in Europa ist beute die: Tiestnigen, die da alauben, daß die Idee de» unteilbaren Frieden» schwach oder gar tot sei, müssen sich mit der anderen, weit ärgeren Teile der Angelegenheit abfinden, daß es dann nämlich auch keine vereinzelten Ueversälle gibt, sondern einen unteilbaren Weltkrieg. Der 600 lote der„Baleares"! Gibraltar.(Reuter.) Di« Zahl der bei der Brrsrnkung d«S Franco-Kreuzers„Balkare»" umS Leben gekommenen Personen wird auf S00 geschätzt, unter ihnen befindet sich auch ein Admiral, der Kommandant deS Schiffe» und höhere Offiziere. Die britischen Torpedobootzerstörer »Boreas" und„Kempenfelt" retteten etwa 200 Personen, die Rettungsgürtel und Rettungsboote benützt hatte«. Als die„Baleares" versank, wehte auf ihrem obersten Mast dir Kontreadmirals- flrgge, Weltkrieg de» Jahre» Ist Ick bat die Angreifer einige Kaiserreiche gekostet,«in neuer Krieg wird die Angreifer mehr kosten. Da werden schon nicht nur die Positionen und das Leben einzelne» bedroht kein, sondern Leben und Position ganzer Kasten, die den Krieg provoziert haben.(Beifall.) Die Hitler-Rede solle zum größeren Teilt die eigene Oefsentlichkeit pazifizieren, sie sollte ferner dir tschechoslowakische Oefsentlichkeit schrecken, der Henleinvartei neuen Auftrieb geben und die deutschen Aktivisten abschrecken. Was uns betrifft, so war ihr Hauptziel, die Tschechoslowakei zu irgend einer V e r« einbaruna zu zwingen, deren Sinn in der ersten Etappe der wäre, unsere freien inneren Kräfte zugunsten Deutschlands zu neutralisieren. Wir erklär«« mit absoluter Bestimmtheit, daß birst» taktisch« Ziel nicht erreicht werd«» wird. Wir wrrdrn die demokratischen Elemente unserer deutschen Minderheit weiterhin systematisch«ntrr- stüyen. Tie Henleinvartei müßte erst durch wirklich demokratische» Beihalten und durch Praktische Taten beweisen, daß sie fähig ist, im tschrchoslowakischrn Staatssinn Politik zu ma den!'> Wir sind loyal zu einer Verständigung mit Deutschland und zu freundschaftlichen Beziehungen mit ibm bereit, aber diese Bereitschaft kann nur bi» zu de» Grenze gehen, die durch die Unabhängigkeit und Souveränität der Tschechoslotvakei bestimmt ist. Eine Einmischung in unsere inneren Verhältnisse erlauben wir niemandem. Die Zeit erfordert e». daß unsere Außenpolitik wie aus einem Stück gegossen sei. Die Welt muß sehen, daß wir kämpfen werden, auch wenn wir ganz allein wären, und daß wir nicht ander» können. Die Eulwicklutig in Oesterreich zeigt, daß keine Politik die wichtigsten Pfeiler de» Staate», die Arbeiter und die Bauern, außeracht lassen darf. Diese Grundregel bat man in Oesterreich mißachtet und beute ist e» dort zu einer Korrektur fast zu spät. Der SdP bringt der Redner in seinen weiteren Aursübrungen höchstes Mißtrauen ent« aegeu. Die Mehrheit der Partei habe ihre— die Grenzen de» Staate» überschreitenden— Hoffnungen auf eine Karte gesetzt. Da» ist«in"politischer Irrtum. Die SdP solle nicht glauben, daß ihr alle» erlaubt sei.(Dr. Beter»: Wir haben unser« Anträge überreicht.) Hampl: Ihre Anträge werden in einem beträchtlichen Maß praktisch ungangbar sein, weil sie nicht der Ausdruck tat« lächlicher Bedürfnisse, sondern der Ausdruck der außenpolitischen Situation und gewisser Stimmungen find. Abschließend sagt« Hampl: Dir Situation ist beute so, daß man fest« Nerven und Ent- fchlosseuheit besitzen muß. Wir w erd en alle» tun, um unser« Reihen grgrbeaensalls entschlösse«, zielbewusst und i» dem Bewußtsein in» Tressen zu führen, daß wir, wenn wir heut« für di» Heimat zu arbeite« verpflichtet sind, morgen auch bereit sei» müsse», für sie zu sterben! l Stader, langandauernder Beifall.) Zilka: Respektierung der Freiheit der Völker In«. Zllka sprach. War es eben getvescn, al» wenn er nur sich selber Rechenschaft gäbe, als ivenn er nur vor sich mit Für und Wider den Text eines Schriftstückes hersagte, um besser Klarheit und Wirkung seines Dokumente» zu kontrollieren, so enden: der Kardinal jetzt seine Rodcart. Er hob den Kops und sein Haupt sank nicht aus die Brust. Er stand auf, und seine Knie, die vorher gew.uilt hatten, sie trugen ihn jetzt, Bon schtveren, dichten Tuchdecken waren die Fenster des RauineS rcr- hängt, und kein Luftzug der Nacht drang herein ES sprach der Kardinal, und boller klang seine Stinune, nicht mehr greisenhaft und auSge Höhlt:„Als der Apostel auSzog, um di« Ungläu big«« zu bekehren, zog er aus ohne Stab, nur be waffnet mit seiner christlichen Seele, nur des ge storbenen und wiedererstatrdenen Heilands Evan gclium auf dec Zunge. Und die, denen er dnS Wort sagte, steinigen hätten sie ihn können. Daß er trotzdem siegt« und di« widerspenstigen S-elen einfing,«in Wunder war es. ein einziges, nie wiederkehrendes Mirakel. Doch in unserem Sä kulrim werden solche Wunder nicht mehr voll bracht.^Fortsetzung solgt»b Mttwo», 9. März 1938 «eile 8 Der Felssturz In Herrnskretschen Zu unserem vor Monatsfrist veröffentlichten Bericht über den Felssturz in Herrnskretschen, teilt uns da- Pressedepartement des Ministerpräsidiums aus Grund amtlicher Erhebungen mit, daß die Direktion der staatlichen Forste und Güler in BinS» dorf zur Feststellung einer erwaigen Gefährdung der genannten Fabritobjektes nicht kompetent und Latz die- vielmehr Sache des Gemeindeamtes von Herrnskretschen gewesen sei, welches schon im August 1887 die Eigentümer der bedrohten Objekte ausge» sordert hatte, sich allenfalls beim Bezirksamt in Tetschen zu melden. Die Schuld an der Katastrophe trage daher nicht die staatliche Forswerwaltung, um so weniger, als am 8. und 12. Feber 1888 kom- missionell festgestellt wurde, daß der Felssturz durch MtterungSeinflüsse lvis major) verursacht wurde und die Sachverständigen in einem Protokoll vom IS, Feber 1888 konstatiert haben, daß eS in keiner Weise möglich gewesen wäre, die Katastrophe zu verhindern, und auch eine Begehung deS Geländes der staatlichen Forswertvaltung auberhalb de- Fa» brikrayonS, die übrigen» mit groben Schlvierigkeiten verbunden getvesen wäre, leine Klarheit über die Abswrzgefahr hätte schaffen können. Durch eben« welle Sicherungsarbeiten wäre der Felssturz kaum verhindert, vielmehr im Gegenteil eher beschleunigt worden. Da, da» Gemeindeamt Herrnskretschen die Besitzer der bedrohten Objekte aufforderte, sich zu melden, war er Sache der Firma, ihre Anmeldung i Annäherung entgegengesetzte Wirkung hervorge der, welch ein Fufall, nach dem Wunsch der Seyß« Jnquart-Leute am gleichen Tage in Oesterreich abgehalten werden soll. Selbstverständlich beeilt sich die SdP, zu versichern, daß der Plan zur Abhaltung de» Karlsbader»Parteitage»" schon früher, nämlich in der Vorwoche, gefaßt worden sei und dasi da» Zusammentreffen mit dem„Deutschen Tag" in Oesterreich tatsächlich nur zufällig fei, doch haben, wie wir erfahren, die Vertrauensmänner Henlein» mit den Leuten um Seyß-Jnquart über da» Datum verhandelt. G Masaruk-Ehrung in Aussig. Die Stadtvertretung in Aussig ehrte das Andenken Masarhks durch eine Sitzung, in welcher der Beschluß zur Errichtung eine» Masaryk-DenkmalS im Stadtparke gefaßt wurde. Die Gemeinde stellt da» Grundstück zur Verfügung und sichert allseitige Hilfe zu. Außerdem stiftet sie für da» Denkmal 40.000 Kö. Im Stadttheater fand eine Festaufführung statt. bei der Gemeinde zu überreichen, welche da» entsprechende kommissionelle Verfahren ausgeschrieben und die Firma sowie die staatliche Forswerwaltung davon verständigt hätte. Wenn die an die staatliche Forswerwaltung in BinSdorf gerichtete Eingabe der Finna Wilhelm Eisielt vom 26. August 1887 von der Forstverwaltung abgelehnt wurde, weil die Eingabe nicht im Sinne der Gesetzesvorschriften in der Staatssprache abgefabt war, so sei au» den oben geschilderten Umständen zu ersehen, daß die Annahme der formal nicht eiwvandfreien Eingabe in keiner Weise vermocht hätte, die Katastrophe zu verhindern, andererseits müsie auch sestgestellt werden, daß die Ablehnung der Eingabe in formaler Hinsicht keineswegs al» ungesetzlich anzusehen ist, da der Inhaber der genannten Firma reichsdeutscher Staatsbürger ist und Subjekte der Minderheitenrechte im Sinne der Paragraph 2, Absatz 2, des SprachengesetzeS nur die Staatsbürger der Tschecho- fwwakischen Republik sind. den gestrichenen Kandidaten die Eignung al» Gemeindevertreter ermangele. Die OrtSleiter mußten gegenüber der Exlandidaten alle Register. ihrer Beschwörungskunst in Anwendung bringen, nm die Krachs nach außen hin nicht merken zu lassen. Als daS Wuhlamt in der Hauptleitung der SdP die Kandidatenlisten-Aktion beendet hatte, ging es daran, Material für denWahl- k a m p f zu sammeln. DaS Wahlamt beauftragte alle Bezirksleitungen, nicht nur daS öffentlicheLeben, sondern auch da» Privatleben aller derzeit amtierenden parteigegnerischen Gemeinde« unktionäre auf mehrere Jahre zurück genau zu kontrollieren und alle», wa» deren persönlichem und parteilichem Ansehen abträglich ist, besonder» aber, was sie als lächerlich erscheinen läßt, genauest und womöglich mit Belegen zu registrieren. Darüber hinaus sind die Bezirksleitungen beauftragt worden, in ähnlicher Weise mit derzeit amtierenden Funktionären in Be« ztrkSvertretungen und anderen Körperschaften, zu verfahren. Die Bezirksleitungen det SdP haben diese Aufträge an die einzelnen Ortsleitungen weitergegeben, die ihrerseits vertrauenswürdigen Mitgliedern die Anweisung zur Erhebung bzw. Herbeischaffung de» gewünschten Wahlkampf« Materials erteilt haben. Damit hat man also einen Vorgeschmack der Art. in der die SdP fürderhin zu führen gedenkt! Demnach ist zu erwarten, daß die SdP den nächsten Wahlkampf darauf beschränken wird, die Funktionäre der gegnerischen Partei in der Oeffentlichkeit lächerlich zu machen oder in Schmutz und Kot zu ziehen. Sie wird in den Wahlgemeinden jene demagogische Hexerei veranstalten, die sie szt. in Karlsbad mit der angeblichen„Affäre" des ViztbürgermeisterS Holick in Szene gesetzt hat. Das wird natürlich dazu führen, daß der von der Sudetendeutschen Partei aus diese Weise geführte Wahlkampf eine Flut von Prozessen mit sich bringen wird. Parteitage der SdP werden in der Regel, M einen entsprechenden Widerhall zu sichern, wochenlang vorbereitet. Für den seinerzeit verbotenen„Parteitag" der SdP in Aussig, der, wie olle biiberigen Parteitage der SdP, ganz einfach ein Massenaufmarsch werden sollte, agitierte man viele Wochen vorher mit dem allergrößten Eifer, auch war das Programm aus Wochen hinaus bis in alle Einzelheiten festgesetzt. Nun trat Konrad Henlein mit der Mitteilung vor die Oeffentlichkeit, daß die SdP schon am— 27. März, also in knappen drei Pochen, einen sogenannten„Parteitag" veranstalten wolle. Diese Mitteilung machte er— ausgerechnetl— reichsdeutschen Journalisten. Er hat e§ mit der Einberufung des»Parteitage»" so eilig, daß er sich noch nicht einmal schlüssig werden konnte, ob mit ihm eine Massenkundgebung verbunden sein wird. Dabei steht fest, daß er nicht» al» eine Massenkundgebung abzuhalten beabsichtigt, ja, daß er sie genau nach dem Muster deS„Deutschen Tage»" organisieren will, Line Komplikation für Henlein: Seyß-Inquart dringt vorläufig nicht durch? Wien. An kompetenten Stellen wird dem Tsch. P.-D. zu den Informationen, daß am 27. März in einigen Städten Oesterreich» ein sogenannter„Deutscher Tag" stattfinden werde, mitgeteilt, daß diese Informationen«vollkommen falsch und tendenziös" sind. grüßt darin in erster Linie da» Streben, Deutschland zu freundschaftlichen Beziehungen kommen, und singt dann eine LobeShtzmne auf, heutige Deutschland, mit dem„in Kultureller Ber, bindung zu bleiben" werde. Er begrüßt weiters den„mächtigen Aufstieg" de» Dritten Reiches und geht mit der SdP auch in der Hinsicht ganz konform vor, daß er deren These anerkennt, daß die Minderheitenfrage nicht eine rein innenpolitische Angelegenheit sei, sondern ginter internationaler Kontrolle stehe. Rach einer scharfen Kritik an der ungenügenden Durchführung de» 18. Feber appellierte er au die leitenden Faktoren,„aufrichtig" den gerechten inneren Frieden zu suchen. Der Präsident der Republik empfing am Dienstag den Divisionsgeneral Dolejal, ferner eine Deputation des Deutschen ReichSvexbandeS für Feuerwehr- und RettungSwesen in der Tschechoslowakei und schließlich eine Deputation der Stadt Vodäany, die dem Präsidenten daS Ehrenbürgerdiplom überreichte. AuS Eger wird uns berichtet: Bereits seit Monaten beschäftigt sich die SdP mit den Vorbereitungen zu den Gemeindewahlen. Dazu ist in der SdP ein eigene» Wahlamt geschaffen worden, dessen Leiter einen ansehnlichen Stab von Mitarbeitern zur Verfügung hat. Einer der ersten Arbeiten des DahlamteS war der Auftrag an alle Bezirksparteileitungen, in ihren Bezirken Probewahlen zu veranlassen. Dieser Auftrag ist auch in allen Bezirken durchgeführt worden, llm alle Parteimitglieder restlos auf eine öffentlich aufgelegte Kandidatenliste zu verpflichten, hat man von den Mitgliedern die Namhaftmachung jener Personen verlangt, die auf einer Kandidatenliste der SdP stehen sollen. In einigen Bezirken hat die Staatspolizei bzw. die Gendarmerie von diesen Prvbewahlen erfahren,'deren Urheber. festgeftelli und die P r o b e w a h l l i st e n beschlagnahmt. Auf Grund der Probewahlergebnisse der einzelnen Bezirke hat das Wahlamt der Haupt« leiwng der SdP R i ch t l i n i e n an die einzelnen Bezirksleitungen ausgegeben, nach denen von den Ortsleitungen der einzelnen Gemeinden Kandidatenlisten aufgestellt wurden. Diese Kandidatenlisten mußten den Bezirksleitungen unterbreitet werden, in deren Auftrag eigen- dazu gebildete Dezirkswahlkommiflionen die vorgelegten Kandidatenlisten überprüften und den OrtSlri« tungen wieder zustellten. Dabei ist«S verschiedentlich zu Reibereien gekommen, weil die Bezirkswahllommissionen die Kandidatenlisten einer Korrektur unterzogen haben. So kam eü, daß die Bezirkswahllommissionen auf den Kandidatenlisten Arbeiter, Angestellte und Kleingewerbetreibende gestrichen und sie von sich aus durch