Nr. 167. Kdonnemrnl«-Ktdingungtn: «bonnemiMs-Prel» prinumer-nd»! vteriiljShrl. SLo Mr., m«natl. l.lvMt.. wächimuch LS Pf,, frei in» Hau». Einzelne Nummer S Pf,. Sonnlag»- Nummer mU illustrterler Sonnlag»- Beilage„Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnemenl: 3,30 Marl pro Quartal. Eingelragen in der Post- Zellung»- Preisliste für lSS» unler Dr. 7890. Unter Kreuzband fiir Deuifchland und Oesterreich-Ungarn S Marl, für da» übrige Ausland S Marl pro Monat. Erscheint täglich nutzer llvonUg«. Verlinev Volksbl�tt. 16. Jahrg. Dt« znftrttons. Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- »etle oder deren Raum so Pfg., für polllischeund gewerkschaftliche Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Psg. „Kleine Anseigen" jedes Wort 5 Psg. (nur da» erste Wort fett). Inserate sür die nächste Nummer müssen bis s Uhr nachmittagsinderErpedilionabgegeben werden. Tie Erpcdttton ist an Wochen- lagen bt» 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bi» L Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher:«ml I, Nr. 1208, Telegramm-Adresse: „Sorinldemokrnt Berlin" Centralorgan der socittldemokratischen Itotrtei Deutsctslands. «rdilktioiu SW. 19, Veulh-Stratzc S. Donnerstag, den ÄO. Juli Expedition: SW. 19, Venth-Steasze 3. An die deutsche Arbeiterschaft! Kopenhagen, im Juli 1899. ?lm 19. Mai dekretierte der Vorstalld der centralisierten Unter- nehmervcrcine eine allgemeine Anssperrling in sämtlichen Branchen des Bauhandwcrkes, der gesamten Eisenindustrie, sowie in allen Holzarbeiter-Branchcn über das ganze Land, nachdem man schon drei Wochen vorher ca. SöOO Tischler ans die Straße geworfen hatte. Am 24. Mai wurde diese im Verhältnis zu der Einwohnerzahl unseres Landes riesenhafte Aussperrung in Scenc gesetzt, indem ca. 30 000 Arbeiter brotlos gemacht wurden; kurz darauf wurde die Aussperrung auf ca. 40 000 Mann ausgedehnt, oder auf die Hälfte sämtlicher in der Industrie unseres Landes be- jchäftigten Arbeiter. Die Absicht mit dieser Massenaussperrilng ist die, unsere Arbeiterorganisationen, welche wir durch emsige Arbeit in einer Reihe von Jahren aufgebaut haben, zu zertrümmern und uns der Vorteile zu berauben, welche wir uns mit Hilfe unserer Organisationen eikämpft haben, sowie uns von neuem zu willenlosen Sklaven unter dem Kommando der Arbeitgeber zu machen. Seit 7, teilweise seit 10 Wochen haben wir also nun gekämpft, um unsere Rechte zu verteidigen, und bis jetzt ist noch keine Anssicht vorhanden, daß der Kanipf so bald beendigt werden wird. Dagegen kann man mehr und mehr konstatieren, daß die Arbeitgeber diese Aussperrung schon vor längerer Zeit vorbereitet haben und daß es ihre Absicht ist, sie nicht eher aufzuheben, als bis die Arbeiter durch den Hunger und die Not dazu gezwungen werden, ihren Nacken unter das Joch zu beugen. Sowohl in Deutschland, als in Norwegen und in Schweden und überhaupt überall, wohin die Macht unserer Arbeitgeber reicht, wird unfern Ausgesperrten die Arbeit ver- weigert, und wenn eS ihnen doch gelungen war. Arbeit zu erhalten, werden sie wie die Hunde wieder hinausgejagt! Dadurch ist die Aussperrung international geworden. Wenn es gilt, die Arbeiter zu verfolgen, ist der Patriotismus der Kapitalisten wie hinweggefegt; die nationalen Phrasen iverden in dieser Zeit in die Ecke geworfen. Trotz der Langwierigkeit des Kampfes und der dadurch ent- standenen Erbitterung sind die Ausgesperrteil fest entschlossen, bis zuin Ende auSzuhalten. Unsere Reihen sind noch ebenso dicht geschlossen und der Mut und die Kampfeslust der Ausgesperrten ist noch ebenso brennend als an dem Tage, wo die Aussperrung anfing. Wir haben keine Abtrünnigen, dagegen sind alle von der Hoffnung und der Zuversicht beseelt, daß die Ausdauer uns den Sieg bringen wird. Eine Aussperrung von einem solchen Umfange ist an und für fich eine brutale und rücksichtslose Handlung. Aber außerdem hat ein hier im Lande seiner Zeit von den Centraiorganisationen der Arbeit- geber und Arbeiter niedergesetztes Schiedsgerichtein Urteil gefällt, ivonach die Aussperrung zugleich ein eklatanter und hinterlistiger Bruch der Verträge über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse ist, auf welche die Arbeitgeber den Arbeitern gegenüber eingegangen sind. Trotzdem setzen die Arbeitgeber ihren brutalen Uebcrfall mit echtem Kapitalistenübermut fort. Wir haben nach Kräften gesucht, die Aussperrung auf eine für die Arbeiter ehrenvolle Weise abzuschließen, indem wir uns erboten haben, die Arbeit nach den alten Bedingungen, wie sie vor Beginn der Aussperrung bestanden, aufzunehmen, und als der Arbeitgebervcreiu sich weigerte, hierauf einzugehen, haben wir uns bereit erklärt, mit ihn» in einer Einigungskammer zu verhandeln, um ein Ucbcrcin- kommen über die Bedingungen, nach welchen die Arbeit wieder aufgenommen werden könnte, zu verhandeln. Eine solche Verhandlung hat auch stattgefunden, aber sie scheiterte an dem Uebermut und den demütigenden und erniedrigenden Bedingungen, welche die Arbeit- geber aufstellten. Die Arbeitgeber forderten: daß gewisse fundamentale Bestimmungen in den Gewcrkschafts- statuten nach den Wünschen der Arbeitgeber abgefaßt Iverden sollten; daß die Gewerkschaften für die Durchführung und Aufrechterhaltung der von den Arbeitgebern gewiinschten Bestimmungen garantieren sollen, nicht allein ihren eigenen Mitgliedern, sondern auch den NichtMitgliedern gegenüber; daß die Gewerkschaften in fundamentaler Richtung nicht den Interessen der Arbeiter, sondern denen der Arbeitgeber dienen sollen, also daß sie Polizeischcrgen-Dienste für die Arbeitgeber gegen die Arbeiter verrichten sollen; daß ungefähr die'Hälfte sämtlicher Arbeiter kein Stimmrecht in ihren eigenen Vereinen haben soll, indem n>an fordert, daß unsere Mitglieder mindestens 30 Jahre alt sein sollen, um in ihren Vereinen ihre Stimme abgeben zu dürfen; daß alle Preistarife und Verträge über den Arbeitslohn und die Arbeitszeit mitten im Winter ablaufen sollen, also zu einer Jahreszeit, wo die größte Aussicht dafür vorhanden ist, daß die Arbeitslosigkeit und die Not die Arbeiter dazu zwingen wird, sich unter die Despotie der Arbeitgeber zu beugen; daß wir ein Depositum von einer viertel Million Kronen stellen sollen als Sicherheit dafür, daß die Gewerkschaften alle von den Arbeitgebern aufgestellten Bedingungen erfüllen; daß die Gewerkschaften das Recht der Arbeitgeber anerkennen sollen, nach Belieben eine Massenaussperrung vorzunehmen, als ein Mittel dazu, die Arbeiter zur Unteriverfnng zu zwingen. Dieses sind die hauptsächlichsten der von den Unternehmern auf- gestellten Forderungen. aber im übrigen haben sie diese in 19 Punkten aufgestellt, welche ganz dieselben Zwecke verfolgen wie die obenerwähnten. Wir haben selbstredend diese unverschämten Forderungen mit Verachtung zurückgewiesen. Nur die bitterste Not, nur der Hunger unserer Frauen und Kinder kann uns dazu bringen, uns solchen erniedrigenden und unsere Organisationen erdrosselnden Bedingungen zu unteriverfen. Kameraden! Der Kampf, welcher augenblicklich in Dänemark rast, ist ein Klassenkampf, wie ihn bis jetzt noch kein anderes Land aufzu- weisen hatte. Auf der einen Seite stehen so gut wie sämtliche industriellen Arbeiter, Ivelche in einer Anzahl von ca. 80 000 Mann in freien Organisationen vercinigt sind, in welchen jedes einzelne Mitglied das Recht hat, durch seine Abstimmung und seine Argumente einen Einfluß auf die Arbeitsverhältnisse in seiner Branche auszuüben. Auf der andern Seite stehen so gut ivie sämtliche industriellen Arbeitgeber in einer Landesorganisation vereinigt, wo eine kleine Minorität von Kapitalisten eine absolut despotische Herrschaft führen, und durch deil ökonomischen Boykott die kleinen Handwerker und Handelnden zu blinder Heerfolge zwingen kann. Zwischen diesen beiden Mächten steht der Kampf, und dessen Ausfall wird für lange Zeiten maßgebend sein, ob die Arbeiter in Dänemark freie Bürger oder ob sie willenlose Sklaven der Arbeitgeber fein sollen. Durch unsere bisherige Thätigkcit haben wir die Industrie unseres Landes in eineni bisher unbekannten Grade zur Blüte gebracht. Wir habeil die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung jährlich um Millionen von Kronen erhöht und dadurch in einem außerordcut- lichcn Grade zur Förderung des allgemeinen Wohlstandes unseres Landes beigetragen. Die Kapitalisten dagegen arbeiten für ihre eigene Bereicherung und für die Verarmung der großen Be- völkerung. Die Wirkungen der Aussperrung können schon jetzt gefühlt werden. In allen Branchen, welche nicht direkt an der Aussperrung beteiligt sind, hat diese eine mehr und mehr um sich greifende Arbeitslosigkeit und Gcschäftsflaue herbeigeführt, trotzdem daß wir uns jetzt in der besten Jahreszeit befinden. Der Umsatz der Ge- schäftstreibcnden ist um 20 bis 70 pEt. zurückgegangen, und außer den direkt von der Aussperrung Betroffenen sind schon jetzt Tauscndc von Arbeitern in den anderen Branchen arbeitslos. Das kleine Dänemark ist gegenwärtig der Prüfstein deS internationalen Kapitalismus. Die in Dänemark ausgesperrten circa 40 000 Arbeiter bedeuten, im Verhältnis zu der Größe des Landes, ungefähr eine Million Arbeiter in Deutschland oder in England, wenn die Aussperrung in einem dieser Länder verhängt worden wäre. Sollte es nun den dänischen Kapitalisten gelingen, die Arbeiter mit Hilfe der Masscnausspernmg zu unterdrücken, würde dieses Beispiel sicherlich auch iii anderen Ländern nachgeahmt werden, und eine allgemeine Unterjochung der Arbeiter iviirdc auch dort die Folge sein. Sollen wir, die Arbeiter in dem kleinen Dänemark, denn den Nacken unter die kapitalistische Sklavenpeitsche beugeil? Die Antwort hierauf ist leicht zu geben, wenn unsere ans- ländischen Brüder uns hilfreich zur Seite stehen wollen. Sic wird dann lauten:„wir brauchen und wir dürfen uns nicht unterwerfen". Und wir zweifeln nicht daran, daß diese Antwort in Eurem Sinne ist. Im Verhältnis zu der übrigen Welt ist das kleine Dänemark mir unbedeutend, und mit Hilfe eines noch so kleinen Opfers von feiten unserer ausländischen Brüder würde» wir in den Stand ge- setzt, unfern Kampf auSzukämpfeil, bis der Sieg unser ist. Wir haben in der verflossenen Zeit bewiesen, daß wir den Kampf nicht fürchten, und wir sind auch für die Zukunft bereit, ihn zu führen. Die Verbrüderung der Arbeiter über die ganze Erde hat ihren Ausdruck geftmden durch unsere internationalen Kongresse, durch unsere Maifeiern und durch unsere Demonstrationen für den Welt- frieden. Die bicsigcn Kapitalisten haben dadurch, daß sie die dänischen Arbeiter über die Grenzen des Landes hinaus verfolgen, die Aussperrung international gemacht, und hierin werden sie von den ausländischen Kapitalisten getreulich unterstützt. Briidcr im Auslande! Kommt uns deshalb zur Hilfe I Unser Kampf gegen die Ausbeuter ist auch Euer Kampf, und ebenso wie wir früher niemals zurückgestanden haben, werden wir auch in der Zukunft nicht fehlen, wenn Ihr in den Kampf gegen die Kapital- macht zur Befreiung des Proletariats getrieben werden solltet. Sendet uns deshalb schleunigst Eure Beiträge und sendet diese unter der Adresse: E. Svendseu, RömerSgadeLS, Kopenhagen K. Mit brüderlichem Gruß Für die Centralisierten Gewcrkschaftsverbände in Dänemark I. Jensen. politische Aebeestcht. Berlin, den 19. Zuli. Vertrauliche und„gestohlene" Briefe. Die„Post" hat unsere gestrige Darlegung über die Bekanntgabe vertraulicher Briefe durch den Frhrn. v. Stumm völlig mißverstanden. Sie glaubt, wir hätten unsere Handlungsweise mit seiner entschuldigen und ihr glcichiverten wollen. Wir haben gar keinen Anlaß, uns so tief einzuschätzen. Es ist in der That ein ge- waltiger Unterschied zwischen der Handlungsivcise StnmmS und der unsrigen. Herr v. Etunim hat ihm vertraulich mitgeteute briefliche Aeußerungen im Reichstag verlesen, Wir habe» Briefe im öffentlichen Interesse veröffentlicht, zu deren Geheimhaltung wir keinerlei moralische Verpflichtung hatten, und deren Herkunft trotz des Märchens von dem Einbrnchdiebstahl unbedenklich ist. In dem Augenblick, in dem wir den Rat der„Post" befolgen, uns in Fragen des Taktes Herrn v. Stumm zum Muster nehmen und demzufolge anstandslos vertraulich uns übermittelte Aeußerungen der Oeffentlich- keit preisgeben würde, hätte der„Vorwärts" das Recht verloren, über andere abzuurteilen. Das ist der Unterschied zivischen den „Vorwärts"-Dieben und den„Post"-Redactcuren, denen Herr v. Stumm den„Takt" angiebt. Gegen die Carricre-Jägcr hat Professor v. Liszt, der künftig in Berlin Recht lehren wird, bei seinem Abschied von Halle gesprochen. Er sagte: „... Verkehrt sei die Ansicht, daß ein Studierender keine Politik treiben solle. Zwar nicht aktiv solle die akademische Jugend eingreifen in die Parteipolitik, aber da ans ihr die geistigen Führer de? Volkes hervorgehen müßten, müsse sie sich wegen der Anfgaben, die ihrer im politischen Leben harrten, darüber Klar- heit verschaffen, wie unsere politischen Verhältnisse im Innern und nach außen historisch geworden seien und wie sie sich juristisch darstellen, daneben aber müsse sie darauf bedacht sein, daß der Charakter deS einzelnen sich aus der Universität fest herausbilde, um Stand halten zu können nach oben und nach unten; solche Leute, die richtig vor- g�e b i l d e t diese A n s ch n u u n g unbeirrt um c t iv a i g e Schädigung ihrer eigen cnJntcrcssen fe st halten. v ermis s e man vielfach h e n t e im politischen Leben." Liszt ist auch als Rechtsgelchrter in anerkennenswerter Weise bemüht, das RechtSIeben von tendenziösen Verunreinigungen frei zu halten. Es ist ihm aber bisher weder als Lehrer noch als Fachmann gelungen, in der Praxis wesentliche Erfolge zu erringen. Unsere Bonrgcosie erhebt gar nicht mehr den Anspruch auf geistige Führerschaft. Sie will mit ihren groben materiellen Macht- mittel» herrsche n. Hinter dem freien unbeugsamen Wort der Wahrheit lanern die— Disciplinparagraphen. und, wer keine be- queme knetbare Gesinnung hat, der strauchelt schon am Aufang seiner Laufbahn. Das wissen die Studenten und handeln danach— trotz LiSzt.