101 66 A.-G. A ** rre 4193 350 14 11 Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Sonntag, 1. Mai 1938 Diplomatische Schritte in Berlin und Prag Wirtschaftshilfe für die Tschechoslowakei Wünsche, welche von gleichlaufenden Wünschen der machen werde. franzöfifchen Klientel begleitet werden, geltend Generalstabsbesprechungen Aus dem Inhalt: Welt- Echo der Londoner Besprechungen Franco- Vormarsch Scharfe Kritik aufgehalten der Regierungspolitik gegenüber Henlein Eine Engländerin spricht zu deutschen Arbeitern Ein Beitrag Nr. 102 zum Frieden des Friedens einem Angriff auf sie, auf diese Diese Angelegenheit ist in Hinblick auf das Ottawa- Abkommen Englands und den Umstand, Es ist nicht die Schuld der demokratischen Varis. Außenminister Georges in schwerer Zeit Beweise staatlicher Reife und solltendenzen zeigt und gerade bezüglich der tiche. haltung des Friedens gibt: durch so starte Rüstung daß die französische Industrie gesteigerte Schuh Staaten, daß es nur noch eine Hoffnung auf ErBonnet empfing Samstag nachmit Weitsicht gegeben. Deshalb haben die franzöfifchen effe an einer gesteigerten Ausfuhr nach Frankreich Zusammenarbeit dieser Staaten die ,, dynamischen" choslowakischen Industriezweige, welche ein Inter- der friedliebenden Staaten und durch politische tage den tschechoslowakischen Gesanden Dr. Ofufký, den er eingehend und britischen Minister eine bilo haben, auf die Regierung einen Druck ausübt, wächte davon zu überzeugen, daß jede Störung über den Verlauf der Londoner Mini- matische Intervention in nicht leicht zu lösen. fterbesprechungen, insbesondere in belichen Schritt in Prag beschlos- der mitteleuropäischen Wirtschaftsverhältniffe und niemanden dieser Angriff so gefährlich wäre wie Berlin und einen freundschaft. Außenminister Bonnet ist ein guter Kenner großen Demokratien, gleich käme und daß für zug auf die Tschechoslowakei, infor- fen, von denen die Beruhigung der man kann deshalb erwarten, daß er seinen Einfür die Angreifer. Die Demokratien find friedmierte. An den verantwortlichen fran Verhältnisse in Mitteleuropa erwartet fluß für die Erfüllung der tschechoslowakischen liebend. Die älteste demokratische Macht Europas. ösischen politischen Stellen herrscht die wird. England, hat viele Jahre hindurch nicht gerüstet, Ueberzeugung, daß die Frage der Tsche. Es wurde den britischen und franfeine Idee hatte so starken Anhang im englischen choslowakei nach den Londoner Bespre zösischen Sachverständigen überlassen, Bolf ivie die pazifistische, die englischen Voltschungen in einem to e itaus gün unter der Patronanz der beiden Regie massen wollten auch lange nach den politischen tigeren und in bezug auf einige rungen praktisch die Frage wirt. Umwälzungen auf dem Kontinente nicht glauben. ihrer Seiten neuem Lichte stehe. fchaftlicher Hilfe für die Es bestätigt sich, daß im Laufe der daß dadurch auch ihr Land zur Aufrüstung geSo habe die Ruhe nicht nur der Regierung, fuell anderer mitteleuropäischer Staa gen des britischen und frannenden Reden diktatorischer Staatsmänner, noch Tschechoslowakei und even nächsten Woche in Paris Beratungungen war. Nun, die vielen friegerischen, die Waffen verherrlichenden, die Friedensidee verhöh sondern auch der breiten Oeffentlichkeit und der Breffe nach der Karlsbader Rede Henleins und ten zu lösen, und einen gesteigerten ösischen Generalstab& be mehr aber die außenpolitischen Attionen der bie Fertigstellung des Minderheitenstatuts über- Ankauf und eine gesteigerte Einfuhr dynamischen" Staaten haben dafür gesorgt, daß all in England imponiert und der Tschechoslowakei tschechoslowakischer Produkte nach der Stimmungsumschung ein sehr radikaler neues Wohlwollen gewonnen. Diese Tatsachen England und Frankreich zu organi wurde. England hat nicht nur nachgeholt, was es haben, wie an Regierungsstellen versichert wurde, sieren. Jahre hindurch versäumt hatte, es wird bald mit seiner Luft- und Seerüstung wieder den ande ren weit voraus sein. Und auch das ist das undermeidliche Ergebnis des Dynamismus" der Achsen- Staaten: daß England, das doch in keiner friegerischen Eventualität allein stehen kann, die alte Freundschaft mit Frankreich festigte, daß aus dieser Freundschaft ein jo festes Bündnis vie nie zuvor wurde, ein so enges und militärischen Vereinbarungen regelndes, daß man, so sorgfältig schon im Frieden alle notwendigen auch wenn diese Bezeichnung vermieden wurde, doch von einer Militär- Allianz sprechen kann. Oesterreichs Nazis wieder illegal! Ein aufsehenerregendes Flugblatt gegen das Preußendiktat Seyß- inquart soll zurücktreten Die österreichischen Nazis sehen nun nicht ihre Blütenträume reifen, sondern sene der preußischen Nazi- Dittatoren. Es ist bekannt, daß Seyß- Inquart und seine Leute feineswegs einen so raschen Anschluß Oesterreichs an Deutschland beabsichtigten, wie ihn Hitler dann durchführte. Sie wollten vor allem Herren im eigenen Hause bleiben. Hitler hat jedoch aus Desterreich eine preußische Solonie gemacht. Die österreichische Polizei und das österreichische Bundesheer werden von schneidigen Preußen kommandiert und in Wien rejidiert nicht Herr Seyß- Inquart, der zu einer Schattenfigur wurde, sondern der preußische Reichsstatthalter Bür del. Der zeigt nun den Oesterreichern im allgemeinen, und selbstverständlich auch den schlappen" österreichischen Nazis ,,, wat eene Harte is". In den Kreisen der östers reichischen Nazis hat diese Entwicklung heftige Beſtürzung und Enttäuschung hervorgerufen. Sie sehen sich um die Früchte ihres Kampfes betrogen, sie sind Figuren zweiter Ordnung geworden. Wer nicht luicht vor den Preußen, kommt ins Sonzentrationslager, und mag es sich auch um einen ,, alten Stämpfer" handeln. Nun ist es zu spät, und die österreichischen Nazis, die solange in der Illegalität waren, gehen nun wieder in die Illegalität im Kampfe gegen die Preußenherrschaft. Sie verbreiten dieser Tage in Wien, mittels ihres offenbar noch vollkommen intatten illegalen Apparates und mit den früher angewandten Methoden Flugblätter, die für die Stimmung in Cesterreich sehr aufschlußreich und sicherlich eine Erklärung dafür sind, warum heuer in Wien lein Maifeier Aufmarsch veranstaltet wurde. In den Flugblättern heißt es u. a.: ginnen werden, welche die Organisie rung der Verteidigung beider Staaten und verschiedene andere technische Rüftungsfragen behandeln werden. auffälligerweise in der Preffe fast gar nichts zit finden war ganz im Gegensatz zu den Reden der Parteirebner aus dem Reich.“ ,, Es ist daher ein selbstverständliches Ge bot ber Selbst a chtung, wenn wir in diesem Augenblid unsere Stimme zum Einspruch gegen die Einsetzung eines Reichskommis fars mit unumschränkten Vollmachten erheben und zum Zeichen des Protestes die Aufforderung an unsere Führer richten, die Minister. ämter und das Reichsstatthalter amt niederzulegen. Möge die Welt baran erkennen, daß ein stolzes Bolt zu einem stolzen Volke fam und sich ihm anschloß unter der Parole: Gleiches zu Gleich em!" Die Londoner Konferenz, deren Bedeutung noch besonders hervorgehoben wurde durch den Empfang der französischen Staatsmänner beim Stönig, hat durch die militärischen Vereinbarungen allen mit dem Kriegsgedanken Spielenden sehr deutlich gezeigt, daß jeder Krieg England und Das Flugblatt schließt mit der Feststellung. Frankreich vorbereiteter, auch und vor allem daß der Inhalt dieses Flugblattes in einer soeben organisatorisch vorbereiteter träfe als der Kriegsabgehaltenen Vertrauensmännerkundgebung der ausbruch 1914. Die Londoner Stonferenz hat aber Nationalsozialistischen Partei Wiens einstimmig auch und das ist für uns von größter Wichtigs beschlossen worden sei und sein Inhalt und die feit, das läßt in uns die Hoffnung auf Erhaltung darin enthaltenen Forderungen sowohl dem des Friedens erstarken- allen, die es angeht, geReichsstatthalter Dr. Seyßz- Inquart, wie auch sagt, daß ein Angriff auf die sämtlichen Ministern der österreichischen Landes- Tschechoslowakei fein isolier regierung zugestellt worden seien. Unterschrie ben ist dieses Flugblatt: Für die nationalsozias listische Bewegung Desterreichs!" Wir sind nicht so optimistisch, zu glauben, Haben wir dafür jahrelang Verfolgung, klar erkennen müssen, daß man offenbar nicht daß die österreichische Lehre auf unsere NaNot und Entbehrung auf uns genommen, und für gewillt ist, auch unfere große Sache anzuFreiheit gekämpft und geblutet, daß wir jetzt erkennen und zu würdigen, für die wir Jahre 3is Eindruck machen wird, haben sie doch einen plötzlich trot vollzogener Wachtergreifung eine lang gekämpft und gelitten haben. Und das sozusagen ,, bodenständigen" Gauleiter in Berlin Bevormundung erleben müssen, die für taten wir eben nicht für die fizzen, der dem Herrn Henlein schon deutlich gejeden freiheitsliebenden Volksgenossen nicht nur Serren Parteibeamten aus dem nug die Türe weisen würde, aber den Preußen als unerträglich, fondern auch im höchsten Grade Neich, die soeben unser ganzes Lap über wahrscheinlich doch nicht preußisch genug wäre. als unwürdig empfunden werden muß? Wir fluten und allerorts in gutbezahlte Stel. Aber es wird, wirklich zum Glück für unsere stellen heute vor dem ganzen nationalsozialistischungen ihren Einzug halten und gelassen aus Nazis, nicht dazu kommen, daß sie von dem gesinnten Volte Desterreichs die Frage: Gab es Slubfeffeln unseren Parteistellen Desterreichs verpreußten Hans Krebs oder echten Preußen aus unseren Meihen wirklich niemanden, der Waifungen" erteilen, und all das taten wir kommandiert werden, obwohl sie eine solche Lekdie Befähigung beseffen hätte, jene Aufgaben zu auch nicht darum, daß im Lande eine Organisation bewältigen, die heute auf der ganzen Linie in ihren Einzug hält, die zwar zur Bekämpfung der tion ſicherlich verdient hätten. der Verwaltung Desterreichs von Parteibeamten Gegner des Staates errichtet wurde, in Wahraus Berlin oder München verrichtet heit sich aber nicht scheut, auch unsere Parteiwerden? Bedurfte es wirklich der Bestellung mitglieder zu überwachen!"( Gemeint ist die eines Reichskommissars" für Desterreich, um die Ge st a po.) Wiedervereinigung mit dem Reiche durchzuführen ,, Wie unendlich geringes Verständnis dieser und der Erteilung von Vollmachten hierzu, die über Nacht unsere fämtlichen Landesbehörden Herr Reichskommissar für unsere Gefühle in vom kleinsten Dorf bis Wien zu handienen Tagen des Umbruches gehabt hat, das haben all die, die mit diesem Manne während des langern dieses Reichskommiffärs herabwürdigen, und ebenso den Reichsstatthalter und fämt. liche österreichischen Minister, die in Zukunft nichts anderes zu tun haben werden, als lediglich die " Weisungen" des Reichskommissars gehorsamst auszuführen!" Harte Kämpfe in China ter tonflitt wäre, daß er der Beginn eines europäischen Krieges wäre. Nun fann wohl niemand mehr sich über den Ernst der französischen Bündnistreue hinweg ,, trösten" mit der Annahme, England werde sich der Tschechoslowakei wegen nicht in einen Strieg stürzen. Wohl sind auch diesmal die englischen Minister nicht über die früheren Erklärungen Chamberlains hinausgegangen, aber während der Verhandlungen wurde anerkannt. daß Großbritannien, das nunmehr eine ſo feſte Bürgschaft für die Integrität Frankreichs übernommen hat, im Falle eines Angriffs auf die Tschechoslowa tei, der unvermeidlich zu einem europäischen Strieg führen müßte, gebunden wäre, an der Seite seines Alliierten zu stehen." Aber auch wenn Chamberlain noch zurückhaltender gewesen wäre und wenn jetzt in London tveniger deutlich über Frankreichs Bündnistreue Hanku. Chinesischen Berichten zufolge zur Tschechoslowakei und Englands Verbundenheit haben sich die chinesischen Truppen wiederum der mit Frankreich gesprochen worden wäre- daß Stadt Tanschan bemächtigt. Der Kampf um diese England in einem großen europäischen Konflikt nicht neutraler Beobachter bleiben könnte, daß es Stadt bauerte volle 24 Stunden. Durch einen plöhlichen Angriff von Jihsien nicht sich selber aufgeben kann, indem es zuschaut, verdrängten die Japaner nördich bost Ta- wie der eine., dynamische" Staat zum Herrn der Wahlkampfes zu tun gehabt haben, im Nebermaß jertfchwang die Chineſen in die Berge, wo jett östlichen, der andere zum Beherrscher der westerleben können. War es doch einfach unmöglich, gekämpft wird. An die südliche Grenze der Bro- lichen Hälfte des Kontinents wird, muß jedem den Wahlkampfleiter Bürckel dazu zu bewegen, vinz Schantung cilen starke chinesische Abteilun- nüchternen Beurteiler flar sein. Es ist sehr zu auch für die österreichischen Führer der gen und wahrscheinlich wird es an der Grenze hoffen, daß sich niemand mehr