Akademiker, höhere Beamte, Kaufleute, Grundbesitzer u. a. ergänzt haben. Gewöhnlich war den zurück- qcsandtcn, korrigierten Kandidatenlisten ein Bericht beigeschlossen, aus dem hervorging, weshalb die Korrekturen vorgenommen wurden. Man begründete diese Korrekturen zumeist damit, daß d:S Faschismus... dieser Abschaum der menschlicheN Gesellschaft... Da» Sowjetvolk hat fein drohende» und gewichtige» Wort gesprochen: ES hat da» Recht zu fordern, und eS fordert da», was diese Banditen verdient haben: Erschießen!.., die Söldlinge der faschistischen Kriegsbrandstifter... grauenerregende Menschen... eine Reihe von Bestien in Menschengestalt... ein Rudel von Schakalen und Htzänen, menschliche Ungeheuer,.. diese dreifach Verfluchten... der Erzspion, der Obermörder Trotzki ... in diesem Rudel von Provokateuren und Verrätern. die ihren Vorgesetzten au» der Gestavo und an anderen faschistischen Spionageorganisationen die Stiefel leckten... Henker. Dieuchelmörder und Giftmischer... Bandit Bucharin... Auf dem herrlichen, freien SowjeWoden, den diese gemeine vertierte Bande zu verschachern, vreiSzuaeben, in einem Meere von, Blut zu ertränken versuchte, gibt eS für dieses Gesindel nur einen Platz— da» Grab." Dies alle- wird, wohlgemerkt,»u Beginn des Prozesses und während dec famosen„Rechtsfindung" geschrieben. Daß eS geschrieben werden darf ist ebenso bezeichnend» wie daß es geschrieben wird. Nur ein schlechtes Gewissen kann zu so besessenem Schimpfen Anlaß geben. Wer so schimpft, hat von vornherein Unrecht, auch wenn er, wie es in den vorliegenden Fällen geschah, noch mit dem Schaum vor dem Mund den„herrlichen Führer der Böller"» den„weisesten Stalin"» in allen Tonarten besingt. EiitstmalS lag die ganze kommunistische Presse vor den Männern, die sie setzt mit solchen Namen belegt, genau so auf dem Bauch wie jetzt noch vor Stalin, und jeder Sozialdemokrat war gegenüber den jetzigen„trohkistischen Bluthunden" ein erbärmlicher Schuft. Sie sind kon- seguent, die Herren, die uns ausfordern, in ähr Wutgeheul einzustimmen. Aber wir schämen unS auch für siel Im Namen deS Sozialismus: wir verachten sie aus tiefster Seele! „Schweigen wäre Schande!“ Won Blum Uber den Moskauer Prozeß Paris. Grosse Aufmerksamkeit hat in der Pariser Presse ein Leitartikel Lion Blum» im„Povulaire" erregt, der sich mit dem Moskauer Prozess befasst. Dir führende« sozialistische» Persönlichkeiten Frankreich» haben bereit» vor einigen Tagen einen entschiedenen Standpunkt gegen diesen Prozess eingenommen und verlangt, dass den Angeklagten die Möglichkeit einer freien Verteidigung geboten werde. Al» sich dir deutsche Presse dir im„Populairr" vertretene Ansicht zu eigen machte, griss die kommunistische.„Humani tt" die französische sozialistische Presse an. Lton Blum antwortete am Mittwoch, dass er nicht schweigen könne, obwohl er sich dessen bewußt sei,_'. seine Stellungnahme missbrauchen werden. Blum ist der Ansicht, Schande wäre". „Deutscher lag“- In Karlsbad Sey8*lnquart und Henlein wollen am gleichen Tage sprechen Wie die SdP Wahlkämpfe führen will Probewahlen/ Unangenehme Kandidaten/ Privatlebender Gegner... DSAP—Überall Im Aufstieg Am vergangenen Sonntag haben in einigen Organisationsbezirken unserer Partei die ordent. lichen JahreSkonserenzen stattgefunden. Sie wurden durchweg» zu hocherfreulichen Beweisen des allgemeinen und andauernden Wiederauf, sieg» der DSAP. Allein im Bezirk Karlsbad konnten in der allerjüngsten Zeit der Par. tei nahezu tausendneueMitglieder, der Parteipresse fast siebenhundert neue Leser zugefiihrt werden. Einen ahn- lichen Fortschritt verzeichnet die R. W. und auch in den Gewerkschaften und Genossenschaften macht sich der Ruck nach vorwärts immer deut- sicher und schöner fühlbar. Und ähnlich wie dieser Bericht über den Erfolg unserer Arbeit im Karlsbader Bezirk lauten auch die Berichte aus allen unseren anderen OrganisattonSgebie- ten. Beispielsweise ist im Bezirk N e u e r n die Parleimitgliedcrzahl im Berichtsjahre nm 62 Prozent, der Markenumfatz sogar um 94 Pro- zent gesttegen. Dem reiht sich der Bezirk Brüx-OberleutenSdorf mit einem MstgliederzuwachS von 500 Personen und einer Steigerung deS MarkenumfaheS um 4000 würdig an, wie anderseits auch auf der JabreS- konferenz D u p- B i l i n ein allgemeiner Auf. stieg der Partei in diesem Bergbaugebiet fest, gestellt werden konnte und auch auf der Bezirks- konferenz in Saaz die aussteigende Tendenz der Mtglieder-Dewegnng und die bedeutend« Erhöhung der Markenkassierung die Parallelität der Kurve aufzeigte. Auch der Bezirk Ben- sen verzeichnet einen schönen Mitglieder.Fu- wachs und die Gründung etlicher neuer Lokal, organisattonen. kln Extratour Hllgenrelners Im Senat Im Senat wurde am Dienstag nachmittag» gleichfalls die Debatte über die Regierungs«. erklärung eröffnet. Eingeleitet wurde die Debatte durch den 'Hlinka-Manu Meberlv, der die außenpolitische Re« gierungSerktäning als Beitrag zur Beruhigung, mit Dank quittierte, dann allettnng» mit allerhand Vorbehalten herauSrückte. Er ging auch auf die gescheiterten Verhandlungen betreffend den Regie- rungSeintritt der Slowaken ein und erklärte u. a-, feine Partei habe sich mit persönlichen Garantien nicht begnügen können, auch wenn sie von einer so ehrenwerten Persönlichkeit wie Hadia stammen. Unter den Forderungen der Sloivaken figuriere u. a. die verfassungsmäßige Anerkennung der rechtlichen Eigenart des slowakischen Volke»"und eine Novellierung de» SprachengesetzeS. Dr. Mawutek lNat.»Ver.i begrüßt die Erklärung Dr. HodlaS und tritt u. a. für eine Annäherung an die Staaten der römischen Protokolle ein. ModräLek lSoz.-Dem.) erklärt, die Regierungserklärung habe au» Millionen Herzen gesprochen und Klarheit im Tunern wie nach außen geschaffen. Thor(Aew-P.j erklärt, daß wir schon lange nicht Zeugen einer derartigen Einigkeit waren, wie aus Anlaß der Regierungserklärung. HodiaS Rede habe voll und ganz den Gefühlen der Bevölkerung entsprochen. Bei dem letzten Redner, Dr. Hilgenretarr lEhr.-Soz.j hatte man stellenweise da» Gefühl, einen SdP-Sprecher vor sich zu haben. ES sei die „selbstverständliche Pflicht" der Partei, die Regierungserklärung politisch zu„decken". Er be« ~ mit zu Has immer sein Bestreben bleiben dass die gemeinsamen Feinde des Kommunismus und deS Sozialismus diese „dass Schweige« etile Er schreibt weiter» dass eö, so lange die Politik der Achse Berlin—Rom- Tokio dauere, im Interesse dr» Friedens liege, daß neben dem französisch.siwjetrusstschrn Neber» rinkommen auch eine Annäherung Russland» mit den grossen Demokratien England und den Bereinigten Staaten zustande komme. Der gegrnw grtige Moskauer Prozess aber hob« durch seine Methoden gerade bei diesen Staaten die einer rufen. Sie dr&nsen sich! Die Geständnisse im Moskauer Prozess wurde« auch am 7. und 8. März Programm- gemäss fortgesetzt. Einer hat dem anderen von den Mordplänm und Spionage-Grschichten ge wissenhaft erzählt und alle waren ganz offen» sichtlich bemüht, möglichst viele Mitwisser zu haben. Selbstverständlich wurde von den Ange- klagten auch dir„Ermordung" Gorkis zugegeben, der bekanntlich nach den Berichten der amtliche» „Jswrstija" und„Prawda" an einer von den Arrzten seinerzeit genau registrierten und in ihrem Verlauf genau bekanntgegebenrn Erkran kung, nämlich an einer Lungenentzün dung, im Alter von üv Jahren gestorben ist. Einige der Angeklagte«» versuchen nachznwrisen, dass 1918 rin Plan zur Ermordung Lenins und Stalins bestanden habe, obwohl Stalin damals alles andere denn rin verlässlicher Gesolgsma/n Lenins war und auf keinen Fall die Bedeutung hatte, die man ihm jetzt durch dir angeblichen „Mordpläne" nachträglich zuschreiben will. Mit dem ganzen Gebäude der Anklage wer den wir unS an Hand des genauen Textes in der Moskauer„Deutschen Zeiitral-Zeitung" noch ausführlicher beschäftigen. „Objektiv« Presse** In Moskau Für die Rechtsausfassung des BolschewiS« ninS ist bezeichnend, daß die Preffe den unerhör testen Druck auf das Gericht ausübeu darf— sofern ein solcher eben noch nötig ist. Sie schreibt so, als ob eS bereits erwiesen wäre, daß alle Angeklagten vertierte Subjekte sind, während sie andererseits im Schweiße ihres Angesichtes glau ben machen tvill, es handle sich bei diesen Pro zessen um eine wirkliche Rechtsfindung. Hier seien einige Blüten aus den Leit artikeln der„Deutschen Zentral-Zeitung" wie dergegeben: ,,.., der faschistische Bluthund Trotzt'... die gekauften und bestochenen trotzkistisch.bucharinschen Banditen... die Landsknechte de» Weltkapitals.., die verbrecherischen Taten dieser Banditen... ge kauften Schurken... vertierte Volksfeinde... das faschistische Reptil... Oberbandit Trotzki... Mör» der und Verräter... ein Geruch von Unrat und Verwesung geht von dem Verräter Krestinskh au»... daS gemeine Geschmeiß... diese erbärmlichen Hunde ®eUe 4 Mittwoch, n. März 1938 Nr. 57 sogar zu Short» entschließen. Und so radeln die Paare in loletier Einheit, die doch die Verschiedenheit gerade reizvoll betont, in- Freie, an die Marne, nach Fontainebleau, in den Wald von Compiögne. So einfach war bei der ersten Radfahrer-Mode« Welle die Angelegenheit nicht. Hunderte von Sitt« lichleitd« und Vorsichtsmaßregeln verfolgten die Dame, die ei Ivagt«, sich in so unziemlicher Haltung öffentlich zu zeigen. Ganze Anstandsbücher befaßten sich in Europa und Amerika um 1900 mit den Betrachtungen darüber, was man als Radfahrerin darf oder nicht darf. Oft sind diese Vorschriften nicht ohne dichterischen Schwung, so, wenn die junge Radfahrerin verglichen wird Mit der„sichtbaren Erscheinung«ine» geflügelten Cherubim», der eS iich schuldig ist, über die Sicherheit der Anderen zu Wachen". Trotz der Lngelhaftigkeit scheint die Radfahrerin aber doch öffentlicher Kritik sehr ausgesetzt, denn„eS ist für ein Fräulein nicht angängig, das Fahrrad ohne Anstandsdame zu besteigen... ein junger Mädchen. dar auf dem Rad auSfährt wird sich also von einer verheirateten Dame begleiten lassen". Aber die verheiratete Dame kann beileibe auch nicht machen war sie will.„Eine verheiratete Dame soll.picht alleine auf dem Rad auSfahren. Wenn sie sich keine männliche Begleitung verschaffen kann, den Gatten, den Bruder, den Vater, wird sie«Inen Groom oder eine Kammerzofe hinter sich herradeln lasten. Jede Frau, die ein elegantes Hau» führt, wird darauf sehen, daß sich unter ihrem Personal jemand befindet, der imstande ist, sie ans dem Fahrrad zu begleiten." WaS nun den Sport angeht, so sind auch hier geradezu mittelalterlich« Ritterbräuche borgeichen. „Der Gentleman, der eine Dame auf dem Fahrrad begleitet, wird das Rad einer Dame so festhaltea, daß ihr die Abfahrt erleichtert wird, und die Dame wird nur langsam anfahren, um keinen unziemlichen Borsprung zu haben... Bei der Ankunft wird der Gentleman sich so einrichfen, daß er zuerst abspringt, um seiner Dame zu Hilfe eilen zu können." Auch die Fußgänger werden in den Anstand»- regeln bedacht,„vergessen Sie nicht," so heißt er, „daß die größte Rücksicht auf die Fußgänger zu nehmen ist. Wenn Sie da» Unglück haben, jemand aus der Straße anzufahren, fliehen Sie nicht, sondern heben sie ihn auf. Wenn eine Dame zu Rad in unangenehme Situationen gerät, darf ein Gentleman- Radfahrer ihr Hilfe leisten, ohne daß aber deshalb diese Handlung ihm in der Folge die Annahme erlaubt, er habe ein Recht auf irgendwelche Vorteile, die ihm tatsächlich nicht zukommen.In gewissen Fällen geht die Menschlichkeit der Höflichkeit vor." Auf den Straßen aller Länder wimmelt e» heute von Radfahrern, Burschen und Mädchen, der- heirateten und ledigen Damen. Man sieht wohl noch Hilfeleistungen bei kleinen Unfällen, manchmal sogar einen Kavalier, der seiner Dame beim Aus- und Absteigen beisteht. Rur den würdevoll hinterherradelnden Groom oder dl«, den guten Ruf ihrer Herrin eifrig Überwacheiche, auf dem Rad strampelnde Kämmerzofe sucht man vergeben». Florence,, Luftscbiitziibiing in ganz Mittelböhmen Sozialistischer Jugendverband für die deutschen Gebiete der Tschechoslowakischen Republik Die Verbandsexekutive hat in ihrer Sitzung vom 8. März beschlossen, den fUr den 36. und 27. März einberufen gewesenen Verbandstas zu verschieben Die Verschiebung wurde infolge der zeitlichen Nähe des Parteitags, wegen der notwendig gewordenen Debersledlung des Verbandsekretariats nach Prag und wegen der Reichsjugendschule unabwelslich. Die Rcichs- jngendschule muß aus technischen Gründen vor dem Verbandstag, und zwar April, durchgeführt werden. Als Tagungszeit des Verbandstages wurden der 14. und 15. Mai festgesetzt, Tagungsort bleibt Relchcnberg, die vorgeschlagene Tagesordnung bleibt unverändert. Für die Verbandsexekutive des Sozialistischen Jugendverbandes: Rudolf Geißler, Alois Patz, Karl Kern, Sekretär, Kassier, Vorsitzender. Lied der Arbeit vom Lied der Arbeit wird viel geschrieben. In Romanen und in schwungvollen Reportagen macht eS sich oft recht gut, vom tausendstimmigen Lied der Arbeit zu sprechen. Man meint damit den Schlag der schweren Hämmer und das Dröhnen der Maschinen, das Stampfen und Kreischen und Surren und Klirren in den Fabriken und Werkstätten, das Schrillen der Dampfsirene,r und dar Rollen der Züge, und meint das Tua der schaffenden Hände. Die Arbeiter aber, die österreichischen und di« sudetendeutschen Arbeiter aber meinen, wenn sie pom Lied der Arbeit sprechen, oder noch lieber vom„Arbeiterlied", etwas anderes: ein wirkliches Lied, eine Hymne, das von Zapf gedichtete, von Josef Scheu komponierte„Lied der Arbeit". ES ist vor Jahrzehnten schon von den Arbeitern im alten Oesterreich gesungen worden, von den deutschen und von den tschechischen, eS ist gesungen worden in den Jahren der Verfolgung und Unterdrückung, und es ist gesungen würden in den Zeiten des Aufstiege» und der Siege der Ar- beitevbewcgung. Wohl wurde auch der„Sozia- listettmarsch" gesungen und nach dem Kriege auch mehr und mehr die„Internationale". Nir aber ist das«Lied der Arbeit" ganz verdrängt, nie ist eS vergessen worden. Kein Kampflied im eigentlichen Sinne, eine Verherrlichung der Arbeit, eine Lobpreisung ihrer Macht. Verkündung deS Glaubens an ihre befreiende Kraft. Gerade dieses Inhalts wegen, aber freilich auch der schönen großen Tradition dieses Liedes wegen ist eS den Arbeitern lieb und teuer geblieben. Die Arbeiter Oesterreichs durften, seit sie ihre Freiheit verloren, anch ihr Lied, das„Lied der Arbeit", nicht mehr singen. Vier lange Jahre hindurch ist es nicht erklungen. Aber nun. da die Aroeit-r, plötzlich wieder ihrer Bedeutung sich bewußt werdend, sich wieder anschicken, in dir Geschicke ihres Landes einzugreisen.