一 話 に 記 -8. f te те 1. Is 5: De PHEV t 1 Sozialdemokrat Sentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Beratungen der Partei Die Demission Dr. Czechs Der Vollzugsansschuß der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei hielt am Freitag, den 8., und Samstag, den 9. April, Sigungen ab. Er beschäftigte sich neben anderen unaufschiebbaren politischen Angelegenheiten mit der bom Genossen Dr. Czech am 25. März angebotenen Demission und seinem später wiederholt geänßerten Wunsche, ihm die Ueberreichung der Demission zu ermöglichen. Der Vollzugsaus. schuß beschloß, diesem Wunsche nunmehr zu willfahren. Der Vollzugsausschus hat dem zurücktretenden Minister, der durch mehr als acht Jahre dem Staate, dessen Bevölkerung, der Partei und insbesondere der Arbeiterklasse seine ganze Kraft gewidmet hat, den Dank der Partei ausgesprochen. Dr. Czech hat das schwierige Amt des Fürsorgeministers in der für die Arbeiterschaft wirtschaftlich und sozial allerschwersten Zeit bekleidet und unvergängliche Leistungen vollbracht, die der Geschichte des Staates, feiner arbeitenden Klassen und des Sudetendeutschtums für immer angehören. Dr. Czech hat ebenso als Minister für öffentliche Arbeiten und als Gesundheitsminister unermüdlich und erfolgreich gewirkt. Der Vollzugsausschuß ist überzeugt, daß die wertvolle Arbeitskraft Dr. Czechs der Partei auch weiterhin erhalten bleiben wird. Mit den übrigen politischen Fragen wird sich der Parteivorstand in seiner nächsten Sihung befaffen. Das Demissionschreiben öffentliches Gefundheitswesen und Körpererziehung enthoben zu werden." Die Demission genehmigt Das Gesundheitsministerium Sonntag, 10. April 1938 Daladier verhandelt Das Außenministerium Léon Blum angeboten Aus dem Inhalt: Henlein und die Flüsterpropaganda Staat übernimmt Gasmasken- Einkauf Die Verleumdungen Chinesen gegen Dr. Czech melden neue Erfolge Nr. 85 Großdeutschland und wir Paris. Eduard Daladier setzte den ganzen Samstag über seine Unterredungen mit den politischen Persönlichkeiten zur Lösung der Regierungskrise fort. Er ist fest entschlossen, ein Kabinett zu bilden. In erster Reihe erwägt er die Bildung einer Regierung, bestehend aus den Vernis der heutigen Boltsabstimmung in Deutschland tretern der Radikalen und der Sozialisten, aus Mitgliedern der Republitanisch sozialistischen Vereinigung, sowie aus Repräsentanten der Gruppe der Mitte, die sich in der letzten Zeit für die Idee der Einigung oder Verföhnung der Parteien ausgesprochen haben. 3 Daladler Abends empfing Dalabier die Führer dieser Gruppen, de Chappedelaine, den Vorsit zenden des Klubs der demokratischen Linken, Flandin, den Vorsitzenden der Partei der Des mokratischen Union, Paul Reynaud, und erneut den Abgeordneten Man de L. Bra g. Der Minister für öffentliches Gesundheitswesen und Körpererziehung Dr. Ludwig Czech überreichte dem Vorsitzenden der Regierung Dr. Wilan Hodža feine Demiffion mit einem Verhandlungen mit den Sozialisten Schreiben folgenden Wortlautes:„ Herr Vorfit. Daladier hatte abends auch eine neue län sender der Regierung, ich überreiche meine Demisfion und erfuche, vom Amt eines Ministers für gere Unterredung mit den sozialistischen Führern Mar Dormoy, Vincent Auriol und Paul Faure über die Bedingungen der Mits arbeit der Sozialisten. Die sozialistischen Dele gierten berichteten dann über diese Bedingungen in der Sigung des Sozialistischen Klubs, die abends zusammentrat. Eduard Daladier bot den bleibt vorläufig unbesetzt Sozialisten fünf Ministerieffet, Prag. Amtlich wird mitgeteilt: Der Präsi- darunter 2 éon Blum da3 Außen dent der Republik hat die Demission des Mini- ministerium an, er behält sich jedoch das sters für Oeffentliches Gesundheitswesen und Kör- Innenministerium für die Nadifalen vor. In bepererziehung Dr. Ludwig Czech angenommen. zug auf die Außenpolitik soll Daladier erklärt ha Mit der interimistischen Leitung des Ministe- ben, daß er nicht beabsichtige, eine Aenderung in riums für Oeffentliches Gesundheitswesen und den Hauptrichtlinien der Politik des Aeußenmi Körpererziehung wird Justizminister Dr. Ivan nifteriums, wie sie seit Beginn der Legislatur Dérer betraut werden, der ständiger Meffort periode von der Voltsfront- Regierung gemacht bertreter des Ministers für Oeffentliches Gesund werde, vorzunehmen. heitswesen und Körpererziehung war. Die betref Der Führer des linken Flügels der fofenden Handschreiben des Präsidenten der Repu- zialistischen Partet, 3hromiti, fragte, was blit werden am Montag, den 11, d. M., publiziert Daladier zugunsten der spanischen Republit tun wolle? Auf die Antwort, daß die Politik der werden. Die Ebro- Front stabilisiert Franco stößt auf immer größeren Widerstand Barcelona.( Savas.) Auf der Linie von Tremp gegen Tortosa stellen sich dem Gegner auf seinem Vormarsch nach Katalanien verstärkte republikanische Einheiten entgegen. Das erstmal seit der Offensive find die Franco- Truppen im Küstenabschnitt zwischen Morella und Moradelannevo entlang des rechten Ufers des Ebro- Fluffes auf hartnäckigen Widerstand gestoffen. Tortosa und Zoreffo find burgh Artilleriefeuer verwüstet, boch verteidigen die gut eingegrabenen Entlang des Ebro ist nunmehr die Front stabilisiert und die Straße Valentia- Ebro ist frei. republikanischen Abteilungen, von den die Küste beherrschenden Höhen den Zugang zum Meere. Dieses Land, unser Vaterland, verlangt seine volle Unabhängigkeit, feine unbegrenzte Sou beränität, fein Recht auf Freiheit, es verlangt es Wer Mut hat, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen, wird bekennen, daß Terror und Schwindel nicht die einzigen Faktoren find, die das Ergeb bestimmen werden. Ueber das Land geht eine Hochflut nationalistischer Stimmuns gen; mit dem Triumph über die Mehrung des Reiches verbindet sich die Zufriedenheit darüber, Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten Abstimmung ohne Zwang und Betrug, die freis daß es nicht zum Kriege gekommen ist. Auch eine würde Hitler heute wahrscheinlich die Mehrheit lich unter dem heutigen System nicht denkbar ist, bringen. nach dem Einvernehmen mit London nicht werde geändert werden, verließ Zyromski sofort oftentativ die Sizung. Dies deutet darauf hin, daß die Führer des linken Flügels sich in der Nachtfißung des Kleinen Kongresses der soziali stischen Partei gegen die Teilnahme der So zialisten an der Regierung aussprechen werden. Keine Aussprache Das gilt für das alte Deutschland, nicht aber der Besiegte ist Desterreich. Es hat sich nicht, ebenso für das neue. Dort feiert man einen Sieg, wie es einst die Männer der deutschen Republik erstrebten, aus freiem Willen zum Anschlußz bes fannt, es ist militärisch überrumpelt, mit Gewalt mit den Kommunisten angeschlossen worden. Nun lassen die Sieger, Der Aufmerksamkeit der politischen Stellen nachdem sie den Goldschaß der Bank an sich geist es nicht entgangen, daß Daladier bisher mit nommen, einen Regen von Papiermart den Kommunisten überhaupt nicht verhandelt hat, auf das Land niedergehen. Ausgesteuerte Arweder über deren Teilnahme an der Regierung, beitslose werden wieder in Fürsorge genommen, noch daß er sich deren Unterstützung gesichert Unterstützungsfäße erhöht, Kinder zum Ferienhabe. Daladier erklärte auch, daß er die Besetzung aufenthalt nach Deutschland geschickt. Gewaltige von Betrieben durch streikende Arbeiter nicht dul Bauprojekte werden angekündigt, eine neue Blüte den und augenblicklich besetzte Betriebe räumen der Wirtschaft wird in Aussicht gestellt. Das vere fehlt nicht ganz seine Wirkung. Trotzdem wird die laffen würde. bewährte Wahlmache des Systems hier mehr als sonst im Reiche zu tun haben, um das befohlene Ergebnis herauszuholen. In bezug auf die Finanzpolitik beabsichtigt Daladier die sofortige Erhöhung des Vorschusses der Bank von Frankreich an den Staat zu fors Im alten Deutschland scheint in diesem dern, damit der Staat die dringendsten Ausgaben Augenblick die Mehrheit nicht zu begreifen, daß leisten kann; außerdem will er das Parlament um zwischen friedlicher Ueberredung und militärischer die Erteilung einer Vollmacht für die Dauer von Unterwerfung ein Unterschied besteht. Sie lebt in sechs Monaten ersuchen, damit die Regierung im einem Rausch nationalistischer Machtgefühle und Laufe diefer Zeit durch eine besonnene Politit fennt keine andere Quelle des Rechts als die Ge die unerläßliche günstige Atmosphäre für den Er- walt. Sie ist in diesem Seelenzustand nicht nur folg einer großen Nationalverteidigungsanleihe ihr eigener Feind, sondern auch der Feind der schaffen könne. andersdenkenden deutschen Vollsteile, die sie grausam unterdrückt, und eine Gefahr für die ganze Welt. Die Sozialisten tagen Um 22 Uhr trat der Kleine Kongreß der, sozialistischen Partei zusammen. Die Mehrzahl der Prognosen ist in dem Sinne gehalten, daß die So sialisten wahrscheinlich nicht in die Regierung eintreten, jedoch grundsätzlich eine Unterstütung Daladiers von Fall zu Fall nicht ablehnen werden. Großdeutsch I and aber ist heute eine Tatsache. Unser Protest richtet sich nicht gegen feinen Bestand, sondern gegen den Geist, der es gefchaffen hat und der es beherrscht. Schon von dem Tage an, an dem die Sieger in Versailles das hilflose Klein- Desterreich gegen seinen eige nen Willen ins Leben riefen, war der deutschen Entwicklung der Weg nach Wien vorgezeichnet. Auch die Republik hat ihn gesucht, und auch sie hätte das Ziel erreicht wahrscheinlich etwas Bari 8. Der Streik der Metallarbeiterschaft später, dann aber ohne militärische Ottupation, in Paris und Umgebung hat sich weiter ausge- ehne Menschenjagden und ohne Kriegspanit. Die breitet. Die Gesamtzahl der Streikenden, die reichsdeutsche Sozialdemokratie insbesondere hatte fämtlich die Betriebe besetzt halten. erreicht fast die Anschlußbewegung gefördert, weil sie in ihr 60.000 Perfonen. Die Vermittlungsverhandlun eine Möglichkeit jah, berechtigte nationale Ans gen der Regierung sind einstweilen eingestellt. 60.000 Metallarbeiter im Streik * Der Allgemeine Arbeitsverband stellt in einem Bericht die volle Verantwortung der Unternehmer für die Situation fest, da sie sich aus rein politischen Gründen veigern, das Ablommen zu unterzeichnen, das durch eine Neorganisierung der Arbeit die Aufnahme einer größeren Zahl von Facharbeitern ermöglichen und die wöchentliche Arbeitszeit von 40 auf 45 Stunden erhöhen würde. sprüche zu befriedigen, ohne fremde Länder zu zerreißen und Striege heraufzubeschwören. Auch die Tschechoslowakische Republit hätte für ihre äußere und innere Freiheit viel bessere Garantien erhalten können als das Dritte Reich sie geben will und geben kann. Aber alle guten Gründe stießen damals auf geringes Ver ständnis. Und so muß es heute getragen werden, daß anstelle eines freien, friedlichen Großdeutsch land, das man selber hätte mitſchaffen können, ein gewalttätiges und angriffslustiges entstanden ist, dessen nächste Taten man mit Unruhe erwartet. Die reichsdeutschen Sozialdemokra Paris. Einige Blätter berichteten, daß der Innenminister or mo y den für Sonntag an darin zufordern keineswegs die Rückkehr zum ten und die österreichischen stimmen ihnen gekündigten Manifeſtationsumzug der Boltsfront früheren Bustand. Sie wollen nicht die Wiederauf die Place de la Bastille verboten habe, der zur Feier des fiebenjährigen Bestandes des republitanischen Spaniens veranstaltet werden soll. Das Innenministerium ließ am Abend erklären, daß diese Manifestation nicht verboten wurde. Gegenangriffe bel Guadalajara abgewiesen Herstellung zweier deutscher Staaten, die von zwei verschiedenen reaktionären Systemen beherrscht werden, sondern ein einiges, freies und friedliches und vom Burgenland bis zum Rhein. Für dieses Großdeutschland von Vorarlberg bis Ostpreußen andere Großdeutschland sind sie bereit, gemein fam zu kämpfen. Im Abschnitt Vallibona, östlich von Morella, haben die Republikaner nach einem Gegenangriff die am Freitag gegen Abend verlorenen Pofitionen wieder zurückerobert. Der Vormarsch der Franco- Kolonnen hat sich verlangfamt. Motorisierte Formationen, die entlang des rechten Ufers des Ebro vorgehen, stehen unter dem Feuer der Republikaner. Widerstand bis zum Todel Aber auch für die Welt draußen wird es Barcelona. Der Ministerpräsident und Verwahrlich Zeit, sich mit den neuen Tatsachen in teidigungsminister Negrin hat einen Aufruf flarer Weise auseinanderzuießen. Sie fann fie Madrid.( Havas.) Im Norden der Pro- nicht ungeschehen machen, aber sie kann auch auf an die Armee erlassen, in welchem es heißt: Hinvinz Guadalajara unternahmen die die Dauer ihre Aufgabe nicht darin erblicken, fich ter den Opfern von heute, denen Ihr mit äußer ſtem Mut entgegenseht, werden die Siege von Franco- Truppen einen heftigen Gegenangriff auf immer nur mit den Tatsachen, die andere gemorgen sichtbar. Ich bin selbst von der tiefsten, Chefs! Kommissäe! Soldaten der Armeel bie Stellungen bei Cerro Blanco im Abschnitt schaffen haben, so gut wie es eben geht, abzufin unerschütterlichen Ueberzeugung durchdrungen. Ein kategorischer Imperativ: Widerstehen bis zum nordöstlich von Cifuentes. Die Regierungstruppen den. Deutschland hat jetzt alles erreicht, was ihm daß wir siegen werden. Der Weg dazu ist: Wi- Tode! Und im Tode noch gibt es nur eine Devise: schlugen die Angriffe zurück und fügten den Auf- eine weitsichtige Politif freiwillig hätte gewähren derstand leisten und Ihr werdet Widerstand den Sieg, nur einen Ruf: Es lebe die Repu- ständischen grofie Verlufte zu. An der mittleren sollen, es fann feinen Schritt weiter gehen, ohne blit Spanien! Front finden Artilleriekämpfe statt fremde Interessen an lebenswichtigen Stellen zu Leiften! von mir und von Dir, Soldat, an Dir und an mir, die wir seine Söhne find, liegt die EntscheiDung. Seite 2 Sonntag, 10. April 1938 Reorganisation berühren und unabsehbare Folgen heraufzube-[ Geschichte sind wir weit öfter eine unterdrüäte Eine Schlappe Roosevelts sanvören. Es ist nur billig, von ihm zu verlangen, Minderheit, als eine regierende Macht gewesen, daß es sich fortab auf seine eigenen inneren An- und erst durch die Kraft, mit der wir unsere Niegelegenheiten und auf den friedlichen Aufbau seis derlagen ertrugen, haben wir immer wieder neue ner Wirtschaft beschränkt. Gegen jede andere Form Siege erkämpft. hitlerdeutscher Aktivität follte jetzt die ganze Welt ihren geschlossenen und entschlossenen Widerstand anmelden. Insbesondere müßten alle politisch inLetzter Appell Hitlers Nr. 85 Die Verleumdungen gegen Dr. Czech Durch das Kommuniqué über die Sibung des der Bundesverwaltung vertagt Wahshington.