0 rüh Tag ita. gas und tete Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Nepublik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller sein ers eine Das Der rer. wee mund Sch. Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Rern, Prag be Sonntag, 13. März 1938 eiz. ent 18 Jahrgang 18" Die Partei nimmt Stellung Beratung des Parteivorstandes Einberufung der Reichskonferenz Nr. 61 in cr. her gent C I 1, * e= ht. 188 Ont ert ". L 11. ad d. ts 1 it I. C. ft Se t it C J t t t T Hitler in Oesterreich Deutsche Truppen im Lande Der Anschluß perfekt der Stadt. Bereits in der nächsten Zeit wird ein landes) wurden sämtliche Aemter von SA und Gegenbesuch des österreichischen Bundesheeres im S5 befest. befreundeten Deutschen Reiche stattfinden. Gestapo- Stab in Wien Wien. Die deutschen Truppen haben Atemraubend und mit unerhörter Dramatit Samstag, den 12. März, um 5.30 Uhr die sind die Ereignisse der europäischen Politik über Grenze Defterreichs überschritten. Im Laufe des Der bisherige Direktor der Amtlichen die Menschen hinweggerollt. Am 4. Feber hat sich Tages wurden Salzburg, Innsbrud und Linz Nachrichtenstelle in Wien, Hofrat Ed. der Wechsel der Personen in der Leitung des besetzt. Ein Teil der deutschen Truppen befand ruund Weber, hat einen längeren Urlaub an- deutschen Außenamtes und Militärwesens vollzofich auf dem Marsche nach Graz, ein anderer gen, am 12. Feber war die Zusammenkunft in Wien. Das Deutsche Nachrichtenbüro met- getreten. Teil auf dem Marsche nach Wien. Die motori. bet: Reichsführer der SS, Himmler, ist im Flugs Hitler Berchtesgaden, am 20. Feber die Rede Hitlers. fierten Abteilungen sind bereits in Wien eingetroffen. Wichtige Funktionäre der NSDAP be- cug, aus München kommend, am Samstag früh fürchtete die Volksabstimmung! 9. März bie Anfündigung der Boltsabſtimmung, am 24. Feber erfolgte Schuschniggs Antwort, am finden sich in Wien, so vor allem der Gestapo- gegen 5 Uhr in Wien eingetroffen. In seiner Chef Himmler, der praktisch die Erefutive Begleitung befanden sich u. a. der Chef der London. Die Times" schreiben, es bestehen am 11. schon der Widerruf des Plebiszits, Schuschleitet und eine große Anzahl von Verhaftungen Schutzpolizei, SS- Gruppenführer Heydrich, der keine Zweifel darüber, daß das Plebiszit eine ergreifung in Desterreich und am 12. März der niggs Rüdtritt, die nationalsozialistische Machtangeordnet hat. Nicht nur die Führer der Chef der Ordnungspolizei, General Daluege, erhebliche Mehrheit für die Regierung Schusch- Einmarsch deutscher Truppen. Stampflos lag Baterländischen Front befinden sich in Schutz- SS- Oberführer Jost, SS- Standartenführer haft", sondern auch viele Sozialdemokraten, so Müller und Oberstleutnant der Schutzpolizei nina erbracht hätte. Alle Vorkehrungen für die Desterreich Hitler zu Füßen. vor allem jene Betriebsvertrauensmänner, die Meißner. Vollsabstimmung waren streng f air. Die öster reichische Regierung sei durch G e wa I t gestürzt worden. vor einigen Tagen mit Schuschnigg verhandelten. Die Machtergreifung Die österreichischen Nationalsozialisten bereiten. den deutschen Truppen einen begeisterten Empfang, der andere Teil der Bevölkerung ver in Ländern und Gemeinden In sämtlichen österreichischen Bundesländern hält sich schweigfant. In Wien find der Auffor- wurden im Laufe des Samstag Nationalsozialisten derung, die Häuser zu beflaggen, viele Bewohner zu Landeshauptleuten ernannt und in vielen nicht nachgekommen. Das österreichische Bun- Städten die lebernahme der Behörden und Amtsbesheer hat sich überall mit den reichsbeutfchen stellen durch Nazis vollzogen. In Salzburg und Truppen verbrüdert, die Exekutive wird von Eisenstadt( der Landeshauptstadt des Burgen Polizei und bewaffneten nationalsozialistischen Abteilungen gemeinfam ausgeübt. In einer Erklärung des Provagandaministers Goebbel& wird behauptet, daß Deutschland an die Regierung Schuschnigg kein Ultima tum gestellt habe, sondern daß jene Ultimaten von Mitgliedern des Nabinetts Schuschnigg stammten. Es steht jedoch fest, daß sowohl ein Sonderbeauftragter Hitlers, nämlich Keppler, wie auch der reichsdeutsche Militärattachee in Wien Ultimaten überbracht hatten. Hitler hat am Samstag Abend in Linz gesprochen, nachdem er feinen Geburtsort Braunau passiert hatte, und begab sich dann nach Amstetten. Für heute wird er in Wien erwartet. Der Nationalsozialismus feiert die Gleichschaltung Desterreichs als seinen größten Triumph, bie Demokratie muß sie als ihre bisher größte Niederlage buchen. Hitler in Linz Hitler traf Samstag furz vor 8 Uhr abends in Linz ein. Die österreichischen und reichsdeutschen Sendestationen waren bereits mehrere Stunden vorher ganz auf die Uebertragung des Einzugs eingestellt und hielten die Erwartung dadurch aufrecht, daß sie ständig die Ankunft als unmittelbar bevorstehend anfündigten. Die Zivis fchenzeit füllte der Rundfunt, so wie man dies aus der Zeit der Machtergreifung in Deutschland tennt, mit Reden von zufällig" anwesenden alten Bekannten und Freunden Hitlers und ähnlichen Stimmungsrednern aus. Seyß- Inquarts Ansprache enthielt als ein igen erwähnenswerten Say die Proklamierung, daß der Artikel 88 des Friedensvertrages univirtsam sei. Hitlers Antwort bestätigte die Absicht, in der nächsten Zeit in Desterreich ein Plebiszit durchzuführen, das Desterreichs Gleichschaltung zu bekräftigen hat. Zum ersten Mal wurde zu den Desterreichern mit Worten gesprochen, die der preußischen Art entspringen: Ihr, die Ihr an getreten seid..." Das Bundesheer unter Reichswehrkommando Es war die Methode rücksichtsloser Gewalt. die der deutsche Faschismus angewandt hat, eine Methode, die darin besteht, mit der Kriegsfacket in Europa herumzufuchteln, in einem Erdteil, in welchem die großzen demokratischen Mächte auch den letzten Versuch machen wollen, der Menschheit meldet: einen neuen Weltkrieg zu ersparen. Diese Art franzö- von Politik wird Deutschland so lange machen Dester- willigkeit zeigen werden, daß auch sie die Freia Berlin lehnt die Proteste ab London. Das Renterbüro Deutschland lehnte den britischen und fischen Protestschritt in Angelegenheit reichs ab. Genossinnen und Genossen! Der Einmarsch der deutschen Armee in Desterreich hat eine ernste weltpolitische Situation geschaffen. Es gilt nun, den Tatsachen mit äußerster Wachsamkeit und kaltblütiger Entschlossenheit ins Auge zu schauen. Die unerschütterliche Ueberzeugungstreue der Sozialisten muß fich auch dieser Lage gewachsen zeigen. Noch sind die Folgen der letzten Ereignisse nicht abzusehen. Der rasche Ablauf des Geschehens macht es nnmöglich, Parolen und Weisungen anf lange Sicht anszugeben. Deshalb wird der Parteivorstand mit den Vertrauensmännern und durch sie mit der gesamten Bewegung ständig in engster Fühlung bleiben und sie fortlaufend über alle wichtigen Tatsachen unterrichten. Die so oft erprobte Aktionsbereitschaft unserer Organisation wird sich auch biesmal bewähren. Genossinnen und Genossen! Ihr steht auf der Wacht für die Freiheit! An Eure Energie und Kaltblütigkeit werden in den nächsten Tagen die höchsten Anforderungen gestellt werden! Befolgt die Parolen der Partei und achtet nur auf ihre Weisungen. Flüsterparolen und Gerüchten schenkt kein Gehör! Desterreich hat seine äußere Freiheit verloren, weil ihm die Freiheit im Innern verlorengegangen war. Die tschechoslowakische Demokratie ist darum zu einer nm so wichti geren Position für Freiheit und Frieden geworden. Helst sie bewahren und ihr werdet eine historische Leistung vollbracht haben! Der Parteivorstand der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslow akischen Republik Zusicherungen an Prag London und Paris dulden keinen Angriff auf die ČSR Das Tschechoslowakische Pressebüro tommentiert die Auffassung in London folgen dermaßen: fönnen, bis die Demokratien einmat ihre Bereitheit Europas mit allen Mitteln zu wahren und au verteidigen entschlossen sind. Diese Erkenntnis bricht fich Bahn, wenn auch langsam. In den Demokratien müssen die Massen von einer be= stimmten Idee erst ergriffen sein, bevor der Staat von ihnen alles, aber auch alles verlangen kann. Dann entwideln demokratische Staaten einen Widerstand, eine Moral und eine Zähigkeit, an der die Diltaturen, die den blinden Gehorsam ihrer Bürger züchten, werden scheitern müssen. Aber es muß auch gesagt werden, daß die österreichischen Regierungen vom 12. Feber 1934 bis zum 11. März 1938 an der Kapitulation ihres Landes ein gerüttelt Maß von Schuld tra gen. Sie selbst haben die Wider standskraft ihres Landesvon innen ausgehöhlt. Dollfuß, aus dem fie einen Staatsmann gemacht haben, glaubte meis Gott wie patriotisch gehandelt zu haben, als er die Demokratie, die Uebereinstimmung der Regie renden mit den Regierten, abschaffte und die große österreichische Sozialdemokratie blutig unterdrüdte er hat damit nichts anderes getan als sein Land entmannt. Und was ist aus der gepriesenen Außenpolitik Dollfuß' gewor den? Er hat seine Sache auf Italien gestellt und Mussoloni hat nun Oesterreich verlassen, er hat mit feiner Wimper gezudt, als Hitler das Land eingeſtedt hat. Wo ist der Römerpaft geblieben. der Italien, Desterreich und Ungarn verband und durch den Oesterreich seine Stelle in der europäis schen Politik bezog? Die Innen- und Außenpolitik des Systems Dollfuß ist vollkommen zusammen gebrochen, Desterreich hat am 12. Feber 1934 nicht den Weg des Heils, sondern jene des Vers derbens betreten, vollendet wurde das, was mit den Heberlämpfen vor vier Jahren begonnen wurde. Wer sich an der Demokratie versündigt, stirbt am Faschis in der Richtung eines wirksameren mus. Schuß es der Demokratie gegen die Die Wogen des Faschismus branden nun an Angriffe von feiten der autoritären Staaten er fast allen unseren Grenzen. Wir sind der Vorfordern. Dessen ungeachtet erscheint es zweifel- posten der europäischen Demokratie und auf dieser haft, ob in Angelegenheit Desterreichs noch wei- elbwache ist alle Aufmerksamkeit geboten. Diese Funktion in vorderster Schlachtreihe hat uns die tere Schritte werden unternommen werden. Es scheint, daß eine gemein fame Geschichte auferlegt, ihr müssen wir uns gewach britisch franzöfifche Aition sen aeigen. Wir sind auf Vorposten aber wir erwogen wird, durch welche klar zum Aus- sind nicht allein. Wir sind Angehörige einer drucke gebracht werden soll, daß eine Wie größeren Armee. Nicht nur sind wir bereit, unsere berholung der gegenwärtigen deutschen Grenze zu verteidigen, wir haben auch Freunde Praxis, insbesondere ein Vorgehen gegen die in der Welt. Die Tschechoslowakei hat Verträge. Tschechoslowakei, von den Westmächten unter die ihre Unabhängigkeit verbürgen man feinen Umständen geduldet kann uns nur angreifen, wenn werden würde. man einen Weltfrieg entfeffeIn Die britische