r! hr. Dic деп Sin ift pals ge Ers igi; fich übt ifti, Ine ten, den, und urt K. net Frei doch der rtis Σας der Bort We its men, und rei des K. hjer. ende bie ten, der die nag rnis eta K. 6 I. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub – Berantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 18. Jahrgang Samstag, 2. April 1938 Eine historische Erklärung: Der Vatikan zieht den Trennungsstrich Die Kirche gegen Nationalsozialismus und schmähliche Anpassung Vernichtendes Urteil über Innitzer Mit einer Leidenschaftlichkeit, welche die Bedeutung dieses Ereignisses noch unterstreicht, hat der Vatikan gestern in die geistigen Auseinandersetzungen eingegriffen, welche das Verhalten des österreichischen Episkopats nicht nur in Desterreich und Deutschland selbst, sondern auch in anderen Staaten und nicht zuletzt in der Tschechoslowakei hervorgerufen hat. Der Vatikan hat die Trennungslinie zwischen Kirche und Nationalsozialismus mit einer Klarheit gezogen, die jede Dentelei ausschließt. Der Erklärung im offiziellen„ Offervatore Romano", durch welche die Verantwortung für die Demütigung des österreichischen Episkopats diesem allein aufgelastet wird, folgte in den Abendstunden eine in deutscher Sprache verlesene Botschaft im Kurzwellensender des Vatikans, welche eine prinzipielle Auseinanderjehung mit dem nationalsozialistischen Neuheidentum darstellt und gleichzeitig eine Brandmarkung des Wiener Kardinals Jnniger, für die wenig Beispiele erbracht werden können. Würdelos und treulos! Kein Gläubiger ist verpflichtet, den Gebrauch seiner politischen Rechte daran zu orientieren Politischer Ratholizismus im echten und wahren Aus dem Inhalt: Nähere Bestimmungen zum Versammlungsverbot Die Hilfe für die Joachimsthaler Bergarbeiter Wochenübersicht der Rundfunkprogramme Arbeit! Arbeit! Nr. 78 Arbeit! Zu den Kundgebungen der deutschen Sozialdemokratie Die beiden großen sozialdemokratischen Kundgebungen, die am Donnerstag in Aussig und Wort des göttlichen Hirten hätte war- Bodenbach durchgeführt wurden, werden nicht nen müssen. Die Folge dieser Haltung nur im Inland, sondern auch im Ausland ein wird dann stets sein, daß solche Hüter demokratischen Ausland haben die Gelegenheit starkes Echo finden. Die Pressevertreter aus dem der kirchlichen Interessen wirkliche wahrgenommen, sich von der Treue, der Tapfers und beklagenswerte Ueberfeit und dem wunderbaren Kampfeswillen der griffe vom Religiös- Sittlichen auf judetendeutschen Arbeitsmenschen zu überzeugen. Unerschütterte und unerschütterliche Nader stehen das ausschließlich politische Gebiet sich an den Hängen des Erzgebirges, des Böhmerwal bes, des Altvaters, Männer und Frauen, denen aufchulden kommen lassen. Gesinnung und politische Freiheit nicht feil sind für flingenden Lohn und gleißende Versprechun Sie nüten beispielsweise ihre religiös- fitt liche Lehrautonomie aus, um die Gläubigen von gen, Kämpfer, die, wie ein Redner in diesen Verder Wahrheit beſtimmter Behauptungen in rein fammlungen fagte, das Herz auf dem rechten praktischen Dingen des politischen Gesellschafts- Fleck haben und den Kopf zum Denfen gebrauchen. lebens zu überzeugen, selbst wenn jene Behaup- Die Stimme dieser Menschen wird und muß schiver tungen und die ihnen zugrunde liegenden Tat- wiegen im demokratischen Ausland, so schwer, wie fachen von vielen besonnenen und fachverständigen die Stimme dieses Auslandes bei uns wiegt. Menschen anders beurteilt werden. Beispielsweise Man muß erlebt haben, welch ein ungeist es nicht Sache der Kirche als Lehrautorität heurer Beifallsturm bei der Begrüßung der frans folche Erklärungen abzugeben, welche die rein zösischen, englischen und skandinavischen Pressewirtschaftlichen, fozialpolitischen und vollspoliti- vertreter durch die Säle brauste, um zu ermessen, schen Erfolge einer Regierung messen und werten. welches Vertrauen unsere Grenzsoldaten der Kein Gläubiger ist im Gewissen allem des demokratischen Westens seben. Auf das Demokratie in die Kraft und Hilfsbereitschaft vor verpflichtet, diesen Urteilen als Urteilen Tiefste beeindrudt, haben die ausländischen Presseder kirchlichen Lehrautorität seine Zu vertreter unsere Stundgebungen verlassen, gepadt und dem begeisterungsvollen Ernst der DemonDie Rundfunkbotschaft geht von einer Bole.[ trägers im öffentlichen Leben, biele, ftimmung zu geben und den Gebrauch und mitgerissen von der unvergleichlichen Bucht mit gegen das nationalfozialistische Blatt Das biglich aus überkluger Vor feiner politischen Rechte daran zu oriens ftranten. Noch einmal sei die ausländische Presse fchwarze Korps", das offizielle Organ der Sicht und Taktik und aus tieren. darauf aufmerksam gemacht, daß fast alle dic aus, das den politischen Ratholizismus als eine ich wächlicher Anpassung an Männer und Frauen, die zu Tausenden gekommen Noch verwerflicher aber wäre jener waren, unter der Bedrohung ihres wirtschaftfriminelle Angelegenheit bezeichnet hatte. Der Batikan antwortet: gegebene oder erwartete Zählen; nicht, ihre atsachen besteht. Es ist kein falsche politische Katholizismus über. lichen und physischen Daseins stehen. Freudig stellSinne, wenn man das unschöne und sehr mißver. 3weifel, daß solcher falscher politischer kluger Anpassung, wenn zur felben gahl zu lennen, man muß ihre Straft wvägen, ihre ständliche Wort gebrauchen will, besagt, bak lebte, Ratholizismus schon oft im Laufe der Zeit, da einfache Gläubige aller Stände, Gesinnung, ihre lleberzeugung, ihre Tatbereit Bischöfe und Gläubige fich dafür einsehen, daß die Geschichte der Ehre und dem Ansehen weil sie mutig für die Grundsätze der schaft. Nein, wir neiden der SdP nicht den Zus in allen Bereichen vor Schöpfung, so auch in Staat Seelsorge schwerste Schäden gebracht turrechtes im öffentlichen Leben ein stolzer sind wir auf das Heer der Troßigen und Grundfähe des Schöpfers und Erlöfers der Welt der Kirche und gerade dadurch auch der göttlichen Ordnung, vor allem des Na- lauf der Feigen und Schwachen, wir schämen uns für sie der Gepreßten, der Versflavten- umso und Gesellschaft, zur Durchführung fommen. Dieser hat, zumal in Zeiten, wo der Gegner politische Statholizismus ift also eine innerreligiöse des Christentums mit seiner eigenen treten, jetzt büßen, während sich die Kühnen, die zu uns und damit zum Frieden, zur riftliche Angelegenheit. Ihn kriminell werten Grundsahfestigkeit sich brüstet und die Hirten kurzerhand den Erfolgreichen Gerechtigkeit, zu Europa ſtehen. Das Ausland vernahm unsere Stimme, es wird sie auch ver wollen, heißt, das Wesen des Christentums mis- Christen der geistigen Knochenerwei- des Tages anschließen. Alle aufrichti stehen. Das wahre Deutschtum, das Deutschtum brauchen. chung beschuldigt. gen Menschen, weit über den Bereich des Friedens, des Verständigungswillens und der Die Rundfunkbotschaft erklärt, daß ein grumbfählicher Verzicht, ein grundsählicher Rückgang der Am größten war und ist der Scha- der Kirche hinaus müßten in solchem Menschlichkeit verbündet sich, dennoch kampfentkatholischen Bragis in das sogenannt rein Religiöfe, den dann, wenn sogar die berufenen Verhalten der Hirten nur Würdenen Welt. wie man heute gern und mißverständlich sage, gleichbedeutend mit eimar Häresie, mit einem Glau. Hüter der göttlichen Sittenordnung von I osigkeit und Treulosig. bensirrtum wäre. jenem Geiste des falschen politischen keit erblicken. Sie fährt dann fort: 1 Katholizismus erfaßt waren oder find Allerdings gibt es auch den fal- und zwar irgendwie befangen Bewußtsein unter dem betäubenden Eindruck des„ Arbeit, Arbeit und wieder Arschen politischen Katholi. unter dem Eindruck der Augenblicks vielleicht darüber hinaus ihn etwa beit!" und außerdem verlangte er die Besei ism u s. Dieser falsche politische Ka- mächtigen und Erfolgrei. hinwegtäuschten, darf in solchen Fällen für die tigung aller in dieser schweren Zeit doppelt geBeurteilung nicht entscheidend ins Geavidit fallen. spenstisch anmutenden Schikanen auf dem Gebiete tholizismus ist eine Art und Weise des chen des Tage 8. Dann mag es Somit ist der falsche politische Katholizismus der Arbeitslosenfürsorge. Der gute Wille vieler Verhaltens der Katholiken, sei es des kommen, daß die Augen solcher Hirten allfeits zu verurteilen und zu entscheidender Männer und ihre ſichtbaren Leieinfachen Gläubigen, sei es des Amtsbrandmarken. Ihn wird allerdings gerade stungen in allen Ehren: aber es muß mehr getan nicht mehr, wie es doch eigentlich der Nationalsozialismus keineswegs nach den werden und es gibt außerdem Faftoren, die bei ihre Pflicht wäre, den Wolf im Worten des Schwarzen Korps friminell werten, der Erfüllung der ihnen gestellten wahrhaft histo Schafpelz erkennen und daß fondern im Gegenteil ihn je nach Bedarf zur ge- rischen Aufgabe Iläglich verjagten. Was hat 3. 2. sie Versprechungen von Menschen glaufhidten Täuschung harmloser Katholiken gebrau- das Handelsministerium bisher für sie Versprechungen von Menschen glauchen. Aber vor dem Nichterstuhle Christi kann die Strijenbekämpfung getan? Hat es die Zeichen ben, vor denen sie die traurige dieser falfche politische Katholizismus wegen sei- der Zeit auch nur verstanden, geschweige denn, Erfahrung anderer, ja sogar das ner inneren Häßlichkeit gewiß nicht bestehen. Ge urdy nien urch ujw. ters det. und dem ühlt tont Nili lind Sol ⚫ fei Der im Das rach jten h, in ims änn 1er Quen, mer after ntlich men Teri D. 30 Zum zweitenmal: ,, Heil Hitler!" Innitzers Inniger selbst geht seinen Weg weiter. In einem neuen Brief an Bürdel schreibt er: Die feierliche Erklärung der Bischöfe ist angesichts der bedeutsamen geschichtlichen Stunde der Wiedervereinigung Desterreichs mit dem Deutschen Reich spontan erfolgt. Die Erklärung der Bischöfe wie überhaupt unsere Stellungnahme zur Wahl ist grundsätzlich zu werten als ein allein ber Stimme unferes gemeinsamen deutschen Blutes entspringendes Bekenntnis. Ich möchte Ich möchte darüber hinaus Ihnen ganz offen meinen innigsteu Wunsch in diesen geschichtlichen Tagen befanntgeben, nämlich, daß mit der Erklärung der Bischöfe ein Wendepunkt im religiös- kulturellen Leben unseres Gesamtvolkes eingetreten sein möge, der eine Zeit größter unerer Befriedung und Aussöhnung zwischen Kirche, Staat und Partei einleitet. Mit dem Ausbruck vollkommener Hochschätzung und Heil Hitler! b. arb. unisex Ersbifat schlossen, mit der demokratischen, lampfentschlosse Abgeordneter Jalsch hat nach der Seite des Staates eine Forderung aufgestellt, deren Erfül Das versöhnliche gute Absicht oder das eigene lung unumgänglich ist; fie umfaßt„ drei" Dinge: Innitzers Erklärung wird nicht genehmigt Die im„ Osservatore Romano" veröffentlich te amtliche Erklärung hat folgenden Wortlaut: " In Angelegenheit der Erklärung des österreichischen Episkopates sind verschiedene, häufig tendenziöse Interpretationen aufgetaucht, und zwar auch von seiten gewiffer Kreise, von denen man eine derartige Stellungnahme nicht erwartet hätte. Wir sind ermächtigt, bekannt zu geben, und zwar als Feststellung einer Tatsache und unter Beiseitelaffung jeglicher Erwägungen politischen Charakters, daß diese Erklärung ohne jedwedes vorhergehende Einvernehmen mit dem Heiligen Stuhl formuliert wurde, daß weiterhin diese Erklärung auch nachträglich nicht vom Heiligen Stuhl genehmigt wurde und schließlich, daß diese Erklärung nur unter Verantwortlichkeit des österreichifchen Episkopates erfolgt ift" daß es nach ihnen Handelte? Hat nicht ein Teil der Bürokratie seine vornehmste Aufgabe darin erblickt, Ernährungskarten„ einzusparen", ein Beginnen, das Wasser auf die Mühlen der staatsfeindlichen Agitation leiten mußte? Das war eine famose Arbeitsteilung: ein Teil der reaktionären Gruppe im tschechischen Lager ermunterte durch sein Verhalten die Henleinisten, der andere Teil rieb sich an der Arbeitslosenfürsorge, ein dritter wieder glaubte besonders flug zu handeln, wenn er sich notwendigen Reformen und Erleichterungen verschloß. Wir erinnern daran, daß die Partei, die Gewerkschaften und der Sozialistische Jus gendverband schon seit dem Einbruch der Wirtschaftskrise auf das Schicksal der arbeitslosen Jugend aufmerksam machen und zwar unter Vorlage positiver Hilfsvorschläge. In unerforschlicher Weisheit hat man auf diese jahrelangen Vorstel lungen nicht einmal reagiert und die geforderte Einbeziehung der Jugendlichen in die Ernährungsaktion wird seit geschlagenen acht Jahren Seite 2 Samstag, 2. April 1938 Nr. 78 Daranyi gegen die Flüster- elt: als ber Exponent des Nationalsozialismus. judetendeutschen Städten und Dörfern: die Jue Ihr auf die heutige Minderheit und morgine Exponent des machtgierigsten Unrechtsstrebens der sie stehen vor uns, all die Tapferen aus den Wünsche unseres Volkes erfüllen werdet, fetzet propaganda der Rechten Wer glaubt ihr, daß sie das Recht will, wenn sie gendlichen, die Turner, die Mitglieder der Partei, Mehrheit. Wenn Ihr jedoch in augenblicklichem Budapest. Am Schluffe der freitägigen das für ein Rechtslampf", der die moralische fammengefchloffen zu einer festen Schicksals- und Volts die Positionen übergebt, welche Ihr uns für die Gleich fch a Itung ist? Was ist der Gewerkschaften, der