2 3. en ter er: gen SN 5: 8 : 0 : 1 Der Tit V az ), 2. V m SEEP22 HPRTENED Ea It h REES ) E Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutſchen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller / Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62 – Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Rarl Kern. Prag 18. Jahrgang Eine Schlappe Francos An der Andorra- Grenze mehrfach zurückgeschlagen Barcelona. Den Franco- Truppen, die längs des rechten Ufers des Pallaresa- Flusses vorrüdten, war es gelungen, in unmittelbarer Donnerstag, 21. April 1938 Französisch- italienischer Vertrag noch vor der Genfer Tagung? Beim Völkerbund registriert Die Freiheit Einfangen und binden läßt sie sich wohl, zumal, wenn es einer geschickt und schlau anzugreifen weiß. Umbringen und Abschlachten aber läßt sie sich nicht, und sie ganz zu vernichten ist unmöglich. Ulrich von Hutten Nr. 93 Italienische Besorgnisse Paris. Außenminister Bonnet erstat- wünschenswert halte. Die Möglichkeiten und AusNähe von Andorra Stellungen zu beziehen. tete in der Mittwochsitzung des Miniſterrates ein ſichten hiefür dürften in der kommenden fra einst und traurig erschienen dem Auge die unVerstärkungen der Regierungstruppen, die nun- ausführliches Expoſe über die außenpolitische zösisch- britischen Aussprache einen beträchtlichen mehr entfandt werden können, unternahmen Ge- Situation und insbesondere über den ersten ein- Daum einnehmen. genangriffe und eroberten das ver lo gehenderen Meinungsaustausch zweds Regelung rene Terrain zurück. Aus Seo de Urgel des Verhältnisses zwiſchen Frankreich und find Abteilungen abgegangen, die mit den Grup- Italien. Diese Verhandlungen wurden zwischen London. Der britisch italienische Vertrag ven der Franco- Armee, welche das Gebirge be- dem Leiter der französischen Botschaft in Rom, herrschen, in Fühlung treten werden. Den Regie- Legationsrat Blondel, und dem italienischen wird, wie die Yorkshire Post" meldet, beim Völ ferbunde hinterlegt und registriert werden, sobald rungstruppen, die fich nach einigen militärischen Außenminister, Graf Giano, geführt. Aftionen der Dörfer Farrera und Bruch Die ersten Nachrichten über den französi- er in Kraft tritt. Hierfür werde England die notnördlich von Sort bemächtigten, ist es gelungen, schen Ministerrat bestätigen, daß alle Mitglieder wendigen Schritte beim Völkerbundsekretariat unden Feind zum Flusse zurückzudrängen der Regierung die Notwendigkeit einer fran- ternehmen, da ja Italien vor einigen Monaten seiund die Bebrohung der Stellungen an der Grenze zöfifch- italienischen Annäherung anerkennen, nen Austritt aus dem Völkerbunde angezeigt hat. durch ihn abzuwenden. Der Feind griff im Ab- doch ist man der Ansicht, daß man sich nicht, schnitt bei Tremp in der Umgebung von Isona foste es was es wolle, becilen solle, sondern daß man sehr sorgfältig verhandeln müsse und keine an, wurde aber zurüdgeschlagen und mußte sich nach Norden in der Richtung zur der Möglichkeiten für die ersehnte französisch italienische Verständigung außer Acht laffen Sierra Pesonaba zurüdziehen. Behutsam Kürzlich war in der internationalen Wochenschau, die das Kino- Programm einzuleiten pflegt, ein sonderbar beklemmendes Bild zu sehen: Mus solini dekorierte die Witwen und Mütter gefal Tener Kriegshelden"... Nicht nur natürlich glüdlichen Frauen, die da der Duce, selbst mit gequält mildem Lächeln, gewissermaßen im Namen der italienischen Nation ehrend füßte; nein, man hatte darüber hinaus noch den Eindruck, daß diese Frauen in hartem Kampfe mit sich selbst die an lagende Frage unterdrückten: Wozu diese Opfer? Wozu das alles? Fielen unsere Männer und Söhne, weil das Vaterland bedroht war? Fielen sie nicht vielmehr nur für einen imperialistischen Wahn, der weder uns, den persönlich Betroffenen, noch dem Volke anderes als Unglück bringen fann? So schienen die gebeugten Rücken der Mütter, die gesenkten Köpfe der Gattinnen, der wehe Blic Washington.( Reuter.) Präsident Roosevelt ihrer Augen zu fragen und man hatte das Geerklärte am Dienstag bei einem Journalisten fühl, daß es dem Duce selber willkommen gewe empfang, daß die Regierung der Vereinigten sen sein mag, als diese beängstigende, mehr tra Staaten, obzwar sie feinerlei Ansicht über die gische als heroische Aufnahme zu Ende war. Im Sektor von Tortosa haben die ReDie englischen Blätter melden, daß die fran politische Tragweite des englisch- italienischen Dieser Eindrud, gewiß nicht sicher und ver gierungstruppen aus taktischen Gründen Stellungen auf dem linken Ebro- Ufer bezogen. Süblich zösisch- italienischen Verhandlungen am Don Abkommens zum Ausdruck bringen wolle, dessen, läßlich, wird dennoch bestätigt durch die deutliche des Ebro hat der Feind am Montag zwischen Cati nerstag beginnen werden. Angesichts des Abschluß dennoch mit sympathischem Interesse ren und zuverlässigeren Meldungen, die in den und Benicarlo mit Hilfe zahlreicher Flugzeuge beiderseitigen Verständigungswunsches rechne verfolge, weil er durch Verhandlungen, d. i. durch letzten Wochen aus Italien tamen. Daß schon vorman mit einem Vertragsabschluß noch vor Be- ein friedliche& Mittel, erzielt wurde. dem das italienische Volk, das seine Söhne auf und Tanks versucht vorzubringen. Abgesehen von In diplomatischen Kreisen glaubt man, daß den Schlachtfeldern Aethiopiens und Spaniens einem Kleinen Borstoß in der Richtung auf Tirig ginn der Völkerbundrats- Tagung am 9. Mai, da wurde er aber völlig zurückgeschlagen. Zwei Re- die Probleme eher technischer als politischer Art diese Erklärung den Zweck hatte, die Anhänger sterben sieht, durchaus nicht restlos beglüdt war, seien. Die Anerkennung Abaffiniens foll der der Realpolitit aufzumuntern, die heute durfte man längst annehmen. Aber seit furzem bellentanks wurden in Brand gesteckt, mehrere an." Times" zufolge auf der gleichen Grundlage er- auch von der britischen Regierung vertreten wird. hat in der Stimmung auch der faſchiſtiſch- patriodere beschädigt, der Nest flüchtete. Jagdflugsenge haben wirkungsvoll feindliche Konzentratio- folgen wie durch England.„ Daily Herald" er- Gut informierte Kreise fügen jedoch hinzu, daß tischen Italiener vielfach ein Umbruch eingesetzt. nen beschoffen. Am Dienstag hat der Angriff des flärt, daß Chamberlain weiterhin die Ansicht von die Erklärung des Präsidenten Roosevelt nicht Durch den Anschluß Oesterreichs an Deutschland. der Notwendigkeit englisch beutscher io ausgelegt werden dürfe, als ob die amerikas durch den Vorstoß des waffentlirrenden Preußens en wäre als ein sehr geringes Borräden in der Besprechungen vertritt, ebenso wie Daladier eitte niſche Regierung der Politik Großbritanniens hums bis an die italieniſche Grenze, durch den Nähe der Küste. Aran- Tal von Franco besetzt Pont du Noi. Das Aran- Tal ist von den Franco- Truppen besetzt worden. Die FrancoAbteilung ist mit den französischen Behörden in Fühlung getreten und hat an der Grenze die Fahne Franco- Spaniens aufgezogen. Umfangreiches Beweismaterial gegen die ,, Elserne Garde" dürfe. franzöfifch deutsche Verständigung für folgen wollte. Das Programm der englisch- französischen Beratung London. Auf seiner Neise von Südfrankreich kommend hält sich der britische Marineminifter Duff Cooper in Paris auf. Er wird, wie die englische Presse berichtet, ehe er nach London zurüctehrt, mit dem franzöſiſchen Marineminiſter Campin chi eine Unterredung haben. Teilweise Arbeitsaufnahme London. Für das offizielle Befuchs| Duff Cooper in Paris programm der französischen Staatsmänner in London sind noch keinerlei Einzelheiten festgelegt. Die französischen Staatsmänner werden am 27. April in London eintreffen, die Beratungen beBukarest. Im Laufe des Dienstag wurde ginnen am 28. und werden voraussichtlich bis 30. in Bukarest das Beweismaterial zufammengefaßt, April dauern, an welchem Tage die Müdfahrt erdas bei Haussuchungen bei Mitgliedern und Agi- folgen dürfte. Beratungsgegenstände werden vortatoren der ehemaligen Eisernen Garde" gefun- aussichtlich fein: 1. die in Genf einzunehmende den wurde. Dieses Material ist sehr umfangreich Haltung, 2. die europäische Lage nach dem briund es befinden sich unter ihm sehr gewichtige if chitalienischen Abkommen und der Beweise. Mitglieder des Militär- und Zivilgerich inzwischen eingeleiteten franzöfif dh tes find mit der Prüfung des Materials beſchäf- italienischen Verständigungsaktion, 3. die tigt und werden sodann die Unterlagen für die Spanien frage, 4. die MitteleuropaZusammenstellung der Anklagefchrift liefern. Die politik im Zusammenhang mit den BestrebunUntersuchung der Angelegenheit wird sehr bald gen zur Einleitung von Verhandlungen über einen beendet sein. Paris. Gegen den Schiedsspruch des Seks 1 Aufmarsch reichsdeutscher Truppen zur Wacht am Brenner hat sich die Lage Italiens schlagartig und dabei auf die Dauer einzigartig geändert und verschlechtert. In dem Augenblid, als die Italiener Deutschland im Norden zum Nachbarn erhielten, erivachten auch die Indifferenten oder Resignierten unter ihnen aus einem Traum: der Duce, der größte Sohn dieses italienischen Jahrhunderts, hatte ihnen das beschert, was sie mit untrüglichem Instinkt als ein nationales Unglüc betrachten! Und alle Berichte, die seitdem aus Italien in die Welt dringen, stimmen darin überein, daß das italienische Wolf nun aus seiner Ent täuschung und Verängstigung auch kaum mehr ein Hehl zu machen sucht. Und so wie das italienische Volk denkt auch ein großer Teil des Auslands über die Situation, in die die Achsenpolitik des Duce das Land gebracht hat. Im„ Peuple" war dieser Tage zu ¡ lesen, daß Italien durch die Verpreußung seiner tionschefs des Arbeitsministeriums Giraud, in Brenner- Grenze fich in eine gefährlichere interwelchem die von den Arbeitern geforderte Lohn- nationale Lage verstrict sehe, als es sie je ſeit der erhöhung bei der gegenwärtigen Lage als unan Gründung des modernen Stalien erlebt habe. nehmbar bezeichnet und in dem weiter feſtgeſetzt Italien, das von Hitlerdeutschland so innig ans wird, daß in Werken, welche für die Verteidigung Serz gedrückte, fühlt seinen Atem beklemmt, fühlt neuen Westpaft und 5. die Möglichkeiten für Frankreichs arbeiten und die 45stündige Arbeits- sich als der Gefangene Deutschlands... Die rumänische Presse veröffentlicht ein einen neuen Westpatt. woche eingeführt haben, eine Lohnerhöhung von Gewiß wird uns nichts dazu verführen, Schreiben, das Codreanu vor einiger Zeit mindestens 75 Centimes pro Stunde bewilligt antifaschistische Illusionen zu nähren, indem wir Ueber die militärische Delegation ist noch werden soll, sprachen die Vertreter der Arbeiter jetzt etwa behaupten wollten, es sei nun schon der dem Mitglied der„ Eisernen Garde" Stelescu gesandt hat. Es war dies vor dem Attentat auf nichts bekannt, doch kann als sicher angenommen schaft und der Arbeitgeber verschiedene Vorbehalte Anfang vom Ende der italienischen Diktatur geden Ministerpräsidenten Duca. Codreanu deutet werden, daß die Unterredungen, welche Hore aus. In den franzöſichen Metallindustrie- Unter- kommen. Aber so wie die radikale Veränderung in dem Briefe an, da ker von dem ge= Beliſha und Duff Cooper in Paris geführt haben nehmungen wurde trotzdem am Mittwoch von der der außenpolitischen Situation Italiens dem Dens planten Attentat wiffe. Er oder führen werden, ihre Fortsetzung finden wer- Mehrheit der Arbeiterschaft die Arbeit wieder auf- ten von Millionen Italienern eine neue Richtung empfiehlt sodann für die Partei die Fortsetzung gab, so ist wohl anzunehmen, daß auch diese verdes Terrors und der antisemitischen Kampagne. änderte Stimmung im Innern des Landes dessen - Stelescu wurde später, wie bekannt, des VerPolitik wesentlich mitbeinflussen wird- und wahrscheinlich schon jetzt mit beeinflußt. Unter dem Gesichtspunkt der verschlechterten italienischen Lage und Stimmung ist nämlich vermutlich schon die rasche Geneigtheit zu verstehen, mit dem der Duce jezt auf die englischen und französischen Budapest. Der ungarische Fürstprimas Kar- Wert für die Demokratien damit aber noch gar Patt- und Verhandlungsvorschläge über deren dinal e re di erklärte bei der Pontifikal- Oster- nichts ausgesagt sein soll einzugehen geruht. messe, welche er in der Graner Kathedrale zele Mussolini hat jedenfalls ein verständliches Bedürf ben. rates beschuldigt und von seinen einstigen Die Kwantungarmee Freunden erschossen. Manius Blatt eingestellt wird eingesetzt Die chinesische Gesandtschaft in Prag stellt den Blättern folgenden Bericht über die gegenwärtige Situation auf den chinesischen Kriegsschaupläßen zur Verfügung: genommen. Truppen die Japaner bis in die unmittelbare Nähe der Stadt Wuhu zurückdrängten. Anders als Innitzer! Die rumänischen Behörden ordneten die Einstellung des Blattes der Nationalen Bauernpartei, Romania Nova", das in Klausenburg erscheint und das persönliche Organ Manius war, an. Es ist dies binnen wenigen Tagen das dritte eingestellte Blatt wahrscheinlich in den nächsten Tagen zu neuen brierte: Die Kirche wird nicht feilschen und nis einerseits nach Sicherungen und Rückversiche der äußersten Rechten. Militär- Aufstand In Schantung und in Mittelchina wird es großen Stämpfen fommen. Man schließt das auch hat niemals gefeilscht, um günstige Ergebnisse für rungen, anderseits nach Erfolgen und Schauſtüfdaraus, daß das japanische Oberkommando eiligst sich zu erreichen. Sie hat in Zeiten, wo ganze fen, wie sie der Faschismus immer wieder braucht, einen Teil der Kwantungarmee aus Manschutuo