1. de ht ant ie he ht 2, c, d Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller / Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 18. Jahrgang Das Ergebnis des ersten Tages: Freitag, 29. April 1938 Vollste Harmonie in London London. Die für die Weltpolitik der nächsten Zeit so entscheidungsvolle britisch- französische Aussprache hat Donnerstag um 10.30 Uhr in Downing Steet unter dem Vorsitz Chamberlains begonnen und dauerte mit einer durch das gemeinsame Mittagessen verursachten Pause, die gleichfalls zu informativen Unterredungen benützt wurde, bis 16.45 Uhr. Nach kurzem Aufenhalt auf der französischen Botschaft, wo Vertreter der Presse empfangen wurden, fuhren die französischen Staatsmänner um 18 Uhr nach Schloß Windsor, wo sie vom Königspaar zum Diner geladen waren. Ueber die Unterredungen wurde nur ein kurzes Kommuniqué ausgege. ben, in dem Beginn und Ende der Unterredungen registriert werden, ohne daß auch nur die Verhandlungspunkte aufgezählt würden. Es wird jedoch ausdrücklich konstatiert, daß in allen Punkten, über die beraten wurde, ein absolutes Einvernehmen erzielt wurde. Nach Presseinformationen hat es sich dabei um die gegenseitige Abstim mung der Verteigungsmaßnahmen sowie um die spanische und a bessinische Frage gehandelt. Trotzdem diese Unterredungen von weitreichender Bedeutung waren, konzentriert sich das Interesse vor allem auf die freitägigen Verhandlungen, wo das Hauptthema vor allem die Tschechoslowakei und die mitteleuropäischen Pläne sein werden. Bezüglich der Tschechoslowakei dürfte sich die Diskussion offenbar auf drei Seiten des Problems konzentrieren: Erstens auf dieses Problem als Bestandteil des mitteleuropäischen Gesamtproblems, wie es durch den Anschluß entstand, Verhandlungen, wobei sie betonten, daß der Verlauf dieser Verhandlungen so günstig sei, daß man hoffen könne, daß der neue französische Botschafter in Rom spätestens am 15. Mai ernannt werden wird. Diese Unterredung über das Verhältnis zu Italien führte ganz naturgemäß zur Frage der Anerkennung der Eroberung Abes jiniens durch Italien. Es wird versichert, daß ein Uebereinkommen betreffend das gemeinsame Vorgehen erzielt wurde, bis diese Angelegenheit am 9. Mai vor dem Rat zur Verhandlung fommen wird. Aus dem Inhalt: Jaksch vor den Karlsbader Vertrauensmännern Christliche Arbeiter, wohin? Srámek- Organ gegen die Hilgenreiners Fristen für die Gemeindewahlen Nr. 100 Für sprachliche Gleichberechtigung Ein Beitrag zur nationalen Verständigung Kann der Staatsbürger das Bewußtsein voller Gleichberechtigung haben, wenn er sich mit Grund in feinen sprachlichen Rechten zurüdge fezt fühlt? So und nicht anders muß jeder, der ehrlich an der nationalen Verständigung arbeiten will, den Standpunkt formulieren, von dem aus eine wirklich gerechte Lösung möglich ist. Es fonstruierte Preſtigeſtandpuntte, es geht um die geht nicht um abstrakte Begriffe und oft künstlich durchaus praktische Frage, ob der gleichberechtigte Bürger wirklich sein gleiches Recht findet, wenn aber freilich auch um die psychologische Frage, er sich nicht seiner Muttersprache bedienen darf. ob der Bürger sich in seinem Staate zu In ver spanischen Angelegenheit betonte der Hause fühlen kann, wenn die Organe dieses franzöfifche Außenminister, es sei höchst wichtig, Staates feine Sprache von Rechts wegen nicht daß die Asberufung der Freiwilligen tatsächlich verstehen dürfen? Unsere Fragestellung muß durchgeführt werde, was die franzöfifchen Mini- selbstverständlich mit der Gegenfrage rechnen, ster als einen augenfälligen Beweis des italie- ob es in der Tschechoslowakei sprachliche Zurüc nischen guten Willens ansehen würden. Beide fezzung gibt. Die Antwort darauf erteilt die Bartner, Großbritannien und Frankreich, find Judikatur des Obersten Verwaltungsgerichtes, sich darüber einig. Ueber die spanische Frage wird das bei seiner Auslegung der sprachenrechtlichen noch Freitag beraten werden. Vorschriften von dem Vorrange der Staatssprache Die Konferenz ging sodann zu den ausgeht und dem Vorrang auf der einen ent arbeit der beiden Länder über. Lord der anderen Seite. Problemen der technischen Zusammen spricht notwendigerweise die Zurücksetzung auf Halifax erinnerte an die gegenseitigen Anfang an galt, zeigt zugleich die Tendenz auf. Diese Spruchpragis, die feinswegs von Verpflichtungen zur Verteidigung ihrer Verpflichtungen zur Verteidigung ihrer auch die Rechte, die im Sprachengesetze verankert Territorien. Die britische Regierung find, in der Durchführung und Auslegung durch hat ein umfangreiches ReorganiVerklausulierungen und selbst Spisfindigkeiten fationsprogramm vorbereitet, noch einzuschränken. Das ist vor allem durch die um ihre Streitkräfte zu Lande, zur Sprachenverordnung vom 3. Feber 1926 ge See und zur Luft den Bedürfnissen der schehen. Wenn heute an die Stürme erinnert Verteidigun des nationalen Territo. wird, welche die Erlassung dieser Verordnung riums anzupassen und die Verbin hervorrief, so nicht um zu refriminieren, sondern dungswege des Imperiums zu sichern. um nach neuen und besseren Methoden zu rufen. Sachlich und formal. Denn die Sprachenverord Wie die britische Presse in den letzten nung wurde als Diktat verhängt, obwohl die Tagen bereits einigemal angedeutet Regierung durch den Mund ihres damaligen hat, ist es besonders auf dem Gebiete nnenministers Svehla im Juli 1920 erflären des Flug wesens, auf dem Groß ließ, daß die Verordnung vor ihrem Inkrafttre britannien wünscht, daß die wirksamste ter dem Verfassungsausschusse vorgelegt werden Zusammenarbeit mit Frankreich ein soll. Nach sechsjähriger Verzögerung erachtete sich trete. Mit Rücksicht auf seine Insel die Regierung an dieses Versprechen nicht gestellung ist Großbritannien besonders bunden, weil es von einer Vorgängerin gegeben in Bezug auf Luftangriffe verwundbar worden sei! Daß dieser Vorgang auch auf tschechischer Seite durchaus nicht allgemein gebilligt und solchen Angriffen kann absolut murde, beweist die fehlende Unterschrift zweier nicht erfolgreich begegnet werden, sozialdemokratischer Minister. ohne die Mitwirkung vorgescho. bener Flugabwehr stellun Daladier und Bonnet berichteten gen, die auf franzöfifch e m dann über den Stand der französisch- italienischen Boden ihre Stützpunkte hätten. zweitens auf das innerpolitische Minderheitenproblem der Tsche choslowakei und drittens auf die Möglichkeiten der militärischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Hilfe für die Tschechoslowakei. In Verbindung damit wird wahrscheinlich auch über die wirtschaftliche Hilfe für andere mitteleuropäische Mächte verhandelt werden, die dem deut. schen Druck gleichfalls stark ausgesetzt sind. Koordinierung der Verteidigung Flugwesen, Rohstoff- und Lebensmittelversorgung Britische Flugstützpunkte in Frankreich London.( Havas) Die Beratungen zwi- den Inhalt und die Reichweite des britisch schen den französischen und britischen Staatsmän- italienischen Paktes dar und die französischen nern begannen am Donnerstag vormittags einige Minister erklärten, daß sie diefen von Herzen Minuten nach dem Eintreffen der französischen gut heißen. Minister in Downingstreet, und zwar im Kabinett des Ministerpräsidenten. Mit den englischen und französischen Ministern nahmen an den Beratun gen auch deren direkte Mitarbeiter teil. Die englische Delegation bildeten Ministerpräsident Neville Chamberlain, Außenminister Lord Halifax, der diplomatische Berater der Regierung Sir Robert Vansittart, der ständige Unterstaatssekretär im Foreign Office Sir Alexander Cadogan, ferner der Vorstand der Abteilung für Mitteleuropa Sir Orma Sargeant und Dolmetscher. สิน ,, Uebereinkommen wie noch niemals"" Tschechoslowakel erst heute auf dem Programm In ihrem Inhalt aber hat die Sprochenver ordnung die Rechte, welche das Spradengeies den Minderheitssprachen zuerfannte, ausdrüdlich als Ausnahmsbestimmungen behandelt, wo durch insbesondere den deutschen Gemeinden und anderen Korporationen empfindliche Beschrän fungen auferlegt, wurden, sie hat für den Schus sprachenunfundiger Parteien sehr unzulänglich vergesorgt und sie ist in vielen Punkten über das Gesetz hinausgegangen. Es sei, um nicht in Einzelheiten einzugehen, nur hervorgehoben, daß die Verordnung den Zwang zur Beherrschung der Staatssprache auf die Organe der Republik, auf Laienrichter und selbst auf freigewählte Organe autonomer Städte ausdehnte, während das Gejez nur Vorschriften über die Sprachenkenntnis der staatlichen Angestellten vorsah und auch das keineswegs im Sinne eines absoluten Imperativs. hatte doch der Referent, Abgeordneter Hrádek in der Revolutionsnationalversammlung mit ſtars fallen würde, das böse Beispiel des alten Destertem Nachdruck erklärt, daß es niemandem ein Der diplomatische Berichterstatter des Reuterbüros erfährt, daß ein vollGegen Abend empfingen Daladier und für und lebenswichtiges Interesse beBonnet auf der französischen Botschaft die kommenes Einvernehmen in der wich Bertreter der Presse, denen er folgende Erklärung fizzen, find wir zu einem Uebereinkom tigen Frage der Koordinierung abgab: men gelangt, wie es noch niemals der britisch französischen Leider bin ich durch Schweigepflicht gebun- erzielt wurde. Ich kann erklären, daß Verteidigung erzielt wurde. Na- den. Wir haben und das Versprechen gegeben unsere Besprechungen von gegenseiti über die heutigen Beratungen nichts zu mentlich in der Koordinierung des verraten. Trotzdem kann ich Sie jedoch ver- gem Vertrauen getragen waren. reich nachzuahmen und jedem Bahnwächter die Flugwesens und aller jener Maßnah sichern, daß wir in allen wichtigen Fragen, die Kenntnis der Staatssprache aufzuzivingen. Und men, die die Lebensmittel- und Roh- wir durch beraten haben und die etwa die Hälfte durch beraten: Italien, die britisch- italienischen Oesterreich hinausgegangen! Die Bestimmung Nach Andeutungen Bonnets wurden bisher wie weit ist dann die Praxis über das alte stoffversorgung in Kriegszeiten der Tagesordnung unserer Gespräche bilden, Verhandlungen, der Völkerbund, die Anerkennung des Artikels 99 aber, der eine wahre Taferl sichern haben. Einigen Informationen leicht zu einem vollen Uebereinfom der Eroberung Abessiniens durch Italien, die zufolge beinhaltet das heute verein. men gelangt sind. Die Beratungen werden wir Spanien- Frage und die Abberufung der Freiwil- Dr. Jaroslav Stranský als hrubé redopatření", politik im Geschäftsleben ermöglichen sollte, hat barte Abkommen auch Bestimmungen das wir am Abend werden nach Paris zurück- igen, die Verteidigung und im Zusammenhang als großes Versehen charakterisiert. damit die technischen und wirtschaftlichen Vereinüber die Benützung vorgesch o fehren können. Enthält die Sprachenverordnung ein eng barungen der beiden Großmächte. maschiges Nez von Beschränkungen, so weist sie bener Flugbasen auf französi. Die britische Regierung hat uns Das Problem der Deutschen in der Tsche- auch klaffende Lücken auf. Es fehlt die Durchfüh schem Territorium durch die britische auf das herzlichste empfangen und wir choslowakei und alle übrigen Mitteleuropa betref- rung des gesetzlichen Grundsaves, daß die kul Luftwaffe. haben bei ihr volles Ver st än de fenden Fragen werden erst Freitag erörtert wer- turellen Institutionen jeder Nationalität in ihrer Zu Beginn der Unterredungen wurde ein nis für alle Notwendigke i ben, ebenso die mit der Lage im Fernen Often cigenen Sprache verwaltet werden, es fehlt die Ueberblick über das Verhältnis Großbritanniens zusammenhängenden Fragen. Ueber Finansfra- tegelung des Sprachengebrauches bei den Ev und Frankreich& Stalenteen. Die britten gefunden, denen wir begegnen gen, die fich übrigens nicht auf dem offiziellen zialversicherungsanstalten schen Minister legten ihren französischen Kollegen müssen. In gewissen Problemen, die Programm befinden, wurde nicht gesprochen. morgen nachmittags abschließen und ich glaube, Bragis hier im ganzen anständig ist es fehlt Seite 2 die Regelung bei den staatlichen Unternehmun gen, was zu der grotesken Folge geführt hat, daß kommerzielle Einrichtungen nicht liberaler, sondern viel strenger verfahren als Behörden. Freitag, 29. April 1938 Polnisch- tschechoslowakische Annäherung? der Meinung der überwiegenden Mehrheit des Man darf wohl sagen, daß das Krakauer Blatt polnischen Volkes Ausdruck gibt, wenn es für eine und es kann wohl auch nicht bezweifelt werden, polnisch- tschechoslowakische Verständigung eintritt. daß jede Möglichkeit einer Annäherung in der tschechischen Bevölkerung herzlich begrüßt wird. Mr. 100 Der römische Kreuzzug Hitlers Die ganze Reichsführung begleitet ihn Hitler wird am 2. Mai nach Nom reisen. Er scheint mit dieser Reise große politische Pläne zu verbinden. Vor allem will er mit Mussolini die spanische und die mitteleuropäische Frage besprechen. Es heißt, daß sich Hitler um eine neutrale Haltung Italiens gegenüber dem tschechisch- deutschen Verhältnis bemühen werde. Hitler führt ein Aufgebot mit, das noch fein Staatsmann bei einer Auslandsreise hatte. Fast sämtliche Minister werden ihn begleiten, und der Polizei, ſeine sämtlichen Adjutanten, die ebenso die Befehlshaber der Marine, des Heeres Sachverständigen in Luftfahrtangelegenheiten, in ner der Chef der Auslandsorganisation der der Spanien- und der Mitteleuropa- Frage, ferNSDAP, Gauleiter Bohle, von dem aber nicht anzunehmen ist, daß er die Südtiroler Frage mit Mussolini besprechen werden wird. Hat die Verordnungsgewalt einen nicht unbeträchtlichen Spielraum, um tatsächliches Unrecht, wirfliche Zurückseßung gutzumachen, so Seit Jahren sind die Beziehungen zwischen Ten gegenüber dringend notwendig ist und sich die hießze es doch Verstecken spielen, wenn nicht ausges der Tschechoslowakei und dem benachbarten Polen Wahrheit durchdringt, daß das bisher von der sprochen würde, daß auch das Gesetz selbst gegen nicht besonders gut. Es ist nicht notwendig, im Tschechoslowakei nicht gebührend beachtete Po den Grundsatz der Gleichberechtigung verstößt. Augenblicke die Ursachen der Entfremdung zu un- I e n der einzige Fattorist, auf Wieder sei von allen Einzelheiten abgesehen. tersuchen. Keineswegs ist sie auf tiefgehende ur den man sich im Notfall stüßen Aber die kardinale Tatsache darf nicht übergans sprüngliche politische Gegensäße zurückzuführen, kann. Die Tschechen sind nüchterne Politiker und gen werden, daß es nach der letzten Volkszähs ia zu nicht geringem Teile nur auf mangelnde wollen als solche gelten. Es muß alles verschwin lung eine Viertelmillion deutscher Bürger gibt, Berücksichtigung von Empfindsamkeiten, auf Pre- den, was uns trennt, und das geschaffen werden, die überhaupt jedes sprachlichen Rechtes entbeh stigefragen. Das Verhältnis zwischen beiden Staa was uns nähert und verbündet." ren. Das sind keineswegs bloß versprengte Splits ten fonnte sich nicht bessern, als Polen, nach dem ter, sondern z. B. 42.000 Menschen allein in Abschluß des Vertrages mit dem Dritten Reich Prag, 23.000 in Olmüş, 22.000 in Mährisch in seiner Außenpolitik stärkere Rücksicht auf Ostrau und nach der nächsten Volkszählung kön- Deutschland nahm. Aber: auch Polen hat eine sehr nen es mehr als 50.000 in Brünn sein! Ist es starke deutsche Minderheit- eine Minderheit, nicht hoch an der Zeit, eine überspiste Konstruk die ſicher Ursache hat, nicht ganz zufrieden zu sein. tion preiszugeben, die selbst gewiegten Juristen Und auch innerhalb dieser Minderheit macht sich erst bei Anspannung ihres ganzen Scharfsinns mehr und mehr der Einfluß des Nationalsozialisverständlich ist? mus geltend. Und Polen muß befürchten, daß Große Bedeutung hat auch eine Rede des eines Tages es durch einen Führer" der Deut polnischen Finanzministers Swiatlowsti in Man fürchtet nicht nur die Juden! ſchen Polens in eine ähnliche Situation gebracht Kattowis, eine Rede, die er nach vorheriger Aus- Rom.