Ur. 170, KbmmtMtitts-Kedwgungen: «bonnemenlZ»Preti pränumerandot Wterleljährl. s�o Wl, monatl. 1,10 Mr.. niöche�tltih 23 Psg. frei tnS Hau«. Einzeln« Nummer S Pf». Sonnlag«. Nummer mit tllustricrler Eonnlagl» Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. «bonnement: 3,30 Marl pro Quarial. Eingetragen«n der Post. Zeitung». Preisliste für 1809 unter Nr. 7880. Unter Kreuzband sitr Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» übrig« Ausland 3 Marl pro Monat. Irsch» tut»glich«uftrr«-nl»g«. �.-G. DM Verltnev Volksblatt. 16« Jahrg. Di« Inftrtions-Grdülsr beträgt sür die sechSgespaltenc Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Psg., für politische und gewerls chaftliche Verein». und VersammlungS- Anzeigen 20 Psg. „Kleine Anselgen" jedes Wort 5 Psg. (nur da» erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bi» 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpcditton ist an Wochen- tagen bt» 7 Uhr abend», an Tonn- und Festtagen btSSUhr voruiillags geössnet. Fernsprecher: Nmi I, Nr. 1503. Telegramm-Adresse: „Sorinldemokral D-rliu» Contralorgan der socittldemokratiMen V�rtei Deutschlands. Kedakkion: LW. 19, Veuth-Skraste 2. Sonntag, den 23. Juli 1899. Expedition: SW. 19, Venth-Skratze 3. Die Geistesfreiheit in erster Instanz. Am Sonnabend fand die Verhandlung in Sachen unseres Parteigenossen Dr. A r o n s vor der philosophischen Fakultät der Universität statt. Bekanntlich hatte der Minister für Geistesfreiheit, Herr Bosse, schon vor mehreren Jahren ver sucht, unseren Genossen aus seinem Berus als Privatdoccnt zu entfernen, jedoch mit negativem Erfolg. Die Fakultät wollte nicht einschreiten, und als er selbst versuchte, seine Amts bestlgnis überschreitend, ein Disciplinarverfahren zu eröffnen, holte er sich eine kräftige Abfuhr seitens des Dr. Arons, der ihn darüber belehrte, daß er seiner Disciplinargcwalt nicht unterstehe. Noch einmal wandte der Minister sich an die Fakultät mit der Bitte, die socialdemokratische Gesinnung eines Privatdocenten nicht zu dulden. Diesmal, im Juli 1893, ließ sich die Fakultät dazu herbei, Arons eine Verwarnung zu er teilen, obwohl sie ausdrücklich betonte, die politische Gesinnung wolle sie nicht prüfen, und diese könne ihr keinen Anlaß zum Einschreiten geben. Erreicht man seinen Willen nicht mit den bestehenden Gesetzen, so muß man diese bestehenden Gesetze umstürzen, wenigstens, wenn man nicht Socialdemokrat, sondern mächtiges Mitglied der Regierung ist. So machte sich denn auch Herr Bosse daran, das bisher geltende Recht zu beseitigen, und legte dem Landtag einen Gesetzentwurf vor, der nach seinen eigenen Ausführungen die Privatdocenten schützen sollte und weiter, wiederum nach seinen eigenen Aus- führungen. dazu dienen sollte, einen der geschützten Gelehrten, eben unfern Genossen Dr. Arons, von der Universität zu entfernen. Landratskammer und Herren- haus bewilligten das Gesetz. Nach demselben ist der Minister befugt, ein Disciplinarverfahren zu eröffnen, und hat dann die Fakultät als erste Instanz das Urteil zu sprechen. Die Verhandlung vor der Fakultät fand, wie gesagt, am Sonn- abend statt Da die Sitzung nicht öffentlich war. haben wir den Verteidiger, unseren Genossen Rechtsanwalt Heine, gebeten, uns über den Gang der Verhandlung einige Informationen zukommen zu lassen. Danach hatten sich ciwa 40 Mitglieder der Fakultät zu der Sitzung eingefunden; de» Vorsitz führte der bekannte Mathematiker Prof. Dr. Schwarz, der zur Zeit das Amt des Dekans bekleidet; als Referent(Berichterstatter) wirkte der Nationalökonom Professor Schmoller. In seinem durchaus sachlichen Bericht erwähnte er die früherenVorgänge im Jahre 1895, als die Fakultät dem Gen. Dr. Arons die Warnung erteilte, das) er sich in Zukunft bei der Agitiation solcher Ausdrücke enthalten möge, die zu Mißverständnissen Aulatz geben könnten, und hob hervor, datz die Fakultät sich schon damals auf den Standpunkt gestellt habe, das;'die politische Gesinnung eines Privatdozentcn nicht Gegen stand eines disciplina- rische» Einschreitens sein könne. Aus dem Referat des Prof. Schmoller erfuhr nian ferner die interessante Thatsache, datz die Regierung seitdem noch wieder- holt gegen Arons hatte einschreiten wollen, die Fakultät sich aber ablehnend verhalten hatte. Nach dem neuen Privatdozcuten- Gesetz vom 17. Juni 1893 mutz vor der Einleitung des Verfahrens die Fakultät gutachtlich gehört werden. In diesem Gutachten sprach die Fakultät sich gegen die Einleitung eines Disciplinar- Verfahrens aus; das Ministerium hatte sich aber damit nicht begnügt, sondern ein zweites Gutachten gefordert. Mit ein- gehender Begründung hatte die Fakultät in demselben auf ihren Standpunkt b e h a r r t. Professor Schmoller gab weiter eine Darstellung deS Inhalts der verschiedenen dem Genossen Dr. AronS zum Borwurf ge- machten politischen Reden, und formulierte die Fragen, über welche sich die Fakultät werde schlüssig machen müssen. Genosse Arons hatte bei seiner Vernehmung bestritten, datz er sich irgendwie durch seine Zugehörigkeit zur Social- demokratie oder durch sein Eintreten für dieselbe der Achtung, die sein Beruf erfordert, unwürdig machen könne. AlSdann begründete der frühere Breslauer Professor der National- ökonomie, Gehcimrat Elster, als Staatsanwalt die An« klage. Er legte weniger Wert darauf, datz AronS seine Ge- sinniing in ungehöriger Form zu erkennen gegeben, in ungehöriger Weise agitiert habe, als vielmehr darauf, daß er überhaupt socialdemokratische Gesiuuung habe, also einer Partei angehöre, die den gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung er st rede. Als Belastungsmaterial hierfür sollte dienen, datz auf dem Wydener Kongreß im Jahre 1880 a»S dem Gothaer Programm das Wort .gesetzlichen"(die Socialdemokratie erstrebe ihre Ziele mit allen .gesetzlichen" Mttcln) gestrichen worden sei. Zu diesem Punkte konnte der Verteidiger nicht nur auf das Wydener Protokoll hinweisen, aus dem hervorgeht, daß die Streichung lediglich eine Frucht des SocialistengcsctzcS gewesen ist, sondern auch auf das von Gehcimrat Elster selbst herausgegebene Handwörterbuch der Staatswissenschaften, in welchem über diese Frage genau die- selbe Ansicht ausgesprochen ist, wie sie der Verteidiger äußerte. Besonders interessant war die Bezugnahme des Vertreters der An- klage auf ein.offizielles Wydener Manifest," aus dem er die Neigung der Socialdemokratie zum gewaltsamen Umsturz er- weisen wollte. In der Socialdemokratie ist von einem solchen Mani- fest nichts bekannt. Herr Elster gab als eine Quelle das Buch von Zacher.Die rote Internationale" an, das uns als elendes Polizeimachwerk bekanntist. Nach Hcrbcischasfung des Buches zeigte sich, datz das Manifest darin als„Manifest, erlasien nach dem Wydener Kongreß", bezeichnet ist, und keine Unterschrist trägt. Der Verteidiger war in der Lage, nachzuweisen, datz die namentlichen Sätze dieses„Manifestes" einem im September 1330 erschienenen Artikel des Socialdemokrat entnommen seien, jedoch in tendenziöser Weise mit Weglassimg aller der Stellen, in denen die Ueber- legenheit des friedlichen geistigen Kampfes betont wird. Der Verteidiger wies darauf hin, datz in der Anklage nicht irgend eine Handlung, sondern lediglich die Gesinnung für strafwürdig erklärt werde. Wenn eine Handlung für straflos gelten solle, wenn sie einer andern Partei diene, aber sür strafbar, wenn sie im social demokratischen Interesse vorgenommen werde, so sei das eine Ver- fehmung der Gesinnung. Gerade diesen Standpunkt habe die Fakultät schon mit aller Entschiedenheit abgelehnt; sie habe 1895 rechtskräftig erkannt, datz die socialdemokratische Gesinnung des Dr. Arons kein Grund zur Verurteilung sei. Arons habe noch dieselbe Gesinnung wie damals und könne daher nicht ans demselben Grunde ein zweites Mal angeklagt werden. In dem Borgchen gegen Arons erblickte der Verteidiger nur einen Teil eines großen systematischen Vorgehens gegen die Unabhängigkeit der Universitäten überhaupt. Werde jetzt ein Privatdoccnt getroffen, so könne es ein andermal ein Professor sein, und richte sich jetzt die Aullage gegen die Gesinnung außerhalb des Berufes, so könne sie bald genug auch gegen die wissenschaftliche Ueberzeugnng und Lehre im Beruf gerichtet werden. Die Verhandlungen hatten sich von 10 bis 2 Uhr hingezogen. Dann beriet die Fakultät noch mehr als 2�/2 Stunden, und erst kurz vor 5 Uhr verkündete Prof. Schlvarzo das Urteil dahin, datz die Fakultät dem Antrage des Staatsanwalts auf Abcrlenuuug des Charakters eines Privatdocenten nicht beitreten könne, weil sie die Zugehörigkeit eines Privatdocenten zur socialdcmokratischcn Partei nicht als Grund zu seiner Enthebung ansehe, und weil AronS in der Art seines Auftretens für die Socialdemokratie die er- laubten Grenzen nicht überschritten habe. So ist denn der Ansturm auf die Geistesfreiheit in erster Instanz mißlungen. Aber wir leben ja im Lande der Posadowskyschen Rechtsgarantien; darnach sind die Niederlagen der Negierung Vorbedingungen ihrer that- sächlichen„Erfolge"! So hat denn Herr Elster auch sofort erklärt, Berufung einlegen zu wollen. Wozu wäre denn auch die lex Arons geschaffen. wenn sie gegen Arons versagen sollte. Der Beauftragte des Ministeriums wird also Berufung an das Ministerium einlegen. Dann sitzt in zweiter Instanz das Ministerium als Ankläger und Richter zugleich, und bei dieser Zweieinigkeit ist der Ausgang nicht zweifelhaft. Aber das Odium der Unterdrückung der freien Wissen- schaft muß die Regierung, besonders der schönrednertsche Herr Bosse, allein und ganz auf sich nehmen. Die Berliner philo- sophische Fakultät hat ihm keinen Teil davon abgenommen. Das ist, so selbstverständlich es an sich sein sollte, bei der Rückständigkcit des heutigen Bürgertums immerhin ein er- sreuliches Geschehnis. Zun: Parteistreit i« Frankreich. Paris. 20. Juli. Im französischen Parteistrcit spielen— was unnütz wäre, sich zu verhehlen— neben sachlichen auch persönliche Momente mit. Ich will hier versuchen, die rein sachlichen Gegensätze hcrauszu- schälen. Rein sachlich genommen, dreht sich nun der Streit im letzten Grunde nur um eine taktische Frage, die schon im Kommunistischen Manifest von Marx und Engels beantwortet wurde und seither im praktischen Kampfe der internationalen Socialdemokratie eine, wie man annehmen darf, endgültige Lösung gefunden hat. Es ist die Frage der socialistischen Taktik gegenüber den verschiedene» bürger« lichcn Parteien, oder genauer— gegenüber de» Kämpfen zwischen den demokratischen und reaktionären Schichten des Bürgertums. Frankreich gehört zu den wenigen Ländern, wo die bürgerliche Demokratie immerhin noch eine beachtcns- und achtuiigswcrtc Grötze darstellt. Das hat sich während des Kampfes gegen die um den Gcncrnlstab gruppierte klerikal-monarchistisch-iiiilitärische Reaktion desto unverkennbarer gezeigt, als es dabei die allmächtigen chauvinistischen Vorurteile zu überwinden galt. Es ist wahr, die bürgerliche Demokratie war allzulange Zeit in jenem Kampfe lcdig- lich durch ideologische Freischützen vertreten. Aber ungefähr dasselbe trifft auch zu auf die proletarische Demokratie, die socialistische Parlci. Die socialistisch-rcvolutionäre Arbeiterpartei(Allcmnuistcu) ivar die einzige Organisation, die thatsächlich von Anfang an(namentlich in ihrem Pariser Wochenblatt„Le Partie Ouvricr" gegen den Generalstab kämpfte. Die entscheidende, das klasscu- bcivutzte Proletariat zum Kampfe anfeuernde Initiative ging aber vom Genossen Jaurss und einigen anderen revolutionären Socialistcn aus. Der gruudlcgcude llmerschicd zwischen der beiderseitigen Rolle der proletarischen und der bürgerlichen Demokratie liegt vielmehr darin, datz nur die socialistischen Vorkämpfer die Masse in Bewegung setzen konnten und damit schließlich über den Ausgang des Kampfes entschieden haben. Daß ferner unsere Vor- kämpfer den Kampf um Dreyfus viel grundsätzlicher als die bürger- lichen Ideologen zu einem Kampfe gegen Militarismus und Chauvinisnius erweitert haben, versteht sich von selbst. Doch, bei allen Vorbehalten hinsichtlich der Rolle der bürger- lichen Demokratie in der DreyfuS-Krise, ist es unleugbar, datz der französische Socialismns sie als einen wichtigen, und zwar frcihcit- lichcn Machtfaktor behandeln mutz. Daher die besondere Bedeutung der bezeichneten taktischen Frage für den französischen Socialismus. Das Verhalten unserer Partei in der Dreyfus- Krise ist nur ein Specialfall jener allgemcincn Frage, wenn auch ein besonders folgenschwerer Specialfall. Die praktische Thätigkeit der internationalen Socialdemokratie hat die Frage im Sinne des Kommunistischen Manifestes gelöst, im Sinne des Zusammengehens mit der bürgerlichen Demokratie oder deren Unterstützung gegen die reaktionären Mächte, weil letztere stets und überall— mögen sie auch die „Peitsche" mit dem„Zuckerbrot" socialreforiuerischer Quack- salbercicn verbinden— den dauernden Interessen des Proletariats, seinem revolutionären Befreiungskämpfe hemmend im Wege stehen. Im Falle Dreyfus war die Anwendung der taktischen Regel des Kommunistischen Manifcsts desto scibstvcrstäudlicher, als hier nicht von dem mindesten Zuckerbrötchcn für die Arbeiter die Rede sein konnte und als die Reaktion die gefährlichste, die große Masse am gründlichsten betörende Form der Vaterlandsretterei annahm. Andererseits ist es eine Thatsache, datz auch die Organisationen Gucsdcs und Vaillauts bei den Wahlen und im Parlament stets mit den bürgerlichen Radikalen zusammengingen, mid das in ganz sried- lichcn Zeiten, Ivo nur einzelne Wahlersolge oder das Schicksal eines Ministeriums auf dem Spiele standen. Warum soll nun diese Taktik gerade in kritischen Zeiten, wo die wichtigsten demokratischen Errungenschaften gefährdet sind, nicht mehr gelten? Warum wird sie in dem von Guesde, Lafargue und Vaillant ver- faßten Manifest des 13. Juli als eine„angeblich socialistische, aus Kompromissen und Vcrirrungen bestehende Politik" gebrandmarkt? Denn dieser Absatz des Manifestes richtet sich, wohlgemerkt, nicht gegen den Eintritt Millerauds ins Ministerium, sondern gegen die Jaurössche Taktik in der DreyfuS-Krise. Es heißt ja ausdrücklich:„Es handelte sich darum, mit einer augeblich socialistischen.,. Politik zu brechen, die man seit allzulanger Zeit(äoxuis trop longternps) bemüht war, an die Stelle der Klassen« und folglich revolutionären Politik des kämpfenden Proletariats und der socialistischen Partei zu setzen. Der Widerspruch zwischen beiden Arte» Politik mutzte unvermeidlich früher oder später zum Vorschein kommen"(eivvoit infailliblernent so manifester un jour ou l autre). Millerands Eintritt ins Ministerium wird dagegen im Manifest unmittelbar darauf nur noch sozusagen als der letzte Tropfen, der den Kelch zum Ucbcrlaufen bringt, behandelt.. Man mag über den Fall Millcrand denken, wie man will, man mag mit den Verfassern des Manifcsts sogar unter allen Umständen die' Teilnahme eines Socialistcn an der Regierung unter dem kapitalistischen Regime principicll vcrlverfen,— mir der taktischen Grundfrage hat das gar nichts zu thun. Der ebenso mutige wie erfolgreiche Feldzng Jaures gegen den Gcneralstab ist und bleibt nichtsdestoweniger eine Glanzthat, die die dauernden Klassenintcressen des Proletariats mächtig gefördert hat und dem französischen SocialiSmus zur Ehre gereicht. Es ist bemerkenswert, datz die Richtungen von Guesde und Vaillant, die direkt oder indirekt, durch Handlungen oder Unter- laffuugen für die Neutralität der socialistischen Partei in der Drcysüs-Krise eintraten und jetzt wieder eintreten, dieselbe Taktik zur Zeit des Boulangismus beobachteten. Die theoretische Begründung war in beiden Fällen die gleiche. Das Proletariat habe sich nicht in den häuslichen Streit zwischen den verschiedenen Schichten des Bürgertums einzumischen, ungeachtet dessen, daß die reaktionären Schichten über die demokratischen obsiegen könnten. Also die passive Beobachtung, die praktische Ignorierung gerade der heftigsten Stürme der bürgerlichen Gesellschaft wird zum revolutionären Klaffenprincip des Proletariats erhoben.... Der Anarchist Scbastinu Favre denkt ganz logisch, wenn er(in seinem Blatt.Jouruäl du Peuple") die thcorctiichcu Voraussetzungen des Manifestes des 13. Juli für seinen sektiererischen, jede politische Thätigkeit verwerfenden Standpuilkt zu verwerten sucht. Noch mehr, die Neutralität deS Proletariats in politiseficil Krisen ist folgerichtig nur dann begreiflich, ivcnn mau den SocialiSmuS als eine S c k t c ii b e Iv e g n n g nnffatzt, die ausschlietzlich auf dem Wege der Propaganda der socialistischen Ideen, der Anwerbung von neuen Anhängern mittels des gesprochenen und gedruckten Wortes zum Siege gelaiigen soll. Demi gerade in politischen Krisen ist der socialistischen Partei die beste Möglichkeit gegeben, durch die Aktion, durch den Kampf das Klassenbewutztscin der in den tiefsten Tiefen aufgeregten proletarischen Masse zu wecken, die eigenen Reihen zu stärken'und zum Anziehungspunkt für alle dem Socialismns zngäilglichcn Elemente zu werden. Die vom kämpfenden Proletariat schließlich befolgte Jaurössche Taktik in der Dreyfus- Krise hat thatsächlich, wie seiner Zeit an dieser Stelle I hervorgehoben wurde, all zcne Erfolge für die socialistische Partei gezeitigt, Erfolge, die durch keinen Zwischen« fall Millcrand« Galliffct wieder aus der Welt geschafft werden können, selbst wenn man nilr die Schattenseite dieses Zwischenfalles beachtet und die große agitatorische Wirkung gänzlich ans dm Auge läßt, die in der notgcdrungcuen Anerkennung der socialistischen Kraft seitens der Vertreter der Bourgeoisie liegt. Oder sind es keine Erfolge für den proletarischen Befreiung?- kämpf, wenn in einem Laude wie Frankreich der Masse die chauvi- nistischeil Schuppen von den Augen genommen werden, wenn der Heiligenschein der vergötterten Hocharmce zerstört wird durch die Aufdeckung ihrer inneren Fäulnis, ivenn der seit 1871 der Kontrolle des Landes thatsächlich entrückte Militarismus an den Pranger ge« stellt wird, wenn der akute Konflikt zwischen Militarismus und Demokratie zu Gunsten der letzteren entschieden wird, wen» die Ehrcnrolle in dieser Eutscheiduitg dem klnffcnbcwutzten Proletariat zufallt?... Sind es„Kompromisse, Berirrungen, Ablenkungen von den Klasscniiitcrcsscu"?"... Datz andererseits die socialistische Neutralität notlvendig der klerikal-militärischen Reaktion Vorschub leisten mutz, liegt aus der Hand. Die Neutralität eines Dritten kommt stets, mag er es wollen oder nicht, dem st ä r k c r c n der streitenden Teile zu gute. Ganz besonders aber im gegebenen Falle, wo der Dritte die entscheidende Macht der aufgeklärten Masse gegen die von der reaktionären Demagogie verhetzte und verblödete Masse in die Wagschalc zu werfen vermag, Sollte es noch eines Beweises dafür bedürfen, so genügte der HiutveiS auf den enthusiastischen Beifall, den die G e u e r a l st a b S p r c s s e dem Manifest vom 13. Juli zollt. R o ch c f o r t, D r u m o n t, C a s s a g n a c und M e l in e stud außer sich vor Freude. In Rochcforts' Blatt werden die Verfasser des Maiiifests als die„Hüter her vcvolutiouärcn Uebcrliefcrung" verherrlicht, die„endlich das ihncii von den Verrätern miferlegle Joch abgeschüttelt haben" u. s. f.. während Jaurös und Millerand vom Sudeiblatt mit Mistkübcln beworfen werden.— Rochefort schreibt, datz„das Volk sich soeben gegen sie(die.Dreyfiisards") auspcsprochen' habe, daß also die— Militärrichter in Renne? DrehfuS ruhig verurteilen könnten..... Trum out ergeht sich in freudigen Komminitaren zu der Stelle des Manifest, Ivo von„Prellereien" die Rede ist(TKsurs des dupcs est possee):„Naiv, unschuldsvoll, leicht mit deklamatorischen Phrasen zu prellen(ä duper), wird der Arbeiter... rot vor Zorn, wenn er gewahr wird, daß man ihn über den Lössel barbiert hat.. Das ist die Bedeutung des Manifests für Drumont, der bei dieser Gelegenheit den Verfassern deö Manifests den Rang von Arbeitern verleiht, um desto gründlicher die„prellende" Taktik der„bourgcoisierenden Bourgeois", Janrss und Millerand, hernnterinachen zu können. Eine weitere, nicht minder schlimme Folge deS ManiftstZ, die Gefährdung der in erster Linie von Hau res mit so viel Mühe an- gebahnten Einigung, wird hoffentlich vermieden werden. Die ersten allzu begründeten Befürchtungen werden entkräftet durch den heute veröffentlichten Beschluß der Urheber des Manifests, in die Einberufung eines gemeinsamen Parteitages aller im VerständigungSkomitce vertretenen Organisationen einzuwilligen. Damit geht die anfängliche Idee von'Innres, die er in Be« antwortung des Manifests nnt neuem Nachdruck wieder an genommen, ihrer Verwirklichung entgegen. Enesde und Vaillant wollen freilich die � Verhandlungen des„außerordent- l i ch e n"(extraordinaire) Parteitages auf den einzigen Punkt beschränkt wissen, ob ein Socialist an einer Bourgeoisregiernna teil- nehmen dürfe. Alles spricht aber dafür, daß der gemeinsame Partei- tag an eine ernste Anbahnung der Einigung gehen dürfte, zum allerinindesten an die Schaffung eines EinignngsorganS, das mit Wirksameren Befugnissen ausgestattet wäre als das. wie es sich gerade in den letzten Vorgängen gezeigt, lendenlahme Verständigungs- komitce. Es ist eine lehrreiche Beobachtung, baß Jcmrös' EinigungS- kampngne Hand in Hand mit seiner Kampagne gegen den General- stab ging und in hohem Grade begünstigt wurde durch die Notwendigkeit, der klerikal- militärischen Reaktion eine ge- schlossene Front zu bieten. Also auch die Anbahnung der Einigung ist eine Frucht der aktiven Einmischung der Socialisicn in den angeblich häuslichen Streit der Bourgeoisie, wie andrerseits die > Neutralitätstaktik innig, logisch und thatsächlich, mit der Beibehaltung der organisatorischen Zersplitterung des Sociälismus verknüpft ist. In der That, hier wie dort wirkt— rein sachlich betrachtet— ein starker Ileberrest sektiererischer Auffassungen. Der Isolierung des Sociälismus inmitten der tobenden Kämpfe entspricht die Isolierung der einzelnen,� das Monopol sektenhafter Unfehlbarkeit bcan- spruchende» socialistischen Schattierungen in ebenso vielen Sonder- organisationeir. Zum Glück aber ist auch der französische Sociälismus aus den Kinderschuhen einer Sektenbewegung herausgewachsen. Die große Masse des kämpfenden Proletariats beginnt immer lebhafter die Sonder- organisationen! als lästige Fesseln zu empfinden, die im Interesse der Gesanitpartei gesprengt werden müssen. Seit dem Manifest vom l3. Juli— das übrigens von niehreren Unterzeichnern, die nicht dabei waren, seiner aggressiven Form oder seines ganzen Inhalts wegen mißbilligt wir— mehren sich die Kundgebungen proletarischen Organisationen sowohl zu Gunsten der Janr�sfchen Taktik in der DrehftiS-Krise, wie auch z« Gunsten der Einberufung eines E i n i g u n g s- P a r t e i t a g S. Bezeichnenderweise liegen solche Kundgebungen auch ans den Reihen der guedistischen Arbeiterpartei vor, während mehrere namhafte Mitglieder der Vaillantschcn Orgnni- sation demissioniert haben. Schon das Verständigungskomitee ist unter dem Druck der klassenbewußten Masse zu stände gekommen. Jetzt hat derselbe Druck die Einberufung eines gemeinsamen Parteitags in die Wege geleitet. Es ist daher zu hoffen, daß aus diesem Parteitag die Einigung her- vorgehen dürfte. •** . Grund der heut eingetroffenen„Petite Rcpublique" haben wir der obigen Korrcipondenz noch ein Wort hinzuzufügen: Der Kongreß aller socialistischen Fraktionen Frankreichs wird sicherlich zusammenkommen, allein die Schwierigkeiten, welche sich der Ausführung dieses notwendigen Gedankens in den Weg stellen, sind sehr groß. Die Hauptschwierig- keit liegt in der Art der Vertretung. Der Vorschlag, den das gestern von uns mitgeteilte Manifest macht, wurde von uns in einem Punkt mißverstanden. Es handelt sich nicht um getrennte Delegationen der einzelnen Gruppen, wie wir meinten, sondern es handelt sich um G e s a m t d e l e g a t i o n e n der Wahlkreise. Da ist der Haken. Die bestehenden Organisationen wollen sich nicht der Gefahr der Majorisierung aussetzen. Hier gilt es, einen Modus zu finden, der eine gerechte, der Fraltionsstärke entsprechende Vertretung ermöglicht. Die zweite Schwierigkeit liegt in der Tagesordnung. Während das Manifest dieselbe auf die einzige Frage des Eintritts eines Socialisten in ein Bonrgeois-Kabinett beschränken will, verlangt Janrss, daß der Kongreß sich auch mit anderen Fragen, namentlich mit der Einigungsfrage und der P a r t e i- O r g a n i s a t i o n bechäftigen solle. Wenn es gelingt, die Frage der Vertretung bc- sriedigend zu lösen, wird diese zweite Frage sich leicht erledigen läffcn. Nolikisesze Borliu, den 22. Juli. Ein Typus. Uns wird geschrieben: Die Art, wie Herr v. Wenckstern den Belagerungszustand und den Staatsstreich gegen die„roten Gewerkvereine" in der „Kreuz-Zeitung" enipfohlen hat, macht sogar in der bürger- lichen Presse unliebsames Aufsehen. Ihre Organe stellen fest, daß Herr v. Wenckstern nicht der erste beste, sondern ein be- vorzugter Schüler SchmollerS fei, der im Herrenhause eine Art Protest gegen die Znchthausvorlage eingelegt habe. Wir wollen nun nicht untersuchen, ob SchmollerS Protcstlerei und Wenckstcrns Staatsstreichlere! so sehr weit auseinander liegen; es ist uns außerordentlich gleichgültig, wie sich in dieseni Falle Lehrer und Schüler mit einander'abftnden. Auch die Persönlichkeit des Herrn v. Wenckstern bietet nur ein geringes Interesse. Anzuerkennen ist immerhin, daß er die Karriereschnaiferci die ihn beseelt, zunächst in sozu- sagen höherem Stile befriedigen wollte. Er schrieb sein Buch über Marx, um das geistige Haupt deS Umsturzes geistig zu vernichten. Er war in dieser Art Gcscllschaftsretterei weder der erste noch der letzte, aber entschieden der dümmste. Selbst Herr Max Lorenz, der als Marx- Vernichter doch auch nicht von Pappe ist, erklärte mit patriotisch bangem Nachdruck, so albern wie von Herrn v. Wenckstern dürfe die heilige Sache nicht angegriffen werden. Mit dem feinen Psti- stinkt eines Mannes, der nach den guten Dingen dieser Welt lüstern ist, begriff Herr v. Wenckstern, daß die landes- übliche Marx-Vernichtung, so gut sie sonst ihren Mann nährt, doch noch immer ein Maß von Kenntnissen und Verstandes- kräften voraussetzt, das ihm Mutter Natur nicht auf seinen Lebensweg mitgegeben hat. Herr v. Wenckstern entschloß sich kurz und ging nun gleich aufs Ganze. Hatte Treitschke einmal gesagt, daß dem ger- manischen Menschen selten das Gefühl der Scham fehle, so wollte der Urgermane v. Wenckstern zeigen, daß er zu den seltenen Exemplaren der edelsten Rasse gehöre. Er vcröffent- lichte seine Flottenbroschüre und seine Staatssrreich-Artikel, wobei er auch noch den Ruhm erntete, daß er die in der Marx- Vernichtung so auch im Flotten- und im StaatSstreichkoller das Dümmste geleistet hat, das in diesen nicht eben geistreichen Fächern geleistet worden ist. Man verzeihe, wenn wir uns mit einiger Deutlichkeit ausdrücken; es geschieht wenigstens nur aus Liebe zur Sache, und nicht etwa aus persönlichem Uebelwollen gegen Herrn v. Wenckstern. Ganz im Gegenteil, wir wissen, daß wir den edlen Ehrgeiz dieses hoffnungsvollen Gelehrten fördern, indem wir ihm gegenüber ans unserem Herzen keine Mördergrstbe machen. Schon ans der Zeit des Socialistengesetzes datieren Fälle, wo strebsame Privatdocenteu einen stolzen Adler flug nähme, in- dem sie die Kritiken ihrer staatsrnännischen Leistungen durch die socialdemokratische Presse den hochpreislichcn Kultusministerien einreichten, als Beweise, wie un- bequem sie dem„Umstürze" und wie reis sie demgemäß nächstens für den Außerordentlichen, wenn nicht gar schon für den Ordentlichen feien. Wir hoffen zuversichtlich, daß diese Nunimer des„Vorwärts" in einem Exemplar, als Beilage zu einem submisscn Gesuch deS Privatdocentcn v. Wenckstern. bis in die heiligen fallen vordringen wird, wo Herr Bosse waltet, und wir wüinchen gern den besten Erfolg. Nicht so wohlwollend, wie der Person, stehen wir dem Typus Wenckstern gegenüber. In den Spalten der„Kreuz- Zeitung" ist ja nicht zum erstenmal der Staatsstreich empfohlen worden; in jeder geschichtlichen Darstellung der preußischen Gegenrevolution kann man nachlesen, wie oft das in den fünfziger Jahren geschehen ist. Aber die Gerlach und Ge- nossen, die dein damaligen preußischen Könige den Eidbruch plausibel zu machen suchten, waren in vormärzlichen An- schaunngcn anfgewachsen und in ihrer Art geistreiche Leute; sie hatten wenigstens die Entschuldigung für sich, daß sie aus ihrer romantisch- verlogenen Haut nicht herauskonnten. Sonst herrschte damals, in Tagen, die man fast schon sprichwörtlich zu nennen pflegt, wenn nian die Versumpfung des öffentlichen Geistes kennzeichnen will, noch die Anschauung vor, daß die Universitäten berufen seien, an ihrem Theile das verfaffungs- mäßige Recht des Landes zu schützen; selbst Männer von wissenschaftlichen Verdiensten, wie der alte Leo in Halle, verfielen der allgemeinen Verachtung, wenn sie sich mit der Befürwortung des staatsstreichlerischen Eidbruches