Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Seller / Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Deutsche Flieger über der Tschechoslowakei Pra g. Amtlich wird gemeldet: Am 12. März und in der Nacht auf den 13. März haben nach eingelaufenen Meldungen einige deutsche Militärflugzeuge in etlichen Abschnitten sschechoslowakisches Gebiet überflogen und sind nach Deutschland zurückgefehrt. Die Angelegenheit ist auf diplomatischem Wege unverzüglich zur Kenntnis der deutfchen Regierung gebracht worden, welche die bestimmte Versicherung gab, daß, falls ein tatsäch liches Reberfliegen tichechoslowakischen Gebietes durch deutsche Militärflugzeuge vorgekommen sei, dies den gegebenen strengen Befehlen widerfvre che und daß die Angelegenheit eingehend untersucht werden wird. Es steht hiernach zu erwarten, daß die Angelegenheit eine zufrieDienstag, 15. März 1938 Chamberlains Rede: Aus dem Inhalt: Jaksch über unsere Aufgaben Frauentagsversammlungen Beweis für unsere Entschlossenhelt Hacker auf der anderen Selte Schluß der Landvolktagung England scharf gegen Berlin London. Fast zur selben Zeit, in welcher Hitler seinen Einzug in Wien hielt, haben Chamberlain und Halifax in beiden Häusern des britischen Parlamentes die Regierungserklärung über die jüngsten Ereignisse in Oesterreich abgegeben. Eine zweistündige Kabinettsfihung, die am Vormittag abgehalten wurde, hatte den Tegt der beiden Erklärungen gebilligt. Die Erklärung des Ministerpräsidenten gibt eine genaue Darstellung des Entwicklungsganges, der der deutschen Besetzung Desterreichs voranging, der Gespräche zwischen Chamberlain, Halifax und Ribbentrop, weiters eine Darstellung der Begleitumstände, welche zur Absendung des britischen, seitens Deutschlands aber zurückgewiesenen Protestes führte, und sie legt schließlich die Ansicht der britischen Regierung zu den letzten Ereignissen dar. Die Oppositionsführer wurden mit dem Inhalt der Erklärung vorher bekannt gemacht, über deren Abfaffung auch eingehende diplomatische Beratungen mit dem franzöſiſchen Bot schafter Corbin und dem Pariser Quai d'Orsay stattfanden. benstellende Erledigung finden wird und daß ber- Feststellungen artige Vorfälle, denen im übrigen nach der Erflärung der deutschen Regierung feine politische oder militärische Bedeutung zukommt, fich nicht wiederholen werden. England und die Tschechoslowakei nicle" u. a.: über die Tschechoslowakei Nr 62 Mit Spannung erwartete die Welt die Rede des englischen Premierministers. Ihr Wort I aut wird vielleicht den einen oder den anderen nicht befriedigen, doch ihr Sinn ist flar. Chamberlain wollte dadurch, daß er alle Phafen der Eroberung Desterreichs genau schilderte, feineswegs die rhetorische Wirkung seiner Rede erhöhen, sondern vor aller Welt betonen, daß es sich bei der Beseßung Oesterreichs um pure Gewalt und um einen Rechtsbruch gehandelt hat. Diese Feststellungen scheint der englische Ministerpräsident für entscheidend zu halten, insbeson Chamberlain legte dann ausführlich die Ver- dere im Hinblick darauf, daß die Ereignisse, die fuche Englands dar, auf dem Wege über den in zu seiner Rede Anlaß gaben, nach seiner eigenen London weilenden deutschen Außenminister Ribben Meinung Folgen nach sich ziehen müssen, die reichland von einer Intervention abzuhal noch nicht abgeſchätzt werden fönnen". Wir glau ten. Am 10. und 11. März feien ernste Vorben, dies ist ein deutlicher Passus seiner Ueber die Tschechoslow tei fagte itellungen sowohl Nibbentrov gegenüber, als Rede, unmißverständlich für alle, die mit einer Chamberlain wörtlich: Die Haltung der Tschecho auch direkt in Berlin erhoben worden, die deutsche ewigen Langmut der britischen Politik rechneten, flowakei zu den Ereignissen ist eine Ange Antwort, die in einem Brief Neuraths an den bri legenheit allgemeinen Inter- tischen Botschafter in Berlin enthalten war, lautete: unmißverständlich aber auch für das englische esses. In diesem Zusammenhange bin ich in Im Namen der deutschen Regierung muß ich Volt, das seiner Meinung am vergangenen Sonnsu geben: ber Lage, dem Parlament folgende Information erklären, daß die britische Regierung nicht berech tag bei den Demonstrationen in London in uns tigt ist, die Rolle eines Beschütters der österreichi- mittelbarer Weise Ausdruck gegeben hat. Der bris schen Unabhängigkeit