Völker sie verließen, nicht gefeilscht und wird auch um die verblassende Gloriole wieder einigermaßen nach China berufen hat, deren erster Transport in der Stärte von 10.000 Mann am Dienstag in heute nicht feilschen, wo falsche soziale und wirts zum Leuchten zu bringen. Aus dem Schatten der in Honduras Shanghai eingetroffen ist. schaftliche Dottrinen herrschen, welche Einzelper- deutschen Brenner- Wacht, aus den blutigen DüinManagua. Blättermeldungen aufolge ist An der Schantungfront gelang es den chine- fonen, ganze Klassen und sogar Staaten untersten des abessinischen Eroberungskrieges, aus den in Honduras ein Militäraufstand ausgebrochen, fischen Truppen bei Pintschen und Tsaotschuan, sochen und sich gegen die Kirche stellen. Unverläßlichkeiten erhofften Machtgewinns in an dessen Spiße die Generale Feliberto Diaz Re- die Japaner nach scharfen Kämpfen zurückzuschla ' Spanien führt der Duce sein Volk in die Sonne Audienz Faulhabers beim Papst des Impero, des Kaiserreiches, in die milden laya und Rufino Solits stehen. Die Aufständigen. Sie mußten einige Tants und gepanzerte schen besetzten die Staserne und einige Stegierungs- Automobile auf dem Stampfplaße zurüdlassen. Vatikan. Der Heilige Vater empfing am Strahlen vermeintlicher Versöhnung mit der gebäude. Eine offizielle Bestätigung steht noch An der Jangtse- Front fand eine zweitägige Mittwoch den Erzbischof von München, Kardinal lateinischen Schwester und dem englischen Vetter große Schlacht statt, in welcher die chinesischen Faulhaber, in Audienz. und, nicht zuleßt, in die Beglüdung durch den aus. 113 Seite 2 Donnerstag, 21. April 1038 Nr. 98 „Verteidigung“ eines bevorstehenden Empfang Hitlers In Rom. Aber tväbreird Carabinieri und Bcrfaglieri den passo romano, den italicnisierten preußischen Stech« schritt drillen, werden schon seht in Rom zu Hunderten Arbeiter, Bürger. Studenten zusammenge« fangen, deren antifaschistische Gesinnung in das Jubilieren Mißtöne bringen könnte. Und anderseits werden, während man sich in ernste Debatten über die Zurückziehung der„Freiwilligen" aus Spanien einläßt, nach wie vor Truppen und Kriegsmaterial gegen Westen eingeschifft. Nach Spanien, nach Majorca, nach Lhbien gingen auch im Monat April aus Neapel und Spezia, aus Genua und Gaeta Menschen, Flugzeuge, Waffen und Munition ab; aber auch Arbeiter und Bauern, die Spanien»kolonisieren" sollen; kolonisieren allerdings weniger zu Ehren der italienischen, als der großdeutschen Farben; denn Mussolini würde auch nach einem Endsiege Francos in Spanien nur einen zweiten Platz einnchmcn; Hitler hat dort bereits die Vorhand— und Mussolini hilft ibm dabei, indem er zu Tausenden deutsche Techniker und Spezialisten durch Italien nach Spanien passieren läßt. Auch um diese Dinge weiß das Italienische Volk und nm so mebr sieht cS mit gemischten Gefühlen dem Rausch ent egen, in den es aus Anlaß der neuen Italien-Fahrt des Führers versetzt werden soll. Und eS besteht kein Zweifel darüber, daß die Begeisterung, die da zur Schau gestellt werden soll, auch jetzt und jetzt wohl erst recht frühere Spektakel ähnlicher Art noch in den Schatten stellen wird; gerade weil die„Achse" in Italien reichlich unpopulär zu werden beginnt, wird sie sich biegen müssen vor Enthusiasmus. Aber die Italiener sind hellsichtig, die Welt ist hellhörig geworden. Man weiß, daß und warum der Duce diesen Zauber braucht I Und eben deswegen legt man sich erst reckt die Frage vor, ob Zuversicht und SelbstbewuBtseln Armeebefehl des Präsidenten der Republik Aus Anlaß de- 20. Jahrestages der Gründung der tschechoslowakischen Legionen in Italien hat Präsident Dr. Bene- einen Armeebefehl erlassen, in dem er die Bedeutung des 21. April 1018 für die Selbständigkeit der Tschechoslowakischen Republik darlegt, die Taten der Legionäre loürdige und dann sagt: Wie wir in den Zeiten jener schicksalsvollen Kämpfe nicht nur Tapferkeit, sondern auch Charakterfestigkeit, Willensstärke und hauptsächlich den Glauben an die Zukunft bewiesen haben, so werden wir auch in den heutigen Zeiten im Geiste dieser Traditionen utrd Ideen Vorwärtsschreiten, welche wir damals in Italien verteidigt und hochgehalten haben. Damals haben die Ereignisse unserem Glauben, unserer Hoffnung, unserer Treue Recht gegeben. Sie werden unserem Glauben, unserer Hoffnung, unserer Treue auch heute Recht geben. Und ich wünsche innig, daß alle diese Erinnerungen in der heutigen Zeit nicht nur jeden Angehörigen unserer Armee, sondern auch jeden unserer Bürger auf dem ganzen Gebiet« unserer Republik mit Zuversicht und Selbstbe- wußtsein erfüllen mögen. Unsere Armee soll den mächtigen Geist unserer italienischen Legionäre hingebungsvoll pflegen, den Geist des festen Glaubens, des starken Willens und der unerschütterlichen Treue; sie soll ihrem großen Vorbild solgen auch bei der weiteren Erfüllung ihrer großen staatlichen und naticnalen Pflichten mit bedachtsamer Festigkeit und sittlicher Entscklossen- [c8 denn wirklich als Ausbund polUischer und 1 , staatsmännischer Weisheit zu betrachten sei, daß man Herrn Musioljni in seinen schwachen Stunden vom Westen her Seelentrost spendet. BieUeicht erweist es sich als höhere Klugheit, daß man nun durch Pakte der Achse an den Leib zu rücken ver« suckt; aber die demokratischen Völker etwägen doch, ob eS nicht richtiger und dabei moralischer gewesen tväre. Herrn Mussolini mit seiner deut- ! schen Not allein zu lasten, zumal der Wert von i Pakten nach allen Erfahrungen nicht hoch einge- schätzt werden darf und im übrigen der mögliche j Druck Deutschlands auf Italien nun eben so stark geworden ist, daß Mustolini dem gar nicht mehr entweicken könnte, selbst wenn er eS wollte. Aber an dem Tage, da der Antifaschismus in Jialiey selbst wieder Kraft getvinnen sollte, wird das, was England und Frankreich jetzt in die Wege leiten, erhöhtes Gewickt erhalten. Und so schwach die Hoffnung auf diesen Tag heute auch noch sein mag— im Keime besteht sie dennoch schon, seitdem der jüngere, der deutsche Faschismus dem älteren italienischen Bruder vom Brenner her die Augen zu öffnen begann. G Spanisch In Deutschlands Schulen London. Tie britischen Befürchtungen, daß nack dem Kriege in Spanien größere Schwierigkeiten mit Deutschland als mit Italien bestehen werden, finden eine gewisse Bestätigung in der Nachricht, daß die deutsche Regierung angeordnet habe, in den Schulen mehr Stunden für die spanisch«Sprache und den Unterricht über Spanien und die spanischen Republiken in Amerika einzuführen. Die Hindenburg-Schule in Nürnberg hat ein Beispiel dadurch gegeben, daß sie S o n d e r k n r s e für Anfänger und Arbeiter eingeführt hat- heit unter allen Umständen und bis in alle Konsequenzen l Beratungen der tschechisdien Sozialdemokratie Gestern tagte unter dem Vorsitz des Abgeordneten H a m p l das Präsidium der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Das einleitende Referat erstattete Minister B« ch y n i, der die Gründe darlegte, welche die Regierung zu einigen der letzten politischen Entscheidungen veranlaßten, und der das weitere Programm der Regierungöarbeiten umriß. Minister BechhnH behandelte einige aktuelle innerpolitische Fragen, speziell hinsichtlich der Minderheitenpolitik, und hob in diesem Zusammenhang den Umfang und die Bedeutung der eben verkündeten Amnestie hervor. Abgeordneter tz a m p l befaßte sich mit der innerpülitischeg Lage und erstattete Bericht über die letzten Verhandlungen, in der Regierungskoalition. Besondere Aufnterksamkeit widmete er der T a l t i k der s l o w a k i s ch e n Volkspartei, die er vom staatlichen Gesichtspunkt als gefährlich bezeichnete. Die Partei werde jede umstürzlerische Tätigkeit weiterhin scharf bekämpfen und eine entschiedene Politik gegen alle dezentralistischen Gruppen anstreben. Schadenersatz für die„Panay" Washington. Japan hat an die Bereinigten Staaten am Mittwoch 2,214.000 Dollars als Schadenersatz für das versenkte Kanonenboot „P a n a y" bezahlt. Die„Zeit am Montag", die, soweit daS möglich ist, die tägliche„Zeit" an Bedenkenlosigkeit in der Wahl der Mittel im Kanchf gegen die Sozialdemokratie noch zu übertreffen sucht, erzählt ein« sensationell aufgemachte Schauergeschichte von einem Beamten des Ministeriums, der durch Herbeiführung eines Zusammenstoßes mit Dr. Czech, über den er dann selber«nach oben" berichtete, endlich den Minister zwang, den„mit markanter Zähigkeit verteidigten Stammsitz" zu verlassen. Was für eine„zähe Verteidigung"! Genosse Dr, Czech stellte sein Amt als Gesundheitsminister noch in der dem Parteitag vorangegangenen Sitzung des Parteivorstandes der Partei zur Verfügung, erklärte, daß sein Entschluß unwiderruflich sei und verlangte mit dem größten Nachdruck die sofortige Zustimmung des Parteivor« stondes zur DemistionSüberrcichung. Ta ihm enlgegengehalien wurde, daß die Entscheidung dem neuzuwählenden Parteivorstand Vorbehalten werden müsse, und da dessen Konstituierung nicht unmittelbar nach dem Parteitag erfolgte, betrieb Genosse Dr. Czech die Erledigung'eines Ansuchens ununterbrochen schriftlich und mündlich. Er brachte sein Ansuchen mit dem größten Nachdruck in den beiden in der Zwischenzeit abgehaltenen Klubsitzunge», aber auch in den Freitag und SamStag, den 8. und 0. April, abgehalteneu Beratungen des Parteivollzugsausschusses vor, in deren letzter dann endlich die Entscheidung fiel. Daß Dr. Czech, der sein Mandat a»S den Händen der Partei bekam, es ihr— auch schon nach den Regeln der Demokratie und des Parlamentarismus— wieder in die Hand legen und die Entscheidung der Partei abwarten mußte, vermögen nur Böswillige und Faschisten nicht zu begreifen. Die Gründe, die die Partei veranlaßte, die Erteilung der Zustimmung hinauszuschieben, waren innerpolitischer und parteitaktischer Natur und lagen völlig außerhalb der Willenssphäre deS Genossen Dr. Czech. Nur gemeine Gesinnung vermochte i h m den Verzug in der Entscheidung deS Parteivorstandes und in der Demissionsüberreichung oder gar ein„Kleben" an dem Amte anzulasten, daö ihm nur Arbeit und Aufregungen, Bitternisse und Enttäuschungen brachte. Der in der„Zeit am Montag" geschilderte Vorfall mit dem„SektionSchef Dr. K." ist von A bis ZauSden Fingerngesogen und macht selbst der orientalischesten Phantasie alle Ehre. ES hat sich überhaupt niemals ein derartiger oder auch nur annähernd ähnlicher Vorfall zugetragen. Nach der Darstellung des Blattes hat er sich angeblich„knapp vor dem Rücktritt" Dr. Ezechs abgespielt. Dr. Czech hat aber mit dem„Sektionschef Dr. K.", der in Wirklichkeit ein Oberrat ist, feitmehralSzweiMo« naten überhaupt nicht gesprochen, dagegen hat Genosse Dr. Czech die Demission am 23. März d. I. der Partei angeboten und am 0. April überreicht. Weder dem Genossen Dr. Czech. noch auch den politischen Vertretern der Partei wurde jemals während der in den letzten Wochen mit den Regierungsstellen abgeführten Verhandlungen irgendetwas von der in der„Zeit am Montag" geschilderten RauberSgeschichte erzählt. Die in der Sprache der tppischen Boulevardblätter gemachten feigen Andeutungen über die Erstat tung einer Anzeige nach„oben" cte. erledigen sich durch sich selbst und charakterisieren das Niveau des Blattes und die niedrige Gesinnung deS ArtikelschreiberS. Wenn die feinen Redakteure der„Zeit am Montag" es in Zweifel stellen, daß sich Genosse Dr. Czech während seiner ministeriellen Amtswirksamkeit für die«deutsche Sache" exponiert habe und wenn ihnen seine achteinhalbjährige, aller Welt bekannte Arbeit und Leistung nicht genügt, dann mögen sie sich bei den Herren Pe- ters, Hodina, Rosche und» wenn sie wollen, auch bei Herrn Kundt erkundigen, die ihnen aus ihrer früheren Wirtsamkeit einiges Nützliche darüber erzählen werd'«. Wie seltsam: Deutschnationale entrüsten sich darüber, daß es deutsche Minister gibt, welcke die Akten nicht ungesehen unterschreiben, sondern zeitweilig auch andere Vorschläge einholen und Aenderungen in den Anträgen vornehmen! Jahrelang haben sie die deutschen Minister in Interpellationen, Broschüren, Parla- mcntSreden etc. für jede Regung jedes entlegensten Amtes, für jede von den Behörden und besonders den Zentralstellen getroffene Entscheidung verantwortlich gemacht— und nun wünschen sie plötzlich, daß man alles so hinnimmt, Wie eS kommt, und eS krumm und grad sein läßt. Sogar über den Papierverbrauch und die Telephonspesen regt sich die„Zeit am Montag" aus— Sparmeister für den Staat— und Dr. Czechs ganze Arbeit wird abgetan mit der Bezeichnung„bürokratischer Leerlauf". Mutz ! hier Dr. Czechs Leistung nochmals geschildert werden? Unsere Leser kennen sie, jeder an« 'r ä n d i g e Mensch muß sie anerkennen. Deutschnationale freilich, die sudetendeutscher Kinderelend brauchen, um damit im Ausland gegen den tschechoslc.vakischen Staat agitieren zu können, sind unfähig, auch nur anzuerkennen, was Dr. Czech leistet«, indem er zehntausende gesundheitlich gefährdete deutsche Kinder in Hilfsaktionen unterbrachte... Die Hakenkreuzler jubeln: an di'. Stelle eines deutschen Ministers tritt ein tschechischer. Also Sieg-Heil! Um die Zukunft des Triester Hafens London. Eine Verständigung zwischen der deutschen Wirtschaft und den italienischen Schiff« fahriügesellschaftcn über den Triester Hafen wird vom Triester Berichterstatter der„Times" für möglich gehalten. Dieser meldet, daß die Stimmung in Triest optimistisch sei und man dort annehme, daß wie bisher auch weiterhin rund ein Drittel des österreichischen Handelsverkehres mit dem Auslande über Triest gehen wird. Nach deutscher Auffassung wäre es politisch unklug, für einen so geringe» wirtschaftlichen Gewinn, wie eS «ine monatliche Mehrverschiffung von rund 50.000 Tonnen für Hamburg und Bremen wäre, die italienischen Interessen in einem so empfindlichen Punkte zu verletzen. Schließlich ließen auch Standort-Erwägungen die Aufrechterhaltung der sogenannten Adriatischen Tarifs als angezeigt erscheinen, den nach dem Kriege auch Oesterreich, Jugoslawien und die Tschechoslowakei durch Vereinbarungen übernommen haben und dessen sich auch Deutschland für seine Südprovinzen bediente. 