Donnerstag, 10. März 1938 18 Zahrgang Erscheint mit Ansnahme de» Montag tSgltch früh/ Einzelpreis 78 Heller Aedaktion».Verwaltung: PragXII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Ker», Prag Sozialdemokrat Seatralorgan der Deutschen sozkaldemokratlschen Arbeiterpartei ln der Lschechoslowakischen^Republik Aus dem Inhalt: Entlassungen bei Mannesmann Englischer Ministerpräsident entlarvt Wyschinski ladour Interpellation Uber die tSR 150 Jahre Elchendorff Nr. 58 Volksabstimmung 'die Entscheidung in Oesterreich! Entschiedene Ablage Schuschniggs an die Gleichichalter Bundeskanzler Schuschnigg hielt Mittwoch abend« vor den AnttSwaktern der Vater» »odischcn Front in Innsbruck eine große, mit Spannung erwartete Rede, in der er die Durch, sbdruug einer BolkSabstimmung in Oesttrreichankündigtr und den Glrichschaltern eine entschei» dmde Absage erteilt». Diese BolkSabstimmung wird schon am nächsten Sonntag stattsindrn«ad darüber entschieden, ob Oesterreich miabhSnglg bleiben und sich den nationalsozialistischen Gleich- scholtungSbrstrrbungrn beugen will. Schuschnigg ist zum Kampfe entschlossen und appellierte auch, unter Zusicherung der Gleichberechtigung, an die österrrichschen Arbeter.i Er führte«. a. au«: Aufruf zur Arbeit „Ich appellier« nicht an das Gesühl, ich appel» fim in erster Linie an den verstand, und darum »ichte ich klar und unzweideutig sagen, wag ich will, nie ich mir di» Entwicklung vorstrll«. Wir wollen, »aj la alleniSchftrr Zeit 30.000 Jugendliche neu«in- ,»stellt«erden an den Lehrplätzea, in der Industrie «t im Gewerbe, wir wollen, daß durch dm Arbeit»- bimst»eitere Bataillone arbeitswilliger Jugendlicher »NN Nichtetun und der Slot entrissen und an di« Ar» »eit arwöbnt werden. Wir wollen, da» ArbeitSptt- ,r«»m de» sechsten JahrrS nicht nur svrtseyen, son- »enr wesentlich überschreiten. Wir wollen auch in »ieser Woche die Feiertagsfrage für die Arbeiter» schott lösen. Wir wollen mit einem Wort«, daß in dl,sm» Lande gearbeitet wird. Die Versähe an der Dollfuß-Bahre Jetzt frage ich Euch und ich must Euch fragm *ik ich amst alle Oesterreich«» fragen: Wa« wallt Ihr Mit? Arbeiten»per politisieren! sLaaaaabalteade HeU-Schufchaigg-Rufe.) Bride» josommen wirb auf die Dauer nicht gehe«. ES ist mm»irr Jahr« her, da war ich einer der Ersten, die tg der Bahre Engelbert Dallfntz gestanden find. So eia« Augenblick vergißt man nicht. Ist» einem solch« Augenblick faßt man Borsitz», mit dmm man sicht«ab fällt,«nd von ihnen kann man nicht ab» ueichrn. Al» ich mein Amt al» Kanzler übemahm, io»ar e» mir von vornhrreln klar:: ES gilt in die» ser schweren Zeit zurückzufindm wie über die Ver- födrongen der letzten Jahre, zur Einheit, zum Frie- den im Lotte. ES gilt die Menschen wieder anrin» onder zu gewöhnen,«S gilt, dm Respekt vor rin» «aber wieder aufzurichtm. Ich habe mir gesagt, waS wir wollen: Wir wollen rin freies und dmtfche» Leite,reich, wir«ollm«in unabhängige» und so» zielet Oesterreich, wir wollen ein christliche»«ad einige» Oesterreich, wir»ollen Brot und Frieden i« Lande«nd wir wollen die Gleichberechti« guag aller, die für Bott«nd Freiheit stehen. diese Sache wohlweislich unterschlagen, weil sie damit bei un» nur dem allgemeinen Gelächter verfallen toäre. Aber in Deutschland leben die Leute in dem Glauben, daß e» bei un» tatsächlich so aut- sieht. Unterbindung der Pressrheye, Riederkämpsun« der Preiselügen— I o! Aber so geht da» nicht, daß man in demokratischen Staaten nicht mehr die Wahrheit über drn Faschismus schreiben dürste, währen« Helmer in die Leitung der VF? Wien. In politischen Kreisen kursiert Meldung, daß i» der nächsten Zeit der ehemalige Führer der niederösterrerchischrn Sozialdemokraten Helmer in die Leitung der Baterländischen Front berufen werden wird. Prag. Im Abgeordnetenhaus« ging die Aussprache über die Regierungserklärung Mittwoch nachmittag» weiter. Sie soll Donnerstag gegen Abend mit der Abstimmung abgeschlossen werden. Mittwoch aiendS verdolmetschte Genosse d e W i t t e im Plenum des HauseS den Standpunkt unserer Partei zu dem Expoff und zu den sich überstürzenden außenpolitischen Ereignissen der letzte« Wochen. In eindringlichen, an da» Gewissen auch der verstocktesten HeUschreier appellierenden Worten deckte er die ungeheuere Gefahr auf, daß unsere engste Heimat bei einem kriegerischen Konflikt, der sich zwangläufig zu einem Weltenbrand auSweiten müßte, den Kriegsschauplatz abgeben mühte und damit dem völligen Verderben preiSgegeben wäre. Hier ist eS unser« Pflicht, dir Ver- blendrttn auü drm KriegStaumrl zu reißen und sie zu ernüchtern. Dirsr Feststellungen gingen der GdP sichtlich auf die Nerven. Schon hier und gar erst später, al» de Witte sich unterfing, die Rede Hitler» sachlich zu kritisieren und daS Kapitel„Pressefrieden" auch von der anderen Seit« her zu beleuchten, machten die Henlein-Leute immer wieder Zwischenrufe, auf die der Redner und unser Klub sofort schlagfertig reagierten. Die Szene ward zum Tribunal, al» de Witte unter der Zustimmung de» ganzen Hause» dir Mord» drohungen K. H. Frank», d«S Stellvertreter» Heuleins, in der jüngsten Karlsbader SdP-Versammlung entsprechend onpran- gerte. Der Redner führle u. a. au»: Da» Echo der Erklärung des Ministerpräsidenten in der Weltpresse— selbstverständlich mit Ausnahme der faschistischen Direktiven unterstehenden Presse— war ausgezeichnet. Der feste Wille der Dichechosloivakischen Republik, ihren Platz in der Friedensfront zu halten und den Kriegstreibern an ihren Grenzen mit Einsatz aller Mittel ein gebieterische» Halt zuzurufen, bat in der ganzen Welt freudig« Anerkennung gesunden, Anerkennung aber auch in jenen Kreisen de» Sudetendeutschtum», die sich darüber klar sind, was der Krieg für ihr Land und ihr Volk bedeuten würde. Wohl ist die Rechnung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen in diesem Staate noch lange nicht ausgeglichen, aber die Abmachungen vom 13. Fober legen den ersten Weg dazu frei. Alle vernünftigen Deutschen unh Tschechen wissen ganz genau, wie viel noch zu tun übrig bleibt.'uni in allen Völkern dieses Staates die Ueberzeugung reifen zu lassen: Hier können wir als Gleiche unter Gleichen bleiben, leben und für eine gemeinsame schönere Zukunft wirken. Aber— dar möchte ich mit besonderem Nachdruck hervorheben: I« Friede«nd Freiheit, nach" den Grundsätzen der Vernunst«nd Menschlichkeit wollen wir diese» Ziel erarbeiten. Wer unsere Brüder»nd Schwester« in ikerker und Konzentrationslager wirst, der kann«n» keine Freiheit bringen. Wer unsere Kinder töten will, der kann nicht unser Freund heißen, und«er unseren Staat in eine Wüste verwandeln will, der kann nicht unser Erlöser sein! Am 1. März ließ Generalfeldmarschall Göring die Welt durch eine Rede aushorchen, die seine Krleg»fanfare war, ein Fackelzug durch die Unsere deutsche Heimat darf kein zweites Flandern werden! Das furchtbare Dilemma: Entweder Frieden oder Weltkrieg daraus hingewiesen, daß endlich einmal eindeutig testgestellt werden muß, wo»* legal und wa» illegal ist»nd diese Bemerkung bezog sich auf die Tätigkeit der Nationalsozialisten, die daS Abkomme» vom Obersalzberg nach ihrein Gutdünken auslege». Es ist sehr bemerkenswert, daß Schuschnigg in diesem Zusammenhang Ivieder an die Stunde erinnerte, da er an der Bahre des von de» Nationalsozialisten ermordeten Dollfuß stand. „In einem solchen Augenblick faßt man Vorsätze, mit denen man steht und fällt", sagte er. Diese Vorsätze sind keineswegs identisch mit dein Willen der N a t i o n a l s o z i a l i ft e n, das ließ auch der Ton erkennen, in dem Schuschnigg seine Rede vortrng. Es ist allerdings notivendig, Herrn Schuschnigg daran zu erinnern, daß es kaum notwendig gewesen tväre, an der Bahre deö ermordeten Bundeskanzlers gute Vorsätze zu fassen, wenn derselbe Bundeskanzler nickt jene innerpolitische Straft Oesterreichs zerstört hätte, mit deren Hilfe Schuschnigg, wie sich jetzt herauöstellt, allein imstande ist. die guten Vorsätze auözuführen und die VolkSirbstiinmung zu wagen. Wieviel hätte Oesterreich und der Welt an Unruhe erspart werden können, wenn eS keinen 12. Feber 1984 gegeben hätte! Mit Erinnerungen kann man gewiß keine Politik machen, aber Erinnerungen lassen sich auch nickt so ohne weiteres ausschalten, besonders wenn sie zu so eindringlichen Lehren führen wie jenen, die in der neuen Schuschnigg-Rede enthalten sind. Wird Schuschnigg bei der Volksabstimmung erfolgreich sein? Wenn man ihn reden hörte, muß man meinen, er sei seiner Sache ziemlich gctviß. Zweifellos ist er entschlossen, alle» zu tun,;>m seinen Erfolg zu sichern, und uns dünkt, daß er auch entschlossen sei, seinem Innenminister