in Anspruch zu nehmen." tische Ministerpräsident sprach nicht davon, daß Unter dem Titel: Der einzige Weg zum Die tschechoslowakische Regierung hat offi-( Lebhafte Proteft rufe im ganzen Hause.) Im die Ansicht besteht, an dem in Mitteleuropa Frieden" schreibt der Londoner ,, New& Ehro- ziell die britische Regierung informiert, daß es ihr Verlaufe ber biplomatischen Gespräche über die vollzogenen fait accompli etwas zu ändern; man ernstester Wunsch sei, in den besten nachbarlichen öfterreichische Frage hat die deutsche Regierung die Beziehungen mit dem Deutschen Reiche zu leben. britische Regierung niemals im Rweifel gelaffen, weiß, daß dies nur um den Preis der EntfesſeDer erste Fall, in dem man feine Kraft Sie hat mit größtem Intereffe die Entwicklung daß die Art der Beziehungen zwischen dem Reichung eines Krieges in Betracht käme. Aber Chamzeigen muß, iſt offensichtlich die Tschechoslo- ber Greigniffe in Defterreich vom Beginne des und Defterreich als eine ausfchließtimberlain ließ feinen Zweifel darüber aufkommen, watei. Es heißt, die Fragestellung verschieben, öfterreichisch beutfchen Uebereinkommens vom 11. interne Angelegenheit bes beutfchen Bolles zu daß England an der Grenze feiner Geduld ange wenn man fagt: warum sollen wir für die Tsche Juli 1936 bis zum gegenwärtigen Tage ver- erachten ist, und britte Mächte nicht berührt." langt und nicht bereit ist, weitere llebergriffe Ainowalei lämpfen? Haben wir 1914 für Ser folgt. Ich wurde informiert, fuhr der Minister wahr. daß ein gewaltsamer Drud auf Defterreich lut richtig, daß in dieſem Augenblick überſtürzte Der Neurath Brief erklärte es weiter für un mit leeren Protesten zu beantworten. Es ist absogvvekämpft? Die einfache Wahrheit ist, daß präsident fort, daß Generalfeldmarschall ausgeübt wurde, bezeichnete Meldungen von Ulti Entscheidungen und unüberlegte Worte nicht am Deutschlands auf die Tschechoslowakei ring am 11. März bem tschechoslowakischen Gematen als bure Erfindungen" und behaup Plaße sind. Stlar überlegt aber ist die feſtſtel hem europäischen Krieg führen fandten in Berlin eine allgemeine Zusicherung tete, daß die Entsendung deutschen Militärs erit lung Chamberlains, daß die jüngsten Ereignisse wird. Und wenn ein europäischer Krieg kommt, gegeben hat, die er später über Auftrag Reichsauf österreichisches Ersuchen" erfolgte. Der Brief werden wir fämpfen müſſen, ob wir wollen oder fangler Hitlers nochmals besonders wiederholte, schloß mit der Versicherung, daß eine gefährliche Entsu einer leverprüfung des schon jetzt gewaltigen nicht. Man irre sich nicht: England fönnte nie daß es das ernsthafte Bestreben der widlung nur dann entstehen fönnte, wenn von britischen Aufrüſtungsprogramms, d. h. zu ſei einen Krieg ausbrechen sehen, in dem Frankreich beutfchen Regierung sei, die Beziehun- dritter Seite Verfuche gemacht würden. Einfluß ner Ausgestaltung Anlaß geben. Dieses Aufum ſeine Eriſtenz fämpfte, ohne ihm innerhalb gen zu verbessern. Am 12. März informierte auf die Entwicklung der Lage in Desterreich zu rüstungsprogramm richtet sich in seinen Tenden vierzehn Tagen zu Hilfe zu kommen. Es ist also besonders Generalfeldmarschall Göring den tsche nehmen. zen leineswegs gegen friedliche Länder, und wenn unser direktes Interesse, dafür zu sorgen, daß die choslowakischen Gesandten in Berlin, daß die nach diese Erklärung zu rü duw- ifen. Das berech. wird es nachdrücklicher wirfen als alle ſtarten Chamberlain erklärte dazu, er sei gezwungen, der entsprechende politische Wille hinter ihm steht. Tschechoslowakei nicht angegriffen wird. Der beste Desterreich einmarschierenden Truppen den ftrittigte Interesse der britischen Regierung an der öfter. Worte, die der Sprecher der englischen Regierung Weg, das zu tun, ist der, so offen wie möglich zu ten Auftrag erhalten haben, zumindestens 15 reichischen Unabhängigkeit tönne night angezweifelt im Augenblick sagen könnte. erklären, daß wenn die Tschechoslowakei trop der Kilometer von der tschechoslowakische Grenze ent- werden. England und Desterreich feien beide bernünftigen Behandlung ihrer deutschen Min- fernt zu bleiben. Am felben Tage empfing der Völlerbundmitglieder und ebenso wie die deutsche Chamberlain hat festgestellt, daß deutsche derheit angegriffen wird und ihre Bundes- tschechoslowakische Gesandte