Regierung ist im Hinblick auf die Ereignisse in Desterreich der Meinung, daß das Bemühen um eine britisch- deutsche Verſtän= digung und um die Sicherung des europäischen Friedens auf einer breiten allgemeinen Grundlage für lange Zeit hinaus unmög I ich gemacht ist. Auch die britischen Verhandlun Wien. Amtlich wird Samstag um 18.30 gen mit talien erscheinen heute in einem Uhr gemeldet: Heute um 8 Uhr morgens haben anderen Lichte als noch vor einigen Tagen. Die deutsche motorisierte Truppen die deutsch- österrei Regierung Englands ist sich auch dessen bewußt, chische Grenze zu einem freundschaftlichen Besuche daß die neue Situation in Mitteleuropa nicht nur überschritten. Zum Zeichen dieses frohen Greig eine Aenderung des europäischen Gleichgewichtes nisses, das in Deutschösterreich begeistert begrüßt, in diesem Gebiete, sondern auch der Stellung Es handelt sich dabei offensichtlich um die will, einen Krieg, in welchem Deutschlands flaggt alles. Ehrenfompagnien sind den deutschen Frankreichs auf dem Kontinent mit sich bringt. Uebernahme der Formel, welche VI um und nach militärische Stellung noch schwieriger wäre als Truppen beigegeben. General Schilhawsty hat was auch auf die Lage England 3 ungünstige ihm verschiedene französische Politiker, zuleßt in jenem, den das Reich troy seiner schimmerndie Armee angewiesen, die deutschen Kameraden Folgen haben kann. Man hält es weiter für Delbos und Chaute mp3. in der Pariser den Wehr verloren hat. Wir stehen in den Reihen auf das herzlichste zu begrüßen und der Waffen sicher, daß die Annäherungsverhandlungen zwi Stammer geprägt haben. Eine Entscheidung der Demokratie und verteidigen Freiheit und Unbrüderſchaft und Voltsgemeinschaft innigsten Aus- fchen Großbritannien und den Vereinigten wurde bisher in dieser Richtung nicht getroffen, abhängigkeit nicht um irgend eines Führers, sondrud zu verleihen. Deutsche Flieger sind bereits Staaten einen entschiedeneren außenpoliti- doch ist eine solche in der allernächsten Zeit zu dern um unserer selbst willen. Das über Wien eingelangt und freisen zum Gruß über schen Kurs Großbritanniens auf dem Kontinent erwarten. find die Wurzeln unserer Kraft. Deswegen föns +36 tei an ge alle getr über Nat deb ichl suf Fre bes ban 11m fith ihr beg Pa ber Me Be Str for REEUD ti Geite 2 nen wir Ruhe und Besonnenheit bewahren in dem Sonntag, 13. März 1938 Bewußtsein, daß wir die Vertreter einer Idee Reichskonferenz der Partei cinberufen! Labour für die und eines Ideals sind, die nimmer aus dem Her gen freier Menschen schwinden werden und ohne welche die Zukunft unserer Kultur nicht möglich ist. Die früheren Generationen von Sozialisten haben schwere Zeiten überstanden- von ihrem Heldentum erzählt das Buch der Geschichte. Auch dem heute lebenden Geschlecht von FreiheitsYämpfern bleibt das Los, Opfer für ihre lleberzeugung zu bringen, nich erspart. Je mehr wir entschlossen sind, unsere Freiheit zu bewahren, desto eher und sicherer werden wir uns einer Welt von Feinden gegenüber behaupten. Hitler begründet die Gewalttat Der Partelvorstand hat in seiner Sitzung vom Samstag, den 12. März, beschlossen, eine Reichskonferenz für Freitag, den 18. März, 94 Uhr vormittags in den Steiner- Saal nach Prag II., Hybernska 7, einzuberufen. Die, Delegierungsbestimmungen werden den Organisationen in einem besonderen Rundschreiben mitgeteilt. Der einzige Verhandlungspunkt ist die politiche Lage. Das Ergebnis der Reichskonferenz wird in Kreis-, Bezirks- oder Gebietskonferenzen, die für Sonntag, den 20. März, einzuberufen sind, den Organisationen mitgeteilt. Gleichzeitig hat der Parteivorstand beschlossen, den für die Zelt vom 18. bis 21. März einberufen gewesenen Parteitag zu verschieben. Der Parteivorstand der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Samstag mittags verlas der Propaganda- die Soldaten der deutschen Wehrmacht. Panzer- fühle. Hitler anerkennt ausdrücklich die Brenners minister Goebbels eine Proklamation Adolf Hits truppen, Infanteriedivisionen und die SS- Ver- arenze. Das bedeutet den vollständigen Verzicht lers, in der Hitler von dem Leid spricht, das den bände auf der Erde und die deutsche Luftwaffe auf die deutschen Südtiroler. Desterreichern in den letzten Jahren von außen im blauen Himmel werden selbst gerufen von Nr. 61 Tschechoslowakei ,, Dle Integrität dieses großen Zentrums der Demokratie muß gewahrt werden". Auf die Einladung der deutschen Sozialdes mokratie der Tschechoslowakei zu deren Parteitag nach Reichenberg au fomumen, hat der Führer der englischen Arbeiterpartei, Major Attlee, ben folgenden schönen Brief geschickt, der in ernster Beit ein Beweis der Sympathie dieser großen Partei Englands für die Tschechoslowakei und besonders für die sudetendeutschen Sozialdemo fraten ist. Der Brief lautet: Es freut mich sehr, die Gelegenheit zu haben, den Mitgliedern der Deutschen sozialdemokrati. fchen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei Grüße zu senden. Die letzten Ereignisse in Bentraleuropa haben alle jene tief betrübt, welche an Sozialismus und Demokratie glauben. Die Bri tische Labour Party ist entschlossen, alles, was in ihrer Macht steht, zu tun, um Großbritannien Pflicht gegenüber der Tschechoslowakei zu erfül und von innen widerfahren sei. Dem bisherigen der neuen nationalsozialistischen Regierung in Wiener Zei ungen eingestellt, Regime, das das Volt brutal unterdrückt habe, Wien der Garant dafür sein, daß dem österhabe jeder legale Auftrag gefehlt. Der politiſchen reichischen Volle nunmehr endlich in fürgefter konfisziert oder gleichgeschaltet und die anderen Mächte dazu zu bewegen, ihre Senebelung und Entrechtung des Volkes habe ein Frist die Möglichkeit geboten wird, durch eine wirtschaftlicher Verfall entsprochen, der in traffem wirkliche Voltsabstimmung( 1) feine Zukunft find Samstag zum Iesten Malershieber Demokratie muß gewahrt werben und ich Der Wiener Tag" und die Stunde" len. Die Integrität dieses großen Sentrums Gegensatz zu dem wirtschaftlichen Aufschivung" und damit sein Schidial selbst zu gestalten." letzten Deutschlands stehe. Hitler habe versucht, die früweiß, daß die deutsche sozialdemokratische Partei heren Machthaber Desterreichs zu warnen. ihre Rolle in dieser großen Arbeit spielen wird, wenn jemals die Not fie dazu zwingen würde, Starhemberg verhaftet? Wien. Gerüchtweise verlautet, daß sich unter den Verhafteten auch der ehemalige öfter reichische Bizefanzler Starhemberg befindet. ** „ Ich habe weiter versucht, sagte Hitler,„ die dafür verantwortlichen Machthaber zu überzeus gen, daß es auf die Dauer aber auch für eine große Nation unmöglich, weil unwürdig ist, forts gesezt zusehen zu müssen, wie Menschen gleicher Der Tiroler Landeshaupt Boltszugehörigkeit nur wegen ihrer Abstammann Ing. Gerber wurde im Verlaufe des mung( 1) oder ihres Bekenntnisses zu dieſem Freitag verhaftet, der Bürgermeister der Voltstum oder wegen ihrer Verbundenheit mit Stadt Baden, Sosef Kolmann wurde in einer Idee unterdrückt, verfolgt und eingeferfert Schutz haft genommen. werden, leber 40.000 Flüchtlinge hat allein Deutschland bei sich aufnehmen müssen, 10.000 andere sind in diesem Kleinen Lande durch die Ges fängnisse, Merter und Anhaltelager gewandert, Hunderttausende sind an den Bettelstab gebracht worden, sind verelendet und verarmt." Hitlers Verzicht auf Südtirol Der Große Faschistische Nat hielt am Same tag eine Sisung ab, in der festgestellt wurde, daß Italien das Verhältnis zwischen Deutschland und Defterreich als eine innerdeutsche Angelegenheit betrachtet und das Vorgehen Deutschlands billigt. Hitler hat an Mussolini ein Schreiben ge richtet, in dem er sein Vorgehen gegen Desterreich begründet und Mussolini versichert, Deutschland habe gegenüber Italien nur freundschaftliche Genen. G. R. Attlee. Wo ist Schuschnigg? London. Die Nachrichten über den Aufent Tus Nachmittagsblatt Echo", das Neuig feitsweltblatt" und der Telegraph" sind am Samstag nicht erschienen. Die Druckerei und Redaktion des Telegraph" wurden von nationalfozialistischen Abteilungen besest. Der Ins haber des genannten Blattes und der Chefredakteur, Bondy und Strachwiß, flohen. Wie aus Berlin gemeldet wird, soll auch der bisherige Chefredakteur der„ Reichspoſt“ Funder halt des ehemaligen Bundeskanzlers Dr. Schusch aus Wien geflüchtet sein. Die Reichspost", die amtliche Wiener Zeiniga lauten sehr verschieden. Einer Version Au tung und das Neue Wiener Journal" wurden folge wird Schuschnigg gemeinsam mit den Mit gliedern der früheren Regierung im Bundeskanz Samstag fonfisziert. Der„ Abend TeleTeramt polizeilich bewacht. anderen araph" ist unter neuer Führung unter dem Titel„ Nationalsozialistischer Telegraph" mit dem Meldungen zufolge soll Dr. Schuschning vers haftet worden sein, während andere Infor atenfreuz im Titelfopf erschienen. mationen wiederum besagen, daß er in seiner Wohnung weile. Steines der Prager Blätter wurde Samstag in Wien zugelassen. Die Prager Reis tungen waren weder im Kolportagevertrieb noch in den Cafés erhältlich. Angriff auf Prag Dem Reuterberichterstatter in Wien wurde die Information erteilt, daß Dr. Schuschnigg eine ungestörte Ausreife garantiert wurde und daß gegenwärtig darüber verhandelt wird. in welches Land ihm die Ausreise bewilligt werden soll. Eingreifen der Westmächte! Die Franco- Offensive Ein aufsehenerregender Artikel Das Abkommen des 11. Juli sei aber nur unterzeichnet worden, um im nächsten Augenblicke schon wieder gebrochen zu werden. Die RechtsTojigkeit der überwältigenden Mehrheit war geblieben, ihre unwürdige Stellung als Paria in diesem Staate wurde in nichts behoben. Wer sich zum deutschen Volkstum(!) offen bes Yannt habe, sei verfolgt worden. Um für ihre fortgesetzten Verlegungen der gleichen Rechte ber österreichischen Deutschen sich ein Alibi zu vers schaffen, habe die Regierung ein Voltsbegehren ersonnen, das bestimmt gewesen sei, die Mehrheit Barcelona. Das Nationalverteidigungs( 1) dieses Landes endgültig zu entrechten. Gegen ministerium melbet: An der Ostfront sette der diesen einzig dastehenden Versuch eines Wahlbes truges habe sich endlich das deutsche Volt in London. Das Blatt Sunday Dispat"| Lage wurde im Lichte der Möglichkeit einer fünf- Feind seinen Vormarsch fort. Am Freitag räum Desterreich selbst erhoben. Wenn aber dieses Mal befaßt sich in einem längeren Artikel mit dem tigen deutschen Bewegung gegen die Tf dh e ch a ten wir Belchite und Code, am Samstag Monel. das Regime es nun wieder beabsichtigte, die Pro- Verhältnis Deutschlands zur Tschechoslowakei. f Iowatei erörtert. Nach der Ansicht Cham- Im mittleren Teil des Abschnittes schlugen wir testbewegung einfach niederzuschlagen, dann habe Der Artikel trägt den Untertitel: Warum dies berlains, alifag und deren Beratern ist die