8 Bor chen hrt. I g cinc alt= cit ber ben Cef= his mit en. 200 en, che rs er ge de Fits E ril 11. g d. Ont int b. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebakteur: Karl Kern, Prag 18. Jahrgang Die katalonische Donnerstag, 28. April 1938 Aus dem Inhalt: Amtliche Weisungen für den 1. Mai Maiaufruf der SAI Přítomnost gegen die Giftmischerei der Rechtspresse Nr. 99 Abwehrschlacht erfolgreich Die Weltdemokratie greift ein Madrid wiederholt sich Barcelona. g. über drei Bochen ſieht die tatalonijce Front. Gie bat bente Die sudetendeutsche Frage und die Weltpolitik den ersten Rang, hier entscheidet sich die jetzige Shase des spanischen Freiheitstampfes. Was die Rebellen im November 1936 und seither vor Madrid erlebt haben, wiederholt sich heute vor den Zoren Kataloniens. London.( Reuter.) Der französische Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet find Mittwoch abends mit ihren Begleitern am Flugplatz Croydon eingetroffen. Sie wurden bei ihrer Landung von dem Außen Die republikanischen Truppen haben die minister Halifax und dem Botschafter Corbin begrüßt. Donnerstag Abwehrkämpfe auf dieser Front siegreich beendet. vormittags kommt es zur ersten Unterredung zwischen den englischen und Ahre Stellungen von den Höhen der Pyrenäen französischen Ministern. Die Unterredung wird die Fragen Mitteleuro. über Tremp, Balaguer und Lerida bis zum Delta des Ebro find behauptet worden trop ständiger bas, Spaniens, des Mittelmeeres, den englisch- italienischen Pakt, die fran heftigster Angriffe der Rebellen, die sich gezwunzösisch- italienischen Verhandlungen, weiters die schweizer Neutralität, die gen sahen, ihre gesamte, mehr und mehr jedoch Tagesordnung der nächsten Völkerbundratssitzung, sowie die Politik im Ferant Gewicht verlierende Materialüberlegenheit einzusetzen. Diese Stellungen fonnten nicht nur nen Osten betreffen. behauptet werden, die republikanischen Truppen haben vielmehr die ihnen vorgeschriebenen Stels Die französischen Minister werden bei Cham- die britische Regierung in der zu erwartenden lungen, so vor allem auf dem äußersten rechten berlain gemeinsam mit Kriegsminister Hore Be- Erörterung der tschechoslowakischen Frage mit Flügel in den Pyrenäen nach vorn verlegt. lisha und Finanzminister Simon das Dejeuner den französischen Staatsmännern einnehmen Ueberall war zu beobachten, daß der Widerstand einnehmen. Sie werden dann in Privatgesprächen wird, auch hievon bestimmt werden dürfte. der Rebellen an Kraft erheblich nachgelassen hat. militärische und finanzielle Es heißt, daß die Verluste der Rebellen in ihrer Fragen durchnehmen. Gegen Abend fahren die tatalonijchen Offensive die Schäßung des repus französischen Minister nach Schloß Windsor, wo blikanischen Oberkommandos noch weit überstei- fie beim Diner Gäste des englischen Königspaares liche Entwicklung der englischen öffentlichen Meigen. Operationsfähige Reserven dürften in die fein werden und auch die Nacht zubringen. Freifem Abschnitt kaum noch vorhanden sein. Die tag früh werden die Besprechungen zwischen den republikanischen Divisionen haben befehlsgemäß französischen und englischen Ministern über das. den Montag dazu benutzt, die vorderen Linien, felbe Programm, wie am Donnerstag, fortgesetzt. die Reserveſtellungen und hinteren Verbindungs- Nach dem Dejeuner im englischen Außenministewege weiter auszubauen und zu verstärken. Das rium werden die französischen Minister die BerOberkommando betrachtet die tatalonische Front treter der Presse empfangen. nicht nur als eine natürlich gegebene und heute uneinnehmbare Verteidigungsstellung, sondern auch als Ausfallstor in das vom Gegner besetzte Gebiet hinein. Jm Küstenabschnitt, wohin die auf Tortosa und das linte Ebroufer gerichteten Rebellenträfte abgedrängt worden sind, verstärkten sie ihren Trud. An einzelnen Punkten sahen sich die republikanischen Truppen veranlaßt, zur Bermeidung unnötiger Verluste, vorübergehend Stellungen zu räumen. Die sämtlich planmäßig aufgegebenen Stellungen wurden jedoch noch am Montag durch Gegenangriffe zurückerobert. An anderen Punk ten gelang es den republikanischen Divisionen ihre Linien vorzuschieben. Erfolge an der Levantefront Barcelona.( Ag. Efp.) Scit acht Tagen seven die Italiener alle ihre Mittel ein, um die neun Kilometer hinter sich zu bringen, die Benicarlo von Alcala de Chisvert trennen, jedoch immer erfolglos. Ebensowenig konnte ein beftiger Rebellenangriff mit zahlreichen Tanks und Flugzeugen auf die republikanische ,, Tasche" von Aliaga auch nur den geringsten Erfolg erzielen, brach sich vielmehr an dem energischen Widerstand der Unſeren. Flugmord in Castellon Barcelona.( A g. Es p.) Montag un 8 und 14 Uhr warfen 25 große Bomber, begleitet von 50 Jagdflugzeugen, eine Unmenge Geschosse auf Castellon ab. 30 Häuser wurden zerstört und eine noch unbekannte Zahl Menschen getötet oder verwundet. Dann beschossen die Flieger die Straße Castellon- Valencia mit Maschinengewehrfeuer und warfen Bomben auf die Dörfer Almazora und Villareal, in welch letzterem 14 Häuser zerstört, sechs Personen getötet und zwölf verlegt wurden. Der Ministerrat bewilligte zehn Millionen Peietas zur Herstellung weiterer Luftschutzräume in Barcelona. Wechsel Im Internationalen Arbeitsamt Die Tschechoslowakei im Mittelpunkt London.( Tsch. P. B.) Der britische Miniſterrat, der Mittwoch von 11 Uhr bis faft um 14 Uhr tagte, befaßte sich mit den leyten Vorbereitungen zu der Aussprache mit den franzöſiſchen Miniſtern. U. a. soll ihm eine Reihe von Berichten vorgelegen sein, von einer Reihe von Auslandsvertretungen zur tschechoslowakischen Frage angefordert hatte und die die Auffassungen sowohl in der Tschecho flowakei wie auch in den hauptsächlich in Betracht kommenden Staaten ſowie die Meinung der BotHeute beginnen in London die Beratungen, welche der französische Ministerpräsident a la= bier und der Außenminister Bonnet mit den Mitgliedern der englischen Regierung avhalten werden. In diesen Berhandlungen wird auch die Tschechoslowakei, d. h. die sudetendeutsche Frage, eine wichtige Rolle spielen ja, man fann sagen, daß die Gestaltung unserer Innenpolitik, die Befriedung Mitteleuropas und damit der Frieden Europas von dem Ergebnis der Londoner Befprechungen in hohem Maße abhängen. Man tann schon heute mit Sicherheit sagen, daß die Beratungen der Staatsmänner der beiden demokratischen Westmächte ein durchaus günstiges Ergebnis zeitigen werden. Das Bündnis Frankreichs mit Englands wird gefestigt werden, die Zusammenarbeit nicht nur der Staatsmänner der beiden Länder wird inniger werden, es wird auch die Zusammenarbeit der Die Pariser Blätter heben die ziemlich deuts Generalstäbe des Landheeres, der Marine und der Luftstreitkräfte organisiert werden. Zwei große nung zugunsten der Tschechoslowakei nach der Reiche werden über ihre Politik in Strieg und Henleinrede in Karlsbad hervor. Die Londoner Frieden einig werden. Man kann erst voll erBerichterstatter der französischen Presse glauben messen, was das heißt, wenn man bedenkt, daß zwar nicht, daß Chamberlain in der Verpflich mit Frankreich das 170- Millionen- Reich der tung Englands weiter gehen wird als er es im Sowjet- Union verbündet ist und mit England ein Unterhause getan hat, sie erwarten jedoch fest eine enges Einvernehmen, das wirtschaftlich stärkste Vertiefung der diplomatischen Zusammenarbeit Land der Welt, die Vereinigten Staaten von awischen Frankreich und England für die Erhal- Amerita, pflegt, welche schon einmal ihr Schwert tung der Unabhängigkeit und der territorialen in die Waagschale geworfen haben, als es um die Unteilbarkeit der Tschechoslowakei.„ Die englische Entscheidung in der Welt ging und die erst jüngst Regierung vergißt nicht", schreibt der Ercelfior". ihre Gesinnung dadurch bekundet haben, daß sie daß Frankreich durch einen Vertrag mit der zwar Deutschland kein Helium für die LuftTschechoslowakei gebunden ist und daß sie noch schiffe geliefert haben, aber bereit sind, für ganz fürzlich ausdrücklich bestätigt hat, daß sie England und Frankreich Luftfahrzeuge zu ihrer Verpflichtung ehrenvoll nachkommen würde." bauen. Jan Masaryk im Foreign Office So find schon heute die feſten Konturen des Buns des der Mächte zu erkennen, die bereit sind, den Anschlag auf den Frieden Europas abzuwehren. Wie ernst es den beiden Westmächten mit ihrem Willen ist, das Schidjal Europas nicht von Berlin aus bestimmen zu lassen, zeigt allein schon die gigantische Aufrüstung EngLondon. Der tschechoslowakische Gesandte in London Jan Masaryk sprach am Dienstag nach feiner Rückkehr aus Prag, wo er über die Öfterferien geweilt hatte, im Foreign Office vor. Dle Generalstabsbesprechungen lands. Das britische Reich, in welchem die schafter dortselbst in dieser Angelegenheit wiedergeben. Informationen aus diplomatischen Krei- London. Wie das Tschechoslowakische Friedensbewegung in dem Jahrzehnt von 1920 fen zufolge, sollen diese Berichte, obzwar sie aus Pressebüro aus London erfährt, dürften wahr- dern, ist daran, die gewaltigste Rüstung zu schaf bis 1930 stärter war als in allen anderen Länverschiedenen Ländern stammen, in ihrer Beurteilung der Lage und der Aussichten keine wesent- fcheinlich die britisch- französischen Generalstabs- fen, die es in seiner Geschichte bisher gehabt hat. lichen Meinungsverschiedenheiten aufweisen. Es besprechungen in der nächsten Woche in Paris Im heurigen Jahre allein hat es fast eine Vierteldarf angenommen werden, daß die Haltung, die stattfinden. milliarde Pfund Sterling, d. s. 35 Milliarden Kč, für seine Aufrüstung ausgegeben, bis Ende 1940 werden es eineinhalb Milliarden Pfund sein, d. f. über 200 Milliarden Kč, mehr als die Tschecho Republik seit ihrer Gründung verein Die sudetendeutsche Sozialdemokratiet Wie groß die Opfer find, welche der als Hüterin des europäischen Friedens infomenteuer und der Zölle auf das wichtigſte Treibmittel, Benzin, und das Nationalgetränt, den Tee. Besonderes Aufsehen muß aber die Mit„ Le Peuple", das Zentralorgan der bel-| Bestand der demokratischen Tschechoslowakischen teilung des Schazkanzlers Sir John Simon ers gischen Sozialdemokratie, beschäftigt sich, aus Republik und vielleicht den Frieden EuroAnlaß der Karlsbader Rede Henleins, am Diens- pas retten. regen, daß die Regierung große Vorrats täufe getätigt hat, vor allem von Weizen, das tag in einem flammenden Leitartikel mit den Seit der Entstehung der Tschechoslowakischen mit Englands Bevölkerung wenigstens für fünf Schicksalsfragen, die für den europäischen Frieden Republit ist die Deutsche sozialdemokratische Bar- Monate gesichert sei. Diese Käufe mußten- um mit dem Bestand und der Unabhängigkeit der tschetei der sichere Verteidiger aller legitimen Inter- eine Preissteigerung zu vermeiden ohne Bes choslowakischen demokratischen Republik verknüpft effen der deutschen Bevölkerung und ihrer arbei- willigung des Parlaments, um die erst nachträg sind. Es handelt sich, so heißt es dort u. a., um tenden Klassen gewesen. Sie ist es noch. Aber lich ersucht wird, durchgeführt werden. Ein Welts ein im Wesen internationales Problem. Am fie hat es immer verstanden, diesen Kampf im imperium, das derartige Vorbereitungen trifft, ist, Schluß des Aufsatzes würdigt das Blatt den Rahmen der Demokratie und in brüderlichem Ein- bei allem Wunsche, den Frieden aufrechtzuerhal Heroismus, mit dem die nichtgleichgeschalteten vernehmen mit den tschechischen und andersnatio- ten, entschlossen, für seine Weltgeltung, die mit Sudetendeutschen dem Hitlerismus standhalten, nalen demokratischen und Arbeiter- Kräften zu einer Vorherrschaft Deutschlands in Europa uns und findet über den Seldenkampf der führen. vereinbar ist, alles zu wagen und seine Volkskraft deutschen Sozialdemokraten" folwie seine wirtschaftliche Potenz einzusehen, das mit die Welt nicht die Beute der Barbarei werde. Eden hat Millionen aus dem Herzen gesprochen, als er sagte: Ohne Freiheit kein Friede! Diese Partei macht in diesem Augenblick eine gende anerkennende Worte, die wir wohl mit riesenhafte Anstrengung, um der Hitler- Flut Stolz zitieren dürfen: einen Damm entgegenzusetzen. Wenn sie sich türz,, Es gibt in der Tschechoslowakei noch Deutlich aus der Regierung zurückgezogen und ein sche, die dem Hitlerismus leidenschaftlich Wider- neues Aktionsprogramm ausgearbeitet stand entgegensehen. Und sie sind es, an denen hat, so keineswegs in dem Gedanken, ihre Soli. Genf. Der Direktor des Internationalen die frieblichen Völker Europas ganz besonders An- darität mit den anderen demokratischen Sträften Arbeitsamtes, Harold Butler, wird dem Ver- teil nehmen müßten. Der deutschen Sozialdemo- des Landes abzuschwächen, sondern im Gegenteil, waltungsrate des Internationalen Arbeitsamtes, fratie in der Tschechoslowakei fällt jetzt eine fchwie- um für die große Aufgabe, die ihr bevorsteht, befder am Donnerstag zusammentritt, mitteilen, daß rige und sehr harte, aber glorreiche gefer gewappnet zu sein. An dieser Partei ist es, er demissionieren will. Butler wird Genf verlas fchichtliche Aufgabe zu. Sie erfüllt sie zu zeigen, daß der Agent Hitlers nicht das Recht sen und Direktor eines neuen Kollegs in Orford mit bewundernswertem Mut und Enthat, im Namen der deutschen Minderheit der werden. Er wirkte am Internationalen Arbeits- fchiedenheit. Diese Partei muß das deutsche Volt Tschechoslowakei zu sprechen. Wenn ihr das geamte seit dessen Gründung als britischer Direk in der Tschechoslowakei für die Demokratie retten lingt, wird dadurch die internationale Lösung des forſtellvertreter. 