die Zusicherung Herrn Megierung Signatare der Verträge, die feftfeten, daß Busicherungen an die Tschechoslowakei vorliegen. genossen Frankreich und Rußland ihr zu Hilfe von Neuraths, daß Deutschland fich an den die Unabhängigkeit Defterteichs außer mit Zuftim. Diese Feststellung machte er in Zusammenhang fämen, wir Frankreich unterstüßen würden... beutfch- tschechoslowakischen Schiedsvertrag mung des Völkerbundes nicht veräußert werden mit dem Hinweis darauf, daß die dem Bundes Nichts, was Deutschland unter der Drohung mit vom Ottober 1925 gebunden fühlt. dürfe. Abgesehen davon ist die britische Regierung fanzler Schuschnigg gegebenen Versprechungen dem Angriff zugestanden wird, kann ernstlich an den Ereignissen in Mitteleuropa interessiert und wird an ihnen stets interessiert bleiben. helfen, den Krieg zu verhindern. Alles aber ist möglich durch friedliches Verhandeln. Das heu tige Deutschland wird nicht friedlich verhandeln, solange es nicht weiß, daß eine friegerische Attion auf überwältigenden solidarischen Widerstand trifft." ww Londoner demonstrieren ,, Unabschätzbare Folgen" gebrochen worden sind. Auch hier ging es um das Festlegen der Verantwortlichkeit für die fünftige Einleitend erinnerie Chambe lain daran, day Entwicklung. Aus der Sprache der Diplomatie in tie Vereinbarung von Berchtesgaben auf jeden Fall Desterreich 3 erfolgte. Der Entschluß Schusch Methoden, die im Verlaufe der Entwicklung angeben bei einem Bruch dieser Zusicherungen nicht die Sprache des simplen politischen Alltags überE3 bedünkt uns, fuhr Chamberlain fort, daß die jetzt, lauten die betreffenden Worte:" Wir wer auf Grundlage der Unabhängigtei: niggs, durch ein Plebiszit die Lage zu flären, sei wendet wurden, auf das Entschiedenste zu ver weder der deutschen Regierung noch den National- urteilen find und einen tiefen Schod auf alle reden, sondern handeln!" Dazu ist vor allem sozialisten in Desterreich genehm gewesen. Die Ent ausgeübt haben, die mit der Bewahrung des Frie Frankreich entschlossen. Und beide Länder, Frankwidlung am 11. März auf die Spike getrieben, als dens in Mitteleuropa befaßt sind. Die Gerüchte.reich und England, stehen nicht allein unter dem Seyy- Inquart und Glaise- Horstenau vom Kanzler daß die britische Regierung Deutschland zur Ein Eindruck der Entwidlung in Desterreich, sondern für unseren Staat ultimativ ben Verzicht auf das Plebisait for- verleibung Desterreichs ermutigt habe, find voll auch unter dem Eindruck der Entwicklung in Am Sonntag kam es zu einer der größten berien und mit der Stimmenenthaltung der Natio. lommen unbegründet. Die Erklärung, die ich bisher Spanien. nalsozialisten, aber auch mit ernsthaften Un abgegebenhabe, beweist klar, daß die britische Re Demonstrationen, die bisher in London durchge- ruhen drohten. Schuschniga lehnte um 1 Uhr mit gierung Aftionen folcher Art wie die in Desterreich führt wurden. Viele tausende Menschen sprachen tags das Ultimatum ab, bot aber gleichzeitig ein nachdrücklich mißbilligt. sich leidenschaftlich gegen die Invasion in Defter- Stompromiß an, daß ein 8 weites Plebisait später reich aus und forderten vor allem den Schuh abgehalten werden solle. Etwas später gab Schusch der Tschechoslowakei. Im Demonstra- nigg unter Drohung des Bürgerfrieges und der tionszug wurden Banner mit den Aufschriften Möglichkeit einer Militärinvaſion nach und ſtimmte Die Tschechoslowakei muß frei bleiben!" und der Absage des Plebiszits zu. Hände weg von der Tschechoslowakei!" getragen. Deutsche Ultimaten Im Rahmen dieser Kundgebung fan es auch zu Demonstrationen vor der Deutschen Botschaft, die burch hunderte Polizisten geschützt wurde. Uns dünkt, daß die Lage in Spanien den europäischen Frieden womöglich noch stärker geDer Ministerpräsident erwähnte dann die Ston- fährdet als die Ereignisse in Mitteleuropa; mit fultation mit der französischen und der italienischen dem Zustand, den die mitteleuropäischen Ereig Regierung und die lepte Erklärung Staliens, die den nisse geschaffen haben, wird sich die Welt über Gewaltstreich billigt. während früher feine flare furz oder lang doch abfinden. Aber es ist zu erStellungnahme Italiens zu erreichen war. fennen, daß 3talien das Aufgeben seines EinEs sei eine harte Tatsache, die jeder einzelne fluffes auf Desterreich belohnt erhielt durch eine selbst