CHIPR きり 11 te ( i [. コ : 0: t: is C: 1 ar 11 h. c" , ונס " I zi. rl . Der as dit Der Fine nd 10 ent hte de, ges ins 163 mer ern fen ifte cine eft, arges em Ener dies erne ejes und fich Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Montag abends: Rundfunkrede Hodžas Pra g. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodža wird am Montag, den 28. März, um 18.45 Uhr die bereits angekündigte Kundgebung im Rundfunk halten, in der er alle aktuellen Probleme unserer Innenund Außenpolitik berühren wird. Die Kundgebung wird gleichzeitig von allen tschechoslowakischen Rundfunkstationen gesendet werden. Die Schlacht in Aragon Barcelona.( Ag. Efp.) Die heftige Offensive der Nebellen ist am Freitag in allen Seftoren der Ostfront fortgesetzt worden. Es gelang dem Feinde, dank der Uebermacht an Tanks, Artillerie und Flugzeugen und trotz starkem Widerstand unserer Soldaten, seine Linien im Sektor Huesco bis San Julian de Plan, Barluenga und Mont Sorite vorzuverlegen. Mit besonderer Hef= tigkeit wurde auch im Sektor Bujaraloz gekämpft, wo unsere Soldaten am Morgen einen heftigen Angriff feindlicher Neiterei mit außerordentlicher Bravour zurückgeschlagen haben. Südlich des Ebro in der Zone Alcorisa- Calanda haben die republikanischen Truppen einige Stellungen östlich von Mas de la Matas geräumt, ebenso die Umgebung des Flusses Guadalupillo. Unsere Truppen haben ihre vorgesehenen Linien durch die Besetzung von Anhöhen berichtigt, die das Tal von Santa Lucia beherrschen. Um 14 Uhr haben unsere Jagdflugzeuge feindliche Infanterie im Sektor Ofera- Venta de Santa Lucia und sehr zahlreiche Reiterei auf der Straße von Gelfa und auf der Hauptstraße von Madrid nordwärts beschoffen. Die erwähnten Truppen hatten schwere Berluste und wurden in ungeordnete Flucht getrieben. + Sonntag, 27. März 1938. Aus dem Inhalt: Unser Parteitag Die Reichsfrauenkonferenz Hodža- Interview über die Minderheitenfrage Neue Streikwelle in Frankreich Nr. 73 Die drei grossen Realitäten sudetendeutscher Politik Programmatische Rede des neuen Parteivorsitzenden Jaksch Nach seiner einstimmigen Wahl zum Parteivorsitzenden hielt Wenzel Jaksch auf dem Parteitag der DSAP in Prag gestern folgende program matische Rede: ,, Unser politisches Wort muß heute in die schwebende Situation hineingesprochen werden. Die Besizergreifung Oesterreichs durch Massenglauben an ein unaufhaltsames Vordrin gen des Nationalsozialismus zu tun. Unter dies sem Eindruck sind die Reihen des bürgerlichen Attivismus schwankend geworden. Der Führung des BdL und der Chriftlichsozia len ist das Herz mit dem Verstande durchge. gangen, obwohl viele ihrer Anhänger heute schon der Ueberzeugung sind, daß diese Füh. rungen ihre Positionen in kopfloser Panik geräumt haben.( Schr richtig!) Mit der Gleichschaltung des Landbundes und der Christlichsozialen sind die alten Bürgerblocksehn füchte der Herren Bierhut und Hilgenreiner scheinbar erfüllt. Diesen und anderen Politikern, welche den Aktivismus nur mit halben Herzen mitgemacht haden, ging es nicht um die nationale Einigung schlechthin, sondern um die Erfüllung des alten Traumes, um die bürgerlich kapitalistische Einigung gegen die fozialistische Arbeiterschaft. ( Großer Beifall.) Gesicherte Grenzen An uns liegt es nun, einen vorübergehenden Taumel der Begeisterung die unerschütterte Reas lität der Tatsachen entgegenzuhalten. Die Gren zen der weiteren Entwicklung sind ziemlich flar abgestedt. Die Integrität der Tschechoslowakei hat nunmehr Garantien von solchem Ausmaße gefunden, wie sie derzeit kein anderer Staat verbuchen kann. bandlungen mit der SDP eingeleitet werden, doch wäre es ein Fehler, in dieser Möglichkeit eine Gefahr oder auch nur eine Verlegenheit für die deutsche Sozialdemokratie zu erbliden. Eines fann heute schon klar und deutlich gesagt werden, daß wir bei Verhandlungen über eine Gesamtregelung der sudetendeutschen Frage im Rahmen der Staatssouveränität und seiner demokratischen Verfassung nicht auf den tschechischen Bänken ſizen werden. Immerhin habe ich die Beruhigung. daß wir genug moralischen und politischen Rücks balt besitzen, um uns einen Playam Verhandlungstisch zu sichern. ( Beifall!) Alles kommt auf die Formel an, wel che die Grundlage der nationalpolitischen Vers handlungen bilden soll. Henlein hat bei der Angelobung der Landbündler betont, daß die Deuts schen ihren Play als Staatsvolt erringen milj ſen. In diesem Punkt muß ich mir erlauben, gegenüber dem Führer der sudetendeutschen Partei mein Urheberrecht und mein geistiges Eigentum zu reklamieren.( Großer Beifall.) Die Formel, wonach die Sudetendeutschen nach ihrer zablenmäßigen Stärke, nach ihrer durchaus organischen sozialen Struktur und ihrer wirts schaftlichen Leistung Anspruch auf die Rolle eines zweiten Staatsvolles haben, wurde nicht vom Führerrat der SDP erfunden, fie stammt von einem deutschen Sozialdemokraten.( Starker Beifall.) Wirtschaft ist Schicksal Nehmen wir also an, es würde auf der Bas sis der Formel ,, zweites Staatsvolf". verhandelt. Dabei kommt es entscheidend auf die administra Damit komme ich zur ersten großen Realität, tive Stonzeption, auf den wirtschaftlichen und so die heute dem fudetendeutschen Volle in Erzialen Inhalt der so angestrebten nationalinnerung gerufen werden mußz: politischen Lösung an. Es entspricht ganz den bürokratischen Vorstellungen früherer Jahrzehnte, Die Staatsgrenze wird bleiben( Stürmifcher daß die drei Millionen Sudetendeutschen fünftig Beifall) ihre ganze Straft und ihren ganzen Eifer auf die Ausfüllung nationaler Katasterblätter und den Nationalsozialismus hat nicht nur eine Neuer Offensivstoẞ Francos neue europäische Situation geschaffen, sondern auch eine Periode Saragossa. Die Truppen des Gene- ich we riter Unsicherheit über uns rals Franco haben Samstag vormittags an der verhängt. Allerdings können wir heute sagen, daß gefamten Front zwischen den Städten Caspe und die große Rede des englischen Ministerpräsidenten Alcaniz eine neuen Offenfive eröffnet. Sie sind Ehamberlain diese Unsicherheit 6 Kilometer vorgerückt und haben den Fluß Gua- weitgehend gebannt hat. Wir haben es sei denn, daß sie durch eine Weltfatastrophe auf die Sortierung von Mischehen verschwenden dalope überschritten. Die Abteilungen, die in die es in diesem Falle nicht nur mit den Worten verschüttet wird. Unsere These bleibt wahr, daß sollen, während auf den WeltmärtProvinz Castellon vorgedrungen sind, sind jetzt eines Staatsmannes zu tun, der an der Spiße die tschechoslowakischen Grenzpfähle nur um den ten der judetendeutschen Eg nur noch 65 Kilometer von der Ostküste des Mit- eines Vierhundertachtzigmillionen- Reiches steht. Preis eines neuen Weltkrieges ausgerissen wer- port industrie die Felle davon a telländischen Meeres entfernt. Hinter diesen Worten steht auch zweifellos die den könnten, der eine tödliche Bedrohung nicht nur schwimmen. Eines muß hier mit aller MarDeutsche Kriegsschiffe große Mehrheit der britischen Nation. Um die für die Sudetendeutschen, sondern für das ganze heit gesagt werden: Was unser Industricexport Erklärungen zu würdigen, die Chamberlain im deutsche Volf bedeutet.( Rustimmung.) in den nächsten zwei Jahren bei der Kundenwer schützen Waffentransporte Unterhaus abgegeben hat, muß man wissen, daß Eine zweite Realität, die auch durch die bung auf den westlichen und überseeischen Absatzs Barcelona.( Ag.- Esp.) Wie die Küstenver- England im Jahre 1914 noch fünf volle Tage Ausführungen Chamberlains unterstrichen wurde, märften versäumt, werden wir durch ein ganzes teidigung Almeria meldet, erschienen Freitag früh zögerte, ehe es dem überfallenen Belgien zu Hilfe ist diese: Jahrhundert nicht mehr aufholen. Der Gedanke 4.55 Uhr auf der Höhe von Punta Savinal ein eilte, obwohl auch damals das Wort Napoleons aber auch unsere vielfach auf Export angewies ist einfach absurd, daß unsere Exportindustrien, beutscher Streuzer, möglicherweise der„ Ad migalt, daß die Scheldemündung strategisch einer ral cheer", ſovie 2 Zerstörer vom Typ Pistole gleiche, die auf das Herz Großbritanniens sene Landwirtschaft dermalen feine andere Sehna der Möve". 7.20 Uhr standen die Schiffe südlich zielt. Mehr konnte hierzulande kein unterrichte fucht haben könnten, als in ein mitteleuropäisches bon Kap Gata, 20 Meilen von der Küste ent- ter Politiker im Augenblicke erwarten, als das, System der ökonomischen Striegsvorbereitung und fernt, von wo sie nach Nordosten weitergingen, was Chamberlain im Unterhaus proklamierte. Ausdrücklich wurde im Unterhause gesagt, daß der Ersatzwirtschaft eingegliedert zu werden. mit ihnen 7 andelsschiffe. Um 6.15 Uhr Wohl wurde von der britischen Opposition eine fich eine Regelung der fudetendeutschen Frage, Daraus ergibt sich eine wichtige Folgerung. Was ſtieg vom Kreuzer ein Flugzeug zu Erkundungs- formelle Garantie für die Unversehrtheit der bei der auch England zu vermitteln bereit ist, im von unserer Wirtschaft noch lebensfähig ist, darf flügen auf. Diese Angaben laſſen erkennen, daß ichechoslowakei gefordert, doch Kenner der briti Rahmen der bestehenden Vernicht als Trümmerhaufen auf dem Schlachtfelde es sich um eine größere Sendung, wahrscheinlich schen Politik waren sich darüber im Klaren, daß fassung bewegen muß. nationalpolitischer Auseinanderseßungen zurüd bon Truppen und Striegsmaterial handelt, der die Anerkennung der englischen Verpflichtung, dem sein, der sich um das Stüd Brot des einfachen bleiben. Es muß in solchen Zeiten jemand da unter diesem Schuß nach Mallorca geht. Schon verbündeten Frankreich in einem fontinentalen Mannes, um die Existenz der Arbeiter, Angestell bor einiger Zeit fonnte festgestellt werden, daß Streitfalle zu Silfe zu eilen, einen wichtigen Transporte für die Rebellen von deutschen oder Schritt in der von uns ges ten und Arbeitsbauern, um die wirtschaftlichitalienischen Striegsschiffen begleitet werden. wünschten Richi ung darstellt. soziale Zukunft des Volkes bekümmert. Itallen nimmt Flüchtlinge Die Fahnenflucht des bürgerlichen Aktivismus Vor uns steht nun die Frage, was weiter geschehen soll. Die demokratische Verfassung der Tschechoslowakischen Republik wird bleiben.( Stürmischer Beifall.) Damit find die bekannten Totalitätspläne zerrissen und die Gleichschaltungsfräume der SbP ausgeträumt.( Beifall.) Die deutsche Sozialdemokratie stellt sich in den Dienst dieser sudetendeutschen Lebensaufgabe.( Beifall.) Damit kommen wir zu einer dritten, sehr wesentlichen Realität: Prag wird ein entschei dendes wirtschaftliches, finanzielles und adminis stratives Zentrum bleiben. Es wird sich als ein aus Oesterreich auf folgenschwerer Irrtum erweisen, wenn auch nur Seräfte einseßen, damit die persönliche FreiSie wird auf der Wacht stehen und alle ihre Rom. Donnerstag abends empfing Außenfür Augenblicke daran vergessen werden sollte, heit des sudetendeutschen Arbeitsmenschen, die minister Graf Ciano den amerikanischen Bot Wie werden sich die letzten Vorgänge auf daß die sudetendeutsche Wirtschaft mit tauſend Prinzipien des wirtschaftlichen Fortschritta schafter Philips, der die italienische Regierung den europäischen Frieden auswirken? Wie weit Fäden an dieses Zentrum Prag geknüpft ist, daß und der sozialen Gerechtigkeit ersuchte, sich der Silfsaktion für österreichische tangieren sie das Schicksal der Tschechoslowakei? Existenz und Wohlstand unserer Bevölkerung nicht unter die Räder einer totalitären MachtFlüchtlinge anzuschließen. Diese Attion wird an In welcher Weise werden sie die weitere Ge- nach wie vor durch die Position der Tschechoslo- spekulation geraten. Auch wenn sich ein noch so zuständigen Stellen zur Zeit studiert. Man ist staltung des sudetendeutschen Problems beein- wakei in der Weltwirtschaft bestimmt werden. allerdings der Meinung, daß sich Italien dieser großer Teil der Sudetendeutschen heute dazu ents fluffen? schließt, mit Berlin Politik zu machen, so Aftion nicht a.schließen wird, da sie diese als! Unsere Menschen interessiert natürlich die Unsere Formel: Zweites Staatsvolk für Deutschland nicht günstig ansieht und weil Problemstellung in umgefehrter Reihenfolge. Die werden sie alle morgen wieder mit Prag WirtDiese fundamentalen Erfenntnisse bilden die schaftspolitik treiben müssen. Diese grundlegende Italien überdies immer bereit ist, Flüchtlingen Einverleibung Desterreichs stellt optisch einen Grundlage unserer nüchternen Erwägung und Tatsache ergibt sich einfach aus unserer geogra= aus Desterreich Asyl zu gewähren, wie es Triumph brutaler Machtpolitik dar. Wir haben den Ausgangspunkt unseres politischen Handelns. phischen und ökonomischen Position. Der tschechos dies in den letzten Tagen auch getan hat. es derzeit in den deutschen Gebieten mit einem Es ist möglich, daß von der Regierung aus, Vers flowakisch amerikanische Handelsvertrag war Seite 2 Eisenbahn- Korridor Sonntag, 27. März 1938 weiche, sie wird aber, wenn sie gut beraten ist, Niemand soll glauben, baß die deutsche So der eigenen Vernunft weit gezialdemokratie fünftighin eine Politik der Angst hende Konzessionen machen oder der gewissenlosen Lizitation betreiben wird. müssen.( Beifall.) Jetzt muß sich das tschechische Volk als ein wahres Staatsvolt bewähren. Es fällt uns nicht dieser oder jener tschechischen Partei ihr Verhalten vorzuschreiben. durch Mähren? Berlin.( Tsch. P. V.) Durch den Anschluß Oesterreichs an Deutschland ist auch für die Tschechoslowakei im Eisenbahnverkehr eine Frage entstanden, über die vielleicht bald Verein, handlungen eingeleitet werden dürften. Der Verkehr zwischen Preußisch Schlesien und Oesterreich macht, wenn er sich über deutschen Boden vollziehen soll, einen ungeheuren Umweg, während auf der nächsten Strecke, dur ch Mähren hindurch, einige hundert KiTometer erspart werden. Von deutscher Seite besteht der Wunsch, eine Regelung zu erzielen, wie sie im Verkehr durch polnisches Gebiet bei der Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Reich vorliegt. Analog wie hier hat Deutschland den Wunsch, so weit als möglich die Bezahlung in Devisen zu vermeiden oder zu verringern. aweifellos ein wertvollerer Beitrag zur Zukunftssicherung der Sudetendeutschen, als er der in den letzten Wochen inszenierte Gleichschaltungsrum mel ist. Vielleicht werden erst am Verhandlungstisch die von mir stizzierten Realitäten den Mas sen der Sudetendeutschen bewußt werden. Eindringlichst aber warnen wir vor der Wiederbelebung des Geistes i en er all na tionalen Roalitionen, die an den heutigen Schwierigkeiten ein gerüttelt Ma von Schuld tragen.( Großer Beifall.) Hodža- Interview über die Minderheitenfrage Paris. Paris Soir" veröffentlicht eine Unterredung seines außenpolitischen Redakteurs Julius Sauerwein mit Dr. Milan od 3 a. Seine Unterredung leitet der französische Journalist mit der Bemerkung ein, daß Dr. Hodža wahrscheinlich der heute in der Welt mit der schwersten Verantwortung belastete Mann sei. Nr. 73 Tschechische Jugendvertreter vertreter bei Dr. Hodža Bildung eines Nationalausschusses angekündigt Ergebenheitskundgebungen für den Präsidenten der Republik Sie wird eine Politik des M: te s, der Entschlossenheit und der Konse quenz aufnehmen, deren ausschließliches Ziel die Erhaltung des Friedens und der sigenden der Regierung Dr. Milan o da Vers Brag. Am Samstag fanden sich beim Vore Demokratie, nationale Gleich treter der Reichsunion des Republikanischen Nach Hodža berechtigung, politische Freiwuchses, der jungen Nationalen Vereinigung, der heit und soziale Aufstiegsmög jungen Generation der Gewerbepartei und der lichkeit der Arbeiterklasse und aller werk- ersten Linie" der nationalen Liga ein, die Dr.. tätigen Schichten des Volkes ist."( Stürmi Sodža eine Erklärung übergaben, in der sie die scher, langanhaltender Beifall.) Bildung eines Nationalausschusses der tschechos slowakischen Jugend" bekannt geben. Das Memo rondum wurde vom Reichsvorsitzenden des Repu blikanischen Nachwuchses Alois Usát übergeben, der hiebei im Namen der ganzen Delegation dem Vorsitzenden der Regierung versicherte, daß die tschechoslowakische nationale Jugend sich kom promißlos in die Dienste des tschechoslowatischen Staates stelle und sämtliche privaten In dieser beruhigten Atmosphäre wird es mög- und Parteiinteressen den Bedürfnissen der Nepulich sein, von Zusammenarbeit auf dem Gebiete blik unterordne. der europäischen Politik zu sprechen. Der Vorsitzende der Regierung betonte in Zum Schluß erklärte Dr. Hodža: Es handelt seiner Antwort, die Regierung der Republik heiße fich nicht nur darum, dem Kriege auszuweichen, jede Attion willkommen, die auf die Zuſammen Die SdP- Führung wird zur Kenntnis sondern auch eine schließliche Katastrophe Euro- faffung der Kräfte gerichtet ist und, selbst einnehmen müffen, daß es bisher leichter war, in vas zu verhindern; es handelt sich um die Erheitlich in ihren Gefühlen, Zielen und Aktionen ,. der Prouing draußen zu lizitieren, als in Prag Vor zwei Jahren, fagte Dr. Hodža, hat die haltung der Integrität eines Landes, das feine diese Einheit verwirkliche. grundlegende Erfolge zu erreichen.