( Havas.) Im Auslande verbreiteten wird wie die Tschechoslowakei, da es plößlich glei- sprache mit dem Staatspräsidenten Moscicki sich Gerüchte, daß mit Rücksicht auf den bevorchen, unabdingbaren" Forderungen gegenüberste hielt. Stiviatkowski sagte, daß a um Regieren stehenden Besuch des Reichsfanglers Hitler in hen wird. Wozu noch kommt, daß die Regierung, in Polen von nun an nicht allein Italien Tausende von Juden und Gegnern des die fich nur auf einen Teil des polnischen Volkes die sogenannten Regionärtreise hitlerregimes verhaftet worden seien. In einem ſtüßen kann, in einer solchen Situation keines berechtigt find. Aus dieser Aeußerung heute veröffentlichten amtlichen Bericht werden wegs eine wirklich starke Regierung wäre. Das kann man darauf schließen, daß sich die Erkennt diese Gerüchte als„ Erfindungen" bezeichnet. Der alles mag dazu beitragen, daß sich eine gelvisse nis durchsetzt, daß nicht dauernd und besonders Bericht fügt hinzu, daß die Polizei„ eine ge Wandlung in der polnischen Politit anbahnt, in nicht in einer gefahrenvollen Zeit ohne und gegen wisse Anzah I" verdächtiger Personen nur in der Außen und in der Innenpolitif. die Sozialdemokraten, die Bauernpartei und das drei italienischen Städten, die Hitler besuchen demokratische Bürgertum regiert werden kann. Von dem ersten Auftauchen einer solchen Erkenntwird, angehalten habe. Diese aus Vorsicht nis bis zu wirklicher Wandlung der Politik mag durchgeführten Maßnahmen sind durchaus noch ein weiter Weg sein, aber es kann angenom bie Juden gerichtet. normal" und nicht besonders gegen men werden, daß er gegangen werden wird. Aber das Sprachengeses ist ein Bestandteil der Verfassung. Muß es deswegen in jedem Buch staben unantastbar sein? Wir stehen treu zur demokratischen Verfassung der Republit, aber ist nicht ein Unterschied zwischen den unveräußer lichen Freiheitsrechten der Bürger, dem gleichen Wahlrecht und dem parlamentarischen Regime auf der einen, und Einzelbestimmungen auf der anderen Seite, die noch dazu dem fardinalen Grundsaß der Gleichheit widersprechen? Und das Staatsbürgerschaftsgesetz vom Jahre 1920 ist ein Verfassungsgesetz und die Ter Dérer vom Jahre 1926 hat es geändert. Wird die Einheit des Staates bedroht, wenn ein Richter in Prag mit einem deutschen Bürger des Staates in deutscher Sprache verhandelt? Ist es ein Verfassungsgrundfaß, daß ein Beamter erst ausflügeln muß, ob sich seine Stompetenz auf einen Gerichtsbeairt mit 20 Prozent Deutscher erstredt und ob sich feine fonkrete Amtshandlung auf einen solchen Bezirk bezieht, ehe er eine Sprache gebrauchen darf, die für dreieinhalb Millionen Staatsbürs ger die Muttersprache ist? Viel beachtet wird ein Artikel des in ganz Polen sehr gelesenen Seratauer ,, urier Co dzienni", der zur tschechoslowakisch- polnischen Frage Stellung nimmt und dabei entschieden für eine Verständigung eintritt. Es beginnen sich jest", schreibt das Blatt, nach der Eingliederung Desterreichs in das Deutsche Reich die Gegensäße herauszubilden und die Ver ständigungen anzubahnen, die ohne Zweifel Möglichkeiten neuer Bünd= nisse abzeichnen... Wir haben niemals vitale tschechoslowakische Interessen gefährdet und nieSprechen wir über die Dinge doch unbe- mals haben wir feindliche Tendenzen den Tschechen fangen und offen. Lösen wir uns aus dem Banne gegenüber gezeigt..." Nach Vesprechung der Fehüberspister Stonstruktionen! Es ist unerträglich, ler, die nach Meinung des Blattes von der Tsche daß in Prag jedes deutsche Wort als Beleidigung hoflowakei Polen gegenüber gemacht wurden, fagt empfunden wird, wenn in Eger oder Reichenberg es: In dieser fatalen Situation muß in den Köp die tschechische Sprache Symbol der staatlichen fen der tschechoslowakischen Politiker der Gedanke Hoheit und Integrität sein muß. Wir respektie- entstehen, daß eine Revision des Verhaltens Poren die Souveränität und Integrität des Staates und gerade die deutsche Sozialdemokratie hat | Auch in Polen Gleichschaltung der Deutschen London. In einer Warschauer Meldung des ,, Manchester Guardian" wird mitgeteilt, daß die Deutschen Polens von ihren Führern" wer den nachdrücklich aufgefordert werden, sich in eine einzige nationalsozialistische Partei zusammen, zuschließen. Eine in diesem Sinne gehaltene Resolution wurde auf einem Sonderkongreß, der am 26. April in Kattowitz abgeschlossen wurde, angenommen. mehr als einmal bewieſen, daß fie zu feiner Der deutsche Druck Verteidigung das Höchste einzusehen bereit ist. Aber wir wollen als freie Bürger so mit den Organen unseres freien Staates verkehren dür fen, wie es den natürlichen Bedürfnissen des Lebens entspricht. Will die tschechoslowakische Demokratie und wir wollen es von ganzem Herzen daß die nationale Frage in gerechter und großzügiger Weise geregelt wird, dann muß ſie erkennen, daß die deutschen Bürger den Staat um so besser verstehen und darum an ihm hängen werden, je besser er auch sie versteht. Der neue bulgarische Gesandte in Prag, Nicola Balabanow, überreichte am Donnerstag dem Präsidenten der Republik sein Beglaubigungsschreiben. So wohl der Gesandte als auch Präsident Dr. Benes betonten in ihren Ansprachen die Jahrhunderte alte traditionelle Freundschaft zwischen den beiden flawischen Völkern. 69 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Hauptmann Kegel wartete mit Souveniers auf, die er wie nichts verschenkte. Ein Jantscharenpiston, ein hundertmal ehrwürdiges, das lohnte die Mühe, die Trophäe auf blauem Sammet tisten im Prunkschrank zu verwahren. Denn, betrachtete man's genau, dann war's die gleiche Trompete, die geblasen wurde, als Jerichos Mauern fielen. Hauptmann Stegel, erprobt in den Feldzügen gegen spanische Rebellen und berberische Piraten und ſizilianische Räuber, er hatte nur die schwarze Slappe überm linken Aug zu Tüften, er hatte nur den pechschwarzen Schurrbart, dessen Enden bis zum Oberknopf des Wamses pendelten, zwischen Daumen und Zeigefingern zu zwirbeln, und man wußte über ihn Bescheid in Regensburg. über Hauptmann Kegel, den Ja= nitscharenschred. Berlin nervös Berlin. Mit nervöser Spannung und Beunruhigung verfolgt die deutsche Presse die englisch- französische Ministerzusammenkunft in Lon don. Die Blätter sind sich einig darin, daß den wichtigsten Punkt der Ministerverhandlungen die tschechoslowakische Frage bildet. So schreibt das„ Berliner Tageblatt": Sett den Tagen des Weltkrieges ist fein franzöfifcher Minister in England mit der gleichen Herzlichkeit begrüßt worden, wie Daladier und Bonnet. Es foll eine Achse Paris- London geschmiedet wer den, die das Bollwert der Demokratien bedeuten türde. Das Blatt findet es dann auffallend, daß in London plöblich die Auffassung eingetreten sei, daß England den Balfanstaaten und den mittel europäischen Kleinstaaten mehr Waren abnehmen solle, um hiedurch die Ausbreitung anderer Einund die Kleine Entente flüffe in diefen Gebieten zu befämpfen. Bedeutsame Ratstagung In In Sinala a Prag. Während in London die Westmächte über eine eventuelle Hilfeleistung für die Tschechoslowakei beraten, trifft die Kleine Entente die letzten Vorbereitungen zu der Natstagung, die am 4. und 5. Mai in Sinaia stattfinden wird. Pariser Blätter sind der Auffassung, daß die Konferenz sich wohl über den deutschen Druck auf die Tschechoslowakei wie auch auch auf die übrigen Staaten der Kleinen Entente beraten wird. Die Nachtausgabe des Berliner Sofab anzeiger" ist unzufrieden mit der angeblich friegerischen Begleitmusit der Miniſterzuſammenfunft und führt u. a. aus: Bisher war es üblich, daß man wenigstens äußerlich die Friedensbetenes rungen in den Mittelpunkt der Betrachtungen einer Londoner Ministerbesprechung ſtellte. Statt deſſen über die Bestellung von Flugzeugen in den Versind diesmal die Zeitungen erfüllt von Meldungen einigten Staaten, über eine Anleihe für Frankreich, die nur Püftungszweden dienen soll, und über einen militärischen Patt zwischen London und Paris. Im Journal des Debats" ist Albert Mouffet der Ansicht, daß namentlich die Kleine Entente und die Balkanentente nunmehr ihre Politik im Sinne eines größeren Wa renaustausches werden reorganisieren und neue Wirtschafts-, Zoll-, Eisenbahn- und ähnliche Abkommen werden treffen müffen. Hitler bedrohe die Sicherheit und vielfach auch die staat liche Unabhängigkeit der kleinen Staaten. Diese Epoque" meint, daß der pangermani müßten den neuen Tatsachen Rechnung tragen Wien. Der Präsident des Wiener Stadtschulfche Dynamismus allen Staaten der und ihre gegenseitigen Beziehungen neu organi- rates hat Aniveisung gegeben, daß in den Staatss Kleinen Entente neue Probleme stelle und sicher- fieren, wenn sie nicht Gefangene Deutschlands Mittelschulen die jüdischen Schüler sofort auszus sein, vielmehr im Gegenteil ihre Unabhängigkeit sondern und in eigenen Anstalten unterzubringen bewahren wollen. sind. lich ein Faktor sein wird, zu dem die Konferenz wird Stellung nehmen müssen. sbräune. Wer hatte diese Pracht von einer Wiege bezahlt? Und selbst wer halbblind war, entdeckte, daß von dem Kaiser teine Spur in diesem Mund, in diesen Augen, in dieser Stirn vorhanden war. Aber es war Spur vom Hauptmann Kegel. Der Knabe in der Wiegentutsche schuldete alles dem Hauptmann, und der Hauptmanner schuldete alles der Stadt, den Krämern, den Weinwirten, dem Barbier, dem Schuster, dem Sattler! ,, Also du?" ,, Also ich! Und kein anderes! Kannſt ja ausziehen, wenn" Gürtlermeister Blomberg war auch überflüssig geworden. Nicht einmal ein Hund fam mehr in seine Werkstatt, nicht einmal mehr die gemeinste Flickarbeit. Und das Ersparte, das vom Schoppen und der Wurst Abgeknapste, es schien auch zum Teufel. Feigling, wer nicht, wagt, der nicht ge= winnt! Morgen kommt die Mitgift von dem Kaiser. Bist du nun getröstet?" Isten Familienvätern ersucht wurde, sich nicht so rar bei den Töchtern des Hauses zu machen, präfentierte er sich doch am häufigsten bei dem lieben Fräulein im Hause Blomberg. Dort horchten ihm alle gern zu, mit Ausnahme des achtzigjährigen Onkel Hans, der ebenso seßhaft bei dem Fräulein war. Aber der Ontel war auch grimmig, da sie ihre Liebenswürdigkeit nur aufteilte zwischen Hieronymus und dem Hauptmann Kegel. Als Hieronymus gar anfing, dem Hauptmann den De gen aus der Scheide zu ziehen, da zog sich Hans Blomberg tiefgefränft zurück. 1m seine unerwiderte Treue zu rächen, tat er, wozu ihn uner Pfui, pfui, pfui!" Nun war's heraus. fättliche Jugend trieb. Er brachte ein Mädchen Stumm und verbissen saß Gürtlermeister an, das niemand kannte, er stellte sie als seine Der Knabe Hieronymus? Ganz der Schulden- Blomberg beim Hochzeitsmahl. Hans Blomberg. Braut vor. Sie nichte und sagte sonst nichts und macher, ganz der Hauptmann Kegel, aber auch der Oheim, saß lustig. Er schnalzte nach rechts. versuchte bloß, die dicken, roten Hände unterm| zur Hälfte der Kammerdiener Dubois! Ein noch wo seine ihm eben angetraute Gattin saß und die Ueberhang des Tischtuchs zu verbergen. gescheckterer Bastard! Sollt man lachen? Sollt' Hände furchtlos zeigte, denn zur Feier des Tages So wurde die Bahn frei für Herrn Hauptman weinen? Man grinste und pfiff: Pfui, zog sie die seidenen Handschuhe auch nicht beim mann Segel. pfui, pfui! Tafeln aus. Und der Oheim schnalzte nach links. Dort saß auf einem Kissenberg ein Knabe, der nun mit seiner Unterlage beinahe so groß wie die Erwachsenen war. Ja", beschlossen er und Barbara und der Oheim und das Mädchen, das gegen nichts etwas einzuwenden hatte, ja, wir werden alle vier an einem Tag Hochzeit machen." VI. Herr Dubois, der Kammerdiener, der hatte Da pfiff das Pfui durch die Stadt. wieder andere Meriten. Der hatte Seiner Mas Pfui, pfui, pfui, die Mistkraßer in der jestät dem Kaiser die goldenen Bartscheren ge- Krämergaß!" schliffen und aus Palmenöl und Tulpenelirier und Nun wußten es alle in Regensburg. Ale, einer vom päpstlichen Vater in Rom gesendeten die von Gott und Welt eine Ahnung besaßen. Narde die Haarpomade gerührt, von der er gern Wird man weiter mitansehen, daß der het. einige Tropfen abgab, o nein, nicht gern bar. ligste Namen des Kaisers entweiht, daß ein Bannur gegen die Versicherung, daß Fräulein Bar fert ausgenutzt wurde, damit Regensburg in den bara Blomberg mütterlich verwandt war mit dem Ruf der lächerlichsten, der verlauftesten Stadt im Alfalden von Burgos, höchstwelcher wiederum das ganzen Reiche geriet? mals, als der Cid die Moriscos in Granada wie die Lämmer abschlachtete- Aber alles das müßte höchst vertraulich bleiben. Darum geschah bald das Entscheidende, das Niederschmetternde, das Aufregende. -Obwohl Hauptmann Stegel von den gediegen Hauptmann Kegel hatte sich auf ihre Kosten gepust und vollgepampt! Es war nicht mehr nötig, durch die Soldatenheckte das Haus in der Krämergaß abzusperren. Bald wurde es gemieden wie ein Peſthaus. Dem Gürtlermeister blieb nichts anderes Rüstig erhob sich der Greis. Er Kopfte and übrig, als allein feinen Kamin zu fegen. Keiner Glas. Die Haut seines Gesichts und die Haut wollte mehr mit ihm zu tun haben, weder mit seiner Hände, die war quittengelb. Die vier feinem Drect noch mit seinem Glanz. Und da Zähne, die die Lücke des fehlenden Augenzahns schrie er zur Frau Sibylle hinunter, es war einen ungaben, waren in Schwarz gekleidet, wie wenn Tag vor der Hochzeit der Barbara: Unsere Dus jie um den Verlust der achtundzwanzig verlores laten gestohlen, der ganze Sad! Wer hat die nen Brüder trauerten. Aber der Achtzigjährige Langfinger gemacht? Hol' mich der Teufel, der Widerstrahlte sonst die Gesundheit und die ZuHauptmann, dein Schwiegersohn. kein anderer friedenheit mit sich und der Runde. tann's gewesen sein! Da habt ihr was eines eingehandelt! Ich darf mich nirgends mehr bliden lassen, weil ihr verrückt geworden seid. Pfui, pfui, werd' mich noch aufhängen müssen, endlich doch aufhängen müssen!" Scham, das war nicht die Sache der Bloms bergs. Sie stellten den Bantert aus in dem Gar- ,, Und wenn," schrie ebenso laut Frau Siten ihres Hauses, dicht am Zaun, allen vor die bylle, wenn's nach meinem Gemahl gegangen Nase, in einer Wiege, nein, in einer Kinders wär', dann würd' die Barbara Hochzeit halten in futsche mit himmelblauem Baldachin, mitten in Lumpen, und mein Herr Gemahl wird seine Dudie Sonne hinein, damit er sich röte, damit er taten auffressen, bevor er in die Grube fährt!" Er sprach: Heute, am Tage-Schon mußte er unterbrechen, denn der nabe neben ihm hatte sich verschluckt und huſtete über den Teller. Aber er hätte auch sonst ge hustet, denn er war schwach auf der Lunge und hustete ständig, obwohl er der Sohn von der jun gen Frau mit den roten Wangen und den roten Händen war. ( Fortsetzung folgt.). flr. 100 Freitag, 29. April 1938 Seite 3 «lrWlrOF<^WlF*TFW WWW^FWr mit der natko- Henderson sollte am Abend den Prager Klub„Die Tat" besuchen. Infolge einer Autopanne traf er jedoch erst gegen Mitternacht in Prag ein. Die vorgesehene informativ« Aussprache mit den Vertretern der demokratischen Jugend fand dann in Anwesenheit von Vertretern des Außenministeriums in später Nachtstunde noch statt. »Innen» und Außenpolitik" wegen der Englandfahrt absagen mußte. Interessant ist die Stellung der Schönfelder Henleinleute zu unserer Schule. Wie albern ihre Propaganda war, beweist der Umstand, daß sie im Orte daS Gerücht verbreiteten, wir seien Sokoln, denen von Prag aus von allerhöchster Stelle befohlen wurde, deutsch zu sprechen und zu singen. Einige kleinere Provokationen(meistens der Dümmsten im Orte) wurden von unseren Schülern sofort energisch zurückgewiesen und so begnügten sich die SdP-Leute halt damit, hie und da eine Knallerbse oder eine Knallpatrone in den Hausflur des Hotels, in dem die Schule untergebracht war, zu werfen und dann auszukneifen. Äußerst schön verlief eine Unterhaltung, die die ReichSjugendschüler den Schönfelder Sozialdemokraten an einem freien Sonntagabend bereiteten. Die aus dem Stegreif vorgetragenen heiteren und auch ernsten Sachen fanden den besten Beifall bei den zahlreich gekommenen Schönfelder Arbeitern und auch hier war der Kontakt zwischen ihnen und den Schülern sofort herzlichst hergestellt. Die vierzehn Tage vergingen bei angestrengtem Lernen, bei wirklich interessanten Diskussionen. Wie sehr diese Schule die jungen Menschen einander näherbrachte, konnte man so recht beim Abschied bemerken. Die dort beschlossene Freund« schäft und Kameradschaft ist nicht oberflächlich, sondern sie entsprang dem Gefühl der unbedingten Zusammengehörigkeit in den Sturmzeiten des Sozialismus. So wollen wir denn zum Abschluß ohne jede Ucbertreibung sagen: Dreißig junge Sozialisten sind innerlich gefestigt, geistig um vieles reifer in ihre Orte zurückgekehrt. Ihr Platz ist wieder wie vierzehn Tage zuvor: An der Seite der sudetendeutschen sozialistischen Arbeiter, die um des sudetendeutschen Volkes willen auf ihrem Vorposten ausharren werden. bis wieder lichtere Zeiten auch für sie her« anbrechenl I. Kleiner. DaS Altrohlauer Arbeiterheim war Mittwoch übend der Mittelpunkt einer der größten und herrlichsten Kundgebungen der Vertrauensleute des starl-bader Bezirkes. Die Versammlung war nur auf Geladene beschränkt und dennoch vermochte der große Saal mit seiner Galerie die Massen nicht zu soffen, so