beurteilen kann, daß nichts außer Anwen- noch stärtere Unterstübung der Intervention in Es erscheine faum zweifelhaft, daß dieses An dung von Gewalt seitens Englands und anderer Spanien. Das unmittelbare Ziel dieser Inter gebot nach Deutschland weitergegeben wurde. Die Staaten diesem Vorgehen Deutschlands hätte Einvention, die mit doppelzüngigen Versicherungen Antwort, mit der die Minister zurüdtamen, lau halt gebieten können. Die bekannten Ereignisse über die Bereitschaft zum Abtransport der Frei tete jedenfalls, daß das Angebot unzureichend Gesandter Marek beurlaubt se und Schuschnigg dem Dr. Seyß- Inquart Plat ſind Anläsie für Bedauern, Kummer und 3orn. willigen" verbunden ist, ist die Etablierung eines machen müsse. Hiefür wurde eine Frist bis halb Unter Zustimmung des Hauses erklärte Chamber: faschistischen Spanien und also die militärische Prag. Der bisherige österreichische Gesandte 18 Uhr eingeräumt und Schischnigg verständig lain weiter, daßt dieſe Eseignisse von der britischen Bedrohung Frankreichs von den Pyrenäen her. in Prag Dr. Ferdinand War et hat einen Ur Sollte Schuschniggs Antwort nicht befriedigend Negierung nicht mit Gleichgültigkeit und Gleich Die englische Politik müßte tatsächlich mit Blindlaub angetreten, von dem er nicht mehr zurüd- ausfallen, so würden die deutschen Truppen um mut betrachtet werden können. Sie müffen Fol- heit geschlagen sein, wollte sie nicht sehen, daß 18 Uhr Marschbefchl erhalten. Ein neuergen nach fich ziehen, die noch nicht abgeschätzt Yehren wird. Die Geschäfte der Gesandtschaft Liches Ultimatum wurde später anscheinend führt Legationsrat Baron Schleinik- Protefch. im Flugzeug von Deutschland überbracht und übergeben, feine Bedingungen waren: außer der GrPapen wird ,, Pg" Seßung Schuschniggs durch Schß- Inquart eine Res Berlin. Wie die Nationalfozialistische Nors gierung mit nationalsozialiſtiſcher Riveidrittelmehr respondenz aus Linz meldet, hat Hitler den bis- heit, die Erlaubnis zur Rückkehr der österreichischen herigen deutschen Botschafter in Wien von Pa Region und die bedingungslose Bulaffung der pen in Anerkennung seiner außerordentlichen NSDAP. Eine Antwort wurde bis 19.30 Uhr ver batte aus: Es scheint mir, daß dieses Ereignis außerordentlich ernst sind. Aber man fann diese Berdienste in die Partei aufgenommen funt bekannt, daß er angesichts der Drohung mit und ihm das goldene Parteiabzeichen ver- einem deutschen Einmarsch nachgegeben habe, um Tiehen. zu berhüten, daß deutsches Blut fließt. langt. Daraufhin gab Schuschnigg über den Mund werden können. für die Verteidigung Englands die ungeschwächte Wehrkraft Frankreichs genau so wichtig ist wie die starke englische Flotte. Und die Wehrkraft Frankreichs wäre geschwächt, müßte es sich auch an den Bhrenäen verteidigen. Attlee: Das Kartenhaus Chamberlains zusammengestürzt Der Führer der labouristischen Opposition, Es ist gewiß banal, wenn man sagt, daß Major Attlee. führte in der anschließenden De die Stunden, die wir gegenwärtig durchleben, dere nach der Seite der Sudetendeutschen machen. Feststellung nicht nachdrücklich genug insbeson Es ist gar tein Zweifel daran gestattet, daß sich präsident errichtete, zum Einsturz gebracht hat. E3 jenes se ar tenha u 3. welches der Minister( Schluß auf Seite 2.). Seite 2 die Tschechoslowakei, würde sie angegriffen, mit aller Kraft wehren würde. Die Bündnispolitik unseres Landes würde in diesem Falle zum uns mittelbaren Einfiß der französischen und der Sowjetarmee führen, und sicherlich auch zum Eingreifen Englands. Es würde da keinen Spaziergang nach Prag neben, sondern ein blutiges Ringen an den Grenzen des Landes, das entseẞlichste Grauen des modernen Krieges in den Ges Dienstag, 15. März 1938 Der Anschluss vollzogen Mr. 62 Oesterreich von deutschen Truppen besetzt Hitler in Wien In wenigen Stunden hat sich die Landkarte Mitteleuropas geändert: Das felbständige Defter. filden unſerer ſchönen Heimat. Das Sudeten reich hat aufgehört zu beſtehen. Der Anschluß Defterreichs iſt durch Hitler vollzogen worden, das österreichische Bundesheer ist auf Hitler vereidigt und zu einem Bestandteil der Wehrmacht des Deutschen Reiches geworden. Ein preußischer General hat das Kommando über die österrei chischen Soldaten übernommen. Die Grenze Hitlerdeutschlands verläuft nicht mehr bei