besudelten. obgleich sie sich, wie gesagt, darauf berufen konnten, daß sie in der fürstenfürchtig- knechtischen Gesinnung alt und grau geworden. Das ist jetzt anders geworden, und es ist ein Kapitel ans„Deutschland zur Zeit seiner tiefsten Erniedrigung", daß je verurtelenswerter eine„staatsmännische" Handlung ist, sie desto wärmere Verteidiger in akademischen Kreisen findet. In einem kürzlich erschienenen schwatzschweifigen Buche über„die geistigen und socialen Irrungen des 19. Jahrhunderts" schreibt Herr Theobald Zieglcr, ordentlicher Professor der Theologie an der Universität Straßburg, es sei„natürlich und gerecht" gewesen, daß die Gefangenen des badischen Anfstandes in den Fcstnngsgräben von Rastatt niedergeknallt worden seien: „Tie Klagen gegen den„Kartätschenpnnzen" waren trotz des in sie einstimmenden Protestes von Uhland ebenso grundlos. wie der im Jahre zuvor über die Erschießung Robert Blums in Wien ausgekrochene Lärm." Mit der Miene eines fürchterlichen Eisenfressers erklärt dieser süßliche Theologe, Krieg sei Krieg, und in Revolutionen spiele man um daL eigene Leben; auch eine siegreiche Revolution sei mit Henkerbeilund Pulver und Blei ebenso bei der Hand, wie die siegende Reaktion. Herr Professor Ziegler flunkert zunächst in den Tag hinein, denn er weiß sehr gut, daß die deutsche Revolution, wo immer sie siegreich war, ob in Berlin oder Wien oder sonstwo, nirgends mit„Henkerbeil und Pulver und Blei" bei der Hand gewesen ist. Aber von Uhlands Protest bis auf Zicglers und Wcnck- stenis Lobpreisung, das kennzeichnet vortrefflich den Nieder- gang der deutschen Universitäten seit fünfzig Jahren. Sicherlich giebt es heute auch noch Universitätslehrer von achtbar unabhängiger Gesinnung, aber der ganze Strom der akademischen Entloicklung geht gegen sie. Deshalb ist es auch verkehrt, wie es vielfach geschieht, den verstorbenen Historiker Treitschke für den akademischen Byzantinismus und Servi- liöinus verantwortlich zu machen. Einen großen Teil der Schuld trägt auch er gewiß, aber sozusagen wider seinen Willen; für seine Person war er wenigstens ein Mann von Rückgrat und Ucberzcugung, und so stand er noch immer hoch über den Typus Wcnchstern. Diesen Typus, namentlich wo er auf die Arbeiterklasse losschlägt, schildert treffend dcr Räuber Moor:„Ein schwindsüchtiger Professor hält sich bei jedcnl Wort ein Fläschchen Salmiak vor die Nase und liest ein Kollegium über die Kraft; Kerls, die in Ohnmacht fallen, wenn sie einen Buben gemacht haben, kriicln über die Taktik des Hannibal." Fürchterlich ist die Sorte gewiß nicht, es sei denn ihre Studenten; in der That erziehen diese Lehrer, die sich in all ihrer Hasenherzigkeit und Lendcnlahmheit auf die Bramarbasse hinausspielen, jene studentischen Rowdics, über deren Lünimeleien fast jedes neue Zeitungsblatt be- richtet; beide zusammen niachen die akademische Ver- lotterung aus. Aber wenn nicht fürchterlich, so ist der Typus Wenckstern in hohem Grade widerlich, und sobald er seine Harlckinsprünge ans öffentlichem Markte macht, muß er sich auch gefallen lassen, daß ihm öffentlich heimgeleuchtet wird wie einem Harlekin._ Gerechtigkeit. Daß gerechte Urteil des Berliner Landgerichts wider die achsische Oberland eSgerichts-Jusriz hat die Presse der Reaktion mit Stummheit geschlagen. Die„Kreuz-Ztg." und„Post" können ob der furchtbaren Thatsache, daß eine aufrichtige Würdigung die von ihnen gefeierte sächsische Justiz ereilt hat, noch kein Wort des Einsetzens finden; cS bedarf einer Erholungsfrist. bis sie das unparteiische Urteil als das Ende jeder geordneten Rechtspflege verkünden werden. Bisher haben sich nur zwei Blätter über das Urteil ausgesprochen. Das„Berliner Tage- blatt" sagt: „S'u hat das Erkenntnis eines Berliner Gerichts die in Sachsen nicht nur in dcr Verwaltung, sondern auch in dcr Recht- sprcchnng gegenüber der Opposition übliche Praxis vor aller Welt gekennzeichnet. Man kann es hiernach verstehe», wenn die Soeialisten von einer Klassenjustiz sprechen." Die„Berk. Ztg." bemerkt: „Diese Begründung des Urteils wird in Verbindung mit dcr herrschenden Hitze in den Köpfen der Scharfmacher und Staats- stützen verheerende Wirkungen anrichten." Wir wollen übrigens der zu erwartenden Entrilstung dcr Scharfmacher- sowie der sächsischen OrdnungL- und Re- gierungspresse vermehrte Nahrung spenden, indem wir daran erinnern, daß dies Urteil des Berliner Landgerichts über politische Tendenzrechtsprechung— so bedeutsam es ist. da das oberste Gericht eines Bundesstaates betroffen ist—, doch erfreulicherweise nicht eine unerhörteNeuerung ist. JmJahre1891 verbot das Polizeiamt in Altona das Entfalten und die Weihe einer roten Fahne seitens der socialdemokratiichen Vartei. Reaienmaspräsident und Oberpräsident bestätigten das Verbot. Ter Oberpräsident entschied, die rote Fahne sei „das anerkannte Symbol des Aufruhrs und der Auflehnung gegen die besiehendestaats- und Gesellschaftsordnung". Auf erhobene Klage hat jedoch das Oder-Verwaltungsgericht, erster Senat, in seiner Sitzung am 13. Juni 1891, an welcher der Präsident Geheimer Rat Persius und die Ober-Verwaltungsgerichts- Räte Prof. v. Gneist, Lohaus, Schellong, Dr. Jahn, Perkuhn und Techow teilnahmen, das Polizeiverbot außer Kraft gesetzt. In dieser Erkenntnis hieß es: „Allerdings unterliegt eS keinem Zweifel, daß die rote Fahne zur Zeit als'Symbol der Socialdemokratie benutzt wird. Diese Thatsache allein würde aber das Verbot, eine solche zur Kundgebung soeialdeurokratischer Bestrebungen in Versamrn« lungen zu verwenden, vom Standpunkte der Ticherheits« Polizei nnS im Einzelfall jedenfalls nur dann stützen, wenn jene Bestrebungen ganz allgemein als die öffentliche Sicherheit gefährdende angesehen »verden müßten. Dies ist indes nicht dcr Fall. Die zur Zeit geltende Gesetzgebung hat, indem sie das Gesetz vom 21. Oktober 1L7L außer Kraft treten ließ, sich gerade auf den entgegengesetzten Standpunkt gestellt; seitdem hat die Polizei socialdcinokratischc Bcrsamm- luttze» oder Knndgevunge» gleich denen anderer socialer oder politischer Parteien zn beHandel»."— « �» Deutsches Weich. Gegen das ZnchthauSgeseh. Unsere b a h r i> th e n Parteigenossen beabsichtigen, wie anS München berichtet wird, als ersten Antrag in der Abgeordneten« kammer eine Interpellation einzubringen, durch die von der Regierung verlangt wird, sich über ihre Haltung zum Z u ch t h a n s g e s e tz zu rechtfertigen. Die social- demokratische Fraktion will von dem Ministerinm fordern, daß es ausführlich die Gründe darlegt, die die Regierung dazu bestimmten, im Bundesrate für das Gesetz zu stimmen. Die abgesagte Kaisemise scheint in Dortmund eine wahre Panik hervorgerufen zu haben. I» der„Rhein.-Weslf. Arbeiterzeitung" lesen wir: „In der hiesigen Geschäftswelt hat die Absage wie eine Krise mit unerwartetem Kurssturz an der Börse gewirkt. Ilcberall kolportierte man die Verluste, die entweder Käufer oder Verkäufer betroffen haben. Der Wirt Peter K. am Markt soll die erste und zweite Etage seine? Hauses an Freiherrn v. R. zum 3. August für 1800 M. vennietet haben. Andere Hausbesitzer am Markt forderten bis auf weiteres 100 M. pro Fenster. Schlecht werden auch die Tribünen- Erbauer abschneiden, die unter großen Opfern solche zum Teil schon fertig haben. So hat z. B. der Unternehmer Stoltefnß die ans dem von dcr Stadt gemieteten Gelände errichtete Schlackemniihle abbrechen laffen, um Platz für eine große, 3000 Versonen fassende Tribüne zn bekommen. Ein auswärtiger Unternehmer bot Herrn Stoltefnß für 1000 Sitzplätze 9000 M. Dcr Spekulant hat offenbar vorgehabt, im letzte». Moment eine Anzahl Plätze recht teuer zn verkaufe». Aus dem Geschäft wird nun natürlich nichts. Auch der Wirt Gerdemann in Rauxel, in dessen Nähe dcr Kaiser den Negicrmigsdampfer„Stewer" besteigen sollte, hat eine Tribüne mit etwa 3000 Plätzen zur Hälfte fertig. Ter Mann ist noch im Zweifel, ob er den Tribünenbou vollenden soll, jedenfalls lohnt es sich nicht. Mit dem großen BcgrüßungSchor, den Herr Musikdirektor Janssen dirigieren sollte, ist'S nun jedenfalls auch nichts, die Sänger sind mißgestimmt und sagen sich:„Es hat ja keinen Zweck I" Die Dekoration wird zweifellos nicht in dem Umfange ausfallen, wie ursprünglich geplant war. ES wird vieles und manches unterbleiben. So,wird zum Beispiel von einer Bestrcumig der Straßen mit Sand, die dcr Kaiser passieren sollte, zweifellos Abstand genommen werden. Dieses Vorhaben hätte der Stadt allein schon 20 000 M. gekostet. Man sieht, wie dcr Patriotismus mit schnödesten Geldinteressen arg kompliziert ist. Weiteres aus nnscrcr Ttudcntcu-Tenkschrift. Dcr Gicßener Polizcibericht erzählt: In der Nacht vom 18. auf 19. d. M. zwischen 1 und 2 Uhr früh haben Studenten von den Korps Teutonia und Stark e n- b u r g i a in Gemeinschaft die öffentliche Ordnung gestört und jede Acktung vor dem Gesetz beiseite gelassen. Als den Herren in dcr Restauration zum„Kerker" von einer Schutzniannö-Patrouille Feierabend geboten, wurden die Beamten von einem Mitglied dcs k-orps Teutonia durch allerhand Redensarten belästigt und an dieselben zulcyt die Fräge gestellt, wie lauge, er noch sitzen bleiben dürfe, worauf ihm zum Uebersluß in anständiger Weise auch ein Zeitpunkt(eine Viertelstunde� genannt wurde. Hiermit nicht zu- xieden lief der Student Kastel den Schutzleuten bis auf die Straße nach, schrie und skandalierte derartig, daß die Beamten genötigt waren, ihn zur Strafanzeige zu notieren und weil er sich weigerte, owohl seine Lcgilimationskarta vorzuzeigen, als auch seinen Namen zu nennen, ivnrde er zur Wache sisticrt. wozu er sich ansangö ebenfalls entschieden weigerte. Während dieser Szene waren die Kommilitonen de« p. Kaistl ebenfalls ans der Restauration auf die Straße gekommen und nun ging der Skandal erst recht loS, indem dieselben sTeutonen und Srarkenburger) zur Wackc folgten, die Beamten unterwegs teilweise angriffen und sich denselben in den Weg stellte», um den Arretierten dadurch zu befreien, wobei sie einen derartigen Höllenlärm verursachten, daß die Bewohner ganzcr Straße» anS dem Tchlafe geweckt und viele dersetven sich am anderen Morgen Nack! der Ursache dieser außergewöhnlichen Ruhestörung erkundigte». Ans der Wache trieben die Studenten ihre üblichen Allotria und weigerten sich zuletzt, das Wachlokal zn vcrlaffen, so daß sich einige Herren»uzch obendrein wegen Hausfriedensbruch zu verantworten haben werden. Weiche Verrohung der nicht arbeitenden Jugend!— Verloren gegangen ist die in der NcichstagS-Thronrcd- an« gekündigte Vorlage betr. die Patentanwälte. Dcr Entwurf ist bereits in den Ausschüssen des Bundesrats, dcr„Rhcin.-Westf. Ztg." zufolge, verloren gegangen. Wie mar eS nur möglich, daß die Thronrede eine Vorlage in Aussicht stellte, die noch nicht einmal das Zollhaus des Bundesrats passiert hat? In den verbündeten Regierungen wissen die rechten Geheimräte nicht, ivas die linken thun.— Der Nnckilaß cineS Demokraten. Man schreibt unS: Da der„Vorwärts" das Befremden der Freunde von Guido Weiß über die pietätlose Versilberung seiner Bibliothek ermahnt hat. so sei noch hinzugeftigt. daß die Erden des alten Demokraten auch sonst alles mögliche thnn, um die Spuren seines Erden dasei ns auszulöschen. Alte Verehrer von Weiß hatten sich zusammen- gethmi. um auf ihre Kosten eine würdige Ausgabe seiner besten Aufsätze zu veranstalten, die jetzt alle in schwer zugänglichen Zeit- schriftcn vergraben sind. Jedoch die Erben haben ihre, für diese Veröffentlichung notwendige, Erlaubnis versagt, weil die beiden Enkel von Weiß, deren einer bei der Erteilung dieses Bescheides noch nicht einmal mündig war. sich die Herausgabe seiner Aufsätze vorbehalten wollen, für die Zeit, wo sie zu ihren Jahren gekommen sein iverden. Den Sinn dieses famosen Bescheides hat der„Vor- wärt?" schon vorweggenommen mit dem Worte: Ter Demokrat Weiß hat keine Familie hinterlassen.— Die Schutztrnppe dcr ZnckithauSvorlage, der Innung«- verband deutscher BaugewerkSmeister hat unter der boruchmcn Führung des Herrn KreisgerichtSrat Dr. Hilfe einen neuen Vorstoß für sein Ideal unternommen. Auf dem ordentlichen Bezirks- tag deS JnmmgSvcrbandcS Brandenburaischer BaugewerkSmeister. der am 19. d. M. in Potsdam tagte, wurde beschlossen, den wieder- zusammcntretendcn RcichStcige eine Resolution einzureichen, in der der in erster Lesung abgelehnte Entwurf des Zuchthausgesetzes zur Annahme empfohlen wird,„um die heutige Gesellschaftsordnung und die fnedliedcndcn Staatsbürger gegen unberechtigte Ausschreitungen seitens der durch minder gewissenhafte Arbeiterführer und Aufwiegler Verleiteten und Aufgehetzten mehr der Gruppe der Arbeits- scheuen, als der Arbcitsfreudigen angehörenden Arbeiter wirksam zu schützen". In der Resolution, die nach dem Referat des Ehrenmitgliedes und Kreisgerichtsrats Herrn Dr. Hilse einstimmig angenommen wurde, wird nach bekanntem Muster unter anderem behauptet, daß die Arbeitcrausstände der letzten Jahre im Baugewerbe den Zweck haben. die noch fernstehenden Berussgeuossen zwangsweise zum Anschluß an die Organisation zu veranlassen und angeführt, daß dies ein mit dcrheuigen Gesellschaftsordnung unverträglicherKoalitions- zwang und die dabei angewandten Mittel in einen gemeinschädlichen, das gewerbliche Arbeitsverhältnis gefährdenden TerroriSmus der ausständigen gegen die arbeitswilligen Mitglieder ausartet. Wciterwirdbc- hauptet, daß die heutige Gesetzgebung in zahlreichen Fällen versagt, durch Bestrafung der Ucbelthälcr, in Sonderheit der Rädelsführer und Aufwiegler, eine Sühne der begangenen Schuld herbeizuführen, sowie die durch die Maßregelungen geächteten und brotlos gemachten Mitarbeiter in ihrem Rechte aus Arbeit wirksam zu schützen. Hierbei haben die nach dem Zuwthausgesetz lüsternen Baugewcrksmeister gewiß an die schwarzen Listen gedacht, durch'welche die Unter- nehmcr mißliebige Arbeiter ächten und dem Hungertode überant- Worten und dabei sogar in anerkennenswerter Weise das„Recht ans Arbeit" proklamierten. Die„Bnugcwcrks-Zeitung" wird nun wohl in Zukunft die Aufrufe an die Baugewcrksmeister Deutschlands, aus diesem und jenem Orte zugereiste Arbeiter nicht zu beschäftigen, unterlassen. Beschlossen wurde noch, daß die dem Jnnungsverbande an- gehörenden Ban-Fnnungcn, innerhalb ihres engeren Bezirks Ver- sammlungen einberufen werden sollen, in denen die Zuchthans- vorläge beraten und Beschlüsse im befürwortenden Sinne gefaßt werden. Außerdem soll dieser Bcratungsgegenstand auf die Tages- ordnung des im Oktober d. I. in Karlsruhe zusammentretenden Jnnnngsverbandcs Deutscher Baugcwcrksmcistcr gesetzt werden und daselbst durch ein von berufener Seite— ivir empfehlen den hier schon bcivährten Herrn KreiSgerichtsrat und Ehrenmitglied Dr, Hilse— erstattenden Bericht einleiten zu lassen. Wir zweifeln nicht daran, daß der Jnnungsverband einen„durchschlagenden Erfolg" erzielen wird. Vom Tpitzrl Gingold-Ttärk, der im Tausch-Prozcß neben die Lecken und v, Lützow eine unsaubere Rolle spielte, weiß jetzt der Ver- leger der„Posener Reuest. Nachr.", der wegen seiner freisinnigen Haltung in der polnischen Frage aus der„Pos. Ztg." gedrängt worden war, jolgcndes Stücklein zu erzählen: Eine ganz interessante Geschichte erlebte ich ein paar Tage später wiederum in Berlin. Ein Berliner Zeitungsmann, der'sich auf seinen Briefschaften Journalist B e r'g m a n n- Berlin(folgte genaue Adresse) nannte, bot mir seine Dienste alS Korrespondent an; seine Schreibweise erschien mir verlockend, ich ersuchte von Posen aus um Einsendung von Probe- Arbeiten, reiste anderen Tages nach Berlin und war nicht wenig erstaunt, durch ein Telegramm dort benachrichtigt zu werden, daß Herr Bergmann mittlerweile nach Posen gefahren war, um sich persönlich mit'mir auszusprechen. Wir hatten uns also verfehlt und der eifrige Korrespondent, der sich die Verbindung mit mir ein solches Stück Geld kosten ließ, zeigte mir an, daß er sofort zurückfahren und in meinem Hotel noch abends vorsprechen würde. Ich ließ den Herrn auf den andern Vormittag bitten. Inzwischen erkundigte ich mich bei meinen Berliner Freunden nach dem Herrn; aber keiner wollte einen Journalisten Bergmann kennen. Schließlich zeigte ich den Offertbrief, den der Herr an mich geschrieben; aber kaum hatte mein Nachbar die charakteristischen Schriftzügc gesehen, da rief er: „Der Mann heißt nicht Bergmann, er heißt— Gingold- Stärk!" Und richtig, wir gingen der Sicherheit halber sofort in den Verein Berliner Presse, und der erste Zeitungsmann, der uns dort in den Weg kam, rief sofort, als wir ihm den Brief vorhielten: „Das i st G i n g o l d!" Er war es, der Mann, der bei einem angesehenen Berliner Blatte angestellt war, der aber zum Entsetzen seines Chefredakteurs im Tausch- Prozeß als in Diensten der Polizei stehend entlarvt wurde. Unter allen möglichen Vorsichts- maßregeln empfing ich andern TageS den„Herrn Bergmann"; ich erklärte ihm, daß man einen Journalisten„Bergmann" in ganz Berlin nichi kenne(bei diesen meinen Worten zuckte es in den: mephistophelischen Gesicht Gingolds, als ob er sich vor Lachen über den biederen Provinzialen nicht halten könne), und daß ich ihn daher schon um Aufgabe von Referenzen ersuchen müsse. Ich wollte doch einmal sehen, wer die Hintermänner des gc- fährlichen Herrn seien. Aber Herr Gingold wich mir aalglatt aus; er nannte mir nur exotische Größen; den früheren längst von Berlin gezogenen japanischen Gesandten Aoki, den jetzigen Ver- treter Japans Marquis Jnouye-c. ec. Auf den Unterstnatssekrctär Hamann bezog er sich nicht, glaubte mir aber in«nösicht stellen zu dürfen, eventuell von diesem Herrn Information zu beschaffen; schließlich nannte' er mir noch den in Berlin wohnenden General- konsul eines kleinen RaubstaateS, mit dem wir uns später telephonisch in Verbindung setzten und der für Herrn„Bergmann" so lange schwärmte, bis wir ihn durchs Telephon frugen, ob er den Herrn „Bergmann" denn schon vor dem Tauschprozeß gekannt habe; von da ab war es mit der tclephonischen Redseligkeit des Herrn General- konsul vorbei.— Selbstverständlich verzichtete ich auf die Mitarbeiter- schaft des Herrn Gingold- Stärk, der sich— doch jedenfalls unter Mitwissen der Behörden— jetzt Joumalist Bergmann nennt. Ich möchte nur wissen, ob Herr Bergmann auf eigene Kosten die verfehlte Reise nach Posen gc, nacht hat oder ob vielleicht andere Leute ein Interesse daran haben mochten, mich unter Aufsicht des Herrn Gingold-Stärk zu st e l l c n.— Znr kommunalen WahlrechtSfragc in Schlcöwig-Holstcin wird uns aus Kiel geschrieben: „Das Urteil des Obcr-VerwaltungsgerichtS, welches die Ungültig- kcit der seit dem 1. April 1802 erfolgten Ccnsu.scrhvhungen in einer Reihe von schleswig-holftcinschon Städten aussprach, dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach in keiner einzigen Stadt den Magistrat ver- anlassen, eine Revision der Bürgernovclle zu Gunsten der bislang Entrechteten vorzunehmen. Hat heute abend(Freitag) doch der Kieler Oberbürgermeister Fuß in einer Stadtkolleaiensitzung das Signal gegeben, noch einmal die Sache bis vor das Gericht zu bringen, um �vielleicht durch eine andere Besetzung desselben ein anderes Urteil zu erzielen. Er sei der Meinung, und dieser Meinung habe sich der Magistrat ange- schloffen, daß das Urteil des Ober-Lcrwaltungsgerichts ein„rechts- irrtümliches" sei und es sei nicht nur sein Recht, sondern seine Pflicht, die Frage nochmals zur Entscheidung zu bringen. Ein ausführliches schriftliches Gutachten hat der Kieler Ober- Bürgermeister über diese Frage verfaßt, ivclchcr nach Druck den Stadtverordneten lind den Vertretern der Presse der„eminenten Wichtigkeit" der Frage wegen zugestellt werden wird, Nack, dem Eoucept gab nun der Ober-Bürgcrmetster die Gründe, weshalb das Urteil ein rechtsirrlümlichcs sei,' an. Was der Gesetzgeber gemeint habe, könne nur aus der Entstehungsgeschichte des Gesetzes festgestellt werden. Und aus dieser habe das Ober» Vcrivaltuugsgericht das Maßgebende übersehen. Es sei schon nicht richtig, wenn in den Entscheidungsgründen gesagt werde, die Tendenz des Gesetzes sei die Regelung des Wahlrechls für sein ganzes Gebiet. Tendenz des Gesetzes sei die generelle Regelung der Einkommensteuer- Verhältnisse. Nur nebenbei behandelten zwei Paragraphen das Wahlrecht. Der hier in Frage kommende§ 77 sei weder in der Regierungsvorlage, noch in der Kommissionsvorlage enthalten gewesen. Ein Antrag Bacbem, der eine Lenderung des Wahlrechts im Gebiet der Rhcinprovinz bezweckte, sei der Keim dieses Paragraphen gewesen, dem von der Ein- koinnicnsteucrgesctz- Kommission die Fassung gegeben sei. Daß jemals das in diesem Paragraphen Gesagte Geltung haben könnte in anderer, als der Rhcinprovinz, ist von keiner Seite angenommen. Der Bericht des Referenten der Kommission habe ausdrücklich nur bekannt, daß der Antrag Bachem nur eine Aeuderung der Verhält- nisse in der Rheinprovinz bezwecke. Bei der Beratung dieses Paragraphen habe dann auch der Ab- geordnete v. Zedlitz- Neukirch im Plenum angeregt, um ja keine Bedenken entstehen zu lassen, die beiden letzten Absätze des Para- graphen zu einem zusammen zu ziehen. Daß dieses nicht schon in der Kommission geschehen, sei nur eine kleine unbeabsichtigte Un- korrcktheit. Im Plenum jedoch hat man dieser Anregung keine Folge gegeben, aber nur deshalb, weil man glaubte, sich auch so schon klar genug ausgedrückt zu haben. Auch der Abg. Enneccerus habe bei der Beratung klar ausgesprochen, daß die beiden letzten Absätze in § 77 nur für die Rheinprovinz gelten. Auch der einzige schleswig-holsteinische Abgeordnete, welcher zu diesem Gesetz gesprochen, Franke-Tondern, habe es nicht für nötig beftinden, diesen Paragraph in den Bereich seiner Erörterung zu ziehen. Er sei sich jedenfalls klar gewesen, daß diese Absätze sich nicht auf Schleswig- Holstein beziehen könnten. Auch im Herreuhause sei gar nicht die Meinung aufgetaucht, daß diese Paragraphen je ans Schleswig- Holstein Anwendung finden könnten. Der Finanzminister Miquel habe damals, als man im Herrenhansc das Wahlrecht nicht an einen so niedrigen Steuersatz binden wollte, erklärt:„Sollten wirklich in einzelnen Fällen einige der Stadtvcrtrctung unerwünschte Elemente in die Ver- tretung dringen, so sorge ja das Dreiklassen- Wahlrecht dafür, daß sie die Mehrheit nicht gewinnen künnten." Diese Aeußerung des Ministers hätte nicht gemacht werden können, wenn man geineint hätte, daß auch Schleswig-Holstein, wo ein Dreiklassen-Wahlrecht nicht bestehe, durch diesen Absatz 3 berührt würde. Also die ganze Entstehungsgeschichte zeige, daß immer nur die Meinung sei, daß SchlcSwig-Hoistcin nicht berührt werde durch diesen Paragraphen. Eine Besprechung fand im Stadtparlamente über diese Frage nicht statt: erst soll das„Gutachten" im Druck vorliegen, Für die kleineren Städte, die Kiel in der Wahlrechts-Ver- schlechternng gefolgt sind, dürsten diese Ausführungen des Herrn Fuß das Signal sein, um ebenfalls noch einmal die Sache zunr Entscheid zu bringen." Diese von uns ausführlich wiedergegebene„Stimmung" der Kieler Stadtobrigkcit und da?„Gutachten" ihres Obersten ist für den schleswig-holsteinischen Freisinn kennzeichnend. Die Aus- führungen des Gutachtens entzücken durch ihre verblüffende Un- kenntnis in rechtlicher und thatsächlichcr Beziehung. Das Ober-VerwaltungSgcricht hat läng st die Gründe,, welche das Kieler Stadtoberhanpt aufführt, des ausführlichste» widerlegt. Der Kieler Oberbürgermeister verkennt vollkommen die Motive, die einen Teil der Abgeordneten zu der Anregung im Sinne des § 11 des Einkominensteiier-Gesetzes geführt haben, mit dem In- halt des Z 11, wie er Gesetz geworden ist. Veranlaßt mag die Bestimmung des Z 11 des Einkommensteuer-Gesetzes durch rheinische Verhältnisse seien, der Z 77 aber, wie er schließlich ge- staltet ist, beschränkt keineswegs seinen Gcltungskreis auf die Rhciulande. Das i st nicht erst jetzt, sondern b e- r e i t ö unter den» 23. Februar 1898 vom Ober- Verwaltungsgericht„in anderer Besetzung" in einen: die Provinz Pommern betreffenden Teil anerkannt. Ist. dies in den amtlichen Entscheidungen ab- gedruckte Erkeinitnis dem städtischen Oberhaupt Kiels unbekannt gc- blieben? Die Erwartung, daß das Obcr-Verivaltungsgencht. welches jüngst in seinem Eckernfördrr Berhältnissc betreffenden Er- kenntnis dieselbe Ansicht des ausführlichste» motiviert hat, „in anderer Besetzung" zu einem dem klaren Wortlaut dcS Gesetzes widersprechenden Ergebnis kommen werde, zeugt nicht von übergroßem Zutrauen zu der unparteiischen Anschauung dcS Obcr-VcrwaltungsgcrichtS. Freilich können uns eigentlich juristisch-sonderliche Nachrichten aus Kiel nicht überraschen. Wurde doch erst vor wenigen Jahren unser verantwortlicher Rcdactcur aus Antrag des Kieler Bürgermeisters angeklagt, weil .er die wahre Thatsache behauptet und kritisiert hatte, daß in Kiel Bordelle bestehen und aus Anlaß der Kaualfestltchkeiien vermehrt waren. Unser Rcdactcnr wurde damals von der unter Lcitnng des seligen Branscwctter stehenden Straskainmer sreigesprockien, weil seine Behauptungen» o l I i n h a I t l i cb bewiesen waren. Die eiacntüm- lichc Rcchtsanffassnng des Kieler Beamten über die Begriffe„Bordell" und„Kuppelei" hätten die Berliner Strafkammer mich„bei anderer Besetzung" von ihrer Richtigkeit nicht überzeugen können. Die Anslegnngsart des oben angeführten Gutachtens in der Wahl- rcchtssrag'c wird das Obcr-Vcrwalwngsgericht auch„bei anderer Besetzung" zu einem anderen Resultat nicht führen können, es sei denn, daß das Obcr-Vcrwaltungsgcricht durch neue Richter besetzt werden könnte, denen die nötige Einsicht in dem Inhalt eines Gesetzes abgeht. Die Kieler Behörde» werden durch die dein Gesetz widersprechende Aufstellung der Wählerlisten die Wahlausübnng der Socialdemokratcn nicht hindern. Unsere schleswig-holsteinischen Genossen werden sicherlich— soweit sie zu mehr als 800 Mark eingeschätzt sind— nicht verfehlen, massenhaft ihre Ei ir tragung iir die Wählerlisten nachzusuchen und die eveutuelle Nichtaufnahnre anfechten. Unseren Glückwunsch unsere ir Ge, rossen in Schleswig-Holstein zu der ihnen durch dieKieler Selb st Verwaltung rn die Hand gedrückte Agitationswaffe. Ausland. Der Protestkorso der Wiener Arbeiterschaft. Die Demonstration der Wiener Arbeiterschaft am Donnerstag- abend, so schreibt die„Wiener Arbcitcr-Zeitnng' gegen Christlich- Sociale, jene Verräter ihres Klassciiiutercsses, die den Wahlrechts- rarib gutheißen und, um dies zu bckundcu, in den Saal beim „Englischen Hof" eine christlich-sociale„Massenversammlung" einberufen harten, geriet so, wie es nicht anders zn er- warten war. Am Abend gab es eine förmliche Völker- w a n d e r n n g in die Mariahilferstraßc. rmd zur Stunde, da die Demonstration beginnen sollte, bot sich den Christlich- Socialen ein Anblick, der ihnen das Herz erbebe» mache» mußte. Eitva 20 000 Personen vereinten sich zu der stummen Demonstration. In dichten, Gedränge wogten Tausende von Menschen durch die Straße, von denen den Christlich-Gocialcn bekannt ist, daß lodernder Ingrimm die Brust jedes einzelnen erfüllt. Schrecklich nrüßte es sein— das sahen die Herren recht deutlich—, wenn der Zorn dieser Mcnschenmasse sich plötzlich entlüde. Sie vermieden daher auch ge- flissentlich jede Provokation der Arbeiter, die in b c w u n d e r u n g s- >v n r d i g e r D i s c i p l i n eine geradezu übermensckiliche Selbst- bcherrschung übten und sich begnügten, in ruhiger Würde, ohne lärincndcn Zornesa, isbruch, blos durch das Gewicht der Masse wirkend, den Gegnern ihre Verachtung kundzugeben, ES war ein moralisches Spießrutenlaufen, da? die Besucher der Versammlung zu absolvieren hatten, und die von ihnen irgend fähig sind zu begreifen, was um sie vorgeht, müssen die stummen Blicke, die lautlosen Mienen der tarisendlopsigen Masse, durch die sie sich drängten, schmerzlicher und schimpflicher empftmden haben als Ohr- feigen und Peitschenhiebe. Freilich, die Hauptmacher, die Haupt- schuldigen haben wir nicht zu Gesicht bekommen. � Der Bürger- n, eistet von Wien wich sorgsam der Gelegenheit ans, den Massen der Bevölkerung, die unter seincin Regiment steht, unter die Augen zu treten, Herr L u e g e r war schon am frühen Nach- mittag unauffällig in das Hotel gehuscht, und in einem Hotel- zimmer verkroch sich der Sohn dcS Volkes, bis sein Gefolge den Saal gefüllt hatte. Diesem mutigen Beispiel folgten alle Größen der christlich- socialen Partei, sie getrauten sich trotz des enormen Polizeiaufgebotes nicht auf die Straße. Nächstens ivrrd_ der Herr Bürgermeister, wenn er die Straßen„seines" Wien passieren will, einen falschen Bart anlegen und sich da? Haar färben. Welches Ende hat dieser Mensch genommen! Unter den Leuten, die ziemlich versckmchtert das Versammlungslokal erst zur öffentlich angesetzten Stunde aufsuchten,' waren die geistlichen Herren in auffälliger Ucbcrzahl, und sie bekundeten so vor aller Augen, wessen Sache es ist, die da gc- fördert werden sollte. Die Demonstation der Christlich-Socialen für den Wahlrechtsraub erhielt ihren deutlichen Stempel durch die Be- teiligung des Klerris. Die Klerikalen haben heute alles auf die Eine Karte gesetzt, die Lucger heißt, und fast möchte man vermuten, daß ihnen der Einsatz schon leid thnt. Wenigstens konnten sie thörichrer nicht handeln, als sich so sehr für diese Wahlreform zu engagieren, deren Widersinn, deren Ungerechtigkeit, deren Unmöglich- lest so klar auf der Hand liegt, daß sie sich eine sichere Niederlage holen müssen. Lueger kann und wird nicht siegen, alles, ivas Hirn und Herz hat, streitet wider ihn, und für sich hat er nur die Pfaffen und die Polizisten._ Oestreich- Ungar». -st.