Tiche- fünf feindliche Angriffe zurück, wobei der Feinh choslowakei in einer anderen Lage als Defter- schwere Verluste erlitt. Bei einem Luftkampf das Ergebnis nur ein neuer Bürgerkrieg lebenswichtig ist". In dem Artikel heißt es: sein können! Das Deutsche Reich dulde aber nicht, reich. Sie hat Allianzen mit Frankreich und Ruß- schossen wir zwei feindliche Flugzeuge ab. daß in diesem Gebiete von jest an noch Deutsche ,, Der britische Ministerrat trat Samstag land. Die Franzosen haben in der vergangenen Der bereits erstarkte Widerstand der Boltsverfolgt werden wegenzugehörigkeit zusammen, um die Lage zu erwägen, die durch Woche England flargemacht, daß sie im Falle armee wird weiter wachsen, so wie ihr mögliǎ zu unserer Nation( 1) oder ihrem den Einfall Deutschlands in Desterreich gefchaffen eines deutschen Angriffes auf die Tschechofiwatei ist, Verstärkungen aufzunehmen und zu organiBekenntnis zu bestimmten Auffassungen. Es will wurde. Es besteht die Ansicht, daß nachdem die dieser zu Hilfe kommen werden. Die britische fieren. Die republikanischen Gegenangriffe Ruhe und Ordnung. Hitler habe sich daher ent- Deutschen bereits in Desterreich sind, die britische Regierung hat dagegen keinerlei Einwendungen waren, entsprechend den Befehlen des Oberkom schlossen, den Millionen Deutschen in Desterreich Regierung hier nichts unternehmen könne. Die zu erheben. Daher besteht die Ansicht in White mandos, turz und hatten einzig das Ziel, die nunmehr die Hilfe des Meiches zur Verfügung zu Minister vertraten aber die Auffassung, daß die Hall, daß obzwar Großbritannien keine Ber feindlichen Vortruppen zu erschöpfen, aber sie ser Umstand es umso notwendiger erscheinen| pflichtungen gegenüber die Tschechoslowakei ein- fügten den Rebellen schwere Verluste zu und " Seit heute morgens," sagte Hitler, mar- lasse, daß keinerlei Illusionen über Deutschlands gehen kann- fie fich hier nicht so desinteressiert brachten viele von ihnen, darunter zahlreiche schieren über alle Grenzen Deutsch- Desterreichs fünftige Absichten in Mitteleuropa bestehen. Die zeigen kann, wie im Falle Desterreichs. Italiener, in die Gefangenschaft der Republik. itellen. 30 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf ,, König, hältst Du so Dein Versprechen des Friedens und der Güte, des Schußes und der majestätischen Treue, daß Du uns Räuber und Weiberschänder in unsere Häuser schickst?" Das war als Spruchband in die Mundterben ser Totentöpfe eingelegt. ,, Eure Majestät wünschten also, daß die Lutheri- noch Schwert! Friede, ach holder, ewiger Friede schen über ganz Deutschland in den Halm auf Burgen und in Hütten!" ichießen, nur, weil die spanischen Scherenschleifer So errechnete, so enträtselte Starl die Bus und Misthaufenschaufler und Jauchentaucher funft. allzu fest auf ihren Geldsäden sißen? Wir haben die Dukaten für Gott und für die Heiligkeit des Abendmahls nach Niederland und nach Deutsch land geschickt. Dorten ist das Zentrum der christlichen Welt. Aber dorten wuchern auch die Rotten so aufgeschwollen in Selbstgefälligkeit, daß sie den Heiland nur denken wollen, ihn nur erschaffen wollen aus ihrem mäkelnden Verstand." Es bekräftigte der Erzbischof von Tortosa: Eine Million Dutaten schafft, was nötig ist. Stock und Schwert, sie rottet die Keperrotten aus, sie garantiert uns die besten Soldaten der Welt, die Deutschen, die schon auf dem Meere zu uns unterwegs sind!" ster Hosianna singen, doch sie könnten dabei vers nessen, die Hosen und die Stiefel Eurer Majestät rechtzeitig abzuliefern." König und Edelleute lachten sich plötzlich Aber noch hielten die Edelleute ihre Ba- ins Gesicht. So wild hatten sie das Innere ihres ſtionen. Und der Sohn einer Wahnsinnigen, viel- Herzens nach außen gewendet und sich wie junge leicht selbst ein Besessener, er sollte ihnen tom- Sunde übereinandergefollt. Fehl.e nur noch. daß mandieren, daß sie in ihren Rittersälen den sie sich ganz und gar wie Straßenjungen gebärdes schmierigen Schwarm von Tuchscherern, von ten, sich Nasen drehten, sich die Bunge herauss Lichtziehern, von Bauernlümmeln gar emp- streďten, sich mit Pferdeäpfein beschoffen. Bevor der König dann Platz nahm, kreiselte fingen? ,, Nicht dulden". Tautete die Antwort der er sich auf der Stiefelspitze herum. Es vibrierte Edelleute auf jede Argumentierung des Königs, etwas von diesem Wirbel durch seine Stimme, dulden nicht, daß Zwietracht sich mische zwischen als er sprach: Daß aber der Herr Sodom vers Gure Majestät und Ihre Untertanen. Aber sich, weil er zehn Gerechte dort entdecte, es ist Eurer Majestät Untertanen, sind das vielleicht den Herren nicht unbekannt, und die Herren wir? Sind wir nicht eher die freiwilligen Schild werden bestimmt nicht unbarmherziger sein wol träger Eurer Majestät?" len als der Herr." Die Edelleute schwiegen. Es schien ihnen genug des Scherzes. Sie wollten positive Barteinahme ihres Königs und nicht bloß dieses Spiel mit Träumen und Theorien. .. Wie wir selig waren, unter unserem Dach aufzunehmen, die wir für des Königs liebste Stellvertreter hielten! Wir gaben ihnen Sinquartierung ohne Zwang. Mit freiwilligſtem ,, Ich weiß", argumentierte König Karl. Jubel empfingen wir, was des Königs Rod trug. Der König behielt tropßdem noch Stock und das Bündnis, das Sie an mich bindet und mich Wir ehrten die Einfalt und die blonde Gradheiz Schwert krampfhaft in der Hand, als er die Ver an Sie, es ist Vetternbund, nicht Knechtsgehor: aus dem deutschen Urwald. Wollten sie näher treter der Granden einlud, bei ihm zur Ve- sam. Auf den Spiken der Berge stehen Ihre tennenlernen, an Sohnesstatt einreihen in ratung zu erscheinen. Er versteckte sich vor dem Schlösser, und der Raum auf der Spize ist Die Edelleute starrten den König_an, unsere Brüderschaft, ewigen Gastfreund nennen Seigneur und dem Erzbischof. Keine gewun schmal, und wenige nur haben da oben Plaß. unnachgiebig, vollgestopft schon von dem Ents die zentichen. Sollten ichnarchen in unsern denen Worte wollte er mehr hören. Die Ber- und brunten in den Tälern, in den Ebenen, dort schluß, mit dem von ihnen geforderten Part der Hochzeitsbetten. Soviet Wütter redeten ihren leumdeten und Berdächtigen, die Fremden, die behnt es sich aus, wimmelt es unzählig, wahllos Bugeständnisse abzureiten oder die Waffen in Zöchtern zu, und die Unschuldigiten, die Tugend- dieses Land vielleicht begönnerten, vielleicht be- gezeugt mit blöder Tierwollust, mein Unter- tion au seben. Den König glaſten aber auch hafteſten wiegten schon im Traum blauäugige gaunerten, die sollten beiseite geſtellt sein. Die tanenvolt. Habe das alles wohl überlegt. Sabe tote, zerronnene Augen an, aus Höhlen abges Kinder. D. die Undankbaren! Diese beiden falten Gäste dieses Landes, das waren nur seine eine gute Schule in den Niederlanden gehabt schnittener Häupter. Daß deren Rahl sich in den waren nicht die ersten, werden nicht die letzte. Näte. Befragen mußte er die besten, verdien- Sabe sie selten geschwänzt, meine Herren Vets lebten Tagen vermehrt hatte. Start wußte es testen, flammendsten Edelleute Spaniens, und fern. Ich gebe nur in Erwägung, ich gestehe allein. Oder reckten sich die Edelleute nur desDieser Begleitorief zu dem Palet war er wünschte, sie auf die gleiche Bahn zu bringen. Ihnen nur, voll des überquellenden Vertrauens halb so schadenfroh, weil auch sie es schon unterzeichnet: wei Studiosi juris, Nächer des auf die Don Juan de Padilla und Don Juan in die Einsicht teurer Verwandten, daß mir so wußten? de Valoria ihn gebracht hatten. beleidigten Menschenrechts." Und er trun das Poststriptum: Am Hofe dessen, der unser König ,, Die Blüte des Landes ist nicht weniger sein soll, doch unser folternder Fei.id ist. leben wichtig als die Spreu", so überredete sich der zwei Spinnen, und sie nennen sich Seigneur und König in feinen Riveifeln. Dreieinig stönig, Erzbischof. Wo haben die Spinnen die drei Adel und niederer Stand. Treten wir zusam Millionen Dutaten verscharrt, Gold, erpreß und men, greifen wir zusammen Stock und Schvert, gestohlen den Millionen von Brüdern, die eins zerbrechen wir zusammen Stock und Schwert. mit uns sind, die Euch hassen, hassen?!" scharren wir ein zusammen Stod und Schwert! Der Herr von Chièvres gab Rechenschaft: Sie dürfen nie wieder an den Tag, weder Stock, sein, die wir strafen!" tostbar heiß wird in der Scele, daß ich wie auf Er schritt zur Tür, die auf den Altan einem Regenbogen einherstolziere, sobald mich hinausführte. Er öffnete die Türflügel. Gr der Gedante daran faßt, daß dieses unser Volt. puffte die Edelleute in die Nippen, damit ne unseres, liebe Bettern, und nicht mein Volt schneller ins Freie gelangten. Er dachte dabei: allein, mündia gesprochen werden könnte." Wer wird mich Auerst puffen, mir zuerst den Dann wird der Megenbogen unter den Dolch in den Rücken stoßen, mein Adel oder mein Füßen Eure: Majestät sehr schnell zusammen. Volt?" stürzen." ,, Dann werden die Tuchscherer und Schus ( Fortsetzung folgt.) Sonntag, 18. Mär, 1838 gelte 8 i Rede vor der Opposition anzu- erNLrte Londoner Ministerrat: etnbti Verbindung mit bet 1 Strafanzeige erstattete. sphäre ans dem europäischen Kontinent haben muß. Die britische Negierung steht in bot* konkretes Programm beschlossen werden soll. Diesen engeren Ausschuß gehören unter anderem die Herren Dr. Tichy vom staatlichen HedwigKschacht in Seestadtl, Herr Dr. Schmiedingcr-Vrür slir den Verein bergbaulicher Interessen. Herr Bergrar Vetschau, Markscheider Linhardt und die Genossen Rilka aus Bartelsdorf und Rovy von La« dowitz an. In die demnächst einzuberu sende Sitzung ist auch der nordwestböhmische Regionalverband zu laden, ebenso wie alle anderen-irgendwie interessierten Körperschaften. Es scheint sich also die Anregung der Gemeinde Bartelsdorf zu einer beachtlichen Sache zu entwickeln, der die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden kann. London. Nach zlveieinhalbstündlgen Beratungen ist die samstägige Sitzung des Ministerrates zu Ende gegangen. Das Ergebnis wurde in einem offiziellen Kommunique zusammengefaßt, das besagt: „Die Regierung erörterte die Verhältnisse in Oesterreich und genehmigte eine« Bericht über den b r i t i s ch e n P r o t e st, der dies- bezüglich in schärf st erForm in Berlin eingelegt tvurde. Sowohl der Ministerpräsident wie auch der Außenminister hatte« bereits früher Gelegenheit genommen, ähnliche Borstellungen gegenüber Ribbentrop zn erheben. Es dass ich der wahrhafte Verkünder feines Willens bin." Paris. LSon Blum informierte in den Rach- mittagSstunden des Samstags den Präsidenten der Republik über den Verlauf seiner Verhandlungen zur Bildung der neuen Negierung. Den Journalisten erklärte er, daß er trotz allen Schwierigkeiten, auf die er stoße, die Verhandlungen hartnäckig und mit Vertrauen sortsetze. Löon Blum empfing die Führer der Rechten, Louis Marin und Paul Simon und hierauf die Führer der Mitte Mandel, Barsty und de Cappedelaine. Die zwei letzteren informierten ihn über den Verlauf der NachmittagSsitzung | der Vorsitzenden der oppositionellen MinderheitS- klubs. In diesen Sitzungen wurde neuerlich die Ansicht ausgesprochen, daß eine Zusammenarbeit der Rechten mit den Kommunisten und der Regierung sehr schwierig erscheine. L/on Blum ersuchte die Delegation der MinderheitiklubS, an ihrer gemeinsa« nien Sitzung teilnehmen und ihnen den Standpunkt darlegen zu dürfen. Diesem Wunsche wurde entsprochen und es wurde eine Sondersitzung einberufen, die um 18 Uhr zusammentrat. und körperlich noch verhältnismäßig rüstig. Sie feierte an der Seite ihres im Jahre 1031 verstorbenen Gatten August Sommer die grüne, die silberne, die goldene, die diamanten: und auch die eiserne Hochzeit. Auch ihr Gatte ist am 18. März geboren, Ivar aber um fünf Jahre jünger als seine Frau.