daß die Reden auch in die Gasträume übertragen werden mußten, die ebenfalls überfüllt tvaren. Mit einem wahren Begeisterungssturm wurde ter Parteivorsihende Falsch empfangen, der in Begleitung der in der Tschechoslowakei weilenden und herzlich begrüßten Vertreterin der englischen Arbeiterpartei Miß Dhonau gekommen toar, die sich durch eigenen Augenschein von dem Kampfeswillen überzeugen konnte, der in der sozialdemokratischen Arbeiterschaft lebt. Nach einem Fanfarenruf des Spielmanns« jligeS der SJ und einem Kampflied der Altroh, Die Situation In dar Krise des Brünner deutschen Theaters hat in den letzten Tagen keine wesentliche Veränderung erfahren. Die Mitglieder der demokratischen Arbeitsgemeinschaft sind ungebrochenen Mutes und voll Zuversicht darüber, daß ihre gute und gerechte Sache siegen muß, auch wenn Negierung und Behörden rin etwas peinliches Zaudern an den Tag legen. Man sollte glauben, daß die Ausübung der Gerechtigkeit gegenüber staatsfreundlichen Elementen nicht auf größere Hindernisse und Hemmungen stößt, als gegenüber anderen Elementen, die selbst wohlwolendste-Beurteilung kaum als dein Staate nützlich bezeichnet wer« den kann. Die Baumann-Novaksche Gruppe spielt im Deutschen Hause und auch im Laude-theater weiter, ohne Konzession, ohne Erlaubnis, die demokratische Gruppe muß dagen schon seit über vierzehn Tagen untätig verharren. Im Laufe dieser Woche haben übrigens Vertreter der demökrati- jche Gruppe in.Prag bet mehreren Negierung«» können. Heute erweist eS sich bereits, daß- dieser Fehlspekulation erst recht die deutsche chrisllichsozlale Gewerkschaftsbewegung zum Opfer fällt. Die Ergebnisse der in der letzten Zeit durchgeführten BetrlebSauSschußwahlen zeigen, dast die ehemals christlichen Gewerkschaften fast durchweg- bis zu fünfzig Prozent ihres Besitzstandes an die TAG verlieren. Hier zeigt sich wieder, daß Wankelmütigkeit keine Grundlage der erfolgreichen Selbstbehauptung ist, sondern inS sichere Verderben führt. Die Restbestände der früheren christlichen Gewerkschaften werden früher oder später dem harten Zugriff der braunen Gleichschaltung-Politiker erliegen. Ein rühmloser Untergang. Dabei ist zu bedenken, da ff Schütz heute noch stellvertretender Präsident der christlichen Gewerkschaft-internationale ist und damit auch diese ehrlich demokratische Bereinigung mit einer Schuld belastet» die vor der Geschichte schwer wiegen wird. Wir wollen denen, die sich zur Rettung einer christlichen Gewerkschaftsbewegung zusammenge« ftinden haben, in ihren Entschlüssen nicht vorgreifen. sondern benügen uns. ihrem Wunsche entsprechend den christlichen Arbeitern folgendes zu« zurufen: Laßt euch nicht vor den Triumphwagen der brmmen Gleichschaltungspolitiker spannen! L e i« st et Wider st andl Erinnert eure Führer an ihre Bek-nntnisse zur katholischen Weltanschauung, an ihre Bekenntnisse zur Humanität und zur Demokratie! Marschiert am 1. Mai nicht nalsozialistischen SdP! eine sozialistische 3ugendschule Nun ist sie beendet, die große SchulungS- aktion des Sozialistischen LugendverbandeS und die Schüler weilen wieder in ihren Arbeitsgebieten. Die alltägliche harte Arbeit für die sozialistische Bewegung hat sie wieder erfaßt, sie stehen fMer im Kampsgetümmel mit dem Gegner. Funktionäre der deutschen christlichen Gc- MlschasiSbewegung sind an unü mit dem Wun- kj« herangetreten, ein offenes Wort an die christ- ItdK Arbeiterschaft zu richten. Der wahrhaft Likistliche Mensch im sudctendcutschen Gebiet lebt knie in einer schweren Gewissensnot. Aus der einen Seite sieht er die opportunistische jiuvitulalion seiner bisherigen Führer, auf der änderen Seite hört er die Stimme höchster kirchlicher Autoritäten, die sich gegen die religionS- kerräterische Gleichschaltung-Politik der I n n i t» > e r S und HilgcnreinerS wendet. Soviel steht heute schon fest, dass der sude» lendeutsche KatboliziSmuS in historischer Stunde irde moralische BjiderstandSkraft vermissen lieh und seinen schwer bedrängten Brüdern im Reich geradezu in den Rücken gefallen ist. Diese Haltung i»ag der Bequemlichkeit einer Führung entsprechen. für welche die Rettung der Posten daS gntlcheidcudc war und der Schwachmütigkeit einer döheren Geistlichkeit,, die keine Kraft mehr hat, für den Glauben zu streiten. Sie entspricht aber nicht dem Willen der aufrechten Gläubigen, die sich sehr gut geinerkt haben, wie die heute gleich« gefchaltclcn Führer jahrlang vor den Gefahren nenheidnischcr Gesinnung gewarnt haben, der sie heute offen Vorschub leisten. Zu denen, deren schwächliche Haltung viele der eigenen Anhänger enttäuscht hat, gehört »er bi-herige Führer der deutschen christlichen Gewerkschaften, Abgeordneter Han« Schütz. Er glaubte mit der Preisgabe der LebenS- grundsätze der christlichen Gewerkschaften die äußeren Formen seiner Organisationen retten zu Fester denn je stehen unsere Arbeitersängcr zu ihrer Zentralorganisation, dem„deutschen Arbcitersäi^er- bunde" und zu unserer Bewegung überhaupt. Die auf Grund der außenpolitischen Ereignisse der letzten Wochen enö sudctendeutsche Gebiet hereingebrochene Gleichschaltung-Welle vermochte nicht bis an die Arbeitersänger vorzudringen. Die Vereine stehen treu zu ihrem Bunde und dessen Leitung. Gerade in der allerletzte«. Zeit berichten einige Vereine sogar von einer Vermehrung der Zahl ihrer Mitglieder. Trotz Terror und WictschaftSnotl Ter Bundesvorstand ruft die Mitgliedschaft auf, der überall zu begegnenden Flüsterpropaganda, durch die eine wahre Flut von Albernbeiten, Lügen und Entstellungen, zwecks Verbreitung von Unruhe und Unsicherheit in die Massen getragen wird, eine verstärkte Werbe- täligleit entgegenzusetzen und in nüchterner, praktischer Arbeit weitere Erfolge zu erringen. Alle Einschüchterungsversuche der Gegner müssen und werden an der Wachsamkeit, Standhaftigkeit und Gesinnungösestigkeit der Arbeitersänger scheitern. Sie waren in der unruhigen Zeit der letzten Wochen in ihrer Gesinnung nicht wankend zu inachen und werden in Zukunft erst recht dableiben, was sie sind und waren: Streiter für Kultur und Menschenrecht, für die Freiheit der Besinnung und des Wortes, Kämpfer für den Sozialismus als der höchsten Form gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen. Warum der Psychose erliegen, Herr Biemann? Wie man der offiziellen und inoffiziellen Henlein-Presse entnehmen kann, würden auch die Gablonzer Gemeindefunktionäre der weiland bürgerlichen-aktivistischen Parteien in Gnaden in der SdP ausgenommen, wobei es selbstverständlich nicht ohne die übliche Kreuzerkomödie der„feierlichen Angelobung" in die Hände feiner Majestät des OrtSleiterS abging. «Eine Reihe von Gablonzer Stadtvertretern, Ersatzmännern(!) und Mitgliedern der städti« schn Kommissionen haben", wie«S in der Verlautbarung heißt,„ihre Aemter und damit ihre Arbeitskraft der Sudeten- deutschen Partei als Trägerin der Einheitsbewegung zur V e r f ü g u n ga»g e st e l l t, und zwar: von der Deutschen Christlichsozialen Voltspartei Bürgermeisterstellvertrcter Anton Bi e m a n n.. Herr Biemann hat„für die Angelobten treue Mitarbeit zugesagt", ohne sich daran zu erinnern, daß er seinerzeit in der i,Reichenberger Zeitung" vom 20. Juli 1938 der Auffassung Ausdruck verliehen hai:e, daß„e i n offener Parteiwechsel während der Funktionsdauer gleichbedeutend mit einem Mandatsverzicht wäre." lleberhaupt ist dieser kaum drei Jahre alte Aufsatz de- Herrn Biemann- nicht uninteressant. Unter dem Titel„Weg mit den alten Gemeinde« vertretungen?" trat Biemann damals den auch auf christlichsozialer Seite bestehenden Tendenzen entgegen, mit Rücksicht auf den Henlein- Sieg vom 19. Mai 1935 auf Neuwahlen auch in die Gemeindevertretungen zu drängen. Biemann bezeichnete dieses Verlangen als„aus der Psychose deS letzten Wahlausganges erklärlich, aber durchaus nicht unbedenkli ch". Er möge uns doch sagen, warum er jetzt dieser Psychose erlegen ist? Hat er doch damals sehr einprägsame Argumente gegen eine solche Fahnenflucht gefunden: „Ist ferner der angmblicklich« WUlenSanS- bruck de- Wöhler», boeüiflustt durch allo mögliche« Propagandamitwl, als«in« so doch quaNsizmrbare Entscheidung z« werten, daß sich ihr alle« beugen sollte? Des Volkes Gunst ist wandelbar. War heut« oben sst, ist morgen unten. Dem „Hosianna" de- ersten Palmsonntags folgte schon für den Welterlöser sehr bald der Karfreitag deS »Kreuzigt ihn!". Jetzt haben sich dir Herrschaften nicht einmal einem„augenblicklichen WillenSauSdruck des Wählers" gebeugt, sondern nur„allen möglichen Propagandamittcln". Wie man darüber zu urteilen hat, hat Herr Biemann ja selbst deutlich genug ausgesprochen. Christliche Arbeiter, wohin? Die Kapltulatlonspolltlk der FUhrung verlangt eine Entscheidung Jaksch vor den Karlsbader Eine herrliche Kundgebung In Altrohlau Vertrauensmännern lauer Sänger überreichte«in Falkenmädcl den beiden Gästen unter demonstrativem Beifall der Rieseiiversammlung rote Nelken, worauf Jaksch in klaren Worten die europäische und innerpolitische Situation skizzierte und das frevlerisch« Spiel kennzeichnete, da- die SdP treibt. Hierauf schilderte Miß Dhonau die W a n d I u n g, die sich in der öffentlichen Meinung Englands vollzogen hat, eine Wandlung, an deren Herbeiführung die englisch« Arbeiterpartei großen Anteil hat und über die in Berlin auch keine Unklarheit mehr besteht. Man weiß heute in England sehr gut, wer Henlein ist und daß es ihm nicht um die Gleichberechtigung der Sudetendeutschen geht, sondern darum, dem Faschismus den Weg nach dem Osten freizumachen. Die Versammlung, die für alle Teilnehmer ein Erlebnis war, wurde mit der„Internationale" und stürmischen„Freiheit!"-Rufen geschloffen. i Es war«in erhebender Anblick, als diese 30 jungen Menschen am Tage deS Abschiedes daS feierliche Gelöbnis gaben, durchzuhalten in diesem schicksalsschweren Ringen und ihren Platz nicht zu räumen. Wer Gelegenheit hatte, sei es als Vortragender oder als Beobachter, diese Schule mitzuerleben, der wird wissen, daß dieses Gelöbnis einen heiligen Ernst und eine eiserne Entschlossenheit in sich barg. In der Schule selbst wurde eS den Jugendfunktionären gewiß nicht leicht gemacht. Vierzehn Tage fleißigen Lernen- und Mitarbeiten- siir jeden Schulteilnehmer l Auch di^drei freien Tage, an denen Exkursionen nach Karlsbad, Elbogen, Eger und Marienbad unternommen wurden, dienten dem Kennenleruen dieses Stückes blutender Heiniat. lieber viele Probleme wurde mit den jungen Funktionären diskutiert. Alle Vortragenden und Lehrer fanden in dem abgeschlossenen, kleinen . Schönfeld wirklich einen tief interessierten Hörer- i kreis. i Die Vortragenden: H ofbaue r-Prag, , Ernst Pau l-Prag, Dr. S t r a n ß-Prag, Dr. i Wiene r-Prag, Fischer-Chodau, Hüttl« : Karlsbad, M ülle r-Komotau, Ullman n- > Aussig, K e r n-Prag, Geißle r-Prag, L i n d» : st a e d t-Karl-bad, Ä reine r-Komotau, stellten : auch sofort den herzlichsten persönlichen Kontakt , mit allen Schülern her, so daß die Stunden eines , jeden Vortrages in einer äußerst guten Zusammenarbeit und Kameradschaft vergingen. Obwohl oft an einem Tag bis zu acht und zehn Stunden gearbeitet wurde, zeigte sich bei den Schülern keinerlei Ermüdung. Ja zwischendurch, meistens in den Abendstunden, standen alle organisatorischen Fragen zur Erörterung und wiederum arbeiteten alle mit. Einmal gab eS in der Schule ein tiefes Bedauern: Als es hieß, daß der Parteivorsihende L a k j ch seinen angekündigten Vortrag über Henlein tauscht Henderson Der Labour-Abgeordncte Henderson verbrachte den Abend des Tages seiner Ankunft in Prag im Kreise tschechischer und deutscher Sozialdemokraten, nachdem er schon am Nachmittag im Parlament Unterredungen mit sozialistischen Funktionären gehabt hatte. Henderson sprach, im Laufe seine« bisherigen Aufenthaltes in der Tschechoslowakei auch mit einer Rei^r anderer Demokraten. Er wurde Donnerstag vormittags^, auch vom Außenminister Dr. Krosta einpfangcn. Uum seine Objektivität darzutun, hatte sich Henderson entschlossen, auch die persönliche Auffassung Konrad Henleins kennenzulernen. Zu diesem Zwecke fuhr er Donnerstag nachmittags nach Marienbad. Die Henleinleute baden jedoch die Objektivität Hendersons in der schamlosesten Weise mißbraucht. Sie hatten in Marienbad das Gerücht verbreitet, Henlein tverde eine Ansprache halten. Dieses Gerücht lockte eine große Anzahl Neugieriger an, die sich vor dem Hotel stauten. Offenbar wollten die Henleinleute durch dieses Vorgehen zum Ausdruck bringen, es fei eine Staatsangelegenheit, wenn ein Engländer mit Herrn Henlein spricht, außerdem aber war es ihnen darum zu tun, Henderson ein Stück„spontaner" VolkSbegeistcrung vorzusühren. Henlein hat sich damit begnügt, seine Anhänger vom Balkon auS mit faschistischem Gruß zu beglücken, ein SdP« Unterführer organisierte dann die„spontane" Begrüßung bei der Abfahrt. Dieser Mißbrauch der Objektivität eines englischen Politikers ist geeignet, die Goebbels- Methoden der Henleinpropaganda in richtigem Lichte erscheinen zu lassen. Hllgenrelner Ist In eine deutsche Partei eingetreten, nicht In eine nationalsozialistische.,. Herr Konrad Henlein hat am Sonntag in Karlsbad, wie männiglich bekannt ist, wörtlich folgende« verkündet: „So wie dar Deutschtum der ganzen Welt, bekennen auch wir un- zu den nationalsozialistischen Grundauffassungen d«S Leben«, die unser ganzes Fühlen und Denken erfüllen und nach denen wir da« Leben unserer Volksgruppe im Rahmen der Gesetze gestalten." Als Herr Henlein diese Rede hielt, waren alle dem Klub der Sudetendeutschen Partei an« gehörenden Parlamentarier anwesend, also wohl auch der ehemalige christlichsoziale Senator Dr. Karl Hilgenreiner. Sollte er sich am Ende, als er die Worte Konrad Henleins von den nationalsozialistischen Grundausfassungen des Lebens hörte, die das ganze Denken und Fühlen der SdP erfüllen, sollte er sich da nicht daran erinnert haben, daß er— nicht etwa vor grauen Jahren, sondern am 8. April 1938— in der„Deutschen Presse" unter seinem vollen Namen und unter dem Titel:„Klarheit muß sein!" die Sähe veröffentlicht hat? „Wir sind nicht in rin« nationalsozialistische, sondern in eine" deutsch« Partei eingetretrn, die. Anhänger verschiedener Weltanschauungen zählt... Bon einem Bekenntnis zum Nationalsozialismus, soweit darin eigenartige, religiös-sittliche Gedanken verkörpert sind, konnte und kann keine Rede sein. Wir sind unter unserer alten christlichen Fahne in di« neuen Stellungen eingerückt." Für den Fall, daß Herr Prälat Hilgcnrriner diese seine Worte in der überraschend kurzen Frist von drei Wochen vergessen haben sollte, gestatten wir un-, ihn an diese seine Feststellungen zu erinnern. Er möge seiner Anhängerschaft, die, wie wir in der letzten Zeit sehen konnten, vielfach über ein bessere- Gedächtnis verfügt als mancher ihrer Führer, nunmehr eindeutig mitteilen, ob er und feine GefolgSmannen weiter in einer Partei verbleiben, die eS ablehnt, Anhänger verschiedener Weltanschauungen zu zählen, sondern sich zu den n a t i o n a l s o z i a l i- st i s ch e n Grundauffassungen deS Lebens und zur nationalsozialistischen Weltanschauung, also nicht nur zu Hitler und Streicher, sondern auch zu Alfred Rosenberg, bekennt. @cite 4 stellen vorgesprochen und sie konnten feststellen, daß das Schtvergewicht der Entscheidung nunmehr in Prag liegt. Jedenfalls wäre es an der Zeit, daß Regierung und Behörden sich zu einer Entscheidung aufraffen, natürlich zu einer solchen, die nicht nur wie bisher der einen Gruppe Recht widerfahren läßt. Ein viertes Todesopfer des Unglücks in der Maloměřizer Zementfabrik. Wir haben gestern berichtet, da sich in der Maloměřizer Zementfabrik in Brünn eine Dynamiterplosion ereignete, wobei drei Arbeiter getötet und zwei schwer verletzt wurden. Nun ist im Brünner Unfallfrankenhaus der Arbeiter Ferdinand Ričánek seinen schweren Verlesungen erlegen, so daß das Unglück vier Menschenleben forderte. Der Präsident der Republik empfing am Donnerstag den britischen Abgeordneten Arthur Henderson. Ferner empfing der Präsident eine Deputation der Stadt Proßniz, die ihm ein Ehrenbürgerdiplom überreichte. Freitag, 29. April 1938 Wie ein tschechischer Grenzler die Dinge sieht S In den volksparteilichen„ did. List y" finden wir folgenden bezeichnenden Brief eines Tschechen aus dem Grenzgebiet in großer Aufmachung wiedergegeben: Auf das Anwachsen der Henleinpartei haben zwar ausländische Einflüsse eingewirkt, im großen Maße aber auch unsere Haltung zu dieser Bewegung. Bei uns gab es Parteien und Personen, welche direkt darauf hinges arbeitet haben, daß die aktivistischen deutschen Parteien zugrunde gehen und das Henlein lager noch stärker als die Hitlerpartei in Deutsche land anwachse. Doch lassen wir das Vergangene beiseite. Aerger ist unsere unmögliche Haltung zur Henleinpartei auch noch jetzt. Es wird die unerhörte Agitation geduldet, die mit Terror arbeitet und in raffinierter Weiſe jene lächerHakenkreuz in Südamerika lich macht, die ungebrochen bemüht sind, dem nationalsozialistischen Uragan zu widerstehen. verboten Im deutschen Lager opvoniert der Henleinbewegung nur mehr die deutsche Sozialdemokra tie. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, daß einige Mitglieder dieser Partei wahrhafte Märtyrer in diesem Herentessel der Flüsterpropaganda und des Terrors sind. Und wir Grenzler? Buenos Aires.( Reuter.) Argentinien plant gemeinsam mit Brasilien ein Verbot nationalsozialistischer Organisationen. Vorläufig wurde ein Verbot erlassen, das Hakenkreuz zu tragen und Fahnen in deutschen Farben bei den Feiern des 1. Mai zu hissen. 110 km Drahtverhaue sollen Nordpalästina schützen aifa. Die palästinensische Regierung hat entlang der gesamten Nordgrenze Palästinas Drahtverhane in einer Länge von 110 Kilometer und einer Breite von 300 Wieter errichten lassen. Der Bau wird von jüdischen Arbeitern unter militärischem Schuh vorgenommen. Durch diese Maßnahme soll der Waffenschmuggel sowie das ungesetzliche Eindringen bewaffneter arabischer Terroristen auf palästinensischen Boden verhin dert werden. In dem Dorfe Silath Addahar bei Dschenin wurde ein ziemlich großes Munitionslager gefunden. Die Polizei beschlagnahmte 3000 Patronen in His sten, an denen zu bemerken war, daß sie erst kürz lich eingeführt worden waren. Vier Häuser wurden in die Luft gesprengt und 25 Einwohner verhaf tet. Zu weiteren Verhaftungen kam es in Naplus, wo die Polizei eine Verschwörung gegen prominente Persönlichkeiten der gemäßigten Richtung enthüllte. Die Japaner melden Erfolge Woher sollen wir immer Ueberlegung und feste Nerven in diesem Meer von feindlichen und spöttischen Blicken, Worten und Taten nehmen? Und warum sollen wir eigentlich geopfert werden, wenn das doch gar nicht notwendig ist? Warum werde.. unsere Stimmen nicht gehört, daß wir durch eine energische Haltung dieser Bewegung gegenüber ihr sehr viel von ihrer Bedeutung nehmen könnten? Bei einer solchen Politik würde ein beträchtlicher Prozent saß der heutigen Mitgliedschaft diese Bewegung verlaſſen, in die sie nur durch Versprechungen oder durch Terror gebracht wurden. Dadurch fönnten wir wahrscheinlich zur Bildung einer neuen aktivistischen Partei beitragen, nach der die Mitglieder der ehemaligen deutschen Agrarier und der Christlichsozialen rufen. Warum so viel Bugeſtändnisse an den, dem dadurch nur der Stamm schwvillt? Wir Grenzler würden es gern erreichen, daß unsere verantwortlichen Faktoren und die ganze Nation immer jedem offen ins Auge sehen. Die letzte Benevolenz: die Amnestie, die Bewilligung der Maifeiern und die Gemeinde Wahlen waren doch in erster Reihe Präsente an die Henleinpartei. Und wie reagieren deren Mit glieder auf diese Zugeständnisse? In der AmneMr. 100 den Eindruck erwecken, daß Henleins Forderun gen für uns nicht so unannehmbar sind, und bei den Henleinleuten und in Deutschland dann nur noch deren Mut erhöhen. Führen wir uns, ich bitte Euch, schon einmal alle die Tatsachen vor Augen: Will Deutschland den Krieg, dann wird es ihn hervorrufen, koſte es, was es wolle. Will es den Krieg nicht, dann wird es ihn auch dann nicht hervorrufen, wenn wir Henlein gegenüber festbleiben. Viele glauben, daß es dafürstünde, die paar stie sehen sie unsere Schwäche und den Wink, daß Grenzler zu opfern. Das wäre aber das größte man sie auch in Zukunft nicht sehr strafen wird. Unglück. Nach dem Abgang der Grenzler würde In der Bewilligung der Maifeiern sehen sie das Henleinlager das Grenzgebiet vollkommen unsere Furcht vor ihren Drohungen. Und in der beherrschen. Das Grenzgebiet wäre dann für Ausschreibung der Wahlen in einer Zeit, wo sie den Staat verloren. Darüber ist eine Diskussion derartige Agitationsschlager haben, wie den An- überflüssig. Ohne das Grenzgebiet fann aber schluß Desterreichs an Deutschland und die Hilfe weder unser Hinterland, noch unser unabhängi= des Nachbarreiches sehen sie ganz natürlich ger Staat existieren. Das allertragischeste von nur den Anfang neuer weitreichender Zugeſtänd- allem aber wäre dann, daß wir auch nach alldem nisse. einem Krieg nicht ausweichen könnten, der dann Und dabei können wir jeden versichern, daß allerdings für uns nur noch eine bloße Episode wenn wir fest bleiben nicht geschehen sein könnte. Wenn wir uns deher nicht auf den wird. Im Gegenteil: wir besäßen Respekt bei Selbstmord vorbereiten wollen, dann müss den Henleinleuten, im Nachbarreiche und auch bei sen wir sofort aber tatsächlich sofort- in den Westmächten. Tun wir das nicht, dann kann unserem Grenzgebiete die starke und feste Hand unsere Unentschlossenheit bei den Westmächten der starken und festen Republik zeigen! Im Namen des Christentums gegen die Christlichsozialen Aufsehenerregender Artikel des Šrámek- Organs ., Lidové Listy" äußern sich in einem beachtenswerten Artikel über die Lage des deutschen Katholizismus in der Tschecho slowakei. Wir geben die wichtigsten StelTen dieses Artikels wieder: Die Karlsbader Kur, welche Herr Henlein allen Deutschen in der Tschechoslowakei verordnet hat, spricht zu niemandem mit solcher Warnung wie zu den deutschen Katholiken. Die Kundgebung Chamberlains über unsere Republik und der Fall des Kardinals Inniker haben zwar den Verständigsten und den Auffassungsbereitesten die Augen geöffnet, aber erst Karlsbad hat ihnen gezeigt, wie sie aufgesessen sind. Es ist doch klar, daß nun da sich Konrad Henlein voll zum neuheidnischen Nazismus bekannt hatfür keinen ordentlichen und treuen Katholiken in der nazistischen fudetendeutschen Partei Blat sein kann außer, wenn er alles verleugnen wollte, was der katholische Glaube lehrt... -Fristen für die Gemeindewahlen 4. Spätestens am achten Tag( d. h. spätestens am 14. Mai) a) iſt dem Gemeindeamt eine Koppelung von Listen bekanntzugeben(§ 26); Die Katholiken in Deutschland und Dester reich sehen die Tatsachen, daß ihre politischen Dr. ganisationen aufgelöst wurden. Etwas derartiges ist jedoch unseren deutschen Katholiken nicht ges schehen: Ihre Partei ist freiwillig auseinanders gegangen und die verantwortlichen politischen Führer des katholischen deutschen Volkes haben das Volk selbst und aus eigenem Willen in die Netze des nazistischen Neuheidentums getrieben, dem das deutsche katholische Volt nun dienen soll. Wenn diese Führer wenigstens etwas voraus gesehen hätten und hauptsächlich, wenn sie sorg fältig die Stimme des Apostolischen Noms und dem Schlag seines Herzens gehorcht hätten, sie hätten niemals so handeln können, wie sie ge= handelt haben. Wenn es Henlein gelänge, die Karlsbader Forderungen durchzusetzen, dann würden die deutschen Katholiken all den rassischen, antichristlichen und antilirchlichen Maßnahmen, welche der Nazismus im Programm hat, vollfommen ausgeliefert sein. Die Folgen wären für das christliche Leben unserer Deutschen unabsehbar! Und so bleibt nichts anderes übrig, als daß sich das tschechische latholische Volt um seine deutschen Glaubensbrüder politisch selbst lümmern wird, weil man nicht erlauben kann, daß sie vom Nazismus zum Schaden des katholischen Glaubens und der katholischen Lehre terrorisiert Das Gemeindewahlgesetz bestimmt eine Reihe Tokio. Das Kriegsministerium meldet, von Fristen, deren Einhaltung von entscheidender daß die vier japanischen Kolonnen, die vom Süden in der Richtung auf Utschau, einen großen Sno- Bedeutung ist. Die nachstehend angeführten Terwerden. Wir tun das im Namen nicht nur der tenpunkt der Lunheibahn und der Bahn Tientsin- mine stellen äußerst e zeitliche Grenzen dar. Bufau, vorrückten, die Chinesen an einer 240 b) sind vom Gemeindevorsteher in den Lola- bürgerlichen Freiheiten, deren Wert am besten Nach der Wahlausschreibung litäten, in welchen die Wählerverzeichnisse aufge- jene erkannt haben, welche sie durch ihre Unbes Kilometer langen Front zurückgedrängt haben. 1. Binnen acht Tagen, d. H. bis zum 2. Mai, legt sind, alle gültigen Kandidatenlisten anzu dachtsamkeit und durch ihren manchmal unzurech Eine der Kolonnen hat sich der Stadt Jengtschau, ist dem Gemeindeamt bekanntzugeben, daß die schlagen und sind diese Kandidatenliſten verviel nungsfähigen Rausch verloren haben! 140 Kilemeter füblich von Haitschan, bemächtigt, Wählerverzeichnisse durch Drudlegung zu vervielfältigen zu lassen; ebenso sind eventuelle Stoppefältigen sind, und binnen weiteren acht Tagen, lungen durch Anschlag befanntzugeben; d. h. bis zum 9. Mai, sind beim Gemeindevor steher die beiläufigen Herstellungskosten zu er legen.(§ 15). wo die Lunheibahn endet. Vor dem Wahltag c) hat der Bevollmächtigte der Wahlgruppe die Vertreter und Ersatzmänner in der Wahlkommission bekanntzugeben(§ 32). 5. Acht Tage lang( d. h. vom 14. Mai an) vor der Wahl gen sein, a) muß die Wahlfundmachung angeschlas b) müssen die Wählerverzeichnisse zur EinWir tun das insbesondere auch im Namen des Christentums, zu dessen Verteidigung auf dem ganzen Gebiet der Republik wir in der PoliVom spanischen Kriegsschauplatz tit unseres Staates berufen sind! Wir tun das auch deswegen, weil die Faktoren. Barcelona.( Ag.- Esp.) Im Schutz ihrer 2. Gleichzeitig mit der Wahlausschreibung welche für das politische Schicksal unserer deuts Flugwaffe und von sechs Kriegsschiffen, darunter sind die Wählerverzeichnisse vierzehn Tage lang schen Katholiken verantwortlich enttäuscht haben ,, Canarias" und Almirante Cervera" hat der und gescheitert sind. Wir glauben, wer nicht ente Feind am Mittwoch im Abschnitt Alcocebre an- aur öffentlichen Einsicht aufzulegen.(§ 13). täuschen und nicht scheitern wird, ist das treue gegriffen. Unsere Truppen zogen sich etwas zudeutsche katholische Wolf, welches schon heute ers rüd und nahmen Stellungen in der nördlichen 1. Spätestens am bierzehnten Tag vor dem sicht aufgelegt sein, fennt, wohin es geführt wurde. Deswegen lesen Schlucht von San Niguen ein, wo mit größter Wahltag( d. h. spätestens am 8. Mai) bis 12| c) darf weder in diesen Verzeichnissen noch wir die Nachrichten, daß die deutschen Katholiken Heftigkeit gekämpft wird. In der Zone Salfa- Uhr mittags haven die Wahlgruppen( Parteien)| in den Kandidatenlisten etwas geändert werden. über die Erneuerung ihrer eigenen politischea della wurden die wiederholten Angriffsversuche dem Gemeindeamt die Kandidatenlisten vorzu- 6. Spätestens am dritten Tage( d. h. spä- Aktion nachdenken, mit großer Aufmerksamkeit. der Rebellen zurückgeschlagen. Der Feind erlitt legen(§20). testens am 19. Mai) vor der Wahl müssen den Vielleicht sind diese Nachrichten übertrieben und große Verluste und ließ zwei italienische Tanks Wählern die gültigen Kandidatenlisten und in vorzeitig, aber wir glauben nicht, daß sie auf zurück. Unsere Truppen eroberten Vertice Pedra Orten mit mehr als tausend Einwohnern auch immer dahin sind! Vorläufig werden wir selbst Seca und die Anhöhe Ababug. In Abschnitt AgniLegitimationen zugestellt werden(§ 31). lar de Alfambra wurden Nebellenangriffe auf unsere Stellung bei Lepos gänzlich zurückge. schlagen. 2. Spätestens am elften Tag( d. H. spätestens am 11. Mai) vor der Wahl ist die Ortskommission zur Richtigstellung der Kandidatenliſten einzuberufen. 3. Spätestens am zehnten Tag( d. H. spätestens am 12. Mai) können durch den BevollmächAn der Zentrumsfront verursachte ein Hand- tigten der Wahlgruppe Aenderungen vorgenomstreich unserer Truppen auf der Straße nach La men werden, wenn ein Kandidat entfällt. Coruna dem Feind zahlreiche Verluste an Menschen und Kriegsmaterial. Franco für alle: Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" Bid. Am Tage der Wahl Vor Beginn der Wahl gibt der Wahlbevoll mächtigte drei Wähler als Vertrauensmänner befannt(§ 36). uns darum sorgen, daß das deutsche katholische Volk in der demokratischen und freien Tschechos slowakei leben, denken und handeln wird, wie es das Christentum und nicht das Neuheidentum gebietet. Wir haben zwar eine Sorge mehr, aber eine ehrenvolle und gottgefällige Sorge! Als der Betrug entdeckt wurde, verhängte| Außerdem findet aber heute Platin in der Die spanische Regierung schwere Strafen über die Schmudindustrie reiche Verwendung und ist für Missetäter. Gleichzeitig erging das Verbot, Pla- Fassungen von Edelsteinen in vielen Fällen be tin aus den Erzen zu gewinnen. So blieb das liebter als Gold. Aber auch in anderen Indus fostbare Metall jahrelang unbeachtet. Das Ver- strien hat das Platin Eingang gefunden, und bot der Platingewinnung trat erst außer Straft. zwar überall da, wo man ein weiches und bieg als man sichere Mittel hatte, die Beimischung von james, gleichzeitig aber widerstandsfähigeres und jeden Betrug auszuschließen. Platin in den Goldbarren zu entdecken, und so feuerbeständiges Metall braucht. Diese Verbreitung hat das Platin jedoch erst Zweihundert Jahre Platin MTP. Das Gold ist als kostbares Metall seit den ältesten Zeiten bekannt. In Asien, in Europa wie in Amerika wurde es von den frühe sten Stulturen als Schmuck und als Tauschobjekt geschäßt. Ein anderes Metall aber, auf das wir heute großen Wert legen, das Platin, ist erst seit genau 200 Jahren überhaupt bekannt und erfreute sich am Anfang durchaus teiner besonderen Platin ist ein silberweißes, sehr weiches seit etwa 100 Jahren. Das Vorkommen in Ko Geltung. Gold und Silber tennen eine vieltau- Metall vom spezifischen Gewicht 21.5. Ga lumbien und an anderen Orten in Südamerika fendjährige Entwicklung, während Platin erst vor schmilzt erst bei 1775 Grad, hat also einen vac nämlich recht spärlich. Jm vorigen Jahrs 200 Jahren entdeckt wurde. Schmelzpunkt, der noch um 500 Grad höher hundert entdeckte man dagegen reiche Platins Dieses Metall hat eine eigentümliche Ge- liegt als der des Goldes. Diese Eigenschaft schien lager in Sibirien. Immerhin betrug die Jahress schichte. Es wurde zuerst im Jahre 1788 in Sto Platin zur Herstellung von feuerfesten Stoch produktion noch vor wenigen Jahren auf der Es im bem unan- topfen geeignet zu machen. Tatsächlich bestand ganzen Erde kaum mehr als 6000 Kilogramm, sehnlichen weißen Metall nichts rechtes anzu- noch im Anfang des 19. Jahrhunderts die Absicht. In den letzten Jahren fehlen genaue Angaben fangen. Es stellte sich nur bald heraus, daß es Kochgeräte aus Platin herzustellen. Etwas von aus Rußland, auf das mehr als 90 Prozent der sich bequem mit Gold legieren ließ, ohne daß dieser Bestimmung ist freilich übrig geblieben: gesamten Weltproduktion fallen. die Eigenschaften des Goldes dadurch beeinträch in Laboratorien verwendet man heute allgemein Das Platin ist eines der teuersten Naturs tigt wurden. So famen die Goldsucher in Kolum- Platintiegel für bestimmte Schmelzverfahren. produkte, die es überhaupt gibt. Das Gold wird bien auf den Trid, ihren Goldbarren Platin zus Das Metall geht nur sehr wenig Verbindungen es allerdings nie verdrängen. In der Währungss zusetzen. Merkwürdigerweise nämlich, und ents ein, wird von Säuren taum angegriffen und wirtschaft nicht, weil die vorhandenen Mengen gegen der oben erwähnten Beziehung zwischen fann großer Hiße ausgesetzt werden. Durch diese zu gering sind, und in der Schäzung der Mens Seltenheit und dem Wert, hatte das Platin in Eigenschaften ist es für manche Versuchszivede schen nicht, weil die Tradition des Goldes zu Stolumbien nur einen minimalen Wert, unerseßlich. alt ift Tumbien Das italienische Phantom Von Bernard Vomier(Paris) Ein französischer Journalist sagte uns kürzlich, Frankreich habe alle Nachteile eines britischen Dominion» zu tragen, ohne dessen Vorteile zu besitzen. I» dieser überspitzten Formulierung liegt wieder ein Stück Wahrheit, seitdem Georges Bonnet den Quai d'Orsay leitet: Die massgebenden Persönlichkeiten der radikalsozialistifchen Partei geben Frankreich nicht jene Initiative und Selbständigkeit auf außenpolitischem Gebiete, die man von einer Großmacht erwarten müßte, sie nehmen vielfach von London das Losungswort auf, ohne daß die andere Seite auf ihre Anregungen einginge. England hat zweifelsohne Trümpfe in der Hand: das Zusammenspiel zwischen der City und den konservativen Kreisen ermöglicht eö, die fran« zösischc Währung im gegebene» Fall unter Druck zu sehen und die Bereitschaft Londons zur Erweiterung