59 Sozialdemokrat Sentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Karl Rern, Prag 18. Jahrgang Samstag, 12. März 1938 Aus dem Inhalt: Paris zu Oesterreich: ,, Frankreich wird nicht ruhig zusehen!" Zum Verbandstag der Kleinbauern Interview mit Nordpolfahrer Nr. 60 Film Freis gem. tag. Die hr: und end ert etc. TA hr. en d= Bia r 00 7. 1 Gleichschaltung Oesterreichs Schuschnigg weicht einem Berliner Ultimatum Deutsche Truppen auf dem Marsche nach Wien Rascher, als man erwartete, ist in Desterreich die Entscheidung gefallen: der National sozialismus war nicht bereit, das Ergebnis der Volksabstimmung abzuwarten, denn er mußte damit rechnen, daß er eine Niederlage erleiden und Desterreich auf immer verlieren würde. So hat er, gestützt auf das italienische Desinteressement", die gewaltsame Eroberung Desterreichs unternommen. Die Regierung Schuschniggs ist auf Grund eines befristeten Ultimatums zurück getreten, deffen Nichterfüllung mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Desterreich beantwortet worden wäre. Schuschnigg selbst hat seinen Rücktritt im Rundfunk mitgeteilt. Die Exekutive ist in den Händen des nationalsozialistischen Innenministers Schß- Inquart, der fie im Sinne der Gleichschaltung Desterreichs verwendet; zu der Stunde, da diese Zeilen geschrieben werden, befinden sich große Abteilungen österreichischer Legionäre im Anmarsch auf Wien. Die öfterreichische Exekutive und das Bundesheer haben die Weisung, dem etwaigen Einmarsch der deutschen Truppen keinen Widerstand entgegenzusehen. Die gewaltsame Gleich schaltung Desterreichs wird begründet mit der angeblichen marxistischen Verseuchung Desterreichs, die von den deutschen Sendern in den schwärzesten Farben dargestellt wurde. Es wurde davon gesprochen, daß sich die österreichische Regierung auf den„ bolschewistischen Mob", auf marristische Verbrecher" stüße. Ueber die Stellungnahme der We st mächte liegen keine abschließenden Berichte vor, behindert wurden etwa geplante Entscheidungen durch das Nichtvorhandensein einer französischen Regierung. Nach 23 Uhr ertönte vom Sender Wien zum ersten Mal das Horst- Wessel- Lied, um die gleiche Zeit wurde verkündet, daß Schß- Inquart zum Bundeskanzler ernannt wurde. Schuschniggs Abschiedsworte: Wir weichen der Gewalt! Wien. Bundeskanzler Dr. Schufch= nigg erklärte Freitag abends um 18 Uhr 55 im österreichischen Rundfunk folgendes: Der heutige Tag hat uns vor eine schwere und entscheidende Situation gestellt. Ich bin beauftragt, dem österreichischen Volke über dieses Ergebnis zu berichten. Die deutsche Reichsregie rung hat dem Herrn Bundespräsi denten ein befristetes Ulti. matumgestellt, nach welchem der Bundespräsident einen ihm vorge schlagenen Kandidaten zum Bundeskanzler zu ernennen und die Regierung nach den Vorschlägen der deutschen Reichsregierung zu bestellen hätte, widrigenfalls der Einmarsch deutscher Truppen für diese Stunde in Aussicht genommen würde. Stärkung der österreichischen Exekutive. Auch für In wahrhaft dramatischem Ablauf überdiese Forderung wurde ein bestimmter Termin stürzten sich die Ereignisse in Oesterreich. Wäh gestellt. Präsident Miklas na hmrend noch in den Straßen Wiens für und wider diese weiteren Forderungen die Volksabstimmung demonstriert wurde, war nicht an. Er erteilte jedoch der Exekutive schon das deutsche Ultimatum im BundeskanzlerWeisung, der deutschen Armee keinen Widerstand amt eingelaufen, stand Dr. Schuschnigg vor der entgegenzusetzen. Seyẞ- Inquart: Die Gleichschaltung marschiert! Wien. Minister Seyß- Inquart hat folgende Erklärung abgegeben: schwersten Entscheidung seines Lebens. Aber auch vor einer Entscheidung über das Schicksal Desterreichs und vor einer Entscheidung von schicksalafter Bedeutung für ganz Europa. An den Staatsgrenzen deutsche Truppen einmarschbereit! Das Ultimatum befristet. Und Desterreich allein! ,, Nach den Ereignissen der letzten Stunden Ein nicht geeintes, ein nicht tros Parteienverbot, fordere ich als Minister des Innern, dessen Amt sondern gerade infolge des Verbotes der sozialich immer noch ausübe, zur Aufrechterhaltung demokratischen Partei, die allein wirksame Gegens der Ruhe und Ordnung auf. Es handelt sich dar kraft gegen den Nationalsozialismus hätte sein um, in den nächsten Stunden und Tagen Diszi- tönnen, von der Nazipropaganda aufgewühltes plin zu wahren. Wenn es zu Kundgebungen Desterreich, ein Desterreich also, in dem ein Teil kommt, dürfen diese nirgends den Charakter von der Bevölkerung im Voraus den etwa einmars Exzeffen annehmen. Ich fordere die national- schierenden Truppen verbündet war! Schuschnigg sozialistischen Formationen auf, Ruhe zu bewah- ivo Ilte Widerstand leisten, er wollte verfchoben werden. Auch diese Forderen und in diesem Sinne auch auf die übrigen fämpfen, er hat es durch seinen Versuch, das Volt rung wurde erfüllt. Daraufhin erklärten die Ver- Gleichgesinnten einzuwirken. Ich rechne damit, über den Willen zur Unabhängigkeit zu befragen, treter Deutschlands in autoritativer Art, all dies daß sie die Exekutive unterstützen und ihr zur bewiesen. Daß er unter so ungeheuerem Druck genüge nicht und Bundeskanzler Dr. Schusch Verfügung stehen werden. Ein Widerstand im von außen, daß er unter militärischer Drohung igg muffe zuräd treten. Die Gr. Falle des Einmarſches deutſcher Truppen nach und wahrscheinlich auch in der Regierung verfüllung diefer Forderung war an eine bestimmte Desterreich kommt unter feinen Umständen in einsamt, den ihm aussichtslos erscheinenden Stunde gebunden. Weiter forderte Deutschland Frage. Auch nicht von Seite der Exekutive. Es ist Kampf in tiefer Verzweiflung aufgab, fann man eine nationalsozialistische Mehrheit in der öfter Pflicht, die Muhe und Ordnung aufrecht zu erhal- allzugut verstehen. Der Verſuch, durch Erfülreichischen Regierung und die Uebernahme eines ten. Ich hoffe, daß wir einer glücklichen Zukunft lung der Arbeiterforderungen die kampfge: vohn größeren Teiles der österreichischen Legionäre zur entgegengehen". ten Arbeiter als Verbündete im Ringen um die Erhaltung der Unabhängigkeit Defterreichs au gewinnen, wurde zu spät unternommen, viel zu spät. Chamberlain warnt! London.( Reuter.) In der freitägigen Unterredung mit dem Reichsaußenminister Ribbentrop informierten Ministerpräsident Chamberlain und Lord Halifax Ribbentrop davon, daß die britische Regierung auf die angewendeten und geplanten Methoden Deutschlands gegenüber Dester reich mit ungewöhnlichem Ernst blicke, und machten ihn auf die möglichen Folgen dieses Vorgehens für das englisch- deutsche Verhältnis aufmerksam. Deutsche Truppen in Oesterreich Ich stelle fest vor der Welt, daß die Nachrichten, die in Desterreich verbreitet wurden, daß Arbeiterunruhen gewesen seien, daß Ströme von Blut geflossen seien, daß die Regierung nicht Herrin der Lage wäre, und aus Eigenem nicht hätte haben die österreichische Grenze bei Salzburg, Ordnung machen können, von A bis 3erfun- Rufftein und Mittenwald überschritten. den sind. London.( Neuter.) Deutsche Truppen Der Bundespräsident beauftragt mich, dem Die Demonstrationen österreichischen Volke mitzuteilen, daß wir der Gewalt weichen. Wir haben, weil wir um am Donnerstag und Freitag keinen Preis auch in dieser ernsten Stunde Am Donnerstag und auch noch im Laufe nicht deutsches Blut zu vergießen gesonnen des Freitag gab es in den Landeshauptstädten, find, unserer Wehrmacht den Auftrag gegeben, vor allem aber in Wien, Nazifundgebungen und für den Fall, daß der Einmarsch durchgeführt wird, ohne WiderGegendemonstrationen. Die Nazi demonstrierten gegen den geplanten Voltsentscheid, die Anhänstand sich zurück zu ziehen und die ger der Vaterländischen Front, vor allem aber Entscheidung der nächsten Stunden abzuwarten. Die Arbeiter, demonstrierten gegen die Nazi. In Der Bundespräsident hat den General der In Linz wurden bei den Zusammenstößen einige fanterie S ch i l hausky, den Generaltruppeninspektor, mit der Fahrung der WehrPersonen verlegt. Polizeis und Militärabteilungen übernahmen den Schutz der öffentlichen macht betraut. Durch ihn werden weitere Gebäude. Weisungen an die Wehrmacht ergehen. Wiener SA bewaffnet Die Voltsabstimmung abgesagt, Schuschnigg zurüdgetreten, der Nationalsozialist Seyß- Inquart der eigentliche Herr Desterreichs, die nas tionalsozialistischen Formationen ganz so, wie in Deutschland nach Hitlers Machtantritt und als Ordnungshüter angekündigt durch Schßzur Aufrechterhaltung der Ordnung" berufen Inquarts Rede das ist der Beginn der Gleichs schaltung Desterreichs und damit des Endes Oesterreich mö8wrirchre- öarujuengu Desterreichs! Desterreich hat in dem Augenblid, da Deutschlands Ultimatum angenommen wurde, aufgehört, ein selbständiger Staat zu sein. Es wird von nun an, auch wenn es noch einen eigenen Bundespräsidenten und eine eigene Regierung haben wird, von Berlin oder Berchtes gaden aus regiert werden. nalsozialisten, die in den Abendstunden begannen, Wien. Die Demonstrationen der NatioDer Regimewechsel in Desterreich, ein von find bisher noch nicht zu Ende. Auf den Straßen außen und durch militärische Drohung erzivun fieht man zahlreiche Nationalsozialisten in SA- gener Regimewechsel, ist das schicksalschwerste, das Uniformen und mit Gewehren. Die Mitglieder folgenreichste politische Ereignis der europäischen ber Baterländischen Front haben die Straßen voll. Nachkriegszeit. Gewiß ist es die folge andes ständig geräumt. Insbesondere in der Inneren rer großer Geschehnisse, des italienischen Faschis Stadt, in der Kärtnerstraße, der Ringstraße und mus, des nationalsozialistischen Machtantrittes dem Graben sind nur Nationalsozialisten zu in Deutschland, des verhängnisvollsten politischen sehen. Vor dem Zentralgebäude der Vaterländi Irrtums, den je ein Staatsmann beging, des schen Front„ Am Hof" wurde das Bild Schusch- Irrtums Dollfuß' im Februar 1934. Aber nichts niggs herabgeriffen und die österreichische Fahne wird so auf die politische Entwicklung Gesamtzerriffen. In das Gebäude des Bundeskanzler europas einwirken, nichts das Bild der europä amtes find Studenten eingedrungen; einer von ischen Politik so sehr ändern, wie die Nazisierung ihnen histe auf dem Maste beim Gebäude eine Desterreichs, die erzwungene Gleichschaltung des Hakenkreuzfahne, die bisher noch nicht beseitigt Donaustaates. Denn Wien das ist ja nicht wurde. Auch vor dem Rathause hat sich eine große nur die Stadt der Lieder und des Heurigen und Ansammlung von Nationalsozialisten gebildet, die Stadt einer alten reizvollen Kultur und die die demonstrieren und fordern, daß auch auf dem Stadt, in der so vie nirgends sonst in der Welt Nathause die Hakenkreuzfahne gehißt werde. Auch sozialistische Arbeiter ihre Gestaltungskraft zeigin anderen Stadtvierteln sind Demonstrationen ten, Wien ist ein weltpolitischer Senotenpunkt. Die Ostmark war einst und war es viele Jahrhunderte hindurch Bolliverk der abendländischen wiesen wurde, wurde der Kommandant der Rom hüllt sich in Schweigen Stultur gegen den Often, von hier aus breitete Sicherheitswache; Redinger, verlegt. Auf der sich nach Abwehr der türkischen Vorstöße das Wollzeile im ersten Bezirk wurden die Fenster- Rom.