aus die Finger sehen zu lassen. Darauf wird eS ja in erster Linie ankommen, daß die Exekutive mrd die Verlvaltung nicht als die Werkzeuge der national- sozialistischen Skrupellosigkeit wirken. Endet der komntende Sonntag mit einem Siege des Gedanken» der österreichischen Unabhängigkeit, so sind dem Nationalsozialismus die moralischen Waffen an» der Hand geschlagen, mit denen er bis setzt ebenfalls operierte uird das demokratische Europa wird durch die Stimme des österreichischen Volkes noch weiiau» mehr al» durch die Stimme des einen Manne», de» Bundeskanzler», verpflichtet sein, dem Unabhängigkeitswillen Oesterreichs Geltung zu verschaffen. Der fetzige Zustand der Unsicherheit und Ungewißheit durste in Oesterreich nicht länger andauern, er kam sehr eindeutig den Nationalsozialisten zugute. Sie dürfen nicht länger die Möglichkeit haben, im Trüben zu fischen, und auch von diesem Gesichtspunkt au» ist der Schritt des Kanzler» zu begrüßen. Er wird, wenn die Zusagen an die österreichischen Arbeiter, deren Disziplin und Gesinnung der Kanzler unterstrich, zur Siche» 'rung der österreichischen Unabhängigkeit und zur Wiedererstehung der österreichischen Arbeiterbewegung führen. Dxr kommende Sonntag ist für ganz Europa ein SckickfalStag erster Ordnung. L7 ver ewige St verteidigen entschlossen ist,„d i e b e st e n Aussichten hat, dem Angriff zu entgehe n". WaS die Minderheiten in der Tscheckoslolvakei anlangt, stellt„Le Peuple" wohl test, daß man da dem Lande wohl nicht alle Borwürfe ersparen könne, aber:„Sicher ist, daß dis Deutschen in der Tschechoslowakei unendlich mehr Rechte und Freiheit genießen als die Deutschen ’ im Reich." Die lustige Volksgemeinschaft! Arbeiterstandesvertreter Emanuel Denke aus der DAG ausgeschlossen Die„Zeit" teilt mit, daß die DAG den Führer deS Arbeiterstandes der SdP, den auch uns bekannten Denke Emanuel, wegen schädigendenVerhaltenS gegenüber der Gewerkschaft aus derselben ausgeschlossen hat. DaS ist wohl daS Lustigste, WaS passieren kann! Der Mann, welcher sozusagen in der Gewerkschaft der Völkischen die f ü h- rende Rolle spielen sollte, wird von dieser alS Schädling erklärt und ausgeschlossen, er, der Mitarbeiter des„Führers" Konrad H e n l e i nl Wo anders als in der famosen Volksgemeinschaft kann so etwas passieren und ohne Abwehr hingenommen werden?! Aber noch andere interessante Vorgänge weiß die„Zeit" mitzuteilen. Da war am vergangenen SamStag in Oberlängen«» SdP-Gemelndevertreter huhert Morddrohunsen In Lange»lutsch im Bezirk Mähr.» Trübau hatte der Gemeindevorsteher Vertretern der SdP das Anbringen eines Propagandakastens bewilligt, wobei er allerdings gleichzeitig bemerkte, daß er die» nur für den Fall tue, daß die Gemeindevertretung keine Stellung dagegen einnehmen werde und daß ihm hieraus keinerlei Unannehmlichkeiten entstehen würden. Am 6. März fand nun eine Sitzung dieser Gemeindevertretung statt, in welcher die Frage auftauchte, weshalb der Pcopagandakasten ohne Bewilligung der Gemeindevertretung angebracht worden sei. Bei der Abstimmung über einen Antrag, ob der Weiterbelassung diese» Kastens die Zustimmung erteilt werden solle, stellte eS sich heraus, daß volle zwei Drittel der Gemcindevertreter diese Zustimmung verweigerten. DieS veranlaßte den SdP-Mann und Molkcrcibesitzcr Otto Lipsky in der gleichen Sitzung zu der Aeußerung, daß jeder mit dem Leben spiele, der sich unter« st ehe» wolle, den Ka st en zu entfernen. Ole Forderungen der deutschen Dlstrlksdiulräte Im Hinblick auf die angeordnete Umbildung eines Teils der bisherigen Bürgerschulen in Sprengelbürgerschulen haben die deutschen Di« striktschulräte eine Reihe von Forderungen vorgelegt. Sie verlangen u. a. von den Schulbehörden bezw. vom Schulministerium, daß ini Wege einer Regierungsverordnung die vollkommene Gleichstellung aller Bürgerschul-Erhaltcr sSchuldistrikt, Bezirk, Land) durchgeführt, ein ordentliches Voranschlags- und BcrufnngSverfahren festgesetzt und besonders für die UcbergangSzcit bis zur endgültigen Ausarbeitung der Distrikt- schulvoranschlägc angcordnct werde, daß die Bezirke und das Land ihre Pflichtbeiträge an Distriktschulrätc absühren. Seite 4 Donnerstag. 10. März 1088 Nr. 58 IflUIf DCt nuucitpoltttfmcn Debatte icvc». tsuvuiMUjunu H'ivic in dcc vaucuunu Regierungserklärung abaeftimmt.»wserer Bcziehmmen zu Frankreich und Rußland . iiiiiiriir fflj.hrh.» h.» o... stb-rein.— Pauln»(Sikibmy-Grupp-) erklärt, dir erwiderte der fremde.„Ach bin Reisender für eine die Firma JoneS fortan fiir alle ft< Londoner Firma und schreibe nebenbei Kriegs-j— Kohlenschaufeln liefern durfte, L o n b o«. i Chamberlain sagte in Beantwortung der Anfragen betreffend di« bei den Aussagen im gegenwärtigen Moskauer Prozeß gegen Großbritannien erhobenen Anklagen, er sei sich der unseligen Folgen bewußt, welche diese Aussagen wahrscheinlich in der Sowjetunion auf die englisch.sowjrtrussischen Beziehungen haben werden, zweisle aber daran, daß in Großbritannien den Aussagen Glauben werde beigelegt werden. Chamberlain sagte, er brauche dem HauS wohl kaum versichern, daß sich di« britische Regierung keinerlei Verletzung ihres Abkommens mit der Sowjetregirrung habe zu schulden kommen lassen und daß niemand von denen, deren Namen in diesem Prozesse genannt Die letzten Debatteredner waren Nejez» chleb-Marcha(Agr), der Kommunist Svoboda und Dr. H r u b a n(Tsch-DolkS- Partei), der mit der größten Entschiedenheit eine nationale, bzw. territorial« Autonomie ablehnte, ebenso jede» Neuheldentum und jeden Rassenwahn. Dabei bekam auch Herr Hilgenrelner wegen seiner gestrigen Rede allerhand ab.» London. Das llnterhauS führt« eine große, stellewveise erregte Debatte über Palästina ab. Kolonialminister OrmSby Gore teilte mit, daß die zweite UntersuchungSkommifsion nächsten Monat abreisen werde.— Der konservative Abgeordnete Rothschild berichtete, daß der in Beirut lebende Mufti lausend Zuwendungen aus dem AuSlande er» halt«, die monatlich die Höhe von rund S000 Pfund erreichen. Seine Emissäre stünden mit den Revolutionären in Palästina ständig in Verbindung. Alle Aufwendungen für Palästina seien sinnlos geworden, solange derTerroriSmu» nicht niedergeschlagen sei. Man dürfe nicht übersehen, daß die kürzlichen Ereignisse in Acgupten und Abessinien di« strategische Bedeutung Palästinas besonders unterstreichen.— LanSbury verlangte eine Beschleunigung der Entscheidung im Hinblick auf die Tausende von Juden, die auf die Einwanderungsbewilligung warten,— Den Höhepunkt der Debatte' bildete eine Rede des Labour-Abgeordneten Wedgewood Benn, welcher fagr«, von den 18 Millionen Juden auf der Welt seien mir die in Amerika und England, etwa fünf Millionen, sicher. Die Frage, ob sich ein Platz aus der Erde findet, wo man den Juden erlaubt, i sich auszuhaltcn, fei daS jüdische Problem. Bem» wandt« sich gegen die arabischen Forderungen und trat für die Aufrechterhaltung deS Mandats ein.— Der Kolonialminister erklärte, daß die Regierung an dem palästinensischen Tei- lungSplan festhalteund ihndurchfuh- r« n wolle.— Die„Times" bemerken zu dieser llnterhausdebatt«, in der sich di« Kritik an der Pa- Der Präsident der Republik empfing am 9. März den Divisionsgeneral Mil. Zäk und sodann eine Deputation deö Skandinavischen und Nicdcrlätidischen Instituts. Beratungen der tschechischen Sozialdemokraten. Der Vorstand deö ZentralexekutivkoniitecS der Tschechoslowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei hielt am 9. März unter dem Vorsitz deS Abg. A. Hampl seine ordentliche Sitzung ab, Minister Jng. N e L a S berichtete über wirtschaftliche und sozialpolitische Angelegenheiten. Abg. A. H a m p l berichtete über den Stand der in Vorbereitung befindlichen Nelonstrultion der Negierung, d. h. über die Erweiterung der Koalition und den Austausch der Ressorts und befaßt« sich mit dem Verlaufe der politischen Debatte im Abgeordnetenhaus« und Senate. V. D u n d r stellte die Meldung deö„Venlov" vom 9. März über beabsichtigte Verhandlungen mit den Kommunisten richtig und sagte, daß sich die kommunistische Partei mit keinem Auftrage einer gemeinsamen Aktion an die Tschechoslowakische sozialdemokratische Partei gewendet habe und daß darum diese Nachricht nicht der Wahrheit entspreche. Senator B. Dundr berichtete sodann über die Agenda des ZentralsekretariateS der Partei, insbesondere über die Vorbereitun« lästina-Polltik der Regierung keineswegs auf die Opposition beschränkte, daß diese Debatte die Regierung dazu beivegen werde, die Vorarbeiten für die Teilung unverzüglich durchzuführen. Der britische Ministerrat am Mittwoch brachte keine endgültigen Entschließungen darüber, ob England offizielle Verhandlungen mit Deutschland gleichzeitig mit den britisch-italienischen Verhandlungen mifnehmen soll. Man scheint der Auffassung zu sein, daß zuerst das Ergebnis der Aussprache Ribbentrops mit Chamberlain und Halifax abgewartet werden soll, ehe«in« Entscheidung erfolgt.