32 rin, bts mit RR en, die Qu ber tte. elle ibr me Ti. Der 18 Se 10 Cit fit Die zeit cen 7. 33 it 3. n he 8. A . st Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Seller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Jaksch und Wanka Freitag, 8. April 1938 Erfolgreicher Widerstand Vergebliche Angriffe Francos Festigung der Front Barcelonas bei Major Attlee London. Der Vorsitzende der Deutschen sozialdemokratischen Arbei terpartei Abg. Wenzel I a kich und der Barcelona. Die republikanische Armee hat Der italienisch deutsche Generalstab ist ge Leiter der aktivistischen Zentralstelle im Seltor Tortosa energische Gegenangriffe stungen, seine ganze Aufmerksamkeit der Ben Willi Wanka sind Donnerstag nachmittags in London eingetroffen unternommen. Die dort operierenden italienischentrumsfront zuzuwenden. Zahlreiche Trup Truppen mußten darauf verzichten, ihren Vorund waren noch am gleichen Abend beim parlamentarischen Führer der marsch fortzuseßen. Labour Party Major Attlee zu Gaste. Sie hatten dort Gelegenheit, in Gegen wart der Labour- Abgeordneten Hugh Dalton, Noel Baker und Wed. gwod Penn über die Situation in den sudetendeutschen Gebieten zu referieren. Nachwahl- Sieg der Labour Party London. Bei der Ergänzungswahl im Wahlbezirke West- Fulham fiegte die Kandidatin didaten vertreten. pen und erhebliches Kriegsmaterial sind in den nördlichen Seltor von Guadalajara geschafft worden, um dem Vormarsch der Republika ner Widerstand zu leisten. Mittwoch waren in diefem Sektor die Kämpfe besonders hartnädig. Die Stellung von La Na va wird weiterhin von den republikanischen Truppen bedroht. Die Rebellen haben viel Artillerie dorthin geworfen und außerdem zahlreiche Flugzeuge eingeſetzt, die bis vor kurzem an der Ostfront operierten. In der unmittelbaren Nähe von Leri da, wo die Marokkaner angegriffen haben, sind die Kämpfe fortgesetzt worden. Durch deutsche Gehütze und Flugzeuge ist versucht worden, den Rebellen einen Weg nach Balaguer zu bahnen. Aber der republikanische Widerstand machte alle Anstrengungen der Feinde zunichte. Dasselbe Schicksal erlitten die Angriffe der Rebellen im Auch an der Estremadurafront konnte durch Tale des Noguera, nahe den Pyranäen, wo die einen Angriff der Republikaner ein erheblicher Marokkaner vergeblich versuchten, ihre Angriffs Vormarsch erzielt werden. Sie bemächtigten sich siele zu erreichen. In diesen Sektoren waren die mehrerer Dörfer, einige andere wurden eingeKämpfe außerordentlich hartnäckig und sie brach- schlossen, so daß die Rebellen zu ihrer Räumung ten feine Vorteile für die Angreifer. I gezwungen find. del Vayo: Krieg bis zum Endsieg Aus dem Inhalt: Regierung Blum bedroht SdP für Politisierung der Wirtschaft Nein, Spanien ist noch nicht verloren Hirschbergen antwortet: 20 neue Mitglieder Flüsterpropaganda schädigt deutsche Geldinstitute Nr. 83 ! Bürgertum ohne Gesinnung... ber Arbeiterpartei Summerstill, die 16.583 Stimmen erhielt, während auf den Konservativen Barcelona.( Havas.) Außenminister( eine sichere Garantie für den Entschluß, bis zum Busby 15.062 Stimmen entfielen. Der Wahl- Alvarez del Bayo erklärte Vertretern der Ende auszuharren. Del Vano verurteilte sodann bezirk war bisher durch einen konservativen Kan- Auslandspresse gegenüber u. a.: Die Regierung die Nichteinmischungspolitik, welche, wie er ist entschlossen, den Krieg bis zum Endsieg fort. fagte, in hren Folgen zur einseitigen IntervenDer Wahlfieg der Labour Party bei der Fulzusehen. Die gegenwärtige Regierung könne als tion führe, was die größte Beleidigung des inter. hamer Nachwahl wird von der oppositionellen nationalen Rechtes bedeute. Wir lehnen es ab, Breffe als ein schwerer Schlag für die Regierung Regierung der heiligen Einigkeit bezeichnet wer- die svanische Nation, welche sich schlagen will, den bezeichnet, während von der Regierungspreffe nur den. Die Person bes Ministerpräsidenten Wünschen jener preiszugeben, welche gern sehen der Daily Telegraph" in einem Kommentar er- Ne grin und sein Standpunkt sind mehr als würden, daß sie zusammenbreche und kapituliere. flärt, daß die Mehrheit der Zurückweisung der appofitionellen Kampagne zu wenig Aufmerksam feit gewidmet habe. Die Fulhamer Ersatzwahl ist die 45. feit den allgemeinen Parlamentswahlen und der achte Mandatsgewinn der Labour Party. Mit dieser Wahl zieht die zwölfte Frau in das Unterhaus ein. Eine Deputation des Generalrates des Verbandes der britischen Gewerkschaftsorganisationen erschien bei Außenminister Halifax und erhob die Forderung, daß England das Embargo auf die Ausfuhr von Waffen nach dem republikanischen Spanien aufhebe. Schwere Niederlage Dr. Beneš an die Intelligenzler Der Präsident der Republik sandte dem Dritten Kongreß für Mittelschulvädagogit, der gegenwärtig in Prag auch unter Teilnahme deutscher Vertreter tagt, eine Stundgebung, in der es u. a. heißt: Das Bürgertum feiner anderen Nation ist politischer so haltlos, so ohne innere Gesinnung, jo arm an zielflarem Wollen, wie das deutsche und vor allem das sudetendeutsche Bürgertum. In diesen Tagen bekräftigte das fudeten Nuf. Landbündler, Christlichsoziale und Gewerbedeutsche Bürgertum neuerlich diesen seinen alten parteiler haben über Nacht ihre Gesinnung, oder das, was sie dafür hielten, abgestreift und am nächsten Morgen traten sie, als ob nichts gefche= hen wäre, in neuem politischen Gewande vor die Deffentlichkeit, und schloſſen mit jenen, die sie gestern noch bekämpft hatten, Brüderschaft. Belehrung? Bessere Einsicht, Erkenntnis eines Irrtums? Aber nein! Nur wenigen Anhängern einer deutschen bürgerlichen Partei wird es schwer fallen, die politische Gesinnung zu wech sein, weil so etwas fast nicht vorhanden ist und niemals vorhanden war, in Sonderheit nicht bei dem deutschen Bürgertum im Raume der ehemaligen österreichischen Länder. Es hatte nie ein flares ftaatspolitisches Programm und diesem Bürgertum und seinen Parteien fehlte auch jedes ernitzunehmende Parteiprogramm, ja es fehlte ihm fogar eine organisierte Partei, denn das, was sich als Partei gab, war ein wirrer Haufen, eine höchst wandelbare, heterogene Masse, die, weil ohne feste Gesinnung und Ueberzeugung, jedem Schlagworte erlag und erliegen mußte. Man wirft diesem Bürgertum vor, es habe die Revolution von 1848, seine Revolution, verraten. Ach, es hat den Sinn der Revolution gar nicht begriffen und die geschichtliche Aufgabe, die ihm gestellt war, einfach nicht erfaßt und es hat tapituliert, weil es fühlte, daß ihm die Voraussetzung fehlte, selber Geschichte machen zu fönnen. Als Nachwirkung des kurzen dumpfen Freis sophische oder ethische Bildung hat, verteidigt er heitstraumes von 1848 formte sich die liberale regelmäßig seine geläufigen politischen Ansichten, Nera, bedingt selbstverständlich auch durch den indem er sich auf irgend einen philosophischen oder sich entfaltenden Stapitalismus. Ende der Achtmoralischen Gesichtspunkt stützt, deffen er sich oft ziger Jahre aber läutete man dem politischen nicht bewußt ist; aber es pflegt dies eine dilet- Liberalismus bereits das Sterbeglöcklein. Hers Unsere demokratischen Einrichtungen, deren tantische, gewöhnlich naive, manchmal triviale vorragende Exponenten des deutschen Liberalisa Grundlagen sich eben klar in der Schule wider- Philosophie und Ethik zu sein, die dann der Bier- mus, wie Pergelt und Stronawetter, haben den spiegeln, beruhen in der Gleichheit aller Bürger. bankpolitik entspricht. Eben heute, in einer so be- politischen Charakterverfall des deutschen Bür Alle sind berufen, an ihrer Vervollkommnung zu wegten, so moralisch und philosophisch zerrütteten gertums noch erlebt und beklagt. Nach einem fura arbeiten, alle tönnen an ihren Vorteilen Anteil und dabei so hochverantwortlichen Zeit muß man zen Anlauf zu einer freiheitlichen Politik zerfiel haben und alle fönnen und sollen direkt oder in- gut in das wirkliche Wesen der Dinge schen, darf der Liberalismus. In den Alpenländern machte der Japaner direkt an der Leitung des Staates und des gesam man nicht Stimmungen der Leidenschaft, Bauit er dem Klerifalismus, in den Sudetenländern ten politischen Lebens teilnehmen. Allerdings oder Oberflächlichkeit unterliegen. einem wilden Nationalismus Play. London.( Neuter.) Die chinesische Bot- nüßen nicht alle diese Möglichkeiten immer nach Der akademisch gebildete Bürger soll weiters In den Sudetenländern war Schönerer, schaft berichtet: Telephonischen Meldungen von ihren Sträften und auf solche Art aus, wie es zu positiv, konstruktiv und wundern Sie sich nicht, übrigens ein politischer Renegat, aufgetaucht. Er der Front zufolge hat die von den Japanern von wünschen wäre. Ich bemerke oft, daß eben die wenn ich betone, im mer optimistisch predigte eine großzdeutsche Politit, schielte mit beiNorden her gegen Sutſchau unternommene Offen Bürger mit Hochschulbildung wenig praktische fein. Nicht darum, weil alles schön ist, sondern den Augen über die Grenze, ſchürte einen völli ſive mit einem kläglichen Mißerfola Stenntnisse politischer Probleme zu haben pflegen; deswegen, weil er die Pflicht fühlt, für das Ideal ſchen Antisemitismus und scheiterte mit seinen geendet. Die javaniſchen Truppen in Süd- Schanz nicht selten stellen sie sich nur mit einer flüchtigen zu kämpfen und alles zu verbessern. Er soll auch sehr radital schillernden, aber auch sehr wirren tung befinden sich in einem allgemeinen Rückzuge Kenntnis zufrieden, manchmal nehmen sie eine in der Politik und bei der Organisierung der Ge- Ideen, denen er auch eine ſoziale Note zu geben nach Norden längs der Eisenbahnstrecke Lin- flüchtige Stritif als bare Münze, mandymal nur sellschaft an die Möglichkeit des Guten glauben versuchte, weil das Bürgertum, das ihm erſt zutichen- Taiertſchwan. Die chinesischen Truppen oppofitionelle Neden, manchmal sogar auch De- und er soll an den Menschen glauben. Er soll das gejubelt hatte, gleichzeitig taiſertreu und deutschverfolgen eifrig den auf dem Rückzug befindli- magogie, indem sie oft Neigung zu allzu großer, Bewußtsein haben, daß er der Allgemeinheit, dem national ſein wollte und deshalb mit ſeinen großchen Feind. In der Umgebung von Taiertschwan, wo in den letzten 14 Tagen gegen 10.000 jopa konstatierung von Fehlern oder Schlechtem in Dienst nicht nur in der Führung und in großen nur negativer Stritif zeigen. Es geschieht, daß die Vaterlande und der" ation dient und daß dieser deutschen Schwärmereien nichts anzufangen wußte. Der Antisemitismus und Nationalismus nische Soldaten getötet wurden, sind noch meh- der Politik sie zur Verallgemeinerung oder Bau- Angelegenheiten, sondern überall, an jedem Ort, aber blieb. rere tausend Japaner umzingelt. Ein kleinerer Nachdem Schönerers Stern verblaßt war---führt. Das alles muß sehr sorgfältig vermieden auf der einen. Versöhnlichkeit, Gerechtigkeit und die jüngere Generation in dearl Hermann Verständnis für die Bedürfnisse aller Nationali- Studenten"-Natur, war politisch sicher weit unwerden. Wolf einen neuen Führer". Wolf, eine ewige Ein Bürger mit Hochschulbildung, auch wenn täten und Klassen dieses Staates auf der einen er Politik nicht direkt in den Parteien macht, soll Seite. Klarheit des Bieles und Entschiedenheit bis zulänglicher als Schönerer. Seine Reden waren in der Form blendend, aber ziemlich inhaltslos. demgegenüber in politischen Angelegenheiten voll- in alle Konsequenzen, feſt hinter der Republik zu Bielleicht gerade deshalb aber, weil seine Zuhökommen klare Vorstellungen haben und muß stehen, das ist heute die Aufgabe unſerer In- rer nicht zum Nachdenken veranlaßt wurden, Das Opfer der Universitätsrektor immer auf ziemlicher Höhe des politischen Le telligenzler. jubelten sie ihm zu. Durch sein Duell mit Badeni Shanghai.