( Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller 2614 Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Karl Rern, Prag 18. Jahrgang Freitag, 1. April 1938 Aus dem Inhalt: Lasset Euch nichts gefallen! Machet Front gegen den SdP- Terror! Aus dem ,, befreiten" Land Nr. 77 Versammlungsverbot Sozialistischer Kampfruf an das Land für April Pra g. Einer amtlichen Mittei lung zufolge hat das Innenministerium auf Grund eines Beschlusses der Re Jaksch spricht in zwei überfüllten Kundgebungen in Bodenbach und Aussig sierung Maßnahmen getroffen, baß ab Soll sich das Jahr 1914 wiederholen? 1. April d. 3. keine politi. ichen Versammlungen noch andere öffentliche Kundgebungen ähn lichen Charakters abgehalten werden. Die Behörden erhalten eingehende Weisungen, wie sie bei der Durchfüh rung dieser Maßnahmen vorgehen sol len. Ebenso wird die Deffentlichkeit eingehend und rechtzeitig informiert werden. Halifax: Versöhnlichkeit keine Schwäche! Der neue Parteivorsitzende Abgeordneter I ak s ch hatte auf dem Parteitag angekündigt, daß in den allernächsten Tagen die nordböhmische, vor allem die Bodenbacher und die Auffiger Arbeiterschaft, durch einen Aufmarsch einen flammenden Appell an die Sozialisten, Demokraten und Republikaner dieses Landes richten werde. Donnerstag abends fanden nun in den beiden Städten große Rundgebungen statt, in denen Jatsch, von Beifallsstürmen umbraust, die Aufga ben der Partei in diesen entscheidenden Stunden darlegte. Beide Versammlungen gestalteten sich zu einer überwältigenden Kundgebung der Kampfentschlossenheit und der Treue unserer Arbeitsmenschen und werden sicherlich dazu beitragen, den Kampfwillen der Arbeiterschaft im ganzen Lande zu stärken. In Bodenbach mußte die Kundgebung auf die Vertrauensmänner der Bewegung eingeschränkt werden, da es dort keinen Saal gibt, der die Massen der kampfbereiten fo= zialistischen Arbeiter hätte fassen können. Allein von den Vertrauensmännern waren 2000 er schienen, die den Saal des Varieté- Kinos überfüllten. In Aussig in der Kurzweilmühle hatten sich in der öffentlichen Versammlung mindestens 4500 Menschen eingefunden, um den Neden Nehwalds und Iakfchens zu lauschen. Die SdP hatte in der Vorwoche im gleichen Saal der keineswegs stärker besetzt war als heute- triumphierend 12.000 Teilnehmer gemeldet! London.( Reuter.) Auf dem von der Vereinigung der Auslandspresse veranstalteten Banlett erklärte Außenminister Lord Halifax, Jaksch führte in seinen Neden ungefähr folgendes aus: Versöhnlichkeit an den Tag zu legen, beweise noch Genofsinnen und Genossen! Wir haben auf] feine Schwäch e. Wie es auch kein Zeichen Das ist nun die Frage an die Sudetendeutschen: von Schwäche sei, sich darum zu bemühen, daß der unserem Parteitag angekündigt, daß wir unsere ob sie Gleichberechtigung wollen in diesem Raum attiven Stader im Bodenbacher Bezirk aufrufen wer- oder ob sie turaiichtigen Vorherr Krieg vermieden wird, und hiebei alle Mittel zu den, um der Arbeiterschaft des Landes ein flammen i dh a † † 3 träumen verfallen wollen. Da ist erschöpfen, die die Diplomatie bietet. Es wäre der des Signal au todesmutigem nun zu wählen zwischen Rechtskampf und Macht ernsteste und gefährlichste Irrtum zu glauben, daß moralischen und poltischem Wiivefulation, und diese Wahl ist mit zeninerschwerer irgendwelche tiefe Gegensätze zwischen der Regie- derstand zu geben.( Beifall.) Wir haben Verantwortung verbunden. Es ist der Fluch der deutrung und dem Volke Großbritanniens in der mit Eurer Treue gerechnet, und der Besuch dieser Außenpolitik bestehen. Vertrauensmännerfundgebung beipeiſt uns. daß unfere Hoffnung auf Eure Treue nicht auf Sand gebaut war. Wir wollen nicht viel Worte machen. Laßt mich aleich in die Sache eingehen. Labour stößt neuerlich vor London. Die Labour Party hat folgenden Mißtrauensantrag im Unterhaus eingebracht: " Da die Außenpolitik der britischen Regierung nicht in der Lage ist, einem gefährlichen Zutreiben auf einen Krieg Einhalt zu gebieten, und sie außer dem nicht in Nebereinstimmung mit dem Wahlversprechen ist, ist das Parlament der Meinung. daß diese Fragen ohne Verzug dem ganzen Lande vorgelegt werden sollen." Das Unterhaus wird ſich mit dieſem Antrag am Montag beschäftigen. fannt, die Grenzen von Recht und Billigkeit überschritten hätten. Dieser Vorwurf besteht in hohem Maße zurecht. Aber jeder Deutsche möge fich heute prüfen, ob er nicht im Innern felbst bereit ist, fenes Unrecht morgen zu wiederholen, welches er den Mändie Deutschen streitet, wie sie nach dem Einmars in Belgien im Jahre 1914 aufgestanden ist! Wir greifen unsere Befürchtungen feineswegs aus der Luft; die Zeit ist zu ernit für billige Effekte vor Versammlungen. Ich habe am Sonntag in der Schlußrede erklärt: Der Nationalsozialismus ist auf dem Marsch nach Wien über die alte Nibelungenstraße gezogen. Man möge im Taumel des Sieges die Weisheit einer alten Sage nicht vergessen: Auf dieser Nibelungenstraße lauert Verrat und Tod. ( Sehr richtig.) Das sagte ich Sonntag und heute habt Ihr die Meldung in der Preise, daß Mussolini gestern eine friegerische Rede hielt, in der er ankündigte. daß die Alpenpässe so befestigt werden sollen, daß sie einen unübersteigbaren Wall darstellen. Wer politisch zu denken vermag, hat damit eine Illustration dafür. wie gefährlich die Nibelungen straße für das deutsche Volk ist. Es gibt weitere Fakten. In diesen Tagen weilte Churchi II, einer der ersten Männer des britis schen Weltreiches und einer der ersten Organisatoren des Entente- Sieges. in Paris und führte Bespre dhungen mit Generalſtäblern und Politikern. Glaubt mir, daß dieſ Beſprechungen in Paris für die weitere Geſchichte Europas wichtiger sein werden, als jener Gleichschaltungsrummel, den die SdP in den ſudetendeutschen Gebieten inszeniert hat!( Beifall.) Es ist nicht Reit für Polemiken, doch ich habe mir voraenommen, von diefer Tribüne aus ein Wort der ührung der Sudetendeutschen Partei zu sagen: Ich beneide sie nicht um denGewinn, den sie in den lebien Wochen und Tagen zu verzeichen hatte. Ich beneide sie schon gar nicht um ihre Verantwortung vor dem fudetendeutschen Volfe und vor der Geschichte!( Sehr richtig). Wir haben die Möglichkeit, einen ehrenvollen Frieden zu schlie und Sudetendeutfchen, der ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des europäischen Friedens au sein verspricht. Ich muß aber offen meinen weifel antiprechen, ob die Führung der SdP iede Chance zu nüßen wissen wird, die in ihre und in unsere Hand acleat iſt. schen Geschichte, daß zu oft die führenden Männer nach der Gunst des Augenblicks haschen und dabei den Anfluß an das Jahrhundert veriäumen. Die Bewegung, die sich national sozialistisch nennt, hat das verlebte Rechtsempfinden Die europäische Entwidlung ist auf einem dra der Nation vor ihren Triumphwagen gespannt und matiſchen Höhepunkt angelangt. Wir sind durch sie hat damit sicher gewaltige Waffenerfolge errunJahre hindurch durch den Nebel ungeflärter Vernen. Die Anhänger des Nationalsozialismus richten hältnisse aewandert. Nunmehr bietet sich uns auf den Vorwurf aegen die anderen Völker, daß diese im diesem demokratischen Höhepunkt der Ausblid Rausch des Sieges die Grenzen ihrer Macht verken im Lande zwischen Tichechen auf fommende Entscheidungen. Vor unserem geistigen Auge breitet sich das Tal des Friedens und des Wohlstandes aus, aber daneben sehen wir einen Abarund der Vernich tuna lauern, der nicht nur die organisierten Sozia listen dieses Landes, sondern die Völkernern von Versailles vorwirft. Europas zu verichlinaen droht. Beides liegt noch in Reichweite. Noch liegt es an der souveränen Entscheidung der Völker, wohin sie ihre Schritte lenfen wollen. Der unsterbliche Masaryk Paris. Der Streik in der Pariser Metall- hat uns gelehrt, daß die Liebe zur Nation erst die industrie konnte bisher noch nicht beigelegt werden. Vorausseßung des Bekenntnisses zur Menschheit ist. Bon insgesamt neun besetzten Fabriken haben bis- Die Beschichte wird es bezeugen, daß wir a u 3 beißer Liebe aur Nation und zu her nur in zwei Unternehmungen die Belegschaften diesem Lande handeln, wenn wir in die Arbeit angetreten. Die übrige Arbeiterschaft dieser Stunde einen Friedens appell beharrt auf einer sofortigen Lohnerhöhung. Die richten an die Sudetendeutschen. Vermittlungsverhandlungen der Regierung wer- vie an die tichechischen Bürger den fortgesetzt. Sie fordert, daß die Arbeiterschaft diefer Republik. Eine große Gelegenheit einer 45stündigen Arbeitswoche bei einer vorläu- ist noch dargeboten. figen Lohnerhöhung von sieben Prozent zustimme. Pariser Streiks dauern an Finanzdebatte verschoben und zur Vorlage in der Kammer dürfte es erst am Sonntag kommen. Fortsetzung der Tragikomödie den Frieden an der Moldau zu schließen, um den europäischen Frieden zu retten. Wir wollen den drei Millionen fudetendeutscher Bürger endlich eine gleichberechtigte staatspolitische Pofition ein geräumt werden muß.( Beifall.) Wehe dem deutschen Volke... Wehe dem deutschen Volke, wenn es nicht mehr Recht und Gerechtigkeit an seiner Seite hat, wehe dem deutschen Volke, wenn das verlette Rechtsnefühl einer ganzen Völkerwelt wiederum gegen Ich glaube nicht daran, daß die Führung der SdP dem sudetendeutschen Volke Gleichberechtigung au bringen gewillt ist, weil diese Führung innerhalb der Sudetendeutschen keine Gleichberechtigung will.( Beifall.) Die SdP hat den Boden des Rechts verloren Ich sagte schon auf dem Parteitag, daß in unse- I ein und Frank foeben nach rem Grenzgebiete eine regelrechte politische Berlin gefahren sind, um sich dort Sflabeniägerei im Gange ist, sowie sei wiederum Ratschläge zu holen. nerzeit die Sklavenjäger an die afrikanische Gold( Pfui! Rufe und Bewegung.) Wenn man es füste gefahren sind, um dort Menschen zu fangen, schon in Asch nicht wissen sollte, so weiß man es die sie dann als Arbeitstiere verkauften. Gestern hat unser Parteivorstand in seiner Sibung Berichte ganz bestimmt in Berlin, wie die heutige euroaus allen Gebieten der Republik erhalten, die diese päische Machtlage aussicht, und daß das ganze Sflavenjägereien bestätigen, die von dem deutsche Volk nichts schlimme unerhörten seelischen, volitischen, moralischen und res zu befürchten hätte, als in wirtschaftlichen Terror gegen alle Bekenner der einen Krieg nach allen Fron Demokratie und der Republik in unserem Grenzten hineingeriffen zu werden. gebiete Es ist nicht verborgen geblieben, daß so man sprechen. Den Nichtmitgliedern der SdP werden Friiten gestellt. Ultimaten vorealeat und den Gegnern ches an dieser großartigen militärischen Maschinerie wird gefaat, sie mögen an Weib und Kind denken. nicht funktioniert. Es ist nicht verborgen aeblieben. es sei heute noch Reit, oder es wird den Geanern der daß 60 nagelneue Tanks auf der Fahrt von Linz SdP aefaat Du bist registriert. Du kannſt Dich noch nach Wien im Straßendred ſteden geblieben find. ( Bewegung.) Ich habe keine Hoffnung, daß die verblendete und verantwortungslose Führung der SdP das Gebot der Stunde versteht. Deshalb habe ich hier die Aufgabe, das auszusprechen, was jeder ver antwortungsbewußte Politiker heute aussprechen muß: Paris. In der Behandlung der Finanzvor zweites Staatsvolk sein schläge ist ein gewisser Aufschub eingetreten. Die Diese Gelegenheit ist noch da, aber sie wird lange Regierung bewahrt ihr Geheimnis bezüglich des nicht wiederkehren, wenn sie in historischen Tagen Inhalts der Finanzvorschläge. Diese sollen angeb versäumt werden sollte. Die logische Konsequenz der lich noch nicht ausgearbeitet worden sein, weil aanzen Nachkriegsentwidlung und die loaische Stondrei Gruppen gleichzeitig mit verschiedenen Anfequens primärer Staatsnotwendigkeit ist es, daß regungen betraut wurden, und zwar Mitarbeiter des Ministerpräsidenten B I um, Mitarbeiter des Budgetministers Spinasie und eine Gruppe sozialistischer Finanzsachverständiger. Die Stabi- Es gibt nur eine Formel für die Begründung eines nettssitzung wird erst am Samstag stattfinden dauernden nationalen Friedens im Lande. Diese Forretten, oder die Neue kommt zu spät!( Bewegung.) mel hat nicht der Kameradschaftsbund erfunden, die Ich klage die Führung der SdP vor dem haben wir Sozialisten geprägt: Wir wollen nicht Lande und vor der ganzen europäischen Deffentnationale Minderheit, wir wollen lichkeit an, daß sie damit den Boden des zweites Staatsvolt fein mit allen Konsequenzen Rechtes verlassen hat.( Stürmischer ( Stürmischer Beifall). Beifall.) Den Boden jenes Nechte 8, London.( Reuter.) Nach einer siebenwöchiNun aber ist eine innere Entscheis auf dem die Sudetendeutschen gen Unterbrechung hielt am Donnerstag der Un- duna fällig bei den Sudetendeutschen, eine Ent- allein ihre Existenz sichern und terausschuß des Nichtinterventionsfomitees wie ſcheidung, ob sie Gleichberechtigung wollen oder von als Grenzvolk gedeihen kön dérum eine Beratung ab, die eineinviertel Stun- Vorherrschaft träumen. So wie ich offen spreche. nen. Ich erhebe gegen die Führung der SdP wenn es gilt, unsere Forderung nach Gleichberechti- den Vorwurf, daß sie mit ihrer Gleichschaltungsden dauerte. Lord Plymouth erstattete einleitend gung zu proklamieren, so scheue ich mich nicht, zu politif das arme sudetendeutsch e einen Bericht über die gegenwärtige Situation fagen. Volk als Instrument faschist i= und legte, wie verlautet, einige Vorschläge vor, der böhmisch- mährische Naum ist unteilbar scher Kriegspläne mißbraucht. die die anwesenden Vertreter an ihre Regierung weiterleiten werden. Weiters sprach der franzö- und könnte nur um den Preis eines Krieges zerrissen( Beifall.) Wenn die Führung der SP einen ſiſche Delegierte. Die Aussprache betraf, dem Ver- werden.