62 Der ewige Schatten Roman von M« „Heute", entgegnete Karl,„wünschten Wir zu erfahren, was der Mann ist und was sein Volk. Wir haben cs erfahre». Wir danken, Wir danken von ganzem Herzen. Aber vielleicht empfiehlt eS sich, morgen vorsichtiger zu reden, den Zögernden die Wahrheit tropfenweise einzuträufeln." «ES ist nur e i n Tropfen Wahrheit, Hund oder Herr, Kaiserliche Majestät!" „Und trotzdem gibt eS Methoden, Diplomatie" .ES gibt nur Menschenpflicht gegen Gott!" „Man kann sich bemühen, man kann die allzu Aengstlichen vorsichtig ködern!" „Nicht ködern, sich trennen, wenn es nötig ist! Ich kann nicht anders. Ich brauche den Herrn, der in die ewige und einzige Wahrheit zielt, der nicht schielt nach den winzigen Wahrheiten, die schon nach Stande und Minute verlöschen. Gott helfe mir, amen! Gut« Nacht, Kaiserliche Majestät I Morgen die Wahrheit oder nichts!" Dreimal drehte sich der Schlüssel im Schloß. Nicht der Kaiser gab den Mönch frei. Der Mönch erzwang sich den Weg. Nun wehte die Nacht ihm schon in den Rük- len. Es war der Frühlingsfrost. Und Luther wandte sich noch einmal um, um dem Kaiser zuzurufen:„Nutzlos, immer wieder von vorn zu beginnen, was schon beendet sein sollte seit Jahr und Tag! Gute Nacht, Majestät! Schlafen Sie gesund! Sollten Mausefallen im Garten sein, das Möncklein hat eine feine Witterung und kann auch springen!" ES lag jetzt Mondschein über dem Garten, der Bischofshof und JohanniterhauS verband. Luther schleppte seinen Schatten, eine ungeheure, schwarze Masse, die ihm nachzuckt«, die der Kai- ser, auf der Schwelle seines Hauses stehend, schwimmen und schwanken sah. Der Kaiser wollte dem Mann, der den Riesenschatten warf, nachrennen, ihn noch einmal fassen. Aber zwischen ihm und dem Schatten ichritt Oberst Frnnsberg, der offenbar die gleiche Absicht hatte, feines Auftrages eingedenk, das Mönchlein zu beschützen mit seiner in Eisen gewickelten Hand, mit der Parade seines Feder« buschs über dem bärtigen Haupt, mit dem langen Degen, der über dem Schotter klirrte, mit seinen mächtigen Lederstiefeln, mit den rollenden Silbersporen, mit seiner Zucht, mit seinen Augen, die, vom Pulverdampf entzündet, wohl oft tränten, aber tief sich einsaugten in alles, was ihrer Obhut überliefert war. Auch der Oberst warf seinen Schatten, doch der war bunt und zerfasert, der dehnte sich nicht aus wie ein dunkles Gebirge über die Fläche der Erde. Martin Luther nahm sich in acht, dem Zuruf und dem Gutenachtgruß deö Obersten etwas zu erwidern. Nur fort, zurück nur in die Einsamkeit der Stube und ausschlafen bis zum Morgen, da das Turner mit den Römern und ihren fürstlichen Protektoren anheben würde! Daß der Kaiser ihm nachstarrte, verdutzt wie der Jäger, dem daS Wild vor dem Flintenlauf enthuscht ist, er ahnte eS. Er wollte sich nicht darüber freuen. Stelle» wollte er sich nur, wenn die Glocke klingen würde. Mitternacht schlug von den Türmen von Worms, von Sankt Jichannis bis Sankt Sixtus, zwölf Pulsschläge der Zeit, die nicht rastete, die immer vorwärtSrückte. Und so fürchtete Luther nicht, die Zeit könnte ihm entfliehen. Er rechnete mit Hr. Zu End« ein Tag. MiNionen von Sekunden, durch die sich die Mcnschenmübsal in die Ewigkeit gedrängt hatte. Nun wartet« schon in ider fahlen Finsternis und in der finsteren Fahl heit der neue Tag, um seine Bestimmung zu empfangen. Gutt wußte allein, wozu der Tag bestimmt war. Martin Luther wußte eS noch nicht. Er war auch nicht neugierig. Er vertraute auf Den, der schon Bescheid wußte. Er beschicd sich selber, indem er still zu seinem Nachtlager wei- terschritt. Noch lag ihm die Hitze der heißen Kammer in den Knochen. Die Rockärmel hochstreifen und den Frostwind durchtvehen lassen, über der Brust daS Hemd öffnen und einen strengen, gesunden Atem eiuziehen, den Atem Deutschlands, des evangelischen Deutscklands, das gebot Ihm zunächst der schlichte Trieb. Aber er tat eS nicht. Im Gegenteil, er hüllte sich fester in sein Kleid. Dieses Feuer auf der Haut, diese Besonnenheit der Sinne, bleiben sollte alle diese Atmosphäre. Sie sollte ihn garkochen, durchsieben bis in die geringste Ader. Gespannt sein und nicht Weichen! Morgen, morgen, vor dem Reichstag, vor dem Tag des Reichs, die Lösung der Frage: Deutschland ein Lasttier von Rom oder enttierter Herrscher des Evangeliums? Kaiser Karl aber trug, als er in das enge, überheizte Zimmer zurücktrat, ein leeres Gemüi mit sich in den Bischoföhof. Ihn fror trotz des ZobelkragenS am Rock, trotz der Pelzmanschetten, trotz deS Baretts aus dickem Sammet, das er aufsetzte. Unzählige Worte, die er hätte sagen, unzählige Fragen, die er hätte stellen können, fielen ihm noch ein. Nun waren sie überflüssig geworden. Und um zu sich selber zu sprechen und aus sich selber die Antworten herauSzuschöpfen, dazu fühlte er weder Kraft noch Eingebung. Obgleich die Tür zum Garten noch offenstand, fühlte er sich im Käfig. Obwohl er sich im Käfig fühlte, fröstelte er. Schleunigst drehte er den Schlüssel in der Tür. Da er nun wieder ganz allein war, da sich über ihm die unbekannten, unerforscklichen Rätsel türmten, sehnte er sich nach einem Freund, der ihm hätte helfen können, aus seinen Verwirrun gen herauözukommen. Den letzten, den neuesten, auf den er gezählt hatte, ihn an sich zu binden. Ivar nicht gelungen. „Warum gelingt mir nur daS Verschmachten, das Vereinsamen, daS Abgesperrtsein, das tvinterliche Kahlsein, warum sproßt nichts von mir, was anlockt? Was lassen, tvaS tun? Ron» verloren und abgeschüttelt und abgeschabt. Der Wittenberger verloren, nicht mehr wieder zu erobern!" Da lagen noch die Briefe und Pergamente, die Martin Luther mitgebracht hatte. Leben Halle der Wittenberger aus den raschelnden Papicreil geschlagen, wie Wasser aus dem Stein. Leben für sich, Blüte für sich, Blutströme der Hoffnung und der Seligkeit für sich. Der Kaiser, der darauf die Hände legte, empfing nichts dergleichen. Nur die Kälte, die ihn anstarrte, nur der starre, frostige Widerstand, vielleicht gar der Haß, die Toten« gräberunerbittlichkeit, die so still lauerte, die Unversöhnlichkeit, die jedem Muskel und Nerven verbot, sich zu rühren. Es hätte den Kaiser nicht verwundert, wären di« Mauern der engen Kammer ihm an den Körper gerückt, immer erdrückender, immer steinerner, mn ihn zu zerquetschen. Nur noch einmal schreien, schreien, ausschreien den Schmerz über alle Enttäuschung, durch die Mauern hindurch, über daS Dach weg, in die Unendlichkeit der Länder! Da zischten im Kamin die Buchenscheiter. Sie zischten gierig. Die Flammen, die zerstreut waren, hatten sich bereinigt, sie waren ein mächtiges Brodeln geworden, ein verschlungenes Schimmern, ein knisterndes Knirschen, das über de» Rand der Feuerstelle sprühte. ES war ein unersättliches Brennen, das neue Nahrung verlangte, damit es nicht erstickte. Und der Kaiser, der plötzlich die Flamme fühlte, die ihn anglühte, die den Frost verjagte, der sich eben durch die offene Tür eingeschlichen hatte, rückte dem Herdfeuer näher. I(Fortsetzung folgt.), Wr. 03 Donnerstag, 21. April 1038 Seite S rung nicht genug diskret war und weil er bestrebt I Dorsicht der Tapferkeit bester Teil ist. Denn nian s vergastet und auch bereits dem KreiSgerichte in Böhm.-Leipa eingeliefert. Dieser saubere Patron hatte in einem Gasthause vor allen Gästen über einen angeblichen Vorfall auf dem WarnSdorfer Hauptpostamte berichtet und muhte seht zugeben, dah er sich das Ganze nurauSgedacht hatte, um ein Gerücht in die Welt zu sehen, das einen Staatsbeamten oder den Staat selbst herabwür« digt. Dieser Gerüchtemacher wird sich nun nach 8 18 des Schutzgesetzc» vor den Richtern zu verantworten haben sieht einer strengen Bestrafung entgegen. nachfolgende Entschliehung angenommen: An die freiheitliche Bevölkerung! In ernster Zeit, da der Faschismus Kultur Menschlichkeit mit skrupelloser Gewalt zu AuS Vorsicht. Aus Aussig ist zu berichten: Die Hitler-Anbeter hatten am Mittwoch Gelegenheit, ihre Gesinnung auch öffentlich zur Schau zu stellen. ES war den Reichsdeutschen an« lählich deS AeburtStaqS Hitlers gestattet worden, die Hakenkreuzfahne zu hissen, wenn gleichzeitig die tschechoslowakische Flagge gezeigt würde. Von der Erlaubnis haben nicht allzuviel Reichsdeutsche Gebrauch gemacht. Vielleicht sagten sie sich, dah Italienischer Journalist von den Japanern verhaftet Pelping. Die japanischen Behörden haben den italienischen Journalisten Luigi B a r z i n i, den Korrespondenten des„Corriera della Sera" verhaftet, der zu den Osterfeiertagen Dschehol besuchte. Der italienische Botschafter protestierte gegen diese Verhaftung. ES ist bekannt, dah Barzini sich seinerzeit an Bord des auf dem Jangtse versenkten amerikanischen Schiffe»„Panay" befunden hatte. Ole Gerüchtemacher Der 20 jährige Ernst Schneller, Reisender aus Reudek bei Karlsbad, wurde am vergangenen Donnerstag von der Gendarmerie in Warnsdorf der Freidenker in der Tschechoslowakischen Republik hat Große Geburtstagsfeier In Berlin Berlin. Reichskanzler Hitler nahin Mittwoch vormittags„Unter den Linden" die zu Ehren feines Geburtstages veranstaltete grosse Truppenparade ab. Als erste Truppen marschierten Abordnungen der österreichischen Verbände am Reichskanzler vorbei, sodann folgten über 30 Einheiten de» HeereS, der Lufttvasfe, der motori» ! fierten Einheiten sowie der Kriegsmarine. An den Strassen, durch loelche die Truppen marschierten, stauten sich Menschen massen, die die Truppen begeistert begrühten. Die Strahcn tragen reichen Fahnenschmuck und überall sieht man Blumen, Girlanden und Bilder de» Reichskanzler». war, da» Reich in einen gefährlichen Streit zu verwickeln." Die Verantwortung für diese Nachricht muh dem genannten englischen Blatte, das allerdings eine ernste Zeitung ist und dem ehemaligen Aussenminister Eden nahestrht, überlassen werden. kann nie wissen... l Winterliche Kälte im Elbetal. In den letzten Nächten wurden aussergewöhnlich niedrige Temperaturen sestgestellt. In der Nacht zum Mittwoch sank die Temperatur im Elbetal auf ein Rekordtief. In Aussig wurden vier» in Salesel fünf Grad unter Null gemessen und Dubitz meldet sogar sechs Grad. Der Frost richtete cur den Obstkulturen grossen Schaden an» vor allem in den Erdbeerplantagen in der Grohpriesener und Salesler Gegend. Die Aprikosenblüten sind in der letzten Nacht schwarz geworden. Auch die Kirschblüte, dir zum Teil schon durch die voraufgegangenen Fröste gelitten hatte, wurde arg mitgenommen. Noch immer„Blaue Lotterie". Trotz der geänderten Verhältnisse in Oesterreich, die auch in den Betrieb der sogenannten Blauen Lotterie eingegriffen haben dürften, gibt e» in unseren Gebieten immer noch Leute, die in dieser Institution, die mit der Dummheit der Menschen spekuliert, ihren Erwerb finden. Organe der Aussi- ger Polizei hoben dieser Tage eine ganze Bande aus. Bei den Verhafteten, aus Mariaschein, Predlitz, Aussig und Schönfeld, wurden 800 Kö gesunden, die offenbar aus Lotterieeinsätzen stammen. ■■■■■■■■■■■■■■■■ Demokratische Verständigung, nicht totalitäres Diktat I Vlzebttrgermelster Dr. Eier Uber den Kampf um das BrUnner Theater In den„Lidovi Noviny" veröfsenllicht unter den obigen Titeln der sozialdemokratische Vizebür» germeister von Brünn, Dr. Bohuflav Eier, einen Artikel, in welchem er davon ausgeht, dah die Stadt Brünn an der Lösung der Brünner Theaterkrise einerseits ein Interesse Hobe, weil die Stadt da» Deutsche Theater subventioniere, andererseits well sie dem Deutschen Theater da» Gebäude der Redoute überlassen habe. Das Hervorrufen der Krise, die Methoden, deren man sich zu ihrer Verschärfung bedient, die tatsächlichen Ziele, welche die Urheber der Krise im Kampfe vorzeitig verraten haben, der Plan der endlichen Lösung machen aus dem Vorfall freilich eine Angelegenheit, die über den Rahmen Brünns hinauSgcht. Die Mc- und...... WI vernichten droht, sind wir entschlossen, mehr denn je für die Freiheit des Geistes einzutrctenl Um diesen schtveren Kampf erfolgreich führen zu können, fordern wir alle Freuirde deS Fortschrittes auf, sich in unsere Reihen einzu« glirdern und mit uns gemeinsam für die Sicherheit und Unversehrtheit der demokratischen Ein- ricktungen unserer Republik gegen alle äusseren und inneren Feinde einzustehenl An die verantwortlichen Lenker deS Staates richten wir aber die dringende Mahnung, in» Sinne der Verfassung endlich die kulturellen Bedürfnisse der konfessionslosen Volksschichte zu befriedigen und ihrer WeltanschauungSgemein- schast die staatliche Anerkennung und Gleichberechtigung mit den anderen Weltanschauungsgemeinschaften zu gewähren. Da wir jedoch überzeugt sind, dass die erste Voraussetzung für die Erfüllung unserer Forderung die Geschlossenheit der gesamten Freldcn- kerbetvegung im Staate ist, wenden wir uns an alle Bruderorganisationen, mit grösster Beschleu- uigung an die Bildung eine» einheitlichen, mächtigen Verbandes zu schreiten! DaS Gebot der Stund« lautet: Einigung aller