— Dreizehn Kindern schenkte Theresia Sommer das Leben, aber acht starben im frühen Alter. Die fünf Kinder, welche ihr geblieben sind, zog sie trotz mancher Not und Entbehrung zu rechtschaffenen Menschen heran. Fünf Kinder, zweiundzwanzig Enkel und einundzwanzig Urenkel werden sich an Theresia Sommers 100. Geburtstage um die Jubilarin scharen. Dec ganze Ort freut sich des seltenen Festes der Greisin und nimmt herzlichen Anteil. Die Gemeindevertretung und sämtliche Vereine werden sie beglückwünschen und ihr die gebührende Ehrung erweisen. Auch wir bringen der ältesten Frau im politischen Bezirk Tetschen unsere herzlichsten Glückwünsche entgegen. Tb. K. französischen Regierung. Sie verfolgt fortgesetzt aufmerksam die Entwicklung der Lage. Die britische« Minister wurden ersucht, sich während des Wachendes in Reichweite von London zu halte«. Ein weiterer Ministerrat ist für Montag anberanmt". Nach Abschluß des Ministerrates empfing Sir Tadogan den Führer der Opposition im Unterhaus Major Atilee, mit dem er eine längere Aussprache hatte. Außenminister Ribbentrop weilt gegenwärtig noch In London. Die deutsche Botschaft erreilt keinerlei Informationen über seine Rückreise nach Berlin. Masaryk bei Halifax London. Der tschechoslowakische Gesandte in London Jan M a s a r n k fand sich SamStog nachmittags im Foreign Osfice ein und hatte dort eine längere Unterredung mit Aussenminister Lord Eine Hundertjährige In MeisterSdorf bei Böhm.-Kamnitz feiert Frau Theresia Sommer am 13. März ihren hundertsten Geburtstag. Die Jubilarin ist geistig Vor entscheidenden Erklärungen Chamberlains Loudon. Die Erklärungen, die Chamberlain am Montag im Unterhanse abgeben wird» versprechen von grober internationaler Beden» tung zu werden. Zuverlässigen Informationen zufolge wird sich Chamberlain nicht nur mit den Ereignissen in Oesterreich, sondern mit Mittelund Ost-Europa als Ganzes befassen. Parks. Der außerordentliche Kleine Kongreß der sozialistischen Par, fei genehmigte am Samstag mit 6575 Mandaten gegen 1684 den Vertrauens» antrag für Löon Blum, eine Regierung der nationalen Arbeit- gemeinfchaft mit der Volksfront als Zentrum zu bllden. Ein Mann mit zwei angetrauten Frauen. In Schüttenhofen wurde ein Fall von Bigamie entdeckt. Der 47jährige Schneidergehilfe Anton Hirmer hatte im Jahre 1831 seine Frau verlassen und ein Jahr später, ohne sich vorher scheiden zu lassen, eine andere Frau geheiratet. Nach drei Jahren verließ er auch seine zweite Frau und nahm die eheliche Gemeinschaft mit seiner ersten Frau wieder auf. Bei Nachforschungen nach dem Verbleib ihres Manne» kam die zweite Frau darauf, daß sie von einem Bigamisten geheiratet worden war, gegen den sie die '■ Anion Hirmer wurde ver haftet. Die amtlichen Erhebungen des Falles ergaben, daß Hirmer seine erste Ehe zivilrechtlich und seine zweite Ehe kirchlich schließen ließ, so daß den Behörden die Doppelehe nicht früher zur Kenntnis gelangen konnte. Dichterin sucht gutsituierten Herm. In einer westböhmischen Tageszeitung ist folgendes Inserat z» lesen: Der nahende Lenz weckt Sehnsucht nach Stimmung, Tanz und Wanderungen durch das Frühlingsland. Welche gutsit. Dame oder Herr mochte so manchen meiner sehnenden'Dichterträume beschwingte Wirklichkeit werden lassen und mich all- sonntäglich abholen? Wohne im Egerland. Anbote mit Rückporto unter„Lyrikerin 20, 10.718— 1“ an.... Leitung dieses Ressorts zu betrauen beabsichtigt. Nach dem Weggange Blums wurde nach einer längeren Debatte beschlossen, Lton Blum eine schriftliche Anttvort zn erteilen. Es scheint, daß eine große Anzahl der Abgeordneten der Minderheit der Ansicht ist, daß die Anwesenheit der Kommunisten im künftigen Kabinette inopportun Abgelehnt! 9lad) der Beratung der Vorsitzenden der Minderheitsgruppen Ivurde folgendes Kommu- niqut ausgegeben. Die Vorsitzenden und Vertreter aller Minderheitsgruppen, mit Ausnahme der Gruppe der VolkSdemokraten, traten, nachdem sie die Rede Lton BlumS in der Plenarversainmlung der Deputierten und Senatoren der Minderheitsgruppen angehört hatten, neuerlich zu einer Sitzung zusammen. Sie haben zur Kenntnis genommen, daß Lton Blum auf die außenpolitischen und innerpolitischen Fragen, welche die Minderheit mit Recht beunruhigen, keine genaue Änt» Ivort erteilt hat. Sie erklären neuerlich, daß sie zur Teilnahme oder Unterstützung einer Regierung der Einheit und des öffentlichen Wohles bereit sind, sie sind jedoch überzeugt, daß das Programm einer solchen Regierung mit der Teilnahme der Kommunisten unvereinbar ist. Dieser Beschluß wurde mit allen gegen fünf Stimmen gefaßt. In der Minderheit sind die Deputierten Reynaud, Laniel, Jaeguint und Juhel, sowie der Senator Honnorat geblieben. Nach dieser Beratung betonten die Vorsitzenden der Minderheitsgruppen in den Couloirs, daß die in ihrem Beschluß enthaltene Ablehnung die Kommunistische Partei nicht als Partei der äußersten Linken betreffe, sondern als Partei, die der Dritten Internationale angehöre und sicki mit der Negierung der Sowjetunion identifiziere. Sie verweisen auch darauf, daß in keiner anderen europäischen Demokratie mit Ausnahme des republikanischen Spanien die Regie- ningöparteien eine Allianz mit der kommunistischen Partei abgeschlossen hätten. Blum verhandelt weiter Paris.(HavaS.) Lion Blum TamStag nach 20 Uhr den Journalisten: Ich habe daS reine Gewissen, daß ich in de» Bestrebungen, die RegierungSformel, die ich Im Interesse de» Landes für notwendig hielt, zu verwirklichen, bl» an die äußerste Grenze gegangen bin. Alle MlnderheiiS- EamStag nachmittags hielt Löon Blum über alle französischen Sender folgende Ansprache: „Heute Vormittag hat sich ein Ereignis zugetrogen. dessen Bedeutung und Grösse ich nicht zierschätzen, Ihnen aber erläutern will. Der zkotionalrat der sozialistlschen Partei hat nahezu »etattenlo» und mit grosser Begeisterung beschlossen, allen republikanischen Parteien vor- ,«schlagen, zum Schutze der republikanischen Freiheiten der LebenSint'eressen de» Volkes und »e» Frieden» sich zusammenzuschliessen. Der Gedanke liegt mir serne, noch mehr den Ernst der Umstände zu betonen, die zu dieser Resolution ge» filrt haben, denn ebenso wie daS Land müssen ,«ch seine Repräsentanten Ruhe bewahren und ihre Nerven beherrschen. Diese Ereignisse jedoch begründen vollauf den Appell der sozialistischen Hartrien, in Betrauung durch den Präsidenten der Republik in einem so ernsten Augenblick die Negierung zu bilden; so wandte ich mich an die Vertreter aller demokratischen und Republikanischen geäste und ich wende mich mit der gleichen Ausforderung jetzt an da» Land in dem Bewusstsein, Pari». Lton Blum hielt in der Sitzung der Vorsitzenden und Delegierten der MinderhcitS- llubs der Kammer und deS Senates eine pathe« tische Rede, die auf alle Anwesenden— über 200 Senatoren und Abgeordnete— einen großen Eindruck machte. Äon Blum sagte in seiner Kundgebung u. a.: Sie haben mich über mein Programm befragt. A gibt natürlich unter un» Gegenkätze, wir können aber trotzdem gemeinsame Punkte finden. Bor allem miss da» Wohl de» Lande» unsere Sorge sein. Sie hab« mir einige»ndesonnene Fragen gestellt, die ich nicht beantworten kann, so z. B. HIn- stchllich der Anerkennung de» italienischen Kaisertum» «id der Entsendung eine» Botschafter» nach Rom. (kl ist die» ein 8ompensation»artikel England»»ei seinen Verhandlungen mit Italien. E» wäre gefährlich, ein« bestimmten Weg zu betreten und eine bestimmte Stellung einzuneümen, wenn sich die Szene jede« Moment ändert. Bor. allem ist e» notwendig, sich der Bildung einer Regierung zu widmen, die «llela eine Garantie de» Frieden» darftellen kann. Wir baden verschiedene Ansichten. Sie«erden ab- weichend bleiben und e» ist ehrenhaft von nnü, aus tmseren Standpunkten zu beharren, sonst wären wie unehrenhafte Menschen. Lassen Sie dm Augenblick nicht vorübergehm. Ich wende«Ich an Ihre Bemunst und nicht an Ihre Befühle. Ich beschwöre Sie, noch die Sache zu überlege«. Da» Land will e», da» Land wartet darauf. Ueberlegen Sie dm Emst meiner Worte. Laffm Sie »Ich nicht lange auf Antwort«artm. Ich möchte, bah Sie da» Gefühl habm, dass auch meine entschie- brnsten Gegner meinen geradm Sinn und meine Aufrichtigkeit würdigen.' „Sie sind ein grober Franzose l M Die Rede Löon BlumS machte aus die Anwesenden einen tiefen Eindruck. AlS Lkon Blum grendel hatte, rief der nationale Abgeordnete de KerilliS:„Tie sind ein grosser Franzose!" Der Abgeordnete der Mitte de C h a p» pedelaine sagte:„Sie verdienen, dass Ihnen Ihre Aufgabe gelingt." In der Debatte sprach sich der Abgeordnete der Mitte, Paul Retz- n a u d, für die Beteiligung an einer Negierung au», welche die Einmütigkeit der demokratischen und republikanischen Kammermitglieder ermöglicht. Dagegm erklärte F l a n d i n, dass Lkon Blum keine der ihm gestellten präzisen Fragen beantwortet habe. Lton Blnm sagte auf eine Frage betreffend die Finanzpolitik, daß die Wahl deS künftigen Finanzministers alle voll befriedigen tverde. ES wird angedeutet, daß Blnm Paul Reynaud mit der Parteiberatung Der Parteivorstand der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei ist am Samstag zusammengetreten, um über die durch den Einmarsch der reichsdeutschen Truppen in Oesterreich geschaffene Lage zu beraten. An der Sitzung nahmen die Vertreter der einzelnen Kreisorganisationen, der Gewerkschaften und der sozialistischen Kuliurorganisationen teil. Nach dem politischen Bericht deS Parteivorsitzenden Dr. C z e ch wurde eine lebhafte Aussprache abgeführt, an der die Vertreter aller Gebiete teilnahmen. Die Vertrauensmänner der deutschen sozialistischen Bowegung unsere» Lande» bekundeten ihre Bereitschaft, auch weiterhin mit all ihrer Kraft bis zur letzten Konsequenz für die Unabhängigkeit unsere» Landes einzutreien. Sie haben mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, daß die Bereitschaft zur Verteidigung unserer demokratischen Republik nicht auf die Kräfte de: Republik beschränkt ist. Die Vertrauensmänner brachten zum Ausdruck, daß sie sich des Ernstes der gegenwärtigen Lage durchaus belvicht sind, daß aber kein Anlaß besteht, BesürchtniigL« hinsichtlich der unmittelbaren Entwicklung zu haben. Vor allem wird eS sich darum handeln, allen etwaigen Gerüchtemachern im Randgebiet mit der größten Entschiedenheit entgegenzutreten und ruhiges Blut zu bewahren." Der Parteivorstand beschloß, den für die Feit vom 18. bis 21. März geplant gew-senen Parteitag angesichts der politischen Situation zu verschieben. Für Freitag, den 18. März, 0 Uhr vormittags, wurde eine RcichSkonferenz nach Prag, Hubernska 7, Steinersaal. einberufen, die zur politischen Lage Stellung nehmen und Weisungen an alle Partcigliederungen beschließen wird. Am Sonntag, den 20. März, werden in allen Gebieten Kreis-, Bezirks« oder Gebietskonferenzen stattfindcn. in denen über das Ergebnis der Reichskonferenz Bericht erstattet werden wird. Redner für diese Konferenzen sind bei den Kreisorganisationen der Partei fordern. Um dl« Rekultivierung des Bergbaugebietes Einberufen vom Gemeindeamt Bartelsdorf, fand diese Woche im Bergarbeiterhaus in Brüx die erste Sitzung der Gemeinden statt, die an der Rekultivierung des durch den Bergbau vcrwüste- ten Geländes interessiert sind. Erschienen waren Vertreter der Gemeinden Bartelsdors, Kammern, Ladowitz. Seestadtl, Kopitz, Udwitz und Dux. Die Stadtverwaltung Brüx hatte sich entschuldigen lassen, ebenso der Verband der Selbstverwaltungskörper. Die Besprechungen mündeten schließlich in dem Beschluß aus, ein Komitee zu bilden, dem die Aufgabe znfällt. die interessierten Gemeinden neuerdings zu einer gründlich vorbereiteten Besprechung einzuberufen, in der ein gruppen außer den VolkSdemokraten haben mir soeben eine ablehnende Antwort erteilt. Ich kann und will nicht meine Iteberraschnnq und Trauer verhehlen. Wenn ich annrhmen könnte, dass der Zusammenschluss de» republikanischen Lande» um die Volksfront mehr Hoffnung hätte, wenn ein anderer Politiker hiezu die Initiativ« gäbe, würde ich sofort meine Mission zurvcklegen. Aber dir Ereignisse dr« heutigen Tage« haben da» gerade Gegenteil bewiesen. Ich werde da her die Aufgabe, dir mir al» Repräsentanten der zahlenmässig stärksten Partei in der republikanischen Mehrheit übertragen wurde, sortsetzen und ich bin Halifax. Auch der französische Botschafter Corbin fest entschlossen, diese Ausgabe raschesten» zu einem hatte Samstag nachmittags eine längere Nnter- erfolgreiche» Abschluss zu führen.' redung mit Halifax. ..Ungünstige Auswirkungen auf das englisch-deutsche Verhältnis“ Blum spricht zu Frankreich Verhandlungen mit der Rechten gescheitert Moskauer Stellungnahme: Fortsetzung der Prozessei Die Stellungnahme, die man au» Moskau zu den brennenden politischen Problemen der Gegen wart hören kann, besteht fast einzig und allein in den Nachrichten über den sogenannten„ Trotz- kisien'-Prozeß. Während die Welt Kopf steht, werden die Vorbereitungen zur Hinrichtung der Gründer der Sowjetunion fortgesetzt. In der SamStagverhandlung hat R y k o w die Teilnahme an der angeblichen Ermordung verschiedener Personen geleugnet, hingegen Bu charin belastet. Der Zweck deS Schlußworte» RykowS war es aber, Rykow zu zwingen, feine Anhänger im Lande zur Waffenstreckung aufzu- Ih^cht'die'Anffässung"'^'''daß dt'e'H'ntsche fordern. Diesem Befehl kmn Rtzkolv denn auch^.Handlungsweise die n n g ü« st i g.st e n nach. Die Angeklagten Iwanow, SuwarewiWirkunge» sowohl auf das englisch-deutsche pnd K r e st i n s k i baten um ihr Leben. Verhältnis wie auch auf die Vertrauensatmo- Seite 4 Frauentag 1938 Von Marie Günzl Nie noch seit dem Ende des Krieges wurde der Frauentag in einer so gefährlichen, an polis tischen Spannungen in der ganzen Welt überreis chen Zeit gefeiert. Wohl war das letzte Jahr ein Jahr wirts schaftlichen Aufstiegs, und erfreulicherweise dauert die Besserung der Konjunktur auch heuer an, aber die Arbeiter und Arbeiterinnen fönnen der gün stigeren Wirtschaftssituation doch nicht recht froh werden, auf ihnen lastet schwerer noch als auf den anderen Bevölkerungsschichten das Gefühl einer starten Unsicherheit, und verursacht ist diese Unsicherheit durch den Faschismus. Die fascistis schen Staaten rühmen sich zwar ihrer Autartie, und sie behaupten, besser als die demokratischen Staaten aller Wirtschaftsschwierigkeiten Herr geworden zu sein, aber es ist in Wahrheit doch so, daß der Faschismus außerstande war, die gewal tigen, durch den Kapitalismus verursachten Spannungen zu überwinden, und daß er immer wie der, sobald soziale Unzufriedenheit ihm gefähr lich zu werden droht, nach außenpolitischen Erfolgen sucht und damit erzeugt er inumer wie der Gefahren für den Frieden. Sonntag, 13. März 1938 Aber es wird nicht des Vorbildes Cornes lias bedürfen, wenn die sozialistischen Frauen, penn die denkenden Mütter unseres Landes ihre Pflicht erfüllen., Glaubt nicht, daß es auf die Frauen nicht ankomme! Sagt nicht, die Frauen feien zu schwach! Ja, die einzelne ist schwach, aber die Millionen arbeitender Frauen, die Millionen Mütter dieses Landes sind eine gewaltige Macht. Die sozialistischen Frauen fönnen mit bei tragen zum Werden dieser Macht, zur Sammlung aller fraulichen und mütterlichen Kräfte, wenn sie, ihrer ungeheuren Verantwortung sich bewußt, leidenschaftliche Kämpferinnen gegen den heimischen Faschismus werden, unermüdliche Werberin nen für die demokratische Idee. Die Frauen werden sich heute erinnern an die Worte, die vor wenigen Wochen jenseits der Grenze gesprochen wurden, Worte, die gegen die Tschechoslowakische Republik gerichtet waren. Nun, je flarer, je beut licher, je unanfechtbarer der Beweis erbracht wird, daß die sudetendeutsche Bevölkerung eine glüdlichere Zukunft durch Einmengung von außen weder erwartet noch wünscht, je offensichtlicher es wird, daß die Sudetendeutschen ihre Zukunft felber formen wollen und sie gestalten wollen im Rahmen und auf dem Boden der Tschechoslowa tischen Republik, umso besser wird jede Einmischungsabsicht durchkreuzt, wird ihr jeder VorDie Rebellion der spanischen Generäle gewand genommen, wird damit der Friede gesichert. gen die Republik wurde vom Faschismus insze- Dazu aber, Frauen zu demokratischer Erfenninis niert, die dauernde Einmischung faschistischer zu führen, dazu also, die Macht der Republik zu Mächte, die fortwährende Unterstübung der spa stärken, lann jede sozialistische Frau beitragen. nischen Rebellen hat den Bürgerkrieg zu einem Das sei ihr Beitrag zur Erhaltung des Friedens! so mörderischen gemacht. Zur gleichen Beit wültet Bu dieser Arbeit ruft alle arbeitenden Frauen in China der vom japanischen Faschismus ente der Frauentag. fesselte Strieg. Unser erstes Wort in den Frauens tagsfundgebungen gilt den für die Freiheit kämpfenden spanischen Helden, gilt ihren Frauen und Kindern. Aber auch der Kinder und Mütter, die auf chinesischer Erde verbluten, und den mit Einsatz ihres Lebens und ihrer ganzen Habe gegen die Beutegier des japanischen Faschismus fämpfenden chinesischen Vollsmassen gedenken wir mit tiefer Anteilnahme. Auch der österreichischen Arbeiter und Arbeiterinnen, deren Schidial aufs neue gefährdet ift, die aber trotz allem den Mut nicht sinten las sen werden, die österreichischen Sozialisten, mit denen uns viele Jahrzehnte gemeinsamer Geschichte und die Gleichheit des Wollens verbin den, gedenken heute die sozialistischen Frauen der Tschechoslowakei in treuer Verbundenheit. Právo Lidu" für die deutschen Demokraten In einem Artifel im„ Právo Lidu" schreibt Dr. Starel Kid: Die Tschechoslowakei lebt weiter ihr ruhiges Leben und betrachtet den Lauf der Dinge ebenso mit ruhigen Nerven wie sie sich bewußt ist ihrer reich und Rußland und dessen, daß die mittels und Kraft, der Riesenmacht ihrer Verbündeten Frank füdeuropäische Entwicklung zur Aufhellung der Situation führen wird: In diesem Augenblick betrachten wir es als notwendig, zwei Dinge zu sagen: vor allem, daß wir niemals die demokrati schen Elemente unserer Minderheit verlassen und Wir haben an diesem Frauentag von keinen sie nicht der Knechtschaft ausliefern. Wir schäzen besonderen Frauenforderungen zu sprechen. Die ihre Loyalität, ihr Vertrauen, ihre demokratische wichtigste der Forderungen, für die vor dem Gesinnung, wir werden für sie fämpfen, wie sie Kriege an diesem Tage demonstriert wurde, die bereit sind mit uns zu fämpfen, wenn es notwen politische Gleichberechtigung, ist in der demofra dig sein sollte. In diesen schweren Stunden sehen tischen Republit verwirklicht. Wir feiern diesen wir wachsamen Auges auf die Henleinpartei und Frauentag im Jubiläumsjahre der Republik, in alle unverläßlichen Elemente. Je nachdem, wie dem Jahre, in dem die Tschechoslowakische Repu- sie sich benehmen, wird ihnen zugemessen werden blit ihr zwanzigstes Wiegenfest feiern wird. Die und niemand wird imitande sein, sie zu schützen, deutschen sozialdemokratischen Frauen grüßen weil es das Boll nicht ertragen würde. Sie wären heute die Republik und erneuern ihr Bekenntnis die ersten, mit denen abgerechnet würde. zur Demokratie. Aller Kampf der Arbeiterfrauen. der Kampf, den sie immer in den Reihen der So zialdemokratie geführt haben, war ein Kampf um die Demokratie. Er war zunächst ein Kampf um die demokratischen Grundrechte und war dann ein Kampf um den Ausbau, um die Vervollkommnung der Demokratie. Die Demofratie allein sichert den Frauen ihre menschlichen Rechte, sie allein gibt ihnen die gleichen politischen Rechte, und sie allein ermöglicht ihnen den Kampf um die Ausgestaltung der Sozialpolitik und um die Sicherung des Schupes von Mutter und Kind. Wo es nie Demokratie gab oder wo die Demokratie verloren ging, dort wurden den Frauen nicht nur die pos litischen Rechte genommen, dort wurden auch die Schutzgesetze abgebaut, dort werden die Frauen wieder als minderwertig behandelt. Das Schidial der Frauen ist untrennbar verbunden mit bez Demofratie. Nichts ist also selbstverständlicher, als daß wir an diesem Frauentag erflären, tren zur Demokratie zu stehen und sie gemeinsam mit den sozialdemokratischen Arbeitern gegen jede Gefahr zu verteidigen. Die Frauen müssen aber auch deshalb Todfeindinnen des Faschismus sein, weil der Faschismus den Frieden gefährdet, weil die Existenz des Faschismus ununterbrochene Striegsvorbereitung ist und damit das Frauenleben um allen Sinn zu bringen droht. Denn wenn die Mutterschaft die volle Erfüllung des Frauentums ist, so kann der Sinn des Wutterseins doch nicht darin beste hen, Kinder zu gebären für einen frühen Tod, Leben zu geben, bloß damit es vernichtet