( Reuter.) Das Repräsens tantenhaus hat Freitag abends mit 204 gegen Vollzugsausschusses unserer Partei, das wir an 196 Stimmen einen Antrag des republikanischen anderer Stelle veröffentlichen, ist vollkommene Abgeordneten Taber angenommen, die vielum- Klarheit über den Rücktritt Dr. Czech 3 bon teressierten Engländer endlich begreifen, daß Wien. Hitler ist Samstag vormittags aus fämpfte Regierungsvorlage zur Reorganisation seinem Ministeramt geschaffen. Diese Marbeit man dem Weltfrieden nicht dient, wenn man für Linz in Wien eingetroffen. Er begab sich in das der Bundesverwaltung an einen Sonder- Reor- bestand übrigens auch schon vorher, denn der Pardas sudetendeutsche Hitlertum Partei ergreift und Wiener Rathaus, wo er an der durch Goebbels ganiſationsausschuß zurück zu verweisen. teivorſtand hat in einem parteiamtlichen Stoms ihm hilft, die Tschechoslowakei für alldeutsche verkündeten Proklamierung des Tages Groß- Stompetente Streife erklären, daß damit die Vor- muniqué, das am 31. März veröffentlicht wurde, lage wahrscheinlich für die jetzige Kongreßtagung folgendes mitgeteilt: erledigt erscheine. Machtpläne reif zu machen. Die Aufrichtung fester, sichtbarer Schran ken, die der braune Imperialismus bei Strafe des eigenen Untergangs nicht übersteigen kann, liegt im Interesse der ganzen Welt, vor allem des deutschen Volkes selbst. Um seiner selbst willen muß es erkennen, daß man mit Gewalt nicht alles kann und daß echte Weltgeltung sich nicht auf Tantgeschwader stüßen läßt, sondern nur auf geis ftige Ueberlegenheit und hohe moralische Werte, Dinge also, an denen es dem Dritten Reich am meiffen fehlt. deutschlands" teilnahm. Die Feier dieses Tages wurde mittags in ganz Deutschland durch Hissen der Flaggen, durch Läuten der Glocken und das Ertönen aller Sirenen eingeleitet." Am Abend hielt Hitler in der Halle des früheren Nordwestbahnhofes eine Nede, die sich in erster Linie an die wenden sollte, die auch in dies fer Stunde glauben, noch nicht ihre Zuneigung und ihr Vertrauen dem neuen Deutschland oder gar mir schenken zu können." Sitler sagte u. a., er stehe hier, weil er sich Den Tagen des nationalistischen Maffenraus einbilde, mehr zu können, als Herr Schuschnigg. Als sches werden wieder ernste und nüchterne folgen, Echuichniga am 9. März sein Abkommen brach, habe die Stimmung wird für bessere Einsichten reifer, Hitler, in dieser Sekunde gefühlt, daß nun der werden und auch die Opposition wird ihre verbor- Ruf der Vorsehung an ihn ergangen gene Arbeit weiter fortsetzen. Auch für sie bedeu sei. Was sich dann in drei Tagen abspielte, sei auch tet Oesterreich einen Gewinn und eine Hoffnung. nur denkbar gewesen in Vollzug eines Wunsches Denn wie Wien im März 1848 und im Jänner und Willens dieser Vorsehung. Hitler schloß mit 1918 dem übrigen Deutschland voranging, so einem Dant an Gott. könnte es vielleicht noch einmal in der Zukunft dem ganzen deutschen Volle die Sturmfahne vor antragen. Dann wurde überall vor den Lautsprechern das„ Niederländische Dankge= bet" gesungen und alle Kirchenglocken geläutet. Innitzer wieder bei Hitler Mögen wir also auch als Deutsche alle Irsache haben, über das, was wir jetzt erleben, in Trauer und Scham unser Haupt zu verhüllen, als Wie aus informierten Kreifen mitgeteilt politisch erfahrene und historisch geschulte So wird, stattete Kardinal Dr. Jnniter Samstag sialisten lassen wir uns nicht verwirren und nachmittags dem Neichskanzler Hitler einen Beenimutigen. In unserer nun bald hundertjährigen fuch ab. Die große Schlacht in Südschantung Chinesen melden weitere Erfolge Wallstreet daraufhin kauflustig In Wallstreet wurde die größte Kauflust während der letzten Monate verzeichnet, in deren Folge zahlreiche Werte um 1 bis 4 Dollar und in manchen Fällen auch um fünf und sechs Dollar stiegen. Die Sausse wird dem Umstande zugeschrieben, daß der verwaltung gefallen ist, sowie Informationen, daß Gesezentwurf über die Neorganisierung der Staatsdie Regierung beabsichtige, große Beträge, die einen Auftrieb für die Wirtschaft darstellen würden, für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu wid= men. Während dieser Käufe haven 3.410.000 Aftien ihren Besizer gewechselt. London, Amsterdam und Paris sollen starte Käufer gewesen sein. 12 Millionen Arbeiter registriert Englands Vorbereitungen für den Ernstfall London. In seiner Rede in Birmingham sagte Premierminister Chamberlain über die Vorbereitungen auf industriellem Gebiet u. a.: Was die Frage der Arbeiten für die Nationalverteidigung betrifft, verfügen die Vermitt lungsstellen des Arbeitenministeriums bereits über genaue Informationen betreffend die Fähig feiten von zwölf Millionen Arbeitern in Handel und Industrie und sie besißen auch bereits ein Verzeichnis ihres Wohnortes. Ebenso haben wir auch einen febr forgfältig ausgearbeiteten Plan der obligatorischen Registrierung ausgearbeitet, der für den Fall dringender Notwendigkeit sehr schnell benüßt werden kann". Englands Landarmee wächst London. Alle bisherigen Anwerbungsergeb Hankau. Chinesischen Frontmeldungen| Lintschen nach Norden zurüd. Den Chinesen ge= zufolge sind am Freitag in Lihsien und Umge- lang es jedoch, die Nachhut der zurückweichenden bung die japanischen Truppen in Stärke von Truppen von dem Gros des Heeres abzuschneis iſſe für die britische Landarmee wurden im März etwa 4000 Wann von den Chinesen umzi nden und sie bei Schischujan, etwa 12 Stilometer des heurigen Jahres überboten, wo die Zahl der selt worden. Die große Schlacht in Südschan tung ist nach Ansicht chinesischer Militärs in eine entscheidende Phase eingetreten. Die Japaner lei den angeblich an Waffen- und Munitionsmangel. Ihre Rückzugswege sind durch Brückenfprengun gen von den Chinesen abgeschnitten worden. von Taiertschian entfernt neuerlich einzufreifen. Die Lage diefer Truppen iſt hoffnungslos, denn fie fönnen nur unter den größten Schwierigkeiten durch Flugzeuge mit Proviant und Munition versorgt werden. In Nordschantung haben die chinesischen Chinesische Truppen haben nach einem hefti. Truppen neuerlich I untfchen und Paim a gen Angrifi die Tore der Stadt I f h i anf uchan, zwei Eisenbahnstationen nördlich von passiert und sind in die Befestigungszone der Tiinan, befeßt. In der Proving Schansi schlugen die Chinesen japanische Abteilungen zurüid, bie Stadt eingedrungen. bei Putschen den Gelben Fluß überschreiten wollten. Die chinesische Gesandtschaft in Prag stellt den Blättern folgenden Bericht über die gegen wärtige Lage auf den chinesischen Kriegsschauplägen zur Verfügung: Heftige Kämpfe, die in den letzten zwei Wochen in Nord ch in a im Gange waren, hat ten ihr Zentrum hauptsächlich um Taiertidyvan in der Provinz Schantung, wo die japanische Armee in der Stärfe von 20,000 Mann nahezu aufgerieben wurde. Es fielen dort mehr als 10.000 Japaner und die Reste der Armee ziehen sich entlang der Bahnlinie Taiertschwan54 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf „ Mein Sohn, du wirst der Rächer deines Baters sein. Dann wirst du nicht mehr hungern. Der junge König wird ein Weib nehmen, wie Juan de Padilla die Maria de Pacheco nahm. Einen Sohn wird sein Weib gebären, aber hungern wird er wie du jetzt. Keine Mutterbruſt wird mehr für ihn quellen. Dich aber wird ganz Spanien säugen und nähren. Und du wirst ausrotten, mein Sohn, das Heer des Königs, der die Stins der zum Hungertod verurteilt, und den König selber, und hinrichten muß der Sohn Maria de Padillas den König, der das Brot der Kinder stiehlt!" So sprach Maria de Padilla zu ihrem Sohn! Der Bug hatte nun alle Straßen durchivandert. Er hatte an allen Eden größeres Gefolge aufgenommen. Er hätte nun in die Isabellenstraße einbiegen müssen, bergabwärts zur Kathedrale der höchsten Mutter. Lohnbewegung unter der japanischen Arbeiterschaft Tokio. Das Blatt„ Nishi- Nishi" meldet, daß unter der japanischen Arbeiterschaft eine Lohnbewegung im Entstehen begriffen ist. Die Direktoren von 25 der größten fabriken in Totio, Dokohama und Umgebung haben die Forderungen der Arbeiter angenommen und die lokalen Bes hörden gaben ihre Zustimmung, daß mit der Lohnrhöhung von Juni angefangen begonnen werde. Jdes Reittiers oder wenigstens den Holzstab, an dem der Kruzifigus hing. Dann löste der Zug sich auf. freiwillig Angeworbenen 8181 gegen 6397 im März des Vorjahres erreichte. Die britische Landarmee zählt jetzt 9269 Offiziere und 158.126 Soldaten, also insgesamt 167.395 Mann, das ist 82,2 Prozent des bewilligten Effektivstandes der Armee von 201.707 Mann. Monarchistische Umtriebe in Berlin Berlin. Wie berlautet, wurden vor einiger Beit in Berlin 46 Personen verhaftet, die monarchistischer Umtriebe beschuldigt wurden. Außerdem verurteilte ein Münchener Gericht 17 Personen aus Fürth, die unter der Anflage standen, eine Verschwörung gegen bie Sicherheit des Staates geplant zu haben. Die Namen der Angeflagten sind nicht bekannt. Sechs von ihnen wurden zu Kerferstrafen von vier bis sechs Jahren verurteilt. „ Der Parteivorstand nahm ferner zu dem neuerlichen Erfuchen des Genossen Dr. Czech Stellung, sofort von seinem Minister. amte enthoben zu werden. D:- Partei. vorstand beschloß, bei aller Würdigung der vom Genossen Dr. Czech vorgebrachten Gründe, die endgültige Entscheidung bis zur vollständigen Stär Klärung der innerpolitischen Lage vorzube. halten." Dies ist, wie schon gesagt, eine par tei amtliche Mitteilung gewesen. Dennoch haben allerlei Gerüchtemacher und Ehrabschneider gegen Dr. Czech eine Kampagne übelster Art entfaltet, eine Kampagne, deren Ziel es war, Dr. Czech als einen Mann hinzustellen, der aus materiellen und anderen Gründen nicht aus dem Amte gehen wolle. Eine gewisse Journaille hatte die Frechheit. Dr. Czech vorzuwerfen, er habe eben noch das Minis rodni Noviny" freiden es Dr. Czech als schiveres stergehalt für April einstecken wollen. Die Nás Verbrechen an, daß er jetzt noch im Bereiche seines Reſorts 43 Deutsche angestellt habe und die Hen leinzeitungen fallen über ihn her als über einen Volksverräter und borgen sich dabei alle die Argus mente aus, die sie in gewissen tschechischen Blät tern finden. Es sind die Hasser der Sozial, haben und einander die Bälle zuwerfen. Sie be demokratie, die da zueinander gefunden geifern Dr. Czech und meinen die Partei. Neben d ,, Národní Noviny" hat sich am Samstag der Slovenský Hlas" besonders aus. gezeichnet, der die ebenso niederträchtige wie dumme Frage stellt ,,, wann sich Dr. Czech eigents lich für das Vaterland opfern" werde. Dem., Slovenský Hlas" und allen anderen Gazetten, die es für zwvedmäßig halten, Dr. Czech mit Schmuß zu bewerfen, antworten wir in aller Klarheit und Deutlichkeit: Dr. Czech hat sich durch mehr als acht Jahre für das Vaterland geopfert! Er hat der Republik und seiner Bevölkerung all seine Arbeitskraft und seine Gesundheit gegeben. Mit einem Fleiß, einer Beharrlichkeit und einer Selbstlosigkeit ohnegleichen hat er die Ressorts verwaltet, die ihm anvertraut waren und in der wirtschaftlich schwersten Zeit der Republik Leistun gen gefekt, die ein anderer als dieser Mann faum hätte vollbringen können. Dr. Ezech ver dient den Dank des Vaterlandes und aller feiner Bürger, den Dank für eine Leistung, für einen Opfermut ohne Beispiel. Nichts von ten Behauptungen der Ver. leumder ist wahr: Dr. Czech blieb im Amt im Auftrage der Partei und aus Parteidifsiplin. Er scheidet aus dem Amte im Auftrage der Partei, nach heroifchester Pflichterfüllung. Die Dankbarkeit und die Bewunde Araber erschießt britischen Offizierung der Arbeitermaffen für seine unvergleich. liche Leistung laffen das Benehmen der journa Kairo. Samstag vormittags wurde der bri- listischen Auchpatrioten, die Dr. Czech mit tische Fliegeroffizier Hobson auf dem Flugplatz Schmus bewerfen, um so verächtlicher und niedri Ramele in Palästina von einem Araber erschossen. ger erscheinen. Die Mütter und die Mädchen hoben flehend die Hände, als sie am Leib abgetastet und unter sucht wurden. Das war üppig, Schoß, Hüften und Brust. Das zitterte wohl envas, das war wohl etwas falt, aber Karls Soldaten fühlten das nicht, weil ihre Hände nach der Beute brannten. Die Eltern und Großeltern saßen in der Finsternis. Wenn in ihren geängsteten Gedanken der Aufruhr nachließ aber er ließ nicht nach - dann vernahmen sie die feindlichen Trommeln mit der wirbelnden Drohung: Hüte dich, wir Der Königs Leibgardisten stießen die Fenfommen!" Und alle fürchteten sich sehr, und sie dachten nicht mehr an Rache. Auf die Nache wartete nur Maria de Padilla. Sie wartete in ihrem Hause, in dem die Totenferzen brannten. Sie versammelte um sich alle ihre Leute, und sie schrien:„ Rache für den geliebten Herrn Don Juan de Padilla!" Und es schrillte und schrie die Herrin noch lauter: Wenige seid ihr, ihr Tapferen. Aber hat David nicht den Goliath erschlagen? Rache, Rache an den Feinden Toledos!" sterladen auf. Der Tag flutete in den Raum. Sie erblickten an den flehenden Händen noch Ringe mit funkelndem Stein, und sie schäumten über vor Entrüstung: Ihr, die ihr hehlt, die ihr greinend in den Himmel greift wie die Ins schuldsengel, habt ihr darum den Schatz der Gottesmutter gestohlen, damit ihr euch belluntert? Wir spucken auf eure Juwelen, ihr runden, wenn auch schon etwas ranzigen Witten von Toledo!" ..Und wenn wir nicht spucken?" zischte Wolf von Einem, in dem er die Finger einer Dame beschnüffelte. Dolch mit der kalten Schneide auf der Blüte ihrer Brust, aus der sie einstmals ihren Sohn genährt hatte. Sie trat an das Bett ihres Sohnes. Sie zog ihm die Dede über den Kopf, das mit er schneller entschlummere. Nachdem sie das Leinen glattgestrichen hatte, setzte sie sich neben dem Bett ihres Sohnes nieder. Die Augen der Dame irrten im Zimmer umher. Der Entseelte, er lag zu ihren Füßen. Aber draußen marschierten die andern, ritten die andern, trommelten die andern, from peteten die anderen, donnerten die Glocken für die andern. Nicht denken, nicht rechnen, nur gefaßt sein! Sie fonnte aber plößlich weder denken, noch rechnen, noch sehen, noch hören. Die atmende Brust spürte sie nur noch dort, wo die Schneide des Dolchs ruhte. Sie fühlte nur noch so viel Kraft, um dem Dolch zu helfen, damit er sein Ziel nicht verfehle. XVII. Des Königs Leibgardisten waren bei alldem Die Dame verstand ihn nicht. Gehüllt in Fest des Sieges arg zu kurz gelommen. Sie waren immer nur als Meute an ihren Herrn gelettet ihre schwarzen Schleier, stand sie regungslos da. gewesen, und man hatte sie nicht einmal wäh- Wolf von Einem schwänzelte, und er musterte die rend der Schlacht zum Schuß herangelassen. Sie Ladstiefelchen der Dame: So Füßchen", flötete Noch hatte Kaiser Karl das Gewand, an mußten den König bewachen dort, wo das Sau- er ,,, wie die Sennoras hierzulande haben unsere dem die Juwelen strahlten, nicht ausgezogen. fen der eisernen Rebhühner und Wachteln nur Damen nun nicht. Mohnrote Lippen sind ver- Auch Erzbischof Hadrian prunkte noch mit den noch wie ein Fliegenschwirren summte. Es hatte pönt bei unsern törichten Jungfrauen. Aber sie Sonnen und dem funkelnden Sternenreichtum fie schrecklich getränkt, so in der noblen Faulheit wissen nicht, was reizend ist, was ziert, was todt, feines Amtes. Die Majestät hatte gethront, zu bersumpfen und sich wie die Kapaunen mästen was den Hosenlab Holla, Holdeste To- während ihr Siegesfest in der Kathedrale von ,, Ach nein", flehte Maria de Padilla, sie zu lassen. Icdos!" Toledo begangen wurde. Aber hatte sie die nicht erinnern an das Verbrechen unseres RauJest wenigstens ließ Karl fie laufen. Er ver- Er sprang die Dame an, bevor sie es hin- Benedeiung nicht erst nach dem Werk des Hohes bes! Vielleicht vergißt sie noch einmal, vielleicht setzte ihnen einen Fußtritt, damit sie es noch bes- dern konnte. Er umschlang ihre Hüften. E: priesters und feiner Gehilfen empfangen? Satte sieht sie endlich, wie fromm wir zu sein trachteten. fer gelaunt und tapferer täten. Er rief ihnen zu: hob sie hoch. Er preßte sie an sich. Er grub der Herr des Simmels sich nicht erst nach ihrer als wir sie beraubten! Vielleicht stellt sie sich in Los, ihr Räuber! Saben sollt ihr, was ihr ver- seinen Stopf in ihren Schoß. der letzten, dunkelsten Minute noch einmal auf dient. Hinein nach Toledo! Seid ihr's zufrieden?" Plößlich war er still. Seine heißen Sände unsere Seite, und diesmal, um uns wegen unses Den gehärteten Nußkolven voraus, spreng- lösten sich. Er griff zum Nacken. Und der Dolch res großen Unglücs zu verzeihen!" ten sie die Haustüren, stürzten