demokratischen Kräfte! Für Gedanken- und Gewissensfreiheit! Für Völkerversöhnung und Frieden! Gegen die faschistische Reaktion! Berlin Henleln-mUde? Das konservative englische Blatt„Fork- shire Post" bringt einen Bericht über das Verhältnis der SdP zu Berlin, in welchem u. a. ge« lagt wird:„Henlein ist in Berlin persona non grata geworden"(eine unwillkommene Person). Dr. BeneS kann auf eine formale Vereinbarung mit Deutschland hoffen, durch welche die tsche« chosiowakischen Grenzen genau so gesichert würden wie die Rechte der deutschen Minderheit. Man kann auf baldige Verhandlungen hoffen... Deutschland ist Henlein» müde, weil der Führer d.'r Sudetendeutschen Partei in seinen gesteigerten Forderungen gegenüber der Prager Regie- Graut ihnen schon? Scharfe chrlstllchsozlale Töne gegen SdP«Polltlk der letzten Nummer der,,T u r n z e i t u n g" deS Deutschen TurnverbandeS. Wir begnügen uns, ohne auf die Materie\ diese» Zerwürfnisses einzugehen, mit der Feststellung der Heftigkeit der christlichsozialen 1 Antwort, die jedenfalls beweist, dass innerhalb! der Groh-SdP nichts weniger als holder Friede herrscht. Möglich, dass die gleichgeschalteten Frommen jetzt doch zum Nachdenken gelangen! Etwa darüber, dass ihnen innerhalb der Totalität, die die SdP anstrebt, nicht einmal mehr erlaubt wäre, sich öffentlich zu wehren! Der Demokratie, der die Christlichsozialen davonliefen, danken sie es, dah sie in der Presse, die sie sich noch erhielten, ein offene» Wort reden können. Und dass sie eS ergreifen, ist ein Beweis mehr dafür, dass Herrn Henleins Bäume nicht in den Himmel wachsen! thoden, die da angewandt werden, sind jene des Hakenkreuze». Bei der Lösung der Krise muh man In Betracht ziehen, dah die Rechtsordnung nicht gefährdet werde. In Gefahr ist dieRuhe derStadt, dicAuwrität der staatlichen und Selbstverwaltungskörper und die politische Ehre der Rathaus-Koalition. Tie bürgerlichen und sozialistischen Mitglieder des Stadtpräsidiums sind entschlossen, dem Terror r, icht zu weichen und werden nicht kapitulieren. Von den Solisten sind nur 22 gleichge- schallct, während 30 zur demokratischen Gruppe zählen. Es ist also, sogt Eier wörtlich,„nur gerecht, dah den demokratischen Schauspielern wenigstens eines der Häuser erhalten bleibt, welche das Deutsche Theater als Ganzes zur Verfügung hat. Wenn die Landesbehörde die Konzession für das Deutsche Haus und das LandcStheater der antidemokratischen Gruppe und jene für die Redoute der demokratischen Gruppe erteilt, wird das eine für die demokratische Gruppe nicht völlig gerechte, ober doch annehmbare Lösung sein... DaS Präsidium des Stadtrates hat durch sein klare», festes und einheitliches Vorgehen den Triumph gewalttätiger Methoden und antistaatlicher Richtungen unmöglich gemacht. Auch in diesem Brünner Vorfall wurden Panik-Nachrichten über Demonstrationen, eine Intervention de» deutschen Konsuls und vielleicht noch ärgere Dinge verbreitet. Diese Phantasien wurden durch festes, entschiedene» und einheitliches Vorgehen zunichte gemacht. Die Taktik des Hakenkreuze» wird keinen Erfolg haben, weder in den Gemeinden noch im Staate, wenn wir bei der Lösung des deutschen Probleme» sowohl de» ganzen als auch te» teilweisen(die deutsche Theaterkrise in Brünn ist ein solches Teilproblem) überall in unserer Selbst« und in unserer Staatsverwaltung einheitlich in diesem Willen sein werden: Demokratische Verständigung, ja. Totalitäre» Diktat, nein. Das ist die allgemeine Lehre aus der Brünner Theaterkrise." ch Wie übrigens gemeldet wird, ist der wahre Name des Führers der gleickgeschalteten Schauspieler, eines Reichsdeutschen, der sich Han» Baumann nennt: Johann Peter N o v ä L Aus der Freidenkerbewegung Vom Bund proletarischer Freidenker werden wir um Aufnahme folgenden Aufruf» ersucht: Die zu Ostern in Aussig abgehaltenc Sitzung DundeSlcitung des Bunde» proletarischer Die„Deutsche Presse", die erst gegen die Gleichschaltung kaum aufzumucken wagte, sieht sich bereit» genötigt, die noch vorhandenen deutsch-katholischen Stellungen leiden« schaftlich gegen die SdP zu verteidigen. Am Mittwoch sicht da» Blatt sich veranlasst, da» „j i t t l i ch e Recht" geltend zu machen, „mit Entschiedenheit alle Angriffe mif dl» rrki- glSse und kirchlich« Gesinnung der sudrtrndrut- kchrn Katholiken zurück,uweisrn, di« immer noch au» den Reihen der SdP gegen Kirche und katholisch« Volksgenossen vorgrtnagm werden." Anlass dieser heftigen Sprache ist vor allem em Artikel Dr. Walter Brand» in der Zeitschrift„Voll und Führung" gegen Kirche und Katholizismus, ein Angriff, den«jeder Katholik al» einen Faustschlag in» Gesicht empfinden muh", und ferner ein antikatholischer Aufsatz in Der Kampf um ein BrUnner demokratisches Theater Obgleich eigentlich alles Recht auf feiten der demokratischen Schauspielergruppe steht und die Lösung de» Problem» sehr einfach wäre, nämlich dah dieser Gruppe da» Rrdoutengebäude und der anderen Gruppe der Arbeitsgemeinschaft das Deutsche Hau» zur Verfügung gestellt werden sollte, ist in dieser Sache noch kein« Entscheidung gefallen. Die Behörden wollen doch noch eine Einigung dieser beiden Gruppen erzielen— unserer Meinung nach ein aussichtsloses Beginnen — und habe» zu diesem Ztveck den Vorsitzenden des DircktorenverbandeS Dr. Eger und den Präsidenten des Bühnenbundes Fuchs au» Prag zu diesbezüglichen Verhandlungen nach Brünn gebeten. Gegen Verhandlungen ist sicherlich nichts einzuwenden. Wenn aber auch sie kein Erg:öniS bringen sollten, dann wird man sich zu der Lösung entschliessen müssen: Die demokratische Schauspielergruppe in» Schauspielhaus, die andere in» Deutsche Hau». Ein Arbeiterleben Eine Henlein-Zeitung spöttelte über unser Lob der Treue. Freilich, wer allzeit mit der politischen Konjunktur ging, kann politische Treue nicht verstehen. Und wer selber in lauten Tönen das Lob dessen singt, der ihn fürs Loben bezahlt, tann nicht begreifen, dass es Arbeiter gibt, die lieber hungern, als für ArbeitSmöglichkeit ihre Gesinnung verkaufen. Wir erzählen hier vom Leiden eine» solchen Treuen. Es ist daö Leben vieler... I. ist 41 Jahre alt, Hilfsarbeiter, beziehungsweise Betoner von Beruf, seit 1031 arbeitslos. In der Zeit, da er zu den Glücklichen zählte und in Arbeit stand, brachte er wöchentlich etwa 100 Kronen nach Hause. Bei bescheidener Lebensführung konnte er mit Frau und Kind knapp auS- kommen, wobei es ihm aber unmöglich war, einmal eine Krone zurückzulegen. Dieses Einkommen erreichte ja nicht einmal ganz die Höhe des gesetzlichen Existenzminimums von 6000 Kronen jährlich. Seit sieben Jahren fehlt auch dieses geringe Einkommen. Unverdrossen ist I. seit Jahren aus der Arbeitsuche;«S zehrt an seiner Seele. Frau und Kind hungern zu sehen. Einmal Im Jahre drei Wochen arbeiten zu können, bedeutet nicht mehr als ein Tropfen Wasser mif einen heissen Stein. Nach einer Kette von Enttäuschungen und mißlungenen Versuchen, Arbeit qu erhalten, gelingt eS der Frau, als Spulerin in Arbeit zu kommen, bei einem Höchstwochenlohn von 70 KL. Den früheren Verdienst.des Mannes ersetzt aber dieser Verdienst durchaus nicht, da die Frau als Kurzarbeiterin beschäftigt ist und lehr oft auSset- zen muss. Als Sozialdemokratin ist die Frau Im Betriebe nicht gut angeschrieb?n, oblvohl sie eine der besten Arbeiterinnen ist. Als vor der Wahl Im Mai 1036 eine Henlein-Wahlversammlung! abgehalten wurde, zu deren Besuch die Arbeiter von„Oben" eingeladen wurden, wagte sie es, mit noch zwei Arbeiterinnen an der Versammlung nicht teilzunehmen und den Arbeitstag zu Ende zu führen. Sehr deutlich sprachen die Augen des Chefs, der durch die Fabrikräume ging und sich die Arbeiter und Arbeiterinnen ansah, die nicht zu dieser Versammlung gegangen waren. SdP-Frauen verklebten ihr darauf die Maschine mit Henleinflugzetteln. In der grössten Not hielt vor dem dürftigen Häuschen ein Auto. Funktionäre der„Volkshilfe" brachten ein LebenSmittelpaket, das sie aber wieder mitnehmen mussten. I. erklärte ihnen, dass diese Lebensmittel zusammengefochten sind bei Arbeitern, denen es nicht viel besser gehe. Wenn er da» wolle, gehe er selbst fechten und könne dann unbesorgt am 10. Mai sozialdemokratisch Wahlen. — Die Versuche, die Frau heimlich, ohne Wissen des ManneS, der Henlein-Fürsorge zugänglich zu machen, blieben erfolglos, denn was ihr Mann ablehnte, das nahm auch sie nicht an. I. verzweifelte fast, denn alle Möglichkeiten, ein paar Kronen für Brot zu verdienen, sind auS- geschöpft. Es gibt Tage, an denen die Familie nicht eine Schnitte Brot hat. Ein neuer Einfall soll nun helfen, man will Besen machen. Mit einem auSgeborgten Handwagen rückt I. nun früh ab. um Besenreistg zu schneiden und einzuholen. Diese Arbeit nahm einen ganzen Tag in Anspruch. Er hätte das Reisig stehlen können, wie eS andere in dieser Notlage auch tun, aber seine Ehrlichkeit liess daS nicht zu. Vom Heger erhielt er nach Schilderung seiner Notlage die Bewilligung, Besenreisig holen zu dürfen, wenn er ihm dafür vier schöne Besen liefere. Ein weiterer langer Arbeitstag verging damit, im Walde Stiele für die Besen zu schneiden, sie heimzubringen, zu schälen und zu trocknen. Nicht weniger mühsam war e» dann, die Besen zu binden. Da» Einkommen aus dieser Arbeit konnte im günstigsten Falle in vier Tagen zehn Kronen betragen, wenn eS ihm gelang, diese Besen zu vcrhausicren. WaS e» aber bedeutet, von Stube zu Stube, von Ort zu Ort Besen zum Verkauf anznbieten, Flüche, Unhöflichkeiten und Grobheiten über sich ergehen zu lassen und dabei immer wieder recht höflich zu bitten, daS lässt sich kaum beschreiben! DaS Besengeschäft konnte nicht lange betrieben werden. Als man wieder einmal hungrig zu Bett gegangen war und am nächsten Morgen die bange Frage auftauchte, WaS in den näcksten Tagen essen, unternahm I. einen neuerlichen Versuch. Er zog mit einem Wogerl auS, holte Sandsteine, die man ihm mit KL 17.—| pro Meterzentner anrechnete, und begann daheinr zu arbeiten. Erst wurden diese Steine zerklopft, dann am Küchenherd getrocknet, gerieben und fein ausgesiebt. Diesen feinen Sand bot er von Stube zu Stube al» Putzsand für den HauSbalt an. Glücklich war er, als er in den späten Abendstunden mit ein paar Kronen heim kam. Zum Nacht« mahl gab eS neben Brot noch Pferdefleischknacker, daS erstemal wieder Fleisch nach langer Zeit! Ein arbeitsloser Bekannter, der ihn gerade aufsuchte, mutzte mitessen und an seiner Freude Anteil haben.— ES gab aber dann auch Tage, wo er seinen Sand auSrief, ohne auch nur für eine Krone zu verkaufen. Man liess sich auch§m d geben und versprach ihm daS Geld beim nächstenmal. lieber« müdet und entmutigt stellte er dann an solchen Tagen sein Handwagel ein und wankte nach Hause. Satt hatte er daS Leben und hätte e» manchmal gern auügelöscht. wenn nicht der Gedanke an sein unversorgte» Kind und seine Frau gewesen wäre. Wie oft ging sein Kind hungrig in die Sckmle! Tapfer arbeitete seine Frau mit. Im Gommer hatte sie Schichtarbeit von 4 Uhr jrüh bis 1 Uhr mittags. Von der Fabrik>veg ging sie zur Hilfsarbeit aufs Feld, um mit Heu zu machen, zu arbeiten bis in den späten Abend. I. erkrankte nun ernstlich, suchte aber keinen Arzt auf aus Angst, der würde anordnen, im Bett zu bleiben. Er musste doch Holz holen, damit man wenigstens eine warme Stube batte! Etiva» musste er doch auch zum Unterhalt der Familie beitragen. Als es aber mit seinem Leiden immer schlimmer wurde, war er doch gezivungen, zum Arzt zu gehen, der eine Magensenkung feststellte und erklärte, dass die Heilung eine sehr langwierige sein würde, während dieser Zeit dürfe er nicht arbeiten und müsse nach einer bestimmten Diät leben. Er, | der oft gar nichts zu essen hatte, sollte nun diät leben! Semmeln, Orangen, Honig usw. wurde empfohlen. Dazu fehlte doch das Geld. Einmal war eS der Frau möglich, von ihrem Wochenlohn .um KL 20.