1932 übernahm er das Amt und es vor der faschistischen Barbarei bewahren; Problems der Tſchechoſlowakei außerordentlich ereines Direktors nach Albert Thomas. und indem sie das tut, wird sie gleichzeitig den feichtert sein." Die Kraft der Westdemokratien, die Entschlossenheit der beiden demokratischen Großmächte wird und tann nicht auf die Lage in Mitteleuropa und damit auf unsere Innenpolitik ohne Einfluß bleiben. Henlein hat sein Spiel in England schon ver loren. Auf der tschechischen Rechten sieht man nicht ein, worauf man bereits in England hinweiſt. So gibt die." Yorkshire Post"( das Organ Edens), einen Seite 2 Teil eines Gespräches mit Henlein wieder, in dem dieser vor drei Jahren sagte: „ Wir haben kaum Nationalsozialisten in der Tschechoslowakei. Meine Partei umschließt alle Deutschen in der Tschechoslowakei, alle Meinungsschattierungen von der äußersten Rechten bis zu den Demokraten, sie schließt lediglich die Sozials demokraten und die Kommunisten aus." In schärfstem Widerspruch dazu steht aber seine Starlsbader Rede vom 24. April, in welcher HenDonnerstag, 28. April 1938 Landbündler und Christlichsoziale im ersten vor der Welt und vor dem deutschen Wolf Recht Schreck davongelaufen sind. Die sudetendeutsche behalten und von der Beharrlichkeit, dem Mut Sozialdemokratie, die heute im demokratischen und der Treue unserer Menschen werden einst die Auslande ein Ansehen hat wie noch nie, wird Blätter der Geschichte tünden! Zum 1. Mai 1938 Das ist der unerschrodene Kampf gegen die japanischen Eroberer, geführt von dem chinesischen Volf, dessen Mut und Wider standskraft wir bewegten Herzens grüßen. lein ſagte, das Sudetendeutschtum„ könne fich nicht Der Mai- Aufruf der Sozialistischen Arbeiterinternationale Im Laufe des Dreivierteljahrhunderts ihres| Bürgschaften des Wiederauferstehens der Freiorganisierten Bestandes hat die internationale heit und des Rechtes in der Welt bilden. Arbeiterbewegung Stunden des Sieges und Zeiten der Not erlebt. Die Sozialistische Arbeiter Internationale hat Euch niemals die Schwierig teiten des Befreiungskampfes der Arbeiterschaft verhehlt. Im gegenwärtigen Augenblick hat der Faschismus seine Barbarei über der Hälfte Europas aufgerichtet. Er erwürgt unabhängige Völker. Er droht seine Herrschaft noch weiter auszudehnen. Wird seinem Angriff nicht Einhalt geboten, folange es noch Zeit ist, so wird feine Weltherrschaft nur um den Preis eines entschlichen Krieges verhütet werden können, zu dem die Diktatoren und hintreiben. Das internationale Recht ist in Verfall geraten. Ueberall türmen sich Rüstungen auf. Gewalt regiert die Welt. einer Weltanschauung entziehen, zu der sich heute alle Deutschen der Welt bekennen... So wie das Deutschtum der ganzen Welt bekennen auch wir uns zu den nationalsozialistischen Grundauf fassungen des Lebens, die unser ganzes Fühlen und Lenten erfüllen..." Die Engländer sehen nun, wie es mit den Beteuerungen Henleins aussicht, sie haben sich ihre Auffassung über Henleins Loyalität gebildet. Sie lassen sich nicht so täuschen, wie Henleins tschechische Freunde sich gern täuschen laſſen möchten. Die Ueberlegen heit der englischen Auffassung über jene unserer Rechtsagrarier fommt auch darin prägnant zum Ausdruck, daß man in einem Teil des agrarischen Lagers Henleins Karlsbader Forderungen als Magi ma I programm bezeichnet, was so viel heißt, als daß Herr Henlein etwas nachlassen wird, man also mit ihm ruhig verhandeln tönnte, während die Londoner ,, Times" von einem Minimal programm Henleins spricht- das man also schlucken müsse, wenn man nicht auf die Verhandlungen überhaupt verzichten wolle. Durch seine Karlsbader Rede hat es Henlein seinen Freunden im tschechischen Lager, die so gern mit ihm eine erzreaktionäre, von Soziali: ſten befreite Regierung gebildet hätten, verteufelt fchiver gemacht. Henlein hat Forderungen erhoben, die keine Regierung erfüllen, deren Erfüllung ihm keine tschechische Bartei zusagen kann, wenn sie nicht von dem in seiner überwältigenden Mehrheit freiheitsliebenden tschechischen Volk hinweggefegt werden will. Wie hat die Menschheit dahin gelangen fönnen? Dies geschah, weil ein Teil der besitzenden Klaffen, durch den machtvollen Aufstieg der Arbeiterschaft erschreckt, es vorgezogen hat, die Freiheit preiszugeben mochte auch diese Freiheit vom Bürgertum um den Preis gewaltiger Kämpfe errungen worden sein und sich unter den Schutz der Diktatoren zu verfriechen. Weil ein großer Teil der verelendeten Mittelschichten und ber verzweifelten Arbeitslofen der faschisti fchen Demagogie erlegen ist, die sich in antifapitalistischen Scheinmanövern und in wilder Rassenhetze austobt. Weil die Regierungen der Länder, die den letzten Krieg gewonnen haben, Die tschechische Linke hat bereits auf die Karls- alles dazu getan haben, um den Frieden zu verbader Forderungen der SdP mit einem„ Nie lieren. Sie haben die Hoffnungen der Völker mals" geantwortet, die tschechische Volkspartei mit Füßen getreten, die die Abrüstung, die kolwill von dem Programm Henleins nichts wissen lettive Sicherheit und die Herrschaft des Rechts und die tschechische Rechte istuneins: in den internationalen Beziehungen gewollt Während der agrarische„ Venkov" noch immer haben. Durch die Mißachtung der Gerechtigkeit bereit ist, mit Fenlein über alles mögliche zu ver- haben sie die Gewalt des Faschismus herbeigedie nationaldemokratischen rufen, der sie heute bedroht. Weil selbst in den „ Národní Noviny" derartige Verhandlungen ab. Ländern, die die Demokratie bewahrt haben, nur Dazu kommt noch, daß die tschechischen Agrarier allzuoft die Interessen der herrschenden Klaffen auch im Nationalrat unter Drud geſetzt werden, den Interessen des Volkes vorangehen. Weil diese so daß auch innerhalb der Koalition jene Auf- Länder ce nur allzuoft an internationaler Solifaſſung durchdringen durfte, welche von den tsche darität schlen lassen und, statt sich zur Verteidichischen Volksmassen geteilt wird. gung der angegriffenen Demokratie zu sammeln, in einen turzichtigen Egoismus flüchten, der nur dem gemeinsamen Gegner nüht und nur die gemeinsame Sache schwächt. Was bleibt also der SdP noch, um ihr Karlsvader Programm durchzusetzen? Die Hilfe des Dritten Reiches. Will Konrad Henlein die Dinge auf die Spitze des Schwertes stellen und die Gefahr eines enropäischen Krieges heraufbeschwören? Wird Deutschland wegen der Eudetendeutschen Krieg führen? Wir glauben, daß eine entschlossene Politik der Westmächte eine Katastrophe verhindern und die Kriegsbereit schaft Deutschlands dämpfen wird. Gelingt es so, den Krieg zu verhindern und gelingt es der Demokratie, die nationale Frage zu lösen, dann ist uns nicht bange um die Sache der Freiheit und um alle jene, welche im Deutschtum die Fahne der Freiheit hochhalten und nicht wie 68 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Frau Sibylle spann weiter:" Das schwarze Sammetkleid mit dem firschroten Spizenkragen und im Haar gar nichts, das soll die Barbara tragen. Das Zigeunerische, das paßt nicht für sie. Als unser Herr Urahn den spanischen Staub abschüttelte und Heimat in Regensburg suchte, verschwieg er, daß sein Ururahn einstmals mit der Infantin Leonore von Aragonien--Mitten auf dem Weg zum Gipfel dieser Erinnerung glitt sie ab, doch sanft auf die Erde, und sie erzählte:„ Barbara, die Blumen im Arm, begegnete dem Gefolge der Majestät. Die Hellebardiere verdußt. Ein Sprung, ein Niederknien, gefüßt der Saum des faiserlichen Gewandes--" Plötzlich kreischte sie auf: Plazen sollen die Schandmäuler in Regensburg, die Dreckschleudern plaßen, die Klatschbasen plaßen, dein Saufgefin del plazen!" In der Stadt, die sich regte in Verdächtiguns gen und Mutmaßung, ging das Raten um, ging das Rasen um. Das war möglich? Jeder hatte doch deutlich gesehen, als die Barbara Blomberg die Hände hochhob und den Strauß mit den Narzissen und mit den feuerroten Nelten als Kranz darum Wo hatte die das Geld her für solche Vers schwendung--? Daß die Barbara auch einen Dolch------ k Jeder war fertig zum Eid und wollte sich die Hand abhacken lassen und die Zunge aus reißen-Nun, das Haus Blomberg wurde nicht be= helligt. Nun, das Haus Blomberg wurde sogar Das ist die siegreiche Behauptung der Demokratie in zahlreich ent Ländern gegen alle Angriffe im Innern und von außen. Dort, wo sie unter die kraftvolle Führung der sozialistischen Arbeiterschaft gestellt ist, wie in den skandinavischen Ländern, erlebt diese Demokratie einen gewaltigen Aufstieg und liefert den vollen Beweis ihrer Lebenskraft. Angesichts dieser Gegensätze, die im gegenwärtigen Augenblick das Schicksal der Welt bestimmen, find unsere Aufgaben klar: Es gilt, mit allen Kräften den Kampf unserer spanischen Brüder zu unterstützen. Es gilt, ohne Unterlaß die Politik der sogenannten Nichteinmischung zu bekämpfen, die, von den Faschiſten zum Geſpött gemacht, dahin geführt hat, daß? die spanische Republik außerhalb des Rechts geſtellt wurde, und die, indem sie ihr die zur Verteidigung notwendigen Waffen vorenthielt, dem verbrecherischen Angriff des Faschismus gegen die Freiheit eines großen Voltes Vorschub geleistet hat. Die Internationale hat von Beginn an ihre Parteien dringendst aufgefordert, alles zu tun, was in ihrer Macht steht, damit Spanien endlich die Flugzeuge und die Geschüße erhalte, Nr. 99 die unerläßlich sind, um das Leben der Frauen und Kinder gegen die Bombardements von unerhörter Grausamkeit zu verteidigen und um die Demokratie in der Welt vor der Tyrannei Mussolinis und Hitlers zu retten. Zu dieser obersten Pflicht, den Helden ber Freiheit in Spanien Hilfe zu bringen, kommen andere Aufgaben, die die internationale Arbeiter: tlaffe zu erfüllen hat: Es gilt, nach Möglichkeit den Kampf des infifchen Volkes zu unterſtühen. Es gilt, dem Zandern und dem Verrat der Regierungen das flare Bewußtsein der Pflichten entgegenzusetzen, die uns die Rettung der Freiheit und des Friedens in der Welt auferlegt: Berteidigung der Demokratie, bic in jedem Lande und international zu organisieren ist, tollektive Sicherheit, verbürgt fleinen Staaten, keine weiteren Zugeständnisse durch die gemeinsame Aktion der großen und an die Diktatoren! Es gilt, den unterdrückten Arbeitern in den Ländern des Faschismus zu helfen, die sich klar bewußt sind, daß ihre Befreiung nur durch den revolutionären Sturz der bestehenden Herrschaft vollbracht werden kann. Möge die Arbeiterklasse, ihrer historischen Mission bewußt, die Fahne der Freiheit ergreifen, die den Händen eines im Dienst der Diktatoren entwürdigten Bürgertums entglitten ist! Möge fie das Banner des Kampfes gegen die ausge höhlte und dem Untergang geweihte kapitaliſtiſche Welt entfalten! Möge fie an die Spitze treten im Kampf gegen den Faschismus, für die wahre Demokratie- das ist die Herrschaft der vollen versönlichen Freiheit, des Rechtes der Bölker, fich selbst zu regieren, und der Gerechtigkeit in der internationalen Ordnung! Es lebe die Freiheit! Es lebe der Sozialismus! Brüssel, April 1938. Das Bureau der Sozialistischen Arbeiter- Internationale. Amtliche Weisungen über die Maifeiern Wählerversammlungen nur auf die eigentlichen Wähler beschränkt Prag. Amtlich wird gemeldet: Wie be- der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung an kannt, hat die Regierung eine Ausnahme von diesem Tag bemühen. dem allgemeinen Verbot der Veranstaltung politischer Stundgebungen für den 1. Mai 1938 z gelassen. Die Kundgebungen bewilligen die zuständigen lokalen Bezirksbehörden und in Drten, wo sich Staatspolizeibehörden befinden, diefe. Prag. Amilich wird verlautbart: WählerDas Innenministerium hat bereits über die An- versammlungen dürfen nur in jenen Gemeinden gelegenheit die erforderlichen Weisungen ergehen abgehalten werden, für welche Wahlen ausgelaffen, in denen die Behörden angewiesen wer schrieben wurden, und zwar vom Tage der Ausden, durch geignete Mittel für einen ruhigen und schreibung bis zu deren Beendigung. Wähleranstandslofen Verlauf der Feiern Sorge zu tra- versammlungen dürfen nur in geſ ch I o f gen und sich mit den Veranstaltern ins Einver- se nen Räumen( keineswegs unter freiem nehmen zu setzen. Das gilt insbesondere dort, wo Himmel) abgehalten werden und sind nur WähDiesem düsteren Bild stehen allerdings and irgendwelchen Gründen Feiern nicht bewil- lern zugänglich, das ist in diesem Falle nur jenen andere, tröstlichere Tatsachen gegenüber. ligt werden können oder wo sie beschränkt werden Personen, die am