sie sich in die steckte bis zum eft in seinem Naden. Schaudernd und verehrend blickten sie alle, Räume, stocherten sie in Matraßen und Säcke Die Dame wickelte sich noch fester in ihre Strüppel und Greise und alle Matronen und Mäd- und Kinderbetten. Die Kinder weiten nach den schwarzen Schleier und wartete auf die Folgen chen und alle Kinder, zu dem Banner des Fähn- Müttern, und die Greise besänftigten:„ Alles, ben, die eintreten würden. Sie befühlte ihre richs hinauf und versuchten, wenigstens eine Ses was Toledo befibt, es gehört ben errent. Aber Brust. Berstedt unter dem Kleid war noch ein Ellbogen des Kinderschattens, se i Toledo befißt nichts mehr. Was es besaß, fault Dolch. Um. den richtig zu gebrauchen, dazu wür ne& Sohnes, zu streifen oder wenigstens die Haut im Felde von Villalar." den ihre Kräfte noch genügen. Sie fühlte den. tunde " Empfehlung herbeigelaffen, dem Herrn der Erde seinen Odem einzublasen? In der Sicherheit des himmlischen Sieges über den irdischen Sieger sprach der Hohepriester sein Amen. Doch er begnügte sich noch nicht, mit der Befriedigung darüber, daß kaiserliches Leben nur glänzte, weil es von Gott befeuert war. Er verlangte noch eine letzte Prüfung für den Kaiser. ( Fortseßung folgt.)' L 3 11 335 h des all nene bon theit Pars om irde, dem offen fter. e t. der inde, igen bc. i. ben egen Itet, als und olle. Dr. inis Ná eres ines Den nen Tät I. ben Бе am Us wie Ents eren sed fler urm crt! all Bent. net Oris der ann mer Her en er. im i im ht deid= 10mit ri life mint Das Jen net ent. Cit die och rt, Ite an en. men nt. on die Jes tte et de пев ter nit en Er Den Mr. 85 Sonntag, 10. April 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Ein sozialistischer Minister ren schwerster Arbeit und höchster Leistung hat Ludwig Czech zumindest für seine Person dieses Wort widerlegt. Bis an die Schwelle ſei nes sechzigsten Lebensjahres war er der DeffentSeite 3 Gegen die verbrecherischen Flüsterer! Das amtliche Tschechoslowakische Presebüro verlaufbart: Immer wieder treten verschiedene falsche alarmierende Nachrichten auf, die von unverantwortlichen Elementen, größtenteils als Flüsternachrichten, ver dern um die soziale Orientierung der Wirt schaftspolitit überhaupt, im Kampfe um die Erhaltung und den Schuß der Demokratie inmitten ,, Un socialiste ministre n'est pas un legislatorischen Vorarbeiten zu schaffen. Aber der faschistischen Hochflut, im Kampfe um den breitet werden, die unter die Bevölke. ministre socialiste" wenn ein Sozialist Mis mit einer ganzen Reihe sozialgesundheitlicher Frieden in einer von schweren Kriegs icfahren rung Unruhe, Mißtrauen, Verwirrung nister wird, ſo iſt er kein ſozialistischer Minister, Aktionen hat er sich auch auf diesem, bisher recht bedrohten Welt, im Kampfe um nationale und Furcht tragen. Um dieser ver fagt ein biſſiges französisches Wort. In icht Jah unzulänglich betreuten Gebiete als Reformer und Gleichberechtigung und nationale Verständigung brecherischen Tätigkeit mit Organisator bewährt. Mit der Genesungsaktion in der Fieberhibe des agressivsten Nationalisfür die Kinder der Arbeitslosen hat er seinen mus hat Ludwig Czech ein Wert vollbracht, das einem Schlage ein Ende zu machen, er vielen Hilfswerken ein neues hinzugefügt. hier im einzelnen gar nicht gewürdig: werden suchen wir die Bevölkerung, solche All das war nur möglich, weil Gzech mit fann, weil dazu die Geschichte der letzten acht Flüsterer, Verbreiter falscher Nachrich feinem tiefen Wissen und seinem energischen Zahre erzählt werden müßte. Wenn die deutsche ten, fofort von der Polizei Bsillen auch das warmfühlende Herz verbindet, Sozialdemokratie in einem Jahrzehnt unver- oder Gendarmerie sicher. da3 erst den wahren Sozialpolitiker macht Seine gleichlicher Schwierigkeiten unerschütterlich einen stellen zu lassen und so in der Arbeit entsprang nicht bloß dem Verständnis für geraden und flaren Weg ging, so hat seine feste heutigen ohnehin ernsten Zeit mitzu die Sache, sondern vor allem der Hilfsbereit Sand und sein zielbewußter Wille daran ein- helfen, die Ruhe, Besonnenheit und schaft für die notleidenden Menschen. Und wie entscheidendes Verdienst. Wenn der Sozialismus er im großen hilfsbereit und darum schöpferisch in unserem Lande ein mitentscheidender Faftor Ordnung aufrechtzuerhalten. Wer nicht war, so auch im Kleinen und Einzelnen. Sein geblieben ist und bleiben wird, so hat er daran so handelt, trägt zur Verbreitung von Amt war nicht nur eine Werkstatt der großen Unruhe und Panik bei. Reformen, sondern auch der tätigen Hilfe für menschliches Leid. lichkeit auch der deutschen fast nur als der oppositionelle Politiker und unerbittliche Kritiker bekannt. Es war für viele eine lleber raschung, zu sehen, was Czech, durch das Wers trauen der Bewegung auf einen neuen, höchst berantwortungsvollen Posten gestellt, an posi tiben und schöpferischen Leistungen zu setzen vera mochte. In acht unerhört schweren Jahren hat sich Ludwig Czech um den Staat verdient ge= macht, ohne dabei auch nur einen Augenblick die Interessen der arbeitenden Menschen aus den Augen zu verlieren. Aber es wäre falsch und einseitig, in Ludwig Czech nur den großen Sozialpolitiker zu sehen. Die Politif, die gesamte Politit einer Sroalitionspartei ist im hohen Maße an die Wirkfamkeit ihres Vertreters in der Regierung gefnüpft, in deren Schoße die wichtigsten politischen Entscheidungen fallen. Im Kampfe nicht nur um die Ausgestaltung der Sozialpolitit, sonNach eindeutiger Flüsterpropaganda einen ehrenvollen Anteil. Ludwig Czech, der sozialistische Minister, hat einen großen Fehler gehabt: Er hat es zu wenig verstanden, seine Leistung an die Oberfläche der öffentlichen Meinung zu bringen. Um so mehr ist es unsere Pflicht auszusprechen, was historische Wahrheit ist: Sein Wert ist mit unauslöschlichen Zügen einverleibt in die Geschichte unserer Republit, sein Werk sichert ihm für alle Zeiten den unauslöschlichen Dank der sozialisti fchen Bewegung. aber auch in Zukunft nichts gegen die Arbeiterbewegung unternehmen, für die er ,, durch volle achtzehn Jahre leidenschaftlich gearbeitet" habe. Wir haben uns um so mehr verpflichtet ge= fühlt, von diesem Endverlauf des Falles Hrdlička unsere Oeffentlichkeit in Stenntnis zu seßen, als uns von befreundeter Seite berichtet wird, daß Hrdlička, der sich schon seit Wochen in außer ordentlich erregtem Zustand befand, am gestrigen Samstag in seiner Wohnung im Bette liegend mit einem schweren Nervenfieber scheinlich sogar durch Mißbrauch unse- und von Weinfrämpfen geschüttelt angetroffen res Sdp Wappens, irgendwelche Verwurde. Hrdlička gab seinen Besuchern zu verstes widlungen heraufbeschwören! Unsere ein hen, daß er seinen Fehler und Irrtum auf das zige Abwehr gegen diesen te uflichen Plan tieffte bedaure und daß er sein Leben als verJeder Kamerad muß sich für den anderen verant dem Drängen der SDP- Propagatoren folgend, wortlich fühlen, jeder einzelne muß die Augen einen Schritt setzte, mit dem er seine Vergangens offen halten, um unbedachte Heißsporne zur Ordheit auslöschte und in entscheidender Stunde una nung zu rufen und um böswillige Provokationen treu ward. unwirksam zu machen. mehrdeutige Fanfarenstöße aur fein: eiſerne bedingungslose Disziplin! pfuscht anſehe, weil er, im Nervenzuſammenbruch Wie der Zeit" zu entnehmen ist, hat Herr Konradenlein durch die ,, Sudeten deutschen Pressebriefe" einen Aufruf verbreiten laffen, in dem es unter Hinweis auf den sudetonazistischen Begeisterungssturm wegen der Einverleibung Desterreichs durch Hitler und aus Anlaß des heutigen Wahlsonntags also heißt: Für alle Schwankenden ist der Fall Hrdlička eine Lehre. Für die SdP ist sie eine Blamage: endlich glaubten sie einen sozialdemokratischen Funktionär so weit gebracht zu haben, um mit ihm zu paradieren und Stimmung zu machen und nun müssen sie sehen, daß es auch damit schon vierundzwanzig Stunden später- Essig ist. Die..Rundschau" nennt da einen Plan, der, wie sie selber weiß, überhaupt nicht existiert,., teufWir fönnen mit Stolz darauf hinweisen und lisch". Die deutschen sozialdemokratischen Arbeis gerade auch die Anerkennung des gesamten Deutsch- ter aber werden diese Methode, einen bolschewistitums verzeichnen, daß wir uns abermals als deutschen Teufel an jene Wand zu malen, aus der vielsches Ordnungselement erwiesen haben. Trokdem licht gegen den augenblicklichen Wunsch der Füh versuchen internationale Unruhestifter und bolfches rer allzu unentwegte Hakenkreuzler hervorbrechen wistische Seher hierzulande im Sudetendeutsch lönnten, als plump durchschauen und unbeirrt durch die widersprechenden Tonarten, in denen diese Herren reden, am 10. April und an jedem hat Recht gehabt! Tag nachher eiserne Disziplin und mustergültige In einem streng vertraulichen" RundOrdnung bewahren. Die SdP- Anhänger mögen schreiben an die Streisleitungen zur Weiterlei mal herhören": wir deutschen Sozialstung an die Streis- und Bezirksvertrauensleute demokraten halten die Augen offen! der SDP- Aerzteschaft" hat der SdP- Abgeord tum Unruhen zu provozieren. Ich fordere alle, die zu meiner Bewegung stehen, auf, allen derartigen Versuchen in gewohn ter Bucht und Ordnung zu begegnen und selbst alles zu unterlassen, was nicht von den zuständigen Parteistellen anges ordnet wird. Ich habe veranlaßt, daß jedes Mitglied der Bewegung zur Verantwor tung gezogen wird, das unsere mannschaftlichen Gesetze von Zucht und Ordnung verletzt. ALPA Franzbranntwein zum Gurgeln Zu früh gefreut! Herr Dr. Jilly nete Dr. Jilly- die Expedition dieses Rundfchreibens erfolgte als Beilage zur Weifung der Hauptstelle S- 5/ 87 der Sudetendeutschen Para tei seinerzeit den ,, Aerztekameraden" von der neuen wiffenschaftlichen Zeitschrift des Reichsverbandes deutscher Aerztevereine gesagt, daß ,, diese Zeitung, in unserem Sinn geschrieben", die Intereffen der SdP( unsere Belange") vertreten werde. Dieses streng vertrauliche Hundschreiben wurde in einer Reihe von Blät fern veröffentlicht und auch wir haben uns am 15. Jänner mi: ihm beschäftigt. Der„ Reichsverband der deutschen Aerztevereine" und die Redaktion seiner wissenschaftlichen Zeitschrift haven sich damals beeilt, zu beteuern, von einer Politisierung des Verbandes oder des Blattes mern der neuen Zeitschrift..Der deutsche Arzt in fönne feine Rede sein. Inzwischen sind dret Num Ludwig Czech hat in den Jahren seiner Regierungstätigkeit nacheinander drei wichtige Refforts verwaltet: soziale Fürsorge, öffentliche Arbeiten und Gesundheitswesen. Er ist in diesen Funktionen, was feineswegs von jedem parla mentarischen Minister gesagt werden lann, ein ausgezeichneter Ressortminister gewesen. Czech ist vor allem Sozialpolitiker. Als führender Funktionär der Krankenversicherung und der Wir finden, daß dieser Aufruf Konrad HenJugendfürsorge, als Gründer unserer Arbeiter- leins reichlich Stoff zum Nachdenken gibt. Daß fürsorge", aber auch als gründlicher Kenner der etwaige Versuche, Unruhen im Sudetendeutschtum sozialpolitischen Gesetzgebung hatte er sich schon zu provozieren, auch in diesen Tagen nicht von vielfach bewährt und einen Schatz von Erfahrun- internationalen Unruhestiftern und bolschewiſtigen gesammelt, als er im Dezember 1929 an schen Hezern" ausgingen und ausgehen, weiß man die Spitze unserer sozialen Verwaltung berufen nicht nur in Asch, Bodenbach und Jägerndorf, sonwurde. Durch seine Sachkenntnis, durch seine dern auch in Prag, Paris und London. Und die legislatorische Begabung, durch seine unerhörte SDP- Zeitungen und die SDP- Redner in VerArbeitskraft und durch die Wucht seines sozialen sammlungen und im Parlament haben selber Bollens sicherte er sich einen Ehrenplay in der nicht zu verschweigen versucht, daß die Unruhe, zur SdP zurückgezogen Geschichte unserer Sozialpolitik. Die sozialpoli- die just seit dem Einmarsch Hitlers in Desterreich tische Entwicklung der Tschechoslowakischen Repu- über große Teile des Sudetendeutschtums geschaftsfunktionär Johann Hrdlička in Karlsbad Wir haben gestern berichtet, daß der Geverf blik hat zwei Aufschwungsperioden zu verzeich- tommen ist, eben einerseits von außen und aus der DSAP ausgetreten ist; und die Zeit" der Tschechoslowakischen Republit" erschienen und nen. Die erste, die Periode der großen Reformen anderseits von der nationalistischen berichtete gestern bereits triumphierend, daß siehe da, in der Nummer 3 beschäftigt sich Herr nach dem Umsturz, ist unauflösbar verbunden Welle stammt, die man jetzt im judetendeutmit dem Namen Leo Winters, die zweite, die schen Gebiet hochgehen ließ. Wenn also Herr Periode der Krisengesetzgebung nach der Stagna Henlein in letter Stunde vor dem 10. April dietion unter dem Bürgerblod, ebenso unauflöslich sen Wogen einen D a m m entgegenzuseßen bes mit dem Namen Ludwig Czechs. müht erscheint, so läßt das sehr wohl den Schluß zu, daß er sich aus ganz bestimmten Gründen genötigt sieht, die Begeisterung der zeit nicht ins ferlose wachsen zu lassen; vielleicht besteht ein sehr inniger Zusammenhang zwischen dieser Willenstundgebung Henleins und dem, was man ihm bei seiner jüngsten Anwesenheit in Bers Die Verbesserung des Genter Systems der Arbeitslosenfürsorge, deren wesentliche Errun genschaften auch nach dem durch tvürgende Finanznot erzwungenen teilweisen Abbau erhal ten blieben, die Einrichtung der preduktiven Arbeitslosenfürsorge, die Schaffung der so viel geschmähten und doch unentbehrlichen, für Zehntausende zum letzten Rettungsanfer gewordenen Ernährungsaktion legen dafür ebenso Zeugnis ab wie die Wiederbelebung der öffentlichen Baus förderung und der jahrelange erfolgreiche Kampf um den Schutz der sozial Bedürftigen beim uns bermeidlichen stufenweisen Abbau des Mieterschutzes. Die Schaffung der Jugendgewerbe inspektion, die Ausgestaltung der Jugendfürsorge bei Herstellung der nationalen Gerechtigkeit und die Verbesserung der Kriegsbeschädigtenfürsorge ergänzen das Verzeichnis der Leistungen, ohne es zu erschöpfen. in gesagt haben könnte. Und wenn jemand nicht sicher weiß, ob die Geister, die er rief, im Nu völlig au bannen sind, dann greift er allenfalls zu dem Versuch, vorweg andere dafür verantwortlich zu machen, wenn eben vielleicht doch hier oder dort einer ungewünscht aus der Meihe tanzen sollte! Im übrigen aber dürften Herrn Henleins Vorstellungen davon, wie die Diſziplinierten etwaigen Undisziplinierten begeg nen" sollen, nicht einmal den hellhörigsten Partisanen Henleins völlig klar sein. Dagegen wird der Versuch Henleins, der SdP gegen Heißsporne ein Alibi zu sichern, indem Erzedenten dann eben als„ Volschetvisten" hingestellt werden sollen, unterstrichen und verdeut34 licht durch einen anderen Aufruf. den am selben Tage die.. und sch a u" veröffentlicht. Dort heißt es unter anderem: Auch als Minister für öffentliche Arbeiten ist Ludwig Czech der große Sozialpolitiker ge= blieben. Im Rahmen der damals- 1934 recht bescheidenen finanziellen Möglichkeiten unermüdlich auf Arbeitsbeschaffung bedacht. hat er durch Realisierung der Vierzigstundenwoche bei öffentlichen Arbeiten den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit geführt. Er hat den Berzarbeitern. eine Reihe sozialer Verbesserungen erfämpft, vor allem das Gesetz über die Bergiverksinspektion. Als Minister für öffentliches Gesundheitswesen vermochte er für die dringend notwendige Reform unserer Sanitätsgesezgebung nur die Hrdlička hat seinen Beitritt Hrdlička auch schon der SdP beitrat. Unter dem Dr. Muntendorf mit dem Buche eines flo Titel Ein Sozialdemokrat findet zurück" trat die Zeit" diesen