( Reuter. Donnerstag früh bens stehen. Er muß objektiver zu den Klaffen-, war er übrigens auch ungemein populär gewor wurde in der Internationalen Schanghaier Ston- nationalen und Parteikonflikten sein als der ge= den und besonders die jungen Akademiker waren zession der Neftor der Schanghaier Universität, wöhnliche Bürger, er muß unvoreingenommen von ihm begeistert. Positive politische Erfolge hat Hermann Liu, ermordet. In der hierauf zwischen sein, er muß einen hohen Grad von BerträglichWashington.( Havas.) Aus Anlaß des Jah- er nie erzielt. Seine Programmlosigkeit, seine der Polizei und den Attentätern entstandenen keit und dabei Charakterfestigkeit befitent. Das restages des Eintrittes der Vereinigten Staaten politische Ziel- und Planlosigkeit drückt sich deutSchießerei wurde ein britischer Unteroffizier ver- bedeutet, daß er dementsprechend in der Deffent- in den Weltkrieg sprach der Unterstaatssekretär lich auch darin aus, daß seine„ Partei" in drei lekt. Einer der Angreifer wurde verhaftet und lichkeit immer auftreten soll. Das bedeutet auch, im Striegsministerium Johnson darüber, wie die Jahren zweimal den Namen wechselte. Seine erklärte, er sei zur Ermordung des Nettors Liu daß er zu jeder grundlegenden Frage des öffent- totalitären Staaten in Amerika vordringen. Einige Wahlabhängigkeit von den Kleritalen führte ihn gedungen worden, der ein Verräter sei. lichen Lebens einen präzisen Standpunkt hat, auf- Staaten sehen in der neuen Rüstung der Vereinig in eine Hörigkeit zu diesen und seine KriegsSchanghai.( Havas.) Im Flusse Wanpu, gebaut auf einem feſten und klaren moralischen ten Staaten eine Bedrohung ihrer eigenen Sicher politik gab ihm den Rest. Sang- und klanglos welcher Schanghai durchfließt, wurde die Leiche und philosophischen Syſtem. Er kann ihn allerheit, fagte der Unterstaatssekretär. Es sind dies tauchte er unter. des Bizepräsidenten des Stadtrates des inter- dings nicht ohne gründliche philosophische und jedoch bloß ihre unbeschränkten wirtschaftlichen nationalen Viertels Schanghais, Harold Porter, ethische Vorbereitung haben und diese Bildung ist und territorialen Ambitionen, die in Wirklichkeit gefunden, welcher einige Tage vermißt war. Es also für ihn immer zur richtigen Auffaffung der bedroht find. Die Negierungen der 21 ameritawurde festgestellt, daß er, bevor er in den Fluß politischen Probleme unerläßlich. Wir dürfen uns nischen Republiken werden diesen Staaten niemals geworfen wurde, mit einem Säbel oder Bajonett allerdings nicht irren: auch wenn der afabemiſch gestatten, nach Nord- oder nach Südamerita eingetötet wurde. gebildete Bürger feine gründlichere fachliche philo. zubringen. Teil der eingefchloffenen Abteilung hat sich heute schalierung der Verurteilung von allem, aller bei jeder Tagesarbeit, auch in Kleinigkeiten gelei häßliche Szenen begleiteten seinen Fall- fand abends durchgeschlagen und flüchtet nunmehr gegen Schitfchujan. Die im Rücken der Japaner overierenden chinesischen Einheiten haben die Stadt Jutschen besetzt. Mord in Schanghal USA warnen die Diktaturen Der neue Mann hieß Lodgman. Die deutschradikale" Firma wurde übertüncht, die deutsche Nationalpartei" entstand. Die Gesins nungstreue des deutschen Bürgertums erfuhr Lodgman, wohl der anständigſte deutſchnationale Bolitifer der jüngeren Zeit, bei den Barlamentss Freitag, 8. Avril 1938 Nr. 83 Seite S wählen 1928. Er hatte genug und schied aus der Politik. ES kam die Konjunkkurevoche des Nazismus, dann folgte der Zugriff des Staates. Und Henlein tauchte auf. Nie noch wurde klarer bewiesen. das; jene deutschnationale Bewegung den größten Zulauf hat, die am wenigsten durch programmatische Eindeutigkeit und Klarheit belüftet ist.„Leitlahalt'mrokfestzamm, Wetterbrauch' mr ke Programm!" Dawar die zündende Barokel Sie imponierte dem Bürgertum, imponierte allen denen, die nie begriffen haben, daß Politik mit dem Kopfe gemacht wird. To ohne jegliche politisch« Gesinnung war diese- Bürgertum, daß e- einem anderen öden Schlagworte,«Rau» au- der Parteijacke l" wie besessen zujubelt«. Nun macht Henlein fünf Jahre«Politik". Da- deutsche Bürgertum und seine Nachläufer stecken in keiner Parteijacke, sondern in einem bitt ken Sack, in welchem«S drunter und drüber ging und den die Explosivkraft der«Einigkeit" über kurz oder lang gesprengt hätte, wenn nicht die Ereignisse in Oesterreich das deutsche Bürgertum völlig betäubt und dem getarnten sudetendeutschen Faschismus einen neuen Auftrieb verlieben hätten. Tie Partei Henleins ist auch beute noch ohne Programm und niemand in ihren Reiben weiß klar, was sie will. Ihre faschistischen Aspirationen allerdings dürften bei einem erheblichen Teil ihrer Mitglieder Widerhall finden. Aber auch da- beweist nur. daß sie keinen eigenen politischen Gedanken hat, ihre«Ideen" fertig geliefert bekommt und sich nicht einmal die Frage vorlegt, zu welchen Konsequenzen die Nachäffung bei ZaichiS» mu- für sie und das ganze Judetendeutschtum führen kann. Dieser.Bewegung" haben sich nun die letzten sozusagen selbständigen politischen Gruppen de- deutschen BürgertiunS angeschlossen. Es erübrigt sich, ihr bisheriges politisches Wirken zu würdigen. Jedenfalls haben sie den Glauben zerstört. daß sich wenigstens ein Teil de- sudetendeutschen Bürgertums politische Gesinnung und lkeberzrugung bewahrt hat. DaS sudetendeutsche Bürgertum ist bei der politischen Reifeprüfung zur Ganze durchgefallen. Was aber wird werden? Gewiß soll man sich vor Prophezeiungen hüten. Aber die Kenntnis mehr als eine- halben Jahrhundert- Geschichte deutschbürgerlicher„Politik" berechtigt zur Annahme, daß die jüngste Phase dieser Politik so enden wird wie die Politik Schönerer- und WolfS: mit einem Trümmerhaufen. Ein Dementi Prag.(TNO) Zu den in Prag verbreiteten Meldungen, wonach auf dem Flugplatz von Kbely drei deutsche Bombenflugzeuge gelandet seien, teilt das Ministerium für Nationalverteidigung mit, daß diese Meldungen vollkommen unrichtig sind und jeder Grundlage entbehren. Der Präsident der Republik empfing am Donnerstag, den 7. April, eine Delegation schwedischer Wissenschaftler und Künstler, welche an der hier veranstalteten Ausstellung des schwedischen Kunstgewerbes beteiligt sind. Die Deputation wurde von dem schwedischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Dr. Folk« Malmar geführt. Weiters empfing der Präsident der Republik Delegierte der Liga gegen die Krebskrankheit und schließlich eine Deputation der Stadt Domajlice, welche ihm daS Ehrenbürgerdiplom überreichte. Dann das Abgleiten in unermeßliche Tiefen, immer schneller, immer wilder. Juan de Baloria, der Tuchscherer, hatte sich so seine- letzten Feindes entledigt. Als jedoch daS Blut, da- aus seiner Kehle rann, kalt und klumpig gclvordc»>var, wachte auch er nicht mehr aus seiner Ohnmacht aus. Hernach, als man sich znni SiegeSsest tm Landhause von Villalar versammelte, waren die Kelche, aus denen man trank, so zarten Kristalls, daß die Schalen schon tönten, bevor noch die Lippen zum Schlürfen gespitzt wurden. Ein leises Sinacn klirrte über den Damast des Tafeltuches. Neber dem Damast leuchtete» die Kerzen, deren Flammen sich in den goldenen Tellern spiegelten und in den Gläsern und in den tauglän- zenden Rosen und Königslilie», die den Schmuck des DanlettischeS vervollständigten. König Karl lvar der Gastgeber. Aber ein trauriger Mann saß unter den Granden. Einer, der die Arme auf den Tisch stützte und die Stirn in die Handflächen grub. So hatten die Sieger sich ihre Festtafel«Her nicht gedacht. Der Zcremonienmeister wartete vergeblich aus den Wink, durch den Lakaien und Mundschenken bedeutet wurde, daß e- Zeit sei. Sic wurden vorläufig noch ängstlich zurückgehalten. Mehr noch, Erzbischof Hadrian staird von feinem Sitze auf. Er schritt zur Tür. Er zog die Vorhänge zusammen. Er verknotete die Quasten. Mit seinen geräuschvollen Schritten, die stets etwas Ungewöhnliches ahnen ließen, schob er sich an den Saalfenstern entlang. Ln jedem Fenster SdP bekennt sich zur Politisierung Wieder sehr radikale Worte Im Parlament der Wirtschaft Schärfste Zurückweisung durch den nationalsozialistischen Referenten Bergmann Prag. Im Abgeordnetenhaus schlug die SdP am Donnerstag in der letzten Sitzung vor den Osterferien durch den Mund des Dr. Beters und des Klubvorfitzenden K u.n d t wieder sehr radikale Töne an, wa- in der ohnedies gespannten Atmosphäre viel Aufsehen machte. Doktor P r t e r S griff den Finanzminister wegen seiner Darlegungen im AuSschuß, daß die Staat-vrr» waleang den Bedürfnissen der deutschen Wirtschaft nach Kräften entgegenkomm« und auch tri den verschiedenen staatlichen Sanierungsmaßnahmen (Zentralbank, P-Snix) der deutsche Anteil nicht niedrig sei, außerordentlich heftig an, warf ihm die Verwendung falscher Ziffern ulw. vor und ie» tannte sich affen dazu, daß die SdD die sudetendeutsche Wirtschaft dewußt politisier«. ES fehlte auch nicht die übliche«Warnung" mit dem ausdrücklichen Hinwri» ans außenpolitische Gesichtspunkte. Noch weiter verschärft wurde die Spannung durch den EcoduS der SdP vor der Abstimmung des RegirrungSantrageS über die Anlage- pflicht bei StaatSvavieren, der vorder von Kundt ausdrücklich mit dem Hinweis darauf begründet wurde, daß noch immer„kein konkreter W i l l e" bei der KoalitionSmedrdeit zu feden fei, da- Svstem gegenüber den Deutschen„rasche- st« n S" zu ändern. Dieses Vorgehen der SdP erzielte jedoch rin» unerwartete Wirkung. Der Referent Bergmann, ein tschechischer Nationalsozialist, sagte ihnen im Schlußwort auf den Kovk zu, wenn daß der Dank für die Verständigunq-berritschast auf tschechischer Seite sei,.dann sei es schade um irdeS weitere Wort und um jeden weiteren Versuch, denn damit sei nur bewiesen, daß eine Verständigung unmöglich sei. Zusammen mit der Erklärung vom Vortag, daß dir SdP ihre bisherige Politik nicht ändere, bedeutet da» heutige Vorgehen der SdP offenkundig eine weitere bewußte Verschärfung der Situation und den