Genossenschaften, alle zu Schreck der überwiegenden Mehrheit unseres Situng des Abgeordnetenhauses wies Minister- und politische Diffamierung der eigenen nicht Stampfgemeinschaft, durchglüht von dem Opfer- verweigert habt, bann habt Ihr zwar in diesem präsident Daranyi ruhig, aber sehr energisch die gleichgeschalteten Volfsgenossen zur Voraussets sinn, der unsere Bewegung schon durch tausend- Augenblick auf die Mehrheit unseres Volkes geGerüchtemacher zurecht, die in den letzten Tagen aung hat? Der mit der Hungerschlinge und der fältige Gefahr hindurchtrug Tre für fetzt, aber dadurch, daß Ihr den Brutalen bewil Nervosität hervorzurufen versuchten. Es wäre Todesdrohung gegen nicht gefügige Deutsche vera einen, einer für alle! Ihr habt das Sig- ligt habt, was Ihr den Verständigen abgelehnt beffer, fagte Daranyi, wenn manche Leute, anstatt bunden ist? Wehrlose Opfer dieser Drohun- nal von Bodenbach und Aussig gehört! Folgt ihm! habt, erschwert Ihr selbst die politische Erzie zu klatschen, lieber zum besten der Nation fleißig gen wir nehmen's ihnen, wie Jakich sagte, Reißt euch empor! Der Feind glaubt hung und demokratische Ausbildung unseres Volarbeiten wollten. Die Regierung werde diese nicht übel- und Feige oder Schwache gehen von das heute zu beherrschen. Wir aber, fes. Es liegt an Euch, zwischen zwei Partnern zu Künstlich gezüchtete Hysterie nicht dulden und ihre uns. Die anderen aber, die übrigbleiben Arbeit nicht stören laffen. Sie werde das ange- stehen fest, die stürmen vor. Wir sahen sie, die reiwehren, wirtragen das Morgen zwischen den Deutschen in unserem gemeinsamen die die wir uns gegen feine Barba wählen, zwischen zwei Verhandlungsmethoden, kündigte Investitionsprogramm nächste Woche be- Männer und Frauen von Bodenbach und Aussig, in sicherer hand. Staat. Wählet richtig! reits dem Parlamente vorlegen. Die Regierung, sagte der Ministerpräsident weiter, empfindet für die Kleinmütigen nur Abf I th e n. Sie wird bafür forgen, baff biejenigen, Tschechische Selbsterkenntnis die im Trüben fischen wollen und um stürz= Ierische Tendenzen verfolgen, niebergerungen werden. mit dem Hinweis darauf abgelehnt, daß kein Geld vorhanden sei. So hatte der Staat die Jugend verlassen; und jetzt hat er den Zustand zu überverursacht wurde, daß großer Teil deutschen In der tschechischen Bresse mehren sich die Stimmen, welche die bisherige Politik der tsche chischen Parteien in der nationalen Frage fritifieren, insbesondere in den Blättern der Linken ist dies der Fall. Wir bringen einige dieser nach allen Seiten hin lehrreichen Stimmen: Etwa so klingt die Nachricht, welche die neue Führung der deutschen Sozialdemokratie den Tschechen gegeben hat. Und gerade die Tschechen könnten aus der eigenen Geschichte lernen, daß die gestrigen Minderheiten morgen zur Führung meten sich Leute in dem Ressortministerium, dem der Nation gelangen fönnen. Die Führung der es zusteht, diese Sache zu entscheiden, im Grund Nation ist gerade in jenen Leuten veranfert, genommen der Tätigkeit gegen die Errichtung welche nicht aufgehört haben im Lärm der erreg des deutschen Senders, und zwar vom obersten ten Gasse auf die Stimme des Verstandes und Herrn in diesem Ressort bis zum unterſten. Wie des sittlichen Bewußtseins zu hören. In der deuts endgültig fleinlich, nicht vorausblickend und er- fchen Sozialdemokratie und in jenen Teilen der bärmlich schaut dieses Handeln nun aus, da wir anderen deutschen Parteien, welche nicht die kopfs vor ungleich verwideltere und ernstere Aufgaben lose Kapitulation Haders und Hilgenreiners mits einem einzigen Tropfen gefürchtet, der nicht Partner, dessen menschlicher und demokratischer fühlte, daß ein ganzer Regenguß kommt! Wir Charakter der schwersten Prüfung standgehalten haben nicht getroffen eine Kleinigkeit zu lösen hat. Wie auch die Verhandlungen mit der Sens und nun sind dieſelben Leute dazu berufen, eine leinpartei, welche vorbereitet werden, fortschrei große Sache zu lösen. Entweder werden dieſe ten, wir dürfen an diesen unseren alten Partner Leute sich ändern oder sind sie in diesem Augen- nicht vergessen. Und wir dürfen ihm gegenüber blick nicht an ihrem Plaze. winden, der dadurch been Sugen die seitigen Versäumte Gelegenheiten gestellt find! Wie hat sich doch ein Mensch vor mischen wollen, hat bie Republit einen beutſchen Eine Kritik an der tschechischen Politik der Nachkriegszeit Der namhafte tschechische Publizist Ferdi nand Per outta beschäftigt sich in der„ Při tomnost" mit der tschechischen Politit seit 1918, wobei er zu folgender fritischer Stellungnahme gelangt: Auch das Kleine politische Talent wird jetzt Grundlagen des Staates verließ. Man mißvers stehe uns nicht: die nationalsozialistische Propaganda hätte auf jeden Fall ihre Wirkungen gehabt: aber unter einer so stiefmütterlich behandelten Jugend mußte sie verheerend wirs fen. Arbeit, Arbeit und wieder Arbeit!" Das heißt vor allem: Fortsetzung der staatlichen Exporthilfe, organisierte Eingliederung der Jugend in den Produktionsprozeß, wenn nötig mit Hilfe der Um oder Nachschulung, Gleichberechtigung unter der Schwere der Tatsachen fähig, die alte der Jugend in der Arbeitslosenfürsorge, Schafs politische Wahrheit zu begreifen, daß man Nonfung von Arbeitsgemeinschaften in Fortführungseffionen beizeiten machen muß. Die günstigste und Erweiterung der heuer reduziert Zeit für die Lösung der deutschen Frage bei uns durchgeführten- Seimſtätten, Investitionen. Dies ist wichtig so wichtig wie Fes stungen und Kanonen. Ist es zu begreifen und zu billigen, daß man den zur Erfüllung der sozi as Ien Staatsaufgaben notwendigen Aufwand mit anderen Maßstäben, daß man ihn lässiger mißt als den für rein militärische Zwede? Gebt Ars beit, Brot und Fürsorge, bringt das, was Henlein nicht bringen kann und will, hört auf das soziale Gewissen des sudetendeutschen Volles, das unsere Bewegung verkörpert! Ihr habt es vers nommen: es ist nicht die Forderung eingängerischer Führer, es ist die Forderung der judeten deutschen Arbeitermassen, der tapfersten und treues sten Söhne der Demokratie! Was sagt Jaksch den Tschechen? 1 In der„ Přitomnost" befindet sich eine tref fende Notiz unter dem Titel Jaksch an unsere Adresse", worin der Verfasser der Notiz, der mit dem Signum V. St. zeichnet, zusammenzufaffen sucht, was Jatsch den Tschechen sagen will. Es heißt dort: nicht undankbar handeln. Grundsätzliche Lösung " Lidové Novinh" schreiben an leitender Stelle der Verfasser des Artikels ist 8děnet Smes táčet- über das vom Ministerpräsidenten Dr. Hodža angekündigte Minderheitenstatut: war bor 18 Jahren, als die tschechoslowakische Verfassung geschaffen wurde. Dann vor zwölf Jahren, als die Deutschen zum ersten Male in die Regierung eintraten. Während so vieler Jahre Wir wissen zwar nicht, was unsere Regies wäre Beit gewesen, daß eine vernünftige Regelung Wurzel gefaßt hätte und daß wir in die jet- Erstens: Glaubet nicht, daß die deutschen rung vorbereitet, aber wir würden ihr empfehlen, 3ge Strise, die vorauszusehen war, nicht in einem Sozialdemokraten teine Deutschen sind. Wir sich nicht mit Einzelheiten, Nebensächlichkeiten und io unbefriedigenden Zustand gekommen wären. fämpfen gegen Henlein als Deutsche. Eine ganze Dingen der täglichen Politik aufzuhalten, sondern Es fehlte nicht an Leuten, welche dazu rieten. Sie Welt trennt uns von den Nationalsozialisten, tatsächlich eine grundsäßliche Lösung vorzubereiten. wurden dafür den gröbsten Verdächtigungen und nämlich unsere innige Liebe zur menschlichen Es handelt sich allerdings darum, ob wir unter dem Terror ausgeseßt, obzvar sie, wie sich nun Freiheit, zum Frieden und zur politischen Höflich grundsätzliche Lösung" dasselbe verstehen, wie zeigt, zu den besten und vorausblickendsten Pa- feit. Aber gerade deswegen sagen wir deutschen Berlin, ob wir nicht nur in Worten, sondern ob trioten gehörten. Da wir uns nicht mit unseren Sozialdemokraten Guch tschechischen Freunden, wir auch in der Sache übereinstimmen. Nach Deutschen in einem geeigneten Zeitpunkt einigen daß wir gerade als Deutsche Forderungen an un- unserer Auffassung bedeutet über die Grundfonnten, da Deutschland abgerüstet und der deut- feren gemeinsamen Staat haben. Betrachtet uns fäße verhandeln, über etwas Dauerndes sche Dynamismus gelähmt war, tommt es nun als Freunde, weil uns das gemeinsame demo- verhandeln, was nicht den Veränderungen zum Ausgleich mit ihnen in einem ungeeigneten fratische Bekenntnis, die gemeinsame Liebe zur der laufenden Tagespolitik unterliegt, Eins Augenblid, da Deutschland bis an die Zähne be- Freiheit und die gemeinsame Seimat verbinden. flüssen augenblicklicher politischer Stimmun waffnet ist und da wir mit einer pangermanisti- Aber. betrachtet uns nicht als Vertreter der tiches gen, Konstellationen und Konjunkturen, etwas, gen? Nehmt alle zur Kenntnis: durch das Ueber- gen auch ein vernünftiger Ausgleich in sich ge- Vertreter des deutschen Volts im gemeinsamen furs etwas, was sich mit den Buchstaben des GeTaufen des feigen Gesindels der Postenjäger und wisse Gefahrenelemente birgt. Wenn unsere sos| Staate, und das jenes Teiles des deutschen Vol- fches einfangen läßt. Die grundsätzliche Lösung politischen Konjunkturfaßten find nicht wir schwä- genannten Nationalisten durch etwas entschuldigt les, welcher den Frieden, die Freiheit und die von Minderheitenangelegenheiten für uns bedeus cher geworden, sondern der Gegner, dessen mora- werden können, dann nur damit, daß ganz Demokratie liebt. tet, die Rechte der einzelnen Nationen in der Relisches Niveau nach solchen Gesellen verlangt. Europa nicht flüger gehandelt hat und daß es Zweitens: Tschechische Freunde, Ihr fofft publik ohne Rücksichtnahme auf tägliche Parteis Die Herren Terroristen und politischen Rache- nun den undemokratischen und imperialistischen entscheiden, welchen Teil des deutschen Volts Ihr streitigkeiten und allerlei Nebenabjichten genau schmiede, die jetzt ihr Handwerk noch im Dunkeln, Deutschen zu erraffen erlaubt, was es so lange weiterhin unterstüßen wollt: den politisch unge- abzusteden. Wenn wir uns einmal dazu entschloßwenn auch mit einem gewissen Erfolg besorgen, den demokratischen Deutschen zu bewilligen abgeschulten Teil, der fein anderes Denten als das sen haben, dann müssen wir die Sache von Grund spekulieren darauf, daß unsere Kleinmut größer lehnt hat... nationale fennt und deswegen heute einen außer auf angehen, müssen dem bisherigen Minderhei sei als ihr Mut! Sie irren sich! Und sie mögen Wie haben wir bis zum heutigen Tage mit ordentlichen Auftrieb erhielt oder einen poli- tenrecht ein festes System geben, müssen ohne zur Kenntnis nehmen: unsere Straft entströmt der deutschen Frage gespielt! Ein Beispiel: tisch geschulten und tief demokratischen Teil, der Schwanken seine Grenzen im Geiste nationaler dem Bewußtsein, einer guten, edlen Sache zu Fünf Jahre fonnte sich unsere Politit nicht eins heute um den Verstand und das Herz seines Vol- und sprachlicher Gleichberechtigung ergänzen und dienen, nicht zuletzt aber dem Bewußtsein, daß mal in der so kleinen einfachen und jedem durch fes kämpft. Wenn Ihr tschechische Freunde, mit die ganze Sache, um es kurz zu sagen, definitiv hinter uns die ganze demokratische Welt steht. Die schnittlichen Verstand faßbaren Frage des deutsuns demokratischen Deutschen arbeiten und in erledigen, als ob wir davon für immer Ruhe SdP ist nun vor dieser Welt entlarvt als der schen Rundfunks einigen. Durch fünf Jahre wid- freundschaftlichem Vertrauen die gerechten haben wollten. Hat je in solcher Situation eine Bewegung eine fühnere, zuversichtlichere, stolgere Sprache geführt als die Massen in unseren Versammlun- fchen Partei verhandeln müssen. Und da destve nicht eutschen, die was heute genau so viel als morgen gelten wird, 47 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Er vermummte sich nicht. Er begann sogleich sein Wert. Der Zug der Städter, der von ihm Abschied nahm, verzweifelte nicht daran, daß sein Werk gelingen werde. Und da er sich nicht fürchtete, glaubten auch die übrigen Aerzte sich nicht fürchten zu müssen. Sie warfen die Stapuzen ab, sie nahten sich den Stöhnenden, so, wie sie es am Beispiele ihres Meisters sahen. [ legten die Hand auf das Herz und verbeugten sich| Wind seinen Raub zu entreißen und Ordnung un-[ beinah verlöscht worden war. Jetzt erinnerten jie ebenfalls vor Dottor Matthys. Es waren die Feld- ter den Namensschildern der ewig Gebetteten zu sich wieder an ihre Beschüßerin. scherer, und sie brachten ihre Verehrung dar dem halten. In der Ferne das Schimmern, das sich bald Größten ihres Standes, dem Meister. Eines Tages wagte es Doktor Matthys, dem bewegte, bald zu Stein erstarrte, es war die Schatten über den Gräbern nachzugehen und sich höchste Frau, Jungfrau Maria, die ja niederges Erholung zu gönnen. stiegen war zu ihrer besonderen Hilfe. Und sie war Es war ein Tag, an dem es sich deutlich fern von ihnen, und sie war doch da. Sie hatte zeigte, daß der Tod in die Flucht geschlagen war. ihnen eine Pein aufgebürdet, die noch ihre Bruft Es war auch ein Tag in einer Reihe von Ta- beklemmte, aber im leichteren