( Ruſtimmung.) Es iſt der Wille des Schid- Funken Verantwortungsgefühl hätte, dann müßte nehmen nach, hauptsächlich die Abberufung der sales und das Vermächtnis tausendiähriger Ge- sie den Wahnwitz einer aufgepeitschten, mißschichte, daß dieser böhmisch- mährische Raum ge= brauchten Jugend zügeln und ihren Anhängern Freiwilligen und die Festseßung der Frist für die meinsame Seimat sein soll für Grenzkontrolle, innerhalb welcher die Kommis- Tschechen uub De utiche. bak dicier die Wahrheit fagen. fionen für die Rückleitung der Freiwilligen ihre Raum Uebergang sein soll, wo sich slawisches und ätigkeit ausüben würden. deutsches Wesen berühren. Bevor ich Prag verlassen habe, erfuhr ich aus diplomatischen Kreisen, daß die Herren en Daß für die Anhänger Henleins jede weitere Ueberschreitung der Grenzen des Rechtes nicht nur den Zusammenstoß mit der Staatsgewalt, sondern in weiterer Hinsicht auch mit den anderen europäischen Ordnungsgewalten in greifbare Nähe bringt. Weil ich das weiß. und weil ich das Gefühl habe, daß die Führung der Sd die Führung über ihre eigenen Ans hänger bereits verloren bat und daß die Zügel bereits auf dem Boden schleifen, wäh rend der Wagen wie von scheuen Pferden gezogen dahinrait, erblicke ich es als meine Pflicht, von dieser Stelle aus einen Ruf an das Land zu richten. Ich vufe nicht um Hilfe für die sozialistischen Arbeiter. Unsere sozialistischen Arbeiter brauchen leine Seite 2 Silfe, solange die demokratische Staatsgewalt funktioniert.( Stürmischer Beifall.) Und wir wissen und sagen es mit ſtolzer Genugtuung, daß es soYange eine deutsche sozialistische Massenbewegung im ganzen Lande geben wird, solange es eine demofratische Republit gibt. Nicht die Arbeiter brauchen Hilfe, aber das Volt braucht Retter. Der bloße Gedanke nur, wie sich das im Gange befindliche politische Hasardspiel bei unserer schwer blutenden und schwer ringenden Wirt schaft auswirken muß, ruft zur Besinnung. Die Sudetendeutschen müßten doch vom Teufel besessen sein, wenn sie keine andere Sorge hätten, Freitag, 1. April 1938 als dazu beizutragen, daß sie den letzten Rest| unseren Beitrag dazu leisten, indem wir hier in dies ihrer Existenzgrundlage selber zertrümmern und sem Grenzlande die Stimme des Gewisihren Industrieexport vernichten helfen, auf dem sens erheben, die heute in der Nacht der Dittatur das Dasein von zwei Drittel der Bevölkerung zum Schweigen gebracht wurde, die geknebelt und gefesselt ist. aufgebaut ist! Wir waren in den letzten Wochen auf wirt schaftlichen Gebiet nicht müßig. Aber alles das was gerettet wurde in den Stürmen der Krise, alles Mitarbeit in der Regierung, alles das ſteht wieder das, was mühselig aufgebaut wurde durch unsere um auf dem Spiel und ist Objekt einer frevlerischen, einer selbst mörderischen Hasardpolitik ge= worden. An die Adresse der Prager Stellen: Nr. 77 Gegen jede Autonomie Koalitionsabsage an Hlinka Prag. Im Abgeordnetenhaus gaben am Jatsch stellt dann der Versammlung den neu gewählten Vorsitzenden- Stellvertreter der Partei Donnerstag die flowakichen Abgeordneten der Franz Schaffarsch aus Tepliß- Schönan vor Stoalition eine gemeinsame Erklärung ab, in der und weist darauf hin, daß Schaffarsch, der jetzt Se- die Autonomieforderungen der flowakischen zer Zeit in der Grube gearbeitet hat. Dann führt Bertreterin des flowakischen Volkes sprechen zu fretär der Union der Bergarbeiter ist, bis vor furs Wollspartei zurückgewiesen und ihr Anspruch, als Jatsch fort: tönnen, mit dem Hinweis auf die ziffernmäßige Ueberlegenheit der hinter den Regierungspar. teien stehenden Slowaken zurückgewiesen wird. Die Metallarbeiter und die Bergarbeiter waren immer die Vorhut der Bewegung und ihr Beispiel wird dazu beitragen, auch die anderen mitzureißen. Wir wollten die Bodenbacher Arbeiter rufen, damit In der Erklärung, die Ursinh( Slov. Agrafie der Arbeiterschaft des Landes, aber auch den rier) abgab, wird festgestellt, daß die Mehrheit der tschechischen Republikanern ein Signal geben. Sie Bewohner der Slowakei und auch die Mehrheit des Deshalb richte ich heute den Ruf an alle, nicht kleinlich, sondern großzügig find dem Ruf gefolgt und Reitzner mag recht haben: flowatischen Volles teine legislative Autonomie die ihr Volk lieben, die ihm sein Recht sichern sein!( Stürmischer Beifall.) Wenn wir hätten einen Saal auftreiben können, der Slowakei wünscht, sondern gerade in ihr eine wollen, aber auch sein Brot, daß sie mit uns Die gegenwärtigen Schwierigkeiten wurden der 10.000 Menschen faßt, so hätte ich nicht ge- er Iebung deritaatlichen Eime eine eiserne Phalang bilden. eine Pha nicht zulest dadurch heraufbeschnvoren, daß Wafürchtet, daß er leer geblieben wäre! heit und damit eine Bedrohung der nationalen und lang der Mutigen im fudetendeutschen Gebiet, jaryfs Programm im entscheidenden Punkt, Unsere Kundgebung soll ein anal sein, staatlichen Eristena sehe. Die Autonomisten haben cine Bhalang, die durch ihren Krafteinfas dazu in der nationalen Frage, zu wenig eingehalten Ener Wille und Enere Bereitschaft follen leuchten weder ziffernmäßig, noch moralisch die Berechtigung, beitragen soll, dns Schiafal des Volkes und des wurde.( Schr richtig.) un appelliere ich an das wie ein Blitz durch die Finsternis und den sich als die einzigen Vertreter des flowakischen Vol: Landes zum Guten zu wenden. tschechische Volt, im Geiste Masaryks zu hantes auszugeben!( Stürmischer Beifall.) Die flowa deln und uns zu helfen, gemeinsam mit allen Fries Freunden im Lande und den Freunden in der tischen Roalitionsabgeordneten anerkennen einzig densträften Europas die Situation au meistern. Welt sagen:„ Es loht noch eine Flamme, es wir fönnen im Ringen der Weltkräfte nicht entgrünt noch eine Saat, verzage nicht, noch bange, tig, der die Uebereinstimmung und die Einheit mit und allein den slowakischen Nationalismus als rich scheidend in die Waagschale fallen. Wir wollen aber im Anfang war die Tat!" dem tschechischen Nationalismus sucht. Ein antitschechisch zugespitzter slowakischer Nationalismus ist eine Sünde, die er an sich selbst verübr. Mehr können unsere treuen Menschen nicht mehr an Einsatz bieten, als sie schon dargeboten haben. Das sage ich auch an die Adresse von Prag. Mehr kann der deutsche sozia listische Republikaner nicht tun, als seine Existenz aufs Spiel zu setzen und sich als Freiwild für Wahnwißige preiszugeben, die schon heute mit Parteirache und Terror drohen. Mehr kann man von uns nicht fordern, als das, was wir der Republik an Standhaftigkeit und Treue und an Ausdauer schon gaben.( BeifaI 1.) Wir wollen in einer Situation, wo über nationalpolitische Fragen verhandelt werden soll, nie manden hinauflizitieren und niemanden unter bieten. Wir wollen nur als deutsche Sozialdemofraten dafür sorgen, daß im nationalpolitischen Machtstreit das Schidial des arbeitenden Menschen und vor allem das Schicksal der Arbeitslosen nicht vergessen wird.( Beifall.) Wir haben der RegieIn Bodenbach 2000 Vertrauensmänner Bolt und die Slowakei in den jestes Des weiteren der Redner fest, daß das slowakische letzten givei Jahrzehnten in feiner wirtschaftlichen, fulturel, Der große Saal des Varieté Kinos in shin, daß im Grenzgebiete der Terlen und sozialen Entvidlung einen so ungeheuren Bodenbach war dicht gefüllt, die Besucher der or wütet und daß es nicht leicht sei, bei Tag Fortschritt gemacht hat, wie er in der Geschichte Bersammlung standen bis auf die Straße. Die als Sozialist eine öffentliche Kundgebung der fast beispiellos dasteht.( Beifall.) Dafür gebührt Bühne war mit dem Wappen der Partei und mit Sozialisten zu besuchen. Als er den Parteivor- auch den Tichechen nicht Mißfallen, sondern Danf. den Staatsfahnen geschmückt. Als Jakfch den figenden Jatsch willkommen heißt, tobte aufs Wir haben den unabänderlichen Willen, in brüdere Enal betrat, wurde er von den Versammelten nene stürmischer Beifall durch den Saal. licher tichechoslowakischer Eintracht alle Aufgaben zu stürmisch begrüßt. Der Vorsitzende Meitner lösen. Wir sind überzeugt, daß uns dies auf dem wies in seinen Begrüßungsworten, die insbeson Die Rede Jakschans wurde mit stürmischem. Wege der Regelung der Kompetens der Selbstverwaltung und durch wirtschaft. nicht enden wollendem Beifall aufgenommen. dere den anwesenden Vertretern der Nach Jakich sprach, herzlich begrüßt, der Vorliche Maßnahmen auch gelingen wird. demokratischen Preffe de In Eine gefährliche legislative Autonomic, rung, dem Herrn Ministerpräsidenten und den beslandes und der West sta a ten galten, dar fitzende- Stellvertreter der Partei, Fran& dic in einen zersetzenden politischen Dua. durch eine große Delegation der Partei und der Gewertschaften ein Soforiprogramm überreicht. Es ist noch in Verhandlung, aber ich zögere nicht zu fagen: Aus meiner Stenninis der Lage in den Grenzgebieten und der Vorgänge, die sich abspielen. ist dieses Sofortprogramm in den dazwischenliegenden Tagen bereits überholt worden. Heute sind nicht mehr hundert, sondern hunberte Millionen Kronen notwendig, wenn wir jene Arbeit schaffen wollen, die unfere arbeitslofen Menschen und unsere dahinvegetierende Jugend wieder auf andere Gedanken bringen soll. Das ist gewiß nur symbolisch gemeint. Wir wollen nicht Bettler sein, aber drei Dinge müssen getan werden mit ganzem Einsatz: des Vertrauens fet, und daß die Menschen, die hier versammelt find, und ihre Anhänger in den umliegenden Dörfern und Städten beweisen wollen, daß sie das Horz auf dem rechten Fleck haben und ihren Kopf noch zum Denken gebrau chen.( Großer Beifall.) Schaffarfch. Dann schloß einer mit einer markanten Ansprache die eindrucksvolle, feten. Die Autonomie wird doppelt gefährlich, wenn unvergeßliche Kundgebung der Bodenbacher Ver- mar um fie Seite an Seite mit jenen lämpit, weldje trauensmänner. Mit großer Begeisterung wurde fein Schlußfat aufgenommen:„ Wir gehen aus. einander, aber wir wollen einander treu Reitner wies darauf bleiben!" 4500 in der Aussiger Kurzweilmühle auf unseren nationalen Tod hingearbeitet haben. Wir lehnen es ab, diele Leute irgendwie in bie doppelt, baß fie etiva attiv eingreifen. Der Geiſt Lösung der schwebenden Fragen einzubeziehen und der herzlichen tschechoslowakischen Einheit gibt uns unerschütterliche Kraft. Wer diesen Geist untergräbt, hilft jonen, die mit diebischer Hand nach unserer Freiheit greifen. Dagegon muß auch die Demokratie eingreifen, und wir vertrauen darauf, daß sie auch mit fester Hand eingreifen wird.( Beifall.) Die Erklärung wurde von stürmischem Beis Nachher wies der Kommunist Bener auf die Eine besonders eindrucksvolle Kundgebung, dem Jubel und immer wieder von Beifall unterEs wird in volitischen Kreisen darüber disdie von den Teilnehmern wahrscheinlich nie ver- brochen, eine in den Grundzügen gleiche Rede wie fall der Koalitionsparteien begleitet. futiert, wie man Beruhigung schaffen fönnie in den Grenzgebieten. Gestern sagte nach meinem Vortrag geisen werden wird, war die Versammlung in der in Bodenbach hielt. Es war ein unvergeßliches in der Prager Přítomnost" ein tschechischer Freund: Auffiger Kurzweilmühle. Von sechs Uhr abends Man müßte die Sudetendeutschen und vor allem an strömten die Massen in den Versammlungsdie judetendeutschen Arbeitslosen mit Brotlaiben raum, obwohl der Versammlungsbeginn erst für bombarbieren, um die Stimmung zu beruhigen. 8 Uhr angefeht war. Es war geplant, um 6 Uhr eine Vertrauensmännerversammlung abzuhalten, doch konnte dieser Plan infolge des Andranges der Wassen nicht verwirklicht werden. Um halb 8 Uhr abends wurde der Saal wegen Ueberfüllung polizeilich gefchloffen. Bei Versammlungebe. ginn ftauten sich im Saal und weit im Garten die zuhörenden Massen, die von 3 entsch willkommen geheißen wurden und zunächst die Darlegungen Franz Nehwalds über das Wirtschaftsprogramm der Partei intereffiert anhörten. Bild, die Arbeiter, vor allem viele junge Männer unhaltbaren Zustände im deutschen Gebiete hin, wo und Frauen zu sehen, die mit gläubigen Augen die Flüsterpropaganda fieberhaft betrieben wird und und heißer Begeisterung den Worten des Nebners alle Methoden des Terrors angewendet werden, um lauschten und durch ihr Verhalten das Hiſtoriſche tastische Erwartungen in ihnen zu eriveden. Regic. die Bevölkerung in Erregung zu halten und phan, dieser unvergeßlichen Stunde unterstrichen. Jatschens Nede wurde durch Lautsprecher ins Freie zugreifen und Maßnahmen zum Schuße der demokra rung und Behörden haben die Bilicht, energisch ein. übertragen und die Versammlung ging, obwohl fischen deutschen und tschechischen Bevölkerung au eine Anzahl Henlein- Anhänger im Saale waren, treffent. Redner begrüßt die Rundfunkrede Dr. Hod in vollkommener Ruhe unter grenzenloser Begei- Jas, in der dieser Schuß augesagt worden ist, und sterung der Maffen zu Ende. verlangt, daß dieses Versprechen sogleich in die Tat umgesetzt werde. Es muß Arbeit, Arbeit und wieder Arbeit geschaffen werden.