Versuch, die tschechische Verständi- gunasbereitschaft vor der Oefsentlichkrit de» In» und Anslnndrb z« diskreditieren. Damit zeigen die Herren ab-r zugleich, daß e» ihnen überhaupt nickt um dir Anbahnung einer wirklichen innenpolitischen Besrirdung. sondern um dir Verfolgung anderer Ziele geht, die kaum mehr auf eine verfassungsmäßige Basis gebracht werden können. Die Herren spielen somit ein gefährliches Svlel, da» obendrein zu plump ist, um nicht sofort durchschaut zu werden! vle Pfllchtanlaae In Staatspapieren Die Auseinandersetzungen knüpften an die Regierungsvorlage an, durch welche den Geldinstituten die dauernde Anlage eines Teiles ihrer verfügbaren Mittel in Staatspapieren vorgeschrieben wird. Bekanntlich hat die SdP dagegen einen großen Feldzug entfaltet und die Behauptung aufgestellt, daß dadurch die Deutschen wieder ganz besonder- benachteiligt würden. Dieser Behauptung war eben am Tag vorher der Finanzminister im Ausschuß entgegengetreten und hatte an Hand eine- umfangreichen Material- die Vorwürfe zurückgewiesen, al» ob die Regierung kn finanziellen und wirtschaftlichen Dingen auf eine Schädigung der Deutschen hinarbeite. Pr. Peters Angriffe: Gegen diese Rede de- Finanzminister- polemisiert« nun Dr. PeierS in der Plenardebatte in sehr scharten Tönen. So werd«, behauptete er u. a., die tschechische öffentliche Meinung«trregeführt" und in ihr.gefährliche Illusionen" erweckt. Auf diese Art müsse die Entwicklung zu einem Punkte gelangen, der«weder innen- noch außen« politisch(!) tragbar" erscheine. Bor einer solchen Entwicklung möchte die SdP die tschechische Oeffent« lichkeit.warnen". Die vom Finanzminister angeführten Daten (über die Berücksichtigung der deutschen Wirtschaft) könnten bei einer ernsthaften Prüfung nicht bd- steben. Dr. Kalfu- habe wieder bewiesen, daß die Regierung die Situation«falsch betrachte". Wenn der Handelsminister darauf aufmerksam macht, daß durch die innervolitische Entwicklung im sudetendeutschen Gebiet die Perfektionierung det Handelsverträge- mit Amerika gefährdet werden könne, so sei e- Aufgabe der Regierung, jener Propaganda entgegenzutreten, die sich letzten Ende- gegen die gesamte Tschechoslowakei wend«.(Das bezieht sich offenbar auf die auch von Jak sch in feiner letzten Rede erwähnte Tatsache, daß di« weitere freiwillige Gleichschaltung der sudetendeutschen Industrie in amerikanischen ÄirtschaftSkreisen sehr kritisch betrachtet wird und leicht mit einem Boykott be- Scharfe Entgegnung Sehr energisch ging dann aber der Referent Bergmann kNat.-Soz.) im Schlußwort'NS Zeug. Dr. Peter- habe in einer Art gesprochen, die un Parlament noch nie dagewesen sei. DaS sei vielleicht der Lohn dafür, daß hie tschechischen Parteien ben guten Willen zeigen, sich mit diesen Herren zu verständig«. Ihr Beginnen zeige, daß e- um jede« Wort und um jeden Versuch schad« sei. ES scheint, daß di« Herren schon dieNerven verlieren, wrU sie ie weiter, desto mehr xereizt sind. Wahrscheinlich haben sie sich in ihren Erwartung« verrechnet. Auch dir Tonart der Erklärung de- Sbg. Kundt und der held«haftr Auszug der SdP-Abgeordnrten au« dem Tihnngdsaal zeig«, daß es u n m ö g l i ch ist, den Weg zu ihn« zv finden. Aus dar entschiedenste müsse der Referent auch die Verdächtigungen Dr. Peter- gegenüber den amtlichen Statistiken zurückweisen, die der Finanzminister verwendete. E» sei interessant, daß die Herren auf die Statistiken gewisser fremder Staaten Gift zu nehmen bereit seien, den tschechoslowakischen aber nicht glauben wollen. Wenn Dr. Peter- behauptete, daß Dr. Kalfu- an der„Modekcankbeit der Propagandaminifter" erkrankt sei, so seien die Herren von der SdP von dieser Krankheit noch mehr a n g e st e ck t. Er sei weiter- auffällig, daß die Worte Dr. Peter- von der Notwendigkeit der Politisierung der Wirtschaft sich mit der Kund- gebung de- Vorsitzenden de- Hauvtverbande- der Industrie vom letzten Sonntag decken, der erklärte, die Wirtschaft müsse sich der Politik unterordnen. E- habe den Anschein, al- ob dicke Kundgebung nicht au» dem klopf eine- Fachmannes, sondern eher aut dem Sekretariat der SdP stamme. Die Herren begeben sich auf einen sehr gefährlichen Weg, denn in Wirlschast-fragen eine solch« Stimmung in der Bevölkerung verbreite», heißt den Ast ansägen, auf dem mit un- auch die Deutschen sitzen und fallen. Die Regierung könne nicht für alle ungünstigen wirtschaftlichen Folgen im deutschen Gebier verant- aniwortet werden könnte. Herr Dr. Peter- steht also auf dem merkwürdigen Standpunkt, daß die SdP durch ihre Gleichschaltungsiendenzen die sude» tendeutsche Wirtschaft beliebig schädigen kann, daß hingegen die Regierung dann automatisch verpflichtet sein soll, alle Schäden, die dir SdP mutwillig anrichtet, wieder irgendwie gutzumachen.) Offen bekannt« sich Dr. Peter- dann dazu, daß die SdP die Wirtschaft politisiere: Sie mach« die Politik«zum Verteidiger gegen jene Tendenzen. die unser« sudetendrutsche Politik vernichten wollen". Die letzten Ereignisse im deutschen Laaer sollten für alle jene eine Warnung sein, die für Warnungen empfänglich find. Wir erkennen, schloß Dr. Peter-, unsere Situation ganz klar und au» dieser Erkenntnis heraus lagen wir Ihnen: Finden Sie den Weg zu unS. Di« deutsche Provinz hat ein große- Mißtrauen zu Prag und man wird sie erst wieder gewinnen müssen. Kundt kündigt Exodus an Später gab Kundt(SdP) als Klubvorsitzender die offizielle Erklärung ab, daß die SdP an der Abstimmung über die Vorlage betreffend die Anlagepflicht in Staatspapieren nicht teilnehmen werde, und zwar aus Protest dagegen, daß die gestrige Rede des Finanzministers, die heutigen Vorlagen— insbesondere die Kreditvorlage— sowie die Zensurpraxis und vieler andere immer noch keinen konkreten Willen der Koali- iionsmehrheit zur raschesten Aenderung des Systems gegenüber dem Sudetendeutschtum beweise. Nach Kundt sprach noch Dr. Neumann INat.» Soz,), der erklärte, e- sei undemokratisch zu glauben, daß man durch da» Verlassen de- Saale» gegen die Tatsachen protestieren könne, die der Finanzminister angeführt hat. des Referenten wörtlich gemacht werden. Denn Dr. Peter- aufrichtig wäre, müßte er sagen: DirDeutschen haben eine Weilte Politik gemacht, well wir nach dem Umsturz nicht an die Existenz und Dauerhaftigkeit del tschechoslowakischen Staate-, nicht an die Stabilität der tschechoslowakischen Krone geglaubt und daher Milliarden in Reichsmark verspekuliert haben, wobei wir die Folgen noch jetzt tragen. Wenn, sich Dr. Peter- beschwere, daß der tschechoslowakische Export erschlagen werd«, dann vergesse er. daß ihn am meisten der reich-deutsche Export dadurch erschlägt, daß er sich Exportprämien zahlen läßt, wie man sie auf der ganzen Welt nicht wieder findet. Wir bemühen un», sagte Bergmann, im Rahmen der Möglichkeit, die deutsche Industrie zu unrerftützen. Aber Dr. Peter» kann nicht verlangen, daß wir eine Gla-hau»»Jnduftrie schaffen, auf die die ganze Bevölkerung draufzahlen müßte, wobei die Herren dann noch so mit un- umspringen würden, wie heute Herr Dr. Peter». OsterwOnsche des Vorsitzenden Gegen Ende der Sitzung, die der Vorsitzende dann mit den üblichen Osterwünschen schloß, wurde die Regierungsvorlage mit einer von der Koalition beantragten Aenderung angenommen. Demnach kann die Regierung die in den 88 bis 17 für die Sozialversicherung-Institute etc. vorgesehenen Sätze durch Verordnung nur um 10 (und nicht um 28) Prozent erhöhen, dafür aber ohne die zellliche Begrenzung bis Ende 1042. Die Ermächtigung, die Sätze für die eigentlichen Geld- anjtalten<88 1 bis 10) bis Ende 1942 im Ver- ordnungswege um 28 Prozent zu erhöhen, bleibt unverändert. Dr. Hacek für Aenderung der Kreditpolitik Bon den sonstigen Debatterednern hatte der Kommunist Kopriva erklärt, seine Partei werde prüfte er, ob Riegel und Pfosten ordentlich verschlossen wären. Dann kehrte er zu seinem Sessel zurück, blieb aber aufrecht stehen, schweigend, noch stiller als schweigend und mit einem gequälten Mund. Um seinen Hals hing das elfenbeinerne Kreuz des Erlösers. Der Erzbischof wlirgte sich beinahe damit. Und so klangen die Worte, die er sprach, auch heiser und hart. Sie klangen, al» tväre jede Silbe mit einem Widerhaken versehen. Tvr Erzbischof sagte:„Wir begreifen e» sehr wohl, daß Eure Majestät weich wird vor der Uebcrfülle diese» Sieges. Es kleidet Eure Majestät herrlich, Gnade üben zu tvollen. Sie ist da» Menschlichste der Menschenrechte. Aber die Majestät sitzt aus einem Thron, und rin Thron ist keine Wetterfahne, die sich von launischen Winden drehen läßt! Und dieser Mann Don Juan de Padilla hatte dem Herrn de» Thron» verkündet, daß er ihn in den Mist hinunterstoßcn wird! Und nun, da wir den Mann Juan de Padilla halten, ist es daS Maximum der Gnade, daß wir ihn sofort, sofort, Majestät, der Gnade deS Himmels überantworten. DaS Gesetzbuch der Majestäten ist kein AlttveiberkatechiSmuSI" Nur um di« Pause auSzusüllen, erwiderte Karl, doch er rührte sich nicht auS seiner Versunkenheit:„Eminenz Herr Erzbischof, Seigneur von ChisvrcS, Herr Staatökanzler, mein Mentor und Freund, Graf Haro, mein lieber General, meine spanischen Granden, beliebt eS den Herren nicht besser, von den Bitterkeiten dieser Erde nach den süßen Orangen des Nachtisches zu verhandel»?" Und Graf Haro:„Eure Majestät vergessen, daß der Mann unseres Blutes ist, daß er unser Blut verleugnete!" Und im Chor die Granden:„Sein Kopf gehört unil" Jetzt stand Karl auf. Er reckte sich. Er blickte sich im Kreise um. Jeden der Gäste faßte er einzeln ins Auge. Er sprach:»Sie haben mir geschworen, daß Ihre Köpfe mir gehören. Und eS sind die edlen Köpfe, die edelsten Unserer Verwandtschaft. Und diesen kläglichsten, diesen entarteten, ihn gerade wollen Sie mir streitig machen? Meine Herren, Sie sind älter als ich. Ich bin jung und brauche vielleicht noch ein Spielzeug. Gönnen Sie mir diesen Kopsl Sie werden nicht verweigern, wa» die Majestät erbittet, so blutwenig, so wenig Blut!" Karl sagte eS sanft. Er sagte eS so leise, daß nicht einmal die überempfindlichen Kristalle unter dem Vibrieren seiner Stimme mitschwan- gen. Sie gerieten erst in klirrende Bewegung, al- im Vorzimmer ein Raffeln hörbar wurde. Es war nicht das Klingen des Geschirrs und der Schüsseln, sondern das Kctienrasseln eine» Wesens. das in Eisen gelegt war. das sich nicht vor« wärtsbewegen konnte, das zu Boden stolperte, das offenbar wieder hochgczerrt wurde. Dann hatten die Eindringlinge den Widerstand überwunden, die Tür gesprengt und den Vorhang aufgerissen. Sie erspähten sofort den Platz des Königs. Die deutschen Leiblvachen stampften in den Saal. Die Gardisten schmiffen die in Eisen gekettete Last grad vor dem König auf die Erde. Dann lachten sie, wie sie zu lachen pflegten, mit ihren eckigen Mündern, deren Lippen daS Zahnfleisch freigaben, das saftige, da» kirschenrote. Dann