Schwingen hob und gen, die den Moraſt des' Feldlagers austrockneten. senkte sich schon die eben noch verpanzerte Bruſt. Der finstere Winter behauptete seine Macht nicht mehr. Die Wolken zerteilten sich. Der Himmel Was die Einsame dort draußen geplant haite, brüdte nicht mehr wie ein bleiernes Dach auf die als sie so viele Bruderopfer zur Ewigkeit entführte. überflüssiges Grübeln. Leibliche Verwandte und Blutsbrüder verivesten. Sie waren aufgespart! Die Unendlichkeit schloß sich wieder auf, Wut teimte aus Wehmut. Sie hüteten sich zu for nachdem es wochenlang geweſen war, als würde schen. Sie freuten sich bloß an frisch verspürter der Raum der Erde immer enger. Genesung. Sie waren still, sie blickten ihrem Arate nach, der weiter hinaus ging, zu der Frau zwi schen den Kreuzen. Aber die Stimmen in ihm hörten nicht auf zu sprechen, zu mahnen, anzuflagen, wühlende Stimmen, die er nicht betäuben konnte, wie glühend er auch davon überzeugt sein wollte, daß er Als erstes Wunder geschah, baß auch hier im alles nur tat, daß er gegen den Tod nur kämpfte. Feldlager der Tod verschnaufte, um nachzudenken, um eine alte, alte Schuld, seine größte Schuld, wie es denn käme, daß ein einziger fähig war, eine ganze Wannschaft zu schulen, daß sie Straut zu büßen. " Wenn ich bin, was ich bin, wenn ich wer- um Straut gegen ihn, den Tod, erfand. Aber noch den durfte, was ich bin", mahnte er sich, konnte nicht alle Kräuter. Dessen freute sich der Tod, und er nicht aufhören, sich zu mahnen," Maimon er grinste noch oft und oft. Viterbo und Jehuda Valdez, sie ließen mich wer den, was ich wurde, und als ich es ihnen bestätigen sollte, da tat ich nichts, als mich vor ihnen im Schatten zu verstecken!" Die Zwiesprache zwischen ihm und den beiden, deren Schicksal er nicht wußte, deren Schicksal er nur ahnte, sie nahm kein Ende. Kein Ende nahm sie wie der Zug der Dankenden, der ihm folgte, wie der Bug der Hilfeflehenden, der ihm entgegen tam, ein Bug von Priestern, ein Zug von Soldaten. Erde. Die Luft flebte nicht mehr als ein frostiger Aussat an Gesicht und Stirn. Hatten die Kranken Jenseits der Lagerzelte im weiten Gebiet vorher um wollene Deden und heiße Flaschen geEr ging mit breiten Schultern und festen wurden die Holzkreuze auf die Gräber gepflanzt. wimmert, so bestätigten ihre erwachenden Augen Schritten. Ohne einen Stod ging er und in ge Die Zahl der Gräber verminderte sich wohl, aber iebt die Bereitschaft, der Sonne, der Luft und dem sammeltem Stolz, wie nur ein Sieger gehen darf, c3 mußten noch immer die Gruben geschaufelt Himmel mehr zu vertrauen als jedem bitteren, der alles Gewünschte hinter sich gebracht hat. beizenden Trant. Ins Freie getragen, tranten sie werden. besuchen Doktor Matthys die flehentlichen Bitten Jenseits der Zelte im weiten Gebiet, das zu die Elixiere des Vorfrühlings. Dieser Mann, allem Sichtbaren nach die harSie sahen auch den Schatten zwischen den und unverminderter Herrschaft über jeden Mustel, monische Einigkeit von innerlichem Befriedigtsein ber Lebenden und halb noch Lebenden hinderten. Kreuzen. Aber so dunkel war es nicht mehr, wie brach plötzlich vor der Frau zwischen den Streuzen jah er einen Schatten. Der Schatten stellte sich Dottor Matthys ihn in den Tagen der großen Dunimmer dann ein, wenn wieder die Aushebung einer felheit gesehen hatte. Er erhellte sich, von Minute daß er den Stopf bis zu den Füßen der Frau nie in die Senie. Das Licht verriet den Begünstigten, neuen Gruft nötig war. Und waren die Bahren- au Minute. Er sprang und huschte auch nicht mehr derbeugte, daß er wie ein Gepeitschter am ganzen träger auch schon zum Biwal zurüdgefehrt, zufam fo verzweifelt ratlos umher. Er wanderte lang- Störper audte, baß die Frau, über deren Haupt An der Spize des Zuges ein stiller, bleicher men mit dem Totengräber, die trübselige, fleißige fam, und er ruhte manchmal lange, lange. Dann immer noch der Strang der Verklärung stand, die Mann, ganz in Weiß gekleidet. Nebel und Nässe Mannschaft, der eine wehmütige Glode die Richs var er anzusehen wie ein Dentmal, aus lichtem Hände über die Augen schlug. schienen von der Fleckenlosigkeit seines Kleides tung wies, blieb immer noch der Schatten auf Stein gebaut zur Ehrung der Toten. abgeprallt zu sein. Er verbeugte sich tief und feier dem Weg der Strenge. Die im Freien Lagernden waren froh, ohne Dann, als sie nach einigen Sekunden die lich vor Doktor Matthys. Der Weg lag im grauen Nebel, und der Qual die Blicke zu dem weiten Gebiet hinwenden Hände löste, trachtete sie danach, sich noch weiter Noch demütiger bückte sich vor ihm der Koloß Schatten darin war noch buntler, beinahe schwara. au tönnen. Was sie dann sahen, kein Trug war im Unfaßbaren zu verlieren. Sie lief noch weiter an der Seite des weißen Generals. Aber der Ko- Der Sturm fauste über die Kreuze, und die es. Ueber dem Haupt des Schattens im geweihten hinaus, dem Walde entgegen. Mann und Frau Toß schwankte schon, auch er war vom Fieber an- Stummheit des Schattens mitten im Sturm rich Gebiet ihrer Brüder strahlte ein Kranz der Ver- entschwanden den Nachblickenden, durch deren gegriffen. tete die Trauerhölzer wieder auf, wenn sie aus flärung. Phantasie unermeßliche Gedanken spielten. Männer in schwarzen Kapuzen, die nur die den Sandhügeln fortgemäht wurden. Der Schat- Nun fanden sie sich wieder vollkommen zu bon llebermüdung verschleierten Augen freigaben, lien mühte sich unaufhörlich ab, um dem sausenden recht in der Gewißheit, die durch Fieber und Angst ( Fortsetzung folgt); И Wolfs lidhte Beha unter gut e Land des S Sop haup bon Gre dafü und gleid teiler auf. büche eriva bon grofo in fr Stro Ban inf eigen ชน ปี und ftehe aufr Schü altb fung fam hat i cher den Bed fönn gebe f am Bri St. wel Fe tun Ser tua Tun feft ber fin Er 26 aft in der gli hör we ten üb me nie An che ein 8" die 1111 lig der lid B ga ich na her ein an bu fei D 281 te 811 Seite 3 78 Tebet rgine ichent feres UNG efent ge= civil. Tehnt Ergies Vol: En aut oden, men neue ben edjen da rung der fert, reg und Deuts der Copf mits chen fcher Iten Sens rei tner iber telle me Dr. gies Ten, und ern ten. ter vie ob Zach nds des gen Nr. 78 Samstag, 2. April 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Wir bleiben was wir sind, Sozialdemokraten! Günstige Stimmung Prächtige Versammlungen allerorts Die Gleichschaltungsfunktionäre der Sdp- 1 Die Komotauter Parteiversammlung Wolfsgemeinschaft verbreiten jest in der Deffent- wies einen Rekordbesuch auf, wie er in den leklichkeit die widerlichsten Gerüchte. Die dümmſten ten Jahren überhaupt nicht mehr verzeichnet Behauptungen sind gerade recht, um zu versuchen, werden konnte. Nun haben unsere Genossen im unter unserer Mitgliedschaft eine Panikstimmung Sa azer Land eine Reihe von Versammlungen zu erzeugen. In den Ortschaften des Saazer abgehalten, die alle die gleichen Merkmale aufgandes erzählt man, daß einige Organisationen zuweisen hatten. In Slutschlau und Weberschan, des Somotauer Bezirkes schon den Uebertritt zur Soratis, Poſtelberg, vor allem aber in der BeEdp vollzogen hätten. Gantz genau dasselbe bezirksstadt Saaz, fanden große Plenarversamm hauptet man jedoch im Somotauer Vezirt fungen statt, in denen verschiedene Redner zu den pon Organisationen des Saazer Landes. Die Versammelten sprachen. Grettelmärchen sind überall gleich. Ein Beweis Die Stimmung war überall ausgezeichnet dafür, daß sie aus gemeinsamer Quelle stammen und aus den Stellungnahmen der einzelnen Des und einem gemeinsamen Zwecke dienen sollen. battenrebner ging der unerschütterliche Wille herDie Sop- Werber schalten aber nicht nur vor, die Parteiorganisation gegen alle Anstürme gleich in Gedanken wenigstens sondern der Gegner zu schützen. büchen. Frei erfunden Abgeordneter W. Iatsch stellt der Presse folgende Information zur Verfügung. Ein Pras ger deutsches Blatt vom 1. April d. J. behauptet in feinem Bericht über die Aussi gerundgebung der deutschen Sozialdemokratie, die am 31. März d. J. abends stattfand, folgendes: In seiner Rede sagte er( Jatsch), er habe in Prag Unterredungen mit diplomatischen Stel Ten gehabt, aus denen hervorging, daß es noch Armeen gäbe, die imftande feien, die Demokratie in der Tschechoslowakei zu erhalten." Abgeordneter Jalsch legt Wert auf die kategorische Feststellung, daß die aitierte Stelle des Berichtes frei ers funden ist. Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 3. April, 14.20-14.30: Dn unb die Propaganda( Mar Eisler). Mittwoch, 6. April, 13.40--18.45: Ar beitsmarkt.- 18.20-18.40: Atus- Union und 18.40-18.50: Soziale Informationen. Freitag, 8. April, 18.35-18.45: Aftuelle sehn Minuten. feilen auch schon die einzelnen öffentlichen Posten„ Wir bleiben was wir sind, Sozialdemokraten!" auf. Was sich auf diesem Gebiete tut, ist hane- So erklärten überall unfere tapferen Parteisol- Wehrerziehung( Alois Iĭmann- Aufsig). baten und man kann ihren Versicherungen wahr haftig Glauben schenken. Aus den Berichten, die hervor, daß unter den Anhängern der ehemaligen von den Ortschaften erstattet wurden, ging aber aftivistischen Parteien die Gleichschaltung doch nicht jo reibungslos vor sich geht, wie fich bas bie Leute einbildeten und wie der Kontursmaffever walter Gustav Hader es in einem Rundschreiben empfahl. Die Bauern vor allem erklären: Die verängftigten Seelen des Bürgertums ertvarten jeden Tag die Katastrophe. Sie heben von den einzelnen Geldinstitutionen ihre Spargroschen ab und verwahren sie lieber wieder, wie in früheren Zeiten, in Strümpfen unter dem Strohjad. Das hat bereits dazu geführt, daß die Bantmenschen die ernstesten Bedenken für die fünftige Entwidlung haben und nunmehr aus eigenem Antrieb heraus gegen die Gerüchtemacher Bu Felde ziehen. In diesen Sturm der politischen Geschehnisse und der Sturzflut tollster Flüsterpropaganda, stehen allein die sozialdemokratischen Arbeiter aufrecht und fest da. Sie lassen sich nicht einschüchtern, sondern halten ihrer Organisation in altbewährter Weise unwandelbar die Treue. ,, wenn die Führung sich gleichschalten ließ, so muß das noch lange nicht für uns gelten". Wir werden uns von niemandem eine politische Meinung aufzwingen lassen. So sind die Verhältnisse draußen im Landgebiet. Aber auch aus dem Erzgebirge wird erfreulicherweise von der gleichen Entschlossenheit Wenn es für die Richtigkeit dieser Behaup- unserer Anhänger berichtet. In Neudorf im tung je eines Beweises bedurft hätte, die Ver- Erzgebirge fand eine Vertrauensmännerversammlungen unserer Partei in den letzten Tagen sammlung für die Ortschaften Neudorf, Sebahat ihn erbracht. Es ist bewundernswert, mit wel- stiansberg und Umgebung statt. Auch dort kam der cher Festigkeit unsere braven Vertrauensmänner unerschütertliche Wille zum Ausdrud, allem Terden Werbungen der SdP- Apostel widerstehen. ror zum Troß, die Organisation weiter aus Beder Versprechungen noch Terrordrohungen zubauen. fönnen sie bestimmen, ihre Ueberzeugung preisgus geben, unsere Partei treulos zu verlassen. a3, Die Hilfe ird, Se für St. Joachimsthal ng Re= eis au of and cis Ite ( er nd tib he Das gesamte Bild rundet sich somit zu der Feststellung ab: Wir sind gerüstet! Atus- Union an die Front Lehrerorganisationen und Politik Ter Minister für Schulivesen und Volkskultur, Dr. Emil Frante, hat folgenden Erlaß herausgegeben: Jns Osterbrot Vitello Teileinigung A zwischen London und Rom Englische Kritik an Chamberlains Spanien- Politik London, 1. April. Reuter meldet ans Mit Erlaß des Ministeriums vom 12. April 1933 wurden die Richtlinien zusammengefaßt, Rom, daß zwischen England und Italien eine welche die staatsbürgerliche Erziehung in den grundsätzliche Uebereinstimmung über Palästina Schulen betreffen. Insbesondere ist es sehr not- und das Mote Meer erreicht worden sei. Für wendig, damit im Sinne des zitierten Erlasses die Samstag ist eine abermalige Aussprache zwischen Schule zu freundschaftlichen Zusammenleben, zu dem englischen Botschafter Lord Perth und dem nationaler, religiöser und gesellschaftlicher Ver- Grafen Giano angesetzt. Das Suezkanalträglichkeit, zur Ergebenheit der Tschechoslowati- Problem soll noch nicht behandelt worden fchen Republik gegenüber und zur Achtung vor sein. ihren demokratischen Einrichtungen erziehe. sein, wenn eine gewiffe Sandlungsweise der Leh Diese Aufgabe der Schule könnte bedroht rer und Professorenschaft als Stand in Er scheinung träte, wodurch in agitatorischer und demonstrativer Weise die Zugehörigkeit zu bes stimmten politischen Richtungen und Anschauungen zum Ausdruck gebracht würde, welche sich im Widerspruch befinden könnte mit den kategorischen Borschriften der Dienstpragmatik über die Pflich den und das Verhalten der Lehrer und Profefforen (§§ 20 und 23 der Regierungsverordnung vom 14. September 1928. Rahl 162, S. d. G. u. V., §§ 22 und 25 des Gesetzes vom 28. Juni 1917, Bahl 319 RGBI). Die Atus- Verbandszeitung Union" Nr. 4 bom 1. April 1988 enthält einen Leitartikel, Der Minifterrat genehmigte in seiner Sigung welcher in allen Versammlungen der Atus- Veram Freitag den Vorschlag der Novellierung des eine als Stellungnahme der Verbandsleitung zur Bruderladengesetzes zugunsten der