( Havas.) Die amtlichen Abendland wieder nach dem Osten hin aus. Das scheiben im Gebäude des Reichsverbandes der Kreise lehnen jede Art Erklärung über Donauland unter nationalsozialistischer Gewalt Wien. Von informierten Stellen erfahren monarchistischen Desterreicher eingeschlagen und den italienischen Standpunkt zu den das ist breit und tief nach dem Osten vorwir folgende weitere Einzelheiten: die Fahnen heruntergeriffen. Die Demonstras Die reichsdeutsche Regierung stellte der tionen dauerten bis in die späten Nachtstunden. Ereignissen in Desterreich ab. Lediglich springende Ausfallsbastion des neudeutschen Im österreichischen Regierung verschiedene Bedingun- Mehr und mehr wuchs die lebermacht der Nazi- der Minister für Volkskultur sagte, daß perialismus. Daß sich auch für die Tschechoslowatische Republik nach dem Wegfall der Neutrasen über die Durchführung und die Sicherstellung Gegner. In einigen Bezirken marschierten die mit Rücksicht auf diese Ereignisse, die lität der österreichischen Grenzen eine neue EiSi ber geheimen Abstimmung. Diese Bedingungen Arbeiter in geschlossenen Zügen auf und ver- sehr ernst und sehr heikel find, die offituation ergibt, bedarf keiner besonderen Erläu wurden er fü II t. Darauf ersuchte die reichs- drängten die Nazi. Zwanzig Personen wurden ziellen Kreise abfolute bipoterung. Noch sind die Folgen der österreichischen deutsche Regierung die Volksabstimmung folle verlegt, darunter zwei schwer. matische Reserve üben müssen“. Umwälzung nicht abzusehen. Wir treten in eine So verabschiede ich mich in diefer Stunde von dem österreichischen Volt mit einem deutschen Wort und einem Herzenswunsch:„ Gott schütze Desterreich!". Die Lawine der Hitler- Forderungen Größeren Umfang nahmen die Kundgebungen in Wien an. Die Wiener Neuesten Nachrichten" schäzen die Zahl der Demonstranten auf 6000. Bei einem Angriff auf das Haus der im Gange. Waterländischen Front im 7. Bezirk, der abge= -W Seite 2 Samstag, 12. März 1938 ,, Frankreich und England werden nicht ruhig zusehen"! Mr. CO ,, Nicht vorauszusehende Folgen" Stärkster englischer Protest London. Der diplomatische Korrespondent des Reuterschen Bureaus teilt mit: Auf Weifung der britischen Regierung hat der britische Bot: schafter in London im Berliner Auswärtigen Amt den stärksten Protest gegen das zweite deut Anwendung von Druck und Gewalt gegen einen Epoche der Steigerung der politischen Spannum. Heute schon Regierung Blum? gen ein. Wer vermag vorauszusagen, wann und ivomit, auch nach diesem neuen Erfolg der deuts schen Außenpolitik, die Ansprüche des deutschen ..dynamischen" Systems zu befriedigen sind? Weckt nicht jeder durch Drohung errungene Erfolg die Vorstellung, die gleichen Methoden müßten immer neue und neue Erfolge bringen? Wohin werden sich, wenn erst die österreichische Gleichschaltung einigermaßen vollendet sein wird, die verlangenden Blicke zuerst wenden? Eine Frage, die nicht nur die unmittelbaren Nachbarn von den Ereignissen, die sich gestern in Wien ab- allerdings in Paris kein Bericht über die StelDeutschlands, die Anrainer der Achsen- Staaten spielten, größtenteils überrascht. Noch wußte lungnahme der englischen Regierung vor. berührt Eine gesamteuropäische Frage! Nie- man zu dieser Zeit in Paris nicht, daß Bundes- Von wesentlicher Bedeutung für die Sal- unabhängigen Staat eingelegt und darauf hinge. mand vermag zu sagen, wie die West mächte, präsident Willas dem Druck, die Demiffion tung, die Frankreich und wohl auch England ein- wiesen, daß durch diesen Druck eine Situation die im Schatten ihrer Passivität die Ereignisse Schuschniggs anzunehmen, weichen mußte. Neber nehmen werden, dürfte es sein, daß man für Beschaffen wird, welche der staatlichen Unabhän. sich so verhängnisvoll entwideln ließen, diese einen Einmarsch deutscher Truppen in Desterreich heute in Paris mit der Etablierung einer gigkeit Desterreichs widerspricht. In britischen Kreisen wird betont, daß eine derartige Aktion der lag zu dieser Stunde in Paris keine verläßliche Regierung B1 um rechnet. Heute morgen beutschen Reichsregierung die e r n st e ft e ReatFrage beantworten werden. tritt der„ Conseil national", das ist der Kleine tion hervorrufen muß, deren Folgen Meldung vor. Die Situation wird in Frankreich selbstver- Kongreß der französischen sozialistischen Partei ständlich als sehr ernst angesehen, als schid- sufammen, der die maßgebende Entscheidung für nicht vorauszusehen sind. falhaft für ganz Europa. Von sozialistischer Seite die geplante Regierungsbildung treffen wird. Paris.( E.-B.) In Frankreich wurde man auf den Plan werden treten müssen. Noch liegt fche Ultimatum an Desterreich fowie gegen die der vollen und tatsächlichen Unabhängigkeit der Aber nicht nur die Westmächte, auch die Völfer der anderen Staaten und auch wir haben diese Frage zu beantworten. Soweit es sich um die Teilfrage, die freilich für uns Lebensfrage ist, Tschechoslowakischen Republik handelt, hat sie vor sichts der vorliegenden Situation nicht ruhig sich die neue Regierung zusammensehen würde. wenigen Tagen der Ministerpräsident Doktor bleiben können. Der von reichsdeutscher Seite ge- Aber man rechnet als ganz bestimmt damit, daß Hodža in seinem Exposé, haben sie in ihrer fette Alt wird in Paris als Ein mifch uns heute mittags zwischen ein und zwei Uhr Lé vn Milan Hodža berief Freitag abends nach 21 Uhr, begeisterten Zustimmung zur Regierungserflä betrachtet, gegen den die Politik der Westmächte BI um die Regierung antreten werde. rung die beiden Kammern unserer Volksvertre tung beantwortet. Die deutschen sozialistischen Arbeiter werden es ist selbstverständlich sich wird erklärt, daß Frankreich und England ange. Noch weiß man auch in Paris felbft night, wie Ministerrat in Permanenz nun erſt recht und geführt von innerster Ueber zeugung um die Fahne der Demokratie scharen. Und sie werden faltes Blut bewahren. Sie wers den faltes Blut bewahren, weil sie von der Sieghaftigkeit der demokratischen Idee überzeugt sind, weil sie Vertrauen haben zur Staatsführung, weil sie Vertrauen haben auch zu ihrer eigenen Kraft, zur gesammelten Kraft aller demokrati schen Schichten des Landes. Prag dementiert Verieumdungen Pra g. Das ,, Berliner Tageblatt" brachte heute die aus Wien datierte Nachricht, daß die Lieferungen von Waffen aus der Tschechoslowa tei an die Marxisten" in Wien in vollem Gange seien. Zu dieser Behauptung ist das Tschechoslowakische Preſſebureau von kompetenten Stellen zu der Erklärung ermächtigt, daß sämtliche Meldungen dieser Art absoluthaltlose Er. findungen sind, soferne es sich ihren Verbreitern nicht um irgend welche abseitigen und dunklen Propagandaziele handelt. Die tschechoslowakische Regierung hat in diesen Tagen die strengste Stontrolle der Grenzen gegen Desterreich angeordnet, so daß jedweder Schmuggel von Waffen nach Desterreich absolut ausge fchloffen ist. Sämtliche zuständigen amtlichen Stellen, welche sowohl die Produktion als auch den Handel mit Waffen fontrollieren, erklärten gegenüber dem Tschechoslowakischen Pressebureau kategorisch, daß es ausgeschlossen ist, daß irgend welche Lieferungen von Waffen nach Desterreich durchgeführt wurden oder durchgeführt werden fonnten. Zernatto und Stockinger In Preßburg? Presburg. Laut einer allerdings noch unbestätigten Nachricht sollen Zernatto und Stockinger im Laufe des gestrigen Abends in Presburg eingetroffen sein. 29 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Schon begann der Tuchscherer zu blizen und zu donnern. Schon sah Padilla, daß auch der König vor dieser unverhofften Attacke zu jieden begann, schon schienen die Gemüter auf einanderzuplaßen. Die neue ,, Regierung" in Wien Nach 1 Uhr früh hielt der Führer der öfter reichischen Nationalsozialisten, Major Klausner, im Wiener Sender eitte Ansprache, in der er offiziell die Machtergreifung verkündete und in„ tie fer Dankbarkeit unferes Adolf Hitler" gedachte, über deffen Heimat nun fiegreich die Hakenkreuzfahne wehe. Das Ziel fet erreicht:„ Ein Bolt, ein Reich, ein Führer!" Er schloß mit dem Rufe: Heil unserem Führer, Heil Hitler! Bom Balkon des Bundeskanzleramtes erklärte später Reinthaler, die Machtergreifung des Nationalsozialismus sei Tatsache geworden, und ließ ,, das große Deutsche Reich" hochleben. Dann verkündete Dr. Inry die neue Ministerliste. Bundeskanzler: Dr. Seu Inquart, Vizekanzler: Dr. Glaises or stenau, Auswärtiges: Ministerialrat Dr. Wolff, Justiz: Notar Dr. ueber, Unterricht: Prof. Dr. Meng hin, Soziale Verwaltung: Dr. I ur y, Finanzen: Oberfinanzrat Dr. Neumayer Landwirtschaft: Ing. Reinthaler, Handel: Staatsrat Dr. Fisch böd. Bundeskanzler Sey- Inquart wurde mit der Leitung des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Inneres betraut. Der Polizeipräfident Dr. Stub I wurde zum Staatssekretär ernannt und mit der Vertretung des Bundeskanzlers in Angelegenheiten des" Sicherheitswesens betraut. Reichsdeutsche Truppen lieder des Kabinetts in das Solowrat- Palais. angefordert Prag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. als er Informationen über die Vorbereitungen zum Anmarsch deutscher militärischer Formatio nen auf die österreichische Grenze erhielt, sämt liche in Prag anwesenden und erreichbaren Mits Von diesem Zeitpunkte an tagen die politischen Minister in Permanenz und halten sämtliche Berlin. Das Deutsche Nachrichten- Büro Nachrichten über die Ereignisse in Desterreich und teilt mit: Minister Seys Inquart hat an den in Deutschland in Evidenz. Der Vorsitzende der Reichskanzler Hitler nachstehendes Telegramm Regierung und der Miniſter für Auswärtige Anz gerichtet:„ Die provisorische österreichische Regie- gelegenheiten stehen mit unseren Vertretungsbe= rung, der nach der Demission der Regierung hörden und Gesandten im Auslande in Fühlung. Schuschnigg ihre Aufgabe darin ficht, die Ruhe Die tschechoslowakische Regierung verharrt in und Ordnung in Desterreich wiederherzustellen, ihrer Politik der Ruhe und Besonnenheit, welche richtet an die deutsche Regierung die bringende in der öffentlichen Meinung nach der Formulie Bitte, fie in ihrer Aufgabe zu unterstützen und rung der tschechoslowakischen politischen Linie ihr zu helfen, Blutvergießen zu verhindern. Zu durch den Vorsitzenden der Regierung in dessen diefem Zwede bittet sie die deutsche Regierung, Parlamentsrede die volle Unterstüßung gefunden hat. um die baldigstmögliche Entsendung deutscher Prag mobilisiert nicht Truppen. Seyß- Inquart." Berlin.( Reuter.) Die Reichsregierung ist heute abends zusammengetreten, um über die Maßnahmen infolge des Telegrammes des östers reichischen Miniſters Seyß- Inquart zu beraten. Mussolini gratuliert Hitler Mussolini hat Hitler in einem Telegramm zu der großzügigen Lösung der österreichischen Frage" gratuliert. VF- Führer In Haft Wien. Die Mehrzahl der Führer der Baterländischen Front wurde in Haft genommen und befindet sich im Polizeigefängnis. Der Bürgermeister der Stadt Wien Schmitz Dem Bundeskanzler wurden beigegeben zur wurde verhaftet. Die Leitung der Rathausange Vertretung in Angelegenheiten des Sicherheits- legenheiten hat der bisherige Vizebürgermeister wesens Dr. Kaltenbrunner, für politis Lahr übernommen. sche Willensbildung Major Klausner. Gleichschaltung Wiens Wien. Nadio Wien meldet um 0,20 Uhr, daß Vizebürgermeister 2 a hr mit der Führung der Geschäfte eines Bürgermeisters von Wien betraut wurde. Padilla, den Chorus der Klagen und Fras gen behutsam weiterführend: Der Adel, den ich, gebeichtet sei es Eurer Majestät mit aller Inbrunst, den ich verlassen habe, um meinen wahren Brüdern zu folgen, der Adel nimmt nicht nur unser Feld und Vich und eigen Blut. Er nimmt auch unser Gut. Er läßt den Soldaten nicht nur sterben, er läßt ihn auch steuern. solange er lebt, seine Familie auch steuern. Wir aber wünschen, daß Eure Majestät Soldat und Familie frei erklären von der Last." Prag. Einige ausländische Nachrichtenquellen verbreiteten Freitag Gerüchte über eine Mobilisierung in der Tschechoslowakei im Zufammenhang mit den Ereignissen in Desterreich. Das Tschechoslowakische Breßbüro ist von bet Tompetenten Stellen ermächtigt, alle Meldungen den biefer Art als absolut h i n fällig underfunden zu bezeichnen. Diese Meldung hat das Tsch.P.-V. am Freitag abends für das Ausland ausgegeben; wir stellen sie den Blättern aus dem Grunde zur Verfügung, weil auch in Prag unlautere Elemente ähnliche Erfindungen offensichtlich mit der tendenziösen Absicht verbreitet haben, Verwirrung in der öffentlichen Meinung zu stiften. Moskauer Sorgen Moskau. Der Oberstaatswalt Wyſchinſti hielt in der Freitag- Sigung der Hauptverhandlung gegen die Angehörigen des trotkistischen und Rechtsblocks die Schlußrede, in der er die Anflage wiederholte und die Aussagen der AngeHeß In Wien flagten und der Zeugen analysierte. Sodann beReuterschen Bureaus meldet um 0.36 Uhr aus bewegung nicht direkt beteiligt waren, ie 25 Wien. Der Wiener Korrespondent des antragte er folgende Strafen: für Rakowskii und Wesenow, welche an der VerschwörerWien, daß sich dort der Stellvertreter des Reichs- Jahre Kerker, für die übrigen 19 Angeklagten die kanzlers Heß aufhält. Todesstrafe durch Erschießen. Er drückte den beiden die Hand, ohne ein Vertrauen." Reif war der Entschluß des Königs. Wort zu sagen. Aber er reifte so schnell in ihm, daß dem Entschluß nicht die Zeit zum Blühen und Kräftesammeln blieb. Daß diesem Volte der Kardinal den Stock gegeben hatte, Karl fonnte es nicht verwinden. Seine Phantasie wanderte durch Ställe und Daß die Deutschen, in vier Einheiten ge Werkstätten. Sie führte ihn durch Häuser und teilt, zunächst den Toledanern, dann aber auch Hütten. So niedrig waren die Dächer, daß er den Städten Segovia, Salamanca und Valladie Stirn daran stieß. Auf dem Bettstroh lagen dolid zugeschickt würden, das war die Ordre, in verkrümmte Kinder. Sie träumten von Suchen und Spielzeug, doch sie träumten nur. Not überall. Die Not schrie nach ihm. Er wußte noch nicht, was er tun sollte, sobald er sich darüber beugen würde. die sich der König verliebte. Die Deutschen sollten zusammen mit den Brüderschaften marschne ren. Sie sollten ihnen zeigen, was Schritt und Der Tuchscherer, den Chorus zur RaketenTritt ist und Disziplin bis in das Knochenmart. gewalt steigernd: Gern wollen wir dagegen Reiter sprengten voraus, um den Städten steuern, was des Königs ist. Denn, was des Ein Märchen lebte in ihm auf. Gehört die königliche Gnade zu