( Beifall.) Krise begonnen, die heute ihren Höhepunkt er Mission in Mitteleuropa erfüllen und die rivalireicht. Unsere Ruhe quillt aus ruhigem Gewissen fierenden Nationalismen und Ideologien versöhSammlung für Friede und Aufbau und aus der Sehnsucht, die Probleme zu lösen, nen muß. Wir werden zeigen, daß wir auf Auch so manche tschechische Politiker dürften die uns die Verfassung unseres eigenen Staates der öhe unserer Verantwort dabei um die Erkenntnis bereichert werden, daß auferlegt. Wir bemühen uns, einen M v dus lichkeit stehen, und die Welt wird gezwunes bequemer war, die Partei des Herrn Henlein viven dizu finden, der viel besser wäre als gen sein, dies anzuerkennen. tattisch gegen die Linke auszuspielen, als sie die Schwierigkeiten einer dauernden Krife. Wir nationalpolitisch zu befriedigen. Für wollen und meiner Ansicht nach können den Tag des Erwachens der Sudetendeutschen wir die Frage der Sudetendeutschen lösen. aus der Kriegspsychose und Gleichschaltungs- Eine Gewähr dafür ist mir unser aufrichtiges Hysterie halten wir uns bereit. Die deutsche Bestreben, das wir schon seit dem Jahre 1918 Sozialdemokratie will nicht die Nachhut des entfaltet haben. Unsere vorbereitenden Arbeiten Aktivismus sein, sondern Kern und Ausgangs- waren naturgemäß langwierig, da die Maßnahpunkt einer voſitiven fudetendeutschen Staats- men, die wir ergreifen müssen in der Praxis fehr volitik, die auf der Basis der Gleichberechtigung komplizierter Art find. Wir haben allen Minderihre historische Miſſion erfüllt. Nach der fatti- heiten das Recht auf Proportionalität auf dem schen Seite hin gilt es noch eines hervorzuheben: Gebiete der öffentlichen Verwaltung gegeben. Die deutsche Sozialdemokratie wird nach wie vor unfere Gefengebung bietet uns die breiteste Bain engster Verbindung mit allen Kräften bleiben, sis für diese Proportionalität. Wir geben jetzt welche mit den demokratischen Freiheiten auch die einen Erlaß über die Ernennung Deutscher auf Grundlagen einer freien Arbeiterbe Stellen in der staatlichen Verwaltung aus, da wegung und somit des wirtschaft Yi= wir bereits genügend Erfahrungen mit der Bethen und sozialen Fortschritte 3 teiligung der Minderheiten in der Gemeinde, unferer werftätigen Voltsmassen sichern wollen. Bezirks- und Landesverwaltung haben. Wir ha Sie wird sich aber davor hüten, in eine unhalt- ben dies am 18. Feber des vergangenen Jahbare Position zivischen zwei Volfsblöcke zu gerares versprochen. den und durch ihre Haltung das Odium auf sich zu nehmen, daß sie den Sudetendeutschen auch nur ein Jota realer nationalpolitischer Erfolge vors enthalten will, deren Erreichung ohne brand und Bürgerkrieg ist. und liberalen Verfaffung ist es nach Ansicht Dr. ( Beifall.) Damit wollen wir die Grundlagen für Hodžas möglich, alle gesetzlichen Forderungen der das Entstehen eines sudetendeutschen Deutschen sicherzustellen. Schließlich werden alle Friedens und Aufbaulager 3 die Minderheiten betreffenden Maßnahmen in schaffen, an dessen Stärkung alle Kräfte und alle Schichten interessiert sind, die dem Volfe zwar sein nationales Recht schaffen, aber es nicht in den Abgrund einer zerschmetternden Katastrophe stürzen wollen. Mahnung zur Vernunft Einige Worte sind aus diesem Anlasse auch an diets chechische Seite zu richten: Es ist nicht Zeit für bittere Reminiszenzen. Wir fordern auch nicht, daß die tschechische Politik unter der Drohung der Gewalt zurück42 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Des Tuchscherers Tier gelangte zur Schlachts bank, schon ohne Besinnung, und es brauchte nicht mehr aus Angst vor der letzten Opferung wie ein Kind zu greinen. In seiner Etstase hatte der schwarze, mächtige Mann ein warmes Leben ge= fühlt, zuckende Nerven, Muskeln, die wohl unterswürfig sein wollten, aber sich sträubten, weil die Demut so schlecht gelohnt wurde. Die Berührung mit dem Lamm gab ihm vermehrte, bärenhafte Energien ein. Dr. Hodža macht weiters aufmerksam, daß die Deutschen schon heute an der Verwaltung ihrer fulturellen Angelegenheiten beteiligt find. Im kultureller und sprachlicher Hinsicht und in Schulangelegenheiten todifiziert werden. Dadurch werden die Verpflichtungen erfüllt, dic wir im Jahre 1919 auf Grund des Vertrages von St. Germain auf uns genommen haben. Warum Henlein nicht in der Regierung ist Prag. Amtlich wird gemeldet: In der letzten Zeit erhielt der Präsident der Republik eine große Anzahl von Kundgebungen und Resolutionen, durch welche die Beiwohner der Republik tschechos Flowakischer, deutscher und ungarischer Nationali tät ihren festen Willen kundgeben, dem Staate zu dienen und ihn mit aller Entschlossenheit zu vers teidigen. Mit Rüdjicht auf die große Anzahl diefer Sundgebungen dankt der Präsident der Republit auf diesem Wege allen jenen, die ihm solche Kundgebungen gesandt haben. Eine bemerkenswerte französische Stimme Baris. Der Prager Sonderberichterstatter des„ Ercelſior", D e m a it re, der sich hauptsächlich mit der deutschen Frage beſchäftigt, ant wortet auf die Frage, weshalb die Henleinpartei als die zahlenmäßig stärkste deutsche Partei nicht in der Regierungsfoalition vertreten sei, folgendermaßen: Wenn die Henleinpartei aus der ReDer Präsident der Republik empfing am gierungskoalition ausgeschlossen ist, dann nicht Samstag den früheren Minister Erwin Rajiček. deshalb, weil ihre Mitglieder Deutsche sind, sonNeuer Chef der tschechisch- agrarischen Presse. dern deshalb, weil sie sich auf die Doktrinen Hitlers berufen. Es Wie die Blätter der tschechischen Agrarpartei wäre ziemlich schwierig, Ministersise Männern melden, hat der Parteivorstand der tschechischen zuzuteilen, die den verfassungsmäßigen Prinzi- republikanischen Partei den ehemaligen Abgepien der Tschechoslowakischen Republik widerspre- ordneten Rudolf Halit zum Leiter der gesam chende Theorien verkünden und deren Programm im Gegensatze zu jenen Gesetzen steht, die die ten Preſſe der Partei bestimmt. Halif ist der Grundlage der tschechoslowakischen Demokratie Nachfolger des vor einem Jahr verstorbenen Senators Josef BVraný. Amtliche Warnung vor grundlosen Gerüchten Prag. Amtlich wird gemeldet: Es wurde durch die bisher durchgeführte Untersuchung mit festgestellt, daß beunruhigende Meldungen ver- Sicherheit festgestellt wurde, vollkommen breitet werden, denenzufolge in verschiedenen grundlos, wenn nicht direkt böswillig Das höchste Ziel der Mission der Tschecho Orten der Grenzbezirke unter der Bevölkerung, erfunden und propagiert. Die Defflowakischen Republik ist die Vorbereitung und hauptsächlich tschechischer Nationalität, Munition fentlichkeit wird deshalb vor der Verbreitung ähmOrganisierung des Friedens zwischen den Raſſen und Waffen verteilt werden und daß insbeson- licher unwahrer Meldungen aufs nachdrücklichſte und Nationen in dieser europäischen Region, Wir wollen, daß die Spannung nachlaffe. Wir wol- dere einige tschechische Vereine und Organisatio- gewarnt. Gegen ihre Verbreitung wird mit len eine neue psychologische Atm v- nen sich bewaffnen und besondere motorisierte Ab- allem Nachdruck entsprechend dem Gesetz eingefphäre schaffen und das Vertraud leben. teilungen bilden. Diese Meldungen sind, wie schritten werden. ungeheuren Auftrag, dessen sie sich nur entledigen durfte in der Wehmut, in der Schmerzenswallfahrt, in der Reue. „ Nein, bereuen darf ich das ja nicht, was ich jest zu tun begriffen bin", dachte Maria de Padilla.„ Raub iſt es, und es ist doch Rettung. Es ist das Niedrigste, wenn es jemand täte mit unreinen Händen und in der Verfommenheit. Und das Höchste ist es dennoch, weil ich es tun werde in der Vollkommenheit meiner Liebe zu den Brüdern und Schwestern von Toledo!" Rauten und Blumengewinden verästelt, was sich in die Nadel des Turmes zuspißt und geradeaus in den Himmel deutet, meine Augeniveide ist es gewesen. Heute ist es meine Trauer." Vorfahren den Turm von Vavel bauen, und sie „ Einstmals", so dachte sie, wollten meine verstanden sich nicht, und sie zerfleischten sich deshalb in Zant. Werden sie mich zerfleischen, wenn vielleicht der Sieg nicht kommt, wie er kommen soll, wenn ich nicht zurückzahlen kann das Lehngut, genommen von der Heiligkeit der GottesDer Tuchscherer jubelte:„ Wir haben genug Eisen, wir haben genug Stahl, wir haben genug Brot, wir haben genug Fleisch! Die aber bei dem König, die müffen bei den Juden betteln gehen, und alles, was sie haben, ist beschnitten und arm selig verfümmert. Unser sind schon zehn Siege! In ihre Vorhut haben die Toledaner sich hineingehauen, und der König versteckt sich hinter seinen Deutschen, den Schändern unserer Töchter, der Feigling!" zur Isabellenstraße bergablief, marschierten Män Nachdem sie knieend die Straße erreicht mutter? Wird der unzerstörbare Stein nicht plös ner herauf. Nicht alle hatten Büchsen geſchultert, hatte, in Schwarz gekleidet, wie nur die Tochter lich auch zerspringen wie der Stein von Babel, viele nur Spieße und Spaten, aber sie sangen, sich leidet, wenn sie die Mutter begräbt, sam- und werden nicht einstürzen auf mich die Trims sangen, während für sie geschlachtet wurde. Sie melte sich das Toledo, das zurückgeblieben war, mer und mich zerschlagen, bevor ich getan habe, sangen, während sie beseligt witterten, daß für um die trauernde Frau. was ich jetzt tun will und muß?" Aus der Straße, die vom Schlachthausplatz Schmiedefeuer lodern sahen und die Hämmer und sprach: Vergib mir im voraus, heilige fie gebaden wurde. Sie sangen, während sie die Sie faltete die Hände. Sie senkte das Haupt dröhnen hörten. Hatten sie noch keine festen Waf- Gottesmutter, daß ich Dich von Deinem Schmuck fen, so würden sie bald welche haben, im Galopp entblöße! Ich habe ihn Dir gespendet, und alle ihnen nachgeschickt. Aber vielleicht würden sie das hier um mich, sie halfen dabei. Wir wollen ihn gar nicht mehr brauchen. Hatten sie nicht Hände nur entleihen, heilige Gottesmutter. Wir sind ja um Würgen? Zähne, um die Kehle der Feinde feine Diebe, wir wissen, was wir Dir schulden! zu zerbeißen? Zurückzahlen werden wir, nachdem der Sieg unser geworden ist, mit Zins und Binseszins." Die Turmwächter von Toledo trompeteten schon hinter den Ausmarschierenden, und die Trompeter schmetterten schon an der Spiße des Zuges, dort, wo Don Juan de Padilla auf seinem Schimmel ritt. Weiß das Kriegstier, weiß, wie immer, der Kommandant. Noch spielte die Dämmerung hell über die Isabellenstraße, die in den Platz der Kathedrale mündete, hell über die Bahn, auf der sich Maria de Padilla knieend vorwärtsbewegte. Dagegen empfingen die Mauern der Häuser den hellen Refler des Lichtes nicht mehr. Sie befragte mit den Augen alle, die sie erreichen konnte, alle, die mit ihr wallfahrteten. Unter ihnen war auch der Führer, der Tuchscherer. und er überragte alle durch die Macht seiner Sinochen und Glieder. Wie einen Schirm breitete er die Hände über das schmale, in diesen Tagen und Nächten noch mehr abgezehrte Haupt der Knieenden und Vorwärtsteuchenden. Und mit den Schenkeln und den Ellbogen und den nackten Füßen sorgte er dafür, daß die Frau von der Masse nicht erdrückt wurde. Neben ihm schritt die Frau, die er aufgele fen hatte, die er nicht mehr losgelassen hatte, für die er aber vorläufig noch kein anderes Amt wußte als das, an seiner Seite zu bleiben. Sein Volf, es gehörte ihm und seiner Beredsamkeit. Dieses Wortgewitter, blizen und donnern sollte es aus ihm. Er sprang in die Herde hinein. Als wenn er mitten im Meer stände, als wenn die Wogen unter ihm wühlten, als wenn er einen Orkan überbrüllen müßte, so war ihm. Unbändiges wollte er finden. Diese Männer, die über die rottriefende Schwelle des Hofes hinaustraten, von deren Armen es blutrot triefte, aus deren Schnauzbärten es selbst von frischvergossenem Blut tropfte, seine Männer waren es, Auf die Farbe des hellsten Lichts hatte er seine Gesellen, seine Untertanen. Fähig waren sie, aus Tod Leben zu schaffen, Leben für Toledos auch für diesen Auszug nicht verzichtet. Soldaten draußen im Felde. Währenddessen verließ Maria de Padilla, Ob sie wohl schon zum Schuß gekommen die Gattin des Kommandanten, ihr Haus. Sie Da war Maria de Padilla in das Innere der Stathedrale gelangt, in die tühle, sanfte Dämme waren? Ob einer von ihnen schon die Frabe des ging nicht aufrecht. Nur auf den Knien rutschend verhaßten Königs ausgespäht und ihm eine Blei- bewegte sie sich vorwärts. Denn der Weg, den sie das den Hochaltar umzäunte. Dahinter waren sie rung. Da umfaßte sie mit ihrem Blick das Gitter, ladung in die Ninnbaden hineingefeuert hatte, jezt zurückzulegen gedachte, war ein Passionsweg. aufbewahrt, die Verklärten mit den gefalteten oder, besser noch, in das Herz? In das Herz, in Alles zurückbleibende Toledo lebte im toben Sie verbeugte sich bei jedem Schritt. Dann Händen oder mit den Händen gekreuzt über der das Herz, in das harte, scheußlich entartete Herz. den Borgenuß der kommenden Weltordnung, die blickte sie wiederum auf. Auf jeder Säule der Brust, verbunden durch den Schwur, niemals dem in das Herz, das nicht fühlen vollte, wie es einig fo föstlich die Gemüter durchstrahlte: Maria de Kirche verweilte ihr Auge, als zählte sie jede ein- Simmel rauben zu lassen, was sein Tempelschap hätte werden können mit dem ganzen Bolt, in Padilla allein war demütig und ernſt. Denn ſie zeln, als wollte sie sagen:" Was da aufsteigt im war. das Herz, das nur sich selber bergötterte! Thatte den Auftrag ihres Gatten auszuführen, den feinziselierten Stein, was sich in Ranten und Mit erdiger Seruste waren die Mauern bebedt, wie mit schwarzen Tüchern der Eingang der Totentapellen. Knieend auf dem Teppich, gewirkt aus hellen Schatten und aus dunklem Licht, näherte sich Maria de Padilla der Kathedrale. ( Fortsetzung folgt.), 3 Mr. 73 Fore Ser dys der der Dr. die ho= no: bus Den, Dem die = ןוד " lo ten bits int iße en ins en.. lik sten Cofe hen, chos ali - Al Ders efer blit nd am čet. effe. rtei chen ge= Chit der nen mit ent lig Def ihn chite mit ge jich Caus t es eine O fie Des Denn men hn tes ( ögbel, Üm abe, efic eten. erer, einer über noch Vors den für, urde. Jele . für Amt eder imes itter, n fic teten der dem schap ✓ Sonntag, 27. März 1938 Jaksch einstimmig zum Parteivorsitzenden gewählt Parteitag in Prag 560 Delegierte Bericht über den Rücktritt Dr. Czechs als Parteivorsitzender Neuwahl der Parteikörperschaften Programmatische Rede Jaksch's bekennen. Wir rufen der Mehrheit des tschechischen Dr. Czech, Jatsch, de Witte, Taub, Irene KirVolfes zu: Umkehr und ehrlicher Verstän- bal, Gufti Schaffer, Abg. Kay, Wenzel Horn, Georg digungswille- und die Irredenta im fu- Balter, Jentsch, Bruno Grund, Fris Keßler, Richard detendeutschen Gebiete wird über Nacht weggeftorben Lorenz. Edmund Reichl. Bettel, Rambauste. Dosein( Beifall). Vielleicht treibt nun büfe Erfahrung lensky, Alois Müller, Dent- krumau, Bruno Rother, und die gemeinsame Gefahr für den Staat und für Senator Bellan, Abg. Bischka, Malcher, Abg. Seeger, die Freiheit aller zu einer Grfenntnis, die zu einer Peinsmer, Gladi!, Tremt, Rudolf Hübner und Großenderen Zeit nicht gewonnen werden könnte, zu der mann. Einsicht, daß kein Unrecht fich bezahlt machen kann. Wir sind bereit, den Staat, der unsere Heimat umschließt, zu verteidigen. Wir erwarten, daß er uns und unsere Liebe zur wahren Freiheit und Gerech Es war einer der größten Par teitage in der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie in der Tschechoslowakei, der gestern seinen Anfang nahm und heute beendigt werben wird. Nicht weniger als 560 Delegierte faßen beisammen, Männer und Frauen, welche das Vertrauen judetendeutscher Sozialisten entsendet hatte, um in unsagbar ernster Zeit Stel. lung zu nehmen, Klarheit zu schaffen, Wege zu weisen. Mit großer Spannung und Erwartung sind unsere Vertrauensmänner nach Prag gekommen und wir können schon heute sagen, daß tigkeit verstehe. Treue um Treue! Wir müssen bauen können auf den Staat und der fie nicht enttäuscht wurden und hocherhobenen Staat wird auf uns banen tönnen!" Hauptes, innerlich gestärkt nach Hause zurück-( Großer Beifall.) Siemit erkläre ich den Parfehren werden, entfchloffen mit allen Sträftenteitag für eröffnet." zu allen Opfern bereit der Freiheit eine Gasse zu bahnen. Was sie selbstbewusit macht, ist die Tatjadje der Einheit der Partei, die in der Einstimmigkeit zum Ausdruck kam, mit der Wenzel Jak sch zum Parteivorsitzenden und mit der auch der neue Parteivorstand gewählt worden ist. Nach allen Auseinandersetzungen, die in der Partei in de letzten Zeit geführt worden sind, stehen wir nun beisammen, kampfund ſturmerprobte Kerntruppen, bereit sich zu schlagen. will, bas bat bie Rebe bes nenen Bar Konstitulerung Der Parteitag wählte sodann einstimmig folgende Delegierte in die Antragsprüfungskom mission: Für den Parteivorstand: Dr. Czech, Jakich, de Witte, Taub. Für das Frauenreichsfomitee: Nir val und Schaffer. Für den Kreis Karlsbad: Wondraf, Genoffin Scharing, Smolčic für den Kreis Bodenbach: Pölzl, Hantusch, Kögler für den Kreis Teplit: Lippert, Schneider, Wenzel, Reichl für den Kreis Trautenau: Märkt, Langhammer für den Kreis Pilsen- Budweis: Zapf und DillSodann konstituierte sich der Parteitag. Zu für den Kreis Brünn: Tinkl und Seeger für den Vorsißenden wurden einstimmig gewählt: Abg. Kreis Sternberg: Bierer und Markus für den de Witte, Abg. Kögler, Abg. Irene Kir- reis Troppau: Dr. Viktor Haas und Kutscha für den Kreis Reichenberg: Frenzel für den pal und Ernst Paul. Kreis Landskron: Siewer- für den Kreis Prag: Die vorgeschlagene Tagesordnung: Wahlen, Berichte über die politische Situation, Schrader für den Kreis Preßzburg: Wittich, Anträge, wurde genehmigt. Nach der Wahl der beiden Kommissionen Der Parteitag wählte sodann die Wahl- vertagte sich der Parteitag bis vier 11hr nach und die Antragsprüfungskommis- mittags, um der Wahlfommission Zeit zur Aussion. In die Wahlkommission wurde entsandt: arbeitung ihrer Vorschläge zu geben. Der Bericht der Wahlkommission Seite 3 liches Wort gesagt werde, bas nicht die Genehmi gung jenes neuen Parteivorstandes trägt, den Sie nunmehr abschließend zu wählen haben.