werde. Mütter, die wahrhaft mütterlich sind, die ihre Kinder wahr und tief lieben, können nichts anderes wollen, als daß ihre Kinder erzogen werden für ein sinnvolles, werteschaffendes, glüdreiches Leben. Nicht für den Krieg, sondern für das Reben und also für den Frieden wollen die Frauen Kinder gebären und erziehen! Dann aber, wenn die Freiheit bedroht ist, wenn unsere Rebublit, die uns Bürgschaft der Freiheit ist, in Gefahr ist, dann also, wenn uns und unseren Kindern ein Sklavendasein droht, dann werden nicht nur wir, dann werden auch unsere Söhne tämpfen den einzigen gerechten Stampf, den es gibt, ben Kampf für die Freiheit. Wir republikanischen Frauen wollen uns aufrich ten an dem erschütternd erhabenen Beispiel, das eine republitanische Mutter gab. Die Römerin Cornelia, die Mutter der beiden Gracchen, war eine treue Dienerin der Republik. ihr ganzes vers fönliches Leben stellte sie in den Dienst der Mebus blit und als ihre beiden Söhne im Kampfe für die Republik gefallen waren, trug sie dieses schverste Opfer, das sie bringen mußte. trob namenlosem Schmerz mit erhabener Würde. Polnisch- litauischer Jagesneuigkeiten Geist nicht gefragt Von Karl Schnog Nr. 61 Die Uhr an der Buerta del Sol. Seit Ende Dezember schweigt die berühmte Uhr der Puerta del Sol, die sich an der Fassade des Innenminis steriums auf dem gentralen Plaß von Madrid bes findet. Diese Uhr ist wegen ihres Glodenspiels berühmt gewesen; sie stammt aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Früher, als es noch feinen Bürgerkrieg gab, versammelten sich hier nicht nur die Touristen, sondern vor allen Dingen in der Die Welt, die unter Krisen stöhnt, Hat sich das Tenten abgewöhnt. Silvesternacht auch die gesamte Bevölkerung Madrids, um die schweren Glockenschläge, die das Wer Geist hat, ist verdächtig. Der Kluge wird verfolgt, gchaft. neue Jahr einleiteten, zu vernehmen. Während Denn: Hirn und Sieb, welch ein Kontraft! des Bürgerkrieges wurde ihr Glockenspiel das Zeichen des Madrider Senders. Aber im Dezems ( Und Dumm gehorcht ſo prächtig.) Die Kraft regiert, der Wit verschwand. ber traf eine Granate die Uhr und zerstörte ihr Die Zeit läuft ohne viel Werstand. Wert. und läuft doch, unbestritten. Ein Zeitporträt ist erst komplett Mit Bizeps und mit Bajonett. ( und etwas Bauch inmitten.) Wenn man erfährt, du schreibst ein Buch, so wird dir dies Gerücht zum Fluch und man begrinst dich flüchtig. Wers freundlich meint, sagt ungeniert: Der Kluge Mitmensch spekuliert! ( Wer denkt, der ist nicht tüchtig.) Mensch, denk nicht, wenn du denken kannst, Bileg unbedenklich beinen Wanft nb laß ben Kopf verfümmern. Nur raffen, daß die Schwarte knackt, Mit beiden Händen zugevadt. ( Das Denken laß den Dümmern.) Es sei denn: du mißtranft der Fauſt, Weil du auf den Gedanken bauft Und hoffft, der Geist wird fiegen. Dann spotte allem, was dich reist, Verlach den Machtwahn, der sich spreist. ( Es gibt kein Unterliegen!) Dann warte, bis die Stunde reift Und dich der Hauch des Geistes streift. Nicht ängstlich sei und bänglich. Vertrau dem Werden und Bergehn: Du siehst des Geistes Auferstehn. Denn: Geist ist unvergänglich!! Apotheker für Reform des ärstlichen Rezepts. Die Apothekerverbände verhandeln mit den Aerzteorganisationen und maßgebenden Zentral. behörden über eine Ergänzung der bisher für die Ausfertigung ärztlicher Rezepte gültigen Bor schriften. Die Apotheker fordern, daß auf un leserlich geschriebene oder dem Apothefer unvers ständliche Rezepte teine Arznei verabfolgt werden darf. Auf den Rezepten ist ferner Name, Woh, nung und Alter des Patienten nachzutragen. Die Angabe des Alters ist erforderlich, weil bei der schiebenen Heilmitteln die Maximaldosen für ein der und Erwachsene verschieden sind. Berweigert der Patient die. verlangten Angaben. so ist das Rezept durch ein Reichen, das eine Verwechslun, bei der Abgabe ausschließt, au tennzeichnen. Schließlich foll ein besonderes Augenmerk auch der Gebrauchsanweisung für Arzneien zugewendet ( DND) werden. Deutsche Kriegsflugzeuge. In der Zeitschrift des Vereines Deutscher Ingenieure" erschien ein von Fliegerhauptstabsingenieur R. 2uch t gezeichneter Auffas Deutsche Kriegsflugzeuge mit allgemeinen Angaben über Bau, Ausrüstung und Bewaffnung. Bei der Schaffung der neuen deutschen Luftwaffe fei man anfangs zu behelfas mäßigen Lösungen geschritten, zu der Anpassung vorhandener, in giviler Verwendung bereits be währter Baumuster an die Anforderungen des Krieges. Gleichzeitig wurde aber auch daranges gangen, neue Flugzeuge, Motoren, Waffen und Geräte herzustellen, die dem internationalen Leistungsstand entsprachen. Bei den heutigen Flugzeuggattungen unterscheide man: Stampfs flugzeuge, Bagdflugzeuge und Aufklärungsflugs zeuge. Als Stampfftugzeuge sind in erster Linie 3tveimotorige Flugzeuge entwidelt worden, bei de nen jich die Motoren beiderseits in den Flügeln befinden, während der Rumpf vorn einen Wafs fenstand für den Bomben- und Maschinengewehra schüßen trägt. Dahinter sigt der Flugzeugführer. Der Bedarf an Sampfflugzeugen mit größerer Meidveite und Zuladung hat zur Einführung viermotoriger Flugzeuge geführt. Speziell für den Bombenabwvurf hat auch das einmotorige Kampfs flugzeug Bedeutung. Vom Jagdflugzeug wird beste Flugleistung( Geschwindigkeit und Steigs fähigleit) fotie Wendigkeit für Flugatrobati! und starte Bewaffnung verlangt. Wie im Weltfriege wird auch heute noch hiefür das einsipige einmo torige Flugzeug verwendet. Für Aufklärungsflugzeuge, die hauptsächlich zur Zusammenarbeit mit dem Heer bestimmt sind, gilt als wichtigste Vorausseßung gute Sicht nach unten. Weiters wird auf Wendigkeit und Steigfähigkeit Wert ges legt. In dieser Richtung werden hauptsächlich ein motorige Flugzeuge entwidelt. Was die Bauart anbelangt, so herrscht der freitragende Eindeder vor. Die zur Aufklärung dienenden Flugzeuge find zur Erreichung günstigster Sicht nach unten größtenteils als Hochdecker ausgeführt. Die neuen deutschen Striegsflugzeugmotoren sind vorwiegend als Höhenmotoren mit mechanisch angetriebenen Schleuderverdichtern gebaut. Ein umfangreiches Druckhoch, deffen Kern bon 778 mm Samstag nachmittags über Holland lag, breitet sich allmählich gegen Mitteleuropa aus. Infolgebessen bat die Bewölkung und Neigung zu Schauern in Böhmen bereits abgenommen, die Zem peraturen sind hier jedoch vorläufig nach unter dem Flugzeugabsturz. Bei einem Rundflug Normalwert verblieben.- Wahrscheinliches Wetter über dem englischen Flugplatz Lympne stürzte von Sonntag: In den böhmischen Ländern vom Samstag ein englisches Privatflugzeug ab und Besten her fortschreitende Abnahme der Bewölfung verbrannte. Vier Personen tamen dabei ums und Neigung au Schauern, leichte Nachtfröste, Leben. Grenzzwischenfall Warschau. Die Polnische Telegraphen- Agen tur berichtet über einen blutigen Grenzzwischenfall an der polnisch- litauischen Grenze. Nach der Darstellung der amtlichen Agentur wurde eine polnische Grenzpatrouille, welche zwei Personen Der Rettor der Grazer Universität, Prof. berfolgte, die die polnische Grenze auf illegale Weise zu überschreiten versuchte, von der litau- Dr. Josef Dobret& berger, hat auf sein ischen Grenzpolizei beschossen. Ein Soldat der Amt resigniert. Zu seinem Nachfolger wurde der bolnischen Grenzpatrouille wurde dabei getötet. Prorektor Prof. Dr. Adolf Rauner gewählt. Die Nachricht hat in der polnischen Deffentlich- Rathausplay: Adolf Hitler- Play". Wie feit starfe Beunruhigung hervorgerufen. Gerüchts im Rundfunk bekanntgegeben wird, hat der Bürs weise verlautet, daß im Zusammenhange mit der germeister von Wien in einem Begrüßungsteleplöblichen Zuspißung der polnisch- litauischen Be- gramm an den Führer mitgeteilt, daß die Stadt siehungen die beschleunigte Rüdfehr des Außen- Wien, die zweitgrößte deutsche Stadt, den Blaz miniſters Bed erwartet wird, worauf energische vor dem Rathause Adolf- Hitler- Plaz" genannt Schritte der polnischen Regierung gegenüber habe. Das sei der erste Trersbeweis Biens an Litauen zu gewärtigen sind. den Führer. In Brüssel Parkplätze unterirdisch Die Stadt Brüssel hat eine neue Lösung gefunden, um der immer größer werdenden Not an Parkplätzen zu begegnen. Die abwärtsführende Einfahrt zu den unterirdischen Garagen ( Pfeil), und die Ausfahrt aus dem Parktplatz der Hölle". Höchsttemperaturen um 10 Grad, auf den Bergen Ganztagsfroit, Abflauen des Nord- bis Nordwest windes. Im Nordosten und Osten des Staates noch ziemlich bewölft, Schneeschauer nicht ausgeschlossen, Nachtfröste. Nad) mittagstemperaturen unter 10 Grad, Nord bis Nordostwind. Wetteraussichten für Montag: Vorwiegend heiter und troden, Göchsttemperaturen über 10 Grad. Im Osten des Staates noch veränderlich mit Schauern, fühler al in Böhmen, Nord- bis Nordostwind. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Montag: Brag, Sender I. 7.00 Morgenmusif. 10.05 Deutsche Presse. 11.40 Dvořák: Slotv. Rhapsodie. 12.85 Salonorchesterkonz. 14.05 Deutsche Sendung: Dr. Wünsch: Bedeutung der Wasserrechtsgesetzge bung. 18.10 Deutsche Sendung: Oberfektionsrat Dr Strad: Präsident T. G. Masaryf. 18.35 Gö del: Deutscher Ritterorden und seine Bedeutung. 18.45 Deutsche Presse. 22.40 Deutsche Presse, Dr. Maria Beisler: Universitätsbibliothek in Prag. Brünn. 17.40 Deutsche Sendung: Dr. Edstein: Reisen und Wandern in der Heimat und in der Fremde. Musikeinlage.- Preßburg. 17.40 Südflowakische Musit. 19.15 Rundfunkorchestertonzert. 21.25 Brahms: Trio C- Dur.- Kaschau. 12.05 Schallplatten. Mähr. Ostran. 15.15 Runds funforchesterkonzert. 17.55 Deutsche Arbeitersendung: Genheiser: Bei den Steinmetzen in Schlesien. Lieder von Oftrauer Komponisten. Dienstag: Brag, Sender I. 7.00 Morgenmusik. 10.05 Deutsche Presse. 10.15 Deutsche Sendung: Für die Frau. 11.10 Rundfunk für deutsche Schulen, höhere Stufen 12.10 Schallplattentonzert. 14.00 Deutsche Sendung: Dr. Baul Eisner: Lebendiges Tschechisch. 15.10 Prager Blechquintett. 17.80 Armann: Sonate für Geige und Klavier. 18.10 Deutsche Sendung: Tischler Karlsbad: Bauern und Buch, Sörfolge zum Tag des Buches. 18.45 Deutsche Breffe. 18.55 Aus dem deutschen Kulturleben. Brünn. 16.10 Rundfunkorchesterkonzert. 17.40 Dent sche Arbeitersendung: Bruno Mother: Französische Feber- Revolution. Soziale Informationen. Kaschau. 11.05 Schallplattenkonzert. 