— nun, da man sich dessen endlich bewußt wird, daß Oesterreichs Unabhängigkeit nur mit Hilfe der Arbeiter aufrecht erhalten werden kann.— nun ist wieder da» liebe alte„Lied der Arbeit" erklungen! Dir Wiener BctriebSvertrauensmänner, die am Montag versammelt waren, um den Bericht über die Verhandlungen mit dem Bundeskanzler entgegenzunehmen. haben eS gesungen— und e» ist wieder, wie so oft, feierlich und ergriffen, begeistert und begeisternd erklungen. Noch ist es nicht SiegeSlied. Noch triumphiert die Avbeit nicht. Aber daß eS wieder gesungen tvurde, das läßt die Herzen wieder höher schlagen, und nicht nur in Wien und in Oesterreich. Denn das stärkt allüberall der Arbeiter nie erloschenen Ueberzeugung, daß auch dort, wo heute nur Haß- und Hctzgesänge dröhnen, doch wieder, über sie triumphierend, die Lieder der Arbeiter, die Freiheitölieder, ertönen werden. WaS daS„Lied der Arbeit" den Arbeitern zu» rüst, es ist der unerschütterliche Glaube der Arbeiter: ... des Kapitales Joch, Die freie Arbeit bricht eS doch, Die Arbeit hoch! Familiendrama In Brünn Dienstag abend hat der Korporal Jaroslav Rehok in der Wohnung seines Schwiegervaters in Drünn-Königsseld seine 21 jährige, Frau Vlasta und seinen 46jährigen Schwiegervater Bohdan Holoubek angeschossen und beide ernstlich verletzt. Hierauf wandte er die Waffe gegen sich und brachte sich durch einen Kopfschuß eine tödliche Verletzung bei; der er im Krqnkenhause erlag. Die Rehoiovä"und Holoubek wurden in» Krankenhaus ubergeführt, Re- hok hat einen Brief hinterlasseni aus dem hervorgeht, daß er sich auf die Tat vorbereitet hat, und in welchem er den Wunsch ausspricht, mit Zwischen dem 20. und 20. M8rz Amtlich wird mitgcteilt: An einem Tage zwischen dem 80. und 26. März d. I. wird eine Hebung des Zivilschutze» gegen Fliegerangriffe in der Hauptstadt Prag und seiner breiten Umgebung(Umkreis Pilsen— Poderfam— Saaz— Lounv— Douba— Alünchrngrütz— JiLin— Novh Dydjov— Eäslav— Lrdei n. Säz.— Tübor— Ttrboü— Crstt Budöjovire—Strakonire) aigehallen. Es wird eine Uebung mit Anflügen bei Tage und eine BerdunkelungSübung lohne Anflüge) stattfinden. Der Tag der Uebung wird durch eine Kundmachung der Landesbehörde, in der nähere Details angeführt werden, festgesetzt werden. Die Bevölkerung wird schon im vorhinein darauf aufmerksam gemacht, um sich Berdunke« lungSvorrichtungen dauernder Art vorzutzereiten. ES wäre ein Fehler, zu glauben, dass eS zur Erreichung de» UrbungSzweckeS genüge, dir Lichter in den Haushalten, Kanzleien, Werkstätten, Restaurationen usw. auSzuiöschen. Im Gegenteile, durch die Uebung soll erwiesen werden, dass sich dir Bevölkerung derart zu schützen versteht, dass dadurch daS Leben im Hause und der Betrieb in den Unternehmungen usw. nicht unterbunden wird. Die Bevöllerung muß freilich solche Verdunkelungsvorrichtungen verwenden, daß kein Lichtstrahl nach außen dringen kann. Billige, praktische und dauerhafte VerdunkelungSeinrichtungen werden schon von einer ganze Reihe von Firmen erzeugt, und übrigen» steht der Handfertigkeit de» seiner Frau in einem gemeinsamen Grabe bestattet zu werden. Die Ursache seiner Tat sind Unstimmigkeiten in seiner Ehe. Schreckliches Eisenbahnunglück in Spanien Barcelona. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ereignet« sich auf dec Strecke von Reu» nach Barcelona ein Eisenbahnunglück. Der Zug von Tarragona nach Lerida stieß mit einem Lastzug zusammen, wobei beide Züße vernichtet wurden. E» kamen 10 Personen um» Leben und 170 wurden verletzt. Schiffbrüchige. Die Besatzung de» britischen Kreuzers„Eapewwn" konnte nach fast ganztägiger Anstrengung 8 Europäer und 51 Chinesen von dem französischen Schiff„Voland" retten, da» bei Weiheiwei gescheitert war. Selbstmord nach vierfachem Mord. Der Polizei gelang e», den Mörder der Frau und de» fünfjährigen Töchterchens de» polnischen Generals Kosicki und zioeier seiner Hausangestellten in einem Dorfe bei Minsk auf einem Dachboden zu stellen. AkS sich der Verbrecher umstellt sah, gab er mehrere Schüsse auf den Polizeibeamten ab. Ehe er von der Polizei festgenommcn werden konnte, tötete er sich mit einer Schußwaffe selbst. Australien begünstigt Einwanderung auS England. Der Ministerpräsident Lyon» gab einen Plan zur Erhöhung der Einwanderung au» England bekannt. Der neue Plan garantiert englischen Einwanderern die Arbeitslosenversicherung, die bisher allen nach Australien ziehenden Engländern verloren ging und gewährt erhebliche Ermäßigungen der Reisekosten. Kremster, rigoro». Weil 256.500 KL an Pachtgeldern für städtische Grundstücke im Jahre 1087 nicht bezahlt wurden, hat der Stadtrat von Kremster beschlossen, allen jenen, welche den Pachtschilling trotz Mahnung nicht bezahlen, die Grundstücke zu entziehen. Radfahren wieder modern! Vorschriften aus einem Brevier von 1900 (MTP) Sind wir die große, die übertriebene Schnelligkeit leid? Hat das Rasen der Auw» und die Sehnsucht nach versonnener, beschaulicher Romantik wiedergegeben? Oder ist es nur die Krise, die ein Fahrrad näher in die Möglichkeitsbereiche rückt als einen Kraftwagen? Tatsache ist jedenfalls, daß man seit Jahrzehnten nicht mehr so viele Radfahrer auf den Landstraben sah, wie im vorigen Sommer, und kaum wird r» wärmer, so sind auch die Scharen der Radfahrer am ersten Borfrühlings-Sonntag wieder aufgetaucht. Bor allem auch daS so lange bespöttelte Tandem ist wieder in Gnaden ausgenommen. In Pari», da» man wirklich keine ausgesprochen sportliche Siadt nennen kann, sieht man Hundert« dieser etwa» umständlichen Fahrzeuge den Stadttoren zustreiben, besetzt mit vergnügten Paaren, die eifrig strampeln, und nur durch Lockenfrisur und geschminkte Lippen kann man den weiblichen Teil der Familie unterscheiden, denn«» gehört zum guten Ton, die Wochen- enüfahct auf dem Tandem in peinlich gleicher Kleidung anzutreten, meist weiße oder Helle Hemdbluse und kräftig gefärbte Knickerbocker, moosgrün, blau, hellbraun, an kühleren Tagen dazu passende Pullover. Ganz Kühne werden sich, sobald es heiß wird, Einzelnen nicht» im Wege, um sich nach den gegebenen Verhältnissen zweckentsprechende. Verdun« kclungSeinrichtungen zu verschaffen. Di« Lichter aller Fahrzeuge müssen gedämpft und dunkelblau abgeülondet sein(mit dunkelblauem wenig durchscheinendem Papiere. Telofan, Stosse, Anstriche u. ähnl.). Bei Motorfahrzeugen muß die Wblendung der Lichter auf folqende Art durchgefübrt werden: Die vorderen Lichter: Die ganze Fläche der Lichter ist mit undurchsichtigem Stoff, Karton, Blech und äbnl. zu verdecken. Diese Stosse sinv in der Mitte oder unter.der Mitte des Reflektor» mit einem kreisförmigen Ausschnitte von 5 Zentimeter Durchmesser zu versehen. Dieser Ausschnitt ist mit dunkelblauem Papiere, Velofan. Stoss. Glas derselben Farbe und ähnl. abzublenden. DaS Licht der abgeblendeten Lichter darf keinen Lichtkegel werfen und dient nur als OrientierungSlicht für die entgegenfahrenden Lenker oder Fußgänaer. Die Hinteren Lichter: Die roten Lichter' und Stovvlamven sind mit dichtem roten Tuche, Papier oder Celofan gleicher Farbe derart obzublenden, dal das rote Licht nur auf eine Entfernung von ungefähr SO Schritten zu sehen ist. Außerdem sind bei den roten Lichtern solche Bor« kcbrungen(Dach über dem Lichte u. ähnl.) zu treffen. daß die Lichter nicht von oben zu sehen wären. DaS(weiße) Licht, daS da» Hintere Evidenzzeichen beleuchtet, ist dunkellilau abzublenden. Dies gilt auch für die Lichter, die das Evidenzzeichen durchleuchten (transparente Evidenzzeichen). Trefft rechtzeitig alle Vorkehrungen, damit Ihr am Tage der Hebung auf die Berdunkekung vorbereitet feidl Zwei Skifahrer in Salzburg verschüttet. Am Hochkalter ging eine Lawine nieder, die in wenigen Augeichlicken«ine Läng« von 300 und eine Breite von 100 Meter erreichte. Von der Lawine wurden zwei Skifahrer, der Förster Bruck- maier aus R a m s a u und sein Bruder ersaßt. Dem Förster gelang e», sich beiz«iten unter einem Felsvorsprung« zu bergen, während sein Bruder in die Tiefe gerissen wurde. Die Nachforschungen nach ihm blieben bisher erfolglos. Eine gefunden« Million. Der parlamentarische SparauSschuß halte seinerzeit von den Finanzbehörden die Einleitung, eine» Steuerstrasversahren» gegen jene PrüfungSwmmiffäre bei den Thausseur« Prüfungen verlangt, die die PrüfungSiazen nicht al» steuerpflichtige» Einkommen«inbckannt hatten. Am Dienstag konnte der Ausschuß nunmehr zur Kenntnis nehmen, daß auf Grund de« eingaletteten Verfahren» die betreffenden PrüfungSkounniffäre an Steuernachzahlungen und Steuerstrafen insgesamt über eine Million AL absühren mußten. Unwetterkatastrophe in Norwegen. Der Küstenstrich von Drontheim bis südlich von Chri- stiansund ist von einem Orkan heintgrsucht worden. Der Fischerort Surnadalscra mit etwa 25 bi» 80 Häusern geriet, wie wir schon berichteten, in Brand. Da» Feuer breitete sich bei dem Sturm rasch au» und vernichtet« da» ganze Dorf. 160 Menschen sind obdachlos geworden. Eine drei bi» vier Meter hohe Springflut vernichtet« auch mehrere Häuser in einem anderen Fischerort. Biele Schiffe sind durch den Sturm schwer beschädigt wochxn. Man nimmt an. daß zahlreiche Fischer, die keine Funkanlage an Bord hatten, umgekommen sind. Ein Hockergrab au» der Bronze-Zeit. In Uhketice bei Hrochüv Thnec wurde bei AuSgra« bungSarbeitcn in einer Ziegeles ungefähr einen Meter tief ein Hockergrab aus dem Beginn der Bronzezeit gefunden. DaS Skelett sag genau in der Richtung von Süden nach Norden, ivobci das Gesicht nach Osten gerichtet war. An der rechten Seite de» Kopse» befanden sich zwei llcine Gefäss«, eine Schale und eine kleine Vase. Außerdem befand sich im Grab««in Bronzemesser. Das Skelett, das beinahe 4000 Jahre in t» Erde geruht hatte, wurde in das heimatSgr-' schlchtliche Museum in Pardubitz gebracht. AutobuI-Katastrop-e. Unweit der Stadt(ton tagens(Kolumbien), stürzte ein mit dreißig P«, sonen besetzter Autobus in den Straßengraben. HI«, bei wurden elf Personen getötet und vierzehn Personen verletzt. Papanin-Briefmarkm. Am Tage der llnkuni! der Papanln-Leute in Rußland wird eine Bries« markenserie heyauSg«geben werden, die dieser Lpopör der Arktis gewidmet ist. Eine Marke zeigt eine Kart« der Nordpolregion, auf der sowohl die Anfluglinie bi» zur Station Nordpol wie auch dec gesamte Weg, den die Gelehrten auf dem Treibei» zurückgelegt haben, etngezclchnet ist. Andere Wette zeigen Bilder der Station selbst, und die böheren Merken bringen die Porträt» der vier neuen Helden der Arktis. Die Kosten der abessinischen Emigration. Tot Unterhaus debattierte am Dienstag über Kolonial« Probleme im Zusammenhang mit dem Zusahbudget de» Kolvnialministerium». Darunter befindet sich eine Summe von 101.000 Pfund, welche die Unkosten darstellen, die die britische Regierung in Somaliland und Kenya als Folge des italienisch-abessinischen Krieges erwachsen sind. Der Kolonialmini- ster OrmSby Gore, der diese Zusatzsordrrung begründete, erklärte hiezu, daß im Somaliland im Vorjahre etwa 1000 weitere abessinische Flüchtlinge einlangten. In Kenya befinden sich augenblicklich 6000 Flüchtlinge. Diese seien in Sammellagern untergebracht und werden mit Nahrungsmitteln versorgt. Der Minister gab auch bekannt, daß die Beziehungen zwilchen den abessinischen Stämmen und den Grenzstänunen im Somaliland und Kenya gelpann: seien. Die gelbe Gefahr— im Eigelb! Auf der Taznng der normannischen Eierzüchlergesellschaft in Roum hat Dr. Zaborowfli auf eine neue und unerwattete Form der„Gelben Gefahr" hingcwiesen: Frankreich führt jährlich fast zwei Millionen Kilogramm chinesisches Eigelb ein(so erstaunlich da» llingt, Tr. Zaborowski gab tatsächlich die amtlich« Einfuhrzahl für 1080 fiir diese» Produkt an, die 1,800.000 Kilogramm beträgt). Nun aber wird da» Eigelb auf den chinesischen Farmen ohne jede hygienischen Vorsicht»- Maßnahmen gewonnen, kommt verunreinigt noch Frankreich und überträgt hierher vor allem Tetanus und Typhu». Auf der Tagung wurde ein staatlicher Schutz der französischen Importeure vor dieser Form der„Gelben Gefahr" gefordert. Noch wärmer! Kühle Luftmassen, welche den Nordostrand der Republik ersaßt haben, iverden nunmehr nach Polen zurückweichen. Unseren hegenden wird demgegenüber erneut ivärmere Lust zugeführt und der Himmel heitert sich vom Südtvesten her auf. In einem großen Teil des Staates stieg Dienstag die Tcmperattir wieder auf plus 0 bis plus 12 Grad an. Im Zusammenhang« mit den Druckstörungen, welche vom Ozean gegen Skandinavien vorrücken, beginnt der Luftdruck auch in dem Binnenlande zu sinken, die Einwirkung dieser Eiö- rung dürste jedoch bei uns erst übermorgen zur Gel- tung gelangen. Wahrscheinliche» Wetter Mittwoch: Wechselnd bewölkt, bi» ziemlich heiter. Stellenweise Morgcnnebel, vielfach Nachtfröste, tagsüber relativ warm. Wetteraussichten für Donnerstag. Nebergang zur milderen Witterung, ziemlich warm, Wind au» westlicher Richtung. Vom Rundfunk ■Mefahlannrertes aus den Prosrammsai Donnerstag: Prag, Sender I: Ab 6.15: Morgeniendung 11.05: Salonorchefterkonzert. 14.00: Deutsch« Sendung: Zum 150. Geburtstag Eickendorfs». eine Hörfolge von Dr. Merker. 17.50: Deutsche Sendung; Stunde für die Jugend: Gesungene Märchen. 18.45 Deutsche Nachrichten. 10.30: llebettragunz üu» den» Nationalthcater: Oper ,Hedy" von 8. Fibich.