- Wien, 21. Juli.(Eig. Ber.) Genosse Dr. Adler wurde heute, wie telegraphisch gemeldet, zu einem Monat st rengenArre st s verurteilt. Die Verurteilung war natürlich vorauszusehen, denn da das Gesetz jeden mit Strafe bedroht, der bei einem Auflauf der an ihn gerichteten Aufforderung, sich zu entfernen, nicht Folge leistet, so müssen auch die Ordner und Leiter einer Demonstration ein- gesperrt werden, obwohl nichts gewisser ist als ihre Pflicht, ans dem Platze zn bleiben und den Genossen vor den Angriffen der Polizisten den möglichst erreichbaren Schutz zu schaffen, Adler ist heute vcr- urteilt worden, weil er nicht entwich, als die Demonstranten von der Polizei hart bedrängt wurden; d, h. er ist verurteilt worden, weil er das Selbstverständliche und Natürliche that. Als strafverschärfend wurde vom Gerichtshose der Umstand angenommen, daß sich Adler mit dem Polizcirat, der die Oberleitung der Aktion innehatte, in einen„Wort- streit" eingelassen hatte. Dieser Beamte hatte aber den Genossen Adler selbst ersucht, auf die Menge beschwichtigend einzuwirken I Das Urteil ragt ans der Unmasse von Verurteilungen, die die Wiener Gerichte seit einem Monat gegen politische Demonstranten ansgesprochen, durch seine besondere Schärfe hervor. Es ist nämlich die h ö ch st e Strafe verhängt worden, die das Gesetz überhaupt zuläßt. Da juristisch eine Reihe von Milderungsgrüirdcn vorlagen— das Geständnis dcS Thatsächlichen zumal— so widerspricht das Urteil durchaus der üblichen Norm, wie sie selbst in den Pro- z essen wegen der Wahlrechts- Demonstration bis nun beobachtet wurde. Der logische Schluß ergiebt sich daraus von selbst: das Urteil ist entsprungen aus dem Wunsche, abschreckend und ein- fchückiternd zn wirken. Die Berufung gegen das Strafausmaß und die Nichtigkeitsbeschwerde gegen die Verurteilung gehen an den obersten Gerichtshof, und wenn sie noch eine von den Einwirkungen der Tagespolitik unbeeinflußte Atmosphäre finden, so werden sie die Rechtskraft nicht erreichen. Frankreich. Paris, 22, Juli. Das„Echo de Paris" behauptet, die nach Reimes ergangenen Weisungen seien infolge einer geheimen Beratung im Kriegsnrimsterium erfolgt, in welcher Palsologue eine wirksame Nolle spielte. Dem„Ma'tiq" zufolge wären die An- Weisungen für das Kriegsgericht in Reimes auf Antrag des Major? Earriere selbst ergangen. Der„Pctite Röpublique" zufolge hat die Regierung bezüglich des fingierten Eni- siihruiigsverftichs zu Gunsten Dreyfus' auf der Tcufclsinsel eine Untersuchung eingeleitet. Der Schuldige gehöre, wie es scheint,� dem Gencralstab' an.' Die Verteidiger DreyfuS' werden allcS aufbieten, um ein Urteil zu erlangen, welches jedes spätere Verfahren gegen Drehfus mmiöglich macht. Sie iverden sich deshalb keinen Anträgen widersetzen und werden selbst nötigenfalls entsprechende Antrage stellen. Dies sei der ausdrückliche Wunsch DreyfuS', dessen Aus- führung die Anwälte ihm versprochen hätten.— Die Marterung deS Dreyfus.„Petite Republique" und ..Lanterne" berichten neuerdings über geradezu unerhört raffinierte Chicanen, denen Dreyfus auf der Teufclsinsel unterworfen wurde. Der Wächter, der den Nachtdienst verstih, hatte Befehl, falls die Flucht durch Dreyfus versucht würde und von ihm nicht verhindert werden könnte, dann Dreyfus iiiederzuschießeii. Darauf baute malt den Plan, Drehfus zu beseitigen. Unter Führung eines gewissen Vmillvn näherten sich mehrere gedungene Banditen nachts der Tcusclsinsel unter Lärm»nd Schreien: sie schienen zu hoffen, daß Drcyfus geweckt werde und aus Ufer eile, was der Wächier als Fluchtversuch auffassen müsse, Dreyftis erhob jedoch kaum den Kops in seinem Bett und fragte einfach ganz ruhig, was denn eigcnttich los sei. Ein anderes Mal brachte man Dreyftis eine wie üblich mit dem Stcrnpel der Koloiiialvcrwaltung versehene Depesche, welche die Mitteilung enthielt, Frau Drehfus sei wieder Mutter geworden. Das war zwei Jahre nach der Verbannung, Dreyfus litt Monate lang schrecklich und weigerte sich, seiner Familie zu schreiben. Spanien. Barcelona, 22. Juli. Im Laufe einer gestern Abend im „Tivoli" zu Ehren der hier anwesenden französischen Seclente veranstalteten Vorstellung versuchte eine Gruppe von Leuten, welche für den Anschluß der P r o v i n z a n F r a n k r e i ch ein- treten, die Ruhe zu stören. Die Polizei stellte die Ordnung alSbald wieder her.— Serbien. Belgrad, 22. Juli. Nach einer amtlichen Mitteilung sind an- läßlich des Attentats auf Milan im ganzen 26 Personen ver- haftet. Die Verhandlungen vor dem Standgericht beginnen am 23. d. Mts.- Afrika. Pretoria, 21. Juli. Die Regierung beabsichtigt, de» Goldfeldern tu Transvaal zwölf Vertreter zuzugestehen, davon sechs für den ersten VolkSraad und sechs für den zweiten. Der Minen- Distrikt Witwatcrsrand soll in 4 Wahlbezirke eingeteilt Iverden. Die Minen-Distrikte Klerksdorp und Potchesjtrovm sollen einen weiteren und Babertou den sechsten Wahlbezirk bilden.— Asien. Ans Peking wird der„Times" gemeldet, daß dort eine russische Schule gegründet worden ist, welche ausschließlich zur Pflege des Unterrichts in der russischen Sprache und zur Ausbildung von Chinesen als sprachkundigen Angestellten bei den Eisenbahnen dienen soll. Die Lehrer sind Russen, Die Schule, welche gestern eröffnet ist, wird von der chinesischen Regierung unterhalten.— Der Flötz-Eittsturz auf Zeche Reckling- Hansen, durch den vier Menschenleben vernichtet, sechs Bergleute verletzt worden find, hat dem„Verband der deutschen Berg- und Hütten- arbeiter" Veranlassung gegeben, einen„theoretisch und praktisch ge- schulten Kerbandsbeamten" nach dem UnglückSrevier zu entsenden. um die Katastrophe zu erforschen. Derselbe giebt das Resultat seiner Ermittelungen in der„Berg- und Hüttcnarbeiter-Ztg," wieder, in dem er u. a. schreibt: „Die Bergleute sind von dem Zusammenbrnch nicht überrascht worden. Schon s e i t e i n i g e n M o n a t e n hat das hangende Gebirge in Flötz Sonnenschein durch Knistern und Krachen die Katastrophe aiigeliiiidigt, so sagen die Bergleute. Diese Bewegung des hangenden Gebirges hat zur Folge gehabt(wie ebenfalls die Berg- lcute erklären), daß mehrere sog. Schnitte sich im hangenden Gc- birgc gezeigt haben. Das Gebirge ist an den betreffenden Stellen wie mir dem Messer von oben nach unten durchschnitten; der beispielsweise links von diesem Schnitt lieaende Gebirgsteil kann sich um einige Zentimeter oder mehr dabei senken Während oer letzten Mona sind beim Abbau des Flötzes Sonnenschein diese kleinen Schnittt entstanden, der Abbau schritt immer weiter und nun h ing das mi nur etwa 8 Grad geneigte Hangende jDach wie ein stets drohender großer Sargdeckel über das abgebaute Stück, mit einer Kante sich aufstützend auf die Kohlenstöße, an welchen die Bergleute daran waren, die Kohlen ldie Stützen!) wegzuhauen. Die Hangende Flache soll nach den Mitteilungen der Bergarbeiter eine Länge im Flvtzstreichen(von Osten nach Westen) von 600 Meter und eine Höhe(von Norden nach Süden) von ca. 4 Sohlen(jedenfalls Bremsbergsohlen) gehabt haben, d. h. viermal 80—!M) Meter, also rund SSO Meter. Seit einigen Monaten sind auch viele Hölzer, Stempel, eingebaut worden, aber was heute aufgestellt, sei am 2. oder 3. Tage zerdrückt gewesen. Mitunter hätten sie(die Bergleute), weil ihnen die Arbeitsstelle wegen deS Druckes vom hangenden Gebirge aus zu gefährlich gewesen wäre, auf Au- raten der U n t e r b e a m t e u diese verlassen und einige Meter mehr nach vorn in der heilen Kohle wieder aufs neue eingehauen. Das waren alles Zeichen eines kommen- den N i e d e r st u r z e s des hangenden Gebirges. Ge- rnbe das hangende Gebirge über Flötz Sviiuenschein ist gefährlich. Es ist ein Sandstein vo» ca. 17 Meter Mächtigkeit an diesen Stellen. Dieser riesige Gebirgsklotz hat die seiner Natur entsprechende Eigenheit, daß er nach bergmännischem Ausdruck„im ganzen" niederbricht. Es ist derartiges Zusammen- brechen schon wiederholt gerade im Flötz Sonnenschein (auch Dickebauk genannt) beobachtet worden, z. V. auf der Zeche ver. General und Erbstollen, Johannisschacht und auf dem Schachte dieser Zeche in Weitmar bei Bochum eine ganze Bremse, (der sog.„Hippentempel"). lieber Nacht, mit einem Rutsch bricht das hangende Gestein dieses FlötzeS„im ganzen" herein, alles unter sich Zermalmend sund begrabend. Auf ver. General u. Erbstollen weiß mau davon ein Lied zu singen. Auf Recklinghansen I(Clerget) wurde der Abbau mit Bergeversatz gefuhrr. Wie ging derselbe vor sich? Peinlichst sauber??? Flötz lag sozusagen„flach". Alle Berge zum Versatz(zum Ausfüllen) mußten mit der Schaufel aus dem Wagen aus- geladen und in die leeren Räume hineingefüllt werden; eine überaus langwierige, beschwerliche Arbeit. Die Leute erzählen u»S, daß immer mehr nach Kohlen verlangt ivorden wäre auf eine ntöglichst große Kohlenförderung aus diesem Flotze wäre großes Getvicht gelegt worden, alles andere hätte notwendigerweise ztiriicksteheit müssen. Das ist bei der heutigen Hochflut im Kohlengeschäft sehr glaubhaft. Und es ist anzunehmen, daß der Bergeversatz entfernt nicht in dem Maße nachfolgte, als der gewaltig forcierte Abbau fort- schritt. Große Lücken im Bergeverlust, stellenweise wird wohl gar keiner geführt worden sein. DaS ist um so Wahlschein- l t ch e r, als das Zusammenbrechen des hangenden Gesteins eine derartige Katastrophe herbeigeführt hat. Wäre der Bergeversatz gut ausgeführt gewesen, konnte dann das Niederbrechen deS hangenden Gesteins eine solche Wirkung üben, wie hier geschehen? Wir bestreiten es! Em kleiner Ruck und es hätte aufgelegen, wenn gut versetzt war! Nun hat man aber eine starke Erderschü'tterung verspürt, aber inert- tvürdig, nur da au der Oberfläche, worunter die zusammengebrocheneu Räume sich befanden; ans den anderen Punkten im Gebiete des Zechenfeldes nicht. Das wirft die Theorie des„Erdbebens" nach unserer Ansicht über den Haufen. Wenn wir annehmen, daß der Bergeversatz, so wie wir ver- muten, äußerst lückenhaft, stellenweise gar nicht uachgeführt ist, dann erklärt sich die heftige Erderschütterung von selbst. Wir wollen uns nicht über die Wirkung, welche die in diesem Gebirge liegende Schicht Schwimmsand(die unfern Nachrichten zufolge hier bis zu 3 Meter stark sein soll) bei dieser Katastrophe gehabt hat, in Untersuchungen einlassen; das können ivir aber sagen, daß sie die Erderschütterung begünstigte, für die unterliegende Schicht eine glatte, mit Wasser be- spülte Ablösungsfläche bot, worauf sie selbst lagerte. Brach das untere Gebirge ein, so folgte der Schwimmsand und das obere Ge- birge hatte jeden Stand verloren. Daher ivohl das„Erdbeben". Man ist wohl int stände, solche Katastrophen zuberhindern! Wenn in solchen Flöhen die Anzeichen deS Niederbrechens des Hangenden Gesteins austreten, ivenn es knistert, kracht, wenn das Holz rasch zerdrückt wird, wie es hier schon seit langem geschah, dann verläßt man diese Punkte so lauge bis der Zusammenbruch erfolgt ist. Allerdings können dann während der Zeit keine Kohlen gewonnen werden, aber— M e n s ch e n- leben! . Will man keine Erderschütterungen, so läßt man das Gebirge mcht im Ganzen brechen. Man führt vielmehr in gewissen Abständen große starke Mauerpfeiler auf vom Liegenden bis zum Hangenden, oder besser noch, man läßt nach einer gewissen Ordnung Kohlenpfeiler unverritzt anstehn. Dann kann das Gebirge unmöglich„im Ganzen" brechen, dann muß es zwischen diesen(gewöhnlich schachbretterartigen) Pfeilern zuerst durchbrechen, wodurch die Heftigkeit gemildert.' die Erderschütterungen verhütet werden und ebenso die Katastrophen. Allerdings vermindert sich dann die Kohlen- Förde- rung. Nach den Wirkungen des Zusammenbrechens deS hangenden Gesteins auf Recklingshansen I zu urteilen, ist hier unserer An- ficht nach weder ein entsprechender Bergeversatz nachgeführt, noch sind stützende Pfeiler vorhanden gewesen. Daß man nicht früh genug diese(allerdings äußerst ertragreichen) Punkte außer Betrieb gesetzt und den sich angekündigten Znsammenbruch abgewartet hat, das beweisen die Bergmannsleichen." Solveit der Berichterstatter der„Bergarbeiter-Zeitung". Trifft das zu, was hier gesagt ist— das Gegenteil hat die Bergbehörde zu beweisen, dann ist das„Erdbeben" als eine Folge des außerordentlich beschleunigten Abbaues, bei dem nicht alle möglichen Sicherheitsmaßregeln beobachtet worden sind, zu betrachten. Wir müssen auch hier die Forderung ans Anstellung von aus den Reihen der Arbeiter heraus- gewählten Kontrollbeamten erheben. nehmer die bestehenden Verträge grundlos gebrochen haben, blieben sie bei ihrer Weigerung. Im Gegenteil, man häufte Unrecht auf Unrecht. Um zu verhindern, daß die noch arbeitenden Genossen die Ausgesperrten unterstützen, haben die vereinigten Unternehmer von neuem beschlossen, weitere, ganz unbeteiligte Arbeitermasse», eirea 15 bis 20 Tausend, auszusperren!— Das ist der Terroris»i»s in höchster Potenz. Arbeiter, G e>v e r k s ch a f t e n! Laßt unsere notleidenden Brüder in Dänemark nicht untergehen; unterliegen sie, dann sind ihre Organisationen aus Jahre gelähmt, vernichtet. Dieses würde auch auf die deutschen Organisationen hemmend einwirken. Befolgt darum den am 20. Juli gefaßten Beschluß der Berliner Gewerkschafts-Konimission, welcher besagt, die dänischen Ausgesperrten nach Kräften zu unterstützen. Listen sind zu haben bei den Vertrauensleuten der GeWerk- schaften. Sonstige Sammlungen Iverden entgegengenommen in Gewerk s ch a st s- B u r e a u, A n n e n st r a ß e 16, vormittags 9—1, nachmittags 6—8 Uhr. Die Gewerkschafts-Kommission. I. A.: R. Millarg. A. Körsten. Drechsler? Der Gesellenausschuß der Zwangsinnung der Drechsler Berlins hat sich konstituiert und ist bereits in Funktion getreten, mirhin ersuchen ivir die Kollegen, in sämtlichen Jmiungs- angelegenheiten von nun an sich an P. Becker, Strälsnnderstr. 48, zu wenden. Die Werkstatt-Kontrollkommission. Achtung, Kisteiimacher! In der Fabrik von Rudorf, Grüner Weg 117, ist wegen Maßregelung von Kollegen Streik aus- gebrochen. Zuzug ist fernzuhalten. Der Vertrauensmann. Deutsches Reich. Zuzug aller Barbier- und Friseurgehilfen ist nach folgenden Städten streng fernzuhalten: Berlin, Brannschweig, Elberfeld Barmen, Düsseldorf, Pforzheim, Offenbach, Radeberg in Sachsen, Malmö in Schweden und Prag(Böhmen). Alle Anfragen sind zu richten an K. Wesche, Brannschweig, Rosenhagen 5. Mit Gruß K. Wesche. Tie Gießeuer Glasergesellen haben nach vierwöchentlichem Kampfe ihren Ausstand erfolgreich beendet. Sie hatten gefordert: Abschassung der Aeeordarbeit, zehnstündige Arbeitszeit und 15 Proz. Lohnerhöhung. Erreicht haben sie 10 Proz. Lohnerhöhung. Erreicht haben sie 10 Proz. Lohiiaiifbesserniig und die übrigen Forderungen. Gewiß ein schöner Erfolg, den die Glaser lediglich dem Uinsiand zu verdanken haben, daß sie gut organisiert waren. Tic Huf- und Nagelschmiedc Nürnbergs befinden sich seit dem 10. Juli im Streik. Sie fordern die wöchentlich 60 stündige Arbeitszeit, ferner 13 M. Minimallohn, Abschafiung des Kost- und Logiswesens, 25 Proz. Lohnzuschlag für Neberstunden und Aufnahme der Gehilfen in einer Privat-Unfallversicherung. Die Schmiedemeister lehnen sämtliche Forderungen ab. Sie suchen durch die Zeitungen, u. a. durch die„Leipziger Neuesten Nachr.", 100 tüchtige Gesellen. Das Streikkomitee ersucht die Schmiede- gesellen im Reich, den Lockrufen der Meister keine Folge zu geben. Ausland. Tic Hafenarbeiter NutiverpeuS sind entschlossen, in eine i Lohnbewegung einzutreten. Sie fordern namentlich doppelte Lohn- ' sätze für Nacht- und Sonntagsarbeit. AttS New Bork wird vom 22. d. M. gemeldet: Die Ausstände der A» g e st e l l t e n der Straßenbahnen in N e w I o r k und Brooklyn sind beendet. PavM-Rerrtzvichken. In Belgien ist der Genosse Oskar P a a u a y gestorben. P a q u a y, so schreibt man uns aus Brüssel, ist hervorgegangen aus einer guten Familie in guten Vermögensverhältnissen.' Er war bestimmt. Geistlicher bezw. Missionar zu werden und studierte in einem Seminar Theologie. Nach Beendigung seiner Studien ging er nach England und Deutschland, wo er die Arbeiterbewegung kennen lernte. Nach seiner Rückkehr nach Belgien organisierte er die Steinarbeiter von L e s s i n e s und gründete dort eine Kooperativ- genossenschaft. Später hat er auch die Hafenarbeiter Antwerpens organisiert. Seit 1894 gehörte er als soeialistischer Abgeordneter der Kammer an. Paquay, der mir ein Alter von 43 Jahren erreicht hat, war einer der geschicktesten Organisatoren der belgischen Arbeiter- Partei. Polizeiliches, Gerichtliche« ufw. — Der Genosse Gogowskt in Posen wurde von dem dortigen Schöffengericht zu 15 M. Geldstrafe verurteilt, weil er sich gegen den§ 6 des Preßgesetzes vergangen haben soll. Derselbe hatte auf die Flugblätter der Genenalkommission:„Ein Attentat auf das heiligste Recht der Arbeiter" eine Ausflug- und eine Versammlungsanzeige drucken lassen, ohne sich als Verfasser dieser Notizen zu kennzeichnen. Diese Flugblätter sind bekanntlich konfisziert worden. Die Augsbnrger Krawalle versuchen die Scharfmacherorgane nach wie vor im Sinne der Zucht- Hansvorlage auszuschlachten. Sie sehen darin einen„neuen Beweis für die Notwendigkeit eines Gesetzes zum Schutze der Arbeits- willigen". Ebenso wenig aber, wie die Herne r Unruhen, haben die in Augsburg etwas mit der eigentlichen Streikbewegung zu schaffen. Ueber daS Einschreiten des Militärs wird berichtet: Während nun diese Wirtschaften„gesäubert" wurden, waren die angrenzenden Straßen von Polizisten und Militär abgesperrt. Die Chevauxlegers durchritten die Straßen und forderten die Ein- wohner auf, die Fenster zu schließen; wo dies nicht geschah. stießen die Soldaten nrit den Lanzen nach den aus dem Fenster herausschauenden Per« s o n e n. Daß eS dabei auch hie und da Steinwürfe aus die Sol- daten absetzte, ist erklärlich. Etwa 40 Personen wurden verhaftet, zirea 60 Personen notiert. Die Verhafteten wurden im Portierhäuschen der Senkelbachschen Fabrik untergebracht und von 4 Soldaten und einem Sergeanten MW Die In der Nähe des Versammlungslokals war ein starkes Polizei» aufgebot konsignirt. Die Schutzleute bekamen keine Arbeit in der Versammlung. Ivohl aber erneuerten sich in einer anderen Gegend der Stadt die Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Tnmiiltuanten.— Sicher ist, daß die streikenden Maurer, überhaupt die klaffen- bewußte Arbeiterschaft au den Krawallen nicht beteiligt ist; die nachfolgenden Prozesse werden dies mit noch größerer'Deutlichkeit zeigen.' ** * In der Freitagnacht ist, wie der Telegraph meldet, in Augsburg alles ruhig geblieben. Die Stadt macht den gewöhnlichen Eiudruck. Sociales. Arbritcrrisiko. Bei einer am Sonnabend auf der„Georg» M a r i e n- H ü 1 1 e" bei Osnabrück stattgehabten Explosion wurden zwei Arbeiter verletzt.— In Göttin gen wurden fünf Menschen von einem Gerüst begraben. Das Gerüst eines Neubaues brach zur Hälfte plötzlich zusammen und riß fünf auf demselben befindliche Maurer mit in die Tiefe. Einer dieser Leute, der Arbeiter Karl Hecke aus Diemarden, wurde von einem nachstürzenden Mörtelkübel so unglücklich getroffen, daß ihm der Schädel zerschmettert wurde, so daß der Tob sofort eintrat; die vier anderen Arbeiter wurden so schwer verletzt, daß sie zu Wagen in die Universitätsklinik gebracht werden mußten. Einer von ihnen liegt so schwer darnieder, daß an seinem Auf- kommen gezweifelt wird. Der verstorbene Hecke war verheiratet nud Vater von fünf Kindern, deren ältestes erst sechs Jahre alt ist. Ueber die Veranlassung des Unglücksfalles verlautet noch nichts Be- stimmte?. Streikende Acrzte. Ein Aerztestreik ist in Kassel ausgebrochen. Die Augenärzte der dortigen allgemeinen Orts- Krankenkasse haben wegen Herabsetzung der Behaiidlungssätze die weitere Behandlung der Kranken abgelehnt. Die übrigen Aerzte haben sich ihnen angeschlossen. GetvevltMzaftlMzos. Berlin nnd Umgegend. Achtung Arbeiter! Gewerkschaften Berlins! Seit 10 Wochen tobt der Riesenkanipf in Dänemark. DaL Unternehmertum hat bisher alle Friedensbedingungen ausgeschlagen. Auch nachdem die EinigungSkammer festgestellt hatte, daß die Unter mit aufgepflanztem Seitengelvehr bewacht. Die Verletzten wurden nach dem Krmikenbause überführt. Tie Verhafteten wurden nachts 12 Uhr a n e i n a n d e r g e f e s s e l t unter starker militärischer Eskorte in das Untersrichimgögefäiigiiis abgeführt. Nachis 1 Uhr war die Ruhe wieder hergestellt. Unter den Ver- haftete n befindetsich nicht ein einziger streikender Maurer. Erst heute morgen 11 Uhr wurde ein Streikender, angeblich wegen des Verdachtes, bei der gestrigen Ziisanimenrottnng mit Steinen geworfen zu haben, im Wittelsbacher Hof verhaftet. Die italienischen Maurer, die an der Senkel- bachschen Fabrik arbeiten, wollten bereits nach den er st en Krawallen die Arbeit niederlegen nnd wieder abreisen. Sie wurden aber vom Fabrik- direktor gewaltsam zurückgehalten.(Also Frei heitsberaubung!) ll in das An sichtig werden der Italiener zu verhindern, ließ die Bauleitung au dem Neubau eine hohe Bretterplanke an- bringen. Am Donnerstagabend haben die Augsburger Gewerkschaften Stellung zu dem Vorgehen der Unternehmer und Behörden ge- nonimen. Zwei Versammlungen waren äußerst stark besucht. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde in beiden Versamiirluiigen von den Referenten erklärt, daß die gesamte organisierte Arbeiterschaft mit den Krawallen nichts ge- mein hat und jede Verantwortung dafür ab- lehnen muß. Sämtliche Redner verurteilen mit scharfen Worten das Vorgehen der Unternehmer, die fortgesetzt ausländische Arbeiter unter falschen Vorspiegelungen nach hier locken, wodurch die Arbeiterschaft erbittert werden müsse, und das parteiische Verhalten des Stadrmagistrats, der sich dadurch offen auf Seite des Unternehmertums stelle, daß die Italiener von der Bahn mit Schutzleuten abgeholt und in dem städtischen Schlacht- und Viehhof untergebracht würden. Die Ausführungen sämtlicher Redner deckten sich mit folgender einstimmig angenommenen Resolution: „Die heutige Versammlung bedauert die in den letzten Tagen stattgehabten Ausschreitungen, die geeignet sind, der aufwärts strebenden Arbeiterbewegung imberechenbaren Schaden zuzufügen. Sic erhofft, daß die Untersuchung Klärung in die Angelegenheit bringen wird und die Thatsache ergiebt, daß die Ursachen dieser Exzesse nicht auf das Konto der organisierten Arbeiterschaft gesetzt werden können. Dringend fordert die Versammlung alle organisierten Arbeiter auf. sich aller anstößigen Aeußerungen zu enthalten und sich der Nachteile solcher Dinge' bewußt zu sein. Die Versammlung protestiert ganz entschieden gegen das par- teiische Vorgehen des Stadtmagistrats, besonders deshalb, weil städtische Bauten als Herberge ausländischer Maurer hergegeben werden, und fordert schleunige Abhilfe dieser beispiellos dastehenden Zustände. Aus drv �rKttenbctverlunA. Ans dein Kreise unserer Leserinnen geht uns nachstehende Meiiiringsänßerung zu, der wir ohne Abänderung und ohne Kommentar gern Raum gewähren. Das Schreiben lautet: „Die Frau hat' doch oft genug bewiesen, daß sie dem Manne völlig ebenbürtig ist; wieso hat nun der Mann das Recht oder die Pflicht, für Dnineii, die sich in seiner Gesellschaft befinden, zu zahlen? Unter Verlobten kann das Zahlen des Mannes nicht peinlich empfunden werden, bezahlt aber ein fremder Mann für eine fremde Dame, wie das ja auf Vergnügungen der Fall ist, so fühlt man sich als Dame verletzt und kann als anständiges Mädchen keinen Wunsch äußern, der Anspruch an den Geldbeutel macht. Der deutlichste Beweis für diese Ausführung ist wohl die Gerichtsverhandlung, welche sich vor einigen Wochen in B e r l i n abgespielt hat. Da forderte der Herr seine Dame im Emst auf, ihm das Geld ihrer Zeche im Betrage von 60 Pf. zurück zu erstatten, da sie ihm„schnippische Antworten" gegeben hatte. Wenn nun als Begründung dieses Zustandes, des ZahlenS, angeführt wird, daß die finanzielle Lage des Mannes eine bessere ist als die der Frau, mithin der Bessergestellte für den nicht so gut Situierten aufkommen muß, warum wird denn dieser edle Grundsatz nicht an der ganzen menschlichen Gesellschaft bethätigt?! Betrachten wir dagegen die Lage des Mannes in diesem Punkt. Wie unendlich viele sind dämm schon auf Abwege gekommen, weil die Mittel wohl ausreichten, für die eigene Person Genüsse zu ver- chaffen. nicht aber noch für eine oder mehrere Damen. Und will man sich das Freihalten nicht gefallen lassen und für seine Person wenigstens das Geld zuriickgeben, so fühlen sich die„Herren" der "chöpfnirg noch großartig beleidigt. Wenn mm etwa die Leser denken, wir, die Einsenderiniieir hätten genug Geld und brauchten darum die Kasse eines Herrn nicht in' Anspruch nehmen, so irren sie sich darin gewaltig. Wir siiid jung, müssen uns das tägliche Brot sauer genug verdienen, obgleich wir' Eltern haben, ziehen es jedoch vor. uns unsere Selbstachtung zu bewahren, indem wir uns so manchen Genuß versagen, den uns ein zahlungsfähiger Herr allerdings sehr leicht bereiten könnte. Hochachtend Johanna P. u. Anna L. Verein für Franen nnd Mädchen der Zlrbeiterklasse. Det Verein unternimmt Montag, den 7. August, einen Ausflug nach Westend. Treffpunkt im Lokal von Hoffmann, Kastanien- Allee 1. llnr zahlreichen Besuch der Mitglieder und Gäste bittet Der Vorstand. Tetzko NRNZDirtzken und Deposcheu. Saalfeld a. Saale, 22. Juli.(W. T. Stf.) Amtlich wird gemeldet: Betriebs- und Verkehrsstörung auf Strecke Probst- zella-Saalseld wieder beseitigt. Verkehr in vollem Umfange mit Zug 373 wieder aufgenommen. Mainz, 22. Juli.(B. H.) Heute Vormittag wurde dem Re- daeteur Franz K ö p p e u vom„Mainzer Journal" und dem Re- dneteur Malten von den„Neuesten Nachrichten" die Anklageschrift zugestellt. Die Anklage lautet aus Beamteubeleidigung, begangen durch einen Artikel vom 21. Mai. Bisher glaubte man, das Ver- fahren gegen die beiden Redaeteure sei eingestellt worden. Dortmund, 22. Juli.(B. H.) Der„Dortmunder Generäl- anzeiger" meldet: Der Kaiser hat sich mit der bekannten Ver- schiebnng der Feierlichkeiten zur Einweihung deS hiesigen Hafens einverstanden erklärt und seine Anwesenheit zugesagt. Ein beftiinniier Zeitpunkt kann noch nicht angegeben werden. Paris, 22. Juli.(B. H.) Auf Veranlassung de? russischen Gesandten wurde der Nihilist Goweloff verhaftet. RcnneS, 22. Juli.(W. T. B.) Ouesnay de Beanrepaire wurde heute Nachmittag über eine Stunde von dem Kommandanteu Ennierc verhört. Berichterstattern gegenüber verweigerte Beanrepaire jede Auskunft über den Verlauf des Verhörs. Haag, 22. Juli.(W. T. B.) Die dritte Kommission der Friedenskonferenz setzte heute die Beratung deS Entwurfs einer Uebereinkunft zur friedlichen Regelung internationaler Kon- flikte fort. Die Vertreter Griechenlands und Serbiens haben nunmehr den Artikeln des dritten Abschnitts in der Fassung deS Nedaklions-Ausschuffes zugestimmt. Der rumänische Vertreter er- klärte seine Zustimmung zu den Artikeln 10 und 13 und beantragte eine neue Fassung des Artikels 9 betr. die internationalen Unrcr- suchniigskommissionen. welche verschiedene Punkte der ursprünglichen Fassung aufrecht hält. In dieser Gestalt gelangte Iber Artikel 9 nunmehr mit allen gegen die Stimme ServienS zur Annahme, doch erklärte auch der serbische Vertreter, er halte sich mit ziemlicher Sicherheit für ermächtigt, dem ganzen Entwürfe zu- zustimmen. Die Kommission nahm alsdann einstimmig den Eut- witrf der llebereiiikunft an nnd schloß, nachdem dem Vorsitzenden Bourgeois Worte der Anerkemiiing gewidmet worden wqren, ihre Arbeiten. Der Schluß der Friedenskonferenz wird für Donnerstag oder Sonnabend erwartet. Rom, 22. Juli(B. Hi) Nach einigen Blättermeldungeii erhielt der Gesandte in Belgrad den Auftrag, der serbischen Regierung zu empfehlen, daß sie den Radikalen gegenüber Mäßigung beobachte. Belgrad, 22. Juli.(B. H.) Das Standgericht wird am 25. Jnli seine Thäti gleit beginnen; außer 19 anderen als Mitwisser der Verschwörung Angeltagten werden als Airgetiagte vor demselben weiter erscheinen: der frühere Minister Pafic. der ehe- malige Gencralkonsril Ljolie, der Erzpriester Ejurie sowie der Re- daeteur des„Odjek" Protie. Washington, 22. Juti.(W. T. 23.) Zum Staatssekretär des Krieges ist Elihir Root ernannt worden. Verantwortlicher Rcdaetcur: Slugrist Jaevbey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck nnd Verlag von Wlox Beding irr Berlin. Hierzu 3 Beilagen nnd lliiierbaltnne.öHnit ilr.170. 