Fall breit. Was wird sie heute melden? Denn heute ist auch in Sarlsbad bereits folgendes zu lesen: Hrdlička hat am Samstag der Bezirksleitung der SdP in Karlsbad retommandiert nachstehendes Schreiben gerichtet: ..Ich habe gestern bei Herren Ihrer Organisation in einem Zustand eines schweren Nervenzusammenbruchs eine Beitrittserklärung zur SdP unterschrieben. Ich ziehe diese Beitrittserklärung zurü d. Weiter mache ich aufmerksam, daß es sich in meinem Schreiben an die Kreisvertretung der Deutschen sozialdemokratischen Partei in bezug der Aeußerung des Herrn Abgeordneten de Witte um einen Teil eines Privatgesprächs handelt, der finngemäß anders gemeint war. Ich ziehe mich aus dem öffentlichen Leben zurück und ich ersuche daher, meinen Entschluß zur Kenntnis zu nehmen, wonach ich einen Beitritt zu Ihrer Partei zurückziehe, da dieser Entschluß in einem Moment gefallen ist, wo ich in einer se e lisch en Depression und unüberlegt gehandelt habe. Ich zeichne hochachtungsvoll Hrdlička. Gleichzeitig mit diesem im wesentlichen ge= nügend flaren, in der Diktion allerdings nervösen Her hören Kameraden! Die Kom Brief richtete Hrdlička auch an die Kreis ver mune will provozieren! Nicht etwa tretung der DSAP in Karlsbad ein durch Demonstrationen gegen das großdeutsche Schreiben, in dem er gleichfalls feststellt, daß er Reich, nein, tüdischer noch: sie will die seinen Beitritt zur SdP im Zustand einer NerFreude und Aufgeschlossenheit unserer deutschen venerschütterung erklärte, daß er diesen Beitritt Menschen dazu, auenüßen, um in der Ma se inzivischen schon zurückgezogen hat und daß er sich ,, nationaler Begeisterung", wahr aus dem öffentlichen Leben zurüdzieht; er werde wakischen Universitätsprofessors über das Po= pulationsproblem. Dagegen wäre noch Dr. Muntendorf, der, soweit wir wissen, fei= nichts einzuwenden. Aber was bemängelt Herr neswegs Arzt, sondern Angestellter des Bundes der Deutschen iſt, an einem Buch, das ein ernstes seriöses Wert darstellen soll? Man höre: ,, Weiters schiene uns bei der Erörterung der biologischen Lage eines Landes, das Gebiete mit beträchtlichen Unterschieden in der Fruchtbarkeit ( 3. T. völkisch bedingt) vereinigt, auch angebracht, die regionalen Unterschiede... mit zu berücksichtigen. Vor allem wäre endlich auch eine stärkere Betonung der qualitativen Seite des Bes völkerungsproblems wünschenswert. Es kann wohl fein Zweifel mehr darüber bestehen, daß auch für die Völker der Republik infolge der gegenwärtigen radikalen Geburtenbeschränkung gerade bei den er b tüchtigsten Schichten die Gefahreiner immer stärleren biologischen Gegenauslese immer bedeutender wird. Besonders auf den letzten internationalen Kongressen in Paris und Berlin wurde von den namhaftesten Vertretern der modernen Bevölkerungswissenschaft immer wieder darauf hingewiesen, daß jede Förderung der Zahl allein( ohne Berücksichtigung qualitat: ver Gesichtspunkte) schließlich Förderung der er bunterwertigen Masse bedenten und damit einen immer rascheren Kulturverfall einleiten müsse. Jede Bevölkerungspolitik muß daher gegenwärtig neben der Forde rung der Einhaltung der Volkszahl die der Förderung der erblich hochwertigen Seite 4 Sonntag, 10. April 1038 Nr. 85 Auslese uni> der Zurückdräagung de» ni inderwertigen Erbgutes stellen." Das steht nicht etwa in dec„Rundschau", sondern in der unter Mitwirkung der Prager Deutschen medizinischen Fakultät herauSgegebenen wissen« schaftlichenZeitschrift des Reich S- verbandcs deutscher Aerztever- e i n e, der nicht nur die völkische Aerzteschaft umfaßt, sondern auch jener Aerzte, die sich, aus welchen Gründen immer, trotz Hacker und Hilgenreiner, nicht gleichschalten lassen, von den sozialdemokratischen Acrzten gar nicht zu reden. Herr Abg. Dr. Jilly hat also mit seiner Prophezeiung, daß„diese Zeitung, in unserem Sinn geschrieben, unsere Belange vertreten" werde, Recht behalten. Er wird schon gewußt haben, mit welchem Recht er seinen Aerztekameradcn solche Versprechungen macht. Möchte uns aber die Leitung des Reichsverbandes deutscher Aerztevereine nicht endlich doch sagen, wie sie zu dieser ganzen Angelegenheit steht? Ob sie sich am Ende gar. und zlvar inklusive gewisser Herren, denen nur daS Großmütterchen zu ihrem Leidlvesen die volle Gleichschaltung unmöglich macht, mitdenBe- streb ungen einer auf eine bestimmte Weltanschauung ringest eilten Gruppe von Aerzt«n innerhalb deS Verbandes identifiziert. DaS würde wesentlich zur Klärung beitragen l Die Führerschule des Sozialistischen 3ugendverbandes Tie jungen Funktionäre der SJ in der RcichSjugendschule in S ch ö n f e l d bei Elbogen diskutieren über die bisher aufgetvorfenen Orga- nisations- und vor allem Zeitungsfragen mit aller Leidenschaft und brennendem Interesse. Dabei zeichnet alle Schüler eine unerhörte Sachlichkeit in der Diskussion aus. Wie sic da aufstehen, diese jungen Arbeiter und Arbeitslosen und ihre Meinung kundtun, muß man milerlebt haben. Die Vorträge deS Erich L i n d st a c d t, den wir als -einen guten Lehrer kennenlernten, fanden wiederum einen höchst interessierten Zuhörerkreiü, behandelte er doch das Thema„Der junge Mensch". In mehreren Stunden umriß er alle Fragen, die dieses wunderbare Problem umrahmen. Die Diskussion auch hier immer wieder lebhaft und doch klar und nicht einseitig. Die ersten SchulungStage brachten aber auch einige Exkursionen. So besuchten die Reichsschüler in Karlsbad die Mincralsalziverke, die Mineralwassererzeugung, die Sprudelanlagcn und die Betriebe der„Graphia"-Dr»ckerei. In Elbogen wiederum stöberten die Schüler in dem überaus interessanten Museum und in der mehr als tausend Jahre alten Burg umher und lauschten den Erklärungen der Fremdenführer. Daneben stillten einige kleinere Spaziergänge und der Besuch einer kleinen Theatergruppe die weitere Freizeit aus. Ist das Wetter besonders schlecht, so sitzen die jungen Menschen im Raum beisammen und diskutieren oder sie pflegen den Gesang und die Musik oder verbringen die Freizeit bei guter Lektüre. I. K. Hof. und Personalnachrichten. Stabschef des Herrn Konrad Henlein ist ein Herr L a m» h e l.— Tas erfährt man aus einem Bericht der „Zeit" über«ine Tagung sudentendeutscher Bauernschaft im Deutschen HauS in Prag, allwo eben auch Konrad Henlein erschien,»der von Stabschef Lammcl begleitet war." Mandatsverzicht LieblS und WagnerS. Die EdP hat die gegen die Abgeordneten überreichten Wahlgerichtöbefch werden zurückgezogen. weil die Abgeordneten ihre Mandate mit Ablauf April freiwillig nieder l e g e n. Nichtigkeitsbeschwerde im Prozeß Hamm. Wie jetzt bekannt geworden ist. wurde von der Staatsanwaltschaft gegen daS Urteil im Prozeß Hanim die Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung gegen die bedingte Verurteilung angemeldet. „Nein arisches Geschäft"— daS gibt's auch schon in der Tschechoslowakei l Wie daS„Trau- tenauer Echo" berichtet, schickt die in P o l i tz ansässige Schnapsfabrik Pell» Kuverts, auf denen am Rande mit Fettschrift der Vermerk„Rein arisches Geschäft" steht. Daß man so etwas duldet, ist unergründlich, denn die Behörden müßten doch wissen, wohin der Boukott im Wirtschaftsleben führt I Daß aber noch dazu eine Firma, die Fusel erzeugt, sich wichtig macht, weil die Leute, die von der armseligen Leidenschaft der Alkoholiker reich geworden sind, keine Juden sind, das ist denn doch schon der Gipfel der Unverfrorenheit! Die Haupttreffer der Reichenbergrr Messe. Der 1. Haupttreffer im Werte von 100.000 UL wurde von einer armen Gärtnerfamilie in Dur gewonnen. Tiefe bedürftigen Menschen hatten bisher einen recht schlveren Lebenskampf zu führen. Am letzten Tage noch wurden die drei zugeschickten Lose mit geliehenem Gelde bezahlt. In den letzten Tagen wurde auch der 2. Haupttreffer behoben. Dieses Haupt- trefferloS wurde nach Bergstadt, Bezirk Römerstadt, versendet und von einem ebenfalls bedürftigen Land- wirtschaftsgehilfen bezahlt. DaS S. Haupttrefferlos gelangte zweimal an verschiedene Adressen zum Versand, ohne daß da? Los bezahlt wurde. Der Präsident der Republik empfing am SamStag den Gesandten in Kopenhagen Dr. V. I b l, ferner den Gesandten in Brüssel Dr. Vl. Sl"vik sowie schließlich den Ilniversi'älSprofcs- for M. W. Graham auS Los Angeles. Oer Staat vermittelt Gasmasken-Ankauf Am 11. April 1985 wurde daS Gesetz über den Schuh gegen Fliegerangriffe verlautbart, das auch die Pflicht statuiert» sich au? behördliche Aufforderung eine Gasmaske anzufchaffen und in gebrauchsfähigem Zustand zu erhalten. Rach sage und schreibe drei Jahren kündigt nun daS Innenministerium endlich an, daß eS die Beschaffung der Gasmasken im großen organisieren will und in den nächsten Tagen Richtlinien heraus- geben wird. AuS der Verlautbarung geht hervor, daß der geforderten Vorausbezahlungaz Ls. düstojnictva", Prag ll, Stifanllü» düm, gedenkt auch heuer seine bereit! dreimal vorgenommene Aktion durchzusühren und Kinder tschechischer Offiziersfamalien über die Ferien in deutschen Familien unterzubringen. Deutsche Eltern, di« über diese Zeit«in tschechische» Ossizierikind in Pflege nehmen wollen, mögen ihre Adresse und Bedingungen dem Svaz bereit» jetzt bekanntgeben. Nm die Büchereien der ehemaligen österreichisch- ungarischen Stegimentsr. In den nächsten Monaten wird da» Ministerium für nationale Verteidigung die Bücherbestände der ehenraligen österreichischungarischen Regimentsbibliotheken, Kasino» usw. anfordern und ordnen. Diese Bücher werden, soweit sie noch vorhanden und verwendbar sind, entweder. in die HeereS-Zentral-Bibliothek oder in die zuständigen militärischen Fachbüchereien eingereiht'werden. In dem Bergen Skiwottvr! In ganz Mitteleuropa traten SamStag sehr zahlreiche Schneeschauer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf. In den höheren Lagen, Ivo andauernder Frost herrscht, bleibt der Schnee liegen, so daß SamStag morgen» auf den Gebirgskämmen an der Nordostgrenze de» Staates erneut eine Schneedecke von 40 bis 100 Zentimeter verzeichnet wurde. Die Zufuhr kalter Luft au» Nordtvest gegen Mitteleuropa dürste in den nächsten Tagen ettva» Nachlasse». Eine durchgreifende Besserung und Erlvärmimg ist jedoch vorläufig noch nicht zu erwarten.— Wahrscheinliche» Wetter Sonntag: Veränderlich. Schauer, in den Niederungen, Nachtfrost, untertag» mild, Nordtveit« wind.— WetterauSsichten für Montag. Andauern de» unbeständigen Wetter», aber etwa» wärmer. Abflauen de» NordwesUvinde». Mitteilungen aus dem Publikum. Im wetterwendische» April ist der menschliche Organismus stet» besonderen„Kraftproben" ausgesetzt: bald regnet'S, bald ist's warm und"die feuchte Aprilluft steckt voller ErkältungSbazillen! Seiea Sie im April doppelt vorsichtig! Verabsäumen Sie eS nie, Ihrem Spülwasser ei« paar Tropfen von Alpa-Franzbranntwein»«zusrhen: das desinfiziert die Mundhöhle, schützt vor Ansteckung und regelmäßige Einreibungen mit Alpa machen den Körper kräftig und widerstandsfähig! Alpa wird aus reinem Weingeist erzeugt! 100 85 Seite 5 ng chaft 14.30 rbeno 35. Wegs Frau, Mäd Der Orie raum 17.50 aus tiche otval. hude: nden, Lei ange ccata richt titche arten Dir. Wer Brof. unft bom .20: und nde: ifch Inh. Jön bert ing bau. ann. hten Cidhi, Ge _flo= ung ges der II. ung Eme 384. 2.40 en: Sub pi ber ber bis rag rs, Ξά und Gilt. fib 02hea ut die in Be= Nr. 85' Sonntag, 10. April 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Senoffen! Genoffinnen! Und die SdP? In jeder Betriebsversammlung Gewerkschaftsversammlung, Genoffenschaftsversammlung. Wählerversammlung, Frauenversammlung, politischen Bersammlung, Versammlung oder Sigung einer proletarischen Organisation sollt Ihr für die Sozialdemokratische Parteiprefe intensivste Werbearbeit leisten. Das Wirtschaftsbild Standal am Rings College. Sämtliche 150 Kandidaten, die das Eramen in Physiologie an der medizinischen Fakultät vom Kings College abgelegt haben, werden die Prüfung nochmals wiederholen müffen. Denn es ist ein Standal aufgekommen, der seit Menschengedenten sich noch nie an Universitäten ereignet hat, beſtimmt schon nicht an dem sehr vor. als sie sie jetzt für die ausländischen Boykottpläne nehmen Kings College. Der Vorgang ist allerdings produziert. Die Vereinigten Staaten sind weit in Mittelschulen gang und gäbe, aber da wird er Auf eine mehr als einfache Weise glaubt die und man kann daher den Sudetendeutschen man nicht so tragisch genommen, weil man die Unreife Zeit" die gefährlich werdende Boykottbewegung ches erzählen. Aber bier im eigenen Lande kann der Schüler als Entschuldigungsgrund für einen sol- erledigen zu können, die sich gegen fudetendeutsche man schwer von einem Kampf gegen das Deutschchen Streich anführen kann. Es fiel den Professoren, Waren in den Vereinigten Staaten, aber auch in tum reden, wenn tausende gute SdP- Leute ihr bie während der schriftlichen Prüfung die Aufsicht andern Ländern bemerkbar macht. Sie geht vor Geld in den Strumpf verstecken. führten, auf, daß etwa zwanzig Studenten baten, allem wie häufig sehr willkürlich mit der Wahr- Wir empfehlen der Zeit" dringend, die austreten zu dürfen. Die Die Prüfung dauerte nut heit um, wenn sie diese bedenklichste Erscheinung Ursachen für die Bewegung, welche heute vielen einige Stunden, ein dringendes und so häufiges der letzten Zeit als Boykottversuche amerikanischer deutschen Industriellen Sorge bereitet, einmal in Bedürfnis konnte darum bezweifelt werden. Der Juden gegen das Sudetendeutschtum abstempeln der eigenen Säuslichkeit zu suchen. Mit den schreckliche eBrdacht bestätigte sich auch sofort: man und damit unter der Bevölkerung die Vorstellung schnodbrigen Worten, daß die amerikanische Re- fetzung fand. Derzeit beſtehen keine Aussichten fand auf der Toilette ein ehrbuch der Physik ver- hervorrufen will, daß nur jüdische Firmen sich gierung den Bontotteuren auf die Finger flopfen auf eine Befferung. stedt, in dem verschiedene Zeichen die wichtigsten von deutschen Bezugsquellen abkehren wollen und solle, ist weder dem deutschen Arbeiter noch dem Kapitel angaben. Es war flar, da die Studenten, daß sie damit eine Aktion bezwecken, die gegen das deutschen Industriellen geholfen, die genau wiss die den Prüfungsraum verlassen hatten, in diesem Deutschtum gerichtet ist. sen, daß die Vereinigten Staaten- im Einver Lehrbuch nachgeschlagen hatten. Selbstverständlich ist Gerade heute, wenige Tage nachdem ein ge- nehmen mit allen in Betracht kommenden Wirt über sie feine Lifte geführt worden, und man konnie nau ausgearbeitetes Programm der Partei publi- schaftsorganisationen des Landes- mit der fich nicht genau erinnern, welche Studenten es waren. ziert wurde, in deſſen Mittelpunkt die Hilfe für Tschechoslowakei einen Handelsvertrag abgeschlos Die Prüfung ist daraufhin generell annulliert unsere Industrien und vor allem Mittel zur Föresen haben, dessen Begünstigungen für uns nicht worden. derung unseres Exports stehen, ein Programm, zuletzt damit motiviert wurden, daß die USA den Ein unfreiwilliges Kidnapping. Die ganze welches in gewissem Sinne eine Krönung unserer demokratischen Ländern entgegenkommen wollen, Härte der Lindbergh Bill gegen das Kidnapping hat ständigen Bemühungen ist, brauchen wir nicht erst genau so, wie sie Deutschland und Desterreich aus eine Miß Jean M. Kelly zu spüren belommen, die zu betonen, daß wir Boykottbewegungen der eben politischen Gründen von Rollbegünstigungen aus vem Gericht von Los Angeles zu lebenslänglichem geschilderten Art ebenso ablehnen und verurteilen geschlossen haben. Die Regierungen beider LänBuchthaus verurteilt worden