denselben trügeriBewegung Groß kundgebungen zu veranstal- Schantung- Kianfu in den nächsten Tagen zur schen Annahmen hingibt wie Deutschland im ten, wie dieses für sämtliche Redner aus dem| Entscheidungsschlacht kommen. Jahre 1914, daß nämlich England feine unmittel " Es sind gar manche Dinge in den vergan- Neiche so reichlich geschah. Und so kam es, daß baren Interessen auf dem Kontinent habe und des genen Wochen geschehen, die in uns alten die Führer der nationalsozialistischen Bewegu halb in einen Strieg nicht eingreifen werde. Das Kämpfern der nationalsozialistischen Bewegung Desterreichs zumeist nur in fleinen Städten Schanghai. Auf ein Mitglied der neuen Schang- haben 1914 die Berliner und Wiener StaatsDesterreichs Empör ung ausgelöst haben, wir Deutschlands oder Desterreichs zum Worte tamen haier Regierung wurden zwei Sandgranaten gewor- lenker fest geglaubt und die gegen diesen Wahn aber haben gefähwiegen um der großen Sache und unser Parteigenoffe Dr. Seyß- Inquart erſt fen, durch die vier Chineſen verwundet wurden, wäh- sich wendenden Warnungen des Fürſten Lichwillen. Aber nun hat auch dieses am Ende des Wahlkampfes in einer einzigen rend das geplante Opfer des Attentates unverletzt nowky, des deutschen Botschafters in London, Schweigen ein Ende, nachdem wir Kundgebung in Berlin sprechen konnte, über die blieb. Zwei Terroristen wurden verhaftet. überlegen lächelnd beiseite geschoben. Diesmal, in Bombenattentat in Schanghai @cite 2 cher Situation, die der von 1914 in mancher Be chung ähnlich ist, ist England zwar immer noch rückhaltend, aber doch um vieles deutlicher als amals. Nur wer auf keinen Fall verstehen will, n nach der Londoner Konferenz die englisch Französische Entente noch mißverstehen. Vor allem in den sudetendeutschen Gebieten Sirfte es noch immer solches Mißverstehen geben. Much jene Sudetonazi, die fest überzeugt sind vom Mommen des Tages", sollten die warnende Stimme aus London hören! Wirkt diese Warnung auch auf sie, dann wäre auch das ein Beitrag zum Frieden. Ihren Beitrag zum Frieden muß und wird aber auch die Tschechoslowakei Teiste n. Sie muß nun endlich an die endgültige Rege lung der nationalen Probleme schreiten, zu einer solchen Regelung, daß zu ernsthaften, berechtigten Beschwerden kein Grund mehr bleibt. Unser Staat ist der wertvollen Hilfe treuer Freunde sicherer muß aber das Seine dazu beitragen, daß die äußerste Konsequenz dieser Silfsbereitschaft nicht eintritt. Die Tschechoslowalei ist bereit und ist fähig, sich zu wehren. Aber auch das ist ein Sichwehren: die Ursache von Sonflikten beseitigen! Man wird in Prag auch auf den Rat der Freunde hören, mit deren Hilfe man rechnet, und man wird auch diesen freund schaftlichen Rat als wertvolle Hilfe betrachten. Wirkliche Regelung der nationalen Verhältnisse, Befriedigung aller berechtigten Ansprüche der nationalen Minderheiten wird zwar nie die Mazi befriedigen, für die es nur eine Lösung gibt, die hier nicht genannt zu werden braucht, aber nicht die gesamte sudetendeutsche Bevölkerung ist nazistisch und auch keineswegs alle, die in die SdP gelockt und gepreßt wurden, sind Nazi. Die Nazi können durch nichts zufriedengestellt, durch nichts für den Staat gewonnen werden, aber die anderen kann man gewinnen. Denn schließlich will ja doch auch ein sehr großer Teil der sudetendeutschen Bevölkerung nichts anderes, als in Ruhe und Frieden arbeiten können, in dem Bewußtsein, in seiner Heimat vollwertiger Staatsbürger, nicht Mensch zweiten Ranges zu sein. Keinerlei Entgegenkommen an die SdP ist nötiges wäre verfehltes Entgegenkommen, das nur als Schwäche gedeutet würde. Notwendig ist die Verwirklichung der nationalen Gerechtigkeit- und niemanden könnte das auf die Dauer unangenehmer werden als der SdP. Die Londoner Konferenz hat, man darf es sagen, ohne sich leichtfertigen Optimismus schuldig zu machen, Friedensarbeit geleistet. Und mag denen, die an nichts anderes mehr glauben als an die Gewalt, die alle Humanität für tot und begraben halten und die Demokratie für eine überlebte Form des staatlichen Lebens, der Austlang des Londoner Kommuniqués auch als eine Art überflüssiger Aufputz erscheinen die Nichtdynamiker, die trop der Erweckung des Bestialis mus durch den Chauvinismus sich ihre Liebe zu den großen menschheitlichen Werten und den Glauben an sie bewahrt haben, flingen diese Schlußworte, die Verkündung der gemeinsamen Ideen des nationalen und internationalen Lebens der beiden Westmächte, wie eine tröstende Verheißung. Die beiden großen Demokratien haben sich dessen besonnen und sie haben den Mut gehabt, es in einem offiziellen Kommuniqué zu sagen, daß diese Ideen ihr volkliches und staat liches Leben geformt haben, daß ihnen die Größe und das Ansehen der beiden Staaten zu danken 71 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Jeszt, da ihr alles forigeiragen wurde, die süße Speise, der süße Wein und die Gelegenheit, von ihrem innersten Gemüt das Süßeste zu verschenken, jetzt schlug sie die Hände vor die Augen. Nur nichts sehen, nichts hören! Einschlummern, nicht mehr aufwachen, das Schönste wäre es! [ ist Sonntag, 1. Mai 1938 Nr. 102 und daß sie gerade dann weiterhin wahre[ deutschen Arbeiter. Für diese Ideale sind sie zu auf den europäischen Frieden einwirken, an welchem Weltgeltung haben werden, wenn sie diesen Ideen kämpfen bereit und sie sehen in den Worten, die Briten ein direktes Interesse haben. Ein treu bleibe, den Ideen der Demokratie, der die von London aus in die Welt gingen, die Be- höchst eindringlicher Appell wird also um anität. Es sind die Ideen, die auch stätigung ihres nie erloschenen Glaubens, daß die an Deutschland einerseits gerichtet werden, zum Werden des tschechoslowakischen Staates ge- Menschheit sich auf diese Ideale besinnen, zu ihnen damit es Henlein zur Versöhnlichkeit auffordert und führt haben, es sind d Ideale Masarhts. Es sind stehen muß, um die Bedrohung durch den Faschis- an Dr. Beneš andererseits. auch die Ideale der sozialdemokratischen sudeten mus abwehren zu können. Das Welt- Echo der Besprechungen über die ČSR London. Die Leiartikel, welche die Londoner Blätter Samstag nach Abschluß der britisch- französischen Besprechungen veröffentlich en, stimmen ausnahmslos darin überein, daß die Einigkeit und Zusammenarbeit der großen westlichen Demokratien neuerlich bekräftigt wurde und abermals ein sichtbarer Einfah der Gesamtkräfte beider Staaten zur Erhaltung und Vertiefung des Friedens er folgt. Sehr ausführlich beschäftigen sich die Blätter mit dem tschechoslowakischen Problem. Warnung an Dritte" ,, News Chronicle meinen, England und Frankreich befänden sich in einer engeren Uebereinstimmung wie jemals seit 1918. Dies bilde eine Ermutigung für die Völler beider Länder und eine Warnung an Dritte, die geneigt seien, eines dieser beiden Länder anzugreifen. England sei weiter gegangen in der Garantie der französischen Sicherheit, als jemals zuvor. Die Gespräche bilden den Kern eines neuen und wirksamen follettiven Systems. Während England nicht über die Tham berlainerflärung im Parlament vom 24. März hinausgehen konnte, seien die Nazis aber mals gewarnt worden, daß ein Schritt gegen die Tschechoslowakei sicherlich Frankreich und sehr wahrscheinlich England auf die Seite der Tschechen bringen würde. „ Die Zugeständnisse müssen beiderseits sein" gierungen bezüglich einer demnächst vorzunehmen den Vorstellung in Berlin übereingekommen. " Nach Schweizer Muster Frankreichs eindeutige Haltung Paris. Auch die Pariser Abendpresse spricht ihre Befriedigung über die Ergebnisse der Unterredungen der französischen und britischen Minister über die Tschechoslowakei aus und erwartet, daß die Spannung rasch einer ruhigeren Periode Plaz machen wird. Wenn Deutschland eine friedliche Lösung ablehnen und einer brutalen Methode den Borrang geben würde, die seinem Prestige mehr ent sprechen würde, dann würde England ihm deutlich zu verstehen geben, daß ein bewaffneter Angriff auf tschechoslowakisches Teritorium unzweifelhaft Krieg zur Folge hätte und daß im Kriegsfalle England an der Seite des bedrohten Frant, reich stehen würde", schreibt Sauerwein im„ Paris Soir". überein USA: Unerschütterliche Freundschaft Der Wiederherstellung der Freundschaft zwie schen England, Frankreich und Italien soll ein entschlossener Versuch folgen, Deutschland für die internationale Busammen arbeit zurückzugewinnen. Hiebei dürfte der ita bende Rolle spielen. lienische Ministerpräsident Mussolini eine entscheiEine leise, aber klare Andeutung steht, für unabhängige Tschechoslowakei Evening New 3" berichtet Samstag abends, London. Der diplomatische Redakteur des baß England und Frankreich eine Lösung des tsche Meldungen, daß eines der Ereignisse der britischWashington.( Reuter.) Die Londoner choslowatischen Nationalitätenproblems auf födera französischen Gespräche eine gemeinsame tiver Basis nach Schweizer Muster vor Wirtschaftshilfe der beiden Großmächte schlagen werden. Im Zusammenhang mit den für die Tschechoslowakei sein wird, um bicic Londoner Ministerbesprechungen und dem bevor- gegen den deutschen Wirtschaftsdruck zu schüven, stehenden Besuch des deutschen Reichstanzlers in werden in Regierungskreisen der Vereinigten Rom wird der Unterredung des englischen Außen- Staaten dankbar aufgenommen. Diese ministers Lord Halifag mit dem italienischen Bot- Kreise betonen, daß dieses britisch- französische schafter Grandi große Bedeutung beigemessen. Verhalten im vollen Einklang mit dem sehr günstigen Handelsvertrag welchen die Vereinigten Staaten im abgelaufenen Monat mit der Tschechoslowakei abgeschlossen haben. In den Vereinigten Staaten dauert das Gefühl der brüderlichen FreundDer diplomatische Korrespondent des Daily fchaft unerschütterlich an, welches bereits seit der Gründung der Tschechoslowakischen Telegraph" schreibt: Die französischen Minister Republik ein hervorragendes Merkmal aller haben mit großem Nachdruck auseinandergesetzt, daß tschechoslowakisch amerikanischen Beziehungen Frankreich in Erfüllung seiner Vertragsverpflichtun London. Der sonntägige ,, New 3 Chr o bildete. Es besteht kein Zweifel, daß die öffenten der Tschechoslowakei im Falle einer deutschen nic I e" veröffentlicht einen Artikel Vernon Bartliche Meinung der Vereinigten Staaten an der Militärinvasion beistehen wird. Frankreich hatte le t t 3, in dem es heißt: Es zeigt sich tatsächlich, Erhaltung der Integrität und Unabhängigkeit weitere englische Verpflichtungen gewünſcht, doch daß Hitler etwas gelungen ist, was Winston Chur- der tschechoslowakischen Republik ein lebhaftes ging man englischerseits über die kürzlich von Cham chill und andere, die eine englisch- französische Allianz Interesse hat. berlain im Unterhaus abgegebene Erklärung nicht empfahlen, nicht zustande gebracht haben. Die Behinaus. Es wurde aber nichtsdestoweniger von beiden ziehungen zwischen London und Paris sind jetzt enger Seiten anerkannt, daß, falls die Ereignisse eine als ie, die Zeit des Weltkrieges ausgenommen. Es Entwicklung nehmen, die unvermeidlich zu einem ist flar, daß jetzt Maßnahmen ergriffen werden, an europäischen Kriege führt, aur Erhaltung welche nicht gedacht worden wäre, wenn nicht die der französischen Integritätsverpflichtungen England Tatsache der Annerion Oesterreichs und der DroPrag. Gemäß einer Maßnahme des flowagezwungen wäre, seinen vollen Beitrag zu leisten. hungen gegenüber der Tschechoslowakei beständen... fischen Landesamtes in Preßzburg wurde die AbVon britischer Seite wird hervorgehoben, daß die In einigen der nächsten Tage wird ird die britische Re- haltung der für Sonntag, den 22. Mai d. J. fürzliche Regierungserklärung in ganz Europa gierung einen wichtigen Schritt unternehmen, sie ausgeschriebenen Wahlen in die Stadtvertretung als eine flare Warnung vor den Folgen, wird Deutschland darlegen, daß die Briten und die vorläufig verschoven. Die Wahlen in die Stadtwelche sich aus einem bewaffneten Angriff in Mittel- Franzosen den Präsidenten Benes aufgefordert ha- vertretung von Preßburg werden in einer der europa ergeben müßten, interpretiert wurde. Als ben, sich mit allen Sträften zu bemühen, den Frie weiteren Wahletappen vorgenommen werden. nüßlich würde sich erweisen, den beteiligten Parteien den durch ein Uebereinkommen zu erzielen. Es wird Das Tschechoslowakische Preßbüro bemerkt Geduld nahezulegen und zweitens zu einem auch dargelegt werden, daß die französische Regie- zu dieser amtlichen Meldung, daß das Deutsche dauernden und gerechten Ausgleich rung entschlossen ist, ihre Vertragsverpflichtungen Nachrichtenbüro in Berlin seinen Bericht über beizutragen. Sodann