Passan und Garmisch- Partenkirchen, sondern am Brenner und an der Leitha. deutschtum in seiner Gesamtheit muß aus tiefster Seele den Frieden wünschen, muß wünschen, daß der Krieg verhindert werde. Und es hat zu dieser Kriegesverhinderung, es hat zur Rettung der Heimat einen wichtigen Beitrag zu leisten, der in Berlin ebensowenig übersehen werden könnte, wie er in London und Paris übersehen würde: das flare Befenntnis zur Tschechoslowakischen Repus bli, das Ablehnen der Einmi chung in die Fragen unferes nationalen Lebens, die uns allein angehen und die wir, wie wir bewiesen, aus eigener Straft zu lösen vermögen. So deutlich, wie die Welt zu uns spricht, die an der Integrität un feres Landes nicht rütteln lassen wird, so deuts lich müssen wir Sudetendeutsche selber zueinan der reden. Kokettiert jemand mit den Methoden, mit deren Hilfe die Selbständigkeit Oesterreichs ausgelöscht wurde, so versündigt er sich an Volt und Heimat. Wir wollen den Frieden bewahren helfen durch die klare, bedingungslose Bejahung der tschechoslowakischen Integrität, durch die Bereitschaft, sie zu verteidigen. Die Welt formiert sich zu starter, entschlossener Abwehr. Wir vernehmen Worte, von Staatsmännern, wie sie seit dem Kriege nicht mehr gesprochen wurden. Der lintergang Oesters reichs hat alle Wankenden und Zögernden aufge= scheucht, und das Echo dieses Untergangs wird noch lange wirken und die Abwehrfront stärken. Es gibt guten Grund, anzunehmen, daß die Entschlossenheit zur Abwehr kommender Uebergriffe den Krieg verhindern wird. Wir wenigstens weigern uns, an die Unabwendbarkeit des Krieges zu glauben. Die Unterhausdebatte: ( Schluß von Seite 1.) ist notwendig. aus einem Grundsave heraus Widerstand zu leisten. Einzig und allein dann, wenn Sie sich auf den Grundsay berufen werden, daß Recht und Gesez in der Welt herrschen sollen, fönnen Sie die Dominions und die Vereinigten Staaten auf Ihre Seite bringen. Wenn wir vor diese Vergewaltigung Desterreichs gestellt sind, muk unsere Antwort lauten: Zurüd zum Völker bund, zurück zur Unterſtüßung der Herrschaft des Gesezes, denn das ist der einzige Weg. um den Frieden zu erhalten. Wenn man eine weitere De bravierung der Situation zuläßt, wird dadurch der Strieg unabwendbar. Die Situation ist gewiß sehr ernst und unser Staat hat allen Grund in größter Wachsamkeit und in schärffter Bereitschaft die weiteren Ereignisse abzuwarten. Aber eines darf schon gesagt werden: Mit der Tschechoslowakei kann man nicht foverfah= ren. Der Gewaltstreich gegen Desterreich, er wird allen die ungeheure Gefahr aufzeigen, in die der Faschismus nicht nur Europa, fondern den ganzen Erdball brachte. Wenn dem Faschismus die eiserne Entschloffenheit und gewaltige Rüstung der Demokratie entgegentritt, dann wird es aus sein mit weiteren Gewaltstreichen. Und daß diese Stunde heranreift, dafür bieten die Ereigniffe in England und in Frankreich die beste Gewähr. Oesterreich Oesterreich- die neue Provinz Deutschlands Die bekannten ,, Einzelaktionen" Bum Polizeipräsidenten von Wien wurde Otto Steinhäuſe I ernannt, der für ſeine Beteiligung am Juli- Putsch seinerzeit sieben Jarhe Sterker erhalten hatte. Zum Bürgermeister von Wien wurde Dr. Neubacher ernannt. Der Deutschösterreichische Rundfunk" gab Montag mittags eine Verfügung des Justizminis steriums durch, ivonach alle Richter und Staatss anwälte, die Juden oder Halbjuden sind, sofort aus dem Dienst zu entlassen sind. Ferner wurde die Sperre der Aufnahme von Juden oder Halbjuden in den Rechtsanwalts und Notariatsstand verfügt. Bürckel der Wahlmacher The nationalsozialistische Partei in Defters Einen Tag schon nach dem Einmarsch der Prag. Am Montag gab der Wiener Sender reich wird nun durch den Gauleiter der NSDAP deutschen Truppen in Oesterreich ist der Anschluß Vorkehrungen gegen. Einzelaktionen" des Saargebietes Bürckel reorganisiert. In dies vollzogen worden. Der Bundespräsident Miklas bekannt. Er teilte mit, daß im 13. Wiener Be- ser Eigenschaft hat er alle Vorbereitungen für die mußte auf„ Ersuchen" des neuen Bundeskanzlers zirk mehrere Personen mit der Hakenkreuzarm-„ Voltsabstimmung" in Desterreich zu treffen. Sey- Inquart zurücktreten und anschließend binde aus einem Geschäft widerrechtlich Waren wurde fofort das neue Bundesverfaffungsgefet wegzuschleppen versucht haben. Die SA. verkündet, das den folgenden Wortlaut hat: ist sofort angewiesen worden, solchen Vorfällen 1. Oesterreich ist ein Land des Deutschen entschieden entgegenzutreten und die Personen, die ohne behördlichen Auftrag Einzelaktionen vor nehmen, festzunehmen, um sie der Bestrafung zu zuführen. Reiches. 