Bergarbeiter in derzeitigen politischen Situation zur Kenntnis zu St. Joachimsthal. bringen ist. Es heißt dort:„ An die Adresse aller Damit wird der Teil der Zufagen erfüllt, jener, die das nationalsozialistische Heer Deutschwelche vom Arbeitenminister Ing. Dostálet im lands bereits unsere Grenze überschreiten sehen Feber den Vertretern der Bergarbeiter gegeben und sich schon jetzt auf das„ Köpferollen" freuen, wurden, die unter Führung des Obmannes der sei gesagt, daß die Arbeiter- Turner und-Sport- tig werden die Aufsichtsorgane aller Art unter Sergarbeiter- Union Zinner in Prag erschienen ler gemeinsam mit der sozialistischen Arbeiterwaren. Es handelt sich dabei um eine Aufbeffe- schaft ſtählernen Willens ihre Bastionen befesti rung über das in der Bruderladenversicherung gen und ohne Zaudern wenn es sein muß festgelegte Maß( Anfall der Provision, Erhöhung mit Leib und Leben für die Demokratie und die der Leistungen) hinaus. Ministerpräsident Dr. Milan Sodža empfing Freitag den Klubvorjißenden Abgeordneten Ernst Kundt und die stellvertretenden Vorsißenden Abg. Wolfgang Richter und Senator Anton Bfrogner der Sudetendeutschen Partei. Atus UNION fie ld die де at der tte it nd it. te, te, nd !! ter te Jien es f. in 21. DESSES 11, es en pt ie ie et er en 2832 ATUS UNION Atus- Union und Wehrerziehung. Ueber dieses aktuelle Thema spricht am Mittwoch, den 6. April, in der deutschen Arbeitersendung( Welle Prag 1) der Zentralsekretär Alois U II m ann. Die Mitglieder der Atus- Union müssen diesen Vortrag abhören; die Vereine mögen für jene Mitglieder, welche kein Empfangsgerät besigen, Hörgemeinschaf ten organisieren. Dem„ Deutschen Hauptverband für Leibes. übungen", dem bereits alle Felle davongeschvommen sind hat doch der Deutsche Turnverband ihn nie als oberste Sportbehörde anerkannt ist die Gesandtschaft in Wien wird aufgehoben In seiner Sitzung am Freitag nahm der Ministerrat einen Bericht des Außenministers entgegen und beschloß, die Gesandtschaft in Wien mit Wirksamkeit vom 2. April d. J. aufzuheben. Japanische Front durchbrochen Hankan.( Neuter.) Den chinesischen Abteilungen gelang es nach einem heftigen Gegenangriff, die javanischen Positionen nördlich von Taiertfchwan zu durchbrechen. Die chinesischen Abteilungen rücken fiegreich nach Norden vor. Singegen melden die Japaner amtlich, daß sie in Süd- Schantung die chinesische Offensive zum Stehen brachten und selbst zum Angriff übergingen. Die japanischen Militärsachverständigen be tonen, daß die chinesischen Operationspläne ausgezeichnet sind, daß sie jedoch nur mittelmäßig ausgeführt werden. Darauf muß die gesamte Lehrer- und Profefforenſchaft mit größter Beschleunigung nach brüdlich aufmerksam gemacht werden. Gleichzeipersönlicher Verantwortung beauftragt, bei der Ausübung der Aufsicht in der angeführten Rich tung die größte Aufmerksamkeit sowohl der Erziehung und dem Unterricht der Schüler als auch dem Benehmen der Lehrer und Profefforen in der Freiheit des arbeitenden Menschen einstehen wer- Schule und außerhalb der Schule zuzuwenden. den. Geeint steht unsere Partei unter fester, entschlossener Führung, gecint wird ihr die Arbeiter- Schutz des Präsidententitels. Die Resolus Turn- und Sportbewegung zur Seite stehen. Und tion des Parlaments, in der gefordert wird, daß dies zu jeder Zeit, bis der Sieg unser ist!" der Titel„ Präsident" ausschließlich dem StaatsWien. Die 27. Division der deutschen ministeriellen Verfahren übergeben. Die meisten Verbände haben sich bereits mit dem Inhalt der Wehrmacht hat When, wo sie seit dem Anschluß Resolution einverstanden erklärt und schlagen Desterreichs in Garnison stand, wieder verlassen. gleichzeitig vor, daß der Titel für leitende Funk- In den nächsten Tagen werden, wie verlautet, tionäre des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens auch die in den anderen österreichischen Ländern durch die Bezeichnung„ Vorsitzender" bzw.„ Ob- untergebrachten Truppen aus dem alten Reichsmann" ersetzt werde. gebiete wieder in ihre alten Garnisonen zurückFehren. Nazismus hinter Klostermanern. Der Ausspruch Hilgenreiners: Wir sollen nicht katholischer sein als Inniger", hat auch den Prälaten des Ossefer Stiftes veranlaßt, sich unter dem Protektorat Konrad Henleins gleichzuschalten. Der Herr Prälat lies in feierlicher Art den Ortsgruppenleiter der Edp ins Stift lommen, um ihm seinen Beitritt zur Sd befannt zu geben. präsidenten vorbehalten bleibe, wurde dem interZurückziehung der deutschen Truppen? Das Versammlungsverbot Die Schlacht um Lerida Verboten: Oeffentliche Versammlungen und Kundgebungen politischen Charakters sowie Mitgliederversammlungen Erlaubt:§ 2- Versammlungen Republikanische Erfolge bel Teruel und Guadalajara Barcelona. Die Aufständischen griffen im Laufe des Donnerstag an verschiedenen Abschnitz ten der Front bei Lerida an, mit besonderer Hef tigkeit von Alcarraz her. In harten Stämpfen vers mochten die republikanischen Truppen die Höhe 205 zu halten. Heftige Kämpfe sind auch im Sü den des E br 0. Im nördlichen Sektor wurde Graus geräumt. Das Innenministerium hat den unter geordneten Behörden in Durchführung des Regierungsbeschlusses aufgetragen, sich hinsichtlich öffentlicher Versammlungen und Kundgebungen, beginnend mit 1. April d. I., nach folgenden Weifungen zu richten: Annettierung Desterreichs durch Hitler in die Sino- Die Veranstaltung öffentlicher Kund-| Vorträge mit politischem Inhalt noch Produktiochen gefahren und schnell wird die Oeffentlichkeit mit gebungen und Versammlungen po- nen( Musik- und Gesangsakademien u. dgl.) po= einer Mitteilung überrascht, in der gesagt wird, daß litischen Charakters, gleichgültig ob fie im Freien litischen Charakters bewilligt werden. der Deutsche Hauptausschuß für Leibesübungen" oder in geschlossenen Räumen stattfinden, ist un- Dementsprechend können nur vertrauliche die erfolgte Buſammenfaffung aller Aufbaufräfte zulässig. Anmeldungen solcher Sundgebungen Versammlungen im Sinne des§ 2 des Ber- Madrid.( Havas.) Im nördlichen Abunſerer Boltsgruppen begrüßt, und seiner Bereitwit werden die Behörden nicht zur Kenntnis nehmen, fammlungsgefeyes, das sind auf geladene Gäfte fünitt der Front von Guadalajara gelang es ligkeit und Hoffnung Ausdrud gibt, daß es auch aufztv. folche Veranstaltungen verbieten. Ebenso beschränkte Bersammlungen, abgehalten werden. Donnerstag den republikanischen Abteilungen, dem Gebiete der Leibesübungen zu einer Vereinheit werden feine öffentlichen Umzüge bewilligt wer- Die Behörden werden streng darauf sehen, daß die weitere Pofitionen zu befehen, und zwar insgelichung aller fudetendeutschen Bestrebungen kommt. Wer lacht da? Was zu einigen war, hat der Deut den, die politischen Charakter hätten oder zu Bedingungen für die Veranstaltung vertraulicher samt die Dörfer Montesillo, Cerro Nojo, Cerro the Turnverband bereits in fid) aufgesogen und dem Kundgebungen politischen Charakters verleiten Versammlungen, die im Gesetze vorgeschrieben Blanco und Abanades, wobei zahlreiche AufstänDHA schon längst das Grab geschaufelt. Die Auf- fönnten. Ceffentliche Versammlungen in ge- find, in jedem Falle erfüllt und daß nicht vertrau- dische, unter ihnen auch ein Kapitän, gefangen gabe, zu deren Erfüllung der DHA eigentlich ge- fchloffenen Näumen, Sundgebungen im Freien und liche Versammlungen geduldet werden, die als genommen wurden. schaffen wurde, hat der andere ohne viel Federlesens Umzüge der angeführten Art, die bereits zur Ersatz für Versammlungen veranstaltet würden, Die Kämpfe dauern, wie General Miaja nach neudeutscher Art gelöst, denn praktisch beſtehen senntnis genommen bzw. bewilligt wurden, wer- deren Veranstaltung nicht zur Kenntnis genom- mitteilte, an. Republikaniſche Tanks entwideln heute der Hauptverband deutscher Wintersportver- den nachträglich verboten. Mitgliederver- men wurde oder die verboten wurden. Ferner eine lebhafte Tätigkeit und erleichtern das Voreine", der Deutsche Leichtathletik- Verband" und fammlungen politischer Organi können die Vorstände( Ausschüsse) der Vereine gehen der Fußtruppen. 40 republikanische Flugandere nicht mehr. Statt in einer zweiten Stundgefationen dürfen nicht abgehalten werden, weil und die Präsidien der einzelnen Organifationen zeuge haben am Freitag vormittags die gegneris bung einen Glüdwunsch dem Konrad Henlein zu feinen Erfolgen", auszusprechen, hätte es dem sie ihrem Wesen nach öffentliche Versammlungen der politischen Parteien ihre Versammlungen und ichen Positionen bombardiert. Jm Settor Valdecuanca( Teruelfront) seba DHA doch noch leichter fallen müſſen, gleich bem politischen Charakters find. Vereinsver- Sizungen abhalten. Bund der Landwirte und der Christlichiozialen Bars sammlungen dürfen nur im Rahmen des Vereinsversammlungen können nur soweit ten die Regierungstruppen ihren Vormarsch fort tei im Interesse aller Sudetendeutschen" Haratiri Vereinsgesetzes und der Vereinsstatuten veran- abgehalten werden, als sie genau dem Gefehe und und besetzten das Dorf Azor nach einem Nahau begehen und sein Leben aufzugeben, .I staltet werden. Ferner werden weder öffentliche den Statuten entsprechen. fampf. Seite 4 Jagesneuigkeiten Geburtenüberschuß sinkt welter Samstag, 2. April 1938 Kriminalverbrechen in Prag und Brünn Raubüberfall auf Juwellersgattin Raubmordversuch eines ehemaligen Gendarmen Mord an einer Greisin 71jährige Bettlerin von der Quartierfrau erschlagen Die Bevölkerungsbewegung in der Tschechos Prag. Im Zentrum der Stadt, in der Spä. Brünn. Vor ungefähr 14 Tagen wurde beim flowalischen Republik während der letzten Jahre Tená, wurde Freitag in den Mittagstunden ein un- Rofiter Bahnhof aus dem Schwarzafluß die Leiche hat wiederholt au ernſten Diskussionen Anlaß erhörter Raub und Mordverfuch unternommen, der 71jährigen Bettlerin Helene Lutte gezogen. Man gegeben. Es ist eine von Jahr zu Jahr fort beffen Opfer die Frau des Juweliers Tent wurde. vermutete, daß die Greifin von einem Auto über. schreitende Abnahme der Geburtenhäufigkeit fest- In das Geschäft war bereits vor zwei Tagen fahren und von deffen Chauffeur dann ins Waffer Auſtellen bei einem gleichzeitigen Rüdgang des ein Mann gekommen, der dem Geschäftsinhaber so geworfen worden war. Geburtenüberschusses. Von dieser ungünstigen fort verdächtig erschien. Freitag lam er wieder, als Die Leichenöffnung ergab jedoch, daß die Bers Entwicklung des Bevölkerungsstandes werden im Laden nur die 30jährige Frau Marie Teyp war. legungen der Toten von einem stumpfen Gegenstand vor allem die industriellen Gebiete Böhmens und Er ließ sich einige Schmuckstücke vorlegen und er- herrührten, so daß die Wahrscheinlichkeit eines Mähren- Schlesiens erfaßt. In der Slowakei, fuchte im Verlauf des Gesprächs, ein Pädchen für Mordes in den Vordergrund rückte. Die Polizei ihn in Vertvahrung zu nehmen. Offenbar rechnete er vor allem aber in Karpathorußland, ist die Ges ersuchte damals die Oeffentlichkeit, Angaben über burtenhäufigkeit verhältnismäßig groß und auch damit, daß die Frau das Paket im Hinterzimmer den letzten Wohnort der Zoten zu machen, denn die deponieren werde, und daß er inzwischen Gelegen der Geburtenüberschuß liegt weit über dem gebeit au einem Diebstahl hätte. Als dies nicht gelerin, bie 31 Jahre alte Thella Geleita aus Altlette der Polizei bekannte Quartierfrau der Bette famtstaatlichen Durchschnitt. Für die letzten fünf fchah, zog er einen Revolver und fenerte einen Schuß Brünn, Schulgasse, gab an, daß die Lutté nicht mehr Jahre betrug die Anzahl der ab, der Frau Teht in den Unterleib traf. Die Lebendgeborenen Geburtenüberschuß Schwerverlente rief um Hilfe. Ihr Mann fürste aus dem Nebenraum in den Laden und warf sich auf den Räuber, dieser vermochte aber noch zu flüchten. Baffanten nahmen die Jagd auf und hosten ihn in der Burlyňova ein. Mit Mühe gelang es zwei Wachleuten, den Mann der empörten Menge zu entreißen. 262.525 1987 1936 264.647 1985 268.348 1984 280.757 1933 287.655 60.166 62.176 65,784 81.554 82.453 Von 287.655 im Jahre 1933 ist demnach die Anzahl der Lebendgeborenen auf 262.525 oder um beinahe 10 Prozent gesunken. Noch stärfer hat der Geburtenüberschuß abgenommen. Der Rüdgang von 82.453 auf 60.166 beträgt also 22.287 oder mehr als 27 Prozent. Die bevöllerungspolitische Aufgabe, die durch diese Entwicklung gestellt wird, wird zu einem erheblichen Teil gelöst werden können, wenn die sozialen Verhältnisse der breiten Wevölkerungsschichten eine gründliche Besserung erfahren. Dr. Krejči, Borfikender des Verfaffungsgerichtes. Der Präsident der Republik ernannte den Ministerialrat in Ministerratepräsidium und Professor der Majarnt- Universität Dr. Jaroslav faffungsgerichtes. Zehntausend Schuster. Nach der letzten ZähTung gibt es derzeit in der Tschechoslowakei 10.000 Schuster, die zusammen 5000 Lehrlinge beschäftigen. bei ihr gewohnt habe. Das heutige Programm Nr. 78 der deutschen Sendung Brag. 10.15-10.30: Biertelstunde für die Frau. Frauen unserer Heimat", IV. Dr. Ruth Eis- Steffan, Ruppersdorf: Sudetendeutsche Frauendichtung".- 14.00-14.20: 8um fröhlichen Wochen ende. Forps u. Keitt: Heiratsvermittlung en gros", 17.55: Prof. Karl Ortmann:„ Naturbeobach tungen im Monat April.".