— Ribbentrop ist in England«ingetroffen.— Vermerkt zu werden verdient. daß ganz unerwartet auch derholländi» sche Prinzgemahl Bernhard nach London gereist ist. Manch« Kreise bringen sie mit Ribbentrops Besuch in Zusammenhang. Die Interpellation des Labour-Abgeordneten Henderson über die Tschechoslowakei, in der Chamberlain gefragt wurde, ob er sich deS Wunsches der tschechoslowakischen Regierung, daß die britische Regierung die fortschreitende Befriedung und den Frieden in Mitteleuropa al» Frage deS allgemeinen und daher auch deS britischen Interesses betrachte, bewußt sei. Chamberlain lehnte eine Erklärung ab, er sagt«: Ich kenn« di« kürzliche Red« deS tschechossowakischen Ministerpräsidenten und ich glaube nicht, daß diese von meiner Seite eine Erklärung verlangt oder miSIösen soll.— Die Erwähnung der Tschechoslowakei im llnterbmise war von allgemeinem Beifall begleitet. Die Antwort Chamberlains kann als befriedigend anfgefaßt werden. Feststellung war sowohl wer GdP wie Herrn Hll- aenreiner sichtlich unangeMhm.. Nach altem Rezept suchten sie ihre Verlegenheit durch um so heftigere Zwischenrufe zu verdecken, so daß bald ein ständige» Geplänkel im Gange war, in dem die Störenfriede einige Mal« ganz kräftig durch Dr. Heller und seine Klubkollegen jugedcckt wurden. Großen Beifall erntete der Redner, al» er versicherte, daß die deutschen Sozialdemokraten diese» Land gegen jeden Angriff bis zum letzten verteidigen werden. Al» Dr. Heller— über dessen Rede wir noch ausführlicher berichten werden— nach einer eindeutigen Absage an jedes Schutzangebot au» dem Dritten Reich mit der Zitierung de» Masarykjchen Geistes der Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit schloß, gab e» in dem gut besetzten Hause auf den Bänken der gesamten Koalition st a r k e n Beifall. Mr. Jones. der Meldereiter Eine Anekdote von Foe Bei Waterloo stand am 18. Juni 1818 die Schlacht auf des Schwertes Schneide; Wellingtons englische Elitetruppen hatten einen schtoeren Stand gegen Napoleons licbermacht. Vier Stunden lang tobte der Kainpf an der Chaussee von ÄenappeS. Welliilgton. der gerade alle seine Kommandanten mit Befehlen zu den kämpfenden Regimentern entsandt hatte, sah sich plötzlich allein auf seinen Beobachtungsstandpunkt. So ritt der Feldherr auf seinem Schlachtroß „Kopenhagen" den Truppen zu, als er unversehens bemerkte, daß eines der Regimenter durch seine letzten Befehle in eine sehr gesährliche Lage kommen mußte. Wellington sah sich vergeben» nach einem Offizier um, den er zu dem Regiment schicken konnte. Voll Verwunderung erblickte er aber zwanzig Schritte neben sich einen Reiter in Zivil, der in größter Ruhe der Schlacht zusah. Wellington winkte den Mann heran. „Wer sind Sie und wa» tun Sie hier?" fragte der Herzog. „Ich heiße Arthur Jone», Herr Herzog!" Lügenpropaganda der SdP im Ausland müsse auf« hören. Den Herren, die in» Ausland fahren, um dort solch« Lügen über uns zu verbreiten, lieg« wahrscheinlich daran, daß sie di« Nationalbank nicht um Devisen ersuchen müssen, sondern daß sie überhaupt die nottvendigcn Gelder von anderswo erhalten. Um dieser Propaganda wirksam entgegrntreten zu können, müßte vorher der ganze staatlich« Propaganda-Apparat reorganisiert werden. Dr. Heller: Wir brauchen keinen Schutt von auswärts Nach einer Mittagspause erklärte Dr. Heller in seiner Rede, daß heute die beiden Reden H i t- l e d S und Görings und die e i n d e u t i g e Stellungnahme aller Parteien hiezu zur Debatte stehen. Von dieser Stellungnahme hat man jedoch bei dem Sprecher der SdP und auch bei Hilgenreiner kein Wort gefunden. Sie wei'chcn ausl Diese für die brttische Intelligence Service oder zu irgendwelcher umstürzlerischer Tätigkeit gegen die Sowjetregierung gebraucht wurde. Chamberlain entlarvt Wyschinski (Reuter.) Ministerpräsident k mürben, von der britischen Regierung zur Arbeit i OlMttihtnrittna hrr Mhtfrn.-... Die jugoslawische Außenpolitik Ein Kxposä des Rexterimgschets StojadinoviS Ministerpräsident und Außenminister Doktor Stojadinoviö hielt am Mittwoch in der Skup« schtina ein Exposö über die Außenpolitik Jugo- slarvienS, das keinerlei Ueberrafchungen brachte. Stojadinoviö sagte das, was zu ertvarten war» er bekannte sich zu den alten Freundschaf- tenJugoslawtenS und feierte d t e neuen. So können diejenigen zufrieden sein,' di« sich zu den alten Freunden Jugoslawien» zäh. len, aber nicht minder auch die neuen Freund«. — Stojadinoviö erklärte, die jugoslawische Außenpolitik leite sich von drei Grundlinien ab: 1, Jede internationale Aktion allgemeinen Charakter» anzunehmen und zu ermöglichen, welche auf die Erhaltung des Friedens und die Regelung der Verhältnisse in Europa abzielt...". Die traditio- nellen Bündnisse und Freundschaften zu erhalten und zu entwickeln.— Alle Mißverständnisse an den jugoslawischen Grenzen zu beseitigen und dem Staat« dort, wo hiefür reale Möglichkeiten bestehen, neu« Freundschaften zu gewinnen.— Die Beziehungen mit Frankreich sind unveränderlich. Der jugoslawisch-französische Freundschaftsvertrag wurde auf weitere fünf Jahre verlängert. Die Freundschaft und Zusammenarbeit mit Frankreich entsprechen den Grund-- linien der jugoslawischen Außenpolitik,— Die Beziehungen zu England waren gleichfalls sehr gut und herzlich.— Di« Kleine Entente, die bereits eine gefestigte Tradition besitzt, bildete mich Heuer einen positiven FaktorderPolitik unserer sriedlie- benden Bestrebungen. Ihre aufrichtigen Bestrebungen zur Verwirklichung einer konstruktiven Politik und deö vollen Verständnisses auch für fremde Interessen traten bei den Verhandlungen der Repräsentanten der Kleinen Entente mit Ungarn zutage. Mit unseren Verbündeten, dem Königreich Rumänien und der Tschechoslowakischen Replcklik, standen wir in ununterbrochener Fühlungnahme und in einem freundschaftlichen Meinungsaustausch. Stojadinoviä gedachte sodann des Besuches des Präsidenten Dr. BeneS in Belgrad und seines eigenen Besuche» in Prag als sichtbarer Beweise diese» herzlichen Verhältnisse». — Aber nicht weniger befriedigt äußert« sich Stojadinoviä über die guten und freundschaftlichen Beziehungen mit dem«großen, aufblühenden Deutschland" und über den Freundschaftspakt mit Italien, welche» Abkommen ec al»«in politische» Werk mit solider Basis rühmte. Auch de».ewigen" Frcundschaftspakteö mit Bulgarien gedachte er mit lobenden Worten, und schließlich rühmte er al» Erfolg seiner Außenpolitik, daß dem jitgoslawischen Export heute alle Weltmärkte offen stehen, daß r» nicht mehr von Feinden umringt fei und daß e» die alten Freundschaften gewahrt und neue gewonnen Hache. Jene Stellen der Rede, die von den freundschaftlichen Beziehungen mit Frankreich, England und vor allein der Kleinen Entente sprachen, wurden mit starkem Beifall aufgenomme». In der Debatte lvurde an der Politik Sto- jadinoviä' scharfe Kritik geübt. Der frühere Außenminister Dr. K u m a n u d i sagte, er hab« den Eindruck, al» ob die Bündnisse mit Frankreich und der Kleinen Entente, welche die Grundpfeiler der jugoslawischen Außenpolitik sind, n u r n o ch Archivdokumente wären. Er stellte die Frage, ob auf die Dauer die alten und neuen Freundschaften nebeneinander erhalten werden können und ob der„deutsche Friede" auch gleichzeitig ein jugoftawischer Friede sei, denn der Anschluß und seine Folgen seien auch für Jugoslawien eine große Gefahr. Nur eine klare und konsequente Politik, wie die Tschechoslowakei führe, könne Sicherheit bringen.