( Stürmischer Beifall.) Im Namen der treueſten Soldaten der Demokratie und der Republik, die unsere herrlichen Arbeiter darstellen, im Intereffe des Landes und feiner Zukunft, im Namen des europäischen Frie dens beschwöre ich die führenden Männer des tschechoslowakischen Volkes, die führenden Män ner dieses Staates, sie mögen in dieser Stunde 46 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Um 9 Uhr abends fam, von einem unbeschreiblichen Jubel der Menge empfangen, Abgeordneter 3 aks ch, der unter erneut losbrechen Tod geheimnisvoll und tückisch durch ihre Reihen herumgeschlichen wäre, um von den Brüdern jeden zehnten Mann mit der Sichel an sich zu raffen! Sie verstanden den Tod nicht, der wahllos die Willigsten von ihnen überfiel, die gerade, die am tapfersten mit der Faust auf den Muskel hieben und sich rühmten, daß alles noch felsenfest in ihren Snochen zusammenpaßte. Gern ertrugen die um die Toledaner Ver- Gerade den Robustesten, die ihre ganze Verbrüderten das gegenwärtige Leid, weil in ihren achtung gegen den Tod ausschäumten, glitt der fiebernden Köpfen die künftige Glückerfüllung Boden unversehens unter den Füßen weg. Daß sonnenhell strahlte. ihnen spizze Pfeile durchs Gehirn gestoßen wür Quartierten die wenigsten unier Dach und den, dachten sie. Sie erstiäten plöblich. Ihre NüFach, schleppten die meisten die Glieder im frost- stern verpfropften sich. Dann blieb nur noch ein geschwollenen Gelenk, das nur ein dünner, dürf- ungeheurer Brand in ihren Eingeweiden. Sie vertiger Aermel gegen Sturm und Winterregen schüßte, so war doch die rote Lize am Aermel noch nicht abgefasert. Die Brüder fanden sich in die sem Zeichen. Sie befeuerten sich darin, soviel sie vermochten. fohlten bis in die Haut der Zehen und der Finger, deren Adern sich als schwärzliche Linien abzeichneten. Es half nichts, daß ihnen Wacholderdämpfe zum Einatmen gegeben wurden. Lebendigen Leibes schrumpften sie ein, und es knisterte in ihnen, als würden sie durch das innere Feuer immer schneller, immer gewaltsamer verzehrt. " Freiheit und Sankt Jakob!" das war die Parole, unter der sie sich erkannten und umarmten. Das wärmte, die borstigen Backen aneinander zu scheuern. Diese Leichen, das Zehntel der Armee, das Freiheit und Sankt Jakob herrlicher Erz- rätselhaft vernichtete, das durch kein Gebet zu vater, dem von den Heiligen die Himmelsleiter rettende zu begraben, es war wochenlang ihre zur Erde niedergelassen wurde, und er hatte wohl Pflicht. auch geschlottert wie sie, die Bürgersoldaten, ge= Aber sie gaben sich noch immer nicht geschlaKlappert hatte er wohl auch mit den Zähnen, win- gen. Sie verbissen sich in ihre Hoffnung. Berterzerzauſt unter seinem leichten Zelt. Da aber, rissenen Herzens wohl, hatte doch jeder unter den wie ihm das Gebein verquollen an Ellbogen und von der Seuche Gesichelten einen Freund, einen Kniescheibe abbrechen wollte, schnellte er sich mit Verwandten. legter Anstrengung auf die Leitersprosse, und Dann aber bemerkten sie, daß die Berühsiehe, hoch und höher tanzte er, bis der Himm- rung mit den Sterbenden und Einzuscharrenden lische ihm das Portal öffnete, das auf den Wöl- ihnen die gleiche Verseuchung brachte. Die Gebungen des Regenbogens ruhte. wissenhaftesten und Erbarmungsvollsten erstickten Freiheit und Santt Jatov- tämen erst die zuerst und nach einigen Stunden ihres LiebesTage der Kämpfe, dann würden die Brüder nur dienstes. Neben der schon ausgeschaufelten Grube noch Riesen sein, und weggeblasen würde sein daß schmetterte es sie in den klebrigen Morast. Gliederreißen wie ein winziger Schnupfen! Die Priestersoldaten, die letzten Beichtiger Wenn nur nicht während einiger Wochen der und Satramentenverteiler, durften sich nicht einDie Zahl der Teilnehmer an der Aussiger Bersammlung wird von der Polizei mit 4500 Für die SdP gab Dr. Hobina eine Erwiderung angegeben. Der Vorsitzende Jentsch konnte in sei- auf die Kundgebung der foalierten Parteien ab, die ner Eröffnungsansprache darauf hinweisen, daß in den Schatten stellie. Es wird darin den Stoalis an Arroganz und Eigendünfel alles Dagewefene die Sd, die in der Vorwoche nicht mehr Be- tionsparteien u. a. politische Janos fucher in ihrer Versammlung in der Kurzweil- ran 3" und beispiellose Anmaßung" mühle hatte, damals stolz 12.000 Teilnehmer vorgeworfen. Die Erklärung gipfelte in dem Gab. gemeldet hat. daß die SdP..die Erklärung der Koalition weder Der Tod stahl sich auch in das Schloß von Tordesilla. Alle fürchteten ihn dort. Nur Königin Johanna fürchtete ihn nicht. Denn sie wußte nichts von dem Tod. Sie schlief und schlief. mal Zeit gönnen, um die Sterbenden mit dem leßten Segen für die Himmelsreise zu versorgen. Der Tod, der giftige Tod, er nistete sich nicht nur ein unter den Verbrüderten. Er stahl sich auch in die Häuser von Tordesilla, und dort Sie schlief auch noch, als Doktor Matthys forderte er sowohl Kinder wie Greise. Die Müt- sich die verriegelten Tore des Palastes öffnen ter sollten ihre Stinder nicht sterben lassen. Jam ließ, als er die Bergstraße hinunterschritt zur mernd taten jie, was die Verzweiflung ihnen ge- Stadt, als er durch die Straßen der Stadt schritt, bot. Nahte sich einer von den Verbrüderten ihrer als ihm Eingang über Schwellen gewährt wurde, Wohnung, dann verrammelten sie Türen und auf denen händeringende Mütter und Väter Fenſter. Versuchte der Soldat troßdem einzu- ſtanden, Eltern, die auch Hilfe brauchten gegen dringen, dann wurde er mit siedendem Wasser den Tod. Denn der Tod hockte auch bei ihnen, verbrüht. Schon kam es vor, daß die Hausväter über einem Sohn oder auch schon über einer die Einquartierten, eben noch ihre lieben Tochter. Freunde, auf die Straße schleppten, und die Ges nebelten konnten sich nicht mehr rühren. Denn auch sie waren schon berührt von dem Tod. Troßdem sichelte der Tod weiter in den Bürgerquartieren. Aber man sah ihn nicht. Nur die Werte seiner Wut wurden sichtbar. Die Angst, die Angst, sie war schuldig, daß man weder zu essen noch zu trinken wagte. Viel leicht verbarg sich das Gift des Todes auch in dem Brot, vielleicht auch in den gebratenen Schafsteulen, vielleicht auch in dem Wein, dem Wasser, in der Wilch. Das Kind verfärbte sich schon. Es röchelte schon. Es erstarrte schon im Anblick des Stetters, der eintrat. Er trat ein, ohne daß er sich scheute, den vergifteten Atem einzuschlürfen. Er war der einzige, der sich nicht vor dem Tod fürchtete, und den deshalb allein zu schonen der Tod sich offen. bar einfallen ließ. Er half und half, wohin er geholt wurde. Imumer dichter wurde der Zug der Bettelnden. die Hilfeschreie wurden immer lauter und dring licher. Er hörte jeden, jeden erhörte er Tag um Tag, Nacht um Nacht. Man verscharrte das Brot. Man verscharrte das Fleisch, wie man die Menschen verscharrte. Es geschah, was am Bett der Königin JoSchon ſtoven Schwärme der Brüder, die hanna geschehen war. Wollte der Leib eines vor Wochen noch in Begeisterung gelodert hatten, Kranten zerfallen, so brauchte Doktor Matthys rückwärts. Besser zu Hause zu sterben als hier nur die Hände des Bittenden zu streicheln, und in der Fremde, als hier verbrüht zu werden von em Menschenstaub, schon schwarz und ohn: der Feindschaft der verzweifelten Mütter und Atem, formte sich wieder irgendwie unter seiner Väter. Doch sie erreichten nur die Tore von Berührung, gleich wie der Eisenstaub von den Toledo. Denn die Frauen hielten dort Wacht, Polen des Magneten geformt wird. und sie wurden bewacht von der e sten Frau der Endlich versicherten sich die einen:„ Der Stadt, von Maria de Padilla, von der Frau, die Tod ist müde." Die andern:" Der Tod ist überniemals ihr schwarzes Trauerkleid ablegte. Die sättigt." Frauen formierten selber Häschertrupps. Sie Und über Doktor Matthys ergoß sich ein bildeten selber ihr Standgericht gegen die Defer- Segen und Danten, das ihm noch nachhallte, als teure. Da nur noch Weiber und Greise zurück- er die Grenzen der Stadt überschritt, um den geblieben waren, taten Weiber und Greife, was Soldaten im Felde seinen Beistand zu leisten, das Amt der Männer gewesen wäre. ( Fortsetzung folgt.), ir EXCE be อ 90 111 00 C r f δ 6 6 I Seite 3 Ar. 77 Freitag, 1. April 1038 Aus dem„befreiten“ Land Der Präsident der Republik empfing am Donner-tag den bulgarischen Gesandten Peter Nejkow, ferner den Primator der Hauptstadt Prag Dr. Peter Z e n 11 und schließlich den Redakteur der„Associated Press", Loch ne r. und iu de» direkt vom von der der(üt> DaS Ehepaar Linauer wohnte im dritten Stock des Hauses Teplitzerstrasse 41. In der Ehe herrschten vielfach Unstimmigkeiten, die aber im» mer wieder ausgeglichen wurden. In der Nacht zum Mittwoch war Frau Linauer der gemeinsamen Wohnung ferngeblieben. Nachmittags gegen 8 Uhr kam sie nach Hause und besorgte einige Einkäufe. Wenige Minuten später kam auch ihr Mann nach Hause, dann hörte man zwei Schüsse, und den herbeigeeilten Nachbarn bot sich ein entsetzlicher Anblick. Die Frau lag tot auf dem Fussboden, der Manzi war schwer verlebt. Nach den Erhebungen der Mordkommission der Polizei, die der Leiter derKriminalabteilung Dr. Ripa leitete, war die Tat offenbar vorbedacht. Die tödlichen Schüsse gegen die Frau wur- den aus unmittelbarer Nähe abgegeben. Linauer wird allgemein als gutmütiger Mensch geschildert. Er dürfte die Tat in einer seelischen Depression wegen de» Ehekonfliktes auSgeführt haben. Ihrem Wortlaut noch ihrem Geiste nach als Ausdruck sich der Front der alten slowakischen Kämpfer anzu- irgend welcher Einsicht oder auch nur als Ausdruck schließen.(Stacker Beifall.) Bei der Abstimmung wurden dann die zur Beratung stehenden drei Verträge mit llngarn in beiden Lesungen genehmigt.■ • Die Abkommen über die Tafelglas- und Flaschenproduktion genehmigt. Das Abgeordnetenhaus genehmigte am Donnerstag ohne Debatte die beiden internationalen Abkommen über die Arbeitszeit in den automatischen Tafelglas« sowie in den GlaS- flaschenfabriken. Nächste Sitzung Dienstag, den 8. April, um 15 Uhr. Auf der Tagesordnung steht das Gebührenäquivalent und eine Novelle zum Gesetz über den Schuh gegen Luftangriffe. Zipser Christlichsoziale lehnen Gleichschaltung ab Wie der„Prager Mittag" meldet, fand in Pressburg unter dem Vorsitz deS Bürgermeisterstellvertreters von Pressburg, Dr. F ö r- st e t, eine Versammlung der christlichsozialen Partei der Zipser Deutschen statt. Die Teilnehmer beschlossen, sich der SdP nicht anzuschliehen. Auch die Partei„Zipser Deutsche" hat eS abgelehnt mit der SdP in einer Front zn arbeiten. Iigcnu ivciurcb«miiuii vvet uuu/»ui»»» whwi.hu nuten Willens zu einer grundlegenden Lösung I des f ii r d i c E x i st c» z desStaateü enrscheidendeu Nationalitätenproblems betuchte". Im Schlusswort nahm sich der Berichterstatter ?-nda den Herrn Dr. Szüllö unter die Lupe, der sich in seiner Erklärung am Dienstag als grosser Freund der Slowaken ausgegeben hatte. Wer Dr. EMö aus dem Jahre 1007 und 1011 kenne, der wisse, dass er ein geschworener Feind der Slowaken war und daher kein Recht hat, von den„slowakischen Brüdern" zu sprechen. Auch Abgeordneter Dr. Ti so sei moralisch nichr berechtigt gewesen, seine Erklärung im Namen des slo- wakischen Volke- abzugeben, denn vor dem Krieg und noch während de» Krieges war er ein Ungarischnationaler. Noa> nach der Deklaration von St. Martin blieb er im ungarischenNational« rat und erst als er ganz klar.var, dass die Ungarn endgültig verloren haben, meldete er sich als Slowake an. Mit der Politik der ehemaligen Magpa- ronen sind auch die ehrlichen Hlinta-Leute nicht zufrieden. Wir fordern sie auf, erklärte Benda, die Front der ungarischen Renegaten zu verlassen und Ole„Deutsche Landpost**— eingegangen Die„Deutsche Landpost", bis zum Selbstmord des BdL dessen Hauptorgan, teilt in ihrer Nummer vom 31. März mit, dass sie hiemit zumlehtenMaleerschienenist. Nach zwanzig Jahren tut daS Blatt, wie es in Auch in seiner ehemaligen Eigenschaft alS Präsident der österreichischen Bundesbahnen waren schon mehrfach Beschuldigungen gegen ihn erhoben worden, sich aus unerlaubte Weise bereichert zu haben.— Amtlich werden alle Gerüchte dementiert, dass der ehemalige Landeshauptniann von Aiederösterreich,!)i c i t h e r, Selbstmord verübt habe.