der militärischen Zusammenarbeit zwischen den beide» Ländern wird davon abhängen, wieweit Paris zur Befolgung der Chamberlain-Linie gewonnen werden kann. Der neue Außenminister bat sich gewiß sehr beeilt, die BeistandSverpflich« Hingen Frankreichs gegenüber der Tschechoslowakei zu unterstreichen und man darf nicht daran zweifeln, daß die Garantierung der territorialen ilnverschrtheit der Tschechoslowakischen Republik eines der größten Besorgnisse auch der Regierung Daladier-Bonnet darstellt, aber man könnte weit zuversichtlicher sein, gäbe eS in Berlin nicht diese wohlwollend-abwartende Haltung gegenüber dem neuen Kabinett und nicht jene offenkundige Zufriedenheit in den Kreisen jener französischen Rechten, welche mit den autoritären Mächten liebäugelt. Diese Rechte— während des italienisch-äthiopischen Krieges Englands geschworene Feindin— ist heute von einer verdächtigen Anglophilie, nur weil London zuerst nach Rom gegangen ist. Unter dem doppelten Druck der britischen Empfehlungen und der ungeduldigen Treibereien eines Teils der sogenannten»öffentlichen Meinung" finden also stanko-italienisch« Vorbesprechungen statt. Im Hintergrund steht ein halbes Dutzend Politiker, von denen sich ein jeder den römischen Botschafterposten erhofft. Es gibt nichts Verfehlteres als eine rein ideologisch geführte Außenpolitik; sie schadet den Interessen des Landes und sie nützt nicht dec Ideologie. Ergäbe sich die Möglichkeit, die Achse Rom- Berlin zu sprengen— nicht» wäre begrüßenswerter als Konversationen oder mich Abkommen mit Italien. Theoretisch ist eine italienisch-französische Freundschaft ebenso denkbar, wie daS Zusammengehen der alkerchristlichsten Königs Franz I. mit der Türkei oder Ludwigs XVI. mit der jungen amerikanischen Republik. Ein weltanschaulicher Einwand gegen die Verbesserung der Beziehungen mit Italien wäre fehl am Platze, wohl aber gilt ein anderes Argument: Ist Mussolini Herr seines Willen» und seiner Entschlüsse oder ist er ein Gefangener der Achsenpolitik? Italien, das sich m:ch unter seiner faschistischen Führung nicht zwangsläufig auf eine ideologische Diplomatie versteifen muß, ist gewiß daS Opfer der Achse gelvorden. Es sieht sich gezlvungen, den schweren Prestigeverlust, den der Anschluß für Rom brachte, anderSwo aus« zuglcicheii. Wer vermag aber Mussolini'hier zu verhelfen? England? Frankreich? Doch nur die dynamische Kraft des Nationalsozialismus, die wieder nur auf Kosten der beiden großen Demokratien eingesetzt werden kann. Wer vermag ernstlich an die Möglichkeit einer bevorstehenden Kräfteverschiebung zu glauben in einem Augenblick, da Italien und daS Dritte Reich gemeinsam den spa« Nischen Krieg führen und ihn auch siegreich beenden wollen? Die Verständigung mit Italien gehört ins Reich der Illusionen, daS Osterabkommen kann kaum größere Bedeutung haben als das gcntkeincn'S agreement vom 2. Jänner 1037, ein eventueller Vertrag mit Frankreich nicht wirk- samer sein als das'Protokoll vom Jänner 1038, welches den Verzicht auf faschistische Zersetzungsarbeit in Tunesien enthielt. Sicher hat es eine Zeit gegeben, in der Mussolini für eine enge Anlehnung an den Westen zu gewinnen war, sogar für eine völlig antideutsche Orientierung. Noch ist eS nicht allzu lange her, daß sich die beiden Diktaturländer sehr unfreundlich gegcnüberstanden, was in den unausgesetzten Prcssckonfliktcn zu erkennen war. Seither ist jedoch die pronazistische Politik eine geheiligte Fa- inllienangelegenheit des Hauses Ciano geworden. Edda Ciano, die Tochter des Duce, genannt»Tal» Icyrand in Nöcken", hat diese neue Atmosphäre im derbste 1036 bei einem ausgedehnten reichsdeutschen Aufenthalt eingeleitet, der junge faschistische Außenminister glaubte auS der Entente mit dem Reiche sein diplomatisches Meisterstück machen zu können und in seinem Schwager Magistrati, erster Botschaftsrat in Berlin, fand er einen besonder» zuverlässigen Garanten für die Wahrung der Achsenpolitik. Ciano, Baumeister der Achse, ist der Verhandlungspartner von Lord Perth gewesen, er nimmt heute die Fühlungnahme mit dem fran« zvsischen chargö d'affaireS auf— und man zweifelt noch immer nicht, daß in Rom einem Phantom nachgejagt wird! Italien hat bei Verhandlungen mit London und Paris nichts zu verlieren. Die beiden Demokratien setzen sich bereits mit dem Vorhaben, ein Prinzip zu opfern, ein Stück internationaler Moral anfzugeben, an den Verhandlungstisch, denn die Anerkennung der äthiopischen Eroberung scheint kaum daS Thema, sondern die Voraussetzung der Konversationen zu sein. Die Nachrichten, welche hier über die Lage I in ,,Italicnisch-Ostafrika" veröffentlicht werden, stinuncn darin überein, daß die faschistischen Be- satzmigsbchörden nur in de» größeren Siedlungen und in unmittelbarer Nähe der Straßenbauten die Souveränität tatsächlich auSüben, da» übrige Land wird nach wie vor von den Eingeborenenfürsten, den»RaS", verwaltet, welche noch immer die Steuer» und Finanzhoheit auSüben. Die Anerkennung einer tatsächlich noch nicht vollendeten Eroberung hat unter diesen Umständen auch einen praktischen Wert, denn sie schließt auS, daß die Eingeborenen AethiopienS in Zukunft von den benachbarten französischen und britischen Kolonialgebieten Unterstützung erhalten können. Auch für den Völkerbund handelt eS sich nicht darum, Leistung für Gegenleistung zu geben— von einer Rückkehr Italiens nach Genf hört man nichts— was man von der Liga der Nationen verlangt, ist eine einfache Kapitulation, die Entehrung ihrer selbst. Die Mehrzahl ihrer Mitglieder sind für diese neue Verleugnung internationaler Moralprinzi« Vien schon setzt gewonnen. DieS kann uns nicht hindern, Andrö Leroux' Feststellung aus dem »Populaire" zu übernehmen, wonach eS im Interesse des Friedens, der Ehre und der Zukunft Europas zu wünschen gewesen wäre, daß der Völkerbund weder durch ein osfizieUeS Votum, noch in der Form einer Empfehlung daü fait accompli anerkennt. Der Völkerbund war in der Nachkriegszeit für die kleinen Nationen die Tribüne, von der aus sie ihre Stimme einer ganzen Welt zu Gehör bringen konnten. Die fortschreitende Liquidie rung des Völkerrechtes, die sie im Gefolge der Großen niitgemacht haben, tvird sich zuerst gegen. sie richten, denn hinter der Anerkennung der äthiopischen Eroberung hält Chamberlain ein neues Biennächtepaktprojekt In Reserve. Dann werden sie einer Institution nachtrauern, die ihnen, wenn nicht daS Recht der Mitbestimmung, so doch da» der Mitberatung gab. Die Genfer Terminologie ist gewiß unmodern geworden, aber daö Wort vom»unteilbaren Frieden" sollte man doch nicht vergessen. ES würde dann schwerer fallen, die Politik der Anerkennung vollendeter Tatsachen zu vertreten. neue Weisungen für Blonde! Pari s. Der Geschäftsträger der französische» Botschaft in Rom, Botschaftsrat B l o n d e k, kehrt nach dreitägigem Aufenthalt in Paris, wo er von feiner Regierung neue genaue Weisungen für die französisch-italienischen Verhandlungen erhalten hat, nach Rom zurück. Beitritt polens rum londoner Flottenvertrag Warschau. Die Polnische Telegraphen« Agentur veröffentlicht Eii^elheiten über den am Mittwoch unterzeichneten polnisch-britischen Flottenvertrag. Danach hat sich Polen die Bestimmungen deS Londoner FlottenvertrageS zucigcn gemacht. England und Polen werden jährlich Informationen über ihr Flottenbanprogramm auS- tauschen. Der Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 1042. Die Judentöterei der Nazis Die amtlichen Stellen in Wien sahen sich gezwungen, gegen die unerhörte» Aktionen ein« zuschreiteu, die von SA-Banditen gegen die Juden unternommen wurden. Das Einschreiten geschah dadurch, daß die Behörden vor„Einzelaktionen" lvarntcn— vor kurzem hatte man noch den Mut, diese Aktionen als das Werk von Bolschewiken zu bezeichnen!— SS aufmarschieren ließen und daß sie schließlich im»Völkischen Beobachter" anlündigen ließen, der Kampf gegen die Juden werde ohnehin planmäßig weitergeführt tverden, und zwar so, daß das, wozu man in Deutschland Jahre brauchte, in wenigen Monaten getan sein werde. In kurzer Zeit werde in Oesterreich kein einziger Jude mehr Verdien st» Möglichkeit haben. Die abgrundtiefe Gemeinheit dieser Ankündigung kann man erst dann richtig ermessen, wenn man weiß, daß es in Oesterreich auch zehntausend« proletarischer Juden gibt, insbesondere aber in Wien. Sie leben lediglich von ihrer Hände Arbeit, sei es, daß sie Arbeiter, kleine Angestellte, kleine Handwerker sind. Und den Nazis ist es ernst mit ihrer Drohung! Die auf die Donauinsel gesetzten Juden aus dem Burgenland Ivaren fast durchwegs Proletarier. Den reichen Juden aber nehmen die Nazis die Vermögen weg. Es bleibt den Juden in Oesterreich nichts anderes übrig, als das langsame Verhungern oder der Selbstmord, denn die Möglichkeit der Emigration haben sie in den wenigsten Fällen. Uns dünkt, daß diese schamlose Verfolgung i einer Minderheit in der Geschichte nur eine Parallele hat, nämlich in der Armenierverfolgung durch die Türken. Die Türken machten es nur im abgekürzten Verfahren und also fast menschlicher: sie lvarsen die Armenier in die Bergschluchten. Nach solchen Methoden sehnen sich die unter Henlein Gleichgeschalteten I Diese Methoden sind die Methoden jenes Nationalsozialismus, zu dem sich nunmehr auch gewisse Katholiken bekennen, Männer und Frauen, die einmal vorgaben, daß ihnen die christliche Lehre von der Nächstenliebe etiva» bedeutet. Henlein sehnt sich nach der Kulturgcmein- schaft mit den feigen Judenhctzern. Wir aber schämen unö zutiefst darüber, daß es möglich ist, diese Judentöterei auf daü moralische Konto unsere» Volkes zu schreiben! Steyr erhält 600 Mann SA Wien. Die Industriestadt Steyr wird eine Garnison von 60V Mann SA der sogenannten „Totenkopfstandarte Nr. 3" erhalten. Das Kommando dieser Standarte ist bereits in der Stadt eingetroffen. Modernes Arbeitszeitgesetz In Estland Tallinn. Die estnische Regierung hat dieser Tage ein neue» Gesetz über die Arbeitszeit in den Geschäften und Büro» verlautbart. In GeschäflSun- leriiehiuen darf die tägliche Arbeitszeit 8 Stunden nicht übers.breiten. Tie Entlohnung für Uebcr- slunden muß um 80 Prozent höher sein als die Bezahlung für eine normale Arbeitsstunde. Diese Regelung bezieht sich jedoch nicht auf staatliche und städtische Behörden, auf die Redaktionen der Taaeszei- tuugen, Apotheken, Hotels, Restaurationen und Kaffeehäuser. Angestellte privater Unternehmungen haben Anspruch auf einen zweiwöchige» Urlaub, bei dreijähriger ununterbrochener Dienstzeit auf 3 Wochen und nach fünfjähriger Dienstzeit auf 4 Wochen. „Das letzte Bollwerk der Demokratie und des Humanismus In Mitteleuropa“ Nochmals das Blatt LOon Blums über die Tschechoslowakei Der Pariser»Popukaire" beschäftigte sich sn seiner Dienstag-Nummer nochmals mit der durch die Karlsbader Rede Henleins geschaffenen Lage..Populaire" schreibt u. a.: »Diese Rede ist eine schlagende Bestätigung jener Wahrheit, die alle aufrichtigen Freunde deS Friedens und der Demokratie unaufhörlich wiederholen, nämlich, daß eS sich hier nicht um ein tsche« chosloivakischcS, sondern um ein europäisches Problem handelt. ES ist nicht paradox, wenn wir sagen: Wäre die Tschechoslotvakei sich selbst über- lassen und könnte sie frei daS Gleichgewicht ihrer eigenen inneren Kräfte suchen, jenseits jede» Drnk- kes, so würden die Schwierigkeiten, die jetzt für sie auftanchen, nicht existieren oder doch leicht zu überwinden sein." DaS Blatt beschäftigt sich dann mit dem unglücklichen Versailler Vertrag, der aber dennoch nur sehr schiver der Tschechoslotvakei ander« Grenzen hätte geben können als sie heute vorhanden sind.»Populaire" stellt weiter fest, daß keine andere deutsche Minderheit solche politische, wirtschaftliche und kulturelle Rechte besitzt wie die Su- detcndcutschcn, weist auf Polen und Italien hin, und gibt neuerdings Einzelheiten über das tatsächliche Verhältnis, in dem die Sudetendeutschen leben. Ein Blick auf die Landkarte genüge, um klarzustellen, welch« Forderungen Henlein» unerfüllbar seien. Insbesondere befaßt sich das Blatt dann mit den außenpolitischen Forderungen, die Henlein in Karlsbad aufgestellt hat, und fügt dem folgende Betrachtung bei: cheil ihr« Verbündeten verraten, ihre Treue zur Demokratie aufgeben und sich in daS System der Achse Berlin-Rom einschatte» wollten, gäbe eS so wenig eine sudetendentfche Frage wie für den Augenblick die Frage des Korridor» und Oberschlesien» zwischen Deutschland und Polen. H i t- l e r ist zu jedem Kompromiss in der Frage der Minderheiten bereit, wenn man sich darein schickt, seinen Plänen in der äusseren Politik zu dienen. Und in diesem Falle wird er die Grenze Böhmen» ebenso anerkennen, wir er die am Brenner anerkannt hat— unter dem Vorbehalt, im geeigneten Augenblick darauf zurückzukommen. Wenn Herr Bene» aus demselben Stoff gemacht wäre wie die Mitarbeiter de»„Gringoire" und Herr Josef Barthelkmy, dann hätte er Frankreich gelassen, bevor dieses, um die Ratschläge jener Herren z» befolgen, die Tschechoslowakei aufgäbe. Aber Herr Bene» ist ein Staatsmann von Verantwortungsgefühl und ein groster Europäer. Er bleibt in dramatischer Situation am Steuer, um sein Land den Weg der Ehre und de» Ideales zu führen, dem e» feine Geburt verdankt. Er verteidigt mit seinem Volk da» ErbeMasaryk». Er wird mit seinem Volk seine Pflicht tun. Er braucht niemanden al» Stütze, wenn niemand kommt, um da» Spiel zu fälschen und die Lage zu verschärfen. Und von da ab Ist da» tschechoslowakische Problem rin europäische», weil Hitler nicht da» Recht hat, Ultimata nach Prag durch die Vermittlung des Herr» Henlein zu lancieren und < weil Benes mit der tschechoslowakischen Verfassung da» letzte Bollwerk der Demokratie und de» Hu- Wenn Präsident Benes und wenn die Tsche-1 maniönius in Mitteleuropa verteidigt." Amerika baut „Motorhäuser“ Von Henry Wreath(New York) Alles, was über das»Tempo" de» Amerikaners gesagt und geschrieben wurde, ist nur in ge- tvissem Sinne richtig. Diese» Tempo bezieht sich nur auf den Verkehr in den Bereinigten Staaten, auf die Abwicklung gelviffer Geschäfte, auf die Entschlußfähigkeit der Amerikaner. Im Gruirde genommen, liebt aber auch der amerikanische Geschäftsmann nichts mehr als Ruhe, Bequemlichkeit und Komfort. Darum hat sich auch ein« Reihe großer Industrien hier so überraschend schnell entwickeln können. Wer imstande ist, dem amerikanischen Publikum eine neue Art von Komfort zu bieten, kann gotviß sein, damit reich zu werden, cs muß nicht gerade eine neue Schaukelstuhl-Konstruktion sein, die verkauft werden soll. Die neueste amerikanische Industrie stellt »am laufenden Band" Wohnhäuser her. Es sind Wohnhäuser ganz besonderer Art, ultramodernster Herstellung. Man nennt sie»Motorhäuser", weil sie mittels Druckknöpfen motorisch bewegt, bergestellt, transportiert, gereinigt, au»einander- genommen und gelenkt werdeg. Jede Handarbeit fällt weg. Ein Truck auf einen Knopf genügt, um sich jeden erdenklichen Luxus und Komfort zu ermöglichen. Schon 14 Tage nach der Bestellung ist das HauS, dessen Bestandteile in der Fabrik zusammengesetzt und mittels Lastauto herbcigebracht werden, vollkommen fertig und bewohnbar. Die Fabrik tut noch ein übriges. Sie versorgt di« Küche des Hauses mit Nahrungsmitteln, die für die nächsten zwei Tage ausreichen. Eine bezaubernde Art von»service", dem amerikanischen „Dienst am Kunden". Sechs Jahre unermüdlichen Experimentierens gingen- der neuen Herstellungsmethode voraus. Nun hat der Verkauf der ersten»motorhomcS" begonnen. Es sind Stahlkonstruktionen mit fcuer- und lärmdichten Holztäfelungen. Sie sind isoliert, ventiliert, elektrisch beleuchtet und geheizt. DaS Wunderbarste ist, daß man diese Häuser sozusagen„aufknöpfeln" kann. Die Betätigung einiger Druckknöpfe genügt, um die einzelnen Räume zu vergrößern oder zu verkleinern, wie man eck gerade tvünscht. Ebenso können Stockwerke aufgesetzt werden, falls man sich einmal dazu entschließt. lind hat man Lust, da» Haus ein paar Meilen weiter aufzustellen, so wird auch dies iimerhalü von 48 Stunden bewerkstelligt. Alle möglichen Annehmlichkeiten sind vorgesehen. Eine Sonnenveranda, eine elektrische Küche mit Ventilation, mit Eiskästen, fließendem kalten und heißen Wasser— ein Druck auf einen Knopf regelt den Mechanismus. Ilnd dieser ist in einem sogenannten»motorunit" vereinigt, der „Nervenzentrale" de» ganzen Hause», wo in einer kleinen Stahlkammer alle Leitungen zusammenlaufen. Im ganzen HauS sind Anschlüsse vorgesehen, elektrische und Wasserleitungen. Nur ein paar Handgriffe, ein paar neue Knöpfe werden eingesetzt und dann funktioniert daS»motorunit". Natürlich Ist an jedes dieser Häuser eine Garage angeschlossen. Die einstöckigen Häuser haben zwei Schlafzimmer, einen Wahnraum, eine Küche, ein Bad. Die zweistöckigen weisen drei Schlafzimmer, einen Speifefaal, einen Wahnraum, zwei Badezimmer und Küche auf. Hier gibt es auch ein Sonnendeck. Ein einzelner Druck auf einen der Knöpf« im „motorunst" genügt, um die Heizung zu regeln, um Licht einzuschnlten, um das Wasser zu erwärmen, um die Luft zu ventilieren.