verharrten sie in auSgerichteier Parade. Man sah, wie der angetettete Mann nach Kräften rang, wie er sich wälzte, um der Glie»' der Herr zu werden. Endlich stand er aufrecht in seinem weißen Kleide, daS wohl von Schmutz und Staub durchtränkt war, doch die Lichter der Kerzen und die spiegelnden Rosetten der Flammen wuschen die Dunkelheit von dem Kleide ab. Der Schatten schien noch immer von Don Juan d« Padilla zu fliehen. „Der Ueberläufer. der Verräter seiner Familie!" schäumten die Granden. Schon flogen Messer und Gläser in die Richtung Padilla», al» Karl um den Tisch herumlief. Al» Zielscheibe pflanzte er sich vor dem Geketteten auf und schrie:„Wer ihn trifft, trifft den König! Man rühre ihn nicht an!" Und hierauf zu Padilla:„Daß Sie in meiner Hand sind, Graf, das ist von Gott gefügt. Ich hasse Sie deshalb nicht, weil ich Sie in ehrlicher Schlacht besiegt habe. Und diese Herren Padilla ließ ihn nicht zu Ende sprechen. Er unterbrach:„Diese Herren wissen genau, wa- sie tun, wenn sie Don Juan de Padilla einen Verräter u«U> Ueberläufer schelten. Ja, Don Juan de Padilla i st ein Ueberläufer. Ein Verräter ist er auch. Aber übergelausen zu wem? Verraten wen? Uebergelaufen zu den Lämmern, die voll den Wölfen verschluckt werden sollten. Jetzt sind sie verschluckt. Eure Majestät tun Unrecht, den Herren Wölfen zu verbieten, den abgefangenen Verräter im letzten Triumph zu umheulen. Eure Majestät tun Unrecht, sich einzubilden, daß ich Sie nicht hasse. Im Gegenteil, ich habe mich nicht entleibt, weil ich wünschte, der Majestät noch einmal meinen Haß sagen zu können, bevor die Majestät geruhen zu befehlen, daß man mich entleibe." «WaS geschehen soll, Majestät!" tobten die Granden. Entgegnete Padilla:„Hoffentlich mit aller Grausamkeit, mit aller Gründlichkeit, au» der diese Herren eine bewunderungswürdige Tugend gemacht haben, die Eure Majestät studiert und den Herren äbgeguckt haben mit ebenso bewunderungswürdigem Talent!" „Nun, Majestät", schaltete sich der Hohepriester wiederum in den Streit ein,„sind Majestät entzückt über Ihr Spielzeug? Werden Eure Majestät noch lange darauf bestehen, sich in dieser hohen Schule der philosophischen Beredsamkeit zu üben?" .(Fortsetzung folgt),' Seite 3 83 ftent die Sude gen atisch muts .) dak Cie Tens diten Lager für blog die Sie ein erft Jora Edp Fend eб= bie gen mere ali. des be= at. Au Tea ber ent em Leit a and en, Fim hn ch Die et. er n. e Die ic 11. 3. Er T. 0 e mt Nr. 83 zum Beweis ihrer grundfäßlich positiven Einstellung ur Staatsverteidigung für die Vorlage ftimmen. Dr. Macet( Soz.- Dem.) erklärte es für durchaus unbegründet, daß durch die Vorlage irgendein Eparer eine Einbuße erleiden könnte. Im Prinzip it er aber dafür, lieber eine neue Anleihe aus auſchreiben. Die Voraussetzung dafür fei jedoch eine größere Liquidität des Geldmarktes. Sier sollten die maßgebenden Kreiſe endlich ihren Widerstand gegen die sogenannten„ Operationen auf dem freien Martt", heißt gegen den Ankauf von Staatsvapieren burch die Nationalbant, aufgeben. Durch die Overa tionen würde der Bargeldumlauf vermehrt werden, ohne daß man inflationistische Wirkungen befürchten müßte. Eine„ nationale Unterdrüdung" tönne in er Borlage ichon gar nicht erblickt werden, wenn auch vielleicht bei einigen deutichen Instituten und Industrien die Folgen der Wirtschaftskrise noch größer sein mögen. Man muß nur aenua Arbeits, aelegenheit fchaffen, damit für die Er müjie die Forderung unterstreichen, die fürzlich Tſchechen wie für die Deutſchen genug Arbeit da ist; Jalich erhoben hat: Arbeit, Arbeit und wieder Arbeit. Dann müsse man aber auch rufen: Geld, Gelb und wieder Geld! und müsse sich zu einer anderen Währungs- und Kreditpolitit entschließen. Gemeindeabgabe Die tschechoslowakische Wehrmacht Freitag, 8. April 1938. Sudetendeutscher Zeitspiegel Gefestigt und gestärkt! Dauernde Mitgliedergewinne der Metallarbeiter! Im ,, Demokratický Střed" schreibt Stanislav est er: Wir sind ein Mittelstaat mit einer vors züglich ausgerüsteten Armee. In den letzten 20 Jahren haben wir für die Staatsverteidigung 50 Milliarden Ke aufgewendet, beinahe die Hälfte davon in den letzten fünf Jahren. Das für diese ungeheure Summe angeschaffte und im Inland produzierte Material mußte unserer Armee eine Die letzte Ausgabe des Internationalen die ständigen Mitgliedermeldungen, die auch in starke Defenſivkraft verleihen. Die Erfahrungen Metallarbeiters" veröffentlicht einen Aufruf des den letzten Wochen trotz der hochgehenden politi aus dem Krieg in Spanien und in China bewei Vorstands des JMB an die Metallarbeiter und die schen Wogen und troß der offenen und versteckten fen, daß zweckentsprechend im Terrain verteilte Aufforderung, sich nicht den Terrordrohungen der Bebe und Drohungen nicht aufgehört haben. Vom und dem Feind wenig ausgesetzte schwere und Arbeiterfeinde zu beugen.„ Geht wie bisher den 12. März bis zum Monatsende sind dem Interautomatische Waffen noch immer ein starkes Hin- geraden Weg", sagt der Aufruf.„ den Euch die nationalen Metallarbeiterverband Komotau 103 dernis für die Offenfive bilden, auch wenn fie über Verbandsleitung zeigt, denn er ist der einzige Weg, Mitglieder neu beigetreten und die Zahl der neu noch soviel Material disponiert. Die Aufgabe des der zur praktischen Zusammenarbeit und zur gewonnenen Verbandsangehörigen hat sich seit Terrain aufgestellten Waffen möglichst vor der Staat führt!" modernen Festungsbaues iſt es, die günstig im Sicherung Guerer Rechte im tschechoslowvalischen Jahresbeginn damit auf 727 erhöht. Einen beſ feren Beweis für die unerschütterliche Treue der Arbeiterschaft zu ihrer freien Gewerkschaft und Berstörung durch den Feind zu schüßen. einen besseren Beweis von politischer Reife lonnten die Metallarbeiter nicht erbringen! Presseberichtigung ,, Das ist Bürokratie... Tote ohne Gräber Arbeitslose ohne Arbeit" Der Inhalt des unter diesem Titel in der Nr. 70 der periodischen Druckschrift„ Sozialdemofrat" vom 24. März 1938, veröffentlichten Artitels entspricht nicht voll der Wahrheit. Die Metallarbeiter haben erkannt, auf welDas moderne Festungsgebiet muß für Tanks unpassierbar und darf nicht der Gefahr eines cher Seite der Front ihr Platz ist. Davon zengen Luftangriffs ausgefeßt sein. Die Befestigungen follen plößliche Ueberfälle aufhalten, den Eins für Luftschutzzwecke fall motorisierter Einheiten verhindern und den Als ersten Punkt der Tagesordnung hatte eind zu einer möglichst großen Materialver das Haus vorher die Novelle zum Gesetz über den Schwendung bei ihrer langsamen Ueberwindung zwingen. Dadurch wird der eigenen Armee die Schuß gegen Luftangriffe unverändert angenom= notwendige Zeit zur Durchführung der Mobilisiemen. Es handelt sich um die Neufassung des§ 5, der den Gemeinden zur Dedung der mit der pas- rung und zu ihrer Konzentrierung gewonnen. Die fiven Fliegerabwehr verbundenen Kosten die Ein- destungen müssen der Armee solange Schutz gehebung einer eigenen Gemeinde ab= währen, bis die Angriffe der Verbündeten den Feind zwingen, einen Teil seiner Truppen von gabe ermöglicht, deren Grundlage der Mietzins, unserer Grenze abzuberufen, um sie an seinen bzw. der Mietwert der Wohnungen, sein soll. Die Novelle setzt fest, daß die im Bauförderungsgesetz gefährdeten Grenzen einzustellen. Unser Generalstab, an dessen Spize alte Frontlommandanten ftatuierte Befreiung von Neubauten von der Haussteuer etc. für die neue Abgabe nicht gilt. Tange werden erfolgreichen Widerstand leisten kön stehen, ist überzeugt, daß wir gegebenenfalls soAusnahmen für Arme sind vorgesehen. Zum Bau von öffentlichen Deckungen gegen Fliegerbomben nen, bis unfere Verbündeten eingreifen. Durch fann die Gemeinde auch Hand- und Spanndienste die politischen Ereignisse in Oesterreich belehrt, beseitigen unsere politischen und militärischen Führer mit aller Energie die lebten Mängel der ſowie Motorfahrzeuge anfordern. Die Einhebung der neuen Abgabe ist nicht obligatorisch, falls die betreffende Gemeinde für diese Zwecke mit den normalen Budgetmitteln auskommt. In der Debatte befaßte sich der tschechische Agrarier Pozdilet mit den Verhältnissen im Grenzgebiet, wobei er auf den Unterschied zwifden gewissen lohalen Erklärungen Henleins und dem tatsächlichen Verhalten seiner Anhänger hinwies. Sich verständigen oder dem andern die eigene Ansicht mit Gewalt aufzwingen, sei zive i er lei. Beridies dene Ereignisse im Grenzgebiet beweisen, daß die Zerror und Unterbrüdung dürfe es im Grenzgebiet nicht geben, vor allem nicht gegen die wirtschaftlich und sozial Schwächeren. SdP an verschiedenen Orten eben verschieden redet. politisch militärischen Konstruktion, auf welcher die Sicherheit und Zukunft unseres Staates beruht. Die Behauptung, daß die Erweiterung des städtischen Friedhofes in Marienbad durch Verzö gerungen bei der Landesbehörde gehemmt wurde, beruht auf unrichtiger Information. Die Erweis hörde als die hiezu kompetente Behörde im Printerung des Friedhofes genehmigte die Bezirksbeipe bereits mit dem Bescheide vom 8. Juni 1936, 3. 14.353 und definitiv mit dem Bescheide vom 14.September 1937, 8. 23015, sobald die Lane besbehörde über die Berufung des Prämonstratragbarer" geworden sei. Dann bringt das Blatt einige tschechische Pressestimmen und vermerkt mit Genugtuung die alberne Behauptung der„ Nár. Listn", Dr. Czech ,, wolle nicht gehen". Was zunächst die politische Seite der Frage betrifft, so kommt es nicht darauf an, ob die deutsche Sozialdemokratie für die tschechischen Agrarier wiederum tragbar geworden zu sein scheint", denn das Verhältnis der deutschen Sozialdemokratie zur Koalition ist eine Angelegenheit zweier Partner, die darüber frei entscheiden. Wir haben uns an die tschechischen Agrarier niemals angebiedert, wie es die SdP tut. Was aber die persönliche Frage anlangt, so hat Dr. Czech der Partei schon vor unserem Parteitag seine Absicht kundgetan, sein Ministeramt niederzulegen. Die Partei und niemand anderer hat entschieden, daß er vorläufig im Amte bleiben solle. Die Bemerkungen der., Sudeten deutschen Tageszeitung" über Dr. Czech sind also nichts anderes als alberne Ehrabschneidereien. Die Antwort: Zwanzig neue Mitglieder! tet, daß das rote Bollwerk Hirschbergen gefallen Der Heimatruf" hat triumphierend berich sei. Unsere Genossen doch haben, als sie von ihrer angeblichen Gleichschaltung erfuhren, sich zunächst eines gelacht, dann aber gesagt, daß man es beim herzlichen Lachen nicht bewenden lassen könne, sondern etwas tun müsse. Also machten sie sich an die Arbeit und führten eine kleine Werbung durch, die der Lokalorganisation zwanzig neue Mitglieder brachte. Was sagt der Heimatruf" nun zum Fall des roten Bollwerks? tenserstiftes in Tepl vom 18. Dezember 1936, mit dem Bescheide vom 26. Juni 1937, 8. 