( Beifall.) Deshalb habe ich das, was zu sagen ist, in den letzten Stunden schriftlich niedergelegt, obwohl ich sonst gewohnt bin, mich auch der freien Rebe zu bedieneit, weil ich will, daß Wort für Wort dessen, was ge sagt werden soll, vorher vom neuen Parteivorstand geprüft und befchloffen worden ist. Obwohl die Unterbrechungen nunmehr schon seit der Eröffnung des Parteitages andauern, muß ich Sie bitten, diefem Vorschlag zuzustimmen, damit ein guter Anfang getan werde, in neuer einträchtiger zufammen arbeit von alt und jung in der Partei.( Stürmischer Beifall.) Nach der Rede des neuen Parteivorsitzenden wählte der Parteitag einstimmig die von der Wahlkommiſſion ebenso einmütig vorgeschlagenen Mitglieder( und Ersaßmänner) des Parteivorstandes, des Vollzugsausschuss se 3, der Parteikontrolle und der übris gen Körperschaften. Wir werden die Namen der Mitglieder dieser Körperschaften ebenfo wie die von der Frauenreichskonferenz neuges wählten Mitglieder des Frauenreichs tomitees in unserer Ausgabe vom Dienstag veröffentlichen. Hierauf verlagte sich der Parteitag neuers dings und der neugewählte Parteivorstand trat zusammen. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen ergreift das Wort, mit großem Beifall empfangen, Wenzel Jaksch: Im Verlaufe des Freitag und Samstag haben wir Verhandlungen mit den zuständigen Stellen geführt, mit dem Ziele der Klärung der Entwicklung im Regierungslager und in der Ins nenpolitik. Wir sind bei diesen Verhandlungen ein Stüd vorwärts gelommen. Ein noch zu be stimmendes Komitee des Parteivorſtandes, vont Parteitag mit Vollmacht ausgestattet, wird diese Verhandlungen am Montag fortführen.( Um eine Grundlage für die politische Aussprache zu geben, bält nun Abgeordneter Jafsch jene programmatis iche Rede, die wir an der Spitze unserer heutigen Ausgabe im Wortlaut wiedergeben.) Nach dem Wiederzusammentritt des Partei-| gelesen wurde, mit dieser Erklärung antworte, glaube tagsplenums erteilte der Vorsitzende Paul dem ich, einen Beitrag zu leisten zur Herstellung der volAbgeordneten Seeger das Wort zum Berichte len Einheit der Partei, zur Herstellung ihrer absolu. Nach der mit stürmischem Beifall aufgenom der Wahlkommission. Heeger erklärte zunächst: ten Kampffähigkeit für die nächste Zeit.( Starker menen Rede Jatschens verzeichnet der ParteitagsZu Beginn der Situng der Wahlkommif- Beifall.) Die Politik der Partei werde ich nicht per vorsitzende Paul die außerordentlich starke Zufion gab Genosse Dr. Czech die unwiderrufliche fönlich bestimmen. Die Bolitik der Partei zu beftim- stimmung, die diese Darlegungen des neuen ParErklärung ab, daß er keinerlei wie immer ge- men wird Sache jener Partei- Instanzen sein, die auf teivorsißenden gefunden haben und die den Wilartete Stellen im Parteivorstand übernehme, daß diesem Parteitag gewählt werden.( Ernenter Bei- len des Parteitages zum Ausdruck brachte.. für er aber selbstverständlich nach wie vor in unserer fall.) Gentoffen und Genoffinnen! Ich hatte ur- die in der programmatischen Rede gekennzeich Bewegung arbeiten und diese Arbeit sofort auf- sprünglich die Absicht, an den Wahlakt eine politische neten Aufgaben mit ganzer Straft einzutreten. nehmen werde. Rede anzuschließen. Der außerordentliche Ernst der Die Verhandlungen des Parteitages werden Situation gebietet aber, daß von dieser verantwort- sodann auf Sonntag halb 9 Uhr vormittags verlichen Stelle aus kein politisches und kein verbind. tagt. Daß die Führung der Partei weiß, was sie teivorsitzenden aufgezeigt. Sie war ebenjo mutig wie besonnen, tapfer und klar, fie verband sozialdemokratischen Idealismns mit einer realen, nüchternen Betrachtungsweise, sie war ebenso eine Analyse der welt- und innenpolitischen Lage wie die Aufzeigung des zu beschreibenden Weges, sie war ebenso bestimmt wie elastisch, sie hat der historischen Situation ebenso Rechnung getragen wie dem Augenblick, ans dem heraus ſie gesprochen war. Die Rede ist ein Kompas für unsere Parteimitglieder, sie wird aber auch höchste Beachtung finden bei allen Diese Stellungnahme begründet Genoffe jenen Sudetendeutschen, welche sich noch einen Dr. Ezech damit, daß ihn zu seinem Entschluß nicht Funken demokratischen Empfindens bewahrt nur persönliche, fondern auch schwerwiegende haben und sie wird wohl auch im tschechischen fachliche Gründe geführt haben, die aus der Sorge Lager, an das sie gleichfalls gerichtet ist, das um die Richtung unserer Bewegung, vor allem wohlverdiente Interesse finden. Die bent aber um die Erhaltung ihrer programmatischen sche Sozialdemokratie hat durch mit jener Richtung, die Genoffe Jaksch als Volts. Grundsätze geführt haben. Darum will er, da er den Mund ihres Parteivorsitzenden gefpro- fozialismus vertritt, nicht übereinstimmt, das Einchen, sie hat die Stellung bezogen, die sie in bringen solcher Strömungen in unsere Partei ver den Kämpfen der nächsten Zeit halten wird. So hindern. Genoffe Czech erklärte aber auch, daß bedeutet dieser Parteitag einen Markstein in der ihm nach den bitteren Erfahrungen der letzten Entwicklung der Partei und die Geschichte wird Jahre jede Zusammenarbeit mit dem Genossen wohl das Urteil über ihn fällen, daß die 560 von Pragdie Zeichen ihrer Beit verstanden haben. Eröffnung Samstag vormittags wurde im großen Saale der Prager Produktenbörse, der bis auf das leste Bläßchen gefüllt ist, der Parteitag der Deuts schen sozialdemokratischen Arbeiterpartei eröffnet. Vor Eingang in die Tagesordnung ergriff der stellvertretende Parteivorsitzende Eugen de Witte das Wort zu ungefähr folgender Ansprache: seiner Arbeit und seinem Ringen losgelöst von ihm und aus der Mitte der Bewegung einsetze. Viel zu sehr stehe er noch unter dem erschüt. ternden Erleben der letzten Prager Neichskonfe. rens, die in ihm die Ueberzeugung ausgelöst habe, daß es in diesem Augenblick der Wachsamkeit der ganzen Bewegung bedürfe. Prächtiger Verlauf der Reichsfrauenkonferenz Glaube an die Sieghaftigkeit des Sozialismus Genossin Kirpal Im Kleinen Saal der Produktenbörse trai[ Bewegung, auf das traurige Geschehnis des Weltafsch unmöglich sei, und daß er glaube, der Bartei am besten dienen zu können, wenn er mit am Samstag nachmittags die Reichskrieges. Damals war es die Arbeit der Frauen. frauenfonferenz zusammen. Aus allen welche die meisten Organisationen am Leben erhielt. Nach dem Striege fam es nach einem furzen Zwischen Teilen des Organisationsgebietes varen die spiel neuerlich zur Schaffung eigener Frauenfektio Frauen und Mädchen gekommen, um sich über nen, die leider noch nicht in allen Orten bestehen. Die kommenden Arbeiten zu beraten. Für das Die internationale Rufammenarbeit hat eine immer & rauen- Reichsfomitee begrüßte größere Bedeutung gewonnen, die sich vor allem bei der Hilfeleistung für die Opfer des Faschismus und bei den Internationalen Frauentagen äußerte. Die Rednerin beschäftigte sich dann mit den praktischen Aufgaben der Frauenbewegung und gab wertvolle Anregungen für die Ausgestaltung der verschiedenen Veranstaltungen und unserer Bildungsarbeit. Hier fonnte Genoſſin Blatny darauf verweisen, daß wert bollites Schrifttum herausgebracht wurde. Wechselboll war auch das Schicksal der Frauen reffe, die heute wie früher die wertvollste Arbeitsgrundlage bildet. Die Gewinnung der arbeitsdie Erfassung der Jugend und die Aufgaben, die sich tätigen Frau in der Induſtrie und auf dem Lande. daraus gerade für die Mütter als Erzieherinnen ergeben, unterzog die Rednerin einer eingehenden Betrachtung. Sie tam zu dem Schluß, daß es aufzus eigen gilt, daß der ewige Menschheitswert in der freien Persönlichkeit liege. Genosse Czech ersucht schließlich dringlichst, daß in diesem Moment von dieser Stelle aus von den üblichen Nachrufen abgesehen werde. Sie können doch nicht die harten Schläge, die ihn getroffen, ungeschehen und vergessen machen. Wir, erklärte Heeger, die wir immer zu feiner Arbeit in Treue ſtanden, glauben diesem féinem eindringlichen Wunsche Rechnung tragen zu müssen.“ Diese Erklärung wurde vom Parteitag mit großem Ernst angehört. Bei der Stelle, die von der Bereitschaft Dr. Czech3 zur weiteren Mit arbeit aus der Mitte der Bewegung handelt, fette starter, herzlicher Beifall des ganzen Partei tages ein. Jaksch Parteivorsitzender ,, Unser Parteitag, in den Wirrnissen dieser Zeit dringend einberufen, hat lediglich zwei Aufgaben zu erfüllen: Die Wahl und Neukonstituierung des Parteivorstandes und die Stellungnahme zur politischen Situation. Bevor wir in die Tagesordnung eintreten, ziemt uns"( die Delegierten er heben ſich von den Sihen)„ ein Wort des Gedenkens für unsere Toten, für alle jene, die nach jahrzehnte. langem reichem Schaffen für unsere Bewegung oder als junge Kämpfer ihr Leben gelassen haben und benen wir für ihre Arbeit und für ihre Liebe danken. Wir gedenken in dieser Stunde ebenso unserer Brüder und Schwestern in Spanien, der Leidenden in Desterreich, der Gequälten in allen faschi.. Seeger teilte mit, daß die Wahlfommiffion kischen Ländern. Durch fie wird es uns zur einstimmig beschlossen hat, als Parteivorbeppelten Pflicht, unsere Freiheit, wenn es sein muß, sißenden den Abgeordneten a Isch vorzuschlagen. mit dem Einsatz unseres Lebens zu verteidigen. Weber diesen mit starkem Beifall aufgenommenen Unsere Tagung fällt in eine außerordentliche Vorschlag ließ Paul durch Erheben der DelegierSeltsituation. Die Ordnung droht buchstäblich aus tenfarte abstimmen. Er konnte die ein stim den Zugen zu gehen. Unsere Heimat ist in schwerer mig erfolgte Wahl Wenzel Jatschs zum ParteiGefahr. Blinder Saft umlobert uns, die fafchifti- vorsisenden mitteilen. Diese Mitteilung wurde sche Propaganda entwurzelt im Sudetendeutschtum vom Parteitag mit stürmischem, Tangan alles, was nicht moralisch gefestigt ist. In diefer haltendem Beifall begrüßt. Zeit richten wir ein Wort an alle Bürger des Staa- Dann trat als ch, herzlich empfangen, an tes und darüber hinaus: Dreihunderttaudas Rednerpult und hielt folgende Ansprache: fend tapfere Männer und Frauen scharen sich um ,, Liebe Genoffinnen, werte Genossen! unsere Banner und bilden einen lebendigen Wall der Es ist keine Zeit für Manifestationen des GeMenschlichkeit, der Kultur und des fubetendeutschen fühls. Jede Stimme, die hier im Saale für mich Heimatschutzes gegen den Austurm der Barbarei. Die abgegeben wurde, bedeutet in hiftorischer Stunde für uns als ausgeschlossen aus dem deutschen Volkstum und Genoffinnen! Ich kann nicht mehr hier fagen, betrachte, würdigen wir feiner Antwort. Wir stel. als daß ich mich bemühen werde, diefer Verantwor len nur fest, daß Hunderttausende im Lager Konrad tung gerecht zu werden, daß ich mich bemühen werbe, Henleins stehen, ohne sich dort zu Hause zu fühlen. Fein Vertrauen, has in mich gesetzt wurde, zu entHätte die Mehrheit des tschechischen Volkes feine täuschen, daß ich mich aber auch bemühen werde, staatspolitische Aufgabe rechtzeitig beffer verstanden, elle Befürchtungen durch meine Arbeit an acrftreuen, fr würden heute große Massen derer, die jetzt zu Sie vor diesem Wahleit ausgesprochen worden find. Henlein ſtehen, sich zum fudetendeutschen Aktivismus Indem ich anf bas, was vor dem Wahlakt hier vordie Frauen und Mädchen auf das herzlichste, vor allem auch die Vertreter des Parteivor standes, der Atus- Union, des Sozi a listischen Jugendverbandes, der arte i presse und der Frauenwelt". Sie verwies auf die Schivere der jeßigen Beit und brandmartte die Kriegsheye des Faschismus, die in den Bombardements auf die offenen spanischen Städte ihren Höhepunkt fand. Hinter allen Anschläs zen auf die Freiheit verberge sich aber auch Schwäche. Selbstverständlich gibt es aus den letzten Ereignissen auch Rüdwirtungen auf unser Land. Die Angst, vielfach auch Feigheit und Egoismus, haben Henlein viele Menschen zugeführt. Aber auch diese Zeit wird vorübergehen und wir hoffen, daß der Strick uns allen erspart bleiben wird. Sie gedachte nun aller Toten und der Opfer, die faschistischer Terror fällte sowie der Stämpfer für die Freiheit in allen Ländern. Diese Kundgebung wurde von der Tagung tief ergriffen stehend angehört. Besonders gedachte die Rednerin des verstorbenen Präsidenten T. G. Masaryt. Genoffin Paul brachte nun die Vorschläge für das neue Reichsfrauenfomitee, die auch unter Weifall einstimmig angenommen wurden. Das Wort ergriff dann die neugewählte Vorsitzende Genossin Schaffer Nun folgte die Konstituierung und es wurden folgende Genossinnen in das Präsi- Sie appellierte an die Frauen, in gemeinsamer dium gewählt: 3isch fa- Sternberg, Jof I- Arbeit noch mehr als die Pflicht zu erfüllen. Mit M.- Ostrau, Deutsch- Prag und Stirpal- doppelter Begeisterung heißt es an die Arbeit zu Aussig. Begrüßungsschreiben langten ein von geben. In tiefempfundenen Worten, unterbrochen von den französischen und jugoslawischen Frauen, dienſte unserer Genosin Blainy, die den Vorfit dem starken Beifall der Frauen, feierte sie die Vers sowie vom Frauenbezirkskomitee Faltenau a. G. nach einer selbstlosen und aufopfernden Arbeit auAls Arbeitsplan wurde vorgeschlagen: die rücklegt. Mit großer Begeisterung wurde zur Kennt Neuwahlen vorzunehmen und die notwen- nis genommen, daß die liebe Genoijin immer der digen organisatorischen Arbeiten zu erledigen. Frauenbewegung zur Seite stehen wird. Die Ges In das Wahlkomitee wurden entiendet: Mar- noisin Schaffer dankte nun für das ihr geschenkte tin- Aussig. Ma tere r- Münchhof. Pa u l- Stern- Vertrauen und ersuchte um die Mitarbeit aller berg. 3 a hrad a- Trantenau, Baie 1- Jägern Funktionärinnen. Sie sagte, daß es uns mit Stola überall am Werte sind. Bei allen Edjönau und Nirva l- Aussig. Arbeiter standen die Frauen voran. Auf Gedeih und Verderb mit dem Proletariat der gesamten Welt verbunden, kennen wir keinen Meinmut. Es heißt: Nun erst recht! Unser Bürgertum ist übergelaudas Wort zu ihrem Referat, die mit lebhaftem fen, übrig blieb nur die Sozialdemokratie. Es gilt, Beifall begrüßt wurde. dem Terror standzuhalten und sich selbst treu zu Einleitend verwies sie auf die große Schule der bleiben. Wenn unsere Freiheit bedroht ist, dann Mitarbeit der Frauen in der fozialdemokratischen werden auch unsere Franten tämpfen. Unfere Kinder gestrige Erklärung Herrn Konrad Henleins, daß er mich eine zentnerschwere Verantwortung. Genoffen dorf. Marusch I a- Görfau, irsch- Teplit- erfülle, solche Mitarbeiterinnen zu haben, wie Dann erhielt Genossin Blatny Scite 4 sollen freie Menschen und keine Sklaven fein! Lieber] tot als Stiav! Sonntag, 27. März 1938 Der Genossin Blatny überreichte die Rednerin einen großen Strauß roter Nelken. Tief ergriffen dankte Genoffin Blatny für die vielen Beweise der Liebe und Treue und ruft zu weiterer Arbeit auf, die Genossin Schaf= fer wird nun auch die Arbeit im Frauenreichssekretariat zu übernehmen haben. Genossin Blatny dankt allen den tapferen Frauen und vers weist darauf, daß uns die Bemühungen um eine beffere Zukunft über alle Sorgen hinwegtragen. Unsere tapferen Grenzsoldaten oben auf dem Leute gesetzt werden. Man droht ihnen mit der Stürmischer Beifall dankte der Genossin Blatny, Erzgebirgstamme, hart an der Grenze des Drit- Vernichtung ihrer mehr als bescheidenen Eristenten Reiches", haben schon mancherlei durchge- zen, verhöhnt und verspottet sie, spricht ihnen ihr die erklärte, jederzeit zur Arbeit auch weiterhin bereit zu sein. macht. Wirtschaftliche Not ist bei ihnen von jeher nationales Empfinden ab und fündigt ihnen VerGenoffin Kirpal ergriff abschließend das( 311 Gaste, das graue Gespenst Frau Sorge find sie geltungsmaßnahmen für die Zukunft an. Wort. In zündenden Worten feierte sie die Sieg- noch nie losgeworden. Abseits gelegen von den haftigkeit des Sozialismus und rief zur Stand- nordwestböhmischen Induſtrieſtädten führen sie haftigkeit auf. Begeistert fangen die Teilneh seit jeher ein färgliches Leben. Troy alledem aber merinnen das Lied der Arbeit" und standen sie immer treu zur Fahne der Partei, ihre Ueberzeugung fonnte man nicht wanfend machen. schlossen mit dem Freiheitsgruß die erfolgreiche Tagung. Sudetendeutscher Zeitspiegel Wir lassen uns nicht kirre machen! Neue Rede Hitlers über die Minderheiten Leipzig. In einer Massenfundgebung be= schäftigte sich Reichskanzler Hitler eingehend mit der Minderheitenfrage. Er sagte u. a.: Man hat Seit dem Jahre 1933 hat sich sehr viel er eignet. Wenige Meter entfernt, wehen zu jedem Anlaß Hafenfreuzfahnen, marschieren die brau nen Bataillone der SA auf. In den Grenzwirts häufern haben sie mit ihnen persönlichen Verfehr. Mancher von denen, die da zu uns herübertommen, um sich, etwas außerhalb ihres Machtbereiches, ein billiges Vergnügen zu gönnen, vers suchte schon mit gefalbten Worten den einen oder vergeblich! Auf unsere bange Frage: Werden unsere Leute durchhalten?" erfolgt wie selbstverständlich die Antwort:„ Wir lassen uns nicht tirre machen!" So stehen sie denn in dem Sturm der politischen Ereignisse, der sie umbrans det wie ein Fels. Trußig und erhaben wie unser Erzgebirge, so sind auch die Menschen. Nr. 73 Auch diese Episode der politischen Entwicklung wird vorübergehen. Und der schlichte Waldarbei ter, der fern vom Getriebe des Alltages draußen in den rauschenden Fichtenwäldern sein Brot fauer und schwer verdient, fekte noch hinzu: Was uns in dieser gespannten Zeit aufrecht