wird auf das tschechoslowa gegenüber der Tschechoslowakei zu erfüllen und es die Verschiebung der Wahlen in Preßburg mit der fische Memorandum hingewiesen und gesagt, daß die wird eine leise Andeutung gemacht werden, daß die Information begleitet hat, daß auch in anderen Bugeständnisse gegenseitig sein müßten, b. h. britischen Staatsmänner in ihren fürzlichen Reden Städten die Gemeindewahlen, die bereits aus Henlein müsse bereit sein, der Regierung durch die Tatsache anerkannt haben, daß der Versuch, die geschrieben wurden, verschoben werden sollen. Zu Mäßigung seiner Ansprüche entgegenzukommen. tschechoslowakische Selbständigkeit zu vernichten, zum dieser Behauptung des DNB ist das CPS zu Hiebei wäre allerdings zu erwägen, daß Henlein Kriege führen könnte. Weiter wird die britische Re- erklären ermächtigt, daß an eine Verschiebung als überzeugter Bewunderer Hitlers und des Nazi- gierung sich in dem Sinne äußern, daß die Zukunft bereits ausgeschriebener Gemeindewahlen in an regimes nicht vollkommen sein eigener der Sudetendeutschen nicht als deutsche Familien- deren Städten als in Preßburg nicht geHerr ist. Aus diesem Grunde seien die beiden Re-| angelegenheit angesehen werden kann, denn sie könne dacht wird. war sogar das milde Marienbild, die Gütigste im blauen Kleid mit den Rubinborten. An der Wand zurückgeblieben war nur der Spiegel mit dem granatenbesetzten Goldrahmen, Gold, das sich einmal abgezeichnet hatte in seiner heiteren Lauterkeit, in seiner niemals getrübten Blankheit von dem buntglimmenden Farbenspiel der Facetten. Dieses Spiel gliberte nicht mehr, und auch über das Glas breitete sich schon eine gefledte Finsternis aus, weil die Flößer vom Strom auch die brennenden Kerzen ausgeblasen und die Kandelaber zu dem übrigen befördert hatten. Preßburger Gemeindewahlen verschoben Sie lief in die Nebenstuben. Sie sah die stel. Von Miasmen erfüllt der Dunst, der geiKinderkutsche nicht mehr und auch nicht mehr den sterte, und allenthalben die Natur verhüllt. Sie hohen Lehnstuhl mit dem blanken Gitter für ihren war schläfrig, mutlos und so schwammig aufges Sohn. Sie lief die Treppe zu ihrem Schlaf- weicht, daß auch die von der Feuchtigkeit getränkzimmer hinauf. Alles war ausgeräumt. Ber- ten Steinmauern des Kellers keinen Schutz getrümmert die Fensterscheiben. Am Nachtwind währten. mertte sie es. Er drant in ihren Störver wie ein Tierbiß ein, als sie einen Moment Atem schöpfte, um sich zurechtzutasten. Unterdessen schnarrte unten in der Hochzeitsstube Hauptmann Kegel:„ Ueber die Erde reicht der Arm der Majestät. Sie hat sich ihr Eigentum genommen. Hieronymus, ist er aber Aber Barbara Blomberg erblickte im Spie- das Eigentum der Majestät?" gel ein dunkles Gespenst, und das war sie selber. Gürtlermeister Blomberg freischte:„ AchSie erkannte, daß sie nackt war, und nur die zer- tung, Frau Sibylle, Zierde meines Hauses und zausten Flechten verhüllten notdürftig Schulter seine heiligste Ehr, die Mitgift regnet durch den und Brust. Schornstein!" Geraubt war ihr der Myrtenkranz aus dem Haar, geraubt Schleier und weißes Atlaskleid. Es polterte um sie, es zerbrach und zer schmetterte um sie. Alles sollte schwinden, verhallen, verschweben. Der Tisch, auf den sie die Ellbogen stüßte, entschwebte auch. Dunkel war es, und ihr Kopf senkte sich Sie suchte um sich, sie fand nichts, um sich niedriger und niedriger, bis in ihren Schoß. In zu verhüllen. Die Füße nackt. Am Ohr nur ihren Haaren wurde von harten Fingern ge- stumpfe Tropfen, Tropfen, die ähnelten nicht nestelt und gezupft. An ihren Ohren wurde ge- mehr den Flammen, in denen sie sich während rissen. Man zerrie an ihren Füßen. Man zer- des Hochzeitsmahls heimlich gespiegelt hatte, nicht frakte ihr Gesicht und Hals und Schultern. Das mehr dem verzaubernden Rausch des Lichtes und hörte nicht auf. Aber sie wollte ganz unempfindlich sein, stumpf und blind und taub wollte sie sein. Was war das, dieses Frösteln über Schulter und Hals bis in die Ohren, bis in die Haarflechten? Endlich mußte sie sich doch wieder in die Wirklichkeit hineinwerfen. Die Fingerspißen stars ben ihr ab. Vom Stuhl wäre sie zu Boden ge= glitten, hätte sie nicht die Augen aufgeschlagen und zugestoßen, um sich der Griffe zu erwehren, die ihr wehtaten, jeder Griff wie das Kneifen einer Bange. Als sie dann um sich blickte, war die Stube schon geleert. Meine Möbel standen mehr im Raum. Die schweren Vorhänge waren von den Fenstern heruntergerissen. Abgelöst von der Wand des Blendens, das sie bewundert hatte, um Bus funft daraus abzulesen wie aus magischem Kristall. Die Tropfen am Ohr waren nur geronnenes Blut. Sie fror. Sie fürchtete sich vor sich selbst. Sie schauderte vor dem Bild im Spiegel zurück. Hilfeflehend fragte sie im Streise. Als sie vollkommen erwachte, war ihre erste Regung, daß sie nach ihrem Sohne rief. Sie sah ihn nicht in der Stube.„ Wo, wo, wo?" Die abgerupften Wände gaben das Echo:" Wo, wo, too?" Der Kammerdiener Dubois hörte nichts mehr von dem Lärm, und auch nicht der kleine Hieronymus, der vor Freude über die galoppierenden Kutschenpferde in die Hände flatschte. Hauptmann Kegel schnarrte weiter: Und haben wir eine Tochter, dann nennen wir sie Karoline, nach dem großen, großen Wohltäter!" Hans Blomberg, der rüſtige Greis, spuckte aus:" Es gibt eine Gerechtigkeit, Frau Sibylle! Komm, artige Magdalene! Du, Waltharius Maria Simon Petrus, du hast nur einen Bater, feinen Kaiſer zwar und keinen König und teinen Papst und keinen Kardinal zum Kom pagnon, aber--" Obwohl der kleine Walter wiederum hohl aufhusten mußte, war er entzückt von all dem Fest, an dem er teilgenommen hatte. Er fragte in hektischer Unersättlichkeit: Was wird jetzt noch kommen, lieber Papa?" Der Vater herrschte ihn an:" Mach's Maul zu, Roßbub Es weht ein scharfer Wind" VII. Im Keller des Landhauses auf der Landstraße nach Löwen hätte man das Schlagen des tegens auch dann nicht gehört, wenn es härter gewesen wäre. Aber es war eine weiche Flut, die niederträufte. Der Forst stand im dunklen ManDedengewölbe und Wände tränten. Der Stiel der Art, mit der der Apotheker das indische Gajakholz zerspaltete, war aufgequollen und tlitschig geworden. Nicht hell und scharf flang das angelaufene Eisen der Art in das Holz hinein, sondern dumpf und tot. Der Apothefer mußte die Splitter mit verklammter Hand abtrennen, wie von einem zähen Lumpen. Die Mühle, durch die das zerkleinerte Gajakholz ge= trieben wurde, gab nicht die trockene Störnigkeit her, die der Verwalter des kaiserlichen Medizintellers erhoffte, sondern das, was auf den Schalen der Waage abgewogen wurde, erwies sich als ein unbestimmter Brei. Schiver würde es halten, daraus den reinen Saft zu gewinnen, der den Heiltrank für die Leiden der Majestät liefern follte. Sie wußten den Kaiser oben in der Woh nung fahl und gefaltet, einen siechen, stöhnenden Mann, den jeder Zoll des Leibes schmerzte, und dem Kissen und Plaster keine Erleichterung schafften. Der winzige Winkel im Krantenstube blieb dem Kaiser die einzige Zuflucht. Zum Abzählen des Pulses überließ er dem Arzt sein Handge= Tent. Daß es überflüssige Mühe sei, dachte er. Dachte es um so mehr, weil er nur noch in endgültigen Gedanken dachte. An ferne Rätsel, die noch zu lösen wären, glaubte er nicht mehr. Die Wirklichkeit, die ihn einschloß, preßte sich enger und enger an ihn. Der Kaiser griff nach dem Spiegel auf dem Krantentischchen. Er betrachtete sich: Bart, Ninn, Augen, Wangen, Bunge, Stirn. „ Krone der Venus!" Iachte er auf. ( Fortsetzung folgt). Nr. 102 Franco- Vormarsch aufgehalten! Uebergewicht der Regierungstruppen an der Pyrenäen- Front Sonntag, 1. Mai 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel ,, Regierungspolitik gegenüber Henlein dechtenswerte Feststellung mit Mißerfolg geendet" der ,, Lidové Listy" Seite 3 Die Gesellschaft für Musikerziehung- Prag alter im Einbernehmen mit dem Zdjweize internationale Arbeitskonferenz für RuBarcelona.( Havas.) Die Angriffe der Franco Truppen im Pyrenäen- Gebiet, insbeson dere im Abschnitte bei Isona und westlich von rischen Musikpädagogischen Verband und dem Tremp sowie füdlich im Abschnitt bei Balaguar, Zü stoßzen nunmehr auf zwei Hindernisse: Auf das rich eine Mu schlechte Wetter und auf den zähen Widerstand jiferziehung und Teilpädagogit, die vom 23. bis der Regierungstruppen. Der Vormarsch des Die samstägigen„ Polední Lidové Listy" be- Regierung eine einzige und brüste Antwort ge- 28. Juni 1938 in der Schweiz stattfinden Gegners in Richtung auf Buiccerda ist fast voll- fassen sich in höchst beachtenswerter Weise mit geben; und das waren seine Karlsbader For wird. Die Teilnehmer werden Gelegenheit haben. ständig zum Stillstand gebracht worden. Die der Politik der Regierung gegenüber der SdP. derungen, welche nicht nur unsere Nation, son in Zürich, Bern und Basel durch Referate und Mehrzahl der strategisch wichtigen Das Blatt schreibt in fetter Schrift: dern auch die Presse aller demokratischen Staaten prattische Demonstrationen in Anstalten für taubOrte dieses Abschnittes befinden sich in den Wir sind vor Henlein zurückgewichen und der Welt zurückgewieſen haben. Wenn die eng stumme, blinde, geistig und seelisch gehemmte Händen der Regierungstruppen. wie hat er uns geantwortet? Das Ergebnis ist liſchen, amerikanischen und französischen Zeitun Minder die Bedeutung rhythmischer und musikali Das Uebergewicht des Gegners in der Bewaff gleich Null. Die Regierung muß die Situation gen dahin urteilen, daß die Forderungen Henleins scher Einflüsse auf Anormale fennenzulernen. Sos nung und Ausrüftung, so wirksam es in der beherrschen und sich nicht von ihr beherrschen für die Tschechoslowakei unannehmbar sind, wel wohl für die allgemeine Mujiferziehung als auch Ebene iſt, kommt in diesem gebirgigen Terrain lassen. Unlängst haben wir an dieser Stelle unsere ches Urteil soll dann über sie unsere Nation für die Psychologie und Heilpädagogik sind durch fast überhaupt nicht zur Geltung. In diesen Zweifel darüber ausgedrückt, ob die Politik un- fällen, die es unmittelbar angeht? Auf die Be- die Arbeiten der Konferenz neue Ergebniſſe zu Kämpfen wiegt der Einsatz von schweren und ferer Regierung gegenüber der Henleinpartei den reitwilligkeit und Friedensliebe unserer Regie erwarten. Teilnehmerbeitrag Sr 15.-. Anfra leichten Maschinengewehren vor. In dieser Form richtigen Weg geht. Beurteilt das bitte selbst! rung hat Herr Henlein mit Anträgen geantworgen und Anmeldungen sind zu richten an die Gebes Guerillakrieges haben die Regierung 8. Bisher haben wir Henlein zuliebe und zum Teil tet, welche die Zerreißung der Republit in zwei sellschaft für Musikerziehung, Prag IV., Toss truppen offensichtlich das Ueber über seinen Wunsch: 1. Die Gemeindewahlen aus Staaten bedeuten, in deren einen über allen un- tánský palác. gewicht, das sich Freitag noch in der Wieder- geschrieben, obzwar die Grenzler und andere be- feren Grenzlern sowie über den demokratischen eroberung verschiedener Koten im Auschnitte von dächtige Leute davor gewarnt haben, 2. eine um- und katholischen Deutschen Konrad Henlein nach Tremp äußerte. Im Küstenabschnitt vermochten fangreiche politische Amnestie herausgegeben, aus den Grundsäßen des Nazismus herrschen würde. die Francotruppen bei ihren Versuchen, die Front der am meisten, wenn nicht ausschließlich, die Es sieht also jeder, daß die Politit der Regierung zwischen Cati und Tirig zu durchbrechen, nur ge- Anhänger der Henleinbewegung Nußen gezogen gegenüber Henlein bisher mit einem Mißerfolg ringe Aenderungen des Frontverlaufen zu ihren haben, 3. Wir haben den deutschen Attivismus geendet hat. Wir haben schon früher getvarni Gunsten herbeizuführen, doch wurden fie durch vernichten lassen, obzwar wir ihn hätten er- und gesagt, daß uns dieſes Vorgehen, welches einen Gegenangriff der Regierungstrup- halten und stärken können, wenn wir uns dazu umsonst und überflüssigerweise starke Trümpfe pen gezwungen, diese Positionen wieder rechtzeitig entschlossen hätten, 4. Wir haben die aus der Hand gibt, nicht gefällt. Wie wir das zu verlassen. Veranstaltung der Kundgebungen am 1. Mai be- Denten unseres Volkes kennen, teilt dieses mit willigt, obzvar wir wissen mußten, daß Henlein uns unser zwar strenges, aber sicher gerechtes das dazu gebrauchen will, um allen Deutschen zu Urteil. eigen, vaß er allein ihr Sprecher und Herr ist. Das alles haben wir Henlein völlig umsonst und Dieses scharfe Urteil des Blaites einer Reohne Garantie von seiner Seite gegeben im gierungspartei über einen bestimmten Settor der Glauben, daß er auf unsere Nachgiebigkeit und Regierungspolitik, der hauptsächlich von den Verträglichkeit in gleicher Weise antworten wird. Agrariern beeinflußt wird, wird nicht verfehlen, Wie aber hat uns Henlein geantwortet? Er hat in der Gesamtöffentlichkeit stärkstes Aufsehen zu unserer ganzen Nation und unserer gesamten erregen. Rebellen mehrfach zurückgeschlagen Barcelona. In einem Kommuniqué der Regierung heißt es u. a.: Die Angriffe der Aufſtändischen gegen unsere Stellungen bei Roca Alba und Pico Remado im Abschnitt von Balaguer wurden zurückgeschlagen. Der Feind unternahm einen Angriff im Abschnitt von Catitirig, wurde jedoch zurüdgeschlagen. Ebenso widers standen wir dem Drud des Feindes in der Zone von Aguilar de Alfambra. Burgos.