2160Dep. 27 die Rodung jenes Teiles der Waldparzelle, um welche der städtische Friedhof erweitert Schutz für die Geburtshelferinnen werben soll, bewilligt hatte. Sonst hatte die Landesbehörde mit der ErEin Gesetzentwurf des Gesundheitsministers weiterung des erwähnten Friedhofes in den JahDas Ministerium für Deffentliches Ges ren 1936 und 1937 nichts zu tun, bis von der ſundheitswesen und Körpererziehung( Minister Gemeinde, nachdem die Gemeindevertretung am Dr. Czech) legte soeben der Regierung einen Ge- 29. Oftober 1937 die Aufnahme einer Anleihe ießentwurf über die Gremien der Geburtsassisten von 150.000 Kč zur Erweiterung des Friedhofes beschlossen hatte, am 20. Dezember 1937 ein An tinnen( Geburtshelferinnen) vor. Zwed dieses Entwurfes ist, den Geburts, fuchen um Genehmigung dieser Anleihe vorgelegt Sogl( SDP) benüßte auch diese Gelegenheit assistentinnen offiziell eine ähnliche Interessenver- wurde. wieder zur Forderung nach völliger Kapitulatretung zu geben, wie sie bereits einige andere Dieses Ansuchen mußte aber mit dem Erlasse tion vor dem großen Nachbarn: Ein Schutz gegen Berufe haben.( Aerztekammer, Apothekergremien vom 8. Jänner 1938 der Gemeinde zur Ergänetwaige Luftangriffe wäre nicht notwendig. u. a.) Dadurch soll eine alte Forderung der Ge- zung zurückgestellt werden und wurde der Lan wenn es die Staatsführung zustandebrächte, ſich mit burtsassistentinnen erfüllt werden, eine umso at- desbehörde erst am 8. März, beziehungsweise nach den Nachbarn friedlich zu einigen und Kriege und Flugangriffe dadurch überflüffig" zu machen... tuellere Forderung, als die Geburtsaffiftentinnen vollständiger Ergänzung erst am 29. März d. J., Zugleich mit der Vorlage wurde auch eine einige Aenderungen der Geburtshilfepraxis an- d. i. einige Tage nach Veröffentlichung des obers Resolution angenommen, daß die Regierung den streben, welche nur auf geſeßlichem Wege möglich wähnten Zeitungsberichtes, wieder vorgelegt Viele, aber nicht alle! Gemeinden die beschleunigte Durchführung der durchgeführt werden können. Ihre erfolgreiche Be- wurde. Luftschuhmaßnahmen durch Gewährung von Vor- handlung hat zur Voraussetzung, daß der Stand schüssen auf die Gemeindeabgaben ermöglichen der Geburtsassistentinnen bei den Verhandlungen foll, die binnen zwei Jahren rüdzahlbar wären. Die Waffenvorlage im Senat Der Senat befaßte sich Donnerstag nach mittags mit der Regierungsvorlage über Waffen und Munition, die die Vorschriften über den Waffenbesitz und das Waffentragen neu regelt und unifiziert, in mancher Hinsicht auch verschärft. Zu der Vorlage sprachen zwei SdP- Redner. mairner hielt eine politische Rede, in der er behauptete, daß die geistigen Waffen der SdP bisher vollen Erfolg gehabt hätten. Man werde schließlich auch den Deutschen das ihnen 1918 versprochene Selbstbestimmungsrecht geben. Státní zastupitelstvi v Praze, dne 4. dubna 1938. Niedrige Kampfesweise Niedrige Dr. Tik von einer solchen Standesinstitution repräsentiert wird, der unbestreitbar das volle Recht zus tommt, im Namen des ganzen Standes au sprechen. Eine weitere Aufgabe der Gremien der Ges Die Sudetendeutsche Tageszeitung" verburtsaffistentinnen ist es, eine Standesinstitution öffentlicht einen niedrigen Angriff auf Dr. Czech. zu schaffen, welche für die Hebung des Niveaus Sie kombiniert, daß Jatich entweder als Minister der Geburtsassistentinnen in ideeller Richtung ohne Amtsbereich oder als Interstaatssekretär( 1) forgt, was nicht nur im Interesse des Staates, der Regierung angehören werde und daß die fondern auch im Interesse der gesamten Bevölke- deutsche Sozialdemokratie nach dem Ausscheiden rung liegt. Dr. Czechs für die tschechischen Agrarier ,, wieder Regierung Blum bedroht Stellwag( SDP) behauptete, daß die gro Ben Schwierigkeiten bei der Beschaffung eines WafParis. Frankreich steht wiederum vor| fes angeführt sind, abgelehnt hat, erwar fenpaffes für Stugelgewehre und die sonstigen fom- einer Regierungskrise, die längstens Freitag tet man, daß die morgige Senatsdebatte recht furs plizierten Bestimmungen der Vorlage nur das Re- abends nach der Senatsdebatte über den fein wird und daß der Senat mit großer Mehrheit jultat haben werden, daß wieder die Wilderer zur Regierungsgesetzentwurf unausweichlich erscheint. bie Regierungsvorlage ablehnen wird. Bisher hat Geltung fommen. Wenigstens auf administrativem Wege solle man es der Jägerschaft ermöglichen, den Kugelstuben zu gebrauchen. Wir meinen die fudetendeutschen Lehrer, und zwar jene, die sich jetzt oder schon früher gleichschalten ließen. Es ist leider nicht zu leugnent, daß gerade die Lehrer in Massen den Schlagwor len des Tages erliegen. Erfreulich aber ist, daß die Totalität 3 Märchen, die die SdP auch auf diesem Gebiet in Umlauf setzt, eben nur Mär chen ſind. Beispielsweise berichtete kürzlich die SDP- Presse, daß in einer Lehrer- Bezirksversamm lung in Marienbad sämtliche Lehrer dieses Bezirkes sich der SdP angeschlossen hätten. Die Wahrheit aber ist, daß 117 von den 182 Lehrern dort dem Gleichschaltungsrummel unterlagen. Das sind also a wei Drittel und das ist wahrhaftig genug. Um so beachtlicher aber die Festigkeit jener 65 im Marienbader Bezirk und jener Taufende im ganzen Land, die dem Drud nicht weichen. Der ,, Krüppel" muß verschwinden.. Am 29. März wurde das Postamt in LuEs ist nicht ausgeschlossen, daß das Kabinett sich zur Generaldebatte fein einziger Redner ge- di telephonisch von der Prager Postdirektion Leon Blum bereits vor dieser Senatsdebatte meldet, es scheint daher, daß der Senat morgen angerufen, was nur in den äußerst dringendsten Modráčet( tsch. Soz.- Dem) begrüßt es, zurücktritt, in der keine Ueberraschungen zu- lediglich das ablehnende Referat des General- Fällen vorkommt. Was war denn geschehen? daß man durch strenge Vorschriften die Bahl der gunsten der Regierung erwartet werden. Die ra- berichterstatters des Finanzausschusses Gardy Nichts weniger, als daß sich die„ Vol 1 3 Bälle herabsetzen wolle, in denen Waffen gegen bilalen Minister hatten in der Nacht auf Don- und sodann das Exposé des Ministerpräsidenten gemeinschaft" entschlossen hat, alle Minen ſtaatliche Sicherheitsorgane erhoben worden find. nerstag eine Beratung über die dadurch geschaffene und Finanzministers Léon Blum entgegennehmen springen zu laffen, um einen beim Poſtamt in Dem Senator Mairner sagte er, daß der beste Be Lage, daß nur die Hälfte der 114 radikalen De- wird. Ludis beschäftigten deutschen Briefträ weis für die Freiheit der Sudetendeutschen gerade putierten, einschließlich der dreizehn radikalen ger vom Posten zu bringen. Der die Eristenz der Partei des Herrn Henlein sei. Kabinettsmitglieder, für die Regierung stimmte. Paris. Troy dem Verbote der Regierung und Referent las durch das Telephon einen Artikel Zu der vom Parlament bereits angenommenen Vorlage über die Erweiterung des Verzeich Als Persönlichkeit für die Neubildung des des sozialistischen Innenministers Do'r may ver- der Henleinpresse vor, in welchem sich die ,, Kame= niffes der Berufskrankheiten durch den Lungenkrebs, Kabinetts wird in parlamentarischen Kreisen und anstalteten die Parteien der Linten auf Anre- raden" darüber beschweren, daß ein, rü p= bzw. die Lungenverstaubung der Joachimsthaler in der Bresse fast allgemein der Vorsitzende der gung der Pariser sozialistischen Bezirksorganisas pet" beim Postamt in Ludib Dienst macht, der in Bergarbeiter sprach der SdB.Senator Garlik und radikalen Partei und gegenwärtige Verteidigungs- tion Donnerstag abends eine Protestmanifestation Laschin wohnt und der seinen Dienst nicht ordentGenoffe Müller, der die Bemühungen unserer miniſter Dalabier bezeichnet. Manche Ge- vor dem Senate. Die Manifestanten bemühten lich versehen kann(!!!) Es handelt sich hier um Partei schilderte, das Los der Joachimsthaler Berg rüchte und Pressenachrichten schreiben ihm auch die sich in fleinen Gruppen zu je 50 bis 60 Personen den Kriegsinvalid en Franz Möhler, arbeiter zu verbessern und sich bann in träftigen Worten mit der Demagogie auseinanderfette, die Absicht zu, eint siemlich entpolitifiertes Stabinett zum Palais des Senates vorzubringen. Die Po- der im Stampfe für Gott, Kaiser und Vaterland" die Sb gerade in Joachimsthal beim letzten Streit von einigen, höchstens dreizehn Personen, mit lizei, die überall in der Umgebung starte Bereits eben seine gesunden Glieder zu Markte getragen ausgiebig betrieben hat. In seiner tapferen Nede Marschall Petain und Leon Blum als schaft hielt, vertrieb alle Ansammlungen. Es kam hat und der seit 1. Jänner 1988 zum Postamt in brangerte Müller oft von Zwischenrufen unter. Vizevorsitzenden der Regierung, Georges Bon zu fleinen Busammenstößen und Scharmügeln, Ludik versetzt wurde. Seit 17 Jahren brochen, die terroristischen Methoden an, welche die net im Finanzministerium, einigen Mitgliedern bei denen zahlreiche Personen, darunter auch macht Rözler zur vollsten 8ufrieSDB in den lehten Wochen in ben beutschen Ge- des Zentrums und einigen außerparlamentarischen einige Polizisten leichte Verlegungen erlitten. denheit seiner Porgefeßten Dienst, und auch bieten bis auf die Spike getrieben hat, und be Mehrere Erzedenten wurden auf das Polizei- der Ludißer Vorstand des Postamtes hat ihm das schwert sich über das vielfach unbegreifliche passive Fachleuten zu bilden. tommissariat vorgeführt. Die Demonstranten beste Zeugnis ausgestellt. Nur einen Fehler" hat Verhalten der Behörden. Er hob den prächtigen Senat Kampfgeift unserer Arbeiter hervor und schloß mit brachen in Hochrufe auf Léon Blum aus und rie- Rößler, er hat bis heute noch nicht die fen: Fort mit dem Senat!", An Beitrittserklärung zur Sd P der Bersicherung, daß fie ihren Kampf für bie unversöhnlich gegen Blumen algen mit Caillaug!" und fangen dien unterschrieben, und damit scheint er fich Demokratie und die Mepublit unerschüttert weiter. führen werden.