2. Am Sonntag, den 10. April, findet eine freie und geheime Boltsabstimmung der über 20 Jahre alten deutschen Männer und Weiters wurde mitgeteilt, daß für die illegale Frauen Desterreichs über die Wiedervereini- Versendung von Geld und Effekten in Postpakegung mit dem Deutschen Reiche statt. ten strenge Strafen festgesetzt wurden. Eine 3. Bei der Abstimmung entscheidet die eigene leberwachungsstelle ist hierfür eingerichtet Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Artikel 3 und 4 bestimmen, daß neue Verfügungen durch Verordnungen getroffen werden und daß das Gesetz sofort in Kraft tritt. Das neue österreichische Bundesgesetz ist sofort deutsches Reichsrecht geworden. Es ist zu erwarten, daß in wenigen Tagen alle Verfügungen, die an die österreichische Selbständigkeit erinnern, beseitigt sein werden. Kein österreichisches Heer mehr worden. Was das bedeutet, kann sich jeder vorstellen. Auf jeden Fall hat das Reich schon unmittelbar nach dem Anschluß gezeigt, daß es nicht gewillt ist, die österreichischen Nationalsozialisten sich selbst zu überlassen. Die Beauftragung Bürdels mit der Reorganisation der Nationalsozialistischen Partei in Desterreich, wird allgemein als Zeichen angenome men, daß man den örtlichen nationalsozialistischen Führern wenig Gelegenheit geben wird, den öfters reichischen Individualismus im großdeutschen Reich durchzusetzen. Regierung Blum in Frankreich Paris. Léon Blum hat im Laufe des Sonntag fein zweites Kabinet, die 104. Regierung der Republik, auf der Volksfrontbasis gebildet. Im Kabinett sind die Sozialisten, die Madikalen, die Republikanisch sozialistische Union und die Partei berkatholischen Linten vertreten. Die Kommunisten werden die Regierung um unter sten. Die Zuziehung von Politikern der Mitte- man dachte an Nennand und Mandel ist nicht gelungen. Es wird allgemein bedauert, daß es Blum nicht gelungen ist, eine Regierung Als Kom- auf breiterer Basis zu bilden. Das neue Kabinett, dem Ghautemps und Delbos nicht mehr angehö ren, hat folgende Zusammensetzung: Ministerpräsident u. Finanzminister: B I um Dazu kam sofort die Verfügung des Reichsfanzlers als Obersten Befehlshabers der deutschen Wehrmacht, daß das österreichische Bundesheer als Bestandteil der deutschen Wehrmacht gilt und foDer Sprecher der liberalen Ovvoſition, fort feinem Befehl untergeordnet with. Affe( Stober Sinclair, führte aus: Erinnern wir uns an Sitlers österreichischen Landesgrenzen wurde General Erklärung nach der Rheinlandbesepung, als er fagte. Bod. Oberbefehlshaber der 8. Armee, beauftragt. es werde eine leberraschungen mehr geben. Wir müssen freilich aufrüften, aber das Die Vereidigung auf Adolf Hitler wurde Aufrüften allein genügt nicht. Wenn wir es nicht sofort vorgenommen. bermögen, gegen einen Angriff sämtliche Kräfte der fünftigen Opfer zu konzentrieren, so werden diefe Opfer eines nach dem anderen fallen, bis schließlich die Reihe auch an uns fommt und wir ohne Freunde und allein auf der Belt bleiben. Wir müssen uns gegen die italienisch- deutsche Verschwörung verbünden, welche Spanien beherrschen will. Die Tfche. choslowakei ist nicht das nächste Opfer. Das nächste Opfer ist Spanien. Wir müssen daher darauf beharren, daß entweder die Intervention in Spanien eingestellt oder die Nichtintervention aufgehoben werde. 31 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Unterhalb des Altans, auf weitem Gelände, war Artilleriegeschüß aufgefahren. Noch stan den die Räder regungslos. Noch war von den Kanonenrohren der Grünspan nicht abgerieben. Noch waren die Schaustücke, die Feuerschlünde, mit Blumenkränzen umwunden. Einige Soldaten, die sich vergnügt hatten, das zu tun, um die Zeit zu töten, um die Langeweile Losautver den, hockten auf den Rohren. Wie die Kinder auf hölzernen Schaukelpferden wippten sie, grinsten sie sich an. König Karl deutete sum of hinunter und fragte feine abeligen Besucher: Wie wär's, liebe Vettern, wenn wir dieses Oratel entschei den ließen, tuer Spanien fünftig regieren foll?" VIII. Vor