— Semmeln zu kaufen. Der Kranke wurde aber von den Semmeln nicht satt, der aus« ! gehungerte Körper verlangte mehr. Für mehr I langte aber der karge Verdienst der Frau nickt. Sie hatte davon den Unterhalt für die Familie zu bestreiten, Miete zu zahlen und für Beheizung und Kleidung zu sorgen. Befragt darüber, wie ihr das denn alles möglick gewesen sei, erklärte die Frau:„Ich schäme mich, Ihnen zu sagen, waö wir manchmal gegessen haben." Schliesslich verschlimmerte sich des Mannes Krankheit so sehr, dass er ins Spital gebracht werden musste. I., der bei seiner Einlieferung ins .Krankenhaus vor Schmerzen schrie, dass man ihn , viele Häuser weit hörte, hat die, Operation gut überstanden. Die Erholung schreitet nur langsam vor. weil sein Körper vom Darben und Hungern sehr geschwächt ist. Sein ganze» Ginnen und Denken gilt aber seiner Familie. Wovon lebt sie? Wie wird c» nach seiner Entlassung au» dem Spital? A. P. Seite 4 Jagesneuigkeiten In einem heroischen Zeitalter wie es das unfere zweifellos ist, geschehen mehr Heldentaten, als man gemeiniglich annimmt. Nicht immer stille Heldentaten, im Gegenteil, so wie sich das Erwachen des deutschen Volkes aus der schlaffen System- Zeit zum Nationalsozialismus ziemlich lärmend vollzog, so blühen auch die neuzeitlichen Helden nicht in der Stille und im Verborgenen, sondern betätigen sich laut, vor den Augen der Oeffentlichkeit, der allerdings die Augen manchmal übergehen. Aber die charakteris stischesten heroischen Taten werden von den Zeie tungen totgeschwiegen, und zwar nicht von den „ volksfremden", sondern von den völkischen! Warum das nationalsozialistische Licht so sehr uns ter den Scheffel stellen? Warum in allzugroßer Bescheidenheit just von jenen Taten nicht berichten, die kaum Söhne eines anderen Volkes, und mag es noch so erwacht sein, den Nazis nachmachen, die also beispiellos sind und bleiben? Warum es verschweigen, daß sämtlichen jüs dischen Autobesikern in Wien die Wagen beschlags nahmt wurden, daß diese Autos bis zur weiteren Entscheidung in„ arischen" Garagen eingestellt bleiben und der ehemalige Besizer Garagenges bühr, Reparatur- und Pußkosten und andere Auslagen bezahlen darf? Beweisen die heldischen Enteigner nicht durch die Tat, daß sie feine tumben Toden" sind, sondern wahrhaft moderne Heroen, die einer geschäftstüchtigen Zeit? Und wann je hat es in der neueren Zeit, wann je hat es seit 1492, seit der Judenvertreis bung aus Spanien, mit der die Neuzeit begann, eine gleich heroische Tat gegeben wie die jener tapferen burgenländischen SA- Männer, die wie das Prager Tagblatt" berichtet- einund fünfzig Juden aus den Grenzgemeinden, nach Beschlagnahme ihres Vermögens. im Motorboot auf einen bei Theben die Donau teilenden Steindamm brachten und sie dort aussetten? Ein zwei undachtzigjähriger Rabbiner und seine frante Frau und ein paar Kinder waren unter den Auss gesetzten, die auf dem nur wenig das Flußniveau überragenden Damm in Kälte und Finsternis ( ausnahmsweise hatten die Helden eine nächtliche Seerfahrt gewagt) warten mußten, bis endlich am Morgen ihre Hilferufe gehört und sie gerettet wurden. Allerdings nur, um aus der Tschechoslowakei abgeschoben zu werden nach Ungarn, von wo sie wieder zurückgetrieben wurden nach Desterreich. Fröhlich Jagd! Jagd so recht nach dem Herzen von obersten Jägermeistern... Donnerstag, 21. April 1938 Nr. 98 der deutschen Sendung Donnerstag Prag. 14.00: Dr. Walter Simon: Grundsät wurden viele Waren vernichtet. Der Schaden wird Dr. Eb. Weiß gestorben. Im Alter von 72 Das heutige Programm auf einige Millionen geschätzt. Johren starb am Dienstag in Preßburg der ehemaDer Brand der ASO ist der größte Brand lige Chefarzt der Arbeiterkrankenkasse in Pieštany der letzten Jahre im Ostrauer Gebiet. Das ganze Dr. Ed. Weiß, der Begründer der Eftoskopie. Doktor Gebäude ist bereits bis zum Erdgeschoß durchge- Weiß war der erste Arzt, der die Bedeutung und brannt. Von den Waren und Einrichtungen konnte Wirkung der Bäder von Piešťany wissenschaftlich liches zur Feiheitsbewegung."- 17.50; Reb. Dits nichts gerettet werden. Das Gebäude, verwertete. Vor 30 Jahren veröffentlichte er eine Echimetichet: Sporivorschau".- 17.55: Jugend das renoviert werden sollte, war mit einem Holz- Arbeit über eine neue physikalische Untersuchungs- stunde. Ehrſamer Stand." Arbeits- und Stände gerüst umgeben, das in Flammen steht. Die Fun- methode von Kranten. Dies war der erste Schritt lieder. Sörfolge mit verbindendem Text ven Prof. Dr. Franz Longin. Mitwirkende: Der Männers fen flogen 200 Meter weit bis zum Masarykplay. zur Entdeckung der Eftoskopie, welche im Laufe der chor der Deutschen Madrigalvereinigung. Leitung: Die Feuerwehr fann an das Gebäude nicht direkt Zeit allgemeine Anerkennung gefunden hat. Diese Ur. Karl Nowat. Gitarre: Emmi Böhm, Aussig. heran, da das Gerüst brennt und dadurch ihre Ar- neue Methode der Diagnostik wird bei Ertrankungen 18.10: Dr. Suno Meißner:„ Welche Vorschriften beit erschwert, so daß sie aus den Fenstern der des Brustkorbes, des Magens und des Bedens ver- gelten für die Beseitigung von Tiertadasern." Nachbarhäuſer das Feuer bekämpfen muß. Der wendet und ist ein wichtiges Hilfsmittel in solchen 18.25: Ing. Ernst Lafinger:„ Forstwirtschaftliches." of iſt flein und von dort ein Zugang zum Ge- Fällen, in welchen Röntgenuntersuchungen und-18.40: Mitteilungen des deutschen landwirtschaftbäude unmöglich. An den Rettungsarbeiten betei- andere Mittel nicht zum Ziele führen. Die Grund- lichen Rundfunks.- 18.55-19.00: Deutscher Kul ligen sich außer den Feuerwehren auch die Sicher- lage dieser Methode bildete die Erkenntnis, daß beim turbericht vom Tage. heitswache, die Polizei und die Garnison. Aussprechen bestimmter einsilbiger Wörter bestimmte Brünn: 13.40-13.50: Arbeitersendung. Ar. beitsmarkt. 17.40-17.55: Arbeitersendung: leichte Wellenschwingungen avischen den Rippen auftreten, welche bei Erkrankungen schwächer sind oder überhaupt ausfallen. Dr. Weiß verfaßte eine große Bahl wissenschaftlicher Abhandlungen, Bücher und Broschüren, welche für die Medizin von dauerndem Werte sind. Gruben- Unglück In einer Grube in Craigbank ( Südwestschottland) riß Mittwoch nachmittags das Verbindungsseil von sechs Förderwagen. Die Wagen stürzten in die Tiefe und erschlugen vier Bergleute. 22 Bergleute wurden zum Teil schwer verletzt. Wieder ein Straßenbahnunglück in Prag Gestern abends um etiva 23.40 Uhr ereignete sich in Prag- Dejvice auf dem Siege lab abermals ein Straßenbahnunglüd. Ein Triebwagen der 18er Linie fuhr in den dritten Wagen eines 11er- Zuges und zertrümmerte dessen hinteren Teil; auch der Triebwagen wurde schwer beschädigt. Bei dem Zusammenstoß wurden mehrere Personen beret. leber die Zahl und den Grad der Verlegungen konnten wir zur Stunde( Redaktionsschluß) nichts Genaues feststellen. Falschmeldung über Thomas Mann. Die Meldung eines Prager Blattes, wonach Thomas Mann die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft aufgeben und die amerikanische Staatsbürger schaft annehmen wolle, beruht nicht auf Wahrheit. Das Tich. P. V. ist zu der Erklärung er mächtigt, daß Thomas Mann die tschechoslowas tische Staatsbürgerschaft schäßt und nicht die Absicht hat, sie aufzugeben. Schneebecke über Jugoslawien. In Jugosla wien herrscht ein seit langem nicht beobachtetes Wetter. In den gebirgigen Teilen fällt Schnee, und während der Osterfeiertage hat es auch in Agram und Subotica geschneit; Mittwoch schneite es in Belgrad. Ebenso werden Schneefälle aus Sarajevo, Mostar, Banjaluka und dem Sandschat gemeldet, wo über einen halben Meter Schnee gefallen sein soll, so daß der Verkehr an einigen Stellen unterbrochen ist. Die Wege im gebirgigen Teil von Kroatien sind verweht und der Autobus verkehr ist eingestellt. Der Autobus von Josifodol nach Senj am Adriatischen Weer mußte umtehren. In den Bergen oberhalb Split ist der Perso nenzug auf der Strecke Agram- Split steden geblieben. Ueberall hat es sich start abgekühlt und vielfach herrscht Frost. Insbesondere die Pflaumenbäume haben durch den Frost Schaden genommen. Ferdinand Jurda. Aktuelles aus der Sozialverside: 18.15: Ing. Robert Ott: Die Radiotechnik mar ng.- 17.55-18.00: Schallplatten.- 18.00 bis schiert. Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Brag. Bei der Mittwoch Ziehung der lotterie wurden nachstehende Gewinite gezogen: der V. Klasse der 38. tschechoslowakischen Klaffen. 20.000 Kč 97968 8145 16676 24493. 10.000 Kč 55610 116040. 5.000 Kč 76607 43324 23363 96015 36614 92369 52259 12610 847 53143 90295 99480 84761 68840 50688 36470 10718 544 103119 59543 49580 93622 98756 110874 56115 85542 93550 42974 4718 20851 56864 43031. 2.000 Kč 86526 14171 108917 31668 2880 43951 38961 8023 103307 80255 37541 69722 14407 18378 16291 88370 71527 88883 68835 116414 88139 15535 7090 36957 36593 66560 119450 88811 1045 52991 19219 99552 115800 33975 59185 102195 44356 21503 48901 110666 36256 106428 18205 89403 54391 18459 17926 41938 68855 14164 77963 113975 56752 48583 35214 83928 36296 14493 118372 35956 49557 69338 31534 92705 67082 111940 86868 22017 102049 12043 59826 73602 45962 94245 8043 66222 25818 87959 32150 19188 95550 28981 77402 29957 117088 95446 56495 97836 106384 71934 27476. Desterreicher- Selbstmorde in aller Welt. Wie die National- Zeitung"( Basel) meldet, verübte ein 55jähriger jüdiſcher Kaufmann auf dem Uetliberg" Selbstmord. Er befand sich auf dem Uetlibergturm, schoß sich eine Stugel in den Stopf, nachdem er so Aufstellung genommen hatte, daß samt 61 Personen ins offene Meer abgetrieben er in die Tiefe stürzen mußte. Es handelt sich um worden. Ihr Schicksal ist ungewiß. einen Berliner Kaufmann, der sich nach dem Ju- Kulturverbände können nicht Kinobesitzer sein. denboykott in Wien niedergelassen hatte. Wäh- Auf verschiedene Anfragen teilt das Innenministes rend der„ Befreiung Desterreichs" wurde sein rium mit, daß die Kulturverbände( Kommiſſionen) Geschäft geplündert und er verhaftet. Nach seiner der Bezirke und Gemeinden Stinolizenzen nicht er Freilassung reiste er nach Jugoslawien. Dort bewerben fönnen, da sie feine juristischen Versonen und ging er einen Selbstmord, der jedoch mißglückte, daher außerstande sind, die mit dem Betrieb einer in Zürich, auf dem„ lletliberg" gelang es ihm schließlich, aus dem Leben zu scheiden. Grubenbrand in Frankreich. In der Sohlengrube von Anzin, nahe bei Lille, brach am Dienstag in 500 Meter Tiefe Feuer aus. Um eine allzu große Ausdehnung des Brandes zu verhindern, vurde der brennende Schacht zugemauert und unter Wasser gefeßt. Die im Schacht beschäftigten 160 Arbeiter mußten die Arbeit vorläufig niederlegen. Stinolizenz zusammenhängenden Pflichten zu erfül len. Außerdem dürfen die Kulturverbände nach den bestehenden Bestimmungen nicht Sinounternehmun gen leiten, die Erwerbsaweden dienen. Sofern nun die Verbände unentgeltlich Filmvorführungen veranstalten, die pädagogischen oder erzieherischen Beden dienen, bedürfen sie hiezu feiner besonderen Lizens. Aber alle vorgeführten Filme, auch Schmalfilme, müssen der Zensur vorgelegt werden. Endgültig: feine Sviellafinos in den Sur. orten. Alljährlich vor dem Beginn der Badesaison wird die Frage aufgeworfen, ob in den tschechoslowatischen Kurorten nicht doch die Errichtung von Spielkasinos bewilligt werden soll. Die ablehnende Stellung der Behörden wird nun durch Nichts meldet die" Beit". nichts melden die die neueste Entscheidung des Innenministeriums vielen sudetonazistischen Blätter von solchen befräftigt: Das Ministerium macht in einem heroischen Taten. Falsche Bescheidenheit! Rühmt Rundschreiben darauf aufmerksam, daß das Verdoch die Taten, die so recht Taten nach euren Ger- bot des Hasardspiels sowie der Errichtung von zen sind! Laßt doch die vielen Heldenfänger Bal- Spieltajinos nach wie vor bestehen bleibt und der laden dichten zum Preis der burgenländischen Einhaltung des Verbotes überall und insbesonSA! Helft doch mit, den Ruhm nationalsozialisti- dere in den Badeorten mit starker Ausländerschen Heldentums über die Lande und über die frequenz besonderes Augenmerk von seiten der Warmluft wieder abgefagt". Ueber der BallanMeere zu tragen! Hoch flinge das Lied vom bra- Aemter zuzuwenden ist. Gegen Hasardspieler Flugzeugabsturz in Frankreich. Eine Gruppe halbinsel bilden sich Druditörungen an der Grenze ven SA- Mann! muß mit aller Strenge vorgegangen werden und französischer Militärflugzeuge startete von der zwischen falter, in den letzten Tagen auf das Feſt in besonderen Fällen ist ein Bericht an das Flugbasis in Bron nach Marignane. Eine Maland eingedrungener Luft und einer warmen öit Ministerium zu erstatten.( DND) schine stürzte in der Nähe der Dorfes Saint Donat gen regnete oder schneite es Mittwoch im Diten der lichen Strömung. Unter dem Einfluß dieser Störun Großer Brand in Mähr. Ostrau Eine Riefentirche mit Luftschuhkeller für ab und verbrannte. Nach den ersten Meldungen Mepublik und in Bolen bei Temperaturen nur wenia Mähr. Oſtran. In der Mähr.- Oſtrauer 6000 Personen wird auf Grund eines Bedürften alle fünf Mann der Besagung in den über Null, während in Rumänien nachmittags bis au Innenstadt brach gestern abends auf dem Gelände schlusses des Dejwißer Stadtrates in Deiwit Flammen umgekommen sein. Es handelte sich um pius 23 Grad verzeichnet wurden. Im übrigen Teil des Warenhauses Aso an der Ede Těšínstá und beim alten Bubentscher Friedhof gebaut werden. ein Bombenflugzeug des Typs ,, Amiot". des Binnenlandes behauptete sich innerhalb der der Johanniho třída ein riesiger Brand aus. Das Ing. Urban hat die Pläne für diesen Bau aus- Ein geheimnisvolles Attentat. Vor der StaStaltluft tagsüber starte Bewölkung und verschie dentlich traten Schneeschauer auf; an Orten mit Feuer brach um 21 Uhr aus, griff rasch um sich gearbeitet, die Genehmigung ist von der Regulie- tion Negymaros( Ungarn) hat ein unbekannier nachtlicher Aufbeiterung wird die Temperatur wies und war um 22 Uhr bis ins Erdgeschoß des zwei- rungsfommission bereits erteilt worden. Die Kir- Täter Dienstag abends auf den vorbeifahrenden der unter den Gefrierpunkt finten. Im allgemeinen stödigen Gebäudes gedrungen. Durch den Brand che bietet Raum für 2000 Menschen( bisher muß- Schnellzug einen Revolverschuß abgegeben, durch dürfte jedoch die Bewölkung in unseren Gegenden ist auch die neue. Synagoge bedroht, ferner das ten sich die gläubigen Bewohner von Deiwit mit den der beim Fenster sigende bekannte Afrita- vom Diten her aunehmen. Wahrscheinliches Wets Gebäude der israelitischen Stultusgemeinde und der fleinen Kirche St. Gotthard" und St. forscher Koloman Sittenberger an der Schulter ter Donnerstag: Im Weiten des Staates wed tas Gebäude der Kreditanstalt der Deutschen. An Adalbert" begnügen). Wegen einer Subventio- schwer verlegt wurde. felnde, zeitweise stärkere Bewöllung, jedoch keine den Löscharbeiten beteiligen sich 10 Feuerwehren, nierung durch das Ministerium für Nationale Sturm über dem Kaspischen Meer. Von wesentlichen Niederschläge, fühl. Im übrigen Gebiere die die benachbarten großen Gebäude vor dem Verteidigung wird verhandelt, da der dem Bau einem schweren Sturm, der seit einigen Tagen fübl. 3m Diten jedoch