( Wir werden die Rede noch im Auszug nachtragen.) Dann behandelte der Senat noch die Regierungavorlage über das Gebührenäquivalent. wozu der lugar Holth und der Kommunist Dr. Vace! sprachen. Die weiteren Verhandlungen wurden auf heute, Freitag, 10 Uhr vormittags, vertagt. Paris. Nach dem Beschluß des Finanz-' ternationale". Die kleinen Gruppen, welche bis die Wut der deutschen Volksgenossen" zugezogen ausschusses des Senates, ber mit der großen zum Palais du Luxembourg vordrangen, wurden zu haben. Nur dem Einschreiten der Postbehörden Mehrheit von 25 gegen 6 Stimmen die Erteilung sämtliche von einem starken Polizeifordon zurück ist es zu danken, daß Mößler noch im Dienst ist. der Vollmachten der Regierung sowie die Zustim gedrängt. Gegen 21 Uhr herrschte in der ganzen Wäre es nach dem Wunsch der Volksgenossen" mung zu den geplanten Finanzmaßnahmen, die in Umgebung des Palais du Luxembourg wiederum gegangen, tönnte er heute zur Wolfshilfe" um. ben Motivenbericht des Regierungsgesehentwur-' volllommene Stuhe. Almojen betteln gehen.. Seite 4 Aufruf der neuen Regierung Barcelona. Nach der Uebernahme der Regierungsgeschäfte ist folgender Aufruf veröffent licht worden: „ Die Regierung der Republik proklamiert ihren absoluten Willen, den Kampf für die Unabhängigkeit Spaniens fortzusetzen bis zu dem Tag, an dem das Land befreit sein wird von denjenigen, die es angegriffen und zum Teil erobert haben dank des ungeheuerlichen internationalen Verbrechens, das man jemals gesehen hat. Die Regierung rechnet auf die Stärke ihrer Volksarmee, die an der Zentrumsfront, in Estranadura, Andalusien und an der Levantfront ihre Stellungen mit unerschütterlicher Festigkeit hält und die prachtvolle Beweise ihres Offensivgeistes gibt, indem sie in den bedrohtesten Sektoren den anderen republikanischen Truppen zu Hilfe eilt. Was Katalanien betrifft, so wird der Heldenmut unserer Kämpfer an der Ostfront am besten bewiesen durch die Hartnäckigkeit, mit der sie den italienischen und deutschen Armeen ihren Widerstand entgegenseizen, die sich enttäuscht durch Anfangserfolge sich keine Vorstellung machen können, was der Krieg für die Freiheit KataIoniens bedeuten wird. Der begeisterten Mitarbeit des gesamien spanischen Volkes sicher, will die Regierung der Republif nicht viel Worte machen, sondern sich ganz der Arbeit widmen und von diesem Augenblick an besonders dem Werk, das sich aus ihrer Eigenheit als Kriegsregierung ergibt. Zur spanischen Note an Paris und London London. Der„ Daily Herald" kommentiert die Note Spaniens an die Regierungen von Paris und London: Selbst Mr. Chamberlain wird sicherlich den Appell der spanischen Regierung nicht ohne ein Gefühl persönlicher Scham und nationaler Erniedrigung gelesen haben. Der völlige Mißerfolg der Nichteinmischungspolitik ist in den Testen Monaten offen zutage getreten, die Leblojigkeit jeglicher Bemühungen, dieser Politik Achtung zu verschaffen, allgemein erkannt worden. Keinerlei Sophiſtik kann die Tatsache leugnen, daß Franco nur dank der Hilfe einer italienischen Armee und der noch wichtigeren Hilfe der unbegrenzten deutschen und italienischen Materiallieferungen seine Erfolge davontragen konnte. Diese Tatsachen sind nicht allein offensichtlich, sie werden auch offen zugegeben. Mussolini rühmt sich offen der Taten seiner Truppen und verletz: unbekümmert das Abkommen, das er unterzeich net hat. Er bricht die persönlich von ihm gemach ten Versprechungen und er rühmt sich, daß er Frankreich, Großbritannien und der übrigen Welt seine Zähne zeigt. Die Nichteinmischung ist tot; was bleibt, ist einseitige Einmischung. Die Mitterlichkeit und die Ehre verlangt, daß das Gleichgewicht hergestellt wird, solange noch Zeit dazu ist." Der Korrespondent der„, Times" in Barcelona meldet:„ Die Volksarmee ist immer noch ein beachtlicher Faktor" und rühmt den allgemein mutigen Charakter" der Spanier. Er betont, daß die spanische Regierung nicht daran denke, in Verhandlungen einzutreten. Der fürzliche Wech sel im Oberkommando und die Umbildung der Regierung hätten nur den Zwed, den Widerstand zu stärken. Für die Emigranten Freitag, 8. April 1938 Republikanische spanische Truppen auf dem Marsch an die Front Tagesneuigkeiten Eine Regierung von Künstlern miert, einsatzbereit an der Kunst- Front und die Künstler der anderen Nationen, die noch immer von ganz gewöhnlichen Politikern regiert werden, werden demnächst vor Neid plaßen. Das heutige Programm Nr. 88 der deutschen Sendung Brag. 10.15-10.30: Viertelstunde für die Frau. Elfriede Reif:..Versicherungsfragen im Leben der Frau." 14.00-14.20: Jacobus Stainer in Mähren." Ein Hörbild. Ausführende: Violine: Serm. Slein, Franz Sabel. Gambe: Prof. Erich Neumann. Cembalo: Gertrud Hutter. 1. H. F. Biber: Sonate für alvei sfordierte Violinen, Gambe und Cembalo, ( Erstaufführung). 2. 3. Kühnel: Sonate für Cem balo und Gambe. 18.10: Univ.- Prof. Dr. Leonhard Franz: Das Antliß der Erde IV... Die Veränderung der Landschaft durch vorgeschichtliche Menschen." 18.25: Joh. Seb. Bach: Italienisches Konzert, Cem balo: Prof. Josef Langer. Alle, co- Andante can tabile Preito. 18.35: Arbeiterfendung: Aktuelle 10 Minuten. 18.55-19.00: Deutscher Kulturbericht vom Tage. Nr. 8 Ne Ret nale Ich es überr fchen Ar liche Re loren. Ne verloren Eile vo Id worden weiter blifanij lich ist nicht a 2 Bilanz armee Verant gibt es das ist nung die re verfüg fen w verfüg Geschi jer un folgte lienif rio", lien 1 rals Brünn. 17.40-17.55: Koniul Friedrich Bie berle: Jugendfunt. Abenteuer auf Neu- Guiena. ( Paradiesvögel, Krokodile und Kopfiäger.) 17.55 bis 18.00: Schallplatten. 18.00-18.15: Ob.- nib. Rudolf Ulrich: Neues von der Eisenbahn, Eine Mutter- Tragödie. In der italienischen Gemeinde Melzo ereignete sich eine eigenartige Tragödie. Die junge Lehrerin Lina Bonzini, die in den nächsten Tagen einem Kinde das Leben schenken sollte, mußte vom behandelnden Arzt erfahren, daß die Geburt wahrscheinlich einen so schweren Verlauf nehmen werde, daß das Kind hiebei sterben werde. Der Arzt meinte, daß sich awar auch eine Operation vornehmen ließe, burd die das Kind gerettet werden könnte, daß aber die Mutter selbst den Folgen dieser Operation wahrscheinlich erliegen dürfte. Die heldenhafte Mutter entschloß sich, um dem Kinde das Leben zu schenken, für die Operation. Diese gelang ins soferne, als ein gesundes Kind zur Welt gebracht wurde. Die Mutter jedoch verschied kurz darauf. Bluttat in Belgrad. Bei Verhandlungen über finanzielle Angelegenheiten in der Kanzlei des Belgrade r Advokaten Matič erschoẞ Don nerstag vormittags der Bauunternehmer Arandjel Petrovič den Advokaten Matič und seinen Verivandten Jovan Petrovič und gab sodann ges In Jevany bei Prag wurde Donnerstag vom gen sich selbst einen Schuß ab. Er wurde mit Vorsitzenden Dr. Ladislav Sourek die Frühjahrs- tödlichen Verlegungen in das Krankenhaus ges Konferenz des tschechoslowakischen Rundfunks erbracht, wo er nachmittags starb. Arandjel PetroKonferenz des Radio- Journals Nero wollte sich nicht damit begnügen, Herrscher über die Römer zu sein. Er wollte nicht minder denn als Herrscher auch als Dichter geöffnet. achtet und gewürdigt sein. Ach, er wollte Dichter sein, er wollte Künstler sein und kein Lied gelang ihm, das seinen Namen unsterblich gemacht hätte. Er wurde es durch andere als fünstlerische Taten. Nero war mit seinem Künstlerivollen keine vereinzelte Erscheinung unter den Herrschern. Gar nicht so selten ist es, daß große Herrscher, die ja zumeist sehr vielseitig begabt sind, ihr Haupt ebenso freudig wie mit der Strone oder dem Feldherrnhut mit dem schlichten Lorbeer schmückten. Wenn aber auch schon in früheren Geschichtsepochen es gelegentlich vorkam, daß der Herrscher zugleich der erste Stünstler seines Voltes war, so war doch noch nie ein Land, war noch nie ein Volt so glüdlich, nicht etwa bloß von einem begnadeten Stünstler beherrscht, sondern von einer ganzen Regierung von Künstlern geleitet zu werden. Zum ersten Male, seit Geschichte geschrieben wird, ward nun einem Volke solches Glück zuteil, und dieses Volk ist, freuen wir uns, es feststellen zu dürfen, das deutsche Volk. Die es wissen müssen, die österreichischen Künstler, haben es in einer feierlichen Stund gebung am 2. April gesagt, es aller Welt gejagt. Zunächst durch den Mund des Zentralverbandes bildender Stünstler Oesterreichs Professor Grill, der feststellte, daß nun auch für uns Künstler England akzeptiert den USA- Vorschlag die Fesseln gefallen, die uns ein Menschenalter lang so unjäglich gedrüdt", und dann durch den London. Amtlich wird mitgeteilt: Außen- Mund des Dichters oh Ibaum, der wie jeder minister Halifax hat dem Botschafter der richtige österreichische Nationalsozialist ein SuVereinigten Staaten heute die Antwortnote der detendeutscher ist. Hohlbaum rühmte„ die britischen Regierung zu dem Vorschlag der USA- feinen Künstlerbände des Füh Regierung überreicht, nach dem ein Sonderaus- rers, jenes größten Mannes der schuß eingesetzt werden soll, der sich mit dem Weltgeschichte, der selbst gigantische Pläne Schicksal der österreichischen und deutschen Emi- eines neuen Städtebaues entwirft", Hermann granten befast. In der Note begrüßt die britische Göring, der die Berliner Oper zur Regierung die von den Vereinigten Staaten er ersten der welt machte, Josef Goeb= griffene Initiative und deren Wansch zu mög- bels, dessen Reden hinreißende Symphonien lichst enger Zusammenarbeit. Wie verlautet, ha- eines Feuergeistes sind", Alfred Rosenberg, ben 15 Regierungen auf den Vorschlag der Ver- der uns eine neue Philosophie des Geistes und einigten Staaten zustimmend geantwortet. Blutes gab", Vernhard Rust,„ den Betreuer der Volksbildung", und Valdur von Schirach, „ dessen lyrisches Werf in großer Reinheit bleiben würde, auch wenn er nur ein schlichter Soldat der braunen Armee wäre". Auch ein Emigranten- Avancement Berlin. Der Oberregierungsrat im Reichs und preußischen Ministerium des Innern Hans Krebs ist vom Reichsführer der SS zum SS- Standartenführer ernannt worden. Auf der Liste des Führers zur Wahl des großdeutschen Reichstages befinden sich auch die beiden bekannten aus der Tschechoslowakei stammenden Mitglieder des bisherigen Reichstages, nämlich Rudolf Jung, der als Dozent der Deutschen Hochschule für Politik angeführt, ferner Hans Krebs, der als Reichshauptstellenleiter, Oberregierungsrat und Presse- Referent beim preußischen Ministerium des Innern genannt wird. Rothschild enthaftet vič, der Nervenfranf ist, geriet in der letzten Zeit in finanzielle Bedrängnis und hegte die Ver mutung, daß sein Kompagnon Jovan Petrovič mit dem Advokaten Matič gegen ihn arbeiten. Gegenstand der Eröffnungsfißung war die Prüfung der Ergebnisse der Programmarbeit der abgelaufenen Periode mit besonderer Berückſich tigung des Rundfunksommerprogramms, zu dessen Vorbereitung die Ergebnisse der Verhandlungen Die Rothschilds klagen. Nach der gerichtRundfunts viel beitrugen. Der Rundfunk wird Einlagen Rothschilds vom 31. März hat nunmehr des Beratungskörpers des tschechoslowakischen lichen Entscheidung über die Sperre der britischen auch weiterhin in gesteigertem Maße auf die poli- das Pariser Bankhaus Eugen Rothschild in New tischen und kulturellen Attualitäten be- gjort ein Sperrungsbegehren wegen 600.000 dacht sein und sie den Hörern durch eine neue Pfund Sterling erhoben, welche die Pariſer Firma Gestaltung der Relationen durch die Einreihung bei dem Wiener Bankhause Rothschild depos sogenannter Fensterchen" vermitteln. Was das Rusammenwirken des Rundfunks mit dem Ausland betrifft, brachten die EsperantoRelationen, welche im Auslande mit großem Interesse verfolgt werden, schöne Ergebnisse. Die Kurzwellensendungen erzielten ungewöhnliche Erfolge nicht nur in Uebersee, sondern auch bei den ausländischen Hörern überhaupt. Donnerstag nachmittags begannen die Verhandlungen