— Nationallibcraliömus und Zuchthanövorlagc. Ans Baden wird uns geschrieben; Der„Vorwärts" brachte in seiner Nr. KV eine Zuschrift ans Baden an die„Berliner N e u e st c n Nachrichten" zum Abdruck, worin von„hochgeschätzter nntionallibcralcr Seite" daraus hingewiesen wurde, daß man im Lager des badischcn NationalliberaliömuS mit der entschiedenen Stellungnahme des Parteiführers Basscrm an n gegen die Zucht- Hausvorlage keineswegs allgemein einverstanden sei,' daß vielmehr die„Bad. Laudesztg.", als sie„mit Wärme für die Vor- läge eintrat", die Stimmung eines großen Teiles der Bevölkerung Badens zum Ausdruck gebracht'babe. Diese Bchauptungeii sind der„hochgeschätzten nationalliberalen Seite" ohne weiteres anfS Wort zu glauben. Denn seit dem Abtreten Fiesers, des lang- jährigen anerkannten Hauptes unserer nationalliberalen Kamnierfraktion vom praktisch-politischen Schauplatz haben die leitenden Geister des musterstaatlichen Nationalliberalismns eine deutlich wahniehmbare Schwenkung nach der Richtung des politischen Scharfmgchertums vollzogen. Während Fieser durch ein an- erkcnncnswert hohes Maß von Einsicht in die socialen Vor- hältnisie unserer Zeit ausgezeichnet war und deshalb in socialpolitischcn Fragen einen manchmal mit wohllhneudcr, rücksichtsloser Offenheit vertretenen versöhnlichen Standpunkt einnahm. haben sicki seine Nachfolger. in erster Linie die Wortführer der Partei in der zweiten Kammer und im Stadt- verordneten-Kollegium der Residenz Karlsruhe, mehr und mehr vom Geiste Stumms überschatte» lassen»ud bei ihrer Gegnerschaft gegen die politische und gcwcrkschaftliciie Bethätigung der Arbeiterschaft bis- iveilen ein Maß von Gehässigkeit und Herrschsucht an den Tag ge« legt, an dem König Stumm seine helle Freude haben mußte. Das Organ dieser„liberalen" Scharftnncher ist die in Karlsnihe er- scheinende„Bn d i s ch e L a n d e s z e i t u n g", deren geradezu fnna- tischer Eifer gegen jede Erweiterung der Rechte deS arbeitenden Volkes manchmal zu dem Tollsten gezählt zu werden verdient, was man auf diesem Gebiete im Reiche zu hören bekommt. Das leitende Organ des badischenNationalliberalismus glaubt sich damit offenbar den Dank und die Anerkennung der höchsten Stelle des Landes zu sichern, Ivo man eS bekanntlich als eine des Schivcißcs gekrönter Häupter be- sonders würdige Aufgabe betrachtet, bei jeder sich bietenden Gelegen- heit die Saninilnng aller bürgerlichen Elemente zum Kampf gegen den„Umsturz" als die vornchmstc Pflicht der ordnungsliebenden Staatsbürgerschaft hinzustellen. War man deshalb darauf vor- bereitet, die„Badische LandcSzeitnng" unter den begeistertsten Lob- rednern der Znchthausvorlagc zu finden, so mußte es doch einiger- maßen überraschen, daß auch die„S t r a ß b u r g e r Po st". die in der nationalliberalen Partei Badens sich eines weit- reichenden Einflusses erfreut. zn dem Gesetzentwurf eine durchaus freundliche Haltung einnahm, obgleich dem Blatte in social- politischen Fragen sonst vielfach ein von einem gewissen Gerechtigkeits- gefühl und socialer Einsicht diktiertes Urteil eigen ist, das bei ihm als einem Ableger der„Kölnischen Zeitung" doch gewiß nicht ohne weiteres als selbstverständlich angesehen iverden darf. Die Grund- tcndciizen der Znchthansvorlagc fanden also in der„Str. Post" von vornherein eine eifrige Befürworterin, und nach der Ablehnung des Entwurfs im Reichstag war sie es, die den Sprecher ihrer Partei, den Abgeordneten Baiser mann, in unzweideutiger Weise dcsavonirie und ihrer von der scinige» abweichenden Meinung einen recht verständlichen Ausdruck verlieh. Die„Str. Post" sehnt sich nach einem Führer ihrer Partei, der in derselben„Sammlungs- Politik" betreibt, und erst vor einigen Tagen wandte sie sich in einem gegen die Zerrissenheit der nationalliberalen Reichstags- fraktion polemisierenden Berliner Brief mit einer äußerst scharfen persönlichen Spitze gegen den Abg. Bnssermann, indem sie ihren Parteiftcuiiden den Rat erteilte, zu bedenken, daß„gute Reden noch keine ir politischen Führer, namentlich aber nicht n a t i o ii a l l i b e r a l e F ü h rer machen, und daß aus dem jetzigen Mißstand alle, die es angeht, die nötigen Lehren z n ziehen suchen sollen". Man ersieht hieraus, daß selbst in solchen Kreisen des süddeutschen Liberalismus, denen bisher ein gewisses Verständnis für die socialpolitischeii Erfordernisse unserer Zeit nicht abzusprechen war, eine gefährliche Reignng zn der Stilmmschen Knebelimgstaitik an Einfluß gewinnt, und daß man deshalb gut daran thnt, bei Beurteilung der parlainentarischen Cljancen des in erster Lesung abgelehnten Zuchthausgesetzentivurfes nicht allzu sehr aus den Geist Bassermanns und sein Gewicht bei der Entlchciduug der nationalliberalen Rcichstagsfraltion zu bauen. Die Transvaalkrife kann jetzt Wohl' als u b e r>v u n d e u betrachtet werden. Wie wir gestern schon mitteilten, zeigten die Boeren, sobald die englische Regierung statt brutal zu drohen, in anständiger «zornl mit anständigen Vorschlägen kam, sich nachgiebig. Der „Erste Volksraad" nahm gestern auf Vorschlag Krügers ein Amendement an, welches den„Uitlanders" das Bürgerrecht schon nach siebenjährigem Ausenthalt — statt nach neunjährigem, wie es ursprünglich sein sollte— gewährt und zwar mit rückwirkender Kraft. Dies ist so„liberal", wie es nur irgend verlangt werden kann, und niacht mit einem Schlag 15 000 Uitlanders zu Bürgern der Transvaal-Republik. Durch diesen Beschluß ist dem �evolverpolitiker Chaniberlain die Waffe aus der Hand ge- schlagen. DaZ Hauptorgan der Rhodes-Chainberlain-Sippe, die Londoner„Times", schreibt zu der Nachricht, nach einem Telegramm, das uns heute nachmittag zugegangen: „Die Nichtigkeit der Meldung über den gestrigen Beschlutz des Bolksraads in Pretoria vorausgesetzt(sie i st richtig I), kann die Krisis in den Beziehungen zwischen England und Transbaal als beendet angesehen werden. Die Verleihung des Wahlrechts an alle Uitlanders, die sich bei Veröffentlichung des Gesetzes seit sieben jähren in Transvaal aufhalten, und die Vertretung der Uitlanders mi Volksraad entspricht den Forderungen Milncrs. Der allein noch strittige Punkt ist die Bestiinmung über die zweijährige Warte- zeit. Dies ist eine Sache, der die englische Negierung,. wie es bcitzt, sehr geringe Bedeutung beimitzt. Thaffächlich scheint das Reinergebnis der Verhandlungen zu sein, da' Ehamberlain vollständig erreicht hat, was er die ganze Zeit über un Auge hatte." Was hier über Chamberlain gesagt wird, ist dummes Zeug. Das von den Boeren Bewilligte wäre auch ohne Chamberlain bewilligt worden. Und es wäre vermutlich schon früher bewilligt worden, denn das brutale Auftreten des Großaktionärs der Jager-Gesellschaft mußte den Widerstand herausfordern. Herr Chamberlain wollte keine Konzessionen, er wol l t e den Krieg. Sein und des Rhodes Lieblingsplan tst die Errichtung eines großen südafrikanischen Reiches, welches die außerordentlich reichen Bodenschätze jener Landstriche der gewissenlosen Schwindelspekulation überliefert. Der Verwirklichung dieses Planes steht Transvaal un! dle zweite Boerenrepublik, vor allem aber Transvaal im Wege. Transvaal sollte deshalb um jeden Preis an England «angegliedert" werden. Vor drei Jahren wurde es mit dem Raubzug des Dr. Jameson versucht, der von Chamberlain und Rhodes organisiert war. Und da dies nicht gelang, sollte jetzt unter irgend einem Vorwand ein Krieg vom Zaune ge- brochen werden. Sir Alfted Milner, der die Verhandlungen in Bloenifontain führte, ist eine Kreatur des edlen Bruder- Paares Chamberlain- Rhades. Die Verhandlungen sollten scheitern. Die Rechnung hatte aber ein Loch. Sie war ohne den Wirt, d. h. in diesem Falle ohne das Volk in Südafrika und ohne das Volk in England gemacht. Die Haltung der Mehrheit der„Uitlander", die Haltung der Afrikander rn der Kapkolonie, und in letzter Instanz die Haltung des englischen Volkes. der h ö ch st e n Instanz, haben die Pläne der Rhodes und Chamberlain durchkreuzt und beiden eine schwere Niederlage zugefiigt. Wie Rhodes sich mit ihr abfindet, das bleibe dahin gestellt, Chamberlains Tage in der Regierung scheinen gezählt. Daß er mit dem Chef des Kabinetts, Lord S a l i s b u r y (gegen den er beiläufig wiederholt aufs genieinfte intrigiert hat) auf keinem guten Fuße steht, war längst bekannt. Aber als den Führer der, mit den Konservativen ver- verbundenen Liberalen, der sogenannten„Unio nisten" mußte man ihn schonen. Der jüngste Transvaalstandal und der schmähliche Aktienskandal haben das Maß aber zum Ueber- laufen gebracht. Jm Liberal-Unionischen Klub, dem Chamber- lain angehört, sollte beute— den 19. Juli— ein Festmahl stattfinden mit obligatem Reden von Lord Salisbury und Chamberlain. Lord Salisbury mußte wegen Erkrankung seiner Gemahlin absagen und die Leitung des Klubs hat darauf hin das ganze Festmahl abgesagt, wozu eigentlich gar kein Grund vorhanden war. Eine Rede Chamberlains hätte unter normalen Ver- Hältnissen sicherlich genügt. Allein die Verhältnisse waren nicht normal. Und die Absage des Festmahls wird all- gemein so ausgelegt, daß Chamberlain verhindert werden sollte, eine große Rede zu halten, die vielleicht mit den Absichten oder doch Ansichten seines Chefs in Wider- spmch gewesen wäre. Kurz, sie wird als K a l t st e l l u n g aufgefaßt. Daß Chamberlains Stellung im Ministerium nach der politischen und moralischen Niederlage der letzten Tage un- haltbar geworden ist, das haben wir schon früher dar- gelegt.— »« « Deutsches Weich. Wahlbündnisse. Da?