12.35 Rundfuntorchefterfonzert. Mähr. Ostrau, 19.15 MeLobien der Welt. 01 100 2217 bi 31 de Ye Rr. 01 Sonntag, 13. März 1038 Seite 5 zahl auf der Seite einer friedliebenden, zukunftsgläubigen, nach vorwärts gerichteten Entwicklung. Sie sind die Mütter des Volkes und wünschen schon im Interesse der Kinder, daß die Ordnung der Gesellschaft und Wirtschaft gerecht und sozial sei, und allen Gliedern des Volkes die größtmöglichste Entfaltung gewährt. Sie wissen, daß wünschen allein nicht- hilft, sondern daß die Menschen das ihre tun Vernard Shaws Testament. Der Tod von d'Annunzio hat auf G. B. S. offenbar tiefen Eindruck gemacht, denn er hat sich entschlossen, sein Testament sofort zu ändern. Dies tat er sonst in der Regel Ende jedes Jahres und sagte für gewöhnlich, und andere beinahe so gut wie auSgestorben. Durch Aufklärung, durch Vorbeugung, durch Hygiene wird der Kampf gegen die üüriggebliebenen VolkS- krankheiten ausgenommen. Gibt eS aber nur Ertränkungen des Leibes? Scheint es uns nicht, als ob die Menschheit von einer geistigen Erkrankung ergriffen sei— deren Erreger man noch nicht kennt— die gefährlich um sich greift und genau so wie Pest und Cholera daü Kulturleben zu vernichten droht? Wir bangen um Friede und Freiheit, diese hohen Güter, diese Garanten einer sicheren Entwicklung des Bolles. In den"unsicheren Zeiten einer Massenanbetung von Unrecht und Ge« tvalt werden die aufbautvilligen Kräfte in ihrem Werke behindert, wenn nicht gar angefeindet und zuriickgedrängt. Die Frauen stehen in ihrer übergroßen Mehr« daß die Erfahrungen des neuen JahreS ihm gezeigt hätten, die früheren Bestimmungen seien doch unvorsichtig gewesen. Das plötzliche Ableben des italienischen Dichters scheint auch Shaw zu einer neuen BorsichtSn:aßnahme veranlaßt zu haben. DieS ist übrigens sehr einfach zu erklären: das englische Gesetz kennt eine Erbschaftssteuer, die im Faste eines Riesenvermögens bis zu SO Prozent beträgt. Shaw besitzt nun schätzungsweise 200.000 Pfund, und er hat absolut kerne Absicht, etwas Namhaftes von dieser Summe dem Staat abzutreten. Er hat seinem Notar bei der Uebergabe des umgeänderten Testamentes erklärt, setzt Hobe er ein absolut sicherer Mittel gesunden, um dieser Gefahr vorzubeugen. Er hat aber nicht verraten, welche Bestimmung er neu aufgenommen hat, und ebensowenig, zu wessen Gunsten da» Testament lautet. Er hat lediglich gesagt, daß er weder der heutigen noch der zukünftigen Generation etwas zu hinterlassen gedenke. Neufundland. An diesem Aberglauben ist unstreitig etwas Wahres: die Seehunde find abgewandert, und auch der Kabeljau fängt schon an, seltener zu werden. Er ist immer noch das Wappentier des Dominions Neufundland, wird auf die Banknoten gedruckt und auf die Knöpfe der Konstabler-Uniformen geprägt, aber die Fischer fahren im Sommer an die Küste von Labrador.. Dort gibt es sogar noch Wildenten, Gänse, Schneehühner, Bären, Polarfüchse und Moschusochsen, aber die indianischen Pelzjäger sind keine Schlächter wie dieBäter der Fischer von Neufundland. Dies Land ist sogar in den kurzen Sommermonaten eine Hölle, denn Myriaden von großen Moskito» und schwarzen Stechfliegen verfinstern dann seine Wälder und finden sogar durch dicke Hauben und zugobundene Aermel und Hosen den Weg an» Fleisch der Menschen, in dem ihre Sticke schmerzhafte, schwer verheilende Geschwüre Hervorrufen... Edward Wetter. Tretet denn die enge Straße bildet mit ihren hohen, stei-' len Felsenküsten eine Art natürlichen Stollen. Die EiSwüste Labrador Wenn man von Labrador nach Neufundland hinübersährt, kommt man dicht an, Greenly Island vorüber, aber man darf nicht Hinblicken, denn Nr Name»Greenly Island*(Grünende Insel) ist Betrug. Nichts ist hier vorhanden als Swine und Geröll, einige Schwarzsichten, etwas Labrador-Tee und viel graues Elend. Hinter der Belle-Jsle-Straße, an der nördlichen Ostlüste Labradors, liegen, in weiten Zwischenräumen verstreut, lauter Orte mit frommen Namen: Ramah, Hebron, Zoar, HossenLlal. Auch diese Namen sind ein ebensolcher Betrug wie Greenly Island; je miserabler die Gegend, desto schöner sind die Namen ihrer Siedlungen. Vor 109 Jahren gründeten hier die mährischen Brüder ihre MisswnSstationen, aus denen dann Eskimo-Fischerdörfer mit Holzhäusern, Stcinhütten, Ecklöchern, gelegentlich sogar einer Faktorei, bestimmt aber einer Kabeljau-Trocknerei und Tranlüche entstanden. Im Winter, der acht bis neun Monate dauert, herrschen hier durchschnittlich 80 Grad Kälte, mit bergehoch aufgetürmtem Ei» uns' einem Wind, der jede europäische Lunge zerreißen würde. Im sogenannten Sommer hingegen sieht man nicht» als Sand und Steine. Hinter der Küste ziehen sich, mehrere tausend Kilometer lang, die Tongat-Mountain» entlang. An verschiedenen Stellen steigen sie steil, ohne llcbcrgang, bi» zu 3000 Meier Höhe empor. Die Eskimos nennen sie die»Berge der bösen Geister". Nur Bären, Füchse und Marder leben hier; Menschen, die sich in diese vereisten Bergwälder hineinlvagen würden, ivären glatt verloren. Hunde und Rebel Tie Neufundländer sagen, Labrador sei ein Land ohne Kultur. Da» mag richtig sein, aber auch die neusundländische Kultur besteht lediglich au- Nebel, Kabeljau und Hunden, lieber die letzteren ist überdies eine weitere Lüge verbreitet: die berühmten Neufundländer Hunde gibt es nämlich auf Neufundland gar nicht. Sie werden ganz wo ander» gezüchtet. Dafür hat Neufundland jedoch einen andere» Grund, stolz zu sein: es war, bis es zum Range eines Dominions erhoben wurde, di« älteste britische. Kolonie.. Wie in Kanada, so ist aber auch hier der von den Nachkommen der früheren Besitzer eifersüchtig gepflegte französische Kultureinsluß sehr stark geblieben. Der Kabeljau ist gut, die Neufundländerhund« sind gar nicht da; damit ist über diese beiden alle» Wissenswerte gesagt, lieber den Nebel hingegen könnte man dicke Bücher schreiben. Er kommt in allen Stärken und Farben vor, vom dünnen, silbrigen Flaum bi» zum braunen Morast. Es gibt grüne und goldgelbe Nebel und jene stahlblauen, die um die Eisberge wogen und im Laufe der Jahrhunderte unzähligen Schiffen zum Verhängnis geworden sind. Wachsende Neufundland-Bänke T fchauung. Es fallen bittere Worte über die öffent- , licke Moral und die Machtlosigkeit der nach Recht , Ringenden; das brachte dem Stücke den verdienten Beifall, der sich noch gesteigert hätte, tvenn die Monologe weniger langatmig wären. nu t. Wochenspielplan deö Neuen Deutschen TheaterS. Heute, Sonntag,- halb 8: Frühlingsluft, halb 8: . Hochzeitstage,.Ensemblegastspiel des TbealerS in der Jospsstadt, Abonnement aufgeh.— Montag, halb 8: Stil bei Stücke» entspricht, da» alle nur möglichen Rühr-Motive— verfolgte Unschuld, gebrochene» Mutterherz, verkommene Würde und schließlich Aufopferung und Tod— für seine Zwecke verwendet. Der Regisseur Sam Wood hat den alten Reißer ganz unbedenklich wiederbelebt, und wer heute noch erfundene Schicksale braucht, um ergriffen zu sein, wird bei der Sache auf seine Kosten kommen.—ei»— Gestern war Sonntag Au» dem wienerischen Theaterstück.Meine» Glück auf der Wieden" von Skutehky ist ein tschechischer Film geworden, der die rührende Geschichte vom braven Dienstmädchen und seinem zuerst nur erfundenen und dann wirklichen, zuerst überschätzten und dann unterschätzen— und am Ende auch ganz brav gewordenen Bräutigam mit viel Liebe und Sorgfalt nachgebildet hat. Daß die Handlung für den PublikumSgeschmack erfunden ist Md kurz vor dem heiteren Ende durch einen Selbstmordversuch der Hauptperson in gefährliche Tragödien-Nähe rückt, stört im Film mehr al» auf der Bühne, weil der Film, auch wenn e» seine Hersteller nicht glauben wollen, realistischer betrachtet werden muß al» da» Theater, — e» sei denn, daß e» sich um Filme im grotesken oder märchenhaften Stil handelt. Bon einer gewissen Breite der einzelnen Szenen abgesehen, ist dem bisher als Regisseur nicht hervorgetretenen B. S o r i eine gute Inszenierung gelungen. Besonder» in der Führung der Darsteller hat er Erfreuliche» geleistet. Noch selten hat man Jikina Stöpnikkovä ihre schauspielerischen Möglichkeiten so voll und natürlich entfalten sehen wie hier in der Rolle de» weltfremden. kindlichen und doch im Glück und Schmerz ganz ernsten Dienstmädchens; noch nie sah man Otomar Korbeläi so ungezwungen Wie hieräl» männliche Hauptfigur, und die N e d o S l n s k ä hat in im großen Handwerkervereinssaal, SmeCky. stattfindenden Parteiversanunlung. Gen. Lundborg < Schweden) spricht zum Thema:„Wie siebt der Norden die politische Weltlage".— Mittwoch,, den 16. März: Barteiheim, SmeCky, 8 Uhr, Gruppe' Prag XII: ,Mrl Marx".— Sonntag, den 20.1 März: Roter Klubabend, halb 8 Uhr. Unitaria, Annenskä.— Unterhaltungsprogramm:„Athen— Sparta 2:0", anschließend Tanz.— Alle sind herzlichst zu dieser Veranstaltung, deren Reinertrag der SpanienhilsSakiion zufällt, eingeladen. Kommen auch Siel Deutsche BolkSsinggemrinde Prag. Da unser Probclokal für diesen Dienstag besetzt ist, entfällt die Probe. Nächsten Dienstag erscheint um so zahlreicher l Filme In Praner Lichtspielhäusern Urania-Kino,„Meine Frau die Perle." Uraufführung mit Robert».— Adria:„Madame X.“ Gl. George. A.— Alfa:„Die Welt der Walzer." Astaire, Roger». A.— Apollo:„Gestern war Sonntag..." Sttpnikkovä. Tick.— Avion:„Gebrochene Flügel." Lida Baarovä. D.— Baikal:„Da» Geheimnis der 7 Perlen." Sacha Guitry.— Beränel:„Das Geheimnis der 7 Perlen." Sacha Guitry.— Fen ix:„Vier im Paradies." W. Powell, M. Loy. A.— Flora:„Das Geheimnis der 7 Perlen." Guitry.— Hollywood:„Die Dorfaristokratin." — Hvizda:„Lieben verboten." Lamai. Tsch.— Juli»:„Das indische Grabmal." D.— kinema D. B. B.: Neue Grotesken, Journale,'Reportagen. — Koruna Akt.-Th.: Journal«, Grotesken, Reportagen.— Kowa:„Rose Marie." I. MaeDonald. Nelson Eddy. A.— Lucerna:„Der unsichere Zeug«."' A— Metro:„Das indische Grabmal." D.— Soxlalvertlcher Briefkasten uns» Rückgängig gemachte Bersich«»»,..<—, den Fall nicht nur vom Standpunkw'd» gdLnffi* beurteilen, sondern müssen auch bedenken tot m! Validität», und AlterSversicheruna N bi< stimmten Personen kreis geschaffen tüLi/ ne- n für di« Arbeiter. Ein durst'« sein wird kaum eine UnteMUtzungaM£ «onba zur Untersuchung Gewerbetreibender» L erhalten können. Die» wird wohl jeder eintoen«Ä Srbe.tersoz.alversicherung hingegen wird von westm ost ganz gut situierten Angehörigen ander» m-k-u. schaftSschichten als Melkkuh betrachtet und «chichten versuchen oft genug, ihren arbeitsunfähigen oder verarmten Angehörigen durch Fingieruna eine» ArbeitsverhältnisseS eine Leistung der WiaÄ! s'ckierunnzn verschaffen. E» liegt nur im Interesse der Versicherten wenn die Versicherungsanstalten derartigen Erschleichungen von VersicherunaS- leIstunaen mit allen Mitteln zu steuern versuchen. Diese Personen haben eben kein Recht, auf Kosten der Arbeiter versorgt zu werden, möge ihr« Lage in einzelnen Fällen noch so traurig sein. Passage:.-.Gestern war-Sonntag.LtkpniSovL Tsch— Praha:„Die TeufelSschlucht." A.— Radio, „Der Tiger von Eschnavur." D.— Tkaut:„Der Bukanier."— Sotto,or:„Die Dorfaristokratin." Tsch.— Beletrhy:„Der Tiger von Eschnavur." D. — Belvedere:..Gotte» Mühlen." Nach I. Brba. Tsch. — veseda:„Da» Kind zweier Mütter." L. Dagover. Fritsch.— Carlton,„Gotte» Mühlen." Tsch.