etwas wärmer. Wettervorwiegend umzogen mit Niederschlägen, noch relaBrande schüßen. In den Geschäften auf der an- angeschlossene Luftschusfeller noch größer als der im Gebiet des Kaspischen Meeres herrscht, wurde aussichten für Freitag: Noch keine wesentliche deren Straßenseite find infolge der Hize die Aus- auf dem Fleischmarkt und technisch ganz modern ein Dampfer erfaßt und an die Küste geworfen. Besserung. Im Often des Staates wärmer als im Jagenscheiben gesprungen; in den Geschäften ausgestattet werden soll. Gleichzeitig sind mehrere Fischerboote mit insge- Westen. Die Affen von Gibraltar er allerdings in der Geschichte schon eine große eben tauchte ein alter Maure auf, der sich als beruhigt im Winde flattern, das Vaterland war te för fatfächlich nur um einen öden Felfen, Jaer zu gehen und ausgerottet zu werden. Und da Meerkaben das Land, die engliſche Flagge tonnte ,, Solange die Affen auf diesen Felsen hausen..." Rolle gespielt hatte. Zuerst finden wir ihn in der Wahrsager betätigte. Er orakelte, daß die Eng- gerettet. Geschichte des Herkules erwähnt als die Säule länder solange Herren auf Gibraltar bleiben wür- An der Prophezeiung muß etwas Wahres Calpe". Dieser Name dürfte aus der Zeit des den, solange die Affen auf dem Felsen lebten... gewesen sein, denn im Laufe der Geschichte wurde Solange die Affen auf diesen Felsen haus römischen Imperiums stammen, denn damals Seit diesem Augenblick wurde nicht nur die mehrmals versucht, den Engländern Gibraltar sen. solange die Engländer den Affen nichts tun, wurde in geschichtlichem Zusammenhang das heu- Affenjagd eingestellt, sondern die Tiere wurden wieder abzunehmen. Den schwersten Sturm und werden sie selbst Herr auf diesem Land sein." So tige Gibraltar erstmals erwähnt die Römertolo- sogar unter eine Art Tierschutzgesetz gestellt. Die die längste Belagerung hatten die Engländer lautet eine alte Prophezeiung aus dem Jahre nie, Colonia Julia Calpe". Von da an taucht der ses Gesetz ist zwar nirgendwo aufgeschrieben, aber 1779 bis 1782 auszuhalten, wo die Spanier im 1704, dem Jahr, in dem die Engländer Gibral- Name in der Geschichte des Mittelmeers immer gerade deswegen wird es besonders streng von Verein mit den Franzosen den letzten Versuch tar in ihren Besit nahmen. Offiziell als Herren wieder auf, nach den Römern hatten die Mauren allen Angehörigen der auf Gibraltar stationierten machten, das Felfenland zurückzuerobern. Die anerkannt wurden sie zwar erst neun Jahre später dort ein Staſtell errichtet, 1302 eroberte Ferdi- Truppen beachtet, die auch verhindern, daß Zivi- vereinigten Flotten griffen Gibraltar vom Meer im Utrechter Frieden, aber das ist unwichtig. Ehe nand II. von Kastilien den begehrten Schlüssel- listen" etwa auf die Affen Jagd machen. aus an, während vom Land her 40.000 Mann die Diplomaten einen einmal hergestellten Zu- unft, 1833 wurde er von den Mauren unter Avu Melik vertrieben, 1607 endlich brachte die damals Die Meerkazen wurden zeitweilig eine gegen die Festung marschierten, in der nur 6000 stand auch anerkennen, ist schon immer eine gewisse Zeit vergangen und bei einem Vergleich zwi große holländische Nation das Land in ihren Be- direkte Plage auf Gibraltar. Sie erkannten sehr Verteidiger in den Felsenlöchern saßen. Nach einer bald, daß ihnen keine Gefahr drohe und wurden zeitgenössischen Darstellung fielen damals 56.762 schen dem 18. und dem 20. Jahrhundert kann man fib... um nur einige, allerdings die wichtigſten deshalb reichlich frech. Sie tamen zu den Solda Sugeln und 20.134 Bomben auf Gibraltar, ohne nur feststellen, daß die Diplomaten heute schneller Geschichtszahlen zu nennen. Als die Engländer arbeiten. Die Engländer mußten neun Jahre dann endlich fast hundert Jahre später Gibraltar ten in die Lager und fraßen ihnen fort, was sie daß dadurch die tapferen Verteidiger besiegt wer warten, bis man ihre Herrschaft auf Gibraltar belebten, war das fleine Ländchen durch die vielen über ihnen wurde lein paar gekrümmt, man ließ fer nicht, daß sie statt auf die Menschen zu schieanerkannte, die Italiener brauchen nur anderts borangegangenen Stämpfe, die jedesmal mit völhalb Jahre zu warten, bis die Engländer, ihre liger Berstörung der geschaffenen Anlagen geen- fie, eingedent der Prophezeiung. ruhig gelvähren. Ben beffer bie Affen von Gibraltar weggefangen Troßdem zeigte sich, daß 1920 die Meerkat Denn solange wie die Affen in Gibraltar leben... ober mittels vergifteten Köders beseitigt hätten. Herrschaft in Abessinien anerkennen. Das iſt das bet hatten, vollkommen verwüstet und verödet. Tempo der Belt, bon bem bier jeboch nicht die Nebe nicht ein einziges menschliches Wesen war anzu zen nahezu ausente en bok 11.20bit Wear De Gegenwärtig scheinen sich die Engländer aber sein soll, da dieses Tempo nichts mit den Affen treffen. Nur eine Herde der munteren, bunten noch ganz wenige Affenfamilien auf dem Insels von Gibraltar zu tun hat. Meerfaßen, trieb ihr Unwesen. Die englischen land. Und da griff man zu dem sonderbarsten nicht allzusehr auf die Affen verlassen zu wollen. Soldaten begannen sogleich, der Langeweile des Mittel, diesen kostbaren Besib für England zu In dieser Zeit der Umwertung aller Werte haben Im übrigen sind die Affen auf Gibraltar Lagerlebens au entgehen, eine Affenjagd zu ver- retten: man importierte aus Afrika neue Meer- die Engländer beschlossen. Gibraltar, das so schon gar feine, es handelt sich um Meertaben, die in anstalten. Mit allen möglichen Listen suchte man faben, die man in Gibraltar ausfeßte. Die Blut- als uneinnehmbar gilt, noch stärker au befestigen die Gruppen der Halbaffen gehören, wenn man die schnellen, langschwänzigen Meerfaßen zu fans aufuhr" hat sich außerordentlich bewährt, die neuen und sind auch bereits daran gegangen, ihr Vorstreng wissenschaftlich die Dinge betrachtet. gen. Es bestand für die Affen größte Gefahr, in Meerfaßen paarten sich mit den alten und sehr haben in die Tat umzusetzen. turger Beit den Weg ihrer menschlichen Vorgän- bald bebölferten wieder ganze Herden junger Erich Rosed. Als die Engländer Gibraltar beseßten, banA al te al bi 85 tto ide de= Cof. era TA: en 22 A: e. is t= HP 1026 Nr. 93 Ich hab's gewagt! Donnerstag, 21. April 1938 zu| können. Freilich, die Reichsreform, die Sidingen von Hutten, der vergeblich in Oberschwaben um und er wollten, die Hutten ausgearbeitet hatte, Hilfe für Sickingen getvorben hatte, mußte flie Des Aufrechten und Tapferen, der diesen wollte Unmögliches, denn sie wollte im Grunde hen. In der Schweiz, auf der Insel Ufenau im Wahlspruch in sein Wappen aufgenommen und Vergangenes wieder erweden. Sidingen und Hut- Züricher See, fand er eine färgliche Unterkunft. allzeit nach ihm gelebt, des edlen Ulrich von ten wollten die Reichseinheit, aber unter ritter- Er bedurfte ihrer nicht mehr für lange. Wenige tten, in dem vor dem Untergange des Nitlicher Führung, sie erstrebten" eine Art Adels- Monate nach Franz von Sidingens Tod starb tertums noch einmal alle ritterlichen Tugenden demokratie mit monarchistischer Spize. aufgeblüht waren, können und sollen heute, da viereinhalb Jahrhunderte seit der Geburt dieſes or allem au den städtischen Bürgern, ſprechen zu der er eingeſchloſſen war, tödlich verwundet. Ulrich Für eine solche Staatsform, für eine ritterliche Demokratie aber waren alle tatsächlichen Möglichkeiten bereits dahingeschwunden. Zu start schon waren die Fürsten. Die Städte waren an der Unabhängigkeit der Ritter nicht im geringsten interessiert, im Gegenteil eher daran, daß die leßten Reste der Rittermacht, die sich ihnen meist in der Form des Raubrittertums offenbarte, vollends gebrochen werde. Und die Bauern, deren Herren die Ritter waren, hatten auch keine Ursache, sich für die Nußnießer der Reibeigenschaft zu schlagen. An die Aufhebung der Leibeigenschaft, an die Bauernbefreiung, dachten die Ritter nicht sie fonnten nicht daran denten, weil sie über ihr eigenes ökonomisch- politisches Interesse nicht hinauszudenken vermochten. Auch die edelsten Vorfämpfer des Rittertums, die in Wahrheit letzten Ritter Sidingen und Hutten, konnten nur als Ritter denken. Der Aufstand der Nitter mußte mit einer Niederlage enden. Franz von Sidingen wurde beim Sturm auf die Burg Landstuhl, in -auch er. Seine Freiheitsidee, nicht minder groß des halb, weil er sie auf undurchführbare Art gewollt, aging mit ihm zu Grabe. Und noch immer ist sie nicht auferstanden. Umsonst gelebt, vergeblich gekämpft? Nein! Geblieben ist Huttens Vermächtnis: In der Tat, wenn es einen gibt, welcher die deutsche Freiheit so vernichtet wünscht, daß wir gegen fein Unrecht, keine Schmach mehr Einrede tun dürfen, der möge zusehen, daß nicht jene so getnevelte und fast erwürgte Freiheit einmal, zu der Unterbrüder größtem Schaden, blößlich aus breche und sich wieder herstelle." Und geblieben ist das Beispiel, dieses ergreis fende und erhebende Beispiel einer persönlichen Tapferfeit, einer Wahrheitsliebe und Ueberzeus gungstreue, die nicht nach den Folgen des Befennens fragte, die aller Verfolgung, aller Schmä hung zum Trozz, ja in der Niederlage selbst noch triumphierte in den troßigen Worten: Ich hab's gewagt!" J. H.( Aus dem„ Kampf".) Volkswirtschaft und Sozialpolitik Kämpfers vergangen sind, auch die Sozialisten gedenken. Ja, sie allein fönnen es tun, ohne der Geschichte Zwang anzutun und Huttens Wesen zu verfälschen, denn wenngleich dieser legte Ritter selbstverständlich in feiner Beziehung als VorläuUnser Export und die fer einer sozialistischen Bewegung gelten lann, Industrialisierung Südeuropas so war er doch ein so leidenschaftlicher Wahrheitsfreund und ein so unerschrodener Bekenner der Für die wirtschaftlichen Beziehungen der Wahrheit und erfüllt von so starker Freiheitsliebe, Tschechoslowakei zu den Baltanstaaten ergeben sich daß er für alle Zeiten Vorbild männlicher Ge- aus dem fortschreitenden Industrialisierungsbroradheit, der Gesinnungstreue, der Vereinigung zeß dieser Länder gewisse Veränderungen. Vor geistigen und physischen Mutes in einer Person, allem wird von ihnen der Außenhandel betroffen, felbstlosen Wahrheitsdienstes, unstillbarer Frei- in dem sich eine Umschichtung anbahnt. Da die heitssehnsucht und lauterer Nationsliebe ist. Industrialisierung zuerst die Verbrauchsgüter erDieser zugleich verspätete und verfrühte faßt hat, so gehen die Baltanländer in fortschrei Kämpfer für des deutschen Volkes Freiheit und tendem Maße dazu über, an Stelle von fertigen Einigkeit starb einsam und verfemt auf der Insel Konsumgütern mehr und mehr Rohstoffe und Ufenau und nichts hinterließ er als, wie Zwingli Halbfertigwaren einzuführen. Gleichzeitig steigern mitteilt, eine Schreibfeder. Wie anders lohnt sich sie die Ausfuhr der von ihnen gewonnenen Rohmodernen Deutschen die Politik! Sie werden zwar stoffe, so daß der Rohstofferport teilweise bereits leine Feder und fein sie überlebendes Wort, aber bie Ausfuhr von Agrarerzeugnissen überflügelt. Billen und Rittergüter hinterlassen. Füglich brau chen sie also auch nicht anders als mit verächtlichem Lachen Huttens zu gedenken, der ,, nur" ein deutscher Emigrant war... Ich hab's gewagt mit Sinnen das und trag des noch kein Reu; mag ich nit dran gewinnen Je mehr Jugoslawien und Rumänien, Bulgarien und Griechenland eigene Verbrauchsgüterindustrien aufbauen, desto geringer wird ihr Einfuhrbedarf an Fertigwaren. Dagegen werden sie die Einfuhr von Mohstoffen und Halbfertigwaren weiter steigern. Für die tschechoslowakische Industrie, die bisher große Mengen von Fertigwaren nach diesen Ländern ausgeführt hat, führt diese Wandlung zwar zu einer Umschichtung in der Ausfuhr, fie muß aber keineswegs mit einem Ausfuhrver. Inft verbunden fein. sang der troßige Hutten. Er hat nichts gewonnen! Heimlich verließ er als Jüngling das Kloster, in dem er nach der Eltern Willen zum Priester herangebildet werden sollte, und er nahm für diese Tat des Vaters Born und nahm die Armut auf sich. Er hatte ,, nichts als seinen guten Stopf, seine Die Entwicklung der tschechoslowakischen Feder und sein Schwert", sagt Zimmermann in Ausfuhr nach Südosteuropa zeigte in den letzten seiner Geschichte des großen deutschen Bauerns( Jahren einen Aufstieg. Wohl konnte im Jahre friegs über Ulrich von Hutten. Und vorzüglich 1937 die hohe werimäßige Ausfuhr des Jahres Stopf und Feder wußte er unerschroden zu ges 1929 nicht wieder erreicht werden. Aber im Vers brauchen. Er sprang frohgemut, tampfentschlossen gleich zu 1934 ist die Zunahme der Ausfuhr doch hinein in die Wirren seiner Zeit Berfallen und ganz beträchtlich. zerrüttet war Deutschland. Die Reichsmacht war nur noch ein Schatten, die Landesfürsten waren, auf Kosten des Landes und des Volles, zu mäch tigen Herren geworden, die nur an eigenen Vorteil, an die Mehrung der eigenen Macht dachten. In völliger Unfreiheit, aber auch in tiefster mates rieller Not vegetierten die Bauern dahin. In raschem Niedergang war aber auch die freie MitEs hat also lediglich die Ausfuhr nach Grie terschaft; ihre Bedeutung schwand mit dem Auf- hen I and im Vergleich zu 1934 eine Ab Tommen neuer Stampfmittel, der Feuerwaffen, na hme erfahren, während Ausfuhr nach Rumänien Jugoslawien. Bulgarien Griechenland. 