— Brünn: 12.85: Mittagskonzert de» Rundfunkorchester«. 17.40: Deutsch« Sendung: Ad. Schmidt: Witz und Satire über die Gesellschast. — Prehbnrg: 14.05: Deutsche Nachrichten.— Ko- schau: 12.05: Slowakische Tänze,«challplatten.— Mähr.-Ostrau: NachmittagSkonzert de» Rundfunkorchesters, Mendelssohn, David. 20.30: BlaSmusll der Mähr.«Ostrauer Staatspolizei. 21-40: Liede» t von El. Debussy. «r. 57 Mittwoch, 0. März IN38 Seite L LIWmewe Anträge zum RcKhcnbcrgcr Parteitag rind Ter ReichSprovagandaau»schuss ist und AufsjchtSorgan weiter beizu« für Die al» und Gemäß dem Orgauisationsstaiut der DSAP veröffentlichen wir in Nachstehendem folgende allgemeine Anträge, die bisher dem Zentralsehre» tarlat der Partei-um Reichenberger Parteitag eingegange« sind. Swicks Einführung des LÄenökmideunterrichteS, bzw. einer BeitragSkeistung des Staates zu ihm eingehend befassen. Der LebendluNdeunterricht ge» währleiftet eine demokratische Erziehung unserer Ju« aend, welcher mehr denn je die volle Aufmerksam« fe.lt der Partei gewidmet werden mutz, wenn sie unS nicht ganz verlorengehen soll. * der Lohalorganisation Wagstadt möge eine Monatsschrift BolkSbildner herauSgeben. so gestaltet sein, daß sie unsere Arbeiterbücherelen AntrSge, cten Parteibeitrag betreffend Lokator,anisation Marschendorf I. und II. Bezirk Trauten»«. Die Beiträge bleiben in der bisherigen Höhe aufrecht. Unter Berücksichtigung der sozialen und wirtschaftlichen Lage des Parteimitgliedes kann jedoch im Einvernehmen mit der BezrrkSorganifatlon«ine Erleichterung(Sistierung) vorgenouunen werden. Lokalorganisation EirderSdorf im Bezirk llrei- Waldau: Herabsetzung te» monatlichen Mitglieds« bettrageS von Ui 8.— auf K£ 2.—. Lokalorganisation Lihn: Der Parteitag wolle beschliesse», den Mitgliedsbeitrag im Monat von Kd Z.— auf Kt 1.50 zu erniedrigen. Lokalorganisation MieS: Herabsetzung deS auf KL WWW...... buche» zum Preise von KL 4.— bis 5.— erwägen. Antrag der Lokalorganisation Tschernoivltz im Bezirk Komoiau Die Partei möge die sofortige Errichtung einet Aentralbüro» für Propaganda (ReichSvropagandastelle) beschliessen, dem die Auf« gäbe zufieL, die in der Arbeiterbewegung vorhandenen vrovagandistilchen Kräfte zusammenzufassen und die Provagandatätigkeit aller Gliederungen der Partei zu aktivieren und auf«ine einheitliche Linie zu bringen. Eine wichtig« Ausgabe der Pro« pagandaltelle wäre die Herausgabe von geeignetem Propagandamaterial. Die hauptamtliche Leitung der Propagandasielle ist einem Genossen zu über« tragen, der auf dem Gebiet« det PropagandawesenS Fachmann ist.“ als DeratungS- behalten. Antrag zirks« oder Lokal«(Provagm:da«Au»schuss)(Referenten) zu hören. Bis zur Errichtung der Bezirksund Lola!-Propaganda-Ausschüsse(Referate) steht diese Funktion dem KreiSpropaganda«AuSschuss zu. Antrag dar Bezirksorganisation Trantana» Der Parteitag wählt zur Leitung der Presse« Vereinigung und zur Regelung der nm ihr zusammenhängenden sachlichen und personellen Fragen, der in der Pressevereinigung(P. B.) zusammengeschlossenen Parteivresse, einen auS fünf Mitglie« dern bestehenden PresseauSschuss. Dieser seht sich auS zwei Vertretern der in der P. B. angeschlossenen TageSblätter und zwei Vertretern der Wochenblätter und einem Vertreter deS Parteipräst- diumS zusammen. Antrag dar Bezirksorganisation Warnsdorf Der Parteitag möge beschliessen, auch für die männliche Parteimitgliedschaft wieder«in Mitteilungblatt zu schaffen. ES wird von den Subkassieren und-Mitgliedern als Unrecht empfunden, dass für die männliche Mitgliedschaft kein eigener Mitteilungsblatt vorhanden ist. ES wäre dies auch ein kleines Aequivalent für den monat« lichcn Partesbeitrag, da ja auch für die Frauen die „Gleichheit" auSgegeben wird. Antrag der Bezirksorganisation Reichenberg Der Parteitag möge äusser dein Jahrbuch zu 10.— die Einführung eines billigeren Jahr« Die Partei Bibliothekare und Monatsschrift soll Buchberater für. hauptsächlich für Gemeindebuchwarte und Büchereiräte unserer Partei dient. Jedes Mitglied des BllchereirateS sowie jede Arbeiterbücherei wird uns dafür dankbar sein. ES könnte auch der.Kulturwille" so ausaebaut werden, dass er diesem Zweck entsprechen würde. Antrag der Lokalorganisation Watharinaberg Der Parteitag wird beauftragt. Mittel und Weg« zu finden, wie di« Agitation, Aufklärung und Verbreitung unserer Grundsätze in den kleinen Provinzorten und Dörfern auf dem Lande besser bririekien werden könnte al» bisher, eventuell war» die Ausgabe einer billigen Presse(Wochenblattausgabe) nach Möglichkeit in Erwägung zu ziehen. Antrag der Lokalorganisation Maierhöfen Der Parteitag beschliesst, dass Arbeiterorganisationen sozialistischer Tendenz, die sich mir Ju« gendproblemen beschäftigen, Zusammenschlüsse nur im Einvernehmen mit der Partei tätigen und vorerst„Arbeitsgemeinschaften" anstreben. Dadurch könnte der vielfach zwecklosen Aufsaugung einer Organisation vorgebeugt werden. Antrag der KreiSorganisation Teplih-Schönau Der Parteitag beauftragt den Parteworftand, einen Plan zur Reorganisierung der Jugendorganisationen auszuarbeiten und dem konunenden Par« teitag vorzulrgen. Antrag der Reichsleitvng deutscher sozialdemokratischer Lehrer Tie Hauptleitung der Reichsvereinigung deut« scher sozialdemokratischer Lehrer in der Tschechoslowakei stellt den Antrag, der Parteitag wolle beschliessen, dass di« parteigenössischen Lehrer und Lehrerinnen aller Schularten Mitglieder der Nejchsvereinlgung deutscher sozialdemokratischer Lehrer sein müssen. Antrag der Lohalorganisation und freie» Gewerkschaften in Rotha» Der Parteitag wolle allen sozialdemokratischen Organisationen wie der Partei, Genossenschaften, Gewerkschaften und Kulturorgamsationen eindringlich empfehlen, dar Bestreben der organisierten Arbeiterschaft von Rothau. ein eigener Heim für ibre Organisationen und deren Mitglieder zu er« richten, materiell und moralisch auf da» weitestgehende zu unterstützen. Antrag der Lokalorganisation Schrerkenstein Der Parteitag möge fich mit den kulturellen berechtigten Forderungen der Konfessionslosen Anträge zu Punkt 3 Lokator»,misntio» Tschernowiti(Bezirk Koma tau): Dec Parteitag beauftragt den neugetvählten Parteivorstand, zu prüfen, ob nickt eine Aktion zur raschesten Beendigung de» s p a n i s ch e n B ü r« gerkriege» eingeleitet werden könnte. Lokalarganisatton Jechnitz(Bezirk Podersam«: Bei Durchführung der Vereinbarung deS 18. Feber ist darauf zu achten, dass auch in den niedrigeren Kategorien der Arbeiter und Angestellten die deutschen Bewerber entsprechende Berücksichtigung finden. BezirkSorganIsatio» Joachimothal: Ter Parteitag beauftragt den Parteivorstand, dahin zu wirken, dass die Bestellung von Arbeitern, Angestellten und Beamten im öffentlichen Dienst und in den SwatS« betrieben, in Anlehnung an den BevälkerungSschlüssel ersolgt. In Durchführung der Abnmckungen vom 18. Feber ist anzustreben. dass die Deutschen nicht nur Stellen erhalten, die neu errichtet oder Wirch natürlichen Abgang frei werden, sondern auch Stellen, di» durch allmähliche Rückversetzung von Angehörigen de« tschechischen Nation aus den vorwiegend deutschen Gebieten zur Besetzung gelangen. Lokalorganisaiwn Königsberg; Tie Parlamentsfraktion wolle bei den zuständigen Ministerien dafür «intreten und durchsetzen, dass die Ergebnisse öffentlicher Sammlungen für Arbeitslosenhilfe den Gemeinden abgelirfert werden. Lolalorgonisation Königsberg a. d. E.: Ter Parteitag wolle beschliessen, dass durch unsere parlamentarische Fraktion in der Negierung dafür«Ingetrrten wird, dass mit staatlicher Hilfe die Inbetriebsetzung stillgelcgter Fabriken ermöglicht wird und dass, falls ein« Spekulation seitens der Unternehmer mit stillgelegten Fabriken offenkundig tvird, die Enteignung durch den Staat zugunsten de» Staate» erfolgt. Lokolorgonisatiou Podersam: Der Parteitag bc-> , schliesst, dass energische Schritte gegen die ständige ' Verteuerung der Lebens« und Bedarfsartikel eingeleitet werden. gmn Punkt 2 lirgm folgende Anträge vor; Antrag der Kreisvertretung Bodenbach Richtlinien für die Tätigkeit de» KreiSpropaganda-AuSschusseS der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, ztreiSorganifation Anssia-Bodenbach-WarnSdorf, beschlossen in der KreiSkonferenz zu Ruuckurg am j, und ö. Dezember 11137. l. Propaganda. Propaganda im allgemeinen ist nicht nur die direkte mündliche oder schriftliche oder sonst irgendwie gegebene Aufforderung, etwas zu tun ohxr zu Unterlasten, sondern jede Art der Beeinflussung aller LebenSerscheinunge» in einem getviffen Sinn«. H. Sozialistische Propaganda Propaganda für den Sozialismus oder für die ibn erstrebende sozialdemokratische Partei ist daher die Beeinflussung aller Lebenserscheinungen oer einzelnen Menschen und menschlicher Korporationen im Sinne der sozialistischen Lehre und im Sistste der von der sozialdemokratischen Partei in ihrem ffanwje um den Sozialismus entwickelten Aktionen. HI. Der Zweck der sozialtstlfchen Propaganda. Die sozialistische Propaganda bezweckt die Verbreitung und Vertiefung der Weltanschauung im Sinne des wissenschaftlichen(marxistischen) Sozialismus, und zwar auf allen Gebieten des gesell« fchastlichen Lebens, die Weckung de» Verständnisses von der Richtigkeit des im Kanipfe um den Sozialismus angewendeten Handeln». Sie bezweckt aber auch die Bekämpfung der verstände»«, gefühlsmässig und effektiv wirkenden, auf Ablenkung, Täuschung oder Irreführung berechneten gegnerischen Einflüsse durch Kritik und entsprechende, der Beeinflussung dienende Abwehrmahnahmen. IV. Mittel der sozialistischen Propaganda. Mittel der sozialistischen Propaganda kann alle» sein, wo» der im Artikel kl bezeichneten Beeinflussung im sozialistischen Sinne und dem im Artikel III bezeichneten Uweck« dienen kann, insbesondere das gesprochene und gedruckte Wort, vor allem die Presse, ferner die Art und Weis«, in welcher da» gesprochene Wort wirksam und das ge« druckte Wort verbreitet wird, da» Bild, die Aktionen der Pattri und ihr« Organisierung, die Organisation an sich, Feste, Feiern usw.— Gctvalt, Täuschung und Irreführung alt Mittel sozialistischer Propaganda werden abgelehnt. V. Die Lrgaaisatlon der sozialiftlschen Propaganda. , 1. Träger der sozialistischen Propaganda sind die Potteiorganisationen, ihr« Gliederungen und Funktionäre, welche die laufende und immerwährende Propagierung der sozialistischen Idee und oer sozialdemokratischen Parteigrundsäye durch die ihrem Wirkungskreis entsprechenden Mittel zu besorgen haben, lieber besondere Propaganda« Aliionen, über deren Art und llmfang und über die anzutoendenden Mittel entscheiden im konkreten Jolle die gewählten Körperschaften der Partei. Die Propaganda ist der Taktik der Partei unter» geordnet. 2. Die Parteiorganisationen sind verpflichtet, für eine planmässige sozialistische Propaganda- Arbeit Sorge zu tragen. 8. Zu diesem Zwecke werden gemäss den Beschlüssen der Parteitage, Kreidkonserenzen usw. bei den einzelnen Parteimitgliederungen Propaganda- Ausschüsse(Referate) errichtet, die in diesem Sinne beratende Körperschaften der betreffenden Partei« stelle sind. VI. Ter KrelSpropaganda-AuSschuss und seine Tätigkeit 1. Ter ÄreiSpropaganda-AuSschuss besteht au» den von der KreiSkonferenz der Partei gewählten und den von der Kreisvertretung ernannten foioie aus den vom KretSpropaganda-ÄuSschuss zur Mit« arbeit herangezogenen Mitgliedern. 2. Die Aufgaben des KreiSpropaganda-AuS« schussc» sind insbesondere: a) Initiativvorschläge zur Durchführung der laufenden Propaganda und besonderer Propaganda-Aktionen, b) Erstattung von Propagandavorschlägen über Auftrag der Kreis' Vertretung, der Kreiöexekutive oder des Kreiöselre« tärs der Partei.— c) Durchführung der Beschlüsse deS ReichSpropaganda-Auöschusse».— d) Beratung und Beschlußfassung über alle von seinen Mitgliedern von Organisationsstellen und sozialdemokratischen Funktionären erstatteten, die Propaganda be« trefsenden Vorschläge.— e) Ausgestaltung der ösfentlichen und internen Parteiveranstaltunaen nach ihrer propagandistischen Seite.— f) Mitarbeit bei der Programmgestaltung und Durchsüd» rung von Festen und Feiern(Feiernberatung).—- M Mitarbeit an der Ausgestaltung der Parteidresse im KreiSgcbiet.— h) Studium der pstzchologischen und technischen Voraussetzungen für die sozialistische Propaganda im Kreiögebiet und der Fachliteratur.— i) Einrichtung von Propaganda-Ausschüssen(Referaten) bei den Bezirk»« und Lokalorganisationen, deren Beratung und Ueberwachung. 8. Der KreiSpropaganda-AuSschuh übt seine Tätigkeit im allgctnelnen in kollektiver Beratung und Beschlussfassung au». Er kann aber die ihm zustehende Tätigkeit auck aus seinen Vorsitzenden oder auf einzelne seiner Mitglieder übertragen. In dringenden oder in Angelegenheiten geringerer Bedeutung kann die KreiSvertretung, die Kreis« erelutive oder das Kreissekretariat der Partei für den Propaganda-Ausschuss auch einzelne seiner Mitglieder zur Ausübung der sonst dem Prppaganda- Ausschuss zustehenden beratenden Tätigkeit heran« ziehen. 4. Die Parteikörprrschaften sind bei Aktionen, die eine propagandistische Wirkung zur Folge haben können, verpflichtet, den betreffenden Kreis-. Be ziehen KC 1.— beträgt, wobei den Austeilung»« schlüssel für die OrganisatiouSstellen der Parteivorstand beschliesst. Lokalorganisation Frauzcnvbnd: Tie Einsüli- rung eine» Mitgliedrbeitrage» von monatlich K£ 1.—- für arbeitsunfähige Mitglieder, welche eine Rente beziehen, die nionatlich 200.— nicht übersteiar. 1. und 2. Bezirk Trauten»», Lokalorganisation Mnrschendors: Soiialversicherungdreniner zahlen nur einen BlerielfahreSbeitrag. Bezirksorganisation Warnsdorf stellt zur Erwägung. ob cS nickt aus parteitaktischen Gründen angängig tväre. für die Kleinrentner(Soziatver- sicherungSrentner und Ileberalterte), die nicht mehr in der Lage find, den vollen Parteibeitraz in der Höhe von KL 8.