Versammlungsort das GeDas ist vor allem der glorreiche Wider- müssen. Die Behörden sind insbesondere ver- meindewahlrecht haben. Unzulässig ist die Teilstand des republikanischen Spa- pflichtet, die veterinären Maßnahmen zu nahme anderer Personen, z. B. auch solchen, die nien gegen den Ansturm des internationalen beachten, die vor längerer Zeit an vielen Stel- das Wahlrecht in einer anderen Gemeinde beFaschismus. Welches immer der unmittelbare len getroffen werden mußten, um die Ausbrei- fizen, wenn auch in dieser Gemeinde gleichzei Ausgang dieses Kampfes sein mag, in den Italien tung der Maul- und Klauenfenuje zu verhindern. tig Gemeindewahlen ausgeschrieben sind. Wählerund Deutschland das ganze mörderische Gewicht Um einen würdigen und ungestörten Verlauf versammlungen brauchen der Behörde nicht anihrer furchtbaren Kriegsmaschine werfen, das biefes Tages werden sich sicherlich auch die nicht gezeigt zu werden, doch hat die Behörde das Heldentum der spanischen Freiheitskämpfer wird amtlichen Faktoren demnach sowohl die Veran- Recht, in einzelnen Fällen zu prüfen, ob die abimmerdar eine der ruhmreichsten Seiten der stalter der Kundgebungen, als auch die Bevöl- gehaltene Versammlung tatsächlich eine Wählermenschlichen Geschichte und eine der sichersten ferung selbst in dem Bewußtsein der Bedeutung versammlung ist. mit kaiserlichen Soldaten dagegen geschüßt, daß die Vollsmente es demolierte. Nun, es wurde eine ganze Hede von Landsknechten um das Haus Blomberg beordert. Die umzingelten das Blom berghaus ebenso feierlich wie das„ Goldene Streuz". Zwei Festungen gab es jept in Regens burg. Der Staiser hier, die Blombergs dort. Aber beide Häuser, mächtigſtes Erstaunen, strahlend beleuchtet! " Hat sie dolchen wollen? Sie hat! Sie hat! Sie ist schon überführt! Das wurde geklatscht und geglaubt. " Alter, siehst du jetzt ein, daß wir endlich von hier fortziehen müssen, aus diesem verrückten Nest?" „ Wir sollen auf die Befehle Seiner Kaiserlichen Majestät warten", erividerte Gürtlermeis ster Blomberg." Dringlich hat es Herr Dubois empfohlen." in seiner bei den italienischen Weinlüfern und bei straten die Besucher ins Zimmer, und im Auge den flandrischen Tuchhändlern erworbenen Art. hatten sie einen Blick! Konnte es anders sein nach Bevor er eine Antwort empfing, betrat Herr solcher Mischung? Dubois die Stube, das Schnurrbärtchen gespiẞt Still!" legte man den Finger an die Lipwie eine Schreibfeder, auch umduftet wie eine pen. Die bösesten Zungen bissen sich wund, weil Weihrauchbüchse. zwischen den Zähnen bleiben mußte, was nicht Sogleich eilte ihm Frau Sibylle entgegen einmal getuschelt werden durfte. Dafür sorgten und berichtete:„ Die Ware für den kaiserlichen schon Herr Skammerdiener Dubois und Herr Hof liegt in der Butik bereit. Wenn der Herr Hauptmann Kegel. Stammerrat mir folgen wollen-—“ Die waren die Reste des kaiserlichen und des " Da wäret Ihr ja Hoflieferanten geworden", fürstlichen Glanzes, der über Regensburg geleuch meinte Hans Blomberg, der Achtziger, und er tet hatte. Warum sie nicht mit der Majestät fortgezogen waren, darüber zerbrach man sich den blidte mit Stolz und Sehnsucht auf das Kind Barbara. Stopf. Aber man tat es mit Wohlgefallen an den beiden Männern. Sie verbreiteten Ansehen um fich. Sie waren Diener der Krone. Jetzt ruhten sie aus, und sie speisten am Tisch der Bürger, die sich darum rissen, dieser noblen Gäste habhaft zu werden. Denn sie erzählten, schloß ihnen die Hei terkeit das Herz auf, was des Kaisers Seele war und sein geheimstes Leben. Hauptmann Kegel deutete sogar an, daß Zins und Zinseszins seines Vermögens und die Narben in seinem Gesicht und das steife Ellbogengelent an seinem rechten Arm ihm eine stattliche Pension garantierten. Er wollte in der gastfreundlichen Stadt am Strom die Sors gen seines Heldenlebens vergessen. ,, Glauben Sie ja nicht, Herr Oheim", antwortete der Gürtlermeister, daß man dabei dick und fett werden fann." " Na ja", meinte Hans Blomberg, aber vielleicht kommt man dabei zu hohen Ehren." „ Na ja", bestätigte, aber nicht sehr gläubig, Herr Dubois, der die Landsknechthede um das" Goldene Kreuz" durchbrach, indem er nur so die Zungenspiße über den linken Mundwinkel der Gürtlermeister. hinwegstrich und ein bißchen pfiff, ging nicht am hellen Morgen vom" Goldenen Streuz" zum Blomberghaus, sondern er zog den Nachtschatten vor. Herr Dubois ging auch dann noch nicht im bunten Kleid, obwohl ihm sein Kammerdieneramt ein Pfauenfostüm vorschrieb. Er ging höchst un auffällig. V. Ein Jahr später wurde der Säugling des Fräuleins Barbara Blomberg aus der Taufe gehoben. Er empfing den Namen. Hieronymus. Er trug seinen Ruhm mit gebogenen Beinen, Ein Jahr später sang Fräulein Barbara als wenn er noch immer sein Schlachtenroß ritte. Bald genoß Herr Dubois nicht nur das Ver- noch immer nach dem Essen:" Mille regrets Er recte den Kopf aus der Schultern, als schäzie trauen des Hauses Blomberg. Auch Kaiser Karl" Aber sie sang es rührender als jemals. Sang er noch immer in der Patrouille das Gelände av. sprach mit seinem Kammerdiener Dubois länger sie, dann hauchte sie die Töne über ihres Sohnes Er redete, der Mann, den die Kartätschen so präch und lieber als mit dem Kurfürsten von Mainz. blondes Haar, das ſchon zu träuſeln begann. tig gezeichnet hatten, so schnarrend, daß unwill Ueber dem Herd des Hauses Blomberg Hieronymus war ein rosiges Kind. Die Milch be fürlich die Lust auftam, Türkenköpfe aufzuspießen brannte das friedliche Feuer. Ebenso friedlich kam ihm prächtig. Gewogen, wurde er von Stund und dem Padischah der Ungläubigen Lanzen in die brannte auch die Dellampe auf dem Tisch. Die zu Stund schwerer gefunden, gebadet, getrodnet, Rippen zu rennen. Hauptmann Segel hatte das Tochter sang nach dem Essen. Barbara liebte den gepudert und getupft, offenbarte er eine Fülle Leder des Degengurtes dort, wo die beiden Pitraurigen Gesang. Hans Blomberg, der Onfel, bon Ueberraschungen, als schliefe er nicht in der stolen in der Tasche stedten, mit gelben, silberschon ein Achtziger, war auch zum Essen und zum irdischen Wiege, als brächten ihn jeden Morgen gefaßten Bähnen befeßt. Das waren tüchtige Gesang gebeten. War er ein Achtziger im Stir Engel heim, nachdem sie ihn nachts im Blumen- Hauer. Die stammten von einem Eunuchen aus chenbuch, so war er ein Vierziger im Gefühl. tau geschaufelt hatten. der Moldau, erklärte der Hauptmann.„ Wollte " Fräulein Nichte, wollen Sie mir endlich Die Mutter empfing Besuch auf Besuch und uns die Gurgel abbeißen. Da3hr Jawort geben?" fragte er in seiner galanten,' ließ ihr Sleinod bestaunen. Auf den Zehenspizen ( Fortseßung folgt.) Cit 12= Die nci er eit ti 2 er ent i. t: mic ER gt td fe n mr ft 1, BERNICESEEK it It di 1 It e U 3 3 : 1 t Crite 1st Henlein noch Verhandlungspartner? Die Meinung eines führenden Koalitionspolitikers Donnerstag, 28. April 1938 Furchtbares Unglück in einer Brünner Vorzeitige Explosion Zementfabrik einer Dynamitsprengladung- Drel Tote, zwel Schwerverletzte Nr. 99 Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Mittwoch Ziehung der der V. Klasse der 38. tschechoslowakischen Klaffenlotterie wurden nachstehende Gevinste gezogen: 20.000 Kč: 58587, 6280. Einen Artikel über die deutsche Frage, wel chen ein leitender tschechischer Linkspolitiker unter 10.000 Kč: 13620, 64511, 103805, 22351, 20716. dem Pseudonym„ Amicus" in der„ Přitomnost" In der Maloměřizzer Zementfabrik in Brünn beiter waren auf der Stelle tot, und zwar Heinrich 5.000 Kč: 56709, 101269, 61070, 102330, 84782, schreibt, schließt der Verfaſſer folgendermaßen: creignete sich Mittwoch um halb 5 Uhr ein schwe- se o ty z a, Vinzenz ičane k, Alois Me 68961, 82343, 19291, 41581, 64801, 46830, 106842, res Unglück, dem drei Menschenleben zum Opfer ferle. Schwer verletzt wurden Ferdinand i- 39695, 17752, 65703, 73269, 47233, 117732, 17557, Regeln wir besser die nationalen Verhältnisse fielen. In den Steinbrüchen dieser Fabrik waren can ef und Franz Kollucci. Die Verletzten 38912. in der Republik, beenden wir das Wert der ber- einige Arbeiter in der Höhe von 35 Metern ange wurden ins Unfallspital gebracht. An der Unfall- 2.000 Kč: 103003, 34958, 70091, 17676, 116345, faſſunggebenden Epoche im Geiſte völliger Gerech- bunden, um dort in den Felsen Löcher zu bohren fielle erschien die Brünner Berufsfeuerwehr und 75176, 16703, 55411, 37499, 90128, 26801, 30152, tigkeit und guten Willens, damit wir aus eigenem und Dynamitfprengladungen hineinzulegen. Blös- die Freiwillige Feuerwehr aus Maloměřit und 92580, 76180, 52821, 21520, 114114, 31532, 90291, zur lich explodierte eine solche Sprengladung vorzeitig, Guſſowik, die die Rettungsarbeiten besorgten. In 15248, 79184, 104245, 26025, 92178, 20774, 65122, tragen und damit wir die Spannung vermindern| førengte den Felsen und zerriß die Seile, an denen belfen, welche das Waſſer auf die Wühlen eines die Arbeiter hingen. Die Unglücklichen ſtürzten neuen Weltfrieges treibt. Wenn ich den Geist des 35 Meter tief in die Steintrümmer ab. Drei ArNarlsbader Songreſſes gut verstehe, so ist dieser ein Appell an die militärische Macht des Hatenkreuzes. Wenn dem so ist, dann haben wir es mit derselben Blindheit zu tun, wie sie unsere Deutschen in den ersten Zeiten nach dem Umsturz beherrschte. Das Bedürfnis einer vollkommeneren Regelung der nationalen Fragen besteht auch nach dem Karlsbader Kongreß. Auf die Tagesordnung der Politik gelangte aber die Frage: Hat nicht die Henleinpartei durch ihre Kongreßbeschlüsse die Qualifikation eines willkommenen Partners am grünen Tisch verloren? Patrioten? Mit dieser Frage wendet sich die„ Přítomnost" gegen die Giftmischerei eines Teiles der Rechtspreffe. Sie schreibt: Es ist noch nicht entschieden, ob fich die deutsche Sozialdemokratie auch weiterhin an der Regierung beteiligen wird. Das ist eine Frage der politischen Zweckmäßigkeit. Hingegen ist es eine Frage der nationalen und persönlichen Anständigteit, wenn jemand zu vergessen imftande ist, daß sich diese Bariei wader hält und daß sie der tschechoslowatifden Demokratie große Dienste leistet. Wie sich die Presse des H. Stribrny anläßlich der Reise Jakich nach Westeuropa verhielt, ist auch für diese Presse eine ungewöhnliche Sache: Ein jour nalistisches Temperament, welches sich sonst in der Schilderung von Morden und Ehebrüchen auslebt. brachte es so weit, daß es Jatschs sehr wertvolle Arbeit, welche die Welt über uns informiert mit den verräterischen Londoner Besuchen des verstor benen Architekten Rutha vergleich. Das ist aber nicht mehr Sache des Geschmacks, sondern politische Vergiftung: Der ahnungslose Leser dieser Asphaltpreffe soll den Eindruck gewinnen, daß der treueste deutsche Freund unserer Republik im Ausland gegen unferen Staat intrigiert. Herr Stříbrný bringt es tatsächlich fertig. Henleins Angriff auf Jakich da durch zu unterſtüßen, daß er den Abgeordneten Jatich den wenig wissenden Lesern der„ Tembo"-Presseerzeugnisse als nazistischen Intriganten von der Art Ruthas bezeichnet. Wir nehmen Jalich nicht in Schuß, wenn wir diese Unmoral verzeichnen. Seine reine und demofratische Bolitit braucht es nicht. Wir wehren uns gezen die Methoden der Stříbrný- Blätter aus Achtung vor dem tschechischen Volf. Tagesneuigkeiten Die Spitzenklöpplerin Im dumpfen Zimmer, flid flad, klid klack, ein Mädel sitzt beim Klöppelsack, mit frummgebeugtem Rücken. Im Takte geht's flid flad, flid flad, die Klöppeln tanzen auf dem Sad, schier ganz aus freien Stücken. Klid flad, lid flack, ohn' Nuh und Naft, das Mädel wirkt in wilder Hast an Decken und an Spitzen. Spät abends dann, beim Lampenschein, fieht man sie immer noch allein, bei ihrer Arbeit sitzen. Klid, flad, flid, flad, geht's Stund' um Stund', fie nestelt sich die Finger wund; doch nimmt die Not kein Ende. Tagein, tagaus, flick flac, flick flac, das Mädel dort, beim Klöppelſad, es hat schon müde Hände. Die Sorgenlaft nimmt niemals ab, fid flad, ſo tönt es bis zum Grab und dann erst hat sie Ruhe. Als Grabgefang: flid flad, flid Ilad, zum Abschied legt den Klöppelfac ihr auf die schwarze Truhe. Franz Kern. Auch der Bruder Udržals gestorben. Mittwoch um 16 Uhr 45 Min. verschied im Prager Sanatorium in Podolf der Bruder des verstorbe nen ehemaligen Ministerpräsidenten Frantisef drzal, der Landwirt Václav Udržal aus Dolní Noveň, langjähriger erster Vizevorsigender der Zentralvereinigung tschechoslowakischer Rüben bauern und der Mooperativa". Václav Udržal erlag der gleichen Krankheit wie sei. Bruder. Am Freitag v. W., als er seinen Bruder František Der Präsident der Republik empfing Mitt- in Podol besuchen fam. erlitt er einen Blutwoch den neu antretenden Militärattaché Polens, erguß ins Gehirn. Seither war sein Zustand sehr Oberstleutnant Bronislav No e I, ferner Vertreernst. Mittwoch nachmittags ist er ruhig und ohne ter der Stadt Mor.