„Berliner Tageblatt" setzt seine Ferienleistungen fort, die mit der Aufnahme des politisch bc- deutsamen Kaisertelegramms vom„unbeugsamen Willeil" im Hof- teile begannen. Aehnliche politische Kunst beweist es mit einem scherzhaft eingekleideten Artikel über die Principien der Socialdemokratie. Vermittelst erdachten Briefwechsels zwischen bekannten deutschen, belgischen, ftanzvsischen, östreichischen, italienischen Socialdemokraten soll die Socialdemokratie wegen ihrer verschiedenartigen Bündnisse mit den bürgerlichen Parteien der Principienlosigkeit gescholten werden. Ware der Scherz gut, wir würden uns seiner freuen; aber mit einem Organ, das selbst der vom Aufgeben der einstigen Principien lebende Liberalismus ungern an sich kleben sieht, über politische Principien zu diskutieren, wäre Verniessenheit. Doch jenen ernsteren liberalen Blättern, die anläßlich der bayrischen Landtagswahlen ähnliches reden, sei ein Wort gesagt. Die verschiedenartigen Wahlbündnisse, zu denen unsere Partei in den verschiedenen Ländern gelangt, bedeuten nichts weniger als Abweichungen von den Grundprincipien des internationalen Socialismus. Die Socialdemokratie, wie jede andere politische Partei, verbindet sich auf ihrem Vormarsche, ivenn es gilt, einen besonders gefährlichen Feind zu werfen, mit anderen Parteien, die im gegebenen Zeitpunkt weniger gefährlich sind. Da kann es sehr ivohl geschehen, datz in einem Lande eine gegnerische Partei uns brauchbarer erscheint, die im anderen Lande das„größere Uebel" vorstellt— ganz abgesehen von den Fällen, wo der gleiche Partei- n a m e in verschiedenen Staaten nicht die gleiche Politik, nicht die gleiche Feindlichkeit gegen die Interessen der arbeitenden Klassen be- deutet. ES ist also an sich nichts dagegen einzuwenden, wenn z. B. unsere bayrischen Parteigenossen mit dem Centrum gegen dieLiberalenschlagen, während sie in Belgien mit den Liberalen gegen daS Centrum gehen. Denn in beiden Fällen geben sie von ihren Principien kein 2pota ons,— ivomit die andere Frage allerdings noch nicht entschieden ist, ob ein solches politisches Geschäft auch ein zweck- m ä tz i g e s ist. Der Liberalismus gerade sollte sich hüten, das Thema der Principicnfestigkeit anzurühren. Denn e r freilich hat bei den Bund- nissen, die er geschlossen. Gewissen und Ehre verloren, so datz heut kein Centrumsmann frommer und kein Junker junkerlicher sein kann, als der Liberale Paasche und seinesgleichen. Darin besteht der Unterschied söcialdemokratischer Bündnisse und der Bündnisse anderer Paneien, datz diese mit jedem Kompromiß ein Stück ihres Programms ausgegeben oder eingeschränkt haben.— Das kompromittierte Centrum. Wir geben noch einige Acutzcrungen der centrumsfeindlichen Presse, welche eifrig Kapital aus dem'Wahlbündnis mit der Socialdemokratie in Bayern schlägt. Die„Rat.-Ztg." sagt: „Das Centrum hat damit seine eigenen Principien voll st än big preisgegeben. Das zeigt sich auch in der mehr oder minder deutlichen peinlichen Ueberraschung nord- deutscher Centrumsblätter über den Wahlpakt. Und lvenn ein klerikales Blatt ausruft:„Mit welchen Gründen will man in Zukrinft die katholischen Fabrikarbeiter von der Socialdemokratie abschrecken, da sie hier sehen, datz die Centrumsleitung selbst mit den Socialdemokraten zuscunmen geht und deren Macht vermehrt?" so trifft dies durchaus den Kernpunkt der Frage. Kein Centrums- blatt wird fortan die Bündnisse der Liberalen in Belgien und Wien mehr mit den beliebten Phrasen zurückweisen können— denn das Centrum in Bayern hat ja weit mehr gethan und um wesentlich geringerer Ziele willen I" Noch grimmiger schreibt ein Korrespondent der„Berliner N e u e st. Nach r." aus Bayern: „Kanzel und Beichtstuhl wurden von dem parteiofsiciösen Blatt in München offen als Wahlhebel gefordert; ein sonst sehr stark für Somitagshciligung eintretender unterfränkischer Geistlicher verlangte am 9. d. M. von der Kanzel herab, datz die Bauern aus dem Gottesdienst unverzüglich zur Heu-Ernte gehen möchten, damit sie dann am Montag geschlossen sich bei der Urwahl einfinden könnten. Der Fanatismus scheute selbst vor der Blaspheniie nicht zurück.„Welch eine Wendung durch Gottes Fügung", schrieb aus der Pfalz eine geistliche Feder an unser leitendes Centrumsblatt über das sieghafte socialistisch- ultra- montane Wahlbündnis von Speyer und Zweibrücken. Dabei hat sich, wie im benachbarten Baden, auch in der Plalz die Socialdemokratie stets durch einen renommistischcn Atheismus ausgezeichnet, anscheinend ein Grund mehr für Herrn Pfarrer Wacker und seine pfälzischen Standesgenossen zum Wahlbündnis mit dieser Gesellschaft. Die rote Mütze und die Kapuze I Das geistreiche Wort Karl Gutzkows über die denw- kratischen Synipathien für den rheinischen Ultramontanismus bei den Kölner Wirren vor 62 Jahren gilt noch immer, und datz in Belgien eben jetzt die Socialdemokratie ihre phrygisches Symbol dem bisher verbündeten Klerikalismus gewaltsam über die „Calotte" gestülpt hat, stört diese weitsichtigen Politiker dabei ganz und gar nicht. Sie werden mit dieser ihrer Freundschaft wohl noch ganz besondere Erfahrungen ernten müssen, ehe sie zur Besinnung gelangen." Die Politik vom Sparreuberg. Zu der Errichtung eines Denkmals des Kurfürsten Friedrich Wilhelm auf dem Sparrenberg wird der„Franks. Ztg." geschrieben, datz der grotze Kurfürst seine Kriegstruppe, die auf dein Sparrenberge lagerte, dazu benutzte, um die benachbarte Stadt Herford zu umerjochen. Der Bürger- m e i st e r Korbmacher sowie zwei Räte von Herford, welche den Huldigungscid für den Kurfürsten von Brandenburg nicht leisten wollten, sind auf dem alten Markte am Rathause erschossen worden. Homerisches vom Kaiser. Der„Voss. Ztg." wird aus Athen geschrieben: Bei Besprechung der freundschaftlichen und herzlichen Be- ziehungen, die sich wieder zwischen der griechischen kronprinzlicheii Familie und Kaiser Wilhelm angeknüpft haben, berichtet die Zeitung„Asth", daß bereits bei dem vorjährigen Besuche des Kronprinzen Konstantin in Deutschland der Kaiser diesem sein Bild geschenkt habe, unter das er folgende eigenhändige Unter- schrift gesetzt hatte: Lois koiranos esto, Leis basileus, Wilhelm." Der griechische Vers gehört dem Homer an und heitzt in deutscher Uebersetzung:.Nur einer soll Herrscher sein, einer nur K ö n: g." Den Vers spricht König Agamemnon bei Homer.— Plötzliche Absage. Der Kaiser hat seine bevorstehende Reise in den rheiuisch-wcstkälischen Judustricbezirk plötzlich abgesagt. Er wird weder bei der Eröffnung des Dortmund-Ems-KanalS zugegen noch bei Krupp zu Gaste sein. Was die Programmänderung ver- anlatzt hat, darüber werden allerlei Vermutungen geäutzert, deren Wiedergabe nicht verlohnt. Der Nachlast eiueS Demokraten. Die äußerst reichhaltige und wertvolle Bibliothek des alten tapferen und vornehm gesinnten Demokraten Guido Weiß, eine Schatzkammer für die politische und öciale Bewegung, wird gegenwärtig von einer Frankfurter Antiquariatsfirma zum Kauf ausgeboten. Es befinden sich auch Bücher mit handschristlichen Widmungen hervorragender Männer in der Sammlung. Unter den vielen persönlichen Freunden Guido Weiß' hat es ein peinliches Gefühl erregt, datz diese Sammlung jetzt pietätlos zu Geld gemacht wird. Der Fall ist eben ein Beweis, daß die Demokratie ausstirbt. Auch der Demokrat Weiß hat keine Familie hinterlaffen I— Schueiderseele».„Das bekannte Buch„ Der Krieg" von v. Bloch, das mir geschrieben ist, um allen Schneiderseelen den Krieg noch zu verekeln"— so lesen wir in dem Organ Montecucculis, der „Kreuz-Zeitung". Wir sehen leibhaftig, wie rhr Chefredacteur, Äro- patschek, bis an die Hüsten in dem Blut der Feinde watet und dann, als Iveder sein Sabul noch sein berühmtes Niesen die Gegner zum Wanken bringt, aus dem dicksten Gedränge von seinem Vorgänger, der gleichfalls keine Schneiderseele war und sich selbst den Krieg mit einen Gläubigern nicht verekeln ließ, mannhast herausgehauen wird. Was für eine jämmerliche Politik, datz unsere Regierung bei stder Gelegenheit den Frieden preist und beteuert, wo doch der Krieg der Normalzustand aller Menschen ist, die keine Schneider- 'eelen sind I— Die Neuromautik. Datz unsere modischen Romantiker, die sich gern Moderne nennen, die in der Litteratur ihr originalgenialisches Wesen treiben und das politische Plebejertunr stolz fliehen, einmal katholisch werden würden, war für jeden Kenner_ der verwandten Littera tu rströmung en am Anfang des Jahrhunderts selbstverständlich. Jetzt ist das bekannte schwedische Schriftsteller-Ehepaar Hansson- Marholm, das vom äußersten Radikalismus sich allmählich zum reastionären Dunkelmanns- und-WeibStum entwickelte, in den Schoß der allein-seligmachendcn Kirche zurückgekehrt. Frau Marholm ins- besondere war eine wütende Bekämpferin des Frauen-Freiheitskampfes und gestattete dem Weibe nur die Bethätigung erotischen Gefühls- Überschwangs. Seitens der katholischen Presse wird jetzt zur Unter- fiützung der beiden aufgefordert. Die Tage der Friedrich Schlegel, Brentano und Zacharias Werner sind wiedergekehrt. So erklärt es sich auch, datz von diesem Litteratentmn trotz seiner tapferen revo- lutionären Grimassen so gar nichts für die größte Kulturbeweguiig der Menschheit geleistet worden ist, die zu beobachten und zu fördern unser Stolz und Trost in der vielfach trostlosen Gegenwart ist. Spitzelwirtschaft auf Gegenseitigkeit. Der ehemalige Reichsgerichtsrat Otto Mittel st ädt hat eine Schrift über die „Affaire DreyfuS" veröffentlicht, in der er auch ein an- mutiges Bildchen von der gegenseitigen Bespitzelung entwirft. „ES ist wahr", so schreibt er,„datz unser Militärbevollmächtigter Oberst o. Schwartzkoppen seine diplomatische Pariser Stellung zu sehr umfangreicher Gewinnung militärischer Renseignement« ld. h. Spitzeleien. Red.) offener und versteckter Herkunft fruktifiziert hat. Dafür hat er es sich ahnungslos gefallen lassen, daß sein Schreibttsch, sein Papierkorb, seine sonst benutzten Be- Hältnisse, Kleidungsstücke zc. für Rechnung des französischen Generalstabes jahrelang mit unglaublicher Gründlichkeit aus- geplündert, seine gesamte Korrespondenz mit Panizzardi, mit anderen Pariser Beziehungen, mit Berlin, fortgesetzt, sei es im Original, sei es im Broullion lConcept), sei es in Kopien oder Photographien, sich in den Dossiers des französischen General- stabs ablagerte. Die Zahl der solchergestalt in den militärischen Dossiers secrets angesammelten Aktenstücke Schwartzkoppen- Panizzardischer Provenienz ist gelegentlich von den französischen Generalstabs-Offizieren auf etwa 1590 Piecen beziffert worden. Was also deutscherseits in diesem Getriebe der Spionage und Gegenspionage und Ver- letzung diplomatischen Herkommens gegen Frankreich gesündigt worden ist, ist franzö- sischerseits überreichlich kompensiert worden durch die unter Verletzung der Exterritorialität fortgesetzt verübten Einbrüche in die Bureaus der deutschen Botschaft und ihres Militärattaches. Deshalb und in Erkenntnis der gegenseitigen Verschuldungen mutzten auch die alsbald nach Drehfus' Ver« hastung und den ersten Pariser Zeitungsartikeln im November 1894 von unserem Botschafter Grafen Münster mit dem damaligen Präsideuten Casimir Perier über den vermeintlichen Ursprung des Bordereau angeknüpften. anfangs etwas gereizten Erörterungen ohne Ergebnis wieder abgebrochen werden. Aus der Zeit dieser diplomatischen Spannungen datiert ein unter Nummer 46 des äoZsier wilitairs ssorot registrierter Brief vom 17. Januar 189S, anscheinend vom Berliner Staatssekretär des Auswärtigen(V. Marschall?) an Schwartzkoppen gerichtet, dessen Inhalt für deutsche Leser von Interesse ist, und dessen markanteste Sätze dahin lauten:„Was Dreyfus anlangt, so ist man hier endlich darüber beruhigt und billigt mein Ver- halten. Was eigentlich jüngst den Kaiser wegen dieser Frage plötzlich so in Harnisch gebracht hat, weiß niemand recht, selbst Hohenlohe nicht. Wahrscheinlich ist irgend ein nichts- nutziger Zwischenträger thätig gewesen. Jetzt ist der Kaiser aber wieder guter Dinge; natürlich will er alles selbst in der Hand behalten, und sein neuerlicher Besuch bei Herbette(dc,n Berliner Botschafter Frankreichs) hat viel zu reden gegeben." Ist, wie ich vermute, der ursprüngliche Text deutsch gewesen, so kann die vorstehende Rückübersetzung aus dem Französischen auf wört- liche Treue keinen Anspruch machen. Als dann aber im No- vember 1397 die Dreyfus-Affaire in Frankreich von neuem flagrant wurde, und die Frage der Dreyfusschen Spionage- beziehuugen zu Deutschland und Italien wiederum im Vorder- grund der Dreyfus-Kampagne stand, haben sowohl Graf Münster, wie der italienische Botschafter Graf Tornielli in der officiellsten und bündigsten Form dem französischen Gouvernement die Zu- sicherung gegeben, daß keiner der beiden Staaten, weder umnittel- bar noch mittelbar, etwas mit Dreyfus zu thun gehabt Hai; sie habeu die feierlichsten, von Schivartzkoppen und Panizzardi auf Ehrenwort beurkundeten Versicherungen gleichen apodiktischen Inhalts übergeben und die volle Bereitschaft ausgesprochen, beide Militärbevollmächtigten als Zeugen vernehmen zu lassen." Gerade diese Art und Weise, wie sich die Staaten ohne Scheu gegenseitig bespitzeln, erklärt einen Teil der sittlichen Verwahrlosung, ie in dem Dreyfus-Handel zu Tage getreten ist. Wer seine Hände immer im„dienstlichen Interesse" zwischen so schmutzigen Unter- nehmungen Ivie die der französischen Agenten, zu stecken gezwungen ist, dessen Hände b I'e i b e n schmutzig, auch wenn es der Dienst nicht erfordert. Das Unterscheidungsvermögen zwischen Gut und Bche mutz in dieser Thätigkeit absiumpfen, und man wird sich scblictzlich zu dem Satz bekennen: Alles ist erlaubt, was Erfo g verspricht.