ist. Miß Kelly war zwar wie jene, die seit Jahren systematisch gegen das der haben für unsere Industrien und Arbeiter geleine sehr ehrenwerte junge Dame, denn sie war Sudetendeutschtum durch Lahmlegung des Frem- tan, was erwartet werden konnte und durfte. professionelle Autodiebin, immerhin wäre die Strafe denverkehrs, des fleinen Grenzverkehrs, gegen Aber die SdP? wesentlich milder ausgefallen, wenn nicht das Kids unsere judetendeutschen Industrien im besonderen napping Gesetz angewandt worden wäre. Dabei hatte Miz Kelly nachweislich weder die Absicht gehabt, Mr. Joe Pearson zu kidnappen, noch überhaup: gewußt, das sie ihn entführte. Sie sah einfach in San Fran cisco eine Luguslimousine unbewacht und lange auf der Straße stehen und witterte eine gute Beute. Die Türen des Wagens waren nicht abgeschlossen, also fprang Mig Kelly in einem gegebenen Augenblic hinein, feyte sich ans Steuer und fuhr los. Sie bemerlie gar nicht, daß im Fond, und zwar auf dem Boden des Wagens, der Besizer, eben Mr. Pearson, fchlief, Er war völlig betrunken, und man fand ihn erst in der Garage in Los Angeles, wohin Miß Kelly den Wagen gesteuert hatte. Diese Garage war aber feineswegs in den Händen von Gangstern, und so fam Mr. Pearson natürlich davon, und die ganze Sadhe kam heraus. Miz Kelly wurde festgesetzt, aber nicht nur wegen Autodiebstahls, sondern auch wegen Entführung angeklagt, was zu dem furchtbaren Urteil führte. durch Preisdumping, Drosselung der Käufe usw., Vertrag mit der Türkei unterzeichnet von einer Seite betrieben wird, gegen die sich die Zeit" noch nie aufgelehnt hat. Aber wir haben Prag. Am 7. April wurde in Antara das es nicht nötig, so wie die Schuldigen an der neuen neue Abkommen über den Warenaustausch zwi Bontottbewegung um die Tatsachen herumzuschen der Tschechoslowakei und der Türkei und die schleichen und durch wahrheitswidrige Auslegun- gleichzeitig vereinbarte Clearing- Regelung unterzeichnet. gen den Schaden noch zu vergrößern. im Arnauer Gebiete ist bei den einzelnen Produktionszweigen sehr verschieden. Die Papierindustrie, welche in der leyten Zeit oft Arbeitsaussetzungen zu verzeich nen hatte, arbeitet gegenwärtig in voller Beschäf tigung. Auch in der Textilbranche ist in einigen Fabriken wieder eine leichte Erholung eine getreten, während in manchen Betriebsstätten Kurzarbeit oder Ausseßungen noch immer vorherra schend sind. Die Bautätigkeit ruht fast. vollstän dig. Die Arbeitslosenziffer ist gegenüber den Bormonaten nicht zurüdgegangen und es sind Neueinstellungen in der Industrie überhaupt nicht zu verzeichnen. Von einem bedeutenden Ausfall des Lohneinkommens sind auch die Heime arbeiter betroffen worden. Zwei hiesige Betriebe haben zu Nationalisierungsmethoden gegriffen und Tütentlebemaschinen eingeführt. Dadurch sind viele deutsche Familien, die früher diese Arbeit als Heimarbeit geliefert befamen, start geschädigt worden. Ob jetzt im Frühjahr neue Arbeitsmöglichkeiten entstehen werden, läßt sich gegenwärtig noch nicht feststellen, obwohl eine Reihe von Projekten vorhanden sind. Zu dem wirtschaftlichen Drud, dem die arbeitenden Menrates verhandelte die vorbereitete Ergänzung der noch die politischen Treibereien der SdP dazu. Der Wirtschaftsausschuß des Staatsgewerbe- fchen ausgefeßt find, lommen in vielen Fällen Regierungsverordnung über Mindestpreise in ein- Es gibt Betriebe, wo unter der wohlwollenden weiterer Handwerkszweige in die Geltung diefer zelnen Gewerben und beantragte die Einbeziehung Duldung von Chef und Angestellten alles vers Verordnung. Das Handelsministerium wurde er- schaft zu preffen. Von schönen Worten anges sucht wird, die Belegschaft in die Volksgemeine sucht, einen Gefekantrag und eine Durchführungsfangen bis zu Drohungen steigert sich deren verordnung auszuarbeiten, um eine geivisse Ela Tätigkeit. Die freien Gewerkschaften und die stizität im Hinblice auf den Standort der einzel Sozialdemokratie hat zu teiner Zeit diese Dul nen Unternehmungen sowie auf die Preisbetve- dung und Toleranz erfahren, wie sie den völli behörden bindende Richtlinien für die Behandlung Die Kameraden Chefs und ihre Angestellten wis gung der Rohstoffe herzustellen und den Unter- schen Gewerkschaften und der SdP zuteil wird. der Anträge zu erteilen.( DGD) fen ganz genau, daß ihnen die Vollsgemeinschaft feinen Schaden bringt, sondern nur Profit und Macht und üben deshalb die Gleichschaltung aus. Die wirtschaftliche Belebung würde viel dazu beitragen, den Henleinspul zu beseitigen. Des halb der Ruf unserer Bewegung nach Arbeit und Brot. Mindestpreisverordnung für weitere Gewerbe? Entlassungen popl in der Porzellanindustrie Mit einer auf ſimple Gemüter berechneten Behauptung, daß die Boykottabsichten gegen das Deutschtum gerichtet sind, läßt sich schwer die Tatsache in Einklang bringen, daß das sicher nicht weniger als Nordböhmen deutsche Desterreich seit vielen Jahren sicher einer ausgesprochenen Bevorzugung gerade durch jene Fremden und auss ländischen Firmen erfreute, die jetzt an das Land denselben Maßstab anlegen, den ſie ſeit 1933 an Deutschland angelegt haben. Vor wenigen Tagen erst wurde gemeldet, daß ein großes und einwandfrei rein arisches Warenhaus in London beschlossen hat, keine deutschen Waren mehr zu füh= England wird nüchtern. Die Engländer gelten ren, genau so wie zahlreiche Großunternehmen bekanntlich als ,, nüchtern", aber man versteht in der ihre mitteleuropäischen Zentralen aus Wien verRegel darunter, daß sie fachlich und unfentimental legen und die Einkäufer der großen westeurofind, und kein Mensch ist bisher auf den Gedanken päischen und überseeischen Konzerne immer mehr gekommen, zu bezweifeln, daß auch die Engländer sich dem tschechoslowakischen Markt zukehren. Auch gern und viel Allohol trinken. Eine offisielle Sta- die Reit" wird nicht behaupten können, daß uns tiftil beweist jedoch, daß sie wenigstens im zwanzig das gleichgültig bleiben kann und daß sich unseren sten Jahrhundert, auch in dieser Beziehung immer Fabriken und unseren Arbeitern hier nicht große nüchterner werden. Denn seit dem Jahre 1900 ist möglichkeiten eröffnen. Auch die Zeit" wird nicht der Verbrauch an Affohol dauernd zurückgegangen. behaupten können, daß unsere FremdenverkehrsBro Kopf der Bevölkerung betrug der Verbrauch an orte nicht von den geänderten Verhältnissen VorBier im Jahre 1900 31.56 Gallonen, und 1937 nur teile für sich erhoffen es sei denn, sie wolle allnoch 18.8. DerRidgang in der Konsumation von Wein gemein Bekanntes einfach abstreiten. ist weniger auffallend von 0.38 Gallonen auf 0.88 aber das liegt im wesentlichen daran, daß man ja in England überhaupt weniger Wein als böhmen selbst sich Dinge ereignen, die eine Gefahr rend bei den Altrohlauer Porzellanfabriken( vor- schen Nationalbant sind der genannten Stelle beGemäß der Verfügung der Tschechoslowakis andere alkoholische Getränke zu sich nimmt. Bei für unsere Wirtschaft darstellen. Wir haben schon mals defauer) A.-G. 65 Arbeiter gekündigt reits vierteljährlich bestimmte Guthaben in dem diesen beträgt der Rüdgang nahezu 75 Prozent, von auf die Geldabhebungen hingewiefen, die unsere sind und bei der nächsten Lohnzahlung für längere jogenannten Cleuringauslande und die Alende1.12 auf 0.22 Gallonen pro Stopf der Bevölkerung. deutschen Geldinstitute betroffen haben und eine Beit vorläufig ihren letzten Gehalt in Empfang rungen in deren Stande zu melden. Für Evidenz Die Gründe hiefür sind aus einer bestimmten Zahl Kapitalsabwanderung aus dem sudetendeutschen nehmen werden. Schuld daran tragen die schlech zwede, besonders als Vorbereitung zu den Ver diefer Statistil ersichtlich, denn sie weist ihren Zief- Gebiet einleiten könnten, die nicht ohne schwerwie- ten Ordreeingänge für den Erport, das brach- handlungen über die Regelung des Zahlungsverstand im Jahre der großen Strife 1932 auf, wo der gende Folgen bleiben könnte. Wenn in einer ein- liegende Inlandsgeschäft durch die allfeits ungefehrs, erweist es sich als angezeigt, die Angaben Verbrauch der verschiedenen Alkoholforten nur noch zigen deutschen Sparkasse im Laufe eines Mo- lärten politischen Verhältnisse. Mit den Greig in bezug auf den Stand des tschechoslowakischen 11.19 für Bier, 0.27 für Wein und 0.21 für andere nats die Behebungen um eindreiviertel Millionen nissen in Rumänien hat es begonnen; das war alkoholische Getränke pro Kopf der Bevölkerung Kronen die Einzahlungen überschreiten, muß auch der erste Schlag für die Porzellaninduſtrie, der die Zeit" sich nach andern Erklärungen umsehen durch die Ereignisse in Oesterreich seine FortWenige Wochen vergingen. Ez nahten die Prüfungen und Professor Walzel zeigte sich auffallend übelgelaunt. Er war unrasiert, schien vernachlässigt, stellte strenge Fragen bei den Prüfungen und war merklich unfreundlich. Endlich wagte einer der Studenten die Frage: . en betrug. ng tp fic int el er men ht. 116 Des 00 ter in dis or Jes eit Ens dje 283 te en Sie Ort rt els er em 00 Der Goldfisch Von Dea Gid Professor Walzel, der Zoologie vortrug, war in bester Stimmung. Er lachte mit den Studenten, trant mit ihnen gern ein Glas Wein und er flärte ihnen eines Abends: " Ich bin augenblicklich mit einer großen For schungsarbeit beschäftigt. Ich versuche zu erfor schen, wie alt ein Goldfisch werden kann. Ich bermute nämlich an die hundertzwanzig Jahre. Nun habe ich bereits einen Goldfisch getauft, der vierzig Jahre alt ist. Ich habe das Attest in der Sand. Kommen Sie morgen zu mir, meine Herren, ich werde Ihnen dieses Eremplar zeigen. An ihm mird neue Forschungsarbeit geleistet werden. Damit sein Name als unsterblich in die Geschichte eingeht, habe ich ihn„ Xerres" genannt." Einige Tage später versammelten sich tatsächlich die Schüler des Professors in dessen Woh nung und bestaunten einen ganz gewöhnlichen Goldfisch, der gloßäugiger und blöder als alle andern treisrund im Aquarium herumschyvamm. Xerxes", piepste der Forscher und machte dazu Kniebeugen, um die Aufmerksamkeit des Fisches auf sich zu Tenten. Doch der Goldfisch reagierte nicht. ..erres!" Die Aussichten der Porzellanindustrie im heurigen Jahr beurteilt die„ Wirtschaft" ungünstig: Wurden troß vielen Rückschlägen im Jahre 1937 doch in den einzelnen Betrieben immer wie der Porzellanarbeiter aufgenommen, so ist im Jahre 1938 gerade das Gegenteil eingetreten. So Nichts mit ausländischen Absichten oder hat die Vittoria Porzellanfabrik, Altrohlau, in Plänen hat es ja schließlich zu tun, wenn in Nord- diesem Jahre bereits 200 Arbeiter entlassen, wäh" man ihn in den nächsten Stunden vor dem Aquarium, den Goldfisch bewundernd und rufend: Xerges!" Xerres, mein lieber, fleiner, goldiger Und die folgenden Prüfungen verliefen in bester Harmonie mit den Studenten. Evidenz des tschechoslowakischen Eigentums in Deutschland und Oesterreich Eigentums in Deutschland und dem ehemaligen Desterreich zu ergänzen. Die Tschechoslowakische Nationalbant fordert daher alle physischen und juristischen Personen mit dem Sipe in der Tsche choslowakei auf, ihr bis längstens Ende April 1938 Einzelheiten über die tiefer aufgeführten Vermögenswerte, sofern sie diese in Deutschland oder dem ehemaligen Oesterreich be figen, anzuzeigen: Alle drei Monate wurde der Goldfisch ausgef. Sind Sie trant, Herr Professor?" tauscht. Er kostete ein rundes Gelbstüd, nicht „ Keineswegs. Aber Xerres ist krank. Ich mehr. Die Studententasse hatte einen eigenen fürchte, daß er eingehen wird und die Forschung Fonds:" Xerresfonds!" ist wieder..." Er beendete nicht den Satz, sondern schluckte anz gewaltig die Rührung eines Forschers hinunter und verließ im Sturmschritt den Vortragssaal. Die Studenten hielten am selben Abend ein Stonzilium ab.. Morgen wird ein fetter Goldfisch gekauft. Das Los wird entscheiden, wer ihn mit diesem alten Biest des Professors auszutauschen hat! Die Prüfungen stehen vor der Tür, der Professor muß bei guter Laune erhalten werden!" Und tatsächlich: Tags darauf erschien in der Wohnung des Professors der Student, der den alten Goldfisch sehen wollte, und zwar zu einer Zeit, da der Professor nicht zu Hause war. Nach Tangen Ueberlegungen der Wirtschafterin erhielt er die Erlaubnis, und während eines unbeachteten Augenblics tauschte er den alten Fisch mit dem neuen aus. Do hielt der Goldfisch einen Augenblick in feinem Kreisrundschwimmen inne, gloẞte ganz blöd durch die Scheiben und der Professor jubelte. „ Er kennt mich schon! Er ist ein intelligentes Tier! Mit hundertawanzig Jahren wird er for! ein wahrer Sokrates fein!" Die Studenten verabschiedeten sich mit den besten Wünschen für Xerrez und verschwanden. So vergingen Jahre. Studentengeneration auf Studentengeneration lösten sich ab. Professor Walzel hatte schneeweißes Saar, Xerres aber hatte noch immer goldene Schuppen. Etwas asthmatisch war er mit unter, es hing immer von dem jeweiligen Alter ab. Da es war viele Jahre später kam Profeffor Walzel zur Prüfung. Gebüdt. Mit funkelnden Augen. Mit bebenden Lippen. Seine Fragen erstiegen jene Schwierigkeit, die zum Ersteigen eines Gaurisankar nötig ist. Es waren Gaurifantarfragen. Alle fielen durch. Wie geht es Ihnen, Herr Professor?" Xerres ist gestorben! Er ist nicht älter als zweiundsiebzig Jahre geworden und hundertzivanhätte er werden sollen!" sig faal. Der Profeffor stürmte aus dem Prüfungs„ Wo ist denn die Bestie, die du gekauft haft Den alten warf er in den Straßenrinnfal. und hättest auswechseln sollen?" " Der Fisch ist quitschvergnügt, Herr Profes Ich habe Xerxes geradezu verjüngt wiedergefunden!" So meldete der Student dem Professor, der wieder im Sturmschritt den Hörsaal verließ, die Vorlesung unterbrechend. Und niebeugend fand " Ich" stammelte der Student,.... ich habe vergessen, sie auszutvechseln. Seute mor gen fand ich sie tot in meiner Zigarettendose!" Dieser nachlässige Kamerad wurde bon nun an verachtet. Und Professor Walzel ist der ſtrengste Professor geworden! 1. Guthaben bei Geldanstalten, d. Einlagen bei jedweder deutschen oder österreichis schen Geldanstalt, in welcher Form immer( auf Konto, Svarbuch usw.). Bei jedem Guthaben ist gesondert anzugeben: Betrag, Name der Geldanstalt, bei der die Boerliegt, sowie Entstehung und Form. 2. Kredite und übrige Guthaben bei anderen Schuldnern als bei Geldanſtalten. 3. Wertpapiere, d. 1. Staats- und andere öffentliche und private, feit verzinsliche Schuldverschreibungen, weiters Aftien und übrige Wertpapiere, deren Schuldner das Deutsche Reich, der ehemalige Bundesstaat Oesterreich oder eine physische oder juristische Person ist, die ihren Siv in dem Ge biete eines dieser Staaten hat. und kapitalbeteiligungen. 