verkünden. Mit Jubel Deshalb deutete Padilla mit der stets in Wolfes ist, es gehört auch der Majeſtät. Der hatte er es noch in Flandern von Dottor Mat wurden die Reiter empfangen. Mit getelierter weißes Leder gekleideten Hand auf den feuchen König nimmt darum dem Adel alle Güter, er thys, dem Arzte. Der kannte Märchen wie eine Begeisterung durchtränkt, galoppierten sie zu dea den Riesen und sagte:„ Eure Majestät mögen gibt sie uns, er, der Eigentümer alles Eigentums. Amme. Er gab sie anstatt der Schlafpulver ein. marschierenden Kolonnen der Deutschen zurück. entschuldigen, wenn mein Freund mit Dresch Wir geben der Majestät alles zurüd, Straft und Erzählt hatte er, daß in Spanien die Könige nie- Sie rapportierten. lebendigſte Beweisstücke dafür, flegeln redet. Aber sein Herz ist weich wie Saft und Frucht und Fleiß. Gedanken und Ge- mals sterven. Scheint das Gegenteil, begraben daß in den spanischen Bürgerhäusern mehr als Wachs. Kocht es über, so nur in der Liebe zu fühl, Dienstwilligkeit und Kopf dazu!" die Menschen ihren Monarchen, dann klopft er Milch und Honig floß, welche Liebe ihnen, den Eurer Majestät. Da Eure gnädigste Majestät eines Nachts an den Sargdedel. Wesen, den Quartiermeistern, angetan worden war, welche geruhen, die Anliegen der Brüderschaften Huld- Tränen der Rührung im Auge, Psalmen Menschen unbekannt, hören das Signal. Sie Liebe man erst recht den Lieblingsfindern des vollſt zu den Ihrigen zu machen, so im wohl- frömmigkeit in der Seele und schon berauscht von schaufeln die Erde von dem Katafall. Sie brins König, herab bis zum letzten Bataillonsschneider, überlegten Resümé dieses: Zuviel ausländische der Gewißheit, daß alles Paradies aufblühen gen neue Rüstung, blankere noch. Sie bringen antum werde. Herren regieren im spanischen Land. Sie den und nicht mehr aufhören werde, warf sich der auch eine neue Seele König, stärfen nicht an uns, fte benten mur an ihren Sädel Tuchscherer in die Knie. Er umarmte die Fuß fere one Güte für den ene eine fin und an ihren Ruhm.. Deshalb ist es Pflicht Inöchel des Königs. Er bettete die Wange auf der Erde, um sich zu verjüngen, um sich blendenEurer Majestät: Absetzen die Ausländer! Mögen die königlichen Stiefel. Es weinte der Tuch- der zu schmücken. Sand und Kalt haben sich für sich sonnen, wo sie geboren wurden. Zuviel Ju- Scherer:" In den Gefängnissen des Adels, nicht ihn verwandelt in das magische Elixir, um ihm Sofitaates. Er bat, er befahl nicht. Ohne Stof welen und Gold werden aus spanischem Land Eurer Majeſtät, ſchmachten Angeklagte, die noch das nie verlöschende Leben wieder zu schenken. und ohne Schnvert! Das sollte so bleiben, um in die Fremde geschleppt. Darum die andere nicht abgeurteilt sind. Aber kehren sie eines So wurde der König immer wieder begraben. jeden Preis. Die Städte versprachen, sie verPflicht der Majestät: Verbieten, daß es geschehe. Tages aus dem Käfig heim, dann sind sie schon So stand er immer wieder auf seit einem sprachen alles. und streng ahnden an dem, der es verschuldet." Bettler. Ihr Hab und Gut ist schon entäußert, Jahrtausend. Und also meinte Karl. daß er Aber es traf eine besondere Sendung ein. Sofort brauste der Tuchscherer weiter: bevor noch ihre Schuld erwiesen ist. Ach. Mas wohl der wiedererstandene König sei. Eingeschla. Sie trug das Siegel von Salamanca. Sie wurde Soll der Adel Spaniens ewig, nur weil sein jestät, unsere Richter, nicht Söhne unseres Vol- fen wäre wohl nur seine Erinnerung für eine geöffnet. Es war ein graufiges Baket. Zwet Irurgroßvater einmal die Windel füßte, die ein tes, sondern Adel, landfremd und uns baſſend Weile. Wiedererstanden im Fleische- aber auch abgeschnittene Köpfe von Deutschen, ausgeblutet Prinz näßte, das Recht haben, auf Gütern, ihm seit der erſten Stunde ſeiner Ankunft, urteilt so. im Geist! Wiedererstanden für sein Land! Aber schon, schon ausgehöhlt. Nur die Augen waren von einer schwachsinnigen Wöchnerin geschenkt, Er mästet sich so, er stinkt so pestilenzialisch von geblieben, ein blaues, wässeriges, zerronnenes zu faulenzen? Ist es nicht nüßlicher, alle diefe Ueberfettung und Ungerechtigkeit!" Kristall, und als die beiden von beizender Essenz guten Aecker aus den toten Händen in unsere durchtränkten Menschenhäupter berührt wurden, lebendigen zu geben, damit wir genug haben für zerbröckelte die gegerbte Haut in den Händen der Kind und Kindestind, die ja nichts anderes sind Selfenden. als die Armee Eurer Majestät?" Als der Tuchscherer seinen schweren Körper mühselig wieder aufhob, als er aus verträntem Gesicht den König anblickte, da streckte Karl die Arme. für welches Land? Es lag in der Dürre. Es lag in der Not. Es war müde geworden, o, so müde des Stodes und des Schwertes! ,, lleberall die Aussöhnung ohne Stod, ohne Schyvert, nur durch die Vernunft, nur durch das VII. Karl bat die Städte um Subvention seines ( Fortseßung folgt.) Mr. De des führt demo einen Com Tebri bene Hebe eine auf der SK ton Ксі Fin Eb Mo aus Ru da an haj üb ૨૨:20 bi S In CO de ndent ifung Bot Amt Deuts die einen inge ntion hän Schen 1 der Reat Cit nz Dr. hr, gen tio mts Nits ais. Chen idje und der Ins be ng. in dje te= nie en men Ite ຕາ. eit en m ir ES te g i D BO Mr. 60 Samstag, 12. März 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel kommt ein solch abwegiger Gedanke gar Der Überfall auf Mieser Sozialdemokratenie in feinen antreten Sinn. Vier SdP- Leute verurteilt Armer Schuster! In einem Walde bei Bad Königstart wurde der 78 jährige Schuhden. Aus einem in seiner Wohnung hinterlassenen Brief war zu entnehmen, daß er infolge Erwerbslosigkeit bedingt keinen Heller beſize. Da er seinen Mitmenschen nicht zur Last fallen wolle, bleime ihm nichts anderes übrig, als durch Selbstmord sein Leben zu beenden. In der sozialdemokratischen Arbeiterschaft| Willischen und zwei SDP- Angehörige aus Unters machermeister Wenzel Gör I erhängt aufgefundes Miefer Bezirtes ist noch der feige ausge- Sekerschan als Haupträdelsführer des Ueberfall führte Ueberfall von SdP- Leuten auf ſozial- trupps fest. Sie hatten sich jetzt vor dem KreisDemokratische Arbeiter in Erinnerung, die von gericht in Pilsen zu berantivorten, das ihre einem im Juni vorigen Jahres stattgefundenen Hauptschuld an dem Ueberfall einwandfrei feit Sommerfest in Hermannshütte nach Mies zurück ſtellen konnte. Zwei der Angeklagten erhielten je lehrten. Die SDP- Leute hatten sich mit verschie brei Monate Kerker, verschärft durch eine benen Schlagiverkzeugen ausgerüstet und die Faste wöchentlich, außerdem wurde ihnen das leberfaller en tätlich angegriffen. Ga tam zu Gemeindewahlrecht aberkannt. Die Verurteilung 10. März fand im„ Reichenberger Hof" in Anweseneiner fúhweren Nauferei, in deren Verlaufe es erfolgte unbedingt. Die beiden anderen An- heit des Präsidiums der Reichenberger Meſſe und des auf beiden Seiten Verlegte gab. Die Erhebungen geklagten wurden zu je vier Wochen Kers Lotterie- Ausschusses die Ziehung der Reichenberger der Gendarmerie stellten zwei SdP- Leute aus ferbedingt berurteilt. SdP- Funktionäre unterhalb des Tagraumes Klappte der Schalendeckel, der wegen der Mitnahme des Rohres geöffnet war, zu und fiel auf die Röhre, die da artig traf, daß dieser durch den plöglichen Stoß aus der Schale geschleudert wurde und in den 330 Meter tiefen Schacht stürzte, wo Kuriere des Dritten Reichs burdh feitlich verfchoben wurde und Stupta bers Karlsbad.( E.-B.) Durch einen Zufall konnte die Verbindung der SdP mit dem Dritten Reich wieder einmal aufgezeigt er niet werden. Einigen EdP- Funktionäre aus Kleinschüttüber in dem Moment zu betreten, als sie mit vollen Rucksäcken aus dem Dritten Reich angerückt kamen. In den Rudsäcken befanden sich Bücher und Broschüren, darunter Presseerzeugnisse von Hans Krebs und anderen fudetendeutschen Emigranten. Die Verhafteten Schwarz und Stelzer aus Kleinschüttüber wurden einem scharfen Verhör unterzogen. Durch ihre Aussagen und die weiteren Nachforschungen wurde festgestellt, daß der verunglückte Transport nicht der erste dieser Art war. Die Erhebungen führten weiter dazu, daß auch der Kreisleiter- Stellvertreter von Marienbad sowie der Leibchauffeur Nesweda eines hohen Sdp. Funktionärs verhaftet wurden. In Eger wurde der Chauffeur der Hauptleitungsstelle der SDP, Sepp Hauptmann, verhaftet. Der Abgeordnete Köllner versuchte die Verhafteten wieder freizubekommen. Neber feinen Auftrag fuhr sein Chauffeur in Eger in die Krebitanstalt und ließ sich dort das von Köllner angeforderte Geld aushändigen. Köllner glaubte, mit ungefähr 70.000 Kč feine Parteifreunde loslaufen zu können. Das Gelb übernahm aber ein Beamter der Finanzbezirksdirektion in Eger und die Verhafteten blieben weiter in Haft. Sonderbare Kameradschaft Plan. Die Zeitung des Bundes der Landwirte ,, Deutsche Westböhmische Stimmen" schreibt in einem Bericht über die Versammlung der Sudetendeutschen Partei in Einsiedl zum Schluß: Ziehung der Reichenberger Messelotterie. Am Messelotterie statt. 9017 Treffer im Gesamtwerte bon 350.000 Kč gelangten zur Verlosung. Der erste Haupttreffer im Werte von 100.000 Kč fiel auf die Werte von 30.000 Kč auf die Losnummer 267.965, Lesnummer 116.420. Der zweite Haupttreffer im der dritte Haupttreffer im Werte von 10.000 Kč auf die Losnummer 265.106. 100% Ceres Schicht Seite 3 S Ausgiebig- und darum sparsam! Das ist ein Vorzug, den Hausfrauen bei Ceres besonders hoch einschätzen! Er beruht darauf, daß Ceres ein 100% ig reines Pflanzenfett ist. Ceres das leicht verdauliche Pflanzenfett! er mit zerschmetterten Gliedern auf der Schacht Kommunistische Verleumder gefunden haben, niemals geplant worben find, daß sohle tot aufgefunden wurde. Stupka war verheiratet und hatte zwei Kinder. ,, Aufgefallen ist in dieser Henlein- Versammlung die Vertraulichkeit des Regierungsvers treters mit den SdP- Funktionären. Er wurde vom Staffier der SDP zum Abendessen eingeladen und hat diese Einladung angenommen. Echließlich hat Herr Diener den Regierungsvers treter mit seinem Privatauto nach Marienbad befördert. Manche..Hraničaři" scheinen sich mit den SdP- Leuten verbrüdern zu wollen. Wir hindern sie daran nicht. Fragt sich nur, wer da einmal das Gefühl hat, als wäre er aus einem bösen Grauen erwacht." Ein entsetzliches Unglück ereignete sich auf dem Alexander- Schacht in Herrlich bei Dur. Kurz vor der Ausfahrt der Belegschaft führte der 43jährige Arbeiter Franz Stupka mit einem Arbeiter die vorgeschries bene Probefahrt mit der Förderschale durch, bei welcher Gelegenheit die beiden ei 3 Meter lan ges Eisenrohr mitnahmen. Etwa 15 Meter Ringkampf im Schlamm Neuer ,, Sport" in USA ALPA Franzbranntwein für Gripperekonvaleszenten zur Erfrischung und Stärkung ALPA Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Mittwoch, 16. März, 18.40 bis 13.45: Ar. beitemarkt 18.20 bis 18.40: geitfragen der Weltwirtschaft( Franz Rehwald- Reichenberg) 18.40 bis 18.50: Soziale Informationen. Freitag, 18. Mära, 18.35 bis 18.45: Aktuelle zehn Minuten. ( Die Arbeitersendung am Sonntag, den 13. März, entfällt wegen einer Uebertragung aus Brünn. Die allsonntäglichen Fünfminuten- Vorträge im Byllus„ Für Volt und Frieden" entfallen infolge der Einstellung des Straschnitzer Genders bis auf weiteres.) Jm Moskauer Prozeß hat der Angeklagte Tschernov den Führer der russischen Menschewiti Theodor Dan beschuldigt, dieser habe ihn Tschernov" in Verbindung mit dem deutschen Spionagedienst gebracht. Dan hat, wie wir am Dienstag meldeten, erklärt, daß er Tschernov nic in feinem Leben gesehen habe und auch niemals mit ihm in Verbindung getreten sei. Nun wendet sich auch der Sekretär der Sozialistischen Arbeiter Internationale Friedrich A dler gegen diese Verleumdung. Er schreibt in einem an Dan gerichteten Briefe u. a.: Konrad Adolf... Dem ,, Kameraden" Wondratsch in Klein- Tehwitz wurde kürzlich ein zehntes Kind geboren. Das hat die Henleins so gefreut, daß sie Stonrad Henlein persönlich ersuchten, die„ Ehrenpatenschaft" dieses Kindes zu übernehmen. Die Kameraden Kottet und Brosch nahmen in Vertretung des Führers" an der Taufe teil. Der fleine Kamerad erhielt den Namen Konrad und Adolf! Das Bnaimer Wochenblatt" hat vorsichtigeriveise den zweiten Namen verschwiegen, aber das Bnaimer Tag blatt" hat es unbedenklich ausgeplaudert. Was ist denn auch schon dabei, wenn ein Patenfind Henleins Konrad- Adolf getauft wird? Nur ein böswilliger Marrist kann das als eine Ehrung Adolf Hitlers auslegen. Einem loyalen HenleinAls wir unser Protesttelegramm an die Sow jeiregierung fandien, konnte feiner von uns ahnen, daß ein so naher Freund, wie Sie es find, in das ,, Amalgam", das für jeden Moskauer Prozeß fabriziert wird, einbezogen würde. Die Beschuldigungen, die gegen Sie erhoben werden, sind so lächerlich und so fern aller Realitäten, daß nicht nur ich, der ich in