( Reuter.) Infolge des schlechten Wetters der vorigen Woche mußten die Kriegsoperationen in Nordostspanien fast vollständig eingestellt werden. Die Lastautos waren gezivungen, auf Wegen zu fahren, die in Rotfümpfe verwandelt waren. An vielen Stellen waren diese Straßen vollkommen unbefahrbar. Eine Engländerin spricht zu deutschen Arbeitern Genossin Dhonau bei den westböhmischen Vertrauensleuten Die Rednerin warnte vor Kleinmut, vor So sehen Uebertritte zu Henlein aus. HenTeins..Zeit" meldete im Fettdruck, daß sich die sozialdemokratische Lokalorganisation& uri chin bei Plan in der Osterwoche aufgelöst habe, und daß ihre Mitglieder den Beitritt zur SdP meldeten. Wir können dazu nur feststellen, daß in Kurschin überhaupt keine sozialdemokratische Lofalorganisation bestanden hat, also auch keine Mitglieder von ihr zur Henleinpartei übertreten fonnten. Der Nachrichtendienst des Melniker Senders. Der Melniker Sender beginnt heute Sonntag mit dem deutschen Nachrichtendienst durch die ČTK. Sonntags wird immer um 12.05 eine Preſſe übersicht gesendet werden, um 19.15 und um 22.15 Uhr Nachrichten. An Wochentagen erfolgt die Presse- Uebersicht um 7.30, die Sendung der Nachrichten um 12.30, 19.15 und 22.15. Eine unglaubliche journalistische Fehlleistung war unstreitig die Art, wie das Tschechoslowakische Pressebüro in der Freitag- Nacht die Redaktionen der Tagesblätter mit Meldungen aus London über den Abschluß der französisch- britischen Verhandlungen versorgte. Obwohl unsere ganze Oeffentlichkeit auf diese Nachrichten mit begreiflicher Spannung wartete, ließ sich das Pressebüro durchaus nicht aus seiner gewohnten bürokrati schen Bedachtsamkeit aufrütteln. Gerade noch, daß das amtliche Stommuniqué über den Avschluß der Beratungen so halbwegs rechtzeitig ge= liefert wurde dann riß der Faden ab. Was anders kommen könnte, als er sich wünſchte." Die dann kam, waren Nachrichten aller anderen fremden Agenturen, ein Eigen freiheitliebenden Menschen der Tschechoslowakei sollen nicht immer erſt warten, bis sie gehört bericht des Pressebüros aus London wurde haben, was England und Frankreich zu ihren aber erst nach halb 12 Uhr nachts ausgegeben. Wünschen und Absichten sagen. Man soll nicht ein Eigenbericht über die Eindrücke in Paris erit auf andere warten, man soll selber bereit und entschlossen sein, sich zur Behr zu ſeßen. Wenn jeder sieht, daß die Tschechoslowalei sich nicht preis gibt, dann wird man auch helfen, daß die Freiheit der Tschechoflotalei erhalten bleibt. In der großen Funktionärversammlung in dasengstemiteinander zusammen. Altrohlau, in der Abg. I alsch ein sehr ausführliches und mit stürmischem Beifall aufgenom- dem Glauben, Hitler werde kommen." Hitler menes Referat über die politischen Ereignisse wird nicht hier einmarschieren, wenn er weiß, daß hielt, ein Referat, in dem er zeigte, wie untrenner Widerstand zu erwarten hat. Bisher hat er bar das Schidial Europas mit der Tschechoslowakei nie etwas getan, tvenn er gewußt hat, daß es Barcelona wleder bombardiert verbunden ist, sprach auch die Vertreterin der engBarcelona.( Reuter.) Samstag früh lischen Arbeiterpartei, Genossin Dhona u. Sie erzählte von der unermüdlichen Informierung der wurden zwei Anflüge auf Barcelona unternommen. Beim ersten Anflug, der um 8.45 Uhr öffentlichen Meinung Englands durch die Labour von sieben Franco- Flugzeugen unternommen Parth, von der wachsenden Erkenntnis, daß ein wurde, wurden 34 Personen getötet und 60 verrieg gar nicht beschränkt bleiben könnte auf den letzt. Der zweite Anflug wurde um 11.30 Uhr Angreifer und den Angegriffenen, daß man der von drei Flugzeugen durchgeführt, wobei 35 Tschechoslowakei werde zu Hilfe kommen müſſen. Personen getötet und 68 Personen verletzt werden. Bei dem Angriff wurden fast sämtliche der 12 im Hafen von Barcelona vor Anker liegenden britischen Handelsfchiffe durch Bomben getroffen. Ein britischer Matrofe wurde schwer verletzt und mußte in das Krankenhaus gebracht werden. Dr. Hodža erkrankt Das ist heute bereits allgemeine Erkenntnis: Die Unabhängigkeit der Tschecho flow ale i ist auch für die anderen Staaten, ist auch für Großbritannien von sehr großer Bedeutung. Die ihre Freiheit liebenden Menschen in der Tschechoslowakei, die ihre Unabhängigkeit gegen den Faschis mus verteidigen, fämpfen auch für unsere Sicherheit." Genoffin Dhonau berichtete, wie sich Henlein bei seinen Besuchen in England als Demokrat und als sehr gemäßigter Mensch gebärdet habe. Wie der agrarische ,, Večer" mitteilt, hat wie sehr man aber heute in England erkenne, daß, fich Ministerpräsident Hodža beim Begräb- venn Henlein seine Ziele erreichte, Hitler den nis Udržals, bei dem sehr schlechtes Wetter Weg nach Osten frei hätte. Aber er hätte dann herrschte, verkühlt, so daß er sich einige Tage an auch die Hand frei gegen den Weſten. Unser Schicksal im Westen und das eure den Regierungsarbeiten nicht wird beteiligen hier im Lande, sie hängen auf fönnen. Unsere Maifestschrift nach Mitter'n a cht. Dabei hatte ein Prager Blatt, das sich eine telephonische Berichterstat ung aus London ohne Rücksicht auf die Koſten leisten kann, bereits in seiner ersten Ausgabe, die um 10 Uhr nachts auf den Straßen verkauft wird, spaltenlange Eigenberichte über die BeGenossin Dhonau sprach in Worten hoher ratungen! Das amtliche Pressebüro hinfte also Bewunderung von den judetendeutschen fozial- in einer für den gesamten Staat so wichtigen demokratischen Arbeitern, die auch in diesen Tagen Sache der privaten Berichterstattung um viele fest stehen zu ihren Prinzipien. Wer durch Stunden nach! Den Givsel aller Unzulänglichkeit Dummheit oder Feigheit sich der Dittatur unter bildet wohl die Tatsache, dak selbst ein CTN- Bewerfen will, der ist kein Held. Helden sind jene richt aus Be Igra d, der bereits Belgrader Menschen, die in bestimmten Situationen auch Beitungsfommentare aus London brachte, vom Mein" sagen können. Ich denke dabei an das Pressebüro weit früher ausgegeben wurde als Wort jenes deutschen Theologieprofeſſors Karl der eigene Bericht aus London! Die Prager ReBarth, der im Jahre 1934 zu einem Bekenntnis daktionen erhielten dann um halb 1 1hr früh. zum Nationalsozialismus gezwungen werden also knapp vor Sabschluß, aus dem Preſſebüro sollte. Dieser Mann erklärte troß schwerster Be eine Ladung von etwa 15 Seiten mit den Eigendrängnis:„ Ich fage Nein!" Und so sehe ich auch berichten aus London und Paris, die natürlich eure Lage in dieser Zeit und in diesem Gebiete, nur noch für den Papierforb in Frage famen. Mit und darum schließe ich mit diesem Wort des Pro- solchen Methoden müßte jede private Nachfessors Barth: Ich sage Nein!" richtenagentur unverzüglich Schiffbruch erleiden. aber unser amtlicher Nachrichtenapparat befindet sich dabei anscheinend sehr wohl. " nicht glaubt, fann sich im Grenzgebiete bei den Grenzgehern von drüben erkundigen, wie es z. B. in den katholischen Gebieten Schlesiens oder Bayerns in den Schulen aussieht. Die Stirche hat sich also tüchtig zu rühren, daran ist nicht zu zweifelt." Der Präsident der Republik empfing am Samstag den Vorsißenden der Handels- und Gewerbekammer in Prag. Dr. Johann Třebický. In den Nachmittagsstunden fuhr der Präsident zu einer Besichtigung des Neubaues der Prager Waren und Effektenbörse. Oesterreichische Die Deutschkatholiken murren Im christlich- deutschen" Tagblatt Da 3 Seit es eine sozialistische Maifeier gibt, ist Wolf"( Jägerndorf) findet sich, in Form einer die Maifestschrift Busammenfassung und Polemik gegen reichsdeutsche Zustände, unter Ausdruck der jeweiligen Mai- Parolen. Die anderem folgender Protest, der zweifellos gegen heuer erschienene Maifestschrift reiht sich ihren die SdP gemünzt ist: Die beliebten Hakenkreuzfahnen. Der deut Vorgängerinnen würdig an. Die Titelseite..Ist der Abwehrkampf der katho= sche Stonsul in Preßburg veranstaltete am schmückt ein von Ernest Neuschul geschaffenes titen wirklich unbegründet? Durchaus 29. April um 20 Uhr in einem geschlossenen Raum Bild, das von Proletariertypen verkörpert und nicht. Hat doch der erste Reichsbischof Müller ausim fleinen Saal der Bratislavaer Redoute eine wunderbare Charakterisierung der sozialistischen drücklich als Ziel des Dritten Reiches verkündet: Maifeier für die reichsdeutschen Staatsangehöri Flüchtlinge nach USA? Gefolgschaft ist. Neuschuls Werk kommt auch in Ein Reich, ein Volf, ein Glaube." Hätte sich gen. Zutritt hatten nur deutsche Staasangehörige Washington.( Havas.) Präsident Roosevelt der Wiedergabe( Dreifarbendruck) gut zur Gel- bie Kirche, das katholische Volt, das immerhin gute gegen Vorweisung des Reisepasses. Das Lokal hat die Entscheidung gefällt, daß die für Deutschtung. Die Maifestschrift enthält vier padende 20 Millionen ohne den späteren Zuwachs Desterwar mit reichsdeutschen Fahnen Graphiken von Jim, einem spanischen Künstler, die reichs zählte, nicht gewehrt, so wäre es in die dekoriert. Gegenüber dem kleinen Saal in der Desterreich festgesetzten EinwanderungskontinThemata aus dem spanischen Bürgerkrieg begleich geschaltete christus lose Redoute befindet sich der große Saal, in dem sich gente modifiziert werden, um die Einreise der handeln, des weiteren drei Kompositionen von National firche gezwängt worden. Der Wi- ein Stino befindet. Nach Beendigung der Vorstel- österreichischen politischen Flüchtlinge nach den Carl Greull auf Dichtungen von Orr, Detsinyl der ft and war also notwendig. Heute noch ist lung um 21 Uhr verließen die Leute das Kino Vereinigten Staaten zu ermöglichen. und Walter Hornung. Ein Gedicht, verfaßt von oberster Leiter für das Reichserziehungswesen Alfred und erblickten durch die Fenster zwei im kleinen einem unbekannten sozialistischen Dichter, der in Rosenberg. Wer über seine Erziehungsgrundsäße Saal angebrachte Hakenkreuzfahnen. Aus diesen Deutschland lebt, gibt der Freiheitssehnsucht Aus- ein gültiges Urteil abgeben will, muß zunächst ſein Sinobesuchern bildete sich auf dem Gehsteig vor drud, das Gedicht Robert Seidels, geschrieben Wert vom Mythus des 20. Jahrhunderts" kennen. Der Redoute eine Gruppe von 30 bis 40 Perſo zur Maifeier 1890, ist eine schöne Erinnerung Wer es nicht kennt und doch urteilt, der urteilt ins nen, welche die Anbringung von reichsdeutschen an jenen ersten Maitag der sozialistischen Arbei- Blaue. Der Widerstand der Katho- Flaggen im Kleinen Saal, die auch vom Gehsteig ter. Die Prosabeiträge, alle lefenswert, weil liten gegen Rosenbergs neuheidnischen Erziehungs- aus durch die Fenster zu sehen waren, laut triti lehrreich, stammen von Wenzel Jalich, Karl Fel willen ist katholische Gewiſſen 3 ſierte. Die Gruppe wuchs in furzer Zeit auf 100 bis 200 an, wurde aber von der Polizei sofort binger, Josef Hofbauer und Ernst Paul. Die pflicht. Weiter: Aus allen Volksschulen des Reiches zerstreut. Der Vorfall hatte keinen störenden EinMeifestschrift wird dereinst eine lebendige Erinnerung an die gegenwärtige schwere Kampfzeit( Oesterreich vorläufig noch ausgenommen) wurde fluß auf die Feier, auch wurde die öffentliche Der Geistliche als Religionslehrer berbannt, Wers Ordnung durch ihn nicht gestört, unserer Bewegung sein. Japanischer Flottenkommandant abgesetzt Tokio. Der Chef des japanischen China geschwaders, Vizeadmiral Hasegawa, wurde von feinem Stommando abgelöst und durch Vize= admiral Oikawa, den Stabschef der MarineluftStreitfräfte ersetzt. Hasegawa wird Stationschef von Yokosuka. Seite 4 Sonntag, 1. Mai 1938 Das Schweizer Verlangen Strafdrohungen gegen Neudeker Zeugen nach Anerkennung ihrer ,, umfassenden Neutralität" Am Dienstag Plaidoyers Die deutsche Sendung Nr. 102 am Sonntag und Montag Sonntag. Montag. Bern.( SDA.) Das Memorandum des Prag Melnik: 10.00 Maifeier. 11.00 Sd). Nendek.( Eigenbericht.) Die freitägige Ver-[ Leumund aller neu zugelassenen Zeugen genaue Sona. 12.00 Preſſe, 12.25 Kurfonz. a. Tepli Schweizer Bundesrates über die Neutralität der Handlung wurde mit der Vernehmung des Zeugen Erkundigungen einzuziehen. Danach erhob die Schönau. 