hält, ist das einende Band unserer Bewegung, die Freude auf den Augenblick, wo sich das Blatt wieder umfehrt und wir Revanche nehmen können an denen, die uns jetzt bedrängen." Soviel Zuversicht und Opferbereitschaft in einer Zeit der menschlichen Irrungen, des Hu sammenbruches jeder männlichen und aufrechten Gesinnung, ist wahrhaftig nur in unserer stolzen Arbeiterbewegung zu suchen. Und so ertöne denn zur Ehre dieser tapferen Kämpfer und als Sams So ertönt denn jetzt aus dem Erzgebirge melruf für alle Kleingläubigen, der zuversicht und schallen aus den deutschen Gauen dieses Lan- liche Sat unseres braven Vertrauensmannes: des Heldenlieder aufrechter Gesinnung! Wir„ Wir lassen uns nicht firre lassen uns nicht firre machen! machen!" das Selbstbestimmungsrecht von mehr als zehn anderen unſerer Arbeiter zu gewinnen. Die freien Die freien Gewerkschaften Millionen Menschen in Europa mißachtet und mit Füßen getreten. Ich habe oft darauf hingewiesen, daß wir uns nicht einbilden, daß in Europa eine Grenzziehung gefunden werden könne, die allen nationalen Bedürfnissen_entspricht. Gerade der nationalsozialistische Staat hat in Erkenntnis dessen große Abschreis bungen an Volksgut vorgenommen, allerdings in der Voraussetzung, daß man diese Menschen nicht wegen ihres Volfstums quält. Wir haben uns bemüht, A b ma chungen zu finden, die, wenn sie schon nicht das Getrennt sein von Volksgruppen beseitigen, wenigstens vers hindern, daß diese Menschen wegen ihrer Volts- In den letzten Jahren hat es nicht an den In einer eingehenden Aussprache wurden zugehörigkeit gequält werden. Es gibt aber auch verschiedensten Versuchen gefehlt, diese Menschen die Rückwirkungen des internationalen politischen kompakte deutsche Menschenmassen, bei denen es der nationalen Bewegung zu gewinnen. Wirt Zustandes auf die innerpolitischen Verhältnisse im feinen Zweifel geben kann, daß die schaftlicher Boykott von jenseits der Grenzen. Etaate erörtert und beschlossen, die dem Deut Boltsgrenze genau bestimmbar ist. Rodungen und Terroraftionen unserer Faschisten schen Gewerkschaftsbunde angehörigen Verbände Görings Pläne haben miteinander gewechselt. Mit Unterstüguns und deren Mitglieder dahin zu unterrichten, sich gen aus der SVS suchte man sie zu födern, wenn die Not am ärgsten war. Alles aber prallte an der Ueberzeugungstreue dieser Menschen ab. unverrückbar für Frieden und Demokratie Lange hat es gedauert, ehe die sozialistische Bewegung die fleinen Gebirgsdörfer, in denen Die Zentralgewerkschaftskommission des den Vertretern der deutschen sozialdemokratischen Lehrer und Pfarrer das entscheidende Wort zu Deutschen Gewerkschaftsbundes nahm in ihrer Arbeiterpartei der Regierung die sozialpolitischen sprechen hatten, erobern fonnte. Aber einmal für Volljihung am 24. März einen Bericht von der und wirtschaftlichen Wünsche und Forde eine Idee gewonnen, balten die braven Menschen gemeinsamen Beratung des Internationalen Ge- rungen der Arbeiter und Angestellten vorges unwandelbar an ihr fest. So hat denn unsere Drivertschaftsbundes mit der Sozialistischen Arbei- legt und deren Erfüllung verlangt. Es wird ers ganiſation den Kriſenſturm und die bewegten terinternationale in Paris über die weltpolitische wartet, daß die den Vertretern der Arbeiter und Perioden großer politischer Veränderungen über Lage entgegen und stimmte einmütig den Be- Angestellten bei diesen Vorsprachen gemachten dauert. Im Erzgebirge stehen sie Soldaten des schlüssen der beiden Internationalen zur Abwehr Zusicherungen mit möglichster Beschleunigung proletarischen Befreiungskampfes noch immer der Striegsgefahr, zur Erhaltung des Friedens Rechnung getragen wird. Unsere Mitglieder wurs auf Wacht. und der Demokratie zu. den über die der Regierung überreichten wirts schaftlichen Forderungen unterrichtet, ihre Aufgabe ist es, für deren Erfüllung ihre Kräfte einzuſeßen. mit Oesterreichs Wirtschaft Schuschnigg vor Gericht? Wien. Marschall Göring richtete in einer Rede, die er Samstag abends in der Wiener Nordwestbahnhalle hielt, heftige Angriffe gegen das frühere österreichische Regime, weil es, mit fremden Mitteln unterstüßt, die Deutschen in Desterreich gequält und terrorisiert habe. Bei der Volfsabstimmung habe Schuschnigg unter fremdem Drud einen Betrug geplant, mit dem sich noch die Gerichte beschäftigen würden. Im zweiten Teil seiner Rede beschäftigte sich Göring mit wirtschaftlichen Problemen. Wir sind nicht gefommen, sagte er u. a., um Euch die Arbeit abzunehmen. Für die Durchführung des festgelegten Wirtschaftsplanes werde ich die Weisungen geben und Ihr werdet die Arbeit durchführen. Das von Göring verkündete überaus umfangreiche Programm, dessen sofortige Inangriffnahme bereits angeordnet wurde, betrifft u. a. die Aufrüstung, den Bau von Kafernen, die Errichtung einer Flugzeugfabrik in Wiener Neustadt, die Erschließung und Ausbeutung der österreichischen Boden= schätze, ein großes Programm für den Bau von Autobahnen mit Anschluß an die Autobahn München- Salzburg. Treu und aufrecht leisten sie weiter ihre schwere Organisationsarbeit, befehdet und gehaßt von ihren Gegnern, aber eben darum zusammen acfchweißt zu einer starten, unerschütterlichen Schicksalsgemeinschaft. Obwohl keiner etwas hat, teilt er das wenige gern mit seinem Bruder. Lies ber hungern, als Gesinnungslump werden! Das war und ist die Parole, nach der sie lebten und handelten. Nach der Eroberung Oesterreichs durch den Nationalsozialismus ist es noch weit ärger gewerden. Die Werber der Volksgemeinschaft gehen von Haus zu Haus. Versteckter Terror und offene Drohungen sind an der Tagesordnung. Und unferen jetzt sehr rührig gewordenen Faschisten helfen die Grenzgänger, die von drüben kommen, in der Propaganda. So umflutet unsere Vertrauensmänner eine Welle der nationalistischen Leiden fchaften. Es iſt eine wahre Feuertaufe, die sie zu beſtehen haben. Aber sie wanken nicht! Stolz und aufrecht lehnen sie alle Angebote ab. Entgegen den aus Propagandabedürfnissen ausgestreuten verwirrenden Gerüch ten in der Bevölkerung müssen die Vertrauens in ihrer gewerkschaftlichen Arbeit nicht durch versonen ihre Nuhe und Kaltblütigkeit störende Einflüsse irre machen zu lassen. Der bewahren und sich dafür einsehen, daß unsere ArDeutsche Gewerkschaftsbund, seine Verbände und beiter und Angestellten sich nicht beunruhigen lass Mitglieder stehen unverrüdbar zur defen, sondern ihre Gedanken und ihren Willen auf motratischen Tschechoslowaki die wirtschaftlichen und politischen Notwendigkei den Republik und sind trotz sonstiger ab- ten richten und diese in den Vordergrund ihres wegiger Strömungen entschlossen, nach wie vor Handelns stellen. die Lebensrechte der Arbeiter und Angestellten zu Die Vollfikang der Zentralgewerkschaftstomwahren. Es gilt in diesen ernsten Tagen mehr als mission des Deutschen Gewerkschaftsbundes ers sonst dafür zu kämpfen, den judetendeutschen Ar- flärt, daß die freien Gewerkschaften in den sude beitern und Angestellten Arbeit und Brot zu tendeutschen Gebieten für die Erhaltung sichern und zu erhalten. des Friedens und der Demokra In den letzten Tagen haben Vertreter des tie mit allen Kräften zu wirken Deutschen Gewerkschaftsbundes gemeinsam mit entschloffen sind. Vor der Gründung einer neuen deutschen Partei? Das sonntägige„ Cesté Slovo" berichtet über Bestrebungen im deutschen aktiviſtiſchen Lager, die eine Zusammenfassung der demofratischen Elemente der früheren Regierungsparteien sowie des sudetendeutschen Lagers überhaupt zum Biele haben. Diesen demokratischen Dieser Tage sprach ein ParteivertrauensElementen soll durch Bildung einer neuen, einmann in der Kanzlei vor. Was er erzählte, war deutig demokratisch- aktivistischen Partei die Mög nicht schön: Berichte, mit welchen Methoden heute lichkeit gegeben werden, troß der bekannten Schritte ihrer Parteien in das politische Leben gearbeitet wird, unter welchem Drud unſere wieder eingreifen zu fönnen. Die Streise, die Großzügiger Luftschutz in Paris 435 Millionen für Gasmasken und Unterstände sich an die Spize dieser Bestrebungen gestellt haben, betonen, daß die Erfahrungen der lezten Tage zwar schmerzlich, nichtsdestoweniger jedoch gesund waren, weil sie eine flare Situation schufen. Es habe sich, so wird in dem Blatt ge sagt, gezeigt, daß der Aktivismus der beiden Die neue Streikwelle in Frankreich Paris. Die sozialen Konflikte in der Metallindustrie von Paris und Umgebung dauern an. Samstag ist die Arbeiterschaft der Automobilfabriken und werkstätten in den Streif getreten und hat die Betriebe besetzt. In den Autowerken der Firma Citroen, die bereits Donnerstag besetzt worden waren, treffen die Arbeiter Anstalten, auch über den Sonntag in den Betrieben zu verbleiben. Die Delegation des französischen Induſtriellenverbandes will mit den Verhandlungen nicht früher beginnen, bevor die Betriebe von den Streifenden geräumt wer ben. Die Regierung fett ihre Vermittlungsaktiv. nen fort. Eingreifen Blums Ministerpräsident Blum empfing Samstag Paris. Unter dem Vorsitz von Vincent unverzüglich einen Kredit von 200 Millionen zur deutschen Regierungsparteien nichts anderes Auriol und Marx Dormoy fand eine Konferenz Beschaffung von G a smasken fürbie war, als opportunistische Tattit, während der abends eine Delegation des Allgemeinen Arbeitsstatt, an welcher der Pariſer Munizipalrat und Zivilbevölkerung sowie einen Kredit neue, kommende Attivismus ſein Ziel in der verbandes mit Generalsekretär I o uh a ug an die Präfekten des Seine- Departements sowie her von 135 Millionen Francs für die Errichtung vollständigen Vejahung des Staates und in der der Spise. Gegenstand der Verhandlungen bilvorragende Repräsentanten der Ministerien für von Deckungen in der Pariser Untergrundbahn Verteidigung der Demokratie sehe. Es wird dete die Lösung des Konfliktes in der Pariser Heerwesen, Luftfahrt und öffentliche Arbeiten und dann einen Kredit von 100 Millionen France ferner darauf hingewiesen, daß die Anhänger Metallindustrie. Nachmittags verhandelte der teilnahmen. Auf dem Programm der Konferenz für die Adaptierung von Luftschutkellern freischaft sowohl des Bundes der Landwirte, als Ministerpräsident zusammen mit dem Stantsbefanden sich Probleme der passiven Verteidigung zumachen. auch der Christlichsozialen Volkspartei den minister Auriol mit dem Präsidium der CitroenSchritt ihrer Führer durchaus nicht einmütig ge- fabrik ohne daß jedoch die Situation wesentlich billigt haben und daß ein solcher Schritt auch an Klarheit gewonnen hätte. leineswegs durch den Entschluß einiger weniger Mandatare, sondern unbedingt erst nach einem des Gebietes von Paris. Es wurde beschlossen, Rumänische Besorgnisse vor der deutschen Expansion entsprechenden Votum eines Reichsparteitages Belgrad winkt ab... hätte gefaßt werden dürfen. Um den bisherigen Zustand möglichst abzufürzen, soll es zur Gründung der neuen Partei sehr bald kommen. Bukarest. Der„ Curentul" frägt, welchen Tesen, und zwar das Kapitel betreffend das PeZweck die Schaffung einer militärischen troleum. Der Wert der Donaumündung In eigener Sache. Von einigen Freunden Donauflottille im Rahmen der deut- liege darin, daß auch dieser Fluß ein Ausgang wird mir mitgeteilt, daß durch die erhöhte Flüschen Kriegsmarine angesichts der Tatsache besitzen fann, daß die anderen Donau- Uferstaaten der Rhein- Donau- Sanal bald aktuell sein dürfte. sei in Wien verhaftet worden, ich hätte mit zum Meere sei. Dieser Wert sei umso größer, als sierpropaganda das Gerücht verbreitet wird, ich feine auch nur entfernteste Gefahr für Deutschland darstellen. Das Blatt meint, daß die deutsche Auf Grund dieser Ausführungen kommt 7 Millionen Ke Gemeindegelder das weite gePolitik hinsichtlich Rumäniens zwei Biele habe: Curentul" zu dem Schluß, daß die Schaffung 1. das rumänische Petroleum und einer Striegsflottille auf der Donau tu mä 2. die Donaumündung. Die Motorisierung nien direkt angehe. Angesichts dieser habe einen großen Konsum an Treibstoffen zur Sachlage verlangt der" Curentul" weitgehende Folge. In Europa aber sei Rumänien mit Aus- Voraussicht.„ Wir dürfen nicht vergessen", sagt nahme von Rußland das einzige Petroleum pro- das Blatt, daß Deutschland nur die Straft achtet duzierende Land. Darum tritt Rumänien in die und daß es schwache Staaten verach Sphäre der Lebensnotwendigkeiten Deutschlands te t. In dem Umfange der militärischen Kraft, die ein. Wenn es in dieser Hinsicht noch irgendeinen wir darstellen, werden wir von Deutschland geRiveifel geben kann, so müßte man den Vertrag schont werden. Andernfalls werden wir im Sinne oder besser gesagt das Diftat von Buftea( deutsch der Verträge, oder besser gesagt des Dittates von rumänischer Sonderfriede vom Jahre 1918) nach Wuftea behandelt werden." Belgrad. Dieser Tage tauchten in der auss ländischen Presse Meldungen auf, daß Marschall Göring und Außenminister von Ribbens trop nach Jugoslawien kommen und Belgrad besuchen werden. Jugoslavischen amtlichen Stel len ist weder von diesen Besuchen, noch von Vorbereitungen zu denselben etwas bekannt. Papen geht in die Türkel? sucht, ich wäre Besizer eines großen Meierhofes Berlin. Wie aus guter Quelle verlautete. und eines zweiten großen Gutes und dergleichen ist der frühere Botschafter in Wien von Papen Unsinn mehr. Ich habe schon einmal öffentlich für den Gesandtenposten in Ankara ausersehen. erklärt, daß ich meine Güter denjenigen schente. Holland die mir bekanntgeben, wo diese Güter sich befinden, und nachweisen, daß sie mein Eigentum stellt 25 neue Bataillone auf sind. Bisher hat sich niemand gemeldet und ich Amsterdam. Der Befehlshaber der wiederhole daher mein Ersuchen, obwohl ich weiß, niederländischen Wehrmacht hat die Schaffung daß sich keiner der Verleumder melden wird. von 25 neuen Bataillonen zu ic 350 Mann 2. Pölzl. verfügt. D fajt De der fue W den der Gif St 1111 bet Täf Tis De 100 ert ter ich 100 itä die th: in де be he fid it be fe 110 to 111 111 ei 11 di ho je fo ti 3 } t t t 7 Mr. 73 Tagesneuigkeiten Denkmäler In Wien werden die Dollfuß- Denkmäler zerfchlagen. Selbstverständlich. Die Nazi fönnen unmöglich Denkmäler eines Mannes stehen lassen, der von einem der Ihren umgebracht wurde und der eben deswegen, weil er von Nazi ermordet wurde, als österreichischer Märtyrer gefeiert und geehrt werden sollte, nach dem Willen der Klerikalfaschisten. Nicht nur, weil der schon ſich entwickelnden Geschichtsfälschung, die aus dem Mörder Planetta ein Opfer des Dollfuß Systems zu machen sucht, die Dollfuß- Denkmäler unangenehm entgegenwirken, sondern auch, weil heroische Weltanschauung nur Mörder verherrlichen läßt, nicht aber Gemordete, muß der Nationalsozia lismus nach der Annegion Desterreichs die Dollfuß Denkmäler stürzen. Jetzt werden von einer anderen Minderheit, die fich auf andere Kanonen ftützt, diefe Denkmäler ger stört. Sonntag, 27. März 1938 schon in einer hohen Amtsstelle, aber da kam der] Bürcel daher und verordnete: „ Die Zahl der Anwärter, die sich geeignet halten, bestimmte Posten in den Aemtern von Staat und Partei einzunehmen, ist in den letzten Tagen in einer solchen Weise angewachsen .. wer die Umbesehung einer Stelle verlangt, kann niemals Anwärter auf diese Stelle sein" - und um überhaupt Postenjäger diefer Art unschädlich zu machen, habe ich heute zwei solcher Antragsteller sofort in Haft nehmen lassen und ich werde in gleicher Weise verfahren." Denn nur solange die Desterreicher unfrei befeht. Die befreiten Desterreicher werden waren, wurden solche Stellen mit Landsleuten bon Preußen verwaltet und kommandiert! Wie sollten da Pläße für einheimische Nazi übrig bleiben? Es ist eine sehr falte Dusche, die Bürckel den Postenjägern verabfolgt; sie wird natürlich bei unseren Henleinjünglingen keine Wirkung haben, deren Seele" ist zur Zeit viel zu kochend. Abschluß der Wärmeperiode Unfall. Der in den Mannesmann- Werken beschäftigte 23 Jahre alte Rudolf Aschenbrenner aus Komotau geriet während der Arbeit mit der Hand in die Stechmaschine. Dadurch wurde ihm der fleine Finger weggerissen. Der Verunglückte wurde in das Komotauer Krankenhaus gebracht. Ein verseuchtes Dorf. Im Dorfe Ponikowicze in Ostgalizien ist eine Art Kopfgrippe seuchenartig aufgetreten, an der innerhalb von zwei Tagen 100 Bewohner des Dorfes erkrankt und 12 gestorben sind. Auf Anordnung der Behörden sind die Schulen in dem Dorf und in der Umgebung geschlossen und alle Bewohner des Dorfes isoliert worden. Lemberger Bakteriologe hat sich zur Untersuchung der Krankheit in das verseuchte Dorf begeben. Ein In Moskau wurde dieser Tage ein weiterer Abschnitt der Untergrundbahn dem Verkehr übergeben. Er verbindet das Innere der Stadt mit einem der Moskauer Bahnhöfe und ist 3,5 Kilometer lang. Insgesamt befinden sich zur Zeit 15,1 Stilometer der Moskauer Untergrundbahn im Betrieb. Gegen Jahresmitte wird der beinahe fertiggestellte 9,4 Stilometer lange Abschnitt, der vom Innern der Stadt zum Mostwa- Wolga- Kanal führt, in Betrieb gejetzt werden. Ccite 5 Werbemonat April Straßensammlung Schächtverbot in Polen. Der polnische Sejm hat gegen die Stimmen der Juden und Ukrainer einen Gefeßentwurf angenommen, durch welchen in ganz Polen die rituelle Schlachtung von Tie- Aktion der Staatsbahnen. Die Nordwestböhmische Erzgebirgs- Ausflugszüge und Sommerferien. ren, wie sie von den jüdischen Schächtern gehand- volkswirtschaftliche Vereinigung, Sib Karlsbad( Rehabt wird, verboten werden soll. Die Juden, von gionalverband der nordwestböhmischen Wirtschaft). denen