— Pros. Sigmund Freud wurde trotz amerikanischer Intervention die Ausreiseerlaubnis verweigert. Die„österreichische Legion" Wien. Am Donnerstag, kurz nach 7 Uhr, hat der Rückmarsch der österreichischen Legion aus Vahern nach Oesterreich begonnen, Ungefähr 8000 SS-Männer und 800 Fahrzeuge kamen in den Vormittagsstunden nach Salzburg. In Wien tvird die Legion am' Freitagabend eintreffen. Ottmar Spann Im Konzentrationslager Aus Wien wird gemeldet, dass Professor Othmar Spann, der Schöpfer der Ständestaatstheorie, die den Nationalsozialismus ausserordentlich stark beeinflusste, verhaftet und in ein Konzentrationslager eingeliefert wurde. Spann hat auch durch den Umstand, dass Walter Brand fein Anhänger war, grossen Einfluss auf die SdP genommen. Seine Söhne haben sich auch im nationalsozialistischen Sinne betätigt.' kiü neues Gesetz Uber die Staatsbürgerschaft Regierungsvorlage Im Parlament eingebracht Angst der deutschen Katholiken um Ihre Verbünde Die Gleichschaltung und der politische Selbstniord der christlichsozialen Partei hat im Lager der christlichsozialen Verbände Angst um den Bestand ihrer Verbände und Vereine hervorgerufen. DaS Jägerndorfer„Volk" berichtet ans mehreren Orten, dass „SdP-Leute.il! verständlichem Uebereifer und in Unkenntnis der Sachlage da und dort Aeuheningen getan haben, dass nun auch die katholischenBolksvereine„über« treten" sollten und dass da» oder jene» katholische Verein Sh aus nun in die Hände der SdP, d. h. des politisch geeinigte» Deutschtums übergehen werde. Solche' Ansichten sind natürlich ganz und gar verfehlt und baben keine Aussicht auf Berwirklichung. Die katholischen Vereine und ihr Besitz geht die Politik nicht» an." Dieser Bericht und die weiteren Feststellungen des zitierten Blattes, dass die Katholiken mit der Gleichschaltung„ein grohesOpfer" brachten, dass sie nunmehr„im politischen Leben nicht mehr sichtbar" vertreten und dass darum jetzt ohne„Mutlosigkeit" erst recht an den Ausbau der unpolitischen deutschkatholischen Organisationen geschritsen werden müsse, beweisen, dass den ehemaligen Christlichsozialen angst und bang geworden ist. dann die Behörde, da Prüfungen nicht vorgesehen sind, die Sprachenkenntniü feststellen will. Auch hier liegt es doch ganz im Belieben der Behörde, was sie als angemessene Kenntnis gelten lässt und worin sie den Nackuveis dieser Kenntnis erblickt. Der Motibenbericht bemerkt, dass auf Alter, Bildung, Berufsstellung, besonders aber auch auf die Umgebung, in welcher der GesuchSsteller lebt, zu achten fei. Danach sollte man meinen, dass beispielsweise von einem Arbeiter, dem höhere Schulbildung versagt blieb und der, in einer deutschen Gegend weder beruflich veranlasst war, noch entsprechende Gelegenheit hatte, die tschechische Sprache zu erlernen, die Kenntnis dieser Sprache überhaupt nicht gefordert'werden kann. Aber wenn es im Motivenberichte weiter heisst, dass i n besonders berücksichtigungswerten Fällen von der Kenntnis der Staatssprache abgesehen toerden kann, so sehe» wir schön, dass eine solche vernünftige Auslegung des Gesetzes nicht erwartet Iverden kann. Wir fragen vergeben» nach dem Sinne dieser Bestimmung. Das Beispiel anderer, national einheitlicher Staaten kann für die TschechosiotvakischeRepublik nichts beweisen. So bleibt es ein wenig glücklicher Prestigestandpunkt, der von neuen Staatsbürgern als Voraussetzung der Staatsbürgerschaft etwas fordert, was für Millionen Menschen keineswegs Voraussetzung ihre» Besitze» ist. Dke Verleihung der Staatbürgerschaft bleibt ErmessenSsache. Nur ehemalige österreichische oder ungarische Bürger, die seit 1. August 1914 ununterbrochen auf dem heutigen Gebiete der Republik wohnen, haben einen Rechtsanspruch, den sie binnen fünf Jahren geltend machen müssen. Auf Gesuche vonPersonen, die früher Staatsbürger waren, oder nahe Verwandte von Staatsbürgern sind, soll gebührend Rücksicht genommen werden. In versahrenSrecht- licher Beziehung besteht die wichtigste Aenderung darin, dass nun da» Ministerium des Innern direkt über die Verleihung der Staatsbürgerschaft entscheidet. Damit wird aber nur ein faktischer Anstand sanktioniert, denn schon jetzt lag die wirkliche Entscheidung beim Ministerium als Berufungsinstanz. Ansammenfaffend können wir sagen, dass der Entwurf in mancher Beziehung fortschrittlichen Charakter hat, im Sprachenpunkte aber nicht von jenem Geiste wahrer Demokratie erfüllt ist, den wir der Gesetzgebung unserer Republik wünschen. Die Vorbereitungen zu der„Wahl" genannten Abstimmung sind in vollem Gange. An der Abstimmung tverden auch die Staatsangehörigen tschechoslowakischer Nationalität teilnehmen. In Wie» wurden 36 selbständige Wahllokale für Tschechoslowaken errichtet. Ter„Tschechoslowakische Minderheitenrat für Wien und Niederösterreich" fordert in einer Proklamation zur Teilnahme an der Abstimmung am l ü. April auf; selüswerständ- lich zum„Ja"-Stimmen. Das Wichtigst« Wien. Der ReichSstatthalter für Oesterreich veröffentlicht ei» Rundschreiben des ReichS- sührerS der SS nnd des ChefS der deutschen Polizei über die O r g a n i sie r u n g d e r G e- Heimen Staatspolizei in Oesterreich. Die Staatspolizei in Wien österreichischen Bnndesläudern wird Chef des Sicherheitsdienstes, bzw. Berliner Zentral st elle Heimen Staatspolizei dirigiert werden. Der Leiter der Wiener Staatspolizei ist zugleich politischer Referent deö Staatssekretariats für SicherheitSwesm. Die Verfolgungen Dem ehemaligen HeereSminister B a u- goin, der verhaftet wurde, soll ein Korruptionsprozeh gemacht werden. Baugoin ist in den Zusammenbruch der Phönir-BerstcherungS- gesellschaft verwickelt, deren Vizepräsident er war. der Todesstunde schreibt, daS, waS„zwangsläufig" nach der Gleichschaltung seiner Partei habe erfolgen müssen. An Stelle der„Deutschen Landpost" wird deren Lesern nun„Die Zeit" zngestellt werden. Und mit einem wahrhaftig nicht von Freudentränen feuchten Auge setzt die nun bei Herrn Henlein versammelte Schriftleitung hinzu: „Wir verabschieden uns von unseren Lesern mit dem Wunsche, unsere Nachfolgerin„Die Zeit" möge ihnen ein ebenso guter und treuer Freund werden, wie e» unser Blatt gewesen ist." Viel Vertrauen in die Erfüllung dieses frommen Wunsches scheint nicht einmal die sterbende„Landpost" selber gehabt zu haben! Dem Karlsbader„Bolkswille" entnehmen wir: In einzelnen Gegenden, besonders im Grenzgebiete, gebärden sich die Hitlerleute wie toll, um die von ihnen verängstigten und verschüchterten Menschen in die SdP zu pressen. ES wird weder Gesinnung noch Ueberzeu- g u n g verlangt, sondern nur die Unter« s ch r i f t auf die Beitrittserklärung. Was die Flüsterpropaganda nicht vermag, besorgt der kille und offene Terror, gegen den sich zu wenden Pflicht aller anständig denkenden Deutschen wäre. Die Methoden der„Anständigen und Sauberen" sind alles andere als anständig und sauber. In Fabriken und Betrieben werden die A r b e i t e r einfach bedroht, dass sie die Arbeit verlieren, wenn sie sich nicht einreihen in die Front, in der auch die Ausbeuter und Antreiber stehen. In den Wohnungen, auf der Strasse, beim Kaufmann, versucht man die Menschen mit den blödesten Redensarten einzuschüchtern, wie:„Entschliesse dich, ehe es zu spät ist. Du wirst eS bereuen. Wir werden dir dann nicht helfen, wenn's losgeht. Es wird mancher dran glauben müssen" usw. kieberall wird der Trick angewendet, dass erzählt wird, dieser oder jener sozialdemokratische Funktionär oder Vertrauensmann sei bereits zu Henlein übergetreten, andere hätten überlaufen wollen, seien aber nicht anfgenommen tvorden, im GraSlitzer Bezirk gibt es Leute, die den Schwerer Unfall In einem Steinbruch Die Arbeiter Lorenz und Gebhardt hatten im Steinbruch der Firma„Technobasalt" in Saara einen Wagen mit Lehm ab- transportiert nnd wollten den leeren Wagen wieder zurückschieben, als Gebhardt mit der rechten Hand in das Getriebe des Wagens geriet, wobei ihm zwei Finger glatt abgeschlagen wurden. Kaum hatte sich die Aufregung über den Vorfall gelegt, als ein Arbeiter sah, wie ein Felsblock sich über einer Arbeitergruppe löste. Der Arbeiter gab sofort daS Alarmsignal und die Arbeiter konnten rechtzeitig zurücksprlngen, bis auf den Arbeiter Kleinpeter, der von den Felstrümmern erfasst und verletzt wurde. Mit einem Rippenbruch musste er dem Krankenhaus zugeführt werden. — Lasset euch nichts sefallen 1 Machet Front gegen den SdP-Terrorl Mord und Selbstmord In Aussig Au» Aussig wird unS berichtet: Der Friseur Otto Linauer erschoss seine Ehefrau und richtete dann die Waffe gegen sich. Er verletzte sich schwer und ist abend» im Krankenhaus an de» Folgen der Schussverletziing gestorben. Als Motiv der Tat werden Familienzwistigkeiten angegeben. Die Regierung hat dem Abgeordnetenhause einen Gesetzentwurf unterbreitet, durch den Erwerbung und Verlust der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft neu geregelt werden. Der Entwurf bringt eine Reihe von Neuerungen gegenüber dem geltenden RechtSzustande, die Beachtung verdienen. Eine wichtige, nur grundsätzlich durchaus begrüssenswerte Aenderung des StaalSbürgerrech- IcS besteht darin, dass die Frau nun nicht mehr automatisch dem Gatten in der Staatsbürgerschaft folgt. Eine Ausländerin, die einen Inländer heiratet, soll in Zukunst die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft nur erwerben, wenn sie ausdrücklich darum ansucht. Die Behörde kann jedoch diese» Ansuchen abweisen, allerdings nur wegen staatsfeindlicher Betätigung der Frau, wegen der Be- jürchtung, dass sie keine verlässliche Staatsbürgerin fein tvird und schliesslich, weil eine Scheinehe vorliegt, die nur um der Erwerbung der Staatsbürgerschaft willen eingegangen wurde. Ebenso wird Verfahren, wenn eS sich um die Gat» iin eines Ausländers handelt, dem die Staatsbürgerschaft verliehen wurde. Umgekehrt kann die Inländerin, welche einen Ausländer heiratet und dadurch nach der Rechtsordnung de» Heimatstaa- teS ihres Gatten seine Staatsbürgerschaft erwirkt, binnen drei Monaten nach der Eheschliessung erklären, dass sie die tschechosiowakische Staatsbürgerschaft beibehalten will. Manche ausländische Gesetzgebungen, vor allem die englische, behandeln jede auf dem Boden ihres Staates geborene Person als Staatsbürger. Zur Vermeidung einer doppelten Staatsangehörigkeit bestimmt nun der Entwurf, dass ein im Ausland geborene» Kind tschechoslowakischer Staatsbürger nur dann die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft erwirbt, wenn eS nicht nach der ausländischen Gesetzgebung die Staatsbürgerschaft seines Geburtsstandes erlangt hat. DaS gilt nicht für Linder, deren Eltern in amtlicher Mission'im AuSlande weilen. Da» Kind, ivelcheS durch Geburt im AuSlande zum Ausländer geworden ist, kann aber für die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft optieren. Die Frist hiefür ist lange, das Wahlrecht muss längsten» innerhalb eine» Jahres nach Erlangung der Volljährigkeit auSgeübt Iverden. Eine weitere wesentliche Neuerung besteht darin, dass die Einrichtung der Ausbürgerung auch in unsere Rechtsordnung ausgenommen wird. Die Staatsbürgerschaft kann danach solchen Personen aberkannt werden, die ins Ausland flüchten, um sich der Verantwortung für eine staatsfeindliche Tätigkeit zu entziehen, vom Auslände her eine solche Tätigkeit entwickeln, die sich im AuSlande aufhalten und der Militärpflicht entziehen, oder die ohne Bewilligung in ausländische Militärdienste oder militärische Formationen eintreten. ES ist gewiss nicht erfreulich, dass faschistische Vorbilder nachgeahmt werden, aber wer kann der Demokratie die Waffen versagen, von denen antidemokratische Staate» einen viel weitergehenden Gebrauch machen? Eine Frage hat die Oeffentlichkeit schon vor lleberreichung der Vorlage lebhaft beschäftigt, das Erfordernis, dass jeder neue Staatsbürger die Staatssprache beherrschen muss. Die Regierungsvorlage hat angesichts de» Widerstandes, aus den diese Bedingung gestossen ist. nach einer Lösung gesucht, aber der Ausweg, den sie gefunden hat, vermag keineswegs zu befriedigen; Die Vorlage macht die Kenntnis der Staatssprache nicht zur Bedingung für die Verleihung der Staatsbürgerschaft. Die Behörde soll aber bei der Verleihung auch darauf achten, ob der Bewerber die Staatssprache in einem seinen Verhältnissen angemessene» Maße beherrscht! Damit ist der Behörde in Wirklichkeit vollkommen freie Hand gegeben, das sogenannte freie Ermessen wird dann Belieben. E» wäre zu fragen, wie Unsinn glauben, dass bald die gesamte Lokalorganisation Rothau, bald wieder die Hauptfunktionäre von Schönwerth übergetreten seien und anderes Zeug mehr. Mit allen Mitteln wird versucht, Pogrom st immung zu machen. Ganze Trupps Uniformierter ziehen durch die Orte, in Schmiedeberg werden Schulkinder zur Verbreitung von Flüsterparolen missbraucht und die Lehrerschaft merkt nichts davon. Auch 20- jährige Burschen als Rekruten marschieren unter Assistenz von Scharen Schulkinder mit„Sieg- Heil-, Sieg-Heill"-Gegröhle herum, und e» wäre ein Irrtum, da» zur Gänze mit übermässigem Alkoholgenuss zu entschuldigen. So macht die Herrenllasie durch ihre Knechte Stimmung zur Mitgliederwerbung der SdP. Freiheitsliebende Deutscheund wahre Sozial! st en fallen auf dieses Gehaben nicht herein. Diesem Taumel wird eine Ernüchterung folgen. Aber länger zusehen dürfen wir dem Unfug nicht. E» gilt energisch Front zu machen gegen die Gemeinheiten, die in Massen kolportiert werden. Wenn nämlich die Burschen gepackt werden und Rede stehen sollen, fallen sie auf die Knie und bitten um Verzeihung wie kleine Kinder. Dafür liegen schon aus etlichen Orten Beweise vor. Es darf lein Terror geduldet werden! Laßt euch nicht» gefallen! Wehrt euch gegen Niedertracht und Gemeinheit! Scite 4 Das blutige Ringen in Aragonien Barcelona. Im Sektor Fra ga machen die Rebellen die größten Anstrengungen, weil sie nach Katalonien einbrechen möchten aber dort entwickelt die Voltsarmee auch ihre stärkste Widerstandskraft. Lieber lassen sich die republika nischen Soldaten auf der Stelle töten als zurückzugehen. Seit zwei Tagen zerschellen die Stoßtrupps der Rebellen an den