seinem Nücktritt hat Miklas noch den Naziführer CI a usner zum Propagandaminister und drei weitere Nazis zu Staatssekre. tären ernannt. Der bisherige Staatssekretär für Sicherheitswesen Dr. Skub 1, der Wiener Polizeipräsident, ist sang- und klanglos aus der Regierung wieder ausgeschieden. Er hat offenbar schon unter Schuschnigg eine Doppelrolle gespielt; trohdem wurde er von dem neuen Regime abge fagt, als man ihn nicht mehr brachte. Maimon Viterbo und Ichuda Valdez. Denn der König ließ ihnen feinen Raum als er sich vor ihnen aufpflanzte. Er wollte von ihrem Atem getroffen werden, ihre Haut zerquetschen, sie zerstampfen. Er stemmte die Fäuste in die Hüften. Er musterte die Juden vom Kopf bis zur Sohle. Seine Augen funfelten, und er erstaunte, daß sie die Augen nicht niederschlugen, diese merhvür digen, dunklen, durchberühren, sich Körper an Sörper mit ihnen messen, sie bedrängen, sie sich tigen, auf blasses Email eingeprägten Pupillen. Die regungslose Gefaßtheit, mit der sie sich der königlichen Betrachtung ausseßten, gab ihnen das Aussehen von toten Figuren. Es war des Königs Sache, sie aufzuwvecken oder noch weiter erstarren zu lassen. Er wandte sich plötzlich ab. Zu einem Tisch sprang er hinüber. Eine Schatulle, die darauf stand, riß er auf den Boden. Die Kassette zer brach nicht. Und so stieß der König sie mit den Stiefeln nor sich her, in die Richtung der beiden Buben. Er stieß sie ihnen auf die Füße, um ihnen wehzutun. Zum erstenmal bewegten Jehuda Valdez und Maimon Viterbo sich, aber ängstlich waren nur ihre Füße. ... Hier, meine Herren". schrie der König, hier ist der Fraß. den man Ihnen anbietet! Und nun untersuchen Sie, ob man Sie betrüge. will oder nicht!" Sönig Karl ließ sich das Haar kräusern und den Bart, den er jeßt trug, der feinem Gesicht das Ansehen eines Vierzigers. gab, obwohl er doch kaum ein Zwanziger war. Er schlurfte von Sich verbeugend und die Arme auseinanSpiegel zu Spiegel. Falte und Furche, Nöte derschlagend, dann wieder aufschnellend und das und Blässe, Hüftenrundung, die Stärke der Barett lüftend, setzte er hinzu: Sie sollen sich Schenkel, die Schlankheit des Fußes, der Glanz frei entscheiden, ob das Pfand, das ich Ihnen der Fingernägel und der Augen, die er mit Bel- anbiete, das Anleihen wert ist! Ich will Sie ladonna blant gewaschen hatte, nichts solle ihm nicht bestehlen. Meine Bauern lügen, und mein an seinem Reibe entgehen. Federball spielen Adel lügt auch, wenn sie das Gegenteil behaupmit sich selber wollte er, Zauberer sein durch) ten. Und um beiden die Lügenmäufer zu ſtopBlid und Bewegung. fen, darum brauche ich Ihr Geld. Wir können Und alles das für die jüdischen Männer, ehrlich miteinander handeln, wir brauchen uns die er in den Audienzsaal berufen hatte. gegenseitig. Sie sollen teine Staße im Sad tauWie eingemeißelt in die Mauer standen fen. Steden Sie die Nase ungestört in den Ju( Soz.); Außenminister: Baul Boncour( Rep.foz. Union); Stellvertreter des Ministerpräsidenten und Nationale Verteidigung: Daladier( Rab.); Kriegsmarine: Campinchi( Rad.); Flugwesen: Guy La Chambre ( Rab.); Inneres: Dor mon( Soz.); Kolonien: Moutet( Soz.); Justiz Nucart( Rab); Unterricht: 3 ay( Rad.); welenkoffer! Die Nase ist ja die Strönung Ihres Stammes." Kein Zug ihres Geſichtes veränderte sich. Sei schienen ganz unbeteiligt daran, daß dieser prächtig gekleidete Fürst, von dem sich Wolfen des Wohldufts loslöften, im Raume hin und her Schritt, daß er bald wieder zu reden begann, dies mal mit schleppender. tonloser Stimme, so, als wenn er nur zu sich selber spräche: Ich lönnt. anderes versuchen, meine Herren. Mein Inqui ſitor, der Erzbischof von Tortosa, verfügt über eine herrliche Maschinerie, über Menschen und Instrumente, die längst herausgebracht haben daß auf Ihrem Scheitel das Wasser der Taufe seit Jahrzehnten ausgetrodnet ist, daß Hierony, mus, der Lippenchriſt voll salbungsvoller Stir chenpünktlichkeit, noch immer als Jehuda Valdes Christi Hostien schändet, daß Matthias Viterbo. der für Chriſti Stathedrale in Sevilla die wun dervollsten Goldpokale spendet, noch immer als der Jude Maimon hinter der verriegelten Tür die hebräischen Folianten aufschlägt, die dem Feuer der Inquisition auszuliefern er vergessen hat. Ich könnte nein, meine Herren, ich will nicht! Ich will mich nur daran