- 18.05-18.45:„ Graf Spord". Ein Hörspiel in drei Bildern von Dr. Bad, Brünn. 17.40-18.15: Es geht auch so!" Lustige Stabarettſtunde von Fris Gisela. Ferner: Walter His( Violine), Franz Nidmann( Xylophon), am Klavier: Gustav Wiese, Regie: Frib Gisela. Frau völlig in threm Recht fei, wenn fie fordere, daß die Schwiegermutter die Wohnung verlasse. Das Mann, für feine Mutter eine neue Wohnung zu Gericht fällte noch kein Urteil, sondern riet dem suchen, denn wenn er fich weigere, habe die Frau nicht nur das Recht, die eheliche Gemeinschaft aufzuheben, sondern sogar einen legitimen Grund für eine Scheidungsflage. Da sich aber niemand meldete und auch keine Sachen gefunden wurden, die der Toten gehört hat ten, richtete sich der Verdacht gegen die Selesta. Sie Shirley Temple darf nicht beleidigt werden. blieb zwar vorerst auf freiem Fuß, weil die Polizei fie in Sicherheit wiegen wollte, als sich der Verdacht In London erschien bis vor kurzem ein Standalblatt verdichtete, wurde sie verhaftet. Die Frau hat be- Am Tage und in der Nacht", das nichts anderes reits ein Geständnis abgelegt. als Indiskretionen veröffentlichte. Dies Blatt hat auch Shirley Temple beleidigt, indem es die Schönwar eine Klage und eine Berurteilung zu 10.000 beit der Grübchen des Stars herabsetzte. Die Folge Dollar Schadenersas für Shirley, au 5000 Dollar Schadenersatz für die amerikanische Filmfirma und solche Strafe hat das Standalblättchen nicht auss zu 2500 Dollar für die englischen Verleiher. Eine gehalten und mußte sein Erscheinen einstellen. lav Janečet sichergestellt, der einst Gendarm war. In dem Täter wurde der 48 Jahre alte Staniaber aus dem Dienst entlassen wurde. Er betrieb Zwischen ihr und der alten Bettlerin war es in der Sázavitá in Prag XII eine Buchbinderei, Kronen vermißte und der Quartierfrau drohte, sie zu einem Streit gekommen, da die Lutte zwanzig mehr aber beschäftigte er sich mit Kuppelei. Die Tat war vorbereitet. Der Revolver war in einer Schach- vegen Diebstahl anzuzeigen. Im Verlauf des Strei tes ergriff die Selejta eine Holzhade und versetzte tel verborgen und mit Watte als Schalldämpfer umwidelt; eine fleine Deffnung in der Schachtel, direkt stürzte zu Boden, röchelte aber noch. Da sprang ihr der Greifin einige Hiebe über den Kopf. Die Lutté unter dem Auslöser, ermöglichte den Gebrauch der die Mörderin mit beiden Füßen auf die Brust, brach Waffe. Von der Moheit des Plans zeugt auch die Feststellung. daß Janeček Dum Dum Ge= ihr einige Rippen und vollendete so ihr Wert. In den Kleibern der Toten fand sie 150 Stronen. Ihr ichosse benügte. Außerdem fand man in seinem Notizbuch die Adresse des ebenfalls in der Spálená gelegenen Juweliergeschäftes av rda. WahrScheinlich galt der Ueberfall eigentlich diesem Geschäft, Nachdem die Šelesta zwei Tage lang die Leiche dessen Namen vor einigen Jahren in aller Wunde in einem Raften versteckt gehalten hatte, brachte sie war, als der Russe Volovit den Sohn des Inhabers fie auf einem Handwagen zum Fluß und warf sie lins Waffer. ermordete. Strejči zum Vorsitzenden und Mitglied des Ver- im judetendeutschen Gebiets auf einen Monat verboten". Es war selbstverſtändlich nur ein technisches Verschen, nicht zu er wähnen, daß das Versammlungsverbot sich auf die ganze Tschechoslowakische Republit erstreckt. Marristen und jüdisch- bolschewistische Emigranten werden freilich wieder drauflos verleumden, der Reichsrundfunk hebe gegen einen anderen Staat. Trafikanten dürfen nicht mit Realitäten handeln. Den Tabattrafikanten wurde von der Finanzbehörde verboten, sich mit Realitätenhandel, Vermittlung anderer als in den Rahmen des Tabakverschleißes fallender Gegenstände und mit der Beschaffung von Wohnungen und Geschäftsräumlichkeiten zu befassen. Das Verbot erfolgte auf Grund einer Intervention der Realitätenhändler und Reklamebüros.( DND) Noch immer Suche nach Lewanjewffij. Der Sowjetpilot Moschtowskij startete am Donnerstag von der Rudolfsinsel zu einem Erforschungsfluge nach Südgrönland, um nach dem vermißten Flieger Lewanjewskij zu suchen. Troß vorzüglicher Sicht gelang es Moschkowskij nicht, auch nur eine Spur zu finden, weshalb er nach den Das neue Stratosphärenflugzeug des Ingenieurs Menard ist bei einem Versuchsfluge auf dem Flugplay von Haeren( Belgien) abgestürzt. Die Maschine, an deren Steuer der Er bauer selbst saß, hatte sich etwa 50 Meier vom Boden erhoben, als sie plöblich zu Boden stürzte. Das Schidjal des Piloten ist noch nicht bekannt. fiebenjähriger Sohn schlief indessen in demselben Bimmer, erwachte aber nicht. in Großbritannien und Nordirland entfallen 68,3 Prozent der Rundfunklizenzen. Damit wird Groß britannien lediglich von den Vereinigten Staaten und Dänemark übertroffen. Die Nobel- Preise des Jahres 1938. Im Jahre 1938 werden aus der Nobel- Stiftung insgesamt 775.886 schwedische Kronen ausbezahlt werden, so daß auf jeden der fünf Preise 155.077 Stronen entfallen. Im Jahre 1937 betrug die Gesamtsumme der ausgezahlten Preise 792.315 schwedische Kronen, der einzelne Preis daher 158.463 Kronen. Witterungsübersicht für März 1938: Laut Mits teilung der Staatsanstalt für Meteorologie war der März in Prag sehr warm und troden. Das Monats. mittel der Temperatur war gegenüber dem langs jährigen Normalwerte mit 8.6° Cum 4.9° höher. Es ist dies beinahe die Aprilhöhe der Normaltempes ratur. Der diesjährige März war im Durchschnitt der wärmste seit dem Jahre 1775, von welchem Jahre an in Prag regelmäßig die Lufttemperatur verzeichnet wird. Die höchſte Temperatur wurde am 21. beobachtet( 20.6° C); die tiefste Temperatur wurde am 14. mit-4.6° C verzeichnet, Frost gab es an 5 Tagen. Die Regenmenge ergab im Klementinum 19.1 mm, resp. ebensoviel Biter auf ein Quadratmeter. Es sind dies 66 Prozent der Nors malmenge. Niederschläge wurden an acht Tagen die durchschnittliche Fernficht auf weniger als beobachtet, davon schneite es an atvei Tagen. Dichter, 1000 meter beschränkender Mebel wurde an 8 Za gen beobachtet. Im Durchschnitt war der Himmel nur zur Hälfte mit Wolfen bebedt; es gab fechs heitere, fünf trübe Tage und bloß am dritten zeigte Das Gesetz gegen die Schwiegermütter. Die Sonne 1902 Stunden, obzwar sie im März laut sich die Sonne überhaupt nicht. Im ganzen schien die Abänderung des Paragraphen 213 des franzöfifchen des mehrjährigen Durchschnittes bloß ungefähr Bürgerlichen Gesetzbuchs hat der Frau eine gana 157 Stunden scheint. Es wurden weder Sturm nene, viel unabhängigere bürgerliche Stellung ge- noch Gewitter verzeichnet. Ein Geburtstagskind. Die„ Berliner Börsen währt. Aber daß dieses Gefet fich gegen die SchwieDas Wetter. Entlang des Nordostrandes eines zeitung" feierte in ihrer Morgenausgabe vom germütter auswirken könnte, daran hat der Gefeß- umfangreichen Hochdruckgebietes über Westeuropa 31. März August Winnig anläßlich der Ergeber bestimmt nicht gedacht. Und doch ist das der schreiten über Norddeutschland gegen Polen und reichung jeines 60. Lebensjahres in einem eige- Fall. In Bordeaux lam es zum ersten Prozeß, bei der Utraine aahlreiche Störungen fort, unter deren nen Feuilleton. Darin heißt es auch, vieles von dem die neue Gesetzgebung angewandt wurde. Eine Einwirkung bei uns ziemlich bewölktes, aber überdem, was Winnig früher geschrieben und gesagt, junge Frau flagte gegen ihren Mann, der unbedingt normal warmes Wetter vorherrscht. An der Nordhabe sich bestätigt und verwirklicht und gelte heute feine Mutter in die eheliche Wohnung aufnehmen ostgrenze des Staates treten häufige Regenschauer Rudolfsinseln zurückfehrte. mehr als je. Die schon vor 1933 gleichgeschaltete wollte. Die Frau vertrug sich mit ihrer Schwieger- auf. Der Westwind hat überall bis auf Sturmstärke Sieben Menschen ertrunken. Freitag früh, Börsenzeitung" gilt als Organ des Kriegsminis mutter nicht. Früher hätte sie feinerlei gefeßliche aufgefrischt. Es ist zu ertvarten, daß der gegen als sich in Le Havre ein Schlepper dem schwedi- steriums. Die sicherlich meistgelesene Schrift Handhabe gehabt, um sich ein eigenes Heim zu erwärtige Witterungscharafter noch anhalten wird; schen Petroleumdampfer Mosli" näherte. um August Winnigs war die vor dem Strieg in einem zwingen. Jetzt ist es anders: das Oberhaupt der Die Temperaturen dürften jedoch allmählich sinken. ihn in den Hafen zu schleppen, wurde er von dem sozialdemokratischen Verlag erschienene starte Familie", wie der Mann gesetzlich heißt, darf zwar wahrscheinliches Wetter von Sams Dampfer gerammt und sant auf der Stelle. Broschüre Preußischer Kommiß". Ihr Inhalt den Wohnort bestimmen, aber die Frau hat ein grund- tag: Vorwiegend bis wechselnd bewölkt, mit Sieben Personen famen dabei ums Leben. Geretveranlaßte die Verteidigung der wegen einer fäßliches Einspruchsrecht. Sie darf das eheliche Heim Schauern, und zwar besonders auf der Aufwindtet wurden lediglich der Stapitän und drei Mann Mede über Soldatenmißhandlungen angeklagten zwar nicht ohne weiteres verlassen, aber sie fann vor seite von Gebirgstämmen, ettvas kühler, auffriſchen der Besayung. Die Arbeiten zur Bergung der Frau Dr. Rosa Luxemburg, August Winnig als Gericht die Abänderung der Bestimmung des„ Ober- der West- bis Nordwestwind.- Wetteraus Leichen der Extrunkenen wurden sofort aufge= Hauptzeugen für den Wahrheitsbeweis zu laden. hauptes" verlangen. Was die junge Dame aus Borsichten für Sonntag: Andauern des vers Er war damals Redakteur des Grundstein", deaur auch tat. Dem Richter blieb nichts anderes änderlichen Wetters, weitere Abkühlung, NordwestSchwere Verluste bei amerikanischen Manö des freigewerkschaftlichen Maurerfachblattes und übrig, als den Mann dahin zu belehren, daß die winde. vern. Die Marinevehörden geben bekannt, daß ein führender Mann im Bauarbeiterverband, auch bei den großen Flottenmanövern bisher 24 Flie bereits wiederholt sozialdemokratischer Reichsger ums Leben gekommen sind. In dieser Zahl tagskandidat. Am 1. Jul: 1914 sollte der Pros jind die sechs Mann Bejagung des seit Mittwoch zeß in Berlin- Moabit beginnen, wurde aber alsverschollenen Bombenflugzeuges nicht eingerech bald nach Eröffnung wegen Fehlens einiger Zeus net, zu dessen Suche die Marineleitung am Don- gen vertagt, obwohl genug der Geladenen erschie nerstag insgesamt 240 Flugzeuge und 65 Schiffe nen waren. Man konnte damals die Aufrollung aussandie. der Soldatenmißhandlungen im deutschen Heer, nommen. Papanin in Kiew. Die Polarforscher Papas die trop aller Gelöbnisse der Kriegsminister im nin, Strenfel, Schirschew und Fiodow sind Dons Reichstag, ungeschwächt fortdauerten, nicht braunerstag in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, chen. Es war drei Tage nach dem Attentat von eingetroffen. Zur Begrüßung auf dem Bahnhoje Sarajevo und diese Prozeßvertagung könnte vielhatten sich zahlreiche Repräsentanten der Sowjet- leicht auch zur Wertung der Kriegsbereitschaft organisationen eingefunden. Auf dem Platz vor herangezogen werden. Serr Winnig wurde dann dem Bahnhof, we nach dem Empfange eine fest- in der Republik Oberpräsident von Ostpreußen, liche Kundgebung stattfand und in den Straßen sympathisierte deutlich genug mit den Kappisten von Niew wurden die heimkehrenden heldenhaften und ging dann zu den Vorſtadien des Nazitums Forscher von ungefähr 600.000 Menschen be- über. Mit jenen Worten über seine früheren, un grüßt. verivelflichen Schriften in dem Blatt der Keitel, Wirbelsturm über Arkansas. Außer den Brauchisch usw. wird ja nicht gerade der„ Preus Staaten Kansas, Missouri und Ollohama wur- ßische Kommiß" gemeint sein. Aber der Verfasden auch Illinois und Arkansas von verheeren- ser könnte diese Broschüre wohl noch vorlegen. den Wirbelstürmen heimgesucht. Die Zahl der Ihm hat man ja nicht, wie so vielen seiner alten Toten wird bereits mit über 30 bezifert. Mehrere Genossen, seine Bücher und nebenbei auch Erihundert Personen murden verleßt. Besonders stenz. Sozialversicherung. Pensionsberechtigung groß ist die Zerstörung in der Umgebung von und Staatsbürgerschaft geraubt. Und er sist auch Belin und Illinois. Augenzeugen berichten. daß nicht mit seinen alten Kameraden in einem der Sunderte von Wohnhäusern mie Kartenhäuser Serker oder Konzentrationslager. umgeweht wurden. Der Bahnhof in Southpelin Unbekannte Täter sind in der Nacht auf Freis sowie 150 Eisenbahnwagen wurden zerstört. In tag in die Büroräume des Wiener tschechischen Tagmanchen fleinen Ortschaften blieb nicht ein Stein blattes„ Vídeňské noviny" eingebrochen und haben auf dem anderen. Drahtloser Dienst heißt, noch aus der Beit aus der Stassa 1000 Schilling geraubt. bor 1933, die Nachrichtensendung des Reichsrund- 8,5 Millionen Nundfunkfonzeffionen in Eng. funts. Am gestrigen Freitag 18 Uhr wurde auf land. Nach der letzten Zählung ist in Großbritans diese Weise ganz Deutschland und weit darüber nien die Zahl der Rundfunkhörer mit eigener Lizenz hinaus mit Nichtstrahl- A"( Antenne) nach auf 8,5 Millionen gestiegen. Man rechnet damit, lebersee oder bloß fo mitgeteilt:„ Die tschechos, daß sich im Laufe dieses Jahres die Zahl um eine slowatische Regierung hat alle Versammlungen weitere Million erhöhen wird. Auf 100 Familien Die großen englischen Luft- und Flottenmanöver Die großen englischen Luft- und Flottenmanöver endeten mit dem Siege der„ blauen" Luftund Seestreitkräfte, die einem von Süden her geführten Angriff der„ roten" Streitkräfte zu begegnen hatten.