— Greuzcn des Militarismus. Ueber den Schietzplatz von Lockstedt führt eine Landstraße, deren Verlegung vom Regieruugs- Präsidenten beschlossen ivurde, weil infolge der Schießübungen die de» Weg Passierenden gefährdet würden. Der Landesdirektor erhob gegen die Verlegung des Weges Einspruch und nachdem der Einspruch zurückgewiesen worden war, Klage im Vcrwaltunasstreitverfahreu. Der Bezirksausschutz erkannte auch aus rechtlichen Gründen zu Un- gunsten des Regierungspräsidenten. Diese Entscheidung focht der Regierungspräsident durch Berufung beim Ober-Verwalwn'gsgcricht an und suchte nachzuweisen, datz die Verlegung des Weges im öffentlichen Interesse erforderlich sei. Der Landesdirektor beantragte die Zurückwei'ung der Berufung und fühne unter anderem aus, die Verlegung des Weges werde im Privat- intcresse eines einzelnen Anliegers gefordert, d. h. des Militär- f i s k u s, lediglich zu dem Zwecke, um eine unbeschränkte Schießerei zu ermöglichen. Es wäre Sache der Polizeibehörde gewesen, dafür zu sorgen, datz der Verkehr durch die Schietz- Übungen nicht gestört werde; einem Schietzklub wäre offenbar das Schietzen schon längst von der Polizeibehörde verboten worden. Tie Polizei habe nicht gegen den vorzugehen, der gestört werde, sonder» gegen den, der den Verkehr störe. Es sei mithin dem MilitärfiskuS das Schießen z« verbieten, wenn dadurch der Verkehr gefährdet werde. Das Oberverwaltungs- gericht bestätigte, wie man der„Volks-Ztg." schreibt, darauf die dem Regierungspräsidenten ungünstige Entscheidung des Bezirksausschusses. Unsere Wälder werden an ihren schönsten Stellen durch War- nungstafeln abgesperrt, die dem Eindringling die Todesstrafe durck die von den Schietzständen abirrenden Kugeln androhen. Es könnte vielleicht auch dem Forstfiskus in einzelnen Fällen geraten werden, den Ansprüchen des MilitärfiskuS gegenüber nicht allzu gefügig zu sein.— Ein Prediger in der Wüste. In dem Braunschweiger Ort Helmstedt hat der Oberamtsrichter S e e b u tz einen Artikel ver- öffentlicht, in dem er die Ursachen eines Unwetters in folgender Weise auseinandersetzt: „Wir halten fest an dem Glauben, datz solche großartigen Naturereignisse nicht auf das Spiel eines Zufalls zurückzuführen sind. Unwillkürlich kommt uns wohl der Gedanke, datz es Gott dem Herrn ein leichtes gewesen wäre, auch noch weit länger, als diesmal geschehen, die starken Regen massen herabströmen zu lassen, und wir weroen erinnert an die starke Sintflut, wo es um der damaligen Sllndengreuel willen 49 Tage und 49 Nächte auf Erden regnete, und allein Noah mit seinen Angehörigen aus dem allgemeinen Verderben gerettet ward. Wird hier zu Lande und im besonderen auch in unserer Stadt Helmstedt allgemein nach GotteS Willen gelebt? Sind hier allgemein zu finden: Gott wohlgefällige Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit? Oder giebt es auch unter uns die schlimmen Werke des Fleisches, die im Worte Gottes klipp und klar— ohne jede Bemäntelung genannt werden: Ehebruch, Hurerei, Feindschaft, Hader, Neid. Zorn, Zank, Zwietracht. Hay. Fressen und Saufen und dergleichen? Man denke nur ein wenig zurück, und man wird finden, datz wir nicht viel Grundhaben, uns unsererBortrefflichkettvor Gottzurühmen. Ist uns wohl schon eiinnal der Gedantc schwer aufs Herz gefallen:„Wie viel mehr konnte wohl an Werken christlicher Barmherzigkeit an den Armen, Elenden und Verkommenen unseres deutschen Volke? sowie an den noch im Todesschatten sitzenden Heiden, Juden und Mohamedanern ge- schehen?" Was Graf Pückler für die Judenfrage ist, bedeutet der brave Oberamtsrichter für die Wetterkunde. Die Helmstedter resp. ihr Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs thäte gut, dieses Urteil über das Sündenbabelchen durch Inserate weltbekannt zu machen. Ein außerordentlicher Zuzug von Vergnügungssüchtigen wäre die Folge. Denn wie fidel muß es sich dorr leben, wenn schon ein Schibtzenfest— das nämlich den Zorn des Himmels und des Oberamtsrichters erregt haben— so nett verläuft.— Auf dem 14. rheinischcn Haudwcrkertag in Steele hat sich wieder die ganze mittelalterliche Rückständigkcit der Zünftler ge- zeigt. Bei dem Punkt„Gefänguisardeit" wünschte der Referent F o b b e(Köln), daß im Gefängnis gesundheitschädliche Arbeit angefertigt werden möchte; und der Abgeordnete E u I e r sprach sich für eine Verstaatlichiing der gesundheitschädlichen Fabriken aus, damit die Gefangenen darin bei der Herstellung von Bleiweiß, Spiegelglas, Zündhölzern und dergleichen verwandt werden könnten.— Das wäre also die Einführung der laugsamen Todes- strafe!— �ude einer Zwnngsiunnug. Am Montag wurde in Köln die Zwangsinuung für das Schuhmacherhandwerk nach dreimonatigem Bestehen wieder aufgelöst. Von 650 Mit- gliedern erhob sich nicht ein einziges für das Fortbestehen. Die Zwangsinnung war dadurch zu stände gekommen, daß die Jnnungs- schwänner die Gegner übertölpelten. Als aber der Vorstand ge- wählt wurde, fielen die Leute des bekannten Jnnungsapostels Figge durch und es kam ein innungsfeindlicher Vorstand ans Ruder. In einer Generalversammlung vor zwei Wochen hat die Zwangsinnung den lustigen Beschluß gefaßt, die von der früheren freien Innung übernommene Fahne einem historischen Museum zu überweisen. Aus Meiuingen.(Eig. Ber.) Leider ist es traurige Gewiß- heit, daß unser ehemals liberal regiertes Ländchen mehr und mehr der Hort schwärzester Reaktion wird. Dem die Arbeiter entrechtenden Gemeindegesetze folgte die Zustimmung unseres Bundesratsmitgliedes zur Zuchthausvorlage, obwohl im ganzen Ländchen, nach der eigenen Aussage des Rcgierungsvertreters ini Landtage, nichts geschehen ist, was ein derartiges Gesetz rechtfertigt. Richtete sich die Zucht- hausgeietzes-Borlage jedoch nur gegen Erwachsene, so hat, wenn man das so nennen will, Meiningen jetzt auch sein Zuchthaus- g ese tz für Kind erl Freilich führt das Gesetz einen harnilcheren Titel, indem es lediglich die Zivaugserziehung der Kinder neu„regelt". Und siehe da, was unsere Gesetz- macher in diesem Genre geleistet haben, es dürfte für alle Zeiten unerreicht dastehen und dem Meininger Lande der unbestrittene Ruhm gebühren, die unseres Wissens„besten" Zwaugserziehuugs- bestlmmnngen zu besitzen. Bei den Verhandlungen über die ent- sprechende Vorlage im Landtage wurde nämlich der Satz, daß Kinder vom E. Lebensjahre ab„für ihre Handlungen niiofern verantwortlich gemacht" und deswegen in Zwangs- erziehung gebracht werden können, noch dahin„verbessert", daß diese Bestimmung auch auf Kinder unter 6 Jahre» angewandt werden kann. Der Herr Regierungsvertteter gab zivar die Erklärung ab, daß man in dieser Hinsicht nicht zu schwarz sehen und den Vormund- schasts-Rlchtern vertrauen möge, die nicht ohne den dringendsten Anlaß dre Zwangserziehung für so kleine Kinder verfügen würden; wenn man aber bedenkt, daß gerade 3 Vormundschaftsrichter es waren, dt« in der Komnnsston deS Landtages diese herrliche Be- sttmmung bez. der Kinder unter sechs Jahren ersannen und durchietzten, so dürfen wir uns ohne weiteres schon auf Ver- schiedenes in der Praxis gefaßt machen. Wird das nun srettich auch nicht so schlimm werden, daß ein Säugling wegen fort- geletzten böswilligen Ruinierens feines Lutschers in Zwangserziehung gegeben werden muß, so läßt doch der bekannte Entscheid eines preußischen Amtsgerichts, nach welchem socialdemokratische Eltern als„ungeeignete" Erzieher bezeichnet wurden, nicht gerade heitere Perspekttven zu; denn um ein Kind in Zwangserziehung zu bringen, ist ja durchaus nicht nötig, daß es selbst verdorben, sondern es genügt schon, wenn seine Erziehung„sittlich gefährdet ist". Und bei welchem Socialdemokraten träfe dies— nach Ansicht gewisser Leute — nicht zu?— Aus Hessen, 18. Juli.(Eig. Ber.) Das Steuerreformwerk wurde heute glücklich unter Dach und Fach gebracht. Nachdem die erste Kammer sich dazu aufgerafft hatte, der Erhöhung der Pro- gression in der Einkon, mensteuer bis zu B Proz. ihre Sanktion zu erteilen, war der hauptsächlichste Stein des Anstoßes beseitigt. Die übrigen Dissense zwischen beiden Kammern wurden durch Nachgebe,, von hüben und drüben aus der Welt geschafft. Der beider- fettige Wunsch, die ganze Reform nicht zu guterletzt noch an Einzelfragen scheitern zu lassen, wirkte offensichtlich auf die Gemüter. Der Umstand, daß ein, wenn auch bescheidener Steuer- erlaß für die zwei untersten Steuerklassen seitens der Regierung und der ersten Kammer konzediert wurde, ermöglichte es auch der social- demokratischen Fraktion, einige frühere Positionen fallen zu lassen— „vorläufig", wie Abg. Ulrich ausdrücklich betoute. Wir werden das jetzt nicht Erreichte, insbesondere die Progression in der Vermögenssteuer, der die zweite Kammer zugestimmt hatte, sofort un nächsten Landtag als Antrag wieder aufnehmen.— Wir haben asto jetzt eine Steuerreform nach preußischem Muster. Un- getrübte Freude wird sie im Lande sicherlich nicht hervorrufen. Das Bestreben, die Reichen möglichst zu schonen, um ein gut Teil der erlassenen direkten Steuer auf indirektem Wege, insbesondere durch Erhöhung der Stempelabgaben wieder einzubringen, hat die guten Seiten der Reform stark beeinträchtigt. Bei den Landtagsw'ahlen un Herbst wird die Bevölkerung Gelegenheit haben, ihre Meinung über das»große Werk" abzugeben. DeirB chlutz des Landtages erfolgt am Mittwoch. Fall Schiller vor der hessischen Kammer. Aus Darmstadt wird gemeldet: In der Dienstagabend- Sitzung der zweiten Kammer beantwortete Staatsminister Rothe d,e I n t e rp e l l a ti o n des Abgeordneten D a v i d(Socd.) über die Pensionierung des Geheimen Oberschulrats Professors Dr. Schiller dahin, daß bei der Kürze der Zeit die Regierung der Frage nicht die Sorgfalt habe widmen können, die sie in Anbetracht der Wichtig- keit verdiene. Nach Attikel 13 des Edikts von 1820 über die öffent- lichen Dienstverhältnisse der Civil- und Staatsbeamten habe die Regierung daS Recht, jeden Staatsbeamten vermöge Verfügung d« obersten Staatsverwaltung zu jeder Zeit in den Ruhestand zu versetzen. In diesem Falle� habe der Großherzog von dem Rechte Gebrauch gemacht, weil die Art, in der Geheimer Ober- Schulrat Dr. Schiller sich der Presse zu seinen Veröffentlichungen bedient habe, mit der Ord- nung im Staatsdienste nicht verträglich sei. Ob em Disciplinarverfahren eingeleitet werde, sei noch nicht entschieden. Die Wiederanstellung halte die Regierung für ausgeschlossen. Ueber Maßregeln, die zur Beseitigung etwaiger Schäden in, Schulwesen zu ergreifen seien, sei sich die Regierung noch nicht schlüssig geworden. Abg. Dr. David hält die Anwendung jenes längst veralteten Edikts für unangebracht. Man hätte gegen einen Mann wie Schiller nicht so kurzer Hand verfahren dürfen. Es wäre nötig gewesen, ein Disciplinarverfahren gegen ihn einzuleiten und dessen Resultate ab- zuwarten. In anderen Fällen habe die Regierung eine solche Energie nicht gezeigt. Er erinnere mir an die Fälle Soldan, Dett- Weiler, Küchler. Soldan sei nicht wie Schiller ohne ein Wort der Anerkennung entlassen worden. Er bestteite, daß Schiller sich durch seine Veröffentlichungen in der„Frankfurter Zcihing" einer Verletzung des Dienstgeheimnisses schuldig gemacht habe. Schiller konnte allerdings nicht erwarten, daß sein Schritt eine solche Wirkung haben würde. Schuld und Sühne ständen nicht in entsprechendem Verhältnis. Die Regierung habe ja auch ihre Schritte, die er als übereilt bezeichnen müsse, teilweise rückgängig gemacht. Der akademischen Lehrthätigkeit Schillers lege sie kein Hindernis mehr in den Weg. Auch die anderen Schritte könne die Reqieruiio zurücknehinen. Artikel 15 des EdittS von 1820 gebe ihr da? Recht, einen abgesetzten Beamten wieder in einem anderen l Amt zu beschäftigen. Er erachte den Verlust der eminenten Arbeitskraft und Autorität Schillers auf dem Gebiete der Pädagogik als einen schweren Schaden für das Land. Redner legt die Bedeutung Schillers des näheren dar und geht auf seine Veröffentlichungen in der„Frank- furter Zeitung" eiir. Schiller habe den wirksamsten Weg ein- geschlagen, um die von ihm erkannten Schäden zu heben. Er habe das System Knorr-Soldan angegriffen, aber nicht die neue Regierung und die neuen Männer. Er habe nur die Wege gewiesen, die zur Heilung führen könnten: das sei ein Verdien st und kein Vergehen. Staatslniilifter Rothe und Ministerpräsident Braun suchten die Angriffe Dr. Davids zu entlräfteu. Es kam zu längerer Debatte über die Unterredung zwischen Prof. Schiller und dem Staats- minister. Nationalliberale und C e n t r u m stellten sich auf Seite des Ministeriums._ Stuttgart, 19. Juli. Die Kammer nahm mit großer Mehrheit die Anträge der Finauzkommisston zur Reform des Personeutarifs an. Ministerpräsident Dr. Freiherr von Mittuacht erklärte, daß der süddeutschen Vereinigung alsbald eine Vereinigung sämtlicher deut- scher Verwaltungen nachfolgen werde.