innigster Freundschaft mit Ihnen verbunden bin und Ihr politisches und privates Leben in allen Einzelheiten fenne, sondern ebenso alle Mitglieder der Exekutive der S.A.3., die Sie aus der ständigen Zusammenar beit in den fünfzehn Jahren, die die S.A.J. be steht, persönlich kennen, von tieffter Entrüstung über die infame Verleumdung erfüllt sind. Aber diefer kleine Ausschnitt aus der großen Tragödie, die sich in Moskau abspielt, ist typisch für die skru pellosen Methoden der Stalinschen Juſtiz. Der Fall ist ein wahres Schulbeispiel für eine gewisse Seite der Moskauer Schandjustiz. Die Angeflagten in den Moskauer Prozessen, die der abscheulichsten Verbrechen beschuldigt werden, die geradezu als der Abschaum der Menschheit hingees niemals einem von uns in den Sinn gefom men wäre, nicht nur derlei zu beginnen, sondern auch nur daran zu denken. Bei dieser Gelegenheit fagt aber der Vorsisende der S.A.3. dem Smeral noch ein politisches Wort, das an alle Kommunisten gerichtet ist: stellt werden, werden andererseits der Welt als Stronzeugen der Wahrheit vorgeführt, nicht nur, wenn sie sich selbst beschuldigen, sondern auch wenn sie sich gegen andere als er offo Verleumder verwenden lassen. Auch der Vorsitzende der S.A.J. I. Louis de Brouquère wendet sich in ähnlicher Weise gegen die ebenso bösartige wie absurde Verleumdung". Ebenso tritt de Brouquère gegen eine Aeußerung des tschechoslowakischen Senators Dr. Smeral auf. Dieser hatte nämlich de Brouquère in einem Artikel gefragt, ob er wisse, daß Dan mit der deutschen und japanischen Polizei und mit den faschistischen Generalstäben" Verbin dung gehabt hätte. De Vrouquère antwortet Smeral flar und präzis: Und schließlich, ist es nicht unerhört, daß in dem gleichen Aufsatz, in dem er mich und meine Genossen als die Schuldigen solcher Niedertracht ansieht, Smeral uns die Aktionsgemeinschaft vorschlägt: Die gemeinsame Aktion setzt vor allem eines voraus: einen ganz anderen Begriff von der menschlichen Würde und der Achtung, die einer dem andern schuldet. Verleumden und Zusammenarbeit mit den Verleumdeten das zu verlangen, blieb den Kommunisten und Herrn Smeral vorbehalten. Ein Fünferpakt? Warschau. In Besprechung des römischen Besuches des Außenministers Beck stellt die Freis tägige offiziöfe ,, Gazeta Polska" auf Grund von inspirierten Mitteilungen fest, daß die italienische Regierung Polen in bezug auf die eventuelle Heranziehungen Polens zu einem Fünferpakt ge= wisse Zusagen gemacht habe. Gleichzeitig berichtet die ,, Gazeta Polska", daß seitens der italienischen Regierung feine Forderung betreffend des Beitritt Polens zum Antikomintern- Palt gestellt worden seien. Erfolgreiche chinesische Flieger Shanghai. Zvei chinesische Flugzeug- Ges schwader unternahmen Donnerstag abends einen Anflug auf Nanting, wobei sie chinesischen Berichten zufolge zehn japanische Flugzeuge, die sich auf dem Flugplay befanden, vernichteten. Der Angriff kam so plöblich, daß die japanischen Flugabwehrbatterien das Feuer überhaupt nicht eröffneten. Mitteilungen aus dem Publikum. Der Gripperekonvalefsent fühlt allgemeine Schwäche und Ermüdung. Die Muskeln sind schlaff. die Nerven abgespannt. Maffieren Sie sich über ärztliche Vorschrift mit Alpa- Franzbrannivein. Dies erhöht den Blutkreislauf, ſtärkt die Muskeln, belebt Ich weiß nichts von derlei Abmachungen, aus die Nerven und hebt die Tatkraft. Zerstäuben Sie Hunderterlei guten Gründen. Der entscheidende Alpa in Wohn- und Gesellschaftsräumen! Hiedurch Grund ist, daß solche Abmachungen niemals stattgründliche Luftdesinfektion. Fragen Sie Ihren Arzt! beginnt ein gewaltiges Weiffonzert. Der damit ich ſehen, daß ſeinem Siege nichts als der Um- gen. Lyndgefahr! Der nächſte Kampf zeitigt len und Schreien sein Gegner tritt ein. Es ist start, er ist vielleicht stärker. Man kann deut- gestellte den feigen Rohling in seine Kabine brin Bedachte droht bloß und verspricht einigen eine stand im Wege steht als eben sein Gentlemantum. dasselbe Ergebnis. Der Held, dem der Zuschauer tüchtige Tracht Prügel, was den Lärm nur noch Er hindert ihn, unfaire Tricks zu gebrauchen. Er Sympathien gehören, unterliegt dem Schurken, In jüngster Zeit sieht man in Bilderblättern steigert. Er ist mit ſeinem kurzen Schnurrbart ist die ganze Zeit vollkommen forreft in feinem weil er die schändlichen Stampfmethoden seines Photos, die irgendeinen spannenden Moment eines und Stiernaden eine unerfreuliche Erscheinung, im Verhalten, während sein Gegner an Roheit nichts Gegners verabscheut. Tas ganze ist nämlich nichts als Schwvindel Ringlampfes wiedergeben, dessen Partner über Film könnte er einen abgefeimten Schurken spielen. zu wünschen übrig läßt. Was sagen Sie dazu, Der Gong ertönt. Der Gentleman geht auf daß der Gentleman auf den Schurten zuläuft und und Theater, und die Zuschauer wissen dies und über mit Schlamm beschmiert sind. Um in New York einen solchen Kampf mitzuerleben, geht den anderen zu, um ihm die Hand zu reichen, der dieser im letzten Augenblick den Angriff dadurch schr wohl. Uebermorgen findet der nächſie aber lehrt ihm den Rücken. Nicht einmal begrü- abweist, daß er dem anderen den Mittel- und den Schlammlampfabend statt und das Publikum wird man am besten ins Hippodrom, einen Riesensaal. auf deſſen täglich wechselnden Veranstaltungen ßen will er ſeinen Gegner. Neues Geheul. Aber Zeigefinger in die Augen bohrt? Oder wenn er Beuge des erfreulichen Ereignisses werden, daß der Kampf muß beginnen. Der Gentleman watet den feinen Menschen auf den Bauch wirft, sich ihm alle Tricks des Schurken dem Helden gegenüber man sich abonnieren fann. Theatervorstellungen, im Schlamm vorwärts, er ist nicht bange, seinen aufs Gefäß fezt und ihm dann den Fuß in einer versagen! Uebrigen? braucht man um die edlen Vor- und Ningmeetings, politische und religiöse Mut zu zeigen. Der Schurte" schleicht beständig Weise umbiegt, daß der Mißhandelte in furcht- Körperteile, die scheinbar so arg behandelt iverVersammlungen bilden das Repertoire. Die Zuichauer der Schlammfampfabende sind meist Män- um ihn herum, er iſt feige, was das Publikum bare Schmerzensschreie ausbricht. Der Schieds- den, nicht bange zu sein. Im letzten Augenblick cmpört. Den Augenblick, da der Gentleman sich richter muß einige Male einſchreiten und gerät wird der Finger nach oben gebogen und gegen das ner in Sportdreß, aber auch Frauen, die sogar ihre büdt, um sich etwas vom Schlamm zu reinigen, dabei fast selbst in den Kampf mit dem Schurken, Stirnbein gedrückt, und wer weiß, wieviel Kraft fleinen Kinder mitbringen. benüßt der andere, um mit einem teuflischen Trick der seine teuflischen Griffe nur nach langer Nöti- der eine Kämpfer aufwenden muß, um dem an deren gellende Wehrufe zu entlocken. Manchmal Wir sind Zeugen eines Schwergewichtskamp- dem Gegner den Unterarm gegen Mund und Nase gung für einen Moment unterbricht. fes. Die Zeitnehmer sind bereit. Der Schieds- zu drücken, so daß er feine Luft bekommt. In Nach dreizehn Minuten ist der Kampf vorbei. wirkt übrigens noch eine Person mit, die den richter nimmt ihre Generalien auf. Gewaltiger diefer peinlichen Lage bleibt er einige Minuten. Der Schurke hat den Helden wieder in die Bauch Schiedsrichter und den Schurken voneinander trenBeifall ertönt plößlich aus einer Ecke des Audito- da erst schreitet der Kampfrichter ein. Das Pu- lage gezwungen und drückt nun deſſen Haupt in nen muß. Das kostet die Direktion aber pro riums: der erste der beiden Kämpfer tritt ein, blitum ist über so viel Roheit und Feinheit ganz den Schlamm. Kurz vor dem Verröcheln wird er Abend zehn Dollar mehr. ein fescher Mann in Badehose mit flott und unter außer sich. Aber nun ist der Kampf in vollem durch den Schlußpfiff wieder ins Leben zurückge= reichlicher Anwendung von Brillantine gezogenem Gange. Die beiden wechseln die Griffe, sie wer- rufen. Der Schurke hat gewonnen. Ein tolosa Scheitel. Er wird vom Ning aus vorgestellt und fen sich gegenseitig über die Köpfe, fliegen gegen les Pfeiffonzert setzt ein. Das Publikum ist eben der Beifall dröhnt, da er seine Muskeln spielen die Seile und schnellen von hier mit gesammelter doch besser als man dachte. Es hat keine Freude läßt. Auf die Damen wirkt er, man sieht es, als raft aufeinander los, bohren dem Gegner den an diesen Brutalitäten und ist von tiefem Harm ein Held, aber auch die jungen Leute sind begei- Kopf in den Magen, so daß beide gleichzeitig rück- darüber erfüllt, daß das Böse über das Edle den stert von ihm, den sie beneiden. Nun ertönt eu- lings in den Schlamm fallen. Der Gentleman Sieg davonträgt. Deshalb müffen auch vier AnTritt man aber nach der Vorstellung hinaus in das Lichtmeer der 42. Avenue, so kann man an der nächsten Ecke einen blinden Mann veovachten, wie er den Vorübergehenden Streichhölzer feilbietet. Er ist ein ehemaliger Borer berühm= ten Namens, den die vielen Knockouts ums Augenlicht gebracht haben... ( bn) Seite 1 SamStag, 12. März 1938 Nr. 00 ..Was wollen Sie am Nordpol..I“ Interview mit Prof. Otto Schmidt an Bord des Eisbrechers„3ermak" Der berühmte Polarforscher Uber die Aufgaben und Erfolge der Papanln>Leute Kopenhagen.»Nehmen Sie einen Kognak vom Kaukasus, dieselbe Sorte, die wir am Nord-! pol tun 20. Mai des verflossenen Lahres getrunken haben, grade als wir mit unseren Flugzeugen, gelandet waren...? Oder ettvas Kaviar und| Fruchtsalat, denn mit diesem Festmahl haben wir! die erste Nacht gefeiert, die wir direkt auf dem I Nordpol verbrachten.. So begrüht Prof. Otto Schmidt die dänischen Journalisten, die vom Lotsen-Boot an Bord des Eisbrechers„Lerma!" klettern, gemeinsam mit dem Lotsen, der das imposante Schiff durch die dänischen Gewässer, den Großen Belt, steuern soll, um dann mit„Polldampf voraus!" ins Eismeer den Papanin-Leuten entgegenzueilen. Ln fieberhafter Eile hat man in Kronstadt dieses beste„Pferd im Stall", den Riesen unter Ruß« landS Eisbrecher-Flotte, ausgerüstet, einen ruhmreichen Veteranen im Polarmeer, mit dem nach Prof. Schmidts Ansicht, selbst wenn alle anderen Versuche scheitern sollten, die Bergung der Papa- nin-Leute von ihrer Eisscholle nebst ihrem wertvollen wissenschaftlichen Material auf jeden Fall möglich ist. 180 Mann beträgt die Besatzung, außerdem Prof. Schinidt nebst seinen 25 Mitarbeitern, Wissenschaftlern, Fliegern, Journalisten und einer charmanten— Aerztin. Prof. Otto Schmidt ist unter der Elite der Polarforscher von heute fraglos das„Atz". Er sieht eigentlich älter aus als seine 40 Jahre, das macht wohl nicht nur der massive Vollbart, sondern man vermeint, ihm die Strapazen seiner heldenhaften Tscheljuskin-Fahrt und seiner jüngsten Nordpol-Expedition anzusehen. Aber lächelnd bestreitet Prof. Schmidt die„laienhafte" Annahme, daß man am Nordpol nicht„komfortabel" lebe: „Ich war selbst 10 Tage am Nordpol und kann Ihnen versickern.— wir lebten genau so gut wie in Paris! Bon Pemminkan- und Bisquit- Nahrung kann gar keine Rede sein, wir— und ebenso die Papanin-Leutel— hatten alles, was das Herz begehrt. Jeden Tag ein anderes Menn! Man könnte es sonst garnicht solange aushalten in der Arktis— und wenn wir das nicht vorher organisiert hätten, dann hätten wir niemals unsere großen Polar-Ersolge erreichen können. Ein Beispiel: wenn das weibliche Mitglied einer unserer Polar-Erpeditionen auf Franz-JosefS-Land — mit Zwillingen niederkommen konnte, dann können wir wirklich sagen, daß wir in der Arktis Fuß gefaßt haben. Das ist nämlich auf einer unserer Expeditionen passiert!" Damit weichet sich daS Gespräch der am meisten interessierenden Frage zu. Seit Jahren beobachtet die Welt den verwegenen, ja gradezu phantastischen Einsatz der Rusten an Menschenleben und Material am Nordpol, seit Wochen bangte man um daS Schicksal der vier Papanin-Leute auf ihrer treibenden, zuletzt geborstenen Eisscholle—: Was wollen die Rusten eigentlich am Nordpol...? Fuß fassen am Nordpoll „Unsere Idee", erklärt Prof. Schinidt, „zum Nordpol zu fliegen und durch längeren Aufenthalt dort die Polargegend wirklich zu erforschen, ist ja an sich nicht originell. Dasselbe schwebte als Ziel ja einem Nansen, einem Andrö, einem Amundsen vor, und vor einigen Jahren erst wollte der Engländer Martin Lindsatz zum Nordpol mii dem Luftschiff fliegen und sich dann auf dem Eise durch die unerforschten Regionen treiben lassen. Wir sind die ersten, die solche Pläne auSgeführt haben, und zwar mit Hilfe von Flugzeugen. Unser Ziel ist kein anderes als bei unseren Vorgängern: die Nqrdpol-Regionen so intensiv zu erforschen, daß man wirklich in der Arktis— Fuß faßt l Die Papanin-Expedition und vor allem die Tatsache der Ueberwinterung am Nordpol beweist,, daß wir unser Ziel erreicht haben. Die technische Vorbereitung war ganz ans die Schtvierigkeiten des großen Zieles eingestellt, und jeder wird zugeben, daß große wissenschaftliche Resultate erreicht wurden. Zum ersten Male konnten eine längere Zeit hindurch regelmäßig täglich meteorologische Berichte aus einem Gebiet gesandt werden, daS tatsächlich bis dahin unerforscht war. Wir haben erkannt, daß der hohe Luftdruck und das ruhige Wetter, daS nach unseren früheren Annahmen in der Nordpol-Gegend herrschen sollte, in Wirklichkeit nicht existiert. Das Klima ist dort genau so Vom Rundfunk CMWtehlenswerte> aus den Proirammaai Sonntag: Prag, Sender k. 7.80 Konzert aus Karlsbad. 