4. Unternehmungsinvestitionen 5. Liegenschaften, d. i. Ganz oder Teilbejiz an Häusern oder anderen Sachen( Felder, Gärten, Parzellen u. ä.). Diese Meldungen, die sich nicht auf Warenforderungen eritreden, find nach dem Stande zum 31. März 1938 mittels ge= wöhnlichen Briefes vorzunehmen und an die NáBredovitá 3a, zu richten. In den schriftlichen Anrodni banka Československá, devisový odbor, Praha II. zeigen sind die Vermögenswerte den vorstehend auf: geführten Gruppen entsprechend zu spezifizieren, und zwar für Deutschland und für Oesterreich getrennt. Die verlangte Meldung liegt im Interesse der Besitzer, beziehungsweise Eigner der genannten aus ländischen Objekte und Werte. Die Nationalbant betont, daß sie die Daten absolut vertraulich behandeln und sie lediglich zu dem vorbezeichneten Zwede in Anspruch nehmen wird. Sonntaft, 10. April 1038 Seite 0 Nr. 8K i Der alte Seemann Von Albert Dandistel Es reifte. Das Rattern der Straßenbahn erschütterte die Morgenstille. Wimmernd erhob sich in einer Hausnische ein großer, breitschultriger Mann. Sei» Anzug war zerfetzt. Der verwilderte Bart maskierte sein Antlitz. Schlotternd eilte der Fremde in das Grau des Tages. Flammende Hochöfen und dickqualmende Fabrikfchlote hatten den Verelendeten belebt. Herzhaft betrat er das Kontor einer Rhein-1 Dampfschiffahrtsgesellschaft. Die Büromädels er«| schraken. Sofort trat ein graumelierter Herr an die zerlumpte Gestalt und— indem er unwillig fragte:„Was wollen Sie hier?" öffnete er die Tür zur Straße... Da aber begann der Zerlumpte zu jammern:„Um Gotteöwillcn, nicht hinausschmeißen I Geben Sie mir Arbeit; Geben Sie mir Arbeit! Sonst gehe ich läputtl" Pein-! liehe Stille störte den Betrieb. Schnell reichte ihm der Geschäftsmann eine Gabe. j Der Zerlumpte wehrte sie ab, mit beiden Händen, und eiferte:„Ich will nur Arbeit, keine Almosen, nur endlich Arbeit! Hören Sic, hören Sie, ick bin kein Bettler, sonst wäre ich nicht so arm!" Da forschte der Geschäftsmann ergriffen: „Welchen Beruf haben Sie denn?" Der Verarmte antwortete:„Ich war Seemann!" Und indem er immer wieder aus einer! hoffnungsfreudigen Erregung so vor sich hin sagte: Ja, Seemann; ich war Seemann..."» kramte er hastig aus seiner.zerfransten Rocktasche seine Seefahrtsdienstbücher. Der Geschäftsmann prüfte sie und fragte dabei:„Wo waren sie die längste Zeit an Bord?" Da wurde die Haltung des Zerlumpten, selbstbewußt; er sagte:„lieber acht Jahre bin Ich bei der SegelschisfSrederei Leist' gefahren; dann, war ich Bootsmann bei der Eunnard-Linie; und während des Krieges diente ich als GefcchtSruder- gänger in der„Elsten TorpedobootS-Halbflot« kille", und seitdem bin ich überflüssig geworden, weil— weil der Ueberseehandel noch nicht wieder so in Schwung gekommen ist, wie er vor dem Kriege war; ab und zu, wenn ich Glück habe, I werde ich mal da und mal dort für Gelegenheitsarbeiten gebraucht, auf ein paar Stunden oder Tage, oder während der Erntezeit auf ein paar! Wochen; aber dann werde ich immer wieder ent«' kaffen; und so geht's mit mir bergab, obwohl ich doch so gerne wieder nach oben will, aus dem 1 Elend heraus; und eS gelingt mir nicht, und eS. gelingt mir nicht!" Der Geschäftsmann hüstelte und las und las in den SeefahrtSdienstbüchern, daß der Zerlumpte einst von Kapitänen der großen Handelsmächte! als ein tüchtiger, nüchterner und beliebter Kerl gekennzeichnet worden war. Und da atmete der Fremde auf, schon ganz erleichtert. Er räusperte vor HosfnungSfreudig» feit so, daß zum Ausdruck kam:„So zögern Sie! doch nicht mehr länger! Geben Sie mir Arbeit an Bord Ihrer Rheindampferi" Endlich schaute derj Geschäftsmann auf und fragte freundlich:„Haben Sie denn irgendwo Ihr Zeug, ich meine: Ihre Berufsausrüstung?" Der Zerlumpte schaute fassungslos zu Boden und stammelte vor sich bin:„Alles ist verbraucht..." Bedauernd gab ihm der Geschäfts«, mann die SeesahrtSdicnstbücher und ein Almosen.! Ostwind pfiff. Verzweifelt sträubte sich der Zerlumpte gegen daL Verzagen. Aber— jede Woche ließ ihn tiefer ins Elend gleiten. Und wieder kam ein Sonntag. Angst vor der frostigen Nacht und die Angst vor dem Zusammenbruch seines abgehunsten Körpers trieben ihn zu dem Versuch, sich gewaltsam aus dem Elend herauszuretten. Er folgte seinem Vorsatz: Jus Weitend der Industriestadt...! Ec drückte seinen harten, krummgefrorenen Zeigefinger gegen den Einlaßknopf einer Billa. Aber niemand kam. Er drückte zum zweiten Male. Er polterte mit der Faust gegen die Haustür, hielt den Atem an und lauschte hinein. Tiefe Stille herrschte drinnen. Da verzerrte die Gier sein Antlitz. Er bebte zwar, dennoch zog er einen Nachschlüssel auS seiner Rocktasche und steckte ihn ins Schloß. ES knackste. Die Wohnung öffnete sich. Er trat ein und verriegelte die Tür. Zuerst riß er den Kleiderschrank auf und— ihm entfiel ans freudigem Sckreck ein staunendes „Ooh..." Nervös betastete er die Aermek der Anzüge, der Ulster und der Pelzmäntel. Unten standen viele Schuhe. Er griff einen auf, hielt ihn an seinen Fuß und flüsterte, von Glückseligkeit überrascht:„Jesses! di« passen ia..." Er ließ den Schuh fallen, schaute ins Wäschefach und schmunzelte wie ein Mann, der seine Wäsche besonders wegen der Sorgfalt liebt, mit der sie eingeordnet worden war. Plötzlich huschte er an eine Zimmcrtür, indem er jammerte:„Nun noch das Geld; nun noch das Geld, Geld— Geld!" Vorsichtig klinkte er die Tür auf und späbte diebisch in die Stube. Er sah den massiven Schreibtisch, sprang über den Perser draufzu und— betroffen staunte der verwahrloste Einbrecher im großen Wandspiegel den ehemaligen Seemann an:„Der bist nun Du?" Er wankte, ließ sich auf einem Sessel nieder und schaute zu Boden. Schläfrige Stille beschlich ihn. Er versank in tiefes Nachsinnen. Friedlich tickte die Zimmeruhr. Auf einmal lächelte der Versunkene, so vor sich hin und nickte: er lauschte dem Ticken, aus dem das ferne Ticken der Wanduhr seines Elternhauses herausklang; er sah und hörte seine Mutter... Und da erschrak er. Wirr stierte der Mensch MTP Sidney. Die 180-Jahre»feier Australiens hat da» allgemeine Interesse auch auf. dar Schicksal der Urbevölkerung dieses Kontinents ge» ' lenkt, deren Stämme immer noch zu den unbekanntesten Völkern der Erd« gehören. Man glaubte lang« Zeit, daß sie im AuSsterben seien. Seit einer Reihe von Jahren hcwen dies« Völker aber«inen im gleichen Tempo mit ihrem Eintritt in die Zivi« , lisation steigenden, schon heute sehr erheblichen Geburtenüberschuß zu verzeichnen. Die Maori, die Zulu, die Indianer, die Sudanesen haben sich mutig gegen das Eindringen der Weihen in ihre Länder zur Wehr gesetzt und ihren Besiegern zum Schluß wenigstens das Recht abgerungen, friedlich in ihrem Heimatlande leben zu bleiben. Der wenig kriegerisch veranlagte Australneger hingegen hat einfach das Feld geräumt. Abgesehen von wenigen Tausend sind die llrcimvohner aus allen Staaten des Commonwealth— mit Ausnahme von Westaustralien, Nordaustralien und Queensland— ins Innere verschwunden. Insgesamt dürfte es heute noch ungefähr 100.000 geben. Die Eingeborenen Tasmaniens. die noch primitiver waren als diejenigen des Kontinents, sind schon vor ungefähr fünfzig Jahren völlig anSgestorbcn. Seit dem Ende de» Weltkrieges bemühen sich die RegierungS« und Missionsstationen jedoch mit vielem Eifer, den Untergang der letzten Reste dieser alten Rasse aufzuhalten. Sie haben für die geistige, wirtschaftliche und staatsbürgerliche Erziehung der Eingeborenen viel getan, und die Früchte ihrer Bemühungen sind nicht auSgeblieben. Die alte Ansicht, daß die Eingeborenen Australiens eine geistig und körperlich tiefstehende Rasse seien, hat sich dabei rasch als unzutreffend erwiesen. Im Gegenteil,«S hat sich gezeigt, daß sie eine geradezu erstaunliche Auffassungsgabe besitz"», und daß ihre Kinder, wenn sie mit weißen Kindern zusammen aufwachsen und erzogen werden, in gleichem Matze wie diese lern- und bildungsfähig sind. Ein reinrassiger Australneger, der als einer der besten Redner des Landes gilt, amtiert als Professor für australische Urgeschichte an der Universität Melbourne. Viele Eingeborene meistern sehr leicht klassische Musik und entwickeln im Spiel der verschiedensten Instrumente eine an die Zigeuner erinnernde erstaunliche Virtuosität. Andere werden tüchtige Mechaniker und Mathematiker, zwei Berufe, die ihrem grüblerischen Temperament besonders zu liegen scheinen. Daß eS sich hierbei nicht nur um Ausnahmen handeln kann, beweist die Tatsache, daß bisher nur einem verschwindend geringen Bruchteil der eingeborenen zum schwingenden Pendel der Uhr und stöhnte in Qual:„WaS soll ich nun tun, nun tun, nun tun?" ES tickte fern... Mühselig erhob er sich und lispelte:„Hier kann ich nicht stehlen, o Gott, o Gott..Er verlieb daS Haus. Der Himmel war grau geworden. ES fror. Mit gesenktem Haupt und die Fäuste in den Hosentaschen tappte er an den mollig Gekleideten vorbei durch die Straße, die auS der Stadt führte. Seine Augen tränten, während sein verwildertes Antlitz aus Freude darüber lächelte, weil er nun doch nicht gestohlen hatte. So ging er und ging er, bis ihn der eisige Wind auf freiem Gelände vor- wärtstrieb, immer mehr in die Kälte, an die Nacht heran, vor der er Angst hatte. Und da knirschte er plötzlich:„Jetzt könnte ich gestriegelt im geheizten Hotelzimmer hocken und nach Herzenslust fressen! Oh— fressen tät ich jetzt, fressen.. Mit der Faust, die der Frost fast stahlblau gefärbt hatte, schlug er sich in seinem Heißhunger ! gegen die Stirne und feixte:„Ha! Ich war feige Er biß sich wütig auf die Zähne und knirschte:„Aber jetzt: Käm nur ein Hund!"... Der Mann geiferte in seiner Qual und schnaubte und blieb plötzlich stehen und stierte sehnsüchtig auf den Weg, den er dahergekommen war, zurück... Tenn voraus, in der Richtung, in der er sich hatte entfernen wollen, näherte sich schon die Nacht... Und— vor ihm, in der Stadt, erwartete ihn das alte Elend Und immer !mehr schlich ihn der frostige Schatten der Nacht 'an. Er fah auf der vereinsamten Landstraße keinen Ausweg aus festem Elend... Auf einmal hörte der Verzweifelte, daß sich ihm aus der Dunkelheit Schritte näherten. Er flitzke hinter einen Baum, bleckte die Zähne, und seine Hände krampften sich zu Fäusten. Immer naher kamen die Schritte an ihn heran. Er buckelte sich, sprang den einsamen Passanten an und schrie:„Hände hoch!" Ta stürzte auch schon der Uebersnllcne von einem Magenhieb schwer getroffen, zu Boden. Der Räuber stürzte sich über ihn, erbeutete die Brieftasche, schreckte dann hoch und hastete zurück, zur.Stadt, verfolgt von dem Geklapper seiner eigenen Schritte. I Abgehetzt stolperte er endlich die steile Steintreppe hinab, die zum Wirtshaus„Zur Grube" führte. Und da ihm nicht sofort geöffnet wurde, fchlug er Lärm mit beiden Fäusten und drohte verbissen:„Macht auf!'Oder gleich fplitterts!" Mißtrauisch quitfchte die Tür. Der Gehetzte drang ein, überrannte den Wirt, stürmte durch den langen Korridor in die qualmige Kaschemme und schrie:„Musik! Schnaps! Und Zigaretten her! Und Musik! Unh Schnaps! Den Schnaps!" Die trüben Gesichter der Gäste staunten. Der"Gehehte schnaufte und knirschte. Verzlveiflung funkelte in feinen Augen. Da tickte eS in der Stille, die ihn I I II I II Bevölkerung die Möglichkeit zivilisatorischer Erziehung geboten werden konnte, und daß ein hoher Prozentsatz dieser Wenigen LeistungSgrade erreicht hat, die fast durchweg über denjenigen der mit ihnen zusammen ausgebildeten Weißen lagen. Die große Mehrheit der Eingeborenen lebt freilich noch immer in ihrem durch die Zivilisation nur wenig veränderten Urzustand. Sie hat außer der täglichen Nahrung kein anderes Bedürfnis als den„Mia-Mia", den aus Zweigen angefertigten Wind- und Sonnenschutz. Sie schwingt noch— wie ihre Vorfahren vor tausend Jahren— den Bumerang, der allerdings fast immer nur als Sportgerät, kaum je als Kampfwaffe benutzt wird. Sie lebt vom Fang von Enten und anderen Was- scrvögeln. Sie kennt den Ackerbau nicht einmal in feinen primitivsten Formen, mahlt die Samen gewisser Gräser, um daraus Kuchen zu bereiten, denkt aber immer noch nicht daran, diese Samen auSzusäen und sich so eine Ernte zu verschaffen, sondern glaubt, daS Wachsen deS Grases fei die Folge eines mächtigen Zauberers. Dafür sind diese„Australneger von gestern" freilich unübertreffliche Meister deS Fischfanges. So leben allerdings nur noch die Stamme des Innern. Bei den anderen, die naher an den Küsten und großen Städten wohnen, dringt die Zivilisation unmerklich, aber unaufhaltsam vor, und auch im Innern selbst findet sie durch die junge Generation, die in den Schulen der Regierung oder der Missionsstationen erzogen wurde und dann wieder zu ihrem Stamme zurückkehrt, immer mehr Eingang. Die Zahl der Eingeborenen im Innern, die sich europäisch zu kleiden beginnen, englisch lernen und affmählich tüchtig« Landwirte und Viehzüchter werden, wächst in erstaunlich raschem Tempo. Eine wesentliche Förderung dieser Assimilation bietet daS völlige Fehlen jeden StaatSbe- griffcs. Die„Stämme" der Eingeborenen, die sich voneinander durch ebenso viele Dialekte unterscheiden, sind keine politischen oder administrativen Gemeinschaften, sondern große Familien. ES gibt deshalb zwischen ihnen auch keine Kriege, sondern lediglich seltene Straferpeditionen, sofern StammeSgesetze, Heiratsvorschriften oder ähnliche Traditionen verletzt werden. Aber auch in diesem Falle hört der Kampf automatisch auf, sobald fein Ziel erreicht ist, und die Feinde von heute find morgen wieder die besten Freunde. Im übrigen ist der Australneger ein heiterer Mensch mit einem stark ausgeprägten Sinn für Humor, und denjenigen gegenüber, die sich als seine Freunde erweisen und ihn zu verstehen suchen, zeigt er große Anhänglichkeit. E. W. plötzlich überkam. Erschreckt schmiß er die Brieftasche atff den nassen Schanktisch und schrie: „Sauft! Singt! Lacht! Und Musil! Musik!" Dann sprang er an ein Mädchen heran, umkrallte eS und tvarf es hoch, so daß eS waagerecht in seiner Gewalt lag. Und während sich in den gellenden Schrei deS Mädchens das rauhe Gelächter der Gäste mischte, drehte sich der von Gewissensangst verfolgte in einemfort und immer schneller um sich herum und wippte dabei. Plötzlich hielt er inne und begann mit feiner Last z» steppen und schrie:„Musik! Musiki" Da sing die Radaukapelle an. Lachend riefen die Gäste ihm zu: „Prost! Prost!" Er ließ daS Mädchen auf ein Sofa faffen und keuchte:„Her mit dem Schnaps! Her! Her!" Gierig soff er ihn. Und der Lärm tobte und tobte. So verging die Nacht. Gegen morgen schlief der Seemann endlich auf einem Stuhl in seinem Rausch ein. Müde hatte er seine strapazierten Glieder auSgestreckt. Und immer mehr und mehr drang daS Grau des TageS an ihn heran. Und die Kaschemmenuhr tickte und tickte... Auf einmal begann er zu räuspern. Er erwachte! Seine verschwommenen Pupillen stierten verdutzt, just zu dem fleißig schwingenden Pendel der Uhr. Erschreckt raffte er sich auf und trottete fröstelnd nach dem AuSgang. Ständig verfolgte ihn nun das Ticken. Manchmal im Raufch und Lärm härte er eS plötzlich auS der Ferne: da sah er sich, so in Gedanken, in dem Zimmer jener Villa als Verelendeter, der dort einen Sieg über sich errungen hatte. Ein andermal entstand in ihm die Sehnsucht nach jenem Ort, aus dessen anheinielnder Stille damals das „ferne Ticken" geklungen... So saß er an einem Spätnachmittag frierend unter einem Brückenbogen. lieber die Brücke rumpelten Lastautos, Straßenbahnen und Pferdefuhrwerke, Peitschen hörte er knallen. Da hielt er sich die Ohren zu und schrie auf:„Die Zeit, diese elende Zeit ist schuld! Der Hunger und die Kälte!" Er ballt« seine Hände und keuchte:„Ich wiff kein Raubtier sein! Ich halte es nicht aus! Ich will lieber verrecken! Hier lieber krepieren! Aber nicht mehr rauben! DaS halte ich nicht auS, nicht mehr aus!" Und er wurde auf einmal ganz stiffe. Unruhig schauten seine matten Augen in den Nebel, der ihn umgab. Er schlotterte zwar; aber er lächelte mit sich selbst:„Damals, ja damals dort habe ich nichts gestohlen..." Und die Dämmerung verffärte fein verwildertes Gesicht. Er erhob sich. Langsam ging er durch die abenddunklen Straßen. Tollende Buben umschwärmten ihn und riefen auf ihn ein:„Ein Strolch! Ein Vagabund! Ein Strömer!" Er aber hörte sie nicht. Er ging und ging, den Blick gesenkt, immer weiter, immer weiter, seiner Sehnsucht nach... Als er endlich in dem Dunkel jener Vissangelangt war, leitete ihn die freudige Erregung seiner sehnsüchtigen Seele hin zur Haustür. Es roch nach Essen. Und drinnen lachten Menschen. Es tickte fern... Der Heimatlose lauschte. ES begann zu schneien. Die Goldreserven der Welt Von L G. Fuentes Im Jahre 1914 besaß die Welt vier Milliarden Dollars des gelben Metalls. Im Jahre 1929, nach dem großen Krach in der Wallstreet betrug der Weltbestand zehn Miffiarden Dollars. Noch später haben die verschiedenen Abwertungen und die Vergrößerung der Produktion die Reserven der Welt noch weiter erhöht. Im Augenblick betragen sie 22 Milliarden Dollars. Diese Erhöhung ist zu gleichen Teilen den Abwertungen und der Produktionserhöhung zuzuschreiben. Sozusagen hat die Welt in den letzten 23 Jahren zehn Milliarden Dollars gewonnen. Am 81. Jänner 1984 um 18 Uhr und neun Minuten besaßen die Vereinigten Staaten von Amerika eine Goldreserve im Werte von vier Milliarden und 88 Millionen Dollars. Um 16 Uhr und 10 Minuten des gleichen Tages aber betrug die Summe bereit» sechs Milliarden und 829 Millionen, da Roosevelt soeben durch Dekret den Doffar abgewertet hatte. Im Verlauf einer Minute haben also die Bereinigten Staaten nicht weniger al» zwei Miffiarden und 800 Millionen Dollars gewonnen. Im Augenblick besitzen die Bereinigten Staaten zwölf Milliarden und 400 Millionen in Gold, also mehr als 1929 überhaupt existierte und dreimal al» e» im Jahre 1914 im ganzen gab. Diese Bestandsvermehrung in den Metallreserven der Bereinigten Staaten geht mit denen der übrigen Welt Hand in Hand. Da» Gold, da» sich während de» Kriege» in amerikanischem Besitz befand—«ine Milliarde und 600 Millionen Dollar»— machte damals 40 Prozent der Weltreserve au». Im Jahre 1929 batte sich die Situation noch nicht geändert. Zur Stunde jedoch besitzen die Bereinigten Staaten 80 Prozent der Weltreserve, sogar mit steigender Tendenz. Man schätzt den jährlichen Zuwachs an Gold auf der Erde durch Förderung auf eine Miffiard« Dollar» und auch davon entfällt die Hälfte auf Amerika. Au» der folgenden Liste ist die Goldverteilung nach dem heutigen Stande in den wichtigsten Staaten zu ersehen: US«.... England..» Frankreich.,, Italien..,» Japan..,» Deutschland,. 