„ Blaue" Flugzeuge spürten den Feind" mehrere hundert Kilometer von der Südküste entfernt auf und folgten ihm, meist durch das Wetter gegen Sicht geschüßt.. An= son- Eindecker des 206. Geschwaders, gefolgt von Vildebeest- Torpedo- Bombenflugzeugen des 22. Geschwaders, verfolgen Schiffe der„ roten" Partei. bre ter Fa öff int Би M 92 a B 101 Nr. 78 SamStaft, 2. April 1938, Wie sas ichs meinen Kindern? Von Ehe Wetthelm> Am Donnerstag schrillte bei Hubers Schlag ^»I Uhr die WohnungSglocke fünfmal knapp hintereinander. Dr. Giessner, der Untermieter dec jfamilie Huber, eilte durch» Vorzimmer, um zu öffnen. Drallsten standen die Buben. Sie waren in Knicstrümpfen, hatten Sporttrawatten umge- Hunden und trugen auch jetzt im Winter leinen Mantel und leinen Hut. „Papi", rief dec Jüngere mit hochroten Wangen,»der Emil hat wieder ungenügend in Naturgeschichte!" Der zwölfjährige Emil klopfte dem Kleinen auf den Rücken: »Verschluck dich nicht, verschluck dich nicht." lind zum Vater:„Last ihn doch gegen da» Lügen versichern. An solchem Lügen-Ungetüm lönnte der Abel leicht einmal ersticken." Aber Abel war schon in de» Vater» Zimmer gestürmt. Diese» war halb Büro, halb Schlafraum. Abels lebhafte Augen, rund und dunkelbraun wie Kastanien, suchten da» Zimmer ab. Sie blieben am Schreibtisch haften: „Papi, hast du wieder viel zu tun?" „Leider!" seufzte der Vater,„sonst würde ich euch schon öfter» einladen, ihr Spitzbuben." Die Kinder wohnten in der gleichen Straste, zwei Hauser weiter. Dr. Giestner rief täglich ihr« Wirtin an, auch mit den Buben sprach er öfter» durch» Telephon. Aber nur den Donner»-1 iag-Nacknnittag widmete er ihnen immer. „Ist die Krau Klotzle zufrieden mit euch?" „Doch", rief Abel. „Doch!" echote Emil. „Warum sagt ihr„doch"? Da» ist in diesem stalle falsch. Wistt ihr denn nicht..." „Wir wissen, wir wissen, Papi. E» war ein stall, der stall fiel um... Erzähl' uns lieber etwas anderes... Wer war die Dame, mit der du unlängst im Taft gesessen hast? Willst du sie vielleicht heiraten?" fragte Abel lauernd. „Aber Abel, du könntest doch wissen, dast ich nicht heiraten will."„Bestimmt nicht?" »Bestimmt nicht. Ich würde mich selbst dann noch nicht dazu entschliessen können, wenn ihr mich selbst darum bitten würdet, Spitzbuben. Ich habe nämlich überhaupt keine Lust dazu." Die Buben hörten nur noch mit halbem Ohr hin. Abel ist dem Emil tückisch auf den stust getreten. Emil bleibt ihm nicht» schuldig. Papi schreit: „Aushörenl Aushören! Polsterschlacht seht! Ihr Heide gegen mich. Verstanden?" lind er wirft dem Abel ein Kissen an den Kops.«Dumme» Zeug", ruft der Kleine. Aber schon trifft ihn ein zweite» Kissens schon hat Emil eine rosafarbene„Schlummerrolle" von dem Sofa genommen, schnell hebt er auch eine» der Kissen auf, da» Mel hat fallen lassen, und trifft den Vater, der vorhin die Drille abgenommen hat, in» Gesicht. Mel will auch nicht beiseite stehen. Er ergattert ein gelbe» Seidenkissen.»Papi» strmi Huber ist duldsamer al» unsere Fran Klotzke", denkt er noch. Aber bald denkt er nicht mehr, er fühlt nur, wie die welchen, daunengefüllten Kissen ihm rasch nacheinander an Kopf und Brust fliegen. »Vati, du bist doch der Tüchtigste", gibt Emil anerkennend zu, nachdem sie atemlos aufge« ' hört haben. „Hat's auch leichter, weil er gross ist", nörgelt Abel. „Am Ringen werde ich trotzdem bald der Sieger sein", prahlt Emil. Der Vater krempelt schon die Hemdärmel hoch. Die Buben legen auch die Jacken ab und folgen seinem Beispiel. Dann wollen sie sich auf ihn stürzen. „Und die Hosen?" ruft der Vater vorwurfsvoll. Erst setzt besinnen ste sich, dast ste ihre neuen Anzüge schonen müssen. So verlangt e» der Baier. Darin ist er unerbittlich. Sie entledigen stch allo rasch der Beinkleider. Vater hat inzwischen die Türe abgeriegelt. Auch seine dunklen Beinkleider hängen schon über der Stuhllehne. Dann wird geboxt und gerungen. Al» Frau Huber etwa» später durch das Schlüsselloch sieht(„Es ist immer besser, man vergewissert sich, wa» so ein fremder Mann eigentlich treibt, man liest doch von schrecklichen Sachen in der Zeitung, und schliestlich gehört die Wohnung noch mir...". pflegt sie zur Portiersfrau zu sagen), machen die drei gerade Kniebeugen.„Ja, wenn man beim Militär war...", seufzt strau Huber für stch, und sie vertieft sich in den Anblick. Al» erster hört Abel auf. Das Getue langweilt ihn.„Ich bin so—o müde", raunzt er. Emil strahlt:„Da hast du'», Papi, der künftige Champion!" Dann hören auch ste auf. Der Aeltere steht dem Vater auffallend ähnlich; nur sein Haar ist lichter, fast blond. Da» Gesicht ist schmal, die Aase stützt hackig vor wie bei einem Raubvogel, die Augen sind grau, klein und misstrauisch. Später werden sie Weltschmerz vorheucheln. Der Kleinere hat ein liebliche» runde» spitzbübisches Gesicht.„Ihm fliegen alle Herzen zu", pflegt der Vater am Stammtisch halb bedauernd, halb stolz zu erzählen.„Und der Emil, der Aeltere, fühlt sich zurvckgesetzt. Und dann: der Abel(da» ist der Jüngere, wissen Sie) ist so agreffiv. Uno der grosse Emil steckt von dem Kleinen alle» ein." Die Mutter ist längst gestorben.„Oder im Irrenhaus", tuscheln Eingeweihte. Herr Dr. Giestner möchte In der Tat schon lange wieder heiraten.„Wie stell' ich's nur an, dass die Buben sich dann nicht von mir entfremden?" sinnt er in sangen Nächten. „Na, setzt sind wir sa wieder salonfähig", sagt Dr. Giestner und richtet vor dem Schrankspiegel noch die verrutschte Krawatte.„Vorwärts, dalli, dalli!" sfrau Huber verlässt mit Bedauern das Schlüsselloch und eilt in die Küche. Jetzt werden die„Herrschaften" gleich Kaffee wünschen. Nachdem ste den Kaffeesatz der Frau Huber getrunken haben(„Fran Klotzke macht einen noch schlechteren, Papi, tröste dich. Und weisst du: sie spart sogar mit dem Zucker. Ueberhaupt möchten wir fort von dort, nicht wahr, Abel?"), da druckst der Emil mühsam heraus:«Papi, es ist doch wahr."„WaS denn?" „Das mit dem Ungenügend. Weisst, ich kann fa gar nichts dafür. Der Professor Kühne ist eben aemein. Da kann ich lernen soviel ich will, zum Schluss lässt er mich doch durchlaufen." Dr. Giestner kommt eine glückstche Idee. „Aber Emil, d» bist dach sonst nicht so! Warum gebrauchst du Ausreden?! Schau, ich bin doch immer dein guter Kamerad gewesen, und setz! belügst du msch". und er lässt traurig den Kops hängen. „Aber Vapi", ereifert sich der sonst stille Emil,„da» kann doch nicht dein Ernst sein. Krage nur Abel und Kran Klotzke, ob ich mir Mühe gebe. Ich will doch nicht sitzen bleiben. Alle meine Kameraden sind VarzugSschiiler und die rücken in die nächste Klasse hinaus. Aber Papi, da werde ich doch nicht sitzen bleiben wollen!" „Ja.... dann... wa» soll man aber dann nur machen?" und der Pater runzelt die Stirn. „Könntest du nicht vielleicht bei dem Professor vnrsprechcn lassen. Vater?" „Da» könnte ich schon. Aber weisst, ich alaiche, ich würde dir damit nicht viel bellen. Ich batte nämsich zuletzt schon den Eindruck, dass der Kühne mich noch weniger leiden kann als dich. Ich will dir nscht auch noch die letzte Ekanee verderben, weisst du." Dem Jungen st-ben schon Trä"»n in den Augen. Auch dem Mel gefällt die Sache nicht. Mer fchliessl>f Raten. Na, und ob e» gerade Kultur ist, wenn man beim Geschirraufwaschen„Die Götterdämmerung" oder „Traviata" hört, da» wage ich zu bezweifeln. Bestimmt aber hat e» mit dem Begriff„Kulturmensch" nicht» zu tun, wenn im Rundfunk Menschen in der niedrigsten Weise beschimpft werden. Doch stärker alS der menschliche Wille sind die Umstände und trotz aller Ablehnung hatte ich eine» Tage» einen Radioapparat. Nicht eine Krone hat er mich gekostet, direkt aufgezwungen wurde er mir. Wa» blieb mir übrig, al» den Drohungen der Kollegen und den Bitten der Frau nachzugeben. Meine Abneigung gegen diesen geheimnisvollen Kasten überwindend, studierte ich die Grundlagen deS Radloempsangc», krach nach dem theoretischen Studium dieser Frage auf Bäume und Dächer, um Ausschau zu halten, wo die Antenne angebracht werden könne. Sonderbar, mir wurde gesagt, es koste gar nicht», doch siche da, man muss einen Antennendraht haben, ein gewöhnlicher tut'» nicht. Also kaufen. Run die Frage, welchen Draht soll man kaufen. Ich frage Bekannte, die schon immer etwa» vom Radio verstanden haben. Du meine Güte, die einen beschwören mich, nur sa den gedrehten zu kaufen. Die anderen schütteln entsetzt die Köpfe, wie mir semand einen so unfachmännischen Rat geben kann. Tvr Fachmann im Geschäft entscheidet, dast der volle Draht besser ist. Ich kaufe noch die Ableitung. die Zuleitung, die Stromführung, den Blitzschutz und z»m Schluss kenne ich mich vor Leitungen überhaupt nicht mehr au». Sonntag früh beginnt die Montage.— Mittags spielt der Kasten. Donnerwetter, ich habe vor mir selber Respekt. Zwar: Die Hände sind zerschunden, zerstochen, in den Rock habe ich ein grosse» Loch gerissen, beim Löten die Fingernägel erwischt, doch der Kasten spielt— und nicht einmal so übel. Die häusliche Ruhe zwar ist verschwunden. Dafür bekamen wir die„Drehkrankheit". Da» ist so: Meine Frau will drehen, ich will drehen, mein Doch da» weist der Vater nicht, und auch der Emil ahnt e» nur. „Weisst", sagt der Emil nach langem Nachdenken,»da» ist so: wenn die Mütter zum Kühne kommen und sie plärren ihm wa» vor, dann ist er viel freundlicher, lind höflich ist er zu den Damen, sag' ich dir. Stell dir vor, der Mutter vom Bans« hat er unlängst sogar die Hand geküsst." Dr. Giestner wird ganz heiter. Dast ihm sein Emil so schön die Trümpfe in die Hand spielt! Jetzt will er ihn aber auch nicht länger zappeln lassen: „Weisst du, Emil, ich habe da eine Idee. Ich weiss zwar noch nicht, ob es auch klappen wird, aber schliesslich könnte ich eS sa versuchen. Ich könnte auch eine Dame zum Kühne schicken." „Oh. Papi, fein, wen willst du denn hinschicken?" „Wie hat dir die Dame gefallen unlängst im Cafk?" „Ganz nett", kommt e» zögernd, denn die Kinder haben schon unlängst aeurteilt, dast da» „wieder so eine blöde Pute" ist. „Na also, wenn ich diese Dame bäte und! wenn auch du sie schön bitten wirst.(„Mel, auch du wirst ein nette» Wort für deinen Bruder einlegen, nicht wahr?"— und der Kleine nickt geschmeichelt),„sa, also dann wird sie un» sicher au» der Zwickzange heraus helfen. Na. wa» meint ibr?" „Gut, Papi."—„Kn Ordnung, Papi", tönt t» erleichtert von den Kind-rn her. „Ja: und sollen wir der Dame dafür nicht etwas kchenken?" „Wenn sie'» gut macht, kaufen wir ihr «Inen H»t."»Warum einen Hut. Mel?" „Sie hatte doch k-inen auf. Vati." „Nein, lieber Vl»men", entscheidet Emil. „Meine liebe Bärbel. eS ist geschafft! Morgen erlcheint die Familie Giebner vollzählig . in deiner Mahnung. Die Bengel» mit roten Nelken im Arm. Ich sehe deine Auaeu fragen, wieso, sind ob mir meine beiden Hgrssövs- schon die„Einwillimma" erteilt hol'en. An solchem Temvo ging da» leider nickst. Mer ich Hofs-, dass du die Herren dieser schwierigen iungen Herren bald für vich s-'tzv eln"-nom"-a hoben wirst wie du und ick e» schon lanae haben möchten. Allo: aut bald i Ganz der deine, ff-rih— V. S. Emil will dich bitten, den braven Professor Kühne vom RealgNmuasium anfzusuchen. und ich erlaube dir ausnahmsweise, mit>bm flirten. mit Mab. mein Kinv. mit Mass." MTP Sohn will drehen. Die Knöpfe üben eine eigenartige AnziehnngSlraft au». Da» Seltsamste, jede» von un» dreien will etwa» andere»! Will ich Nachrichten hören, sagt meine Frau: „Daü dumme Gequatsch", dreh Musil auf" Dreht ste Musik aus. so sage ich:„Hör' auf mit dem Ge« fammerk" Mein Junge dreht am liebsten neben den Stationen auf, dort, wo e» am lautesten pfeift. Tv» stachelt meinen Zorn a»fs Höchste, ist Signal zum Kampf. ES beginnt ein allgemeiner Streit und im Kampsgetöse gehen Musik und Nachrichten unter. Dee.Kamps tvurde mit sedem Tage schärfer. Zum Schluss kam e» soweit, dast meine Frau wie eine Furie ans mich lo-fuhr, wenn Ich mich auch nur nm einen Schritt dein Apparat näberte. Mir geht es wie den Enaländern, um Frieden zu baben. gebe ich nnch. Ich drehe überhauvt nicht mehr. Der Apparat eristiert kür mich nicht. Gelacht; ging e» früher ohne, wird es seht auch gehen l Insgeheim beschliesse ich. den Apparat bei nächster Gelegenheit verschwinden z» lassen. Grollend stelle ich fest, dast meine Abneiguna begründet Ivar. ES ist doch so:„Der gute Mensch in keinem Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst." Andererseits— doch nicht ganz von der Hand zu weisen, so ein Apparat. Wenn meine Frau nicht zu Hause ist, dann drehe ich auf. Bon allen Sen dern, die ich erreichen kann, höre ich mir Reden und Nachrichten an. Auch wenn Ich ihre Sprache nicht verstehe. Beim Abhörcn einer fremden Sprache kann man so schön die Phantasie schweifen lassen. In Sofia spricht eine Fran, so eigen, dast ich immer das Verlangen verspüre, ihre Lippen zu küssen. Tann spricht einer, wahrscheinlich italienisch, der reisst das Maul so auf, dass e» mich gelüstet, ihm