- Budějovice und Vertreter der Schmerzen entschlafen. Stedt Zbraslav, welche ihm Ehrenbürgerdiplome überreichten. Der Senat hält seine nächste Sigung am Dienstag, den 3. Mai, um 16 Uhr ab. Auf der Tagesordnung stehen die internationalen Abmachungen über die Arbeitszeit in den mechani schen Tafelglas- und Flaschenfabriken, sowie die Kühner Fluchtversuch des schwerverletzten Aussiger Mörders. Der 47jährige Heizer der Staatsbahnen, Jelinek, der nach einem Verhör vor Beamten der Aussiger Polizeidirettion dem Streisgericht in Leitmeriz überstellt wurde, unternahm im Bezirkskrankenhaus, wie erst jetzt der Oeffentlichkeit mitgeteilt wird, einen fühnen Fluchtversuch. Einige Polizeibeamte, die am Freitag vergangener Woche, an dem Jelinek den luchtversuch unternahm, das Krantenhaus auffuchten, um über höheren Auftrag die Sicherheitsmaßnahmen um Jelinek zu verstärken, famen gerade zurecht, um zu hören, daß der Häftling von einem Fluchtversuch durch das Fenster seines Zimmers abgehalten worden sei. Da er unbändig tobte, hatte man ihm eine Zwangsjade angezogen, die er mit Leichtigkeit zerriz. Von diesem Tage an wurde Jelinek bis zu seiner Entlassung aus dem Krankenhaus von einem bewaffneten Wachmann bewacht, eine Maßnahme, die infolge der Drohungen Jelinets mit einem weiteren Mord nicht unnötig war. den letzten 30 Jahren hat sich in dieser Zementfabrit kein fo fchweres Unglüd ereignet. 20. August 1937 einen großen Gegenstand ins Meer stürzen sehen, nachdem sie vorher Motorenlärm gehört hatten. Am nächsten Morgen wollen jie auf dem Meere einen großen Delfled beobach tet haben. Auch der dortige Trapper Blanc soll eine Woche später diesen Oelfleck auf dem Meeresspiegel gesehen haben. In der Meldung wird die Vermutung ausgesprochen, daß es sich um das Flugzeug Lewanjewskijs handelt, welches ungefähr um diese Zeit auf einem Versuchsflug von Moskau nach den Vereinigten Staaten über den Nordpol verschwunden ist. Gattenmörderin 25 Jahre Kerker. Die 32jährige Bäuerin Rosa Moser aus Parschniß bei Trautenau hatte sich am Mittwoch in ganztägiger Verhandlung vor dem Jičiner Schwurgericht wegen des Verbrechens des Meuchelmordes, den sie am 25. März vorigen Jahres an ihrem Manne begangen hatte, zu verantworten. Die Geschworenen erfannten sie mit zwölf Stimmen schuldig, worauf sie das Gericht zu 25 Jahren schweren Sterkers, einer Faste in jedem Vierteljahr, Dunkelhaft am Jahrestag der Tat und zum Vrlust der bürgerlichen Rechte verurteilte. Von dem Verbrechen der falschen Beschuldigung thres Geliebten wurde sie mit zwölf Stimmen freigesprochen. Taufe der Salondampfer Dr. Benes" und Antonin Svehla". Die tschechoslowakische Dampfschiffahrtsgesellschaft hat bekanntlich auf der Aufſiger Schiffswerft zwei moderne Dampfer Herstellen lassen, deren Taufe am Sonntag, den 1. Mai, stattfindet. Die Veranstaltung steht unter dem Protektorate des Vorsitzenden der Reden Taufalt werden die Ehrengäste auf den gierung, Dr. Milan Hodža. Anschließend an Dampfern eine Sonderfahrt durch die MasarykSchleuse nach Salesel unternehmen. 84533, 80492, 53510, 81073, 54240, 77382, 100139, 8947, 57158, 32074, 56675, 44897, 73162, 119452, 9897, 50507, 43867, 112562, 107382, 47097, 24421, 108331, 78902, 12693, 59341, 33161, 71620, 13845, 63754, 41978, 106112, 4852, 41868, 52757, 78333, 20539, 29390, 40522, 55582, 74381, 987, 93288, 103924, 64608, 22405, 94417, 48069, 77519, 10803, 63275, 87203, 32679, 64856, 115348, 95402, 21739, 41587, 106078, 92435, 44051, 116473, 8662, 107400, 59486, 1358, 102504, 59233, 80560, 42655, 74261, 21666, 81886, 5187. Palais in Tirana die Hochzeit mit der Gräfin Apponyi nach albanischem bürgerlichen Geſetz. Zeugen des Königs waren der italienische Außenminister Graf Ciano und der Schwager des Königs, Zeugen der Gräfin ihr Onkel Anton Graf Apponyi und der ungarische Gesandte in Rom. Ten König von Italien vertrat der Herzog von Bergano. Unbeständig, milde. Unter Einwirkung von Störungen, die entlang einer Hochdruckzone von Polen über die Republik gegen Südwesten fortschret ten, blieb Mittwoch der Himmel in unseren Gegen Den vorwiegend bedeckt und zeitweise treten hier Re genschauer auf. Die Temperaturen waren jedoch überall höher als Dienstag und erreichten nachmit tags auch in den Niederungen Böhmens zehn bis zwölf Grad. Die unbeständige, mildere Witterung dürfte noch in den nächsten Tagen andauern. Wahr fcheinliches Wetter Donnerstag: Wechselnde, zeitweise, verstärkte Bewölkung. Brt liche Regenfälle nicht ausgeschlossen, weitere Er wärmung, nur ganz vereinzelte Nachtfröste in den höheren Lagen. Nachmittagstemperaturen in den Niederungen um 15 Grad, auf den Bergen tagsüber Tauvetter, Nordost bis Ostwind. Wetteraus sichten für Freitag: Steine wesentliche Aenderung. Deutschland baut 51 neue Kriegsschiffe Wie die Presse in USA und Großbritannien berichtet, hat das Flottenamt in Washington verDas Vañamt in Wien ist seit der Gleichschal traulich erfahren, daß Deutschland 51 neue Striegsung täglich vom frühen Morgen von Tausenden schiffe bereits baut oder wenigstens ihren Bau be umitellt, die in Reihen zu sechs viele Stunden lang reits finanziell vorbereitet hat. Es werden fünf warten, bis sie vor den Beamten stehen, die ihnen Schlachtschiffe, zwei Flugzeugträger, drei schwere den für Oesterreicher zur Auslandsreise erforder Streuzer, vier leichte Streuzer, zwölf Zerstörer und lichen Stempel in den Paß drucken können. Polis 25 U- Boote sein. Damit wird, nach der Aeußezisten umkreisen die Reihen auf der Straße und rung eines hohen Marinefachmanns in WashingSuchen sie nach Juden ab. Wen sie für einen fol- ton, der deutsche Kriegsschiffbau dem anderer chen halten, den reißen sie unter Faustschlägen Länder gleichkommen oder sogar überlegen sein. ins Gesicht heraus, worauf er( oder sie) schleu- Die deutsche Flotte würde auch dann der britinight davonzurennen hat. Spätestens vor den schen oder USA- Flotte an Größe nicht nachkomBeamten oben müſſen auch unfemitisch aussehende men, sofern die jetzigen Bauprogramme dieſer Juden sich notgedrungen zu erkennen geben, wors Staaten ausgeführt werden aber es besteht auf sie angebrüllt und hinausgejagt werden.( bn) natürlich feine Sicherheit, daß Deutschland oder Königshochzeit in Albanien. Der albanische sonstwer sich mit den jetzigen Bauplänen begnü König feierte Mittivoch vormittags im königlichen gen werden.( bn) 33 Zeugen sagen aus Handelsverträge mit Columbien und Belgien. Vollmachten für Minister Šrámek. In einer Sigung des Abgeordnetenklubs der tschechoslowa tischen Volkspartei erstattete Minister Mig. Srámet am Mittwoch einen mehr als anderthalbstündigen Bericht über die Entwicklung der inneren Der zweke Tag des Neudeker Prozesses und der auswärtigen Lage und über sein Vorgehen bei der Lösung der innerpolitischen Fragen. Verhandlungstag begann mit dem Verlesen eini- noch Ordner aus Grasliz verschrieben. Neudet.( Eigenbericht.) Der zweite[ Wolfy heranzuholen versucht und sich außerdem Sein Vorgehen wurde vom ganzen Selub unter lebhaftem Beifall zur Kenntnis genommen und ger Zeugenaussagen. Die Zeugen Gustav III: einmütig gebilligt. Der Klub bemann, Josef Lang( Bejizer der Turnhalle), schloß, dem Minister für seine weiteren VerhandFranz Renner( Bezirksleiter der SDP), Anion Sandner und auch der Portier der lungen in der bisherigen Richtung seines Vorgehens Vollmacht zu erteilen, und dankte ihm sehr Turnhalle ſtellen fest, daß die Menge vor dem warm für die Wahrung der staatlichen und natioRegen Schutz suchte und daß sie nicht angeben nalen Interessen. Minister Šrámek war Gegenkönnen, wann die Rauferei losging. Sie haben stand langer und herzlicher Ovationen, die ihm Die staatliche Aktion gegen die Machitis, die niemanden erkannt, der sich irgendeiner Gesevesalle Stlubmitglieder spontan unter der Versiche das Ministerium für öffentliches Geſundheits übertretung schuldig gemacht hätte. Sandner rung bereiteten, daß sie sich voll hinter ihn stellen. wesen und Störpererziehung unternommen hat, hält es nicht für ausgeschlossen, daß die Sdp= Angelobung des neuen Vorfüßenden des Ver- wurde gegenwärtig abgeſchloſſen und weiteren Ordner Zaunlatten trugen. Die Zeugen St no b= jajfungsgerichtes. Der Ministerrat hielt am Nachfragen nach antirachitischem Vitamin kannoch, Josef Pilz und Johann Dittrich Mittwoch mittags auf der Prager Burg in An- vorläufig nicht entsprochen werden. In 181 Ve- sagen aus, daß den Ordnern die Kommandos wesenheit des Präsidenten der Republit eine 3irfen wurden 42.000 Dosen Vitamin D für„ Ordner heraus“ und„ Zum Sturm!" gegeben Sigung ab, in welcher der neue Vorsißende des rachitisbefallene oder bedrohte Kinder ausVerfassungsgerichtes Professor Dr. Jaroslav Serejči, der dem ersten Vorsitzenden, dem vor storbenen Prager Primator Dr. Bara, im Amt folgte, in die Hände des Präsidenten den Eid lout den Bestimmungen des Gesetzes über das Verfassungsgericht ablegte. gegeben. Torten als Wurfgeschosse. Sonntag in den frühen Morgenstunden kam der Lehrbursche aus einer Tuger Konditorei zum diensthabenden Wach mann gelaufen und ersuchte dieſen, ſofort in die Konditorei zu kommen, weil dort eine Steilerei im Gange sei. Der Wachmann eilte sofort mit dem Lehrburschen in die Konditorei. Ein Kleinfries wurden. Der Kommandant der SdP- Ordner, Josef Grimm, will die Sozialdemokraten Gün ther und Fuchs aus eine Entfernung von 30 bis 40 Schritt in Wurfstellung gesehen haben. Die Geschwister Ferdinand und Otto Heidler. berde SdP- Leute, wollen den Bürgermeister Start Winterstein beim Aufheben von Steinen geſehen haben. Winterſtein gibt jedoch an, daß er sein Notizbuch aufgehoben hat, das übrigens auch die Bolizei zur Feststellung des Eigentümers betam. In dieser Angelegenheit verfügte der Gerichtshof einen Lolalaugenschein. Der SdP- Mann Liehl soll nach einer Beugenaussage als der Eigentümer des Garten zauns bei dem Versuche, sein Eigentum zu schüßen, von dem Kommunisten 3uleger mit einer Zaunlatte niedergeschlagen worden sein. Liehl hat aber den Angeklagten nicht gesehen, sondern diese Mitteilung von dem SdP- Mann Johann Kühnel erhalten, der aber den Angeklagten auch nicht namentlich kannte. Interessant sind die Zeugenaussagen über den Angeklagten Polty. Diesen Angeklagten, der im Jänner 1938 der SdP beigetreten ist, bezeichnete.Die Zeit" seinerzeit als einen zehn fach vorbestraften Marristen. Polty gehörte jedoch niemals der sozialdemokratischen oder der Das parlamentarische Subkomitee für Flug. tommunistischen Partei an. Tatsächlich ist er wesen nahm am Mittwoch einen Bericht des Innenaber bereits zehnmal wegen Diebstahls. Verun- Der Umstand, daß die Ereignisse bereits ministeriums über den Verlauf der Luftschusübung war ausgebrochen zwischen Meister und Gehilfen, treuung, Hausfriedensbruchs und dergleichen mehr als drei Jahre zurückliegen und daß dic entgegen, die am 28. März in Prag und in weiteren der mit Tortenstüden, Kanditen und flüssiger vorbestraft. Eine Reihe von Zeugen hat festges meisten Beugen schon vor drei Jahren einver42 mittelböhmischen Bezirten stattgefunden hat. Der Schokolade ausgetragen wurde. Die Torten und stellt, daß Polky am Tage des Zusammenstoßes nommen wurden, führt dazu, daß es zwischen Vertreter des Ministeriums erstattete dann auch Sanditen ſauſten am Stopfe des Wachmannes vor- als Sdp- Ordner Dienst tat. Diesen Tatbestand den damaligen und jeßigen Zeugenaussagen Difeinen Bericht über den Stand der Ga 3 masten bei und erst nach langem guten Zureden gelang es, bestreitet der Angeklagte, er gibt aber zu, daß ferenzen gibt. Im Zusammenhang damit erklärte er aufgefordert wurde, Ordnerdienst zu tun. der Vorsitzende OGN Hoyer wörtlich:..Je berteilung, über den Bau von Flieger- einen Waffenstillstand herzustellen. deckungen und über die Organisation der Evaluie- Lewanjewski ins Meer gestürzt? Das ame- Wenn die Anklage stimmen sollte, so hätten also unsicherer ein Zeuge vor Gericht jetzt aussagt, rung der Städte. Ein Vertreter des Verteidigungs- rikanische Striegsministerium erhielt aus Point SdP- Ordner oder Menschen, die als solche in desto glaubwürdiger ist er." Als der Verteidiger ministeriums ergänzte den Bericht durch die Fest- Barrow von dem Sergeanten Morgan eine De- Aussicht genommen worden waren, einander Dr. Henisch die Protokollierung dieses Ausstellung, daß eine beträchtliche Verbesserung pesche, in welcher mitgeteilt wird, daß die Ein- die Schädel eingeschlagen. Der Fall Polty wirft spruches verlangte, wurde sie von OGN Hoyer des zivilen Luftschubes au fonstatieren sei. Es er- geborenen der Ortschaft Olicktuc, 140 Meilen auch ein bezeichnendes Licht auf die Methoden, mit dem Versuch einer Interpretation abgelehnt. weist sich jedoch als notwendig, die Kommandanten südöstlich von Point Barrow ihm während eines die bei der Auswahl der SdP- Ordner gang und Es wurden 33 Zeugen einvernommen, so des CPO noch eingehender zu schulen Besuches erzählt hätten, sie hatten am 19. oder gäbe zu sein scheinen. Man hat Menschen wie daß noch 68 Beugen gehört werden müssen. Nr. 99 Donnerstag, 28. April 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Der Arierparagraph Es hat, zumindest in den Maientagen der SDP., als