12,187.800 Kg. 2,180.100 Kg. 2,180.800 Kg. 876.180 Kg. 240.600 Kg. 120.860 Kg. 17,161.200 Kg. lCopyright by Lutetia Preß.)' Mitteilungen aus dem Publikum. Palmkätzchen und Frählingäbtätrn find Symbole und Vorboten de» AuferstehungSseste» seit alten Zeiten. Auch süße Osterbroie, Striezel und Bäckereien sind ebenso alte und unerläßliche Begleiter diese» fchönen FrühlingSfeste». Jede Hausfrau aber bereitet diese rasch und mühelo» mit den bewährten Oetkererzeugniffen. Köstliche» Aroma spenden Dr. Oetker» Banillinzucker und die Backöle mit Mandel«, Rum- und Zitronengeschmack, locker und leichcver- baulich wird jede» Backwerk durch da» alterprobt» Oetker-Backpulver. Deshalb vergessen Sie nicht beim nächsten Einkauf auch die nun nötigen Letterpräparate zu befolgen! 4644 Der Name garantiert Qualität. Obwohl unser Land besonder» reich an hochwertigen, rein natürlichen und vor allem hygienisch einwandfrei gefaßten und gefüllten Mineralquellen ist, wird efne Unmenge von Wässern angepriesen, die sich unter den verschiedensten Bezeichnungen nicht nur auf ihre „Billigkeit", sondern oft auch noch auf ihre„Heilkraft" berufen. Solche Wässer sind mit den altbekannten, rein natürlichen Mineralquellen nicht zu vergleichen, da e» sich meist um Wässer handelt, die mit künstlicher Kohlensäure imprägniert sind, oder sogar um solche, die mit Mineralwasser überhaupt nicht» zu tun haben, sondern au» gewöhnlichem Brunnenwasser mit Zusatz künstlicher Kohlensäure hergestellt werden. Ist e» daher nicht in Ihrem eigenen Inter« ee gelegen, statt einfach„Mineralwasser" zu bestellen, ausdrücklich eine OualitätSmarke zu verlangen, wie z. B. ,Metz-Übler" oder.Krondorfer"? Bei diesen OualitätSmarken haben Sie die absolute Gewähr, daß dieselben durch ihre moderne Quellenfassung und vorbildlichen Einrichtungen hygienisch einwandfrei in rein natürlichem Zustande, so wie fit dem Urgestein entspringen, auf Ihren Tisch kommen! Gießhübler und Krondorfer sind altbewährte und erprobte GesundheitSwäffer mit wertvollen mineralischen Bestandteilen, mit einem großen Gehalt an rein natürlicher Kohlensäure, von köstlichem Wohlgeschmack und großer Bekömmlichkeit. Markenware garantiert Qualität und wird daher von jedermann bevorzugt und gern gekauft. Sollten Sie nicht diesem Grundsatz auch beim Mneralwasser treu bleiben, wo e» sich außer der Qualität noch um Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit handelt? ioo Seite 7 85 Villa gung c. Es ichen. Welt Mil Bahre treet lars. ngen efers blid Ers ngen 503 hren Meun bon Nil Uhr rug 829 den ner icht nen old, reis ment int rde als 29 Bur ett Der be uf is 8ª Ye is บ 22324 I. e Nr. 85 Prager Zeitung Touristenzüge zu Ostern Die Staatsbahndirektion fertigt in den Tagen vom 13. bis 16. April eine Reihe von Svorisonders zügen ins Riefengebirge ab. Der einheitliche Preis für die Hin und die Rüdfahrt beträgt nach Bolaun, Rochlik a. d. Jier, Sohenelbe und Freiheit 49 Kč für die 3. Klaffe. 64 Kč für die 2. Klaffe( diefe nur nach Bohenelbe und Freiheit). Auker der Fahrlarte iit in Prag für jeden dieſer Rüge eine Rugs anweisungstarte zum Preise von einer Krone zu lösen, ohne Rücksicht darauf, toelcher Art die Fahrs larte oder der Fahrtausweis find. Karten find wie immer beim Schalter 13 des Wilson- Bahnhofes im Vorverkauf erhältlich. Es werden folgende Rüge abs gefertigt werden, und zwar ausnahmslos vom Wilson Bahnhof: Am 13. April, Mittwoch: Rug 536 ab 13.30 Uhr nach Freiheit Johannisbad; 514/1 ab 14.21 nach obenelbe; 514/11 ab 14.28 nach Rochlitz; 501 ab 14.35 nach Volaun, Freiheit Johannisbad; 538 ab 15.00 nach Freiheit- Johanni bad; am 14. April, Donnerstag: Bug 510 ab 9.08 nach Rochlib, Hohenewbe, Freiheit Johannisbad: am 15. April, Freitag: Bua 501 ab 14.29 nach Bolaun, Rochlik, Hohenelbe; 538 ab 15.00 nach Freiheit Johannisbad; am 16 April, Samstag: Bug 514/1 ab 14.21 nach obenelbe; 514/ II ab 14.28 nach Rochlib: 501 ab 14.35 nach Polaun, Freiheit Johannisbad; 538 ab 15.00 nach Freiheit Johannisbad. Sonntag, 10. April 1938 mit sehr einfachen Strichen gezeichnet( und hat sich, wie es scheint, hier noch einige Abstriche gefallen Lassen müssen). Sie beginnt wie eine der etwas primitiven Alltags- Idyllen, die wir in letter Beit im russischen Film oft sahen und läuft darauf hin aus, daß Großvater, Vater, Tochter und Sohn dem Ruf des Krieges entschlossen folgen, wobei der Solni einem Gasangriff zum Opfer fällt, der Vater aber zum Rächer seines Kindes wird und als Kommandeur eines Flug- Geschwaders den feindlichen Bomber ab schießt und mit der leberfliegung der feindlichen Front( in deren Rüden russische Trubven gelandet werden) den Sieg entscheiden hilft. Der Abwehrund Opferwillen und das Kraftbewußtsein, wie es in diesem Film demonstriert wird, sichert ihm ein aftuelles Interesse jenseits künstlerischer Erwägungen. also die Geschichte von der umgekehrten Seite, au Worte lommen zu lassen. Es folgt nun eine Bilder reihe, bunt zusammengestellt, nicht ohne log: ichen Zu sammenhang, die die großen historischen Ereignisse mit den verlehrten Kulissen zeigt. Da ist vor allem das hölzerne Pferd, worin der angeblich listine Odni feus mit seinen Dragonern versteckt die Infanterie hat er enthaupten lassen von den aurmütigen Trojanern in die Stadt gezogen, Troja eroberte. Es folat eine ironische Szene in Michaelangelos Wert ftätte, wo ich als Zeichen der niebesiegten Kunst die Nicfenftatue des David über den Köpfen der Kunstgleichschalter erhebt. Nach der Saene der Kolumbus, fahrt nach Amerita, woher die einmal hinimportierte Rivilisation zurüdlommen muk, iſt das bürserliche Bild des Konjunkturvairioten des Weltkrieges aödie neigt sich zum Finale: die brutalſten Ring ein wißiger Einfall. Die begonnene Cäsariche Trafämpfer werden zum Zweikampf aufgeboten und nachdem fie fich raich erledigten, bleiben dem Siener nur zwei zum Tode Verurteilte als Gegner. Der be häbige Pazifist hat eine empfindiame Bebe beim eriten Drud wird der Gegner gewahr, wie mächtig der Schlag des Pazifiſten fein kann, wenn er sich webrt. Auch der autmütigste Bürger weiß die ihm aufgezwungenen Waffen gut zu gebrauchen. Cäsar wird ermordet. Marc Antonius bereitet seine große Rede vor, Cäsar jedoch, der nur einen Doppelgäns aer in den Senat schidie, will weiterregieren, doch wird ihm flargemacht, daß es nur die Macht und der Purpur war, der die Menschen zwang, ihn zu vergöttern. M: dfehr der Sportzüge aus dem Riefen gebirge am 18. und 19. April in den Nachmittagsund Abendstunden. Nähere Informationen darüber erteilen die Informationsbüros auf dem Wilson- und bem Masaryk- Bahnhof, im Riesengebirge alle Stationen. Ausflugszüge der Staatsbahnen. Vom 13. bis 19. April in die Westiden 450 Kč, in die Hohe Tatra 450 Kč. Vom 13. bis 18. Arril nach Svindlermiüible 360 Kč, ins Erzgebirge 850 Kč, nach Lubochňa 385 Kč. Preise insaefami Fahrt und Verpflegung. Vorverlauf und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhof. Telephon 88.385. Bei gleichem Preise werden Sie sicherlich einem hygienisch einwandfreien, hochwertigen Mineralwaffer den Voraug geben! Der pridelnde Wohlgeschmack des im ursprünglichen Naturzustande gefüllten Gießhübler- Gieß" beruht auf dem großen Gehalte an natürlicher Kohlensäure, feine Bekömmlichkeit und gesundheitsfördernde Wirkung verdankt er ſeinen wertvollen mineralischen Salzen. 100 Kunst und Wissen Liaison V. u. W. haben diese anscheinend lofe Folge von Bildern mit ihren Dialogen auf und vor der Bühne und mit Songs schlanfertig und trok der scharfen Benfur- schlagfräftig ergänzt. Die Ertem pore und die lomischen Situationen der beiden löiten ronie von einer erniteren und bewußten Note überwahre Lachalven aus; doch wurde diesmal die tönt. Obwohl die politischen Aktualitäten nicht allzu pointiert, eber allgemein gehalten waren, richteten fie ich hauptsächlich gegen die bewußt verbreitete Pro baaanda des Defaitismus: gegen Mens hen und reise, die vor der vermeintlichen Katastrophe ait Die Jugendfreundin. Ein Ufa- Film, der das ..Dreied" insofern variiert, als diesmal die gemeins fame Studienkollegin von Mann und Frau als stö rendes Element in eine glückliche Ehe eindrmat. Die feeundin. Der etwas konventionelle Stoff wird unter Ehe und besonderns das Nind erweisen sich schließ lich als stärker als die Anziehungskraft der JugendFrauenorganisation Prag Montag, den 11. April, abends 8 Uhr, im Parteiheim, Smečky 22, Frauenabend. Genoffin Paula Wallifch- Fuhrmann erzählt Ernstes und Seiteres aus dem Barteileben. Dieser Frauenabend findet nach§ 2 des Versammlungsgesches statt. der Regie Hans Sinrichs zu einem leicht gewos benen Kammerspiel, in dem ernste und heitere Saeneu fich die Waage halten. Nanga Parbat. Im Urania- Kino läuft der Filmbericht über die tragische deutsche Himalaja Expedition, ein hochinteressanter dokumentarischer und opferreichen Anstrengungen bei der Beiteinung Film, der ein Bild der ungeheuren Schwierigfeiten des Nanaa Parbat gibt, ein Verfuch, der vierhun dert Meter vor dem mehr als 8000 Meter hohen Gipfel scheiterte. Der Film begleitet die Expedition bis etwa 7000 Meter Söhe. Wir sehen mit dem Stameramann Bechtold aus der Ferne die mutiGIESSHOBLER WELTRUF durch QUALITÄT nicht vergessen: Backpulver für die Osterbäckerei aunsten der Viktorianer. Die Hausherren mußten Aivar mit mehrfachem Ersay antreten, aber auch die Sieger hatten nicht ihre fomplette Elf. Be: Svarta versagte wie im Schweiz- Spiel der Tormann und das Half, während die Stürmer vor der harten Vittoria Verteidigung nur zweimal entscheidend vorbeitamen. Nichts aber gab unserer Auffassung von der Krise des bürgerlichen Fußballs mehr redit als gerade dieses Spiel. Kampf war die Parole in feis port war das nicht mehr so sehr der Stea Vilnem ganzen Verlauf das ſtimmt, aber Fußballtorias auch bei den Zuschauern Begeisterung auss loite. Und noch eines kam deutlich Autage: Mit folchem Spielermaterial fann man noch mehr Repräsentativ- Matches verlieren... aus der Partei Bezirksorganisation Prag. Der Surf us ..unft betrachtung" fällt wegen der gen Bergsteiger zum letztenmal auf dem vom Sturm umtobten Grat, von dem die meiſten, auch der führer der Ervedition Willy Mertl, nicht mehr Frauenversammlung am Montag, den 11. April, aus. wiederkehrten. Ein Film, der vor allem die Bergif. ternb. nicht nur selbst in den Nachen des Löwen springen, sondern auch andere hineingerren. Die Tänze und Negitationen( Gedichte von A. Seifert) waren eine freundliche Ablentung. Das Stüd batte in einem überfüllten Theater eine stürmische Aufsteiger fesseln wird. nahme gefunden. m. i. Und wann im Prager Deutschen Theater? Karel Capels Schauspiel..Die wet ke rantbeit wurde Freitag im Londoner Savoy- Theater aufgeführt. Das Stüd batte einen außergewöhnlichen Erfolg. Das ausverlaufte Haus ( jubelte dem Stüd und der hervorragenden Daritellung zu. Die Premiere findet in der Londoner Bresse eine ausnahmslos glänzende Stritif. In allen Blät tern wird die hohe Qualität des Stückes und die ausgezeichnete Darstellung hervorgehoben. Die Times" schreibt u. a.: Endlich ein Kriegsstück, das einen Sinn hat, ein Stüd, leidenschaftlich und intelligent. Das Awei Vorzüge in fich vereinigt: Es macht keine Parteipropaganda und ist die Tat eines Mannes, der für sich feinen billigen Applaus bucht, sondern zu frieden ist, der Friedensidee zu dienen, und andere zu gleichem Tun auffordern zu können. Urania- Kino Premiere..Na naa Barbat". Filmbericht von der deutschen Himalaja Erpedition! Beute um 11, 2, 4, 6, 49 Uhr. Montag um 6 und 19 br. Das Osterprogramm: Verliebte bert a en". Sörbiger- Premiere. Die gestern in der Kleinen Bühne erschienene Komödie, deren Verfasser sich Edward Poor Mont gomery nennt, und die auch richtig in London spielt, verwendet ein paar Probleme des heutigen bürgerlichen Ehe und Gesellschaftslebens zu Unterhaltungssteden, und da der Autor die Handlung recht geschickt und dabei doch einfach, nicht zu durch sichtig und doch ohne aufdringliche Spannungsmache erfunden hat, erfüllt die Arbeit ihren Blved. Es ist die Geschichte von einem begabten Manne, der nicht heiraten will, und von einer refoluten Frau, die ihn dennoch( mit Anwendung unlauterer Mit tel) heiratet, was eine Ehe zur Folge hat, die erst auf Umwegen über Starriere. Entsagung und Untreue zum Erfolge" führt. In der Frau, die Erfolg und Liebe auf eine unromantische, beinahe gefährliche, Ein Sudetendeutscher malt Dr. Bew: s. Der be aber in Montgomerys Stiid wenigstens sehr fannte judetendeutsche Maler Ernst Neufchul ist nübliche, schr lohnende und sehr tugendhafte Art ver- feit einiger Zeit öfters auf der Burg zu sehen, wo bindet, hat der Autor eine dankbare und nicht fon- er den Präsidenten Dr. Benes malt. Wie wir ventionelle Bühnenfigur geschaffen, die Marion erfahren, bereitet der genannte Künstler, ein fonünsche Gelegenheit gab, eine noble, nuancierie fequenter Verfechier eines neuen fünstlerischen und interessante Leistung zu zeigen, die vom Bubli- Realismus, eine Gefa mta u 8 ite II una in fum starf applaudiert wurde. In der Rolle des wider rag vor, die am 28. April im Dum uměleckého Willen geheirateten Mannes mit der großen Bufunft brůmyslu, Prag II, Národní tř. 36, eröffnet wird. Lonnie Leo Siedler nicht in gleichem Maß( Ernest Neuſchul hat im Jahre 1935 Masaryk feffeln, weil er mehr die Gleichgültigkeit als den für den Naissaal der Aussiger Stadtvertretung geGlanz der großen Begabung veranschaulichte. Von malt.) den übrigen Mitwirkenden sind Elsbeth Warn Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. holy, Frit Valt und Wilma Sürer lobend Sonniaa. 