— Samoa. Dem„Reuterschen Bureau" wird aus Apia vom 11. d.M. ge- meldet: Am 4. d. M. hat bei Safata im Distrikt des Häuptlings Suatele ein Gefecht stattgefunden, bei welchem ein Malietoa- Häuptling tätlich verwundet, zwei Mataafa- Häuptlinge— einschließlich deS Sohnes von Suatele— getötet und drei ver- wundet wurden. Die Kriegsschiffe„Tauranga" und„Cormoran" ver- hafteten drei Häuptlinge und brachten sie nach Apia, wo sie vor das Obergericht gestellt werden sollen. Die Kommission, welche auf Savaii und Upola Versammlungen abhält, wird morgen nach Apia zurück- kehren und von hier nach Washington abreisen.— Der Oberrichter Chambers reist am 14. Juli niit gewöhnlichem Urlaub von hier ab und wird nicht wieder zuriickkehren; er hat zwar nicht seine Eilt- lassung gegeben, hat aber die Frage seines Rücktritts dem Präsidenten Mac Kinley zur Entscheidung überlassen. Zur Zeit ist alles ruhig. Die Kommissare haben auf den 14. d. M. die Vertreter beider Parteien zusammenberufen, um über die Regierungsform zu beraten. Mataafa, der in die Abschaffung des Königtums einwilligt, wird an dieser Versammlung teilnehmen. Das Jnvalidenversichermtgs-Gesetz und die Centrumspreffe. Der Centrumspresse, voran der„Kölnischen Volks- zeitung", ist die Erkenntnis unbehaglich, daß die katholische Arbeiterschaft in immer weitereu Kreisen klarer zu der Ucberzeugung gelangt, daß die Arbeiterschaft es in erster Lmie der Haltung des Centtums zu danken hat, daß die Jnvalidenversicherungs-Novelle so herzlich wenig zu Gunsten der Arbeiterschaft bietet. Dies Un- behagen bringt sie m einer gewissen nlethodischen Gleichmäßigkeit zum Ausdruck. Sie tischt immer ivieder von neuem die Mär auf:„Beim neuen Jnvalideuversicherungs-Geietz hat die Socialdemokratie bekanntlich"—„bekanntlich" ist das Wörtlein, das häufig in Ccntrumsblättern bei Anführung von Unrichtigkeiten sich findet—„zum erstenmal einem von der Regierung eingebrachten socialen Gesetzentwurf von größerer Bedeutung zugestimmt." Im übrigen hätten die socialdemokratischen Forderungen aber„Unerreich- bares" verlangt. Diesem Getriebe gegenüber sei die„Köln. Volksztg." wiederholt an einige Thatsachcn erinnert. Die Versicherungsnovelle ist nichts weniger als ein„socialer Gesetzentwurf von größerer Bedeutung", sie stellt ein unzulängliches Flickiverk dar, das seine dürftige Gestalt nicht zum letzten der ablehnenden Haltung des Centrums fast allen Anträgen gegenüber zu danken hat, welche von den Socialdemo- kraten gestellt wurden, um eine wirkliche Fürsorge für die im Dienste der Arbeit invalide Gewordenen herbeizuführen. Die Socialdemo- traten stimmten schließlich im Reichstag für die Novelle, wiewohl sie nur Flickwerk ist, weil sie immerhin einen Fort- schritt gegenüber dem bestehenden Zustand darstellt. So hat sie stets gehandelt. Sie hat deshalb zum Beispiel für das Lohnbeschlagnahniegesetz, für die den 8 157 des Invaliden- versicherungs-Gesetzes betreffende Novelle im Jahre 1881, ferner 1895 und 1899 für die Kriegsinvaliden-Pensionierinig, ferner für beide Wuchergesetze gestimmt, wicivohl ihre weitergehenden An- träge abgelehnt waren. Sie hat deshalb für diese Gesetzgebung gestimmt, weil diese inimerhin eine Besserung dem bestehenden Zu- stand gegenüber bedeutete. Bei welcher Gelegenheit, verehrte Kollegin vom Rheine haben die Socialdemokraten gegen ein„sociales Gesetzgebungswerk von größerer Bedeutung" gestimmt? Wann ist je seitens der Regierung ein solches vorgelegt? Es ist zwar eine alte, aber nichtsdestoweniger unaufrichtige Takttk der bürgerlicher Parteien, zu behaupten, die Socialdemelraten stimmten grundsätzlich gegen jedes Gesetz. Weshalb tischt die Centtums- presse in Anlehnung an das Jnvalidenversicherungs- Gesetz diese durch ihre Wiederholung nicht richttger werdende Behauptting immer wieder auf? Weil die Ccntrnmspartei selbst bei dem Invaliden- versicherungs- Gesetz fortdauenid vor den Wünschen der Unternehmertlasse umgefallen ist. So gab sie das sonst von ihr verfochtene allgemeine Wahlrecht für die Organe der Ver- sicherung preis, stimmte gegen die Antrage, nach denen unmittelbar au die Kranken- die Jnvaliditäts-Fürsorge angeschlossen werden sollte, stimmte in dritter Lesung gegen die Möglichkeit, zu Gunsten des Lebens und der Gesundheit von Arbeitern Schutz- Vorschriften zu erlassen, stimmte gegen die Erhöhung der Renten, wie sie socialdemökratischcrseitS beantragt war, stimmte für Verschlechterung der Lage invalider Bergarbeiter, stimmte gegen die gesetzliche Festlegung, daß, wer wirklch erwerbs- unfähig i st, auch im Sinne des � Jnvalidengesetzes als erwerbsunfähig erachtet werden müffe usw. Das Centrum vermochte im Reichstag keine berechtigten Gründe für diese nicht volksfreundliche Haltung anzuführen. Nunmehr kommt der Ceutrumspartei die„Kölnische Volkszeittmz" zu Hülfe. Sie läßt sich aus Berlin schreiben, warum es bei- spielsweise unmöglich gewesen wäre, für die„gewiß recht menschen- freundliche Bestimmung" einzutreten, daß ber Erwerbsunfähigkeit ein Anspruch auf Invalidenrente eintreten solle, wenn die Erwerbs- fähigkeit infolge von Alter, Krankheit oder anderen Gebrechen auf die Hälfte herabgesetzt ist(das Gesetz begnügt sich mit einem Drittel). Und was ist der Grund, den der Mitarbeiter der„Kölnischen Volks-Zeittuig" anführt? Der Grund besteht danach darin, daß dann die— Zahl der Jnvalidenrenttier eine größere geworden wäre. Ei, freilich: der Zweck des „recht menschenfreundlichen" Vorschlages ging ja dahin, alle In- validen auch als invalide anerkennen zu lassen. Aber die Lasten wären dann gewachsen und dadurch vielleicht die Beiträge erhöht, meint die„Köln. Volks-Ztg." Weshalb stimmte das Centrum nicht -ür den socialdemokrattschcn Autrag, der die Beseitigung der Bei-� träge und ihren Ersatz durch eine auf hohe Einkommen gelegte Reichssteuer begehrte? Freilich, dann wären Arbeiter von Lasten befreit und statt ihrer Wohlhabende an di» Pflichten, die der Besitz auferlegt, erinnert worden. Ausland. Oestreich«Ungarn. Wie», 19. Juli. Der Arbeiterführer Dr. Ellenbogen wurde wegen Beleidigung von Wachorganen aus Anlaß der jüngsten De- monstrationen zu vier Wochen Arrest verurteilt.— Frankreich. Paris, 19. Juli. Die Vertheibiger DrehfuS' richteten an den Kolonialminister einen Brief, m welchem sie die Einverleibung aller zurückgehaltenen Briefe DrehfuS' in die Akten des Kriegs- geeichtes in RenneS verlangen.— Dem»Figaro" zufolge geht daS Gerücht, alle geheimen Aktenstiilke würden ausnahmslos dem Kriegsgericht mitgeteilt und in den Verhandlungen verlesen werden. Die Aktenstücke würden in drei Teile eingeteilt werden. Erstens in solche, welche sich direkt auf Dreyftis beziehen, zweitens in solche, welche mit den ersten in Beziehung stehen, und drittens in falsche oder verdächttge Stücke. Die beiden ersten Gruppen wurden in der Untersuchung des Kasiattonshofes veröffentlicht, die dritte Gruppe hatte der Kassationshof für unwürdig gehalten, entgegeiigeno, innen und in Erörterung gezogen zu werden. Sie sind Fabrikate von Agenten niedrigster Art, welche an den Geueralstab verkauft worden waren, wo sie nach dem Weggange Picquarts vom November 1399 bis zum Oktober 1897 zusammciigestellt worden sind. „L'Jndöpendence Beige" behauptet, die französische Regierung beabsichtige, nach einigen Tagen der Verhandlung gegen Dreyftis die Anklage zurückzuziehen.— England. London, 17. Juli.(Mg. Ber.) Das Parlament hat sich die letzte Woche fast lediglich mit der Bill zur Steuerent- l a st u n g der— kirchlichen— Zchntenempfänger beschäftigt. Durch rücksichtslose Anwendung des Debattenschlusses hat die Re- gierung dieses, selbst vielen Mitgliedern der eigenen Partei verhaßte Attentat auf die Taschen der Steuerzahler in rasender Mle im Haus der Gemeinen durchgepeitscht— mn Donnerstag sogar mit Zuhilfe- nähme einer Nachtsitzung, die sich bis 4 Uhr morgens hinzog. Die Opposition, insbesondere die Vertretung von Wales, stellte An- träge über Anträge, um die vorgeschlagene Entlastung wenigstens auf bestimmte Kategorien von Geistlichen zu be- schränken, aber sie wurden entweder vom Vorsitzenden(der im englischen Parlament sehr weitgehende Vollmachten hat) als formell unzulässig erklärt oder von der Regierungs- Mehrheit schlankweg verworfen. Verschiedene Tories, denen eS wider ihr Gewissen ging, diesem Raubzug zuzustimmen, haben sich auf Reisen begeben, so daß die Mehrheit eine geringere war wie gewöhnlich. Aber sie reichte aus, und im Haus der LordS ist der Bill eine erdrückende Mehrheit gesichert. Wie ihrem agrarischen Gefolge, ist die Regierung auch ihren Freunden in den Reihen der Geistlichkeit die vor den Wahlen versprochene„Liebesgabe" nicht schuldig geblieben. In dieser Hinsicht kann sie sich rühmen, „Regierung der eingelösten Versprechen" zu sein. Ob die Liebesgaben sonst ihren Zweck erfüllen, ist eine andere Frage. Deii kapitalistischen Läudwirten hat die zugeschanzte Steuer- entl'astung nicht entfernt soviel eingebracht, als ihnen nach ihrer Be- hauptung der industrielle Aufschwung durch Entziehung der Arbeits- kräfte schadet. Und selbst wenn das übertrieben ist, muß noch ab- geivortet werden, ob nicht die Hanptwirknng der Steuerentlastung die war, notwendige Aendenmgen in der Bobenbewirtung zivecklos zu verzögern. Die Liebesgabe an die„freien" Schulen, mit denen die Regierung vor drei Jahren ihre klerikalen Freunde belohnte~ die Masse der freien Schulen Englands sind kirchliche Schulen— um sie gegenüber dem Vordringen der öffentlichen(Board-) Schulen zu beschützen, verhindert nicht, daß dieses Vordringen sich trotzdem vollzieht. So sind, nach dem soeben erschienenen Bericht des Erziehungsdepartements im letzten Halbjahr wieder neun Distrikte zum System der Board- Schulen übergegangen. Und eine Masse freier Schulen klagen, daß, seit sie die erhöhten Staatszuschüsse bekommen, die fteiwilligen Bei- trüge, die jene nur ergänzen sollen, in entsprechendem Maße zurück- bleiben. Kurz, der Segen ist sehr zweifelhaften Charakters. Auf dem Gebiete der Finanzpolitik hat die gegenwärtige Regierung keine Lorbeeren gesammelt.— Einen interessanten Entscheid haben vor einigen Tagen drei als Berufungsinstanz figurierende Oberrichter in einer Haftpflicht- frage gefüllt. Dem Werkführer einer Weberei war von einem Weberschiff der Daumen weggerissen worden, da aber die Firma den Mann zu seinem bisherigen Lohn weiter beschäftigte und das englische Unfallgcsetz Entschädigung nur dann zuspricht. wenn der Verletzte mehr als zwei Wochen außer stände gesetzt wird, seinen bisherigen Lohn zu erwerben, hatte der erste Richter erkannt, daß Anspruch auf Entschädigung nicht vorliege. Die Oberrichter fanden jedoch, daß der Verlust des Daumens eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sei und wiesen den ersten Richter an, den Unternehmer zu verurteilen, dem Verletzten, solange dieser keine faktische Mnbuße an seinem Ein- kommen erleide, wöchentlich— ei neu Pen ny Entschädigung zu zahlen, um dessen Rechtsanspruch in Kraft zu erhalten.