16. IM 23. Inl! 1899. Arbeiter! Bürger! ParteigetLossen! Im Herbst dieses Jahres finde» die Neuwahlen zur Stadtverordneten-Aersamiulung statt. Tic Liste der stimm- berechtigten Bürger liegt in der Zeit vom 13.�-liO. Juli d. I., täglich von 9— S Nhr im städtischen Wahlburcan, Poststr. 1K, S Tr., zu jedermanns Eiuficht ans. Wahlberechtigt ist nach 8 5 der Städte- TrdttUlig jeder sclbstnudigc Einwohner, der Preuße und 24 Jahre alt ist, seit einem Jahre in Berlin wohnt und seit einem Jahre keine Arnlrnnntcrstiitzvng ans öffentliche» Mitteln erhalte» hat, sowie mindestens znr zweiten Stcncrfinfe(6(10 bis 900 SN. Einkommen) cii»geschn»t ist, und soser» er in die Wählerliste eingetragen ist. Ehambregarniste» sind selbständig und daher wahlberechtigt. Einwendungen gegen die Nichtigkeit der Listen können nur während der Zeil des NuSlicgenS schriftlich beim Magistrat erhoben werden. Iseöcr die Berechtigung der gegen die Nichtigkeit der Listen erhobenen Einsprüche entscheidet die Stadtvcrordnetcn-Bersammlnitg. Um nicht seines Wahlrechts verlustig zu gehen, ist es Pflicht jedes Bürgers, sich davon zu überzeugen, dag sein Name in die Wählerliste eingetragen ist. Wer die Einsichtnahme jetzt versäumt, kaiin sehr leicht am Tage der Wahl rechtlos dastehen>md zu»t Siege des Gegners indirekt mit beitragen. Wir niahncn daher dringend znr genauestcn Kontrolle der Wählerlisten. Bei der Ansiibtmg der Kontrolle wird cS sich empfehlen, die letzte Stcuerguittimg initzuiichmcn, mn, sollte die Eintragimg vcr- säumt sein, sofort die Nachiragnng in die Liste beantragen zu können. Möge niewand versäumen, dieser Pflicht nachzukommen, damit er im stände ist, sein Wahlrecht auszuüben. lim denjenigen Wählern, die keine genügende Zeit zur Einsicht- nahntc in die Wählerlisten übrig haben, die Sache zu crleichtem, haben sich niitenstchciide Parteigenossen bereit erklärt, Meldungen entgcgcuzuuehincn, um daii» für diese die Einsicht in die Wählcr- listcu zu besorgen. Wir bitten, dicscil Genossen die Legitimation (Stcuerzeltel, Mictskoutrakt) auszuhändigen, dieselbe wird prompt und gewissenhaft wieder abgeliefert. K i e socialdemokratischen Vertrauensleute. I. NeichStagS-WahlkrciS. 1. Kommunal-Wahlbezirl, Stadtbcz'.tle 1�-10. Mörschel, Jüdenstr. 33. Gärtner. Molkenstr. 12. Rehen, Neue Friedrichstr. t. D i e s e l c r, Stralauerstr. 16. S o m m e r. Grünstr. 2l. P r e u tz, Neue Friedrichstr. 20. II. Rcichötagö-Wahlkreis. K. L a n k o>v, Schuhmacher, Königgrätzcrstr. 86. Parti I. Sah, Restanratcur, Markgrafcustr. 102. Fr. Z u b e i l,„ Lindeiistr. 106. K. L ü d k c,„ Zosscncrstr. 10. Sl. Quaiidt,„ Belle-?! llianccstr. 74. H. Schröder, Eigarrengcsch., Krcuzbcrgstr. 13. W i ch e r t, Nestauratcur, Grohbecreiistr. 54. tj i c b eil o iv, m Korkstr. 39. Marsch,, Steinmctzstr. 5. Z erb e,, Lützotvstr. 7. H. Werner,„ Bülowstr. 59. Schulz,» Priuz Albrechtstr. L. III. NeichötagS- Wahlkreis. 16. Wahlbezirk. L i n d c m a n n, Moritzstr. 9. G ö t t e, Restanratenr, Brandenburgstr. 18. Flick.„ Simeonstr. 23. Li er,„ Alte Jakobstr. 119. 19. Wahlbezirk. Mescha, Cigarrcuhaudl., Ädalbertstr. 24 sEckc Engel-Ufer). H u m b s e r, Restaur., Köpnjckerstr. 73. Richter,„ Franzstr. 1(Ecke Schmidstrahc). Lenz,„ Alte Jakobstr. 69. IV. NeichötagS-Wahlkrcis. 0. 20. Kommunal-Wahlbezirl. T a b b c r t, Gastwirt, Grüner Weg Ii. G o r n.. Markusstr. 23. E. K ö p n i ck.„ Schillingstr. 30a. Chr. Schultz, Cigarrengcschäft, Blumeiistr. 14. F. Mcrkowsky, Gastlvirt, Wallnertheaterslr. 20. 21. Kommnnal-Wahlbezirk. F. Wille, Gastlvirt, Andreasstr. 26. B n t s ch k c.„ Krantstr. 36. Richter, Cignrrcngcschäft. Stralancr Platz 13a, Neumanii, Gastwirt, Mühlcnstr. i0a. Martins,. Langestr. 90. 26. Kommunal-Wahlbezirl. Otto Franke, Gastlvirt, Pallisadenstr. 9. Wiedcmann,„ Fricdcnstr. 67. Mühle, Gastlvirt, Koppcusir. 41. Thielke,, Pallisadenstr. 52, Ecke Friedenstrahe. Jonas,» Elbingcrstr. 9. B a d t g e.„ Tilsitcrstr, 48. W c n d t l a n d, Eigarrciigeschäft, Marienbnrgcrstr. 32. 27. K o m m u n a l- W a h I b e z i r k. KarlSpäth, Gastlvirt, Gcorgcnkirchstr. 65. Steuer,„ Weinstr. 22. Schulz.» Höchstcstr. 30. Hafeloff.. LandSbergerstr. 8. Wilh. Späth. Weinstr. 28. R c u l, Cigarrengcschäft, Barnimstr. 42. Eichhorn, Gastlvirt, GreifSwalderstr. 3. Willner.„ Winsstr. 59. Bergan,„ Chrislbnrgerstr. 24. IV. Reichstagö-Wahlkreiö. S.-O. 15. K o m m n n a I- W a h I b c z i r k. umfassend die Stadt- bezirke 109�113. Im Stadtbezirk 109: Karl Bähler. Restaur.. Lübbcnerstr. 1. ,. 110 u. III: Fritz Golz, Rest. Grünaucrstr. 3. 112au. 112b: Karl Kubisch, Rest., Forsterstr. 17. 113: A n t o» S e i d l e r, Rest.. Ratiborstr. 16. V. Rcichstags-Wahlkrcis. 30. Kommunal-Wahlbezirl. M e r ck e r, Bergstr. 10. Hoppe. Ackerstr. 145. W i t t s ch o w, Kleine Hamburgerstr. 26/27. Gründer, Johamiisstr. 9. B r i n k ni a n n, Große Hamburgerstr. 9. Jäckel, Monbijou-Platz 10. 27. K o in m u n a l- W a h k b c z i r k. Willner, Winsstr. 59. Bergan, Christbnrgerstr. 24. Eichhorn, Greifswalderstr. 3. Wilhelm Späth, Weinstr. 23. Jakob Real, Barnimstr. 42. VI. RcichStags-Wahlkreis. Moabit: Karl Bach st ein, Rcstanrateur, Salzwcdelcrstr. 16. Roscnthaler Borstadt und Gesundbrunnen: Karl Blohfeld, Schlächterladen, Husfitenstr. 21. Otto Brückner, Gartenstr. 63. F i ck i n g c r, Usedomftr. 22. Karl H e l b i g, Barbier, Usedomstr. 9. Otto I a n i s ch sfrüher Kcrbcr), Brunnenstr. 74. Lorenz, Voltajtr. 43, im Laden. Fritz Lietzke, Brunnenstr. 35, im Laden. Gustav Pape. Barbier, Gcrichtstr. 80, im Keller. Bernhard Stein Haus er, Grenzstr. 4, pt. Karl Walter, Cigarrengeschäft, Husfitenstr. 35. Schönhauser Vorstadt: Fellechner, Weihenburgerstr. 29, im Laden. Grobler, Nestauratcur, Franseckiftr. 12. G u b i n,„ Prenzlauer Allee 232. Kiesel.„ Weihenburgerstr. 53. L a m p r e ch t,„ Wörtherstr. 39. P i n n e r, Cigarrengeschäft, TreSckowstr. 36. Emil Schmidt, Nestauratcur, TreSckowstr. 22. Stöbert,. Wörtherstr. 15. Wir bitte» unsere Parteigenossen diese Bekanntmachung anfznhebcn.__ Die bayrischen Landtagswahlen haben durch das Wahlbündnis zwischen Ccntrum und Social- dcmokratie ein ungelvöhnliches Aufsehen erregt, und wir würden uns einer Verschleierung der Thntsachen schuldig machen, wenn lvir nicht aussprächen, das; es auch innerhalb der locialdemolratischen Partei sehr gemischte Gefühle waren, mit denen dieses Bündnis auf- genommen ivard. Die Artikel und Briefe, welche uns aus den Kreisen der bayrischen Genossen zugingeii und von uns veröffentlicht wurden, zeigen, dah auch unsere bayrischen Genossen sich des Bc- deuklichen ihres Handelns und Handels wohl bewußt waren und dah sie sich zu dem schweren Schritt nur unter dem Eindruck der Ueberzeuguug entschlossen haben, es sei im Jutcresie der Partei eine imablveisbare Notwendigkeit und folglich auch Pflicht, mit einer Partei, deren Ziele, Programm und Kampfmittel wir verabscheuen, für die Erreichung eines bestimmten Zweckes znsammcnzngchcn. Da wir die Sache jetzt einzig von praktischen Gesichts- punkten ans beurteilen wollen— so werden wir die Frage gar nicht anflverfen, ob cS überhaupt eine Notlvendigkcit und eine Pflicht sein kann, zu thun, was wir ohne Beugung unseres sitilichen Gefühls nicht thun können. Wir werden auch die Frage nicht auf- werfen, ob eine große politische Partei, der Zahl nach die stärkste in ganz Deutschland uyd auch in Bayern sehr stark, überhaupt in die Lage kommen kann, einen ihr innerlich widerslrebenden Schritt von so lveittragender Bedeutung thnn zu müssen. Wir werden uns endlich auch nicht mit der Frage beschäftigen, ob Kompromisse, wie der jüngste in Bayern, sich mit den P r i n- cip i en nnscrcr Partei vertragen. Wir wissen sehr wohl. dahKom- promih ein sehr dehnbarer Begriff und dah es scyr schwierig ist, die Grenzlinie zu ziehen zwischen taktischen und praktischen Konsequenzen unseres Programms und zwischen programmwidrigcr und folglich die Partei'schädigender Opportunitätspolitik. Das ,st eine Frage. die der n S ch st e Parteitag zu diSkutiqrcn und womöglich zu entscheiden haben wird, n»d in deren Diskussisn wir heute nicht ein- zutreten gedenken, obgleich es eine Frage ist, die von Tag zu Tag brennnender wird für die Partei. Denn je machtiger unicre Partei wird, desto größer ist die Zahl und die Trag- ivcite der praktischen Probleme, die ihr durch die Verhältmffe aufgedrängt werden, und an denen sie arbeiten oder nntarbeiten muh, wenn sie auf positive Zlrbcit nicht verzichten. sich nicht abdrängen lassen will„vom sausenden Webstuhl der Zeit". Wir wollen einzig und allein diesen einen konkreten Fall: den Kompromiß, ivelchcn unsere Partei bei den letzten bay- rischcn Landtagswahlen mit dem Centrum abgeschlossen hat, ein- gestaildencrinatzen und nnlcngbar abgeschlossen hat, unserer praktischen Beurteilung unterziehen. Das Zetergeschrei der liberalen gegnerischen Parteien, die uns nur desyalb so lvütcnd angreifen, weil der„Kuh- Handel* nicht mit ihnen abgeschlossen ward, und die uns mit un- freiwilliger Komik die vermeintliche oder wirkliche Befolgung ihrer eigenen Praxis als sittlichen Makel aukreidcn— nehmen wir natürlich'nicht ernst; so wenig wir es ernst nehmen, wenn von socialistischer Seite es als ein Bortcil des Kompromisses gepriesen wird, dah das Centrum durch Eingehen des Kompromisses mit unserer, seineii Wählern so oft als gottlos, um- stürzlerisch, kurz als Ausbund alles Bosen und Schlechten an die Wand gemalten Partei seine alte Tradition zerbrochen und eine Bresche in den Ceiltrumstnrm gelegt habe. Das ist nicht richtig. Das Centrum hat schon Dutzende von Kompromissen— bei Stich- wählen— mit uns abgeschlossen, und daß die deutsche Socialdemo- kratic„bündnisfähig" ist— mm, das ist eine Lappalie, um welche die stärkste Partei des Deutschen Reiches sich den Kopf nicht zu zer- brechen braucht. Wir lassen die wablgeometrischen Berechnungen der Verteidiger des Kompromisses beiseite— die technischen Monstrositäten des bayrischen Wahlgesetzes sind für die Frage nebensächlich; sie können es erklären, wie die Genossen ans den Gedanken des Kompromisses kamen, den Kompromiß jedoch nicht rechtfertigen. Wir beschränken uns auf die Frage: hat der Kompromih unserer Partei B o r t e i l e gebracht, ivelche ihn, von Princip und Theorie abgesehen, zu einem praktischen Erfolg stempeln. Und da lautet, nach Prüfung des Für und Wider, unsere Zliit- wort flipp und klar: Nein. Der„Kuhhandel" hat der Partei keine praktischen Vorteile gebracht, ja ihre Machtstellung nachteilig be- einfluht. Gelvih, wir haben ein halb Dutzend Mandate mehr im bäurischen Landtag, und mit staatsmännischer Weisheit wird uns verkünoet, das Ccntrum, welches jetzt im Besitz einer festen Majorität, und folge dessen in der Lage sei. sein Programm zu vcr- wirklichen und zu zeigen, was es in Wirklichkeit ist, werde nun rasch abwirtschaften und sein politischer Bankrott werde der Social- dcmokratie zu gute kommen. Das ist eine merkwürdige Logik. Nichtig ist, das; der Besitz der politischen Macht das sicherste Mittel ist/ die Unfähigkeit und die wahre Natur politischer Parteien zu offenbaren, allein beim Ccntrum bedurfte es einer solchen Offenbarung wahrhaftig nicht. Was das Centrum ist und lvas es nicht ist, das lveitz jeder, der die Tagesgcschichte mit Aufmerksamkeit verfolgt. Und wer wissen will, lvas das Centruin, das heißt die Partei des katholischen Klerus in der Regierung ist, der braucht blas hinüberzublicken nach Belgien, wo das Ccntrum seit einem halben ülleuschenalter ununterbrochen an der Herrschaft ist. und ans allen Gebieten der Gesetzgebung, namentlich auf dem des Arbeiterschutzcs und des Erziehnngswesens sich so reaktionär gezeigt und jeder zeitgcmähen Reform des Wahlrechts sich so hartnäckig widersetzt hat, daß das Land soeben genötigt war, zu revolutionärer Selbsthilfe zu greifen. Und seltsamer Weise, durch eine eigen- tüniliche Ironie der Weltgeschichte muhte die Social- demokratie Belgiens mit bürgerlichen Parteien ein Bündnis abschließen zur Niederwerfung derselben Partei, mit der 14 Tage später deutsche S o c i a l d e m o k r a t c u in Bayern ein Bündnis abschlössen, das ihr zum Siege über die bürgerlichen Parteien der- half. Was das Ccntrum ist, braucht nicht erst ermittelt zu werden durch das ihm gewiß sehr angenehme Experiment, es znr herrschenden Partei zu machen. Wohl aber kann das bayrische Centrum, wenn ihm später von unseren Genossen sein Handeln zum Vorlvurf gemacht wird, ihnen, gelvih nicht ohne Berechtigung antworten: aber seid Ihr denn so grüne Jungen, dah Ihr die Katze im Sack gekauft habt? Konntet Ihr über unser Wesen und unsere Ziele irgend im Unklaren sein? Und habt Ihr, wenn wir wirklich so schlecht sind, wie Ihr jetzt behauptet, Euch nicht zu uiisereu Mitschuldigen gemacht, indem Ihr uns zur a b s o l u t e n M e h r h e i t in der Kammer verhalfr? Weit entfernt, durch diesen Wahlkompromih eine bessere Grund- läge der oppositionellen Kritik zu gclvimicn, haben unsere Genossen umgekehrt ihre Position nur geschwächt und verschlechtert. Und zwar geschwächt und verschlechtert nicht bloß für die Kritik, und für die Zukunft, sondern auai in Bezug auf die Machtverhältnisse und für die Gegenwart. Ein paar Mandate mehr oder weniger, das will an sich' nichts besagen, wenn es sich nicht um die Mehrheit und um ausschlaggebenden Einfluß handelt. Durch die 6 Stimmen, die wir bei dem„Kuhhandel"— wir gebrauchen den Ausdruck unserer bayrischen Genossen selbst— profitiert haben, ist die Machtstellung der Socialdcmokratie im Landtag ivic im Lande nicht nur nicht ver- bessert, i m G c g e u t e i l s i e i st verschlechtert worden. In dem alten Landtag hatte das Ccntrum keine Majoriät— die liberale Partei war zwar etwas schwächer an Mitgliederzahl, allein beide Parteien hielten sich einigermaßen die Wage und häufig hatten die f ü n f S o c i a l d e m o k r a t e n d c n Ll n S i ch l a g zu geben. Das verlieh, wie des näheren nicht ausgeführt zu werden braucht, unsern Genossen im bayrischen Landtag einen Einfluß ivcit über ihre Zahl und das Gclvicht ihrer Beredsamkeit und Principien hinaus. Diesen Vorteil haben wir jetzt verloren, weil das Centrum durch unsere Hilfe eine absolute und feste Mehrheit erlangt hat, die cS'ihm ermöglicht, auf unsere ll n t c r st ii tz u n g z u „pfeifen". Kurz) mit 11 Stimmen haben wir im neuen Landtag weniger Einfluß und eine geringere Machtstellung, als wir im alten Landtag mit 5 Stimmen halten. Bei jedem„Kuhhandel", sagt das Bauernsprichwort, wird Einer betrogen. Bei diesem Kuh- Handel ist qcwiß nicht das Centrum der betrogene Teil. Es hat seine Majorität. Beiläufig hat M a c ch i a v e l l i in seinem„Fürst" schon ausgeführt, daß es bei einem Kampf gegen zlvci einander befehdende Gegner das elementarste Gebot der Klugheit ist, den Schwächeren gegen den Stärkeren zu unterstützen. Und der Stärkere in Bayern war und ist nicht der absterbende Liberalismus. Freilich wir haben ja die Kritik— die Wucht unserer Paria» mcntanschcu Thäligkcit— und 11 Socialdemokratcn können doch mehr Reden halten, triftigere und wirksamere Propaganda und Kritik üben als 5— aber man erlaube uns ans dieses Moment kein sonderliches Gewicht zu legen. Unsere Genossen im bayrischen Landtag haben bisher schon eine sehr reiche und erfolgreiche parla- mcntarischc Thätigkeit cntlvickclt, und wir bezweifeln sehr, ob eine unisäilglichcrc Thätigkeit, wir meinen eine größere Zahl von Reden, auch zuträglich sein ivird— zumal unsere Genossen ja nicht die Stärke einer.Fraktion" haben. Auch auf dem parlamentarischen Grund und Boden giebt's eine U c b e r d ü n g u n g. Schon unter dem Socialistengesetz, namentlich nach den Reichs- tags-Wahlen von 1837 hatte unsere Partei Gelegenheit, zu erkennen und zn bekunden, daß ihre Macht weit weniger in der Zahl der Mandate, als der für die Partei abgegebenen Stimmen sich äußert. Und das herrliche Stimme neraebnis der letzten bayrischen Wahl— ein Ergebnis, daS durch die Kniffe und Pfiffe des bayrischen Landtags- Wahlgesetzes bloß in glänzendere Beleuchtung gestellt wird,— war doch in der Thal ein Triumph, auf den die Partei stolz sein konnte; denn er stellt das Wachstum und Gedeihen unserer Partei Ziffern- mäßig vor oller Welt und für alle Welt fest— stellt cS eindringlicher und überzeugender fe st, als der„Kuh- Handel". IV. I-. Der Zahresberilht der Aettestelt der Äerlincr tofiMiiiilMt konstatiert, daß das Wirtschaftsjahr 1893 den meisten Handels- und Jnduftriezwcigcn Berlins und ganz Deutschlands erfreuliches Ge- dcihcn gebracht, und die Gunst der Jahre 1895—1897 fortgesetzt, ja übertrosfen habe. Die Erträge der landwirtschaftlichen Produktion seien ganz e r h c b l i ch g c st i e g e n, auch dürfte es der deutschen Landwirtschaft gelungen sein,' ihre Produkte zu steigenden Preisen zu verwerten, wenn es auch in Ermangelung einer maßgebenden Produktenbörse schwer sei, hierüber ein Urteil zu ge» iviimen. Ta auch die Viehpreise eine starke Steigerung erfuhren, so lasse sich annehmen, daß die Kaufkraft der ländlichen Bevöllerunq sich i Wesentlich gehoben habe. Auch auf dem rund S Millionen Menschen ernährenden Gebiet der Berg- und Hüttenmännischen Produktion habe allgemein eine Steigerung der Arbeit und des Wertes der erzeugten Güter stattgefunden. Die Fördcrungszunahme betrug bei Steinkohlen S,7 Proz., bei Braunkohlen 7,6 Proz. Sic war am stärksten in Oberschlesien. Die Ausfuhr deutscher Kohlen habe eine erfreuliche Steigerung erfahren, namentlich habe sich der Export Schlesiens nach Oestreich-Ungarn(um 10 Proz.) und nach Rußland (um 30 Proz.) permehrt. Hinsichtlich der Metallindustrie sagt der Bericht: Eisen- gietzercicn und Maschinenfabriken seien zum Teil bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit be- s ch ä f t i g t gewesen, eine Reihe derartiger Anlagen sei vergrößert worden. Viele Fabriken hätten nur mit Schwierigkeit das erforderliche Material beschaffen können, da die Hütten- und Walzwerke infolge sehr lebhafter Bc- schäftigung entweder die Liefcruugstcnnine nicht einhalten konnten oder ihre Produktion bereits bis zum Schlüsse des laufenden Jahres abgesetzt hatten. Sowohl in Berlin ivie in der Provinz habe sich ein Mangel an geschulten Arbeitern bemerkbar gemacht, so daß häufig mit u c b e r st u n d e n und Nachtschichten gc- arbeitet werden mußte. Es hätte hier der Bericht ergänzend hinzufügen können, trotzdem eine große Anzahl geschickter Arbeiter durch ein raffiniertes System der schivarzeu Listen von der Beschäftigung in den Fabriken der Mitglieder des Verbandes der Metallindustriellcn ferngehalten wird. Die elektrotechnische Fabrikation habe sich einer besonders starken Beschäftigung crfteut, namentlich habe sich die Herstellung von Glühlampen erheblich ausgedehnt.— Trotz der er- heblichen Ausbreitung von elektrischer und Gasbeleuchtung hat aber, tvie aus oem Bericht hervorgeht, der Absatz von Petroleumlampen nicht nachgelassen. Sehr günstig lauten auch die Angaben des Berichts über die B a u t h ä t i g k e i t und die Lage der mit derselben zusannncn- hängenden Industrien. Während der ersten drei Vierteljahre des Jahres 1808 sei die Bauthätigkcit in Berlin eine äußerst rege gewesen und habe infolgedessen eine lebhafte Nachfrage nach Bau- Materialien aller Art stattgehabt, so daß diese zu guten Preisen Ab- satz finden konnten. Die Preis st eigerung für Hinter- mauerungssteine sei aber auch auf das Kartell der Ziegeleien zurückzuführen.— Weiter sagt der Bericht, daß die Bauthätigkeit der staatlichen und städtischen Behörden in Berlin einen Umfang angenommen habe, wie er seit zehn Jahren nicht zu verzeichnen gewesen ist. Von dem Gange der Bauthätigkeit sei auch die Ofen- fabrikation günstig beeinflußt worden. Den Veltcner Ofen- fabriken sei es gelungen, sich ein Absatzgebiet nach dem Auslande, besonders nach Rußland, zu verschaffen.' Die Arbeitslöhne sowohl in den Fabriken wie in der Ofensetzcrei seien im all- gemeinen unverändert geblieben. In den Veltener Fabriken seien die Löhne vom Juli ab um 5 Proz. aufgebessert worden, so daß sie die vor mehreren Jahren innegchabteHöhe wieder erreichten.„Wenn auch"— so sagt' der Bericht—„die hiesigen Ofensetzer nicht mehr den früheren außergewöhnlich hohen Lohn empfingen, so war der Verdienst,'namentlich der guten Arbeiter, doch noch reichlich und befriedigen d."(?> Der Berichterstatter über die Ofenfnbrikation bringt auch die oft gehörte und berechtigte Klage über das heutige Subniissious- wescn vor. Er führt aus dem Berichtsjahre einen Fall an, wonach eine Arbeit im reellen Wert von 2000 M. an den Mindcstfordcrnden für 1200 M. vergeben wurde. Weiter heißt es in dem Bericht, bei den meisten Submissionen der Militärverlvaltuug könne man die Beobachtung machen, daß unter 5—8 Submittenten einer sich befinde, dessen Gebot sich um 30—50 Proz. von den haarscharf kalkulierten Forderungen der übrigen Teilnehmer entfernt und dem daher der Zuschlag erteilt werde.(Die Arbeitslöhne, welche derartige Fabri- tauten zahlen, sind sicher weder„reichlich" noch„befriedigend", aber höchst wahrscheinlich ganz miserabel. Red.) Im Gegensatz zu den vorstehend angeführten Industriezweigen wird von der Textilindustrie berichtet, daß das abgelaufene Geschäftsjahr ein wenig g ü n st i g e s gewesen sei. Der Grund dafür habe in Absatzschivierigkeiten gelegen, welche auf den auS- ländischen Märkten bedeutender gewesen seien, als im Jnlaude. Der Export nach den Vereinigten Staaten von Nord-Amcrika sei in sämtlichen Zweige» der Textilindustrie besonders ungenügend gewesen. Einerseits habe der spanisch-amcrikauische Krieg das Geschäft ge- lähmt, andererseits habe sich in den Vereinigten Staaten bereits eine gewisse llcberproduktion der einheimischen Industrie in Wollen-, Baumwollen- und Scidcuivarcn bemerkbar gemacht. Auch auf den übrigen überseeischen Märkten habe sich ein erhebliches Erstarken der einheimischen Industrie oder geringe Kaufkraft des Landes gezeigt Die Papierindustrie kann im allgemeinen in das g ü n st i g e Urteil über das Geschäftsjahr 1898 einstimmen. Von der S ch u h w a r e n i n d u st r i e ivird berichtet, daß die mechanische Fabrikation durch technische Verbesserungen immer mehr gegenüber dem haudlvcrksmäßigcn Betriebe an Boden gewinne, eine Verschiebung, die auch der Lcdcr-Detailhaiidel in vermindertem Absatz zu spüren habe. Die Lage des Bank- und Börsengeschäft? wird im Vergleich mit dem Vorjahr als>venig verändert bezeichnet. Infolge der andauernd günstigen, zum Teil glänzenden Lage der Industrie habe die Emissi'onsthätigkeit einen weiteren Aufschwung genommen. Die Kurse der Aktien, nanicntlich von Montangcsellschaften, Maschinenfabriken und elektrotechnischen Betrieben seien weiter g e st i e g e n. Die Steigerung des Kapital-Zinsfnßcs sei auch im Jahre 1893 deutlich zuTagc getreten. Es sci aiizunchmen.daß bei einem Kapital- Zinsfuß von 4 Proz. das deutsche Publikum zur Anlage in erst- klassigen, feste Zinsen tragenden Wertpapieren an Stelle der Anlage in Dividcndcnpapicren zurückkehren Ivcrdc, welche zwar bei steigender Konjunktur Gewinne in Aussicht stellen, bei fallender Konjunktur aber Enttäuschungen zu bereiten geeignet sind. Ueberall ein glänzendes Bild von der Lage der Industrie, volle Beschäftigung und steigende Gewinne kann fast ohne Ausnahme konstatiert werden, Ivir wünschten, daß auck> von der Lage der Arbeiterklasse dasselbe gesagt werden könnte. Gewiß sind auch hier bessere Löhne in einigen Industriezweigen zu verzeichnen und hat die größere Arbeitsgelegenheit auch für die Arbeiter manche Vorteile gebracht; aber fast ohne Ausnahme mutzten diese verhältnismäßig geringen Lohnaufbesserungen in schlveren Känipfen unter heftigen Au- feindungcn kapitalistischer Interessenten errungen werden. Typisch für die Arbeitsverhältnisse sind die Zustände in der Metallindustrie. Der Bericht konstatiert hier die längere Arbcitsdaucr in den Betrieben. Was ist aber die Folge dieser An- spannung der Arbeitskräfte? Bei den hohen physischen Anstrengungen, die dieser Beruf in den meisten Fällen vom Arbeiter fordert, muß er gesundheitlich die schwersten Nachteile hervorrufen. Man versteht es deshalb, wenn dic� Mctalliudustricllcn sich entrüsteten, als von der Orts-Kraukenkasse eine Broschüre zur Verbreitung gelangte, in der die Arbeiter neben einer Anleitung für eine zlvcckcutwrecheudc Gesundheitspflege, auch auf den Schaden auf- merksam gemacht werden, den eine lauge Arbeitszeit hervorzurufen geeignet ist. Für die Arbeiter läßt sich auch hier die Lehre c»t- nehmen, daß sie bemüht sein müssen, ihre Organisation zu stärken, damit auch sie an den voll besetzten Tisch sich einen Platz erringen und denen das Verlangen durchkreuzen, die sie ins Zuchthaus weisen möchten._ Uokttles. Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg! Der diesjährige Provinzial-Parteitag wird am Sonntag, den 17. September, im Lokale des Herrn Stechert, Andrcasstr. 