— Der Abg. Dimltrie- viL stellte fest, daß Italien leine» seiner Versprechen bezüglich der Rechte der Jugosiaioen gehalten habe. berichte für den„Morning Chroniele". Ich hörte, daß hier in der Nähe eine Schlacht erfolgen würde, und will sie mir ansehen." „Wollen Sie Ihrem Vaterlande einen Dienst erweisen?" „Sclbswerständlich gern, Herr Herzog!" „So reiten Sie, so schnell Sie können, zu jenem Regiment, das dort am Rande des Skiefer- Iväldchen» kämpft! Hier nehmen Sie meinen Ring! Zeigen Sie ihn dem kommandierenden Offizier und befehlen Sie ihm in meinem Namen, sich sogleich den Schottländern anzuschließen und Ge« nappeS zu stürmen!" Mr. Jone» nickte, nahm den Ring und rllt in gestrecktem Galopp in da» Getümmel der Schlacht hinein. Daß er seinen Auftrag erfüllt hatte, bewiesen die bald darauf sichtbaren Truppenbewegungen dem Herzog. Nach der Schlacht erkundigte sich Wellington indessen vergeblich nach JoneS; man glaubte, er sei gefallen. Erft nach Jahren suchte er Plötzlich den Herzog auf und berichtete, er sei an jenem Tage unter die Franzosen geraten, di« ihm sein Pferd erschossen und ihn gefangen fortgeführr hatten. Für Zeitungen schreibe er jedoch nicht mehr, vielmehr habe er ein eigene» Geschäft gegründet. Wellington aber vergalt dem mutigen Reporter nun seinen Dienst, indem er bewirkte, daß die Firma JoneS fortan für alle staatlichen Büros Stalins einstiger Henker sagt aus Jagoda, der frühere Polizeichef und Henker Stalin», hat bei seiner Vernehmung im Moskauer Prozeß alle Angeklagten mrf das schwerste belastet. Bis auf Bucharin, der lediglich ideologische Verfehlungen zugab und gegen die Spionage« und Mordbeschuldigung entschieden käuwftc, haben alle Angeklagten die getvünschten Geständnisse wiederholt. Die Aerzte haben zugegeben, Gorki und andere ermordet zu haben, ärztliche Sachverständige haben daS von Wyschinski gewünschte Gutachten abgegeben und in diesem sogar festgestellt, wer die Glstattentate vorbereitet hat. Mittwoch nachmittag» wurde eine neue Verhandlung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit durchgeführt. Beifallssturm Im Senat bei der Annahme der Regierungserklärung Prag. Mittwoch nachmittags wurde im I Nedvkd(Komm.) stimmt mit Dr. Hodsja kn der Senat nach Abschluss der aussenpolitischen Debatte| Movebr ftder Eiinnischung^sowie in der D^>«rtuna über die letzte 8' ES ergab sich die übliche Mehrheit au» den Koa- litionSpartrien, vermehrt um die Senatoren der nationalen Bereinigung. Ak» der Vorsitzende Dr. Soukup die Annahme der Regierungserklä rung verkündete, veranstaltete da» HauS dem anwesenden Ministerpräsidenten Dr. HodZa st ü r m i s ch e Ovationen. Die Senato ren erhoben sich von ihren Sitzen, während Dr. Soukup dem Ministerpräsidenten in einigen herzlichen Worten Dank sagte und erklärte: Wir alle stehen hinter unserem Milan Hodja(Hoch- rufe) und seiner ganzen Regierung bis in alle Konsequenzen! Ein Gruss Dr. Soukups an den Präsidenten der Republik rief neue Beifallsstürme hervor. Zum Schluss brachte Dr. Soukup ei»( „Slüva!" auf die Republik aus, da» vom Hause dreimal wiederholt wurde. Als Dr. Hodja dem Vorsitzenden die Hand drückte, gab r» wieder gro ssen Beifall. i Klofäö(Stat.-Soz.) nennt die Rede Dr. Hodla» ein historische» Ereignis. Wir können in der Min derheitenfrage auch bei einem strengen.Maßstab be stehen. ES ist aber eigenartig, daß man ständig nur auf uns weist und nicht auszeigt, wie man mit den Minderheiten in Ungarn und vor allem in Ita lien umgeht. Getvisse Herren suchen eben nur «inen Vorwand, um in dem alten politischen Drang nach dem Osten fortzufadren. Die Einheit der böh mischen Länder ist eine historische Tatsache, mit der selbst DiSmarck rechnete. Deshalb antworten wir auf jeden Versuch, diese Areuzen zu ändern: Nein und niemals! Air sind und bleiben in fester Freund schaft mit jenem Teil der Welt, der den Frieden will, und da» sind 99 Prozent der Welt! Pfrogner(SdP) vermißt in der HodZa-Rede klare Vorschläge, wie die Beziehungen zu Deutschland und zu den Sudelendeutschen gebessert werden sollen. Außenpolitisch ist er gegen den Völkerbund, gegen die kollektive Sicherheit und vor allem gegen den Pakt mit Rußland, der das.größte Hindernis" für ein besseres Verhältnis zu Deutschland sei. Die end gültige Ordnung im Donauraum sei ohne füh rend« Stellung Deutschlands nicht möglich. Deutschlands„Interesse" für di« deutschen Minder heiten sei beileibe kein(!) Eingriff in die inneren Verhältnisse unsere» Staate». Zum Schluß wird Pfrogner sogar Kompromißler und behauptet, die SdP ziehe den Ausgleich und die Beruhigung einem Kampfe vor, auch sie suche den Frieden... Kostka gegen die Totalitären ■ Kostka lehnt»amen» der Deutschen Arbeit», und Wirtschaftsgemeinschaft alle Bestrebungen nach Aenderung der Grenzen unsere» deutschen Gebiete» ab, denn sie könnte nur durch einen K r teg herbeigeführt werden, der untere Heimat zum Schauplatz «ine» fürchterlichen Kampfe» machen würde. Er stumm mit Dr. Hod,la dann überein, daß die Deut schen in der Tschechoslowakei au» eigener Kraft imstande sind, sich da» Recht der allgemein mensch lichen. politischen und wirrschastlichen Freiheit zu sichern. Sie werden dazu auch in Zukunft imstande seia, wenn sie nicht nationaler Chauvinismus im eigenen Lager daran hindern wird. Wa» den Deut schen durch die Verfassung zugesichert ist und bi» jetzt nicht vcnvirllicht wurde, muß von ihnen in diesem Staate gemeinsam erkämpst werden, aber nicht durch eine sich totalitär und anioritär nach fremden Mustern sich gebärdende Einheitspartei, sondern auf demokratischer Grundlage. Au die Adresse de» falsch informierten Auslan des erklärt.ttoftka deutlich: Wir sind beute davon fest überzeugt, dass es um die Deutsche» in dieser Republik in nationaler Beziehung bedeutend besser sicht al» um di« Deutschen in Südtirol, in Polen»der Ungarn. Wir glauben al» deutsche Ak tivisten, welche dir drmokratlkche Republik bejahen, mit Dr. Hodja, dass wir un» da», wa» un» noch sehlt, aus eigener Kraft erkämpfen werden. Die Nlchtaktivisten mögen in dieser kritischen Zeit bewei sen, dass sie unsere Arbeit, vir dem Frieden dient, wahrhaft nnterstüyrn. Für die Befriedung der Völ ker Im Innern de» Staate» und von Staat zu Staat kämpfen wir mit ihnen. Wollen sie aber den Krieg, so sind wir ihre unerbittlichen und unversöhnlichen Feindei(Beifall.) Sörzen der britischen Politik Die Teilung Palästinas/ Das Verhältnis zu Italien und Deutschland l.abour Interpellation Uber die Tschechoslowakei Gegen die Nazi-Propaganda Wien. Unter dem Titel«Gegen Meuterer" versendet der Wiener Landesführer der Vater ländischen Front, Bürgermeister Schmitz, einen Aufruf, In dem«» u. a. heißt:«» werden noch immer gelegentlich Versuche uniernommen, so gar unter Berufung auf das volkspolitische Re ferat der Väterländischen Front in den Aemtern und Betrieben nationalsozialistische Beitritts listen herumzureichen oder Spenden und Beiträge etnzusammeln. Sämtliche Amtswalter ünd Mit glieder der Vaterländischen Front werden daher aufgefordert, solchen unzulässigen Umtrieben, die den Abmachungen schnöde widersprechen und eine— Sabotage des deutschen Friedens sind, sofort mit l gen zu den Jubiläumsfeiernder Parwi^ diH aller Energie entgegenzutreten, wesentlichen abgeschlossen find. Seite 7k Ar. 58 DonnrrSta^ 10. März 1088 vss deutsche Ued Zu Eichendorffs 150. Geburtstag am 10. März Es ist nicht jenes deutsche Lied gemeint, das I» unserer Gegenwart so disharmonisch wider« llmgt. Nicht jenes vom Hatz und der Eroberungslust getragene, daS im Deutschland von heute die stillen und innigen Töne laut schreiend übertönt. Erst wenn die Marschtritte eroberungslustiger Bataillone einmal verklungen und die lärmenden Phrasen verweht sein werden inS Nichts, wird dieses deutsche Lied, an das wir heute erinnern trollen, seine Auferstehung feiern. Sein Sänger hieß Joseph Freiherr ton Eichendorfs. Als er geboren wurde, schrieb man das Jahr 1788. Stand seine Wiege auch in einem schlesischen Schloß, so wurde aus dem Heranwachsenden jungen Mann doch viel ther ein wanderlustiger Taugenichts und fahren« dir Minnesänger als ein im(Leiste seiner Kaste kschränkter Adelsherr. Bald verliest er sein Lchioß. um in Halle mib Heidelberg, der klassischen Liane der deutschen Romantik, zu studieren, hier lernte er Achim von Arnim und Clemens Brentano leimen, junge, romantilvegcisterte Leu« ic, die durch Feld und Auen, Dörfer und Städte lchen. um im Bolle selbst die alten Lieder zu sammeln, die sie später in„TcS Knaben Wun- tnhorn" Herausgaben. Beschränkte sich das Ber- tiensl dieser beiden darauf, dast sie dem Dauern trim Pflügen und der Wäscherin beim Waschen zuhöricn und aufschrieben, was da gesungen Imrde, so war das Herz des jungen Eichendorfs «in unerschöpflicher Quell, aus dem ihm täglich reue Verse, neue Loblieder zum Preise der all- imsaüenden Natur aufstiegen. ES war, als ob sich in seiner Person alle guten und einfältigen, ursprünglichen und naturbegeistcrten Stiuunen der Volkes vereint hätten. Himmel und Erde, Baum und Bach. Blatt und Blüte, Mondschein und Ncgcnbogcnglanz,— alles wurde ihm zum Nörchen, zum Lied, zur Verzauberung. »Schläft ein Lied in allen Dingen, Di« da träumen fort uird fort, lind die Welt hebt an zu singen. Triffst du nur das Zauberwort", teistt einer seiner schönsten Verse. Eö war sein Besen, das„Zauberwort* zu treffen. Mit diesem sjeuberwort auf den Lippen zog er durch die kande, durchschritt er die Täler, erkletterte er die töchsten Wipfel, jauchzte er der ersten Lerche zu, las er im Weben des Waldes das„stille, ernste Von, vom rechten Tun und Lieben, und was des Mmichen Hort...", hörte er jenes unvergäng« stche Mühlenrad rauschen, das Ihn zu einem seine: schwermütigsten Lieder veranlaßte, gefühlsselig lind doch nicht von jener falschen Sentimentalität, die in manch einein späteren„Volkslied" fröhliche Urständ' feiert, singt er hier seiner ver- ioreuen Liebe nach.