13.00 Frühl. Musik.( Sch.) 14.00 Landw. Schweiz im Schoße des Völkerbundes ist heute Emil Wilde mann fortgesetzt, der den Ange- Beugin Barbara Kugler gegen die zum Teil Bauernpredigt. 14.15-14.30 Dt. Arbeiterfdg. Joi. dem Völkerbundssekretariate übergeben und verklagten Heidler belastet. Die als Entlastungszeus unrichtige Protokollierung ihrer ersten Beugen- Sofbaner: Feit der Menschlichkeit. 18.00 Kammer öffentlicht worden. Es gelangt zu folgenden gen für Heidler auftretenden Göz und Schu aussage Einspruch. Wegen einer etwas unbe- mujit( Ed.) 18.30 Prof. Ortmann: Naturbeob Schlußfolgerungen: st er sagten übereinstimmend aus, daß sie mit herrschten Aeußerung wurde sie vom Vorsitzenden achtung im Mai. 18.45 Mozartwerke a. Ed. 19.00 Die Schweiz kann sich angesichts ihrer einzig- Seidler zusammen gewesen seien und nicht ge- gerügt und der Staatsanwalt behielt sich vor, Prof. Jungbauer: Voltsfundi. Monatsschau. 19.15 artigen Lage nicht mit einem fakultativen Sank- sehen hätten, daß er Steine warf. Da Göß über gegen die Zeugin Strafantrag zu stellen. Ra. 19.40 Sport. 20.00 O( Dir. Friß Rieger). tionssystem abfinden. Ihre Neutralität darf die gemeinsam mit Heidler zurückgelegte Strecke Josef Lorenz und Johann Me in I entlasteten 21.15 Der Ackermann aus Böhmen, Streitgefpr. nicht von den Umständen abhängen. des Heimweges keine Angaben machte, kam es zu den Angeklagten Scheitler. Auch der bei dem Kra- on Johannes v. Saaz. 22.00 TM( Sch.) 22.15 Na. 22.35-23.00 TM a. Café Winkler in Reichen einer Kontroverse zwischen ihm und dem Ange- wall verletzte Polizeiinspektor Sandner, der Sie ist ein für allemal gegeben und ihre Stärke berg. flagten. Dr. Henisch rügte das Verhalten des An- auf dem Wege zum Polizeiamt Lorenz, Meinl Bränn: 17.35 Dt. Sbg. D Mayner: Landschule beruht in ihrer Klarheit und ihrem immerwäh geklagten. Der Staatsanwalt sah in dieser nicht und Scheitler traf, bezeugte, daß Scheitler ihn u. Wehrers.„ Hotel- Pension Edelweiß". Hörsv. v. renden Bestande. Die Unterscheidung zwischen übereinstimmenden Aussage eine Verfehlung und zum Polizeiamt begleitet hatte. Damit fallen die Fr. Langer. militärischen und wirtschaftlichen Sanktionen behielt sich deshalb Vorbereitung der Anklage vor. gegen Scheitler erhobenen Beschuldigungen, wowürde sich heute für die Schweiz als illusorisch Hierauf wurde zum Tatbestand Franz nach er einen im Rohlau- Bett liegenden Henleinerweisen, und wenn sie zu wirtschaftlichen Drud Meißner, Branddirektor in Neudek, vernom ordner geschlagen hat, in sich selbst zusammen. Tag. 8.00 Scuffunt. 10.15-11. Märsche a. Ech. Prag- Melnik: 6.15-8.00 Quftig i. d. neuen mitteln griffe, würde sie so behandelt werden, wie men, der seine vor drei Jahren gemachte Aussage, Nach der Verlesung einer protokollierten, für die 12.15 Industrief. 12.30 Ra. 12.45 Stonz. a. Ech. ein Staat, der militärische Maßnahmen trifft. die den sozialdemokratischen Angeklagten Siegfried Henlein- Ordner belastenden Zeugenaussage wird 14.00 Börse. 18.00 Kinderstd. 18.30 Vortr. i. RohDie Schweiz hegt den Wunsch, daß die Genfer Institution die Schwierigkeiten, die sie umringen, Schreiber belastete, ergänzte. Als ihm vorge- der Kaufmann Heinrich Lorenz aus Neudet stoffversorgung. 18.45 UM. 19.00 Dichterstd. Wit überwinde. Obwohl sie entsprechend ihren Verhalten wurde, daß er jetzt weniger wissen müsse vernommen. Lorenz will sich mit den Zeugen No- tet. 19.15 Na. 19.30 Der singende Wald, judetenals kurz nach den Vorkommnissen, redete er sich dar- bert Reißner, Lindner und einer ihm nicht näher deutsche Volkslieder. 20.00 Kammermus.( Cello: pflichtungen vom 13. Feber 1920 ihre Armee, für welche das Schweizervolk die größten Opfer auf aus, bei der Abfassung des ersten Protokolles bekannten Frau in einem Vorhaus aufgehalten Joi. Merz, Klavier: Fr. Solletschef.) 20.30 Um. vom Richter beeinflußt worden zu haben und von dort aus gesehen haben, wie der bis 23.00 Na f. Ausland. ( Gef. N. E. Preger.) 22.15 Na. 22.30 Sch. 22.40 brachte, modernisiert und reorganisiert hat, bleibt sein. Der Staatsanwalt kündigte daraufhin an, angeklagte Oberlehrer Planck an dem auf der an die Schweiz dem Völkerbund in seinem Ideal des daß er gegen diesen Zeugen Anklage wegen deren Straßenseite gelegenen Baun gerüttelt habe. Friedens und der internationalen Zusammenarbeit falscher Zeugenaussage und Ver- Daß Pland Latten abgerissen hat, want er nicht verbunden. Die Schweiz wird weiterhin ihre Mit- Yeum dung erheben werde. Frau Hergeth, zu behaupten. Es wird festgestellt, daß Lorenz wirkung leihen in allen Fragen, die ihr Statut die Tochter des Franz Reißner, bestätigte den Tat- Mandatar der SdP ist. eines neutralen Staates nicht berühren. Sie bestand der Anklage. Nun wurden die Zeugen glaubt sich indessen Robert Haschberg und Baumgarti ver- Nach Verlesung zweier weiterer protokolliert nommen, die gesehen haben, daß von den Henlein- vorliegender Zeugenaussagen, von denen eine Leuten Steine gesammelt wurden und daß der Pland, die andere Batrejs belastet, werden die Angeklagte 3 afrejs etwas in der Hand hielt; vom Untersuchungsrichter angefertigten ProtoAus diesem Grunde wendet sich der Bundesrat. was dies war, konnten sie nicht angeben. Die Beu- folle verlesen. Zwei Gendarmerieberichte werden von der wuchtigen Entschlossenheit der eidgenös- gin Marie Fladerer belastete den Angeklag- zum Schluß der Verhandlung verlesen, die gegen sischen Räte und des Schweizervolts getragen, in ten Rödig im Sinne der Anklage. Die Verhand- 12 Uhr Mittag beendet und auf Montag früh verZuversicht an den Völkerbundrat mit dem Ver- lung wurde um viertel 9 Uhr abends auf Sams- tagt wurde. Die Plaidoyers der Verteidiger und Tangen, tag vertagt. des Staatsanwaltes finden am Dienstag statt, Zu Beginn der samstägigen Verhandlung die Verhandlung selbst wird kaum vor Mittwoch stellte der Staatsanwalt den Antrag, über den beendet sein. berechtigt zu verlangen, daß ihre umfassende Neutralität im Rahmen des Völkerbundes ausdrücklich anerkannt wird. daß die überlieferte Neutralität der Eidgenossenschaft mit den Bestimmungen des Paktes vereinbart erklärt wird. Die Schweizerische Regierung zweifelt nicht daran, daß der Völkerbund die vorangegangene Die demokratische Achse" Erklärung zustimmend zur Kenntnis nehmen damit den einzigartigen Charakter der Schweizer Neutralität anerkennen wird. Wachsende Empörung gegen Chamberlains Nichteinmischungspolitik London.( Ag. Esp.) ,, Wenn der PremierMinister glaubt, das Land stehe hinter ihm, wenn er das spanische Volk aufgibt, so hat sein Glaube gewiß gestern eine beträchtliche Erschütterung er litten", schreibt das liberale Blatt News Chronicle" und fährt fort: Die Forderung der britischen Bergleute, der Spanischen Republik praktische Hilfe zu leisten, ist ein bedeutendes Kennzeichen der Gefühle der britischen Arbeiterschaft im allgemeinen. Der Premierminister weiß nun, was die Bergleute seit langem von ihm denten. Nicht weniger flar hat der Verzicht der Herzogin von Atholl auf die Würde eines Whips der konservativen Partei ihm die Wirklichkeit vor Augen geführt. Der Herzogin gebührt alle Ehre für ihre Unabhängigkeit, die auch ihre Partei ehrt. Und dazu kommt die Nachricht, Daß die Metallarbeiter entschlossen sind, an der Beschleunigung der Aufrüstung nicht mitzuarbeiten, wenn die Regierung nicht das Verbot des Waffenkaufes durch die Spanische Republik aufhebt. Schließlich wird Mister Chamberlain wohl auch die uns gegebene Erklärung des Außenministers Alvarez del Vayo gelesen haben, daß Spanien weit davon entfernt ist, erobert zu werden." Ein Alarmruf Lord Rothermeres Guter Eindruck in New York Washington.( Savas.) Die hier aus London eingelaufenen Depeschen über die Veratungen der britischen und französischen Staatsmänner haben in amerikanischen politischen Streisen einen sehr guten Eindruck gemacht. Bisher sind zwar die Kommentare der offiziellen Stellen noch nicht bekannt, doch wird große Be friedigung darüber ausgedrückt, daß Frankreich and England zu vollkommener Uebereinstimmung in allen Angelegenheiten gelangt sind, die für die unmittelbare Zukunft Europas von Bedeutung sind. Die„ New York Times" schreiben, daß die Beschlüsse, zu denen man in London gelangte, weit mehr als eine Militärallianz sind, sie sind im wörtlichen Sinne eine militärische 11 nion. Die britische Regierung hat die Leis tung der europäischen Lage in die Hand genommen und heute ist die britische Initiative bereits unbestreitbar. ,, New York Herald" schreibt, daß es schon Zeit gewesen sei, daran zu erinnern, daß auch eine demokratische Achse eristiere und daß deren Mittel nicht gering seien. Die Londoner Verhandlungen stellten Chamberlain an die Spize dieser westeuropäischen Achse. Ueber das französisch- englische Militärbündnis schreiben ,, Lidové Noviny" in einem Londoner Bericht: Tagesneuigkeiten -Tag des Bekennens Nun lauscht in die Seele, das Herz befragt! Es gibt ein Gewissen, das flar euch sagt, Wenn Mut ihr genug babt, es zu verstehn, Wohin ihr euch wenden sollt, wohin gehn: Den Weg des Gehorchens, bequem und breit, Des Verzichts au auf freie Persönlichkeit, Oder den steilen, den steinigen Steig Des eigenen Wollens. Durchs Dorngezweig Der Hämsucht, der Tücke, durch Leidens Tor Zur Schönheit der Freiheit führt er empor. Am Scheideweg jeber, wer es auch sei! Tag des Bekennens ist erster Mai. Ihn schuf einft der Ahnen gläubiger Mut Lebt in Enkelherzen noch gleiche Glut? Ins eigene Herz schaut, die Seele fragt Unwürdig der Väter, wer dann noch zagt! Josef Hofbauer. Brünn: 17.40 Dt. Sdg. Dr. F Kreysler: Von guten Büchern, P. K. Fritscher: Maigedanken f. den Arbeiter. Mit dem Schiff nach Moskau. Eine Schiffss flottille aus der Wolga ist Freitag zum ersten Male in Moskau auf dem neuen Mostwa- WolgaKanal eingetroffen und ist unter den neuen Brüklen über den Mostwa- Fluß durchgefahren. In dieser Flotille waren die großen Motorschiffe Josef Stalin",„ Vjaceslav Molotow“ und„ Michajl Stalinin" und sechs kleinere Schiffe. " Frau Starhemberg zahlt nicht. Auf Antrag des Wiener Bezirksgerichtes wurde ein Kurator über das Vermögen der ehemaligen BurgtheaterSchauſpielerin Nora Grezor beſtimmt, die ſich vor furzem mit dem ehemaligen Vizekanzler Fürsten Starhemberg vermählt hat. Nora Gregor wurde von einem Schneidersalon wegen nicht bezahlter Rechnungen geklagt. Da sie derzeit unauffindbar ist, wurde ihr Vermögen unter Kuratel gestellt. Suche nach der Fata Morgana. Der dänische Grönlandforscher Dr. Lauge- Stoch ist hier heute Vormittag mit einem deutschen Dornierwalflugboot, das von einem deutschen Stapitän geführt wird, zu einer neuen Expedition gestartet, um die zwischen Spitzbergen und Grönland vermutete so= genannte Fata Morgana- Insel und das PearyLand in Nordgrönland zu erforschen. Erschwerte Italien- Neisen. Die tessinische Polizeidirektion teilt mit, daß bis zum 10. Mai die bisher den ausländischen Touristen seitens der italienischen Behörden gewährten Verkehrs- und Einreiseerleichterungen aufgehoben sind. Insbe sondere wird darauf aufmerksam gemacht, daß es nicht mehr genügt, daß der Reisepaß den Vermert für alle Länder" trage, sondern es ist ein besonderes italienisches Visum erforderlich. Die Polizeidirektion des Kantons Tessin übertreibt sogar etwas die Höflichkeit, wenn sie in ihrem Stommuniqué sagt, diese Maßnahmen erfolgten italienischerseits wegen des großen Andranges Fremder nach Italien"! Und wieder die Guillotine. Samstag früh ist in Paris Frederic Moys, der seinen Sohn ermordet hatte, durch die Guillotine hingerichtet worden. Wetteraussichten für MonLuftdruckkammern in Eisenbahnwagen. Die Wärmer, Regenfälle. Im Westteil des Binnenhöchste Eisenbahn der Welt, die die Anden in Montblanc- Höhe überquert, landes war es gestern sehr fühl. In Frankreich und wird demnächst Belgien fiel nachmittags stellenweise Schnee bei einer Waggons erster Klasse bekommen, die zu LuftTemperatur von plus 1 bis 2 Grad. Die falte Luft drudfammern umgestaltet sind. Da die wesent- war bis nach Bayern gelangt, zieht sich jedoch nunliche Veränderung des Luftdrucks von den Passa- mehr wieder westwärts zurüd und unserem Gebiet gieren schlecht vertragen wird, werden einige Ab- wird im Gegenteil wärmere Luft von der BalkanFrankreich und England waren auf dem teile hermetisch verschlossen, während Preßluft- Salbinsel augeführt: in Karpathorußland wurden London. In einem Artikel der„ Daily Weg zu einem Militärbündnis schon längere flaschen den Luftdruck so regeln, als ob sich der nachmittags bis zu 20 Grad verzeichnet. In der Nähe Mail" schreibt( der bekanntlich einst sehr deutsch- Zeit; dennoch