21, stattfinden. Beginn mittags 12 Uhr. Die provisorische Tagesordnung geben wir demnächst bekannt. Den Parteigenossen, hauptsächlich der Provinz, machen wir es zur Pflicht, unverzüglich die KrciSkonfcrcnzcn zu berufen zwecks Stellungnahme zur Tagesordnung und Wahl von Delegierten. Jeder Reichstags-Wahlkreis ist berechtigt, 3 Delegierte zu entsenden. Den Gewählten ist seitens der Leiter der KreiSkonfereuzen bezw. Partei- Versammlungen ein Mandat auszustellen. Maudatssormulare werden allen in Frage kommenden Kreisen rechtzeitig zugestellt. Mit Partcigruß l A g i t a t i o n S k o m m i s s i o n für die Provinz Brandenburg. I. A.: Carl Dimmick, Berlin 8., Luisen-Ufer 11. Die Versammlung deS WahlvcrcinS für den erste» Berliner Wahlkreis findet am Montag, den 24. d. M.. in Miegcls Restaurant, Stralaucrstraße 37. statt. Zur Tagesordnung steht:„ D i e B e- dcutung der Stadtverordneten- Wahlen". Referent: Dr. Curt Freudenberg. Armrnnnterstützung und Wahlrecht. Das Wahlrecht für die Stadtverordnelenwahlen besitzt u. a. ein Preuße dann nicht, wenn er seit einem Jahre Armeiiuuterstützung aus öffentlichen Mitteln empfangen hat. Was heißt Arnienunterstützung? Gehört hierher die Aufnahme in ein Krankenhans, falls man die Aufnahmcgelder schuldig bleibt oder in Raten abträgt? Der gesunde Menschenverstand sagt: nein, denn die Auf- nähme ist ja nicht erfolgt, ivcil der Betreffende arm, sondern weil er krank ist. So hat auch stets die Stadtverordneten- Versammlung entschieden. Allein die Stadtvcrordncten-Vcrsammluug denkt— der Magistrat— damals noch mit einem Ober- bürgermcister freisinnigen Parteibckenntnisscs— und ein Po- lizeiivachtmeistcr lenkt. Magistrat und ein Polizciwachtmcister außer Diensten fochten daher den verständigen Beschluß der Stadtverordncten-Versammlung an. So was nennt der Berliner städtische Freisinn„Selbstverwaltung". Und siehe, das Ober- Vcrlvaltungsgericht entschied ganz im Sinne des Magistrats aus juristischen, verwaltungSrcchtlichen Gründen, deren Tiefe unfaßbar für ein gewöhnliches Berliner Mutterkind ist. Seitdem werden in die Stadtverordnetenlisten diejenigen, welche selbst oder deren alimen- tationsbercchtigtc Familienmitglieder erkrankt waren, infolge dessen in Krankenanstalten aufgenommen sind, und die Kosten noch nicht bezahlt haben, nicht) in die Wählerlistcu aufgenommen, wenn die Krankheit innerhalb des letzten Jahres stattgefunden hat. Ist aber jemand z. B. im Jahre 1896 erkrankt und hat die Krankenhauslosten nicht gezahlt, so ist er dennoch, auch nach der Entscheidung des Ober-Berwaltungsgerichts wahlberechtigt. Eine Streitfrage besteht nun darüber: wie ist das „seit einem Jahr" zu berechnen? Heißt das: seit einem Jahre vor Auslegung der Listen oder vor dem Wahltermin? Die richtige Auslegung bcautivortet die Frage dahin: seit dem Wahltamiir. Aber Stadtverordneten- Versammlung und Magistrat— man nennt beide Sclbstverwaltungskörper— entschieden: seit der Auslegung der Liste. Folgt man auch dieser nlschen Ansicht, so ist auch der mit Zahlung der Kosten noch nicht zu Rande gekommene Berliner wahlberechtigt, wenn er spätestens am 30. Juli 1898 die gastlichen Räume eines Berliner Armenhauses oder Kraukenhauses verlassen hat. Ist er nicht aufgenommen, so beantrage er spätestens am 30. Juli seine nachträgliche Eintragung. Ei» Scheusal. An einem Geschäftsladen beobachteten wir ihn heute, er befand sich neben der Eingangsthür und verhielt sich ganz ruhig; man hätte ihn siir tot halten können, wenn man nicht von Zeit'zu Zcit fast uubcmerkliche Beivegungen wahrgenommen hätte. Er war klein wie ein Kind, schlank, ja hager, und sah so harmlos aus, daß man einen Eid hätte daraus ablegen mögen, er könne niemanden etwas zu leide thun. Aber der Schein täitzche. Er hatte offenbar etwas an sich, was auch den Sanftesten reizen mußte. Denn da war niemand unter den Vorübergehenden— und an dem lebhaften Platz hasteten Tausende vorbei— der nicht stehen geblieben wäre und dem Reglosen Zeichen der Verachtung, des Zornes, der Wut, der Verzweiflung geäußert hätte. Mann und Weib, Alt und Jung, Schön und Häßlich— alles blieb stehen und demonstrierte. Bisweilen häuften sich die Demonstranten und es gab einen kleinen Auflauf. Die blonden Jüngfcrchcn in den lichten Kleidern begnügten sich mit leisen seufzenden Verwünschungen. Andere waren weniger glimpflich. Den Mund höhnisch breit gerissen schienen sie zu fluchen:„Haben wir das dem Kerl nicht gleich zugetraut! Es ist richtig, wie wir ahnten." Der dicke groge Mann hob drohend die Faust, die ein feuchtes rotes Taschentuch ballte, als ob er seinen Feind zertrümmern wollte, und wurde vor Ingrimm so purpurrot, daß wir einen Schlag- anfall für unvermeidlich hielten. Der elegant gekleidete Jüngling mit den wässrig verwunderten Augen und dem himmelhohen Steh- kragen, der in der Erweichung begriffen ivar, wollte so Unerhörtes gar nicht glauben und murmelte düster:„Ist's möglich, ist's möglich!" So flutete die Menge vorüber, erstaunte, klagte, schimpfte, drohte. Der Angegriffene aber blieb stumm, mit keiner Miene verteidigte er sich, er hielt den Flüchen und Vcrtvünschungen stand, offenbar tief sich bewußt seiner iinermeßlichen Schuld. Er verharrte regungslos, nur jene, eine unmerkliche Bewegung zeigte, das Leben in leinen Adern floß. Er hatte sich allmählich an den Haß der Menschen gc- wöhnt, der Fluch ruhte auf ihm seit seiner Geburt, er gehörte einem chuldbeladcncu Geschlecht an, dessen Beruf es seit jeher war, durch 'eine stumme Wchrlosigkcit die Menschheit zu ärgern und in Raserei zu versetzen. llebrigcnS war dem unseligen Geschöpf sein Name an der Stini geschrieben— Thermometer. Der heißeste Tag dieses Jahreö war der Freitag, der eine Temperatur aufwies, wie sie in hiesiger Gegend seit 5 Jahren nicht mehr beobachtet worden ist. Die Quecksilbersäule zeigte morgens gegen 6 Uhr 18 Grad Celsius. Dann stieg die Temperatur mächtig empor und erreichte um 3 Uhr morgens 23 Grad. Die Registrier- skala der schreibenden Thcnnometcr der Uraniasäulcu reichten nicht aus, inn die Hitzegrade anzuzeigen. Die Temperatur errcickite gegen Uhr ihren Höhepunkt mit 39,4' Grad Celsius. Auch die Nacht brachte nur eine verhältnismäßig geringere Abkühlung, denn gestern morgen um 6 Uhr stand das Quecksilber in der für diese Tageszeit ungewöhnlichen Höhe von 22,6 Grad. Um 8 Uhrzcigtcn die Thermometer wieder 25 Grad Celsius an und hatte um 2 Uhr mit 37 Grad den Höchststand erreicht, um dann am Abend gegen 8 Uhr auf 29 Grad zu sinken. Unter dieser enormen Hitze halten Menschen und Tiere lchwcr zu leiden. Sechs am Soniicustich gefallene Pferde mußten am Freilag der Abdeckerei überwiesen werden, 23 Ziehhunde erhielten Hilfe durch Beamte deS dentsckicn ThicrschutzvcreinS. Ein am Sonnen- stich erkrankter uubckaunter Mann wurde gegen 5 Uhr nachmittags in die Charitö eingeliefert. Auf dem Bahnhof Fricdrichstraße brach der auf ciiicn Zug wartende Kaufmann R. ohnmächtig zusammen. Er erhielt Hilfe durch Bahnbcamte und erholte sich ziemlich schnell. Eine ältere Dame, die in der Kurfürsten straße vom Hitzschlag gc- troffen wurde, erhielt Unterstützung ans der Unfallstation in der Stcglitzersiraße. Schließlich wurde der Hausdiener Leder, als er die Straße Alt-Moabit passierte, von der Hitze überwältigt; er fand Aufnahme im Kraukcuhause Moabit. Die Kutscher, besonders die Führer der langsam fahrenden Last- wagen können der hohen Temperatur nur schwer Widerstand cnt- gegensetzen und schlafen vielfach auf dem Bock ein, wodurch der Straßenverkehr natürlich oft gefährdet wirk Die Schutzleute sind durch Reviervorstände angewiesen worden, in solchen Fällen die Kutscher stets zu wecken. Jüdischer Religionsunterricht. Der Kultusminister giebt in einem Erlaß bekannt, daß er bereit sei, in Fällen nachgeiviesencr Leistungsunfähigkeit der Synagogengcmeindcn solchen Schul- verbänden, welche freiwillig für die ihnen überwiesenen jüdischen Kinder besonderen jüdischen Religionsunterricht einrichten, bei eigenem Unvermögen eine Beihilfe aus den zu Beihilfen für unverinögende Schulvrrbändc durch den StaatShaUshaltS-Etat bereit gestellten Mitteln zu gewähren. Dir Sterblichkeit an akuten Darnikrankhcitcn hat mit Bc- giim der w ä r m e r e u Jahreszeit wieder beträchtlich zu- g e n o m m e n. Veröffentlichungen darüber liegen erst bis Ansang Juli vor. Nach den vorläufigen Wochenberichten des Berliner Statistischen Amtes waren in Berlin besonders an Diarrhoe, Brechdurchfall und M a g e n- D a r m k a t a r r h in den beiden je vierwöchigen Zeiträumen 12. März bis 8. April er. und 9. April bis 6. Mai er. zusammen 110 und 107 Personen gestorben. Dagegen starben an diesen drei Krankheiten in den beiden folgenden je vier- wöchigen Zeiträumen 7. Mai bis 3. Juni er. und 4. Juni bis 1. Juli er. zusammen 202 und 200 Personen(an Diarrhoe 77 und 69, an Brechdurchfall 66 und 66, an Magcn-Darmkatarrh 59 und 65), fast ausnahmslos Kinder unter zwei Jahren. Die Verteilung der Sterbefälle auf die einzelnen Standesamtsbezirke ergiebt, daß aus den vorwiegend von der A r b e i t e r b c v ö l k e r u n g bc- wohnten Stadtteilen die m e i st e n Sterbefälle dieser Art gemeldet ivurdcn,— die allermeisten aus der Roscnthalcr Vorstadt(vom 7. Mai bis 3. Juni und vom 4. Juni bis 1. Juli 30 und 34 Fälle), nächstdcm die meisten vom Wcdding und aus der Oranienburger Vorstadt, sehr viele auch aus dem östlichen Teil des Stralaucr Viertels, aus dem östlichen und lvcstlichen Teil der jenseitigen Luisenstadt, aus dem Königsvicrtel und aus dem westlichen Teil von Moabit. Dagegen wurden sehr wenig gemeldet aus der Schöne- berger Vorstadt und kein Fall aus der Altstadt. Zur Teilnahme am Kartoffclbau sind im Jahre 1896 von 2898 hiesigen Familien Gesuche bei der Arinendircktion eingegangen. 323 Familien konnten bei der Verteilung nicht berücksichtigt werden, weil nur 2575 Parzellen verfügbar waren. Die am Kartoffelbau beteiligten 2575 Familien umfaßten 15 686 Personen, darunter 9053 Kinder unter 14 Jahren. ES waren 103 Hektar gleich 2575 Parzellen zu je 400 Quadratmeter(gegen 100 Hektar im Vorjahre) gepachtet. Die Parzellen wurden den betreffenden Familien nebst 75 Kilo- gramm Saatkartoffcln, gegen einen Beitrag von 7,50 Mark, in gedüngtem und gepflügtem Zustand überwiesen. Die Parzellen brachten 1 592 660 Kilogramm Kartoffeln. 61 Parzellen wurden von den Inhabern nicht abgeerntet.— Die Gesauitkostcn deS Unter- nehmens stellten sich auf 35 725 M.; die Eiuuahnie betrug 17 954 M. Mithin ivar ein städtischer Zuschuß von 17 771 M. erforderlich. — lieber den Gewinn, welchen die mit Armcnland bc- dachten Familien aus ihren Parzellen gezogen haben sollen, enthält das statistische Jahrbuch der Stadt Berlin folgende Angaben: „Die von den Teilüehmcre gceriitctcn Kartoffeln hätten bei einem Preis von 5 M. für 100 Kilogramm einen Wert von 79 633 M., gezahlt hatten die Betreffenden 17 465 M., somit betrug der Rein- gewinn 62 168 M. oder durchschnittlich pro Parzelle 24,74 M. gegen 26,96 M. im Vorjahre."— Dieser„Reingewinn" dürfte übrigens durch die beim Kartoffelbau eutstandene» sonstigen Unkosten, Trans- portkostcu für die gccrutctcn Kartoffeln zc. aufgezehrt worden sein. Halteplätze für Droschken. Um die durch die Polizcivcrord' nuug vom 14. April d. I., betreffend das Verbot des Befahrens vcr- schic'dcucr Straßen mit unbesetzten Droschken, von feiten der Droschkciibcsitzcr hervorgerufenen Beschwerden zu beseitigen, bat daS Polizeipräsidium auf Äureguug des Magistrats den Kommissar für öffentliches Fuhrwesen ermächtigt, aus dem L a st w e g e der Straße„Unter d e n L i n d c u" v c r s ch i e d e n e D r o s ch k e u- Halteplätze anzuordnen. Mit dem Ban der neuen Gclciöanlagc für den Vorort- verkehr der Anhalter Bahn, der bekanntlich nach dem Potsdamer Ringbahnhofe verlegt loerden soll, ist nun auch jenseits deS Lnudwchrkaiials auf dem Terrain des Potsdamer Güterbahnhofes begoiincn worden. Hier werden zunächst für die Fundierung des Pfeiler? der neuen Eisenbahubrücke, die neben der bereits bc- stchcudcn Riiigbahnüberführuug für die Anhalter Vorortgclcise über dem Schöncberger User errichtet werden muß, die Vorarbeiten ausgeführt. während zu beiden Seiten deS Kanals mit der Fundierung der Brückenpfeiler vor kurzem begonnen worden ist. In der dein EisenbahnfiSkus gehörenden engen Straße, die sich zwischen dem Potsdamer Ringbnhuhof und den Hinterhäusern der Köthenci straße cutlang zieht, werden ferner bereits die steinernen Vogen für die neue Vororlstrccke aufgemaucrt. Die bei der Blitzkatastrophc am Nordnfcr am vergangenen Sonntag verletzten Personen haben sich sämtlich wieder erholt und ist nun jede Gefahr einer Nachwirkung ausgeschlossen. Bei den am schwersten verletzten Glockwitz, Vater und Sohn, und Blank, machten sich noch mehrere Tage hindurch Lähnmngscrscheiuuugcu bemerkbar. Diese haben sich jedoch seit vorgestern völlig gelegt. Bei Glockivitz sc». war auch eine Lähmimg der Zungenmuskel beobachtet worden, diese hat sich aber nach wenigen Tagen verloren. Eine sehr schlechte Meinung von den Frauen hat offenbar ein Gendarm in Rixdorf, der in dieser Woche vor dem Schöffen» gcricht als Leumundszeuge erschien. Er sollte aussagen, ob ein junges Mädchen, welches von einem Manne geschlagen worden ivar, ciiieu zänkischen Charakter habe. Mit großer Bestimmtheit erklärte darauf der Gendarm:„Die Frauen sind alle zänkisch." Dies Urteil rief große Heiterkeit hervor. Ter lustige Krieg im Schnhiilachcrgclvcrbe, d. h. der Kampf für und gegen die Zlvangsimiung geht weiter. Tie Ab- ftimmimg der Selbständigen des Schuhiiiachcrgelperbcs wird in allernächster Zeil stattfinde». Ebenso eifrig, wie die Freunde der Zunft, sind aber auch die in der Opposition stehenden Meister. Für nächsten Mittwoch ist eine allgemeine Meisterversammlung nach „Cohns Festsälen" einberufen, in der es voraussichtlich zu lebhaften Auseinandersetzungen kommen lvird. Zwei größere Verkehrsstörungen für den gesamten Straßen» bahubclrieb durch die Liudcnslraße fanden Frcitagnacknnittag statt. Gegen 1 23 Uhr brach die Achse eines mir einem Leitergerüst be- ladcnen Arbeitswagcus, als dieser in der Nähe deS Hallescheu Thorcs die Geleise kreuzte. Sämtliche Straßenbahnwagc» mußten infolge- dessen auf dem linken Geleise nach dem Dönhoffsplatz rcsp. Halleschen Thor zurückfahren und durch die Friedrich-. Charlotten- und Lcipzigcrstraße geleitet werden. Kaum ivar das Hindernis von den Geleisen entfernt. als ein Straßenbahnwagen der Siemens und HalSkcschcu Linie Bchrcustraßc— Treptow an dein KreuzinigSpunkte der Linden- und Markgrafcnstraße stecken blieb; die Räder hatten sich in den Geleisen derartig fcstgcklelnmt, daß der nachfolgende Motorwagen, der den verunglückten Waggon vorwärts schieben sollte/ ihn nur mit großer Mühe von der Krcuznngssiclle zu cnt- fernen vermochte. Einen mißglückten Fluchtversuch ninchtc gestern im Kriminal- gerichtsgcdändc ein Gefangener, der von Plötzenscc vorgeführt worden ivar, um vom Untersuchungsrichter vernommen zu werden. Es ivar ihm gelungen, das Drahtgeflecht, welches die obere Hälfte der Thür der kleinen Einzelzclle, in welcher die Vorgeführten bis zu ibr-r Vcrnchiiunig aufbewahrt werden, zu zerreißen und sich durch sie ciitstnudeuc Ocffuung zu zwängen. Er wurde von den Beamte» eingeholt, bevor er die AuSgangSthür des Gebäudes erreicht hatte. tiluf entsetzliche Weise hat sich die 51 Jahre alte Schneiderin Luise SocktS im religiösen Wahnsinn um das Leben gebracht. Am Donnerstagabend kehrte sie in der Herberge zur Heimat in der Müllcrstraße ein und teilte mit, daß sie ihre bisherige Wohnung in der Potsdamerstraße aufgeben müsse, weil dort irrclcgiöse Personen Ivohncn, die ihr nachstellten. Alsbald schloß sie sich in ihrem Zimmer ein. Als die seltsame Frau am Nachmittag des nächsten Tages noch nicht zum Vorschein gekommen war. stieg nian durch ein Fenster in ihr Zimmer und fand sie an einem Thür« Pfosten hängend leblos auf; bevor sie sich mit dem Hand- tuch erhängte, hatte sie sich an beiden Handgelenken die Pnlsadern geöffnet, je einen Schnitt an den Schläfen und mehrere Schnitte in Jen Hals beigebracht. Zum?l»sfaiigeir des Blutes hatte sie ein Waschbecken unter sich auf den Fugbodeu gcslellt. Man fand bei ihr verschiedene Papiere, zivci Taschcninc'sjer und IL Mark an barcni Gclde. Von der Eisenbahniriilkc an der Licscnstraße hat sich ain sereitagnachinitlag gegen 4 Uhr der 42 Jahre alle Töpfer Lldol Kedcrniann ans die Schicnengelcise hinabgestürzt. Mir»ichrcren Knochenbrüchcn und inneren Verletzungen brachte ihn ein Koppschcr Wagen nach eincin Krankenhaus. Von seiner Frau getrennt, wohnte er bei einer Geliebten in der Rainlcrstrasze. Auch diese zweite Liol>e lvar nicht glücklich. Das war der Grund, weswegen K. vor einigen Tagen eine andere Wohnung bezog und sich das Leben zu nehmen versuchte. In einem TobsnchtSanfallc vergiftet hat sich am Frcitag- avciib inn TVe Uhr der 31 Jahre alte Arbeiter Max Sicbcrt, der mit seinen drei Kindern bei der Mutter in der Kulnistraszc 13 wohnte. Seine Frau hatte sich im Herbst v. I. von ihm getrennt. Vor zivci Jahren wurde er von einem von eincin Krahn herabfallenden eisernen Träger am Hinterkopf verletzt. Seitdem wurde er öfter von leichter Tobsuchi befallen. Freitagabend nach der Heimkehr von der Arbeit trat ivahrschcinlich infolge der großen Hitze ein schwerer Anfall ein und S. leerte eine Flasche mit Znckcriänre bis ans den letzten Tropfen. Vor Schmerzen wollte er sich ans einem Fenster stürzen, wurde aber von Nachbarn zurückgehalten. Obgleich zwei Acrztc geholt wurden, erlag S. dem Gift nach zwei Stunden. Strasiciiuttsall. In der Anhaltstraßc wurde gestern vormittag 9 Uhr ein berittener Schutzmann samt seinem Pferde zu Fall gc- bracht. Das etwas unruhige Tier geriet mit einem Hinterfuß in die Speichen eines vorübcrfahrcnden Posltvagcns; es wurde zu Boden gerissen und mit seinem Reiter ein Stück geschleift. Der Schutzmann kam ohne erhebliche Verletzungen davon, während das Pferd einen Beinbruch erlitten hatte.'Das Tier wurde erst Itz�s Stunden später mit einem Wagen von der Straße tvcggeholt. Abgestürzt ist am Sonnabendnachmittag gegen 3 Uhr von einem Gerüst der Maler Kahl, der Wcrftstraße 6 wohnt und Mendel« svhnslraßc 3 arbeitete. Der Belag des Gerüstes gab nach und K. fiel einen Stock tief auf die Straße. Innerlich schwer verletzt und dcivußtlos wurde er dem städtischen Ärnnkcnhnusc am Friedrichshain zugeführt. Mit einer PhoSphorliisima versuchte sich die 43 Jahre alte Ehefrau Anna des Buchdruckers I. aus der Brnnncnstraße 33 zu vergiften. Die Eheleute, die sechs Jahre mit einander verheiratet sind, lebten öfter in Unfrieden. Nach einem Anstritt nahm die Frau Gift. Trotz rechtzeitiger Anwendung von Gegenmitteln mußte Frau I. am Sonnabend in einem Lückschcn Rcttnngswagc» nach dem Lazarus-Krankcnhause befördert werden. Ihr Zustand ist dort bisher unverändert. Ein großer Fabrikbrand wütete Freitagabend in der Wrietzenerstraße 33 auf dem Gesundbrunnen. Das drei Höfe um- fassende, noch fast neue Grundstück ist durchweg mit Fabritbctricbcn besetzt. Sämtliche Etagen des Ouergebäudes vom dritten Hofe sind von der„Allgemeinen Ballgesellschaft" zu einer Bautischlcrci ein- gerichtet, in der gegen 30 Tischler beschäftigt werden. Kaum hatten die Arbeiter zu Feierabend die Fabrik verlassen, als ans den Fenstern des dritten Stockes Flammen cmporschlngcn, die an den dort lagernden ausgetrockneten Holzvorrätcn so reichliche Nahrung fanden, daß binnen ivcniger Minuten die ganze Etage in Flammen stand, noch bevor die Feuerwehr zur Stelle war. Diese hatte keine leichte Aufgabe, da die intensive Hitze ein nahes Herankommen an den Feuerherd erschwerte. Zudem lag die Gefahr nahe, daß das rasende Element auf die benachbarten Gebäude überspringe. Es mußte daher unter Zuhilfenahme von zlvci mechanischen Leitern vorgegangen werden, von denen die eine nilf dem Ncbcngrundstückc Nr. 34 Aufstellung fand. Bald war die Decke zum Dachgeschoß von dem Feuer durchschlagen und nun ivnr auch der Dachstnhl nicht mehr zu halten. Nach zweistündiger harter Arbeit war nian Herr des Brandes. Der verursachte Schaden bcläuft sich auf viele Tausende von Mark. Neben der Wcrkstelleii-Einrichtung sind große Posten roher und verarbeiteter Hölzer und EinrichluugSgcgenstände ein- geäschert. Glücklicherweise hielt die starke massive Decke des zweite» Stockes der Hitze stand, so daß das Feuer lvcnigstcns die untern Fabri lränme v crs ch oute. Anscheinend schwer verletzt durch cincn elektrischcit Wagen der Linie Pankow— El sasserstraße sSicmcns n. Hnlske) wurde gestern nachmittag um 3 llhr ein etwa fünfjähriges Mädchen vor dem Hause Hochstr. 35. Nach den Angaben des Wagen- führcrS ist daS Miidcheii trotz rechtzeitigen Warnrufs gegen deii in der Fahrt befindlichen Wagen gelaufen, und tvurde zur Seite geschleudert, wo es bcivußtloS liegen blieb. Nachbarn brachten das Kind, nachdem cö die Besinnung ivieder erlangt hatte, in Äc- aleitnng eines SchutzmanucS mittels einer Droschke zur Unfall- flation. Die Mutter dcS verunglückten Mädchens tvar vom Hanse abwesend. Nachdem das Unglück geschehen. wurde, ivic immer, nach dem Urheber desselben gesucht. Wenn auch dem Wagenführer geglaubt werden muß. daß er „rechtzeitig" das Kind durch Zuruf gcivnrnt hat. so muß doch immer wieder gegen die geradezu tolle Fahrerei, die im elektrischen Betrieb üblich ist, protestiert werden. Ohne daS nnbcgreif- lichc Jagen der elektrischen Wagen ivnre schon manches Unheil vcr- hütet worden, aber cS hat fast den Anschein, als ob man sür diese Lehre taub ist. Stils Vvandstistiiiig wird ein Schadeiiseiier znrückgcsiihrt, das Freitagabend 8 llhr Lolhringerstraße 16 zum Ausbruch kam. Im ersten Stock befindet sich hier ein großes Strumpftvarcnlager der Firma Ebcnstein, daS in Brand geraten war. Bei Ankunft der Wehr ivaren die Lagerräume total verqualmt, und den mit Rauchschutz» Vorrichtungen versehenen Löschmaimschaften machte sich hei ihrem Vordringen ein beißender Schwefelgeruch bemerkbar. Thalsächlich wurde denn auch eine große Büchse mit brennendem Schwefel vor- gesttiidett, die allerdings weit ab von den Warenbeständen ausgestellt ivar. Es wurde nun ermittelt, daß daS Lager vor Ausbruch des Feuers tüchtig abgcschlvcfclt tvar. doch blieb es rätselhaft, ivic sich die Schwefelflammeit den entfernten Waren mitteilen konnten. Es ist daher eilte Untersuchung über die Eiitstehung des in kurzer Zeit abgelöschten Brandes eingeleitet. Taö Polizeipräsidium teilt mit: Nachdem seit nahezu fünf Jahren in Dcnlschlaud ein Fall von asiatischer Cholera nicht mehr vorgeloininen ist, ivird die Bekanntmachung vom 9. Angust 1392, wonach die nach§§ 9 und 25 des Regulativs vom 8. August 1835 für die Cholera bestehende Anzcigcpslicht ans alle der Cholera vcr- dächtigcn Fälle ansgcdchnt wird, bis auf weiteres außer Kraft gesetzt. Zills der Treptower Sternwarte werden in dieser Woche außer dem Mond noch die beiden Planeten Jupiter n»d Saturn beobachtet, die nur noch kurze Zeit sichtbar bleiben, da sie inunrr früher untergehen und von der Sonne zuletzt überstrahlt werden. Heute, Soimtagnachmittag 5 Uhr, spricht Direktor F. S. Archcnhold über:„Die Erscheimingeii in unserer Atmosphäre", unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder, die die Entstehung der Wolken, der Blitze und der seltsamen Gebilde in den höheren Atmosphäre- schichten erläutern. TaS Thema für den 7 Uhr Vortrag lautet: »Die Bewohnbarkeit der Welten". Auch Montagabend sindct 7 Uhr, um welche Zeit der Bürgcrvcrcin Friedrichsfclde die Sternwarte be- sucht, ein Vortrag statt. Zu allen Vorträgen haben die ermäßigten Be'.vmz, und Fcricii-Schülcrkaricii Gültigkeit. Tie im Berliner Aquarium während der letzten Tage eingelaufenen Sendungen bereicherten diesmal die Abteilungen der Meeresbewohner. Besonderes Interesse erregen gerade jetzt die merkwürdig gestalteten und organisierten Seegurken oder Sccwalzcn (Holothurien) insofern, als sie jene Tiergattung vertreten, welche auf den vom Deutschen Reiche soeben erworbenen Inseln der Karolinen und Mariannen zur Bereitung des Trepang verwendet wer- den. Dieser Trepang bildet einen beachtenswerten und der Steigerung noch fähigen AnSsnhrartikcl der genannte» Inseln nach China hin, sür dessen besser gestellte Bcivohncr er als eine hohe Delikatesse gilt, die dort etwa die Rolle spielt wie bei nnS die Austern oder der Kaviar. Die Secivalzen sind in dem großen Becken der Secsterne untergebracht. CinS der gegenüberliegenden kleineren Scewasicrbchältniise hat dagegen eine Gescllschast der zartesten und duftigsten aller Meeresbewohner anfgenommen, nämlich kleine, blanwciße, in Gestalt, Farbe und Bewegung reizvolle Quallen, die aber wegen ihrer Kleinheit doppelt anmutig erscheinen. 118 wehrpflichtige junge Leute waren zu gestern vormittag vor die vierte Sirafkammcr des Landgerichts 1 nach dem Moabiter Jnstizpalast geladen, um sich gegen die wider sie erhobene Anklage, der gesetzlichen Wehrpflicht durch Verzug»ach dem Auslände entzogen zu halien, zu verantworten. Die Leute, unter ihnen nicht weniger als 71 geborene Berliner, waren zuletzt in Berlin wohnhaft und wnrdcn unter Belegung mit einer Geldstrafe von je 156 M. resp. 80 Tagen Gefängnis(.auf Grund des§ 110 R.-St.-G.-B.) als unsichere Konto- niste» erklärt. Straßcnsperrnug. Eine Reihe von Straßen werden vom Montag an wegen Pflasterungen für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Es sind: das Alcxgndcr-llfcr vom Friedrich Karl-Ufcr bis zur Stadtbahnkrcnzimg, die HeniiigZdorferstratze von der Oudcnardcr- straßo bis zur.Seestraße, und die Rheinsbergerstraße von der Sttclitzcr- bis zur Brnnncnstraße. Vom Montag an tritt die gleiche Sperrung wegen ASphalticrnng für die Charlottcnstraße von der Straße Unter den Linden bis zur Bchrcnstraßc sowie für die Nosmarinstraße ein. Die Rheinsbergerstraße von der Strelitzer- bis zur Bruimcnstraße ist bereits wegen Umpslastemng gesperrt worden. Alis de» Nachbarorten. Ten Parteigenosse» in Charlottenburg nnd Schöne- b e r g zur Kenntnis, daß die Augusta-Vietoria-Säle der Arbeiterschaft nicht zur Vcrsügnng stehen. Weißensee. Am Dienstag, den 25. d. M., findet hier im „Prälaten", KömgschaiMec- und Lchdcrstrnßen-Eckc, eine Vcrfaimn- lnng statt, in der Genosse Rein über die Bcrufsgciiosscnschaften und ihre Vertrauensärzte sprechen wird. Arbeiter und Parteigenosse» SchöucbergS! Mit Rücksicht auf die im Herbst bevorstehenden Stadtverordneten- Ersatzwahlen ivird darauf aufmerksam gemacht, daß die Liste der Iv a h l b c r c ch t i g t c n Bürger in der Zeit vom 15. bis 30. Juki. Iverktäglich von 9— 3 Uhr, im Fcnerwehr-Gc- bände, Fciirigjtr. 63—64, Portal II, 3 Treppen, Zimmer 23, zur Einsicht anstiegt. Möge kein Arbeiter Schönebergs vcrabsänmen, sich durch Einsichtnahme davon zn überzeugen, ob sein Name ein- getragen ist. Einsprüche gegen die Richtigkeit oder Boll- ständigkcit der Lifte werden nur inncrbalb der bezeichneten 14 Tage vom Magistrat berücksichtigt. Um den Wählern, die keine genügende Zeit zur Einsicht in diese Listen übrig haben, die Sache' zn erleichtern, habe» sich nachstehende Personen bereit erklärt, dies zu thnn: W. Bäum! er, Apostel Panlusstr. 13. F. Häuser, Sedan- straße 31. O. Hoppe, Mcrscbmgcrstr. 7. Moll. Spanholz- straßc 34. Obst, Gnincivaldstr. 110. Püschcl. Gntzkowstr. 9. S ch i l l i n g, Khsihänscrstr. 16. Schulz, Bahnstr. 35. Schiinicke, Bnhnstr. 10. W e i n g a r t, Gustav Frcytagstr. 7. R. Nagel, Fcnrigstr. 4. Auch nehmen die bekannteren Parteigenossen Adressen entgegen. Achtnng, Parteigenossen! Hierdurch teilen wir mit, daß in den beiden Ortschaften M ü h l e» b c ck und B n ch h o r st sämtliche Lokale zn Versammlungen nicht in ehr zur Verfügung stehen. Gleichzeitig weisen wir auf die Lokallistc hin, in der irrtümlich in beiden Orten freie Lokale angegeben sind. Die Lokalkominission. Ter gegen die Pichelsdorfer Bremerei durch die Spnndancr Arbeiterschaft verhängte Bicrbohkott zeigt bereits seine Wirkung, in- dem der Absatz der Brauerei, namentlich nach Berlin und Spandau, nm etiva die Hälfte hcrnntcrgegangcn ist. Die Branercidirettioii hat am Freitag ivieder sechs Brauern ldarimtcr dem Braumeister) gekündigt und diese Kündigung mit„ArbcitSinnngcl" begründet. Die Arbeiterschaft, namentlich Berlins, wird ersucht, bei ihren Ausflügen den Beschluß der Spandauer Volksversammlung streng beachten zn wollen, da zur Zeit noch in zahlreichen S o m in e r l o k a l c n, welche aus der L o k a l l i st e stehen, Pichelsdorfer Bier verzapft wird!— W o dies noch der Fall ist, thnn die Ausflügler gut, statt des bahrischcn Bieres andere Getränke zn konsumicreil. Zum Van und Betriebe einer norntalspitrigen Kleinbahn von Nixdorf nach Mittenwalde für die Beförderung von Per- soiicn und Gütern ist soeben vom NcgierungSpiäsidentc» zn Pols- dain im Einvernehmen mit der Eisenbahndircktion Berlin der Rix- dorf-Mittcmvalder Eisenbahngcscllschaft zn Berlin auf eine Zeitdauer von 90 Jahren die landcspolizeilichc Gcnchniigmig erteilt worden. welche sofort in Kraft tritt. Die Vollendima. nnd Jnbctricvnalnnc der Bahn muß laut dieser Genehmigung. in längstens zwei Jahren nach der Feststellung des Bauplanes erfolgen, wobei es norbchaltcn bleibt, der Unwrnchnicrin jederzeit aufzuerlegen, die Einführung von Privatanfchlnßbahiicn zn gestatten. Die Geschwindigkeit der Fahrten darf dann 30 Kilometer in der Stunde an keiner Stelle der Bahn über- steigen. Auch bleibt es vorbehalten, an Wegübergängen besondere Vorkehrungen zur Verhütung von Unfällen zn treffen. Die Ein» richtiing des Fahrplanes und die Festsetzung der BcsördcrnngSpreisc wird für die ersten 3 bezlv. 