9.00 Ueberlragung aus Böhm.-BudlveiS: L. Schmidt: Mista SolemniS. 13.20 Unterhaltungskonzert. 14.16 Deutsche Arbeitersendung: Abg. Wenzel Jaksch: Der Parteitag der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. 17.40 Deutsche Sendung: Orchesterkonzert: Sudetendentsche Komponisten dirigieren eigene Werke. 18.46 Sportbericht vom Sonntag. 19.10 Militärmusik. 20.80 Festkonzert aus Budweis. 22.36 Tanzmusik.— Brünn. 15.16 Deutsche Sendung: Zur Frier des 120. Geburtstage- von Reiffeisen: Konzert. 17.86 Deutsche Sendung: Dr. Glück: Deutsch-tschrchische Kultnrbezie- hungen in Mähren.— Pretzbnrg: 10.20 Kompositionen von Joh. Strauß.— Mähr.-Ostrau. 20.10 Uellokonzert. sturmreich Ivie anderswo, Papanln hat ja genug von Cyklonen zu berichten gewußt. Ferner wurden zum ersten Male Lotsungen in der direkten Umgebung des Nordpoles vorgenommen. Peary versuchte ja auf seiner Schlittenreise zum Pol die Tiefen zu messen. Bei 2300 Meter hatte er noch immer keinen Grund, aber weiter reichte sein Lot nicht. Wir haben an« ersten Tag, als wir am Nordpol waren, eine Lotung vorgenommen, die eine Tiefe von 4000 Meter ergab. Die vielfach vertretene Theorie von einem Kontinent in der Nähe des PoleS ist somit also entkräftet! Ferner sind unsere htzdrographischen Kenntnisse deS Polarmeeres revidiert worden. Es ist jetzt bewiesen, daß die warmen Strömungen deS Atlantik weit nördlicher verlaufen als man bisher annahm. Außerdem werden eine Riesenzahl von Wafferproben zu unserem Verständnis für das biologische Leben im Polarmeer beitragen. Luftlinie Moskau— Chicago via Nordpol? UebrigenS solle man sich, erzählt Professor Schmidt weiter, den Nordpol nicht so trist und tot vorstellen, wie man es im Allgemeinen tut. Kritik eines ksekmennes Im Lande des vervollkommnetsten Parla- mentarismus, im Dritten Reich, erschien ein Buch von Philip Gibbs unter dem Titel„England sprcht". Ln diesem Buche wird folgendermaßen vom englischen Unterhause gesprochen: „Wenn man von der Fremdengalerie auf das Unterhaus hinabschaut, sinkt einem vor all der Mittelmäßigkeit daS Herz in die Hosen. Jeder JmpillS fehlt. Die Männer in den beiden vordersten Reiben sind zwar ehrenwert, aber dumm. Mit wenigen Ausnahmen hat die Arbeiterpartei keine Führer von Qualität. In der konservative«: Partei fehlt jeder Anzeichen dafür, daß auS ibr jemals ein Führer erstehen könnte, der einen Funken vom"Feuer der früheren konservativen Führer in sich verspürte. Diese Partei ist eine zahrne Versammlung schaf»- ähnlicher Mitglieder, die sich, wenn die Glocke ertönt, stumpfsinnig im richtige«« Stall einfindet.. Den richtigen Eindruck von diesem Stall bekam man gerade in den letzten Wochen, als Chamberlain und Eden sprachen. Wie erhaben muß sich gegenüber dieser„zahmen Versammlung" der Deutsche Reichstag fühlen! ZugSunglück in Polen. Freitag früh um 6 Uhr entgleiste ein Personenzug auf der Strecke von Warschau nach Zdolbunowo. Zu dem Unfall kam eS bei Koivel. Der Gepäck- und der Postwagen, sowie drei Waggon- zweiter und dritter Klaffe stürzten um. Der Gehilfe deS Lokomotivführers wurde getötet, der Heizer leicht verletzt. Vier Personen, darunter drei Reisende erlitten Verletzungen. Schwiegertochter Ebertü verübt Selbstmord. Wie erst jetzt bekannt wird, ist vor einigen Tagen die Sck«wiegertock)ter des früheren Reichspräsidenten Ebert im Badezimmer ihrer Wohnung tot aufgefunden worden. Es ist noch nicht bekannt, ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt. Erfahrungen deS passiven Luftschuhe-. Der Chef der eidgenössischen Abteilung für den paffiven Luftschutz, Prof. Dr. von Waldkirch, hielt über dieses Thema in Bern einen Vortrag. Seinen intereffanten Schlußfolgerungen entnehmen wir: Aus den bisherigen Erfahrungen(Abessinien, Spanien, China) läßt sich I Märzgedenken 1848 Auf dem Wacholderberg bei Teplitz erhebt sich ein originelles Denkmal. Aus einer Anzahl von Gesteinsplatten, die die Namen der unilie« genden Gemeinden tragen, erhebt sich ein schlanker Obelisk und erinnert mit der Inschrift:„Madie Väter kämpfend errungen, sollen wachsam wahren die Jungen" an den Bauernbesreier HanS Kudlich. 60 Jahre steht nun diese- Denkmal und SO Lahre sii«d es her, daß der Märzsturm über die Kaiserstadt brauste und den Funken der Revolution zur hellen Flamme anfachte. Am 13. März 1848 kam eS in Wien zum ersten Zusammenstoß mit den« Militär. Unter den Verwundeten ist ein junger Student, dem ein Bajonettstich die rechte Hand durchbohrt hat. Arbeiter tragen den Ohninächtigen auS dem Ge- tümn«el und leisten Ihm die erste Hilfe. Wenige Monate später wird der Vierundzwanzigjährige in seiner schlesischen Heimat zum ReichSrat-abge- ordneten gewählt. Als Bauernsohn wejß er, Waden Bauern drückt: Im Wiener Reichstag stellt der Bauernsohn HanS Kudlich den Antrag auf Aufhebung deS Untertänigkeit-Verhältnisse- samt allen daraus entspringenden Rechten und Pflichten. Nach fünf Wochen wird der Antrag Gesetz. Ungeheuer ist die Begeisterung unter der Bauernschaft, Tausende bringen ihm einen Fak- kelzug, sein Name ist in aller Munde. AIS aber „Am ersten Tag, als wir am Nordpol waren, sahen wir Vögel, und oft genug wurden wir von Möven begleitet, die ihre Fischnahrung im Schmelzwasser de- Packeises finden. Unsere flie» genden Freunde haben also Jahre hindurch den Nordpol besucht— und wir haben ihnen im letzten Sommer da- Kunststück per Flugzeug nachgemacht". Jetzt stellt ein Berichterstatter Professor Schinidt die direkte Frage, ob nicht in Wirklichkeit das eigentliche Ziel der ganzen Nordpol- Arbeit die Herstellung einer Luftlinie: Moskau —Chicago via Nordpol sei? Hier antwortete Professor Schmidt sehr zurückhaltend:„Für unS ging eS nur darmn, den wissenschaftlichen BeloeiS dafür zu führen, daß ein längerer Aufenthalt am Nordpol möglich ist, den haben wir erbracht. Ich persönlich zweifle nicht daran, daß die Realisierung einer solchen Luftlinie möglich ist, wenn zuvor mehrere meteorologische Stationen im Polarmeer angelegt werden".—„Und wenn diese Stationen vom Eise abgetrieben werden?"— „Dann werden wir sie per Flugzeug wieder zurück transportieren!" Wie gesagt: hier kam Prof. Schmidt au- verständlichen Gründen nicht ganz mit seiner Meinung heraus. Al>er es besteht wohl kein Zweifel. daß der imposante Einsatz der Russe«: in der Arktis weniger rein theoretisch-wissenschaftlicher Forschung dient, al- dein praktischen Endziel: einer Revolutioniening der Luftverbindung zwischen den Kontinenten— via Nordpol! deutlich erkennen, daß nur eine Bevölkerung die Schrecken de- Kriege- erfolgreich bestehen kann, die gewillt ist, die schwersten Opfer auf sich zu nehmen unb welche wohlvorbercitet den Ueberra« schlingen standhalten wird. Entscheidend ist die Größe der seelischen Widerstandskraft.„Unsere Aufgabe", so sagte der schweizerische Fachmann, „besteht nicht darin, Boll und Staat bis ins Letzte z«» militarisieren, sondern die vorhandenen Mittel zum Schutz von Land und Volk au-zu- nützcn. Die Organisation deS paffiven Luftschutzes bildet aber nur da» Gerüst, welches die gesamte übrige Bevölkerung in ihrem eigensten Jn- tereffe ausbauen muß. Durch einen sorgfältig auSgebautcn passiven Luftschutz werden wir unS gegebenenfalls nicht nur bis zum äußersten verteidigen können, wir werden auch anderen Leuten den nötigen Respekt einznllößen vermögen. Ein aufgeklärte- Voll, daS den Willen aufl>ringt, sich gegen jeden Gegner zu widersetzen, wird sich auch zu schützen wiffen. Vom italienischen Flugwesen. In der Zeitschrift„Rassegna Jtaliana" veröffentlicht der UnterslaatSsekretär im Luftfahrtministerium General Valle einen Artikel über das italienische Flugwesen. Er geht davon a««S, daß das Flugwesen dazu bestimnit ist,«in Hauptelement deS Fortschrittes der Völker zu werden. Er sagt u. a„ die italienischen Apparate seien nicht erbaut worden, um Rekorde aufzustellen, sondern ausschließlich für die Erforderniffe ihrer praktischen Verwendung. Rekorde bilden allerdings eine Schlußprüfung, durch die die unbedingte Vollkommenheit des Apparates in bezug auf die Sonderverwendung, für die es erbaut wurde, bewiesen wird. Ausführlich schildert General Valle die hohe Enttvicklung deS Unterrichtswesen» für Flieger und Spezialisten. So wurden in Florenz eine Fortbildungsschule für Fliegerunterleutnants, die aus der Akademie hervorgegangen sind, in Roin eine Schule des Luftkriegs, in Viterbo ein Kurs für Fallschirmspringer, in Rom eine Segelfliegerschule für alle Fliegerosfiziere sowie sehr viele Fliegerschulen niederer und Höherer Ausbildung in ganz Italien geschaffen. Zyklon tötet Ploisiagenarbeiter. Es bestehen Befürchtungen, daß in den Plantagen im Ge- birgSdistrikt Dibrugarn, wo eine Zyklon wütete, viele Arbeiter um» Leben gekommen sind. AuS den Trümmern der Hütten wurden bereits 26 Tote geborgen, nach weiteren wird geforscht. 46 Personen, darunter Frauen und Kinder wurden in» Krankenhau» übergeführt. Horak— dreißig Jahre Zwölf Stimmen: Schuldig! Prag.—rb— Nach Abschluß deS Beweis- verfahrens war die Freitag-Verhandlung auSge« füllt durch die Plädoyers und die Urteilsfällung. Staatsanwalt Dr. Andres summierte die belastenden Momente und bat die Geschworenen, sämtliche Schuldfragen zu bejahen. Die Verteidigungsrede de» Anwalts des Angeklagten, Tr, P ö s l, wurde zum größten Teil unter Ausschluß der Oeffentllchkeit gehalten. Soweit sie der Oef- fentlichkeit zugänglich war, berief sich der Veriei- diger darauf, daß der Angeklagte eher in die Pflege einer Heilanstalt gehöre, als in die Strafhaft. Die Geschworenen bejahten nach längerer Beratung die Schuldfragen auf das Verbrechen des Meuchelmordes, auf das Verbrechen des Be t r u g e s durch Fälschung einer öffentlichen Urkunde und auf die Uebertretung de» Diebstahl» mit allen zwölf Stimmen, die Schuldfrage auf das Verbrechen der Münzfälschung mit neun Stünmen. Nach der gemeinsamen Beratung de» Gerichtshofes mit dem Geschworenenkollegium verkündete der Vorsitzende daS Urteil,% durch welche- der Angeklagte Josef Kamil H o r ck k im vollen Umfang der Anklage schuldig erkannt und zu dreißig Jahren schweren Kerker- verurteilt wurde. Der Verurteilte erklärte die Strafe anzunehmen und sofort anzutreten. Flugzeugabsturz. Auf dem Flughafen Viterbo bei Rom, stürzte ein Militärflugzeug kurz nach dem Start ab. Die aus fünf Mann bestehende Besatzung fand den Tod. Da- Journal der Abenteuer. In Amerika erscheint seit langem, wie in anderen Ländern mich, eine Zeitschrift, die sich„Journal der Abenteuer" nennt, und alle möglichen Reiseberichte, Romane und Erzählungen au» fünf Weltteilen bringt. Zu Begrün des vorigen Jahre- hatte die Zeitschrift einen ausgezeichneten Einfall: sie schuf eine Rubrik„Kleine Anfragen", und jetzt teilt die Redaktion mit, daß sie im Jahve 1987 auf 4000 Anfragen Antworten erteilt habe—«» ist bei weitem der mühevollste Teil der Redaktion-arbeit, und e- mußte eine eigene Abteilung dafür geschaffen werden. Man wird die» ohne weitere- glauben, wenn man z. B. erfährt, daß ein Leser, der eine Weltreise auf dem Motorrad antreten wollte, eine genaue Route der Straßen quer durch Asien wiffen tvollt«. Die Redaktion hat sich an einen Chinakenner und Asien-Forscher gewandt, und dieser hat in Forni eine» Artikel» von Allge- mein-Jntereffe die gewünschte Antwort gegeben. Ein anderer Leser schrieb, er beabsichtige den Rest seine» Lebens irgendwo zu verbringen, wo es am meisten Früchte verschiedenster Art gäbe. Er wollte mich Galapago» gehen. Die Zeitschrift klärte ibn darüber aus, daß er lieber sein Hau» auf den Abhängen de» Kirikwi-Berge» in Panama bauen sollte; dort ist der Fruchtreichtum am größten. Die Redaktion verrät, wie sie zu ihren Kenntnissen gelangt; Mitarbeiter von so universellem Wissen sind einfach nicht aufzutreiben. Sie hat daninr ein Preisausschreiben veranstaltet, und eine neue Kartothek von Forschern, Großwildjägern, Kapitänen, aber auch einfachen Touristen angelegt, und jetzt kann sie keine Frage mehr verblüffen. Veränderlich! In Mitteleuropa herrscht nunmehr veränderliches und etwa» kühlere» Welter mit Schauern vor. Auf den Bergen fällt zeitweise Schnee und die Temperaturen verblieben dort 2 bi» 4 Grad unter dem Gefrierpunkt. Auch in den Niederungen ist ein weiterer Temperaturrückgang ein- getreten, so daß z. B. in der Republik die Nachmit- tagS-Teinperaturen