drei Millionen in Polen leben, drohen, hat sich mit dem Referat für Ausflugszüge der falls das Gesez durch seine Annahme im Senat Staatsbahnen in Prag wegen einer entsprechenden definitive Geltung erlangen sollte, zur vegetari Berücksichtigung unseres Erzgebirges ins Einverneh schen Lebensweise überzugehen. men gesetzt und erhielt die Zusicherung, daß die Staatsbahnen in Sinkunft nach Möglichkeit ge= schlossene Ausflugszüge in die einzelnen Orte des Erzgebirges organisieren und auch die in Betracht kommenden Hotels bei der Sommerferien- Aktion der Staatsbahnen berücksichtigen werden. Die erforder lichen Unterlagen wurden durch den Regionalverband bereits von den einzelnen Hotels abverlangt. Sie standen nicht lange. Wenn etliche alt ge worden sind, so haben sie ein Alter von drei Jahren erreicht. Sie selber waren Geschichtsfälschung, dienten dem Versuch, eine Legende zu erzeugen, die das schwache Schuschnigg- Regime ftüben sollte. Sie waren Geschichtsfälschung! Denn wenn selbstver Die Kältewelle, welche Samstag vom Nordständlich auch niemand fein anständiger Menschwesten her in Mitteleuropa eingedrungen ist, hat die die Ermordung des Dollfuß gewünscht hatte, so batte abnormal lange Wärmeperiode, welche fast ununter ihn doch auch wahrhaftig niemand geliebt, fah jeder brochen seit Beginn des Monates März angebauert in ihm den Urheber der Feber- Schlächterei, der blus bat, zum Abschluß gebracht. Nach Mitteilung der tigen Niederwerfung der Arbeiter. Er war reblich Staatsanstalt für Meteorologie betrug die Durch gehaßt von der übergroßen Mehrheit der Bevölke rung. Und doch wurden ihm von der winzigen Min- Schnittstemperatur auf der Prager Sternwarte im berheit, die, gestützt auf die Kanonen, Desterreich be- Slementinum während der vergangenen 25 Tage Herrichte, Denkmäler gesetzt! neun Grad und war somit um sechs Grad über dem 160jährigen Normalwerte. Von diesen 25 Tagen batten im ganzen 20 Tage Nachmittagstemperaturen bon mehr als zehn Grad. Am dreizehnten Tage er= reichten die Marimalwerte mehr als 15 Grad. Seit dem Jahre 1775, mit welchem Jahre regelmäßige Temperaturaufzeichnungen auch in Prag begonnen wurden, wurde im März noch niemals eine so hohe Durchschnittstemperatur erreicht. Die samstägige Abfühlung, mit welcher die bisherige Wärme- Das Curie- Institut in Gefahr. Das berühmte periode zu Ende geht, war sehr empfindlich. Um Curie- Institut befindet sich in sehr großen finan11 Uhr wurden zum Beispiel am Flugplaße Ruzyně ziellen Schwierigkeiten, und es besteht die Gefahr. nurmehr atvei Grad verzeichnet, während Malacky daß es demnächst die Aufnahme von nicht zahlenden gleichzeitig noch 16 Grad meldete. Der Zufluß füh- Kranken einstellen muß. Dieses Institut ist zunächst der Luft war vormittags in Böhmen, selbst in den als reines Forschungs- Institut für Radiumbehand Niederungen, von Schneeschauern begleitet. Tung gegründet worden und hat sich als solches einen Weltruf erworben. 1921 wurde es dann zu einer Spezialanstalt für Krebsbehandlung mit Radium und Röntgenstrahlen umgeformt, und 80 Betten Man ist zu eilfertig mit dem Errichten und mit dem Stürzen von Denkmälern. So wie man zu eil fertig ist mit dem Verleihen von Namen und Bei namen und dem Entzug von Namen und dem llm taufen. Man hat es zu eilig. Ruhm zu verteilen und wieder zu entreißen, in den Olymp zu erheben und aus ihm herunterzuholen und in die Unterwelt zu verdammen. Während des Krieges war man auf den Einfall gekommen, die Namen der Ortschaften in Südtirol zu entwelschen. Stunstvoll wurde das ganze Trentino eingebeutscht. Btvei Jahre später waren die Italie ner da und nicht nur die alten Ortsnamen wurden wieder eingesebt. Wie rasch waren die neuen Namen vergessen! Bu rasch batte man umgetauft. Wie rasch werden die Dollfuß Denkmäler vergessen sein! Bu früh hatte man sie errichtet. Aber auch Denkmäler, die jekt errichtet werden, werden gestürzt werden, von anderen, von Kommenden. Denn nur die Denkmäler jener haben Bestand, die ihrer nicht bedürfen, um fortauleben. Ein wenig Geschichtskenninis könnte vor eilfers tiger Denkmalserrichtung wohl bewahren... wenn die Geschichte überhaupt zu belehren vermöchte. Postenjäger dieser Art...! Der zum Herrn über die gemütlichen auf preußische Art ausgedrückt: schlappen Dester reicher ernannte Gauleiter Bürckel hat eine recht deutliche Warnung an die Postenjäger gerichtet. die ihre Zeit für gekommen, ihr Ziel nahe wähnten. Solcher Postenjäger gibt es auch im sudeten deutschen Gebiet eine schwere Menge. Wahrscheinliches Wetterbon Sonntag: Veränderlich mit Schauern, windig, mäßig fühl, auf den Bergen leichter Frost. In der Oftslowakei und Karpathorußland noch ziemlich hei ter und warm, örtliche Gewitter.- W a hr schein liches Weiter von Montag: Andauern des beränderlichen, fühlen Wetters mit Schauern. Mit 15 Jahren Prostituierte... Ein soziales Drama von entsetzlicher Art wurde dieser Tage belannt. Der staatlichen Polizeibehörde in Aussig wurde gemeldet, daß ein bei seinen Eltern wohnendes 15jähriges Mädchen seit längerer Beit Prostitution betreibe. Die Fünfzehnjährige gab bei ihrer Vernehmung an, schon im Alter von vierzehn Jahren von einer polizeibekannten Prostituierten verleitet worden zu sein. Das Kind begleitete das Freudenmädchen bei deren nächtlichen Ausgängen und Besuchen bei den Elbeschiffern. Nach der Abreise der Prostituierten Nun tann man in diesen Tagen zwar nicht aus Aussig seßte die Fünfzehnjährige ihre Streif gerade behaupten, daß die Bevölkerung über die züge allein fort und war besonders häufig Gast Vorgänge in Desterreich nicht unterrichtet würde; eines reichsdeutschen Schiffers, der gegenwärtig wie, ist freilich eine andere Sache. Aber was für in Deutschland ist, dessen Namen aber der die Postenjäger wichtig ist, erfahren diese natürPolizei bekannt ist. Das Verhör deckte eine lich nicht. Man hat so anerhört viel damit zu tun, weitere entseßliche Tatsache auf. Das 15jährige den Gedanken zu wecken und zu nähren,„ daß es Mädchen gab an, daß es schon seit längerer Zeit ja bei uns auch nicht richr lange dauern werde". von ihrem 17jährigen Bruder in der elterlichen daß man sich doch manches von Deutschland verWohnung mißbraucht werde und daß das Treis spreche, und daher sich lieber unter die Fittiche ben, oft unter den Augen der übrigen zwei GeKonrad Henleins begebe, als selbständig zu bleis schwister, bis in die jüngste Zeit fortgesett ben". Gewisse Zeitungsnachrichten und der Rundwurde. Das Verhör des Siebzehnjährigen bes fun üben jetzt etwa die Wirkung aus, die starke stätigte die Angaben des Mädchen. Das Mädchen alloholische Getränke verursachen, eine zutreibe wohnt mit den Eltern und drei Geschwistern in rische Presse tut das ihre und arische Papierhändeinem engen Raum, der kaum Anspruch auf die ler loden die neugierigen Menschen vor die Aus- Bezeichnung Wohnung erheben darf. lagen, die mit ganzen Seiten der illustrierten Ein heftiger Sturm, der über das nördliche Zeitungen beklebt sind. Da sieht man den Fühütengebiet von Norwegen hinwegfegte, koſtete rer" in Linz, in Wien, am Grabe seiner Eltern, 16 Fischern das Leben. Zahlreiche Fischkutter sind über dem gerade Bombenflugzeuge freuzen. Und überfällig. die jungen und alten Volksgenossen und bejahrte Eisenbahnminister Rudolf Bechyně empfängt Sitleriken starren unverwandt die Bilder an, im in der tommenden Woche( ab 28. März) feine BeVorgefühl des Sieges lebend, und beachten gar- suche. Dringende Wünsche, die Gegenstand einer nicht, daß die Menschen hinter den Absperrtetten Vorsprache hätten sein sollen, mögen schriftlich vorgarnicht so siegestrunken aussehen.... gelegt werden. Wir leben in einem demokratischen Staat und deshalb kann das von den Tschechen„ brutal unterdrückte" Sudetendeutschtum verlangen, daß es solche Bilder sieht, daß sie nicht aus den Auslagenfenstern verschwinden. Unterdessen schmieden die jungen Leute, die in den Schulen zu„ demokratischem" Denken erzogen werden, allerhand Pläne. Was gibt es da nicht für schöne Posten, die denen gebühren, denen die SA- Stiefel die Hühneraugen drücken! Man machte ja jetzt schon Dienst bei der SdP, und das ist eine feine Empfehlung. Sie träumen und febwaken davon, wie herrlich es sein müßte, mit dem Motorrad oder gar mit dem Vierzylinder herumzuflizen. So dachten auch ihre österreichischen Stameraden, bevor die Preußen famen. Aber aus den schönen Plänen wurde nichts. Die Linzer und Wiener SA durften zwar eine Zeit lang vor irgendeinem Hause kohldampfschiebend Posten stchen, als aber in den Aemtern, Kanzleien und Kasernen sich die Breußen breitgemacht hatten. war es mit der Aussicht auf fette Pfründen vor bei. So mancher der österreichischen Nazis sah sich Bafa Brünner Ehrendoktor. In der Aula der Brünner Dr. Eduard- Venes- Technik fand Samstag vormittags die feierliche Promotion des Bliner Fabrikanten J. A. Vala zum Doktor der technischen Wissenschaften statt, an der in Vertretung des Vorsitzenden der Regierung Dr. Hodža und des Ministers für Schulwesen Dr. Franke der Landespräsident von währen- Schlesien Jan Tern und zahlreiche hohe staatliche und zivile Funktionäre teilnahmen. Defan der chemischen Abteilung, Prof. Ing. Dr. Der allauer, begründete in längerer Ausführung die Promotion J. A. Bakas zum Ehrendoktor der technischen Wissenschaften mit dessen Verdiensten auf industriellem, wirtschaftlichem und technischem Gebiete und mit seinen Verdiensten um die Inbetriebhaltung der Bliner Werte auch in der Zeit der Wirts fchaftstrise. Nach der Promotion hielt Dr. J. A. Bafa eine Ansprache über das Thema„ Wir bauen". Während der Promotion freisten 35 aus Blin ange lommene Flugzeuge über der Stadt Brünn. Aus Blin waren in 200 Automobilen und 10 Autobussen einige hundert Arbeitnehmer der Zliner Werke eingetroffen, um ihrem Chef zu gratulieren. Dr. Baka gab im Anschluß an die Promotionsfeier ein Mittageisen für 800 Personen. Ein zeitgemäßes Geschenk. Bei einer Feier auf dem Pilsudski- Play in Warschau boten die christlichen Staufleute der Armee 40 schwere Maschinengetvehre mit allem Zubehör einschließlich Pferden, die aus dem Ertrage von Spenden gefauft wurden, als Geschenk an. Die Tschechoslowakischen Aerolinien teilen mit: Ab Montag, den 28. März, ist Prag durch neue Fuglinien der staatlichen Aerolinien mit Brüssel ( Abfahrt Prag 15 Uhr), mit London( ab Prag 15 Uhr), mit Paris( ab Prag 15 Uhr) ſowie mit Brünn und Preßburg( ab Prag 16.45 Uhr) verLunden. Die Flugzeuge verkehren täglich außer wurden als Freistellen geschaffen. Es hat damals Sonntags. eine private Subvention von zwölf Millionen Francs Der Reiseverkehr der Tschechoslowakei war erhalten, im Jahre 1932 eine weitere ſtaatliche bener auch im Feber reger als im Vorjahre. Subvention in gleicher Höhe. Heute jedoch sind die Die Besuche von Ausländern waren zahlreicher und Mittel erschöpft, und die Stadt Paris ist dringend ihre Aufenthaltsdauer länger. Die Besuche der aufgefordert worden, eine jährliche Subvention von 800.000 Francs für das Curie- Institut zur Verfügung zu stellen. Die Affen vom Regents- Park. Seit einigen Tagen weist der Londoner Regent- Part einen Bu strom von Publikum auf wie noch nie und ist vor allen Dingen von Scharen von Kindern bevölkert, Alle Leute reden sich den Hals aus und suchen die Baumkronen ab, in denen sie die merkwürdigen Be Städte sowohl durch unsere Staatsbürger als auch durch Ausländer haben zugenommen; die Wintersportplätze waren allerdings schwächer besucht als im Vorjahre. Die Reisen der tschechoslowakischen Staatsbürger ins Ausland überschritten nicht den Umfang der letzten Zeit. Es sind dies durchwegs furze Reisen. Im Feber( Jänner) 1938 famen 113.800( 120.200) Ausländer zu uns und 105.300 ( 124.100) Ausländer verließen unser Staatsgebiet. Im Feber des vorigen Jahres waren 102.600 Au3ſucher des Londoner Parts festzustellen hoffen. Drei länder zu uns gekommen. Unsere Staatsbürger Affen bevölkern nämlich seit furzem den Park, und weisen im Feber( Jänner) d. J. 83.800( 90.900) alle Bemühungen sie einzufangen, sind bisher ver- Reisen ins Ausland und 81.200( 89.100) Rüdreisen geblich geblieben. Ein Affen- Transport für den 300 aus. In den ersten zwei Monaten d. J. wird im Reiseverkehr der Ausländer zu uns eine Zunahme ft nämlich unmittelbar am Park verunglüdt. Es gab einen Autozusammenstoß, wobei die Tür des von ungefähr 18.000 Personen, bei den Reifen Transport- Wagens aufging und die drei Tiere ent- tschechoslowakischer Staatsbürger ins Ausland eine fommen fonnten. Man hat alles versucht, so 8. B. Zunahme um ungefähr 3000 Reisen verzeichnet. hat man einen großen. Stübel voll Milch auf einer Die ersten zwei Monate d. J. brachten in unserem Wiese aufgestellt und angestrahlt, weil man hoffte, Fremdenverkehr eine Verlängerung der Aufenthalte daß die hungrigen Tiere hinkommen würden. Sie der Ausländer von ungefähr 250.000 Tagen. Die blieben aber auf den Bäumen, und auch die ausge- Aufenthaltsdauer unserer Staatsbürger im Auslegten Bananen reizten sie nicht. Sie springen von land verkürzte sich in der gleichen Zeit um Wipfel zu Wipfel, werden von den Kindern gefüt- 30 Prozent. In die Bade- und klimatischen Kurtert, sind aber so schlau, daß es ihnen jedesmal ge- orte der Tschechoslowakei kamen im Feber 31.900 Tingt, zu entfommen. Gäste. Eine schöne kommunalpolitische Aufgabe hat alljährlich der Präsiden des Pariser Kommunalrates zu erfüllen: einer sehr schönen Frau einen Suß zu geben. Kürzlich empfing er die diesjährige Stönigin der Königinnen", die sich die französische Hauptstadt erkoren hatte. Bei dieser Gelegenheit gab der Präsident der schönsten Frau von Paris den üblichen Ehrenkuß. Rechts und links die beiden Ehrenjungfrauen, die wahrscheinlich die Zweitschönsten von Paris sind. Seite 6 Der Kampf um die Luftwege des Pazifik MTV Washington. Kleine, meist unbewohnte Korallenriffe in den unermeßlichen Weiten des Stillen Ozeans sind heute Gegenstand heftiger diplomatischer Fehden und einer rücksichtslosen Wachtpolitik geworden. In den letzten Wochen hat die Annektion einiger dieser Inseln durch Ame rika die Aufmerksamkeit der Welt auf sie gelenkt. Die USA nahmen sich, was sie brauchten, ohne zu fragen, wem die Inseln gehörten. Die Vereinigten Staaten annektieren Im März 1935 erklärte das amerikanische Luftfahrtsdepartement im Einverständnis mit dem Staatsdepartement für Auswärtige Angelegen heiten die Souveränität der Vereinigten Staaten über die Inseln Jarvis, Howland und Baker. Als gute Puritaner brauchte man natürlich eine rechts liche Begründung für die Annektierung dieser von Großbritannien beanspruchten Inseln; man vertrat darum die von niemandem anerkannte Theorie, ein Amerikaner hätte diese Inseln entdeckt, und darum hätte Amerifa ein Recht darauf. Die Engländer konnten die Amerikaner aber selbst bei dieser Form der Beweisführung schlagen: wenn der amerikanische Kapitän Michael Baker im Auftrage der amerikanischen Guano- Gesellschaft die Insel 1835 betreten hatte, so hatte sie ein Mister Brown, ein englischer Kapitän, bereits im Jahre 1821 entdeckt. Bei diesen leisen Einwänden der Engländer aber blieb es. In diesen Tagen, genau drei Jahre später, wiederholte sich das Spiel. Präsident Roosevelt erklärte die amerikanische Souveränität über die Inseln Canton und Enderbury der Phönigs Gruppe. Der 15.000 Tonnen Küstenfutter„ Ten neh" schiffte auf beiden Inseln fleine Gruppen bon Hawaiianern aus und entlud mit ihnen Baumaterial für Häuser, Flugbasen, Leuchttürme und Radiostationen. Neuseeland zeigte sich besonders beunruhigt über diese Annettierung. Die Regierung dieses englischen Dominions ließ ihre Archive durchwüh len und brachte ein Aftenbündel zum Vorschein, das bewies, Seine Majestät der britische König habe die Phönig- Inseln bereits vor 50 Jahren dem Imperium einverleibt. England hat seine Rechte bisher noch nicht aufgegeben. Es gibt auf den Phönir- Inseln immer noch einen englischen Verwaltungsbeamten. Präsident Roosevelt hat inzivischen aber ebenfalls nen Gouverneur" ernannt. Auf sämtlichen Phönir- Inseln wohnen noch nicht einmal 100 Eingeborene! Die Infel Canton war bisher überhaupt unbewohnt. Sonntag, 27. März 1938 Ein Blick von der Cheops- Pyramide Die berühmte Cheops- Pyramide, eines der gewaltigsten und ältesten Bauwerke der Menschheit, wird von vielen Aegypten- Reisenden bestiegen und bietet dann von ihrer 137 Meter hohen Spiße einen interessanten Rundblick. Hat Mussolini wirklich Oesterreich keine Garantien gegeben? Eine sensationelle Enthüllung Mr. 73 blutgierigen Wunsch der Nazis, die Reise des Fürsten Starhemberg ins Ausland unter allen Umständen zu verhindern? Und wenn dieser Brief bon größter geschichte licher Bedeutung sich nun findet und schon im Ausland in Sicherheit ist... Wird sein Besizer oder seine Besiberin den Mut haben, ihn zu vers öffentlichen, um so vor Gott und der Geschichte bie unantastbare Wahrheit über den Verantwort lichen der österreichischen Tragödie zu erbringen? Ich kann es nur wünschen, um die öffent liche Meinung meines unglücklichen Landes und ber ganzen 28 elt aufzuflären. Aus aller Welt Häßliche Frauen als Verkäuferinnen New York.