hat die natürliche englische Zurüd- Bug in bloß 1000 Meter Höhe befände. Die der Wärmearenze fällt in Mitteleurova an vielen freundliche) Lord Rothermere, der soeben haltung und die Bereitwilligkeit sich allzu ſehr Passagiere der anderen Klassen? Die müssen wohl Orten Regen, verschiedentlich in Gewitterbegleitung. Eine durchgreifende Aenderung ist nicht zu erwarten. aus den Vereinigten Staaten zurüdgekehrt ist, auf dem Kontinent zu engagieren, die präzise weil sie nicht so zahlungskräftig sind die Wahrscheinliches Wetter Sonntag: Andauern daß er mit einem der größten amerikanischen und tonsequente Durchführung dieses Bündnisses Luftdrudveränderung aushalten. der unsicheren Witterung. Wechselnde, zeitweise beFachleute für Flugwesen zusammengetroffen jei, verzögert. Der Anschluß, Henlein, Spanien und Lebenslänglich. Samstag wurde vom trächtliche Bewölkung und Regen. Temperaturen der mit Bewilligung der Reichsregierung alle der Ferne Osten haben diesen langsamen Gang südöstlicher Wind. Flugzeugfabriten in Deutschland besucht hatte. beschleunigt, so daß am Freitag früh zum ersten Jitschiner Schwurgericht der 27jährige Maler- wenia geändert. Schwacher, vorwiegend öftlicher bis Dieser Fachmann soll festgestellt haben, daß Male nach dem Kriege die englische Presse es ge- meiſter Štěpán Kehotet aus Ponikle bei tag: Noch immer unbeſtändia. Deutschland im Jahre 7000 Flugzeuge baue, daß wagt hat, einmütig von der Alliance mit Frant- Bilemnice des unvollendeten Mordes und der es aber auch in der Lage sei, 14.000 Maschinen reich zu sprechen und dieses Militärbündnis mit Brandstiftung im vollen Umfange der Anklage herzustellen. Lord Rothermere habe auch er- dem richtigen Namen zu nennen. Schon diese einstimmig für schuldig erkannt und zu lebensfahren, daß Deutschland gegenwärtig angeblich Tatsache wird auf die öffentliche Meinung der länglichem Sterker verurteilt. Gerettete Eisbrecher- Besatzungen. Der größte über 20.000 startbereite Apparate verfüge und ganzen Welt eine bedeutende Wirkung haben. Von daß es ohne Bedenken Flugzeuge vernichte, die heute aber wird jeder Friedensstörer nicht nur Teil der russischen Eisbrecherflottille, sowie eine älter als vier Jahre sind. Am Schluß des Ar- wissen, daß Frankreich und England jederzeit und große Anzahl von sowjetrussischen Transportschiftitels erklärt Lord Rothermere: Wie hoch der in jedem Konflikt Schulter an Schulter kämpfen fen sind bekanntlich im Packeis des nördlichen Betrag auch immer sei, den wir in England be- werden, sondern auch, daß dieser gemeinsame Eismeeres eingeschlossen. Nunmehr ist es sowjetnötigen, um alle Bedürfnisse der nationalen Ver- Kampf für eine solche furchtbare Eventualität russischen Flugzeugen gelungen, von den am meiteidigung zu befriedigen, wir müssen ihn be- von vornherein bis ins Einzelne vorbereitet sein sten bedrohten Eisbrechern" Sadko"," Sedon" schaffen. Was immer auch die Garantierung wud. Es gibt vielleicht in der Geschichte über- und„ Malygin" insgesamt 183 Mann zu bergen 60404, 37353, 104522, 107020, 65549, 105670, unserer Sicherheit und die Verteidigung unserer haupt kein analoges Beispiel für einen ähnlichen und nach der Titsi- Bucht zu transportieren. Eristenz fosten möge, es muß alles Erforderliche Allianzvertrag, den in London die Minister Handgranatenfabrik in Beirut. Im Zusam getan werden und ich glaube, daß alle Schichten Chamberlain, Daladier, Bonnet und Halifax unseres Volles ihre Pflicht ohne Murren er- abgeschlossen haben. füllen werden.“ USA erneuern die Armeereserve Otto Habsburg Washington. Präsident Roosevelt unterzeich nete eine Gefeßvorlage, durch die eine reguläre Bundesarmeereserve wiederhergestellt wird. Das durch dürfte sich die Zahl der Ausgebildeten, die im Falle einer Mobilisierung sofort verfügbar wären, um 75.000 Mann erhöhen der Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Brag. Bei der Samstag Richung der V. Selaffe der 38. tschechoslowaftichen Stlassenlotterie wurden nachstehende Gevinste gezogen: 300.000 Kč: 30103. 20.000 Kč: 50824, 61778. 10.000 Kč: 32325, 824, 24413, 33953, 114883, 49881. 5000 Kč: 53623, 91484, 13675, 116213, 99632, 24537, 37251, 110912, 81893, 26326, 41289, 49872, 2537, 16886, 10659. menhang mit den Nachforschungen nach terroriſti 26506, 71786, 27348, 74399, 88169, 40210, 113391, 2000 Kč: 108447 105718, 40188, 30318, 112682, schen Gruppen, die aus Syrien und vom Libanon 37719, 50275, 103439, 58448, 37932, 40906, 3092, nach Palästina kommen, gelang es der französis 13060, 43819, 40015, 107326, 110690, 26093, schen Geheimpolizei, in Beirut eine modern ein- 41230, 113080, 112396, 64151, 34810, 83513, gerichtete Handgranatenfabrik, die in einem Sel- 46674, 66340, 19391, 29821, 22776, 96964, 2907, dauernd in England? er berborgen war, zu entdecken. Die Fabrit wurde 77716, 86176, 10250, 93454, 106409, 58160, 89593, bon einem Armenier Namens Bastadschien gelei- 81937, 58079, 103859, 90264, 43909, 114450, Linz. Otto von Habsburg ist nach einer Mel- tet. Die Polizei hat drei bekannte Waffen- 102948, 100450, 30908, 96639, 70769, 63333, 4827, dung der" Linzer Tagespost" am Montag in schmuggler aus Damaskus verhaftet und eine 24771, 77519, 70527, 56044, 38802, 92286, 103606, 24429, 43680, 96026, 98603, 65858, 82085, 53732, London eingetroffen. Er hat von den englischen große Menge von Revolvern und Munition be- 7598, 75866, 49067, 44873, 35233, 53049, 29628, Behörden die Erlaubnis erhalten, seinen Wohn- schlagnahmt, die zum Transport nach Palästina 90017, 14986, 101172, 50479, 42856, 59377, 40815, lib in England au nehmen, borbereitet waren. 112910, 88870, 39674, 93035, 95437. Ar. 102 Seite 5 Sonntag, 1. Mai 1938 IMUwirWuift und ScmCpxjütife Mrs. Roosevelt und ein Film MrS. Roosevelt, die„Erste Lady der Staa- len", hat seht in de» Kampf um den Film„Die Geburt eines Kindes" einbegriffen. Es ist berichtet worden, das; die sehr bekannte und äußerst moderne Zeitschrift»Life" verboten wurde, weil sie auf-Wei Seiten Bilder aus diesem unter der Aufsicht der»American Medical Association" gedrehten streng wissenschaftlichen Film gebracht hatte. Mrö. Roosevelt hat sich nun den umstrittenen Film im Weihen Haus privat vorführen lassen, und sie äuherte sich geradezu begeistert darüber. Vor allein aber erklärte sie, dah natürliche Dinge niemals einen schlechten Einfluh haben könnten, und sie hat mit diesem Sah auch die Behörden, die„Life" verboten, desavouiert. Tatsächlich ist auch der Herausgeber der Zeitschrift Roy E. Larsou soeben von einem Sondcrgericht in Bronx von der Anklage, verbotene Schriften vertrieben zu haben, in sensationeller Weise freige« sprachen ivorden. Der Kampf hat mit der Erklärung von MrS. Roosevelt nun auch auf die Frauenverbände iibergegriffen, und die Borsihende des Katholischen FrauenverbandeS, der sehr einflußreich ist, hat in Boston erklärt, dah der Verband in der Bekämpfung dieser»unmoralischen" Bilder nicht nachlassen würde:«Wir haben", sagte MrS. Feehann,„das Recht, von der Frau des Präsidenten einen besseren Geschmack zu erwarten. Ich halte es für äußerst inopportun, un« fair und gefährlich, daß die Frau des Präsidenten Erklärungen abgibt, die einen großen Teil der amerikanischen Bürger verlehen." Wie man sieht, handelt eü sich um einen ausgewachsenen Krach mit MrS. Roosevelt» aber man muh sagen, daß in diesem Falle die»Erste Lady" sicherlich Recht hat. DaS Bonzenflugzeug. Der Gauleiter und Oberpräsident der Rheinprovinz, Terboven, ist Freitag abends bei der Landung mit seinen» Privatflugzeug(l) verunglückt. Cr wurde, ebenso wie zwei weitere Mitglieder der Besatzung verletzt, während der Führer deö Flugzeuges getötet wurde. Krokodile fressen Bosen. Die»Imperial Air« ,vanS", die den Luftverkehr zwischen England und Südafrika besorgen» verwendeten für die Landung der Wasserflugzeuge weithin sichtbare, rote Gummibojen. Diese gingen jedoch in der letzten Zeit vielfach verloren, weil sie von Krokodilen durchgebissen wurden, die sie vielleicht für Fische hielten. Die Gesellschaft hat daher Stahlbojen mit einem Gummiüberzug eingeführt. Eine dieser Bosen wurde jedoch dieser Tage von Eingeborenen in Kampala versenkt, weil dieselben behaupteten, sie haben ihrem Stamme Unglück gebracht. Dir Indianer sterben nicht au-k Das Indian Bureau in Washington gibt bekannt, daß es zum Stichtag des 81. März nicht weniger als 887.8ÜÜ Indianer in Amerika gab. Da es um die Jahrhundertwende nur 266.000 Rothäute gab, so bedeutet das eine rapide Zunahme der iiwianischen Bevölkerung der Vereinigten Staaten. Sie haben zwar noch lange nicht die Zahl erreicht, die sie vor Beginn der Kolonisierung gehabt haben, denn damals, als die„Bleichgesichter" nach Far West zogen, gab cs 846.000, aber die Vorstellung, dah die Indianer zum Aussterben verurteilt sind, hat sich nunmehr eindeutig als falsch erwiesen. Selbstmord im Sarg«. Der Filialleiter eines Bestattungsinstitutes in Albert an der Somme fand sein Gewerbe offenbar so trist, dah er einer ständigen Depression lediglich durch reichlichen Konsum von Alkohol zu entgehen suchte. Sagen wir ei offen: Monsieur Fernand Soualle war einfach ein Säufer, und«S erregte natürlich bei den Leidtragenden die einen Sarg bestellen wollten, Anstoß, wenn sie «mein äußerst alkoholisierten und in diesem Zustand recht heiteren Verkäufer begegneten. Die Sache sprach sich herum, ein Direktor der Institute- kam nach Albert, um dem Filialleiter gehörig Bescheid zu sagen und um ihm seine Kündigung zu überreichen. Der weinsßlige Soualle wurde beim Anblick d«S Kündigungsbriefes mit einem Schlage nüchtern. Er erklärte, daß sein Leben ruiniert sei, er habe sich diesen schönen Sarg da schon lange ausgesucht, um seiner verpfuschten Existenz ein Ende zu machen. Die Herren der Direktorium- nahmen die Drohung natürlich nicht ernst, aber kaum hatten sie den Laden verlassen, als ein Schuh ertönte. Sie fanden Soualle in dem von ihm eben bezeichneten Sarge mit einer tödlichen Schußlvunde vor. Der internationale Fahrplan der Gütrrzügr. Richt nur Schnell« und Personenzüge haben einen Fahrplan, sondern auch Güterzüge. Eine Auswahl der vorteilhaftesten Zugsverbindungen für ganze Wagenladungen auf allen bedeutsameren Strecken von ganz Europa und England bildet den.Internationalen Fahrplan der Güterzüge", der mehr als 800 Seiten umfaßt. In den Tabellen dieser Publikation kann jeder Interessent feststellen, wann und wohin diese oder jene Sendung anlangt. Der internationale Fahrplan der Gvterzüge kann in jeder Bahnstation bestellt werden. Ein Unternehmen, da- täglich für ein« Mil« llon AL Kohle verbraucht. Die tschechosiowakischen Staatsbahnen sind nicht nur das größte DerkehrSun- tcrnchmen im Staate, sondern auch der größte Verbraucher. So wurde im Jahre 1688 die Lieferung von rund 4,109.260 Tonnen Kohle leinschließlich Koks, Briketts u. ä.) im Wert« von 420,270.000 AL vergeben. Um diese gewaltige Menge zu verfrachten sind 242.000 Eisenbahnwaggon- nötig, das sind nicht weniger als 6000 Kohlenzüge zu 40 Waggons. Wenn man diese Züge hintereinanderreihen würde, so wäre dieser Zug ungefähr 2400 Kilometer lang (bei neun Meter Länge eine- Waggon»), das entspräche der Entfernung von Eger nach Jasina und zurück nach Eger. Die Menge der verbrauchten Kohle kann man sich einigermaßen vorstellen, wenn man bedenkt, daß täglich für ungefähr 1,161.000 Ai und stündlich für ungefähr 60.000 AL Kohle verbraucht werden. Die Kohlenliefenmgen für die Tschechoflowakischen Staatsbahnen machen im Jahre 1088 ungefähr 10.8 Prozent der gesamten Kohlenförderung lim Jahre 1937 betrug die gesamte Kohlenförderung über 88 Millionen Tonnen) aus und beschäftigen 8000 Bergarbeiter. Gegen daS Jahr 1937 ist die Lieferung um 8.7 Prozent gestiegen und gegen daS Jahr 1985, in welchem der Aufstieg begann, sogar um 12.2 Prozent. AuS den angeführten Ziffern und Vergleichen ergibt sich die Bedeutung und der Umfang der Kohlenlieferung für die Tschechoflowakischen Staatsbahnen. Lebensmittelversorgung im Dritten Reich (ADG) Wer durch Berlin geht, merkt nichts von dem LebenSmittelmangel, denn der Besucher sieht ja nicht hinter die Fassade. Der Mangel wird gemildert durch Qualität-Verschlechterung und dadurch, daß bei dem geringen Einkommen der breiten Arbeiterschichten die dauernd im Preise steigenden Waren nicht gekauft tverden können. Die Brotversorgung ist erneut verschlechtert, denn es gibt nur noch eine Sorte Mehl. Die Folge ist, daß es jetzt zum Einheitsbrot in ganz Deutschland kommen muß. Butter gibt es nicht; natürlich nur da-, was man Butter nennt. Es ist ein Gemisch irgendwelcher Fette mit Butterfarbe, von schlechtem Geschmack. Beim Zerschneiden der Butter sieht auch der Laie die Mischung. Dieses Fett wird aber als Markenbutter verkauft. Allerdings wird auch der Preis für die ehemalige Markenbutter von RM 8.20 pro Kilo gefordert, obwohl die Butter solcher Art früher höchstens RM 2.20 gekostet hat. Die Butterration beträgt im allgemeinen 200 Gramm pro Kopf und Woche. Darüber hinaus ist auf reelle Weise nichts zu haben. Folgendes Erlebnis sagt mehr als jede Schilderung. Namen usw. lassen wir zur Sicherung der Beteiligten fort:„Ein sehr unterernährter Mann erhält von seinem Arzt eine zusätzliche Menge von wöchentlich 250 Gramm Butter verordnet, denn er kann sie nicht einfach in einem Buitcrgcschäft kaufen. Mit diesem ärztlichen Attest mußte der Mann erst zum amtlichen BezirkSarzt, der die Notwendigkeit zu bestätigen hat. Dieser AiniSarzt empfiehlt anstelle von Butter den Genuß von Milch, Quark oder Gänseschmalz, Dinge, die sich der Betreffende bei seiner Vermögenslage — es handelt sich nicht um einen Arbeiter— kaufen könnte. Nach langem Hin und Her bewilligt der Arzt endlich 200 Gramm Butter. Nun erst kann der Mann bei seinem Buttcrhändler diese lächerliche Menge beziehen, d. h. der Händler muß nun seinerseits mehr anfordern bei seinem Lieferanten. Und so geht cs die bürokratische Leiter hinauf." 