„In einem kühlen ("runde..." gehört zum unveräußerlichen Bestand des deutschen Liederschatzes. Es gehören kam:„Wem Gott will rechte Gunst erweisen..", das noch vor toenigcn Lahre» in den deutschen Cchulcn gesungen wurde,„O Täler Iveit, o tzöhen...",„Wer hat dich, du schöner Wald, ensgebaut so hoch da droben...*,„ES zogen jttrei riist'ge Gesellen.. und viele andere, von Humana unb BrahinS vertonte Verse. Bon seinem Leben ist wenig zu sagen. Fast sstrint es so, als habe eS sich restlos verströmt in die Pracht deS Waldes, die Innigkeit eines rauschenden Bächleins, die Lieblichkeit einer Mond« eicht und in den Strahlenglanz der Sterne. In der Natur, die zu durchstreifen er nicht müde Kurde, fand Eichendorff seinen Gott. Hier war ihm das Geheimnis des Daseins am nächsten, b^er überwand er auch immer wieder die lebenS- flüchiige Sehnsucht nach Tod und Vergehen, hier schöpfte er immer neuen Mut: „WaS heut müde gehet unter. Hebt sich morgen neugeboren. Manches bleibt in Nacht verloren. Hine dich, bleib wach und munter!" Lb er selbst diele schöne Mahnung bester, tigte und immer wach und munter blieb? Wir tristen von ihm, daß er nach den Jahren des Schweifens und Singens in den preußischen kiaalSdienst trat und im Jahre 1857 in Neiße als pensionierter Beamter starb. Sein eigentliches Leben aber ist sein Merk. ES gibt Pro, lm'chriften von ihm, so die phantasiereiche Ge- jchichte„Aus dem Leben eines Taugenichts" urreinen Roman„Ahnung und Gegenwart". Diese aber sind fast vergessen. Ewig aber dauern wer- den seine Lieder, mögen sie heute in seinem Vaterlande auch überschrien werden von den Gesängen deS Hasses und der Kriegslust. Immer noch lehnt der junge Wandersmann einsam am Feilster, hört von ferne das Posthorn klingen und Lieder Eichendorffs Frische Fahrt Laue Lust kommt bleu geflossen, Früdling, Frühling soll eS sein! Waldwärts Hirnerklang gefchoffen, Vtutger Augen lichter Schein, lind daS Wirren bunt und bunter Wie ein magisch wilder Fluß, In dl» schöne Gelt hinunter Lockt dich dieses Strome- Gruss. Und ich mag mich nicht bewahre« k Weit von euch treibt mich der Wind, Auf dem Strome will ich fahre«. Von dem Glanze selig blind k Tankend Stimmen lockend schlage«, Hoch Aurora flammend weht, Fabre zu! ich mag nicht fragen, Wo die Fahrt zu Ende geht! Mondnacht ES war, al- Hütt' der Himmel Di« Erde still geküßt, Tast sie im Vlütenschimmer Bon ihm nun träumen müßt'. Tie Lust ging dnrch dir Felder, Tie Lehren wogte« sacht, ES rauschten lei- die Wälder, So sternklar war di« Nacht. Und meine Seel« svanntr Weit ihre Flügel au-, Flog durch di« stillen Lande, Al- flöge st« nach Hau-. fflugreus Uder Prag abgestürzt Prag. Am N. März um 1» Uhr 40 Mi», havarierte rin Jagdslugzeug, welche- von dem Unterleutnant des Präsrnzflngdienftes Adolf Stach gesteuert wurde. Der Pilot sprang mit dem Fallschirm ab und konnte sich retten. Tas Flugzeug siel in Prag08 um 18 llhr im ZlehimgSsaale der Direktion der StaatSlotterien, Prag l. Kozl 4, beginnen und wird am IN. M'irz III.'IS„in 8 Mr fortgesetzt werden, Verlost werden im ganzen 8000 Oieiviniie iin Ge- samibclrage von 2,808.000 KC, welche den Spielern ohne Abzug auogcznhlt werden. Von höheren Gc» wiiisteii werden an-iielost: l Gewinn zu l80.000 KC, 1 zu 80.000 KC, 4 pro 20.000 KC, 8 pro 10.000 KC, 20 pr» 8000 KC, 00 pro 2000 KC uslv. Die amtliche Perlosiing-liite wird am 21. März>088 erscheinen. E- wird kühler! Im Zusanunenhang mit dem Drnikstörnngen. die in der llingebung von Skandinavien anftralen, hat der Wcstivind in unseren Gegenden Mittwoch wesentlich anfgesrischt und erreicht ans den Käimnen der nordböhnnschen Berge heilige Siurmslürke; dabei strömt dem Vinnenlande. warme Luft zu, so daß in der Republik unter Ausnahme des äußersten Osten Mittwoch nachmittags 18 bis plus 18 Grad verzeichnet wurden. Tic Westslröiining wird sich auch in den nächsten Tagen behiiiipten, dog, dürste die Temperatnr etwas zurnckgehcn. Wahrfcheinliches Wetter Donnerstag: Veränderlich, im ganzen etwas stärkere Bewölkung, nur vereinzelt leichte Niederschläge, ein wenig kühler, jedoch übernornialc Tem- prratnren. Frischer Wind au- tvestlicher Richtung, peraturen. Frischer Wind ans westlichen Richtungen.— Wetter ast-sichten für Freitag: Bei westlichen Winden noch eiwnS unbeständig und mäßig warnt. Vom Rundfunk ftnpfahlanawerl«* aut den Proarammtni Freitag: Prag, Tender Ir Ab 0.16: Morgensendung 10.18: Deutsche Sendung: Viertelstunde für di« Frau: Vorbereitungen für de» Frühling. 11.60; Französische Unterhaltungsmusik auf Echallvlatten. 14.00: DentscheSendiing: Lieder von Rudolph Prochäzka»nd Heinrich Rietsch l Gedenkstunde). 10.40: Streichguintett von Beethoven C- Dnr, Opn- 20. 18.10: Deutsche Se ndun g: Vortrag über den Ecvort. 18.28: Sonate für Violine und Klavier von"r. Francocoenr. 18.88: Deutsch« Akbeitersendung: Aktuelle zehn Minuten. 18.45: Deutsche Nachrichten. 22.20: Klavierkonzert, Werke von Mozart, gespielt von L. Kalcssa.— Brünn: 18.18: Konzert de- Brünner Rundfunkorchester-. 17.40: Deutsche Sendung: In- gendstunde: Lenzboten.— Vortrag: Unhörbar« Töne und ihre Bedeutung in Natur und Technik. 10.58: Uebertragung Konzerte- des Brünner MusikvereinS: S hubert-Shmphonie.— Prehburgr 14.00: Deutsche Nachrichten. 10.85: Konzert des Rundfunkorchesters: Offenbach.— Kascha«: 12.35: Militärkonzert.— Möhr..Ostrau: 13.10: Deutsche Sendung: Bnrcik: Pflanze oder Tier?—. Konzert, Sonnte für Klavier von P. Hindemith. Debussy. DonnerStas, 10. März 1938 Nr. 58 itt 9 Vo^wirWuift und SwMifyMk, Man- 02 Die 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 Dieser Erfolg der tschechoslowakischen Wirtschaftspolitik, der da errungen und allseitig anerkannt wird, darf aber die Regierung und die t « ■ ■ 1029 1938 1938 1937 1938 diesjährige Der Bergbau Im Tepllfcer Revierbergamtsbezirk Im Tepliher RevierbergamtSbezirk, der die Gerichtsbezirke Leplih, Karbid und Aussig umfaßt, waren im vergangenen Jahre 28 mittlere und größere Gruben, sowie 14 Äleingruben im Betrieb. Auf allen diesen Kohlengruben waren Ende 1987 insgesamt 2668 Arbeiter(davon 1785 untertagS) beschäftigt gegen 2900 Ende 1936. Am Jahresende 1987 waren demnach in den erwähnten Gruben um 282 Arbeiter weniger beschäftigt als Ende 1986. Seit dem Jahre 1029 hat sich die Zahl der im Tepliher Revierberg« amlSbezirk beschäftigten Bergarbeiter um fast 1500 vermindert. In ganz Nordwestböhmen waren Ende 1937 nur mehr 20,588 Arbeiter gegen 20.934 Ende 1936 beim Bergbau be« schästigt. Trotzdem sich also die Zahl der Bergarbeiter von 1936 auf 1987 um mehr als 84 Prozent vermindert hat, ist die Kohlenvroduktion allein im Tepliher Gebiet um 07.423 Meterzentner oder um 5.7 Prozent auf insgesamt 18,000.000 Meterzentner gestiegen. Diese ProduktionSsteige« rung wurde bei einer fast unveränderten Zahl von Arbeitstagen und bei kleineren Belegschaften erzielt. Ein Bergarbeiter erzeugte im Durchschnitt des 4. Quartals im Jahre 1987 um 100 Meterzentner Kohle mehr als im Jahre 1936. DaS beweist, daß sich die Bergarbeiter im vergangenen Jahre noch mehr bei ihrer Arbeit anstrcn« gen mußten als im Jahr« 1936. Für ihre Mehrleistung erhielten sie aber nicht die entsprechend« Mchrbczahlung. 34 5 12 0 « Der industrielle Kohlenverbraudi Im Jänner Der industrielle Kohlenverbrauch weist für den Monat Jänner eine Verminderung auf, die auf saisoninäßige Ursachen zurückzuführen ist. Der Gcsamwerbrauch an Kohle betrug in diesem Monat rund eine Million Tonnen. Er war damit um etwa 120.000 Tonnen geringer als im Dezember 1987, aber um rund 60.000 Tonnen höher als im Jänner 1086. In den meisten In« dustriezweigcn war der Kohlenverbrauch im Jänner 1938 größer als im gleichen VorjahrSmomrt. Einige Industrien, wie z. B. die Textilindustrie und die Zuckerindustrie, verbrauchten Heuer weniger Kohle als ixn Vorjahr. In der. Eisen» und Hüttenindustrie wurde im Jänner d. I. mehr Kohle verbraucht als im Vorjahr. In dieser Industrie ist aber vom Dezember 1937 bis Jänner 1938 ein starker saisonmäßiger Rückgang im Kohlenverbrauch eingetreten. Diese.... und Entwicklung der Sudetendeutschen Partei ist soeben in bedeutend erweiterter Fassung in deutscher Sprache erschienen. 140 Seiten Preis KL 14.