( MTP.) Ein großes News Yorker Einheitspreisgeschäft hat einen unge= wöhnlich interessanten Versuch durchgeführt, der von weittragendster sozialer Bedeutung für die weibliche Angestelltenschaft sein kann. Bisher war es in New York ebenso wie in anderen Großstädten Amerikas und Europas für häßliche Frauen besonders schtver, Stellungen als Ver fäuferinnen zu erhalten. Es wurden in der Regel bei den Bewerberinnen gute Erscheinungen und ein hübsches Gesicht verlangt. Die Leitung des in Frage stehenden Warenhauses ging aber davon aus, daß diese Theorie einen Fehler habe: den überwältigenden Anteil der Käufer stellen nicht Männer dar, die sich gern von hübschen, jungen Mädchen bedienen lassen, sondern Frauen. lnb es sei unsozial und aufreizend, wenn Frauen aller Stände, die sich keineswegs in der Mehrzahl elegant fleiden und immer gut aussehen können, bon gepflegten jungen Damen bedient würden. Im Gegenteil, das könnte ihnen nur unangenehm fein, und es wäre ihnen sicherlich viel lieber, wenn hinter dem Ladentisch eine ebenso anges mal unbedingt junge Frau stünde. Man hat also jämtliche Abteilungen des Warenhauses auf die Abteilungen für Herrenwäsche und Hers renkleidung mit Verkäuferinnen beſetzt, die nach diesem neuen Gesichtspunkt ausgebildet waren. Man ist sogar soweit gegangen, den ausgesprochen häßlichen Frauen einen Vorzug zu geben. Der Versuch soll hervorragend geglüdt fein, und die Leitung behauptet, daß sie ein Her anströmen einer ganz neuen Käuferschicht von einfachen Frauen einwandfrei feſtgeſtellt habe. Versuch in großer Aufmachung berichten, stellen ihn in eine Linie mit dem neuen Kampf gegen das furchtbare Wort„ mit 40 zu alt". Es handelt sich um eine allgemeine Bewegung in Amerifa, um denen, die von der Natur vernachlässigt wor den sind, eine Chance zu geben. Auf Veranlassung des Vatikans garantierte wird von Frankreich ganz zu schweigen der zogene und durchschnittlich aussehende, nicht eins Mussolini 1934 in einem Handschreiben an den Duce mir mit soviel Soldaten und Flugzeugen zu Kanzler Dollfuß die territoriale Unverleglichkeit Hilfe kommen, wie ich wünsche." --- O Desterreichs und versprach, die Armee gegen jeden Sind Sie davon so überzeugt?" fragte ich Angreifer ſo einzufezen, als wenn es sich um die ungläubig und dachte an den Weltkrieg, wo auch Sonne Jtaliens handele, der es wagen sollte, Desterreich verächtlich zu behandeln." Dieser Stalien, trotzdem es unser Verbündeter war, uns Brief von größter historischer Bedeutung befand in der letzten Minute im Stich gelassen hatte. jia) am 12. März in Besis einer der vier folgen- Das Gesicht von Dollfuß wurde ernst, fast den Persönlichkeiten: entweder bei der Witwe Doll- feierlich. fuß', bei dem Fürsten Starhemberg, bei dem Er- Mussolini ist nicht das Italien von 1914. Stanzier Beh, oder bei dem Kanzler Schuschnign. Im übrigen habe ich ein Handschreiben, das auf Wo ist er heute und wird er iemals veröffentlicht Wunsch unserer Freunde im Vatikan an mich perwerden? Der Verfasser dieser sensationellen Mit teilungen war gestern noch eine bedeutende Persönlich gerichtet ist und in welchem er mir versönlichkeit aus der Umgebung Schuschniggs; heute spricht die Armee gegen jeden Angreifer so einist er ein einfacher politischer Emigrant in der zuſeßen, als wenn es sich um die Sonne Italiens Schweiz. handelte, der es wagen sollte, Desterreich mit Verachtung zu behandeln." Die luftstrategische Lage Eines Nachts, im Frühjahr 1934, einige der Vereinigten Staaten Wochen nach der Niederwerfung der SozialdemoWas sind die Hintergründe dieser scheinbar fraten, wurde ich um zwei Uhr morgens durch ein fächerlichen Stämpfe? Die Verteidigungslinie der dringendes Telephongespräch in das BundeslanzTeramt gerufen. Mehrere Mitglieder der RegieVereinigten Staaten besteht aus dem Dreieck rung, einige Militärs, sowie der Gesandte einer Aleuten Hawai- Inseln- Panamalanal. Der nördliche Sektor, die Aleuten, ist bisher noch ausländischen und befreundeten Macht in Wien nicht ausgebaut. Im Verteidigungsbudget für waren schon dort. Es lagen Nachrichten vor, wo1939 ist hierfür auch noch kein Betrag vorgesehen. nach im Laufe des übernächsten Tages mit einem Es befinden sich jedoch seit langen Luftfahrt- Mis- Nazi- Putsch zu rechnen wäre, und daß zur Unsionen vor allem im Gebiet von Fairbanks, um terſtügung der Nazis, die„ Desterreichische Legion" bie dortigen Flugbedingungen zu untersuchen. Sie im Alarmzustand einige Kilometer von der Grenze fordern den Ausbau von Flugbasen. Die Rolle entfernt aufgestellt sei, bereit auf das erste Signal der Aleuten könnte beim bisherigen Aktionsradius hin einzugreifen. der Bomber jedoch nur defensiv sein, denn die Entfernung bis zu den Lebenszentren Japans be trägt über 3000 Stilometer. Dollfuß ging mit dem betreffenden auslän dischen Diplomaten etwas abseits und während seiner Abwesenheit beurteilten wir die Situation sehr pessimistisch. Wir fürchten für diesen Fall die schlimmste Unordnung und vor allem, daß die Arbeiter aus Rache über die Geschehnisse am 2. Februar die Polizei und das Heer angreifen wür den, die dann zwischen zwei Feuern unter liegen mußten. Ich erinnere mich deutlich, daß diese Worte einen tiefen Eindrud auf mich machten. „ Und wo ist dieser Brief?" fragte ich erregt. " Selbstverständlich hier... im Kanzleramt Oder wo wollen Sie, daß er sonst sein sollte?" Nach der Ermordung von Dollfuß und der Susammenziehung italienischer Truppen am Brenner war mein und meiner Freunde erster Gedanke, daß Mussolini diesmal ſein Versprechen loyal gehalten hatte und daß es nicht sein Fehler war, wenn dem Kanzler teine Zeit mehr geblieben war, ihn zu Hilfe zu rufen. Wir haben uns gefragt, was aus diesem Brief geworden ist. Die einen behaupten, er wäre von Fey, dessen genaue Stolle in dem Drama des 25. Juli bis heute noch ungeklärt ist, mitgenoms men worden. Die anderen versichern dagegen, daß er sich im Besitz von Frau Dollfuß befand oder daß sie ihn Schuschnigg oder dem Fürsten Starhemberg anvertraut hat. Troß der häufigen Stürme und Nebel und des langen Winters sind die unzähligen Buchten der südlichen Inseln dieser Gruppe den größten Teil des Jahres über von Wasserflugzeugen benutzbar. In der Ausbildung ihrer Flieger legen die Amerikaner schon jetzt das größte Gewicht darauf, ihre Piloten daran zu gewöhnen, selbst bei So war die Stimmung, bis Dollfuß zu uns Ich habe aus dem Munde einer dieser drei, ungünstiggen Witterungsbedingungen zu fliegen und die Peilungsmethoden bei Nacht und Nebel zu vervollkommnen. Manöver um Hawai zurüdtam, und wir waren überrascht, ihn so ruhig vor dem 12. März so einflußreichen Persönlich und kaltblütig zu sehen. Statt ihn zu fürchten, feiten selbst erfahren, daß dieser Brief existiert wünschte er fast den Ausbruch des geplanien Put- oder jedenfalls bis zum 12. März existiert hat. sches, um nachdem er ihn niedergeschlagen War er einer der Gründe für den rätselhaften hätte sich mit allergrößter Strenge gegen die Selbstmord des Er- Kanzlers Fey, oder für die Der schwache Punkt des amerikanischen Ver- Nazileute zu wenden. Er sagte uns, daß er uns Haft Schuschniggs oder für die überſtürzte Flucht teidigungssystems ist der Panama- Kanal. Seine zusammengerufen habe, um uns aufzuklären und der unglücklichen Witwe Dollfuß, oder gar für den Rahmlegung würde im Kriegsfalle eine Statas um uns aufzufordern, die Instruftionen, die er uns strophe bedeuten. Wichtiger noch als die Küstenbe- erteilen würde, rigoros auszuführen, für den festigungen sind zu seinem Schuß der Besitz von Fall, daß sich irgendetwas ereignen sollte.. weit in den Ozean vorgeschobenen Stüßpunkten,„ Um Gotteswillen!" sagte ich zu ihm, als von Flugzeugmutterschiffen und von Aufklärungs- ich ihm Auge in Auge gegenüber stand, wenn Flugzeugen mit größtem Attionsradius, die früh die Nazis sich mit den Sozialisten verbünden, dann genug das Herannahen eines Feindes melden kön sind sie wenigstens doppelt so start wie wir. Wäre nen. Die neuen Riesenflugzeuge, die Fliegenden es nicht besser, mit den Leyteren zu verhandeln, Festungen", werden diese Aufgabe übernehmen. um, wenn auch nicht ihre Unterstüßung, so doch Der größte Teil der Flugzeuge ist heute schon auf ihre Neutralität zu erlangen?" Schiffen ſtationiert, da der öftliche Teil des Pazi-" Seien Sie nicht tindisch!" antwortete er fif im Gegensatz zu dem von den Japanern be- mir lächelnd.„ Wenn das Schlimmste kommt, dann herrschten westlichen Teil viel ärmer an Inseln ist. In diesem Jahre wird Amerika 640 Apparate Jeder sein eigener Sherlock Holmes Von Cir Percy Urana Der Tote am Steuer Konstruktion war von NeuZuviel Denkmäler. Die Denkmalskommission des Bariser Stadtrates hat einen Bericht über die Denkmäler von Paris ausgearbeitet, dessen Schluß, folgerung nicht etwa in Empfehlungen besteht, da oder dort neue Denkmäler zu errichten, sondern viels mehr in der Feststellung, daß es derlei Monumente in Paris zuviel gibt, und daß man sich überlegen sollte, wo man manche Denkmäler durch Springbruns nen oder zwvedmäßigere Anlagen ersetzen könnte. Der Bericht dieser Kommission stellt eine historische Arbeit bar, deren Lettüre allerdings amüsant ist. Bis 1880 stellte man in Paris nur Denkmäler für wirklich überragende Zeitgenossen auf. Es gab die histo rifchen Monumente werden natürlich in dieser Stas tistit beiseite gelassen nur elf Statuten solcher bedeutender Männer. 1890 waren es schon 23, 1900 glaubte man, daß 34 unsterblich seien, 1910 hatten 51 ihr Dentmal, und heute gibt es mit 171 Denkmälern geradezu eine Inflation. Zum Teil sind es Persönlichkeiten, die ein bis zwei Jahrzehnte nach ihrer Verewigung in Marmor sogar dem Namen nach völlig vergessen sind. Den Reford in dieser Be ziehung hält das Universitätsviertel, das Quartier Patin: im 6. Arondissement gibt es 31 Denkmäler. Dagegen steht in einem Arbeiterviertel, im 20. Besirk, nicht ein einziges. Die Kommission empfiehlt dringend, auch einen Teil der künstlerisch wertlosen Statuen zu entfernen. Inspektor Lany ließ die Tatort- Photo3 mas chen. Dann trug er mit seinem Kollegen Marchen den Toten in den Hausflur, den ihm ein livrier ter Diener bezeichnete; in jenem Hause hatte der Ermordete gewohnt. Lany durchsuchte die Taschen. Er fand einen Bleistift, einen kostbaren goldenen Füllhalter, mehrere Geldscheine, zahls reiches Silbergeld, zwei Haus-, einen Schrank, einen Geldschrank- und Autoschlüssel, ein Pors Das mächtige Sport- Coupé- ein Stompressormegen neuesterf. Die Polizeibeamten vermochtefeuille mit diverſen Photographien und Briefgierigen ten nur mühsam den Weg für die Kriminalinspek- ausländische Münzen, ein Notizbüchlein in rotem schaften, ein Monokel in goldener Fassung, zwei toren freizuhalten. Inspektor Lanh schaute lange regungslos Leder und ein Feuerzeug. Offenbarer Selbstmord!" meinte Inspeks auf Flugzeugmutterschiffen, 125 auf Kampfschif Küste ab. In diesem Jahr soll die Verteidigung fen und 200 an den Küsten unterhalten. der Hawai- Inseln übrigens wiederum das Haupt- das sich ihm darbietende Bild an. Seine Augen for Marche und wies auf die angesengten Stel nahmen offenbar jede Einzelheit genau auf Das Zentrum des amerikanischen Verteidi- thema der Manöver bilden. Außer dem Bedarf an mit der Gewissenhaftigkeit und der Konserviegungssystems bilden die Hawai- Inseln. Der wich weiteren Flugzeugmutterschiffen und an" lie- mit der Gewissenhaftigkeit und der Konservietigste militärische Stüßpunkt auf diesen Inseln ist genden Festungen" ergab sich aus diesen Manörungsfähigkeit einer Präzisionskamera. der See- und Flughafen Pearl Harbor auf der vern die interessante Forderung, die Zahl der Er sah zunächst den prachtvollen Wagen. Dann Insel Cahu. Von hier aus beherrscht Amerika den Stüßpunkte auf den Inseln des Pazifik zu ver- öffnete er die Tür des Coupés. Am Steuer faß. Ozean im Norden bis zu den Aläuten und im größern. in sich zusammengesunken, die Gestalt eines Süden bis zu den Samoa- Inseln. Die letzten! Am 25. März 1935 fuhr die North Ha- athletisch gebauten jungen Mannes. Sein Hut Frühjahrsmanöver haben jedoch große Schwächen ven" im Auftrage der Panamerican Airways aus saß schief auf seinem Kovf. Die rechte Wange in der Verteidigung der Inselgruppe aufgezeigt. San Francisco aus und vollendete ihre Arbeit war blutüberströmt. Das Blut siderte unter dem Fast die gesamte amerikanische Flotte mit 150 innerhalb von fünf Monaten. Auf einer Reihe von Hut aus einer Schläfentvunde hervor. Nirgends Schiffen und 500 Flugzeugen hatte an diesen Inseln waren drei Angestellten- Kolonien und fünf Manövern teilgenommen. Diese Manöver spielten Flugstationen mit Lagern von einer Million sich in dem ungeheuren Raum zwischen den Aleu- Liter Brennstoff und über einer Million Erfaßten, den Hawai- Inseln und der falifarnischen teilen errichtet. I. H. len an der Schläfe des Ermordeten. ,, Hm! machte Lany. Dann schüttelte er plößlich den Kopf und sagte scharf: Mordkoms mission! Denn dieser junge Mann hier hat nicht Selbstmord begangen. Er ist und zwar nicht einmal in seinem Wagen erschossen worden. Erst der Leichnam wurde dann zur Verwischung der Spuren und zu Täuschungszwecken ins Auio zurückgeschafft!" Woher wußte Inspektor Lany, daß es sich sonst Spuren einer Gewaltanwendung. Zwischen um einen Mord handelte und daß der Getö den Pedalen lag eine Selbstladepistole. Ein Pro- tete erst nachträglich ins Auto gebracht worden iettil fehlte aus dem Magazin. Der Hut wies die war? Ausschußöffnung auf. ( Auflösung in der nächsten Nummer.). 1 D Band Don breč rifa men mein tifche auf dem an d idiaf Pro eine den men bild trier terb Arof Stap ber Eur Strif ba 11m mal Far Nat daß Be fall liche hin rifa tett ma lich wit Int frei Git der Ge gro Re Me icht S fpit den An 1111 ber ter Str in fte be 20 Sc 万 do St Sr. 73 Sonnt««, 27. Mär, 1288 «eile 7 WbiuüWiflft mut 5oLÜckpoütik Der Handelsvertrag mit den USA •gut handelspolitischen Komitee des Zentrawer- kaiides der tschechoslowakischen Industriellen dielt am! KoimerStag der frühere Gesandte Dir. In«. Va- bttdia einen Bortra« über seine Eindrücke in Ame- rita im Zusammenhänge mit dem eben abgeschlossen ittn Handelsvertrag. Ter Vortragende schilderte zunächst in allge« meinen Zügen die innere tvirtschaskliche und poli- tisihe Situation der Bereinigten Staaten, und hier« cuf die Grundsätze, nach denen sich die.gegenwärtige demolratische Negierung, mit Präsident Roosevelt an der Stutze, bei ihren grasten Reformen und LZirt- siliastraktionen richtet. Er zeigte, da» das wichtigste Problem, mit dem sich Amerika gegenwärtig besastt, einerseits die Regelung des BerhältnisseS zwischen den staatlichen Ausgaben und dem Nationaleinkommen, andererseits die Frage ist, wie in die Kapitalsbildung einzugreifen wäre, um eine weitere Konzentrierung de» Kapitals an einigen wenigen Stellen zu verhindern, um so die wachsenden sozialen Spannungen zu mildern. In dieser Beziehung besteht ein groster Unterschied zlvischen Amerika und dem an jiapital armen Europa, und deshalb darf es nicht bberraschen,. dass Amerika Mittel wählt, die in Europa nicht nachgeahmt werden können. Die amerikanische Wirtschaft stand nach der Krise im Jahre 1020 vor ganz neuen Problemen, bg in Amerika eine Arbeitslosigkeit von einem solchen Umsange eintrat, dast allen Anzeichen nach nicht einmal die neue Kvnjunkturwelle alle Arbeiter und starmerkräfie wird absorbieren können. Die fachlichen Ratgeber Roosevelts nehmen den Standpunkt ein, dast die konstitutionelle Arbeitslosigkeit aus andere Leise als durch Zuwarten beseitigt werden must, fall» es in Amerika nicht zu sozialen und lvirlschast- lichen llmtvälzungen kommen soll. Sie weisen darauf bin. dast sich die dauernde Arbeitslosigkeit in firne« rita al» Holge de» allzu raschen Tempo» der private» Investitionen eingestellt hat, die im Bergleich zur maximalen Konsumfähigkeit der Bevölkerung eigentlich schon heute überdemensianiert sind. Dagegen luurden in Amerika öffentliche und gemeinnützige Investitionen von ganzen Generationen vernach« Üssigt. stall» das in Amerika in Ueberflust vorhandene freie Kapital eine fruchtbare Anwendung in grostem Stil finden soll, kann dies nur dadurch geschehen, dast der Staat die Sünden und Versäumnisse der trüberen Generationen gutmacht und an die Realisierung gioster gemeinnütziger Arbeiten schreitet, wie an die Rekultivierung der Forste im«rosten Stil, an die Regulierung der Flüsse, an Arbeiten, die da» Abschwemmen der fruchtbaren Erde verhindere, an die Knillvierung und Besiedlung der Wüsten, an die systematische Elektrifizierung des ganzen Lande», an den Ausbau eines grosszügigen Strassennetzes. an die Anlegung geäster Parks. In der Umgebung der Städte und Jndustrieagglomeratianen. an die Förderung der Baubewegung und an den Bau gesunder Arbei- terivahmmgen, an den Ausbau der Handels- und Kriegsflotte ufw. ’’ Gleichzeitig must der Staat nach Ansicht der Roosedelt-Aruppe auch in die landwirtschaftliche Produktion regulierend eingreisen, um übermässige Preisschwankungen zu verhindern; er will dabei aber alle Formen der dirigierten Wirtschaft vermeiden, die im Widerspruche zu den in Amerika bisher allgemein anerkannten liberalen Wirtschaftsprlnzipien sieben würden. All die» bedeutet allerdings ein bedeutender An« wachsen der laufenden Staat»« und namentlich der JlwestitionSauSgaben. Die Regierung ist jedoch nach mehrfachem Schtvanken zu der Ansicht gelangt, dast bei den ungeheuren Kapitalsreserven, über die Amerika verfügt, ein mehrjähriges staatliches Defizit noch da» geringste Uebel und vielleicht der einzige Weg ist, wie da» bei einzelnen WirtschaftSitellen Übermässig konzentrierte Kapital allmählich abge« schöpft werden kann. Da» innerpolitische Wirtschaftsprogramm verfolgt daher eine Politik der Erhöhung der Staat»au»gaben zum Zwecke der Steigerung der Konsumkraft der breiten BevölkerungSschichten. Was die wirtschaftliche Aussenpolitik anbelangt, ist die Regierung Roosevelt zu der Ansicht gelangt, dast der hohe Zollschutz, der von den republikanischen Regierungen aufrechterhalien wurde, eine übermässig rasche Steigerung der Preise und damit auch der Löhne zur Folge hatte, wodurch wieder die privaten Institutionen in Amerika in einem solchen Maste stimuliert wurden, dast dadurch eine Uebersättigung und infolgedessen eine langjährige^Stagnation im JnvestitionSbedarfe eintrat. Amerika hatte, wie bekannt, ivährend der ganzen Nachkriegszeit eine Hochaktive Handelsbilanz, und deshalb lourde es gleichzeitig zu einem Gläubigerstaat, e» flost beständig Gold nach Amerika, das sich hier in einer solchen Menge anhäiifte, dast eS die Funktion der Währung gefährdete. Aus dieser Situation gibt eS keinen anderen AuSiveg als eine Senkung der Zollbarrieren so, dass die Einfuhr nach Amerika anaeregt wird, die ein übermästige» Ansteigen der Preise hemmen wurde. Man erhält für Kä 100 Reichsmark...... 