— zu leisten, eine billigere Marke einzuführen. Lokalorganisation Lihn: Ao keine Jugendorganisation besteht oder Atu», ist für die Jugendlichen bis zuni 18. Lebensjahr ein MitglicdSbcitrag von KL 1.— einzuheben. Lokalorgonlfation Lihnr Pensionisten, welche eine monatliche Pension bi» zu KL 880.— beziehen, ist der MitglicdSbcitrag mit KL 1.— monatlich sest- zusetzcn. Lolalorganisation Aich: Der Parteitag beschliesst. dass dec verzenluale Anteil von der Alarke de» vollen DtonatSbeitrage» für die Lokalorganisation von 80 Heller auf-10 Heller erhöbt wird. Lokolorganisation Krockuvitz- Der Parteitag wolle beschliessen, dass mit Rücksicht aus die finanziellen Bedürfnisse der Lokalorganisativnen deren Anteil am Parteibeitrag von 20 Heller auf 8.~> Heller erhöht wird. Anträge zu Punkt 5 L-O. und B.»O. Ioachimsthal Der Parteitag möge bcschli.ssen: Die an die zuständigen Ministerien eingereichte.il Forderungen der Union der Bergarbeiter und der Revierbruder« lade Falkenau auf Aenderung und Verbesserung de« Gesetze» vom 1. Juli 1032, Elg. d. G. u. Ä. Nr. 00. über die Entschädigung von Berufskrankheiten, namentlich soiveit die Kraiikheitsbezoichnungen für den Erzbergbau in St. Ioachimsthal in Frage kom« nien, werden zu de» Forderungen der Parteitage» erhoben. Die baldige Legalisiernng der Forderungen zu erstreben, tvird dein parlamentarischen Klub der Partei zur Pflicht gemacht. B.«O. Warnsdorf Der Parteitag möge die parlamentarische Ber« fretung der Partei beaustragen, in den gesetzgebenden Körperschaften de» Staate» einen Gesetzesantrag auf Etnsüüruug von Mindestlöhnen für Arbeiter und Angestellte cinzubringen. L.-O. TopKowih(D.-O. Bodenbach) Der Klub der Abgeordneten und Senatoren wird dringend beauftragt, sich mit allen Kräften dafür«inzusetzen. dass die Altersgrenze für die Sozialversicherung voit 08 auf mindestens 00 Jahre herabgesetzt tvird.— Weiter sind die silenten der Versicherten zu erhöhen.— E» kann zur Erzielung der Forderungen eventuell einer erträglichen Erhöhung der Beiträge, wenn sich die Notwendigkeit Herausstellen sollte, zugestimmt werden. L.-O. Podersam Der Parteitag wolle beschliessen, dass der Klub der Abgeordneten und Senatoren der Partei braus'- tragt wird, einen Gesetzentwurf einzubringen, nach welchem die Land« und Forstarbeiter restlos der Unfallversicherung unterliegen. L^O. Mascha» Bei einer eventuellen Novellierung de» S.-V.- Gesetze» wären die Bestimmungen de» ff 081, 2 da- hingehend zu ändern, dass da» Krankengeld vom erste» ParteibeitrageS von monatlich KL 3.— KL 2.— bei den minderbemittelten Schichten der Mitglieder. Lokalorganisation Braunsrifen. Herabsetzung de» Parteibeitrages von Ki v.— auf KL 2.50. Antrag der Lokolorganisation Weiprrt: Die Beitragsleistung der Parteimitglieder möge so ge« regelt werden, dass c» jedem Mitglied« ermöglicht wird, seinen Verpflichtungen gegenüber der Pattei so nachzukommen, wie tS die wirtschaftliche Lage oben gestattet, und zwar so, dass VollarveitSlU,« ohne jedwede Unterstützung, ferner die nur im Bezüge dec Ernährungskart« siebenden monatlich 80 Heller-Marken zu zahlen haben,— Kurzarbeiter und Rentner 1 KL monatlich, alle anderen wie bisher. Vrzirksirsanisation Möhr.-Ostrou: Der Parteitag beschliesst: Der Monaisbeiirag der Frauen beträgt je nach den wirtschasrlichen Verhältnissen KL 1.— oder KL 3.—. Lokalvrganisaion Lihn: Für Frauen ist der Mitgliedsbeitrag auf monatlich KL 1.— heradzu- setzen. Lokalorganisation-iiederlindewiese. Der Mit« gliedSdeitrag für Frauen ist auf Kö 1.60 herab« zujetzen. Vrzirttorganisatton Reichender». Ab 1. Juli 1038 soll eine Frauenmarke zum Preise von Ki 1.80 für jene weiblichen Parteimitglieder eingeführt werden, die im Haurhalte tätig sind. I. und II. Bezirk Trautenanr Der Partei« beitrag für Frauen beträgt die Hälfte de» Betrage» für männliche Parteimuglieder. Frauen, deren Männer bereit» Parteimitglied sind, zahlen ebenfalls. den halben Bettrog. Lokalorganisation Königsberg: Der Partee- tag wolle beschliessen, im Fall« der Aufhebung der Arbeitslos'nmarken sind zwei Vollmarken ä Ki 8.— zu kleben, und zwar eine im ettten Halbjahr, die zweite im zweiten Halbjahr. Die Einnahme für die Partei wird dadurch dieselbe sein Ivie beim Verkauf von ArbeitSIosenmarken ü KL 0.60. Lokalirganisatloa Weheditz verlangt die Boi« bebaltung de» Inkasso» der Arbeitslosenmarken ä 80 Heller, und zwar so lange, al» die Wirtschaftskrise nicht in entsprechendem Ausmasse abgenommen hat. Lokalorganisation Aich: Der Parteitag beschliesst, dass die Ausgabe der ArbeitSlosenmarkrn wie bisher weiter beioshalien wird. Lokalorganisation Maierhöfen: Der Parteitag beschliesst, dass von arbeitslosen Mitgliedern ein monatlicher Beitrag von 80 Hellern eingehoben wird. Der LusteilungSschlüssel diese» Beitrage» bleibt dem Parteivorstand überlassen. BeztrkSirgantsatton Reichen berg: Die bisherigen Arbeitslosenmarken sollen zum Preise von KL 0.60 an di« Mitglieder zur Ausgabe gelangen. Von den KL 0.80 sollen den Lokalorganisationen zur Bestreitung ihrer Agenda KL 0.20 verbleiben. Lokolorganisation Niederlindewiese: Die Arbeitslosenmarken sind beizubehalten. Lokalorganisation Lihn: Arbeitslosen mögen die Mitgliedsbeiträge gestundet werden. Lokalorganisation FranzenSbad: Die Arbeit»« losenmarken sind für arbeitslose Mitglieder ohne Un« terftützung nach dem Genter System beizubehalten. Bezirkoorganisatton Neudek: Der Parteitag wolle beschliessen, dass mit 1. April 1088 für Arbeitslose, die keine Unterstützung beziehen, Frauen von Arbeitslosen, die keinen Ertverb haben. Invalidenrentnern nach der Sozialversicherung und Rentnern nach der Lrbeiterunfallversicherung, soweit sie mit ihrem Lebensunterhalt nur auf die kleine Rente angewiesen sind, und Heimarbeiterinnen, deren monat« lichei Einkommen nicht höher ist al» Ki 120.—, ein Mttgliedsbeitrag bon KL 1.50 monatlich eingesührt wird. Bezirksorganisation Elbogen» Für daS arbeitslose Mitglied ohne Unterstützung nach dem Genter Stzstem, dann für da» arbeitSunsähige Mitglied, dessen Rente KL 800.— monatlich nicht überschreitet und für die Frau ohne Einkommen, deren Gatte ein monatliches Einkommen von KL 400 nicht er reicht und der selbst den vollen Beitrag für die Par« tei leistet, soll ein Mitgliedsbeitrag von Ki 1.— monaHtä eingesührt werden. BezirkSorganisatwir Weipert: Der Parteitag wolle die Einführung einer Beitragsmarke für A r- beitklose zu KL I.— beschliessen. Diese könnte perzentuell an die Patteikaffen aufgeteilt werden. Lokaloraantsation Aich: Der Parteitag beschliesst, dass der Beitrag für Mitglieder, welche im Genüsse einer R e nie bi» zur Höhe von KL 280.— pro Monat sind, mit Ki 1.— pro Monat eingehoben wird, wobei der Äusteilungrschlüssel für die Organisationsstellen dem Parteivorstande überlassen bleibt. Lokalorganisation Maierhöfen: Der Parteitag beschliesst, dass der Beitrag für Mitglieder, die eine Rente bi» zur Höhe von KL 280.— monatlich be- «elfe S Mittwoch, 0. März 1038 Nr.»7 Krankheitstage, nicht wie bisher vom vierten auSae- zahlt wird. L-»S. Krieger« Die Klubs der Abgeordneten und Senatoren mögen sich dafür einsehen, daß die Altersgrenze. 8 112. 1, d. SBG zur Erreichung der Altersgrenze auf 60 Jahre herabgesetzt wird. L.-O. Koleschowlh Der Parteitag beauftragt den Klub der Abgeordneten und Senatoren, den Entwurf eines Gesetzes über die Regelung des Doppelverdienertum» auszuarbeiten. L.»O. Mfcher« Der Parteitag beauftragt den Parteivorstand und den Klub der Abgeordneten und Senatoren, eine Abänderung des Ueberalterten-Gesetze» unter Beachtung folgender Grundsätze anzustreben: Jede nicht der Einkommensteuer unterliegende Person, soweit sie nicht Anspruch auf eine ander« Versorgung hat. hat einen rechtlichen Anspruch auf den Bezug der Üeberaltertenrente. Die Rente ist mit KL 1200.— in Städten und mit KL 1000.— in den übrigen Orten unter 2000 Einwohnern sestzusetzen. Wenn beide Eheleute Anspruch auf die Rente haben, ist sie allgemein mit KL 1800.— festzusehen. Die bisher gewährte Gemcindrunterstützung bleibt aufrecht. Die Unterstützung ist im vorhinein anzuweisen. L.-O. ftehelsdorf, B.-O. Leltomischl-Poliöka Dir Partei möge alles unternehmen, wa» notwendig ist. daß jene alten Leute, die durch die Krise die 100 Beitragswochen nicht mehr erreichen konnten, in den Genuß der Sozialrente gelangen. Anträge zu Punkt 6 Gebietsorganisation Eger Der Parteitag möge beschließen, den A 45 bet OrganisationSftatuteS in der Form abzuändern, daß auch die GebietSorganisationen(eine Zusammen- fasfung mehrerer GcrichtSbezirke zu einer Organi- sationSform) ein« größere Vertretung am Parteitag gugefichert erhalten. D.-O. Staab Der Parteitag wolle beschließen, daß die Parteisekretär« a) auf den Parteitagen obligatorisch Sitz und Stimme haben, b) zu den Parteitagen vom Bartrivorstand delegiert werden, c) daß der Parteivor« stand die Kosten dieser Delegierung aus eignem trägt. L^O. Silberbach Der ganze Parteiapparat ist zu verjüngen. Die Mitglieder des Parieivorstandes und der parlamentarischen Klubs dürfen nicht über 65 Jahre alt fein. L.-O. SUberbach Die soziale Zusammensetzung des Parteivor« stunde», als auch die der Parlamentarier, muß der sozialen Zusammensetzung der Parteimitgliedschaft angepaßt sein. Die frühere Beschäftigung kann berücksichtigt werden. Dir.Arbeitslosen müssen entsprechend vertreten sein. Kreisorganisation Teplih-Saaz Zu 8 14: Der bisherige Text ist zu beseitigen und«S wird folgende Fassung vorgeschlagen:.^Organisation der Republikanischen Wehr." Alle Organisationen der Partei sind verpflichtet, die Republikanische Wchr beim Ausbau ihrer Organisation zu unterstützen. Die Art der Gliederung dieser Organisation. den Wirkungskreis und das Aufbringen der Mittel regeln besondere Satzungen, die im Einvernehmen mit dem Parteivorstand zu beschließen sind. •— Im 8 18 müssen die Worte„Roten Wehr" in „Republikanische Wehr" geändert werden.— 8 10. Der neue Text hätte zu lauten: Das VerwaltungS« jahr aller Organisationskörper in dem Kalenderjahre gleichgestellt.— Di« 88 28, 29, SO, 31, 32, 33, 34, 35 und 36 sind zu streichen und die ganze Arbeit des ErziehungSwefeus den Bildungsstellen der Organisationen zu übertragen.— 8 45, 1 a). Der durchschnittliche Markenumsatz der KreiSorgamsation für die DelegierungSbcrechtigung zum Parteitag ist von 2000 auf durchschnittlich 8000 monatlich zu erhöhen. — 8 45, 9. Nachdem der Bund proletarischer Freidenker durch«inen«inseitigen Beschluß de» Bundesvorstandes die Resolution des Rumburger Bundestages ausgehoben und die Bereinigung mit den kommunistischen Freidenkern durchgeführt hat, ist er von der Berechtigung zur Delegierung sowohl zum Parteitag, als auch zu allen anderen OrganisationSkon« serenzcn auSzuschießen.— 6 54,1. Der durchschnittliche Markenumsatz der Kreisorganisation zur Delegierung zur Frauenreichskonferenz ist von 2000 auf 1000 herabzusetzen.— 2. Der durchschnittliche Mar» kenumsab der Lokalorganisationcn zur Delegierung zur Fraucnreichskonferenz ist von 150 auf 100 her- abzusetzen und der Bruchteil von 75 auf 50.— 8 01 ist den Beschlüssen der Brünner Parteitages anzupassen.— 8 65> Dem Absatz 2 ist folgendes an« znschlicßen:„oder der sich einer ehrlosen Handlung bei der Ausübung einer öffentlichen Funktion schuldig macht".— 8 68: 1. Absatz: Die Worte„oder durch Ausschließung der Lokalorganisaiion, der der Cchuldiragende angehört" sind zu streichen.— Absatz 2 dieses Paragraphen ist zur Gänze zu streichen. »— 8 69: dritte Zeile, ist anstatt„Parteimitglied" »Parteiorganisation" zu setzen.— 8 71: 1. Absatz: Statt„24" ist das Wort„die" einzusetzen, weil diese Bestimmung in der heutigen Fassung im Widerspruch zu 8 47, Punkt 6, steht.— 8 73: Absatz 8: Hinter dem Wort.Beisitzer" ist einzufügen:.und einen Ersatzmann".— 8 78 ist zu streichen.— 8 81: Im dritten Absatz ist der letzte Satz„Wenn alle gewählten Schiedsrichter..." bis zu„... gewählt sind" zu streichen.— 8 82 ist der Absatz 2 zu streichen.— S 83 ist im ersten Absatz der zweite Satz:„Wenn «in Schiedsrichter..." bis als Einzelrichter" zu streichen und dafür zu setzen:„Ist ein Schiedsrichter verhindert, an der Verhandlung teilzunehmen, dann hat er rechtzeitig dem Vorsitzenden davon Mitteilung zu machen, der den Ersatzmann hiefür einzuberufen'tat Wäre auch der Ersatzmann verhindert, zur Verhandlung zu erscheinen, dann ist die Verhandlung auf möglichst kurze Zeit zu vertagen." — 8 84: Absatz 8 soll heißen:„Der Antrag aus Wiederholung muß binnen 14 Tagen gestellt werden."— 8 91 Ist die Bemerkung(Volle Berufung) zu streichen.