meine Faust hineinzustossen und drinnen umzudrehen. Dumme Gedanken, nicht? So schwankte ich zwischen Verlangen, und Entsagen. Heute weist ich, dass ich den Apparat bestimmt wegschasfe. Han» P a b l e. Schach ins Volk Schachaufgabe Nr. 385 Von E. Kahane. Schwärs: Keß(11 Weiß: Kc2, OKI, Tdl, Lbl. Saß. 68,(6) Matt In 8 ZBien! Losungen sind bis längstens 14 Tasto nach Erscheinen der Aufgabe an Wenzel 8charoch, Dra- kowa 33, Post Modi an. elnxusendcn. Umnanor tu Nr. 382: I.dß—ei' Richtige Lösungen sandten nachfolgende Genossen ein: Schliffet Anton. Schöbritz: Tcppor Franz. Karlsbad: Kouka) Frans. Prag-Strnschnltz: Dlnne- bler Emil Tatschen: Nitsch Rosa. Trupschlts; Bernt Josef. Komotau; Rotsch Manfred, Klein priesen: Klötzlg Rudolf, Richter Heinrich. Richter Oswald, St rache Rudolf, Strache Karl, sämtlich Oroß«PriMen?lcuien wurde wiederholt betont, daß die Agilität der Arbeiterschaft verstärkt, aber auch die Zusammenarbeit zwischen dem deutschen und tschechischen Gebiete noch mehr auSgebaut werden müsse. Das Ergebnis der Konferenz wurde in der folgenden Entschließung zuiammengefaßt: Entschließung. den Teilungen Polens und dem Krieg Bismarcks gegen Oesterreich hat es untätig zugesehen. Heute handelt es sich nicht mehr darum, eine Vormacht« stellung Frankreich? auf dem Kontinente aufrechtzuerhalten und aus diesem Grunde die Politik des östlichen Alliierten bis zu den letzten Konsequenzen fortzusehen, die nationale Sicherheit deS Landes ist in Gefahr, die Zukunft der Menschheit und die Freiheit Europas verlangen mächtige Beschützer. Niemand kann sich hier der Erkenntnis entschließen, daß in Böhmen möglicherweise eine Entscheidung fällt, die über Sein oder Nichtsein der kleineren Republik hinauSgeht und darum erheben alle Zeitungen, alle.Kreise des Publikums und alle verantwortlichen Staatsmänner Frankreichs den vom Willen zur Aktion getragenen Ruf: Hände weg von der Tschechoslowakei! Trotz dieser unerfreulichen Tatsachen und mannigfachen Schwierigkeiten, sind die Vertrauensleute nicht bereit, zu kapitulieren, sondern fest entschlossen, den einmal begonnenen Kampf mit Hilfe ihrer Gewerkschaften mit noch größerer Energie fortzusehen. An die Adresse der Unternehmer und ihrer Genossenschaften richten die Vertrauensleute in zwölfter Stunde ihre warnende Stimme, ihre Bereitwilligkeit für die Einhaltung der Lohnlisten und Kollektivverträge durch die diesbezüglichen Taten zu beweisen. Weiter fordern die versammelten Vertrauen?« leute von den Behörden und Aemtern, daß diese mit allen ihnen zu Gebote stehenden Maßnahmen den Lebenskampf von 18.09g GlaSarbeitersam!» lien unterstützen, wozu sie bereits längst vom Standpunkt der Volkswirtschaft verpflichtet sind. Die Arbeiterschaft, die sich bisher aller friedlichen gewerkschaftlichen Kamvfmetboden bediente, ist entschlossen, fall- dieser letzte Avpell an da? Ilnternebmertum und an die Behörden al- wirkungslos sich erweisen«sollte, von allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zur Erhaltung ihrer Existenz Gebrauch zu machen. Ausgehend von der Feststellung, baß die Beschäftigung in der Gablonzer Glasschmuckindustrie seit Monaten wieder di« denkbar ungünstigste ist, werden daher die Regierungsstellen aufgefordert, die ihnen mit 1. März von den Gewerkschaften unterbreiteten Forderungen zu realssieren und darüber die geeigneten Maßnahmen zu treffen, toelche eine Belebung dieser Industrie mit sich bringen können. Die Vertrauensmänner bekennen sich trotz aller Mühsalen und Schwierigkeiten, unter denen sie derzeit arbeiten und leben müssen, vollinhaltlich zum Staate, in dem sie leben, sowie zu seiner Berfassung und Demokratie, verlangen aber auch vollste Ilnterstühung im Kampfe um ihre primitivsten Rechte auf geordnete Lohn» und Arbeitsbedingungen. Die Arbeiterschaft wird aufgeforderi, wieder im gegenseitigen Vertrauen und Solidarität sowie it der im vorjährigen Streike bewiesenen Kampfgemeinschaft noch aktiver als bisher an der Durchführung der sich gestellten Aufgaben teilzunehmen. Die am 27. März 1988 im Hotel„Scholz" in Gablonz a. N. versammelten Vertrauensmänner ans der Gablonzer Gla-schmuckinduitrie bekunden nach Entgegennahme der Berichte über die Lage in der Industrie einmütig ihren Willen wie folgt: Die Vertrauensleute sind aus? tiefste erbittert, daß trotz Abschluß von 86 Lohnlisten und zwei Kollektivverträgen, wodurch die Voraussetzungen für eine Gesundung der Verhältnisse in der Gablonzer Glazschmuckindustrie geschaffen wurden, eS durch die Schuld der in den Genossenschaften Gablonz, Eisenbrod und Turnau vereinigten Unternehmer nicht möglich wurde, eine solche Gesundung kn dem notwendigen Ausmaß herbeizuführen. Noch immer ist in allen Branchen eine Anarchie in den Löhnen und Verkaufspreisen zu verzeichnen und die kür diese Industrie geradezu zwingende Stabilität konnte bisher nicht herbei« .geführt werden. Di« im Kollektlvvertrag vorgesehene Kontrolle wurde bisher vondemgrößerenTeilder Unternehmer sabotiert und dadurch der Anreiz zu weiteren Unterbietungen in den Verkaufspreisen auf Kosten der VertragSköhne gegeben. Ferner wurde«s, vor ollem durch die Schuld der Turnauer und Eisenbroder Genossenschaften ver» l hindert, gegenüber jenen Unternehmern, welche sich der schmutzigsten Konkurrenz bedienen, di« im Kollektivvertrag Drgesehenen Strassanktionen anzuwenden. Bedauerlicherweise werden die Gewerkschaften und ihre Vertrauensleute in ihren Bestrebungen, betreffend die Einhaltung der Lohnlisten und des Vertrages, von einen Teil der Heimarbeiter nicht genügend unterstützt. Diese Arbeiter haben noch immer nicht begriffen, daß sie durch ihr Verhalten wieder die Hungerlöhne für die Glasarbeiter herbeiführen helfen, schließlich aber die Exi» tztnz derselben überhaupt untergraben,, Gegen diese Entschließung stellte sich in seinen AuSsührnngcn der DAT«Sekretär H. S e i b t mit der Begründung, daß es überflüssig sei, Entschließungen zu fassen, die dann wieder nicht realisiert würden. H. Seibt ging eS aber tvohl mehr um das in der Entschließung zum Ausdruck gebrachte Bekenntnis zum Staate und zur Demokratie, wenn ec auch nicht den Mut fand, dies offen zu bekennen. Durch die Abstimmung über die Entschließung, gegen welche vier DAG-Vertrauenslrute stimmten, während die übrigen DAG-Vertretcr sich der Stimme enthielten, wurde bewiesen, daß die DAG so weit von dem TotalitätSnimmel ergriffen ist. daß sie sich ganz offen nach Henlein auSzurichten beginnt. So bemerkte ein Sprecher dieser Gewerkschaft ganz offen, daß wir uns Entschließungen ersparen können, daß s i e das entscheiden werden, während ein anderer erklärte, die Regierung Hal gestern demissioniert, eS kommen nun neue Minister, weshalb eine Entschließung überflüssig sei. Wie dies« Einstellung der DAG sich in der nächsten Zelt aus die gemeinsame Arbeit auSwir- kcn Wird, bleibt abzuwarien. vle Teuerungsaushilfe an die nordböhmischen Bergarbeiter Die zweite Rate gelangt Im April zur Auszahlung Bereits im Dezember deS Vorjahres haben die Union der Bergarbeiter, der Gvaz hornlkü und die Jednola hornlkü beim Verein für die bergbaulichen Interessen im nordivestlichen Böhmen beantragt, die zweite Rate der vereinbarten Teuerungöauöhilfe nicht erst im Juni, sondern schon früher, zur Auszahlung zu bringen. Auf Grund einer neuerlichen Intervention hat der obengemumte Verein an die Bergbauuickerueh- ÜolhuurWialt und SMialplttife Aus der Glasschmuckindustrie des Isergeblrges mungen ein Rundschreiben gerichtet, in welchem ihnen empfohlen wird, die zweite Rate der Teu« erungSauShilfc noch vor Ostern, wenn möglich bis 0. April l. I., an die Bergarbeiter zur Auszahlung zu bringen. Kfitlk-Chaudolr-AbKhluß Netto-Dividende 54(44) K6 Günstiger Auftragsstand Prag. In der Generalversammlung dec Kiizik« Ehaudoir, Metall-, Kabel- und Elektrische Werke A.- Ä. in Prag, stell!« der vorliegende Geschäftsbericht fest, daß di« vorjährig« erhöhte Beschäftigung der gesellschaftlichen Fabriken und Abteilungen sowie der Konzernunternehmuttgen sich auch auf da- Jahr 1087 übertragen hat. Der BestellungSeiugong im ersten Halbjahr 1987, der in Werten den de« zweiten Semesters 1936 entsprach, zeigte gegen Ende 1987 eine empfindliche Abschwächung, Allem Anschein nach hänge dies« Abschwächutgf mit der Preisbewegung auf den Rohstoff-Weltmärkten und mit der ungeklärten, eher zurückhaltenden Tendenz gerade in jenen Metallen zusammen, die für die Gesellschaft am wich- tigften sind. Die Unbeständigkeit und der Rückgang dieser Preise verstärkte im Verlauf die allgemeine rückläufige oder zumindest abwartende Tendenz, die, wie zu hoffen sei, sich als überwiegend vorübergehende Erscheinung erweisen werde. Der Borsprung gegen 1986 hat sich Wohl verringert, ist jedoch, insofern« er auS. der Ertragsrechnung hervorgeht, noch immer beträchtlich. Der Bruttoertrag wird mit 88.11(i. V. 81.58) Millionen Kß, also 20.6 Prozent höher, auSgewiesen als im Vorjahr. Tie erhöbt« Beschäftigung führte zu einer entsprechenden Steigerung des RegieanslvandS auf 10.11<8.01) Millionen KC. Dieser Umstand und die Tatsache der doppelten Steuervorschreibung bewirkte eine beträchtliche Zunahme der Sieuerlair auf 12.88(9.75) Millionen KC. Nach vermehrten Abschreibungen von 6.88(6.09) Millionen KC verbleibt ein erhöhter Reingewinn von 8,289.216 Xe gegen 7,722.081 KO int Vorjahr und 4,582.880 KO vor zwei Jahren, Mit dem Vortrag von 2,885.168 (2,411,292) KC steht der Generalversammlung ein Gewinn von 11,174.412(10,183.378) KC zur Ver. fiigung. ES wird vorgeschlagen, aus daS Kapital von 40 Millionen Kc eine Dividende von 15 Prozent— 60 Kc brutto bzw, 54(i, V. 44) KC netto am 4. April auszuzahlen, an Tantimen 828.92-1 (772.208) KC und an die Revisoren 48.500 (86.000) Kc zu verteilen, dem Angestellten- und Beamtensonds 1.2(1.0) Millionen zuzuwciscn und 8,101.988 KC vorzutragen. In der Bilanz erscheinen Grundstücke unverändert mit 9,23 Millionen. Der Buchwert der Gebäude stieg auf 21.15(20,88), der der Maschineneinrichtung auf 14.98(11.92) Millionen KC. Unter Berücksichtigung der erwähnten Abschreibungen errechnet sich für daS abgelausene Jahr ein Invcsti« tionSaufwand von rund 10 Millionen KC. Er handelte sich hiebei insbesondere um den weiteren Ausbau deS KupferwerkeS und der elektrotechnischen Fabrik. Effekten und Beteiligungen sind mit 19.45 (19.57) Millionen kaum verändert- Debitoren senkten sich auf 30.18(88.29) Millionen, während die gesamten Vorräte auf 29.17(26.88) Millionen Kc anstiegen. Neben dem Kapital von 40 Milliotien besteht ein allgemeiner Reservefonds von 20.2, dec StaibisierungSsonds von 80.5 und verschiedene Verlustfonds von 5 Millionen KL Kreditoren senkten sich trotz dem erweiterten GeschäftSfang auf 5.29 (6.82) Millionen. Wie der Bericht mitteilt, waren die(Lonzern- gesellschaften, namentlich die Prager Akkumulatorenfabrik AG. sowie die Sagdrik AG. gut beschästigt. Auch dir Kabel Polski AG. in Bromberg arbeitete gut. Die Mährische elektrotechnisch« und Metallwerke AG. in Mödritz erweiterte den Wirkungskreis, wenn auch die Verkaufspreise noch nicht entsprochen haben. In daS neue Jahr habe di« Gesellschaft genügend größere Bestellutigen übertragen und auch der bisherige. AustragSeingang sei, wenn auch etwas schtvächer, jo doch nicht ungünstig. Seite 8 „Sozialdemokrat" Samstag, r. Avril 1038. Nr. 78 Edwige Feuiüdr in dem Film„Feuer!" Xun&t und Mssen !Hin» Sltfl: Jf tonte aqnila. Ta- QtänMfea» i:t glaubte mit dem Stücke des italienischen Drama« tikerS und Redakteurs des Triester„Piccolo della Serra" den Schlager der Saison zu finden— hauptsächlich deshalb, weil der Inhalt eine gleichtönende Saite in der Historie des tschechischen KamvseS gegen den österreichischen Absolutismus anschlägt. Es Ivar zwar ein grober Abend— denn die auf die Bühne zUrückkehrende Anna Sedläikovä wurde mit stürmischer Ovation und einem Blumengarten bc- grüsst—, doch das Stück selbst liest gemischte Enwfin- düngen zurück. So wie seinerzeit in den„100 Tagen Napoleons", die den einzigen für das heutige Italien redenden Mann zum Verfasser haben, werden. auch hier gewisse Eigenschaften und Erfüllungen in»"Treffen geführt. Man merkte die Absicht und verstand. Der Graf„Adler" ist Frederico Eonfa- lonieri, den der starrsinnig beschränkte Franz!• unter Führung der heiligen Allianz Metternich! als das Haupt der ngrditalienischen Verschwörung zuerst zum Tode verurteilt, der aber durch die Aufopferung seiner Frau Teresa gnadenweise seine lebenslängliche Strafe auf der Festung Spielberg ab- hüsten darf. Mit Hilfe des schwarzen Kabinetts und Verrats schlägt Metternich zu, gerade als die Revolution, die ganz Italien zusammemchmieden soll, in» letzte Stadium tritt und das itali-nische Volk auf ein Zeichen wartet. Teresa verwendet ihr ganze! Vermögen dazu, um den Mann aus dem Gefängnis zu befreien und der Revolution wieder zuzuführen, stirbt jedoch nach fünf Fahren, ohne den in den Kasematten Spielberg! Gemarterten helfen zu können.— Es sollte kein geschichtliche! Stück sein, behauptet der Verfasser, doch die stärksten Szenen des Drama!