200 Gramm Butter auf ärztliches Rezept I Eier sind knapp und bis jetzt gab e- nur KiihlhauSeier für 12.60 bis 13 Pfennig das Stück. Für frische Eier werden unter der Hand 18 Pfennig bezahlt. Das sind bereits Preise, die kein Arbeiter zahlen kann. Die Fleischvcrsorgung ist schlecht. Einmal fehlt daS Schweinefleisch, dann wieder Rindfleisch und so fort. Seit einiger Zeit ist zwar immer etwas zu haben, aber von einer Versorgung kann man nicht sprechen. Die Art der Fleischbewirtschaftung ist eine Rationierung auf vorerst noch nicht genau sichtbaren Wegen. Die Bevölkerung soll sich daran gelvöhnen, nur das zu kaufen und zu fordern, was zur Verfügung steht. Die Fleischermeister schlagen sich um daS Fleisch auf den Schlachthöfen. Aber was nutzt es. Die Menge ist eben zu klein. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auf irgend welchen Wegen einen größeren Erlös auS dem Verkauf zu erzielen, damit sie leben können. DaS Publikum muß bezahlen. Steigender Kohlenverbrauch der Staatsbahnen Die Kohlenlieferungen der Staatsbahnen machen Heuer etwa 10.8 Prozent der gesamten Kohlenförderung aus(diese betrug im abgelanfe- nen Jahre über 38 Millionen Tonnen) und beschäftigen 8000 Bergarbeiter. Gegen das Vorjahr ist die Kohlenbestellung Heuer um 8.7 Prozent, gegen 1036 sogar um 12.2 Prozent höher. Die für 1038 vergebenen Kohlenlieferungen von 4,100.260 Tonnen stellen einen Wert von AL 420,270.000.— dar. Der tägliche Kohlender» brauch der StaaiSbahnen stellt somit derzeit einen Wert von nicht weniger als 1,161.000 AL dar. Englische Klagen Uber deutsches und ungarisches Dumping London. In der Sitzung der vereinigten Handelskammern in London wurde über Dumping heftige Klage geführt. Der Redner von Norwich, wo sich die Schuhindustrie befindet, erllärte, aus Ungarn seien 1084 8370 Paar Schuhe, 1087 bereits 214.800 Paar eingeführt worden, wobei cs sich um LuxuSschuhe handle, deren Käufer ganz gut einen angemessenen Preis bezahlen könnten. Dem Redner aus Leeds zufolge habe ein Drittel der britischen Textilfinncn geschlossen, weil auf den Märkten, die England früher osfenstanden, heute hohe Zölle gezahlt werden müssen, die einem Ausschluß der britischen Waren gleichkommcn. Während auS Italien und Deutschland gewebte, Stoffe eingeführt würden, arbeiteten die hiesigen Fabriken nur an drei Tagen in der Woche. Der Redner auS Leicester erklärte, aus Deutschland seien mehr als eine halbe Million Dutzend Strickhandschuhe ohne Nutzen für den Erzeuger auS« geführt Ivorden. Das Parlamentsmitglied Granville Gibbon forderte, die Regierung möge nach der Methode der Vereinigten Staaten von Nordamerika einen Ueberzoll in der Höhe der Exportsubventionen einführen. In der angenommenen Resolution wird die Regierung aufgefordert, dem unlauteren Wettbewerb ein Ende zu machen, der auf den von den ausländischen Regierungen gezahlten Exportsubventionen beruht. Produktionsrückgang In USA London. Die statistischen Ausweise der Vereinigten Staaten von Amerika zeigen einen weiteren Rückgang der industrielle» und Handelstätigkeit für die laufende Woche a». Der Index dec Wirtschaftstätigkeit im gegenwärtigen Rezeß erreichte einen neuen Tiefenrckord von 77.1 Prozent. Die Geschäftsgewinne der Aktiengesellschaften übertreffen auch pessimistische Vorhersagen. Der französische Ministerbesuch In London Der französische Ministerpräsident und KriegSminister Daladier und der Außenminister Bonnet beim Verlassen des berühmten Hauses Downing Street 10 nach einer laiigen Verhandlung. Maifeier im Walde Von A. Stein Man schrieb das Jahr 1906. Nach dem blutigen 22. Jänner in Petersburg, an dem die zum Zarcnpalais ziehenden Bittprozessionen von Polizei und Militär zusammcngeschosscn wurden, ging eine Welle des Zornes und der Empörung durch das ganze Land. Trotz Terror unb Belagerungszustand brachen bald hier, bald dort riesige Arbeiterstreiks und Baucrnunruhen auS. Die Mißerfolge im russisch-japanischen Krieg, der seinem Ende cntgegenging, förderten die Unzufriedenheit auch in solchen Kreisen, die noch vor kurzem zu den treuesten Stützen des zaristischen Regimes gehört hatten. Die Gärung griff sogar auf die Armee über, die bisher als unerschütterliches Bollwerk des Regimes angesehen wurde. In dieser von Sturm und Drang erfüllten Stimmung nahte der 1. Mai, der von allen illegalen sozialistischen Organisationen im alten Rußland zur Mobilmachung der Kräfte der Arbeiterschaft benutzt wurde. Ich war damals in der russischen sozialdemokratischen Organisation in Riga tätig, die neben der lettischen Sozialdemokratie, um die sich ein Großteil der örtlichen Arbeiterschaft gruppiert«, di« russischen Arbeiter, Angestellten und Beamten zu erfassen versuchte. In den letzten Aprilwochen hatte die Polizei umfangreiche Sicherungimaßnahmen getroffen, um ein« Maifeier zu verhindern. Hunderte„Verdächtige" wurden verhaftet. Polizei und Militär beherrsch ten die Straßen. Unser Parteikomitee hatte beschlossen, die traditionelle Maiversammlung in der Nacht zum 1. Mai weit außerhalb der Stadt im Walde abzuhalten. Unsere Posten standen an einigen Ausfallstraßen im Norden der Stadt uiw dirigierten die zur Maifeier eingeladenen Vertrauensleute, die sich durch bestimmte Parolen ausweisen mußten, in einen Wald, der sich inmitten eines mit Sträuchern und jungen Bäumen bedeckten SumpfgeländeS befand. Nur ortskundige Führer vermochten die Versammlungsbesucher auf schmalen Pfaden durch den Sumpf zur Waldinsel zu geleiten, auf der die Maifeier abgehalten werden sollte. Es war etlva 10 Uhr, als die letzten Eingeladenen anlangten. An die 200 Teilnehmer lagerten in einer Lichtung, die von einem dichten Wall von Bäumen umsäumt war. Kaum hatte der Referent, einer unserer besten Redner, die Versammlung eröffnet, als plötzlich auf der längs dem Sumpfgelände laufenden Chaussee Pferdegetrappel ertönte und eine Salve nach der anderen auf die Waldlnsel abgegeben wurde. ES war eine Kosakenabteilung, die, offenbar durch Spitzel auf unsere Spur gesetzt, den Auftrag erhalten hatte, die Versammlung ausfindig zu machen und die Teilnehmer gefangen zu nehmen. Da sie sich in der Dunkelheit nicht in das gefährliche Sumpfgelände hineinwagte, versuchte sie durch Flintenschüsse gegen den unsichtbaren Feind sich ihrer Aufgabe zu entledigen. Fast eine Stunde lang währte diese„Belagerung". Wir lagen auf dem Boden hingestreckt, während die Kugeln in den Wald hineinpfisfen. Dann hörten die Salven plötzlich auf und die Kosaken sprengten davon. Doch kaum hatte der Redner wieder das Wort ergriffen, um die unterbrochene Versammlung fortzuschen, als ein wolkenbruchartiger Regen herabprasselte, der uns zwang, die Lichtung zu verlassen und unter den Bäumen Schutz zu suchen. Es dauerte einige Stunden, ehe der Regen nachlicß. Wir hockten, bis auf die Haut durchnäßt, unter den Bäumen, verloren aber den Humor nicht. Scherzworte flogen hin und her, da und dort wurden Gruppengesänge angestimmt, in einigen besonders hitzigen Gruppen wurden lei» denschastliche Diskussionen geführt. Je heller eS wurde, desto mehr hob sich die Stimmung. Der Regen hatte ausgehört. Die durchnäßten, zerzausten Gestalten der Teilnehmer krochen aus ihren Schlupfwinkeln hervor. Und als die Sonne aufging, konnten wir— wenn auch mit mehrstündiger Verspätung— die Rede unseres Referenten anhören. Nachdem unsere Kundschafter festgestellt hatten, dah die Luft rein war, verließen wir auf verschiedenen Wegen den Wald und marschierten durch einen sonnigen Vorfrühlingsmorgen der Stadt zu, gestärkt durch das Bewußtsein, daß eS unS trotz der Ungunst der Verhältnisse gelungen war, unsere Maifeier abzuhalten. In der Stadt selbst stießen wir auf den Straßen auf eine bin- und herflutende Menge, die ungeachtet des Belagerungszustandes in spontan sich bildenden und sich schnell wieder auslöscnden Umzügen für den Mai-Gedanken demonstrierte. Alle Mittel der Gewalthaber erwiesen sich ohnmächtig gegenüber der revolutionären Stimmung, die die Massen ergriffen hatte und die sich einige Monate später, im Oktober 1005, in dem riesigen Generalstreik, der das ganze Land erfaßte, entlud... Mehr als drei Jahrzehnte sind inzwischen verstrichen, Jahrzehnte, ausgefüllt mit Kriegen und Bürgerkriegen, mit Siegen und Niederlagen der sozialistischen Arbeiterbewegung. Die Welt hat ein anderes Gesicht angenommen als vor einem Menschenalter, neue Kräftegruppierungen sind entstanden, neue gewaltige Problem^ find aufgetaucht, die die in allen Ländern der Welt— legal und illegal— kämpfende Vorhut der Arbeiterklasse zu lösen hat. Doch auö allen Sorgen und Kämpfen der Gegenwart, die hart und fest sein muß im Kampf gegen den Faschismus, geht unwillkürlich der Gedanke zurück zu den Anfängen der sozialistischen Arbeiterbewegung, wo eine kühne und gläubige Jugend den Kampf ausnahm für die Ideale des Sozialismus. Tie geschilderte Maiversammlung im Walde war eine kleine Episode diese? Kampfes. Und wenn ich an sie zurückdenke, so erscheint sie mir symbolisch und beispielhaft für eine Zeit, wo in einer ganzen Reihe von Ländern kleine, entschlossene Minderheiten, die an die Idee des Sozialismus glauben, ihre Kräfte sammeln im Kampfe gegen die sie ungebende Barbarei, von der tiefen Ueberzeugung erfüllt, daß letzten Endes die Gewalt der Idee siegen wird I über die Idee der Gewalt. Seite 6 Prager Zeitung „ Sozialdemokrat" Die Ausflugszüge der CSD. veranstalten am scher und französischer Künstler Bängen, bereits ge 8. Mai einen eintägigen Ausflug nach Serrns fchloffen worden. Gleichzeitig sind Museums fretichen für 83 Kč und vom 11. Mai bis 1. Juni direftoren, in der Kunstwelt anerkannte Autoritäten Surfahrten nach Sliač für 1120 Kč, nach Trenč. wie Schwarz, Haberdil und Sihr kurzerhand abges Teplice für 1500 Kč und nach Luhačovice für feßt worden. Dafür ist Graf Baudissin, Referent 1600 Kč einschließlich ganzer Verpflegung. Bäder im Berliner Reichserziehungsministerium, nach Wien taren und ärztliche Visit. Anmeldungen und Infor- berufen worden, um den Oesterreichern beizubrin mationen im Referat der Ausflugszüge der CSD., gen, was fortan als österreichische Kunst zu gelten neben dem Wilsonbahnhof. Telephon 383-35. Vorträge Ueber Matthias Grünewald und den Jfenheimer Altar sprach am Freitag im vollbesetzten Bühnen faale der Urania Dr. Stefan Sanser Brünn. An der Hand zahlreicher vergleichender Lichtbilder ging er den verschiedenen Deutungen nach, zu denen das noch immer nicht gelöste Rätsel, wer der Schöp fer dieſes höchſten Meisterwertes aotischer Malerei war, den wir unter dem Namen Matthias Grüne wald fennen und der nach der Meinung mancher Stunsthistorifer mit einem Wasserbauingenieur Mats thias Gotthardt, zubenannt Neidhard oder Niethardt, identisch sein soll. Auch die Frage, ob es, wie von einzelnen Forschern angenommen wird, denkbar sei, daß ein Anfang der dreißiger Jahre stehender Maler diefes Wert geschaffen haben könne, erörterte Doktor Stanier mit dem Ergebnis, daß es auf Grund genauen Studiums aller Anhaltspunkte wohl viel wahrscheinlicher sei, daß Grünewald, als er den Ziens heimer Altar malte, schon ein lebenserfahrener, auf der Höhe ſeines Schaffens stehender Mann zwischen fünfzia und fechaia Kahren geweſen fein müffe, was besonders durch eingehende Vergleiche der in seinen Gemälden häufig wiederkehrenden Bildnisse eines älteren bärtigen Mannes, die als Selbstbildnisse des Malers gedeutet