am Freitag überall unter 10 Grad lagen. Bon Westen her breitet sich über da» Festland ein Druckhoch au» und infolgedessen dürste sich der allgemeine Witterungscharakier allmählich bessern. Wahrscheinliche» Wetter Samstag: Veränderlich mir Schauern, mäßig kühl, auf den Bergen Frost, Nordwest- bi» Nordwind. Wetteraussichten für Sonntag: Wechselnde, im ganzen jedoch abneb- I inende Bewölkung, Temperatur wenig geändert Nordwest- bi» Nordwind, im Oktober noch einmal da» revolutionäre Wien aufsteht, da» Zeughaus genommen und mit den aufständischen Ungarn konspiriert wird, schließt die Arm« des Fürsten Windischgrätz den eisernen Ring um die Kaiserstadt. Vergebens bemüht sich Kudlich, die Bauern al» Landsturm zum Entsätze Wien» zu sammeln. Die Reaktion erstickt jede freiheitliche Regung, der Reichstag, der zuletzt in Kremsier tagte, wird aufgelöst und nun droht den Abgeordneten der Linken Galgen oder Kerker. Abenteuerlich ist die Flucht Kudlich». Zusammen mit seinem Freunde Bioland schlägt er sich auf Feldwegen unerkannt durch Mähren und Schlesien, wird bei Lägerndorf voy seinem Vater über die Grenze gebracht, ein heünatloser Emigrant, der noch in Sachsen und Baden unter dem Freiheitsbanner dient, bis ihn die preußischen Bajonette zum Uebertritt auf Schweizer Gebiet zwingen. In der Schweiz warf sich Kudlich auf das Studium der Medizin. Er tat recht daran, sich mit dem Studium zu beeilen, denn auf Drängen der österreichischen Regierung mußte er 1863 die freie Schweiz verlassen. Amerika war sein neues Ziel. Auf dieser Fahrt aber begleitete ihn schon seine junge Frau, Luise Bogt, eine Tochter de» Schweizer Naturforscher» Karl Vogt. In Hoboken("lew flork) machte er eine ärztliche Praxi» auf und konnte in Ruhe abwar- ten, bis die österreichische Regierung ihn, den zu«n Tode durch den Strang verurteilten Hochverräter, wieder amnestierte. Im Jahre 1872 betrat er zum erstenmal wieder den Boden seiner alten Heimat. ES war eine Triumphfahrt, auf der dem alten Freiheitskämpfer stolze Genugtuung zuteil ward. Erlebte er doch, wie tiefverwurzelt seine Tat in allen Bauernherzen und Freiheitsfreunden weiterlebte. Daß er sich aber nicht entschlossen hat, in der Heimat zu bleiben und zu tvirken, erklärt sich auS seiner komproinißlosen, demokratischen Einstellung, für die nur daS freie Amerika in Betracht kam. Sein ganzes Leben lang blieb er den Idealen deS 48er JahreS treu und prophezeite mit untrüglichem politischen Scharfblick den Untergang der Monarchie. Frei von jeden« Rassenhaß trat er in Amerika schon in den 60er Jahren für die Neger ein und hatte für den zur Zeit SchönererS in Oesterreich einsetzenden Antisemitismus nur Worte des schärfsten Tadels: „Dieser von Schönerer bei Euch eingeführte Kloa- ken-Mist-Ton gefällt mir nicht! Ich bin radikal, bin Republikaner, bin für soziale Verbesserungen — aber möchte nur auf anständige Weise kämpfen und streiten!— Die Juden sind nämlich genau so, wie das Boll, unter welchem sie leben, l nur etwas gescheiter und gebildeter." Dies war die Einstellung des BauernbefreierS zu noch heute aktuellen Zeltfragen und von ihm stammt auch die herzhafte Mahnung, die er seinen Landsleuten häufig unter die Nase hielt:„Deutsche, haltet den Nacken steif, aber werdet keine Ochsent"'- Nr. 60 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Gruß den Kleinbauern und Häuslern! Heute werden die Vertrauensleute des Ben tralverbandes der deutschen Kleinbauern und Häusler in Saaz zum Verbandstage zusammen treten. Ihnen gilt unser freundschaftlicher Gruß. Sie haben in schwerer Zeit, in Jahren größter wirtschaftlicher Bedrängnis und einer Zeit großer politischer Auseinanderseßungen in den entlegenen Dörfern unserer Grenzzonen auf ihrer Vorpostentellung ausgehalten. Ja, ihre Lage war vielfach leine beneidenswerte. Sie hatten nicht nur dem Drude der Henleinbewegung standzuhalten, an sie schlugen mit voller Wucht auch die Wogen der faschistischen Beivegung jenseits der Grens zen. Politische Hehe und wirtschaftlicher Drud vermochten jedoch nicht, sie flein zu kriegen. Ihre wirtschaftliche Lage ist auch heute, trop der allgemeinen Besserung im Wirtschaftsleben noch viels fach schlecht. Die meisten sind auf einen induſtriellen oder handwerklichen Nebenberuf angewiesen und können mit ihrer fleinen Wirtschaft nur sehr schlecht, in den meisten Fällen überhaupt nicht das Auskommen finden. Viele haben leider den nötigen Nebenerwerb noch nicht gefunden. Auch die Agrargeſetzgebung war der Kleinbauernschaft nicht hold. Gar viele wichtige Forderungen fanben bisher infolge des agrarischen Widerstandes nicht die Erfüllung. Troy all dieser ungünstigen Umstände konnte sich die Organisation, wie aus dem Bericht an den Verbandstag hervorgeht, gut behaupten. Der Verband gliedert sich gegenwärtig in einen Landesverband, fünf Kreisverbände, 28 Bezirksverbände und 290 Ortsgruppen. Auch eine Reihe agrarpolitischer Erfolge im Interesse der Kleinbauern Samstag, 12. März 1938 90 JAHRE SCHICHT- SEIFE 1848 Schicht Schicht L 1938 und Häusler vermochte der Verband durch seine Meichenberger Gebietes, wählten die Arbeiter wie jhungen gelingt es den Henteinleuten in der lei intensive Arbeit zu erzielen. Seine Selbsthilfe- folgt: ten Zeit immer weniger, eine beträchtliche Zahl einrichtungen sind gut ausgebaut und bringen den Von 320 abgegebenen Stimmen erhielt die von Arbeitern festzuhalten. Es nüßt ihnen nichts: Mitgliedern Nugen und Schutz. Wir entnehmen Lifte der Union 219 Stimmen und fünf Mandate, der Tertilarbeiter, der über die Wolfsgemeindarüber dem Berichte folgendes: die DAG- Liste 101 Stimmen und zwei Mandate. Schaft" und ihr Wirken nachdenkt, lehnt sie ab und Beinahe 70 Prozent der Wähler entschieden sich wählt seine Organisation, die Union der also für die Liste der Union. Trotz aller Bemü- Tertilarbeiter. Durch die gemeinsame Warenvermittlung an die Mitglieder zu Großhandelspreifen ersparen diese große Beträge, die sie ansonsten als Zwiichenhandelsgewinne bezahlen müßten. Viele Ceite 5 Kreditanstalt der Deutschen ே 81 Niederlaffungen Durchführung aller Gelbgefäfte Berwaltungslapital 1200 Millionen Ke Baftungskapital 120 Millionen K ben sind auf der Messe aber auch erotische Länder bertreten. Nach den Aufzeichnungen des Nachfragedienftes erftredt fich die Kaufabsicht des Auslandes fast auf alle Erzeugnisse. Im Vordergrunde des Interesses steben Glas, Porzellan, Spielwaren, Tertilien. Les bertvaren, Galanterie, Bijouterie, Warenbausartikel, Metallwaren, Haushaltungsartikel, elettrotechnische Waren, Geschenkartikel, Maschinen usw. Die Gas industrie bat bereits Ge schäfte mit den Vereinigten Staaten, Australien, Frankreich, Belgien, England, Schweden und Lis tauen abgeschlossen. Ebenfalls für die Borac I Ianfirmen hat sich das Geschäft gut anges laffen. In den Ständen der Spielwaren gruppe var der Auslandsbesuch sehr gut. Die erftmals ausstellende onfettindustrie erzielte bereits in den ersten Stunden ein schönes Exportgeschäft nach Holland. Aber auch in den ans deren Abteilungen der Messe wurde bereits start mit Auslandsfundschaften gearbeitet. Die ausstel lenden Exportkonzerne sind mit den Ergebnissen des ersten Messetages zufrieden und sehen zum Teil ihre Erwartungen übertroffen. Wirtschaftsfragen im Ministerrat Der Ministerrat genehmigte die Regierungsvere ordnung über die Abänderung der Verpflichtung. Ursprungssertifikate bei der Einfuhr verschiedener Arten von Waren vorzulegen. Der Bwved diefer eins gehenderen Regelung besteht darin, die Verpflich ung der Ursprungsbescheinigung dort, wo sie den sie dort einzuführen, wo dies zur Erfaffung des rich Handelsverkehr erschweren würde, einzuschränken und tigen Bildes der Handelsbeziehungen mit den eins gelnen Staaten erforderlich ift. Weiters wurde das A bommen mit Frankreich über das Einfuhrregime und die für den gegenseitigen Warenaustausch Orisgruppen haben zahlreiche Maschinen und Ge- Sozialversicherung auch für die Selbständigen! igt, welches am 1. Bebruar 1938 abacſchloſſen räte aur gemeinsamen Benüßung angeschafft. Diese Maschinenkollektive ermöglichen auch den fleinen Landwirten die Teilnahme an den Errungenschaften der Technik und der daraus erfließen den Vorteile. Der Verband besitzt einen eigenen Bichschädenunterſtüßungsfonds, der durch die Schaffung eines neuen Statuts am Verbands tage auf neue Grundlagen gestellt werden soll. Besonders wertvoll ist der Haftpflichts, Brandschaden und Sterbeunterstüßungsfonds, der bei einer minimalen Prämie von Kč 12.- jährlich eine ordentliche Haftpflicht- Versicherung, eine Brandschadenunterstüßung bis zu Kč 1000 und eine Sterbeunterstützung von Kč 200.- ein schließt. Der Verband hat ferner eine erstklassige Steuerberatungsstelle, die die Verbandsmitglieder schon vor großen Steuerungerechtigkeiten bewahrte. In den meisten Organisationsbezirken hat der Verband bei Advokaten Rechtsauskunftsstellen, bei denen die Mitglieder unentgeltliche, mündliche Rechtsauskunft erhalten. Das zweimal monatlich allen Mitgliedern zur Verfügung gestellte Verbandsorgan„ Der fleine Landwirt" bringt aufklärende Aufsätze über Steuer- und Rechtsfragen und behandelt alle einschlägigen Fragen für den praktischen Landwirt, den Kleintierzüchter, den Imker usw. Belvilligt wurden die Mittel zur Beschaffung von Schiffen für die Einfuhr von Mineralölen auf der Donau wurde. ( E. E.) Ebenso wie für die Arbeiter und Anges stellten gibt es bei uns ein Sozialversicherungsgesetz auch für die selbständig Wirtschaftenden, d. s. die Landwirte, Gewerbetreibenden und die sogenannten freien Veruje( Aerate, Advokaten usw.). Dieses Ges fees hat die Nr. 148 v. 3. 1925 ist aber des Widerstandes der Gewerbeparteien. Erit in den nicht in Wirksamkeit getreten, hauptsächlich infolge letzten Jahren hat die Wirtschaftsfrife auch hier einen Meinungsumschung herbeigeführt und die Erkennt nis reifen lassen, daß der zunehmenden Werelendung nur durch eheste Infraftsegung der Sozialversides rung auch für die Landtwirte und Gewerbetreibenden Einhalt geboten werden könne. Da die Voraussetzungen, von denen man bei Schaffung des Gesetzes vom Jahre 1925 ausgegangen war, heute vielfach schon nicht mehr zutreffen, ist vom Fürsorgeminiſter eine Fachkommission mit der Aufgabe betraut worden, die Versicherung der Selb ständigen auf eine neue Grundlage au stellen. Der Stommission gehört für den Verband der deutschen einbauern und Häusler Ad. Schmidt an. Die Kommission steht mitten in ihrer Arbeit. Zwischen den sich oft freuzenden Interessen der veridiebenen Gruppen sucht sie einen Weg, der für alle gangbar ist. Fertiges liegt noch nicht vor. Die wichtigsten Fras gen, die zur Erörterung stehen, fönnen daher hier nur angedeutet werden. Die Versicherung wird eine Pflicht- und feine freiwillige Versicherung sein. Jeder selbständige Un ternehmer bis zum Alter von 60 ahren wird ihr unterliegen. Die mitarbeitende Ehegattin und die Kinder werden nicht versichert sein. Jahre herabgesetzt werden könnte. Die Beiträge wiirden natürlich bei der ersten Form am höchsten sein, bei der zweiten niedriger und am niedrigsten bei der bloßen Alters- und Hinterbliebenenversicherung. wieder eine Invalidens, Alters- und Hinterbliebenen versicherung geben( aljo ohne Krankenversicherung), Bur Kenntnis genommen wurde der Bericht über dann dürfte auch der Beitrag wieder mit 22 Kč mos die Ergebnisse der 10. Tagung des Wirtſchaftsrates natlich festgesezt werden, wobei für Notstandsgebiete der Kleinen Entente. eine Herabfepung auf 12 Kč vorgefehen wäre. Diesen Beitrag wird wohl auch der fleine Mann aufbrin Rente erhält, die einschließlich des Staatsbeitra gen fönnen; er wird sich sagen, daß er dafür eine ges- schon im Anfang immerhin etwa 100 Kč im Monat betragen wird, um bei längerer Dauer der Versicherung bis auf 240 Kč zu steigen. Die Höditrente wird also nicht so hoch sein wie die höchste Mrbeiterrente, die bis auf 450 Kč monatlich beran tommen wird. Dafür sind aber auch die Beiträge niedriger und die Beitragszeit fürger. Wer eine höhere Renie haben will, wird eine Zusapversicherung schließen können. Im übrigen hat ja die Rente beim Selbständis gen doch einen anderen Zwed als beim Arbeiter. Die er ist auf die Rente mit seinem Unterhalt angetvie sen. Der Selbständige wird sich in der Regel noch Buſchiffe aus dem Erträgnisse seines früheren Un ternehmens sichern können, der Landwirt vor allem durch ein Ansgedinge. Durch die Rente wird das Ausgedinge also nicht ganz ersetzt werden; es wirb aber als bloßer Zuschuß aur Rente viel fleiner fein fönnen als bisher. Schon dadurch wird die Rente es Tausenden ermöglichen, ben Pflug oder den Ham mer aus der Hand zu legen und ihre Kinder an die selbständige Arbeit und zur Gründung einer Fami lie heranzulassen. Hier zeigt sich flar, daß die gehäſſige Behauptung, als ob die