erinnern. daß Gott, der offenbar sehr launisch ist. Sie überreich mit Meichtümern gesegnet hat und Ihnen alles geschenkt, was er mir versagt: das Seu für die Pferde meiner Kavallerie, das Ble für die Musteten meiner Deutschen, das Pulver und das Eisen für die Schlünde meiner Geschüße. Ich will meine Mutter arm machen, und Ihre Frauen sollen töniglichen Schmuck tragen, se blendend, daß die Neider nur anbetead vor Ihren Damen inien. Ich könnte wie die Me: dusa sein und Sie sofort zermahlen und zermal. men. Nein, ich will es nicht sein, nur Sirene, Sie locken, Toden!" Aber Maimon Viterbo und Jehuda Valdez schüttelten sich nicht einmal, als der König fort fuhr, dieses Mal heller, tönender, dringlicher warnender: Ich bin nicht mehr jung genug, um die Beschäftigung mit dem Tode zu vergessen Landwirtschaft: Monnet( Soz.); Handel: Cvt( Nab.); Oeffentliche Arbeiten: Mo ch( Suz.); Post: Leba 8( S08.); Arbeiten und Soziale Fürsorge: Serol ( S03.); Gesundheit: Gentin( Rab.); Pensionen: Riviere( Soz.); Budget: Spinaffe( Soz.). Zu Staatsministern wurden ernannt: Faure ( Generalsekretär der Sozialistischen Partei), Sarraut( Radikaler, betraut mit den Angelegenheiten Nordafrikas), Violette( Rep.Sos. Union), Steeg( Radikaler), Fros fard( Rep.- Sos. Union, betraut mit Angele genheiten der Propaganda), Auriol( Snina lift). Ferner wurde eine Reihe von Unter,.. sekretären ernannt. Donnerstag Reglerungserklärung Die zweite Regierung Blum wird sich Donnerstag dem Parlament vorstellen. Nach A.gabe der Regierungserklärung tritt das Haus ſofort in die Aussprache über die Regierungspolitik ein. Zweifellos werden alle Voltsfront- Gruppen, die im Hauſe über eine fast Zweidrittelmehrheit vers fügen, der Regierung ihr Vertrauen befunden. Ich bin vergiftet durch den Anblick meiner Muts ter, die entseßlich durch meine Träume wandert, eine verwundete Kreatur, die nur noch lebt durch die Schadenfreude eines Bufalls. Aber gerade deshalb, weil Blüte und Ende mir so schmerzlich vertraut sind, möchte ich noch recht behalten vor den Geheimnissen der Zukunft. Möchte ich Sie um Ihre Bundesgenossenschaft bitten, Sie ers suchen, mich nicht ans Kreuz zu nageln, wie Ihre verdammten Vorfahren an dem Sohn der Got tesmutter getan haben." Zum erstenmal nahm Maimon Viterbo das Wort. Die goldene Strüde des Ebenhol; stodes, auf den er sich zu stüßen pflegte, preßte er in die Faust, die schon hilflos bebte, die sich sonst nicht mehr fest zusammenballen ließ. Indem er so den Stod gleich einem beschwörenden Arm hochhob, sagte er: Und trotzdem und wieder vermögen Gure königliche Majestät nichts anderes zu tun als die Hirten auf den Weiden Eurer föniglichen Majestät, als Eurer Majestät Maultiertreiber, Feldscherer und Pastetenbäcker. Troßdem beginnen Eure königliche Majestät uns freundschaftlich zu streicheln, indem Eure Majeftät uns mit den Gebeinen unserer Vorfahren. züchtigen. Ist es nicht gut, daß wir auch darin zur vollständigen Klarheit gelangen?" ,, Ich will Sie nicht kränken. Ich will nur die Linie ziehen zivischen Ihnen uns uns." Der König überstürzte diese Worte. aischte sie auch. Er pfiff sie auch. Er blies sie auch hervor wie ein auf dem Feuer überkochender Sessel. Und sein neuer Angriff lautete: Sie leben alle noch in meinen Landesgrenzen. Sie febern noch nach Belieben. Sie verschwören sich noch durch die Beschneidung gegen das Evangelium. Und trotzdem verschmähen wir nicht, wir, die Majestät, Ihnen Wechsel auf Ihre Leia bessicherheit zu geben." Und der König lächelte. ( Fortseßung folgt.). Mr M SltnSiM, 16. Mär, 1938 Seite 8 Das Gebot der Stunde Die Tschechoslowakei muß ein Bollwerk des Friedens und der Freiheit bleiben /Daksch spricht xur roten Landvolk-Tagurs In Sie r Im Anschluß an den Verbandst«« der Kleinbauern und Häusler fand Sonntag in Saaz eine rote Landvolk-Tagung statt. Wesen taufend Menschen füllten den großen Saal des Schüt» zenbauseö und die Nebenräume bis auf den letzten Platz. Der Redner Falsch, mit Beifall be< grüßt, nahm sofort zu den brennenden Tagesfragen Stellung und führte v. a. aub: Die Stunde ist gekommen, da wir den Tat» fachen ins Besicht schauen und die Dinge bei ihrem Mamen nennen müssen. Was sich heute rings um unk abspielt, das ist in den entscheidenden Punkten tat Ergebnis der unrichtigen Politik der Sieger» möchte nach dem Kriege.