3 Jahre der Bahngesellschast überlassen. Dann jedoch soll beides der besonderen Genchmigung der AnfsichtS- bchörde unterliegen. Ter Streckenarbeiter Schmidt, der von den Puffern einer Lokomotive bei Eroß-Lichterfcldc schwer verletzt wurde, ist am Freitagabend im Krankenhausc gestorben. Die Ätussperrttttg der Lederarbeiter i» Wüster. Seit nunmehr acht Wochen wütet der Kampf der Lederarbeiter in W i I st c r, welcher den Arbeitern vom Niiternchinerttini auf- gezwungen ist, durch welchen nicht weniger als 2000 Personen bc- troffen sind. DaS Untcrnchmcrtmn entließ 95 Proz. ihrer Arbeiter. soweit sie orgmiisierl, zum Zwecke der Niederwerfung der Oraani- satton, von der man ivnßtc, daß sie sich die Maßnahmen deS Unter- nchmcrtnmS— Verkürzung des Lohnes nm 15 Proz. nnd eine Vcr- längcrnng der Arbeitszeit von 10 auf 11 Stunden— nicht gefallen läßt. Um Grund zn diesem Vorgehen zn haben, wurde ein Streit mit dem ncucingcsctztcn Fabrüau.sschnß angezettelt. Alle andere» Brntalitätcn gegen die Arbeiter, die diese wohl als Heraus- 'orderniig erkannten, prallten an der Vermuift und Besonnenheit der Arbeiter ab. Die Entlassimgc» erfolgten angeblich wegen Arbeitsmangcl. Die Arbeiter, die längst wußten, Ivos kommen sollte, durchschauten dieses Manöver und reichten daher selbst diejenigen Arbeiter freiivillig ihre Kündigung ein, welche sich daS Unternehmer» tum zur Verrichtung der notwendigsten Arbeiten behalten wollte. Eine solche Einigkeit der Arbeiter, selbst solveit diese noch nicht der Organisation angehören, hatte das Untcrnchmcrtmn freilich nicht er- wartet. Alles wurde daran gesetzt, wenigstens die notwendigsten Arbeitskräfte zu erhalten; es gelang indessen nur. eine ganz kleine Anzahl Leute zu gewinnen, die bei solchen Großbetrieben absolut nicht ins Gewicht falle«. Die Brutalität des Unternehmer» tuinS, die folveit ging, zu Krüppeln gewordenen und an) dem Krimkenbcit liegenden Arbeiter» ihren Entlassungsschein znznsendcu, hatte selbst den größten Teil der wenigen Unorganisierten am Orte der Organisation zugeführt. Einige Wochen hat sich daS Unternchnieriilin in dein Bewußtsein, die Arbeiter müssen mangels an Mitteln zur Arbeit zurückkehren, die Dinge ruhig angesehen. Jetzt, nachdem cS sich in dieser seiner Ansfaffmig getäuscht steht. weder Arbeitswillige aus den Reihen der Ausständigen noch solche von außerhalb sich finden nnd außerdem die Konjuktnr eine von Tag zu Tag bessere und wird im Monat Angust ihren Höhepunkt erreicht, arbeitet das Untcriiehmertum in Ancrkcimung dessen, daß das ganze Geschäft znni Teufel gehen muß, mit Hochdruck daran, Bresche in die Einigkeit der Ausständigen zu legen. Es werden nun auch die verzlveifcltsten Anstrengungen gemacht, Arbeitswillige von außerhalb zu bekommen. Nach allen Gauen Deutschlands sind Agenten zur Werbung von Arbeitswilligen für die Lederfabriken in Wilster ansgcsandt. WaS da alles für Vcrsprcchimge« seitens dieser bezahlten Agenten gemacht werden,— während die Arbeiter in rigorosester Weise behandelt wurden und man sie lediglich in den Ausstand drängte, weil ein noch größerer Profit ans ihnen heraus» gcschmidcn werden soll—, können sich jedermann lebhaft vorstellen. Wo es gilt, die Arbeiter zu unterdrücken, die Organisation derselben zu zerstören, da kann cS bekanntlich auch dein Unternehmer nicht genug kosten; da werden keine Mittel gescheut, um seinen Willen durchzusetzen; ist sich doch auch vor allem daS llntcrnchmcrtnm dessen hcwnßt, daß nach einer eventuellen Nicdcrdrückung der Organisation ihm der Vorteil vielfältig in den Schoß fällt. Von einem Vcr- mittclnngsburean in Breslau erfuhren ivir. daß demselben für jeden Arbeiter, ivelchen er sür Wilster anwirbt, eine Entschädigung von 4 M. gewährt werden. Daß den Übrigen Agenten nicht weniger geboten ist, liegt ans der Hand. Aber auch in Wilster selbst werden alle Vorkehrungen getroffen und keine Mittel gescheut, nm die etiva eintreffenden Arbeitswilligen unter Dach und Fach zn bringen. Die Fabrik von Falk und S ch ü t t ist vor nicht langer Zeit durch Neu- bau derartig erweitert worden, daß die doppelte Anzahl Leute demnächst beschäftigt werden könnte. Da nun die Möglichkeit anSgeschlossen, daß in Wilster ankoinmendc Arbeitswillige Logis oder Kost bekomme» — die Sympathie der Einwohnerschaft ist vi? ans vielleicht einige Personen aus der Seite der Aiisständigcii— so läßt der Fabrikant Schütt, wie verlautet, einen Neuban durch Zimmerlcnte zu Wohn« resp. Schlafzimmern herstellen. ES sollen daher die etwaigen ArbeilS« willigen a» das Tageslicht nicht kommen, sondern ähnlich wie in einer Strafanstalt arbeiten, essen, schlafen branchcn, nm nm andern Morgen wie überhaupt zn jeder Zeil dein Untcrnehntertnm zur Verfügung zu stehe». Das wäre ja, gelänge es den Wilstcrschcn Lcdcrfabrikantcn. das durchzuführen, das waS sich mit ihnen wohl die meisten Kapitalisten herbeisehne». Die Nicdcrdrückung der Lebenslage der Arbeiter aus daS Existcnzminimmn, die Unterjochung der arbeitenden Klaffe, das ist daS Ideal eines echte» Kapitalisten. Glücklicherweise werden ja die Bäume der Wilstcrschcn Lcdcrfabrikantcn nicht in den Himmel wachsen. Die eingerichteten Schlafzimmer mit allerhand Tischgeräten, welche vom Untcrnchmcrtnm angeschafft und wahr- scheiiilsch den eventuellen Arbeitswilligen dann vvni Lohne abgezogen werden sollen, stehen bis jetzt noch samt und sonders leer. Wohl ist das Gerücht in Umlauf gesetzt, daß ein Schiff mit westpreußischc» und ein Eiscnbahnziig mit böhmischen Arbeitern eintreffen sollen. Doch bis jetzt hat sich das nicht bestätigt. Die Arbeiter sehen diesen Dingen in Ruhe und Besonnenheit entgegen, wissen sie doch, daß es zum größten Teil Schreckschüsse des Unter- nchmcrtnmS sind, zn dem kindlichen Vergnügen den Versuch zu machen, die Einigkeit der Arbeiter zn erschüttern, so sind selbst- verständlich auch alle BorsichtSniaßrcgcln getroffen, jeden diesbeziig- lichcil Znzng zu verhindern, nm dadurch vielleicht den Kampf in die Länge zu ziehen. Von einer Verlängerung deS Kampfes könnte schlimmstenfalls die Rede sein, wenn es gelingt, ArbeitSlvilligc auf diese Art zu beschaffen. Gelernte Gerber können die Herren absolut als Arbeitswillige nicht bekommen, das wissen sie genau, daher vcr- suchen sie cS. Landarbeiter zu werben. Aber auch diese werden sich hüten, sich in eine Fabrik stecken zu lassen, wo sie, wie oben angeführt, nicht die gewohnte Freiheit haben. Und zudem sind jetzt in der Erntezeit Landarbeiter überhaupt nicht zn haben. ES verbleibt also mir übrig die Möglichkeit, daß ein Häuflein teils in Dummheit teils in Not befindlicher Leute für Wilster an- geworben werden könnte. Daß damit zwei Betriebe, die mit 700 erwachsenen Arbeitern, und dazu fast alles qualisicicrten Arbeitern, hanlicrren, nicht annähernd in Gang gebracht werden können, das glaubt kein Mensch und vor allen Dingen auch die Fabrikanten nicht, die in der unglücklichen Lage sich befinde», die crwüiischlcn Arbeits- willigen nicht zu bekommen. DaS eifrigste Bestreben der Unternehmer ist es. daß die Unter- stützimg den Arbeitern ansgehen möge nnd dicscrhalb wollen sie den Kampf bis zum August hiuzichcit. Kehren die Arbeiter dann nicht gebeugt zurück, so liegt der Sieg, nnd zwar ein glänzender Sieg. der der Aiisrcchterhaltnng der Organisation, ans leiten der Arbeiter. Im Angust beginnt die Blüte der Roßlederfabrikalion, und da werden»nd können solch enorme Belricbe nicht stillstehen, wollen sie nicht ihren völlige» Ruin herbeiführen. In der letzten Woche hat auch daS Unternehmertum öffentlich bekundet, weshalb cS die Aussperrung vornahm. Es wnrdcn»äin- lich die paar getreuen Arbeiter, die ihm verblieben sind, zusammen- berufen nnd ihnen verkündet, daß von nun an eine löprozcntige Lohnreduktion eintrete, außerdem die Arbeitszeit von 10 ans 11 Stunden verlängert werde, und die Frühstück- nnd Vcspcrpanscn nur je 1'i Stiiudc dauern dürfte. Darauf sind selbst die letzten paar getreuen Arbeiter nicht eingegangen und sind dieselben ebenfalls gewillt, die Arbeit niederzulegen. Auch eine Audienz haben die Fabrikanten bei dem Landrat zn Itzehoe, nnd der Unternehmer Schütt eine solche bei dem Re« gier ii» g 5 p r ä s i d e n t c n fiöfler z» Schleswig gehabt. WaS dort besprochen, vermochte» wir noch nicht zu ermitteln. Doch cttvaS machte sich bereits fühlbar. Den Ausständigen wird in letzter Zeit, ohne daß diese glaube», einen Anlaß dazu gegeben zu haben, der Zutritt zum Bahnhof strengstens verboten. Möglich, daß daS aus eine der Audienzen zurückzuführen ist. Ob weitere Maßnahme» gegen die sich ruhig verhaltenden Ausständigen getroffen werden sollen, ist abzuwarten. Doch komme. waS da wolle, die Wilstcrschcn Lederarbeiter sind geschult nnd lassen sich durch nichts provozieren. Wieweit die Bürgerschaft in Wilster den Ausständigen sympathisch gegenübersteht, geht zum Teil ans folgendem hervor: Nachdem das Gerücht in Uinlanf kam, daß westpreußischc oder böhmische Arbeiter in größerer Anzahl nach Wilster kommen sollten, wnrdcn seitens der Stadtverwaltung sofort die nötigen Vorlchrnngen getroffen, daß diese Leute nicht der Stadt zur Last fallen, sondern daß daS Unter- nchmcrtum der Lederindustrie alsdann auf zwei Jahre für alle Vor- kommnisse hastbar sei. Auch wurde den Fabrikanten aufgegeben. daß, wenn sie Leute dieser Art von außerhalb nach Wilster schleppten nnd dicscrhalb sich etwa ein höheres Polizci-Aufgebot oder Militär nötig mache, dies alles auf Kosten der Ledcrfabriknntcn geschehe. Daß dieser den Arbeitern aufgezwungene Kampf, bei dem feiten» der Arbeiter nichts gescheut wurde, ihn auf gütlichem Wege ans der Welt zu schaffen, für den Verband der Lederarbeiter, der in diesem Jahre bereits mehrere harte Kämpfe ans eigenen Mitteln geführt. ein ganz bedeutender ist. den dcrsclbe, nachdem cr mich dafür bereits volle acht Wochen die Nntorstütznnst aus eigenen Mitteln deckte, nicht auf längere Zeit allein bestreiten kann, sondern dazu die Hilfe der dentschen Arbeiterschaft in dieser Zwangslage hierdurch anrufen innh, ist wohl verständlich. Nicht verkennen wir Lederarbeiter, dag durch die vielen und harten Kämpfe die Arbeiterschaft stark in Anspruch genommen wurde, doch hoffen tvir, datz unS die Arbeiterschaft tu diesem berechtigten Kampfe nicht im Stiche läszt. Gros;« Kämpfe sind geführt und unterstützt worden, wo der Wille der organi- siorten Arbeiter nicht zur vollen Geltung kam; hier handelt es sich um die Erhaltung einer alten und bewährte» Frganisntion. Dag wir Lederarbeiter wie bisher unsere Schuldigkeit auf dem Gc- biete der Arbeiterbewegung weiter ersüllc» werden, dag wir alle Kämpfe nach Möglichkeit aus eigenen Mitteln auch für die Folge- zeit führen werden, brauchen wir genüg nicht weiter zu versichern Dafür bürgt unsere Organisation. Darwin, Arbeiter Tcntschlands, laßt uns in diesem schweren Kampfe nicht im Stich, sorgt dafür, dag die Organisarion der Leder arbeiter durch den Gcivaltakt der Ilntcrnchnicr nicht eine Niederlage erhält, von der sie sich nach vielen Jahren erst wieder erholen könnte Der B o r st a» d des Berbandes der deutschen Loderarbeitc r. H. B c i g w c n g e r. GcvltszkS-Äeikttttg. Inn» zweitcnnalc wurde gestern vor der ersten Ferien- Strastainmer des Landgerichts I gegen den Kansmaim H ermann fei u( e tz verhandelt, der im März d. F. von derselben Strafkammer nntcr Vcrücksichtigniig seiner vielen Vorstrafon zu einer Zucht Hans strafe von Jahren, fiinfjährigen Ehrverlust und M. Geldstrafe verurteilt ivyrde» war. Die von der Verteidigung � eingelegte Revision war von Erfolg be- gleitet gxwescii, die Sache wurde zur nochmaligell Rcr- Handlung an die Vorigstaiiz ziirürkgcwicscn, In der ersten Verhau Muiig war folgender Dhalbestgnd als erwiesen an- gesehen worden: Die Besitzer des Hnnses Kövenickerstr. 77-78, Maurer Nicister Ganso» nad Frau Baumeister Bnsie, ivollten dasselbe vor- kaufen. Der damit beanftragte Agent teilte Ganson im Oktober 1897 mit, dag er in der Person des Angeklagten einen Käufer habe. Gleichzeitig legte er seinem Auftraggeber zwei Ans Jiniftc über Golctz vor, welche gut lauteten. Es hirs; darin, dag Golctz hei der Deutschen Bank ein Guthaben in Höhe von LOtXX) Frks. habe ngd nugcrdein bei Erkner ein 2ö Morgen großes Dcrrnin besitze. Auf Grund dieser Rnskiiiifte trat Ganson'mit Golctz in Ilnterhnnbkiing. � Der letztere bcsräligte die Angaben über seine VcrmögenSverhältiiisse und erklärte, dag er eine Riizahlimg ni Höhe von 17 000 Mark leisten werde. Daraufhin kam es zum Abschlug drS Kaufvertrages und Ganson lieg das Ginndslnck von Golctz, der innerhalb einiger Tage die Anzahlung leisten wollte, ans. Golctz schob die Ersfillnug seiner Verpflichlimgeu von einer Woche bis zur anderen hinaus. Schließlich sah Ganson ein, dag er betrogen war. Am 19. August vor. I. kam das Grundstück zur Snbhastatioii. Sänitlichc durch den Verlauf des Grniidstückl entswiidenen Kosten, soivie rückständige Zinsen, Stempel usw. haben die Vorbcsitzee zahlen niüsien, ivcil sie als solche für den etwaigen Aussall von Hypotheken, sowie säintliche Kosten haftbar waren. ES zeigte sich, dag alle Angaben des Angeklagten ans Schwindel bc ruhten. Mit dein Depot bei der Dentschen Bank hatte eS folgende Bewandtnis: Golctz halte von einem Bekannten einen Posten wertloser Aktien cincr französischen Gesellschaft znm Nominal- betrage von MOOO Franks erhalten. cincr der Zeugen wollte gehört haben, dag Golctz— 5 Mark dafür gezahlt habe. Diese Papiere� hintcrlegle er bei der Drillichen Bank gegen einen Depotschein, den er drin Vertreter des Austinifls- burcans zeigte. Ein Terrain bei Eeliicr war nie sein Eigcntilm ge- Wasen, cS ivar ihm nur der Auftrag gcwordc», das Terrain zu verkaufen. Eine» zweitcii Bctrng beging Golctz znm Nachteile deS K anfmaim Krainm, dem erHppothcken znm Gelnmtiverre von 14 500 M. abschwindelte, die Golctz auf daS iicu erworbene Geiindstück in der Köpnickcrstrage eintragen lieg. Bei der Snbhastation fielen diese Hypotlicken ans. In der gestrigen ernentcii Verhandlung blieb der Angeklagte dabei, daß er das Opfer ividrjgcr Verhältnisse geworden sei. aber keine betrügerischen Absichten gehabt habe. Nach mehrstündiger VerHand- Iimg stellte sich doch hcräuS, dag einige Zeugen, welche durch Krank- heil am Erscheinen verhindert waren, nicht zu umgehen ivnren, eS inußte deshalb die Vertagung beschlossen werden. In körperlich und geistig hcrabgekoinmenem Znstandc wurde gestern der 89 jährige Schreiber Wilhelm v. Span leren der neniilen Strafkammer des Laiibgcrichts I ans der Unter- siichnngShaft vorgeführt. Der Angekingle war sriihcr Leninaut in einer rheinischen Garnison, Er geriet auf Abwege, wurde einmal wegen Betruges zu zwei Wochen niid dann wegen BclrngcS und llrtiindeiifälschiuig zu sechs Monaten GefäugniS verurteilt. Mit seiner militärischen Lanfbalm war es schon nach seiner ersten Bestrafung zu Cndc, cr versuchte eine Zeit lang sich als Anwalt- fchraibcr dnrchznschlngcn. vermochte seine Stellnuge» aber nicht zu balte» Nun cr>;ab v. Spaukcrcn sich der Hochstapelei, cr wurde Weinreiseudcr niid Bnchhandlnngsreisender, schädigte die von ihm vertretenen Finnen, viele Knuden und verschiedene Gasthofsbcsitzcr. Es wurden ihm jetzt 21 strafbare Handlungen zur Last gelegt, die sich tcilS als iirlnndensälschniigcn, teils als Betrug niid Unterschlagung keimzeichiien. Im Termin machte der Angeklagte den Eindruck eines Geistesgestörten, teilnahmslos stierte er vor sich hin und der Präsident hatte Mühe, aus dem Angeklagten die Personalien hcranSzUholen. Saintätsrar Dr. Rittcnzweig meinte zivar, daß der Angeklagte übertreibe, aber ziveifclloS sei es, daß derselbe geistig nicht normal sei. Er beantrage, ihn zwecks Bc- obnchtilng ans 9 Wochen in einer Jrren-Heilanstalt unterzubringen. Der Gerichtshof beschloß nach diesem Antrage, 'Alle Niorstcucrsvtznttligc» e>itbalten Bestinmuuzgen, wonach die Einfuhr des BicreS in die betreffenden Geincinden iit solchen Fässern erfolgen muß. deren Inhalt nach Litcrnio.ßeii gcaichi und auf den Fässern deutlich cingcbrannt ist. Eine derartige Be- stinlmnng sollte der Branereibcsitzer Kaiser anS der Umgegend von Waricinverder übertreten haben. Die von ihm vcr- lvandtcn Fässer waren zivar genicht, aber nicht amtlich, mid hieran hatte die Behörde Anstoß geiioniinen, Schvsfciigericht und Landgericht sprachen iiidessen den Beschuldigten mir der Aegründung frei, daß der Z'.vcck der Bierftcilcrordnniigen eine private Aichimg ziilnssc. Auch iverde in der Bierstenerordnuiig nicht ausdrücklich eine amtliche Aichmia verlangt. Ferner sei'nicht anziinehmen. daß durch die Ziimssnng einer privaten Aicknmg der Artikel 15 der Maße- lind GewichtSordiniiig verletzt werde. Dieser Artikel beziehe sich mir ans amtliche Aich.»igen und Gtrmpcliingen, cr ordne aber nicht allgeincin an, daß mir daö AichlingSaint aichcn dürfe und daß kein anderer dazu berechtigt Wäre. Auf die Revision der Staatsamoaltichaft hob jedoch der Strafsenat des KammcrgcvichtS die Vorciitschcidnngcn ans nnd vcr- urteilte Kaiser zu einer Geldstrafe. Zur Begründung wurde aus- geführt, daß eine amtliche Aichnug notwendig fei. wenn»nr von einer Aich ung gesprochen werde. Solle eilte private Aichung zulässig sein, baini müsse dies ausdrücklich betont werden. liesert Arbeit für das Artillericdcpot in Spandan. Die Löhne, die hierbei verdient werden, spotten seder Bei'chmbiiiig. ein tüchstger Arbeiter bringt es selten über IN M. wöchentlich, in der Regel niüsien die Arbeiter mit 10�-12 Rt. zufrieden sein. Tie»i'.etste» Arbeiten läßt die Finna außer dem Hanse, teilivcise auch in der Gefmigci'.nusta'.t am Molkemnarkt nnferiige». Das solche.fchlesisKon" Weberlöhne gezahlt worden können, sei schuld der Kollegen selbst, die, wie ausgeführt wirrde, sich um die Organisation iiichi küinmern. Daß der Finna die öffentliche Besprechung der Mißstände in ihrem Betrieb nicht sehr nngeuehm ist, wnrde davairS geschlossen, daß sie einen schon länger dorr beschäftigten Arbeiter plötzlich ohne Grund enllicß, wahrscheiigsch in der Annahüie, daß dicier'Arbeiter die Möglichkeit der Kritik des Geschäfts herbeigeführt Hobe. Da hie Finna in hiesigen Zeitungen Sattler bei hohem Lohn sucht, wurde den Kollegen zur Pflicht gemacht, das Geschäft bis gnf weiteres zu meiden. Eine sünsgliedrige Kommission wurde eingesetzt, um durch weitere Beweis? beziehentlich Material die m einem Artikel des„Vonvärt" betreffs der Militärarbeit bereits ans-- gestellten Behanptimgcn zu erhärten. Alsdann soll eine criicntc Petition an den KrlcgSininistcr gerichtet werden. In der dieser uiir Abhilfe der Mißstände, die bei der Anfertigung von Militärarberten vorherrschend sind, ersucht wird. Nach ivcitcrer Debatte über diesen Gcgenstalid. wird noch das Verhalten einiger Kollegen bei der Bezirks- konsercnz, soivie die Jntceessciilosigkcit der Militärsattler gerügt und und als dann die Bersamnilniig geschlossen. Zwei W a ud e r v c r s a m mlnn g c ir deS Vereins z»:r Wahrnng der Zutcressvu der Maurer saiidcn am 19. Juli Frankfurter EhailsieelLb bei Hüsslich statt. Metzle erörterte den farlivährcnden Kamps um de» 90 Pf.- Stniidciilohn in den Jahren 1899 bis 1899. Alsdann verwies er ans die Vorteile, die durch den EinigilngS- vertrag erzielt worden sind, indem cr ans die cinzckiicii Streitfälle, die bereits durch die ftommisiimt zu Eunficn der Arbeiter geregelt ivnrdcn. des näheren einging. Redner forderte die Anwesenden ans, das iiun Errungene auch in Zukunft an.sznnÜtzB!. An der Diskussion betciligicn sich mehrere Kollegen Im Sinuc des Ncfcrcntcn. Alsdann wurde I oh. H o f fm a n n-Friedrichsperg, Güstelstr. LZ, als Hilfs- kassierar gewählt. Tic ziveite Vcrsanlmknug tagte im GesellschaftshaiiS. Swine- miiitderslraße 42. Hier schilderte Kater die ArbeitsvkphÄtnisseZ ivic sich diese nach dem CinigimgSvcrtragc für die Kyllegenschaft gestaltet haben, Redner betonte. daß. wenn vcrlchiedcntlich mit mehr Ilmsicht her ctipaigen Tifscrcnzen ans den Bauten borgegangen Ivürdc, es bcdcntend vor- tcilhnftcr wäre, da selbige sehr hänstg in Güte beigelegt werden köimteir. An der Dislnssloii bctoiligtcii sich Vprpnhl, Zech I in, Beiersdorf und andere. Nach einer Slnssordernug des Bor- sitzei'.dc», eine rege Agitation für den Beaeiil zu entfalten, erfolgte Schluß der Versrtiinnlang. Ccntralvcrbaud?ciilschcr Maurer. In der Mitglieder- vcrsanmilnng der Zahlstelle Irl iRabitzpUtzer nnd Platiciiictzer). die am 19. Jnli tagte, erfolgte durch den Kailicrer die Ncchiimigs- legiing für das zweite Onnrtal. Die Einnahmen mid Ansgabcn dcc Hanptkasse balancieren mit 471, 1ä M. Die Zahlstelle schließt bei einer Eiimghiuo von 192,10 M. und einer Ansgiibe von 134.10 M. mit einem Bestände von 28 M. ab. Mitglieder sind 190 vorhanden. Kieke wlin'cht eine gewissen- haste Bankoiiirolle, um sesiznstellcii. lvie viel ll'.alntzpntzee nin Orte v eichäst igt sind, Beschlossen wurde ferner, in nächster Zeit bei nenn- ftüildigcr Arbeitszeit 7 M. pro Tag zu fordern. Der Agitations- kommiision der Provinz Brqndcndnrg wurde» 50 M. üherioicse». Der Verein der Lithographen, Ttelndrntker«nd Vcrnfö- genossen Dcnrschlanda ignhlstclle III) nahm in seiner General- versammlimg vom 19. Juli den Bericht des Vorstandes entgegen. NachdsNl des E» I>W�> m sowie rtr.v 1591 Wochcnbcträgcn a 40 Pf. resultiert, steht eine Ans- gäbe i» gleicher Hobe gegenüver. Von der letztere» entfallen ans lokale Ausgaben 127,28 i't., Vereinsbnrcau 63,94 M.. an die Hnnpi- ajic gesandt 509.98 Bt. Der Mitgliederbestand ist 186, wovon aus der Zahlstelle I 52 übergetreten sind. Räch der Bericht- erstattung hielt Dr. Maureubrecher einen Vortrag über Philosophie nnd Proletariat". S tili er teilt alsdann»iit, daß für den besten Entwurf eines KopfcS zur.Graphischen ptniidschan" ein Preis von 20 M. ausgesetzt Iverde, Kollegen, die sich an dein PreiSbewerbeii beteiligen wollen, erhalte» AnSkiinft beim Hauplvorftaiid. Z»»i Besuch der Kunstansjtcllnng.Fcceision" er- halten die Kollegen VilletS zu dem ermäßigten Preis von.85 Pf. beim Kassierer.' T i s ch e n b ö r se r gjcbl na.ll bekannt, daß die von den Leipziger.Äollegen arrangierte PlakatanSstelluiig auch in Berlin tattsinden iverde. Nixdorf. Tie letzte Kartellversammlimg beschäftigte sich mit einem Italiener; dieser gab ans Hodges einen Schuß ans einem Jagdgewehr ab nnd verletzte ihn tödlich. Alsbald ströiiitc eine Menschenmenge zusammen; der Italiener und fünf Frennde von ihm wurde» ergriffen nnd an Bünmcn aufgehängt, nnd ihre Körper sodann von zahlreichen Kugeln durchlöchert. Die Namen der Jialieucr sind nicht bekannt. Vrieflittstell der Redakliim. Die in» istlichc Sprechstnnde ivlrd Dienstags, ToniierstagL und Frcilogs odends vi'» 0 bis 8 Mir abgeholte». Saloino». Wricze». lloinltc nicht Attsiighme finden, ist den Bc- trefienden siberwielen weichen. SS. Z.. Elsasserstr. 4. Wenden Sie sich an den Berdand der Metallarbeiter. Anuenstr. 28. Jvtzil. Nicht zu verwende». <8. I. Sie find wablbcrrchtigt.— Sk. M. Iy. Tie Hereuzuhuiig zu einer bcieiidere» Steuer ist in hrin von ihnen cuvähnten Fast niiziiläsfig- — Nt. ft. 1. DaS Wahlrecht ivinde verloren geben.'>. Ebanchregarnisteii find wahlberechtigt, ikchlafburscheii nicht. � 8>dv. Das ist zweisekhast- jeden- falls innii auch für den BeiahnngSfa»» Wochen lang Erhalt gezahlt werden. — Kühl. A isl II 1 handell von her Scheidung, Den Warvant kennen Sic in der jnrististlicn Svrechsnnide cinsehrn.— N- 5. Ja.- I. ZI. Ja. — A. Gr. 62. Paßt das Kleid nicht und lägt es sich nicht vasiand her- stelle», dann imig der Schneider das Angeld zurückzahlen und den Siofi er- fetzen. Die Frage des PnffeuS wird vom Gericht nach Anhörung xjiies Sach- verständigen entschieden, da der Geichinaet sehr verschieden, ein Äntachten nicht billig und niemand ein richterliches Uricit in solchen Diiwen vorher sagei» kann, so laiiii durch solchen Prozeß ein Kleid sehr teuer und doch nicht passender werden zustellenden Personen zu bemühen. P a n s e erstatieie hierauf Bericht über die Lage der Textilarbeiter. Der Rück- gang der hiesigen Weberei zwinge die Weber. andero Bc- Ichäftigniig zu ergreisen. N i c r i ch macht ans die«usiperrmig der'dänischen Arbeiter ausmerlsam, und ersucht die an- wcscndcii Delegierten für die größtmöglichste Illlterjlütznng. der durch brutale Ilntcnichmcrwillkür schwer bcrrossencn Arbeiter, Sorge zu tragen. Mitgeteilt wurde ferner, daß es den central- wie lokal- organisierten Gewerkschaften gestattet ist, sich im Kartell vertrete» zu lassen. VcvfamtttluttAon. Berlin DDMWWMWWIWWDWMWW�I�IWDWW Tarlcgniigcn des Nefevcnten wurde lebhnswr Beifall gezollt. Daraus beschäftigte sich die Bkllaniinlnug mit den Arbeitsverhältnissen in der Militäreffekten-Werkstatt von Elkan. Die genannte Firma Vevzniflsrkss. Ein schwerer Unfall hat sicki ans einem Müllabkadniigsplntzc der Stadt Paris in Panlin abgespielt. Drei Lninpensammler. der 72 jährige Mathias Mcrthcz. der 90jälirigc Josef Psrard nnd der 33 jährige Edmond Sarrazin suchten in einem Miillhaufcn nach Lumpen und alten Papieren, als plötzlich der unterhöhlte Boden unter ihnen zusauimenbrach nnd sie miier einem 20 bis 30 Meter holzen Hansell von Abfällen in ei» Loch ftnrzten. Tie Bchörden wurden sofort benachrichtigt und entsandten eine starke Abteilung Loschmainischaften ans Paris, sowie ciiicu Zug des 113. Infanterie- Regimentes ans dem Fort von Rvinainville«ns den Orr der Kata- siröphe. Man stellte fest, daß der Erdsturz ans einer verlasscncn Ehampignonzncht-Galcric erfolgt war nnd daß da-Z ganze Terrain mit Einsturz drohte. Man mußte also erst langwierige Ssiitzardeitcn ausführen, ehe man an die Rettung der ilnglücklichen gehen lomue. Darauf begannen Brniincnarhciter die Nachforschnngen, die bis Mitternacht' aber noch lein Resultat ergaben. An eine Rettung der Vcrschnttctrii ist nichl mehr zu dcnkcir. Eisciidahunnsall. In der Nacht znm Sonr.abeild um 3 Uhr stieß ans der Strecke Sanlfcld-Eichicht eine ans der Station Eichicht ailsfahrende Lokomotive mit ciiicm in die Station einfahrenden Güterzuge znsainmcn. Vier Personen wurden verletzt, darunter zwei schwer nnd eine tödlich. Eine ganze{yamilie erstickt. Aus Breslau wird, berichtet: In dem bciiachbar:c» Dorfe Schmolz lviirde gestern vormitW der Bahnarbeitcr Becker nebst seiner Frau, seiner Mutter nnd seine,» vierjährigen Kinde tot in seiner Wohming anfgefiuide». Wahr- scheinlich' sind alle vier Personen durch Ausströme» von Kohlen- oxydgas erstickt. Eine TyPhnS-Epidemie ist soeben in Löbtau bei Dresden ausgebrochen, der bereits mehrere Personen zum Opfer gefallen sind. lieber 40 Personen liegen krank darnieder, lieber die Ursache der Erkrankung ist man im' Unklaren, man glaubt sie ans das Trinkwasser zlirückführen zu können. Lynchjustiz. Aus Tallnlah im Staate Lonsiana wird berichtet: Ein bekannter Arzt, mit Ranken Hodges, hatte eine» Streit mit Marktpreise von Verli» am 2,1, Zlnli »och Er>uittel»»ac» des kgl. PvlizcwräüöjinuS. »iWeizcn D-Etr. 19.1ö> 'zhioggen„ 15.10 Ypilcl-Gerpe. l.!,40 Hnfer gl'.:„ lö,90 „ iniitel„ 11,90 ««til'9, UP« Richlfiroh„ 4,— He»„ 6,- jOErbscn„-10, t- ffSveifetehnsn„ nO,— i»Liiiscil„ 70,— .fiartoffelli. neue„ 13,� Aliidfiebch, Keule lieg 1,00 tu. Beuch„ 1,20 ) Eeiniiielt pra Tanne 14,80 Scknveiilcflcifch 14,— Kalhfieisch 13,— Haiinuelsteisch 15,— Butter 14,10 Eier 13,80 Karpfen 3,50 Aale 4,— stand er 35,— Hechte 25,— Barsch« 30,— Schleie 6,— Alew 1,20 Krebse l,- von der Centralstekle der Prenh. Landwirt- istg 00 Stück 1 bg per Scheck 1,00 1.00 1,6» 2,40 4- 3,00 2,-.U 2,(10 2,40 1,80 2,50 1,40 &- 1,- 1.- 2,- 2,40 1,80 1,30 1,30 1,30 0,80 0,30 3,- schoftstainincr— Ralirrniigsflellc— und umgerechnet»um Pelizeipräsidinm fiir den Dvppcl-Eentiicr. f) LlcinhandciSprcife. Kartoffslfabrikate. Feuchte Kartosselftärke per 100 Kg. Brutto cinschliegkich Seck— ,— M. Prima trockene Kartaffelstärt« per 100 Kg. Brnrtv einschl. Sack nnd Mehl 19,00 M. Snpra trockene Kartoficistärle — ,— M.Kartasieimehl per 100 Kg. Brutto— ,— M. Snpra Kartoffelmehl 19,00 M. per IVO KUezraim». P r o d n i t e ii>» a r k t unin 22. Juli. Die bekannten»crflauenden Momente, die schöne Witterung und das unverändert reichliche Angebot, wozu heute noch die starte Pcrstannug der nordaniertkmrischc» Gctreidebörien son!, ließen den Eetrcidcmarkr in maner Haltung eräiinen. Aber schon am Frsthniar.'te griff infolge nmsonareichrr Deckungstänfe eine festere Stimmung Platz. Weizen nnd Kogge» schloffen nach schwächerem Beginn zu gestrigen Preben. Der amtliche Bericht über den Saateiistand in Prenfien, welcher heute elfchlene» ist, cuthält nichts neues und ölieb nnbeachlet. Hafer tag sehr ruhig bei kaum vetäpderlcn Preisrn; Rübbl auf einigen Kaiifumbegebr briestigt. SpirilnS verkehrte in sehr fester Haltung. Lecoivare zog 0,50 M. an.(Lchandclt wurden 13 OVO Liter 70er mit 42,90. Tcrmine wurde» 0,20 M. HZHer gehalten. Berlins Getreide- und M c h lz n f u h r c n zu Waffcr vom 21. Juli mittags b'.S 23. Jnli mittags betrugen 120 Tonnen Roggen, 41 Tonnen Hafer, 130 Tonne» Mais, 2030 d* Weizenmehl, 1100 de Roggen- nichl. Städtischer S ch l a Ä t v i e h m arlt. stnm Verkauf stanhe»: 9280 Rinder. 1309 Kälber, 13 034 Schafe, 7375 Schweine. Bezah t für 100 Pfund Schlochtgeivicht: Ochsen: a> vvllflelichigc, ausgemästete, höchsten Schlochtwertrs, höchstens 7 Jahre alt 02—00, b) junge fleischige, nicht ans- gemästete nnd ältere ausgemästete 57—62, q) mäßig genährte junge nnd gut genährte äiteie 52—55, ä) gering genährte jebeu Alters 48—50.— Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertcö 58—62, b)»lästig genährt» stliigere und gut genährte ältere 53—57, o) gering genährte 47—53.— Färsen und stfibt! o) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachlwertes 00,00, b) Vollflcisellige misgnnästete Kühe höchnen Schlachlioertes bis zu 7 Jahre» 53—54. c) ältere aiisgcmästctc Kilhe und wenig gut entwickelte jüngere Lüh» und Färsen 51—52, äi»lästig genährte Küiie lind gärseu 48— 50, e) gering genährt« Kühe und Färsen 45—47.— Kälber:«.) feinste Mast- iBollintlch. Uchst> und beste Saugkälber 07—70, b)>nitt!ere Mast- und guie Saua-älbc» 01—05, c) geringe Saiigkälbrr 56— CO, d) ältere, gering genährte(Fpeffer) 43—52.— Schafe: a) Mastlänimer und jüngere Mlistnauunel 93—65, bz älter« Masthqmmck 58—02, o) mästig genährte Haunncl iind Schafe(März. schafe 50—55, d) Hoksteiner RiederinigSfchafe(Lcbciidgewicht) 00.00.— Schweine: ai voliflcischige. der frincicn Rassen nnd deren. Krenzungen, im Alter bis zu XlU Jahren 50, b) Käser 00,00, o) fleischig« 48—49, d) gering ennuichnte 45—47, e) Sauen 42—44.— Bcrtaut und Tendenz: Der Rindermarkt wickelte sich rntiig ab nnd hinterläßt etwas Uebcrstaitd. Schwere Ochse» und Etvortliihc blieben vernacbläjstgt. Kälberhandel gc- staltete sich rnhig. Bei den Schafeu»vnrde Sch:a»t>tivare ziemlich glatt ge- rällnlt. Auch Magervieh wird vgragSfichtlich anSperkpukt. Der Schweine- matlt verlief ruhig und wurde geräumt, felte schwere Ware erzielte nur ganz ausnahmsweise die höchsten Preis«. Der iviorlt jchlost flau. ZTlttei'nngSübcrsicht vom SZ. Jnli 18!»!», inorgeuS 8 Uhr. 2bedcckt 2 bedeckt Ifhibbed. 2 Iphlkiz ZLrller-Prognose für Slonntag. den LZ. Jnli lbillZ. Ein ivcniz kühler, vielfach heiter, zeitweise wolkig bei mäßigen nördlichen Winden, keine oder unerhebilchc Sticberschläge. «»« r l i» e r W e t t c r b n r e a». Kitelligtliter imifiiKiiiH, organisatorisch und agitatorisch erste Kraft, Soeialist, begeisterter Ge- i nvsscnschqstcr, sucht die Leitung einer großen Genosseilschaft zu über- [ nehmen. Engros-Stnkaiissgenoficnschast oder Prodnkttvgenoffcnichaft nicht ailZgeschioffen. Große BranchenkeimMiS. In Fadiikation, EngroZ- nnd Trtaüverkehr, Buch-, Kassen- und Korrrspondcnzführnng bewandert. Kantion vorhniideii. Brillanter Agitator für Bcgiiinbnng »nid Erivcitciung. 1470b ZilfchAsten unter Chiffrs E. 3 an die Expedition. Fahrräder, verschiedene Marken, auch wenig gebrauchte, zu den billigsten P»eisen liefert c»»I üorra». Lailgcstr. 17, pari., tci» Lade». Elgeuc Lebrbauii. Tciizahl. 