Verteidigungsstellun gen von Fraga, feit zwei Tagen wird die Rebelleninfanterie in vergeblichen Angriffen gegen die republikanische Mauer geworfen. Der Widerstand der Republikaner macht sich besonders fühlbar auf der Linie Caspe Alcaniz -Alcorisa. Während die italienischen Divisionen im Süden vorzustoßen versuchen, werden sie von den Republikanern in der Flanke angegriffen, die Masegoso und Terriente besetzten, und die Straße nach Bezas erreichten. Als einzigen Erfolg am Dienstag konnten die Rebellen die Besetzung von Barbastro verzeichnen, das aber am Vorabend auf Befehl des republikanischen Oberkommandos ge= räumt wurde, was ohne größere Verluste gelun gen ist. Die Truppen gingen auf die Widerstandslinie zurück, wo nun gekämpft wird. Schlacht vor Lerida Barcelona. Die Franco Truppen sind Mittwoch auf unerwarteten Widerstand der Negierungsabteilungen gestoßen, welche ihren Vormarsch auf Lerida aufhalten. Es ist eine große Schlacht im Gange, in der die Verteidiger von über 100 republikanischen Flugzeugen unterstützt werden. Den Angreifern ist es bisher nicht gelungen, in die Stadt einzudringen. Vormarsch auf Albarracin Madrid. Die südwestlich von Ternel begonnene Offensive der Regierungstruppen wurde am Mittwoch erfolgreich fortgesetzt. Die Regierungsabteilungen besetzten Masegoso und Ter rients. Andere Regierungsabteilungen rüden, nachdem sie die Straße bei Albarracin in einer Länge von etwa 15 Kilometer besetzt hatten, in nordwestlicher Richtung vor. Gegenwärtig find die Regierungsabteilungen etwa 15 Kilometer von Albarracin, einem wichtigen Kommunikationsvunkt, entfernt, dessen Besetzung den Franco Abteilungen die Verteidigung Teruels gegen Angriffe aus der Proving Guadalajara ermöglichte. In letzter Stunde Barcelona. Der Präsident der katalanischen Regierung Companys hielt heute im Rundfumt eine Rede, in der er sich auf den Patriotiss mus des katalanischen Volkes berief und es aufforderte, sich zur Verteidigung zusammenzuschlieBen, denn ein Sieg Francos würde die Vernich tung der staatlichen Einrichtungen, der Freiheit und der eigenen Sprache bedeuten. Thronwechsel in Liechtenstein Vaduz. Fürst Franz I. von Liechtenstein hat den Thronfolger Prinz Franz Joseph mit der Ausübung der ihm verfassungsmäßig zuite henden Rechte betraut. Prinz Franz Joseph, ein Sohn des Prinzen Alois von Liechtenstein, der zu gunsten seines ältesten Sohnes auf den Thron verzichtet hat, steht im 32. Lebensjahr und ist unverheiratet. Freitag, 1. April 1938 Der 1. April vor fast 100 Jahren SSSS Die Tonkanone", ein Aprilscherz des ,, Punch" aus dem Jahre 1843, der inzwischen Wirklichkeit geworden ist. Tagesneuigkeiten Das ,, Rasier karussell" das im Jahre 1847 in Deutschland erfunden wurde, bis heute aber noch keinen Nachfolger gehabt hat. Von sächsischem Finanzer erschossen Aus Hilgersdorf wird berichtet: Am Mittwoch begab sich in den frühen Morgenstuns den der 42jährige ledige Josef Thomas aus Hilgersdorf nach Sachsen. Zwischen SteinigtEin entsetzlicher und schauerlicher An- wolmsdorf und Wersdorf begegnete er um halb 6 blick ist es, wenn ein großes Volk zu Ehren Uhr früh einem sächsischen Finanzer. Thomas eines großen Mannes" sich selbst entmannt; grüßte und erhielt auch Antwort. Als beide ein wenn ihm kein Ideal in seinem Herzen mehr Stüd weitergegangen waren, drehten sie sich um soviel gilt, wie ein eiserner Fuß in seinem und da mochte dem Finanzer das Gehaben des Nacken; wenn es in die Knechtschaft stürzt, Thomas verdächtig erschienen sein. Er rief ihm wie die Motte in die Flamme. Umso entsetzli-, stehen zu bleiben, Thomas ging aber weiter. cher und schauerlicher erscheint diese geisti- Er dürfte den Zuruf des Finanzers nicht gehört ge Epidemie, weil sie unter allen Völkern und haben, denn er war schwerhörig. Der Finanzer zu allen Zeiten wiedergekehrt ist und weil fdjob sofort scharf und Thomas brach mit einem sie jede Nation, welche sie überfällt, bis ins Stopf und einem Rückenschuß zusam Mark verdirbt, als echte Fäulniserscheinung men. Auf dem Transport in das Krankenhaus weder Haut, noch Fleisch, noch Knochen nach Steinigtwolmsdorf erlag er seinen schweren schonend. Verletzungen. Thomas war seit seiner Jugend im sächsischen Gebiet in Arbeit gestanden und hat ( ,, Etwas über» große Männer"[ Martin Luther]) erst nach der Machtübernahme Hitlers, so wie Franz Mehring, 1887 Das Ergebnis Die Bewun derer der autoritären Systeme werden, selbstverständlich, Mussolinis Rede über Italiens militärische Stärke gebührend bewundert haben. Welches Ergebnis des faschistischen Regimes! Neun Millionen Männer fönnen im Bedarfsfalle mobilisiert werden! 876 Betriebe stehen im Dienste der Rüstungsindustrie! Italien hat die stärkste Unterseeboot- Flotte der Welt! Nur noch ein paar Paßübergänge hermetisch schließen, dann sind die Alpen zur unübersteigbaren Grenze geworden! Und das alles hat Mussolini gemacht! Das alles dankt Italien dem Faschismus! Ja, das alles dankt es dem Faschismus. Aber: brauchte es das alles? Das heutige Programm Nr. 77 der deutschen Sendung Brag. 10.15-10.30: Viertelstunde für die Frau." 14.00: Streng vertraulich." Erlauschtes und Erlogenes zum 1. April. 18.10: Sekretär Josef Eger, Rwittau: Franz Herwig- ein Dichter aus sozialer Schau. 18.20: Univ.- Prof. Dr. Gustav Jung bauer: Volksfundliche Monatsschau. 18.35: Ar. beitersendung. Aktuelle zehn Minuten." 18.55 bis 19.00: Deutscher Kulturbericht vom Tage. Brünn. 17.40-17.48: Prof. Leo Redendorf: Sportbericht. 17.48-18.03: Arch. Prof. Vittor Oppenheimer: Kunit im Hause. 18.03-18.15: Prof. Dr. Friedrich Festa: Aktuelles vom Film.( Kurzs bericht.) zahraničních Čechoslovátů, Prag II., Vyšeradiká 25, bis 10. April. Wirbelsturm in Amerika. Am 30. März wurden die Staaten Kansas, Oklahoma und Arfansas von einem Wirbelsturm heimgesucht. Den leẞten Berichten zufolge ist die Zahl der Opfer des Tornados, welcher die Staaten Kansas, Missouri und Oklahoma heimsuchte, auf 27 Perjonen. In der Stadt Columbus allein wurden etwa 200 Häuser zerstört. U. a. wurde auch die Schule vernichtet, in welcher zur Stunde des Un glüds 100 Schüler weilten. Vier der Schulkinder wurden auf der Stelle getötet. Die Sachschäden sind sehr bedeutend. Es gibt viele Hunderte von Verletzten. Der italienische Refordflieger Stoppani hat auf der viermal durchflogenen 500 Stilometer langen Rundstrede Santa Marinella- Neapel, Monte Cavo- Santa Marinella mit einem dreimotorigen Wasserflugzeug die internationalen Klassenrekorde für Wasserflugzeuge mit einer Nuẞlast von 2000, 1000 und 500 Stg. sowie ohne Nußlast über 1000 und 2000 Kilometer geschla gen. Ueber 1000 Kilometer erreichte Stopponi 403,424 Stundenkilometer, über 2000 Kilometer 399,644 Stundenkilometer. Die Rekorde waren am 20. März d. J. von einem Heinkel- Waſſerflugzeug Italien entrissen worden. Vermistes Flugzeug. Ein weiteres Flugs zeug, das an den amerikanischen Flottenmanovern teilnimmt, wird vermißt. Ueber die Befazung dieses Flugzeuges ist bisher nichts bekannt. Tod durch Serum? In Orlando( Vereinigte Staaten) starben sechs Personen, die mit einem Serum zur Heilung von Krebskrankheiten geimpft worden waren. Das Präparat war von einem fanadischen Arzt entdeckt worden, der bereits über 25.000 Stück hergestellt hatte. Die Todesfälle waren unter Begleitumständen aufgetreten, wie man sie sonst bei Tetanus- Fällen feſtſtellt. viele andere Grenzgänger, seinen Arbeitsplatz verloren. Immer wieder versuchte er Arbeit zu belommen und so ging er auch am Mittwoch um Arbeit fragen. Dieser Gang sollte sein letter Kirchenraub bei Agram. Mehrere Diebe werden. Thomas hat auf die Mitgliedstarte der brachen Mittwoch in die Wallfahrtskirche in SdP nicht allzu großen Wert gelegt und dürfte Bystrička bei Agram ein und entwendeten dort vielleicht, da er im ganzen Grenzgebiet bekannt verschiedene Gegenstände im Werte von einer ist, aus diesem Grunde nicht gut angeschrieben Million Dinar. Sie stahlen u. a. eine goldenc, gewesen sein. Die Gerüchte, daß er pamit Brillanten geschmückte Strone. chenging, sind falsch. Zu verurteilen ist Kunstverständnis. Bei Journalisten in Buunter allen Umständen das Verhalten des säch- dapest haben im Einvernehmen mit der Leitung sischen Finanzers, der sofort nach der ersten einer Ausstellung französischer Kunst alvei Bilder Warnung, die Thomas überhört haben dürfte, entfernt und versucht, sie bei den Kunstgeschäften der scharf geschossen hat. Aus dem Flugzeug gestürzt Stadt anzubieten. Es handelte sich um zwei Céanne- Bilder, die aber neu gerahmt waren, so daß der Name des Künstlers nicht zu sehen war. Ein Bilderhändler lehnte den Erwerb der unsignierten Zwischen den Gemeinden Horni und Dolni Bilder ohne nähere Besichtigung ab; mehrere andere Počernice bei Prag führte gestern vormittags der erklärten die Werke für leidliche DurchschnittsGefreite Sára mit einem einfißigen Jagdflugzeug gemälde, für die sie aber kein Geld anlegen wollten. Uebungen durch. Während eines Loopings in tausend Das Leihhaus bedauerte, moderne Stunst nicht beleh In einem Interview mit einem Vertreter War Italien von irgend jemandem bedroht? Meter Höhe lösten sich plötzlich die Gurte, mit wel nen zu fönnen. Nur ein Bilderhändler, der sich dabei des ,, Daily Expreß" erklärt der neue Fürst von Liechtenſtein, das Fürstentum werde stets und Hat je jemand daran gedacht, Italien anzu- chen der Pilot an seinem Siv festgehalten wird. noch als Mäzen aufspielte, wollte für beide Bilder immer seine Unabhängigkeit zu bewahren wiſſen. greifen? Lebte nicht das demokratische Italien und Sára stürzte aus dem Flugzeug, das seine Bahn, zusammen 45 Pengö aufwenden, weil die Rahmen Liechtenstein werde nach den Worten des neuen mit den anderen Staaten in einem gut- nachbar- mit dem Fahrgestell nach oben, weiter fortsette. Erit so schön" seien. Dieselben Werte standen am näch regierenden Fürſten ſeine Politik engster Bezie- lichen Verhältnis? Hätte das demokratische 200 Meter über dem Boden öffnete sich der Fall- ſten Tage im Mittelpunkte der Bewunderung des Publikums, wobei freilich ihr Signum wieder frei hungen zur Schweiz fortjeßen. Italien je Ursache gehabt, die Alpenpässe her- schirm. Der Pilot landete unverlegt erst beim Fried- gelegt war. Die Reportage der beiden Journaliſten metisch abzusperren? Dieses demokratische hof von Dolní Počernice. Der Apparat fam über über das Kunstverständnis hat in der Deffentlichkeit Liechtenstein, zwischen Vorarlberg und der Italien hätte freilich nicht Abessinien erobern Sostavice und Dolní Počernice bis Jahodnice. Vis lebhafte Diskussion über den Unwert jeglicher KunitSchweiz gelegen, ist einer der kleinsten Staaten und in Spanien Krieg führen können, aber dort erhielt er sich stabil in seiner Lage und erst über fritif von berufenster Seite, eben von der der Bil Europas: er zählt bloß 10.000 Einwohner, von daran hat es auch nicht gedacht, und daß Ita- der genannten Ortschaft stürzte er zu Boden, wo er derhändler, hervorgerufen. denen 2000 in der Hauptstadt Vaduz leben. Seit liens Volt glücklicher geworden ist durch diese 1919 besteht eine Zollunion mit der Schweiz. beiden Kriege, feines Lebens froher, wird man schwerlich behaupten können... Aufrüstung Norwegens auf das Land enthält: vollkommen zertrümmert wurde. Wetterbericht. In West- und Mitteleuropa, wohin im Zusammenhang mit den Störungen über Die Freie Schule für politische Wissenschaften Island wärmere maritime Luft zuſtrömt, steigen die in Prag gibt bekannt, daß die Inskriptionen für Temperaturen allmählich an. Donnerstag nachmittags Oslo. Der norwegische Storting nahm mit Das dürfte die die Segnungen des Fa- das Frühjahrs- Trimester 1938 täglich bis zum wurden z. B. in Frankreich und Italien erneut 20, 144 gegen seths Stimmen ein Gesetz an, das die schismus am prägnantesten zusammenfassende 7. April stattfinden. Das Studienprogramm er- im Gebiet der Republik stellenweise bis 15 Grad Regierung ermächtigt, eine Anleihe von 5.2 Mil- Stelle der Rede Mussolinis sein, die eine Ein- scheint Ende der Woche im Druck. Informationen verzeichnet. Auch aus Karpathorußland, wo noch lionen Kronen für die Verstärkung der Landes- ladung an die Bevölkerung zur Uebersiedlung im Sekretariat der Schule, Prag I., Ovocný Ganztagsfrost herrschte, wurden bereits 2 bis 4 Grad über Null gemeldet. Die warme Witterung trh 3, Telephon 237-68. verteidigung aufzunehmen. Hochwassergefahr bei Mähr.