Sozialversicherung in einseitiger Weise bloß für die Alten, Siechen und Kranken ſorgen würde, nicht zutrifft. Die Sozialversicherung macht auch Play für die junge Genera tion der Arbeiter, Angestellten, Landwirte und Ge werbetreibende und schafft ihr durch frübere Freimachung der Arbeitspläge Arbeit und Brot und die Möglichkeit einer Eristens. Auslandskäufer Rumänisierung der Petroleumindustrie Bukarest. Durch ein Freitag erschienenes Defret wird das bisher geltende Bergbaugeset abgeändert werden, in der Weise, daß bei der Buteilung von Petroleumterritorien und bei der Konzessionierung jenen Gesellschaften der Vorrang gegeben wird, deren Kapitalsmehrheit zu 60 Prozent rumänisch und des ren Verwaltungsräte zur Gänze rumänisch find. Aber auch auf anderen wirtschaftlichen Gehieten kann die Organiſation ſchöne Erfolge aufs weisen. Im Jahre 1936 wurde von den Kleinbauern des Tetschmer Bezirkes gemeinsam mit den Konsumgenossenschaft eine Molkerei in Windisch- Gegen welche Gefahren foll die Versicherung Kamnit errichtet. Der Bezirksverband Tetschen schützen? Zur Auswahl stehen folgende Möglichkeiten: besitzt eine eigene Baumschule, die mit einem 1. eine Versicherung gegen Kranfveit, Invalidität, Alter und für die Hinterbliebenen; 2. dasselbe, aber Kostenaufwande von 50.000 Kč geschaffen wurde. ohne Strankheit; 3. dasselbe ohne Krankheit und ohne Im Vorjahre wurde in Bodenbach gemeinsam Invalidität, also eine bloße Alters- und Hinterblie mit dem Konsumverein die erste landwirtschaft- benenversicherung, wobei die Altersgrenze um einige liche und genossenschaftliche Warenschau durchge führt, die große Beachtung fand. Bei der Schaf fung des landwirtschaftlichen Beratungsdienstes wirkt der Verband tatkräftig mit. Die Tätigkeit des Verbandes hat sich in den letzten Jahren be- Wir müssen und entschieden für die erste Form deutend verbreitert, seine Aufgaben, vor allem der Versicherung aussprechen. In unserem Zeitalter auf agrarpolitischem Gebiete haben sich stark ver- der Haft und Unraſt und des vorzeitigen Verbrauchs dienste eingefunden hatten, jeste Freitag früh ein Ministerpräsident Dr. Hoda mit dem Regisseur der Arbeitsfraft ist die Gefahr früher Erwerb3unfä- Fremdenzustrom ein, wie ihn Brag seit dem Bestande Sitát im Atelier Foia". Sier wiederholte Doktor größert. Aus den dem Verbandstage vorliegenden higkeit größer denn je. So zählt man beispielsweise der Weise noch nicht verzeichnet hatte. Der erste Son- Gobla Teile feiner großen Erklärungen in den wichAnträgen geht die Lebendigkeit und Interessiert in der Arbeiterversicherung nicht weniger wie derzug aus Leipzig, der die Auslandsbesucher der tigsten Weltsprachen für den Tonfilm heit aller Organisationsgliederungen an allen Fragen der Agrargesetzgebung und dem Ausbau des Verbandes hervor. Dem Ausbau der Organisation, ihrer Vergrößerung und Vertiefung iſt auch dieser Verbandstag in erster Linie gewidmet. Wir wünschen seinen Arbeiten guten Erfolg und der Organisation weiteren Fortschritt. Erfolgreiche Betriebsausschußwahl in Röchlitz Alle Anstrengungen der Henlein- und DAGLeute, bet Betriebsausschußivahlen in Betrieben. in denen die Arbeiter schon Gelegenheit hatten. ihre Tätigkeit aus unmittelbarer Nähe zu beobachten, vorjudringen, ändern nichts daran, daß ihre Positionen schwächer werden. In der Firma Kraus& Hoffmann, der größten Tuchfabrik des aus 41 Staaten im Messepalast Die Prager Frühjahrsmesse hatte einen guten Start. Nachdem fich bereits am Donnerstag, also vor Meffebeginn zahlreiche Ausländer im Nachfragedortigen Messe brachte, war voll besetzt und auch die übrigen Fernzüge bringen ununterbrochen Ausländer nach Prag. Beim Messeamt laufen noch immer Nach bestellungen auf Meffeausweise ein, so das au er. warten ist, daß der gute Besuch anhalten wird. P Fischer Patzak Perth Ihr Kampf Die wahren Ziele der SdP 148.000 Invalidenrentner, aber nur 88.000 Altersreniner. Mögen die Gesundheitsverhältnisse bei den Landwirten und Gewerbetreibenden auch etivas gün ſtiger sein als bei den Arbeitern, so wird man doch auch bei ihnen das Invaliditätsrisiko nicht gerina Im Vergleich zur Frühjahrsmesse 1987 hat sich einschäßen dürfen und es in die Versicherung lieber einbeziehen, mag sich die Versicherung dadurch auch der Auslandsbesuch am ersten Tage nahezu verdop um einige Kronen verteuern. Auch eine Krantenver- belt. Die stärfite Zunahme weisen die laufkräftigen ficherung natürlich ohne Krankengeld ist uner- West- und Nordstaaten auf. So hat sich läglich. Für den fleinen Landwirt und Gewerbetreis die Zahl der Interessenten aus Belgien verdreifacht. Diese aufschlußreichste Schrift über Entstehung benden ist es schwer, die Kosten einer privatärztlichen aus der Schweia. England und Norwegen mehr als und Entwicklung der Sudetendeutschen Partei ist Behandlung für sich und seine Familienangehörigen verdoppelt und aus Holland etwa um ein Drittel joeben in bedeutend erweiterter Fassung in deutaufzubringen; die Kosten einer langwierigen Kran- erhöht. Stark gestiegen ist der Besuch auch aus Atatenhausbehandlung gar fönnen sich für ihn zu einer lien, Bolen und den Nachbarstaaten. Aus Frankreich) wirtschaftlichen Statastrophe auswachsen. Auch an die ist er auf Vorjahrshöhe geblieben und nur aus Ru Lösung der Frage der Unfallversicherung in der Land- mänien hat er sich leicht gefenft. Eine erfreuliche Buwirtschaft wird man herangehen müffen. nahme der Käuferaahl ist aus Uebersee feftaus Wie schon angedeutet, werden je nach dem Aus- stellen. Besonders start stieg der Besuch aus den Ber- Bur maß der Versicherung auch die Beiträge höher oder einigten Staaten. Die nächstgroße Quote ftellt Südniedriger sein. Wird es so wie im Jahre 1925- afrika, Südamerika, Kanada und Australien. Danes -T scher Sprache erschienen. 140 Seiten Breis Kč 14.Organisationen erhalten Rabatı! beziehen durch die Sentralstelle für das Bil. dungswesen, Prag XII., Slezsta 13. Scite 6 Trager Zeitung Zu den Gerüchten über die Gemeindewahlen Die Arbeitsgemeinschaft der politischen Parteien im Altstädter Rathaus, der alle politischen Parteien ( bis auf die Kommunisten und die Nationale Liga) angehören, veröffentlicht im Hinblicke auf die ten denziöse Nachrichten über ihren Standpunkt zu den Prager Gemeindewahlen folgende Mitteilung: ,, Sozialdemokrat" Der Barewitsch, D. · Samstag, halb 8: Madame Samstag, 12. März 1938. Nr. 60 Sans- Gene, C 2.- Sonntag, halb 3: Die Muts Literarische Notizen ter, Arbeitervorstellung. halb 8: Der Troubadour, neuinszeniert, B 2. Als erstes und wichtiges Buch seiner Frühs Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag. 8 ürich Arthur Stöst Lers Spanisches Testa. jahrsproduktion bringt der Europa- Verlag 8: Zwei Dußend rote Rosen. Sonntag, 3: Blau ment". Als Arthur Köstler beim Fall Malagas zwei Dußerd rote Roſen, Bankbeamte I und freier ſtandrechtlich zum Tode verurteilt wurde, wartete fuchs, 8: Circa 100,000 Schilling. Montag. 8: von den Franco- Truppen gefangen genommen und Verkauf. Dienstag, 8: Zwei Dubend rote Rofen. man voller Spannung auf die Nachrichten über sein Mittwoch, 84: Einen Zur will er sich machen. weiteres Schicksal. Sein Gefängnis- Tagebuch ers Bankbeamte II und freier Verkauf- Donnerstag, schien zuerst in England, wo es in 14 Tagen eine halb 8: Das Miniſterium iſt beleidigt. Erstauffüh- Auflage von 55.000 Eremplaren erreichte. ne rung. Freitag, 8: Lauter Lügen, Theatergemeinde Vorwort schrieb die Herzogin von Atholl.- Da Sams Europa- Verlag fündigt ferner an: Norber: Sonn Mühlens Schacht- Biographie„ Der Sauberer. Autounfall. Auf dem Graben, gegenüber dem Cafe Lloyd", warf vorgestern vormittags ein gleich falls nicht sichergestellter Wagenlenter den 27jährigen Chauffeur Franz Malý aus Troja zu Boden. Der Wagenlenker stieg aus, um Malh mitzunehmen, fand sich aber sofort von einer Menschenmenge umgeben, die ihn beschimpfte und ihm drohte, so da er es vor des Kulturverbandes und freier Verkauf. 30g wieder in den Wagen zu steigen und zu verstag, 8: Das Ministerium ist beleidigt. schwinden. Malh wurde dann von einem Privatauto tag. halb 4: Einen Jur will er sich machen, 8: Zwei Leben und Anleihen des Dr. Hjalmar Horace Gree auf die Klinik Schloffer gebracht, doch hat er nur Dutzend rote Rosen. leichte Verlegungen erlitten. Der lang erwartete Die Arbeitsgemeinschaft hat ein mütia beschlossen, die baldmöglichste Ausschreibung der Gemeindewahlen in Prag zu fordern, da die gefeßliche Funktionsperiode der gegenwärtigen Ver waltung beendet ist. Falls diefer Forderung nach baldiger Durchführung der Neuwahlen höheren Inter essen wegen nicht entsprochen werden könnte, ersucht die Arbeitsgemeinschaft, daß diese Frage für die Hauptstadt des Staates durch ein Gefes gelöft werde, um die Vorwahl Unsicherheit zu beseitigen, die des öfteren einige Gruppen zu einer untritis mit dem Unterhaltungsprogramm schen Tätigkeit und zu agitatorischem Mißbrauch berleitet. Nachrichten, wonach die Arbeitsgemeinschaft oder einige ihrer Gliederungen sich gegen eine baldige Durchführung der Gemeindewahlen in Prag geſtellt hätten, sind daher vollkommen unrichtig und unwahr. Kinderfest der deutschen Volksschule in Smichov. 13. März, 8 1hr nachmittags in der deutschen Turns halle in Smichov, Presslova 5. Gäste willkommen. Einbrecher verhaftet. Vorgestern nachis wurs den von einem unbekannten Täter drei Einbrüche in Konfektionsgeschäfte verübt; er entiendete im Geschäft des Bohumil Bernášet in der Bělohorská, in dem des Heinrich Losleben in Biztov und bei Matthias Ružička in Karolinental verschiedene Waren. Eine Durchsuchung der Wohnwagen in der Sands grube in der Boleslavgasse förderte den Großteil der gestohlenen Stoffe zutage, so daß gestern der Täter in der Person des 21jährigen Josef Prokop aus Lieben verhaftet werden konnte. Außerdem lonnten bei ihm eine Menge Uhren und Metallwaren aegenstände beschlagnahmt werden, die vermutlich aus einem größeren Einbruch in Kouřim ſtammen. Sanatorium Martinstal Zwickau i. B. geltender Arzt Dr. A. Gaube, Woderne phbi diätet. Sellanstalt u. Moorbad far alle inneren, Stoffwechfel u. rheumatischen Erfrantum- en. Nervenfrankheiten und Frauenleiden. Vaufchalfuren. Gute Bervileauna. aller Stomfort. Billige Erbolunas aufenthalte. Zelephon: 8widan i. B. Nr. 32. 4153 Streit unter Zeitungsverfäufern. Gestern abends kam es in Bizlov in der Kráfagaffe zu einem Streit zwischen zwei Zeitungsverläufern, von denen der eine, der 33jährige Anton Bárta aus Nusle, sich das gegen wehrte, daß der 25jährige Vladislav Němec feinen Stand in der gleichen Gegend auffchlagen wollte. Im Verlauf der Auseinanderseßung 30g Nemec einen Schlagring und verseite Bárta einen Hieb ins Gesicht, der ihm das Nasenbein brach und einen Bluterguß unter dem rechten Auge verursachte. Aus der Straßenbahn gefallen. Die 28jährige Schneiderin Klara Tichá aus Biztov fiel gestern mit tags in Bilfov von der hinteren Plattform eines fah renden Straßenbahnivagens der 9er- Linie und brach den linken Fuß. Die Rettungsgesellschaft brachte sie auf die Klinik Jirájet. Die neunschwänzige Katze Rote Klubabend der Sozialistischen Jugend Prag, ,, Athen Sparta- 2: 0" und anschließenden Tanz, findet Sonntag, den 20. März 1938, im kleinen Saal der Unitaria, Prag I., Anenská, statt. Beginn halb 8 Uhr. Wir laden alle herzlichst ein, diese Veran staltung zu befuchen. Sozialistische Jugend, Prag Kunst und Wissen Die zwei Dutzend rote Rosen", die der von uns schon seinerzeit in seinem Stalienerium an gezweifelte Lustspiel- Autor Alde de Benedett: jezt dem Publitum der Kleinen Bühne überreichen läßt, veranschaulichen in übrigens netter Weise, daß man mit einem winzigen Einfall zwei Stunden lie benswürdig unterhalten kann, wenn man Geſchick und Sinn für Situationskomil kat. Freilich muß dazu ein so humoriger und charmanter Regisseur treten, wie es beispielsweise Herr Hans Göz ist, und so aus dem Handgelent spielende Darsteller, wie es gleichfalls eben dieser Herr Götz, aber auch Marion Wünsche und Leo Siedler uno. Alle drei, mit sympathischer Unterstützung durch Evi Panzner in einer fleinen Hausgehilfins nen- Rolle, machten ausgezeichnetes Theater, so daß dieses Füllsel des Spielplans wohl seinen 3wed er füllen wird. 1. g. Direktor Stof verzichtet. Wie Direktor Franz Stoß vom Stadttheater in Troppau dem Neuen Tagblatt" dort mitteilt, hat er sich auf Grund der Unentschlossenheit, die in der Marienbader Siadwertretung über die Vergebung des dortigen Staditheaters für die heurige Spielzeit besteht, beivogen gefühlt, unwiderruflich von seiner Bewerbung zurüdzutreten. Er habe diesen Entschluß bereits dem Bürgermeisteramt in Marienbad in einem ausführlichen Schreiben bekanntgegeben. -Der Film Der unsichtbare Zeuge Ferner erscheint eine Neuausgabe des Buches Die Passion eines Menschen"( Holzschnitte) von Frans Masereel mit Tert ein Chorwert von Sans Sahl unter dem Titel„ Jemand". leh Schacht", Vorwort von Konrad Heiden, und Hans von Wy13 Ein Schweizer erlebt Deutsch. land" das freimütige Befenntnis des Mitbes gründers der Nationalen Front" in der Schweiz, der den Nationalsozialismus von Grund auf tens nenlernte und sich enttäuscht von ihm abwandte. In der Völkerrechtslehre des Nationalsozialismus" gibt Eduard Bristler zum ersten Male eine zus Auf der Suche nach immer neuen Milieus iſt ſammenfassende Darstellung der neuen Lehre in der amerikanische Kriminalfilm diesmal in den Be Deutschland. Der Verlag Opret, 3 trieb einer Universität geraten, und als Täter präich veröffentlicht einen Roman Insel im Bater. fentiert er uns einen Professor, der fulminante land" von Stefan Wendt. Mit eindringlicher astro- physikalische Theorien aufgestellt hat, einen Straft werden hier Vorgeschichte und Auswirkungen leber- Einstein sozusagen, der ſeinen Ruhm in Wirt des Nationalsozialismus in den Kreiſen des lichkeit aber der Arbeit seiner Frau verdankt. Als fibenden Bürgertums gestaltet.