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Ter Vorstand'des Vereins Hamburger Reeder hat soeben seinen diesjährigen Bericht Über die Lage des Rcedereibetriebes er- stattet. Bei der allgcnmnen Bedeutung dieser wirtschaftlichen Uebersicht über die Entwicklung der deutschen Handels- schiffahrt rechtfertigt sich ein kurzes Resums. Hamburgs Schiffahrtsbctricb, seine Stellung als Vermittlerin des deutschen Handels nut dem Ausland, ist ill stetigem Wachsen begriffen. Betrug doch die Zunahme des Hamburger Häfcnvcrlchrs im vorigen Jahre gegenüber 18S7 nicht weniger als 135» Schiffe mit 647 OOv TonS z und eine ähnliche weitere Steigerung ist auch sür das laufende Jahr abzusehen, denn schon in den ersten fünf Monaten betrug der Vor- sprung gegen das Vorjahr wiederum 217 ovo Tons. Wie der Bericht konstatiert, kann das Jahr 1838/63 als ein für die Reederei„hervorragend günstiges" bezeichnet werden. Die Aus- dehnnng des deutschen Außenhandels ist natürlich für den Schiffahrts- verkehr von wesentlichem Vorteil gewesen. Die Akticn-Recdcrcicn waren, wie es in der Denkschrift heißt, in der Lage,„bei reichlichen Abschreibungen befriedigende Dividenden zu verteilen". Wer die recht hohen Ansprüche der Hambnrger Liceder kennt, wird dieses Zugeständnis zu würdigen wissen,— nur kontrastiert es bedenklich mit den trüben Darstellungen, die vor ungefähr 2 Jahren, zur Zeit des Hafenarbeiter- streiks in der bürgerlichen Presse abgelagert wurden. Damals konnten die Herren die Aussichten dcS Hamburger Itccdcrci-Bctricbcs nicht düster genug ausmalen. Besonders hat der Frachtverkehr mit Ostasien, Südamerika, Australien und dem Orient zugenommen. Die Hambnrg-Amerikanische Paketfahrt-Aktiengcsellschaft, bekanntlich die größte Reederei der Welt, hat denn auch, wie wir schon bei Gc- lcgenhcit der Besprechung ihres Jahresberichts erwähnten, ihr Aktienkapital um weitere 15 Millionen Mark vermehrt, Haupt- sächlich für den ostasiatischcn Dienst. Ebenso haben auch die Hamburg- Südamerikanische Dampfschiffahrts- Gesellschaft, die Deutsch- Australische Dampfschiffs- Gesellschaft, und die deutsche Levante- Linie ihr Kapital vergrößert. Die letzt- genannte Linie, die jahrelang mit widrigen Verhältnissen zu kämpfen hatte, hat jetzt ihren Betrieb über alle Teile des Schwarzen Meeres ausgedehnt. Doch auch außerhalb, in fremden Gciväsfcru, hat die Hamburgische Reederei an Terrain gelvonnc». Schon durch ZeitnugSmeldnngen ist bekannt geworden, daß die bisher unter englischer Flagge fahrenden 11 Schiffe der früheren Holtschen Reederei, die bisher von Singapore ans im Küstenvcrkchr Hintcrindiens und der Snnda-Jnselu beschäftigt waren, in deutschen Besitz übergegangen sind. Eine eigentümliche Erscheinung, die manchem Beobachter unserer Schiffahrts-Entwicklung schon in den letzten Jahren aufgefallen ist, und die auch im vorliegenden Hanibnrger Bericht erwähnt wird, ist die enicute Zunahnic der Scgelschiffah'rt. Seit Jahren schien es. als sollten die Sccscgclschjfse mehr und inchr verschwinden; nun hat sich, wie der Bericht sagt/„bei dem verhältnismäßig hohen Stande der Frachten und den hohen Kohlcnpreiscn für fic die Lage wieder günstiger gestaltet". Allerdings sind es jetzt zumeist große Segler, die eingestellt ivcrdcn. vielfach Vier- und gar Fünfmaster in der Art des bekannten Ricsenschiffcs„Potosi". TaS spricht sich schon darin aus, daß die hambnrgische Scglcrflotte, obgleich sie im Laufe des Jahres nur um 3 Schifte zugenommen hat, doch ihrem Tonncngchalt nach um 20 573 Registcr-Tons gestiegen ist. Es wurde nämlich von den 233 Schiffen, die zn Anfang des Jahres 1838 vorhanden waren, 46 kleinere Fahrzeuge abgestoßen und dafür 43 neue Segler, zuni Teil bedeutend größere, angeschafft. Diese sich in der Schiffahrt geltend machende Richtung, den größeren Frachtdicnst wieder mit Segelschiffen aufzunehmen, würde noch schärfer hervortreten, wenn nicht zugleich von den Hambnrger Reedereien mehrfach Scclcichtcr, die auch als Segelschiffe klassifiziert iverden, in den Frachtdienst eingestellt ivordcn wären. Der Frachtverkehr mit solchen Leichtern Hai sich von Hamburg ans allmählich einerseits bis zur Enis, andererseits durch den Nord-Ostsce-Kanal über die ganze Ostsee ausgedehnt. Uebrigcns werden neuerdings auch in England, obschon nicht in gleichem Maße, wieder mehr Segelschiffe zum Frachttransport herangezogen, lieber die Ursachen dieser Erscheinung läßt sich der Hamburger Reeder- bericht nicht ans. Thaffächlich aber liegt die Wiederaufnahme des Fern-Frachtverkehrs mit Segelschiffen, so sonderbar das auch klingen mag. gerade in der starken Zunahme der großen Lccan- Schnclldampfcr. Diese prächtig ausgestatteten, mit allen Bcanemlich- leiten versehenen Fahrzeuge, von denen manches 3 bis 12 Millionen Mark kostet und mehrere hundert Mann Besatzung an Bord hat. sind, wenn sie sich rentieren sollen, vornehmlich auf die Passagier- besörderung angelviesen. Die Güterbeförderung ist Nebensache und stellt sich wegen der bedeutenden Kosten der Reise ziemlich hock. Dadurch ist für Massengüter, die nicht auf einer längeren Seereise leiden und deren Ablicfcnuig nicht eilt, wieder der Segelschiffs- Betrieb rentabel geworden. Veranlassung auch in diesem Jahre nur wieder darauf hinweisen, wie diese Tendenzen die Interessen des weil überwiegenden. Teiles der deutschen Reederei schädigen, wie geringfügig die Beteiligung fremder Flaggen an der deutschen Küstenschiffahrt ist und wie die deutschen Küstenfahrer viel mehr als unter der Konkurrenz dieser wenigen Ausländer unter derjenigen der moderneren deutschen Bc- triebe, insbesondere der Leichtersahrt, leiden. Nützlicher als diese aussichtslose Agitation ist für die Küstcnschiffcr eine zlvcckmäßige gc- schästliche Organisation, wie sie die Küstcnschiffer der Nntcrclbc und Umgegend ins Leben gerufen haben und die bereits gute Früchte getragen hat. Auch auf die Ergebnisse des Verkehrs in, Nord-Ostsee-Kanal seit Einführung des neuen Tarifs kommt der Bericht zu sprechen. Mit Recht wird der von einigen Ostsce-Hafenplätzen erhobene Anspruch zurückgewiesen, eine Differenzierung der Abgaben nach den Herkunfts- und Bestimmungshäfen der den Kanal passierenden Schiffe cinzu- führen. Es ist nicht einzusehen, war»», einzelnen Ostsee-Häfen auf Kosten der Elbhäfen die Bcnntznng deS Kanals verbilligt werden soll. Etwas sonderbar berührt, wenn man der Vorliebe gedenkt, welche einst die Bismarcksche Protcktionspolilik in einem großen Teil der Hamburger Kaufmannschaft gefunden hat. jener Pnsi„s des Berichts. der sich neuerdings gegen das von Brasilien, Slinßland und den Vereinigten Staaten von Nordamerika beliebte Bestreben wendet, die Küstenschiffahrt der heimischen Flagge vorzuhchaltcn. Vornehmlich scheint die Hamburger Reeder verschnupft zu haben, daß die Vcr- einigten Staaten die früheren spanischen Schiffövcrkchrbcschränknngcn zwischen Kuba und Portorico zu ihren, einseitigen Vorteil noch weiter ausgedehnt haben, und daß ferner Rußland die in ihrer Art halb- komische Verfügung erlassen hat, vom 1. Januar nächsten Jahres ab würden die Fahrte» zwischen den europäischen und asiatischen Häfen Rußlands als der russischen Flagge vorbchaltcne Küstcnfahrlcn angesehen werden. Run mir einem Male finden auch die Hamburger Reeder, daß solche„auf die Beschränkung des fremden Wettbewerbes" gerichtete Tendenzen„wenig angemessen" sind. Hoffentlich hält diese an sich durchaus richtige Erkenntnis auch dann an. wenn es sich um die Begünstigung der deutschen Schiffahrt gegenüber fremder Kon- kurrenz handelt. Der Grund der Klage liegt darin, daß die Ham- burgcr Reedereien sich jetzt stark genug fühlen, selbst in fremden Ländern mit der dortigen einheimischen Kiistenschiffahrt in Konkurrenz zu treten.„Bedauerlich ist", fügt der Bericht hinzu,„daß Deutschland diesen Tendenzen Vorschub geleistet hat, indem es im Jahre 1380 hinsichtlich des KüftenvcrkehrS denselben Grundsatz aufgestellt hat, und zwar ohne jede praktische Wirkung, da es allen in Betracht kommenden Staaten das Recht der Betreibung der deutschen Küsten- fahrt eingeräumt hat bezw. auf Grund von Verträgen einräumen mußte. Wenn seit einigen Jahren eine von außen in die Kreise der deutschen Küstenschiffcr hineingetragene Agitation immer wieder ans den Ausschluß der Ausländer von der 3 eutschen Küstcnschifffahrt hinarbeitet, so konnten wir in gegebener Hamburg, Vren, cn„n d derMittclland-Kanal. Daß die Hamburger Handelskammer de», Mittclland-Kanal wenig günstig gesonnen ist und unter ihren, Einfluß auch die Altonaer und Harburgcr Handelskammern gegen das Projekt Stellung genönnnen haben, ist bekannt. Es war deshalb voranszusehc», daß' der Jahres- bericht des Hamburger Rhedcrvcrcins sich ebenfalls gegen die Mittel- land-Kanal-Vorlage aussprechen würde. Das ist denn auch gc- schchcn, und zwar in einer ziemlich offenherzigen Weise. Die Redaktion dieses Teils dcS Berichts ist recht ungeschickt. Anschließend an die' oben erwähnten Ausführungen über den Nordostsee-Kanal heißt eS nämlich»'örtlich: „Die Aussicht auf eine fernere VerkehrSsteigcrnng und damit auf die finanzielle Rentabilität des Kanals würde weiter erheblich steigen, nud der Kanal würde den, AnStanscke zlvischen dem indnstrielkdn Westen und de», landwirtschaftlichen Osten Deutschlands noch größere Dienste leisten, wenn der Dortmund-EmS-Kanal um 1 Meter vertieft würde, in lvelchcm Falle Sccleichter von 300 Tonnen Tragfähigkeit vollbeladen Kohlen und Eisen von Dortmund bis nach Königsberg und Mcmel befördern und von dort Getreide und Holz zurückbringen könnten. Der Rhein- Elbe-Kanal, um den im Preußischen Abgcorduetenhaus heftig gekämpft wird, wird diese Verbindung zwischen Osten und Westen auch dann nicht in ähnlicher Weise herstellen können, wenn die östlichen Wasserstraßen ans die Dimensionen dieses Kanals gebracht iverden würden, worauf in absehbarer Zeit nicht zn rechnen ist. Er stärkt die Konkurrenz RotterdainS und Antwerpens gegen- über den deutschen Nordscchätcn, insbesondere Hamburg. Ans diesen Gründen haben wir dem Projekt des Rhein- Elbe- Kanals nie eine allgemein nationale, sondern nur eine lokale Bedeutung für die von dieser Wasserstraße berührten Gegenden beimessen können. In der zweiten Lesung ist die Angelegenheit an die Kommission zurück verwiesen worden, um den Versuch zu machen, durch Zusicherung von Kompensationen an die durch den Kanal geschädigten Landes teile eine Mehrheit für die Vorlage zn gewinnen. Wir dürfen wohl die Zuversicht hegen, daß dann auch die den Elbhäfen vom Kanal drohenden Schädigungen dadurch Berücksichtigung finden werden, daß einerseits die Vertiefung der Elbe von Magdeburg alnvärts, die fast regelmäßig in gewissen Jahres zcitcn durch Wassermangel dem Verkehr cnipfindliche Hindernisse bereitet, und der zur Speisung des Kanals noch weiter Wasser entzogen werden soll, zugesichert und eine cntsvrechende Er mäßigling der Bahiifrachtcn vom westdeutschen Industriegebiet in Änssicht gestellt wird. Eine vom Standpunkte der Gesamt intcrcssen Preußens und Deutschlands richtigere Lösung würden wir allerdings darin erblicken, daß die Vorlage abgelehnt und der sonst ziemlich nutzlose Dortmnnd-Einskanal in der angegebenen Weise zn einer leistungsfähigen und wertvollen Straße ausgebaut wird. Die berechtigten Zwecke der Vorlage, die Entlastung der Eisenbahnen in, Industriegebiet und insbesondere die bessere Verbindung zwischen dem Osten und dem Westen würden dadurch in viel besserer Weise mit außerordentlich viel geringeren Mitteln erreicht und die Vc- günstigung der ausländischen Häfen gegenüber den deutschen ver- mieden werden." Was hier über die Gesamtinteressen Preußens und Deutsch- lands, sowie über die Entlastung der Eisenbahnen in, rheinisch-west- sälischcn Industriegebiet gesagt wird, ist kaum mehr als dekorative Verzierung. Das eigentliche Motiv der Opposition ist die Be- fürchtnng, daß einerseits der Verkehr Hamburgs nut den Stationen der Oberclbc. svecicll mit Magdeburg abnehmen, und anderer- scitö der vorhin erwähnte Scclcichter-Verkehr zwischen der Enis und den Hüfenplätzcn der deutschen Ostsee- Küste nach Fertigstellung des Mittelland-Kanals eine Einschränkung erfahren könnte. Hierzu kommt noch die Ansicht, daß die rheinisch- westfälische Industrie sür ihre nach llebersce bestimmten Sendungen in manchen Fällen den billigeren Wassertransportweg„ach gkotterdan, vorziehen wird oder daß Bremen, wenn es Anschluß an das Kanal- netz und die Elbe erhält, gegenüber Hamburg gewinnt. Erwächst doch schon heute Bremen ans seiner näheren Eisenbahnverbindung mit jenen Jndustriegegenden ein Vorteil vor Hamburg, und dieser würde natürlich noch zunehmen, sobald Bremen Wasserstraßen- Anschluß an den Mittelland-Kanal erhält. Dies der Grund, warum beide große Hafenplätze sich so verschieden dem Kanal- Projekt gegenüber stellen. Daß Hamburgs Befürchtnngei, in dieser Beziehung ganz unbegründet sind, läßt sich nicht behaupten. Sicher- lich würde Bremen etwas aus Kosten Hamburgs gewinnen; aber Hamburgs Handel schreitet so mächtig vorwärts, es hat durch den Nordostsee-Kanal so manchen Vorteil erlangt, daß der Ausfall sich ihm kau», sehr fühlhar inachen würde. Vielleicht niehr noch als Hau, bürg verliert Rotterdcm durch den Anschluß Bremens an den Kanal; denn Brenicn erhält dadurch die Möglichkeit, einen Teil der Sendungen des Liheinlandes, die bisher den Rhein hinunter nach Stattet* dam gingen, um von dort aus per Schiff weiter befördert zu werden, an sich zn ziehen. Dann aber kommt außer den Sonderinteressen Hamburgs und Bremens doch lvohl auch noch der immense Nutzen in Betracht, den der Kanal den mittleren Gegenden Preußens bringt. Eine Frage, wie die nach den, wirtschaftlichen Nutzen des Mittelland- Kanals, kam,!,»cht vom Standpunkt kleinlicher Lokalinteresien ent- schieden werden. Wem, Hamburg als Kompensation die Vertiefung der Elbe aufwärts bis nach Magdeburg fordert, läßt sich diese Forderung nicht ohne weiteres abweisen. Da die Elbe, ganz ab- gesehen von der Wasscrmassc, die ihr voraussichtlich durch den Mittelland- Kanal entzogen wird, schonjetzt imSommer auf dieser Strecke stellenweise nur eine Tiefe von 3— 4 Fuß hat, ist ohnehin die Ausbaggerung ein dringendes Gebot der Notwendigkeit,— nur müßte selbstverständlich Hanibnrg, da es von der Vertiefung den größeren Vorteil hätte, auch den größeren Teil der Kosten übernehinen. Die vom Hamburger Reederverein als Ersatz empfohlene Vertiefung des Dortniuiid-Ems- Kanals würde nur dem Handelsverkehr Hamburgs und einiger Ostsee-Häfcn zu gute koinine»; sie kann aber nie das zu stände bringen, was der Mittclland-Kanal leisten soll: eine billige Ver« bindung der mittleren westlichen mit den mittleren östlichen Gegenden Preußens. *« • Japans Eisenbahnen. Die neuen Eiscnb ahnbauten in China haben allgemeines Aufsehen erregt und allerlei Betrachtungen über ihre Bedeutung sür die Erschließung des inneren chinesischen Reiches hervorgerufen, während die EntWickelung des japanischen Eisenbahnwesens höchstens in der Fachpresse mit Aufmerksamkeit verfolgt wird. Vielleicht hat zn diesen, besonderen Interesse für die chinesischen Eisenbahn-Projclte nicht wenig der Konkurrenzkampf bei- getragen, der sich seit einiger Zeit zwischen den europäischen Knlturmächtcn um die Erlangung chinesischer Eisenbahn- Kon- zessionen entsponnen hat, vielleicht auch blieben die japanischen Eisenbahn- Bauten deshalb so unbeachtet, weil bei ihnen das europäische Kapital nur in äußerst geringem Maße beteiligt ist. Erst neuerdings suchen die japanische» Eisenbahn-Gesellschaften auch ausländisches Kapital hcranznziehcn. An der neuen Formosa-Bahn sind z. B. englische Kapitalisten mit 15 Millionen(ungefähr 32 Millionen Mark) interessiert. Die frühesten japanischen Bahnen sind Staatsbahnen. Als erste wurde 1872 die 18 englische Meilen(1 engl. Meile=- 1603 Meter) lange Bahn von Tokio nach Aokohama eröffnet, dann folgte 1874 die Eröffnung der Linie Koba— Osaka und 1376 der Linie Osaka— Kioto. In 1877 tritt i», StaatSbahnban infolge der inneren politi» scheu Wirren ein Stillstand ein. Von 1883 aber schreitet der weitere Ausbau des StantSbahnnctzcs schnell vorlvärts, so daß die Länge 1831 bereits 551 englische Meilen beträgt. In den Jahren 1832/34 wird wieder weniger gebaut; mit 1835 setzt jedoch die Bauthätigkeit von neuem wieder ein. In, Juli vorigen Jahres hatte das Staats- bahnnetz bereits eine Länge von 853 englischen Meilen, von denen 821 Meilen in Betrieb waren. Noch schneller haben die Privatbahnen sich entwickelt. Die ersten kleinen Privatbnhncn dienten ausschließlich zur Beförderung von Eisenerzen und sonstigen Bcrgwerksprodukten. Die erste Privatbahn. der die Konzession zum vollen Bahnbetrieb erteilt wurde und für die zugleich der Staat eine Garantie übernahm, war die sogenannte Nippon-Bahn(zwischen Maobaschi und Aomori). Ihr folgten in den nächsten zehn Jahren bald andere, so daß 1831 bereits 1161 englische Meilen Privatbahnen in Betrieb waren. Im März 1833 stieg die Länge des Privatbahnnctzes auf 1313 Meilen und im Juli vorigen Jahres erreichte sie ungefähr 1510 englische Meilen. Außerdem waren über 1000 Meilen Geleise teils schon fertig, aber noch nicht dem Betrieb übergeben, teils in Arbeit oder zur demnächstigen Inangriffnahme vorgcnicrkt. Nur die erste dieser Bahnen ist teilweise mit fremdem Kapital erbaut, für die übrigen ist daS Kapital in Japan selbst beschafft worden. Das hat den Ausbau sehr verzögert, denn nie wurde daS Aktienkapital voll eingezahlt, sondern langsam nach und nach in spärlichen Raten. Wie hoch sich der Gesamtwert der japanischen Bahnen zur Zeit beläuft, ist unbekannt; in 1835— es waren damals 522 Lokomotiven und 3334 Wagen vorhanden— schätzte nian das i», Eisenbahnbetrieb steckende Kapital ans ungefähr 260 Millionen Mark, doch kann diese Angabe nur als annähernd richtig gelten. Fast sämtliche japanischen Bahnen sind eingclcisig. Zweigeleisig sind nur kurze Strecken»'eisiger Hauptlinicn. Die bedeutendste Bahn ist die Staatsbahn von Tokio nach Koba. mit den zn ihr gehörenden Zweig- linicn beinahe 441 engl. Meilen lang. Sie überschreitet nicht weniger als 1020 größers und kleinere Uebcrbrückungen in einer Gesamt- länge von 11,65 engl. Meilen. Die japanischen Züge führen meist drei Wagenklassen. Die älteren Personenwagen' sind durchweg nach amerikanischen, System erbaut, hinten und vorn mit einer Plattform, in der Mitte mit einem längs durch den Wagen lausenden Gang. Später wurden vielfach kleinere Wagen englischen Systems eingeführt. Die Lokomotiven bezogen die Bahn- Verwaltungen anfangs ans England, dann wurden häufiger nur die wichtigeren Materialici, aus England eingeführt, die Konstruktion der Maschinen aber in eigenen japanischen Werkstätten vorgenommen. Neuerdings hat man jedoch meist wieder den Bedarf im Auslande gedeckt, besonders in Amerika. Die Goldausbeute im Nanddi strikt. Der Kampf der englischen Interessenten der Goldminen im südafrikanischen Randdistrikt gegen die Transvaal-Republik wird erst dann ver- ständlich, wenn man in Betracht zieht, welche enorme Ausdehnung die Goldfördcrung in jenen Gegenden angenommen hat. Zum Vergleich seien deshalb nach dem Londoner„Economist" hier folgende Zahlen genannt. Es betrug die Goldprodnktiou in den ersten sechs Monaten(Jnnuar/Jnni) der folgenden Jahre: 1836--- 1 054 503 Unzen, 1837— 1 388 431 1833— 1 961 663 1899— 2 585 865„ In dem eben abgelaufenen halben Jahre belief sich also das Mehr gegenüber der Förderung in der ersten Hälfte des Vorjahres auf 624 002 Unzen, eine Steigerung von 32 Proz. Gegen 1837 stellt sich die Zunahme gar auf 1 197 434 Unzen oder 36 Proz. Die G etr e i d c- Er n te n der Welt in den letzten Jahren. Der Statistiker des Washingtoner Ackerbau-Departements, John Hyde, hat kürzlich einen Bericht über die Welt-Gctreide-Ernte des Jahres 1898 veröffentlicht. Danach erreichte im vergangenen Jahre diese Ernte fast drei Milliarden Bnshcls(1 Bnshel— 35,24 Liter). Die Wclt-Getrcidc-Ernten seit 1891 gestalteten sich nach seiner Bc- rcchnung folgendermaßen: 1831--- 2 432 322 000 Bush. 1892--- 2 481 805 000„ 1893--- 2 559 174 000. 1834— 2 660 557 000„ 1895--- 2 562 518 000 Bush. 1896= 2 488 349 000„ 1897= 2 226 745 000. 1898— 2 879 924 000„ Verteilt auf die einzelnen Weltteile ergeben sich für das letzte Jahr(1898) folgende Ernteziffern: Anzahl der B n s h e l s Europa... �. 1 548 303 000 Nordamerika... 758 303 000 Südamerika... 72 000 000 Asien...... 421321000 Afrika...... 44 439 000 Australien.,., 34 380 000 Anteil an der G es am t- Ernte 53,8 Proz. 26.3„ 14,6, 2,5. 1,5„ 1,2 ,. H. C, Für den Inhalt der Inserate tibcrniinnit die Nedattio» dein Pnblikni» gegenüber keinerlei Berantwortnng. Thrnkov. Sonntag, den 23, Juli, Neues Opern- Theater Die Fledermaus, Anfang 7V- Uhr. Montag: Geschlossen, Nesidenz. Der Schlafwagen- Eon- trolcur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 7r/z Uhr, Montag: Dieselbe Vorstellung, Westen. Das Nachtlager von Gra- nada. 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Sommerfest des 1. Berliner Witwen-VercinS. Apollo-Theater. Abends 9 Uhr: Frau Lima mit dem Euftballett „Crrig olatis". Ferner: «Otto Rentier« und 9 neue Specialitäten. Garten-Konzert O1/« Uhr. Anfang der Vorstellung 7Vj Uhr. Blllet-Vorverkauf täglich im Theater und beim„Künstlerdank", Unter den Linden 69. Prater-Theater Kastanien-Allee 7/9. Täglich: Dorns Kesä. VvlkSstück mit Gesang u, Tanz v, Hugo Schulz, Musik von A, Kcrsten, Kostiimsoubretle Fränl. luole Sarow. Gohr, Mllardo, Grot. Duett, Tauma-Quartett, Gesaug und Tanz, D'.e 3 Schönbruiins, humoristisches Bilderbuch, The 4 Flashes, Exceutrics. Vendaro-Trio, Exerciticu am Hand- Trapez, IZaidel- Truppe, Pantomime, Ballettgescllichaft Döring. DM" Konzert und Ball. Eintritt wochentags und Sonntags SO Pf,,«um. Platz 50 Pf. Kalbo. jsen:. Ufr A cn! Der Frauen-RaiHjress. Posse mit Gesang in 1 Akt v, Groggert. Grosser Beifall! Die Schutetterlittge. AuSstattungs- Burleske mit Gesang und Tanz von W, Gericke. Mnstk von Wappalls, Im Saale: Soinmernachts-Ball. Neichshalteu. «Zarten reap. 8aal t ä g l i ch: Stcttiuer Säuger (McJifel, PIctro, Britto». Steidl, Krone, K i r ch m a tz e r. Schneider «ud Schräder). Zum Schlich: Ell! mziiiigter Wahltag. Burleske von Mcysel. Anfang wochentags 8 Uhr, Svnntags 7 Uhr, Vorher: Konzert des Reichs. hallcn-LrchcslerS. Entrce 50 Pf. (Vorverkauf filr die Woche 40 Pf.) Estrade 1 M. zc. jc. Jeden Freitag: Neues Programm. 08t baliii-Park Heitmann Imbs 71 RiidcrSdvrfcr Strafte 71, am K ii st r i n e r P l a p, Täglich: Bongert. Tbeater- und Spccialitäten-Borstellung. Nur erstklassige Nummern. Anfang: Sonntags 4 Uhr, Entrcc 20 Pf, Kinder 10 Pf. Sperrsitz Nachzahl. 20 Pf, Anfang: Wochent, 5 Uhr. Entree 10 Ps, Kinder 10 Pf, Sperrsitz Nachzahl, 10 Ps, Jeden Dienstag: AiorddentUebe Wttnger. Hermann Jmbs. Direktor. R. Ballschmieders „Kastasienwäldchen" Ktvzertgartcil u. PraWle Badstr. 16. Gesundbrunnen. Badstr. 16. Täglich: Gr. Promenade»- Konzert. Jeden' TdnnerStag: Elitc-Streich-Konzert. Sonntags: Großer Ball im neuerbautcn Saal. Empfehle meine Säle zu allen Fest- lichkeiten. kl. Ballsehinleder. .lobanuistbal! E Park-Restaurant! Jeden Sonntag: Ufr. Ball unter Leitung de? Tanzlehrers Herrn Otto Wldauer. Tanz-Abonnelilcnt 75 Pf, Die Kasfeekitchc ist von- Uhr ab gcöffner. Zwei Kegelbahnen, Vereine erhaiien Exrra-Prcisc, _ Wwe. Elise Hau. früher Skalitzerstr. 136. und SSF" Relgcnfabren-�3 auf festlich geschmückten Fahrrädern, ausgeführt von Mitgliedern des Arbeiter-Radfahrervereins Berlin. Ii» herrlich gelegenen See: GrFosss Schwimm �Pantomime, bestehend aus: 1. Crsßeö Dlnier Nslsiti'stchcn, Z. ES zogen drei BilÄeil ivohl M Seil Rhein, l Sordei), L Deiltsltjlsnijg Znkiiiist mif Dein Wasser, ausgeführt vom Schwimmklub„Nord"(Mitglied des Arbeitcr-SchwimmerbundeS). Rinder-De!ll§Wngen aller Art mit großarttgeu Ueberraschilllgen. Esclrciten, Wettrennen».s.w. KaSperle-Theatcr. Austreten sämtiieher 8peeialitäten in dem herrlich gelegenen See-Theater, Iie« a ä« f it- IE a s Jl k von 2 starkbesetzten Musikkapellen uuter Leitung der Dirigenten Herren Tletz u, vetmleld. Gr. KrillantM a sser-Fenerwerk. Ausgeführt von dem berühmten Pyrotechniler Herrn C. Albera. Bon 4 Uhr nachmittags an: PÜT Jn veiden Tonz."MI Herren, welche daran teilnehnieli, zahlen 50 Pf, nach. Anfang de« Konzerts früh 8 Uhr. Blllet 20 Pf. � Sir LaffttkUt steht den geehrten Damen von 2-6 Uhr zur Verfügung. Für hinreichende Fahrverbindung wird Sorge getragen. Da wir weder Mähe noch Kosten gescheut haben, um daö Fest grohartig zu gestalten und die Besucher in jeder Weise zufrieden zu stellen, so crsucheu wir um recht zahlreichen Besuch. Das Komitee. lax Küems Sommer-Theater Bascnbcide 14-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. HP Wilh: 6ro|c§ Arten-Koiizert. � Auftreten deS gesamte» Schauspiel-». Spccialltätcn-PcrsonalS. iftSf- Nur erstklassige Kräfte.-Wixz Georg Fischer(Liedersäuger), Julius Werner(Charakter-Komiker), Erna Banola(Kostüm.Soubrette), The ChaHey Troupe(4 Personell), Llng-Fuing lEhin, fische Akrobaie»), The Cowas(Origiiial-Excentticö). MU- Acnes gediegenes Familien- Progranusi, Entrce: Wochentags 20 Pf. I Entree: Sonntag» 25 Pf. Numerierter Platz 40 Ps Numerierter Platz 50 Pf. Anlang des Konzerts täglich 4 Uhr.| Anfang der Vorstellung 6 Uhr. In den �estsäle»: Die Kaiieckiiche ist geössuet, Groster Ball. llax 7eoter u. SoetiolitaieiivorWing. Jin Saale: Knossen Ball. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Um recht regen Zuspruch bitte! 1947L*]__ Hochachtungsvoll Karl Mittag, Oekonom. Louisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Jnh.i E. Enngc. Habe noch Sonnabende und Sonntage im September, Oktoder uni. November zu vergeben. Gleichzeitig empfchle den geehrten Gewerlschaiten meinen Saal zur Abhalttmg von Versaliimlnngen.— Bier ans der Bcrgschloss-Brancrci. 14376 Neu! Achtung! Neu! Hiermit meinen Freunden und Bekannten zur gefälligen Nachricht, daß ich von jetzt ab 2Z37L* goldklares Weißbier vom Faß auSschänIe. Um sreundlichen Zuspruw bittet Wiml Moe|miel€, Schillingstr, 30 a E.ke Magazlustraste, Neu! Achtung! Achtung! Neu! Allen Freunden und Belanntctt zur SeimwiSnahme, daß ich von jetzt ab goldklares Berliner Weißbier vom Faß ausschänke. Um freundlichen Zuspruch bittet 2159L* Oskar SchuUze, Grösse Frallkflirter Straße s, kv-rkt» Kruekitktrukte. Ecke Friichtsiraste. Mhlmck 1. Wahlkreis. Montag, den 34. Juli, abends SV- Uhr, bei Miegcl, Stralauerstrahe 37: \ ersHiimaiimg'. Tages-Ordnunff: 1. Vortrag des Herrn tti». Onrt über:»Die Be- deutung der Stadtverordncten-Wahlcn/' 2. Diskussion. 3. Die Neueinteilung der Bezirke und die Wahlen der Bezirksleiter. 4. Verschiedenes. 236/7 Ter Vorstand. SocialdemoKraMer Wahlverem für den V. Berliner Reichstags-Wahlkreis. General-Verfammluttg am Dienstag, de» LZ. Jnli, abends 8»/, Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. L3. 2ilßl* Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Der Komproinist der Bayern. Referent W. Uebknccht. 3. Diskussion. I>ei' Vorstand. NB. Am 12. August findet für Vsddlng und Oranienburfler Vorstadt die Besichtigung der Sternwarte statt. Billets sind in den Händen der Bezirksführer. - v> V-. �-■" �.... V■•rt-i.A.t Deutscher Holzarbeiter-Verband. Mittwoch, de» 26. Juli, abends SV« Uhr: Kellers!-Verssmmlllllg bei Herrn Keller, Koppcnstrasjc 2S: TageS-Ordnung I. Kasienbericht. 2. Bericht des Vorstandes, der Bezirksleiter, des Arbeitsoermittlerö und der Äontrosikominission. 3. Bericht des Gau- Vorstandes. 4. Ergänzungswahl der Verwaltung, ö. Der Streik bei Trebs, Fruchtstraße 37. 107/17* Tic Ortsverwaltnng. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Brauche der Korbmacher. Am Montag, den 24. Juli, abends SVs Uhr, im Lokal des Herrn Wilke, Andreasstr. 26: ggp ¥erisaiiiiiil«iBBgs"WZ TageS-Ordnung: I. Vortrag des Genossen Zlot-nvr über:„Die ZuchtyauSvorlage und die Gewerkschaften". 2. Branchenangclegenheit. 3. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 107/16 AAliiigi Zimmerer. Iffiffil Central- Kranken- nnb Sterbekasse der Zimmerer (OrtSverwaltung Berlin). DienStag, den 2S. Juli, abends SVs Uhr, bei Stechcrt, Slndreaostr. 81; Mitglieder- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal ISSS. 2. Bericht und Neuwahl beS Gesamtvorstandcs. 3. Wahl des Bevollnrächtigten zur Hinzuziehung bei Unfällen und zweier Ersatzmänner. 4. Bericht der Delegierten von der Generalversammlung. Lög/7* MtgliedSbuch legitimiert. Der Vorstand, k. Gruse, Barnimstr. 41». Mtnno! Lackierer Allitms! und die Im Bcrnf boschdftigtcn Personen. Gr. öffentliche Versammlung am Montag, den 24. Juli, abends 8Vj Uhr,(104/3 # bei Herr» Feuerstein, Alte Jakobstraste Nr. S'L. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. W e y l. 2. DiS- kussion. 3. Bericht und Neuwahl der Agitationskommisston. 4. Bericht und Neuwahl dcS Delegierten zur Gewerkschaftsrommission. 5. Verschiedenes. MtUWM«. MtUKK! Dienstag, den LS. Juli, abends«V- Uhr. im Saale des Herr» Splegelberg, Scbastianstraste ZS: Große öffentliche Versammlung aller in der Dusche», imb Kofferbranche beschäftigten Personen. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:„Die Hanswdusttie, insbeiondere in der Taschen- und Kofferbranche." Referent: Bruno P v r s ch. 2. Diskussion. 3. Der Neunstundentag. 4. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! Es ist Ehrenpflicht eines jeden, dafür zu sorgen daß kein Berussgcnosse in dieser Versammlung fehlt. Besonders machen wir den Hausarbcitern zur Pflicht, anwesend zu sein, sowie ein jeder Kollege sich zur Aufgabe machen wird, dieselben mitzubringen. XB. Ter GeseUenausschust ist zu dieser Versa, itinlun« eiiu geladen. 1473b Die Lokalkommission der Täschner und Kosscrarbeitcr Berlins. Uertranensmanuer- Centralisation der Zimmerer. JSontag, den 24. Jnli, abends 8'/: Uhr: Versammlung der Platz- Deputierten bei Image, Bragonerstraase 15. Wichtige, die diesjährige Lohnbewegung betreffende Angelegen- heilen erfordern die Anwesenheit sämtlicher Delegierten. Ans denjenigen Plänen, wo keine Delegierten vorhanden find, ist unverzüglich eine Wahl vorzunehmen, damit jede Arbeitsstelle i» dieser wichtigen Bcrsaminlnng...... 