— 8 96 soll lauten:„Wer im Sjnne der 88 65 und 95 aus der Partei ausgeschlossen wurde, kann binnen 14 Tagen nach Zustellung der Entscheidung der Komniisiion bei der KreiSorganisation. der er angehört hat, das Begehren stellen, daß der Par« teivorstand darüber entscheidet, ob sein Ausschluß zu „Bulldog" Kennedy fährt nach Europa MTP Washington. Dieser Tage hat sich auf der„Manhattan" der neue amerikanische Botschafter in London Joseph P. Kennedy eingeschifft, am 1. März wird er offiziell die Geschäfte in der Botschaft übernehmen, und damit beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte der englisch-ame« rikanischen Beziehungen, möglicherweise ein für das Schicksal Europas entscheidendes. Unmittelbar vor der Abfahrt erklärte Kennedy den Journalisten:„Eine meiner ersten und hauptsächlichsten Ausgaben besteht darin, dafür zu sorgen, daß der englisch-amerikanische Handelsvertrag möglichst schnell unter Dach mü> Fach kommt. Ich glaube, daß dieser Vertrag für die künftige Zusammenarbeit der beiden Länder von ausschlaggebender Bedeutung ist, und deshalb werde ich alles tun, mn zu erreichen, daß er in kürzester Frist unterschrieben wird und in Kraft tritt." Und in dem Augenblick, wo Kennedy sich auf dem Wege von Washingwn nach dem Hofe von St. James befindet, beginnen im Weihen Haus die offizieUen Verhandlungen mit der englischen Delegation. Diese Verhandlungen werden nicht ein paar Tage, sie werden Wochen, vieUeicht sogar Monate dauern. Aber da beide Länder Interesse an einem Abschluß haben und da ein solcher Vertrag in diesem Augenblick politisch weitaus mehr bedeutet als ein bloßes Handelsabkommen, so wird man bestrebt sein, sich zu beeilen. Was den neuen Botschafter Kennedy betrifft, einen der Vertrauten Roosevelts, so wird er sich mit der ihm eigentümlichen Energie und Kaltblütigkeit seiner Aufgabe widmen. Er ist ein Typ, dem manche traditionellen.Gesellschafts- Recht erfolgt ist. Wenn der Parteivorstand zur Ueberzeugung kommt, daß die Kommiffion den Ausschluß zu Unrecht verfügt hat, so spricht er mit Beschluß die' Wiederaufnahme deS von der Kommiffion anSgeschloffenen ehemaligen Parteimitgliedes mit Wirkung vom Zeitpunkte der Fällung der Beschlusses des Parteivorstandes(ex nunc) aus." kreise in England nicht ohne ein leises Gefühl des Unbehagens, gemischt mit Neugierde, entgegensehen. Läuft doch von ihm daS Gerücht, daß er sich weigern werde, bei seinem Empfang durch König Georg Vl. die üblichen Kniehosen der Diplomaten am St. James-Hof zu tragen. Tatsächlich hat Kennedy sich höchst abfällig über diese Tracht geäußert und erklärt, ein ordentlicher Amerikaner trage Kniehosen höchstens beim Golf. Gar seine Karriere ist für britische Augen zum mindesten ungewöhnlich. Er ist nämlich alles andere als Berufsdiplomat, sondern hat ein Leben hinter sich, wie man eS sonst nur in Holly« tvood zu drehen pflegt. Er kommt tatsächlich von „ganz u-iten". Gemäß der Tradition amerikanischer Millionäre— denn natürlich besitzt Kennedy heute«in großes Vermögen— begann er als Zeitungsjunge, dann beteiligte er sich an einem„fliegenden" Erdnußhandel, verdiente einige hundert Dollar damit und beschloß,„nach oben" vorzustoßen, das heißt, er wurde College- Student. Hier schuf er sich viele Freunde und Beziehungen, da er der beste Baseball-Spieler seines Jahrgangs Ivar. Das Weitere ergab sich von selbst, er beteiligte sich an Börsengeschäften, reorganisierte bankrotte Firmen» hatte bald ein eigenes Bankgeschäft und war mit vierzig Jahren ein gemachter Mann. Heute besitzt er«in Haus in Washington, eine Wohnung in Nelo Aork und einen herrlichen Landsitz in Palm Beach, bevölkert von seiner Frau und seinen neun Kindern zwischen 22 und sechs Jahren, von denen alle in nächster Zeit nach London übersiedeln werden: eine kleine Kennedy-Invasion. Im persönlichen Verkehr ist der ehemalige Zeitungsjunge und Baseballspieler mich mit 50 Jahren das geblieben, was er war, nämlich ein höchst unkonventioneller, großer, breitschultriger, Die Vorgeschichte der Trag&dle lieber da» Motiv der Tat befragt, gab tzorä! zunächst nur allgemein an, daß seine Ehesiirihn eineOual gewesen sei. Er behauptete, seine ffrau sei ihm untreu gewesen. Bei der Feststellung de» Lor« leben» de» Angeklagten stieß indeffen die Polizei auf weitere bemerkenswerte Tatsachen. Josef Kamil Horäk hieß ursprünglich Pro« ch ä z k a. Ec hat sich von seinen Eltern, die ihn all mißraten bezeichnen, ganz getrennt und den Namen Horäk angenommen, als welcher er in Jilnckreisen bekannt war. Er hatte an der Technik Maschinenbau studiert und die erste Staatsprüfung absolviert. Len Jngenieurtitel führte er zu Unrecht und seine Än- stellungen hat er durch Fälschung de» zweiten S t a a t» p r ü f u n g» z e u g n i s s e» erschlichen. U. a. war er bei Baka in Zlin in der Patentabteilung angestellt. In welcher Eigenschaft er im Patentamte Akten stahl. Weiter» kam zutage, daß er seinen Paßgefälschr hatte. Endlich fand man bei ihm in der Speisekammer seiner Wohnung einen Keinen Schmelzofen und verschiedene Metallreste, die den schlüssigen Beweis liefern, daß er sich mit Geldfälscherversuchen abgab. Seine spätere Frau lernt« er anfangs 1836 i kennen und trat alsbald in intime Beziehungen mit ihr. Di« beiden wollten zuerst nach Persien aufwandern, machten aber dann statt deffen eine Reife nach Bukarest, wo sie infolge übermäßig luxuriösen und kostspieligen Auftreten» bald um ihr ganze» Geld kamen. Line zerrUttete Ehe Wie Horäk behauptet, wurde die Eheschließung deshalb hinausgeschoben, weil er von keiner Frau mit einer Geschlechtskrankheit infiziert worden sei. Nach seiner Auibei- lung heirateten sie aber doch und die Ehe ließ sich von Anfang schlecht genug an. Bei der Gendarmeriestation in HluboLeptz erschien bald er. bald sie. nm Beschwerde zu sichren. Doch versöhnten sie sich immer wieder. Die Frage de» ehelichenZusam- menleben» wird in diesem Prozeise eine bedeutende Rolle spielen. Anna Horäk beWverte sich einmal einem ihrer früheren Freunde gegenüber, daß ihr Mann von ihr Dinge verlange, zu denen sich keine Prostituierte hergeben würde. G Ole Einvernahme Dienstag bestritt Horäk im Gegensatz z» sein« früheren freiwilligen und ausführlichen Geständniffm die Mordabsicht. Er spricht pathetisch,»ft in»erstiegenen und theatralischen Redensarten, Der Vorsitzende verdirbt ihm durch seine nüchterne« und llar präzisierten Fragen mehrfach da» Konzept und die Wirkung. Bei Schilderung dar grausigen Einzelheiten ist Horäk in starker Erregung, behauptet hie und da sich nicht erinnern zu können, bestreitet unbestreitbar« Einzelheiten der Protokolle und sucht ersichtlich die Tat al» Affekthandlung hinzustellen. Seine Taktik ist offenbar auf di« Häufung mildernder Umstände angelegt. Zum großen Teil war die Einvernahme geheim, die übrigen» erst im Zuge de» BeweiSverfat- ren» durch Gegenüberstellung mit den Zeugeuaot- fagrn im richtigen Lichte erscheinen wird, denn be- deutnng»vollfw allerding» der Berichterstattung entzogen sind, wie die» gleich am ersten LerhandlungS- tag der Fall war. Sonst wurden im ganz« elf Zeugen einvemommen, darunter die Eltem der Enuor- dcten und der Vater de» Angeklagte», denn Aussagen nicht» wesentliche» beinhaltete«. Fisdier— Pafeak— Perth Ihr Kampf Die wahren Ziele der SdP Diese aufschlußreichste Schrift über Entstehung und Entwicklung der Sudetendeutschen Partei ist soeben in bedeutend erweiterter Fassung in deutscher Sprache erschienen. 140 Seiten Preis KS 14.— Organisationen erhalten Rabatt! Zur beziehen durch die Zentralstelle für da» Bil« dungSwesen, Prag XII., Slezska 13. rothaariger„boy", der sich auch bei feierlichen Geschäftskonferenzen am liebsten in Hemdsärmeln betvogt, die Füße auf den Schreibtisch legt und sich ungeniert ausdriickt. Er ist liebenswürdig bis zu einem gewissen Punkte, wenn es aber hart aus hart geht, so pflegt er so aggressiv zu werden, daß selbst hartgesottene Busineß-Männer aut Wall Street zittern. Ist der Sturm vorbei und hat Kennedy seinen Willen durchgesetzt, so strahlt er wieder vor Liebenswürdigkeit. Mit Hilfe dieser Fähigkeiten hat er viele» erreicht, und Roosevelt, der die Gabe hat, Per- fönllchkeiten zu entdecken, wurde früh auf ihn aus« merksam. Er holte ihn zu sich, und in den letzten Jahren hat Kcnnody zwei wichtige Aufgaben, die ihm Washington übertrug, mit glänzendem Erfolg durchgeführt. Zunächst übernahm er di« Leitung der„Securities Exchange Commission", die die Börsenspekulationen von Wall Street zu überwachen und in vernünftige Grenzen einzudäm- inen hatte. Später betraute man ihn damit, die arg heruntergelvirtschaftcte amerikanische Han- delsmarine zu reorganisieren. Kennedy wurde Leiter der Marine-Kommission und erstattete nach mehrmonatigen Untersuchungen einen Bericht, der di« Grundlage für das jetzige Ausbauprogramm der Handelsmarine bildet. Dieser Bericht wird auch von den Gegnern Kennedys in den höchsten Tönen gelobt, Kein Wunder, daß Roosevelt auf der Suche nach neuen Leisten im diplomatischen Dienst Kennedy für den wichtigsten Botschafterposten, den es gibt, erwählte. Kennedy ist politisch ein überzeugter Demofvat. Obwohl er die Mängel auch des demokratischen Regimes nicht verkennt, so steht er auf dem Standpunkt:„Die Demokratie ist immerhin den Preis wert, den man für sie bezahlen mutz." Das.ist einer seiner Aussprüche, mit denen er. sich einen. Namen, machte. M, S,, vis Bestie Im Menschen Der ProzeB seien den HosttvaFer Gattenmörder 3. K. Horäk Eine grauenhafte Anklage— Fünf Tage ProzeBdauer Prag, k-rb») Lanze vor brr neunten Morgenstunde de» Dienstag stauten sich vor dem Justiz- Valast in Pankraz dichte Menschenmaffen, dir» al» da» Tor geöffnet wurde, sich den Eingang erzwingen wollten. Da» KrriSgerichtSpräsidium hatte desondere Borkehrungrn getroffen. Ein dicht« Kordon von Polizisten»nd Aufsehern hatte alle Mühe den Ansturm aufzuhaltrn und nur die Besitzer von Eintrittskarten passieren zu lassen. Dir Schaulustige« waren fast durchweg» Frauen. Da» Prozeßdrama, das diesen Ansturm entfesselte, ist die Verhandlung gegen den 26jährigen Josef Kamil Horäk au» Hostivak, der angeklagt ist de» Meuchelmordes an seiner 2 2 j ä h r i- genGattinAnna. Auf der Anklagebank erschien ein junger schmächtiger Mann, elegant gekleidet, mit blassem Gesicht und dichtem schwarzem Haar, der in seinem Auftreten von Anfang an nicht da» Gutachten der psychiatrischen Sachverständigen verleugnet, die als wesentlichen Charakterzug Hang zum theatralischen und possenhaften Wesen bezeichnen. Den Vorsitz in diesem Prozeß führt GR. Dr. H r u 6 f a, die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. A n d r e s, die Verteidigung führt Dr. P ö»l. Al» ärztliche Sachverständig«, di« in diesem Prozeß eine sehr bedeutende Rolle spielen, ftmgieren die Gerichtsärzte Dozent Dr. Knobloch und Dr. Cuba. Die 22 Seiten umfassende Anklage entwirft folgende» Bild der Tragödie; Eine Abgängigkeitsanzeige Am 0. August erschien auf der Polizeiwachstube in Hostivak der dort wohnhafte, angebliche Ingenieur Josef Kamil Horäk und erstattete die Anzeige, daß feine Frau Anna abgängig sei. Er gab an, daß sie einen Streit gehabt hätten, weil er kein Geld hatte, um ihr ein Kleid zu kaufen, da» sie sich wünschte. In den Abendstunden des SamSiag hätten sie sich auf dem Wenzelsplatz getrennt und seither sei seine Frau nicht mehr nachhause gekommen. Während die Polizei die Erhebungen aufnimmt, kommt au» Roztok die Meldung, daß am dortigen Moldauufer ein Damenhut und ein H a n d- täschchengefundenwurde, da» die Personaldokumente der Vermißten enthielt und außerdem noch einen Papirrfetzen, auf dem— unzweifelhaft von der Hand der Verschollenen geschrieben— die Worte standen: „.-- Ich ertrag« e» nicht mehr. Ich möchte mich am liebsten nicht mehr auf dieser Welt sehen... Nach diesem Fund wurde allgemein Selbstmord angenommen, doch fiel die Ruhe auf, mit der der Gatte diesen Verlust ertrug. Jnzlvischen gingen in Hostivak allerlei Gerücht« um. Dir Schwägerin de» Angeklagten, Frau Kram« pera, behauptete von Anfang an, daß ihre Schwester da» Opfer eine» Morde» geworden fei. Wie die Stimmung in Hostivak war, geht au» einer zynischen Antwort de» Angeklagten an einen Bekannten, der ihm riet, rin« der Brrdächtigungrn mit der Klag» zu beantworten:„Ta müßte ich ganz Hostivak klagen...* Die Polizei nahm damals eine ergebnislose Haussuchung vor und die Sache schien allmählich in Vergessenheit zu geraten. Oer 24. November 1937 war der Tag, der den Umschwung bringen sollte. Am folgenden Tage sollte die Wohnung geräumt werden. Die Detektive nahmen nun eine letzte gründliche Haussuchung vor. Diesmal entdeckten sie eine unscheinbare, aber sehr gewichtige Spur, nämlich ganz kleine Blutspritoer auf dem Bettgestell und«inen verblaßten Blutfleck auf einer Matratze. Horäk erklärte beim Verhör, dieser Fleck stamme von oer Menstruation seiner Frau her. Die» wurde bald widerlegt. JmKreuzverhör verwickelt« sich Horäk mehrfach in Widersprüche und verlor sichtlich seine bi» dahin ostentativ zur Schau getragene Sicherheit. Da» Netz zog sich zusammen. Immer neue Einzelheiten wurden ihm nachgewiesen, die er nicht zu erklären vermochte. Am 25. November wurde die ordentliche Haft über ihn verhängt und die Kreuzverhöre gingen weiter. Endlich in der Nacht vom 26. November war er sichtlich mürbe und legte um halb'elf Ahr ein Teil- geständni» ab, da» aber verquickt war mit einer unglaublich dummen Geschichte, dem Märchen vom „kommunistischen Emigranten Fleischer". Geständnisse und Lügen Er räumte rin, seine Frau sei mit seinem Mitwiffen erschlagen worden, aber nicht er, sondem ein„Emigrant Fleischer" sei der Mörder. Al» er dem neuen Bekannten erzählte, daß seine Ehe unglücklich sei, habe dieser schlankweg gesagt, er solle seine Frau erschlagen, und al» er sich weigerte, die» zu tun, habe er ihn eine„B a i k o r a"(einen Patschen) genannt und sich ohne weitere» erboten, ihm diese„Arbeit" abzunehmen. Am 7. August habe „Fleischer" die Frau mit einem Hammer betäubt und erwürgt. Da Horäk nicht» von all dem sehen wollte, sei er fortgegangen, während„Fleischer" die Leiche zerstückelte und in den Ofen verbrannt hab«. Horäk habe ihm 2000 Ai gegeben, woraus sie sich für den ersten Jänner ein Rendezvous auf der— Djerjinskhbrücke in DtoSkau gegeben hatten, wohin beide auswandern sollten! Diese» alberne Märchen konnte Horäk kaum zwei Stunden aufrechtrrhalten. E» genügte schon die Tatsache, daß er, der kein Wort deutsch versteht, nicht einmal wußte, wie da» deutsche Wort für„Baikora" lautet. Um 0.45 Uhr, wie die Anklage verzeichnet, brach er endlich zusammen und legt, ein volles Geständnis ab, in dem er den Mord in allen seinen schrecklichen Einzelheiten und seinem grauenhafte« Nachspiel schil». derte, Al» Samstag(am 7. August) seine Frau eingeschlafen war, versetzte er ihr mit einem bereitgehaltenen Hammer mehrere Schläge gegen den 5kopf, dann hüllte-er den zerschmetterten Kopf mitsamt dem blutigen»Affen in«in Handtuch und trug den Körper in» Badezimmer, wo er mit einem vorher geschärften Messer die Halsschlagader öffnete und seine Frau auibluten ließ. Dann säuberte er die Wohnung und heizte sämtliche drei Oesen mit Kok» an. Fünfzehn Stunden Schlächterarbeit Nun zerteilte er dm Körper seiner Frau und verbrannt« die einzelnen Körperteile in den drei Oesen Stück für Stück. WoS die Anklage nach dem eigenen Eütgrständni» dr» Angeklagten hierüber berichtet, ist so gräßlich, daß darüber nicht berichtet werden kann. Gegen acht Uhr abend», am Tage nach dem Morde, war di« schrecklich« Arbeit vollbracht, nach welcher er nach eigenem Geständnis„Erleichterung sühlte". rk. 57 Mittwoch, v. März 1038 Seit« 7 Man erhält für K6 100 Reichsmark.... .. 