— Organisationen erhalten RabattI Zur beziehen durch die Zentralstelle für daS Dil- dungSwesen, Prag XII., Slezska 13. weiter verstärkt. In dieser Hinsicht überbietet die Frühjahrsmesse bei weitem sämtliche früheren Veranstaltungen. Die Firmenzunahme ist zuni Teil auch auf die Beteiligung der Exportkonzerne Omnipol, Kotva und Jepa zurückzuführen. Aber auch in den einzelnen Exportgruppen selbst sine neue Firmen hinzugekonunen. ^nslandsvxposltlonvn auf der Messe An der Messe wird sich daS Ausland in weit stärkerem Maße als bisher beteiligen. Neben Einzelfirmen sind zahlreiche europäische und Uebersee- staaten mit offiziellen Expositionen vertreten. Im Messepalast stellt Brasilie n, Lettland und Uruguay auS. Außerdem beteiligen sich im Nahmen von„Omnipol" daS Britische I m p e r i u m, A f g h a n i st a n, der I r a n und die Türkei. Ferner befindet sich im Messepalaste die Exposition der italienischen Häfen. Auf dem alten AuöstellungSgeländ: stellt Finnland aus. Ferner haben Expositionen die französischen Bahnen, die offiziellen Reisebüros Rumäniens und Jugoslawiens; außerdem wirbt Varna für seincii Fremdenverkehr. Fischer— Pafcak— Perth Ihr Kampf Die wahren Ziele der SdP aufschlußreichste Schrift über Entstehung Wirtschaftsministerien nicht dazu verführen, nun« mehr die Hände in den Schoß zu legen, sondern im Gegenteil, in der systematischen Förderung des Wiederaufbaues des sudetcndeutschcn Gebietes fortzufahren. Hierher gehören vor allem die Exporterleichterungen für unsere Textilindustrie, die umso notwendiger find als gerade diese Industrie in den letzten Monaten des vorigen Jahres und in den ersten Monaten des heurigen Jahres einen nicht unbedenklichen Rückschlag erlitten hat. Man darf aber auch nicht vergeffen, daß es Gegenden gibt, wo früher blühende Industrien bestanden haben, denen also durch die Förderung bestehender Industrien nicht genützt wird. Hier muß die Schaffung von Ersatzindu- trien den Menschen toieder Arbeitsmöglichkeiten bieten. Diesen neuen Industrien steuerliche und Krediterleichterungen zu schaffen, ist das Gebot der Stunde. Wenn die Regierung den Weg, den sie mit dem Abschluß des Handelsvertrages mit Amerika beschritten hat, weitergeht und in ähnlicher Weise die handelspolitischen Verhältnisse mit den anderen Staaten regeln wird, können wir die begründete Hoffnung hegen, daß 1938 ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit im sudetendeutschen Gebiete eintreten tvird. Union der Textilarbeiter auch In Römerstadt führend Zum Gaugebiete Römerstadt der Union der Textilarbeiter gehören die politischen Bezirke Römerstadt, Bärn, Sternberg, M.»Weißkirchen und Troppau. Auch hier ist die Union der Textilarbeiter die stärkste Gewerkschaft und all« Versuche der Gegner, ihre Positionen zu erschüttern^ sind erfolglos geblieben. Von den 62 besetzten daten der Betriebsausschüsse entfallen auf die Union dec Textilarbeiter.,. ' den chemischen Verband den christlichen Textilarbeiterverband. die DAA der Jndustricvcrband(Kommunisten). Präser Frühjahrsmesse mit Rekordziffern Mit 3056 Ausstellern auf 39.894 Quadratmetern alle bisherigen Messen Überboten Zusammen Die Union der Textilarbeiter und dec chemische Verband verfügen zusammen über fast zwei Drittel aller Mandate. Obwohl sich die DAG in letzter Zeit besonders bemühte, in einzelne Orte und Betriebe eindringen zu können, ist sie an dem Wider- stände der Arbeiter gescheitert. Im Caugebiete Römerstadt ist und bleibt die Union der Textilarbeiter auch weiterhin die größte und einflußreichste Gewerkschaft der Textilarbeiter. Wieder ein Schritt vorwärts! Der Handelsvertrag mit den Vereinigten Staaten während dieser Zelt sich allerlei klein« Diebstähle häuften, die nach Austritt des Angeklagten schort aufhörten. Der Beamte der»Technischen Bücherei", Jng. B ä v r a, bestätigte, daß Horäk dort ein wertvolles Buch entwendete. Dagegen erklärte der Konfektionär Kamil I i r a v a den Angeklagten für den besten Menschen, den er je gekannt habe, der „keiner Roheit fähig"• gewesen sei. Ein weiterer Zeuge, Wilhelm Ji» rava, berichtete überden Beginn der Bekanntschaft Aussteller 2904 2104 2883 2874 8056 Frühjahrsmesse Kd 588.— 685.— 526.50 17.22 530.50 576.50 662.-- 90.95 142.50 28.35 134.40 1588.— 64.80 481.50 633.— 731.— arbeitsam und gewissenhaft erklärte und u. a. auch «n* einen Auftritt zu sprechen kam. in dessen Verlauf Anna Horäk in der Advokatenkanzlei ihrem Gatten zuries:.Du hast gestohlen— ich werde es dem TuSla (Direktor des HerafilmS) sagen." Der Zeuge betonte, an Horäk nie einen häßlichen Charakterzug tvahrgenominen zu haben. Dr. Plecith, der während seiner sonst ähnlich lautend-n Einvernahme auch befragt wurde, ob ibm über die Tätigkeit HoräkS beim Film etwas bekannt sei, verneint« dies, worauf Horäk selbst erklärte, einen Avantgardefilm»Schrei der Enttäuschung" regissiert zu haben. Nach einigen weiteren nebensächlichen Zeugen wurden die weiteren Einvernahmen für geheim erklärt. DaS geheime Zeugenverhör, bei welchem neun Zeugen vernommen wurden, füllte nahezu den ganzen Mitttvochnachmitiag auS. Auf dem Korridor gab es zwischen drei Frauen, die dieser geheimen Einvernahme unterzogen worden waren, erregte Auseinandersetzungen, die darauf schließen lassen, daß die Aussagen sehr verschieden lauten. Insgesamt wurden 85 Zeugen einvernommcn. Man erhält für 100 Reichsmark...» Markmünzen... österreichische Schilling rumänische Lei.« polnische Zloty.. ungarische Pengü.. Schweizer Franken. französische Francs. 1 englisches Pfund.. 1 amerikanischer Dollar. italienische Lire.. holländische Gnlden jugoslawische Dinare. BelgaS.... dänische Kronen... schwedische Kronen.,. Der Mordprozeß Horäk Zweiter Verhandlungstag Prag,(rb) DaS am zweiten Prozeß tag fortgesetzte BelveiSvcrfahrcn nahm einen im gan zen ruhigen Verlauf. Seinen dramatischen Höhe punkt hatte dieser Prozeß am ersten Tag bei der Vernehmung dcS Angeklagten und den ersten Zeu gen erreicht, als weiche die nächsten Verwandten Horäks und seines Opfers auftraten. ES be rührte eigenartig genug, diesen Mann von seinen idealen Empfindungen schwärmen zu hören, nach dem er kurz vorher genötigt gewesen war, die i gräßlichen Einzelheiten der Mordtat zu bekennen.' und über allerlei Episoden, die er dahin zusammen- Welcher krasie Kontrast, wenn er, der kurz vorher\ faßt, daß die Ermordete.keine Frau für ihn" war. geschildert hatte, wie er, den Kopf seines, RE einigeni anderen nebensächlichen Zeugen Graten t e i d i g e r S, Dr. Svära und Dr. Plecith, auf, von denen der Erstgenannte den Angeklagten für sehr allerlei Episoden, die zur Jllusionierung des Wesens und Charakler» des Angeklagten und feiner Opfers dienen sollen oder t eingcsiihrt haben,-wird nun den Amerikanern ein über dar Zusammenleben der beiden Aufschluß geben Kontingent von 1600 Autos jährlich zugestanden. können. Mit Interesse enoartet lourdedie. Aussage, ajic man sieht, besteht also die Möglichkeit einer de, Advotaten Dr. Päv, an den sich seinerM brhShten Ausfuhr von Waren unserer Export- Anna Horäk gewendet harte, als he ihr Mann auf ckut M^*^*e ist, die Gedanken eines Menschen zu registrieren. Es ist«in ziemlich kleiner, geräuschlos arbeitender, in allerlei Gebrauchsgegenständen zu verbergender Apparat, der die Gedanken auf einem Filmstreifen aufnimmt. Der Film toird entwickelt und zur Reproduktion verwendet. In diesem utopistischen Roman schildert MauroiS daS Unheil und die Umwälzung, die dieser Apparat in der Welt anrichtet, biS man seiner überdrüssig wird. Wie bei so manchen utopistischen Romanen ist auch hier ein wissenschaftlicher Kern vorhanden. BereiiS vor Jahren ist cs dem deniscken Psychiater Berger gelungen, vom Gehirn feinste elektrische Ströme abzuleiten. Das Vorbild dafür ist das in der Medizin schon lange gebräuchliche Elektrokardiogramm, daS die AkiionSströmc des Herzens registriert. Wir wissen also, daß wvbl von jedem arbeitenden lebendigen Organ Eigenströme ausgehen. Nun kommt ans Paris die Nachricht, daß eS in den Laboratorien der Salpütriäre. des seit Charcots Zeiten berühmten Nervenlrankenbauscs, gelanget: ist. eine wesentlich verfeinerte Apparatur herzustellen. Die Versuchsperson wird in einen Raum gesetzt, der gegen alle störenden akustischen und elektrischen Störungen peinlich genau abgedichtet ist.' Dann tvrrden besonders präparierte Elektroden auf Kopf und Nacken der Versuchspersonen angebracht und die entstehenden Ströme in ein anderes Zimmer abgeleitet. Dort werden sie durch entsprechende Verstärkerröhren millionenfach vergrößert und durch eine Schreibvorrichtung in Kurven sichtbar gemacht. ES soll sich nach den vorliegenden Berichten ergeben, daß bei ruhendem Gehirn die von Berger gefundene Strahlung in rhythmischer Folge deutlich sichtbar ist. Wenn die Versuchsperson auf ein verabredetes Zeichen ihre Gedanken auf einen bestimmten Gegenstand konzentriert, dann ändert sich di« Kurv«, die nun gleichmäßige Sckwingun- gen ohne den Bergerschen Rhythmus gibt. Bei stark nervösen Personen sollen dagegen die Kurven verwirrend unregelmäßig ausfallen. Es bleibt natürlich abzuwarten, wie sich die Forschungen auf diesem Gebiete weiter entwickeln. Bon der Erfindung eines Gcdankenlese» apparateS sind wir sicher noch sehr weit entfernt, aber vielleicht ist ein Schritt zur Erforschung der physikalischen Bedingungen der GcdanlenlcscnZ bereits getan, „®ojtatbeinotrot" DonnerStag, 10. März 1938. Nr. Kunst und Wissen Aus der Sartei 'Üereinsnacfiricfiten Messepalast 11.