©er Amerikaner, der in ständiger Jagd nach dem Geld keinen sehnlicheren Wunsch als den nach Komfort hat, hat im«motorhome" ein geradezu ideales Heim gefunden, lind mangelt es ihm vielleicht zufällig an dem nötigen Bargeld, nm sich diesen Komfort zu verschaffen, so tut das nichts. Die Fabrik, die jetzt die„motorhomeS" Herstellen wird, hat erklärt, sie sei natürlich bereit, auch mit„Ratenzahlungen" zu arbeiten. Stahl, Aluminium, Asbest und Zement— die Vereinigung dieser Materialien ist ganz ausgezeichnet. Regen, Schnee, Sonne und Wirbelwinde können den kleinen Häusern nichts antun.. Die Wände sind mit einem Mineral gestrichen, das unzerstörbar ist. Man kann sie daher waschen. Wasser und Seife genügen. Das gleiche gilt für die Fußböden und für das Dach. Der Amerikaner arbeitet gerne, aber nur, wenn ibm die Arbeit Vergnügen macht. Hier, im „motorhome" ist die Arbeit geradezu ein Spaß. Und ist man ein Ivenig müde, dann geht man in den kleinen Garten hinaus, der jedes der Häuser umgibt, setzt sich in den Schatten der Bäume, die von der Fabrik eingepflanzt wurden und träumt von dem Wolkenkratzer, den man sich einst bauen wird. Ist das Wetter aber ungünstig, dann sitzt man beim Kamin, drückt auf einen Knopf, es wird warm, drückt auf einen weiteren Knopf, hört Radiomusik, nimmt einer der Micher vom eingebauten Bücherschrank— die Herstellungssirma hat nicht vergessen, eine Reihe ausgezeichneter neuerer Werke zur Verfügung zu stelle»— und kann dann vergessen, daß man in Amerika ist. dem Land, wo der Kampf um das Dasein viel härter und grausamer ist als irgendwo auf der Welt. Das neue„Motorhaus" mit seinem unerreichten Luxus und Komfort schläfert bald jeden Gedanken daran ein. Und ein Blick durchs Fenster aus das kleine Wasserbecken im Garten entführt in«ine stille, friedliche Welt, wo es kein „busineß" o'kit und keinen„job", dem man keuchend nachläuft. Grite 6 Freitag, 29. April 1938 Nr. 100 92 Jagesneuigkeiten Merkwürdige Zeugenaussagen in Neudek ,, Sozialismus der Tat" ist es, so verkündet die ,, Zeit", wenn die schlesischen Unternehmer, einer Anregung der SdP folgend, zum 1. Mai den Arbeitern ein Geschenk von 15 bis 20 Kč geben, so die ,, schicksalhafte Verbundenheit des Unternehmers mit den völkischen Arbeitern" dokumentierend. Schicksalhaft ist die Verbundenheit des Arbeiters mit dem Unternehmer, das weiß man, seit Karl Marx es zum ersten Male vor neun Jahrzehnten im Kommunistischen Manifest" darlegte. Aber diese Art von Verbundenheit, die des Arbeiters Existenz abhängig macht von dem Verlauf des Dauerzyklus von Krise und Konjunktur und ihn, wenn er sich nicht zum Kampfe für seine Lebensinteressen mit seinen Schicksals. genossen in starken Organisationen zuſammen schließt, zu einem wehrlosen Ausbeutungsobjekte macht, diese Art von Verbundenheit meint natürlich die Zeit" nicht. Sondern die schicksalhafte Verbundenheit des Unternehmers mit dem Arbeiter besteht darin, daß die Größe seines Profits davon ab. hängt, ob die Arbeiter sich organisieren und durch ihre Gewerkschaften um höhere Löhne tämpfen oder nicht. Gelingt es, Arbeitern da. durch, daß der Volksgenosse Fabrikant ihnen einmal im Jahre 15 oder 20 Kč ,, schenkt", den Glauben beizubringen, daß der Unternehmer ohnehin für seine" Arbeiter tue, was möglich ist, daß man also beileibe nicht gegen ihn kämpfen darf, dann hat sich diese einmalige Ausgabe reichlich gelohnt, so gut gelohnt wie die sonstigen Opfer", die der Unternehmer für die ,, völkische Sache" bringt. Wie sehr geLohnt, das zeigt dann seine Jahresbilanz. Das hat zwar mit Sozialismus gar nichts au tun, aber es ist gewiß das, was man ,, böl. tischen Sozialismus" nennt, und vom Unternehmerstandpunkte aus ist es sogar ein So. zialismus der Tat",- der Tat für die Unternehmer. Das heutige Programm der deutschen Sendung Neuber.( Eigenbericht.) Am Donnerstag, Franz 2ie hI aus Neuhammer erklärt trotzdem, Brag I. 10.15-10.30: Viertelstunde für die dem dritten Verhandlungstag, wurde die Zeu- daß er gesehen habe, wie Wehrich schlagbereit Frau. 14.00-14.20: 20 Minuten Reichenberger geneinvernahme fortgesept. Bei der Aussage des daaestanden sei. Das von Bürgermeister Winter Wujit."( Ausführende: Maria Tutta, Reichenberg, Zeugen Herbert Pe cher stellt der Vorsitzende ſtein aufgehobene Notizbuch stellt der Beuge Geſang. Trude Rehat- Hillebrand. Klavier.): Ferd. Widersprüche zu den seinerzeitigen Vernehmunar 3 er als sein Eigentum fest, womit Gerhardt: Abend. Alt geht der Herbst. Gärtners Abendlied. Oskar Effl: Verborgenheit. Seinuvch. gen durch die Gendarmerie fest. Die Zeugin die Behauptung, daß Winterstein Steine aufge- Dein Reich. Ergebung. Die Nachtigallen.- 18.10 Franziska Pech er belastete den angeklagten hoben hätte, widerlegt ist, um so mehr, als Oberlehrer Pland, hingegen stellte der Verteidi- auch der Polizeiinspektor Schneider bestätigt, dede durch die Tätigkeit des Menschen." Doz. Dr. Franz Pohl: Der Wandel der Pflanzen - 18.25: ger Dr. Henisch fest, daß die Zeugin vor drei ihm sei das Notizbuch vom Bürgermeister zur Rudolf Fischer: lleber die Vereinigung der deuts Jahren davon nichts angegeben hatte. Der Zeuge Feststellung des Eigentümers übergeben worden. schen Radsportverbände in der CSR." Gustav Lie h 1, der der SdP kurz nach der Wer- Widersprechend sind die Aussagen des Zeugen Arbeitersendung.„ Aktuelle 10 Minuten."- 18.55 sammlung beitrat, verwickelt sich in Widersprüche. We in I, der behauptet, daß, er Winterstein mit bis 19.00: Deutscher Kulturbericht vom Tage. Brünn. 17.40-17.55: Wilma Staniet: Jus daß er von seinem Standpunkt aus gar nicht die Der Verteidiger macht ihn darauf aufmerksam, zum Schlag erhobener Hand gesehen habe. gendfunt. Der Zitronenfalter.- 17.55-18.15: Beobachtungen machen konnte, über die er jetzt ( Sopran). Programm: Běla Bartok: Fünf Lies Liedervorträge. Mitwirkende: Anna Kornhauser ausjagt. der: Schwarz die Erde Gott, ach Gott Frauen, Frauen- All das Leid Winter scheidet. Gegen 124 Uhr beantragte Dr. Henisch, die Verhandlung bis 2 Uhr auszuseßen, OGR Hoyer wendet sich energisch dagegen. Es kommt zu einer erregten Auseinander= seung, in deren Verlauf der Vorsitzende werden. Es bedurfte erit der Drohung des Vererklärt, die Verhandlung werde weitergeführt teidigers, die Verteidigung niederzulegen, um den Vorsitzenden dann doch zu der gewünschten Unterbrechung zu bewegen. Senisch dem Gerichtshof ein mit Weinl aufgeEs erregt allgemeines Aufsehen, als Dr. nommenes Protokoll übergibt, in dem Weinl behauptet, daß er zu seiner Winterstein belastenden Aussage durch den Neudeker SDP- Funktionär Botruba und einige andere SDP- Amtswalter verleitet worden sei. Der Auto- Unternehmer Wöhr I, der der SDP angehört, ertvidert auf Dr. Henische Frage, ob er den Bürgermeister Winterstein feindlich gesinnt sei:„ Das ist meine Sache!" Daraufhin erklärt Winterstein, daß Wöhrls Animojität Am Nachmittag erklärte der Zeuge Flagegen ihn darauf zurückzuführen sei, daß Wöhrl der er mit Bestimmtheit, daß der Angeklagte mit dem Autostandgeld im Rückstand sei und desWeyrich weder Lappen noch Steine, noch sonst halb mehrmals vom Stadtamt gemahnt werden einen Gegenstand in der Hand gehabt habe, wie mußte. 18.35: Boltan Kolday: Drei Lieder: Heute, heute, fage ich's dem Mütterlein- Winter kam durchs Land gezogen Noch ein Monat. Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Donnerstag Biehung der der V. Klasse der 38. tschechoslowakischen Klaffen. lotterie wurden nachstehende Gevinste gezogen: 10.000 Kč 25110, 27719, 70453, 35444, 117681, 13757, 78851, 83092. 40.000 Kč 12700. die Anflage behauptet. Auch der Zeuge Zahn Die weiteren Zeugenaussagen zogen sich bis 64754, 44386, 111934, 29850, 99554, 7411, 99740, äußerte sich in ähnlichem Sinne. Der Zeuge in die Nachtſtunden hin. Der Säugling im Gerichtsgebäude. Beim[ fleine Delift unbestraft zu lassen. Aber der Mann Bezirksgericht Leitmeriz erschien eine Schütte- folle nicht anders behandelt werden als Richard nißer Frau, Mutter von drei Kindern. Das jüng- Whitney, der soeben für Unterschlagungen in Höhe ste Kind, einen hübschen Knaben von acht Mona- von 225.000 Dollar zu fünf Jahren Gefängnis ten, hatte sie im Widellissen mit. Die Frau be- verurteilt wurde. Was Whitney, der Wall Street schwerte sich in einem Amtszimmer, daß ihr Mann brandschaßte, recht ist, sollte dem Mann aus St. nicht genügend für ihre Kinder forge. Während Louis billig sein. Whitney erhielt für 45.000 gedie Beamtin sich mit einer anderen Partei be- stohlene Dollar ein Jahr Gefängnis, d. h. einen schäftigte, verschwand die Frau leise. Plötzlich be- Tag für je 120 und eine Stunde für je 5 Dollar. gann ein Wimmern, Weinen und Plärren. Die Der Mann hatte 2 Dollar gestohlen, also lautete Frau hatte den Knaben im Wickeltissen in den das Urteil auf genau 24 Minuten Gefängnis. Amtsräumen zurüdgelassen. Zuerst gab es unter den Beamten großes Erstaunen. Dann besah man ich das arme Würmchen, es wurde gehütschelt und gefüttert. Schließlich wurde das Kind durch die Vermittlung der Jugendfürsorge bei einer Leit- ſtiſchen Wochenschrift, Charley Weiß. Weiß, ein meriger Familie untergebracht. Gegen die Kin desmutter wurde die Strafanzeige wegen Kindesaussetzung erstattet. Nationalsozialismus. Samstag Abend überfiel eine Bande deutscher Nationalsozialisten in New York den Herausgeber einer antifaschis 5000 Kč 52445, 47627, 5541, 86302, 92853, 23718, 20452, 9929, 109856, 17424, 118071, 21785, 52832, 8891, 1050, 86223, 93495, 80897, 105517, 10170, 72559, 36528, 91215, 7338, 80322, 26109. 2000 Kč 73003, 42716, 55156, 61579, 28336, 31092, 117743, 97580, 83125, 21350, 45771, 18985, 106836, 27915, 100115, 99445, 98331, 11800, 48708, 109790, 109806, 11037, 104119, 70854, 74306, 91689, 81949, 108212, 106865, 72083, 29090, 95935, 98200, 110709, 5428, 109261, 115547; 96764 49041, 24609, 49239, 117140, 105418, 86970, 109750, 12036, 91070, 87031, 87621, 11439, 90969, 94919, 34521, 6629, 82680, 5234, 115018, 95414, 94232, 62454, 24252, 7336, 34927, 94965, 32478, 65064, 9143, 30406, 34575, 96025, 15572, 96356, 93967, 39940, 35722, 25459, 30545, 36365, 39395, 82800, 68654, 70931, 105698, 33201, 63665, 1473, 110236, 52276. Gegen Bruno Walter! Le Veuple" meldet: Die Gesellschaft..Freunde Salzburgs" wollte am 18. Mai im Brüsseler„ Theater monnaie" Mozarts Entfüh rung aus dem Serail" aufführen. Die deutschen Be invalider Mann, war nicht in der Lage, sich zu ein Hafenkreuz tüsse. Als er sich weigerte, wurde hörden haben wie das Blatt erfährt den Wies verteidigen. Die Nazis forderten von ihm, daß er er beuwußtlos geschlagen, wobei ihm ein Stiefer ner und den Salzburger Künstlern untersagt, bei zertrümmert wurde. Außerdem schnitten ihm die dieser Aufführung mitzuwirken, die von Bruno WalAngreifer mit einem Messer mehrere Hakenkreuze ter dirigiert werden soll. in die Arme. Der Personenverkehr der Tschechoslowakischen Die Guillotine in Tätigkeit. In Lille wurde Elbe- Dampfschiffahrts A. G. auf der Strede Raudnig- Leitmerit- Aussig beginnt bereits am 1. Mai Donnerstag früh ein junger Mann, der im Herbst d. J. Fahrzeiten: von Raudniß nach Leitmeris: unt des Vorjahres seine gewesene Wohltäterin, eine 6.00( an Samstagen bereits um 4.15 Uhr), ferner Greisin, meuchlings ermordet hatte, mit der Guilm 8.30, 10.30, 13.30, 16.00 und 18.15 Uhr. Von Leitmerit nach Raubniß: um 6.15( am Frei tag und zum Raudnißer Jahrmarft um 5.15), fer ner um 8.15, 11.00, 13.20, 15.20 und 18.20 hr. Von Leitmeris nach Aufsig: um 7.45, 10.20, 13.35 und 18.00 Uhr. Von Aufsig nach Leits Valutenstrafverfahren gegen Henlein? Vor einigen Monaten wurde in der tschechischen Presse eine Stampagne gegen Konrad Henlein geführt, weil er seine Auslandsreisen ohne Devisenbewil ligung der Nationalbant unternahm. Wie nun die „ Nár. Politifa" meldet, hat ein Journalist aus Wsetin gegen Konrad Henlein die Strafanzeige wegen Valutenschmuggels erstattet. Die Anzeige, die angeblich über 30 Zeugen anführt, wurde der lotine hingerichtet. Staatsanwaltschaft in Eger abgetreten. Udržals Beisetzung. In Dolní Roveň wurde am Donnerstag der gewesene Ministerpräsident Udržal zu Grabe getragen. Der Sarg war auf dem Hofe des Familiengutes auf einem Katafalt niedergelegt, auf dessen Stufen Kränze der Fas milie, des Präsidenten der Republik, der höchsten staatlichen Funktionäre und Behörden, der Wehrmacht usw. und vieler persönlicher Freunde des Verstorbenen niedergelegt waren. Zu der Trauerfeier hatten sich Ministerpräsident Dr. Hodža, der auch den Präsidenten der Republit vertrat, ferner fast alle Minister, die Vorsitzenden der Nationalversammlung und zahlreiche Parla- Austritt der Nichtarier aus dem Reichenbermentarier, die Spigen der Generalität, Vertreger Fußballklub. Nach dem Anschluß des Reichenter der zivilen Zentralämter und zahlreiche an berger Fußballklubs an den Turnverband haben dere Trauergäste eingefunden. Vorher war seit nunmehr die nichtarischen Funktionäre des Klubs 6 Uhr früh die Bevölkerung von nach und fern ihren Rücktritt bekanntgegeben und auch die nichtan den Sarg vorbeigezogen. Seit 10 Uhr früh arische Mitgliedschaft lündigt ihren Austritt an. ging ein heftiger Regen nieder. Nach einem Choral würdigte Dr. Hodža die großen Verdienste des der Kopenhagener Wohnung Asta Nielsens brach Toten um den Staat und seine neu geschaffene während der Abwesenheit der Schauspielerin Feuer Wehrmacht. Namens der Agrarpartei nahm Abaus, wobei ihr Ankleidezimmer mit fostbaren algeordneter Beran Abschied. Dann setzte sich ten Möbeln und Gemälden im Werte von 15.000 Journalistenschule in Estland. Infolge der der Trauerzug, der von einem militärischen GeKronen ausbrannte. Außerdem ist das einzige großen Entwicklung im Zeitungeswesen, das in neralstonduft begleitet war, durch ein dichtes Bild, das Asta Nielsen in ihrem Leben in Berlin den letzten Jahren in Estland zu verzeichnen war, Spalier von Sokoln, Legionären und anderen macht sich ein immer stärker fühlbarer Mangel von sich hat malen lassen, mitverbrannt. Korporationen zum Friedhof in Belegung, wo an geschulten Journalisten fühlbar. Aus diesem am offenen Grabe u. a. der Sokolobmann Dr. Kraft aus der Wolga. Am Oberlauf der Grunde wurde die Errichtung eigener Journali- wind vorherrschend. Vufowstý sprach. Fünf schwere Bomberſtaffeln Wolga werden gegenwärtig gewaltige hydrotech- ſtenschulen ins Auge gefaßt, die qualifizierte Ar- für Samstag: Andauern des unbeständigen treisten in den Lüften. Unter den Klängen der nische Anlagen gebaut, die einen Bestandteil der beiter für dieses Fach heranbilden sollen, Staatshymne wurde dann der Sarg in die Fa-" Großwolga" bilden. Diesem Plane gemäß wird miliengruft geſentt. Aſta Nielſens Wohnung ausgebrannt. In an der Wolga und ihren bedeutendsten NebenflüsOberleutnant Novák zurückgekehrt. Die bei sen eine ganze Reihe von Staudämmen, Wasserden Flugzeuge„ Avia", auf denen Kapitän Trutia fraftwerken und Schleusen errichtet. Eine auch für und Oberleutnant Novák vom Pariser Flugmee- Seeschiffe befahrbare Verkehrsstraße wird die ting nach Prag zurückkehrten, erschienen vor 17 nördlichen und südlichen Meere der Sowjetunion Uhr über dem Zivilflugzeugplay Prag- Ruzyně, verbinden. Die Kapazität der Kraftwerke des tvo sie einige Minuten vor 17 Uhr landeten. Die Wolgabeckens wird sich auf insgesamt 30 MillioAnkunft der Flieger wurde auf dem Ruziner Flug- nen S beziffern. Unweit von Uglitsch und Nyplay von dem Fliegeroberst Heřmanský erwartet. binst hat jeßt der Bau von Staudämmen, SchleuNach Erledigung der Zollformalitäten flogen die sen und Wasserfraftwerken mit einer LeistungsFlieger weiter zum Militärplay in Gbely, wo sie fähigkeit von 110.000 und 330.000 K begonvon den Vertretern des Acroklubs der Tschecho- nen. slowakischen Republik und der Fabrik„ Avia" er- Was faschistische Versprechen gelten. Der wartet wurden. Auf Wunsch des Oberleutnants Novát wurden feine Vorbereitungen zu einem feierlichen Empfang getroffen und die Flieger wurden nur in intimer Weise begrüßt. Popolo d'Italia" verhöhnt jene, die den in den englisch- italienischen Verhandlungen gemachten italienischen Versprechungen" über eine Zurüdziehung der italienischen Truppen aus Spanien Mord und Selbstmord in Pilsen. Am 27. Glauben geschenkt haben.