588.— Markmünzen.... .. 600.— 100-sterrelchische Schilling .. 526.50 100 rumänische Lei... .. 16.85 100 polnische Zloty... .. 528 50 100 ungarische Pengö.. .. 575.50 100 Schweizer Franken. .. 662.- 100 französische Francs. .. 92.20 1 englische» Pfund.. .. 142.50 1 amerikanischer Dollar. .. 28.35 100 italienische Lire.. .. 133.40 100 holländische Gülden. 100 ingoflawische Dinare. .. 1588.— . 64.80 100 Belga« .. 480.50 100 dänische Kronen,. .. 683.— "100 schwedische Kronen., ,, 781.— mul ävLiakpHilti^ 21. Hauptversammlung der Kreditanstalt der Deutschen und durchgesührten Bauten als in der Zunahme ihrer Anzahl erwiesen. Mehr Textllfirmen auf der Prager Meile. DI« Textilindustrie wird sich an der bevorstehenden Prager Frühjahrsmesse in stärkerem Maße als vordem beteiligen. Gegen die vorjährigen Messen ist etwa eine Aussteller,Zunahme von 80 Prozent zu verzeichnen. Auch in den Kollektivcxpositionen der AnSfiihrkonzerne sind zahlreiche Textilfirmen zu finden. Erstmalig nehmen etwa zehn mechani« sche Webereien an der Messe teil. Zur Vorführung kommen auf der Messe Baumwoll. und Kunstsei, dengewybe, Leinenwaren, Leib-, Tisch, und Bett, Wäsche, Taschentücher, Strick, und Wirkwaren. Sehr gut sind auch Krawatten und Krawatten- Regelung der Lohnverhaltnisse bei staatlichen Arbeiten Ueber Initiative des BauarbriterverbandeS wurden mit den führenden Firmen, die in Ostböhmen staatliche Arbeiten durchführen, Verhandlungen ausgenommen, um eine. Regelung der Lohn« und ArbeitSverhältnisse vorzunehmen. Es Wurde ein schriftliches Uebereinkommen getroffen, wonach in allen Fragen des Lohn- und ArbeitS- verhältnisies der ganzstaatliche Tiefbauvertrag vom 85. Feber 1087 Gültigkeit hat. Für einige In diesem Vertrag nickt vorgesehene Kategorien wurden die Stundenlöhne ebenfalls vereinbart. Arbeiter- Altersversicherung in Frankreich Paris. Der Dienstag unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten EhautempS zusammcngetre« tene Kabinettsrat beschäftigte sich mit der Frage der Nationalverteidigungsanleihe. Außerdem bereitet die Regierung eine Gesetzesvorlage über die Altersversicherung der Ar- beiterschast vor. Sie erfüllt damit di« Zusage, welche der Ministerpräsident im Verlaufe der jüngsten Verhandlungen über die Sozialgesetzentwürfe gegeben hat. Ole englische Arbeitslosigkeit London.(Reuter.) Die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien betrug zum 14. Feber d. Ä. 1,810.481 Personen, d. i. um 17.186 Personen Weniger als zum 17. Jänner. stosse vertreten. Star! ist die Beteiligung der Teppichsirmen, die sowohl im Messepalaste, wie auf der Hotel« und Gastwirtsmesse tellnehmeir. Außerdem sind noch folgende Textilwaren vertreten: Feze, Stumpeg, Hüte und Mühen, Schals, Kunstblumen, Schirme, Gummitextilien, Spitzen, Decken u. a. m. Besser als im Borsahre ist auch Konseltion vertreten. ren, sondern verhinderte Bürger. So sehen auch die Polizeileute sie. die Stützen der bürgerlichen Ordnung. ES ist eine em wenig schnurrige Welt mit schnurrigen Leuten, in der Eapek- Geschichten spielem Aber der diese Geschickten erzählt, ist ei» Dichter, ist ein Kenner der menschlichen Herzens und ist ein tiefer und zur Hummntät sich bekennender Tanker. Diese Humanität spricht zu jedem, der mebr als flüchtige Unterhaltung sucht, auS jeder der keinen Geschichten dieses BucheS. Christa WinSloe. die Verfasserin jenes Romane», deni wir die„Mädchen in Unitorm" danken, hat nun«inen groben Liebes- und Rekferoman geschrieben:„Bassegiera", der im Verlaa Albert de Lange, Amsterdam, erschienen ist. Svlvia Carlsen ist eine deutsche Musikerin, die von Kalifornien nach Genua reist, gus einem italienischen Schiff, das mebr auf die Beförderung von Frachten als von Personen eingerichtet ist, aber immerhin ein paar Leute al» Fahrgäste mitnimmt nach Europa. Eine. Passegiera", eine Reisende, ist die junge Musikerin, die zugleich mit der Fahrt über da» Meer eine Reise durch her-, wirrende LiebeSerlebntsse macht. Sie ist die einzige bemerkenswerte, die einzige wirklich schöne junge Frau auf diesem Schiff— und ring» um sie Man- ner. die nach der Frau hungern, und die. selbst wenn ste in den glühinden Hafenstädten den Weg zu Weibern fanden, auch wenn sie also keineStvegi Asketen sind, doch Hunger nach der Liebe einer anderen Be« sellschaftSsckichten entstammenden, gebildeten, gepflegten, wie. aus einer anderen Welt konimenden Frau haben. Svlvia. die einer Herz und Sinn« nicht befriedigenden Ebe enfslohen war. erwach' unter den Blicken, in dgr sinnlichen Atmosphäre der sie umkreisenden Mgnner. erst zum Weib. Wie dieser Erwache» geschieht, wie die Manner, unter einander Rivalen, lick um Svlvia gruppieren, wie auf dem engen Raum eine» nickt sehr qroßtn Schiffe» Menschenschicksale abrollen, da» wird von einer sehr güten Erzählerin kehr eindrinakick, sehr lebendig, stet» aber auch sehr takwoll berichtet,—sb—, Am Sonntag fand im Deutschen Hause in Prag I die 27.- ordentliche Hauptversammlung der Kreditanstalt der Deutschen in Anwesenheit de» Präsidium-, de» Vorstand«» und Aussichtsrates sowie sämtlicher Mitgliedervertreier(Delegierten) der Zweiganstal« teil statt. Ter Präsident der Anstalt, Dr. Cckrriiter- Schlvarzenseld, tonnte«ine Reihe von Gästen begrünen. Bo» zahlreichen in- und ausländische» Geld- annalien. Genossenschaften und Verbänden waren herzlich« Begrüßungsschreiben«ingelangt. Vor Eingang in die Tagesordnung gedachte der Präsident in einem tiefenwsundenen Nachruf d«r im Laufe de» vergangenen Jahre» dahingegangenen Genossenschafter. Nach Erledigung der gesetzlichen und statutarischen Aufgaben der Hauptversammlung erstattete da» Vorstandsmitglied Direktor Dr. Baumann«Inen ausführlichen Wsttfchaftsbericht: Im ersten Halbjahr 1087 sei auch in den meisten Wirtschaftszweigen int Staate ein« merkliche , Besserung seslzuftellen gelvesen, von der jedoch einzelne Teile de» Randgebiet«» nur wenig berührt worden find. Jn> ztveiten Halbjahr'fei jedoch«ine deutliche Stockung des Auftragseinganges feftzustellen gewesen, die auf dl« Verschlechterung der Wirtschaftslage in Amerika und überhöhte Spekulation mit nachfolgenden überhasteten Abverkäufen auf den Warenmärkten zurückgeführt werd«n kann. Al» besonder» wichtig für di« günstige Entwicklung de« Außenhan« del» im Jahr« 1987 und damit für die Belebung der ganzen inländischen Wirtschaft sei die Beständigkeit der inländischen Leb«»»- und Futtermittelpreise gewesen. deren Index trotz der Abwertung vom Oktober 1086 im Jahre 1987 nur Mischen 601 und 711 geschioankt habe. Von den Industriezweigen weist besonder» die Textilindustrie darauf hin, daß trotz der AuSfuhrsleigerung die Betriebe noch imnier ungünstig beschäftigt feien, da ihr Umsang auf eine viel grössere Ausfuhr, wie sie bi» zum Hahre 1929 aufzuweisen toar, ausgebout sei. Die Schtverindustrie war auch 1987 voll beschäftigt. Besonders erfreulich war im Berichtsjahre, daß fast auch alle zivilen Wirt- schaftSzweige merüichen Aufschwung genommen haben. Die aufsteigende Linie der KurSgeftaltung der Prager Aktienwerte wurde 1987 gebrochen, die samkeit, weil er zur Welt Wassermann» gehört.uß. So stehen einander da» kalte kritische Dissen, da» nicht mehr an eine wirklich« Wendung, und di» Liebe, die doch tiefer schaut und au» ursprünglicheren Quellen ihr Wissen schöpft, gegenüver. Fwei interessante Menschen lernen wir kennen, ein von dunkler Schwermut erfüllte» Dichterwerk.— und selbst wenn der kleine Roman i weniger Vorzüge hätte, verdient« er unsere Ausmerk- Ver Vertrag mit USA London.(Reuter.) Der Berichterstatter deS glkuter-Büroö meldet aus Washington, daß in gi» informierten Washingtoner Kreisen dem Handelsabkommen zwischen den Bereinigten Staaten und der Tschechoslowakei große Bedeutung brigemessen wird. DaS Staatsdepartement krllärt, daß bet d«m Versuch«, den Weg für die Expansion deS Handels durch Beseitigung der besonderen Kontrollvorschrtften für importierte Kann zu ebnen, wahrscheinlich kein anderes Land in der Zusammenarbeit mit den Bereinigst» Staaten so weit gegangen ist. Die Tschecho- flolvakei ist vor einigen Tagen der militärischen Hilfe Frankreichs und des guten Willen» Großbritanniens sich für die Erhaltung ihrer nationalen Selbständigkeit einzusetzen, versichert worden. Die Vereinigten Staaten befinden sich zwar nicht in einer solchen Lage, daß sie sich zu einer ähnlichen freundschaftlichen Aktion verpflichten ISnnten. sie sind aber der Ansicht, daß sie alles in ihren Kräften Stehende getan haben, um ihren guten Willen dadurch z« zeigen, daß sie das Abkommen beschleunigt haben, das, wie man in breitesten Kreisen glaubt,«inen großen Beitrag zum künftigen Wohlstand der Tschechoslowakischen Republik beiträgt. * Auch au» dieser Meldung geht hervor, daß der Vertrag zwischen der Tschechoflowakei und den Vereinigten Staaten auch sehr stark von politische» Gesichtspunkten aus bewertet wird, die bei den Verhandlungen auch stets gegentvärtig waren. Der erfolgreiche Abschluß ist für die Tschechoflowakei um so bedeutungsvoller, als die Vereinigten Staaten an die zweite Stelle in unserer Ausfuhr und unserer Einfuhr gerückt sind. Unser Export besteht aus Fertigwaren. Erzeugnissen zum großen Teil der nordböhmischen Industrie, der mit dem Vertrag eine beträchtliche görderm^ zuteil wird. Die Einfuhr au» USA ist Von 1085 bi» 1987 von rund-100 auf 060 Millionen, die Ausfuhr von 615 auf mehr als 1100 Millionen Aä gestiegen. Die größten Posten in unserer Ausfuhr stellten Schuhe unb Lederwaren(rund 160 Millionen), Glas(115 Millionen), Baumwoll- ivaren(130 Millionen), Lesnen, Hanf und Jute <87 Millionen). Wolle und Seide(je 34 Millionen), Tonwaren(28 Millionen), Papierwaren(79 Millionen) und Konfektion(176 Millionen). Die Aussichten dieser Industrien, die schon im H Ziegen trennen. Geld au» Gla». Nach langen Versuchen, deren Ergebnisse überau» befriedigend waren, kouunt die Herstellung von Äeldinünzen au» Gla» ihrer praktischen Berioirflichung näher, und di« amerikanische» ' Staatsmünze wird in Kürze dem Finanzdevarre- ' ment konkret« Vorschläge in dieser Richtung unter- i breiten. E» scheint, daß jetzt eine besondere Hlao- - mässe hergestellr und übrigen» bereit» patentiert ilt, ' die alle Voraussetzungen für diesen Zweck erfüllt: ' sie ist unzerbrechlich, kann in jeder gewünichteir ; Farbe angefertigt werden und Fälschungen sind praktisch ausgeschlossen. Auch di« Prägung dieser i Glasmünzen ist sehr gut gelungen. Dies« Münzen werden nach dem Urteil der Fachleute mindesten» , ebenso widerstandsfähig sein wie Kupfer- oder , Nickelmünzen, und sie haben den bisherigen Arten Börse gab jedoch lein richtige» Bild der Wirtschaftlichen Entwicklung. Anschließend erstattete Direktor Kiesewetter den Geschäftsbericht, der bereit» der Oekfentlichkeir über geben wurde. AuS diesem Bericht soll nur kurz der Antrag de» Vorstande» an die Hauptversammlung, dl« Summe der Hnvotbekarkredite von 50 Mill, auf 80 Mill. X Geraldine BezirlSorganisation Prag, Donnerstag, den 10. d. M., 20 Uhr, Sitzung derDezirkSver- t r e t u n(j. Lokal: Parteiheim. Die Verwaltung der elektrischen Straßenbahnen besaßt sich in der letzten Zeit, einer Meldung d«S„Telegraf" zufolge, insbesondere mit der Ausgestaltung der Verbindung zwischen Nusle und Wrschowitz mit der inneren Stadt. Soweit Nusle in Frage kommt, wird die Schaffung einer neuen Linie verlangt, da die Strecke 14 nicht zureicht und die Linie 4 wegen ihrer Richtung bzw. wegen des Umwegs. den sie macht, der Bevölkerung nicht entspricht. ES wird auch die Einführung von Autobuffen— auch Nachtautobussen— in Erwägung gezogen. Diese Frage ist übrigens nicht nur für Nusle von Wichtigkeit. Die am linken Moldauufer gelegenen Stadtteil« Prag Vkk und Prag XIX, bie eine Bevölkerung von einigen Zehntausenden zählen, haben bisher auch noch keine Nachtverbindung mit dem Stadtzentrum. Die Linien 23 und 1 sollen umgelegt Iverdcn, damit die Einwohner von Wrschowitz eine direkte Verbindung mit dem unteren Teil des Wenzelsplak- zps erhalten. Die Linie 1 soll künftighin über den Tylplah nach Nusie und Zäbihlice gehen, die Linie 23 dafür vom Tylplatz über den Weinberger Platz nach Wrschowitz auf den Eech-Platz. Dieser Tage wird auch die Verlängerung der Strecke 8 nach Unter-Kri lNa Rhsänce) in Angriff genonunen werden. l-lodvn verboten Nach, langer Abwesenheit in Berlin und München hat Karel L a m a L wieder einmal in, Prag einen tschechischen Film hergestellt— und mit ihm bewiesen, daß er noch immer harniloS humoristische Poffen auf eine betvährte Art zu inszenieren versteht. Wenn der reiche Onkel aus Amerika koinmt und man ihm im Hause eines Bankrotteurs eine Komödie vorspielt, in der es eine falsche Gattin, eine falsche Tochter, ein falsches Zimmermädchen und einen falschen Diener gibt— und wenn der reiche Onkel außerdem ein Zauberkünstler ist und sein Partner.sich in daS Zimmerntädchen verliebt—, dann ist Lamaö in seinem Element und schafft Lachszenen mit einer versalzenen Suppe und einem von heimlicher Grammophonmusik gespeisten Familieickonzert. Neben Lamai selbst spielen Vaclav Trögl und Jindkich P l a ch t a di« komischen Hauptrollen auf führ närrische, aber gar nicht einmal plnmpe Art, während die weiblichen Hauptrollen von Hana V i t o v ä und Helena B u- schovä nicht recht lebendig gemacht werden. ..-ctB"-* Verfanget überall Volkszünder Veränderungen in der Leitung doS Nationaltheaters. Der Chef des Schauspiels im Prager Nationaltheater, Prof. Otokar Fischer hat einen Krankenurlaub angetreten, von dem er, wie wir hören, nicht mehr aus seinen Posten im StaatSthcater zu- rückkehren wird. Ebenso ist der Direktor deS Nationaltheaters, der Schriftsteller Mojsii-Lom für einen führenden Posten im Schulministerium ausersehen. lieber die Leitung der Staatsbühne besteht noch keine Klarheit: Verhandlungen mit dem Schriftsteller Karl Eapck führten zu keinem Ergebnis und auch der zum Nachfolger Fischers ausersehene Kritiker M. Rutte soll, dem Vernehmen nach, abgelehnt haben. 