— Schweden. Die Sauktio» deS Zuchthansgesetzes. Der„liberale" König Oskar von Schweden hat das Zuchthausgesetz sanktioniert. Das Gesetz bedroht mit Zuchthaus jeden, der in gesetzwidriger Weise durch Gewalt oder Drohungen jemand zwingt, etivas zu thun, zu dulden oder zu unterlassen, und dieselben Strafen gelten für den- jeuigen, der den Versuch macht, jemand zur Teilnahme an einer Arbeitseinstellung zu bewegen oder an der Wiederaufnahme der Arbeit zu verhindern. Der Vorschlag zu diesem Gesetz war im Reichstag von dem ländlichen Abgeordneten P ehrsonn, dem Ver- treter eines Wahlkreises eingebracht worden, wo Arbeitseinstellungen vorgekommen waren, und die Erste Kammer, die ebenso wie die entsprechenden Körperschaften in anderen Ländern gleich dabei ist, lvenit es gilt. Arbeiterrechte zu beschränken, nahm das Gesetz kurzer- Hand an. Aber selbst in der Zweiten Kammer ging es mit be« deutender Mehrheit durch, obwohl sich die im Reichstag sitzenden Juristen, und zwar konservative, mit aller Entschiedenheit gegen das Gesetz aussprachen, indem sie betonten, daß es gegen die Grund- gesetze der schwedischen Gesetzgebung streite, den Versuch zu einem Verbrechen mit derselben Strafe wie das vollendete Verbrechen zu belegen. Dies geschah letzten Winter. Da nun die schwedische Gesetzgebung die Vorschrift enthält, daß, um übereilte Beschlüsse des Reichstages unschädlich zu machen, alle Gesetze noch dem Höchsten Gerichtshof zur Prüfung vorgelegt werden, bevor die Bestätigung erfolgt, hoffte man. daß Schweden von diesem Gesetz, das ,n den weitesten Kreisen schärffte Verurteilung fand, befreit bleiben würde. In der That sprach sich diefer Gerichtshof, aus mehr als einen Dutzend Mitgliedern, die Justizräte genanut werden, bestehend, einhellig gegen die Bestätigung aus. Damit hatte der Beschlutz des Reichstages die allerschärffte Verurteilung gefunden, und das Gesetz schien be- seitiqt. Daß nun König OSkar dem Gutachten deS Höchsten Gerichtshofes zum Trotz ein solches Gesetz bestätigt, macht außer- ordentliches Aufsehen und erregt selbst bei den Schmeichlern dieses Fürsten, die seinen Gerechtigkeitssinn loben, große Bedenken. Mne äußerst erbitterte' Bewegung der Arbeiterklasse wird die Antwort auf das schändliche Gesetz sein. Asieir. Englische Bahnpläne i» Süd-China. Eine aus vier Ingenieuren bestehende Kommission, welche die Regierung zur Erforschung der Möglichkeiten einer Eisenbahnverbindung durch Vünnan zum Nangtse- Fluß ausschickte. hat einen günstigen Bericht erstattet. Es soll keine Schwierigkeiten machen, vom End- Punkt der von Wandale(Britisch Birma)»ach Jünna» führenden Eisenbahn eine Eisenbahn nach Lu am Aangtsekiang zu führen. Die Linie, die eine Länge von 1000 englischen Meilen haben würde, durchzöge nicht nur die fruchtbarsten Provinzen des südlichen China, sie wäre auch für England strategisch von größtem Wert und stellte die Verbindung Britisch Indiens mit den englischen andelsplätzen im schiffbaren Gebiet des genannten Flusses her. ein Wunder, daß leitende englische Blätter die sofortige Auf bringung von Gelbem für die Herstellung der Eisenbahn befürworten und' diese samt Nebenlinien schon im Geist hergestellt sehen. Aber bis das Geld zusannnen und die Eisenbahn gebaut ist, wird dock noch manches Waffer den besagten Fluß hinablaufen. Berichttguttg. Durch ein Versehen ist im gestrigen Leitartikel eine Zeile ausgefallen. Auf der ersten Spalte, Zeile 29 von unten muß nach den Worten:„Und des socialen sogar noch in höherem" folgen:„Maße als de» politischen, denn es liegt m der". Der Gatz hat also zu lauten: Und des socialen sogar noch in höherem Maße als des politischen, denn es liegt in der Natur der Dinge, daß der ökonomische Druck, gerade weil er den politischen Druck einschließt und einbegreift, an sich stärker ist als der politische, der nicht notwendig auch ein ökonomischer ist. Varlamenkavil-ches. Die Justizkommission des Berliner Herrenhauses für die Neuregelung der preußischen Rechtspflege hat, nachdem heute die zwei Lesungen vorgenommen und zu Ende geführt worden sind, ihre Arbeiten erledigt. Dabei sind in Bezug aw ein Gesetz, das betreffend die freiwillige Gerichtsbarkeit, die in erster Lesung gefaßten abweichende Beschlüsse gegenüber de» Entschließungen des Abgeordnetenhauses wieder fallen gelassen worden. Danach stellt sich das Gesamtergebnis derBeratungcnderKommission wie folgt: Unverändert mit den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses sind von der Kommission vier Gesetze angenommen ivorden: 1. Das eben genannte betreffend die freiwillige Gerichts- barkeit, 2. das betreffend die Civilprozeß-Ordnung, 8. das über die Zwangsversteigerung und Zwangs- Verwaltung und 4. die G r u n d b u ch ö r d n u n g. Ab- and e r u n g e n haben dagegen erfahren die übrigen drei Gesetzentwürfe: 1. das Ausführungsgesetz zum Bürger- Ischen Gesetzbuch, und zwar in zahlreichen, jedoch licht, hervorragend beteiligten Punkten. In einen» besonders wichtigen Punkte wegen der mündelsicheren Papiere ist die Kmomissioi» des Herrenhauses dem Beschluß des Abgeordneten- Hauses beigetreten. Die abweichenden Beschlüsse betreffen die Güterrechte, die Bestimmungen über die Stiftungen usw., zweitens ist das Handelsgesetzbuch in einem' wichtigen Punkte, welcher die Auflösung der Aktiengesellschaften betrifft, durch -ffiiederherstellmig der Regierungsvorlage abgeändert worden, drittens wurden in dem Gesetzentivurf über die Gebühren der Rechts- 11 der Gerichtsvollzieher in Artikel 3 die Gebührensätze der Regierungsvorlage ebenfalls wiederhergestellt.— Davkei-Llachvickzkett. Die Elberfelder Parteigcnoffen beschlossen am Montag in cer Sitzung des Volksvereins nach einem eingehenden Referat des Gei, ogen U l I e n b a u m, sich an den diesjährigen, im Herbst statt- Nndenden Stadtverordnseten-Wahlen zu beteiligen. Wahrend die Partei bereits in den Jahren 1893 und 1885 an den Stadtverordneten-Wahlen aktiv teilgenommen hatte, wurde im Jahre. 1887 infolge der früher erzielten ungünstigen Resultate eine Beteiligung abgelehnt. Doch war gerade dieser Wahlkampf heftiger al* je. Wahrend in den Jahren 1881, 1883 und 1885»ur ÜV*. 18 n! i r" �r0ä- derjWähler abgestimmt hatten, stieg in diesem Jahr die Beteiligung auf annähernd 40 Proz. und die in dem Kartell vereinigren s.6«,' 1 n-n' ß e n �lltra montanen, Nationalliberalen ii., n 1 e r v a t i v e n, die seit 1881 gewöhnt waren, nach Ueber- elnkunft die Sitze unter sich zu verteilen, erlangten gegenüber den die Nartellwirtichast in» Rathause bekämpfenden Bürgervereinen mit lnapper Not die Mehrheit. Mittlerweile ist die Mißstimmung über die Selbstherrlichkeit und Mißwirtschaft des Kartells nur noch ge- wachien, so daß die Partei, um ihre in der letzten Reichstags- Wahl gekräftigte einflußreiche Stellung auch hier zu be- haupten. nicht wieder, wie 1897, Gewehr bei ffuß dem Wahlkampf unthätig zusehen kann, um so mehr, als es den B a r m e r Genossen in der letzten Wahl sogar gelang, zwei ihrer Kandidaten in die Stichwahl zu bringen, was anfeuernd aus die Elberfelder einwirkte. Dabei ist nicht außer acht zu lassen, daß fett den letzten Jahren durch die größere Heranziehung den direkten Steuern eine bedeutende Verschiebung der Wählerschaft der dritte» Klasse zu Gunsten der socialdemokrati- Ichen Partei stattgefunden hat, so daß bei einigermaßen reger Agitation es unserer Partei gelingen muß, einen nichr unwesentlichen Einfluß auf den Ausfall der Wahl ausüben z» tönnen. Ueber die Kandidatenfrage und das Wahlprogramm wirb in den nächsten Sitzungen des Volksvereins Beschluß gefaßt werden. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. — Zur Berbiißung ewer fechswöchentlichcn Haft hat der Genosse Huth in Brandenburg das Gefängniß bezogen. Huth sollte ,n der„Brandenburger Zeitung" den Gerichtsasseisor Hirsch- feld beleidigt haben. ~ Genosse Dr. Qunrck hat am 18. d. M. seine viermonatliche Gefängnisstrafe, die er in dem berühmt gewordenen Majeftäts- beleidigungs- Prozeß von der Frankfurter Straf- lammer dimert bekommen hat, im Gefängnis zu Preunges- heim angetreten. Wenn jemals ein Mensch im Bewußtsein der Unschuld ins Gesäugnis geht, so ist es unser Genosse. Das beweist am besten die herbe Kritik, welche die Blätter aller politischen Richtungen sowohl an dem Landgerichts- urteil wie auch an der Reichsgerichts-Eutscheidung geübt haben. Selbst nationalliberale Regierungsorgaue halten dieses Urteil für einen Rechtsirrtum. Aber all die fcharfe Kritik, die an dem Urteil geübt worden ist, ändert nichts mehr an dem Schicksal unseres Kollegen. Wie so viele Männer der Feder vor ihm, so muß auch er das Opfer bringen, denn„Brummen" gehört nun einmal zuni Handwerk eines socialdemokratischen Redacteurs. Es ist daS erste Mal, daß Genosse Quarck in das Gefängnisleben eingeweiht wird, mögen ihm die.Annehmlichkeiten" einer solchen Staatspension nicht zu hart ankommen. GemevkMstftli-ches. Berlin und Umgegend. Achtung! Bergolder Teutschlands? Die Kollegen werden ersucht, Zuzug � nach S t. Gallen(Schweiz) wegen dort aus- gebrochener Differenzen bis auf weiteres fenizuhalten. Der B e- vollmächtigte der Filiale Berlin. Der Streik bei der Finna Lange u. Wagner, Holz- bearbeitungs-Fabrik, Engel-Ufer 1b, ist durch schriftliche Anerkennung der Forderungen der Arbeiter beendigt. Die Organisation der Ar- beiter ist ausdrücklich anerkannt, die alten Arbeiter treten in ihre Stellen wieder ein. Matzregelungen dürfen nicht vorgenommen werden. Achtung Töpfer! Der Ausstand in Brandenburg a. H. dauert unverändert fort, und da die Brandenburger Töpfermeister inimer noch auf Berlin rechnen und sich die größte Mühe geben, um von dort Arbeitswillige zu'bekonmien, ersuchen wir dringend die Berliner Kollegen, sich nicht durch falsche Vorspiegelungen nach Brandenburg a. H. schicken zu lassen. Die hiesigen Kollegen stehen fest und lassen sich nicht als Streikbrecher gebrauchen. Haltet den Zuzug nach Brandenburg a. H. fem und der Sieg wird der unsere. Die Lohnkommission der Töpfer Brandenburgs. Deutsche» Reich. Zum Ausstund der Steinmetzen in Schlesien ist zu be- richten, daß die Arbeit auf zwei kleineren Plätzen fortgesetzt wird, da die Forderungen von den Unternehmern bewilligt wurden. Es handelt sich um die Brüche der Firmen Metzring-Warthau und Anders- Bunzlau. Die Abwanderung nimmt unter den Arbeitem der anderen Brüche immer mehr zu. Die Haltung der Streikenden ist eine ein- mütige und siegessichere. Ueberall hielt man sich darüber auf, daß der freisinnige Bunzlauer Magistrat den vielfachen Wünschen um Errichtung eines Gewerbegerichtes kein willige« Ohr schenkte, ein solches Institut für Bunzlau vielmehr als ein Unding be- zeichnete. Das Gewerbegericht hätte in diesem umfangreichen Streik, durch den 500 Fa>nilien berührt werden, als Eimgungs- kanimer fungieren können. Das Gewerkschastskartell hat denn auch sein Gesuch bei den Behörden wieder in freundliche Erinnerung gebracht. Verantivomicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Ins Gegen die Streikposten. Wir hatten vor einigen Wochen über die Massendenunziationen der Burger Tischlermeister berichtet. Diese hatten eine ganze Anzahl Tischlergesellen, die im Streik stehen und sich irgendwo in den Straßen sehen ließen, wegen„Be- lästigling" der Arbeitswilligen denunziert s sie bekamen es auf diese Weise fertig, daß etwa 3 Dutzend Strafbefchle versandt wurden. Gegen alle diese ist gerichtliche Entscheidung beantragt worden. Ueber ein groß Teil der Uebelthäter hat das Gericht bereits be- funden, die Höhe der gesamten Strafbefchle ist vom Gericht bereits um 500 M. herabgesetzt worden. Am Dienstag wurde wieder gegen ö Streikposten verhandelt; 5 von ihnen mußten freigesprochen, die Kosten der Staatskasse auferlegt werden. Die Meister haben niit ihrein Feldzug, der die Leerung der Streikkasse herbeiführen sollte, wenig Glück.— Der Ausstand ist noch immer nicht beendet. Der Maurerausstand in H a I l e a. S. dauert fort. Die vor dem Einiguiigsamt stattgehabten'Verhandlungen haben zu keinem Resultat geführt. Ter Stand der Lohnbewegungen im Wtipperthal. Da die Bauuilternehmer es ablehnten, auf der Grundlage der von den Arbeitern gestellten Forderungen vor dem Gewerbegcricht in Einigungs- Verhandlniigen einzutreten, legten am Montag die Maurer in Elberfeld die Arbeit nieder. Sie verlangen die Anerkeiinung des Zehnstundentages bei einem Minimallohn von 45 Pf. pro Stunde. Gegen 000 Mann traten in den Streik, wovon ca. 250, meist Unverheiratete, abreisten, während etwas über 100 Mann zu den alten Bedingungen, annähemd ebenso viel zu den neuen Bedingungen weiter arbeiteten. Natürlich be- müht sich die Unternehmcrpresse, die Bewegung möglichst zu diskrcdi- ticren.— Der Polizeibericht vom Dienstag meldet von einem Ein- bruch in einer Baubude und dem Versuch einer Brandstiftung in derselben und bezeichnet als der That verdächtig vier Maurer, welche früher an dem Bau arbeiteten und jetzt streiken. Für diesen Verdacht fehlt bisher jeder Anhalt. Ebenso unwahrscheinlich klingt eine andere Meldung des Polizeibcrichtes, wonach zwei „streikende" Maurerhandlanger sich schwerer Ausschreitungen gegen einen Polizisten schuldig gemacht haben. Thatsächlich befinden sich Handlanger überhaupt nicht im Streik, so daß es sich um einen der gewöhnlichen Montagskrawalle handelt. Von der Unternchmerpreffe werden die Polizeinachrichten, genügend präpariert natürlich, in der gewöhnlichsten Weise gegen die Streikenden ausgcnntzt. Der Stand des Z i m m e r c r st r e i k s ist unverändert.