„ Die Zurückziehung der April, furz vor Mitternacht, kam es in der Fe- italienischen Truppen", schreibt das offizielle Blatt mina- Bar im Hotel Praha" in Pilsen im soge- Mussolinis, vollzieht sich bereits in demselben nannten Türkischen Salon zu einer Liebestragö- Maße wie der Rückzug der Roten. Die italieniDer 19jährige Kellner Jaroslav Vojičta, schen Freiwilligen werden den fürzesten Weg, nehwohnhaft in Pilsen, gebürtig in Chotěboř, hielt men, der nicht derjenige über den atlantischen sich dort seit 10 Uhr abends mit der in dem an- Ozean, nicht derjenige über Gibraltar, sondern der geführten Unternehmen beschäftigten 25jährigen über Barcelona ist." Bartänzerin Elsa Kovářová- Starniolová auf, mit Ein salomonisches Urteil. Der Friedensrich der er seit vier Wochen eine Bekanntschaft unter- ter Louis L. Hicks in St. Louis hat ein wahrhaft hielt, und deren unbestimmtes Benehmen ihm ge- gerechtes Urteil gefällt. Es handelte sich um das genüber seine Eifersucht wachrief. Vosička erschoß Strafausmaß, das einem Gelegenheitsdieb aufmit einem Revolver die Kovářoá durch einen erlegt werden sollte, der aus einer Notlage heraus Schuß ins Herz und brachte sich selbst eine Schuß- zwei Dollar gestohlen und den Diebstahl auch sowvunde über dem Herzen bei. Es wurde ins Kran- fort zugegeben hatte. Richter Hicks erklärte, er Tenhaus übergeführt. Sein Zustand ist hoffnungs- wolle sich streng nach mathematischen Gesichtss. puntten richten. Das Gesetz verbiete es, dieses Britischer Visumzwang für deutsche Staatsangehörige. Einer Meldung der ,, News Chronicle" aus Berlin zufolge wurde auf diplo- meris: um 6.50, 10.20, 13.15 und 17.15 Uhr. Die matischem Wege der deutschen Regierung ange- Fahrpreise sind an allen Haltestellen ersichtlich ge zeigt, daß England den Visumzwang für deutsche macht. Staatsangehörige neu einführe. Der Zweck des Noch unbeständig. Die Störung, die sich in der britischen Schrittes scheint zu sein, den Zuzug legten Nacht über Südböhmen ausgebildet hat, ſchrei unerwünschter deutscher Besucher nicht erst bei tet allmählich gegen Norden fort. Unter ihrer Einden Einwanderungsbehörden in England, son- wirtung herrscht in Mitteleuropa vorwiegend bewöll dern bereits vor der Ausreise in Deutschland zu und in Böhmen fällt zeitweise Regen, in der Westtes Wetter. In den mittleren Teilen des Staates verhindern. slowakei wurden zahlreiche Gewitter verzeichnet. Nur in Karpathorußland und in der Ostslowakei ist es vorläufig troden und wärmer als im Westen. Die unbeständige Witterung dürfte noch morgen an - Wahrscheinliches Wetter Freitag: 8iemlich bedeckt, zeitweise Regenfälle, Temperaturen wenig geändert, Nordost bis NordWetteraussichten dauern. Wetters. Mattern will über den Nordpol fliegen Der berühmte amerikanische Weltflieger Jimmie Mattern aus Teras will mit diesem Flugzeug, das 130.000 Dollar( nach dem gegenwärtigen Kursstand 325.000 NM) kostet, einen Nonstop Flug über den Nordpol nach Moskau durchführen. Unser Bild zeigt Mattern auf seinem Flugzeug. reid fcha bun Ang dan eine Löh Erf ber thre eine Sira tit dhen Ver fit ge G 2 hi 23 1 i 3 Die er 58. d. 5. 10 5: to 5 t Nr. 100 Freitag, 29. April 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Der Wiederanstieg der Löhne Bir konnten schon mehrfach auf die erfolg eine Erhöhung des Anteils der in den höchsten reiche Versicherten um rund 20 Prozent einschaftlichen Verbände im vorigen Jahre zur Erhös getreten. bung der Löhne und Gehälter der Arbeiter und Es kann nicht oft genug unterstrichen werHingeſtellten entwickelt haben. Nur ihr ist es zu den, daß diese Verbesserung in den LohnverhältDinlet, daß ein großer Teil unserer Arbeiterschaft niſſen vor allem der Erfolg der freien Gewertine Erhöhung der in der Strifenzeit gekürzten schaften ist. Wir wissen sehr genau, daß auch das politik der angrenzenden Staaten auf Gnade und Ungnade ausgeliefert. Dadurch verbleiben auch unferer Volkswirtschaft jene Beträge, die sonst fremden Unternehmungen für Frachten zu ents richten wären. Von ganz besonderer Bedeutung für unseren Staat wird der Transitverkehr in Form des kombinierten Frachtverkehres DonauElbe, bztv. von den volnischen Häfen und Statio= nen nach den tschechoslowakischen Umschlagsplät zen und umgekehrt. Eine besondere Bedeutung fällt gerade der Donau- Wasserstraße zu, indem sie als einziger billiger Beförderungsweg die Einfuhr von Mohstoffen und Halbfabrikaten als auch die Ausfuhr unferer Fertigwaren und einen intensiven Trans fitverkehr ermöglicht. Leider wurde gerade dieser Söhne erreichte. Jetzt wird dieser gewerkschaftliche mit das Lohnniveau unserer Arbeiterschaft noch Verkehrsader kein besonderes Augenmerk zugeErfolg auch durch die Statiſtik der Zentralſozial- keineswegs ein befriedigendes ift. Aber wenn die berſicherungsanstalt beſtätigt. Die ZSVA gibt in Pläne der SdP fich in unserem Staate verwirk wendet. 1937 1936 1935 Leicht GEHT BERSON GEHT Gerichtssaal Crite 7 BERSON Ehetragödie greiser Ehegatten Zweitägiger Mordprozeß eröffnet die zweite Schwurgerichtsperiode Prag.( rb-) Die zweite Schwurgerichtsperiode bren foeben erſchienenen Mitteilungen für April lichen könnten, dann würde der Arbeiterschaft das Bei dieser Gelegenheit möchten wir in erster eine lebersicht über die durchschmittliche Zahl der mit jede Möglichkeit genommen sein, weiter für Linie auf die Löfung der Personalfrage hinweis d. J. wurde mit einer Anklage wegen des Verbre Strankenversicherten nach den Lohntklaſſen. Wenn die Erhöhung ihrer Löhne zu kämpfen. Nach den sen. Unter der Angestelltenschaft der Donauschiffchens des nicht vollendeten meuchlerischen Gattenwir die Ziffern für die letzten drei Jahre vergleis Bekenntnis Henleins zum Nationalsozialismus ist fahrt gärt es bedentlich. Dieses vom ganzstaat- mordes eröffnet, deren Verhandlung gestern vor dent then, so ergibt sich folgendes Bild. Von je hundert fein Zweifel, daß die SdP ebenso an die Ver- lichen und volkswirtschaftlichen Standpunkte aus hiesigen Schwurgericht( Vors. G.-R. Dr. Cer Bersicherten entfielen auf: nichtung der Gewerkschaften denkt wie die ungeheuer wichtige Unternehmen unserer Donauinta) begann. Es handelt sich um einen Indi Cohnklasse NSDAP im Deutschen Reich. Das bedeutet, daß schiffahrt besitzt mit seinen 1000 Angestellten bis zienprozeß, da die alte Frau auf der Antlagebant die Arbeiter dann ebenso schutzlos der Willtür zum heutigen Tage weder einen Betriebsrat, eine in Abrede stellt. Die Verhandlung wird zwei Tage not erdrückender Beweislait jede Schuld hartnädig und dem Diktat der niedrigsten Löhne durch die Dienstordnung noch ein Gehaltsreglement. Unternehmer ausgesetzt wären wie die deutsche Arbeiterschaft. Weil diese Selbstentrechtung kein Arbeiter wollen lann, deshalb darf sich auch kein Arbeiter zum Opfer des SDP- Terrors und der Demagogie machen lassen. 2 7 9 10 11,48 11,92 11,79 20,69 22,95 23,93 14,83 16,55 17,45 12,24 12,88 12.57 11,38 10,15 9,53 7,20 6,46 6.27 4,61 4,05 3,87 2,58 3,23 8,18 3,06 2,68 2,67 11,03 9,18 8,74 Unser Donauproblem Man kann die Wahrnehmung machen, daß unseren Wasserverkehrsadern bisher seitens unfes rer Deffentlichkeit nicht diese Bedeutung beigemesfen wird, die sie verdienen. Fehlt es hier an Mut oder Großzügigkeit, daß das einmal begonnene Wert, nach dem erſten Begeisterungsrausche ſeinem Schicksale überlassen bleibt? Der neuen Leitung sahen die Angestellten mit großen Hoffnungen entgegen. Diese jedoch brachte ihre Leute in das Unternehmen und fördert nur die Angestellten einer gewissen Einstellungsrichtung. Dies gereicht dem Unternehmen keinesfalls zum Vorteile. Wir wollen uns nur dies vor Augen halten: Aus der Verschiebung, die in der Stärke der Die Stonkurrenz auf der Donau wächst. Trachten In den einzelnen Lohntlassen Versicherten vor sich wir unsere errungene Position nicht nur zu erhalgegangen ist, ist die Besserung der Lohnverhält Man muß sich endlich einmal dessen bewußt ten, sondern vielmehr auszubauen. Zur Erfülniffe abzulesen. Während 1936 nur eine geringe werden, in welchem Maße diese beiden Wasserstra- lung dieser Forderung ist es aber unumgänglich Erhöhung der Löhne, und darum auch nur ein ßen unser Verkehrsnes nach außenhin erweitern. notwendig, daß sich die Angestellten voll und ganz mäßiges Sinten des Anteils der in den niedrigen Unsere Schiffahrtsunternehmungen ermöglichen der ihnen auferlegten Pflicht widmen können und Lohntlassen Versicherten und eine schwache Erhö ein leichteres Vordringen unseres Außenhandels nicht durch stetige Gehaltskämpfe hievon abgehal hung des Anteils der in höheren Lohnklassen und ohne sie wären wir der willkürlichen Tarif- ten und entnervt werden. Versicherten stattgefunden hat, ist das Lohnniveau nach dieser Lohnklassen- Statistik im Jahre 1987 stärker gestiegen. Während 1935 52,17 sten Lohnklassen angehörten, waren im Jahre dauern. Auf der Anklagebank sitt die 60jährige Müllersgattin Berta o udstý aus der Ortschaft Chrus tenice bei Beraun. Die Anflage legt ihr sur Laſt ihren Gatten Josef Soudský durch einen Stirnschuß schwer verletzt zu haben, wobei es nur einem Bufall zuzuschreiben sei, daß der Angeschossene mit dem Leben davonkam. Josef Soudſty, der als Mühlenverwalter angestellt war, zählt heute 68 Jahre. Zu der Verhandlung erschien er nicht, denn er ist zwar mit dem Leben davongekommen, aber schwer gelähmt und wird sich nach menschlichem Ermessen wohl faum je mals von seinem Schmerzenslager erheben. Die Vorgeschichte dieses ebenso unheimlichen wie unbe greiflichen Dramas, soweit sie gerichtsbefannt ist, ift nicht eben geeignet, Licht in das Rätsel dieses Falles zu bringen. useinanderſegungen, Sprinel, war seinerzeit Industriallehrerin und ver Die angeflagie Veria Soubsti, eine geborene heiratete sich mit dem Müller Josef Soudský im Jahre 1914. Soudský tvar Witwer und hatte sieben Stinder. Die Ehe war weder besonders glücklich noch auch ausgesprochen unglücklich. Es gab im Laufe der Jahre, während derer die beiden zusammen lebten, verschiedene Meinungsverschiedenheiten und jchzorniger Natur war. Nach allem, was im guge Gegensätze zwischen den Ehegatten niemals ein der Voruntersuchung zutage fam, haben aber diese seldhes Ausmaß erreicht, daß sie als Mordmotiv an gesehen werden fönnen. Die materielle Lage des Ehepaares war nicht schlecht. Sturz nach dem Tag. an welchem die Tat geschah, die gegenwärtig die Gefchtvorenen beschäftigt, wollte das Ehepaar eine Villa in Lodenice beziehen, die es sich aus seinen Ersparnissen gebaut hatte. Prozent aller Strankenversicherten den brei unter Deutscher und tschechoslowakischer Außenhandel siberießungen, zumal da der Gatte ziemlich 1987 in ihnen 47,0 Prozent versichert. Es ist Die Ziffern über die Entwicklung des Außenhandel des Deutschen Reiches nach der amtdemnach eine Verminderung des Anteils um mehr Außenhandels des Deutschen Neiches und der als 10 Prozent zu verzeichnen. Dagegen waren Tschechoslowakischen Republik widerlegen die von in den oberen drei Lohnklassen 1935 14,59 Pro- den Dittaturen so oft vorgetragene Behauptung, zent aller Versicherten versichert, 1937 jedoch daß nur ihr System den Wiederaufstieg der Wirt17,62 Prozent. Es ist also im Vergleich zu 1935 schaft verbürge. Es betrug die Ausfuhr: Deutschland Tschechoslowaket Einfubr Ausfuhr in Milliarden Stronen 15,7 17,5 5,9 7,3 Einfuhr Ausfuhr in Williarden Reichsmart Man erhält für Kč 1930 10.4 12,4 1933 100 Neichsmark 648.4,2 4,9 5,8 1934 4,0 4,2 6,4 _ Markmünzen 760.- 1935 4,2 4,3 6,7 7,4 100 rumänische Lei 100 polnische Zloty 540.50 16.95 1936 1937 4,2 4,9 7,9 5,5 5,9 11,0 8,0 12,0 100 ungarische Rengö 543.50 100 Schweizer Franken. 100 französische Francs 1 englisches Pfund. • 1 amerikanischer Dollar. 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas 100 bänische Kronen 660.50 89.20 143.25 28.60 150.40 Dies zeigt zunächst, daß die Ein- und Ausfuhr beider Länder durch die schwere Wirtschaftstrise einen schweren Rückschlag erlitten hat. Pros zentual gesehen hatte die tschechoslowakische Einund Ausfuhr bis 1933 sogar mehr verloren als die des Deutschen Reiches. Aber nun ist folgende interessante Beobachtung zu machen. Unter den 1597.Folgen des nationalsozialistischen Regimes stags niert die deutsche Einfuhr in den folgenden vier 64.80 Sahren. Sie ist 1936 genau noch so hoch wie i. 3. 484.1932. Das Gleiche gilt auch für die Ausfuhr. 638.- Nicht um eine Million Reichsmark hat sich der Der Frühling und die Dichter 8.- 9 Ein kleines Kapitel Literaturgeschichte von Lenz und Liebe lichen Statistit erhöht. In der gleichen Zeit aber winst der Außenhandel der Tschechoslowakei eine beachtliche Zunahme auf. Die Einfuhr hat sich von 5,8 Milliarden Kč im Jahre 1932 auf 7,9 Williarden Kč im Jahre 1936, oder um etwa 34 Prozent erhöht. Die Ausfuhr stieg von 5,9 auf 8,0 Milliarden Kč, also um 2,1 Milliar den Kč oder um etwa 33 Prozent. Auch im Jahre 1937 ist der tschechoslowakische Außenhandel viel stärker gewachsen als der des Deutschen Reiches. Während die deutsche Einfuhr um 25 Prozent und die Ausfuhr um etwas mehr als 20 Prozent gestiegen ist, hat die Einfuhr der Tschechoslowakei um mehr als 40 Prozent und die Ausfuhr sogar um über 50 Prozent zugenommen. Der Gesamtumsatz im deutschen Außenhandel erreicht im Jahre 1937 nur rund die Hälfte des Betrages von 1930, dagegen kommt der Ges famtumfaß im Außenhandel der Tschechoslowakei 1937 dem des Jahres 1930 um über 70 Prozent nahe. Diese Gegenüberstellung macht ganz eindeutig klar, daß die Entwicklung des Außenhan dels der demokratischen Tschechoslowakischen Republik wesentlich günstiger ist als die des Außenhandels des terroristischen Dritten Reiches, wichen dem Wonnemond Am 15. September v. J. besuchte die Angeflagte eine Theatervorstellung, die von einer Wan dertruppe veranstaltet wurde. Zur Aufführung ge langte das Stüd Die Frau unter dem Sere uz", das die Geschichte einer zerrütteten Ehe darstellt und mit dem Selbstmord des zwischen einer Galtin und einer jugendlichen Geliebten schwanken= den Gatten endet. Der Gatte der Angeklagten blieb it Gesellschaft eines Nachbars zu Hause und legte sich, nachdem sich dieser verabschiedet hatte, auf einem Divan in der Küche schlafen. Um zehn Uhr abends lam die Angeklagte nach Hause und begab sich in das anstoßende Zimmer zur Nachtruhe. Was weiter ge= schah, ist nur Annahme und mit absoluter Sicherheit nicht festzustellen. Die Auflage faßt alle festgestellten Einzelheiten zu folgenden mutmaßlichen Hergang zu sammen: ließ aber den Angeschossenen doch in das Berauner Evital transportieren, wo sich herausstellte, daß die Berlegung zwar sehr schwer, aber nicht absolut tödlich sei. Wie bereits erwähnt, wird der 68jährige Greis allerdings für den Rest seines Lebens ein Krüppel bleiben. Gegen die ihr zur Last gelegte Tat verwahrt sich indessen die Angeklagte mit außergewöhnlicher Energie und Hartnäckigfeit. Sie versucht glaubhaft au machen- was durch die Aussagen des Angeschossenen, wie auch durch andere Umstände widerlegt wird, daß dieser Selbstmord habe begehen wolDie Angeklagte hat sich nach den Annahmen der Anklage gegen halb vier Uhr früh in die Küche geschlichen und gegen die Stirne ihres schlafenden Gatten einen Schuß aus einer Repetierpistole abges feuert. Der schwer Verlebte kam auf einen Augenblic zum Bewußtsein, fiel aber gleich daraus in Seriegs hat wenig literarischen Niederschlag ge- ten, der holde Frühling verwelken wird, das Ohnmacht. Später hat er ausgesagt, daß seine funden, und erst Rousseau predigt die Rückkehr Weib wird mich verraten." Gerade diese leise Me Frau ihn angeschossen und ihn dann den zur Natur", während ein halbes Jahrhundert spä- lancholie des Frühlings hat der deutschen Sprache e volver in die hand gedrüdt ter Kant verkündet:..Unmittelbares Interesse an die schönsten und inngsten Verse geschaffen:„ Es nabe, um auf solche Art einen Selbstmord vorzuder Schönheit der Natur zu nehmen, ist jederzeit fiel ein Reif in der Frühlingsnacht, er friel tauschen. Erst eine halbe Stunde ipäter alarmierte die Angeklagte ihren Bruder und den ein Kennzeichen einer guten Seele". auf die zarten Blaublümelein,/ sie sind vertvelin dieser Mühle angestellten Schweizer Wolf und Vom Völlerfrühling", den die Dichter der fet, verdorret. Ein Jüngling hatte ein Mäderflärte ihnen aufgeregt, daß sich ein Unglüd erUnd