—A. März 1938 Ausstellungsgelände ab 13. März Literatur ..., T.\.. I IIL VIC«JVUUIIIIU CIH VIJUIUI m ben wefeatlufilutt|)nunfl jf o jj niedergeschlagen; zeichnung wtsachlichen| tiot n,xhr al» vierhundert Du hilfst mit scheinbar Kleinstem am Großen bauen, wenn Du, Immer und überall nur Volkszünder verlangst!- Soziale» Institut, lieber die.Hebung der Heim» arbeit" spricht b e n t e um halb 20 llhr im Wintersaal de» Fürsorgeministerium» Th. Pistorlu», der Stellvertreter de» Generaldirektor» de» Exportinstitut». Brzirk»»rgantsati«a Prag, Donnerstag. den 10. d. M.. 20 Uhr, Sitzung derBezirkSver- t r e t u n g. Lokal: Parteiheim. Millionen Kronen Prager Budgets, da» einen Mitglieder in zahlreichen Kojen Muster von Malerarbeiten vorführen werden. Außerdem wird da» Gewerbeförderungsinstitut, der Verband der Absolventen der Meisterschulen und die Pr«;«r Malerschule mit Expositionen vertreten sein. Angeschloffen an der Schau sind ferner Stände der Lieferanten de- Malergewerbes. Die Schau der Zimmermal«rei wird auf dem Alten Ausstellungsgelände-im Industriepalast« untergebracht und vom 18. bi» 20. März zugänglich fein. Richtigstellung. In dem gestern erschienenen Bericht über di« Aufführung der..M u t 11 r" hatte c» zu Beginn des zweiten Absatzes zu heißen, daß..der Dichter die Mutter...■. selbst da» Gewehr in die Hand nehmen läßt". Und am,Ende sollte gesagt werden, daß die Stimme der Fritta Brod„groß und bewegend wirkte". Spirlplan M Reuen Deutschen Theater». Donnerstag. ö Uhr: Mutter. Freitag,, 7 Uhr: Einen Jux will er sich machen. tTheatergemrinde der Ju gend, grüne Karten, und freier Verkauf). Samltag, halb 8 Uhr: Die Fledermaus. Halb 8 Uhr: Die Fledermaus. Spirlplan der Kleinen Bühne. Donnerstag,%8: Uhr: Awei Dutzend Rosen tErstaufführung). Freitag, 8 Uhr: Delila lTheatergemeinde del Ku'tur« Verbandes und freier Verkauf). Samstag, 8 Uhr: Zwei Dutzend Rosen. PRÄGER MESSE der bevorzugte Einkaufsplatz Ter Klub„Tie Tat": Donnerstag, den 10. März, um 20 llhr, Prag I.. KtiZovniekä 8, Dollar Robert Wiener:.Völkischer Sozialismus?" Frank Wedekind starb vor zwanzig Jahren Stimmen der Völker Bewußt übernimmt diese Sammlung der„schönsten.Verse aller besten und Länder", die, von dem Lyriker Alfred Wolfen st ein umsichtig und liebevoll züsaknmengestellt, im Queri do-Verlag, Amsterdam, erschienen ist, den Titel, den Her« der» berühmte Liedersammlung trug.. So wie Her« Aul dem Kreuzweg Unter den tschechischen Filmen der letzten gelt mehren sich wieder einmal die ländlichen. Dagegen wäre an sich nicht» einzuwenden, wenn e» sich um entweder wirklich landschaftliche und folkloristische Filme— oder um reale Darstellungen deü Leben» der Gutsherren. Bauern und Landarbeiter handelte. Und hier liegt der Fehler: diese ländlichen Filme sind fast durchweg» in der Barrandov-,Landschaft" ausgenommen, sie spielen zum größten Teil irgendwann in der Vorkriegszeit, und sie stnd nahezu au»- nahmslo» nach Romanen oder Theaterstülken gedreht. Sie entspringen allem Anschein nach nicht dem Wunsche, die ländliche Wirklichkeit zu erfaflen, sondern eine agrarische Mode fum nicht zu sagen eine Blut- und Boden-Mode) ans dem lstnweg über mit« telmäßige Literatur auszubeuten. Obwohl der in einer Voraufführung gezeigte Film, den der Regiffenr Jiti Elaviöek nach dem Roman„Eestou ktijovou" von I.<3. Baar berge« stellt hat, zu den dramatischeren und interessanteren dieser Art gehört, stören an ihm doch die soeben aus« gezählten Mängel. Der Konflikt, in den hier ein von Rechtlichkeit und Menschlichkeit durchdrungener Psar« rer mit der unsozialen GutSherrschast und den egoistischen Gemeinderäten kommt, wäre an sich sehr darstellenSwert: aber hier ist er in die Vergangenheit verlegt und mlt der Liebesgeschichte eine» Dorf« Mädchen» verknüpft, deffen Geliebter Priester werdey soll und deffen trunksüchtiger Vater die Tochter wegen ilnmoral verstößt, bi» dann der Pfarrer durch sein Eingreifen alle» zum guten Ende führt. Er selbst freilich wird in einen anderen Ort versetzt, aber dadurch wird da» gute Ende nur noch ein wenig rührender: da» Ganze stebt wie die persönlich umgearbeitete Zusammenstellung von„Volksfeind"» und „Rose-Bernd"-Motiven au», bei der am Ende alle», was anfangs kritisiert wurde, plötzlich in milderem Lichter erscheint und mit kirchlichen Klängen übertönt wird. So bat der Zuschauer schließlich den Eindruck. daß die hier dargestellten Dorf-Konflikte fvon anno dazumal) überhaupt nicht ernst gemeint und nur Anlaß zu cheatralischen Auftritten waren. Zu diesem Eindruck trägt auch SlaviiekS Regie bei. die das Theatralische überall betont hat.— was Mitteilungen aus dem Publikum. Hörspirlwettbewerh für den Schulrundfunk mit 6 Preisen im Betrage von 20.000 Ach Die Direktion der P h i l i p» A.-G. in Prag schlecht einen öffentlichen Wetchewerb au-, der dem Schulrundfunk aller Stufen an Volks- und Mittelschulen geeignete Hörspiele verschaffen soll. Die Frist für die Einsendung der Arbeiten endet am 80. August 1988. Di« besten Arbeiten werden mit Preisen im Gesamtbettage von 20.000 Ai belohnt, wovon für 2 Arbeiten je 5000 Ai, für zwei je 8000 Ai und für weitere zwei je 2000 Ai zur Verteilung kommen. In der Jury, die über die besten Arbeiten entscheidet, befinden sich prominente Persönlichkeiten des Schulwesen- und Schulrundsunk». Alle Arbeiten, die den Wettbewerbsbedingungen entsprechen, stnd an die Direktion der P h i l i p- A.-G., Prag ll., Karlovo näm. 8, zu senden, von der auch auf Anfragen nähere Auskünfte zu erhalten sind. 4648 Johanna die Wahnsinnige— Habsburgs Weg zum Weltreich Michael Prawdin heißt der Autor diese» limLitoLorenzVerlag-Wien) erschienenen WucheS, das in der Behandlung eine» hochinteressanten geschichtlich-politischen Stoffes den ungefähren Mittelweg zwischen Biographie und romanhafter Schilderung zu. halten sucht, i Partien sich aber mit der Aufzeichnung... Geschehens bescheidet. Doch sagen wir nicht, daß dies! «in Fehler sei. Die Geschichte Johanna» von Spanien, die im Jahre 1555 sechsundsiebzigjährig nach fünfzig Jahren fast ununterbrochener Gefangenschaft in der Umnachtung starb, in di« sie ihre königlichen Ellern, ibr königlicher Gattt, ihr kaiserlicher Sohn und die Granden ihres Landes getrieben hatten, ist bei aller seelischen und leiblichen Armut, zu der diese große Frau verurteilt Ivar, so reich, daß eine objektive Schilderung diese» Leben»— und als solche wirk: da» Buch Prawdins überzeugend— schon zum verdienstvollen Dokumeiit wird. Fast ein" halbes Jahrtausend lang haben die Archive Spaniens da» Geheimnis des Martyriums dieser Frau ängstlich gehütet— das Martyrium des Leidens ebenjener Frau, deren Schoß Karl V. und Ferdinand I., zwei deutsche Kaiser, entsprossen, der tapferen, treuen, von Baler, Gatten und Sobn um ihren Thron, um ihr« Freiheit, uin ihre Gesundheit geprellten, beispiellos gequälten Fürstin, di« in die offiziell« Geschichte als „öuano la loco", al» Johanna die Wahnsinnige einging, um die aber das spanische Volk, Hellhörig und aufrichtige» Gedächtnis durch die Jahrhunderte brlvahrend, Legenden spann, di« die Wahrheit erfühlten. l-o Loca— vielleicht; aber loca de amor— der» Buch will und wird auch Wolfenstein»' Anthologie der Annäherung der Völker, der Völkerverständigung dienen. Die augenblickliche Wirkung soll in ein«r Zeit, in der die Kunst zwar dem Kulturaustausch und damit der staatlichen Propaganda dient, aber die Stimme de» Dichters, die ja den betäubenden Lärm der für die Rüsnmg arbeitenden Fabriken nicht zu übertönen vermag, nur von wenigen willigen Öhren gehört wird, nicht überschätzt, aber ihre lang- sam in die Zukunft greifende Wirkung soll nicht unterschätzt werden.