— Der Färber- AnSstemd naht dagegen seinem Ende, da wiederimi eine Anzahl Firmen die Forderungen der Streikenden bewilligte, sodaß die Zahl der ausständigen Färber sich auf ca. 100 reduziert. Mittlerweile sind die Weber und Weberinnen in Veivegiing gekommen, so daß auch da ein Streik nicht ausgeschlossen erscheint. Der Leipziger Fornicrstrcik beiiiitzt das„Leipz. Tagebl." und andere bürgerliche Blätter dazu, lim scharf zu machen. Sie vcr- breiten die Legende, die streikenden Former hätten sich in letzter Zeit grobe Ausschreitlingen zu schulden konimen lassen. Nach den Er- Mittelungen des Slreikkoniitccs handelt es�sich um folgende zwei Fälle: Einmal hat ein Arbeitswilliger, der einem Streikende» noch Geld schuldet, diesen obendrein noch verhöhnt. Darauf hat der Streikende einige nicht sehr schmeichelhafte Worte gebraucht. Im zweiten Fall verhält es sich so: Ein Ettcikcnder geht langsam an einer Gießerei vorüber. Dabei wird aus der Fabrik heraus mit einem Blaserohr auf ihn geschossen. Im selbe» Moment lassen sich einige Arbeitewillige sehen, und da bat auch dieser Kollege seiner Empörung durch einige harte Worte Luft ge- macht. Das Stteiktomitee nimmt Veranlassung, auch bei dieser Ge- legcnhcit die Streikenden zu ermahnen, sich durch nichts pro- v o z i e r e n zu lassen.— Ferner ersucht das Komitee, unter allen Umständen den Zuzug von Formern nach Leipzig fernzuhalten. Wegen Vergehe» gegen daS„Juwel" wurde vom Schöffengericht in Dresden der Malergehilfe Rudolf zu zwanzig Mark Geldstrafe verurteilt, weil er als Minderjähriger einer „politischen" Versammlung der Bauarbeiter beigewohnt hat. Ter Angeklagte und zwei Zeugen bestäugten zwar aiif das bestimmteste, daß ersterer erst während des Referats den Saal betreten hat, die ergangene Aufforderung also nicht gehört haben konnte. Der über- wachende Gendarm wußte es aber.' beffer: nach ihm ist R. vom Beginn der Versammlung dageivescn. DaS Gericht glaubte dem Gendarmen mehr alS den drei Arbeitern. Der Strafbefehl der Behörde hatte nur auf zehn Mark gelautet. Der Streik der Stuttgarter Möbelarbeiter dürfte so bald noch nicht zu Ende gehen. Die Verhandlungen vor dem Bürgermeister- nmt sind resultatlos verlaufen. Die Streikenden fordern, wie be- kannt, die neunstündige Arbeitszeit, die Unternehmer wollen diese wohl einführen, aber— er st vom I.Oktober 1300 a b. Darauf konnten die Arbeiter nicht eingehen. Ttreikkrawalle sollen in Augsburg vorgekommen sein. Der offiziöse Telegraph meldet darüber vom 18. Juli:„Von ausständigen Maurern wurden gestern in der Wertach- Vorstadt vor cinem Fabrikanwesen, in welchem italie- nische Maurer arbeiten, Ruhestörungen verübt. Die Aus- ständigen suchten, verstärkt durch hunderte von dort wohnenden Leuten in die Fabrik einzudringen, und als dies durch Anwendung von Wassergüssen und Feuerspritzen vereitelt wurde, sandten sie einen Steinhagel gegen die Fabrik. Die Polizei war machtlos und es niußtc telephonisch Militär requiriett werden, welches jedoch nicht ernstlich einzugreifen brauchte. Ter Auflauf dauette bis gegen 12 Uhr nachts. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen." Eine Privatdepesche macht uns von dem Auflauf Mitteilung, und stellt näheren Bericht in Aussicht. Bis dahin wollen wir uns jedes Kommentars enthalten. Auslaud. Ueber de» Streik der Vrooklynrr Straßenbahn- An- gestellte», der am Montag zum Ausbruch gekomnien ist, wird der „Natioiial-Zeitung" in ausführlicher Weise aus N e w- D o r k be- richtet. Danach ist die Ursache des Streiks die Weigerung der Brooklhner Straßenbahn- Gesellschaft, einen festen zchnstiindigen Arbeitstag mit dem Lohne von zwei Dollars per Tag und Motor- führcr resp. Kondukteur einzuführen, sowie einige kleinere Beschwerden der Angestellten abzustellen. Die betteffenden Unterhandlungen hatten schon lange gewährt und wenn auch die jetzt AuSständischcn wiederholt mit Niederlegung der Arbeit gedroht hatten, so war doch niemand auf den plötzlichen Ausbruch des Streiks entsprechend vorbereitet. Die Gesellschaft selbst zog alle möglichen Rcservemaniischaften heran und ließ überall da, wo Leute aufzutteiben waren, dieselben sofort anwerben, konnte aber damit nur einen verhältnismäßig kleinen Teil ihrer Wagen in Betrieb setzen. Jeder derselben wurde von drei Polizisten besetzt, so daß im ganzen 2000 Schutzleute zur Aufrechterhaltung der Ordnung aufge- boten werden mußten. Aber da die großen Massen des Volkes in leidenschaftlicher Weise für die Streikenden Partei ergriffen, erwies sich selbst dieses starke Polizei-Aufgcbot schon gegen Mittag als durchaus ungenügend zur Aufrechterhaltung des Verkehrs, geschweige denn zur Verhütung von Gewaltthätigkcitcn. Die neugeworbenen Wagenführer wurden fast überall vom Publikum und von auf- geregten Volkshaufen ausgepfiffen, insultiert, von den Wagen henmter- gerissen, ja vielfach schwer mißhandelt. Die Polizei, welche infolge der großen Ausdehnung der Linien in kleinen Trupps versprengt war. konnte meist nur in wenigen Fällen intervenieren und da kam es wiederholt zu blutigen Zusamnienstößcn mit der Menge, wobei die Polizei vielfach den Kürzeren zog. In der 38. Straße wurde sogar eine Lokomotive quer über das Pflaster umgestürzt und jeder Verkehr dadurch blockiett, d. h. den clckttischen Wagen die Möglichkeit ge- nommcn, die Fahrt fortzusetzen; wieder an anderer Stelle wurden die Schienen aufgeriffen. Ein so zum Entgleisen gebrachter Trambahnzug fuhr mitten in eine Begräbinsprozession hinein, zerschlug dabei den äußeren Sarg, so daß der innere, den Leichnam umhüllende Sarg auf dai Pflaster stürzte, aufsprang nnd damit die Leiche bloßgelegt wurde, während eine Anzahl ratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von M Trauernder verwundet wurden. Die Ausständischen iiiiterhandeln gegenwärtig mit den Angestellten der Brooklpner Elevated Railwais Company, um diese gleichfalls zum Eintreten in den Streik zu bewegen. Sollte ihnen das gelingen, so würde sich die Lage allerdings wesentlich zu ihren plinsten ändern, denn die gesamte Bevölkerung New Aorks müßte unter einem längeren Ein- stellen des' Bettiebes dieser beiden, den Hanpiverkehr'zwischen New Jork und Brooklyn verniittelnden Gesellschaften zweifellos leiden und es ist nicht ihre Gewohnheit, in solchcin Falle Rücksichicu zu nehmen; sie würde in ihrer großen Mehrzahl einfach von den Gesellschaften fordern, daß diese,' so gut sie könnteu, sich niit ihren Angestellten abfänden, unter allen Umständen aber ihre» Betrieb ausrecht erhielten. Aber dieser Ausstand scheint nur ein erstes Wettcrzeichcn zu sein und wir nach mehrjähriger Ruhe wieder von einer neuen A e r a großer Eise nbahn-Aus stände bedroht zu werden. Bereits haben die Arbeiter, Angestellten nnd Beaniten, einschließlich der Telegraphen-Beanitcn der großen Boston- Main-Eiscnbah» und New Dorker- Newhavcn und Hartford- Eisenbahnen mit Ausstand gedroht, falls ihren Forderungen nicht Ncchnnng getragen werde, und die Direktionen haben jedes Cut- gcgciikomincn nmdwcg abgelehnt. Es handelt sich in diesem Falle uni 15 000 Angestellte. Diejenigen der Bostoncr Linie haben be- reits den Generalstreik votiert. Sollte derselbe ausbrechen, so würde dessen erste Folge die sein, daß die Ncu-England-Staaten von dem Eisenbahnnetz der übrigen Union und Kanada vollständig ab- geschnitten würden. Soweit die Darstellungen nach der„National-Zeitung". Beruhen sie auf Wahrheit, so sind das gewiß„Ausschreitungen", die sich sehen lassen können. Könnte die berühmte„Denkschrift" des Herrn v. P o s a d o w s k y auch nur entfernt mit Aehnlichem aufwarten, welche Strafen würden wohl dann für die„Streikterroristcn" er- sonnen worden sein? Ans der Jivsnenbrmeünng. Frauen im Giscubahnba». Bei dem Bau einer Eisenbahn in Nischni-Rowgorod(Rußland) hat man sich genötigt gesehen, zu den Erdarbeiten ausschließlich Frauen zu verivenden, weil die Männer es angesichts der schlechten Löhne vorzogen, die Gegend zu verlassen. Mau benutzt den Umstand natürlich dazu, einen hübschen Profit zu machen, indem man den weiblichen Arbeitern genau die Häfte von dem zahlt, was man den männlichen geboten hat l Eine Druckerei mit»ur weiblichen Setier» soll in Peteis- bürg ins Leben gerufen werden, und zwar nicht im Interesse der Fraueubewegiing, sondern in dem des— Gcldsacks. Der Besitzer rechnet nämlich darauf, bei niedrigeren Löhnen fleißigere Arbeiter zu bekommen, als es bisher die männlichen waren. Netzte Ztaitzeiitzten und Depeschen. Frankfurt a. M., 18. Juli.(B. H.) Aus guter Darmstädter Quelle vernimmt die„Franks. Ztg.", daß gegen den Landgerichts- dircktor in Pension Küchler nimmehr wegen Vergehens gegen den 8 211 der ftoiikursordmiiig ein Strafverfahren eingeleitet worden ist. Wilhelmshaven, 18. Juli.(Privattelegramm.) Durch Platzen eines DampfrohreS auf Torpedoboot 8 42 erlitten am Dienstag vier Mann Brandwunden. Letzte Nacht kollidierten 8 57 und 8 50 auf hoher See. Havarie beträchtlich, bei einem Boot der Steven um- gebogen, den» anderen die Bordseite bis zur Rauchkammer ein- gedrückt. Wien, 18. Juli.(B. H.) Da die O h r e n k r a n k h e i t e n bei den Mannschaften zunehmen, verbot derKomman- deur des VI. Arincekorps das Schlagen an die Ohren. PariS, 18. Juli.(B. H.) Die Begnadigung Art ons, der im Gesänguis schwer erkrankt ist, steht unmittelbar bevor. Paris, 18. Juli.(B.B.) Labori ist mit seiner Familie nach R e n u e s abgereist, wo er bis nach Beendigung des Prozesses bleiben wird. Diese Umsiedelung von Dreyfus' Anwalt wird dahin ausgelegt, daß der Prozeß länger dauern wird, als bisher angc- nonimen wurde.— Zola wird sich in den nächsten Tagen eben- falls nach Reimes begeben, um dem Prozeß gegen Dreyftis beizuwohnen. London, 19. Juli.(B. H.) Der Beschluß de? heutigen Mi- nisterrates, nach welchem der englische Vertreter in Kapstadt, M i I n e r, von der Transvaalregierung die Gewährimg der Nationalität noch fünfjährigem Aufenthalt fordern soll gegenüber dem anderen bekannt gewordenen Beschluß des Volksraades in Pretoria, welcher die Dauer des Aiifeiithnfts auf sieben Jahre festgesetzt hat, hat hier große Erregung hervor- gerufen. In politischen Kreisen sieht man nicht, auf welche Art der Kon- flikt umgaiigen werden kann, denn obgleich Chamberlain die alleinige Leitung der auswärtigen Angelegenheiten in dieser Frage entzogen worden ist, ist mau doch der Meinung, daß Chamberlain den Krieg mit Transvaal unter allen U m st ä n d e n herbeiführen will. Aus Transvaal und Kapstadt kommende Berichte lassen er- sehen, daß von feiten der Boeren ein Nachgeben nicht zu erwarten ist, besonders seitdem dieselben wissen, daß die gesamte Aftikanderpartei Südafrikas sie gegen England zu unter- stützen bereit ist. London, 18. Juli.(W. T. B.) Das Unterhaus nahm die zweite Lesung der Vorlage an, durch welche 3100000 Pfund Steil. für Bauten der Marine-Verwaltung als Ergänzung zu dem Flotten- baugesetz vom Jahre 1885 bewilligt werden. Der Civil-Lord der Admiralität Austen Chamberlein teilte mit, daß die Ausgabe sich auf zwei Jahre verteilen werde. Rom, 18. Juli.(W. T. B.) Das Erdbeben hat in der Bevölkerung große Erregung hervorgerufen. Bisher ist nur die Beschädigung eines im Bau befindlichen Hauses vor der Porta triurnphalis bekannt geworden. Die Gefangenen im Gefängnis Rsgina. aovii wurden durch das Erdbeben in Schrecken gesetzt und meuterten, wurden jedoch bald wieder zur Ruhe gebracht. Aus der Provinz wird gemeldet, daß in Rocca di Papa sehr heftige Erschüttc- rungen stattfanden und mehrere Häuser beschädigt wurden; Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. In Castel Gandolfo stürzte ein Teil der Kirche ein. In Marino ttat das Erdbeben sehr stark auf, in Fiumicino war es unbedeutend. In Frascati wurden zwei sehr starke Erdstöße verspürt. Fast alle Häuser und öffentlichen Gebäude sind stark beschädigt. Ministerpräsident Pelloux ist sofort fnach Frascati abge- reist.