viele noch nicht sehen wollten, welche Frucht da heranreifte, auch Juden gegeben, die mit Henlein sympathisierten. Seltsam: die Juden gelten als kritisch, skeptisch, und doch sind so viele von einem sonderbaren Jdealismus besessen; jene besonders, die sich sehr als Deutsche fühlen, ja geradezu Deutschnationale waren. Auch sie wollten ja die deutsche Einigung"! Also waren sie für Henlein. Andere freilich gab es, die weniger aus Idealismus als aus dem gleichen Grunde handelten, wie zehntausende Nichtjuden: sie woll ten dem Zuge der Zeit" folgen, sich rechtzeitig anpassen, und für das Mitlaufendürfen gern ein paar antisemitische Bemerkungen einstecken. Nun sind sie hoffentlich alle geheilt, die Idealisten und die Tüchtigen. Die Sagungen der SdP werden geändert, es wird der Arierparagraph eingeführt. Auch diese Maste: menschlicher zu sein als Streicher, wurde abgeworfen. Wir erinnern uns eines schönen Rundfunkvortrages des Herrn Abg. Schüß, eines Vortrages über den barmherzigen Samariter, eines Vortrages, der nur so stroßzte von christlicher Nächstenliebe. Und jetzt läßt sich Hans Schüß zum Antisemitismus tommandieren! Aber freilich, nie hat ihn jemand mit dem Manne verglichen, der gesagt hat: Ich kann nicht anders! Er kann auch anders. Wichtig ist auch der Beschluß, die Stän degliederung der SdP aufzu= heben. Die Ständlerei brauchte man, so lang es notwendig war, damit die Leute vom„ Landstand" einzufangen. Jetzt hat die Sache geklappt, jetzt wirft man die Stände- Idee" über Bord. Wuß wohl auch, nachdem der„ wissenschaftliche" Begründer der Stände Idee, Othmar Spann, eingesperrt wurde. Aber gerade die ständische Gliede rung wäre doch für Leute wie Hans Schütz so etwas wie eine Rechtfertigung vor sich selber gewesen, sie hätten eine Brücke von der Quadras gefimo anno zum Arbeiterstand in der SdP bauen fönnen! Aber einen Trost gibt es: die SdP führt Amt 3 walterabzeichen ein, nach dem Rang abgestuft. Auch ehemalige Christlichsoziale werden, wenn sie sich bewähren ihre Vergangenheit vergessen machen durch eifrige Betonung ihres neuen Nationalsozialismus-, solche Abzeichen bekommen können. Heil ihnen! Auch die Kriegsverletzten Der Bund der Kriegsverletzten war immer eine unpolitische Organisation, die ihre Mitglie der nicht nach Religion, Rasse und Parteizugehörigkeit gefragt hat, die auch nie Bedenken trug, sich der Unterſtüßung durch ſozialdemokratische Parlamentarier und Minister zu versichern, und was wäre selbstverständlicher, als daß eine solche Vereinigung sich von Parteipolitik fernhält! Ihre Aufgabe ist doch keine andere als die, sich der Striegsopfer anzunehmen, ganz gleichgültig, ob diese Sozialdemokraten oder Deutschnationale jind. Das muß jetzt anders werden! Konrad Henlein will es und Herr Leppin sagt gehorsam ja, er hilft mit bei der Gleichschaltung seiner Organis sation. Für Arbeit, Freiheit, Frieden! Im kommenden Jahre wird ein halbes Jahrhundert vergangen sein, seit jenem denkwürdigen Pariser internationalen Sozialistenkongress, der den ersten Mai zum Feiertag der Arbeiter machte. Viele Jahrzehnte lang mussten die sozialdemokratischen Arbeiter opferreiche Kämpfe führen, um den ersten Mai feiern zu können- und immer, immer war das der Sinn ihrer Maifeier: ihre Freiheitssehnsucht zu bekunden! für den Frieden zu demonstrieren! Arbeit und Brot zu sichern! Und immer haben sie den ersten Mai, ihren Festtag, den von ihnen erzwungenen, durch Arbeiterblut geheiligten ersten Mai, gefeiert in engster Verbundenheit mit den Arbeitern aller Nationen! Seinem Ursprung, seinem Wesen, seinem Geiste nach ist dre 1. Mai ein internationaler sozialistischer Feiertag! Der Faschismus, der sich den allen Arbeitern heiligen Namen des Sozialismus angeeignet und ihn zum Nationalsozialismus umfälscht, derNationalsozialismus lügt auch den ersten Mai zu einem nationalistischen Fest um. Aus dem Tage, der Fest der Verbrüderung der sozialistischen Arbeiter der ganzen Welt ist, versucht er einen Tag der Aufpeitschung aller nationalsozialistischen Spiesserinstinkte, eine Demonstration für den deutschen Imperialismus zu machen. Was aber hat der Henleinsche Nationalsozialismus den Arbeitern zu sagen? Was wurde in Karlsbad über die wirtschaftliche und soziale Not der Arbeiter gesagt? Nichts! Der Arbeiter darf nur„ Gefolgsmann" sein, seine Sorgen bekümmern die neuen selbsternannten Führer nicht. Die deutschen und tschechischen Sozialdemokraten haben gemeinsam im Parlamente einen Antrag auf Bereitstellung einer halben Millarde Kč für Zwecke des wirtschaftlichen Wiederaufbaues eingebracht. Die Sozialdemokratie denkt an die Arbeiternot, die Sozialdnokraten wollen die Arbeiter von ihrer Sorgenlast befreien! Arbeit und Brot! Indem wir am ersten Mai unter dieser Losung aufmarschieren, demonstrieren wir für die wichtigsten Lebensforderungen des sudetendeutschen Arbeiters und Angestellten. Aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er kann, selbst wenn er satt zu essen hat, auf die Dauer nicht leben ohne Freiheit, ohne die persönliche Freiheit, die Freiheit des Einzelmenschen. Die Freiheit erst gibt ihm das Bewusstsein seiner Menschenwürde. Wir kämpfen für die Freiheit! Tag des Freiheitkampfes war der erste Mai von allem Anfange an- als Tag der Freiheit haben ihn unsere Ahnen begründet. Die sudetendeutschen sozialdemokratischen Arbeiter werden beweisen, dass die Enkel der Altvorderen würdig sind, dass die gleiche Freiheitsliebe, der gleiche Freiheitswille in ihnen lebt. Für sie ist der erste Mai, was er immer war: Tag des Treuschwures für die Freiheit! Ohne Frieden keine Freiheit, ohne Frieden keine Arbeit und kein Brot! Wer den Frieden will, muss gegen den nationalsozialistischen Imperialismus gegen den die Welt mit neuer Kriegsgefahr bedrohenden Nationalsozialismus demonstrieren, er muss teilnehmen an der sozialdemokratischen Maifeier! Ohne Demokratie, ohne Frieden, ohne Freiheit kein Weg zum Sozialismus Nationalsozialismus will Verewigung der Kapitalsherrschaft, ist der Versuch, den Weg zum Sozialismus zu verr ammeln. Indem wir gegen den Nationalsozialismus kämpfen, indem wir am ersten Mai aufmarschieren zu grossen Kundgebungen. Für Arbelt, Freiheit und Frieden kämpfen wir auch für eine vernünftigere, harmonischere, jenseits alles Nationalismus stehende politische und soziale Neuordnung der Gesellschaft, für den Sozialismus! Genügt die Verfechter der künstlerischen Freiheit auf dem Boden unserer Demokratie sieht, für die einzu treten stets seine erste Aufgabe sein wird, appelliert nachdrücklichst an alle öffentlichen Stellen, Wieder Hoffnung bei Rosenthal bem Deutschen Theater in Brünn seine demokras Die Fabrikbeseisung aufgegeben Seite 3 Die 1. Mai- Festausgabe unseres Blattes erscheint heuer bereits am Sams. tag, den 30. April in bedeutend ver. stärktem Umfang, mit wertvollen Bei trägen und reichlichem interessanten Lesestoff.-Am Sonntag, den 1. Mai erscheint das Blatt im gewöhnlichen Umfang. ,, Europäische Deutsche" In der Přítomnost" veröffentlich: Starel Capet unter dem Titel ,, Lehren der Geschichte" einen Artikel, in dem er u. a. ausführt: Es ist fein Zweifel, daß dieser Einigungsprozes des deutschen Volkes zum großen Teil auch unsere Sudetendeutschen bis zum Abbruch der inneren und -wenn es ginge auch der äußeren Beziehungen zu unserem Volke erfaßt hat. Es scheint, daß sie nicht nur nach den bürgerlichen und nationalen Reche ten streben, die ihnen selbstverständlich gehören, sons dern daß sie auch ein ganz besonderes deutsches Recht anwenden wollen: Das Recht auf die deutsche nationale Isolation. Dieses Recht kann ihnen frei. lich nicht ein Volk gewähren, dessen Geschichte, Ges genwart und Zukunftsaussichten in der europäischen Zusammenarbeit fest verankert sind. Unsere Vers fassung und unser guter und vernünftiger Wille können und sind verpflichtet, unseren Deutschen alle bürgerlichen, politischen und wirtschaftlichen Freis heiten zu verbürgen, die ein gebildeter Europäer von heute zu seinem freien, würdigen und vollivers tigen Leben braucht. Und jeder vernünftige Mensch unter uns muß jedes Bemühen, daß diese Rechte mit absoluter Gewiſſenhaftigkeit zuerfannt werden, bes grüßen und mit seiner ganzen Willenskraft unters stüßen. Wir müssen freilich damit rechnen, daß ein beträchtlicher Teil unserer deutschen Mitbürger sich zu diesen Rechten mit betonter Mißachtung stellen wird. Es gibt nämlich Leute, denen es gar nicht so sehr um die europäischen Lebensbedingungen, als vielmehr um die besonderen deutschen Lebensbedin gungen geht. Sie wollen teine bürgerliche Gleich heit und Freiheit, sie wollen die nationale Isolie rung. Nun, wir befürchten, daß ihnen der tscheche Slowakische Staat zwar alle menschlichen und bürgerlichen Rechte garantieren kann, daß er aber nicht über besondere, ausschließlich deutsche Rechte verfügt. Offenbar wird er sie durch nichts befriedigen, was er im Rahmen seiner Demokratie den Bürgern, welcher Sprache immer, gewähren kann. Soweit die Deutschen deutsch sein wollen, genügt ihnen wohl nicht die Möglichkeit, europäische Deutsche zu sein. Aber bis einmal das deutsche Volk sich bemühen wird, aus seiner notionalen Isolierung herauszu kommen, und bis die Zeit kommt, da es sich von neuem in die Enitvid/ ung und in die Zusammen, arbeit der übrigen europäischen Staaten einreihen wird, dann werden unsere Deutschen in dieser all. gemeinen sittlichen Ordnung, in den Bürgerrechten und in den menschlichen Freiheiten, die ihnen im Rahmen unseres Staates gebühren, einen bedeuten den Vorsprung gegenüber jenen haben, die länger und enger in der deutschen Isolierung eingeschlossen waren. Jest dürften wir sie von diesem Vorteil nur schwer überzeugen, abe: die Geschichte der Völs ter wird ja nicht nur in den Zeiten der Erregung gemacht. Soweit es an uns liegt, so haben sich wohl auch schon die radikalsten Köpfe von dem Gedanken abges wendet, daß wir einmal aus unseren Deutschen Tschechen machen könnten. Fern liegt uns auch die Vorstellung, daß wir aus ihnen besondere tschecho slowakische Deutsche machen könnten. Wir fönnen ihnen nur alle Voraussetzungen schaffen, daß sie europäische Deutsche sein können. Mehr kann von uns niemand verlangen. Auch sie nicht. Auch wir selbst können uns keine größere Aufgabe stellen. Göring registriert In Böhmisch- Leipa waren die Vertreter des Bundes der Kriegsverlegten und anderer Fronts kämpfervereinigungen beisammen, um in Anwesenheit eines Beauftragten Henleins, eines Herrn Staffel, die Gleichschaltung zu beschließen. Es wurde beschlossen, einen„ Sudetendeutschen Soldatenbund" zu gründen, ehe aber die volle Gleichschaltung vollzogen werden kann, muß die ben. Gelten die plötzlich nicht mehr? Genehmigung der Statuten des neuen Vereines Herrn Leppins Befehl, um sie einer Naziorganisa abgewartet werden. Herr Leppin erklärte, sich rest- tion zuzuführen? los hinter Henlein zu stellen und in seiner Orga nisation dementsprechend zu wirken.--Weiters wurde beschlossen, daß die Verhandlungen des tische Zukunft zu sichern, ohne die keine freie Bundes der Kriegsverletzten mit den gleichgerichTheaterkunst dentbar ist. Die Verteidigung ihrer das Vermögen der Juden teten tschechischen Organisationen abzubrechen und Dienstag dieser Woche fand bei der Be- Lebensrechte ist nicht die Angelegenheit von 42 Berlin.