- Ostrau. Für dürfte auch in den nächsten Tagen andauern. Wetteraussichten für Freitag: Vorwiegend be den Ostravica- Flusse bei Frydlant n. O. droht Hochwassergefahr. In den Vestiden und im Fluß- wölft, zeitweise regnerisch, mild, Westwind. gebiete der Ostravica regnete es bereits 48 Stun--Wetteraussichten für Sa m 3 tag: Veränderlich bis den ununterbrochen. In dieser Zeit sind 68 mm ziemlich bewölkt, Neigung zu Schauern, etwas kühler, Regen niedergegangen. Alle Bäche haben sich in West- bis Nordwestwind. reißende Wildbäche verwandelt. In der Gemeinde Ostravice bei Frydlaht ist das Wasser in der Ostravica um 1 Meter gestiegen. Auch der Wasser spiegel der Čeladnice und Ondřejnice steigt rasch an. Auf den Bergen taut außerdem der Schnee sehr rasch. Die Gemeinden wurden von der Hochwassergefahr verständigt. Frossard Propagandaminister Paris. Léon Blum hat, zum erstenmal im politischen Leben Frankreichs, in seinem Kabinett ein ſelbſtändiges Propagandaministerium errich= tet. Mit der Leitung dieses Ministeriums wurde Frossard, ein Führer der Linken, betraut. Weitere Rüstungssabotage in England ,, Schon jetzt sage ich allen, die auch in kleinen Städten und Dörfern oder auf dem Lande arbeiten können, nicht bis fünf Minuten vor zwölf zu warten. Morgen, im Ernstfalle, fönnen alle Transportmittel im Dienste der Mobilisierung stehen." Das also ist das Ergebnis: schon im Frie. den sollen die Menschen, die nicht in der Stadt leben müssen, in die Dörfer, in die entlegenen Weiler ziehen! London. Außer den bereits aufgedeckten Wäre eine solche Aufforderung jemals not. Sabotagealten gegen Flugzeuge, welche in den Farey- Werken in Stodford verübt wurden, wurde wendig geworden ohne die ungeheuere militä. noch ein gleicher Fall auf dem Ringway- Flug- rische Rüstung, ohne die systematische Vorberei. felde und am 17. März d. I. ein weiterer Fall tung auf einen Krieg, von dem das frühere in den Armstrong- Werten in Baginton aufge- Italien nie bedroht war, mit dem es aber frei. deckt. Dies geht aus einer schriftlichen Interpel- lich auch niemanden bedrohte? lationsantwort hervor. Von den beschädigten Ein heroisches Leben hat der Faschismus Apparaten waren drei für Belgien bestimmt. Die eingeleitete polizeiliche Untersuchung wird fort dem italienischen Volke gebracht. Ein schöneres gesetzt. hat er ihm genommen. Tschangkalschek In einen Luftkampf verwickelt Nr 1 Ne hang feit de öfterre je der menh ten di jo be ruhig hend Teile fonder iturz Ausla jest perför werde biefig werde dojlo reiche werde mehr in di runge ander müffe Deut Abne deru die weig Umit Hand bei e und aber, ploit Beda Defte licher lien. liefer öffne fuhr Prof uns bish billi nad B b garn trieb nis fre der vers V und der men liche ame Gar eine habe in d Han des Bur Uni fdhe Ed dien aud icha Ver B jun den Hankau. Wie erst jetzt bekannt wird, ist der Generalissimus Tschangkaischek, als er in den letzten Tagen an der Front längs der Eisenbahn TientsinButau eine Inspektion vornahm, nur um ein Haar dem Tode entgangen. Tschiangtaischet befand sich in einem Flugzeuge, bas von 14 chinesischen Jagdflugzeugen begleitet wurde, als diese Estader von 24 japanischen Kampfflugzeugen angegriffen wurde. Ez geschah dies in der Nähe von Sveito in der Provinz Honan. In einem erbitterten Luftkampf wurden, Der Ferialaustausch von tschechoslowakischen wie behauptet wird, fünf japanische und zwei chines und ingoslawischen Kindern findet auch heuer fische Flugzeuge abgeschossen, worauf sich die japa statt. Anmeldungen in der Kanzlei der Domovina nischen Flugzeuge entfernten, Viertausend tschechoslowakische Bergleute in Belgien. Im Vorjahr ist die beträchtliche Anzahl von 4000 tſchſt. Bergleuten nach Belgien ausgewandert. Davon sind 680 aus Böhmen, 1000 aus der Slowakei und der Rest aus Karpathorußland. feb ich ve geb M Go Nr. 77 Die nd er. er T. castisch BERSON GEHT 55 f: or of. 市 13 rs en er 8, [= en ie er R on at er I, ent er те 12 ni en } 0= CE t. te ft m le ie in SEC be rt c. 18 Cr Volkswirtschaft BERSON und Sozialpolitik Neue Wege der Wirtschaftspolitik Lid. Noviny" schreiben: Der Zusammenf dem Strieg nie so innig wie jetzt. Zwischen der österreichischen und unserer Wirtschaft bestand seit je der engste materielle und personelle Zusam menhang. Wird jetzt alles zerrissen werden? Mochten die ersten Nachrichten über den Anschluß noch jo beunruhigend gewirkt haben, so ergibt sich bei ruhiger Ueberlegung, daß die Gefahr nicht so drohend ist wie es im ersten Augenblick schien. Einige Freitag, 1. April 1938 sogar aus den Kreisen der Mehrbeschäftigten, die gung in der Delfabrik war zwar für kurze Zeif als Bölkische meistens protektioniert waren, neue unterbrochen, doch wurden die Arbeiter in anderen Wähler gewann: Das Wahlergebnis Abteilungen beschäftigt. Nunmehr wurde auch der Lautet: Betrieb in der Delfabrik wieder aufgenommen. Union der Textilarbeiter 122 St. 2 Mandate Die Kohlenförderung im Pilsner SteinkohDeutschsoziale 146 St. 3 Mandate lenrevier. Nach den jetzt vorliegenden Statistiken Die Union hat gegenüber der Wahl im Jahre wurden 1937 im Pilsner Steinkohlenrevier 9,3 1936 ihren Stand an Mandaten erhalten und 23 Mill. Metergentner Kohle gefördert, gegen 8,2 Stimmengewonnen. Auch der ver- Millionen im Jahre 1936, aber gegen 10.6 Milhältnismäßige Anteil an der Gesamtstimmenzahl lionen im Jahre 1929. Die Förderung ist somit ist gegenüber 1936 nahezu gleich geblieben. gegen das Jahr 1936 bedeutend gestiegen, bleibt Also es lehrt auch diese Wahl, daß im Tru- aber zum Unterschied gegen das Ostrauer Rea bel der völkisch- nazistischen Propaganda und vier hinter dem Ergebnis des Jahres 1929 Gleichschaltung die Betriebsarbeiterschaft ihre noch weit zurück. Die Pilsner Förderung konnte Ruhe bewahrt und in Treue zur sozialistischen zur Gänze abgesetzt werden. Es mußten sogar Bewegung steht, die ihr als einzige den Aufstieg noch große Mengen der Vorräte aus dem Jahre zu neuen Lebensmöglichkeiten verbürgt. 1936 verladen werden, so daß Ende 1937 nur noch 154.720 Meterzentner auf den Depots Keine Arbeiterentlaffungen bei Schicht. Wie Tagen, gegen 415.730 Metergentner Ende 1936. der DND meldet, beruhen die in einem Teil der Die Zahl der beschäftigten Arbeiter ist im abgePresse kolportierten Nachrichten, die Delfabrik der Taufenen Jahre gegenüber 1936 unerheblich Firma Schicht in Schredenſtein werde für längere um 57- auf insgesamt 3584 Arbeiter zurüdZeit stillgelegt, nicht auf Wahrheit. Die Erzeu- gegangen. Das Geheimnis des Schmetterlingsfluges Schmetterlinge überqueren den Ozean In jedem Vorfrühling melden die Zeituns tropischen Schmetterlinge, die nach Europa loms Teile der tschechoslowatischen Wirtschaft, und begen von unbekannten Schmetterlingen, die men und sich hier in sehr seltenen Fällen auch fonders die Tertilindustrie, fanden seit dem Um- irgendwo in Mittel- oder Nordeuropa aufgefun- vermehren. Die„ Bunten Fräuleins" stellen auch ſturz leinen anderen Weg, ihre Geschäfte mit dem den worden sind. Darauf pflegi in der nächsten keineswegs einen Reford auf, wenn sie das MitAusland abzutvideln, als über Wien. Wenn sie Nummer der betreffenden Zeitung ein Wissen- telmeer überqueren. Kalifornische und mitteljest nicht allein aus wirtschaftlichen, sondern auch schaftler zu antworten, daß man es mit einem merikanische Schmetterlinge sind schon bis Eng persönlichen und Rassegründen gezwungen sein oder mehreren Exemplaren des Bunten Fräus land gekommen( z. B. der„ Monarch"), und werden, sich umzuorientieren und sich von ihren leins" zu tun habe, das zwar in Europa nicht gerade diese Schmetterlingsart hat sogar den hiesigen Sißen aus um Auslandsbeziehungen heimisch sei, aber jedes Jahr aus Afrika komme. Pazifik bezwungen und kann seit einigen Jahrwerden fümmern müssen, so muß das der tsches und eine ausführliche, sehr genaue, deshalb aber zehnten in Australien und Neuseeland als einchoslowatischen Wirtschaft nicht zum Schaden ge- nicht weniger sensationelle Erläuterung wird an heimischer Schmetterling gelten. Alljährlich wird reichen. Daß dabei einige materiell geschädigt gefügt, daß die Heimat der Bunten Fräuleins" gemeldet, daß an einzelnen Punkten der ameri werden, weil sie der österreichischen Wirtschaft das äquatoriale Afrika südlich der Sahara sei, kanischen Küste Millionen von Schmetterlingen, mehr trauten als der hiesigen ist zwar wahr, aber von wo aus die Insekten in millionenstarten deren Schwärme die Luft verdunkeln, nach dem in diesem Falle wird durch eingefrorene Forde- Schwärmen ihre Reise nach Norden machten. Die offenen Meer hin streben. Sie werden nicht etwa rungen eine begangene Schuld beglichen. Auch in zarten Tiere überfliegen die Sahara in ge- vom Winde getragen, sondern fliegen häufig soanderer Richtung werden wir uns umorientieren schlossenem Zuge. An der Küste des Mittelmeeres gar gegen Luftströmungen an. Wenn von diesen müffen. Das neue Gebiet des vergrößerten teilt sich der Schwarm. Etwas mehr als die Millionen ein paar hundert oder sogar ein paar Deutschland bedeutet zweifellos unseren größten Hälfte biegt nach Often über die Türker wieder Zuzend das europäische Festland erreichen, ist Abnehmer, aber auch Lieferanten. Durch die Aen- nach Nordivejten und dringt weit in die Ballan- der Erfolg schon enorm, denn gerade die Schmet derung der politischen Grenzen können sich zwar länder bis nach Ungarn vor. Der andere terlinge sind derart zart, daß man kaum versteht, die Bedingungen für die einzelnen Produktions- Schtvarm wagt den ungeheuren Flug über das wie überhaupt ein einziges Tier lebend über das zweige ändern, aber dies muß nicht unter allen Mittelmeer, kommt über Südfrankreich nach Meer kommt. Und von den Hunderten sind es nur Umständen einer Verkleinerung des gegenseitigen England, aber auch nach Deutschland und Stan drei, vier Stück, die zur Fortpflanzung schreiten, Handels gleichkommen. Die größte Gefahr besteht Gerade sie sind aber die kräftigsten Eremplare bei einigen grundlegenden Rohstoffen, wie Holz und daher besonders geeignet, die Erhaltung der und Kohle. Bei näherer Betrachtung zeigt sich Art, die in der Sinn" des Ozeanfluges ist, aber, daß Oesterreich selbst bei wesentlicher Erdurchzuführen. ploitation der eigenen Waldbestände den deutschen Die Geheimnisse des Massenfluges der Bisher kennt die Wissenschaft etwa 120 Bedarf nicht voll decken kann. Außerdem war Schmetterlinge sind noch fast vollkommen unge- Schmetterlingsarten, die als„ Wanderer" aufOesterreich unser größter Konkurrent auf den süd- klärt. Ein Vergleich mit dem Vogelflug scheint treten; diese Zahl braucht aber keineswegs ablichen Märkten, hauptsächlich in Ungarn und Ita unangebracht, da die Schmetterlingsflüge in ganz schließend zu sein. Erst der vergangene Sommer lien. Wenn es sein ganzes Holz nach Deutschland unregelmäßigen Zwischenräumen und auf meie hat in Mittel- und Südeuropa eine seit Jahrliefert, und das ist gar nicht wahrscheinlich, er- ftens abweichenden Bahnen erfolgen. Die Flug zehnten nicht mehr beobachtete Massenwanderung öffnen sich bessere Bedingungen für unsere Aus- routen sind infolgedessen bisher auch noch nicht des Kohlweißlings gebracht, und in den nächsten fuhr nach jenen Staaten. Bei Kohle ist das mit Sicherheit festgestellt, da es an geeigneten Jahren dürften Kohliveißlinge an Stellen aufBroblem eher tarifarischer Art, selbst wenn wir Beobachtungsstationen, wie sie in den Vogel- treten, wo man sie bisher noch nicht gekannt hat. uns nicht auf die dauernde Verbindlichkeit der warten vorliegen, für Schmetterlinge bisher bisherigen Verträge verlassen. Das Problem einer fehlt. Erst in jüngster Zeit beginnt man ein dinavien, und erst im Vorjahre wurden die mittelafrikanischen Schmetterlinge in einigen Dutzenden Eremplaren an der isländischen Küste aufgefunden. billigen Kohlenbeförderung zur Donau ist heute Beobachtungsneß zu schaffen, das hauptsächlich nach dem Anschluß unsere brennendste Frage. Betriebsausschuẞwahl B n re bei Etrich, Ober- Altstadt ci er ווי 11 it 1, r ic 15 d 4 78 B I, r HEI r Ent 4 B 6 1, Der verräterische Schweiß losen Spuren ersparen. SBOR Thr Geschmack: ELEGANZ QUALITÄT Thr Geschmackder Raglan, Marke 209-499 Kč Seite 5 199-499 KE SBOR an den Roulette- Tischen. Er spielte nur und ausschließlich Roulette und rührte weder Karten et Quarante über. Für ihn gab es nur die Nouam Baccarat Tisch an, noch ging er zum Trente lette. Am Roulette hatte er als blutjunger Dragoner- Leutnant auf einer Urlaubsreise sein gesamtes Vermögen und noch viel mehr dazu verloren. Etwa zwei Millionen Goldfronen. Mit einer gefundenen Hunderfrancsnote ging er, dicht em Selbſtutord, ins Kajino in Monte Carlo und spielte nunmehr nicht als Hasardeur, sondern als Mathematiker. Er gewann. eine Rechenwissenschaft gäbe? Ja, es gibt sie. Und System Monsieur Louis durch Leuchtturmstationen gebildet wird. Wenn aber auch die Schmetterlinge nicht einen gleich Wie man in Monte Carlo gewinnen kann artigen Wanderinstinkt wie die Vögel bejißen, so MTV. Monte Carlo. In Monte Carlo starb Man wird fragen, ob es denn am Spieltisch fönnen die Flüge dennoch kein Zufall sein. Man vor einiger Zeit im hohen Alter von fast neunzig Monsieur Louis wußte sie zu nutzen. Er hatte nimmt an, daß in den Insekten ein latenter Jahren ein Mann, den man im allgemeinen nur ein System mehr errechnet ein System mehr Am letzten Freitag wurden in der Flachs- Wandertrieb vorhanden ist, der dann wach wird, als„ Monsieur Louis" kannte. Nur wenige Eingarnspinnerei Etrich, Ober- Altstadt, die Be- wenn ungünstige klimatische Bedingungen am geweihte wußten, daß er in Wirklichkeit einem bez erfunden" von denen es Taufende gibt. triebsausschuswahlen durchgeführt. Ihr Ergeb- Geburtsorte die Erhaltung der Art zu gefährden kannten österreichischen Adelsgeschlechte angehörte Er verriet es nicht, nicht einmal um teures nis zeigt, daß auch in diesem Betriebe die drohen; find die Bedingungen günstig, unter- und zu Recht die neunzadige Grafenfrone hätte Geld, sondern arbeitete" ganz anders. Er befreie Gewerkschaft troß allem Terror, bleiben die Flüge. tragen fönnen. obachtete den Typ des kleinen und mittleren Spieder in den letzten Tagen überall noch ungemein Die Bunten Fräuleins" sind nur die be- Monsieur Louis lebte seit Jahrzehnten an lers. Und schlug nun dem Spieler häufiger verschärft wurde, ihren Stand erhalten konnte und kanntesten, keineswegs aber die häufigsten der der Riviera und war der bekannteste Stammgast noch der Spielerin vor, nach seinem", des Herrn Louis, Syſtem zu spielen. Er verlange Aber für die Polizei sind die Arbeiten von aller-( aber die Haut feucht, so muß der Ampèremeter fein Honorar; er wolle nur 10 Prozent vom größter Wichtigkeit, weil sie es immerhin ermög- irgend einen minimalen Ausschlag zeigen. Und Gewinn. lichen, die Schar von scheinbar gleichermaßen ver- auf dieser Erwägung beruht das Prinzip des Und nun gab es zwei Möglichkeiten: entweder dächtigen Personen erheblich einzuengen, so daß Apparates. der von ihm beratene Spieler verlor. Dann beVerbrecher auf dem Reaktionometer sie der Polizei die Verfolgung von vielen zwedDem auf dem Stuhl sitzenden Verdächtigen dauerte Monsieur Louis und verabredete ein werden nun auf einer Leinwand stehende Projek- Rendezvous für den nächsten Tag. Oder der SpieMTV New York. Zu den hervorragendsten Einer der interessantesten Apparate ist der tionsbilder vorgeführt, und zivar völlig gleichler gewann. Dann bekam Monsieur Louis seine und bestinstallierten friminalistischen Instituten Reaktionometer. gültiger Art. Also Bilder, die ihn nicht berühren. 