—' Auch in Montecompatri wurden Kirche und Häuser durch das Erdbeben stark beschädigt. Die Bevölkerung wurde sehr er- schreckt, doch ist von Menschenverlust bisher nichts'bekannt geworden. DaS Erdbeben wurde von den Seismographen in Jschia und Por- tici registriert. New Bork, 18. Juli.v i e s e n e Fälschung v e r v o l l st ä n d i g t werden konnte", usiv. spricht. DaS eben macht eine Erwiderung nötig, deren materieller Inhalt allerdings niit der obenstehenden kurzen Dar- stclluiig des Sachverhalts im ivesentlichen schon gegeben ist. Es gehört ivirklich ein selbst bei den kapitalistischen Sold- schreibern seltenes Maß von Unverfrorenheit dazu, um Ausdrücke, wie die eben angeführten, unter solchen Umständen anzuwenden. Ausdrücklich ist auf dem Titelblatt der Broschüre vermerkt: 2. Auf- läge; ausdrücklich wird im„Vorwort zur 2. Auflage"� auf den hygienischen Anhang Hingewiesen; der Umfang der Broschüre ist um 0 Seiten vermehrt— und trotz alledem hat der„Schmock" der Kühnemänner die Stirn von einer„gefälschten Broschüre" usw. zu reden I Aber damit allein begnügt sich Schmock noch nicht! Nachdem er einen so glänzenden Beweis seiner inbrünstigen Liebe und Wahr- hcit geliefert, sieht er sich veranlaßt, dem Referenten der ersten Ver- sammlung vorzmverfen, daß er„das Verhalten der Unternehmer in zeit für die Ausbildung in dem verantwortungsvollen Beruf eines Führers der elektrischen Straßenbahn nicht ausreichend ist, und so erklärt es sich, ivcnn Fälle vorkommen. wie neulich, wo ein erst seit kurzem ansgelernter Wagen- führer vom Gericht bestraft werden mußte, weil er durch sein Un- geschick in kurzer Zeit mehrere Zusammenstöße verschuldete. Wenn die Große Berliner Siraßenbahn-Gesellschaft sich nicht nachsagen laffen ivill, daß sie derartige Unfälle ntit verschulde, dann wird sie für gründ- liche Ausbildung der anzulernenden Wagenführer sorgen müssen, was wohl ohne Bezahlung ivährend der Lehrzeit nicht geschehen kann. Sonderbar ist auch die Stellung der zuständigen Behörde zu diesem vom Publikum längst bemerkten Ucvclstand. Während für das Droschkengcwerbe eine peinliche Prüfung auf die Geschicklichkeit und Zuverlässigkeit des Kutschers eintritt, ehe er den Fahrschein erhält, scheint es fast, als ob man den Betrieb der Straßenbahn nicht für so verantwortungsvoll und gefährlich hält, um hier mit der gleichen Strenge zu verfahren. Das wäre aber eine sehr irrige Auffassung, dem, die fortgesetzten Unfälle deuten auf ungenügend ausgebildetes Personal, und bekannt ist, in ivelcher Weise von der humanen" Gesellschaft Angestellte und das Publikum behandelt werden.— Die Polizei weiß doch sonst alles? „Sokal-Anzeiger"-Won»te». Freiherr v. Mirbach, der bisher nur als Kirchengeldsammler und Palästina-Redner einer breiteren Oeffcntlichkcit bekannt geworden ist. zeigt, ivie vielseitig man am Hofe zur Zeit sein muß. Der Scherl- Anzeiger kann heute in freudiger Erregung mitteilen, daß er von Freiherr» v. Mirbach höchstselbst ein Sonder-, Special- und Eigentelegramm erhalten habe. Der Inhalt der Meldung des neuen Korrespondenten paßt nun freilich nicht zu den, journalistischen Wonnestolz der Be- gnadeten, denn die Nachricht besagte, daß die Kaiserin in Berchtesgaden sich den Fuß verstaucht hat. Berliner Rekruten-Auöhebung. Von den 4631 im Jahre 189ö in Berlin Ausgehobenen sind dem Heere zum Dienst mit der Waffe 4372/z Uhr. Reitdenz. Der Schlafwagen- Eon- trolcur. Borher: Zum Einsiedler. Anfang?:/, Uhr. Weste». Fra Dtavolo. Anfang 7 Uhr. Neues. Die Wahrsagerin. Ansang ;>/- Uhr. Schiller. Der Postillon von Lon- jumeau. Anfang?>/, Uhr. 6c, Ural. Lumpenpack. Ansang 8 Uhr Friedrich- WllhelmstädtischcS. Der Hüttenbcsitzer. Ans. 8 Uhr. Rleranderplatz. Nana. Anfang * Uhr. Ctii'iib. Die Ahnfrau. Auf. 8 Uhr. Metropol. Berlin lacht! Anfang 8 Uhr Belle-Aliiaiice. Specialitäten-Bor- flellung. Anfang 8 Uhr. Apollo. Frau Luna. Specialitäteu- Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Reichshallcn. Stetttner Sänger. Ansang 8 Uhr. Vassage- Panopiiknm. Speciali- täten-Borstelliliig. Urania. Jnvalidenfir. 57/02. Täglich abendS von 5—10 Uhr: Sternwarte. Tchilltt-Thclitel' (Wallner> Theater). Hai-vltn-ttpei-. Donnerstag, a b b s. VL Uhr: Gastipiel Heinrich BUtel: Der. Postillon ton Lonjamean. Freitag, oben ds?:/, Uhr: Gastspiel Heinrich Hvtel: Hartha, oder: Der Markt zu Richmond, Sonnabend, a b e n d s 7l/z U h r: Volkstümliche Opern-Vorstellung bei halben Preisen: Die Zanherflöie. Sonntag, abends 7»/, Uhr: Vorletztes Gastspiel Heinrich Hvtel: Her Troubadonr. CvnivQl Thvnter Direltio»: Jose Ferenczy. Gesamt-Gastspiel des Hambunjer Ernst Drucker-Theaters Anfang 8 Uhr. Tutnpenpnck. Gr. Hamburger Volkssüick mit Gesang in sechs Biidern. Morgen und folgende Tage: Qnmnenpaeh. Hamb. BalkSstück. DM" Ab 1. Anguü; Gastspiel des Berliner Lnstipiel-Ensembies:„Ter Heiratsmarkt-�. Schwank in 3 Akten. Metropol-Theater. Behrenstr. 53/54. Direktion: Richard Schnitz. («rüNtitcr ISaiKon-Errolg;!!! 9Vs Uhr: 9'/, Uhr: Berlin lacht! Frank- Bonhalr- Trappe. Werner Amoros Pantomime. 8 Champions, sowie die übrigen Kunstattractlonen. _ Anlange 8 Uhr._ Apollo-Theater. Abends 9 Uhr: Frau Luna mit dem l-nftballett „Origolatls". Ferner: » Otto Rentter» und 9 neue Specialitäteu. Anf. dos Garten-Konzerts 7 Uhr. n der Vorstellung 8 Uhr. Blllet-Vorverkauf täglich im Theater und beim„KUnatlerdank", Unter den Linden 69. Wilh-Karl Weiß-Theilter. Gr. Frankfnrterftrasie l»«. Kleine Preise. Parkett 1,10. Cyklus volkstümlicher Schauspiele. Die Ahnfrau. Trauerspiel in 5 Akten van Grillparzer. DW" Anfang 8 Uhr."VCS Vorzugsbillets haben Gültigkeit. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Am 27. Juli: Gastspiel der kaiserl. ruffischen Hoffchauspielettn Elisabeth Gorewa: Maria Stuart. Heute im Gatten: Speeialitäten- und Theater-Vorstellung. Rennert- Stange als Stabsttompeter m. f. Rieke. Theätre en miniature. Leb. Photographie» sc, Anfang b>/, Uhr. Saisonlatten haben Gültigkeit. Sonnabend: Sommernachtsfeft. Am 25. Juli: 2. Sommerfest des 1 Berliner Witwen-Vereins Reichshallen. Harten resp. Saal täglich: Stettiner Sänger (Aieiilel, Pietro, Britton, Steidl. Krone, K irch inayer, Schneider und Schräder). Zum Schluh: Ein vergllilgter Wahltag. BnrleSke von Meyfel. Anfang wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Vorher: Konzert des Reichs- hallen-OrchesterS. Enttee 50 Pf. (Borvertauf für die Woche 40 Pf.) Estrade 1 M. sc. sc. öeden Freitag: Neun Programm. Passaye-Panoillicum 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Bon ßi/, Uhr ah: Speeialitäten. Neu: Die Riesen- llerold und Leons in ihrer Burleök- Szene: vis Rtesenbraut. CASTANS IM PANOPTICUM Die sensationellen mr lebendenms Photographien! mit Figuren in Lebensgrösse. Die russische liiniinn" Damenkapelle»luiyUUll in moskowltlschen Kostümen. nppifllCC"mlt3B<»nengebor. „UICIlUoO leb. Kosakenpferd. O�tbalm-Park Hermann Imbs 71 Rüdcrödorfcr Straffe 71, am K ü st r i u e r Platz. Täglich: lionsert, Theater- und Specialitäten-Vorstelliing. Nur erstklassige Nummem. Anfang: Sonntags 4 Uhr. Enttee 20 Pf. Kinder 10 Pf. Sperrsitz Nachzahl. 20 Pf. Allfang: Wochent. 5 Uhr. Entree 10 Pf. Kinder lO Ps. Sperrsitz Nachzahl. 10 Pf. Jeden Dienstag: Worddentsche Sänger. Hermann Imbs, Direktor. Victom-Pranem LühoU'straste 111/112. Im Matnrgartcn oder Saal: Täglicli Humoristische Soiree der HorlMelltZCken Sänger (Fuhrmann,< Horst, Walde). /?- Auf. Sonntags präc. 7, wachen- tag? 8 Uhr. Entree 59 Pf. Borverk. 19 Pf. Familicnbillets 5- 1 M. Sonntag und Dowierstag nach der Vorstellung Tanzkränzchen. Prater-Tlieater Kastailien-Allee 7/9. Täglich: Horns Kesl. Bollsstück mit Gesang u. Tanz v. Hugo Schulz, Musik von A. Kersten. Kostünlsonbrettc Fränl. Lucle Sarow. Gebr. IMIardo, Grol. Duett lauma-Ouattett, Gesang und Tanz. Die 3 Schvnhrutms, humoristisches Bilderbuch. The 4 Flashes, Excentries. Vendaro-Trio, Epercitien om Hand- Trapez. Danlei» Truppe, Pantomime. Ballettgcsellschaft Döring. StflST* Konzert und Ball. Eüitritt wochentags und SonntagS 3V Pf., num. 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Juli, vormittags U Uhr, det dVllU«, Zlndreasstr. S6: SO/9 Tagesordnung iviri In der Bersaminlung bekannt geniacht. Um rege Beteiligung und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Der VorMtund. Bauhandwerker-Krankenkasse für Berlin und Umgegend(E- H- l18). lbenntng;, den ÄS..1»Ii. vormittagH 10 Uhr, in Baske* Salon, Grcnudicrstr. SS: Ovdeuti. Generalversammlung Tages- Ordnung: l. Bericht des Vorstandes und des Ausschusses. 2. Abrechnung des Kassierers vom 2. Quartal, sowie Revisionsbericht. 3. Wahl säuitlicher Hilsskassterer. 4. Innere Kassenangelegenheiten. 3S/8 SHT" Mitgliedsbuch legitimiert. Der Forstand. I. A.: U. Uotilcs. STB. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Tonnerstag, denZSO. Juli, abends 8 Uhr, beim Genossen Znbell, Lindcnstr. 10« s ©effenll. Ucvsammluug. TageS-Ordnung: Stellungnahme zum Bunzlauer Streik. 172/1S Der Fertranensmann. Vsxülsrdeitsr-Vkrbsuä Berlin Iii(Dekateure). 272/2 Sonnabend, den SS. Juli, abends 8Vz Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: General-Versammlung."WZ Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Kassirers. 3. Verschiedenes. Der Forstand. Arbeiter-Beruisartikel«.Wäsche ausschließlich eigenes Fabrikat.— Specialität: Arbeiter- Berufs- kleiduug: Blau Köper-Jacken M. 1,0b, steigend je nach Größe um 10 Pf., blau Köper-Hosen, in allen Längen, M. 1,05. Arbeiterhenidc», Blusen, Maler- tittel u. Monteurhcmden. D. �nra e l sk vo., Wrangelstr. 17, Neu! Achtung! Achtung! Neu! Allen Freunden und Bekannten zur Kenntnisnahme, daß ich von jetzt ab goldklares Berliner Weißbier vom Faß ausschänke. Um freundlichen Zuspruch bittet 21B9C* Oskar Sehultze, Große Krankslirter Straße 3, Ecke Fruchtstraste. Scheuß Weißeusoe. LonntaN, den 23. Juli 1899: Volks-Fest arrangiert von den Locialäemoki'stell des 6. Wahlkreises. Massen-ßesänge von#4«ca 500 Mitgliedern ded Arbelter- Sttncer- Bandes unter Leitung des Bundes- Dirigenten Herrn Biobei. Grossartige turnerische Aufführungen von Mitgliedern des Arbeiter- Turnvereins „Fichte". Grosser Radfahrer-Korso und fiV* Reiftenfahren VU auf festlich geschmückten Fahrrädem, ausgeführt von Mitgliedern des Arbeiter-Radfahrervereins Berlin. Im herrlich gelegenen See: Lirosse Schwimm- Pantomime, bestehend aus: 1. Großes Ulmer Wersteiheu, l Es zogeil drei Barslhen wohl über de» Rhein, 3. Loreley, L Deutschlands Zukunst aus dem Wasser, ausgeführt vom Schwimmklub„Nord"(Mitglied des Arbeiter-SchwimmerbundeS). Rinder-Belustigungen aller Art mit großartigen Ueberrafchungen. Eselreiten, Wettrennen n.s.iv. Kasperle-Theater. Auftreten sämtlicher Specialitäten in dem herrlich gelegenen See-Theater. Koiizert-Miisik von 2 starkbesetzten Musikkapellen unter Leitung der Dirigenten Herren Ilotr u. Zodntelck. Gr. KriUant-Masser-FenerWerk. Ausgeführt von dem berühmten Pyrotechniker Herm C. Albers. Bon 4 Uhr nachmittags an: JLtt ttcihcn Sälen T«nz.-WW Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Ankang; des Konzerts früh 8 Ihr. Blllet«O Pf. Mt Kaffeckücht steht de« geehrte» Dame»«o« 2-6 Uhr zur Verfügung. Für hinreichende Fahrverbindung wird Sorge getragen. Da wir weder Mühe noch Kosten gescheut haben, um das Fest großartig zu gestalten und die Besucher in eder Weise zufrieden zu stellen, so ersuchen wir um recht zahlreichen Besuch. Das Komitee. Krankenkasse der Hutmalhergesellen zu Berlin. (E. H. 67.) Montag, den 24. Juli, abends 8>/z Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl des Ausschusses. 3. Verschiedenes. llO'.ib Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. Ter Vorstand. I. A.: 0. Iscdoppe. Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere liebe Mutter und Tochter Barth» Berg, geb. Thomas, am 18. d. Mts., nach langem, schweren, Krankenlager sanft entschlafen ist. Tie trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag, den 21. d. Mts., nachmittags b'/z Uhr, von der Leichenhalle des St. Emmaus- kirchbofs auS statt.__ 1 U86 Allen Verwandte», Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Vater, der Restaurateur Wilhelm Greiser, ani 18. Juli sanft entschlafen ist. Um stilles Beileid bitten Tie trauernden Hinterbliebenci«. Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. Juli, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause Oranienstraßc 10d, nach dem Neuen Jakobikirchhof in Ripdorf statt. 1421b Danksagnng. Für die rege Teilnahme beim Bc- gräbnis meines lieben, unvergeßlichen Mannes Berniann Schtrirz, sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Vorstand Herrn Schulz und den Milglicdcrn des Verbandes der Möbelpolicrer meinen innigsten Dank. 1408b Die tiefbetrübte Witwe Margarete Schwirz, geb. Beuecke IS Fahrräder wirklich erstklassige Maschinen von 8� Ulli• anDamen cy des >n OOiflke an Laer Sohn Chansseestr. 24 a. allen Freunden u. Bekannten mein Weiss-, Bayrischbier- und gr. 8pelsegeschärt. 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