3 lär: Victoria Regina, 8: Ariadne auf zu nennen. Die junge Schauspielerin Maria Fürn- Naxos( neuinszeniert). Montag 17: Carmen( rote trans, die sich in einer nicht ganz einfachen Rolle Starten und freier Verlauf). Dienstag 8: Ariadne zu bewähren hatte, erschien noch unfrei und sprachlich auf Naxos. Mittwoch 8: Kammerjungfer, Donnersunentividelt, gewann aber im Laufe des Abends an tan 28: Die Fledermaus. Freitag: geschlossen, Lebendigkeit und Sicherheit. Arnold Marlé hatte Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntaa für eine durchdachte, flotte, in der herausarbeitung 44 Uhr: Das Ministerium ist beleidigt. 8: Liaison. der Figuren und im Zusammenspiel gleichermaßen gelungene Inszenierung gesorgt. -eißVoskovec und Werich: ,, Die Faust aufs Auge" Das tschechische Sprichwort: Es paßt wie die Faust aufs Auge" deutet an, daß ein Schlag zwischen die Augen das Bild völlig verändern kann. Die Mens ichen sahen die Weltgeschichte stets so, wie fte ihnen zurechtgemacht wurde; nur wenige frunen, was hin ter den färbigen Kulissen um die sogenannten Helden verborgen war. Also sehen wir uns die Rüdseite an: da sehen wir das Volt, das die Kulissen der Weltgeschichte formen half. Montag 8: Der Weibsteufel( volkstümliche Vorftellung). Dienstag 8: Südfrüchte. Mittwoch 8: Liaison. Donnerstag 8: Liaison( Theatergemeinde und freier Verlauf). Freitag: geschlossen. Der Film Wir schwören! Vereinsnachrichten Deutsche Volksfinggemeinde. Die nächste Probe ( Dienstag) findet wieder im alten Probe! ofa!( Smečky 27) statt. 6 7 1hr Frauenchor, ab halb 8 Uhr gemischter Chor. $ Hochleistungs- Drehbänke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaping- u. Hobelmaschinen Spannfutter 17 in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Arno Plauert Warnsdorf, CSR. 3893 Filme in Prager Lichtspielhäusern Wochenprogramm. Dien 3. tag, den 12, April: Parteiheim, Urania- Rino: Nanga Parbat." Alleinpremiere! Smečky, 7 Uhr, Gruppe Prag II: Adria: Robot Girl Nr. 1." Tich.- Alfa:..Ro..Die Spaltung der Arbeiterbewe- salie." Nelson Eddy, Eleanor Powell. A. Apollo: gung". ebendort, 8 Uhr. Gruppe Die Fledermaus." Baarová. D. Avion:„ Die Brag I: Die Verfassung der weiße Hölle vom Piz. Pali." G. Dießt. D. CSR." FVSA- Heim, Spálená, Bajtal: hr erster Ball." Franz. Berá 8 Uhr, Gruppe Prag VII und Gruvve Prag XII: net:„ Das indische Grabmal." Gustav Dießl. D. Die Aufklärungsarbeit der svanischen Republika Fénix: Wir schwören." R.- Flora: Menschen in ner". Donnerstag, den 14. April Großer der Bergen." Tich. Hollywood:„ Robot Girl 1." Hvězda: Oster Midchproa Saal der Städtischen Bücherei, Marianské nám. Tich. Julis:„ Die Fledermaus." Baarová. 8 Uhr: Vortrag des Miniſters Dr. St. Strofta zu dem ar a mm. Thema:„ Die Sendung der Tschechoslowakei in D. Kinema d. V. B.: Neue Grotesten, Journale. Europa". Die anderen in den Rahmen der..Vä- Reportage. Kurona Aft.- Th.: Journale, Grotes Kotva:„ Es war die Zeit der dagogischen Woche" fallenden Veranstaltungen werfen Reportage. den in der Seimabenden angefaat. Insbesondere Liebe. A. Lucerna: Wir schwören!" M. empfehlen wir den Besuch der Eröffnungsfeier, die Metro: Geh'n wir bummeln!" D. Powel. A. Donnerstag, den 14. Avril, um 9 Uhr vormittaas Passage:".. Jugendfreundin." Fritich. D.- Praha: Radio: in der Urania, Klimentská, stattfindet. Anmeldun Auf der Evur des Verbrechens.". aen zu der Diterwanderung der Sozialistischen In Das indische Grabmal." Gustav Dießl. D. Světozor: Ritter ohne aend Praa, find ivätestens Montag, den 11. April. Efaut: Feuer!" Fr. um 7 Uhr im FVSA- Heim, Spálená, abzugeben. Rüstung." M. Dietrich, Donat. E. Reletrhy: ..Gasparone, der lustige Abenteurer." D. Belvedere: Menschen in den Bergen." Tich.- Beseda: Wutterlied." Beni. Gigli. M. Gebotari. D. Carlton: Die Dorfaristokratin." Tich. Illusion: Die Beherrscherin der Wolfen." Annabelle. Fr. Konvikt: Das indische Grabmal." Dießt. D. Lido II: Lieben verboten." Lamač. Louvre: Die Rückkehr des roten Pimpernel." A. Macesta: Die Rückkehr des roten Pimpernel." A. Olympic: hr erster Wall." Franz. Das am Samstag auf dem Prager Svartavlab Perštýn: Violetta." Greta Garbo A. ausgetragene Ligaspiel endete, wie schon das Moxy: Mutterlied." Benj. Gigli. D.- TatraErgebnis zeigt, mit einer überraschenden und auch Weinberge: Die Dorfaristokratin." Tich. hohen Niederlage des neuen Meisters. Nicht Technit. I Vejvodů: Sherlock Holmes." H. Albers. D. sondern Elan und Wille entschieden das Match zu Valdet: Die zweite Frau." D. In diesem Russenfilm des Autors Satajew und des Regisseurs Matsch eret wird die Kambi bereitschaft der Sowjetunion im Falle eines feind Es braucht nicht besonders hervorgehoben zu lichen Angriffes auf sie gezeigt. Besonders eindrucks werden, daß ein folcher geschichtlicher Rückblid in dem voll ist der Hinweis auf die Größe und Kampfkraft neuen Stiid des Befreiten Theater von Voilovec und der Sowjet- Luftflotte, den Mut ihrer Piloten und Werich:„ Die Fauft aufs Auge oder Cäsars Finale". Fallschirm- Mannschaften, die technische und militä mit originellen Einfällen, attualisiert, fozusagen rische Organisation der Truppen und der Betriebe. bolitisch erzieherisch, die Zuschauer unterhielt. Der Wir sehen die Aufnahmen der riesigen Flugzeugs Gerichtsvollzieher Dionyfis, der eine Probe zu Sha- Geschwader und der Maffen- Absprünge, die das fespeares Julius Cäsar" mit einer Bhinduna un Ende dieses Filmes bilden, nicht zum ersten Male. terbricht, rät als alter Theaterbesucher dem Diret aber ihr Eindruck hat deshalb faum nachaelaffen. tor, mit den tragisch- großen Gestalten der Geschichte Die eigentliche Handlung des Films, die Schicksale aufzuräumen und das lebendige Element des Boltes. einer Fliegerfamilie in einem kommenden Striege, ist Sport- Spiel- Körperpflege Spartas katastrophale Niederlage Viktoria Žižkov siegt 7: 2( 4: 0) Das kleine Rechenwunder 4694 BARRETT FIGURING kostet nur Kč 2200Addiert subtrahiert multipliziert- dividiert Verlangen Sie noch heute günstigstes Angebot F. 38 ALLGEMEINER BUREAUBEDARFVERTRIEB, II. Václavské n. 28 Beauagbebinguna en: Bet Auſtellung ins Haus oder bei Bezua durch die Voit monatlich Ke 17.- vierteljährig Ke 51.- halbjährig Kč 102,-, ganzjährig Kč 204.Inferate werden lan Tarif billigst berechnet.- Nüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telearaphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800. VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Braba 25.- Druderei:..Orbis". Drud, Berlags- u. 8eitungs- A.- G. Brag. Grite S ,, Sozialdemokrat" Sonntag, 10. April 1938. Nr. 85 75.000 Mitglieder? us opi des Einheitsverbandes der Privatangestellten Wichtige Beratungen der Privatangestellten Die Organe des Einheitsverbandes der Einheitsverband seine Gesamtauf-| Sonntagsruhe, die Feiertage, die Öff- reisendengesetzes, der Erlaß des längst der Privatangestellten, d. 5. die Aus- fassung der gegebenen Lage niederlegte nungs- und Sperrstunden und die fälligen besonderen Lehrlingsgesetzes, schüsse der Fachgruppen Handel, Indu- und in seriöser Weise die Forderungen Arbeitszeit im allgemeinen. Parallel den Ausbau des Gewerberechtes u. a. m. strie, Union der Geschäftsreisenden und nach ganzstaatlicher Regelung der damit verfolgt der Einheitsverband wei- Auf volkswirtschaftlichem Gebiet hat Vertreter, Genossenschaften, Versiche Arbeitsbedingungen der Privatangestell- ter die Dringlichkeit der Kollektivver- der Einheitsverband der Privatangerungsangestellten, Studenten und Ju- ten begründete. Er wurde von der ge- träge und die neue Reform der Pen- stellten Gutachten ausgearbeitet, unter gend, haben gestern im Verbandshaus nannten Korporation zu Verhandlun- sionsversicherung. anderem zum Kartellgesetz, zum heu ihre Beratungen eröffnet, die der Tagen eingeladen, wobei er noch mündlich Der weitere Aufbau einer einheit- tigen Stand der Syndikalisierung der gung der Zentralvertretung des Verban- die ernſten Beweggründe darlegte, die lichen geschlossenen Organisation aller Industrie, zum Viehmonopol, zum Gedes vorangegangen sind. ihn zu den vorgelegten Forderungen ver- Privatangestellten war und ist der setz über die Automaten, wie zu jenem Mehr als 400 Delegierte aus allen anlaßten. Der Einheitsverband betont, Grund, um als stärkste Organisation über die öffentlichen Lieferungen, zum Teilen der Republik verhandeln über ein daß der Industriellenverband für diese den Aufbau dieses Ideals zu ermög- Handelsgesetz und dem über die Hanvom Verbandssekretariat vorgelegtes Verhandlungen sein Material vorberei- lichen. umfangreiches Material. Der Verband zählt zum 1. April 1938 75.368 Mitglieder, erfüllt sein Aktionsprogramm zielbewußt und hofft im Jubiläumsjahr weitere 5000 Mitglieder zu gewinnen und somit die Zahl von rund 80.000 zu erreichen. JEDNOTNÝ SVAZ SOUKROMÝCH ZAMESTNANCŮ G 香港 香港 絲 RESTAURACE CAVARNA delskammern, desgleichen zu allen at tuellen Wirtschaftsproblemen und der Wirtschaft im Dritten Reich. Durch ge eignete Maßnahmen stellt der Einheitsverband die regionalen Wirtschaftsverhältnisse fest und widmet sein besonderes Augenmerk der Rolle des Exports der Tschechoslowakei. Hiebei betont er, daß sich unsere Exportpolitik in erster Linie auf gute handelspolitische Verhandlun gen mit Exportstaaten stützen muß. Der Einheitsverband widmet deshalb den Handelsabkommen und Handelsverträgen die größte Aufmerksamkeit und ist bemüht, daß alle Fehler gutgemacht werden, die vordem in dieser Richtung begangen wurden. Ebenso bestrebt ist er, alle anderen Fragen unserer Wirtschaftspolitik, der Währung, der Investitionen, der Geldflüssigkeit, des Kredits usw. im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit zu behalten. Die Konzeption des Verbandes, die die Kulturarbeit mit sozialpolitischer Tätigkeit, mit der Sicherung des Lebens des Einzelnen und des Kollektivums verbindet, hat in der weiteren Durchsetzung unseres Programms ihren Ausdruck gefunden. Das Zentralsekretariat legt seinen Bericht mit dem Gefühl der Ruhe und des Stolzes vor, zumal es erklären fann, daß alles getan wurde, was menschliche Kraft maximal leisten kann. Die wirtschaftliche Propaganda hat die Angestelltenschaft und die breite Öffentlichkeit auf das moralische Recht der aktiven Mitwirkung überall dort aufmerksam gemacht, wo nicht nur über Wirtschaftspolitik, sondern auch über die Staatspolitik entschieden wird. Ist doch gerade die Wirtschaftspolitik die Voraussetzung für die Blüte des Staa- tete und wenn die Diskussion vorläufig Die Zusammenarbeit des Einheits- ihm wirkungsvoll unterstützt worden. Er |[ tes und der Zufriedenheit seiner Bevöl- nicht zum wünschenswerten Ergebnis verbandes mit zahlreichen Arbeiterorga- hat hiebei keine Opfer gescheut, um den kerung. Der Einheitsverband hat die geführt hat, so hat er doch das ganze nisationen ist eine gute. Besondere Auf- heldenhaft kämpfenden Republikanern Parole aufgestellt, daß auch unsere Problem ins Rollen gebracht. Die merksamkeit widmet der Einheitsver- in Spanien wirksame praktische Hilfe zu Volkswirtschaft ein Glied der Weltwirt- Arbeitgeber machen auch weiterhin ihren band den Kulturfragen und erstrebt die leisten. Die Beziehungen des Verbanschaft ist, die einer durchgreifenden Re- Widerstand gegenüber den Kollektivver- Errichtung eines eigenen Kulturhauses des zum Internationalen Gewerkorganisation bedarf, um aus der Periode trägen geltend, können aber keine über- an. Die Enqueten über die Reform des schaftsbund sind die denkbar besten und der Wirren in stabile und friedliche Ver- zeugenden Argumente vorbringen. Lei- Handelsschulwesens werden fortgesetzt. der Austausch gegenseitiger Delegatiohältnisse zu kommen. der ist die Situation noch nicht so gün- Der Einheitsverband kann von sich nen ein reger. | Das Verbandshaus des Verbandes der Privatangestellten in Prag Sehr umfangreich ist die internatio nale Tätigkeit des Einheitsverbandes der Privatangestellten. Das Hilfswerk für das republikanische Spanien ist von Die zielbewußte Tätigkeit der volks- stig, daß zahlreiche Gewerkschaftsorgani- behaupten, daß er die stärkste Jugend- Der Einheitsverband der Privatwirtschaftlichen Abteilung des Einheits- sationen der Privatangestellten die bewegung in unserem Staate führt. angestellten gibt eine große Reihe von verbandes fand ein starkes Echo. Das Grundsätze, nach denen der Einheitsver- Im verflossenen Jahre hat sich der Fachblättern in einer JahresgesamtaufProjekt einer Internationalen Wirt- band seine Aufgaben zu erfüllen bestrebt Einheitsverband mit einem großen lage von rund 997.000 Exemplaren schaftskonferenz, das der Einheitsver- ist, sich zu eigen gemacht hätten, die Komplex neuer sozialpolitischer Fragen heraus. Für seine rege Versammlungsband ausgearbeitet hat, ist nicht dem allein allen Nutzen bringen können. Ein auseinandersetzen müssen, die für die tätigkeit spricht, daß er im Vorjahr über Motiv entsprungen, die Zahl ähnlicher weiteres Signal zur Fortsetzung der soziale Stellung der Privatangestellten 2000 Versammlungen, Vorträge und Vorschläge bloß zu vermehren. Es ist Aktion zwecks Hebung der sozialen Lage von großer Bedeutung sind. Aus der Kurse absolviert hat. im Gegenteil organisch und organisato- der Privatangestellten wurde durch die großen Reihe dieser Fragen seien her- Im Vorjahr hat der Einheitsverband risch aus dem Wirtschaftsprogramm des großartige öffentliche Kundgebung ge- vorgehoben: Die Dringlichkeit des Aus- an Unterstützungen nach dem Genter Verbandes und den neuen Erfahrungen geben, die am 8. Oktober 1937 im Pra- baues des im Privatangestelltengesetz zu System die Summe von 4,459.332 Kč crwachsen, die er sofort praktisch geltend ger Lucernasaal vom Einheitsverband sammengefaßten besonderen Angestell- und an außerordentlichen Unterstützunzu machen sich bemüht. veranstaltet wurde. Der Verlauf dieser tenrechtes, die Beschleunigung der Re- gen 700.552 Kč ausgezahlt. Es ist dem Verband gelungen, für die einzigartigen Kundgebung hat bewiesen, form der Gesetze über die Pensions- und Mit all diesen Hinweisen auf die Angestellten in 70% der Unternehmun- daß der Einheitsverband ein Faktor ist, Krankenversicherung, der Erlaß eines Tätigkeit des Einheitsverbandes sind gen und Zirmen eine gewisse materielle der respektiert werden muß. Diese Tat- eigenen Gesetzes über die Kollektivver- dessen Gesamtaufgaben nur zum Teil und soziale Besserstellung zu erzielen. sache wurde noch besonders durch die träge, die zeitgemäße Änderung des Ge- gekennzeichnet. Die derzeitige sozial- und Das Hauptstadium dieser Aktion wurde öffentlichen Kundgebungen erhärtet, die setzes über die Betriebsausschüsse, die wirtschaftspolitische Situation stellt den durch Memoranden eingeleitet, die am 5. Dezember 1937 in der Gesamt- einheitliche Regelung der Sonn- und Verband vor weitere große Aufgaben, den Arbeitgeberkorporationen zugeschickt zahl von 200 stattfanden und an denen Feiertagsruhe sowie der Geschäfts- die er wie bisher erfüllen wird. Sein wurden. Insbesondere war es ein an etwas über 100.000 Privatangestellte öffnungs- und Sperrstunden für die Kampf um Frieden, Freiheit, Arbeit den Zentralverband der čsl. Indu- teilgenommen haben. Diese Aktion wur- ganze Republik, die endliche gesetz- und Brot ist ein Kampf für die Demof.riellen gerichtetes Schreiben, in dem de ergänzt durch Enqueten über die geberische Erledigung des Geschäfts- kratie! 8 91 18