10 Prozent, meist noch mehr, und wurde weiter der Welt gehört das Federal Justice Departe- Nehmen wir an, daß ein Word verübt wor- Bum Beispiel ein Bahnhof, eine Eismaschine, eine empfohlen. ment", wo auch der gesamte Nachwuchs der staat- den ist, und daß zehn Leute in gleichem Maße der Menschenansammlung, usw. Das Ampèremeter Von seinen Einfünften als System- Berater lichen Polizei der Vereinigten Staaten von Nord- Tat verdächtigt werden. Alle zehn leugnen ener- zeigt auf Null. Nun kommt plößlich inmitten lebte er geruhsam und sparte. Täglich aber risamerika ausgebildet wird, nachdem durch die gisch. Bis jetzt mußte die Polizei nun in unend zahlloser anderer Bilder zum Beispiel das Zim- tierte er die hundert Francs nach seinem„ wirkGangsterplage die Geseze notwendig wurden, die lich mühevoller Arbeit Beweismaterial zusammen- mer, in dem der zur Erörterung stehende Mord lichen" System. Denn er hatte eins. Es ist Tateine vollkommen zentrale Polizeigewalt errichtet tragen und verlor damit viel, oft unerfeßlich fost- begangen wurde. Wenn der Verdächtige mit dem sache, daß er fast jeden Tag seine hundert Francs haben. Diese zentrale Polizei hat Wachtbefugnis bare Zeit. Mit dem neuen Verfahren kann sie Mord nichts zu tun hat, so wird das Ampèremeter verdoppelte. Und damit begnügte er sich. Bahlin allen Staaten der USA, während früher die schneller zum Ziele kommen und die Schuldigen weiter auf Null stehen bleiben. Wenn er in die lose Berufsspieler schauten ihm zu. Sie schrieben Handlungsfreiheit jeder Polizei an der Grenze von den Unschuldigen trennen. Sache verwickelt ist, so wird der durch keinerlei Wil- seine Tabellen ab. Seßten ihm nach". Alle ver des betreffenden Staates aufhörte. Die jetzt tätige Einzeln wird jeder der Verdächtigen auf lensatt niederzuhaltende Schock, die erhöhte Puls- loren. Nut Monsieur Louis gewann täglich seine Bundespolizei arbeitet in allen Staaten der einen Stuhl gefekt, dessen Lehnen aus Metall tätigkeit, sofort eine, wenn auch nur minimale hundert France. Union. sind. Die beiden Hände und Unterarme des Ver- und dem Auge nicht erkennbare, so doch durch das ,, Das machte sein Renommee aus. Das Abgesehen von den hervorragendsten pratti- dächtigen werden an die Metalleiſten ſo ange- überaus feine Ampèrometer meßbare Tranſpira- brachte ihm die Kundschaft. Das war sein Geschen Einrichtungen der Polizei- und Detektiv- paßt, daß die nackte Haut das Metall berührt. tion an den Innenflächen der Hände hervorrufen. schäftsfundus. Schule- Turnen, Boren, Schießen, Erkennungs- Die eine Armlehne ist mit einer positiven, Und wenn die Betrachtung eines Bildes eine solche dienst, Fahndungsarbeit, usw.besitzt die Schule die andere mit einer negativen Elektrode eines Reaktion hervorruft, so ist bewiesen, daß der auch die höchstwertigen und modernsten wissen- Stromkreises verbunden. Das heißt, wenn nun Mensch, bei dem sie es hervorruft, mit dem Bilde schaftlichen Hilfsmittel und Apparaturen, um den der Strom unterbrochen ist, so zeigt der in etwas zu tun hat. Verbrechern das Leben und die Ausübung ihres einem Nebenzimmer aufgestellte Amperemeter Durch Feststellung der Unterschiede im Aus" Berufes" schwer zu machen. natürlich auf Null. Würden die beiden Elektroden, schlag des Ampèremeters läßt sich sogar sagen, Ganz neu sind aber die Arbeiten einiger also die beiden Armlehnen, etwa mit Kupferdraht wer von den Untersuchten mehr, wer weniger und junger Psychologen und Aerzte, die bereits jeßt verbunden, so würde er die volle Stromstärke an- ver garnichts bei dem Versuch verspürt hat. Bis jetzt wurde das Verfahren in unzähligen den Beweis erbringen konnten, daß mit den so zeigen. Würde ein schlecht leitendes Material dawerden können. Kurz vor seinem Tode erzählte er einem Jugendfreund, daß er die hundert Francs in neunzig Prozent der Fälle verlor. Daß er aber für weitere hundert Francs„ Gewinn" in Spieljetons stets bei sich führe, um den„ Gewinn" diskret zeigen zu können. Diskret genau so, daß die Dummen, die niemals alle werden, es bemerkten: Monsieur Louis hinterließ über Hunderisehr verfeinerten Methoden neuzeitlicher Wissen- zivischen geschaltet, so wirkte dies als Reostat, und Verfuchsfällen, wo nämlich die Täter überführt tausend Francs. schaft auch die hartgesotzensten Lügner überführt der Amperemeter würde weniger als den vollen waren, auf Grund absolut einwandfreier Beweise Der älteste Croupier des Kaſinos meinte, er Stromivert registrieren. Der menschliche Körper oder ihrer eigenen Geständnisse, nachgeprüft. Aus- jei der einzige Spieler, der wirklich und endgültig Vorweg sei gesagt, daß die Gerichte die Er ist bekanntlich ein recht empfindlicher elektrischer nahmslos hat sich gezeigt, daß die vom persön- gewonnen hat, weil er niemals für ſein Geld gebniſſe dieser neuen und ungemein subtilen Leiter. Aber die trockene Haut wird die hier an- lichen Willen vollkommen unabhängig reagieren- spielte, außer den hundert Francs, die er aufs Methoden noch nicht annehmen und auch keine gewandten ganz minimalen, dem Körper unspür den Nerven entscheidend die Frage der Schuld" Propaganda- Skonto" schrieb... Schuldurteile auf Grund dieser Indizien fällen. Ibaren Ströme überhaupt nicht registrieren. Wird loder Nicht- Schuld tlären, J. A. Scite 6 Prager Zeitung Ein Diskussionsabend ,, Sozialdemokrat" Freitag, 1. April 1938. Nr. 77 VOLKSZUNDER wwwwwwww sejen, daß außer ihr auch noch andere Warteien nader Anton Strejný gewohnt hatte, der erit am 22. der äußeren Serbheit der Geſtalt Roje Bernds liegt: Verlanget Volkszünder! Literatur Hauptmanns Rose Bernd" im Weinberger Stadttheater. Das tschechische Theaterpublikum ift sich dessen kaum bewußt, wie weit sich Hauptmann von seinen Jugendidealen, in denen er„ Die Weber" und Fuhrmann Henschel" schrieb, entfernt hatte, als er, beinahe 75jährig, sich einer politischen IdeoTogię anzupassen versuchte, die jeder Kultur bar ist Schade von 400 Kč entstand. Die Polizei hielt dare und die den Namen des späteren Hauptmann mit in aufhin gestern drei Minderjährige an, von denen ihren Ruinen begraben wird.- Seine Rose des Klubs ,, Die Tat" awei gestanden, die Tafeln mit einer Steinschleuder Bernd" errang vollen Erfolg beim tschechischen Gestern sprach in Prag im Klub„ Die Tat" zerschlagen zu haben. Bei einem der beiden wurde Publikum, das sich ganz dem Banne des naturalis Dr. Hubert Ripka, Redakteur der..Lidové No- ein Detektivroman und eine Art Vertrag gefunden, ftischen Dramas der von dem frömmelnden Vater binh" über Die heutige Stellung der Tichechoslo- in dem die zwei anderen erklärten, ihm als dem wohl in religiösen Grundfäßen erzogenen, aber nicht wakei in der Welt". Der Redner untersuchte zuerst Führer des Gangs" bedingungslosen Gehorsam zu beschützten Dorfschönheit hingab. Die Regie Bors die volitische Situation, die infolge des gewaltsamen leisten. Für die nächste Zeit waren noch einige war bemüht, zu zeigen, wie der erste Fehltritt des Anschlusses Desterreichs an Deutschland für die Straferpeditionen" vorgesehen. Die Jungen wur- unwissenden Mädchens, das von der Meute der Tschechoslowakei entstand. Die Form dieses Attes den nach ſtrenger Ermahnung den Eltern zur Be- Männer verfolgt war, nur der Anfang der sogenann ten Sünden gegen die sittlichen Gesetze der Gesellzeigte den westlichen Demokratien, daß auch sie bestrafung übergeben. Kaffenknader an der Arbeit. Am 1. März d. J. schaft war, ein stetes Sinabgleiten bis in die Tiefen droht find. Dann behandelte Dr. Ripka die Folgen, brangen unbekannte Täter in Batov in die Genossen des Verbrechens. Besonders start trat dann hervor welche die Einverleibung Oesterreichs ins Deutsche Reich auf die Deutschen in der Tschechoslowakei ausschaft Svépomoc" ein und entwendeten aus der Hauptmanns Gedante, daß der Mensch mit seinen üble und betonte, daß man nun diejenigen Kaffe, die sie von der Seite aufbohrten, 9000 Kč in inneren Kämpfen einsam bleibt, so nah er auch den Mann hatte die Rolle der Rose nicht verraten dürfe, die unge a ch bar sowie einen 4% prozentigen Anleiheschein im Menschen lebt. tet des Drudes, der auch auffieerte von 5000 Kč. Gestern nun fonnte in einem Bernd an und für sich talentierten Jiřina Štěp= ausgeübt wurde, dennoch nicht Prager Geldinstitut eine gewisse Anna Mašet aus ničtová übertragen; es mag wohl an der verrieten. Auch dann, wenn man in Betracht Hloubětin feſtgenommen werden, als sie versuchte, Filmich aufpielerin Štěpničková liegen, zicht, daß die EdP die Mehrheit der Deutschen in den Anleihefchein zu verkaufen. Es wurde festgestellt, daß hauptsächlich in den ersten drei Atten vieles un der Tschechoslowakei darstellt, darf man nicht ver- daß in der kritischen Zeit bei ihr der bekannte Kaffen gesprochen und nur angedeutet blieb, was sonst in und Gruppen eriſtieren, die auf den demokratischen Feber aus der Karthäuser Strafanstalt, wo er eine viel eindrucksvoller war die tragische Gestalt der dreijährige Kerferstrafe abbüßte, entlassen worden Yegten zwei Afte. Bemerkenswert war Christoph Prinzipien bestehen und bereits bewiesen haben, daß I am m, der wilde und verstehende, leidenschaftsie der Fahne der Republik auch in schweren Zeiten war. Nach Krejný wird noch geforscht. liche und väterliche Liebhaber, der von H. Karbelář treu bleiben wollen. Das tschechische Voit ist feft mit Verständnis für die Rolle des ins öde Dorfenischlossen, wirklich gerechte Minderheitenpolitik au leben verschlagenen Intellektuellen, dem schließlich machen und sich mit den Deutschen darüber zu ver fein romantischer Traum zerstört wird, gespielt ständigen. Eine Berufung der SdP in sie Regierung wäre jedoch nur dann möglich, wenn diese Bartei auf das Totalitätsprinzip, auf dem sie aufgebaut Die Stützen der Gesellschaft ist, verzichten würde und wenn sie nicht nur durch Sorte, sondern durch Taten beweisen würde, daß sie Henrid Ibsens Schauspiel von der bürger fich auf den Boden des Staates stellt. Mit Deutschlichen Lüge des mächtigen Stleinstadt- Sonfuls Bernic land wollen wir gute Nachbarn bleiben, ohne aber ist in den fast siebzig Jahren, die es nun alt ist, nicht unierer Freiheit, Einheitlichkeit und Unabhängigkeit frischer geworden. Es mangelt ihm die pſychologiſche. Die neue gute Uebersetzung stammt von Lily Bubeirgend etwas zu vergeben. Das Wort, das Masaryk die dichterische Vertiefung der späteren bienfchen auf die Fahnen unserer Legionen schrieb: Lieber Gesellschaftsdramen, es ist zu sehr Tendenzstück Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Tob als Sklaverei!" bleibt auch nach seinem Abund zwar Tendenzstück gegen eine Art der bürgerleben unsere Devise. Dem Vortrag folate eine ichen Verlumptheit, die an heutigen Formen ge Seute, Freitag, halb 7 Uhr: Victoria Regina Lebatte, die bewies, daß auch die Anwesenden diese messen- relativ unentwidelt erscheint. Der Kampf( Theatergemeinde der Jugend, rote Karten) und Ansichten teilten. M. Gr. dez Konsuls Bernid um die heuchlerische Bewahrung freier Verkauf, Abonnement aufgehoben.- Samefeines moralischen Ansehens und gar am Ende die tag halb 8 Uhr: Victoria Regina, 62.