— Illusion:.Lisa» Flug in den Himmel."— Kapitol: „Die ztoeite Frau." D.— Lid, II:„Gotte» Mühlen." Tsch— Louvre:„Fräulein Doktor." E. v. Stroheim. D. Paris.— Maeetka:„Fräulein Doktor." Stroheim.— Olympic:„Da» Kind zweier Mütter."— PerKiin:.100 Männer mn ein Mädel." Deanne Durbin. A.— Roxy;„Der Tiger von Esckmapur." D.— Tatra-Weinberge:„Gotte» Mühlen."— U Bejvodü:„Roberta." Fred Astaire.— Baldek:„Ei war die Zeit der Liebe." Donald, Eddy.«. Marie Gkaserovä in dem F'-lm„Ihre Hirtin» Josef Hofbauer: Dorf in Scherben Preis kart. Kö 82.—, geb. KC 88.—. Zu beziehen durch die Zentralstelle'sir daS BilduiigSwe-en in Prag XU, Sleska»»'V. B e z u g S b e d t n g u n a e n: Bei Zwielluna iilSHan» oder bei Bezug durch die Post monitlicb'KC 17.—. vierteljährig KC Bl—. halbjährig KC 102.—, q.mzjäbrm KC 204 2 n^a^nn’vn/ioan Sßiif billiast berechnet.— Rückstellunä von Manuskripten erfolgt nur bei Einsenduna der Netournwrken.- Die üetrungSfrankarur wurde von der Post- n. Te:earavbendirektion mit Erlab Nr. ro.ovv. vivxuoj bewilligt-(Kontrollpostamt Praha 25.— Lruckerer:.LrbiS". Druck-, Verlags- tu 8eimnar-A.-G. Prag, 61 Nr. 61 Sonntag, 13. März 1938 Vitello délicatesse Mit diesem Folterwerk. zeug haben unsere Gross mutter ihre Wäsche gomartert... die Wäsche sah aber auch danach aus)... Heute kocht man sie einfach mit Dreimänner". Waschpulver aus und das bekemmt ihr besser!!! " Merimänner" WASCHPULVER Mitteilungen aus dem Publikum. 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Hausfrauen! kauft am Tage por 6 Uhr abends Ihr sehützt damit Euch selbst durch Einkaufsdeckung bel Tageslicht und helft den fiandelsangestellten im Streben um früheren Ladenschluß Allgemeiner Angestelltenverband, Reichenberg 4036 Jeder denkende Sozialist muß täglich sein Parteiblatt, den ,, Sozialdemokrat", lesen. Sendet daher diesen Bestellschein an die Verwaltung des„ Sozialdemokrat", Prag XII., Fochova 62. Ich bestelle vom: " Bestellschein den Sozialdemokrat“, das Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Prag XII., Fochova 62, zum Abonnementpreis von Kč 17- monatlich. Name: Abresse:.. Der Bekleidungsarbeiter Verband in der ČSR. B R Unterschrift: Gizz Reichenberg ist die größte freie Getvertschaft der deutschen Arbeiter in der Befleidungsindustrie und aller verwandten Berufe. Ihm gehören die Arbeiter und Arbeiterinnen folgender Bea rufsgruppen an: Schneider und Wäschearbeiter. Hut und Filzarbeiter, Modistinnen, Stürschner und Pelzwarenarbeiter, Blumenarbeiter. Gerber, Lederfärber. Sattler. Taschner. Portefeuiller, Riemer, Lebergalanteriearbeiter, Schuhmacher, Tapezierer, Hand. schuhmacher und Handschuhnäherinnen, Koffermacher, Saarnetzarbeiter und Angestellte im Friseurgewerbe. Unser Verband hat in den letzten Frisenjahren rund 20,000.000 Kč an Arbeitslosenunterstübung ausbezahlt, und mehr als 30,000.000 Kč an höheren Tariflöhnen errungen. Barteigenoffen und Genoffinnen, perbet in euren Bekannten freifen für unseren Verband, helft uns mit, in allen Orten die Arbeiter und Arbeiterinnen obengenannier Berufe für unsere freigewerkschaftliche Organisation au erfaffen. 3445 Seite 10 Miliones illionärin durch das rre.sausschrei ben der Firma Busch. Jede Dame, die innerhalb der Werbewoche vom 12.- 21. März unsere MODESCHAU, ( täglich von 4-5 Uhr) besucht, erhält nach Beendigung der Modeschau ein Flugblatt mit 2 Rätseln, für deren richtige Lösung die Fa. Busch folgende Preise aussetzt: 1. Preis: 1 ganzes Staatsbaulos( Haupttreffer 1 Million Kč) 2. 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Was wtr schlecht gemacht, wollen wir flüger machen; Möglichkeiten, die wir ungenüßt ließen, wollen wir uns nicht wieder entgleiten lassen; wir wol len uns selber das Leben nach unseren Möglich teiten reich machen; wir wollen, da wir die Nots wendigkeit einsehen lernten, nach unseren be scheidenen Kräften dazu beitragen, daß es in der Welt besser und leichter werde. ,, Die heutige Frau muß aktiv fein." ( T. G. Masaryk.) leben noch gar nicht bewußt. Sie, durch deren Hände ein sehr namhafter Teil des Volfseinfommens geht, haben das Recht, auf Grund ihrer Bedeutung von der Industries und Geschäftswelt wirklichen Dienst am Kunden" zu verlangen. In Ländern mit hochentwickelter Wirtschaft werden etiva 85% aller Einkäufe von Frauen ges macht. Wenn man in Betracht zieht, daß es in unserer Republit etwa 8,200.000 Haushalte mit einem Durchschnittseinkommen von jährlich rund 15.000 Kč gibt, die also in der Summe über jährlich 48 Milliarden zu disponieren haben, so ist anzunehmen, daß durch die Hände unjerer Hausfrauen jährlich insgesamt gegen Vermögen wir Frauen denn wenig? Es 40 Milliarden Kč gehen, also mehr als die gibt viele Beispiele dafür, daß in den Lauf Hälfte des gesamten Volkseinkommens. Sie großer Ereignisse Frauen entscheidend eingriffind daher in ihrer Gesamtheit eine wirts fen, und im Alltagsleben wird das geflügelte fchaftliche Großmacht und der Gedanke, Wort„ Cherchez la femme suchet die Fraul" ein Teilchen dieser Großmacht zu sein, sollte jede nicht umsonst so häufig zitiert: um auf den Zus Hausfrau mit Selbstbewußtsein und der Vers sammenhang einer Sache mit einer Frau hins antwortung erfüllen, von dieser ihrer Stärke zudeuten, meist in dem Sinne, daß hinter sonst den richtigen Gebrauch zu machen. unerklärlich scheinenden Entschlüssen und Hands lungen oder Wirrnissen eines Menschen eine Frau zu steden pflegt. Wenn auch in den verschiedenen Wirts schaftstreifen schon aus Gründen der Konfur cenzfähigkeit bereits Bemühungen zu verzeich nen sind, den Interessen der Hausfrauen zu dienen, bleiben dennoch viele Wünsche offen. Und wenn es die Kunst der Geschäftswelt ist, urs Wie ehrenvoll wäre es für die moderne Frau, durch ihren Einfluß und ihr Wirken dies sem geflügelten Worte zu einem Bedeutungssprünglich nicht vorhandene Bedürfnisse beim wandel zu verhelfen! Wenn man überall dort, wo wirklicher Fortschritt. Hebung der Zivilisation und Kultur, tätige Liebe, praktische Humanität in Erscheinung treten, den Einfluß der Frau zu suchen hättel Wenn alle Frauen ihre besten Eigenschaften aktiv, also wirksam zu machen verständen! Die Republik hat den Frauen große Möglichkeiten zur Attivität nach außen gegeben und zahllose Frauen haben diese Möglichkeiten tapfez und freudig ergriffen. Mancher stillen Natur liegt es nicht, in der Oeffentlichkeit zu wirken. In ihrem engeren Lebenstreise aber hat wohl jede Frau die Möglichkeit, attiv zu sein, all ihre Tätigkeit zu fruchtbarer Arbeit zu er höhen und dadurch zu adeln. Es ist viel getan, wenn eine Mutter ihr Kind zu einem tüchtigen Menschen erzieht; es ist mehr, wenn sie dazu tief in seine Seele die Achtung vor dem Neben menschen, die Liebe zur Freiheit, den Stolz und die Würde des Kämpfers für ein besseres Morgen der Menschheit sentt. Aktivität ist nicht der unwiderstehliche Pußzzwang, unter dem viele gute" Hausfrauen ihr Leben lang stehen. Erst dann wirkt die Ordnungs- und Nettigkeitsliebe im Heim aktiv, wenn es durch sie eine Stätte der Behaglichkeit, des entspannenden Ausruhens, des beruhigenden Zuhause" wird, eine Quelle neuer Straft für den Lebenskampf. Attivität ist nicht möglich ohne Elastizität, Nachdenken, den Mut, neue Wege zu gehen, ist nicht möglich ohne Selbst be vußtsein. Die Hausfrauen sind sich vielfach ihrer großen Bedeutung als wichtige Fattoren im Wirtschaftstaufenden Publikum künstlich zu erzeugen wie dies z. B. die Einheitspreisgeschäfte gläns zend verstehen so müßte es unsere Kunst sein, die Befriedigung unserer unerfüllten, schon bes und Handel zu erreichen. Wir bringen ihnen stehenden Bedürfnisse und Wünsche bei Industrie den Umsay, wir wünschten, daß sie uns nicht nur Ware, sondern auf Grund unserer Bedeu tung auch echtes Verständnis, Nachdenken und Hilfe geben. Wir brauchen freie Zeit, um für unseren eigenen Geist und Körper, um für unsere Selasse mehr tun zu können. Wir fönnten uns z. B. vorstellen, daß die Zeit, die unsere Einkaufsgänge verschlingen, durch einen auch bei kleinen Aufträgen in jeder hinsicht verläßlichen Lieferdienst ins Haus auf ein Minimum reduziert, daß auch den Frauen des Arbeiter und kleinen Mittelstandes die Benüßung zeit- und kraftsparender Haushaltmaschinen durch einen gut organisierten und wohlfeilen Geräte dienst ermöglicht würde, daß uns der Fleischhauer pfannenfertige Fleischftüde liefert, daß man feine von Erdkrusten stars renden Gemüse und Kartoffeln taufen müßte, und vieles andere mehr. Es ist Sache des Nach denkens und der Aktivität der Hausfrau, jede Möglichkeit zu ergreifen, die unseren Beruf, die Haushaltführung, zu erleichtern imstande ist. Bu diesem Nachdenken und zum Neuanfanger ist der Frühling, der alles neu macht, die beste Beit. Ein Teil des Kampfes um Frauenrechte liegt in den Händen der Hausfrau. Wir wollen ihn auf unserem Gebiete, auf dem Posten, der uns zus gewiesen ist, mutig und umsichtig führen! Sonntag, 13. März 1938. Mr. 61 SANA Hygienische Erzeugung Immer frisch SANA A.G. PRAG II., BREDOVSKÁ 13 erzeugt die bekannten Fette: SANA AXA Teemargarine Tafelmargarine POLARIN 100% Iges Spelsefett Minerva M18 Schneller. besser and billiger Kleider and Wäsche nähon, endeln, sticken, stoplen, Perl stichnähen, Knopllöcher ausnähen. Knöple annahen, Kanten säubern und aus allen diesen Arbelten eine Preude zu haben bedeutet eine UNI VERSAL- MINERVA M 18 zu besitzen. Das Modell UNIVERSAL- MINERVA M 19 ist überdies für Blesenarbelten geeignet und führt Zlerstiche auf Kleidern. Wäsche. Handschuhen auch mit zwellärbigen Nähten durch. Welches Modell wählen Sle? Das mit einer oder zwei Nadeln? Nehmen Sie zur Hille Prospekte, welche Sle gratis in erstklassigen Nähmaschinenhandlun gon erhalten. 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Zum Schluß mit ettvas Mehl einquire Ten. · Statt Kalbfleisch auch Schöpfenfleisch zu ver Gegen Magenbeschwerden, Uebersäuerung und fen Alfalität und seiner nicht blähenden Kohlensäure Sodbrennen gibt es alterprobte, einfache Mittel: und die aus seinen Abdampfrückständen hergestellten Biliner Sauerbrunn wegen seiner star- Biliner Past i II en! VERBAND DER ÖFFENTLICHEN ANGESTELLTEN Sitz Reichenberg, Mühlfeldstraße 25 SEKRETARIATE: Reichenberg, Mühlfeldstraße 25 Karlsbad, Haus ,, Volkswille", Kantstraße Olmütz, Gabelsbergergasse Nr. 4/ III Freigewerkschaftliche Organisation der Angestellten des öffentlichen Dienstes Fachgruppen und Sektionen für die einzelnen Berufsgruppen. Krankenunterstützung, Notfallsunterstützung, Stellenlosenunterstützung sowie Staatszuschuß. Rechtsschutz in allen Berufsangelegenheiten, 121 Ortsgr. Fachblatt ,, Der neue Weg" Es liegt im Interesse jedes einzelnen, alle noch außerhalb unserer Reihen stehenden öffentlichen Angestellten für den Verband zu werben! 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