— E» waren und sind zu allen Zesten bei allen Völkern die zwar auf manche Art abgewandelten, aber doch immer gleichen Gefühle, Sehnsüchte, Hoffnungen, die die Dichter zum Singen zwingen, die uiibekannten Schöpfer der Volksdichtung uyd. die großen bekannt Gewordenen: Liebe, Heimatfreude und Sehnsucht»ach der Heimat, Ehrfurcht vor der Gottheit. Klage über Not und Klage wider den Kriegs, Lobpreisung der Freiheit und Sehnsucht nach ihr, und da» läßt die vielen Dichterstimmen der vielen Völker zusammenklingen"zum großen Menschheit schor. Boi aller Vielfalt eine groß« erhabene Einheit: Vom antiken Orient jAegypter und Babylonier) zum Orient überhaupt, vom antiken zum modernen Abendland, und von ihm nach Amerika ein weitgespannter Bogen. Fünfunddreißig Völker steuerten zu dieser Sammlung bei. Die Uebersetzungen sind sehr gut, unter den Uebersehern finden wir rw besten deutschen Dichter. Und da die AuSwahl so getroffen ist. daß zwar daS allgemein Menschliche, daS eigentlich Humanitäre den Grundton angibt, aber doch jedes Volkes Eigenart aus seinen charakteristischesten Dichtungen zu uns spricht, so führt Wolfen- steinS Sammlung gleichermaßen zur ÄenschheitS- gemeigschaft wie zu den einzelnen sie bildenden Völ kern. Wer an Wolfensteins Hand durch die Gefilde der Dichtung der Völker der Erde wandert, erlebt die Wahrheit des Wortes JaurSr:»Di« Nationen sind klingende Saiten an der Lyra der Menschheit." J. H. Maurern O'Sullivan und Franchot Ton« in dem Film„Zwischen zwei Frauen" ■ WaS Frank Wedekind al» Dramendichter geschaffen hat, wandte sich gegen bürgerlich« Lebrn»- auffassungen der Vorkriegszeit, wirkt«wer noch weit über dies« Zeit hinaus. In allen seinen Dramen führt er mit fanatffcher Beharrlichkeit und Eindringlichkeit seinen Kampf gegen überalterte Moralanschauungen besonders in den sexuellen Beziehungen der Menschen. Das eindrucksvollste Werk in dieser Beziehung ist das Drama.Frühlings Erwachen", deffen Aufführung auch in tschechischer Sprache in Prag erst vor zwei Jahren wieder seine packende Wirkung bewiesen hat. Und wie diese Lirbelttagödie jugendlicher, eigentlich noch kindlicher Menschen haben auch andere Werke. Wedekind» Namen über den deut« fchen Sprachbereich hinaus bekannt gemacht, so etwa da» Drama.Marquis Keith" und die beiden Dramen um Lulu, deren Name geradezu zu einem Begriff geworden ist. In all seinem Schaffen war Wedekind«in Moralist, der, um gehört und vernommen zu werden, di« Handlungen seiner Werke in die -sfekwoll gestaltete Welt gesellschaftlicher Außenseiter verlegte. Aber hinter der buntgefchminkten Maske dieser Welt, die oft etwas' panoptikumhaft Unwirkliche» hat, verbarg sich der ernsthaft besessene Sittenprediger, als der Frank Wedekind wirken wollte. wahnsinnig au» Liebe. Und das spanisch« Volk ihr«r Zeit liebte Johanna, weil ei sie als gerecht empfand; «» erhob sich für sie, e» wollte sie aus der Gefangenschaft erlösen, und in den spanischen Städten, die sich für die nationale Freiheit und für die Freiheit d«r rechtmäßigen ehrenhaften Königin erhoben und Blut« opftr dacbrachten, wär« die Revolutwn geglückt, wenn die Granden, obwohl so oft von ihren- Königen verraten, zu den Usurpatoren der Mlacht nicht doch näher gehabt hätten als zu der Konipromißlosen, die. hinter den Äerkermauern von TordesillaS schmachtete. Und so wurden Recht, Freiheit und nationale Würde, für die Johanna ein Symbol war/ im Bolte etbar- '.“7„; in einem Bürgerkrieg ........ vierhundert Jahren, unter anderen Vorzeichen al» der spanische Bruderkampf von heute, und doch Vergleiche heraufbeschwörend, Zusammenhänge bis zu unserer Zeit aufhellend, gerade weil ohne solche beabsichtigte Tendenz.die Liebe zum Un« abhängigkeitSwillen der stolzen spanischen Nation fördernd. Im Uebrigen gestattet die Schilderung der RegierungSmethoden der„Katholischen Könige", aber auch Maximilians, Philipps, Karl» und. des französischen Ludwig tiefen Einblick in die Rezeptur der Despoten von damals— und matt' findet bestätigt, daß Art und Zielsetzung der Diktaturen im Laufe der Jahrhunderte im Grunde die gleichen geblieben sind. Und nebenbei wird man ganz besonder» wieder einmal nachdrücklichst daran erinnert,, wie«S die Stammväter der Habsburger-Kaiser trieben. Also jedenfalls ein lesenswertes Buch.' 1. g.> oft recht wirksam geschah, aber stellenweise^ wie bei der BerstoßungSszene. zu unfreiwilliger Komik führte. Immerhin ist der Ausbau deS Filins nicht ungeschickt, und die Darsteller stnd mit Eifer bei der Sache. Zdenöt StkpanekS Pfarrer ist eine imponierende Theaterfigur, Hana B i t o v a ist in der Rolle de» Dorfmädchen» zwar nicht ganz sicher, aber lebendiger al» sonst, FrantiSek Kreuzmann charakterisiert einen Trinker. Hermine Vojtova eine ehrgeizige Mutter, und auch in den Nebenrollen sieht man manche guten Typen. Nur Vladimir E m e r a l als jugendlicher Liebhaber ist zu unbeholfen für seine Nolle..—ei»— „Maharadscha" stiehlt Sargornamentr. Im November vorigen Jahre» erstattete Therese H. aus i Emichow die Anzeige, daß ihr au» dem Lagerraum! Sargschmuck und Werkzeuge zu deffen Herstellung ge-! stöhlen worden seien; der Schade betrug etivaS über 5000 Aö, das Gewicht der entwendeten Ware 100 Kilogramm. Gestern konnte aus dem Smichower Bahnhof der Täter in der Person eine» gewissen A. H. angehalten werden, der gegenwärtig auf den Jahrmärkten al» Maharadscha auftritt und ohne ständigen Wohnort ist. Die Sachen hat er für 400 Aö verkauft. Au«, gegen Straßenbahn. Gestern mittag» stieß an der Eck« Klimentskä—Revolutionsstraße der schwer« Lastkrafltoagen des Chauffeurs Josef Hurt gegen die linke Wand der vorderen Plattform eines Straßenbahnwagens der Ser-Linie, der zum Repu- blikvlatz fuhr. Hiebei wurde die Plattform durchgedrückt und ein Fenster zerschlagen, deffen Splitter den Lenker de» Straßenbahnwagen» leicht im Gesicht ver- tctzien. Auch der Lastkraftwagrn wurde beschädigt. Verletzt wurde sonst niemand. 2000 Edelbömnr verbrannt. Vorgestern nachmittag» bemerkte die Wache in Veleslavin, daß eine Waldpflauzung bei der ehemaligen Fabrik..Rekord", die hauptsächlich au» veredelten Lärchen und Ahornen besteht, brenne. Der Brand verbreitete sich auf einer Fläche von 20 Ar und erfaßte etwa 2000 Bäume: zwar konnte er noch vor Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden, doch dürsten die erfaßten Bäume wobi alle vertrocknen. Da» Personal schätzt den Schaden auf 1000 AL. Da der Polizei mitgeteilt wuvde, daß«in Schüler da» Feuer gelegt habe und dann entflohen sei, wurden die Nachforschungen in dieser Richtung aufgenommcn. In einen Kanal gefallen. Vorgestern nachmittag? fiel in der Remise in Streschowitz der SSjäh- rige Hilsrarbeiter Jan Pergl au» Repy, während er an einem Wagen arbeitete, in einen Kanal und erlitt einen Bruch beider Arme und eine Quetschung des Brustkorbs.- Ueterschwemmung ln de» Zeltnergaff». In dir Nackt aus gestern, nach 1 Uhr, kam e» vor dem Hause Nr. 2 in der Zeltnergaffe zu einem unterirdischen Wasserrohvbruch. Die Angestellten des Waffer- werkes mußten den Wafferzufluß an 17 verschiedenen Stellen absperren, trotzdem unterwusch aber da» Wasser da» Pflaster in einer Breite von einem Quadratmeter und drang in den Lagerraum de» im gleichen.Hause befindlichen Gasthauses ein. wo e» 50 Zentimeter hoch stieg. Da di« Gefahr bestand, daß d beim Fahren der Straßenbahn auf dem unter« tnaschenen Pflaster zu einem Unfall kommen könnte, wurden die Derkrdrskanzleien verständigt und- entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Der Schade ist bereit» behoben. Gesamtstaatliche Schau der Wohnungsmalerei in Prag. Die tomniende Prager Frühjahrsmesse wird diesmal eine interessante Neueinsührung«inschließen. Die Bereinigung der Genoffenschaften der Zimmer« maler in der Tschechoslowakei veranstaltet im Rahmen der Messe eine gesamtstaatliche Schau der Woh« uiing-malerei, in der die einzelnen Genossenschaft»« Investitionen wr 1Ü0 Im Rahmen des„ llmfaug von einigen hundert Millionen Aö hat. ist im heurigen Jahr auch die Durchführung zahlreicher Bauten und Anlagen vorgesehen, die«inen Aufwand von 160 Millionen Ai erfordern werden. ES bandelt sich zum Teil um neue Projekt«, zum Teil um bereits begonnen« und weiterzuführend« Arbeiten. Die größten Teilposten«nffallen auf WasserleitungS- banten, von welchen die zweit« Rohrleitung nach Kä- rann allein 80 Millionen im heurigen Jahr kosten wird. Auch die Kanalisation wird wiederum ungefähr 22 Millionen Kd erfordern Zehn Millionen sind für WobnnngSbauten in Krö, Lieben und Bkov- nov vorgesehen. w,San» oder bei Bezug hur» die Post monatlich AS 17.-. vierteljährig AS S1.-. halbjährig Aö 102.-. ganzjäbria W 20t Inserat« werden la n *- actr mm«,: vereinet.— rnyckstellung von Manuskripten erfolgt, nu? bei Einsendung der Rewurtnarken.- Die ZeituNgSfrankatur wurde von der Post« u. Telegraphendirektion mit Erlaß Rr. 13.800.VII/1030 bewilligt-(Kontrollpostamt Pray» L8.— Druckerei;^VrbiS-. Druck». Verlag», u. 8«ituna»-A.-G. Prag.