- Ostar Jel der Herr Profeſſor ſeiner Frau nun unvorsichtiger- Linet, der bekannte Autor tragischer Erzählungen, sichtiger damit, ihn unter Mitnahme der wich- und Lebenstragödie der Enkel Goethes" ein fultus weise untren wird, droht sie ihm noch unvor gibt in seinem schmalen Büchlein„ Die Geiftes. tigen Berechnungen zu verlassen. Und da ermordet er rell bedeutsames und menschlich tief bewegendes Ge sie und nach ihr dann noch etliche Kollegen und jamtbild des Verlöschens von Goethes Geschlecht. Damen der Gesellschaft, bei denen er verzweifelt das Heftchen sucht, das die epochalen Rechnungen seiner Frau enthält. Da gleichzeitig die Ernennung eines neuen Rettors bevoritek und arge Rivalitäten unter den Professoren ausbrechen, hat es der Detektiv Fesche Dirndlkleider, das beliebte Dirndl schwer, unter soviel Verdächtigen den Täter au fin album, das soeben in neuer Ausgabe Nr. 58 A er den. Der Film ist also die bekannte Word und schien, bringt eine Unzahl von aparten Anregungen. Schauerlichkeiten, Wißen und Zufällen, und wenn bietet dieses vom Wiener Record- Verlag Fahndungsgeschichte mit all ihren traditionellen Auf 16 Seiten in fünstlerischem Vielfarbendrud etwas an ihr neu ist, dann ist es weniger das alades herausgegebene Album eine mannigfaltige Auswahl mische Milieu, als die Tatsache, daß man dem Zu- der besten Dirndlmodelle für Damen, junge Mäd schauer den Täter schon am Anfang verrät.( Eine chen und Kinder. Jedem Geſchmad und jeder Nots Technit, die übrigens in Hollywood Mode zu wer- wendigkeit wird hier Rechnung getragen: wir fins den scheint). Unter der Regie von G. B. Seitz wird den Modelle verschiedensten Genres, vom schlichten der Film mit den herkömmlichen Effekten dargestellt. Stretonnedirndl bis zum eleganten Seidendirndl. Edmund Lowe spielt einen dekadenten Mörder. Ein großer Schnittmusterbogen bringt beſtbewährte. Nat Pendleton einen sehr zivilen Kriminal- gut bassende Schnitte zu 16 Modellen. Das Heft ist durch alle Buchhandlungen und durch den Wies ner Record- Verlag, Wien XVIII., Gersthoferstraße 107, zum Preise von Kč 12.- zu beziehen. ,, Le Traducteur", französisch- deutsches Sprach neuesten Ralph- Arthur- Roberts- Lustspiels. Dazu französischer Kenntnisse zu befestigen und zu er ,, Meine Frau die Verle", Uraufführung des lehr- und Unterhaltungsblatt, hilft erworbener Burgen und Schlösser im Erweitern. Eine fremde Sprache zu beherrschen hat gebirge" und Attualita! Normale Preise! noch niemals geschadet, wohl aber oft zu einer gut peute 4, 6, 49, Sonntag 11, 2, 4, 6, 49 1hr. Beamten. Urania- Kino Vereinsnachrichten -eisOrtsgruppe Prag. Sonntag, den 13. März, Treffpunkt um 9 Uhr Endſtation der 11.- Elektriſchen in Dolni i boc, Wanderung nach Sarfa- OtořNebušice- Podbaba. Führer Winternib. Besuchet jeti im Frühjahr auch unser Wochenendhaus im Brdywald! Auskunft jeden Freitag von 6 bis 18 Uhr Smečky 22. Telephon 27727. Volkssinggemeinde. In Vorbereitung und Probe die Rundfunksendung:..Maifeier- Atusakademie". 15. März, 19 Uhr Frauenchor, 19.30 Uhr gemischter Chor. telalterliche Strafe auftraten und sie als schändlich denunzierten( in diesem Fall!), während die sympathischeren Verfechter der Gleichheit vor dem Gesetz und der Idee, daß soziale Bevorrechtung auch höhere soziale Pflichten auferlegt, für die Vollstredung waren. Aber bald wurde die Disfussion allgemein und prinzipiell, und schon nehmen die Prominenten Stellung. Bernard Shaw, bravo!, ist strift gegen die Prügelstrafe und nennt sie eine„ nationale Schmach und Schande". Sar Rohmer dagegen, einer der fruchtbarsten und leider meist gelesenen Kriminalromanschrei bezahlten Stellung verholfen. Probeheft fostenlos durch den Verlag des Traducteur in La Chaux- deFonds( Schweiz). 4517 Bahnhof- Restaurant Eger Georg Eberl hält sich bestens empfohlen Die erste Dampfmolkerei und Käserei 18 in Gratzen, Böhmerwald empfiehlt ihre erstklass. Erzeugnisse Beachten Sie die Schutzmarke! & Verwendet nur Volkszänder sich horizontal gegen seine Brust legt, verhindert, daß er unter den Streichen nach vorn, zwischen die Beine des Gestells, sinkt. Ueber den Naden wird ihm ein Tuch aus Segelleinwand gespannt, zum Schutz des oberen Teils der Wirbelsäule, über die untere Gesäßpartie ein Lederschild, zum Schutz der Genitalien. verpadt ist, nimmt also die Gerechtigkeit der neunWenn der Verbrecher so angeschnallt und schwänzigen Staße ihren Lauf. Ist die Auspeitschung vorbei, so wird der Mißhandelte in seine Zelle getragen, der Arzt behandelt seinen wun den Rücken mit einer Salbe, und der Wärter tommt nicht ins Gefängnisspital, ja, er darf sich zieht ihm das Hemd an. Der Ausgepeitschte auch nicht in seiner Zelle zu Bett legen. Er geht wieder an seine tägliche Arbeit. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag halb 3: Die Fledermans, halb 8: Die Fle dermaus.- Sonntag, halb 3: Frühlingsluft, halb 8: Sochzeitstage, Ensemblegastspiel des Theaters in der Sofefstadt, Abonnement aufgeh. Montag, halb 8: Die Czardasfürstin, Abonn, aufach. Dienstag, halb 8: Madame Sans- Gene, Erstaufführung, A 1. Mittwoch, halb 8: Die Mutter, B 1. Don nerstag, 7: Tannhäuser, C 1. Freitag, halb 8: peitschungen angeordnet worden. Nicht| teidiger der Klassenprivilegien gegen die mit daß das sowas Seltenes wäre: aber diesmal sollen sie drei Angehörige der besseren Se reise treffen, und während sonst, wenn es sich nur um Gewohnheitsverbrecher oder gewöhnZu den abstoßendsten jener ehrwürdigen liches Volf handelt, derartige Urteile vom wohl Väterfitten, die das traditionsliebende England erzogenen Angehörigen der Hautevolee ohne Geauch heute noch heilig hält, gehört die Prü mütserschütterung aus den Zeitungsspalten zur gel strafe. Geprügelt wird in der Schule, vor Stenntnis genommen und prompt vergessen werallem auch in jenen höheren Lehranstalten, die den, schlägt jetzt, da nicht niedriges Volt" den Nachwuchs der oberen und obersten Schichten sondern die gute Gesellschaft" selbst betroffen heranbilden. Der Engländer, der unter einem ist, die Erregung Wellen, daß es schäumt. Man sadistischen Schulsystem zum Mann herangeprü muß sagen:' gottlob, daß sich die Oberen einmal gelt wird, erwirbt so jene erwünschte Gemütsaus Klaffenegoismus aufregen: die Frage wäre ber, dessen Werke sich von denen der Meister seihärte, die ihm ermöglicht, ohne weichliches sonst nie so in den Mittelpunkt des Interesses nes Fachs durch Mangel an Geist und Uebermaß Schvanten seine hohe Mission als Kolonisator und der Diskussion gerückt worden. an grausigen, geheimnisvollen und sadistischen und Zivilisator farbiger Völker zu erfüllen: eine Die Verurteilten sind drei von den vier Situationen unterscheiden, ist natürlich für die Mission, die ja auch mit der Peitsche durchgeführt„ Mayfair boys", die einen Raub begingen und Prügelei. wird, mag das Instrument auch verschiedene For- dabei einen Juwelier beinahe getötet hätten. Diese barbarische Strafe wird als„ Abschrekmen annehmen, von der Nilpferdpeitsche bis zur Junge Leute, die im feinen Viertel„ Mayfair" theorie und ihren geringen Wert wäre viel zu kungsmittel" betrachtet. Ueber die AbschreckungsGranate und Fliegerbombe. verkehrten und Zugang zu dem hatten, was sich Geprügelt wird auch von Gerichts wegen. die Gesellschaft" nennt. Kaum war das Urteil sagen. Sicher ist aber eines: gesetzt, die Strafe Sinder werden vom Richter für Vergehen zur verkündet, da gings los: Leute, die nun auf ein= hätte wirklich einen ernstlichen Abschreckungswert, so würde er sicher nicht in einer gräßlichen aber Verprügelung durch die Polizisten oder Gerichts- mal ein Herz für die Leidenden entdeckten, prote= doch relativ rasch vorbeigehenden Weißhandlung diener verurteilt. Diese Strafe to be birched", stierten in Zuschriften an die Presse. Es sei schauliegen, sondern in der langjährigen Einsperrung d. h.„ gebirft zu werden", weil sie mit der Bir- derhaft, daß diese jungen Männer geprügelt wermit ihren Entbehrungen und psychischen und phy fenrute vollstreckt wird ist für Jugendliche den sollten; es seien doch Leute mit" sozialem unter achtzehn Jahren vorgesehen. Die Zahl der Hintergrund" unausgesprochen lag in dieser sischen Qualen. Und noch illusorischer erscheint die„ Abschreckung", wenn man bedenkt, daß die ausgeprügelten noch schulpflichtigen Kin- Formulierung die Ansicht, daß den Leuten mit Auspeitschung ja nicht als Haupt strafe verhängt der ist in den letzten Jahren gestiegen. Nur ein dem Hintergrund der Hintern und die Seele viel, ganz kleiner Bruchteil wurde mit Zustimmung viel weher täte, wenn ihn die Peitsche träfe, als wird, sondern als 3usa 3 strafe für Verbrechen, der Eltern auf diese Weise bestraft; bei den aller Delinquenten aus dem einfachen Volt, das ja, wie die sowieso langjährige Strafen nach sich ziehen: meisten wurde die Strafe vom Richter gegen man weiß, eine lederne Haut und ein kaum in Die Auspeitschung vollzieht sich in folgen man darf füglich bezweifeln, daß nach fünf, sies den ausdrücklichen Wunsch der Erziehungsberech=| Betracht kommendes Seelenleben hat. Diese Stim- der Weise: Nach ärztlicher Untersuchung wird das ben oder zehn Jahren Zuchthaus, in denen der tigten verhängt und die Durchführung befohlen. men blieben aber nicht unwidersprochen. Aus der Opfer in den Vollstreckungsraum gebracht, wo ihn Sträfling durch sein Milieu im allgemeinen zu Für Delinquenten über achtzehn Jahren selben Klasse, der Klasse der Privilegierten, tam ein Strantenwärter und die beiden Wärter erwar soviel Gemütshärte und Strupellosigkeit erzogen tritt an Stelle des„ Birkens" das Peitschen. Es Antwort: sollten etwa die Drei, deshalb, weil sie ten, die ihn zu prügeln haben. Er wird, hemd- wird, daß er in der Regel von der Gesellschaft kann bei verschiedenen Verbrechen als Zusaßstraße den besseren Ständen angehörten, geschont wer- los, in Hose und Filzpantoffeln, zu einem etwa abgeschrieben und auf die Liste der dauernd asoverhängt werden. Zur Zeit ist in England eine den? Nein. Eher im Gegenteil: gerade ihre so- zweieinhalb Meter hohen Dreifuß, geführt. Die zialen Elemente gesetzt werden muß, die Erinne leidenschaftliche Diskussion im Gange; die Ansich- ziale Stellung verpflichtete sie, fein Verbrechen Beine werden ihm gespreizt an je eines der rung an die Prügel, mit denen seine Strafzeit ten über die Brügelſtrafe prallen hart aufeinan-| zu begehen. Man ſicht: es gab zunächſt, die para- Stuhlbeine geſchnallt, die Hände ausgestreckt an begant, noch irgendwelche erzieherische Wishing der. Es sind nämlich wieder einmal drei Aus dore Situation, daß die unsympathischen Ver- den oberen Rand des Gerüsts. Eine Leiste, die ausübt. etwa 45 Zentimeter Länge, an den neun Stücke Die„ Staße" besteht aus einem Stock von starter Schnur gebunden sind; jede Schnur ist etwa einen Meter lang, etwas über drei Millimeter dick und ungefähr alle zwei Zentimeter zu einem Senoten geschlungen. Das Höchstmaß, das verhängt werden kann, sind 50 Hiebe. Nach der Vorschrift des Gesetzes sollen sie auf einmal ge geben werden; die Ausführung der Strafe wird nur unterlassen, wenn der Gerichtsarzt feststellt oder ein vom Gefangenen bestellter Privatarzt beweist, daß das Schlagen die Gesundheit des Gefangenen ernstlich schädigen würde. M. V. Bezugsbedina una en: Bet Rustelluna insaus oder bei Bezua durch die Poſt monatlich Ke 17. vierteljährig Kč 51 halbjährig Kč 102. ganzjähria Kč 204.- Inferate werden lain Tarif billigst berechnet.- Rückstellung von Wianuit ipien erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten.- Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telearaphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800. VII/ 1980 bewilligt.( Kontrollpostamt Praha 25. Druderer: Orbis". Druck. Verlags- u. Zeitungs- A.- G. Prag.