1934 1937 in Millionen Kč 271 654 259 596 25 52 86 36 = nach den übrigen Balkanländern der tschecho= jlowakische Warenexport trotz des Industrialifierungsprozesses erheblich gesteigert werden fonnte. aber auch wirtschaftlicher Umwälzungen, dem Entstehen der Städte und des städtischen Bürgertums. Wie unter einer Fremdherrschaft fühlten sich alle Stände und Schichten, fühlte sich das ganze deutsche Volk angesichts der Macht der Kirche, die besonders durch den häßlichen Ab- Bei der Vielseitigkeit unserer Industrie ist laizhandel ansehnliche Summen aus dem zer- die Hoffnung durchaus berechtigt, daß diese Exütteten Land zog und nach Rom brachte. Ganz portentwicklung nach Südosteuropa die gleiche allgemein war die Unzufriedenheit, Untergangs- Richtung beibehält. Allerdings hängt dies von der und Auferstehungsstimmung wogten durcheinan- Vorausseßung ab, daß unser Staat der Warender, und in diese Zeit mußte, da ,, das Mittelalter einfuhr aus Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien nur in lirchlichen Formen denten gelernt hatte" und Griechenland nicht weitere Hemmungen auf( Mehring). Luthers Stampfansage gegen die Rom erlegt. Gelingt die Intensivierung der wirtschaftkirche wie ein zündender Funke fallen, aber auch lichen Beziehungen und des Warenverkehrs mit nur ein Geistlicher konnte mit seinem Rufe solches dem Balkan, so wird damit zugleich auch Vorarbeit Eho erweden. Die Erneuerung des Christentums, für eine Stabilisierung der politischen Verhält die Freiheit des Christenmenschen" legte freilich nisse im südosteuropäischen Raum geleistet. jeder nach seiner Art, also nach seinen Bedürf aus. Die Bauern, die sich bold nach Huttens Tod ( 1523) in der gewaltigen Revolution des deutschen Bauernkrieges gegen ihre Unterdrücker erhoben( 1524), wollten die Befreiung von den irdischen Knechtungen, die Ritterschaft er sehnte ihre Freiheit: Erneuerung der Macht der Ritter, Brechung der Macht der Fürsten und der hohen Geistlichkeit, Führer des Kampfes der die ein Jahr existieren, wenden die Versicherten Ritter war Franz von Sidingen. des Heilfonds der öffentlichen Angestellten oft Theoretiker und Wortführer Ulrich von Hutten. ein, daß die Stontrollmaßnahmen zu kompliziert sind. Sie geben zwar zu, daß sich der Versicherte Bahlreiche leidenschaftdurchglühte Streits bei Inanspruchnahme der ärztlichen Hilfe be schriften und männliche Dichtungen hatte Hutten stimmten Formalitäten und einer Kontrolle unterschon ins Land geschleudert. Erst hatte er. wie alle ziehen muß, äußern jedoch den Wunsch, daß die Gelehrten seiner Reit, lateinisch geschrieben, bald nötigen Formalitäten jeden verständlich gemacht aber bediente er sich des Deutschen, um nicht nur werden, d. h., daß sie vereinfacht werden. Diese Bu den Rittern, um auch zu größeren Voltsmassen, Ansichten sind im Prinzip richtig und man lann Der Heilfonds der öffentlichen Angestellten Vereinfachung der Kontrollmaßnahmen Statistik der Versicherten Nach Einführung der Kontrollmaßnahmen, Jerwarten, daß nach Ablauf einer angemessenen Probezeit es möglich sein wird, die bisherigen Vorkehrungen zu vereinfachen und vervoll kommnen. In Böhmen sind 109 Bezirksausschüsse mit 179.843 Versicherten und 189.919 Familienan gehörigen, in Mähren- Schlesien 48 Bezirksaus schüsse mit 81.564 Versicherten und 94.445 FaIm Frühling ist die Kur am billigsten. BAD LUHAČOVICE. Vorteilhafte Abonnements: I. KI. II. Kl. 1.386.21 Tage... 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Das Geschüß beginnt frühzeitig zu streuen, so daß ein eraties zielen unmöglich ge= macht ist. Die Kanone muß nun ein Ersayrohr erhalten. Wenn man also die Feuergeschwindigkeit der Geschüße soweit ſenten würde, daß immer eine genügende Rückfühlung des Rohres einträte, so bliebe das Geschüßmaterial in seinem natürlichen harten Zustand und das Lebensalter der Kanone würde auf ein Vielfaches steigen. Im Trommelfeuer und noch mehr im Schnellfeuer der Antitant- und der Luftabwehrfanonen fann die Schußgeschwindigkeit jedoch nicht durch solche Materialerwägungen be stimmt werden. Hier ist vor allem der volle Ein satz der Schußgeschwindigkeit durch die ganze Arbeitstraft der Bedienungsmannschaften notwendig. Diesen Widerstreit zwischen Dekonomie und Tattil umgeht ein neues Geschütz von Krupp, das wir eingangs die siamesische Kanone genannt haben. Bei diesem modernen deutschen Geschütz ist das Erfahrohr von vornherein neben dem ersten Rohr in Zwillingsanordnung montiert. Es ist also eine Geschüßmitrailleuse. Nur ist bei der Kanone die Ladevorrichtung so fonstruiert, daß immer jeweils das eine Rohr geladen und gesperrt und das andere für die Einführung von Granate und Kartusche frei ist. Es fann aus dem Geschüt nur techselweise gefeuert werden. Dadurch wird jezt die volle Arbeitskraft der Bedienungsmannschaft für die höchste Feuergeschwindigkeit ausgenutzt. Trotzdem fällt auf das einzelne Rohr eine doppelt lange Feuerpause. Es ist leicht einzusehen, daß sich durch dieses. der Friedrich Krupp A.-G. in Essen, erteilte deut sche Reichspatent Nummer 644.052 die Lebensdauer des Geschüßes zur Lebensdauer seines Ers Schrohres nicht nur addiert. Diese modernen deutschen Geschütze können bei höchsten Feuermilienangehörigen, in der Slowakei 79 Bezirksausschüsse mit 57.087 Versicherten und 71.588 geschwindigkeiten eine vielfach verlängerte LebensBezirksausschüsse mit 11.858 Berficher bauer erreichen, vielfach verlängerte Lebens15.184 Familienangehörigen. Nach dieser Statistik betrug die Anzahl der Versicherten des Heilfonds zum 31. Dezember 1937 331.252, der Familien angehörigen 371.136. Rumänien: Agrarausfuhr nur gegen Devi. fen. Nach Berichten aus Bukarest werden dort Maßnahmen vorbereitet. nach denen fünftighin landwirtschaftliche Produkte bloß gegen Devisen oder notwendige Rohstoffe ausgeführt werden würden. Die Kontrolle der Ausfuhr wird vom Boltswirtschaftsministerium durchgeführt werden. Der Goldwert des Außenhandelsumsatzes. Der Goldwert des Außenhandelsumsages der Tschechoslowakei betrug 1937 39.5 Prozent des Goldwertes von 1929. Der Weltdurchschnitt des Goldwertes der Außenhandelsumsäse erreichte die Höhe von 46.2 Prozent, so daß also die Ents widlung des tschechoslowakischen Außenhandels dem Goldwerte nach hinter dem Weltdurchschnitt noch zurückbleibt. • Kč 653. 795.16.35 540.50 • 548.50 661.50 . 90.95 143.25 Man erhält für 100 Reichsmart Markmünzen 100 rumänische Lei 100 polnische Zloty 100 ungarische Pengö. 100 Schweizer Franken 100 Franzöfifche France. 1 englisches Pfund. 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire.. 100 holländische Gulden. 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas 100 dänische Kronen 100 ſchwedische Kronen Ein Murmel"-Greis 28.55 149.40 • 1593.---64.80 484.638.738.3m Tinsley- Part in Suffer wurde jeßt die englische Meisterschaft im Murmelspiel ausgetragen, eine Veranstaltung, die schon seit 350 Jahren alljährlich stattfindet. Sam Spooner, ein 85jähriger Greis, der vor rund 50 Jahren einmal Englischer Meister im Murmelspiel war, zeigt den jugendlichen Wettkämpfern, wie es gemacht werden muß. Seite 6 Prager Zeitung Um die Kunst- und Literaturpreise der Stadt Prag In der Mittwoch abgehaltenen Sigung der Stadtvertretung stand ein Antrag des Stadtrates auf Stiftung eines Nomenssky- Preises im Betrage von 5000 Kč zur Verhandlung. Der Preis soll für wertvolle Jugendschriften verliehen werden, des weiteren wurde über die Stiftung eines Havliček Preises für Berufsjournalisten, gleichfalls im Betrage von 5000 Kč verhandelt. Zur Debatte meldete sich als einziger Redner der Vertreter der deutschen Sozialdemokraten, Dr. Sch wel b, und verwies darauf, daß der von ihm namens aller im Rathaus vertretenen damaligen attivistischen Parteien im Vorjahre gestellte Antrag noch nicht erledigt ist, die Stadt Prag möge einen Literaturpreis und einen Musikpreis für Werke deutscher Schriftsteller und Stomponisten und ausübender Musiker errichten. Dr. Schwelb verlangte, daß der Stadtrat die Frage der Errichtung des deutschen Kunst- und Literaturpreis ſes der nächsten Sibung der Stadtvertretung zur definitiven Beschlußfassung unterbreite. Er verwies hiebei auf die Berechtigung dieser Forderung und die innen und außenpolitische Bedeutung ihrer Erfüllung. Die dahingehende Resolution fand die Unterstützung der tschechischen Sozialde motraten, der Deutschbürgerlichen, der Kommunis iten und eines Teiles der tschechischen National jozialisten. Stätten der Volksbelustigung, wie z. B. der Osterjahrmarkt" auf dem Karlsplak( 200 Vuden) und die..Fidlovačka" in Nusle, mit den zahlreichen ,, Attrattionen", waren heuer schlecht besucht. Das bewirkten so sagen die Budenbefizer nicht nur die kalte, schlechte Witterung, sondern auch die düsteren Wolken über dem politischen Horizont. Reform des Prager Arbeitsamtes. Eine Res form, die beachtenswert ist, führt in ihrer Arbeitseinteilung das Prager Arbeitsamt ein. Danach wird 1. a. jederzeit festgestellt werden können, wie hoch die Anzahl der Arbeitslosen von Prag ist. Eine Evi denz Martothe! wird ständig über die Zahl der Bewerber um Arbeit Auskunft geben. Für die Rokonstruktion des Holleschowißer Elektrizitätswerkes wurde der Betrag von 14 wil lionen Ke bewilligt. Der Betrag wird zur Beschaffung von Refselanlagen. Dampfturbinen, Genera toren, Dampfrohrleitungen und diversen erforder den Bauarbeiten verwendet werden. Die Rekon iruktion dieses Elektrizitätswertes ist im Interesse des Ausbaues der Fernleitungen für Licht und Wärmetraft gelegen. Verschönerung der Stadt Prag durch Garten. nad Rafenanlagen. Der für die Garten und Rafen anlagen Brags bestimmte Ausichus arbeitet in Ber manenz, denn Bran soll bis zu dem Sokol- Fest um mundeſtens aehn Hettar Rafenfläche bereichert wer den. Allen voran der Laurenaiberg, er erhält einein halb Heftar Neuanlagen, außerdem werden sämtliche Scae neu hergerichtet und mit Wegweisern versehen. In Biskov werden sechs Heftar Rasen, in der Tř. Belcrediho eine Rasenfläche von einem Stilometer Länge und 20 Meter Breite angelegt. Lieben, Smichov, der Stinstypart, alles wird mit neuem Grün versehen. Die Frühjahrsbautätigkeit zeigt aute Anfäße. Heber 160 Neubauten wurden begonnen, und Hvar nicht an der Peripherie Brags, sondern in der Stadt selbst. Es werden hauptsächlich Mietshäuser( große Zinshäuser) und moderne Geschäftshäuser gebaut. Das Elektrizitätswerk der Stadt Praa baut in Brag VII zwei Rinshäuser mit 42 Sileinwohnungen ber einem Aufwand von etwa 3 Millionen Kč. " Sozialdemokrat“ wohnt war, fich alljährlich in den Augusttagen um die Salzburger Festspiele au scharen, aurückzuge winnen. Von Delacroix bis Dufy Donnerstag, 21. April 1938. Nr. 93 Sozialistischer Jugendverband Das Berbandssekretariat befindet sich ab 19. April in Prag XII., Kolínská 7. Alle Zuschriften find nur an diese Anschrift zu richten. Die Ergebnisse der Osterspiele: FF Falkenau gegen Eichtvald 4: 1, ASV Maierhöfen gegen Eich wald 2: 0. ASV Alirohlau gegen Auſfig- Nord 2: 1, Atus Wehediß gegen Auffig- Nord 4: 1, Atus Fischern gegen Auffig- Nord 1: 3, Atus Fischern gegen Aer Altrohlau 1: 3. Im Teplitzer Gebiet war es auch nicht anders Thema der jeßigen Ausstellung im Mánes Moravia- Einbrecher verhaftet. Wie gemeldet, ist Orient und Algier in der fran wurde am 9. d. M. ein Einl ch in die Libener öfifchen Sun ft". Sie ist eine interessante Zweigstelle der Konfektionsfirma Moravia verübt. Ergänzung der schönen Ausstellung franzöfifcher Die Nachforschungen führten zur Ermittlung zweier Landschaftsmalerei, die im März in der Galerie Dr. Täter, des 25jährigen Jaroslav Stáref aus Solit Feial au sehen war. Hier ist es die Schau einer und des 34jährigen Josef Slaby, eide zuletzt in fremdartigen Landschaft, gesehen durch sehr berBiztov wohnhaft; Stárek wurde verhaftet, ist geschiedenartige. Aum Teil denkbar gegenfäßliche fünft ständig und gibt an, daß ein gewiffer. 