( DNB.) Generalfeldmarschall Gös auch den anderen Frontfämpfervereinigungen zirksbehörde in Böhm. Leipa eine Enquete aller Brünner Schauspielern, sondern muß zur Sache ring hat als Beauftragter für den Vierjahreswurde verboten, mit den tschechischen Organisa- am Schicksal der Firma Nosenthal interessierten aller werden, bei den Tschechen ebenso wie bei plan eine Verordnung erlassen, nach der jeder tionen, namentlich den Legionären, zusammen- Kreise statt. Das Ministerium für soziale Für den Deutschen, die den Namen Demokraten Jude deutscher Staatsangehörigkeit sein gesamtes zuarbeiten. forge, das Handelsministerium sowie das Ge- wirklich verdienen. Die nicht verraten haben in- und ausländisches Vermögen nach dem derDie Frontkämpfer- und Striegsverletzten- werbeinspektorat hatten je einen Vertreter ent- dürfen nicht verraten werden." zeitigen Stand anmelden und bewerten muß, es Organisationen anderer Nationen sind vor allem sendet. Bei den Beratungen wurde festgestellt, Gerüchte um christlichsoziale Dissidenten regi- sei denn, daß das anmeldepflichtige Vermögen bemüht, der Sache des Friedens zu dienen, gegen das einige Gläubiger gesonnen wären, die Firma striert die" Bohemia": In Nordböhmen kursieren 5000 Reichsmart nicht übersteigt. Juden fremder den Nationalismus zu wirken, das gilt vor zu übernehmen und weiterzuführen, wenn der Gerüchte, wonach einige Dissidenten der Christlich- Staatsangehörigkeit haben nur ihr im Reichsallem für die Franzosen. Aber die sind ja bekannts Staat gewiffe Erleichterungen zu gewähren be- sozialen Volkspartei, zumal auf Grund der neuen gebiete liegendes Vermögen anzumelden. Gleich lich eine ,, bernegerte" Nation, die Deutschen aber reit fei. Die Vertreter des Staates gaben be- Erklärung Konrad Henleins, versuchen wollen, zeitig wurde angeordnet, daß Verträge über Versind, so behaupten die Nazi,„ heroisch". Sie haben kannt, daß der Staat alles mögliche tun wird, bei den Gemeindewahlen eigene äußerung oder Verpachtung eines gewerblichen, an dem einen leinen Weltkrieg nicht genug, sie um den Betrieb vor der Einstellung zu bewahren. ist e n aufzustellen. Es sei möglich, daß gewisse land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes behördrüsten für den nächsten. Und der sudetendeutsche Es wird nun an Herrn Peruts liegen, ob der Be- Kreise der Christlichsozialen, und zwar vor allem lich gemeldet werden müssen, sofern an dem Zweig fann da nicht abseits bleiben, er muß sich trieb bald wieder in Gang gefeht werden kann. aus lokalen Gründen, in einzelnen Gemeinden Stechtsgeschäft ein Jude als Vertragschließender dem Nationalsozialismus in die Arme werfen. Die Arbeiterschaft, die den Betrieb seit voriger bei den Wahlen eigene Listen einbringen. beteiligt ist. Ebenso bedarf die Neueröffnung Denn darüber wird sich doch auch Herr Leppin im Woche besetzt hält, verließ nach Bekanntgabe Der Abg. Henderson besuchte Mittwoch den eines jüdischen Gewerbebetriebes oder einer Klaren sein, daß der Nationalsozialismus kriege- dieses Resultates die Fabrik. Primator der Hauptstadt Prag Dr. Peter Zentl, Zweigniederlassung eines jüdischen Gewerbe risch ist, daß er nicht nur für den Strieg rüstet. der ihm die sozialen Maßnahmen der Hauptstadt Betriebes der Genehmigung. Die Verordnung daß er auch die Friedensgesinnung verachtet und Sympathiekundgebung für die Brünner Prag erflärte. Hierauf wurde Abg. Henderson dient einerseits zur Bestandesaufnahme des jüdibekämpft und die Jugend für den Krieg erzieht. demokratischen Schauspieler. Der Klub der tsche- vom Minister für soziale Fürsorge Ing. Nečas schen Vermögens im Reiche, andererseits kann Wollen die nazistischen Striegsverlegten Nachwuchs chischen und deutschen Bühnenangehörigen ersucht empfangen. Vormittag besuchte er den englischen sie als eine vorbereitende Maßnahme für den für ihre Organisation? Stönnen sie sich eine Welt uns um Veröffentlichung folgender Beilen: 42 Gesandten in Prag Sir Basil Newton und nahm österreichischen Wirtschaftsaufbau angesehen werohne Kriegsverleẞte nicht vorstellen? Schauspieler des Deutschen Theaters in Brünn, an einem intimen Dejeuner im Gesellschaftsklub den. In der Tat waren Desterreich, bzw. Wien Aber: die Unterwerfung unter den Natio- die auch in ihrem Stulturleben an den demotra- teil. Nachmittag wurde Abgeordneter Henderson die wesentliche Veranlassung zum Erlassen des nalsozialismus ist nicht der Wille aller Bundes- tischen Grundsäßen des Staates festhalten und vom Ministerpräsidenten Dr. Hodža empfangen. Gefeßes. Die Verordnung soll auch dazu dienen, angehörigen! Sehr viele sind aus jenen Motiven daher nicht der Völkischen Arbeitsgemeinschaft Abends wohnte er der Vorstellung des Schau- Einzelaktionen gegen jüdisches Vermöger zu verMitglieder der Organisation, die zur Gründung beigetreten sind, fordern Arbeits- und Lebens- spieles ,, Mutter" von Karel Capet im National- hindern, da alle mit den Juden zusammenhändes Bundes geführt haben. Sie haben doch durch möglichkeit. Der Slub der tschechischen und deut- theater und der Operette ,, Die Geisha" im Neuen genden Fragen im Reiche ausschließlich auf gejahrelange Mitgliedschaft gewisse Rechte erivor schen Bühnenangehörigen, der in dieser Gruppe Deutschen Theater bei. setzlichem Wege geregelt werden sollen. Donnerstag, 28. April 1938 Grit« v Europas Jüngstes Giraffenkind Hagenbeckr weltberühmtem Tierpark in Stellin- M bei Hamburg wurde das erste Giraffen-Baby geboren. Ta» Tier hatte bei der Geburt bereit» «ine Gröhe von 1.60 Meter und konnte nach kurzer Kit schon den ersten Rundgang durch seinen Käfig antreten. TodrSnrleile gegen polnische Kommunisten. Ta» Lubliner Bezirksgericht verurteilte Dienstag in Chelm zwei Kommunisten, Hejnoch Knppcrstock und Marei Sztzmczuk, zum Tode. Die beiden ilngeklagten hatten im Lubliner Gebiete ein von der Kommunistischen Partei gegen ein früheres Mitglied gefälltes„Todesurteil" ausgeführt. Jagd auf die„heiligen Dohlen*. Die De- Hörden haben, wie alljährlich im Frühjahr, auch jetzt einen Vernichtungsfeldzug gegen die Dohlen begonnen, die in ungezählten Scharen überall in der A'irlei leben, da sie von der Landbevölkerung al» heilige Vögel angesehen werden. Für jede abgeschossene Dohle werden Heuer in Istanbul zehn Piaster(ungefähr 2.60 Ke) gegen.7.5 Piaster int Vorjahre bezahlt. Bilanz des türkischen Erdbebens. Mcldun« gm der türkischen Blätter zufolge wurden bei dem furchtbaren Erdbeben im Zentrum Kleinasiens, besonders in der Umgebung der Stadt Kirlschehir, fünf Dörfer vollkommen vernichtet. Kirlschehir und Köschler sind-nur noch Steinhaufen. Hier muten insgesamt 207 Personen getötet. Das Dorf Akpinar wurde ebenfalls vollkommen zerstört, wobei 57 Persoitcn getötet, 37 verletzt und 15 vermißt wurden. Außerdem stürzte in diesem Dorfe das Schulgebäude ivährend des Unterrichtes ein, wobei unter den Trümmern 65 Kinder begraben wurden, von denen die Mehrzahl umS Leben kam. In dec Stadt Kirlschehir siird insgesamt 700 Häuser eingestürzt. An vielen Orten dringen nach dem Erdbeben aus dem felsigen Loden mächtige heiße Springqucllcn hervor. Ein Schokolade-Regen ist über der französischen Stadt NcnncS niedcrgcgangen. Ein Flugzeug, das die Stadt überflog, verlor aus einer Ladelute mehrere hundert Tafeln Schokolade. Die Jugend machte sich sofort auf die Suche nach de» Süßigkeiten, so daß die Behörden ntir mehr wenig davon sicherstellen konnten. Politischer Rachrprozesj nach sieben Jahren. Aie die„Union für Recht und Freiheit" erfährt, besteht die ernsthafte Gefahr, daß der jetzt 28jäh- rige Ltto Schröder, der sich wegen eines angeblichen anderen politischen Deliktes in einem Zuchthaus des Dritten Reiches befindet, demnächst unter der Anklage vor Gericht gestellt werden soll, im Jahre 1031 während einer Demonstration in Berlin den Polizeioberivachtmeister Kuhfeld er- schosien zu haben. Nach den damaligen Ermittlungen der„Vossischen Zeitung" stand fest, daß mit dec fraglichen Trinonstration antifaschistische Kreise nichts zu tun hatten, sondern daß es sich hierbei offenkundig um einen Provokationsakt von ganz anderer Seite handelte. Wenn also heute nach sieben Jahren auf Grund angeblich jetzt erst erfolgender Zeugenaussagen der junge Antifaschist Otto Schröder unter Mordanklage gestellt werden soll, so ist zu befürchten, daß hier wiederum ein Tendenzprozeß geführt werden soll, der unter llmständen ein junges Menschenleben fordern wird. Man erhält für KS 100 Reichsmark«, M ■ 048.— Markmünzen.. E * 760.— 100 rumänische Lei, 10.95 100 polnische Zlötv.. 540.50 100 ungarische Pengö. 553.50 100 Schweizer Franken. • 660.50 100 französische Francs ,• 80.20 1 englisches Pfund. ♦ • .• 143.25 1 amerikanischer Dollar 28.60 100 italienische Lire. • • 150.40 100 holländische Gulden • 1597.— 100 jugoslawische Dinare 64.80 100 BelgaS.... • • 484.— 100 dänische Kronen.. • • 638.— 100 schwedische Kronen 1 ■ ■ 738.— Ki 1,352.031 1.505,682.770 308,530.211 2.707,182.284 125,800.786 106,464.037 31,823.741 3,583.302 18.847.801 8,050.080 12.581,030.821 884.765.054 177.202.000 20.435,177.848 48,000.000 8,158.522 14,010.706 1t ■ 8,147.220 5Ö0.000 18,201,820 Schulferien. Ein besseres Bild gibt schon die Uebersicht über das vergangene ganze Jahr. Im Vorjahr wurden etwas mehr als 25.000 Lehrstellen gemeldet, Bewerber gab es 29.000. Die Zahl der Vermittlungen überstieg 10.000. Xi 37,871.937 121.560 5S.7S9.284 590,650.561 1.551,804.950 16,924.493 26,404.982 a D D Die öffentliche Arbeitsvermittlung Im ersten Vierteljahr Der eben veröffentlichte Erfolgsbericht der öffentlichen Arbeitsvermittlung über das erste Vierteljahr verzeichnet insofern einen Fortschritt» als er auf eine bessere Einhaltung der Vorschriften über die Pflichtmeldung freier Arbeits- und Dienstplätze hinlveisen kann. Die jetzt 18 Monate in Kraft stehende Regierungsverordnung über die Arbeitsvermittlung wurde in ihren praktischen Ergebnissen bekanntlich nicht zuletzt dadurch geschmälert, daß die Meldungen vielfach überhaupt nicht oder erst dann erfolgten, wenn der Arbeitsplatz direkt beseht worden war. Die VermittlungS» 177,023.013 102,937.010 S.441,256.400 37,715.100 106,473.200 70,209.412 142.724.528 1.374,075.972 60,104.200 2.715,306.785 USA-Industriegewinne gegen Vorjahr halbiert New Bork. Von 118 Jndustriegesellschaften wird im ersten Quartal 1938 ein Nettogewinn von 55.8 Millionen Dollar ausgewiesen, gegen 116.5 Millionen im Vorjahre. Dec Rückgang beträgt 52.1 Prozent. Nur 27 Gesellschaften erzielten einen höheren Gewinn als im ersten Quartal 1937. Einlagen auf EinlagSbüchel,. Einlagen gegen Kassascheine.. Außerord. Reserv.. BAD LUHACOVICE. erfrischt das Herz, b'enihlot die Nerven. Das mährische Paradies. Vailani 8h Yiwvüto durch In der Sitzung des Zentraleisenbahnrate» führte| Minister Bechhni in einem großen Trvosee au», in welchem ec feststellte, daß wir Im Jahre 1987 auf! eine ständige Besserung der Wirtschaftsverhältnisse, einen Anstieg der Beschäftigung, eine Prosperität in I der Erzeugung und dem Absatz, vor allem aber auf I eine weitere Entfalt«)» de» Außenhandels zurück-‘ blicken konnten. In Zusammenhang damit steht der i Fortschritt auf dem Gebiete de» staatlichen Eisen-, habnwesenS. Bekanntlich schloß im Jahr« 1087 die WirtschastSgebarung der StaaiSbabnen defizitlos., Nach vielen Krisenjahren weist sogar die Eisenbahn■ einen kleinen Ueberschuß auf. So stiegen vor I allem die Einnahmen aus der Warenbeförderung, u. zw. im Vergleich zum Jahr« 1986 fast um 22 Prozent. Dabei beförderten wir alle Warengattringen billig, denn die Gewichtszunahme war noch größer. Die Einnahmen aus der Personenbeförderung erhöhten sich im vergangenen Jahre im Vergleich zum Jahre 1986 um 10,6 Prozent. Die Beförderung von Reisegepäck und Eilgut stieg, was die Zahl der Stücke anbetrifft um 5 Prozent, was die Einnahmen anbe« langt um fast 12 Prozent. Die Gesamteinnahmen der Tschechollowakischen Staatsbahnen für das Jahr 1987 betrugen 8.624,000.000 Xi. Sie sind demnach uin mehr al» 577,000.000 KC höher als di« Beförderungseinnahmen des Jahres 1086, demnach um 19 Prozent. Der Verkehr war in den ersten drei Monaten de» heurigen Jahres ebenfalls bedeutend groß. Die günstige Witterung wirkte sich in günstiger Weise in der Personen- und GepäckSbeförderung aus. Hier kam«S zu einer neuen Besserung der Einnahmen um fast 18 Prozent im Vergleich mit den gleichen Monaten de» BorjahreS. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß an Hand der Ergebnisse der ersten Monat« diese» Jahre» di« Wirtschaftslage der tschechoslowakischen Staatsbahnen aus der im Vorjahre erreichten Höhe geblieben ist. Die Erweiterung der Leistungen der Dahnen brachte bereits in gewisser Hinsicht auch eine Erweiterung der Zahl der Angestellten mit sich. Der Verkehr im vergangenen Jahr« war be- deuiend größer als im Jahre 1936 und erreichte fast die Intensität des besten Konjunktnrjahres 1920. In den Zugskilometerir hat er sogar diese Intensität um 18 Prozent überschritten. ES wird auch interessieren. daß 27 Prozent ZngSkiloineter, welche durch Personenzüge zurückgelegt wurden, auf de» Mo- torzugSverkehr entfielen. Derzeit sind 184 neue Personenwagen bestellt. Im Güterwagenpark wird weiterhin die Tendenz der notwendigen Verjüngung befolgt. Er sind mehr als 2000 GüterwaggonS bestellt worden. Die■ Ausnützung de» Wagenpark» illustrieren, am besten die Angaben über die Zahl der verladenen Waggon». Es wurden mit Waren um eine dreiviertel Million Waggon» mehr beladen al» im Jahre 1936. Im Jahre 1937 wurden für den Ankauf von Eisenbahnfahrzeugen aller Art fast 188 Millionen Kä aufgewendet. Die Bestellung iin heurigen Jahre wird noch größer sein und den Wert einer Viertelmilliarde übersteigen. Die auigcdehnte Investitionstätigkeit der lebten Jahre bat nicht riachgelassen. Man setzt die Errichtung von Doppelgeleiseir so^t» sowie alle Arten von Umbauarbeiten, weiter» die Erweiterung der Stationen und den Umbau von Brücken. Für die Arbeiten, welche die wichtigeren Strecken mit einem stärkeren Eisenbahnoberbau zweck» Erhöhung der Leistungsfähigkeit versehen sollen, wobei auch eine Erhöhung der Schnelligkeit erzielt wird, sollen im heurigen Jahre 250 Millionen KL auf- getvendet werden. Auch der Landstraßenverkehr der Tschechoslowakischen Staatsbabncn weist eine fortschreitende Konsolidierung auf. Besonder» der Lastwagenverkchr der Tschechollowakischen Staatsbahnen ist bedeutend gestiegen. Die Freauenz der Reisenden, in den Autobussen stieg tim 15,5 Prozent. Die Einnahmen stiegen um mehr als 17 Prozent im Jahre 1987 gegenüber dem Jahre 1986. Die Ergebnisse des Studiums des angesammelten Material» für die vorbereitete Reform des Gütertarifs nehmen nun konkrete Formen an. Die einzelnen Detail» der neuen Tarife werden mit den Verkehrs- kommissionen der Handelskammern und den Korporationen durchh.eraten, in denen alle Interessentengruppen der am Verkehr beteiligten Oesfentlichkeit vertreten sind. E» ivurden bereits Uebereinkommen erzielt, vor allem in Sachen der Tarifannäherung des Osten» mit dem Westen dcS Staates. Auch im heurigen Jahre blieben die sehr bedeutenden Tarifnachlässe bei dec Warenbeförderung in Gültigkeit. Geliefert wurden bereits 80 Containers, weitere 1000 sind in Arbeit. Damit leiteten die Staatsbab- nen«ine neue Beförderungsart ein, mit deren Hilf« es dem Warcntrausvorteur ermöglicht wird, nicht bloß von Hau» zu HauS zu befördern, sondern darüber hinaus auch die Beförderungskosten herabzusetzen und jedes Risiko der Beschädigung der Ware durch da» mehrmalige Umladen zu beseitigen. ,. 