256/15 vertreten ist. Die Vertranenalente. Arbeiten"Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 36. Juli, präcise 18 Uhr mittags im Saale der Braneret Friedri chS Hain; Uevnngsstnnde. Programm zum Sängerfest: 1. Sängergniß. 2. Bölkcrfrüblingslied. 3. Freiheit. 4. Vorwärts. 5. Der' Menschheit Erwachen. 6. Zukunftsblüten. 7. Sängermarsch.- Die Lieder von 4 bis 7 werden geübt. Die Vereine werden ctsucht, sämtliche Lieder, insbesondere„Zukunstsblüten", in den Vereins-UcbungSstunden durchzunehmen, sowie in der Bundes-Ucbungsstunde pünktlich und vollzählig zu erscheinen.— Bundes-Mitgliedskarte legitimiert. Im Nebensaale präcise 11 Uhr: Ä«ljerordo»tllill»e Vlt»sMinlWl;uns Tagesordnung: Mitteilungen des Vorstandes und Besprechung zum Sängcrfen. Ii WgT- Ausgabe von Billets zun» Sängerfest.-WBZ Beiträge werden entgegengenoimnen. vor Vorstanc Avbtung, Ssusrbeiter! Montag, den 84. �uli» nvends 8 Ahe: 0vL5entIivks Versammlung der Bauarbeiter Berlins n. Umg. in Kellers FestsäleU, Koppenstraste Nr. 29. Tagesordnung: l. Weitere Beschlußfassnug über die Bekanntgabe des Arbcitgeber-Bundes. 2. In- wieweit gedenken die Bauarbeiter den neu hinzutretenden Kollegen entgegen zu kommen in betreff des Sammelwesen zum Streikfonds. 3. Verschiedenes.____ 30/20__ Die Lohnkommissiou. W. No»ck. Achtung Töpfer! Wir machen unsere Kollegen darauf aufmerksam, daß sich der Arbeits- Nachweis der Tühfer Berlins und Umgebung nach wie vor Roseuthalcr- strafte 37 bei Schiller befindet, und zwar vom 24. Juli ab täglich abends von 7—3 Uhr. 195/15 Nur in dieser Zeit wollen die Kollegen sich einfinden, um nach Arbeit für Berlin resp. nach außerhalb anzufragen._ Der Vorstand. Am gküliitüchell zjliiggescllcil. Ijanges Kestaurant, Weberstrasse 40a, Ecke Elisabethstraste. Großer Mittagstisch mit Bier 50 Pf. PIT Fsir Damen separat. Echte? franz. Billard. Bereinszimmer z» 46—36 Personen. Zahlstelle des Holzarbciter-VerbandeS und der Schneider. Natur-Garten, 100 Personen fassend. Abends: Musikalische Unterhaltung. Coulante Bedienung.(223ZJ�j Angenehmer Ansenthalt! I, Beer. m j; Berlin 1702L*= I mir Gesmidblumikn f «26, Badstraße 26, 5 lkelre Prinzen- jllee,- � cuipsiehlt, wie bekannt, in reellster Aus- ,, | führnng und allerbilligstcu Preisen � «Herren- u. 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Juli 1S66, vormittags lOVj Uhr, im Lokal des Herrn Nümann, Brunncnstraße 188: Aas�vvoi-dvntllokv LenerAt-VerZMmIung. Tages-Ordnung: 1. Bericht über den Tuberkulose- und Kranlenlaffeu-Kongreß. 2. Abänderung der Statuten. 3. Ersatzwahl eines Vorstauds-Mit- gliedes(Arbeitgeber). 4. Verschiedenes. 1483b In dieser Versammlung findet die Ausgabe dcS Protokolls vom Kranken- kassen-Kongreß statt. Rege Beteiligung erwartet B«-i- V»»i?«,t»nd. I. A.: F i s ch, Vorsitzender. lerniit sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die rege Beteiligung und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres, unver- gcßlichen Sohnes A«ze unseren herz- Ilchsten Dank. 223gL Willi. Schulz nebst Frau _ und Geschwister. £u faeziebeu durch alle Bcch- liandiimgcn, Colportcm-u und Spediteure, sowie durch die Pont(Zeitungs- Katalog No. 3700) und den Verlag Buchliamllunf} Vorwärts Derlin SW.. Beuth-Strasse 2. 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Alt-Iloahlt 86 81.; Heute: Oresser Ringkampf und Vorstellung. Paul Ilelling, MeisterschaftSringer von Afrika. Haie Kaplfck, bester Athlet und Schwergewichtsheder der Gegenwart. Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier . verabfolgt wird. 1449b Mtittt-Mdsllhm-Bertill „Berlm". Heute Sonntag: nach Weißensee zum Volksfest. Donnerstag: Haupt- Versaminlung Andreasstr. 26. 12/5 EntpsehleFreunden u. Genossen mein Weih- il. Vllyr.-Bitt-Lokal. Uchsi'! Dicsclei', . Höchster Preis. Goldene Medaille Nuchrnf. Die deutsche Gesellschaft für Ethische Kultur betrauert den Tod ihres allvorehrten Mitgliedes, der Frau Jeannelte Schwerin geb. Äbarbaneli. Mit einer von Jugend auf allen Idealen zugewandton Gesinnungvorband die Entschlafene in seltenem Masse Klarheit des Denkens, Meisterschaft der Darstellung in Wort und Schrift, unmittelbare Anschauung des Lebens uud darauf gestützt praktische Gewandtheit in der Förderung socialer Hilfswerke, vor allem aber eine schlichte echt weibliche, jeden gewinnende Wärme des Herzens., Von dieser reichen Begabung, die sie vor vielen anderen zur Teilnahme an allen W ohlfnhrts-Bestrebungon befähigte, hat sio stets den treuesten Gebrauch gemacht, nicht zum wonigsten im Kreise unserer Gesellschaft, die es sich zum Verdienst anrechnen darf, ihr erstes Hinaustreten vor eine breitere Oeffentlicbkeit vermittelt zu haben. Mitglied der Gesellschaft von Anbeginn, Begründerin und langjährige Leiterin ihrer Auskunftsstello und ihrer Lesehalle, erwarb sie sich bald jenes allgemeine Vertrauen, welches in ihrer Wahl zur zweiten Vorsitzenden des Haupt- vorstandas seinen wohlberechtigten Ausdruck fand.— Das Bild ihres Wesens und Wirkens lobt in unserer Mitte unauslöschlich fort, ihr Andenken wird uns ein Segen sein! Hauptvorstand, Vorstand der Abteilung Berlin, Auskunftsstelle und Lesehalle der Deutschen Gesellschaft für Ethische Kultur. Höchster Preis. Goldono Medaille PAKIS. | Anerkannt nur gute Afbeit, Gar! Zohe! Berlin SO., Kopniekerstr. 121, £ Ecke Michaelkirch-Strasse. Ifiepren- imd Mnalbeie'�apdei'o�en iu reicher AnslvaHl«nd in allen Grössen. — Die Preise sind streit� fest und an jede», Gegenstand deutlich in Zahlen verinerkt.- Ich verpflichte mich, jede» Artikel in besserer AnSführung uud bedeutend billiger zu lieser», als die sogenannten v. o fr r f r. 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Kein dauerndes Arbeitsverhältnis. Der Controleur N. hatte an zwei Feiertagen bei dem Rcstaurateur Ritter gearbeitet, war dann aber am nächsten Sonntage nicht weiter beschäftigt worden. Er klagte darauf beim Gewcrbegcricht nnd verlangte eine vicrzchntägigc Lohnentschädignng. Der Beklagte wollte überhaupt mchta zahlen, er wurde jedoch zur Zahlung von 6 M. verurteilt. Gcwcrbrrichtcr Dr. Krause führte begründend auS: Kläger sei unstreitig als Eontrolenr verwendet worden und er habe annehmen müssen, daß er am nächsten Sonntag wieder kommen sollte. Von einer vierzehn- tägigcn Kündigungsfrist könne indessen nicht die Rede sein, denn wenn jemand, wie im vorliegenden Falle, n u r a n Sonn» und Feiertagen beschäftigt werde, dann handle es sich nicht um ein dauerndes Arbeitsverhältnis, auf das der§ 122 der Gcwerbe- Lrdnnng zuträfe. Beklagter müsse jedoch dein Kläger eine Ent- schädigung für den Sonntag zahlen, an welchem N. vergeblich zu ilnit gekommen sei. Herr Üiittcr wäre verpflichtet gewesen, den Kläger vorher zu benachrichtigen, dag er die Kontrolle nicht mehr ausüben solle. . Engagementskartc und Vertragöabschlnh. Der Schlächter- gciclle V. war zu dem Schlächtermeister Dargclow mir der bekannten Engagementskarte gekommen, wonach der Ucbcrbringer im Falle des Engagements jeden Sonntag bis 2 Uhr mittags entlassen werden kann. Dargclow nahm die Karte und gab sie dann dem V. wieder zurück, weil er ihn nicht annehmen wollte. Schließlich engagierte er ihn doch, nahm ihm jetzt aber die� Karte nicht ab. Als V. später eines Sonntags vor 2 Uhr entlassen wurde, war er damit nicht ein- verstanden, sondern klagte beim Gcwerbegcricht auf Gewährung einer Lohnentichädigung und machte geltend, daß ihm die vierzehntägige Kündigungsfrist zustehe. Die EntlassungSbedingung der Engagements- 'arte Ware nicht rechtsgültig geworden, weil Beklagter bw Karte beim endgiltigen Engagement nicht abgenommen und sie nicht behalten habe. Letzteres sei nach der Praxis de? Gewerbe- gerichtS erforderlich. Die Kammer VI wies indessen den Kläger ab. Der Vorsitzende Dr. Krause führte aus, das Engagement sei nach ocu Bedingungen der Karte zu Stande gekommen, da die B«- d rng un gen des späteren Engagements schon durch die erste Angabe und durch die vorübergehende Annahme der Karte festgestellt worden seien. Die Juhaber einer Schneidcvstnbe. Fernbach und Schapitz, hatten von einer Kundin eine seidene Bluse zurückbekommen, weil sich ein �.och darin befand._ Die betreffende Dame forderte einen ent- sprechenden Ersatz für die von ihr gelieferte Seide. Fernbach nnd tschapltz machten nun ihrerseits die Näherin G. für den Schaden haftbar. Das junge Mädchen soll die Bluse zu eng gcniacht haben, so dag die Nahte wieder aufgetrennt werden nnißteii, und durch das -rrcimcn soll die Seide schadhaft gclvordcn sein. Fräulein G. bestritt icdoch, dag ste ersatzpflichtig sei, und verlangte im Klageivcge den �ohn betrag, den ihr die beklagten F. und Sch. vorenthalten hatten. ~,c Beklagten wurden von der Kanuner I des Gcwerbegcrichts mit folgender Begründung verurteilt: Nach dem Gutachten der stichvcrstnndigen Beisitzer sei die Bluse infolge fehlerhaften Zuschnitts zu eng geraten, also ohne ein Verschulden der Klägerin. Wenn»im die Klägerin die Nähte habe austrenuen müssen und weim hierbei das Loch entstanden sei, dann könne sie doch nicht dafür haftbar gemacht werde». Maß» gcbeiid sei. daß nicht die Arbeit der Klägerin, sondern daS fehler- hafte Zuschneiden das Auslasse n der Nähte notwendig g e Iii a ch t Habe. Im übrigen dentcten auch Schiveißspnrcn darauf bin. dag die Kundin der Beklagten die Bluse luiiidestcns einmal gcrragcu habe, bevor sie sie zurückschickte. ES sei also auch möglich, daß die Damc das Loch hincingerisscil habe. Nnbediiigte Haftpflicht clncS Arbeiters. Der Kutscher T. verlangte im Klagcivege von dem Boiibonfabrikautcll Schuickenberg rnckstniidigcu Lohn in Höhe von 10.30 M. Der Beklagte rechnete das Geld gegen einen Schaden auf. der dadurch entstanden sein soll, daß dem Kläger Waren aus dcni ihm aiivertraiitcu Maaeu fort- gciomincu sind. Als der Borsitzciide der Kammer VI des Gewerbe- gerichtS von dem Beklagten einen Schuldbeivcis verlangte, da Machte Sch. geltend, der Kläger müsse für alle im Wagen befindlichen Ware», die er onSzufahren halte, unbedingt aufkonmien. Das sei ihm cleich beim Eiigagenieiit gesagt worden. Eine Zengin bcstätigic dicS. �iiliiinchr riet der Vorsitzende Dr. Krause dem Kläger. die Klage ziirückziiiiehnic», da er Bertraasbediiignugen erfüllen müsse. Ob die hier sestgestellte �Vcdiiiguug eine billige gelvescu sei, wäre natürlich eine Frage für sich.— Es möge hier darauf verwiesen werden, daß t'.c Kammer �11 sVorsitzenoer Dr. llllcicr) derartige absolute Haftliiigsverpflichtuiigcn nicht gelten läßt, sondern allf jeden Fall ciucii strikte» SchuldbcwciS verlangt. Stillschweigender KüudiguligSallSschlitß. Der Gastwirt Schumaiui hatte bei dcr Uebcmahme seines Restaurants den vei dem Besitzvorgängcr beschäftigten Kellner P. gefragt, ob er bei ihm bliebe. P. arbeitete dann auch bei ihm. Als er später entlassen wlirdr, verklagte P. den Rcstniwatcur beim Gcwcrvegcricht wegen einer Lohncitischädiguiig. Er gab zu, daß er bei dem Vorgänger des Betagten unter Ailssastuß der Kündigung gearbeitet habe, meinte aber, der damalige Küiidigiingsausschluß gelte nicht mehr, Ivcil er bei der llcbcrnahme des Geschäfts durch den Beklagten von diesem nicht erneuert worden sei. Das Gericht wies jedoch die Klage mit folgender Begrüiidmifl ab: Der KündigungsauSschluß fei auch für das Arbeitsverhältnis zu Schumann maßgebend geblieben. Für diese Annahme sei entscheidend, daß zwischen P. nnd dem Beklagten überhaupt keine besonderen Vereinbarnnge» getroffen worden gegangen. DovsrnnmlunZvn. lieber die Konsningcnosscnschastctt und ihre Bedcntnng für die Arbeiterschaft sprach am Donnerstag der Reichstags- Abgeordnete v. Elm in einer Volksversammlung, die im Apollo- Theater zu Nixdorf abgehalten wurde. Der Ncduer führte ctioa folgendes aus: Die Bedeutung der Konftungeiioffeiischafteii müsse zunächst von der rein geschäftlichen Seite ans erwogen werden. Es leuchte von vonihercin ein, daß eine Organisation � der Massen zur gemeinsamen Beschaffung ihrer Konsummittel einen Nutzen bringen müsse. In die;« Beziehung seien auch schon in Deutschland Erfahrungen?gesamn>elt worden. In de» deutschen Konsuinvcrcinen betrügen die Geschäftsspesen 7 Proz., während im Durchschnitt an Spesen ans die Krämer in der LebeuSmittelbranche etwa 20 Proz. nnd in der Bekleidungsbranche gegen 30 Proz. ent- sielen. Das icicu feststehende Thatsachen. Im Jähre 1807 seien in Deutschland 4S9 Konsumvereine mit 403 872 Mitgliedern vorhanden gewesen. Ihr Erlös labe 66% Millionen Mark und der Rein- gewinn 10 Millionen Mar! betragen. 13 029 Mark seien für Bildungs- nnd gemeinnützige Zwecke verwendet worden. Redner giebt weiter eine Reihe von Zahlen an. die für eine günstige Eiitwickelmig der Konsumvereine in Sachsen, sowie der in Breslau. Stntlgart, Bremen und in verschiedene» anderen größeren Städten sprechen. Gerade der Verein in Breslau. dessen Mftglicdcrznhl in eincin Jahre— 1S0C/Ü7— von 39 099 aus 58 239 gestiegen sei, beweise aufß beste, wie sehr sich diejenigen irrten, die da behaupteten, größere Städte böten einen sehr schlechten Boden für die Entwickelnng von Konsnmvercinen. Sogar in der Handelsstadt Bremen, wo die Bewegung erst gar nicht habe in Fluß kommen wollen, seien jetzt über 8000 Mitglieder im Verein und habe man einen Jahres- Reingewnm von 207 482 M. erzielt. Im allgemeinen könne man mit den bisherigen Resultaten recht zufrieden sein. Daß bei einer solchen Bewegung auch in mehreren Fällen Mißerfolge zu verzeichnen seien, verstehe sich von selbst. So könnten Vereine mit einer geringen Mitglieder- zahl nicht auf einen grünen Zweig kommen, da sie mit den Einkaufs- bcdingnngen der Krämer zu rechnen hätten. Mißerfolge gäbe es auch in England. Den Gegnern der Konsumvereine, die ihn darauf verwiesen hätten, müsse er, Redner, entgegenhalten, daß sie das Gesamtresultat ganz außer Betracht ließen. In England seien 1890 in 2010 Konsumvereinen IVs Millionen Menschen organisiert gewesen; die Mitgliedcrzahl habe sich in den 10 Jahren vorder um 71 Proz. nnd der Gewinn um 95 Proz. vermehrt. Vei l'/s Millionen Mitgliedern könne man annehmen, daß Waren für 0 Millionen Menschen ans den Konsinnvereinen entnommen worden seien. Der Gesamtgewinn l habe 1890 an 0 Millionen Pftind Sterling betragen nnd 19 878 Pfund Sterling wären für BildnngSzwecke ausgegeben worden. Vor allein müsse für die Genossenschafien tüchtig Propa- ganda gemacht werden, wenn sie florieren sollten. Das habe auch Sidncy Weob festgestellt.— Redner geht auf die Geschäftspraktiken der Händler ein. die ihren Kunden Rabatt versprechen, sowie auf das Rabatt- Sparshstcm im allgemeinen. Durch dies System würde nur dem Schwindel Thür und Thor geöffnet. Hier müsse die Konsumvereins- Bewegung ein- greifen. ES werde nun darauf verwiesen, daß die kapitalistische Entwickelnng von selbst die Verteilung der Verbranchsniittcl mehr und mehr organisiere, durch Schaffung großer Warenhäuser jc. Gewiß habe hiervon der Konsument bestimmte Vorteile, aber andererseits wollten die Teilhaber solcher Geschäfte Riesengewinne einstreichen. Sie betrieben die Lockmittel- Praxis: was bei einzelnen Ärtikcln nachgelassen werde, müsse bei an- deren doppelt wieder"herauskommen. Bei den Konsum- vereinen hätten die Mitglieder den Nutzen. Indessen. wenn es sich nur um diesen Nutzen handelte, dann würde sich Redner nicht so sehr für die Sache begeistern. Aber die Er- fahrnngcn lehrten, daß die in Konsumvereinen organisierten Arbeiter auch ihre Lebenshaltung erhöht hätten und nicht, ivie manchmal bcsürchiet worden sei, den Vorteil durch billigeres Arbeiten dem Unternehmertum hätten zukommen lassen. Durch die Erhöhimg der Lebenshaltung schaffe die Beivegnng zur Organisation des Konsums in Genossenschaften einen dauernden Vorteil für die beteiligte Arbeiterswajt, denn es sei sehr schwer, die Arbeiter von dein einmal erreichten Stande ihrer Lebcnshalttmg hcrabzudrücken. Voraussetzung sei selbstverständlich, daß die Entivicklung der Gelverk- schuften mit der Organisation d e S Konsums gleichen Schritt halte. In England bestehe jetzt ein derart srcnndnacybarlichcs Verhältnis zwischen Konsumvereinen und GeWerl- schaftcn, daß sich erstcre auf Gcwcrkschaftskougressen durch Dcpu- tatioueu vertreten ließen. Ein allein seligmachend es Mittel dürfe man in den Konsumvereinen n i cki t sehen, durch sie allein könne mimöglich die sociale Frage gelöst werden. Redner legt ausführlich dar', wie Konsumvereiue bei einer gewissen Stufe der Eullvicklung zur Produktion schreiten und eine große Macht cutsalten könnten. Jeder Gewerkschafter müßte schon deshalb für sie eintrete». Ten G en osjenscha ftni wäre aber auch noch ein großer erzieherischer Wert besziimesien. Meuii es einmal zur Einführung der socialistischen Produktion komme, dann nnisse die Masse fähig sein. Pdoduklion und Verteilung zu kontrollieren. Heute fehle diese Fähigkeit den Massen noch, die Massen müßten aber selbst Hand mit anlegen. Der Autoritätsglaube sei noch weit mehr eiitwickelt, als das demokratische Bewußtsein und die Meinung, daß man selbst praktisch ziigreifcn müsse und deshalb sich selbst zu bilden habe. Die Genossenschaften böten die Gelegenheit, sich zu wirklichen„Genossen" auszubilden. Itcdner betonte dann noch, daß es leider notwendig sei, in eiiizcliicn deutschen Konsumvercincil de» dort umgehenden Krämergeist, der nur hohe Dividenden ivill, auszurotten. Unter Beifall trat er schließlich leb- hast für eine rührige Förderung des jungen Rixdorfcr Konsum- Vereins ein. Im Laufe der lebhaften Debatte ivurden von ciiiige» organisierten Cigarrenmachern gegen den Vorstand des Konsuln- verein» Nixdorf wegen des Einkaufs von Cigarren Vorwürfe er- hoben. Das Vorstandsmitglied, Stadtverordneter Conrad und der Lagerhalter Tost stellten fest, daß man nur einmal Proben von einer Firma ciiliiominen habe, von der sich später heraus- gestellt habe, daß sie nicht in allein die Bedingiiiigeu der organisierten Arbeiterschaft erfülle. Telbstberständlich erhalte die Firma keine Bestellniigen und in Zukunft werde nian auch von vornherein vorsichtiger sein. Im übrigen befürworteten Conrad und T o st lebhaft den Anschluß an den Verein, der z. B. vorhabe, eineii vorteilhaften Kohlcnniilauf abzuschließen.— Stndt- verordneier R e tz c r a u betont, daß er sich für den Konsumverein nur erwärmen könne, weil er vvn ihm eine erzieherische Wirkung auf die Arbeiterschaft erwarte.— Hoppe, Vertrauensmann der Partei, Hai nicht» dagegen, wenn Arbeiter, die davon Vorteile erhofften, sich dem Koninmvercin anschlösscit. Nur dürfe der Bcrcin, der lediglich ein Prlvatiinternchmcn sei, nicht zur Partcisache gemacht werden.— In seinem Schlußwort gab v. Elm dem Gc- üosscn Hoppe darin recht, daß der Charakter des Konsunivercins als eines nupolitischen Vereins gewahrt bleiben müsse. Allfuahmen werden in der Verkaufsstelle, Rixdorf, Zicthcnstr. 31, jeder Zeit vollzogen. Verband der Möüclpolicrcr VerliuS. In der letzten Ver- sanuniung der„Filiale-Osl" referierte Schulz über das Thema: „Orgaiiisation-Forinen". Der Refcrciit gab seiner Meinung dahin Ausdruck, daß tür die Branche gegenwärtig die lokale Organisation noch die vorteilhaftere sei, iuofiir mancherlei Gründe sprechen. Ver- schiedcne Redner erklärten in der Diskussion ihr Eiiiveritöiidnis mit den Referenten. Zum Schluß gab Schulz das Ableben des Kollegen Schritz bekailut. die Bersmmninng ehrte das Andenken des Ver- storbencn in der üblichen Weise. Die Grabcure und Cifelcnre tagten am 18. d. M. im Dresdener Garten in einer Gencralversainniiung der Filiale Berlin. In der Zeit von: April bis Juni fanden statt: 5 Filialversammlnugen, 0 Vorstands- und 5 VcrtraucnSmüliiiersitzuiigcn nebst 3 Werlsiatt- vcrsammlnngen. Der Bibliothek ivurden L9 litterarische Werke und 70 5illnstbeilaIcn entnommen. Hierauf wurden Grill als 2. Vor- sitzender, Ri'eke als 2. Kassierer, Stoßberg als�Schnftführer, P s ä n d t nnd S ch>v o ch o w als Beisitzer in den CciNralvorstnnd, Thiel, Krause nnd K l i n s k y in die Preßkoninussion, D c i- brich Streicher, R a d ü n z in die Revisionskommission, Grill. K c i l i ii g und H i l d e s h e i m in die AgitationS- lomniissioil eiilstiimnig gewählt. Ferner wurde ein Antrag, den Filialkassierern 2 Proz. der Einnahme als Enffchädignug zu über- weisen angcilonnncn. Auf Antrag Hoffmeisler wurden den ausgesperrten Arbeitern in Dänemark 60 M. aus der Filialkasse de- ivilligt. Keil i n g giebt noch bekannt, daß am 8. Oktober in der Sternwarte in Treptow ein Vortrag über„Weltuntergangs- prophezcihnng" stattfindet. Tic Zemciiiicrer und Bernfsgenoffen(Zahlstelle Berlin IV s hielten am Mittwoch, den 19. Juli, bei BuSke, Grcnadicrstr. 33, ihre Mitgliederversammlung ab. S ch i r m e r hielt einen kleine» Vortrag über die Organisation im Baugewerbe und erläuterte, daß sämtliche Bmihmidwerler organisiert wären, nur die Zcmentiercr erkeiinen den Wert der Organisation noch nicht ganz, da nun in absehbarer Zeit wohl oder übel alle auf Bauten be- schäftigte Leute organisiert sein müssen, so wäre eS für di« Zeinciiticrcr angebracht, schon jetzt Mann für Mann sich der Organisation anzuschließen. Hierauf referierte N a ch t w e i d e über die Agitation in Zemciitgeschäften. Derselbe führte den Anwesenden vor Augen, wie alle Verbände fest zusammenhielten, was man von den Zemcnticrer imd Benifsgenosscn noch nicht sagen könnte. Die Ver- sammelten folgten diesen Ausführungen mit dem größten Interesse, und erntete Redner lebhaften Beifall. Dann stellte Hacse den An- trag, das jedes Mitglied pro Monat cincil Extrabeitrng von 10 Pf. zu zahlen hätte, um einen Fonds zu haben, um Kranke oder Arbeitslose vom Verband aus unterstützen zu können. Nach einer sehr lebhaften nnd erregten Diskussion, wurde der Antrag gegen eine Stimme angenommen. Es wurde dann»och Internes er- ledigt, worauf um UV« die Versammlung geschlossen wurde. Die Stciiinrbritcr Berlins nnd der Vororte hielten am Donnerstag bei Zubell in der Lindeustraße eine stark besuchte öffent- liche Versammlung ab, in der ein Steinarbeiter aus Bunzlan über die Ursachen des AuSstandeL der Steinarbciter Schlesiens ausführlich Bericht erstattete. Die Diskussionsredner waren sämtlich der Ansicht, daß es die schlesischen Unternchmer, die den bestehenden Tarif gc- brochen haben, ans eine Machtfrage abgesehen haben, um die gute Organisation der Steinarbeilcr zu zerstören. Nach längerer Debatte, in der die Berliner Steinmetzen den schlesischeli Kollegen ihre Sympathie ausdrückten. aber auch ans die verbessernngsbedürftige Lage der Berliner Sleinarbeitcr hüigeivicscii wurde, wurde die folgende Resolution einstimmig angenonunen: Die heute tagende Bersanunlnng der Steinmetzen Berlins nnd Umgegend bezeichnet das Vorgehen der Uniernehmer des Bunzlapcr Distrikts als höchst un- gerecht, da die dortigen Steinarbeiier nur den bis 1900 verein- bartcn Tarif bezahlt verlangen nnd die umstrittenen Punkte richtig gestellt haben wollen, Die Vcrsammlimg erklärt, die im März 1895 zilrückgestellleii Forderungen für Tagelohu-Arbeit den Arbeitgebern Berlins sofort zu mlterbxeiten. Vis Soiinnbend. den 22. Juli, abends 8 Uhr erwarten die Versammelten Bescheid. Alle weiteren Beschlüsse werden bis zu der am Sonntag, den 23. Juli, tagenden Versammlung verschoben. Eine Kommission soll diesen Beschluß den Arbeitgebern vorlegen. Ter Verein„Vorwärts" zn Nixdorf hielt am Dienstag im Äpvllothcatsr feine Geitcralversammlnna ab. Zum ersten Pnnkt der Tagesordnung verliest der Kassierer Müller die Einnahmen und Ausgaben des letzten Onartals. Danach lvar die Eiimahme 505,38 M.'. Ausgabe 371,13 M.. Bestand 134,25 M. Dem Kassierer wurde Tccharge erteilt. B i e w e g stellt den Antrag, 100 M. zur Agitation'zu verweiiden. Der Antrag wurde an- genommen. Darauf erhielt Hirsch daS Wort zu seinem Vortrage. In der Diskussion erhielt Retzen au das Wort. Unter Vereins- angelcgcnheiten macht der Vorsitzende Klein die Genossen auf- mc'rksnm, daß in sämtlichen Zahlstellen noch Villcts zur Sternwarte in Treptoiv zu haben sind, ferner zum Stiftungsfest und Weihnachts- vergiiügen. Arbeiter-Bildnngövcrein für Mariendorf nnd der Ilm- gegend. In der Geiieraiversammluirg vom 18. d. M. erstattete der Vorstand Bericht über den Stand des Vereins. Zur Zeit zählt der Verein 120 Mitglieder, im verslosseiien Vierteljahr ivurden 7 Ver- sanmiluiigen und 2 VorstaudSsitznngen abgehalten; am 18. Jmn d. I. wurde eiii Flugblatt im Interesse deS Vereins verbreitet. Zahlstellen hat der Verein errichtet in T cm Pclhof bei Gerth und Kahl, in M a r i e 11 d 0 r f bei Ebel. Ter socialdcmokralisclie Wahlbercin für Lichtenberg» Fricdrichöberg hielt am 18. Juli seine Generalversammlung ab. in der Theodor Metzner über das Thema:„WaS lvill die Koeialdemokratie" referierte. Eine Diskussion über den mit leb- hastem Beifall aufgenommenen Vortrag ivurde nicht beliebt. Der Kassierer gab hierauf die Abrechiinng vom zweiten Quartal bekannt und wurde ihm aus Antrag der Revisoren Entlastung erteilt. Die Versammlung beschloß alsdann, in der nächsten Versammlung die „Koiiimuiials'ragc" zu erörtern. Liepe macht ferner auf die Broschüre„Die Zuchthansvoriage bor dem Reichstag" aufmerksam und empfiehlt den Genossen, je ein Exemplar zum Selbstkostenpreis von 10 Ps. zu entnehmen. Mit der Anfforderling an die An- wesenden, in Zukunft pünktlicher zu erscheinen, wurde die imposante Versammlung geschlossen. Saniaritcr-KiirsnS für Arbeiter und Arbeiterinnen. Morgen Montag, abends S Uhr, in der Centrale„Armtnhallen", Kommandanten- stratze 20: Uebuiigssliliide. Vortrag tider:„Vergiftungen, Erstickungen, verschiedene Formen der Beunifztlosigteit". Nachher praklische Uebungen. Central-Kranken- iiiid Sterbelasse der deutsche» Wagenbauer (Sitz: Gotha, Berlin Bezirk I). Aiitgliederversaiiimlulig am Montag, dm 24. d. M., abends 0 Uhr, in Thiels Festsälen, Fruchlslr. 3g a: Neuwahl der Ortsverwnltiing. glllgcnieine Famili«»-Tterbe>Kaflc. Heute Zal?ttag: Ackerstraße 123 bei Diele und Orantenslr. 185 bei Butow von 3—>> Uhr. Landsniannschaft der Schleswig- Holsteiuer. Heute, Sonntag, 23. d. M., Soiiil'icrfesr in G. Feuersteins Feslllilm und Garlcu(Inhaber M. Herzberg), Alte Jakobstr. 75. Anfaiig 4 Uhr. Landsleute und Gäste sind wMommeil. Für die anSgcsPci rtcu Arbeiter Dänemarks gingen bei der Berlin« Ecwerlschalisroiniliission folgende Beilröge ein: Bon den Arbeitern der §~trina H. Meven u Co. durch Hossnicister 9,00. Von den Arbeitern der inna Frost u. Sohne durch Hossmeifter 10,—. Von den Schuhinachern Berlins durch Hcrrmann auf Listen 200, 299, 300, 302, 303, 304, 305, 306, 300, 309, 311, 312, 314: 102,05. Möbeltischlerei Höhne u. Krämer, Königs- bergerstr.3, 7,50. Steinindilstticarbeitcr Berlins durch Seifferth 74,20. Tischlerei Bvjotzki u. Hartmann 7,75. Socialdern. Zlrbcitcrverein Weißensee und Umgegendüv,—. GeburtStvsgseier der Drillinge, Waldcmarstratze 3,—. Handels- Hilsoarbritcr Berlins(lokal) auf Lisleii 25,—. Verband der HandclS-Htlsö- arbeltcr Berlins(lolal), 1. Rate, 50,—. OiaslwirtSgebilsen Berlins durch Zeisle aus Listen 25,40. Küchenmöbel-Fabrik von Schwarzer 4,20. Kauf- lcute Berlins d. Hintze auf Listen 10.05. Tischlerei Rahardt, Reichen- bergersnaste 134, 3,—. Holz- und Brett erträger, auf Listen 15,—. Schuhmacher BerliiiS nnf Listen d. Burghagcu 20,50. Atöbelfabril von Seifctt u. Wolf, außer parterre. 55,—. Möbelfabrik von Krause u. Korklla 12,70. Buchdruckerci Ullstein n. Co., Charlotten- straße 10,90. Verband der Tapezierer, Filiale Berlin Nord, 25,—. Centra- Ustcrte Bauarbeiter, Zahlstelle Cbarlottcnburg, 9,40. Schafsköpfe am Alexanderplatz ö,—. Maurer u. Arbeiter vom Bau Gewerkschastshans d. P. M. 17,90. Verein der in Schristgießercien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen 100,—. Möbelfabrik vvn Egnitz, Franlfurtcrstr. 25, 5. Rate 0,5». Sebiiesderwerkstatt Unter den Linden 13, 25,—. Bildhauer des Pro- fessvrs Riegelmann nebst 2 Tischlern 12,—..«mg 1,—. Steinsetzer Berlins d. Grabitz auf Listen 00,20. Aus Anlaß seiner 30jährigcn Mitgliedschaft Bäcker E. P. Verband der Stuccatcure, Gipser und Berufs- genossm, Filiale Berlin, 200,—. Wcrkckbteilung der Buchdruckerci Max Bading 25,—. Sonnenbrnder 3,—. Graveure u. Cifclcurc, auf Listen 5,10. UnftrstiitznilgSsoiids der Glasarbeiter Sttalans 50,—. Buchdrucker W. 3,—. Sociatdemokratifcher Arbeite,-BildungSvcrciir Adlcrshof 30,—. Metallgießerei, Blilinenstr. 70, 0,45. Tischlerei Steiner, Kastanicn-Allee 75, 0,05. Schnciderwcrtstntt von Leun, Charlotten str. 50, 6,—. Centraiverband der Former, Berlin, 190,—. Skatklub Grand oder Ramsch 3,—. Verband deutscher Gnstwirtsgchilscn 50,—. Weitere Beitrag- nininit im Berliner Gewerlschaftsburcau Rudolf Mi II arg, Aiiiienstr. 10, I,-entgegen. Eedsiiict wochentags 9—1 Uhr vor- mittags und 0—0 Uhr abends. Saal. o. moraciia ij.bls abcuds 11 Uhr W e dd i n g- Park Müllcrstr. 17«.[2233S* Im September und Oktober sind noch Sonnabende zu VcrcinS-Festlich- ketten zu vergeben. W. 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