— da! Verhör Terelit! durch den Richter Menghen und die Begegnung Metternich! mit Eonfolonieri— sind ein Stück der Historie de! italienischen Risorgimento. Der die vier Akte beherrschende politische Ton, hauptsächlich im Bekenntnis Fredericos zur Revolution lauch er wollte da! italienische Volk vereinen und Städte bauenll wandelt sich im letzten Akte zu Lyrisch-Persönlichem, war das Drama um eine Bointe brachte. Richen der starken Persönlichkeit TereiaS, der in der sonst eindringlichen Wiedergabe Frau Sedläökovä! die südliche Glut fehlte, nimmt der„Adler"-Graf eine etwas passivere Stellung an, obwohl er in Herrn Stspänek einen charakteristischen Darsteller fand. Herr Prucha wuchs in der Gestalt des Richter- Menghen zu einer der lebendigsten Gestalten de- jesuitisch-absolutistischen Oesterreich!. m. i. Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theater». Samstag halb 8 Uhr: Victoria Regina, C 2.— Sonntag halb 8: Madame Sans« GSne, A r b e j t e r v o r ft e l l u n g, halb 8: Herzen im Schnee, Erstaufführung, BI.— Montag 8 Uhr: Konzert de» Deutschen Männergesangverein«, Abonnement aufgehoben.— Dienstag halb 8: Herzen im Schnee, AL.— Mittwoch halb 8: FigaroS Hochzeit. B S.— Donnerstag 8: Kmnmersungfer, Erstausführung. EL.— Freitag halb 8: Tannen. D.— Samstag halb 8: Kammerjungfer. A 2.— Sonntag halb 3: Victoria Regina, halb 8: Ariadne aus Raxo», C 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 llhr: Das Ministerium ist beleidigt.— Sonntag 3 Ubr: Zwei Dutzend rote Rosen. 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft.— Montag 8: Circa 100.000 Schilling, Bankbeamte 1 und freier Verkauf.— Dienstag 8: Tie Stützen der Gesellschaft, Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Mittwoch 8 Uhr: Parkstrasse 18, volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag halb 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft, Theatergemeinde de» Kulturverbandes und freier Verkauf.— Freitag 8: Die Reise, volkstümliche Vorstellung.— Samstag halb 8 Uhr: Liaison, Erstaufführung.— Sonntag 8: Da» Ministerium ist beleidigt, 8 llhr: Liaison. DaS Hradschinee Institut für tlinde Kinder veranstaltet am Sonntag, den 8. April, um 17 Uhr im Saal des Strahober.Kloster! unter dem Protektorat des Abtes Dr. Method Zavoral ein Konzert seiner blinden Zöglinge. Auf dem Programm siebt Orchestral- und Vokalmusik(Dvorak, Smetana, Roväk, Jindkich, Hilmer u. a.). Karten.au der Kassa. Der Dim Rosalie. Ein„romantischer" Film ist da», wie ihn selbst ein Satiriker der Hollywood-Romantik nicht vollkommener auSdenken könnte.. Er spielt in einer Operetten-Monarchse, der jugendliche Held und Liebhaber ist ein amerikanischer Kadett, et wird geliebt, gesungen und getanzt, eine Art Revolution kommt auch vor, der Tenor Nelson Eddy marschiert und schmettert Arien, die fabelhafte Revue-Tänzerin Eleanor Powell bewegt sich auf extravagante Art. und eine verschwenderische Fülle von Ausstattung, Massenszenen und Musik versetzt den Zuschauer in einen Zustand der Betäubung, den manche als Erholung und andere als Ermüdung empfinden werden, —eis— Urania-Kinn „Die gute Erde" in deutscher Premiere, Mit Paul Muni. Louise Rainer. A k t u a l i t a. Normale Preise. Heute halb 4, 6, halb 0; Sonntag halb 11, halb 4, 6, halb 0 Uhr. Nur bis Montag.— Dienstag: Ungarische Premiere„H a v i 200 fix!" (Lu& du Dtrtci, Ausweis für den Monat März (Die erste Zahl bedeutet Parteifond!, die eingeklammerte Wahlfond!): Bodenbach: Kö«000(1800.—),Karls- bad: KL 4800.—(1200.—), LandSkron: Kö 400.—(100.—), Pilsen-BudweiS: Kk 840.—<420.—). Prag: KL«28— (ISO.—>, Preßburg: Ke 21«.—(S4—), Reichenberg:. KL 800.—«200—), Sternberg: KS 2080.—(520.—), T e p l i h. Saaz: Kl 8550.—(800.—), Trauten« u: KL 1200.—(800.—). Troppau: KL 1880 (840—). Bezirksorganisation Prag. Arbeitsgemeinschaft: Aufgabe des Sozialismus in der heutigen Zeit, unter Leitung des Genossen Doktor Wiener. Montag, den 4. April. 20 llhr, im Parteiheim. IIMWA^ecotunosfinntten der Lrbeikersürsorge finden jede» Samttag von 5—7 Uhr im Bereis deutscher Arbeiter, Smeikagasse Nr. 27, statt. Der Verein„Soziale Hilfe" bittet anläßlich der Uebersiedlung um brauchbaren HauSrat Möbel etc. Rechtzeitige Verständigung erbeten, alles wird abgeholt.„Soziale Hilfe". Prag II, BojiStö 22. Telephon 41107 8—10. 2—8. Ortsgruppe Prag. Samstag, den 2. April. Treffpunkt 15.80 Uhr Smichover Bahnhof, Fahrt nach Revnice. Wanderung zur Hütt«, Uebernachtung. Sonntag Wanderung nach Karlstein— Set« nolice. Führung: Pick.— Kennen Sie schon unser Wochenendhaus im Vrdywald? Kommen Sie mit uns.— Hüttendienst Stelzig.— Melden Sie sich zu unserer Osterwanderung rechtzeitig an. AuS- Üinft« jeden Freitag von 6 bi! halb 8 llhr im Verein Deutscher Arbeiter. SmeLky 27. Leleph. 27727. Mittwoch, den 6. April, um 8 llhr abends im Aandwerkerheim, großer Saal, D o r t r a g über Vie Konsumgenossenschaften Vortragender Sekretär Schwantner vom Verband deutscher Wirtschaftsgenossenschaften. Veranstalter: Ortsgruppe Prag des Allgemeinen Angestelltenverbandeii. * Sie werden ein Referat hören von erfolgreicher, selbstverwalteter Wirtschaft im Dienste der Verbraucher, von Planwirtschaft, von Respek- tierung der Kollektivverträge der Arbeiter und Angestellten. Zu diesem Bortrage ssnd die Mitglieder der KGP eingeladen Alö Ausweis dient das Mitgliedsbuch oder die Anfnahmsbestätigung 8pott-8piel-Itö«p«pstege Da» SatuS-BerbandSfest in Biel am S. und 7. August d. I. wird eine aller Voraussicht nach gute Ausländsbeteiligung ausweisen. Der DTF-Verband lvird sich durch eine gröbere Expedition beteiligen, darunter eine 2«gli«drige Turner- u. Turnerinnen» Abteilung. Auch die AtuS-llnion wird an dieser Veranstaltung mit einer starken Delegation vertreten sein. AuS Belgien sind in der letzten Zeit eben- kallr Anfragen eingelaufen, Die Geschäftsleitung de! Salus hat daraufhin beschlossen, an all« SASJ- Verbände genmie Programme und Kostenaufstellungen zu versenden. Ein Erziehungskongreß des belgischen Arbelter- Fußballverbande» für Leiter, Schiedsrichter und Spieler fand in Brüssel statt. Lalemand referierte über„Moralisch« und technische Erziehung derFuß- ballspieler". Nobel! sprach über di« allgemeine Tätigkeit und di« Stellung gegenüber den öffentlichen Behörden(Staat und Provinz) und der Arbeiterbewegung. Dies« Tagung war di« erst« ihrer Art in Belgien. Kreditanstalt Üer Deutschen I I 1 I 11 81 Niederlassungen Verwaltung! kapital 1200 Millionen K6 HoftovoSkapital 120 Millionen KS Filme In Praner Lichtspielhäusern Urania:„Die gute Erde." Rainer, Muni. Deutsch« Fassung.— Adria:„Robot-Girl Nr. 1." Dich. — Alfa:„Rosalie." Nelson Eddv, Eleanor Powell. A.— Apollo:„Die Fledermaus." Nach I. Strauß. D.— Avion:„Kinder auf Bestellung." Tsch.— Baikal:.Lieben verboten." Lamaö. Tsch.— Beta, nek:„Roman einer Oktavanerin." D.— Feniz:„Im Hafen von New York." A.— Flora:„Zwischen zwei Frauen." O'Sullivan, Tone. A.— Hollywood: „Robot-Girl Nr. 1." Tsch.— Hvkzda:„Drei int Kreise." Kap Francis, W. Powell. A.— Julis: „Die Fledermaus." Nach I. Strauß. D.— Kawa: „Drei im Kreise." Kay Francis, W. Powell. A.— Lacerna:„Feuer!" D. Franccn. Fr.— Metro: „Gehn wir bummeln I" A.— Passage:„Ritter ohne Rüstung." M. D i e t r k ch. A.— Radio:„Klatiauer Dragoner." Tick.— Staut:„Dells Fargo." A.— Svktozor:„Ritter ohne Rüstung." M. Dietrich. A.— Betrieb«:„DaS indisch« Grabmal." La Jana. D.— Belvedere:„Klatiauer Dragoner." Tsch.— Besetz«:„Gebrochene Flügel." Daarovä. Wiemann. D.— Earlton:„Die Welt der Walzer." Roger?, Astair«. A.— Illusion:„Klatiauer Dragoner." Tsch.— Konvikt:„DaS indische Grabmal." La Jana. D.— Lid» II:„Klatiauer Dragoner." Tsch.— Louvre:„Lieben verboten." Lamai. Tsch.— Ma» ceSka:„Gebrochene Flügel." L. Baarovä, Wiemann. D.— Llpmpic:„Ihrer st erBall." Marie Bell. Fr.— Perityn:„Feuer über England." A.— Rozd: „Da! indisch« Grabmal." D.— Tatra:„Gestern war Sonntag..." StkpniLkovä. Tsch.— N Bei» vodu:„Extase." Hedy KieSler. Tsch.— Baltzek: „Klattatter Dragoner." Tsch.— VvSehrad:„Ter Herrscker." Emil JanningS. D. BlllllUf IM Ewi Georg Eberl hUt»Ich beutens empfohlen* KARLSBAD gegen Magen-, Darm-, Leber-, Gallen-, Stoffwechselleiden! KurarranSemenla ab MC 1950- Auskünfte und Werbeschriften in allen Reisebüros und durch die Kurverwaltung Karlsbad irn Elefanten am Niagara Von Arkadij Awertschenko • Das Studium eincS interessanten Schachproblems in meinem Stammkaffeehaus wurde durch die Worte eines jungen Gents gestört, der prahlerisch auSries: ,„Als ich am Niagara Elefanten jagte..." Empört blickte ich mich um und sah einen jungen Blondin zwei entzückenden frischen Sport- lnädels glühenden Auges Jagdgeschichten erzählen,.die Vater Münchhausen alle Ehre gemacht hätten.- „Und dgbei muss ich Ihnen sagen, meine Damen, dass der„König der Niagara", wie man der amerikanischen Elefanten nennt, bei weitem grösser, stärker und intelligenter ist als sein bekannter australischer Vetter, von dem ich allerdings auch schon einige Dutzend erlegt habe." Mein wahrhcitsliebeiweS Herz(oder war es der Magen?) dreht« sich wie ein Kreiselt Ich sprang auf, grösste di« Damen und sagte: „hunger Mann, Sie lügen verdammt viel und ick vertrage keine Lügen!" „Mein Herr, für diese unerhörte Beleidigung verlange ich Genugtuungl"—„Geht in Ordnung, junger Mann, aber lvarmn in Ttei- teufelSnamen erzählen Sie so entzückenden jungen Damen so dumme Aufschneidereien?" „Er erzählte unS", sagte der dunkle Pagenkopf,„dass er am Niagara auf Elefanten jagte." „Aber in Amerika gibt es nur in Tiergärten und Menagerien Elefanten, ebenso in Australien. Unser junger Freund da hat niemals einen wilden Elefanten gesehen, glauben Sie mir, er hat ganz einfach gelogen!" „Mein Herr!" rief der Blondin.„Ich werde Sie für diese Beleidigung niederknallen wie einen räudigen Hund!" „Kann sein, oder auch nicht seins Aber es gibt trotzdem in Amerika keine Elefanten!" Die entzückenden Mädels lachten amüsiert. Darauf nahm der junge Mann eine Visitenkarte aus der Tasche und sagte zu mir:. „Erwarten Sie meine Sekundanten!" Wir grössten kalt und unnahbar und gingen auseinander. Ach bin kein furchtsmuer Mensch, aber eine Kugel kann auö Zufall doch treffen und mit solchen Sachen soll man feinen Scherz treiben. Ich musste Sekundanten finden, zum Notar gehen, mein Testament machen, an meine ungeborenen Nachkommen denken und so.. Am Abend erschienen meine Sekundanten(sie waren schwarz gekleidet. wie Trauergäste) und sagten: „Alles ist erledigt. Morgen früh.um 7 Uhr findet das Duell statt. Pistolen! Der Gegner hat sofert unsere Bedingungen akzeptiert." Gegen 7 Uhr früh war ich mit meinen Sekundanten auf dem Duellplatz. Etwa zehn Minuten später kam mein Gegner und seine Sekundanten. Die Schritte wurden abgezählt, die Waffen überreicht. Als ich zur Barriere trat und meine Pistole hob— liess ich erstaunt meinen Arm sinken. «Hören Sie", rief ich meinen Sekundanten zu.„Ist das derselbe Herr, bei dem Sie gestern waren?" «Gewiß, wir haben mit ihm alles genau besprochen!" „Aber, der ist ja brünett und mein Gegner war blond!" Genau dasselbe Gespräch wurde auf der Gegenseite geführt. „Hol's der Teufel!" rief mein Gegner.«Wer ist der Mann, der dort mit der Pistole steht... ich sehe ihn zum ersten Male!" Meine Sekundanten waren empört. Sie stürzten zu meinem Gegner und riefen: „Gestatten Sie, waren wir gestern bei Ihnen oder nicht?" „Gewiss... Ich dachte— die Herren kommen von dem jungen Mann,^r mich gefordert hat. Diesen Herrn dort kenne nh gar nicht. Er ist mir sogar,sympathisch. Guten Tag! Wie geht es Ahnen?" „Tunke gut!" anttvortete ich.«Sagen Sie, ist das Ähre Visitenkarte?" «Ja! Ich habe diese Visitenkarte einem blonden jungen Mann gegeben!" „Einem blonden Herrn mit blauen Äugen, der so gut lügen kann?" „Jawohl... Er Hai mir erzählt, dass er ein Duz-Freund des Zaren Ivar, der ihn im Kriege zum Feldmarschall ernennen wollte und dass er jetzt mit Stalin in einem Zimmer schlafe. Da packte ich ihn am Kragen und ivarf ihn hinaus!" „Und vor mir erzählte er, dass er am Niagara auf Elefanten jagte!" So kamen wir ins Gespräch, fuhren sodann gemeinsam in ein Restaurant und. verbrachten einen gemütlichen Tag. Als wir später durch die Stadt gingen, packte mich plötzlich mein neuer Freund beim Amt und rief nervös: „Sehen Sie.... da geht er." „W—er?“ „Der zaristische Freund von Stalin und amerikanische Elefantenjager!"- Wir gingen ihm nach und hörten,' wie er seiner Begleiterin, einet hübschen Dame, sagte: „Meine Gnädigste, das Duell ist für mich nichts Neues. Ich habe in den letzten Tagen zwei Herren gefordert, aber nicht ein einziger schickte mir seine Sekundanten...Ich fass zwei Tage zu Hause und wartete vergebens. Ich liebe den Nervenkitzel... AkS ich in Schottland war, bestieg ich dreimal den Montblanc.. Wir lachten und liessen den Elefantenjäger laufen.*' B«z-u gsbedtngunaen: Bei Zustellung insHau! oder bei Be.uia durch die Post monatlich Kö 17.—, vierteljährig Kä 61.—, halbjährig Kä 102,—, ganzjährig KL 204.—— Inserat« werden la n Tarik billigst berechnet.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungrsrankatur wurde von der Post- u. Telegraphendirektian mir Erlass Nr. 18.800. Vll/lSÜ't - bewilligt..(Kontrollpostamt Praha 22..— Druckerei;^Orbis". Druck-. Verlags« u. LeitungS-L-G. Braa..