280.379.884 auch im vergangc- EmijsionSanleihen Verlust- und Gewinnkonto per 31. Dezember 1937 Einnahmen Zinsen Provisionen und Courtage., Äegiebeiträge..... Kursdifferenz bei Schuldscheinen eigener Emission... Aursertrag an Wertpapieren fremder Emission.. Ertrag der Realitäten. Diverse Erträgnisse.. Zusammen Ausgaben: Zinsen Provisionen und Courtage.. ! Steuer, Gebühren und Beiträge Regieauslagen...... Abschreibung von Realitäten. Abschreibung vom Inventar«, Reparatur der Einrichtung.. Ueberschuß Zusammen Die EmissionStätigkeit war nen Jahre sehr lebhaft. Neue wurden im Betrage von 205.606.000 AL lim Vorjahre 230,207.000 Kä) ausgezahlt. NichwmissionS- anleibcn, kommunale und Meliorationsanleihen, wurden im Betrage von 4.870.800 Xi auSgezablt, Hhvothekaranlethen für Jndustrieunwrnebmungen aus den Mitteln der Zentralsozialversickerungs- ansialt und au» eigenen Mitteln im Gesamtbetrag« von 82,287.500 Xi liaitibiett. Für Bauunternebmungen a«währte die Bank im vergangen«!! Jahrs an Darleben in der Höbe von 10,845.000 Xi. Insgesamt wurden bisher zur Unterstützung des Bauwesen» 659,558.000 ,K£ aus- gezahlt. Für den Bau von Schulen kreditierte di« Bank im vergangenen Jahre 20,820.000 Xi, bisher insgesamt 234,420.000 XL. Für den Bau von Krankenhäusern wurden bisher 68.683.000 XL kreditiert. Für Straßenbau, weiter für den Bau von Brücken und Pflasterungen gewährte die Landesbank an neuen Anleihen 22,807.000 XL. bisher in-gesamr 224,272.000 XL und schließlich für die Errichtung von Wasserleitungen wurden neu geliehen 10,201.000 XL, bisher insgesamt 189,887.000 XL. Zum Jahresende 1937 betrug der Stand aller kommunalen Melioration»- und Eisenbahnemissions- anleihen bei der Landesbank 2.582,723.000 XL. An gleichen Anleihen ohne Emissionscharakrcr 664,772.865 XL.«S beträgt daher der Gesamtstand dieser Anleihen 8.247.496.000 Xi. In Umlauf befanden sich am Ende de» Jahres verloSbare Schuldverschreibungen der Landctbank im Betrage von 2.585,445.000 XL(im Vorjahre 2.878,681.000 XL). Der WechseleSkompte betrug 4.104.142.000 XL (1936: 2.709,489.0.00 XL). Ervortkredite wurden Im verslojsenen Jahre im Gesamtbeträge von 115,706.000 Xi. bisher insgesamt 882,834.000 Xi. auSgczahlt. Die Einlagen gegen EinlagSbüchel, Kai- senscheine und in laufender Rechnung erreichten«inen Betrag von 4.429,588.000(1986: 4.204.195.000, Xi. Die Darlehen und Kredite in laufender Rechnung betrugen 1.505,327.000(Vorjahr 1.192,560.000) Xi. Tie im Eigentum de» Institute» befindlichen Effekten betrugen am Jahresende 1.727,517.000 XL Nominalwert(Vorjahr 1.994,179.000 Xi), davon waren 1.321,8 Millionen Xi Staatswerte. Die Depositen und der Bank in die Verwaltung übergebenen Wertpapiere erreichten einen Betrag von 13.098,004.000 Xi gegen 12.064,749.000 XL in: Vorjahr«. Der Reingewinn für da» Jahr 1987 betrug 2,882.835(1936: 1,948.632) Xi. hievon wurden zngeteilt: dem allgemeinen Reservefonds 1,484.909 Xi. dem besonderen Reservefonds der Filiale Bra- tisiava 643.801 XL. dem besonderen Reservefonds der Filiale in Ulhorod 15.841 Xi und dem allgemei- .nen Pensionsfonds 288,283 Xi. Die Fonds bgben i mit Ende de» Jahre» die Höhe voll 224,406,800 XL 142,611,904 erreicht. Zemskä banka (früher Landesbank des Königreiches Böhmen) Die Zemskä banka(früher Landesbank des Königreiches Böhmen) genehmigte in ihrer am 26. April abgehaltenen Direktionssitzung den Rechnungsabschluß für daS vergangene Wirtschaftsjahr, welcher folgende Daten miSweist: Bilanz per 31. Dezember 1937 Aktiva: a) Barbestände in tschfl. Währung b) Valuten und Münzen... Guthaben bei Bankanstalten.. Wechsel u. kaufm. Anweisungen. Wertpapiere Wertpapiere d. allg. Reservefonds Realitäten d. allg. Reservefonds Wertpapiere des Spezialreserve fonds d. Filiale in Bratislava Wertpapiere deS allgemeinen und speziellen PenstonsfondS,, 4,818.774 49,970.449 2.882.835 12.581,086.821 884,765.054 177,202.900 20.485,177.848 anstalten stellen nun fest, daß die Erfassung deS ArbeitömarkteS im Sinne der Regierungsverord nung sich bessert. Im ersten Quartal des heurigen Jahres Ivurden in Böhmen bei den bestehenden 288 öffentlichen Arbeitsvermittlungsanstalten rund 188.000 freie oder neue Stellen gemeldet und eS konnten mehr als 163.000 Vermittlungen erzielt werden. Davon entfallen auf Nordböhmen rund 46.000, auf Mittelüöhmen 83.000, ungefähr ebensoviel auf Qstlöhmen, 31.000 auf Westböhmen und 20.000<-.gs Südböhmen. Beachtenswerte Ergebnisse erzielt auch die Unterbringung von Lehrlingen und Lehrmädchen, wenn auch hier das Verhältnis zwischen der Zahl der gemeldeten Stellen und der Zahl der erziel ten Vermittlungen weniger günstiger ist. 4611 Stellenmeldungen stehen 2490 Vermittlungen ge genüber. Es muß allerdings bedacht werden, daß die ersten Jahresmonate nicht maßgebend für die Beurteilung gerade bei der Unterbringung von Lehrkräften sein können, denn naturgemäß Ion», zentrieren sich sowohl Machfrage wie Angebot auf: Alst?, u. spezieller Pensionsfonds. die IahreSmitte, vor, während und nach den Rumänische Stimme fdr neues Donaustatut Bukarest. Der ,.Universal" verlangt ein neueS Donaustatut. Nach einem Ueberblick über die Entwickllmg der beiden Donaukommissionen, der europäischen Donaukommission in Sulina am gleichnamigen Arm der Donaumündung und der internationalen Donaukonunission, welche ihren Sitz ursprünglich in Prcßburg und später in Wien hatte, macht der„Universul" die folgenden Feststellungen: Nachdem Deutschland im vergangenen Jahr daS internationale Regime auf der Elbe, der Oder und dem Njemen beseitigt hat, ist auch die Deutschland auferlegte Verpflichtung gefallen, auf dein SchiffabrtSwcge zwischen dem Rhein und der Donau ein internationales Regime zur Anwendung zu bringen. Durch die Eingliederung Oesterreichs in daS Deutsche Reich sind die Oesterreich miferlegten militärischen Verpflichtungen, sowie jene Verpflichtungen gefallen, welche die Schiffahrt im ursprünglich österreichischen Teil der Donau betrafen. Damit ist eine neue Lage geschaffen. Ohne Zustimmung der direkt interessierten Mächte kann nach so vielen wesentlichen Veränderungen daS Donaustatut kaum noch bestehen bleiben. ES ist unmöglich, daß die Donau zwei verschiedenen Ordnungen unterworfen ist, von denen die eine frei, die andere international ist und es ist unmöglich, daß fiir den internationalisierten Teil zwei Konimissionen bestehen, von denen die ältere, die europäische Donaukommis« sion, keine Lebensbcrechtigung mehr besitzt. Der »Universul" verlangt eine Revision dieses Status. Rumänien müsse bei dieser Gelegenheit seine Interessen in wirtschaftlicher wie in geographischer Hinsicht wahren. Rumänien brauche die Sicherung eines guten Ausgangs zum Meer und ein Regime auf der„Seedonau" bei Braila abwärts bis zur Mündung, welches den modernen Erfordernissen der Schiffahrt entspricht. • 3,909.172 2,570.509 804.396 66966 • 280,870.884 Xi • 242,358.701 602.465 5,862.012 'Vi 28,680.182 a 488.789 447.820 48.110 2.882.835 Seite 6 Theater auf Reisen Liebe Freunde: Das Theater und der Thor des Volkes sind zu euch gekommen, um euch einige Augenblicke freudiger Anregung zu bringen. Die Schauspieler find Studenten und Studentinnen der Mas drider Universität; sie opfern ihre Sonn- und Ferientage, um in den Dörfern unseres Landes Theatervorführungen zu geben, sie erhalten dafür keinen andren Lohn als den eurer Dankbarkeit. Ihr werdet zunächst eine Liebesballade hören, wie sie vor vielen Hunderten von Jahren in Kastilien gesungen worden ist, dann eine Szene erleben aus dem unsterblichen Werk„ Don Quijote" unsres größten Dichters Miguel de Cervantes, und zwar wie der Bauer Sancho Panso Gouverneuer wird auf der Insel Barataria. So sprach Casona, director spiritual dieser charmanten Theatergruppe im Hauptberuf Volksschuls inspektor, im Nebenberuf berühmter, junger Dramatifer vor Beginn der Vorstellung in jedem neuen Dorf, in dem wir auf unserer Reise haltmachten und die Bühne aufschlugen... Unsere Ankunft wurde dem Ortsvorsteher vor her angemeldet. Wir kamen nur in solche Dörfer, wohin keine Eisenbahn führt, elektrisches Licht unbekannt ist und der Unterricht für Kinder erst mit der republikanischen Staatsverfassung eingeführt worden war, also in vergessene und abjeits gelegene Orte... Indem wir dieser, ob ihrer Lebensverhältnisse bedauernswerten Bevölkerung ein Schauspiel boten, lieferte sie uns auf ihre Art ebenfalls ein Schaus spiel, wobei unsre Neugierde durch tiefes Mitgefühl gedämpft wurde. Das Theater begann für unser fleines und groizes Gratispublikum schon mit unsrem Einzug ins Dorf. Unsere großen Damnibusse erregten in den Rinnen zwischen den ebenerdigen Lehmhütten begreif liche Schauluft. Die Kinder umringten uns sogleich und begannen die Omnibusse zu betrachten und zu inspizieren, die Mutigsten öffneten wohl auch die angelehnten Türen und stedten den Kopf ins Wagen junere. Dann famen auch die Großen näher, zögernd und offenbar beschämt gleich den Kindern der Neugierde und Schaulust nachzugeben und in unseren Bann gezogen zu werden. Die Studenten, eben noch Reisende, verwandelten sich also gleich in Mechanifer, indem sie über ihre Straßenanzüge die blauen Monos zogen und sich an die Aufmontierung der Bühne machten, wozu ein Play, groß genug auch als Zuschauerraum zu dienen, stets leidt zu finden war. Brett ging von Hand zu Hand, Schrauben flogen durch die Luft, Eisenstangen wurden aufgerichtet, und in wenigen Minuten stand die Bühne, von einigen Dußend flin fen Händen, die jeden Griff auswendig wußten, fig und fertig und wie hergezaubert da. Es war eine richtige Bühne mit Vorder- und Hintergrund, Vorbang und Seitentüren; wir führten auch richtige historische Kostüme mit uns und sonstige Theaterrequisiten wie Puder und Schminke, ferner auch Geschirr und Lebensmittel, um ein richtiges Mahl auf der Bühne zu veranstalten, die legieren allerdings aus Holz, denn sonst wär zu befürchten gewesen, daß im nötigen Augenblick Schinken und Wein nicht auf zufinden gewesen wären... Die Stinder konnten sich den Dorfplatz ohne Bühne schon nicht mehr vorfrellen, und, obgleich sie mit eignen Augen gesehen, wie sie entstanden war, gefiel es ihrer Phantasie lieber, übernatürliche Sträfte walten zu laſſen. Die Dorfbevölkerung ist schon vollzählig erschienen. Die Frauen und Kinder brachten aus den Sütten Stühle mit, spanische Stühle, sie sind niedrig. das Gestell ist aus federleichtem Holz, von der Sonne wie Papier ausgetrodnet, sie sind mit einem gefloch tenen Strohsiz versehen, der vom vielen Sigen tief onsgebuchtet und gewöhnlich schon durchgerissen ist ,, Sozialdemokrat Prager Zeitung Die Wahlen ausgeschrieben Das Landesamt in Prag hat die Wahl in die Zentralvertretung am 22. Mai und in die Ortsver tretungen am 29. Mai ausgeschrieben. Die erſte Wahl betrifft 100 Mitglieder der Stadtvertretung. die zweite 366 Mitglieder der Ortsvertretungen. Beginnend mit dem 28. April werden in den Amtsstellen der Stadt in Lieben, Vysočany. Karolinental, Zizkov, Weinberge, Wrſchowis. Nusle. Branit. Smichov, Koschirsch, Břevnov, Dejwiß und im Altstädter Rathaus die Wählerverzeichnisse aur öffentlichen Einsicht aufgelegt sein. Die Wahlen werden in 711 Lokalen stattfinden. stiegen ist, ebenso auch viele Arbeitnehmer, die zur fehrer. Bauarbeiter. Straßenarbeiter etc.). Reinigungsaktion herangezogen wurden.