588.— Markmünzen....... 670.— 100 österreichische Schilling nicht notiert 100 rumänische Lei. 16.85 100 polnische Zloty.. • 533.50 100 ungarische Pengö. * ■ 581.— 100 Schweizer Franken • • • 652.50 100 französische Franc» • • 86.20 1 englisches Pfund. • • * 142.62 1 amerikanischer Dollar e 28.52 100 italienische Lire * 120.20 100 holländische Gulden • 1582.— 100 jugoslawische Dinare 64.80 100 Belgaö.... 481.— 100 dänische Kronen. A • • 632.— 100 schwedische fteoneit« ■ V tz 728.— Roosevelt hat von dem Kongrest im Jahre 188» die Ermächtigung erhalten. Handelsverträge abzu« schliessen und Nachlässe von den gegenwärtigen Zöllen bi» zu 60 Prozent zu gewähren. Auf Grund dieser Ermächtigung hat die amerikanische Regierung bereit» 18 kleinere Handelsverträge abgeschlossen, die sich alle gut bewähren. Der erste Tarifvertrag auf breiterer Grundlage war jedoch erst der Vertrag mit der Tschechoslowakei, welcher der siebzehnte in der Reihenfolge ist und gewissermassen eine. Vorbereitung für den grössten in Amerika vorbereiteten Handelsvertrag darstellt, nämlich für den Handelsvertrag mit England. Dor tschechvsiowakische Export Der tschechoslowakische Export nach Amerik» nimmt in den letzten Jahren sehr rasch zu und Amerika steht unter den Abnehmern tschechoslowakischer Waren heute bereit» fast an erster Stelle. Die Erleichterungen, welche die Tschechoslowakei nunmehr in dem Vertrage erhalten hat und die sich auf ungefähr sechzig Warengattungen beziehen, werden ohne Zweifel eine weitere Steigerung de» Erporte» mit sich bringen, zumal die vorübergehende kleinere ,Ab- satzkrike, allem Anschein nach nunmehr im Rückgang begriffen Ist. Amerika hat der Tschechosiowakei vor altem nur bei jenen Warengattungen Ermässigungen (MC2) Auf der Eidgenössischen AutoauS« stellung der Schweiz in Genf lvurde zum ersten Male das neue schweizerische VolkSauto gezeigt, dessen Konstruktion die Fachtcchnikec der ganzen Welt sehr interessiert. ES ist ein zweisitziger Wagen von nur 2.60 Meter Länge mit einem 400-ccm-Hcckmotor, der ähnlich wie ein Mo- toreykleantrieb konstruiert ist und dem VolkSauto eine Maximalgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern verleiht. DaS Auto ist äusserst stabil und widerstandsfähig. Versuchsfahrten nrit zwei Personen über offenes Gelände haben bewiesen, dass der Wagen trotz seiner Kleinheit stabil genug ist, um selbst kleine Strassenhindernisse wie Gräben und Erdlocher ohne Achsenbruch oder andere Beschädigungen zu nehmen. Wohl auS diesem Grunde hat die Schweizerische Militärverwaltung dem Konstrukteur das Patent zur Herstellung eine» für militärische Zwecke geeigneten geländegängigen Kleinwagen» bereits vor mehreren Monaten abgekaust. Der neue schweizerische Volkswagen.kostet nur 1500 Schweizer Franken (2200 KC). DaS Interessanteste an dem neuen Schweizer Wagen aber ist die P e r s o n seines K o n st r u k t e u r s. ES ist der jetzt in Zürich lebende reichsdeutsche Staatsangehörige Josef Ganz, seit Jahrzehnten einer der bestquali- si,zierten Fachleute Europas auf dem Gebiete des Kleinmotors und in Kreisen der Autoindustrie bekannt als langjähriger Herausgeber der reichsdeutschen Zeitschrift„Der Kleinmotor". Ingenieur Ganz war fast 15 Jahre lang bei den deut« scheu MercedeS-Benz-Werken beschäftigt und arbeitete dort viele Jahre hindurch an der Konstruktion eines billigen Kleinwagen», des seit der Berliner Autoschau im Frühjahr 1033 vom Führer und Reichskanzler dem deutschen Volke alljährlich immer wieder versprochenen, biS heute aber noch nicht auf dem Markt erschienenen „VolkSautoS". Gegen Ende 1033 waren die Arbeiten und Versuche des Ingenieurs Ganz soweit fortgeschritten, dass mit der Herstellung deS Wagens für das Jahr 1231 hätte gerechnet werden können. Daher gewährte die Firma Mer- eedeS-Benz zu Weihnachten 1233 Herrn Ganz eine Sonderprämie von 8000 Reichsmark und sandte ihm gleichzeitig ein sehr schmeichelhaftes Schreiben, in welchem die Direktion ihm zu sei« seinen bisherigen Erfolgen in der Konstruktion des Kleinautos gratulierte und die Hoffnung aussprach, dass im nächsten Jahre, also 1284, Mer- redeS-Benz dem deutschen Volke daS langersehnte VolkSauto in grossen Mengen liefern(und dabei gross verdienen) werde. Aber die Direktion der MercedeS-Werke, die in die Borversuche bereits eine Menge Geld investiert hatte, hatte nicht mit der Aufmerksam« ' feit gewisser Amtüstellen deS Dritten Reiches gerechnet. Ingenieur Ganz ist nämlich Jude. Sollte man etwa ruhig mit ansehen, wie bald in der ganzen Welt als Konstrukteur deS deutschen VolkSautoS, der schon so oft angekiindigten Errungenschaft de» nationalsozialistischen Regimes, ausgerechnet ein Jude bekannt werden würde? Da man erfahren hatte, dass die KonstrultionS- pläne so gut wie fertig waren, so beschloss man, schnell zu handeln, den. verdächtigen Juden dahin zu bringen, wohin ein solcher gefährlicher Mensch im Dritten Reich gehört, und nach seinen„hinterlassenen" Plänen den neuen Wagen durch eipen kerndeutschen Mann mit garantiert arischen Ärohmüttern„konstruieren" zu lassen. Wieder einmal jedoch siegte jüdische Hinterlist über germanische Tapferkeit und Treue. Denn als wenige Tage nach dem 80. Juni 1934, während im ganzen deutschen Vaterland viele andere solche Schädlinge und Volksverräter an die Wand gestellt wurden, ein SS-Kommando den Ingenieur Josef Ganz, der nie in seinem Leben irgend etwas mit Politik zu tun gehabt gewährt, bei denen die Tschechoslowake! der wichtigste Importeur ist und die etwa 66 Prozent der Gesamteinfuhr betreffen. Die übrigen Positionen sind für die Handelsvertragsverhandlungen mit England reserviert und man kann sagen, dast der tschechoslowakische Export nach Amerika— fall» eS zur lln« terzeichnung diese» Vertrage» kommen wird swa» im Lause des heurigen Jahres zu erwarten ist)— praktisch«roste und bedeutungsvolle Erleichterungen geniesten wird. Die» ist von um so grösterer Bedeutung. als die allgemeinen Sympathien, deren sich die Tschechoslowakei heute in Amerika erfreut, den Kon« sum tschechoslowakischer Ware» erleichtern, deren Konkurrenzfähigkeit noch dadurch gesteigert wird, dast die. amerikanische Bevölkerung demonstrativ den An« kauf von japanischen und anderen Waren eingestellt har. Der Handelsvertrag— bot grösste Ereignis unfcror Handelspolitik Obwohl die tschechoslowakische Industrie durch die Gegenkonzessioneii. die Amerika gewährt werden mussten, mehrere schwere Opfer zu bringen gezwun« gen war, kann man sagen, dast der Handelsvertrag mit Amerika da» grösste Ereignis in unserer Han« delspolitik in den letzten Jahren darstellt, zumal durch diese Art eine systematische Politik Amerikas zum Abbau der Hindernisse des Welthandel» einge« leitet wird. Amerika hofft, durch die Befreiung de» Welthandel» von den prohibitive» Zöllen und Hin« dernissen besser zur Festigung de» Weltfrieden» beizutragen als durch alle internationalen Konferenzen und Abkommen. hat, wegen staatsgefährlicher Umtriebe verhaften toollte, da war er nicht mehr da. Einfach auSge-' rissen war der feige Kerli Und was das allerschlimmste war: Seine sämtlichen Berechnungen. Zeichnungen, kurz alle Unterlagen technischer Natur für den deutschen Volkswagen des Führer» und Reichskanzlers hatte er mitgenommen. Trauer erfüllte die Herzen der schwarzen Abgesandten AsraelS, des TodeSengelS, Trauer und Scham darüber, dass es auf dieser Welt so furchtbar schlechte und undankbare Menschen gibt. Trauer herrschte auch in den Herzen der Herren Direktoren von MercedeS-Benz, denen der schöne kleine Wagen davongefahren war, mit dem man viele schöne Millionen hätte verdienen können. Run musste man von vorn anfangen und Teufel weih, ob einem die Konkurrenz dabei nicht zuvorkam. Auf der Genfer Autoschau aber erregte daS VolkSauto deS deutschen Ingenieurs Josef Ganz allgemeine Bewunderung und findet Käufer über Käufer. Und die Fabrikanten des. 1500-Schwei« zer-Franken«WägllS sind der Meinung,^ah' dek Antisemitismus von einem gewissen Standpunkt aus manchmal sogar etwas Gutes im Gefolge haben kann... Treue der Memba Von Raimund Cornelius Das Dorf Sata-ki, wenige Lehmhütten, liegt im Herzen Kongos. Keine europäische Macht behauptet, Vorrechte zu haben, denn nur mit äussersten Strapazen ist das Herz Afrikas erreichbar. „Der Weisse ist dal" Die Männer flüstern es sich zu. Manche lachen und zeigen blendende Zahnreihen, andere tvieder ballen die Fäuste und gehen in den Urwald hinaus. Die Frauen aber zittern. In einem Zelt liegt ein dicker, weisser Mann auf dem Lager von Tierfellen uiü> raucht behaglich seine Pfeife. Ein Diener rollte kleine Fässer in das Zelt, stapelt Pakete und alte Flinten auf. „Wir bleiben nicht lange, John. Die Kerle könnten eS sich überlegen, wenn sie wieder nüchtern geworden sind. Tu schenkst ihnen ganz tüchtig ein und inorgen, wenn die Sonne hoch- sleht und sie alle schlafen, dann machen wir uns auf den Weg.— Ich glaube, es wird keine schlechte Beute werden l". „Denke auch, Mister Bullacel" meint der Diener und trippelt auS dem Zelt.—, Die Aeltesten deS Dorfes sitzen um Mister Bullace im Kreise herum. „Trinkt nur, ihr Kerle, so lange es euch schmeckt. Ich kenne keinen Geiz, das wisst ihrl" — Und er spielt mit bunten Ketten Ivertloser Perlen, zeigt ihnen kleine Salzsäcke, die aber mehr Kalk als Salz enthalten, verrostete und unbrauchbare Flinten, verdorbene Pulverbüchsen und Knallkapseln, wie Kinder gerne mit ihnen spielen. Die Augen der Neger leuchten. Sie trinken wie Löcher den elendsten Füsel; den man erzeugen kann. Ihre Sinne sind benommen, ihre Oberkörper wiegen im kreisenden Takt und breite» Grinsen zerrt die Mundwinkel bis zu den Ohren empor. „Ich zahle bar, dass wisst ihr. Hier ist Pulver, Salz; hier sind die wertvollsten Perlen der Weihen und ganz neue Flinten. Also— bringt mir eure Töchter und das Geschäft kann gemacht werden!— Aber rasch, denn ich habe leine Zeit zu verlieren!" Die Neger wanlen hinaus, ihren Hütten zu. Bullace lässt sich grinsend auf das Lager nieder. Er weih, dass er ein gutes Geschäft in dm nächsten Stunden abwickeln wird. Er bringt seine schwarzen Waren an die Ost- oder Westküste. Die Mädchen können nur ihre Muttersprache, sind hilflos; er verkauft sie an Zirkusse, an Sklavenhänd- Aus den Geheimnissen der deutschen Auto-Industrie Schweizerisches Volksauto bereits auf dem Markt Der Konstrukteur ein Deutscher Ilona Maffey und Nelson Eddy in dem Film „Rosalie". ler, die unter Decknamen reisen, an Bordelle der Übrigen Erdteile, wo solche Ware hoch im Kurs steht. Die Behörden kümmern sich nicht darum, denn sie können sich mit diesen Negerinnen nicht verständigen, sie können nicht einmal ersahren, woher sie stamme». Wer sollte sie auch wieder in das Herz Afrikas zurückbringen können? Davon lebt Mister Bullace. Vergnügt, dick und mit Bankkonten in allen Niederlassungen der verschiedenen Hafenstädte ivattiert. Ein Mann, der sein Geschäft versteht und der sich um Kultur und Völkerbund nicht im geringste» kümmert.— „Hübsch ist sie nicht, ich nehm' sie aber!" meint Bullace.„Da: einen Sack Salz und eine Flinte. Etwa» Rum kannst du auch haben.— — Und du? Du bekommst für deine Tochter ein' kleines Fässchen Rum, damit du den Kummer vergisst, zwei Reihen Perlen und Pulver. Die Flinte bekommst du da» nächste Mal dazu, wenn du mir deine andere Tochter gibst, die du mir heute wieder nicht gebracht hast. Der Teufel soll dich holen!" Einige Stunden später kauern neun Negermädchen neben dem Zelt de» Mister Bullace. Sie schieben in tiefer Trauer die Köpfe zwischen die cmporgezogencn Sckniltern. Negerinnen weinen nicht: ihre Trauer ist stumm. Eine Gestalt huscht zu ihnen. «Hat dich Choto, dein Vater, verkauft?" Eine» der Mädchen nickt. „Ich werde dich befreien, Un-HI." „Wie willst du da» machen, Maca? Du darfst nicht morden, sonst kommt da» Blut der Rache über un» alle." »„Hier!" Mara,.der, Jüngling, streckt den Arm vor. „Eine tote Memba!" schreien die Mädchen auf. „Ich habe sie im Wald erschlagen. Ich werde sie neben sein Lager legen und in einer. Stunde hat ihn die Rache der Memba ereilt!" Der Neger schleicht in daö Zelt. Kurze Zeit, später kehrt er zurück. „Wenn die Sonne aufgeht, ist er tot."— Eine Membaschlange durchhuscht den Urwald. Sie sucht ihre Gefährtin. Denn Memba« schlangen sind schwarz wie die Nacht und treu ,wic der Tag. Wer eine Membaschlange erschlägt, der ist dem tödlichen Biss der üeberlebcnden ausgesetzt. Sie sucht so lange, bis sie die tote Gefährtin gefunden hat; der Mensch, den sie neben der Toten findet, wird gebissen und ist dem Tode geweiht. Die einsame Membaschlange galloppiert durch den Urwald— denn Membaschlangen werfen sich rascher vor als gaUopierende Pferde, wen» sie die Wut erfasst— und jagt dem Dorfe zu. Sata-ki ist in Schlummer getaucht und nur die verkauften Mädchen trauern wachend vor dem Zelt de» Mister Bullace. Ein Schatten huscht an ihnen vorbei. Sie schrecken empor und starren nach dem Zelt. Da» Schweigen der afrikanischen Nacht lagert über dem Herzen Kongos. Ein markerschütternder Schrei... Als die Neger tags darauf erwachen, sehen sie zu ihrem Erstaunen daS Zelt des Weissen noch nicht abgebrochen. Sie eilen herbei. „Der Sahib schläft?" Die Mädchen deuten nach dem Zelt. Die Neger betreten es schüchtern, um entsetzt zurückzustürzen. Sie fanden Mister Bullace am Lager liegend: neben ihm lag eine tote Memba, eine lebende hatte sich in seinem Hals verbissen. „Du bist frei und ich will dich schmücken!" ruft jubelnd Maca und eilt in das Zclt. Er schwingt mit aller Kraft eine Dschambode, die Peitsche der Eingeborenen und bricht mit einem Schlag daS Rückgrat der noch lebenden Membaschlange. Dann fasst er die Glasperlen zusammen, eilt auS dem Zelt und überschüttet Un-hi- sein Mädchen, mit diesem bunten, wertlosen GlaSzeug. Am Abend sitzen die Neger im Kreise um daS Zelt, hinter ihnen die Mädchen— denn immer sitzen die Männer in der ersten Reihe— und feiern ihre Freiheit. Sie trinken den letzten Schluck Fusel, verknallen da» Pulver aus verrosteten Flinten und tanzen den Freudentanz de» Kongo. I Seit Mister Bullace ist kein Weisser mehr nach Sata-ki gekommen. Maca aber ist der Häuptling des Dorfes geworden und Un-hi soll - ihm treu sein, wie eine Membaschlange ihrem ' Gefährten treu ist. ,-Sozialdemokrat" Sonntag, 27. März 1038. 9Jr. 73 Iümst und Wssen das Filme In Prager Lichtspielhäusern I Ein deutscher Kriminalfilm, Der Mm Veremsnackncktea 3M MtteiümHekl-l-r-Arania- der geschmackvolle architekto- die Geschehnisse gestellt wer« daß dec den war Der kleine Peter Bosse und Marie Cebotari in dem Film»Da» Lied der Mutter". Im Halen von New York „Dead end". daS auch auf tschechischen Bühnen gespielte Stück von K i n g ö l e ft, dem Verfasser der „Menschen in Weis;", ist eine ne uralistische Drama« ttsierung der Zustände in einem New Aorker Elendsviertel. das uns als Brutstätte der Gangster gezeigt wird. ES ist«in Milieustück, aber doch ein stilisiertes, und der Einfall, die Straste des Elends durch eine Hintertür mit den Wohnpalästen der Reichen zu verbinden und die Rückkehr eines berüchtigten Gangsters in seine„Heimat" zu zeigen, der dort, nachdem ihn die Mutter verflucht und die Geliebte, zur Dirne geworden, verlassen hat, von der Hand eines Jugendfreundes den tödlichen Schutz empfängt, — dieser Einfall macht das Ganze ein wenig rhea- tralisch. Aber«S ist ein starker sozialer Appell in dem Stück KingSleyS— und„Dead end" bedeutet nicht nur das„tote Ende" eines Wasserarm», in dem hier die zerlumpten Jungen baden, nicht nur das tödlich« Ende des Gangsters, sondern wohl auch das drohende Ende einer Gesellschaftsordnung, die den Armen schuldig werden lässt'. Der Film freilich hat trotz alledem noch ein halber happy end gefunden, aber die sozialen Stellen d«S Dialogs wirken auch in ihm. obgleich eS vom filmischen Gesichtspunkt au» ein Fehler war, sich so eng, wie eS hier geschah, an die Theater-Vorlage zu halten. Die Regie William WylerS war mehr sorgfältig als einfallsreich. Die Darstellung, soweit ste das Milieu betrifft, ist eindrucksvoll, und Sylvia Sydney in der weiblichen Hauptrolle ist auf«ine stille Art ergreifend, während Joel Mac Crea in einem Film dieser Art allzusehr als steggewohnter Liebhaber wirkt.