der einzelnen Seftionen. niert hatte und die beschlagnahmt wurden. Die Klage wurde in New York eingebracht, weil die österreichische Firma dort große Guthaben besitzen soll, an denen man sich schadlos halten will. Silberschmelze im Großfeuer. Donnerstag nachmittags brach am Erz- Verladekai des Hafens von Tampico eine Feuersbrunst aus, die einen riesigen Schaden anrichtete. Außer einem nors wegischen Frachter, in dem einige Kabinen aus brannten, wurden zehn Holzhäuser vom Feust ergriffen und zerstört. Fünfzehn Waggons mit Für richtige Breisbezeichnungen. Auf Er- Silberbarren brannten vollständig aus. Das gesuchen der Handels- und Gewerbefammer in schmolzene Silber ergoß sich über den Stai, wäh glau hat das Prager Landesamt eine Verord- rend mehrere tausend Varren restlos verschwun nung erlassen, mit welcher die Preisbezeichnung den sind und vermutlich in den Hafen gefallen der Waren geregelt wird. Es wird in Zukunft ſind. Schneestürme in Amerika. Nach mehrwöchi verboten sein, eine Ware mit zwei Preisen, von denen der höhere durchgestrichen ist, zu bezeichnen. gem Frühlingswetter wurden der Mittelwesten Auch in Inseraten wird die Bezeichnung statt und Teile der Oststaaten Nordamerikas von ſchives ... nur...." verboten sein. Ferner wird als ren Schneeſtürmen heimgesucht, die vielfach jeden unzulässig erklärt, den Hellerbetrag in verschwin- Verkehr lahmlegten. Gleichzeitig verursachten erdend fleiner Schrift zu zeichnen, da das faufende neute Wirbelstürme und Wolfenbrüche in verſchies Publifum in diesen Fällen nur den Ke- Betrag denen Südstaaten großen Schaden. Zahlreiche sah und irregeführt wurde. Auch die ungenaue Ortschaften in Lousiana und in Alabama wurden Bezeichnung ab", z. B. ab 15 Kč“ oder„ von überflutet und zahlreiche Wohnhäuser und Farm 15 Kč aufwärts" wird nicht mehr gestattet sein. gebäude zerstört. Viele Menschen wurden verZu den Nachrichten über die Errichtung lept. In manchen Gegenden des Südens rich tete Frostwetter großen Ernteschaden an. einer Hochschule für Politik und Dekonomie, welche dieser Tage in der Tagespresse erschienen, Ein Wetterschiff. Mittwoch früh sind in Le tonstatiert die Direktion der Freien Schule der Havre die Vertreter französischer, amerikanischer politischen Wissenschaften, daß es sich im Wesen und deutscher Fluggesellschaften eingetroffen, um die schwimmende Wetterstation auf dem Schiff um einen alten Antrag des Zirkels der Freunde der Hochschule handle, welcher sich jedoch nicht im Carimare" zu besichtigen, das in den nächſten fig den Erwägungen der verschiedenen Hoch- den Azoren und den Bermudas- Inseln antreten Anmerkungsverfahren befindet, sondern vorläu- Tagen eine dreimonatige Forschungsreise zwischen schulen unterworfen wurde. Aus dem so ge- soll. Es geschieht zum ersten Male, daß die Verwonnenen Gutachten wird erst ein definitiver treter ausländischer Gesellschaften das franzö Gefeßentwurf ausgearbeitet werden und aus dies sem Grunde sind die veröffentlichten Nachrichten vorläufig verfrüht. Man frage die deutschen Zeitungsschreiber und die deutschen Kunstberichterstatter, man frage die deutschen Künstler und Schriftsteller, man befrage durch eine der so sehr beliebten Boltsabstimmungen das Volk Großdeutschlands, ob es Ueberfahren. Mittwoch um 9 Uhr abends nicht alle voll und ganz" mit Hohlbaums Lob: gesang einverstanden sind! Sie sind es! Also erschien der Lenker und Besißer des Prager Autos hat Hohlbaum nicht zu viel gesagt. Das deutsche 18096, Josef Ledinský. bei der Polizei Volt wird von einer Gruppe auserlesener Künst- direttion in Karlsbad und meldete, daß er auf ler regiert. Und weit übertroffen wird nun des der Straße Karlsbad- Prag einen Radfahrer griechischen Philosophen Forderung, die Staaten überfahren habe. Der Radfahrer ist, als er in das sollten von den Philosophen regiert werden Krankenhaus eingeliefert wurde, gestorben. Sein Philosophen und Künstler gemeinsam oder gar berförpert in mehr als einem Falle in einer Person regieren das großdeutsche Volk! Und nicht mehr gilt fürderhin Schillers Klage: Kein augustisch Alter blühte, Keines Medizäers Güte Lächelte der deutschen Kunst". Wien.( Reuter.) Baron Louis Roth schild wurde Donnerstag in Freiheit gesetzt, doch wurde ihm das Recht zur Leitung seiner Bant entzogen. Mit der Leitung der Bant wurde denn das augustische Zeitalter ist bereits angeper Wiener Bankverein betraut. brochen, alle neun Musen stehen, braun unifor" fische meteorologische Schiff besichtigen, dessen Mitarbeit bei der Ueberfliegung g des Nördlichen Atlantik im Jahre 1938 ebenso wertvoll sein wird wie bei den Flügen im Jahre 1937. Der Besuch der Vertreter der ausländischen Fluggesellschaften ist auch der erste Schritt zur Erleichterung der Zusammenarbeit an dem schwierigen Problem der Flugverbindung zwischen Europa und Amerika. Unter Einwirkung von Randstörungen, die von Standinavien her über die Ostsee gegen Südosten Leichnam wurde in die Karlsbader Zeichenhalle Wetter mit häufigen Schauern. Der Temperaturfortschreiten, herrscht bei uns vorwiegend bedecktes gebracht. Es handelt sich um den 21jährigen stand entspricht dabei eiva dem Normalvert. Der Starosseriebauer Adalbert Stö h I er aus Gieß- Luftdruck finft über Mitteleuropa noch immer und hübel, der am gleichen Tage in Karlsbad bei der infolgedessen ist noch keine wesentliche Aenderung des Assentierung war und mit dem Rad seine Heim- Wetters zu erwarten. Wahrscheinliches fahrt angetreten hatte. Ledinský, der in Haft ge- Wetter Freitag: Vorwiegend bis wechselnd bewölft, Neigung zu Schauern, und zwar besonders in nommen wurde. erklärte, ein ihm entgegenfahden höheren Lagen an der Nordostgrenze des Staarendes Auto hatte ihn so geblendet, daß er den tes, etwas fühler, West- bis Nordwestwind. Radfahrer, der in der gleichen Richtung fuhr, nicht Wetteraussichten für Samstag: Anzu sehen vermocht hätte. dauern der unbeständigen Witterung. ften und i das hatte den Divi verte Mun ohne gefo nach gran Regi habe Fra zeug ften Nid den neu Flu a l an 10 31 40 all iche Br fei Br böl Tel Tei fer tet Fe สบ Le be n «r. 83 Freitag, 8. April 1V38 Sette 8 V Spanien ist noch nicht verloren! XMuMuhafc und SoÄÜtfpo&tife Die Firma Schlecht« suchte um die Bewilligung zur Stillegung ihres Betriebes in Oberwer- nersdorf für die Dauer von mehr als drei Monaten an. Da durch diese Stillegung 260 Arbeiter und Angestellte betroffen würden, haben die Gewerkschaften an das Fürsorgeministerium eine Eingabe gerichtet, in der sie darauf Hinweisen, daß dieser Betrieb die lebten Arbeitömöglichkeiten im ganzen Gebiet von Oberwernersdorf und Umgebung bietet. Wir Donnerstag die Aufmerksamkeit auf die wirtschaftlichen Folgen gelenkt, welche die henleini- stische Flüsterpropaganda für Deutschböhmen hat. Während es immer klarer toird. das; die Panik- machcrei weder dem Staat, noch den Arbeiterorganisationen, gegen die sie gerichtet ist, etwas anhaben kann, zeigt es sich, daß greifbare AuS- vie Flüsterpropaganda schädigt deutsche Institute In unserem leitenden Artikel haben Die Petroleumlager im Mexiko werden von den Geologen auf etwa 665 Millionen Tonnen geschätzt, so daß Mexiko 10 Prozent aller Oel- vorkommen der Erde besitzt. Der Abbau des mexikanischen Petroleums ist erst seit dem Weltkriege im großen Maßstabe erfolgt. Jin Jahre 1937, worüber eben erst die Schluhstatistiken veröffentlicht wurden, hat eS 6,900.000 Tonnen produziert, ist aber mit 2.4prozentigen Anteil an der Weltprodultion auf den 6. Platz zurückgegangen. Vor ihm stehen mit 62 Prozent die USA. 10 Prozent Rußland, ebenfalls 10 Prozent Venezuela, 4 Prozent Iran und 2.6 Prozent Nic- dcrländisch-Indien. Jmmerhn produzierte Me- xiko auch 1937 mehr als das Zweieinhalbfache von 1914, und die niedrige Quote darf nicht dazu verführen, die außerordentliche Bedeutung des mexikanischen Petroleums für den Weltmarkt zu unterschätzen.. Günstige Entwicklung der Elbe-Frachtsdilffahrt Der regelmäßige Frachtschisfsverkehr auf der Elbe, der nach Oesfnung der Stauwehre auf dem gesamten kanalisierten Teil der Moldau und Elbe eröffnet wurde, nimmt sehr rasch den saisonmäßi- gen Umfang an. Außer dem ersten Schnelldampfer, der den Prag-Holleschowiher Hafen am 29. März verließ, sind bereits die ersten Schleppboote mit Frachten für Haniburg und Magdeburg vorbereitet. Befördert werden vor allem Massensen- dungen von Erzen, Asphalt, Oelprodukten und Metallen. In den Umschlagplähen lagern Getreide, Zucker, Holz, GlaS, Kohle, Kaolin und Stückgut. Mit Rücksicht auf den günstigen Wassersland ist genügend Frachtraum vorhanden. Vie 50-Jahr-Feler der Krankenversicherung Der Vorstand der Zentralsozialversicherung»- anstalt hielt am 6. April«ine Sitzung ob. in welcher der Vorsitzende Abg. Ant. Hampl zur Feier der llüiahrigen Wiederkehr der Kundmachung des Gesetzes über die Pflichtversicherung der Arbeitnehmer für den Fall der Krankheit in einer Ansprache auL- tührte: \„Am 6. April 1888 wurde im österreichischen ReichSgesetzblatt dar Gesetz über die Krankenversicherung der Arbeitnehmer in Industrie, Gewerbe und Handel tundgemacht. ES war die» für die damaligen politischen und sozialen Verhältnisse ein großer Werk, welcher trotz bedeutender Unzulänglichkeiten und Mängel d«S Gesetzes schon damals für«inen Großteil der Bevölkerung des Staates eine große Bedeutung fotvohl in gesundheitlicher wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht hatte. Der Erscheinung deS Gesetzes gingen zwar verschiedene landesherrliche Verordnungen und später Gesetze voran, aber diese waren ungenügend. Dauerte die Krankheit länger, war der kranke Arbeiter in der Regel auf»ar bittere Gnadenbrot, ob nun bei Vertvandten oder auS der öffentlichen Wohltätigkeit, angewiesen: die Hilke in der Krankheit in dieser Form war damals nichts anderes als eine Wohltat, ein Almosen. Die Krankenversicherung war ursprünglich nicht allgemein; die land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter sowie die im Haushalt beschäftigten Personen unterlagen ihr im alten Oesterreich nicht, und in organisatorischer Hinsicht war die Versicherung sehr zersplittert.. Die erforderliche Berbefferung der Gesetzes sotvohl in bezug auf die Leistungen gis auch in bezug auf die Organisation wurde ständig verschoben. Erst in der Republik wurden die für die weitere Entwicklung der Krankenversicherung der Arbeiter ersorderlichen Grundlagen geschaffen. Durch dar Gesetz au» dem Jahre 1919 wurde die Ber- sicherungSpsiicht auf alle gegen Lohn arbeitenden Personen ertveitert und die Organisation der Hauptträger der Versicherung, d. i. der Bezirktkranken- kailen. gefestigt. Die Zeit, während welcher die Unterstützung gewährt wurde, wurde von 26 auf 89 Wochen verlängert. Durch dar Gesetz auS dem Jahre 1929 wurde der Versicherungsbeitrag geregelt und die Leistungen durch eine Neuregelung oer Lohnklassen. Verlängerung