( StraßenZuckerbäckereien und Zuderwaren im Werte bon 4 Million Kronen stellen die Zuckerbädergenossenschaften von Prag VIII. und IX. in der ..Palmovka" in Lieben aus. Es ist eine Ausstellung dieses Handwerk gelernt sein will. Die Ausstellung von richtigen Kunstwerken und ein Zeugnis, daß auch ist bis aum 1. Mai zugänglich. Die Maifeier in Prag Die Maifeier der Prager deutschen Sozialbemokraten wird Sonntag, den 1. Mai, um werfervereines in Prag II, Smečky 22, abgehal9 Uhr vormittags im großen Saale des Handten. Nähere Weisungen erfolgen in eigenen Rundschreiben. Die Bezirksleitung Prag der DSAP. Kunst und Wissen Maifestvorstellung..Die hochzeit des igaro" als Abendvorstellung am Samstag, den 30. April, um halb 8 Uhr. Starten von 6 bis 18 Kč täglich von 9 bis 12 und 2 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. Donnerstag, 28. April 1938. Nr. 99 Douglas Montgomery und C. Bennett in dem Film ,, Die Flucht vor dem Tod". Aus aller Welt Raucher Statistik. Die in Paris erscheinende Tschechische Schauspieler für ihre Brünner Kollegen. Der Klub der tschechischen und deutschen Bühnenangehörigen und das Osvobozené divadlo Lidové divadlo" und des Deutschen Volts( Vu. W) veranstalten unter der Mitarbeit des theaters" Mittwoch, den 4. Mai, um halb 4 Uhr nachmittags im Osvobozené divadlo eine Son= dervorstellung von Pěst na oko" zugunsten der 42 demokratischen Brünner Schauspieler, die nicht nur in Recht auf Freiheit des künstlerischen Schaffens, sondern auch in ihrer Eristenz bes droht sind. Die Schauspieler, das Ballett, die Musiker, sowie das gesamte Personal des Osvobozené verzichtet auf ihr Honorar bei dieser Vorstellung, so daß der ganze Erlös dieser VorstelYung den deutschen demokratischen Schauspielern Brünns übergeben werden kann. Karten zu er mäßigten Preisen im Klub der tschechischen und deutschen Bühnenangehörigen( Riegrovo nábř. 250, Tel. 459-37), Lidové divadlo( Lüzoivova 21, Tel. 204-21), Dělnická akademie, Svaz DDOT, Ústřední škola dělnická. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Donnerstag, 8: Also gut, lassen wir uns scheiden! Wer will Blutspender werden? Der Reniral1. Freitag, 3: Geisha. D.- Samstag, Fachzeitschrift Revue des Tabacs" veröffentlicht berein der Blutspender in der GSM. erließ eine halb 8 Uhr. Arbettervorstellung: Die eine interessante Statiſtik über den Verbrauch an Kundmachung, worin er bekannt gibt, daß er infolge och seit des Figaro, Ab. aufgeh. Sonn- Bigaretten. Unerwartet erfährt man daraus, daß der erhöhten Anforderungen in den Heilanstalten an Bluisvendern und wegen der Luftschußmaßnahmen tag: Geschlossen. an der Spitze des Zigarettenkonsums nicht etwa die Bereinigten Staaten stehen, die die phantastische Blutspender gegen Entgelt, oder solche, die sich gratis Bahl von 1035 Zigaretten jährlich pro Kopf der B völkerung verrauchen, sondern Kuba, wo diese Zahl 1039 beträgt. Es folgt dann Venezuela mit 982, Unmittelbar darauf, das heißt an vierter Stelle, bereitet diese Statistik eine neue Ueberraschung, denn wer hätte gedacht, daß diese Stelle von Finnland mit 949 besetzt werden würde, das sogar England, das traditionelle Raucherland, überflügelt, das nur 946 Zigaretten pro Kopf der Bevölkerung jährlich konsumiert. Die Liste geht dann mit Irland( 761), Meriko( 740), Tschechoslowakei( 731), Frat( 702), den Malahischen Staaten( 666) und Palästina( 648) weiter. Den geringsten Verbrauch an Zigaretten hat wiederum höchst erstaunlicher. weise Britisch- Indien mit 26 Zigaretten pro Kopf der Bevölkerung. Dann kommt Peru mit 119, Indochina mit 138 und China mit 159. Das au gesprochene Zigarettenraucherland Frankreich, wo weder viel Pfeife noch viel Zigarren geraucht werden, zur Verfügung stellen, aufgenommen werden. Die Gau- Funktionärinnen der Sofol- Frauen faßten bei einer Tagung in Prag einstimmig den Beschluß. im Notfalle Blutspenderinnen zu sein. Der Beschluß wurde an das Rote Kreuz weitergeleitet. Tränengas gegen Tobfüchtige. Im Villenviertel auf der Weinberge ereignete sich Dienstag nachmit tags ein aufsehenerregender Vorfall. Die Finanzratswitwe Burian erlitt bereits am Vormittag einen Tobsuchtsanfall und sollte am Nachmittag in eine Anstalt geschafft werden. Als der Krankenwagen vorgefahren war, die Wärter die Kranfe abholen wollten, wurden sie von der Irren und ihrem Gärts ner mit Drohungen, es werde geschossen, empfangen. Polizei und Feuerwehr mußten alarmiert werden. die infolge der verbarrikadierten Wohnung durch das Fenster einzudringen versuchten. Das fonnte aber erst geschehen, nachdem man vorher Tränengas in den Raum eingeleitet hatte. Die Kranke wurde in eine Privatheilanstalt gebracht, der Gärtner wurde verhaftet. Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag. 8: bandes und freier Verlauf.- Freitag. 8 Uhr: Zu viel Familie, Theatergemeinde des KulturverLiaison. Samstag, 8: Bu viel Familie. Sonntag: Geschlossen. Vorträge Doz. Dr. Mahler spricht über„ Richtige und falsche Ernährung" Donnerstag, den 28. Abril, abends 8 Uhr. Frauenſyndikat, Café enir. Slubraum. Vereinsnachrichten Die Reinigungswoche in Prag. Erfreulicherweiſe fann festgestellt werden, daß die Reinigungs- insel aktion auch dem Handel und den verschiedenen Stategorien der Arbeitnehmer Nuben bringt. Vorderhand freuen sich die Seifen- und Bürstengeschäfte, weil der Umsatz dieser beiden Artifel schon am ersten Tag gerellen aus dem See aßen, Weißbrot nie gesehen, Fleisch faum geschmedt haben, elektrisches Licht nicht fennen, die Toten nacht begraben, weil das Linnen, das sie aus Hanf selbst erzeugen, für die UeberlebenDie Mütter und Stinder haben vorn Play ge- den dringend gebraucht wird, der Priester im Winter nommen, während die Männer hinten Aufstellung ge- auf die Wolfsjagd geht, für ein Begräbnis eine oder nommen haben. Die Frauen sind in weiten, schwarzwei Stronen bekommt, Steuervorschreibungen für zen Leinentitteln, ein schwarzes Kopftuch ſchüßt sie ein ganzes Jahr auf fünf Centimos lauten, die Mengegen die Sonne, die von jedem, der fann, gemieden ichen infolge Hungers und Inzucht- hundertprowird. Die Männer iragen wehende, furze Arbeits- gentige Autarkic zwerghaft und idiotisch getvorblusen aus schwarzem oder blauem Leinen, Basten den sind... mügen und, gleich den Frauen, verschnürte Leinenschuhe an den bloßen Füßen. Sie halten die Arme über die Brust verschränkt und nehmen sie nur ab, um eine Bigarette zu rollen. Weniger an der Sleibung, eber am Aussehen ist zu unterscheiden, wem es gut, schlecht oder schlimm ergeht. Es gibt magere Geſtalien, die man nur schen von der Seite zu betrachten wagi und wenn man sich nicht beobachtet erwähnt; sie haben durchgearbeitet Charaktergesich rer, düster glimmendes Augenlicht und die, scheint es, eher von einem inneren Dämon als von Speise und Trant erhalten werden. Dann gibt es runde Wohlgenährte, jie lachen breit und zeichnen sich durch wendige Bewegungen des Kopfes aus, während die anderen nur selten und nur nach langer Ueberlegung einmal den Kopf zu heben scheinen, in eine andre Richtung sehen als geradeaus oder gen Boden. In keinem Dorf ist es gut, in vielen sogar unvorstellbar schlimm. Der Vorhang geht hoch, der Bauer Sancho Banjo, in Purpur und Hermelin gekleidet, von Hofichranzen umgeben, steht im Schloßiaal des Gouverneurs der Insel Barataria. Er ist neu in seiner würde, er ist eben erst angekommen und hat zunächst einmal Hunger und hofft endlich gutes und reichliches Essen zu erhalten. Die Lalaien tragen ihm auch viele erlesene Schüssel auf, bevor er aber noch so richtig beginnen kann, wird ihm die Schüssel unterm Mund weggenommen, weil laut Anordnung des Hausarztes die kostbare Gesundheit des Herrn Gouverneurs aufs sorgfältigste zu schonen ist. Sancho Panso ist ungehalten, beherrscht sich aber noch, weil er eine hohe Auffassung von seinem Amte hat. Dann muß er Recht sprechen; er tut es noch salomonischer als Salomon, trotzdem bleibt eine Partei unzufrieden; sein Unmut steigt. Als schließlich die Nachricht RW Prag 100 Heute Donnerstag um 20 Uhr auf der Heiz- konsumiert trotzdem nur 412 Bigaretten pro Stopf. Pflichtabend Im Gesamtkonsum stehen natürlich die USA mit ihren Millionen an der Spitze, fie verbrauchen jähr lich 141.827 Millionen Zigaretten. Und schließlich Alle aktiven Mitglieder müssen bestimmt er noch eine weitere Ueberraschung: trotz des prozen fcheinen. tual geringen Verbrauchs ist China mit seinen 400 Millionen Menschen der zweitgrößte Zigarettenkon sument der Welt und verbraucht 70.000 Millionen Stück. deron, sonst als der geniale Konstrukteur feierlich ernster Dramen bekannt, theologische Weltgebäude, die den Geist der Inquisition und Astese zu atmen scheinen, fonnte auch ein volkstümlicher Spaßmacher sein, wie er in dem Einafter„ Das Dragonerlein" zur allgemeinen lleberraschung an den Tag legt, indem er mit einer Bäuerin, derem Mann, einem Eeldaten und einem Priester( 1) spaßhaft- derben Schabernad treibt. Wir gaben nur lustige Stüde. Sie wirken auf unterhaltsame Art belehrend und gleichzeitig befreiend, sie öffnen die Herzen der Menschen und wer den sowohl von den Kindern verstanden wie von den Erwachsenen mit Beifall aufgenommen, wobei wir mit der Szene aus dem„ Don Quijote" stets den größten Erfolg davontrugen, weil hier vielleicht ein Lebenstraum dieser einfachen Menschen, der Menschen überhaupt nämlich einmal zur Macht zu kommen - auf humane Art dargestellt wird und in einer tröstlichen Weise zu Ende geht, indem auch die Schattenseiten der Macht gezeigt werden, zumal sich die Menschen in der Phantasie nur das Angenehme einseitig ausmalen. Hierin ist eben Cervantes der unvergleichliche Realist. Dieses vorzügliche, pädagogische Wandertheater wurde, wie so viele andere gute Einrichtungen, von der Republik ins Leben gerufen. Am Morgen des 2. Juli 1936 traten wir in Madrid die Reise an. Wir legten 800 Stilometer aurüd, gaben in acht Dörfern 14 Borstellungen, manchmal auch des nachts, zu welchem Zwed wir eine eigene Beleuchtungsanlage mitführten; am 11. Juli gaben wir die letzte Vorstellung. Vielleicht die letzte für immer. Es gibt wohlhabende Dörfer, wo auch die Tand- eintrifft von einem gegen ihn geplanten Attentat, lofen Bauern als Taglöhner ihr Auskommen finden. hat er genug und demissioniert. Er bitter lediglich Dann gibt es aber solche wie die Dörfer am See um ein Stück Brot und Käse, das er unterwegs verSanabria in der Schlangen- Sierra, San Martin zehren möchte. Er hat sich nicht bereichert während de la Castaneda 3. B., wo die einige hundert Stöpfe seiner Umtszeit. Mit leeren Sänden fam er, mit zählende Bevölkerung nur eine Suh besitzt, wo die leeren verläßt er das Schloß. Diese Anspielung auf die im Lande sehr üblich gewesene Storruption er zu bebauende Fläche eines Bauern so schmal ist, daß im Frühjahr feiner als erster mit der Aussaat be- edt unter den Zuschauern lebhafte egung, ginnen möchte, weil er, ob er will oder nicht, beim der sie durch Applaus Ausdrud verleihen. Ausstreuen des Saatkorns auch seines Nachbarn Stüd Auch Calderon und Molière kommen zu Wort, zen, die wir bereisten, Avila, Salamanca und Bamitbestellt, wo die Menschen auf Gras in Hütten ohne und zwischen den Theaterdarbietungen werden vom mora, fielen sofort in die Hände der aufständischen Fenster hausen, nur Schwarzbrot, Zwiebeln und Fo- gemischten Chor alte Volkslieder vorgetragen. Cal-| Generäle. Am 12. tamen wir nach Madrid zurüd, am 17. brach der Bürgerkrieg aus. Wir waren grade noch vor Torschluß„ heim" gekommen. Die drei ProvinGroßbritannien verschwindet! Die britischen Inseln sind zum Tode verurteilt, langsam, aber sicher brödelt das steile Kreideufer im Osten ab, der Kanal wird immer breiter, die Nordsee dringt immer mehr vor, und man fann ausrechnen, wann England in den Meeresfluten verschwunden sein wird. Es ist kein Aprilscherz, und die Berechnung, die der schottische Gelehrte Professor F. H. MacIntosh angestellt hat, scheint wissenschaftlich streng fundiert zu sein, denn sonst hätte sie die äußerst ernste wissen schaftliche Zeitschrift ,, Discovery" sicherlich nicht ver öffentlicht. Professor MacIntosh hat festgestellt, daß seit 5000 Jahren die Oberfläche Englands immer mehr zurückgegangen ist, und, was viel schlimmer iſt, diese Bewegung hat sich im Laufe der letzten Jahrhunderte so beschleunigt, daß man behaupten kann, daß nach spätestens 400 Jahren der ganze Küstenstrich vollkommen verändert und daß alle englischen Starten neu gezeichnet sein werden. England verliert jährlich etwa 30 Quadratzentimeter Land- die Biffer ist nicht sehr hoch, aber immerhin, wissen schaftlich gesehen, nicht ganz unbedeutend. Die In seln werden natürlich noch einige tausend Jahre, existieren, aber das Meer dringt vor. Eine Novelle von Chaplin. Charlie Chaplin hat seine erste Novelle geschrieben, die auch die legte sein soll, wie die Zeitschrift ,, Script" anfündigt, die fie veröffentlicht. Die Geschichte ist nur 150 Zeilen lang. Sie spielt in Spanien während des Bürgerfrieges. In einem Gefängnis soll ein Offizier erschossen werden. Der Leutnant, der die Abteilung kommandiert, ist ein Freund des zum Tode Vers urteilten; er erkennt ihn im letzten Augenblid. Mechanisch, an seine furchtbare Pflicht gewohnt, fom mandiert er: Achtung... Fertig!" Das Los. bringt er nicht mehr zustande. Aus seiner Kehle kommt fast unhörbar das Kommando Halt!" Aber die Soldaten, an die Erefution gewohnt, haben bereits gefeuert... Inserate werden la't Beaugsbedingungen: Bei Ruitelluna inshaus oder bei Bezua durch die Poft monatlich Kč 17. vierteljährig Kč 51.- halbjährig Kč 102.-. ganzjährig Kč 204.Tarif billigst berechnet. Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten.- Die Beitungsfrankatur wurde von der Post- u. Telearapbendirektion mit Erlak Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt( Kontrollvostamt Praha 25. Druderei:..Orbis". Druck. Verlags- u. Beitungs- A.- G. Praa.