dräut der Winter noch so sehr es Sturm- und Drangperiode ersehnen, distanziert chen lieb, sie flohen heimlich von Hause eignet habe". Der herbeigerufene Ärat jah die ſehr muz boch Frühling werden!" zitiert der Beit- Goethe den realen Frühling:„ Vom Eise befreit fort... Sie sind verdorben, gestorben." Und: ſchwere Verlegung zunächſt für hoffnungslos an, genosse dieses unwirtlichen Lenzes, der mit sind Strom und Bäche" beginnt der Faust'sche Das ist des Frühlings traurige Lust". Das wun Schneeſturm und Hagelschauer allen Kalender- Diterspaziergang. Noch wird die Natur geschildert, dervollste seiner Lenzgedichte aber ist jenes: terminen spottet. In dide Decken eingewickelt wie sie ist; aber nun beginnt die Welle der No- Leise zieht durch mein Gemüt/ liebliches Gedenn die Zentralheizung hat schon ihren Sommer- mantit jeden Naturalismus zu überspülen: Lenz läute./ Slinge, leines Frühlingslied,/ kling urlaub angetreten, durchblättert man die und Liebe werden einz im Gefühl des Dichters, hinaus ins Weite..." deutsche Literatur nach den Spuren, die der Früh- und er sieht das, was er sehen will: ,, Lieblich war Mit pathetisch rollendem Stabreim feiert ling darin hinterlassen hat. die Maiennacht. Silberwölflein flogen" Frühling läßt jein blaues Baub wieber Hattern Richard Wagner den Frühling:" Winterſtürme Merkwürdig man sollte meinen, der im linden Lichte Frühling und die damit untrennbar verbundene durch die Lüfte"-" Die linden Lüfte sind erleuchtet der Lenz". Eine Welt liegt zwischen ihm menschliche Liebe, für die er den stärksten Motor wacht"-: der Frühling ist zur Kulisse für die und dem tragischen Frühlingserwachen" Wedebedeutet, seien seit Urzeiten im Bewußtsein der Empfindungen des Dichters geworden, der ruhe- tinds, eine Welt zwischen Wedelind und Richard Menschen lebendig gewesen. Aber in unseren los nach der blauen Blume" sucht. Lenau, Wö- Dehmels unbeschwerten Jugendstil- Reimen: Wagenichmerzen auf und sie habe sich um Breitengraden war es erst Walther von der Vo- rite, Eichendorff- und ihr tschechischer Nollege Wiel nun wieder Frühling ist, streu ich, buttergelweide, der dem deutschen Minnesang die Natur Sarel Syne! Mácha: Je první máj, je lásty blumengelber Frühlingstasperl, hei! Tilablaue und damit den Lenz entdeckte. Du bist furzer, čas" sie alle brauchen den Lenz als wichtig- Asternblüten, liebe Leute..." ich bin langer/ also striten uf dem angerftes Requisit ihrer Gefühlsdarstellung. bluemen unde flee" heißt es in seinem berühm Der Dichter, der den Frühling am meisten Eine ganz andere Frühlingsauffassung zei testen Lenzgedicht. Die persönlichen Empfindun- besungen hat, ist wohl Heinrich Heine. Und doch gen uns die Modernen" à la Bert Brecht: gen des Menschen müssen erst formuliert. be- ist sein Lenzlied kein hemmungsloses Schwelgen Vor violetten Horizonten/ still unter bleichem wußtgemacht, vom Dichter herausgeschält werden in Sentiments, meist bricht die tiefe Traurigkeit Mond im Eis/ bei schwarzer Nacht in Frühjahrsnoch gibt es ja auch keine individuelle Liebe, über die Bergänglichkeit allen Blühens und monden/ wo keiner von dem andern weiß...", und alle nachträglich erdachten Geschichten von Fühlens durch: Ernst ist der Frühling, seine oder: Im Frühjahr unter grünen Simmeln, ſchmachtenden Goelfräuleins und anbetenden Mit- Träume/ find traurig, jede Blume schaut/ von wilden/ verliebten Winden schon etwas vertiert, tern sind aus der Mentalität späterer Jahrhun Schmerz betvegt, es bebt geheime/ Wehmut im fuhr ich hinunter in die schwarzen Städte/ mit derte entstanden. Die Knechte und Mägde, Bauern Nachtigallenlaut./O lächle nicht, geliebte Schöne, falten Sprüchen innen tapeziert..." Am altuund Bäuerinnen wurden von ihren Herrn nach so freundlich heiter, lächle nicht!/ veine braktischen Gesichtspunkten zusammengetan, und lieber, eine Träne/ lüß ich so gern dir vom Gefür die Heiraten unter der Mitterschaft waren po- ficht." Und:" Die holden Wünsche blühen/ und litische und wirtschaftliche Faktoren entscheidend.| welken wieder ab, und blühen und welken wie Walther von der Vogelweide blieb lange Zeit der so geht es bis ans Grab." Charakteri ein einsamer Sünder menschlicher Lenzgefühle. stisch ist Heines Vers: Vergängliches Glüd! Sie derbe Landsknechtserotit des dreißigjährigen Schon morgen Hirrt die Sichel über die Saas -" elſten aber ist heuer wohl der alte chinesische Dichter Li- tai- pe, den uns Klabund und Bethg: verdolmetscht haben und der, vielleicht auch in solch einem falten, nach innerer Erwärmung verlangenden Lenz gedichtet hat: ,, Was geht denn mich der Frühling an G. 2. lagt mich betrunten fein!" len. Angeblich wachte er in iener Nacht mit starten ihn bemüht. Troßdem habe er in einem unbewachten Moment zu dem Revolver gegriffen, stets unter dem Kissen liegen hatte. Im Widerspruch zu dieser Verteidigung stehen verschiedene Zeugenaussagen, die die starke Lebenslust des Verwundeten befunden, aber auch noch eine Reihe anderer Indi aien, die sie teils direft, teils indirekt belasten. In ihren Aussagen treten starke Widersprüche zutage. Bemerkenswert sind die Bengenaussagen naber Anschörigen, nach welchen fie fich mehrfach aus gerings fügigen Gründen in Morddrohungen cr ging. Bu einer ihrer Stieftöchter äußerte, fie fid 8. B. bei einem geringfügigen Anlaß, daß sie ,, n a ch lut dürfte und iemanden umbringen müfie". Schwer ins Gewicht fällt, daß fie tros Belehrung durch den Arzt die Gendarmerie nicht verständigte. Bei dieser Konfrontation stellte sie allerdings iede derartige Aeußerung entschieden in Abrede. Das entscheidende Wort in diesem Prozeß dürften die ärztlichen Sachverständigen haben. In den Abendstunden wurde die Verhandlung pertagt. Ceite S ,, Sozialdemokrat" Freitag, 29. April 1938. Nr. 100 8.V. 1938 Mutter 49.Muttertag zum Glatter Halbschuh aus feinem Kalbsbox mit breitem Riemchen. Absatz mit Gummi. Braun und schwarz. 69.Ein sehr schönes Frühjahrs- Modell, aus weichem Chevreau mit samtartigem, geschmeidigem Sämisch kombiniert. 49Schöne Sämisch- Halbschuhe mit aparter, origineller Zunge. Beliebter, halbhoher Absatz. 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Der Junge wurde samt dem Mädchen, das ihn begleitete, zur Polizei geführt und Deshalb sollen Stinder immer ein Spielzeug einem Verbör unterzogen. Er befannie, in Gesellschaft feines Kameraden den Einbruch in Bizlov bei haben, welches sie beschäftigt. Besuchen Sie die dem 72jährigen Pensionisten J. N. verübt zu haben. nächste Bafa- Verkaufsstelle und besichtigen Sie die Die mit dem Minderjährigen in der Bar auf große Auswahl der Gummi- Spielsachen. Bestimmt gegriffene Frau soll diesen Einbruch vorbereitet werden Sie ein Spielzeug finden, welches Ihrem haben. Der alte N. gilt als Sonderling und es ist Stinde entspricht und im Preise nicht teuer zu stehen auch in der Umgebung befannt, daß er reich ist. Die fommt. Bafa- Gummispielsachen sind unzerbrechlich, Polizei jetzt die Untersuchung fort und fahndet nach hygienisch und schön. 4755 dem Stameraden des Jugendlichen. Merkwürdige Zufälle. Bekanntlich hatte der Beamte Ostar Feial an der Klinit des fürzlich vers unglückten Prof. Gamper während seiner Amistätigfeit einen größeren Geldbetrag unterschlagen, den er Die Wünsche der Prager Bevölkerung bezüglich der Reinigungsaktion jind sehr reichlich. Es fommen Anregungen, man möge nicht nur der Erdfläche erhöhte Aufmertiamfeit schenken, sondern auch der Luft. - trop Busagen nicht ersetzte, so daß Prof. GamVor allem vereinigt viele Brager der Wunsch: ver fat. aegen Feial die Strafanzeige erstattete. Die Stampf dem Ru! Er ist der Schred aller Beitungen meldeten dies am gleichen Tage, ( nicht nur der Hausfrauen und Hausgehilfinnen). an dem das Autounglück des Prof. Gamper sich erdenn er verschont niemand. Die Tedmit it ia so vor- eignete. So erfuhr der iesige Chef Feigels, der Ingeschritten, daß man dem Ruß beikommen fann. Die haber eines elektrotechnischen Unternehmens, von dem Fabriken müßten nur Rauchreinigungs- Vorrichtungen Vorfall und redete Feial zu, sich doch lieber selbst zu an den Staminen anwenden. Die Eisenbahnen gehen melden, was für ihn sicherlich günstiger sein werde. mit autem Beispiel voran: die nach Prag einfahren- Daraufhin beschloß Feial, sich der Staatsanwaltschaft den Züge werden mit Stofs, statt mit Brauntohle in Vanfrab zu stellen. Er gab an, er geheiat. für politische Versammlungen verbraucht d Ein blinder Spiegel fann die ganze Wohnungs- alied der SdP gewesen. Die Hauptschuld versucht Feigl auf Prof. Gamber zu schieben dieser hätte einrichtung ebenso verunstalten, wie blinde( unge- eine schärfere Stontrolle über ihn ausüben müssen. vuzie) Schuhe unserer Erterieur. Einen blinden Feial wurde in Untersuchungshaft belassen. Spiegel wird man wohl schwieriger sehend machen, Was jedes Kind verlangt, ist ein dauerhaftes, als ungepuyten Schuhen ihren Glanz ver- schönes Spielzeug. Knaben schwärmen für Soldaten, leihen. Man fauft ganz einfach eine Schachtel der Mädchen wiederum für Puppen und Tiere. Moderne so bekannten Bafa- Schuhfrem Lord". pußt das Spielsachen werden jetzt nur aus Gummi hergestellt. Schuhzeug und hat wieder glänzende, wie neue Gummi ist nämlich elastisch, also unzerbrechlich, Schuhe. In allen Bata- Verkaufsstellen erhalten Sie ferner hygienisch und dann billig. Wenn Sie Ihrem ,, Lord"-Schuh- rem. 100 inde ein Spielzeug kaufen wollen, dann besuchen Sie die nächste Baia- Verkaufsstelle. Hier bekommen Sie eine ganze Stollektion Gummisoldaten, die nicht zerbrechen, bereits für 9 Kč. Gummi- Autos, die farambolsicher sind, mit und ohne Motor, sind auch 4755 Deutsche Maifeier in Prag Sonntag, 9 Uhr, im großen Saale des Handwerkervereines, Smečky 22 Sno. Programm: 1991 1. Staats hymne. 2. Lied der Arbeit( gemischter Chor der Volkssinggemeinde Prag). 3. Rezitationen: a) Das Lied vom Menschen( Hans Stahl). W b) 1. Mai( Sarl Hendell). Sprecherin Marianne Strauß. 4. Neue Lieder zum 1. Mai( Kompofitionen von Carl Gre uII): a) Volk der Arbeit, Volt der Not( Bruno Schönlant). b) Erster Maientag( Franz Orr). 5. Der 1. Mai 1938. Festansprache von Ernst Paul. 6. Schargefang: Die Internationale. Kommet alle! Die Bezirksleitung der DSAP ganz Ungewöhnliches". eine lebende) Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag, 8 Uhr: Samstag, 8: 3u viel Familie. Sonntag: Geschlossen. Aus der Partei doch etwas Gans! Sie wurde gefunden und fann bei der Polizei Liaison. Von Gummi aus der Welt geschafft sind die Aufräumesorgen der Hausfrau. Der aus Gummi hergestellte, ideale Fußbodenbelag Blinolit hat dies besorgt. Fachmännisch gelegt, hat Zlinolit die längste Lebensdauer, dämpft den Schall, läßt sich raschest reinigen und verschönert das Küchen oder Zimmererterieur. 3linolit wird in den verschiedensten Mu stern geliefert. Besuchen Sie nur die nächste Bata Verkaufsstelle und besichtigen Sie die Zlinolit Muster. Geschäftsführer und Verkäufer stehen Ihnen jederzeit mit Informationen zur Verfügung. 4755 Das Postsparkaffenamt auf dem Wenzelsplat wird erweitert, und zwar um das jebige Gebäude des Landwirtschaftsrats, der nach Prag II., Florenz. übersiedeln wird. Die Ausflugszüge der Staatsbahnen veran stalten am 8. Mai eine Fahrt nach Herrnstret fchen für 83 Kč. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhof. Telephon 38-335. Situng der Bezirksvertretung am Freitag, den 29. d. M., 20 Uhr, im Parteiheim. Vereinsnachrichten Der Klub ,, Die Tat", 30. d. M.. um 17 11hr, Ernest Neuschul, Entartete Kunst, Křižov nidá ul. 3. Reflamationen 34839. Ortsgruppe Prag. Sonntag um 9 Uhr früh Beteiligung aller Mitglieder an der Ersten Mai- Sundgebung im Gro Ren Saal des Handwerkervereines, Smečky 22. Urania- Kino Selbstverständlichkeiten unmöglich! Wenn Heute eine Großmutter alle Fertigkeit und allen Fleiß zu sammennehmen würde, um einen Seidenstrumpf zu striden, wäre es ein Ding der Unmöglichkeit. Was., Surrifan". Premiere in deutscher Sprache, Maschinen können, gelingt uns fast nie. Umgekehrt mit Dorothy Lamour und John Hall. Sturmflui ist es ja auch der Fall. Darum soll man nicht ver- im Pazifit, das Wunderwerk der amerikanischen suchen, Unmöglichkeiten zu überwinden. Haben Sie Filmtechnik! Atiualita! einen Strumpf- oder Sockendefekt, besuchen Sie gleich die nächste Bafa- Verkaufsstelle, fragen Sie nach der Strumpfreparatur und laffen Sie sich den Strumpf schnell, gut und billig reparieren. 4755 Kunst und Wissen Gesellschaft der Freunde des demokratischen Spanien. ,, Die Gewehre der FrauCara r" von Vert Brecht. Deutsche Uraufführung Samstag, den 21. Mai 1988 um 11 1hr abends Bürozeit ist Geld! Freizeit unbezahlbar! Das stimmt! Bei dem heutigen Arbeitstempo ist es zur unumgänglichen Notwendigkeit geworden, sich richtig auszuruben, um am nächsten Tage wiederum fit für neue Arbeit zu sein. Deshalb ist der neue Dienst Batas die Strumpf und Sodenreparaturstellen für alle Büroangestellten eine große Erleichterung. Jetzt gibt man einfach defefte Strümpfe in der nächs sten Bala- Verkaufsstelle db, läßt sie stopfen, waschen, formen und holt sie dann am nächsten Tage wieder ab. 4755 Fernsprecher 61623. im Kleinen Saal der„ Ilnitaria", Brag I., nen Urania- Kino, Klimentská 4. ſlá. Einmalige Vorstellung aufgeführt von Prager Künstlern. Preise: Sič 6., 8., 15.-. Starten bei Sturt Schrader, Gec- Verband. Maifestvorstellung Die Hochzeit des ia a r o" als Abendvorstellung am Samstag, den 30. April, um halb 8 Uhr. Starten von 6 bis 18 Kč täglich von 9 bis 12 und 2 bis 6 Uhr bei Optifer Deutsch, Koruna. ,, Vans Heiling" von Marschner: Neuinszenie rung am 5. Mai. Premiere in deutscher Svrache ,, Hurrikan Das Wunderwerk amerikanischer Filmtechnik. Mit Dorothy Lawjour und John Hall, dem schönsten Mann der Welt! Packende Darstellung einer Sturmflut im Pacific. Aftualita. Miffa folemnis"( Dirigent: Gerhard von Derlanget überall Steußler) am 9. Mai. Freitag, halb 8 1hr: Geisha, D. Samstag, Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. halb 8 1hr, Arbeitervorstellung: Die odheit des Figaro, Ab. aufgeh. Sonn tag: Geschlossen. Dolkszünder! Prager Eisen- Industric- Gesellschaft Die stimmberechtigten Herren Aktionäre der Prager Eisen- Industrie- Gesellschaft werden hiemit zur 75. ordentlichen Generalversammlung eingeladen, welche Samstag, den 14. Mai 1938 um 12 Uhr vormittags im Sitzungssaale der Zivnostenská banka, Praha II., Panská 7, Kaunicpalais, stattfinden wird. Tagesordnung der Generalversammlung: 1. Erstattung des Geschäftsberichtes über das Jahr 1937.. 2. Bericht der Rechnungsprüfer und Beschlußfassung über deren Antrag auf Entlastung des Verwaltungsrates. 3. Beschlußfassung über den Rechnungsabschluß und die Verwendung des Reingewinnes.. 4. Genehmigung einer Statutenänderung. 5. Wahlen in den Verwaltungsrat. 6. Wahl von drei Rechnungsprüfern und drei Ersatzmännern für das Jahr 1938. Stimmberechtigt sind nur jene Aktionäre, welche wenigstens zehn Aktien besitzen und diese samt den nicht fälligen Kupons mit einfachem Nummernverzeichnis entweder bei der Ziv nostenská banka in Prag, oder bei der Böhmischen Escomptebank u. Kreditanstalt in Prag oder bei der Deutschen Bank in Berlin, oder bei der Oesterreichischen Industrie- Kredit- Aktiengesellschaft in Wien spätestens bis 6. Mai 1938 hinterlegen, wogegen ihnen die Legitimationskarte eingehändigt wird, welche auf Namen lautet, die Zahl der hinterlegten Aktien und die darauf entfallende Stimmzahl ausweist und nur für die bezeichnete Person oder deren Bevollmächtigten gilt. 4604 Zwei neue Autobus- Nachtlinien. Am 1. Mai eröffnet die Autobusgesellschaft zwei neue Nacht linien. Die eine D- Linie beginnt am Blaß der Rebublif, fährt über die Stefanifbrüde nach Dejwiß auf den Siegesplaß, weiter über die Velvársfá auf die Bořislavitá. Die zweite Linie" beginnt beim sehr beliebt. Blab der Republif, führt über den Graben, Wenzels- Der Polizeibericht meldet täglich eine lange plab, Štěpánitá, über den Play Petra Osvoboditele Liste gefundener und vergessener Gegenstände, die oft Aur Jugoslavitá, Thlplab, Baladhstraße in die Re-| genug Absonderliches enthalten. Diesmal aber ist es| Bezugsbedingungen: Bei Ruitellung inshaus oder oder bei Bezua durch die Poft monatlich Kč 17.- vierteljährig Kč 51. halbjährig Kč 102, ganzjährig Kč 204. Tarif, billigst berechnet. Rüditellung von Manuff pten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Boit- u. Re: earanhenbirektion mit Erlak Nr. 13.800. VII/ 1930 bewilligt.( Kontrollpostamt Praha 25.- Truderei: Orbis". Druck. Verlags- u. Zeitungs- A.- G. Braz Inserate werden la'n