der UnterstühungSdauer auf ein ganzer Jahr, verbesiert, weiter» erfuhren die Leiswngen in der Mutterschaft eine Berbesieruna und hauptsächlich wurde die Familienversicherung eingeführt. Durch diese Taten wurde die tschechoslowakische Krankenversicherung zum wichtigsten Faktor der Volksgesundheit de» Staate» und trug loesentlich zur Herabsetzung de» KrankheitSftandeS und der Sterblichkeit der ganzen Bevölkerung bei. Durch dar Gesetz über die Sozialversicherung au» dem Jahre 1924 wurde auch die Organisation der Krankenversicherung neu geregelt. Leider wurde damals der Versicherungsbeitrag für die Krankenversicherung nicht im Verhältnis zu den Leistungen geregelt und dadurch wurde verursacht, daß die Kran« kenversicherungSanstalten noch in der Zeit einer verhältnismäßig guten Beschäftigung, als sie mit ihren Einnahmen das finanzielle Gleichgewicht nicht halten konnten, ihre Reservefonds verbrauchten, so daß sie in der späteren Wirtschaftskrise keinerlei Mserven zur Deckung der erhöhten Ausgaben hatten und den Versicherungsbeitrag erhöhen mußten. Durch die Novelle au» dem Jahre 1928, und besonder» durch die zweite Novelle au» dem Jahre 1984, wurde sowohl hinsichtlich de» Versicherungsbeitrages als auch hinsichtlich der LeisMngen der frühere Fehler de» Gesetze» auSgemerzt und erreicht, daß der heutige Stand der Krankenversicherung zufriedenstellend ist. Obwohl die Jahre der Krise für die Krankenversicherungsanstalten sehr schlecht waren, so blieben diese doch ihrer wahren Sendung gerecht; die Heilfürsorge wurde nicht eingeschränkt, im Gegenteil, e» wurde und wird ihr auch ständig erhöhte Aufmerk« samkeit gewidmet, so daß in der verhältnismäßig kurzen Zeit von 20 Jahren nach dem Umsturz die Krankenversicherungsanstalten äußerst bemerkenswerte Erfolge erzielten. Die heutigen außerordentlichen, besonder» internationalen Verhältnisie haben zur Folge, daß dem kiOjährigen Jubiläum der Krankenversicherung Ivahr« schcinlich nicht die Aufmerksamkeit gewidmet werden wird, welche sie verdienen würde. Die Zentralsozialversicherungsanstalt war und wird sich immer der großen Bedeutung der Krankenversicherung bewußt sein, sowie auch dessen, daß ohne eine gute Krankenversicherung kein« gute Invalidität»- und Altersversicherung bestehen kann. Sie unterstützt daher alle Bemühungen, welche eine weitere Verbesserung der Krankenversicherung, besonders eine Vertiefung der Heilfürsorge, zum Ziele haben. Sie wird in den Intentionen de» Gesetze» mit den Verbänden der Krankenversicherungsanstalten zu« sammenwirken, daß durch die vereinten Kräfte im Rahmen der heutigen wirtschaftlichen Möglichkeiten die größten Erfolge erzielt lverden. Ich glaube, daß ich in voller Uebereinstimmung mit dem Vorstand der Zentralsozialversicherungsanstalt bandle, wenn ich im Namen der Zentralsozialversicherungsanstalt alle Krankenversicherungsanstalten einerseits zu dem vollbrachten Werk he« glückwünsche und ihnen andererseit» für die Mitarbeit bei der Durchführung der Jnvalidikäts- und Altersversicherung danke." Ter Vorstand sprach einstimmig die Zustimmung zu dieser Ansprache au». Oer Kampf um da» mvxlkanladie Erdöl Mexiko. Präsident Eardenas ordnete an, daß von den an daS Ausland für verkauftes Petroleum bezahlten Beträgen 20 Prozent zur Bezahlung des den ausländischen Petroleumgesellschaften enteigneten Besitzes Verlvendet werden solle», die vorläufig in der Staatsbank hinterlegt werden. In analoger Weise wird das Finanzministerium möglichst bald fcstsetzen, wieviel Prozent für den gleichen Zweck auS den Beträgen verwendet tverden, die im Inland ans dem Petro» lemnvcrkauf erzielt werden. fall weiss Besserung In der nordmährlsdi-sdileslsdien Textilindustrie Die jetzt volle Beschäftigung der Spinnereien in Äürbenthal und Lichtewerden läßt für längere Zeit auf eine gebesserte Beschäftigung schließen, wie sie auch bereits teilweise im Jägern» dorfer und Freudenthaler Gebiet zu verzeichnen ist. Die Freudenthaler Leinenindustrie erhofft eine stärkere Belebung auf Grund deS Handelsvertrages mit den Vereinigten Staaten. Im Römerstädter Gebiet hingegen, wo die großen Sei» deubctriebe in Bergstadt, Römcrstadt und Braunseifen Rückschläge erlitten haben, ist die Lage ungeklärt. die Gesamtheit der antifaschistischen Kräfte verzweifelt nicht— sie kämpft. Tun wir es ihnen gleich: kämpfen wir, verdoppeln wir unsere Anstrengungen t Kämpfen wir, damit Spanien unverzüglich die Waffen erhalte, deren es bedarf. Kämpfen wir, damit die Hilfe für die spanische Bevölkerung im notwendigen Umfang organisiert werde. Bringen wir die Opfer, die dies erfordert. Spanien wankt unter dem Ansturm der faschistischen Lawine. Aber e» ist noch nicht auf die Knie gezwungen. Auf der Brüstung der Brücke von Segce vor Lerida las ich die Worte:„AnteS morir en Pie que vivir de rodillaS" sLieber sterben, als auf den Knien leben). Spanien ist entschlossen, sich zu retten und unS zu retten. Sichern wir ihm die Mittel dazu — sonst wird dort unten nicht nur eine Demo- ikratie, sondern die Demokratie hingemor- I det werden. Leistungsfähigkeit entstanden. Wie die vereinfachte deutsche Kurzschrift auösieht, hat Herr Handelsschuldirektor Legat (Marburg) in einem ausführlichen Aussatz,im »Grazer VolkSblatt" dargcstellt. Ich greife zwei Punkte heraus, die die neue Schrift kennzeichnen. Die erste Form der Schrift hatte zwei Teile: VerkehrSschrift und Redeschrift, lute bei Gabelsberger. Jetzt ist die Dreiteilung durchgcsührt: VerkehrSschrift, Berkehröschrift- Praxiö(Fortbildung in der VerkehrSschrift) und Eilschrift— wie bei Stolze-Schreh. Die Stolze- Schreyaner wiesen auf die»leichte Erlernbarkeit" ihrer Schrift hin; wenn der Schüler aber das erste, leichte Lehrbuch durchgenommen hatte, dann wurde ihm erklärt, jetzt kommt die Fortbildung und zuletzt kam das djcke Ende— die Redeschrift. So kann man jetzt auch die Schüler werben. Aus der VerkehrSschrift sind 63 Sigel, d. i. besonders kurze Auszeichnungen von oft vorkommenden Wörtern, gestrichen worden. Dies macht das Schreiben langsamer. Man kürzt ja doch schon in der gewöhnlichen Schrift Wörter, die in jedem Satz Vorkommen, wie:„u„ nsw., i. I., vg. Alts." u. and. Die Reform bedeutet also einen Rückschritt und einen Ruck nach Stolze-Schrey hin. Bisher wurde erklärt, das Einheitssystem sei zu 80 Pr' nt nach Gabelsberger. Wer jedoch die Kurzschrift icht zur Berufsarbeit, wo es auf schnelles Schreiben ankommt, braucht, kann ruhig die Einheitskurzschrift oder«in anderes„einfaches" Stenograp.hiesystem BEftS0jC zur Republik, aber es ist zugleich für die Regierung eine erdrückende Aufgabe. Denn alle diese Menschen wollen ernährt sein und die Regierung allein hat dazu nicht die Mittel. Ihr die fehlenden Mittel zu beschaffen: Da ist eS, was die Sozialisten tun sollten, statt zu verzweifeln oder zu seufzen. Als ich von dem Ministerpräsidenten, unse rem Genossen Negrin, Abschied nahm, bat er mich, unseren Freunden zu sagen, dah sie sich nicht durch die Schwierigkeiten de» Augenblick» entmutigen lassen sollten. Er selbst ist nicht entmutigt— er kämpft. Auch da- militärische Kommando ist nicht entmutigt— es kämpft. Die Armee seufzt nichtikratie, sondern die Demokratie hingemoo — sie kämpft. Unsere spanische Bruderpartei und I det werden. einfacher, aber diese Einfachheit ist auf Kosten der j erlernen. Ander» ist die Sache, wo eS auf Lei- ' stungSfähigkeit ankommt. Dann kommt nur Ga- belSberger in Betracht. Der Wert der Schulz'schcn ZwangSschrift scheint auch jetzt breiten Kreisen Deutschlands stark „aufgedämmert" zu sein, hat doch sogar der Reichöleiter der Deutschen Stenographenschaft. Schulrat Lang, sich für eine Rückkehrzu Gabelsberger erklärt. Der italienische Professor Mario Boni in Mailand hat ein Buch„Der unsterbliche Gabelöberger" geschrieben, das jeder Stenographiekundige besitzen müßte. Zu diesem herrlichen Buch, das von der Deutschen Stenogra« phenschaft ins Deutsche übersetzt ist, hat Herr Schulrat Lang das Vortvort geschrieben. ES heißt dort zum Schluß wörtlich: Vielleicht ist gerade daS Werk dieses Italieners dazu angetan, Interesse zu wecken und zu veranlassen, daß auch unsere jetzige deutsche stenographierende Jugend zu den Quellen stenographischen Wissen» und Könnens zurückgeht. ES gibt keinen besseren uiG auch keinen zeitgenössischeren Brunnquell stenographischen Geistes als den Meister der Kunst der geflügelten Feder, unseren Franz Lauer Gabelsberger. Herr Wolf sagt noch in den in Lodz erscheinenden„Berufsnachrichten", Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Italien bilden eine stenographische Kulturgcmeinschaft. Dies stimmt nicht, denn Italien hat gerade zu der Zeit, als Gabelsberger in seinem Heimatlande verworfen wurde, die Ga- belSbergersche Kurzschrift als staatliche» Einheitssystem eingeführt. In Ungarn wurde 1927 das System Radnai als Einheitsschrift eingeführt. Vie Einheitntenographie Von Peter Jahnke(Lodz) Die in Deutschland 1924 eingeführte Stenographie ist bisher zweimal umbenannt und ein- nial umgeändert worden. Die endgültige Ent-' ichcidung über die Einführung dieses Systems lag in den Händen des Staatssekretärs Schulz, der lein Stenograph ist; es war also möglich, daß über eine solch wichtige Sache wie die Einführung eines einheitlichen L^rrzschriftsystemS ein Mann entscheiden durfte, der mit„Fachkenntnissen nicht belastet" tvar. Herr Schulz erklärte auch in einem Vortrag, den er im Arbeiterstenographenverein in Wien hielt, dah ihm daher die Entscheidung über die Einführung dieses unerprobten Systems leicht geworden sei(l). Nach zehnjährigem Bestehen und umfangreichen Untersuchungen in den Schulen erklärte 1984 das Reichsministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, dah die Schnlzesche Kurzschrift den Anforderungen nicht entspreche. Dies rief bei den Lehrbuchverlegern große Beunruhigung hervor, denn sie hatten doch große Summen in das Unternehmen hineingesteckt. Man erklärte ihnen aber, daß eine Aenderung des Systems nicht beabsichtigt sei. Trotzdem kam aber, wie ein Schlag aus heiterem Himmel, 1936 doch die Aenderung. Man brachte ein vereinfachtes System heraus. Herr Wolf schreibt in den„Be. 'ufsnachrichten", daß die jetzige Gestalt der Kurzschrift„schulgemäßer" sei und meint damit wohl, daß es leichter und einfacher fei. Nun ja, es ist Wirkungen nur die sudeiendeutsche Bevölkerung «v n g. B«zu«H b«d i n a u n a e n: Bet Zustellung tnIHau» oder bei Bezug durch di« Post monatlich Ai 17.—, vierteliährig Ai öl.—, halbjährig Ai 102,—. ganzjährig Ai 204. Inserate werden lau Tarik billigst berechnet.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.- Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- u. Telearaphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800,'V11/1980 bewilligt-(Kontrollpostamt Praha 25.— Druckerei:„Orbis" Druck». Verlag»- u. ZeitungS-A.-G. Prag.