1909 ge- lerische Temperamente. Da ist zunächſt Eugène Deborener Adolf Sytora, der gleichfalls die Wohnung I a ero ix, der seinen Zeitgenossen rät, die wahre mit ihm teilte, die Sachen verkauft und ihn zum Antike bei den Arabern zu suchen. Ihn hat das MaDiebstahl angestiftet hat. Die Täter schafften die lerische der orientalischen Welt besonders start an Sachen auf einem gleichfalls gestohlenen Fahrrad aezogen. Sie gab ihm die romantischen Inspiratios fort und versteckten sie in einem Steinhaufen in nen für seine in glühenden Farben funkelnden Bil Straschnitz; das Fahrrad warfen sie angeblich in der, von denen hier der Sultan von Marotto" die den Feldern fort. Es tonnte bisher nicht gefunden Arabischen Gaufler" und Löwe und Panther" werden. Am Diebstahl dürfte jedoch noch ein dritter( dieſes aus der Prager Modernen Galerie) eine Bimmergenoffe des Staret, N. M., beteiligt fein, Vorstellung geben, während die leicht angetuschte der vor kurzer Zeit mit einem Teil der Beute nach Zeichnung der Frauen im Brunnen" für ſeine Brünn gefahren fein soll. Die Nachforschungen nach These von der Antike in Arabien" Aeugt. Von sei ihm sowie nach den beiden anderen werden fortge nem ihm künstlerisch eng verwandten Reitgenossen, dem Plastiker Antoine- Louis B ar he find einige ſetzt. Die Ergebnisse: Türmiß gegen Weiskirchlitz 1: 4, feiner charakteristischen Tierbilder zu sehen. Der Kleinaugezd gegen Tischau 3: 5, Pihanten gegen ältere Antoine Jean Gro3 ist mit zwei Lithoara Slavia Bifov 5: 3, Profetik gegen Neuhof 1: 0 phien vertreten, die zu den ersten künstlerischen Blät( Serie). Weiskirchliß gegen Slavia Bijlov 2: 1 tern in dieser damals eben erſt von Senefelder er- Kleinaugead gegen Nestomitz 2: 5, Tischau gegen fundenen Technik zählen. Von Théodore Ger is Glashütte- Auffig 5: 2, Pihanken gegen Predlik 1: 2, ca u I t und Constantin Guy 3 hängen ie ein Türmiß gegen Wisterschan 2: 2, Wisterschan gegen schönes Blatt da, von Eugène Fromentin Türmiß 2: 1. eine von weicher Stimmung erfüllte..Erinnerung an Algier". Gerüft eingestürzt. In der Petersgaffe in Prag II fiel gestern früh ein Stüd Mauer auf ein vor dem Hause Nr. 10 aufgestelltes Silfsgerüft und brachte es zum Einsturz. Arbeiter waren in der fritischen Zeit zum Glüd nicht auf dem Bau; auch Fußgänger wurden nicht verlegt. In kochendes Waffer gefallen. Beim Fußbodens waschen fiel gestern das 36jährige Dienstmädchen Franziska Bartat in der Wohnung ihres Dienst In der zweiten Abteilung, die die modernen gebers in der Korngasse in ein Schaff siedenden Wassers und erlitt Verbrennungen 2. und 3. Grades Maler umfaßt, fallen unter viel Durchschnittlichem, das nur des Themas..Alaier" wegen da ist, die auf die Klinik Bezecný, wo sie in Pflege blieb. am Unterförper. Die Rettungsgesellschaft brachte fie farbenreichen, expressionistisch empfundenen Bilder von Charles Dufresne, die eigenwilligen Aqua Verwundeter auf der Straße. In der Gasserelle von Raoul Dufy, die in weitestem Abstand Na Morani beim Karlsplatz wurde vorgestern nachts von Delacroir moderne franzöfifche Kunst repräsenein unbekannter Mann an einer Häuſerwand ge- tieren, ein Vortrait von Henri Matiffe am lehnt gefunden, der stark aus mehreren Wunden im ärliten auf. Unter den Plaſtikern erweist sich Bertha Geficht blutete. Außerdem schien er betrunken zu jich a r t i nie als bedeutende Könnerin, als die fie sein und antwortete auf Fragen bloß, daß er sich auch in der reizvollen Gouacheſtudie Pferde" an nichts erinnern könne. Auf der Klinik Zirafe! bewährt. ch. festgestellt; außerdem hat er am ganzen Störper wurde ein Bruch des Kiefers und Wangenbeins Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Riß und Quetschwunden erlitten. Es handelt sich Donnerstag, halb 8 1hr ab.: Dirie, C 2. Freium den 31jährigen Fleischer Rudolf Kvasnička ans taa. balb 8: Serzen im Schnee, D. Samstag, Košič. Wie er zu den Verlegungen gekommen ist, halb 8: Dirie. B 2.- Sonntaa, balb 3: Kammer fonnte noch nicht festgestellt werden. junafer; balb 8: Geisha, neuinineniert, 2. Erschoffen. Der 52jährige Brivatbeamte Franz Havránet schoß sich gestern in seiner Wohnung in der Sybernergaffe aus einer Repetiervistole in die rechte Schläfe. Er war sofort tot. Grund seiner Tat ist nach einem hinterlassenen Brief unheilbare Krankheit. In seiner Wohnung in Wrschowit erhängte sich gestern der 51jährige Selcher Starl Jelinek und schoß sich außerdem in die rechte Schläfe. Grund der Tat ist materielle Not. Die Leiche wurde ins Institut für gerichtliche Medizin gebracht. Kunst und Wissen Salzburger Festspiele" in Versailles? Die Stadtverwaltung von Versailles beschäftigt sich ernsthaft mit der Idee, regelmäßige Reitibiele au veranstalten, die von den fünstlerischen Sträften getragen sein sollen, die bisher die Anziehungskraft der Salzburger Festspiele bildeten. Wie die Deut schen Mitteilungen" erfahren, sind bereits Verhandlungen mit Arturo Ta 3 canini und Mar Reinhard eingeleitet. Man denkt daran, die herrliche Versailler Parklandschaft als Naturfulissen für festliche Freilufttheater- Aufführungen zu benußen. Außerdem bildet der Konzert- und Theaterfaal im Versailler Schloß einen idealen Schauplab besonders für Mozart- Aufführungen. Bei der Durch führung des groß angelegten Planes fann Versailles insofern auf eine Wahrscheinlichkeit des Gelingens rechnen, als nach der Ottuvation Oesterreichs es dem Sitlerregime mit feinen Mitteln gelingen wird. iemals wieder das internationale Publikum, das aekönnen plazen; das gleiche kann mit der Lunge Die Gefahren geschehen. Seine Gelente und Muskeln schmer der Meerestiefen er berliert das Bewußtsein, und wenn nicht Wie arbeitet der Taucher? MEP. An einem schlüpfrigen, gesunkenen Wrad flaftertief unter der Meeresoverfläche inmitten riesiger, wogender Seetang- Wedel zu arbeiten, während ein Strate einem die Beine mit seinen haftenden Armen zu umflammern droht und über einem ein Haifisch träge hin- und herschwimmt, würde sicher für viele Menschen grensenloses Grauen bedeuten. Allein weder der strate noch der Haifisch sind die größte Gefahr, die den Tiefseeforscher bedroht. Er weiß, daß er viel eher von der Luft, die er atmet, als von irgendeinem Ungeheuer der Tiefe getötet werden kann. Er fürchtet allerdings nicht, daß seine Luftzufuhr versagen und er ersticken werde. Eine derartige Möglichkeit ist bei modernem Tauchergerät nahezu ausgeschlossen. Aber die Hauptgefahr für ibn liegt in der entgegengeseßten Nichtung. sofort die richtige Behandlung einsetzt, muß er sterben. Dieser Luftdruck steigt proportional mit der erreichten Tiefe. Bei 33 Fuß Tiefe steigert er sich gegenüber der Meeresoverfläche pro Quadratzoll um 15 Pfund, bei 100 Fuß Tiefe um 45 Pfund, bei 200 Fuß Tiefe um 90 Pfund, bei der höchsten jetzt erreichten Tiefe von 950 Metern um genau 1246 Pfund. Auf jedem Quadratzoll des Körpers lastet dieser ungeheure Druck; da ihm der ganze Körper aber sowohl von innen als auch von außen unterliegt. kommt er dem Taucher selbst gar nicht zum Bewußtsein. Der tödliche Stickstoff Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Donnerstag, 8: Liaison. Freitag, 8: Kammerjungfer, Theatergemeinde des DNV und freier Verkauf. Samstag, 7%: Zu viel Familie, Erstaufführung. Sonntag, 3%: Die Stützen der Gesellschaft; 84: Liaison. Sport- Spiel- Körperpflege Osterspiele der Arbeiterfußballer In Westböhmen die Platzvereine erfolgreich Alle Vereine waren über die Feiertage beschäf tigt und außer Kleinauge ab gewannen fie ihre Spiele. Bibanten und eis firch lit batten sich als Partner Slavia Biob verpflichtet und beide Spiele waren ein voller Erfolg wie auch die übrigen Begegnungen, die in freundschaftlichster Weise durchgeführt wurden. Radfahrertreffen in Falkenau Die Ostertage hätten sich diesmal für ein Win tersportfest besser geeignet, Schnee und Regen waren die ständigen Begleiter der Arbe- er- Radfahrergrup ven auf der Fahrt nach Faltenau. In Faitenau ſelbſt gab es wohl einen trodeлen Sportplatz, aber das falte Wetter hielt viele Wettkämpfer ab. 24 Wettkämpfer aus zehn Vereinen ſtellten sich zum Sin, dernis- und Langſamfahren. Das Hindernisfahren ftellte große Anforderungen: Zuerst in Schlangenlinie um sehn Keulen herum, dann ein schmales Brett befahren, ein Glas Wasser von einem Pflod auf einem entfernteren stellen, drei färbige Ringe nach Farben geordnet aufhängen, zwei Querhinder nisse überklettern sowie eine Brettwippe überfahren und nach einer knappen Fahrt hinter den Torstangen ging es durch das Biel. Sommer( Eger) erreichte mit 1:12 Min. die beste Zeit, gefolgt von Robitih ( Nassengrub) mit 1: 12.2 Min. Das Langsamfahren gewann Robitsch( Naffengrub) in 1:25 bor Ernst berger( Eger) in 1:12. Ein lustiges Biel fahren, mit verbundenen Augen mußten die Fahrer einen Sad auf 20 Meter umfahren, bereitete den Buschauern viel Vergnügen. Sodann folgten svei Radballspiele. Im Rafenradballspiel gewann eine Tombinierte Mannschaften des 1. und 5. Bezirkes über den 2. Bezirk 1: 0 und im Dreierrabballspiel blieb der 1. Bezirk aleidfalls mit 1: 0 über den 2. Bezirk erfolgreich. Nachmittags fand im Bergarbeiterheim eine sehr gut besuchte estveranstaltung statt, die nach Begrüßung durch Mntura ein flottes Bühnenbro aramm zeigte. Kunstfabren in allen Varianten und turnerische Vorführungen fanden großen Beifall. aus der Partei Mit einem Gesamtergebnis von 13: 6 blieben die westböhmischen Plaßvereine gegen die Gäste aus dem 5. und 2. Kreis erfolgreich. In Faltenan und Maierhöfen ſielte ich wo a I b- Teplit; der Verein, welcher im 5. Streis derzeit an dritter Stelle steht, hat sich sehr gut verhalten und gab sich große Mühe, ein schönes Spiel vorzuführen. Bei April, um 20 Uhr im Parteiheim: Wichtige Sitzung Bezirksorganisation Prag. Donnerstag, den 21. beiden Spielen war festzustellen, daß die Spielstärke der Bezirksvertretung. des 6. Kreises momentan besser ist. In Altrohlau, Wehediß und Fischern gaſtierte Aussig Nord. Hiebei gab es eine große Ueberraschung, denn dem zweitklassigen Verein Wehedis Die Sensationspremiere Verliebte gelang ein 4: 1- Sieg. während Fischern eine 1: 3- eren" mit Sörbiger, Hardi, Wanta, Carl etc. Niederlage einsteden mußte. Fischern hatte bereits Dazu Miceys Poloteam" und Afinalita! 6. in Altrohlau Bech, wo es im Freundschaftsspiele 49 Uhr. gleichfalls verlor. Der Kommende Sonntag bringt wieder Serien spiele: diesmal neben jenen der ersten Klasse auch der zweiten Klasse und der Jugend, welche nunmehr mit der Frühjahrsserie beginnen. gelassen, denn die geringste Verzögerung kann ihm den Tod bringen. Sobald er wieder unter Druck ist, verschwinden jedoch die Symptome und er kann Urania- Kino Ab Freitag: Wegen des unerhörten Erfolges eine weiter. Woche das Doppel- Programm Verliebte Herzen" mit Hörbiger, Wanka. Hardt, Carl etc. Midens Poloteam" und Atmalita. Normale Breise! sagen, welche Gefahren den Forschern drohen, die immer noch tiefer zu bringen versuchen. Der Weltrekord der größten Tauchertiefen dann langsam stufenweise an die Oberfläche gehoben werden. Neuerdings geht man daran, die Taucher- Die Erfahrungen des amerikanischen Tiefschiffe mit sogenannten Refompressionsfammern fee- Refordtauchers Dr. William Beebe in seiner auszurüsten, in denen der Taucher durch künstliche selbstkonstruierten Taucherkugel beweisen, daß wir Luftdruck- Regulierung allmählich wieder dem von den Bewohnern der tiefen Meerestiefen noch. Druck der Atmosphäre angeglichen wird, ohne erst sehr wenig wissen. Beebe, der schon im Septem noch einmal heruntergelassen zu werden. ver 1935 eine Tiefe von 923 Metern erreichte, hat jetzt einen neuen Weltreford mit etwas über Kämpfe mit Haien und Kraken 950 Metern aufgestellt. Der Stratosphärens Natürlich bilden auch die Tiere eine nicht zu flieger Professor Piccard hat angekündigt, daß er unterschäßend. Gefahr. Selbst in den Gewässern in Stürze diesen Rekord zu brechen versuchen wird. der gemäßigten Zone muß sich der Taucher vor In 640 Meter Tiefe beobachtete Weebe zwei Fische Haien hüten. In den warmen Meeren der einer bisher unbekannten Art, die über zwei Meter Tropen bilden sie eine ständige Gefahr. Sie sind lang waren. Er nannte sie die unberührbaren Die Luft besteht aus vier Fünftel Sauer- 3var sehr nervös, und es ist meist möglich, sie Bathysphärenfische". Es besteht aber fein Grund Die Luft besteht aus vier Fünftel Sauer durch Auslassen eines Luftstromes aus dem Aus- zu der Annahme, daß sie irgendwie außergewöhn aus Heinen Mengen Stohlensäure, Argon und an- greifen sie troßdem an, und die Taucher tragen größeren Tiefen sogar noch größere Tiere leben stoff, zu ungefähr einem Fünftel Stickstoff und laßventil zu verscheuchen, aver in vielen Fällen lich waren, und es ist wahrscheinlich, daß in den deren Edelgasen. Der Sauerstoff und das Argon deshalb ständig einen Dolch bei sich. werden. Noch gefährlicher als der Hai ist aber der In dem Bericht über seinen neuen RekordDer Bleidruck der Atmosphäre Octopus, der im Mittelmeer und weiter südlich abstieg schreibt Beebe nämlich u. a.: lluver Ein Taucher, der in 100 Fuß Tiefe unter eine ansehnliche Größe erreicht. Mit seinen acht sehens fam der große Fisch wieder zurück, und dem Meeresspiegel arbeitet, atmet Luft ein, deren starten Fangarmen fann er die Bewegungen des diesmal sah ich einen vollständig schattenhaften Drud auf den Quadratzoll 45 Pfund größer freimachen kann. In manchen Fällen tonnten tegels schwamm. Seine Länge schäße ich auf Tauchers so behindern, daß dieser sich nicht mehr Umriß, als er durch das fernste Ende des Lichts ist als der Druck gewöhnlicher atmosphärischer die Bootsmannschaften das Leben ihres Tauchers mindestens sechs Meter, und sein Umfang ent Luft. Solange er in 100 Fuß Tiefe bleibt, spürt er freilich noch keine Beschwerden. Geht er aber nur dadurch retten, daß sie ihn samt dem Kraken sprach der Länge. Der ganze Fisch war ein etwas zu schnell an die Oberfläche, so wird er von blasen im Blute rufen dann die erwähnten beun an die Oberfläche zogen und den Kraken dann farbig, und ich fonnte weder ein Auge noch eine den beunruhigendsten Symptomen heimgesucht. ruhigenden Symptome hervor. in Stücke hackten. Flosse sehen. Seine Form war stark eirund. Er Seine Beine werden gelähmt und gebrauchs und gebrauchs- Sobald man bemerkt, daß ein Taucher Be- Bisher hat der Mensch nur verhältnismäßig ichwamm ohne sichtbare Mühe, und er fam nicht unfähig. Die Blutgefäße der Nase und der Ohren schwerden hat, wird er darum wieder herunter- seichte Tiefen erreicht. Niemand kann deshalb wieder zurück..." J. R. de Lancry. Bezugsbedingungen: Bet Rustellung insHaus oder bet Bezu durch die Voit monatlich Ke 17.-. vierteljährig Kč 51, halbjährig Kè 102. aanzjährig Kč 204- Inserate werden la'n Tarif billigst berednet. Nüditellung von Wianuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarfen. Die Beitungsfrantatur wurde von der Poit- u. Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800. V11/ 1930) bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25. Druderei:..Orbis". Drud. Verlags- u. Zeitungs- A.- G. Brag. werden von den Geweben verbraucht, die Kohlenfäure wird wieder ausgeatmet, aber der Stickstoff bleibt im Blute zurück. Wenn sich der Taucher nun der Oberfläche nähert, so sinkt der Blutdruck, und der Stickstoff tritt aus dem Blute aus. Steint der Taucher zu rasch nad oben, so sprudelt das Gas geradezu in Blasen aus, wie bei einer entfortten Champagnerflasche, und die Stickstoff-S fo be gr ic 11 d P 11