18:18. Am Montag sollte die Stadtvertvetung Marienbads zum zweiten Male über die Vergabe deS Stadttheaters für die Sommerspielzeit dieses Jahres entscheiden. Zur Diskussion standen die Bewerbungen der Direktoren Stoß(Troppau), Basch(Karlsbads gemeinsam mit Moosbauer ner, Sylvia Devez, Dagny ServaeSx, Katt, Fritz DeliuS, HanSjoachim Freud!, Max Brebeck und HanS Thimig. Normale Preise. Verkauf täglich. Wochenspirlplan deS Reuen Deutschen TheaterS. Mittwoch, halb 8 Uhr: Die verkaufte Braut. Donnerstag, 8 Uhr: Mutter. Freitag, 7 Uhr: Einen Jux will er sich machen.(Theatergemeinde der Jugend. grüne Karten, und freier Verkauf). SamStag, halb 3 Uhr: Die Fledermaus. Halb 8 Uhr: Die Fledermaus. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heut«, Mittwoch, abends 8 Uhr:„Südfrüchte"(Bankbeamte und freier Verkauf), Donnerstag, halb 8 Uhr: Zwei Dutzend Rosen(Erstausführung). Freitag. 8 Uhr: Delila(Theateraemeinde des Ku'tnr- verbandcs und freier Verkauf). SamStag. 8 Uhr: Zwei Dutzend Rosen. anschauungen gestellt sehen, so zuzuspitzen;und man wird wohl doch immer wieder nur zu einer Antwort gelangen können: daß man nämlich mit allen Kräften bei Verstandes und mit allen Fasern des Herzens versuchen müsse, zu verhindern, daß die Tragödie der Mutter und die Tragödie der Welt unentrinnbar sei. Und man soll Cape! wohl auch nur so verstehen, daß den Menschen von der Bühne hcrabgesagt werde, tvaS ihnen bevorsteht, wenn die Kraft der Friedliebenden sich zuletzt als zu schwach erweisen solltet Stück und Ausführung machten aus daS Publikum fühlbar und sichtbar tiefen, erschütternden Eindruck. Neben und mit der Durieux machten sich. Leben oder Tod gestaltend, die Herren K l i p p e l, Winner, Schmerzenreich, Valk. Richter und A f r i t s ch hochverdient. Nur Herr Trabauer. streckentveise übrigens wenig verständlich, verzeichnete den toten Revolutionär, indein er ihm unmännlich, larmoyant, kläglich aufschreien ließ. Von den beiden Stimmen im Lautsprecher machte die der F r i t t a Brod groß und bewegend. Nicht nur, wer Dichtung und Theater liebt, sondern auch jeder, dem das Leben und Sterben in unserer Zeit nahegeht, wird die„Mutter" CapekS erlebt haben müssen! L. G. Atus Prag Anläßlich deS heutigen Frauentage! entfällt das Frauenturnen. Men Turnerinnen wird cS zur Pflicht gemacht, in der.Frauenversammlung zu erscheinen. Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Mittwoch, den 8. Mäoz. abends 8 Uhr, im Heim, Spälenä 48. außerordentliche Gener alber« s a m m l u n g.— Erscheinen ist Pflichti tra Westböhmischer Arbeiterfußball Ueberlegene Siege der Spitzenfahrer Die Fußball-Mannschaften der ersten Klass« de» VI. KreiSvevbandeS der AtuS-Union gehen in nahezu gleicher Form in die Frühjahrsserie. Den meisten Mannschaften sieht man die Winterpause aber an, denn nur ganz wenige Spieler haben sich durch Turnen und Wintersport ihre Wendigkeit erhalten. Die beiden Brudervereine au» dem Kohlenrevier, Falkenau und Unterreichenau, halten weiter die Spitze. Der FFK Falkenau brachte aus NeusattIden erwarteten Sieg; härter mußt« schon Reichenau kämpfen, C h o d a u war ein ganz gefährlicher Gegner. Ueberrascht hat der hohe Sieg des ASB Ali- roh la u über die gutplacierten M a i e r h ö s e- ner. Fischern konnte sich um zwei Stellen vorschieben und D r a h o w i tz kommt durch seinen Sieg Über N e u d e k in das Mittelfeld der Tabelle. Eine weitere Ueberraschung war der Sieg der Karlsbader über G r a L l i tz; damit verläßt die Rapid- Mannschaft das Tabellenende und nimmt den Kampf um den Verbleib in der ersten Klasse auf. Besonders erfreulich ist, daß nunmehr alle erstklassigen Fußballvereine ihre Jugendmann« lchasten gemeldet haben. Dadurch erhalten die zweitklassigen Vereine neue Spielgegner und die Stammvereine der Jugendmaunschaften Nachwuchs aus eigenen Reihen. Ein Jahr Jugendsvielbetrieb ! wird viele Mängel in der Arbeitersußballbewegung beheben. Auch die zweit« Fußballklasse rüstet eifrig zum Spielbeginn; cö sollen vor allem die entlegene- ren Gebiete besser erfaßt werden. Die Spiele vom Sonntag brachten nachstehende Ergebnisse: AtuS Neusattl ggeen FFK Falkenau 1:7, AtuS Unterreichenau gegen Rote Els Chodau 4:1, ASB Altrohla» gegen ASB Maierhöfen 8:9, Atu- Fischern gegen AtuS Aich 4:0, AruS Drabowitz gegen ADV Neudek 3:2, Rapid Karlsbad gegen ASst GraSlitz 2:1. Der Stand der Tabelle Photographie» und Zeichnungen Jin ,,5M aneS" veranstaltet die Photo-Sektion deS Vereines bildender Künstler.Manes" ihre erste Ausstellung, die sich von anderen Ausstellungen dieser Art nicht wesentlich unterscheidet. Man sieh: Landschaften, Architekturaufnahmen, Natur» und Materialstudien, PorträiS, Photoreportagen und Photomoutagen. Auffallend sind die zahlreichen Landschaftsaufnahmen, ausfallend deshalb, weil die LandschasiSphotographie in den Ausstellungen der letzten Jahre sehr znrückgedrängt war zugunsten der mittlerweile schon so ziemlich totgelausenen Experimente mit»neuen Sachlichkeiten" und überraschenden, mitunter beinah« akrobatischen„Stand- punkten". Mit den Ausnahmen von Fabrikschornsteinen aus der Froschperspektive, von Reißzwecken und Schuhnägeln in überdimensionalen Vergrößerungen, von Kanalisationsröhren und Makkaroninudelpaketen mit der Preisfrage.War ist das?" ist die Photographie recht rasch in die beizeiten prophezeite Sackgasse geraten. Allerdings haben bet diesen Experimenten, die noNvendig waren, um den Photographen die Nachahmung der Maleret und Graphik abzugetvöhnen und ihnen ihr eigenstes Gebiet zu zeigen, auch die LandschaftSphowgraphen ander» sehen gelernt. Sie gehen nicht mehr auf dar .malerische" Bild, auf da».romantische" Motiv aus. Sie haben auch in der Landschaft den Reiz der Linien, der Licht» und Schattenflächen, der Strukturen, des Details entdeckt, also das, was den Photographen angeht. Bon Jaromir Tunke und Frantisel Petar sieht man schöne Ausnahmen dieser Art. Reizvoll..nd eigenartig in der graphisch anmutenden Wirkung, die nicht erkünstelt ist, sondern sich auS dem Motiv, aus dem Kontrast der schwarzen Geäste und der wolkig-weichen Laubmassen ergeben hat, ist die Aufnahme.Tamarisken" von Jill L e h o v e e sehr geglückt auch die .Möven" am Moldaukai von Pekat; waS ungezählte Amateure und ahnungslose Knipser alljährlich und dann tagtäglich versuchen, ist hier ausgezeichnet gelungen. Auch eine Kollektion von Kinder« ausnahnten von Pekat gibt Beispiele, wie sowa» besser gemacht werden kann, als es meistens geschieht. Josef S u d e I liebt weiche verschleierte i Stimmungen im Nebel, im Morgenlicht, WaS nicht 1 leicht zu photographieren ist. ihm aber einige sehr ' schöne Bilder eingebracht hat. Wer durchaus Ori« t ginaliiät sucht, sindet sie in den Kollektionen von : Jindkich S t n r s k li und Frantiöek Bobeckh. : Manches von Slyrskh ist gut und wirklich originell. Ta ist zum Beispiel die Materialwiedergabe eines , vor das Loch einer zerbrochenen Tür gehängten Fetzens Papier ganz ausgezeichnet; man glaubt, das zerknitterte Papier zu fühlen. Auch die Aufnahmen von Schaufensterauslagen und Schau- fensterjpiegelmuM, von Moritatenbuden, Jahr- marktponoptUunt» und Schießbuden sind manchmal wenigstens aufnahmetechnisch interessant; anderes bleibt im Versuch einer surrealistischen Originalität stecken. Und Vobeekhs Aufnahmen sind überhaupt nur noch sehr willkürliche phantastische Kombinationen und trickfeste Tüfteleien und Spielereien, die höchstens in der Hinsicht Interesse erregen,»wie es gemacht ist". Angeschlossen ist eine kleine Ausstellung Zeichnungen der Manes-Leute. Teils erkennt untrüglich die Handschrift bekannter Maler, anderen erlebt man kleine Ueberraschungen. der Fülle der etwa anderttzalbhundert Blätter seien nur die Zeichnungen von Vineene Bene», Bohumil Dvorskh, Jaroslav Kräl, LadiSslav Suma, Vaclav Späk, Frantiöek Tichh, die Karikaturen von Adolf Hoffmeister und Josef Noväk, die Aquarelle und Monotypien von Jaroslav Gru», die Entwürfe von Jaroslav Benda hervorgehoben, Zeichnungen, auch wenn es nur Werkstudien sind, erschließen intimere Einblicke in das Schaffen»>es Künstlers. Allerdings ist ihnen di« reihenweise Anordnung an der Wand weniger zuträglich; sie gehören eigentlich Blatt für Blatt in, di« Hand, rh. Arbeiterfußball au» dem Trplitzcr Gebiet. Ta» Spiel WeiSkirchlitz gegen Zuckmantel war ein Werbespiel für den Arbeiterfußball im wahrsten Sinne de» Worte- und wu;che von WeiSklichlitz mit 2:1 gewonnen. Kleinaugezd mußte von Pihanken eine 6:l- Niederlage einstecken. Einen im Rahmen des Erlaubten scharfen Kampf lieferten sich DTK Tvor» Novö und Langugest, der mit 8:2 für Neulwf endete. Eichlvald spielte mit Wisterschau unentschieden 1:1.— Zur Fortsetzung der Meisterschaft 1987/88 treten die Maunschasien bedeutend verjüngt an. Tiest ReoraanisierungSmaßnahmeil lassen für die kommen- dne Spiele alle Chancen offen. Die Spiele am vergangenen Sonntag lassen diesen Schluß zu. Die Meisterschasten im Tischtennis des TTü- Verbände» wurden in M ä h r.»O ft r a u unter Teilnahme von Vertretern aus acht Kreisen ausgetragen. Die Team-Meisterschaft bei den Männern Ivie bei den Frauen siel nach Prag. Im Mäimer-Einzel siegte Bystkicky(Pilsen), nn Doppel Stipänck— Chärvat(Mähr.-Ostrau); im Frauen-Einzel Lon- thanovä(Prag), im Doppel JirouSkovä(Pardubitz! —Rehakovä(Aungbunzlau); das gemischte Doppel getvannen die Prager Mukicky—Loukhaiwvä. Ter Zufall bringt es an den Tag. Bor wenigen Tagen wurde in den Straßen Prags ein bettelnder Mann verhaftet. Beim Verhör aus dem Präsidium gab er an, gebettelt zu haben, weil er seine Woh- uungSmiete nicht bezahlen kann. Da den Detektiven die'sonderbar saubere und gepflegte Kleidung dieses bettelnden Mannes aufgefallen Ivar, begaben sich zwei von Urnen in seine Wohnung, um sich dieselbe anzusehen. Hiebei entdeckten sie eine Briefmarken« fälscher werk st ätte. ES wurden verschiedene Stampiglien, wie die der tschechoslowakischen B. I. T. 1987, der ersten Ausgabe der rumänischen kleinen Ententemarken und andere gefunden und von den Beamten beschlagnahmt. AuöflugS,ziige. Die Staatsbahnen fertigen vom 12. bis 80. März Svortzüge nach Byinie Ru.fbachy für 550 Kc. nach der Hohen Tatra für 540 KC, zum Rochhotzk für 520 K£ und zur Sokolbaude für 480 KC. einschließlich ganzer Bervsleguna. Trinkgeld. Versicherung, Gepäck-Überführung usw. ab. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilson-Bahnhof, Telephon 888—85, A9 A Heute, um 19 Uhr im Steinersaal des„Lidov? düm Referentinnen: Gen. M. Deutsch, Gen. Storkanovä Nach den Referaten kleiner Chamacan«- Gymnastische Darbietungen- Violln-Solis u. a. Capeks„Mutter" Im Deutschen Theater! lieber Inhalt, Tendenz und Wert dieses ncuestcn' dramatischen Werkes Karel Eapcks ist an dieser Stelle vor Ivenigen Wochen, gelegentlich der tschechischen Uraufführung, bereits ausführlich gesprochen worden. Tie gestrige Erslaufsührung im Deut-, scheu Theater überhöhte und unterstrich nun die Kraft und das überwältigend unmenschlich Menschliche der Idee des Stückes in geradezu hochbedeutender Weise, in der restlosen Erfassung der hier gestellten Aufgaben durch die lückenlos überzeugende Regieleiftung Julius G e l l n e r s, durch das vorbildliche Zusammenspiel der d a r st eile n d e n Künstler und durch die überragende, bezwingende, den gewissermaßen letzten küpstlerischen und LebenS-Dingen nahekommende Gestaltung der Mutter durch die unvergleichlich große Tilla Duri« UL» Mit angswoller Beklemmung, mit stockendem Atem fühlt man den Augenblick hcrannahen, da der Dichter die Mutter, der der Gatte und vier Söhne fielen, im Angesicht deS Einbruchs der kindermordenden Neubarbaren selbst das Gewehr in die Hand nimmt, r»n cs ihrem lebten, jüngsten, schwächsten und geliebtesten Sohne zu übergeben, ans daß auch er in den Verteidigungskrieg ziehe. In unserem' Verstand und in unserem Herzen schreit eS auf gegen diese blutigste ljunatnr und n>an rnöchte, wie Schillers Posa dem Philipp, dem demokratischen dem friedenSsreundliHen Dichter, der sich zu dieser Szene durchrang, etlva zurufen:„Tie müssen. Dockt daß Sie können, was Sie zu müsse» einge- fcl.cn. hat mich mit schaudernder Bewunderung durchdrungen!" Tann aber wird schaudernde Bewunderung tiefste Erregung, fürchterlichstes Begreifen und sozusagen letzte Kultur-Andacht vor dem Bild der Mutter in der Gestalt der D u r i« u r; davor, wie sie, eine Ueber-Riobe unserer Zeit, den letzten Schritt tut, gegen die sich ihr und unser Herzblut sträubt, wie sie sich verhüllt, wie ihr brechendes Mutter-Äuge sich mit dem Widerschein des höchsten und letzten Opfermutes für die in ihren Grundfesten bedrohte Menschheit füllt. In dieser grandiosen schauspielerischen Leistung erfüllt sich die entsetzlich« und leider doch so lebensnahe Vision des Dichters. Gewiß, man wird weiter über Eapek diskutieren und sich die Frage vorlegen, ob es sei- B e z u g s b e d i n g u n a e n: Bei Zustellung niSSauS oder bei Bezug durch die Bott monatlich KC 17—, vierteljährig Kä 51.—, halbjährig K£ 102.—. ganzjährig Kä 2Ö4. Inserate werden kam Tarif billigst berechnet.— Rückstellung von Manuskrchten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- ü. Te'.earaphendirektion mit Erlab Nr.' 13.800. VII/193-.» bewilligt-.(Kontrollpostamt Praha 25.— Druckerei: ,F)rbiS", Druck-, Verlags« u. ZeitungS-A.-G. Prag. FFK Falkenau. 11 8 1 2 87:21 17 AtuS Unterreichenau 11 7 2 2 86:17 16 ASB Altrohlau 12 7 2 8 87:19 16 AtuS Fischern. s 12 6 2 4 31:18 14 ASV Maierhöfen 12 s 1 5 82:23 13 AruS Drahowitz B 12 6 1 5 82:25 13 ASV Neudek. • B 12 0 0 S 89:28 12 ASK GraSlitz. B -2 5 5 88:34 12 Note Elf Chodau B 11 8 1 7 80:27 7 Arns Aich.. W 12 8 1) 9 18:46 6 Rapid Karlsbad « J 11 8 0 8 15:46 6 Atus Neusattl. « 8 2 0 6 16:84 4