— eis— Victoria Regina . Das Stück von Laurence HouSman, mau gestern im Deutschen Theater sehen konnte, hat man vorher schon— auf englisch— im Film sehen können, wobei übrigens nicht klar ist. ob es sich damals um ein verfilmtes Bühnenstück oder diesmal um einen für die Bühne bearbeiteten Film bandelte. Tatsächlich ist eS weder Film noch Drama, sondern eilt' Bilderbogen von Liebe. Ehe und Alter der guten Königin Victoria, die solange regierte, dass man nach ihr in England«in ganze» Zeitalter benannt bat— und dast selbst in HouSman» Stück die Regierungsgeschäfte der Hauptfigur nicht ganz unerwähnt bleiben. Der Bilderbogen, der auf der Bühne aus elf Teilen besteht, weist mehr privates und familiäres als politisch-historische» Kolorit auf und wird am relativ reizvollsten an den Stellen, an denen sich beides ein wenig mischt: dort also, wo Bicwria mit dem geliebten Prinzgemahl Albert über Attentat und Krieg und später mit dem zärtlich verehrten(und verehrenden) Lord Beaconsfield(der in die Geschichte unter seinem Vaternamcn DiSraeli eingcgan« gen ist) über den europäischen Frieden spricht. ES wird allerdings in sehr allgemeinen Wendungen— und au» Anlast heute kaum noch aktuell zu nehmender Ereignisse— geredet, und wenn das Bilderbogen-Stück überhaupt eine Tendenz hat, dann ist es die. ein gekrönte» Haupt der britischen Geschichte (das übrigens, man denke an den Burenkrieg, gar nicht so ganz friedlich regiert hat) auf ein« recht englische Art zu verherrlichen: nicht mit Vatbo». sondern mit ein klein wenig Ironie und vertraulicher Anerkennung. Die drei Stunden, die diese dezente Ovation aui der Bühne in Anspruch nimmt, sind zwar im Hinblick auf die lanae ReaicrunaSzeit der Königin Victoria nicht viel, für ein nicht-englisches Publikum aber doch etwa- ermüdend. Die Regie Mar L i e b l S bat da» Höfische des Stücke», die Vornehmheit im Aeusterlichen und im Menschlichen überall sichtbar werden lasten— upd dem Bilderbogen auch die nötige Buntheit<*:• geben: man konnte Gemächer und Kostüme, historische Marken und— beim Finale de» KrönnungSjubiläumS —. leuchtende Uniformen sehen. Von den Möglichkeiten. die durch die Bezeichnung de» Stücke» al»„Komödie" gegeben sind, machte die Regie weniger Gebrauch. In der Titelrolle erschien Marion Wünsche— und nötigte zur Bewunderung durch die schlichte Herzlichkeit, mit der sie die Riescurolle erfüllte, in der sie aber doch da» Dramatische, die Entwicklung von der egoistischen Liebe zur weisen Güte, nicht genug zur Geltung brachte. Auch Leo Siedler al» Prinzgmahl blieb zu sehr auf«inen Ton gestimmt und überzeugte nicht davon, dast dieser Prinz Albert au» der ihm ursprünglich zugedachten Nebenrolle eine Hauptrolle gemacht bat. Die stärkste schauspielerische Wirkung der Aufführung ging von den Trägern dreier Episodenrollen au»: von Fritz Dal k. der den Auftritt DiSraeli- auf überlegene Art zu einer grosten. gedanklich und menschlich bewegenden Szene machte, von Han» Götz, der einem kurzen Gespräch des Premierminister» Melbourne Charakter gab und von Willi Volker, der einen bäcbeistigen schottischen Diener zwar ein bistchen übertrieben, aber doch erfrischend der alten Majestät gcgenüberktellte. Dr Beifall, den da» Stück fand, war mästig, steigerte sich aber mehrmals zugunsten der, Darsteller.—ei»— Kein Wort von Liebe. Im Urania-Kino läuft die deutsche Fassung de» in Prag gedrehten Filmes „Kein Wort von Liebe", ein heiterer Spielfilm, der ausgezeichnet besetzt ist und in dem wir auch gute Bekannte vom Prager Deutschen Theater Wiedersehen. Die Geschichte der Mädchen», da» als Boy in oaS HauS«ine» Modeschöpfer» eindringt, sich dort als besonders Kug und nützlich erweist und schliest- , lich den Chef erobert, wird mit viel Charme und j möglichster Wirklichkeitsnähe dargestellt. DaS ist vor i allem den beiden Hauptdarstellern zu danken, den: versteht. Romanowsky sorgt für einen warmherzigen Humor und auch Marion W ü n sch« und S z u r o w Y tragen zu einem Erfolg de» Filmes bei. Hervorzuheben ist Nische Nahmen, in den den.' Die Falschspieler. der eine mit Spannung geladene Handlung, in der nichts vom Requisit diese» FilmgenreS fehlt, geschmackvoll bändigt. Obgleich die Katastrophen einander jagen, bleiben Dialog und Ton, man möchte sagen, in den Grenzen eine» Kammerspieles. Dast der Zufall in sehr hohem Maste zum Mitwirkenden gemacht wird, scheint Wohl bei solchen Filmen unvermeidlich. Zwei Brüder geraten an die Komplizin eines bekannten Falschspielers. Während der eine von ihr und ihrem Partner auSgeplündert wird, führt der andere sie auf eine neue Lebensbahn. Die statuenhaft schön« Camilla Hör n steht kühl in der schiessenden, kämpfenden und liebenden Welt von Männern, von deren Darstellern nur Karl Martell auS früheren Filmen bekannt ist. Mntterlied. Bei den Sängerfilmen hat man sich abgewöhncn müssen, Sinn und Unsinn der Handlung näher zu untersuchen. Wer sie besucht, geht hin, um schöne Stimmen zu hören. Der Film „Mutterlied" mit Benjamins G i g l i bietet viel an prachtvollem Gesang. Neben ihm singen noch Michael Bohnen und Maria Cebotari. Wie der Titel erwarten lästt, appelliert der Film an das Herz oder noch mehr an die Tränendrüsen. Es wird dem Zuschauer alles geboten und nichts erspart, was Rührung zu erzeugen vermag. Auch Hans Moser, sonst der Erwecker ausgelassener Heiterkeit, ist diesmal zum Weinen. Aber damit soll nicht gesagt werden, dast dieser Rührfilm mit Musik nicht geschickt gemacht ist und nicht seine Absicht boll erreichen wird. jk „Die große Mauer". Filmvortrag Josef Wechr- berg. Montag, HO Uhr. „Europa im Zeitalter der Maste." Vortrag H. Steinhaufen(Autor von„Die Zukunft ter Freiheit")/ Donnerstag. 8 Uhr. Uranla-KIno Alleinpremiere„Kein Wort von Liebe" mit Richard Romanowsky, Rolf Wanka, Schwanecke, Szurowy, Fiedler. Wünsche. Aktualita. Heute 1l, 2, ck, 6. HO Uhr. Montag 6 Uhr. Blamage mit Greta Garbo II Samuel Goldwyn ist nicht nur der allgewaltige Lester der Metro-Goldwyn-Mayer, der mit ungeheurer Konsequenz seine Pläne, einmal Diktator des amerikanischen Films zu werden, verfolgt und darum der„G-Man des Films" genannt tvird, er ist nicht nur der einfallsreichste und erfolgreichste Produzent in Hollywood, er hat auch Reklame-Ideen, die ihm sobald niemand nachmacht. Allerdings: mit der Entdeckung der„neuen Garbo", die vor allem mit der„Göttlichen" die Eigenschaft gemeinsam haben sollte, eine echte Skandinavierin zu sein, ist er in peinlicher Weise hereingefallen, und die Lacher stehen in dieser Sache auf der Seite seiner vielen Feinde t—denn selbstverständlich ist Samuel Goldwyn ebenso beliöbt wie angefeindet—). Um Sigrid Gurie wurde, als sie mit Gart) Cooper den„Marco Polo"-Film drehte,' eine selbst für mnerikanische Verhältnisse ungeheure Reklame gemacht. Der Punkt, der besonders be- ront wurde, war, daß die frisch aus Norwegen importierte Künstlerin in erstaunlich kurzer Zeit englisch sprechen gelernt habe. Ter skandinavisch« Akzent sei zwar noch unverkennbar, aber das erhöhe nur ihre^ Reiz. Die Photo» waren ä la Garbo gestellt, mit verträumten grosten Augen, kühl und abiveiscnd, man spürte förmlich Hauch dcS ewigen Nordens. Der Erfolg ebenso grost wie die Propaganda. Und nun stellt sich plötzlich heraus, Sigrid Gurie keincStvegS von den Ufern Fjorde herkommt, sondern mitten in Brooklyn zur Welt gekommen ist, Amerika auch nie verlassen hat, und nicht nur das amerikanische Englisch, ländern de» Stang dieser New Docker Vorstadt spricht. AIS Sigrid Gurie berühmt wurde und nach Holly- wood kam, tat sie das, was dort zum guten Ton gehört; sie liest sich scheiden. Und im Scheidung»- Prozeß stellte sich ihr« Abkunft einwandfrei heraus. Sie hieß nut ihrem bürgerlichen Namen MrS. Thomas" Steward, und ihr Mann ist sogar so unvornehm, nicht nur ihr Geheimnis preiszugeben, sondern den vollen Ersatz seiner Spesen'ze verlangen, die er mit 60.000 Dollar beziffert. Das Geld würde dafür auSgegcben, seine geschiedene Frau zu lancieren, aber der Haupttcil ging auf Sprachunterricht drauf. Sie mustte schwedisch und norwegisch lernen, was nicht so schwer war, aber dann inustte sie auch noch lernen, Englisch mit skandinavischem Akzent zu sprechen, und das war eine linguistische" Meisterleistung... Urania-Kino:„Kein Wort von Liebe." Romanowsky.— Adria:„Abenteuer auf Schienen." E. Lowe, M. Evan».— Alfa:„Ihr erster Ball." Franz.— Apollo:„Mutterlied." Beni. Gigli. D. — Avion:„Kinder auf Bestellung." Tsch.— Baikal:„Der Schritt in- Dunkel." Tsch.— Brrönek: „Die Welt der Walzer." F. Aslaire.— Ftniz:„Im Hafen von Reto Vock." S. Sidney.— Flora:„Die Welt der Walzer." Astaire, RogcrS. A.— Holly- wood:„flittbcc auf Bestellung."— Hvkzda:„Ali Baba geht in die Stadt." E. Cantor, A.— Juli»: „Falschspieler." Camilla Horn. D.— Kinema!>. Bl. B.: Neue Grotesken. Journale, Reportage.— Koruna Akt. Th.: Journale. Grotesken. Rep—Kawa: „Well» Fargo." A.— Lueerna:„Die Schwindlerin." Carola Lombard.— Metro:„Geh n wir bummeln!" D. Powell, M. Carroll. A.— Paflaqe: „Die Schwindlerin." Car. Lombard. A.'— Pr«y,- „Die Rückkehr des roten Pimpernel." A.— Radio: „Gasparone, der lustige Abenteurer."— Staat; „Schüsse um Mitternacht."— Svktozor:„Mutterlied." Bcnj. Gigli. D.— Beletrhy:.Da» Gebelmnis der sieben Perlen." S. G u i t r y.— Belvedere: ,,E» war die Zeit der Liebe." Donald, Eddy.— Be- seda:„Gasparone, der lustige Abenteurer." D.— Illusion:„Der Bukanier." A.— Lido II:„Gestern war Sonntag..." Stkpniäkovä. Tsch.-— Lovvre: „Gestern war Sonntag..." Stkvniökovä. Tsch.— Carlton:„Ggsvarone, der lustige Abenteurer". D.— MaeeSka:„Ein Stern ist oufgegangen." March, Gaynor.— Olympier„Gasparone. der lustige Abenteurer." D.— Peritlin:„Ein Stern ist aufgegan- gen." March, Gavnor.—• Rorch:„Gestern war Sonntag..." Stkpniökovä. Tsch.— Tatra-Dein- berge:„Kestern war Sonntag.. Stönniökovä.— n Bejvodü:„Der grosse Ziegfeld." Powell, Lev, Rainer.— Balder.„Der Bukanier." A. Konzertmeister Josef Frankenbusch verstarb die ser Tage und wurde in aller Stille bestattet. In aller Still«, so wie er im Jahre 1933 nach 87jähri- ger Dienstzeit vom Prager Deutschen Theater abge gangen war. Frantcnbusch hat in diesen langen Jahren mit vorbildlicher Pflichttreue und ernstester Künstlerschaft als Konzertmeister des Prager deut schen Theaterorchester» gewirkt-und sich verdiente An erkennung durch sämtliche Dirigenten erworben, die diesem Klangkörper Vorständen oder ihn als Gäste leiteten. Gerade, in einem Opernhaus sind an einen ersten Konzertmeister bedeutende Forderungen gestellt. Frankenbusch löst« alle schwierigen Aufgaben immer radelloS, völlig ergeben der Kunst und seinem In strument, der geliebten Violine. Frankenbusch besah aber nicht nur al» Orchesterführer, sondern auch als E olist und Kammermusiker bedeutende» Können. Und so sehr war er der Musik und dem Theater verhaftet, dah er in seinen leider nur kur zen Ruhejahren von nichts anderem sprach als von den Erlebnissen, die ihm sein Wirken am Deutschen Theater- vermittelt hatte. Mit Frankenbusch ver liert das deutsche Prag einen Künstler von der alten Garde, dem eilt ehrende» Andenken durchaus gewahrt werden soll. Dritter Abend des Literarischen ZykluS im Städtischen Kammertheater. Donnerstag wurden ini Städtischen Kami.iertheater zwei Einakter urauf geführt, nämlich„Barberine" von Alfred Müsset und„Die Prozetzmacher" von Jean Racine. Das Weckchen Müsset» war in Prag bisher unbe kannt und e- ist für die tschechische Bühne inter essant deshalb, weil sich seine Handlung in Böhmen abspielt. ES ist eine Komödie von der tugendhaften mittelalterlichen Schlossherrin, die der List«ineS jungen Taugenichls, der sie nur deshalb verführen will, weil er eine Wette«ingegangen ist, siegreich widersteht. Jean Racine» Einakter ist eine Parodie sowohl auf die Richter, die nichts anderes alS richten wollen, genau so wie gewisse Chirurgen alle» und jeden nur operieren mochten. Daben bekommen aber ihren Anteil auch die unentwegten Prozess macher, die die Gerichte mit ihren kleinlichen 'Zwistigkeiten verfolgen.— Dieser Abend klassischer Schauspielkunst war wieder einmal«ine angenehme Abwechslung nach den Abenden moderner Drama tiker und daS Publikum wutzte diese Abwechslung zu schätzen. M. Gr. • kl. Europäisches Kammermusikfest in Bad Trentschin-Teplitz 1038. Nach dem Erfolge' deS Trentschin-Teplitzer l.. Europäischen Kammermusik« Festes im August des vorigen Jahres wurde vor, r—.. einigen Tagen unter■ der Patronanz der Regie- sympathischen Rolf Wanka und der lebendigen rungsstellen. im Einvernehmen mit der Badedirek-> Ellen Schw a n n« k e, die mit ihren leuchtenden tion der neue vorbereitende Ausschuss gebildet, der j Augen ein ganzes Gefühlsregister zu verdeutlichen B e z u g» b e d, n g u n g e n: Be> Zustellung tnsöau» oder bei Bezuft durch die Post monatlich AS 17.—. vierteljährig K6 61—, halbjährig Ki 102.—, ganzjährig WC 204 Inserat« w-rd-n in« Tarik billigst berechnet.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeuungsfrankatur wurde von der Post- u. Telearavbendirektion mir Erlass Nr 18 soa'viitlnnn bewilligd(Kontrollpostamt Praha 2tz.— Druckerei:„Orbw", Druck». Verlags» ü. 8eitungS«A.«G. Prag.'-V lvSt mit den Vorbereitenden Arbeiten zur Veranstaltung de» II. Europäischen Kammermusikfest«»'in Trentschin-Teplitz in der Zeit Vom 17. bi» 28. August 1038 begonnen hat. Für diese» Fest wurden bereit» di« führenden europäischen Kammermusik- Vereinigungen verpflichtet und besondere» Interesse dürften die in Mitteleuropa erstmalig konzertierenden Künstler England» erwecken, die durch daS Kutcher-Ouartett und die hervorragende Madrigalvereinigung The Tudor Singers(12 Stimmen) vertreten sein werden. Wochenspielplan de» Reuen Deutschen Theaters. Heute, Sonntag halb 8 Uhr: Der Zarewitsch, halb 8: Da» Paradies, Ensemblegastspiel de» Theater» in der JosesSstadt, B.— Montag halb 7 Uhr: Bictoria Regina, Theatergemeinde der Jugend (grüne Karten) und freier Verkauf, Abonnement ausgehoben.— Dienstag halb 8 Uhr: Die Hochzeit des Figaro, Al.— Mittwoch halb 8: Victoria Regina, B 1.— Donnerstag halb 8: Der Troubadour, CI.— Freitag halb 7 Uhr: Victoria Regina (Theatergemeinde der Jugend, rote Karten) und freier Verkauf, Abonnement aufgebobcn.— Samstag halb 8 Uhr: Victoria Regina, C 2.— Sonnta' halb 8 Uhr: Madame Sans-Genc. Arbeitervorstellung, bald 8 Uhr: Herzen in Schnee. Erstaufführung. Wochenspielplan der Kleinen Bühn». Heut«, Sonntag, nachm. 8 Uhr: Flach-mann al» Erzieher, 8 Uhr: DaS Ministerium ist beleidigt.— Montag 8 Uhr: Sie, Johanni Bankbeamte 1 und freier Verkauf.— Dienstag 8 Uhr: Zwei Dutzend rote Rosen. — Mittwoch halb 8: Circa 100.000 Schillinge, Bankbeamte 2 und freier Verkauf.-- Donnerstag halb 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft, neu inszeniert.— Freitag halb 8 Uhr: Da» Ministerium ist beleidigt, Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8 Uhr: Das Ministe» riuni ist beleidigt.— Sonntag 8 Uhr: Zwei Dutzend rote Rosen, 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. KJ■ - Geh’n wir bummeln Wer eine richtige New-Aorker Broadway-| Revue wenigsten- in Ausschnitten zu sehen wünscht, der kann sie in diesem Film, der teils deshalb, teils wegen eine» in ihm gesungenen Schlagers.On the Avenue" heisst, zur Kenntnis nehmen. ES wird gesungen und getanzt,«S kommen GirlS und Dreh- bühnen-Effekte vor, und es werden sogar die reichen I Leute verspottet, daneben freilich auch und erst recht die Leute auS der Vorstadt, die davon träumen, ein» mal auf der Park-Avenue bummeln zu gehen und den Reichtum wenigsten- zu riechen. Allzu witzig ist da- wirklich nicht, und wenn nicht Irving Berlin, der Jazz-Komponist, ein paar routinierte Melodien geliefert hätte und die drei Ritz-Bro- t h e r s, die sehr komische Leute sind,«in paar Sonder-Nummern, vor allem«ine wüst« Don« kosaken-Parodie, beigesleuert hätten, könnte man den Erfolg dieser Revue, von der im Film oft die Rede ift; kaum begreifen. Auch eine Handlung hat der Film: von einer schönen Milliardärstochter und einem Schauspieler, der in einer die Milliardärsfamilie verspottenden Szene auftritt, womit er sich abwechselnd die Liebe und die Rachsucht der Schönen zuzieht, bis er am Ende mit ihr(vermutlich) glücklich wird. Unter Roy del Ruths Regie sieht die Handlung neben der Revue genau so revue-artig wie die Revue selbst au». Der männliche Hauptdarsteller Dick Powell ist keine sehr interessante Erscheinung, der weibliche Star llstadeleine Caroll ist vor allem eine Erscheinung.— die erheiternden Leute sind aber in den Nebenrollen: außer den Rih-BrotherS ist vor allem noch Cora Wrtherspoon als verschroben« Tante zu nennen.—eiS— toirO Bohrmeister bewandt in der Dobruna mit Hand- oder malMnellcr Slohgarnilur, womöglich liodlenbauer. gesund, energisch. absolut lelbllöudig. der zu Redaralurrn d-r Garnituren und ihrer NnIIandballung während drr Ivohrung und Echsrsung drr Werkzeuge belödigi lil. tlulrög« unter gblllre:..Ausland— 8 Monate P. 3. 13(3" on Rudols Molle«.«., Prag!., euocn» trd. I!>. Wochenprogramm: Montag, den 28. März: Kreisappell im Keinen Handwerkersaal, Smeiky 22, 8 Uhr, Pslichtbeteiligunft aller.—Dienstag, den 29. März: Gruppenheime Prag I.. ll. und VH., wie regelmässig.— Mittwoch: Gruppen» I heim, Prag XII., „Die heutige Stellung der CSR in der Welt", Referent Dr. Hubert Ripka(Lidovi) Roviny), Klub die Tat, Donnerstag, 81. März 1938, um 20 Uhr, Prag I., KkiZnovniekä ul. 3. Deutsche BolkSflnggemeindr. Dienstag GesangSprobe:?lb 7 Uhr Frauenchor, ab halb 8 Uhr gemischter Chor. Die Probe findet diesmal nn Parte i h e i m, Smeiky 22, 2. Stock (Deutscher Handwerkervcrein), statt. G MA Wlk Wlikl (Beamte, Lehrer, Förster u. ähnl.), die ein tschechisches Kind gegen Zahlung über Ferien aufnehmen, werden um Adreffenangabe ersucht. Jugenddienst, Prag II., Voräilskä 2. 4679