- Sonntag matt wirkt das neben der offenen Unmoral, der lung, halb 8 Uhr: Herzen in Schnee, Erstaufführung. das Buſammenivirten aller Sträffe antingen uns freiwillige Zerreißung des Lügengewebes, wie halb 3 Uhr: Madame Sans- Gêne, Arbeitervorstel- eſſerwiſſen und Geistreicheln war oft dort vorhanden, zynischen Gewaltanbetung, der feierlichen Aufopfe= Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Frei- Sillers Buch ist ein Stück sehr subjektiv gesehener rung aller Anstandskulissen zugunsten der Macht, die tag, halb S Uhr:„ Das Ministerium ist be- Geschichte. Man ljest es mit großem Nußen. K. wir bei den Kapitalisten von heute, den Enkeln des leidigt", Theatergemeinde des Kulturverbandes und Hermann Steinhausen. Die Zukunft der Frei. tonfuls Bernid, ſehen. Daß Ibsen die Vergiftung freier Verkauf. Samstag 8 Uhr: Das MinisteSonntag 3 Uhr: Zwei Dut- heit. Europa- Verlag, Zürich. Ein ernſtes, aber doch der Gesellschaft im Kreime dargestellt und dabei auch rium ist beleidigt. das Interesse des heutigen Zuschauers an dem hier zend rote Rosen, 8 Uhr: Die Stützen der Gesell- im tiefsten Grunde optimistisches Buch, in dem der Verfasser nach gründlicher Analyse der gegenwärti dargestellten Konflikt nicht ganz erlahmt. Aber es fchaft. gen Geistesströmungen zu dem Schlusse kommt, daß ist doch so, daß gerade die kleinstädtisch- bürgerliche Standalaffäre, die dem Stück die eigentliche Theader geiſttötende Kollektivismus, verkörpert in der terspannung geben foll, heute das Unaufregendite an faschistischen Gleichſchaltung, nicht das letzte Work diesem Schauspiel geworden ist und daß nur das der Geschichte ist, sondern daß dem menschlichen Wes Hintergründige, Angedeutete und Geahnte noch sehnsucht und die Fähigkeit zur Freiheit innewohnen, fen und der menschlichen Gesellschaft die Freiheitss wirkliches Gewicht hat. Steinhausen findet glänzende Formulierungen und hat einen wertvollen Beitrag nicht nur zum Begrei fen der Gegenwart, sondern auch zum Finden des Weges in eine bessere Zulunft geliefert. nachmittags eine unbekannte, etiva 40- bis 50jäh Unbekannte ertrunken. Geſtern ſprang um 3 Uhr Lige Frau von der Jirásekbrüde in die Moldau, wurde in eine Strömung gerissen und erst bei der Judeninsel von einem Kahnverleiher namens Pros cházka aus dem Wasser gezogen. Während der Ueber führung ins Krankenhaus starb sie. Die Unbekannte die etwa 155 Zentimeter groß ist, hat braune Haare und graue Augen, trug einen furzen schwarzen Rock und ein dunkelblaues Kleid. In der Hand hielt sie ein altes Handiäschchen, in dem ein Paar zerrissene Handschuhe und ein blaues Taschentuch waren. Bedingungslofer Gehorsam." Diefer Tage wurde beim Břevnover Bolizeikommissariar die Anzeige erstattet, daß unbekannte Täter drei Lichts reflame- Tafeln zerschlagen hatten, wodurch ein Mittwoch, den 6. April, um 8 Uhr abends im Handwerkerheim, großer Saal, Vortrag über Die Konsumgenossenschaften Vortragender Sekretär Schwantner vom Verband deutscher Wirtschaftsgenoſſenſchaften. Veranstalter: Ortsgruppe Prag des Allge. Kunst und Wissen In der Aufführung der Kleinen Bühne, die Arnold Marlé inszeniert hat, wurde diesem Sachverhalt nicht genügend Rechnung getragen. biens Stüd wurde in historischer Ausstattung und mit breis ter Ausführung der verwidelten Familienaffäre vorgeführt, so daß fich lebendige Wirkungen nur zu weilen einstellten. Die Hauptrolle des Konfuls Ber nid wurde von rig Valt mit viel Routine, aber eben doch nur mit Routine gespielt. Er brachte alle dramatischen Auftritte diefer Rolle, aber er war mit der darzustellenden Gestalt nicht eins geworden. Dieser Konjul Bernid war fein großer Heuchler. fondern nur ein versierter Schauspieler. Die große Leistung des Abends war Lotte Steins Lona Seifel. Diese so oft ins Drastische verfallende Schauspielerin verzichtete auf alle tarifaturhaften Büge der Rolle, um in ihr die unpathetische Ehrlichkeit und Sie werden ein Referat hören von erfolg- Wienschlichkeit fräftig, aber ohne lebertreibung dar reicher, selbstverwalteter Wirtschaft im Dienste zustellen. Neben ihr hielt sich Starl Trabauer als der Verbraucher, von Planwirtschaft, von Respek- Johann Tönessen wader. Unter den übrigen Mittierung der Kollektivverträge der Arbeiter und wirkenden verdienen Hans Göz und Willy VolAngestellten. Zu diesem Vortrage sind die Mit- ter in den komischen Rollen, Elisabeth Warn bolt als schlicht und flug dargestellte Schwester glieder der KGP eingeladen. Martha, Arnold Marlé in der( etwas zu starr geAls Ausweis dient das Mitgliedsbuch oder ratenen) Proletarier- Rollell, Peter Winner als die Aufnahmsbestätigung Hilfsprediger und Inge Waern als die junge Dina genannt zu werden. meinen Angestelltenverbandes. Menschen in Uniform -ciswurde. Der bäuerliche Emporfömmling und Rohling Kurt Hiller: Profile. Profa aus einem Jahr. Stradmann, der ſittenstrenge und unbeugsame Vas zehnt. Editions Nouvelles Internationales. In dies ter, der evangelische Bräutigam mit linfischen Be- sem Buch breitet Kurt Hiller das Bild seiner eigen. wegungen und den ergebungsvollen Glauben( 5.willigen Persönlichkeit vor uns aus. Vielfältig ist Stovařit und Plachý), Frau Flamm, deren Hilf das geistig- journalistische Wert des tapferen Eins fofigkeit von Frau Iblová, wie ſtets, fein empfun- gängers, zum Widerspruch reizend, aber immer batden wurde, müssen besonders hervorgehoben werden. lend und anregend. Manch eine der von Hiller ge äußerten Ansichten wurde durch den Gang der Erlová. eignisse widerlegt, manch andere wurde bestätigt; Die Geistigen um die Rettung der Republik bemüht man erkennt aus dem Buch, mit welchem Eifer fich haben, man ahnt aber auch, wie weit es die Geifti. gen zu den Massen und deren gesellschaftlichen In strumenten, zu Partei und Gewerkschaften, hatten, wo es auf Mitarbeit, auf das Zusammenklingen Urania- Kino m. i. der gewaltigste Film des Jahres mit Paul Muni, Premiere in deutscher Sprache ,, Die gute Erde" Louise Rainer, nach Pearl Buds berühmtem Roman! Normale Preise. 346, halb 9. Anfangzei ten für„ Die gute Erde" geändert: Seute und Mons tag 346, halb 9, Samstag halb 4, 6, halb 9 Uhr. Sonntag: halb 11, halb 4, 6, halb 9 Uhr. Vereinsnachrichten Der Verein Soziale Hilfe" bittet anläßlich der Nebersiedlung um brauchbaren Hausrat, Möbel etc. Rechtzeitige Verständigung erbeten, alles wird abgeholt. Soziale Silfe". Prag II, Bojiště 22. Telephon 41197 8-10, 2-3. Ortsgruppe Prag. Samstag, den 2. April, Treffpunkt 15.30 Uhr Smichover Bahnhof, Fahrt nach Revnice, Wanderung zur Hütte, lebernachtung. Sonntag Wanderung nach Starlitein- Cernosice. Führung: Pid. Kennen Sie schon unser Wochenendhaus im Brdywald? Kommen Sie mit uns. Hüttendienst Stelzig. Melden Sie sich an unserer Osterwanderung rechtzeitig an. Ausfünfte jeden Freitag von 6 bis halb 8 Uhr im Verein Deutscher Arbeiter, Smečty 27. Teleph. 27727. dividualität, die ursprünglich von obersten Kriegsherren nur für das Heer befohlen war, hat offen bar der Psyche des modernen Wienschen so zugesagt, daß in manchen europäischen Ländern Üniform verbote nötig wurden. Aus der fortschritt lichen Idee der Kooperative, des Zusammenwir fens vieler gleichgesinnter Individuen für ein gemeinsames Ziel, wurde das Gespenst des Kollettivismus, der„ Gleichschaltung". Die Uniform wurde eines der brauchbarsten Mittel zur Orgaz nisierung der Massenpsychose. K. Henry Baulaille. Das tägliche Brot. Bücher. gilde Gutenberg. Als Roman hat das vorliegende Buch starke Mängel. Es packt lediglich durch die plastische Schilderung einiger Proletariergestalten, vor allem des ersten Helden Magneuz, in dem der Verfasser seinen Vater schildert. Wir sehen die der Jahrhundertivende, aber neben der Düſternis Sorgen des französischen Proletarierdaseins nach auch die Freuden, die das Leben der Armen era hellen. K. Urania- Kino, Klimentská 4. Fernsprecher 61623. ,, Die gute Erde" ge Red 18. Ein ftr ba fo R bi le fe m wil fa Bus fri Bo TO RE Si ftar Bi Gr in un bol dri br fal 4, 6 fat Deutsche Premiere des gewaltigsten Filmes des Jahres, Vaul Muni, Louise Rainer. Wegen der Filmlänge geänderte Anfangszeiten! Freitag um 6 und 19 Uhr, Samstag um und 9 Uhr, Sonntag um 4, 6 und 149 Uhr. Normale Breife. Dienstag: Ungarisaje Premiere ,, bavi 200 fir!" wische an den Hüten. In der Schlacht bei Wien die Uniform so besonders stark das weibliche Ge 1683 wanden sich die Polen, deren Ausrüstung schlecht beeindruckt. Wohl deshalb, weil sie durch der türkischen sehr ähnelte, Strohseile um den ihren Schnitt, vor allem aber auch durch die Linien Wie gerne lassen sich die Menschen unifor- Leib. Die Wallensteiner trugen rote, die Schwe der farbigen Lißen, Borten und Epauletten, durch mieren! Die Vorliebe für Uniformen läuft neben den grüne Feldbinden. Die Errichtung stehen die deutlich martierenden glißernden Stnöpfe uſw. der Vorliebe für geistige Uniformität her, die der der Heere brachte eigentlich erst die Uniformie das männliche Schönheitsideal betonen und unterMühe des selbständigen Tentens enthebt und dem rung im heutigen Sinne mit sich und daraus erstreichen, das in der Zivilkleidung verschwindet. besonders Unsicheren die angenehme Genugtuung gab sich, daß des Kaisers Rock" jedem Soldaten Dazu kommt allerdings noch das gesteigerte und gibt, ein winziger Teil des großen, gleichdenken- gestellt wurde und auch für jeden gleich war. Diese zur Schau getragene Selbstbewußtsein, zu dem den, gleichuniformierten Ganzen zu sein. Hier Gleichheit wurde bald Ausdruck der militärischen sich der Soldat auch heute noch oft berechtigt fühlt beginnt die Psychologie der Uniform. Disziplin, die aus dem einzelnen Mann nur einen und das durch die Uniform gehoben und betont willenlosen Teil des Truppenkörpers machte, gab wird. Schließlich wird auch heute noch dem MiliWo gab es zuerst Uniformen? Richtig ge- ihm aber andererseits auch das ermutigende BeAber zurück zum Thema: Auch die einzelne tär etwas Abenteuerliches gerne angedichtet. Und aten! In Preußen. Im Jahre 1632 fehrte die wußtsein, Teil eines starken und unüberwindlichen Uniform hat ihre besonderen Eigenheiten. Sie daher also die Liebe zur Uniform.( Daß ein Sol Leibgarde des Kurfürsten Georg Wilhelm durch- Ganzen zu sein. Schon allein optisch und ästhe- unterscheidet sich von Anfang an von der Zivil- dat aller Wahrscheinlichkeit nach gesund iſt, ſei gängig blau gekleidet von der polnischen Königs- tisch erweckt die geordnet aufmarschierende unifor- kleidung durch buntere Farben, goldene und ſils nur nebenher in Erinnerung gebracht.) Der wahl in die Mark zurück. Noch während des mierte Truppe den Eindruck einer unerbittlich berne Knöpfe, Lißen und Sterne. Dieser Glanz Schnitt der Uniformen hat, modisch gesehen, imDreißigjährigen Strieges trug jeder Mann die funttionierenden Waschine, erfüllt das Bild der hebt tatsächlich das Selbstbewußtsein des Trägers, mer etwas Strenges, Architektonisches. Das Sleidung, die er eben mitbrachte und der Offizier Reihung und gleichmäßigen Bewegung gleicher macht ihn aber auch in den Augen des Zivilisten unterscheidet die Uniform von der Tracht. Trachzeichnete sich durch entsprechend vornehmere Tracht Teile den Beschauer und den Dazugehörigen mit eben zu einer Amtsperson von besonderen Besug- ten sind malerisch, spielerisch; ztvei Trachten aus. Die ganz besondere, dem Heere in hohem einem eigenartigen Rausch. Dieses Moment ist nissen, zu etwas Respektablen. Nun hat zwar im kostüme, auch männliche, sind sich nur ähnlich, in Maße dienliche psychologische Wirkung, die von der oft in russischen Revolutionsfilmen erschütternd Berlauf von drei Jahrhunderten die Uniform fast Details, Schmuck, Bändern und Tüchern faſt imUniform ausgeht, scheint übrigens erst nachträglich drastisch zum Ausdruck gebracht worden, wenn die überall das Meiſte von ihrer Buntheit und ihrem mer etwas verschieden. Uebrigens ist der männerfannt worden zu sein, da für die Einführung weißgardistischen Truppen in ihrem Vormarsch Glanz eingebüßt. Praktische Erwägungen schrei- liche Charakter der Uniform allein daran zu er von Uniformen ursprünglich rein praktische Ge- gegen die Maschinengewehre der Revolutionäre ben vor, daß sie im Kriegsfall möglichst unauf- fennen, daß eben auch die Uniformen von Frauen, sichtspunkte beſtimmend waren: In erster Linie gezeigt werden. Auf nichts anderem beruht aber fällig sein soll und aufs Veste dem Wetter, den wie sie heute keine Seltenheit mehr sind, immer mußte man Erkennungszeichen zwischen Freund die Wirkung von Girls oder von vielen modernen Strapazen und der äußersten Bequemlichkeit ge- strengen, männlichen, architektonischen Charakter und Feind haben, da die Kleidung und Bewaff Monumentalbauten mit ihren Fensterfassaden. So recht werden muß. Trotzdem ist noch ein erheb- haben. Nur die Frauenmode, die ja bekanntlich nung der europäischen Heere im 17. und 18. Jahr kann man Uniformen auch als ersten formalen licher Rest von Eleganz geblieben. Der wird vor nichts Respekt hat, entnimmt den Uniformen bundert sich oft nur wenig unterschied. So tru- Ausdruck des Begriffes Kanonenfutter" ansehen, ebenso wenig abgeschafft, wie etwa die Militär- aller Zeiten und Völker Motive für ihre spielerigen in der Schlacht bei Warschau 1656 die Bran- als ersten Versuch einer Vernichtung der mensch muſit und warum, das muß wohl nicht wieder- schen Extravaganzen. denburger Eichenztveige, die Schweden Stroh- lichen Individualität. Diese Vernichtung der In- holt werden. Hier ließe sich auch fragen, warum Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kč 17. vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102,-, ganzjährig Kč 204.-- Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Nüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Post- u. Lelegraphendirektion mit Erlaß r. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25. Drudeței:..Orbis". Drud». Verlags- u. Zeitungs- A.- G. Braa. toi sle be th 23 an be D be 81 be 28 da it fa W. D. 23 11