werden fönnen, annehmbarer wird als die Vermutung, daß es sich in dem Henheimer Altar um das Wert eines noch so jungen Meisters handeln fönne. Die Ausführungen Dr. Kaysers an der Hand der Lichtbilder wurden zugleich zu einer febr anregenden kunstgeschichtlichen und kunstästhetis fchen Einführung in das fenheimer Meisterwerf. Der Vortragende schloß seine Betrachtungen mit der Neststellung, daß das Rätsel um die Persönlichkeit und Lebensichichiale Grünewalds, der 1528 starb, tros eifriger wissenschaftlicher Forschung noch immer ungelöst sei und wohl, wenn nicht eines Tages unbefannte Quellen erschlossen werden sollten, auch für immer ungelöst bleiben werde. Lebhafter, wider holter Beifall danfte dem Vortragenden für seine ch. fesselnden Ausführungen. Kunst und Wissen Festvorstellung Figaro". In ausgezeichnet besuchtem Haus beging des Bublifum unserer Arbeitervorstellungen gestern im Deutschen Theater die Vorfeier zum 1. Mai mit der reinen und edlen Freude an Mozarts köstlichster Buffo- Oper. Mit der Hochzeit des Figaro", dem wunderbarsten Storrettiv aller Sorgen, war spielplanmäßig die allerbeste Wahl getroffen, zumal die unier Rantis Stabführung stehende Aufführung musikalisch blizsauber ist, bei aller sorgfältigen Be handlung des orchestralen Teiles doch dem sehr schönstimmigen Ensemble die Vorhand und im Darstellerischen diskret feine Heiterfeit zu ihrem Rechte tommen läßt. Wenn es auch hie und da an vollendeter Stunit gebrach, den unvergleichlichen Zauber dieser Musik im vollen Glanze erstrahlen zu lassen und wenn auch in einzelnen Partien des Wertes soweit wir dieser Vorstellung folgen fonnten vom Pult her auffallend langsame Zeitmaße ge wählt waren, so daß auch in diesem Belang und weil das Brio sich nicht recht einstellen wollte, der ohnehin schwache Schein des revolutionären Hintergrunds der Figaro- Handlung diesmal ganz besonders blag wirfte, war dennoch eine ansehnliche Geſamtleistung festzustellen. Unter den Solisten bildete Ria Stevens in allen Szenen, an denen Cherubin beteiligt ist, den unbestreitbaren Mittelpunkt durch das außerordentliche Gesangstalent, den stimmlichen Reiz und die darstellerische Belebtheit dieser Künstlerin. Herta Rayn führte die Ensembles mit glodenflaren Tönen, während die Gräfin Frau Elsa Fints recht bescheidenes Maß hatte. Das Bublifum quittierte sämtliche Leistungen ( es waren insbesondere noch Herr Hagen als Graf, Herr Pawel et als Figaro beschäftigt, dazu der eindrucksvoll humorige Gärtner Bandlers) mit herzlichem Beifall. Die Gleichschaltung der österreichischen Kunst 1. g. | Tschechische Schauspieler für ihre deutschen de mokratischen Kollegen. Zu Gunsten der 42 demokras tischen Schauspieler des Brünner deutschen Theaters, die nicht nur in ihrem Recht auf die Freis heit des fünstlerischen Schaffens, sondern auch in ihrer Eristenz bedroht sind, veranstaltet der Klub der tschechischen und deutschen Bühnenangehörigen und das Osvobozené divadlo( V- W) gemeinsam mit dem Lidové divadlo" und dem..Deutschen Volkstheater" Mittwoch, den 4. Mai, nachmittags eine Sondervorstellung von.. è st na oko"( Die Fauſt Generalversammlung der Bezirksorganisation Prag hat. Als provisorischer Nachfolger Haberdißls iſt ein gewisser Grimmschiß aus der Steiermark bestellt worden, der schleunigst auch den Wiener Kunstbesitz von Gemälden von Van Gogh. Cisanne, am Dienstag, den 3. d. M., um 20 Uhr im großen Saal des Handwerkervereines, Smečky Munch, Corinth, Kolofchta gefäu bert" hat; das alles ist ja„ Entartete Kunst"! Sonntag, 1. Mai 1938. Nr 102 Im Mai im neuen Komplet Busch von Belluno Georgette- Mantel, gefüt fort, mit Blesen KE 290, Dagmar Bolerokleid mit MadeiraStickerel Kz 165, Busch PRAG, Graben 27 Eingang nur innen im Hause I. Stock Auch die Ausstellung im Künstler- Nr. 22. Das politische Referat hält der BezirksHaus ist verboten worden; auch in ihr wären vertrauensmann Ernst Pa u I. Künstler vertreten gewesen, die nicht„ arteigen" ge nug find. Ebenso mußte die Ausstellung der Sezeision abgesagt werden. weil auch sie den Berliner Gleichschaltern nicht gefallen haben aufs Auge) im Osvobozené divadlo. Da alle Mitwürde. Statt ihrer ist im Haufe der Sezeffion eine alieder des Osvobozené divadlo auf ihre Honorare Provaganda- Ausitellung„ Die Straßen Adolf aus dieier Vorstellung verzichten, kann der demotra MODENSCHAU itler 3" inſtalliert worden; es sind die Straßen, tischen Gruppe der Brünner Schauspieler der geauf denen nun auch die österreichische Stunft und Sulfamte Ertrag dieser Vorstellung überwiesen werden. tur zum Teufel gehen wird. Vorverkauf im Klubsekretariat( jetzt im Mánesge= Das alles hat jedoch den Wiener Zentralber- bäude) und im Lidové divadlo( Lüßowová.21). band bildender Stünstler" nicht gehindert, in einer Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. feierlichen Treuekundgebung zu versichern, daß nun Sonntag geschlossen. Montag, 7: Die Geisha, Ab. auch für die deutschen Künstler in Desterreich die aufgeh., Theatergemeinde der Jugend( rote Karten) effeln gefallen feien, die ein Menschenalter lang so unfäglich schwer gedrückt" haben. Aber er meinte 2. Mittwoch, halb 8: Also gut, laffen wir uns Dienstag, 8: Die Geisha, und freier Verkauf. damit wohl etwas ganz Richtiges: Fesseln sind gescheiden! 2. Donnerstag, halb 8: Sans Heis fallen, nämlich für alle die Nichtkönner, für die talentlosen Kitscher, die nun ihren siegreichen Vor- ling. neuinszeniert. 2. Freitag, halb 8: Also marsch über die Trümmer der österreichischen Stunst aut, lassen wir uns scheiden! D. ten dürfen. Samstag, 3: hinweg ins gelobte Land ihrer Konjunktur antre Dirie, halb 8:. Alſo gut, laſſen wir uns scheiden A 2. 11 aus der Partei 4-5 Uhr Arbeitsgemeinschaft: Kunstbetrachtungen( Ge noffe Sahnewald), Montag, 2. Mai, um 20 Uhr, im Parteiheim über Gotik. Vereinsnachrichten S Wochenprogramm: Sonn Wochenspielplan der Kl. Bühne. Sonntag geschl. Elmer Nice: Der Rechtsanwalt.( Im WeinMontag. 8: Die Stüßen der Gesellschaft, Bankberger Stadttheater.) Ein erfolgreicher beamte I und freier Verlauf. Dienstag. 8: Qu ta a. den 1. Mai: Pflichtbeteili New- Yorker Advokat verteidigt in ertragsreichen Pro- viel Namilie, Bantbeamte II und freier Verlauf. awa aller an der Maifeier der zeffen Millionärsfrauen, die ihre Männer totfchies Mittwoch, halb 8: Hoffnung. Gastspiel Leopold Partei( blaues Semd). 9 Uhr Ben. gewinnt Scheidungsprozeſſe und sendet den Kramer, Erstaufführung. Donnerstag. 8: Ramvormittags. Handwerkervereinssaal. armen Schludern, die er herausriß. nicht nur fein merjungfer. Smečky: nachmittags gemeinsame - Freitag, 8: Hoffnung. Gastspiel LeoBalmare, sondern noch Unterſtüßung. Er lebt in bold Kramer. Samstag, 8: Hoffnung. Gaftsviel Wanderung der deutschen sozialisti Sonntag. 3: Liaison, 8: Bu viel Faschen Jugendlichen Prags. Treffpunkt 3 1hr Ends einer, nach seiner Meinung, glücklichen Ehe mit einer Stramer. station der Elektr. Nr. 7. Podbaba. Diens Frau. Das Glück wird jäh gestört dadurch, daß ein milic. findiger Kollege herausbringt. daß der Rechtsanwalt. tag, den 3. Mai: DSAP- Heim, Smečky. 7 Uhr. um einem jungen, armen Menschen vor lebensläng Gruppe Prag II.:.Ein Parlament tagt", ebendort, lichem Gefängnis zu retten, ein falsches Alibi be= 8 Uhr, Gruppe Prag I.:., Geschichte der Henlein nüßte. Das Ende der alänzenden Laufbahn droht, bewegung". FVSA- Heim. 8 Uhr, Gruppe Brag VII.: die Frau zieht etwas voreilig die Konsequenzen und Austrofaschismus". Mittwoch, den 4. Mai: fegelt mit einem Liebhaber nach Eurova. Aus der Führung durch die Ausstellung Ernest Neuschul. ärgften Klemme hilft ein Kanzleiangestellter, ein dem Treffpunkt: 7 Uhr vor dem Ausstellungsgebäude, anständigen Leben aurüdgewonnener Einbrecher, der Národní třída: DSAP- Heim, Emečky. 8 Uhr. als Amateurdetektiv herausfindet. daß der Konkur Gruppe Brag XII: Buntes Seim". Sams rent ein Doppelleben( Doppelehe) führt. Er hilft tag, den 7. Mai: Radiosaal, Fochová, 8 Uhr: Festmit einem fleinen Einbruch, gestohlenen Briefen alademie des Atus", Prag. und das Gewitter zieht vorüber. Das Ganze ist in drei abwechslungsreiche Bilder eingerahmt, die Leben und Treiben eines echten amerikanischen Großgaststätte Deutsches Haus Prag, Graben 26 Bolts- Keller Borzüglie Spelfen und Getränke bel Boltspreisen /, Liter Egerer Aktien- Bier Kč 1.70 /, Liter Pilsner Urquell.. Kč 2.20 1 Liter Tischwein, weiß.. Kč 3.50 Leitung: Dir. 8ifta 4123 Der Film Die Leopardenfrau DAS Es ist leichter, mit gewaltsamer Somit als mit wißiger Heiterfeit zu unterhalten, und hier ist ein amerikanischer Film, der es sich leicht macht und die Lacheffelte auf unbedenklichste Art herbeiführt. Deutsche Volksfinggemeinde Brag. Aber er entfeffelt die Komit so hemmungslos, daß Bur heutigen Maifeier im man ihr nicht widerstehen kann. Filmhandlungen, Handwerkerverein erscheinet alle. toie bie hier gezeigte, in denen ein zurüdhaltender, Dienstag um 7 Uhr für gelehrter Mann von einem temperamentvollen Mäd Frauen, Männer um halb 8 Uhr. chen in die äraste Verlegenheit gebracht, der Freiheit wichtige Probe zur Atusfeier. beraubt, zur Raubtierjagd genötigt, an den Rand des Irrsinns und ins Gefängnis gebracht wird, um Allgemeiner Angestellten Verband, Ortsgruvve schließlich beim happy end- uß auch noch sein Lebens- Prag. Mittwoch, den 4. Mai, 8 Uhr, Versamm wert unter sich einstürzen zu sehen, solche Handlung zu Ehren langjähriger Mitglieder im Stleinen lungen sind im Grunde genaue Umfehrungen der Saale des Handwerferheimes. Es feiern vier Mit früher üblichen Liebesgeschichten vom heldischen Lieb- alieber die 25jährige Mitgliedschaft, fünf Mitglieder haber und dem schmachtenden Mädchen, und wenn die 30jährige, drei Mitglieder die 40jährige. Ins in ihnen ein Sinn stedt, dann ist es die Parodie des gesamt zählt die Ortsgruppe 38 Mitglieder mit mehr Stitches. Im übrigen freilich fragt man nicht nach als 25jähriger Mitgliedschaft. Ein Stenographie dem Sinn solcher Filme, weil der Unsinn ihr Ele- Schön- und Wettschreiben findet am 18. Wai statt. ment ist, und die Autoren dieser Geschichte vom Brontosaurus- Gelehrten, dem spleenigen Mädchen, dem„ Leoparden- Baby", und der reichen Tante haben von allen Möglichkeiten der Entkleidungs-, Ver..Burrikan" in deutscher Premiere, mit Dorothy wechslungs. Verwirrungs- und Verirrungsfomit Lamour und John Hall, dem schönsten Mann der ausgiebigsten Gebrauch gemacht. Es ist eine fortge Welt! Sturmflut im Pazifik! Seute um 2, 4, septe stürmische Attade auf den Zuschauer, und das 6 und 49 Uhr. daß die Hauptdarsteller des Films im gröbsten Unbesondere Raffinement dieser Attade besteht darin, burn, die interessanteste unter den jüngeren Schaus finn fast noch fünstlerisch bleiben: Katherine Hep-eisUrania- Kino Der„ Atus" veranstaltet gemeinsam mit der Festakademie im großen Saale des Palais ,, Radio" in Prag XII., Fochova. Programm: Boltsfinggemeinde") Begrüßung: 1. Schülerfreiübungen für das Bezirksturnfest 2. Tanz. der Schülerinnen Rechtsanwaltsunternehmens in gut gewählten Saetisch, immer in autmütigen Sumor eingefakt, mit nen zeigen; ein wenia sentimental, ein wenig dramaMan hat dem Stüde eine forgfältige Einstudieruna reizvoller Ueberlegenheit dar, Cary Grant als gesum 20 Uhr eine einer Fülle von charakteristischen Episodenrollen. Spielerinnen Hollywoods, stellt das tolle Mädchen mit NW und der Volksfinggemeinde" am 7. Mai angedeihen lassen und verstärkte seine faenische Wir- heizter Gelehrter bleibt eine sehr dezente Figur, und fung, die dann einen lebhaften Erfolg erzielte. m. i. felbst die komischen Alten, Helen Weiten und Das Kolischquartett wurde anläßlich seines Charles Ruggles, werden nie clownhaft. ersten Beethovenabends von seiner zahlreichen Braner Gemeinde, die den Saal der Bücherei vollständig füllte, freudig und im voraus dankbar willkommen gebeißen. Die Erwartungen wurden auch nicht enttäuscht. Diese Quartettvereinigung ist ja ein beispielloser Glücksfall, vor dem man immer wieder ſtaunend steht, nicht nur weil man ein einziges herrliches Instrument zu hören glaubt, sondern auch, weil die Vier im auswendigen Zusammenspiel viel ficherer find, als ein einzelner Künstler. Beethovens liebenswürdigem op. 18 in A- Dur wurde das feltfame und formal experimentierende Spätwerk in cis- moll gegenübergestellt, ein Höhepunkt plastischer, Im selben Tempo, in dem die politische Gleich ſtilvoller und tonschöner Gestaltung. Die Durchschaltung Desterreichs von den in fünfjähriger Praxis einanderschiebung der Sagtypen in diesem Werke geschulten" Organen des Dritten Reiches vollzogen trat schon durch das rasante Tempo des Nondo wird, geht auch die kulturelle Gleichschaltung vor Finales. das hier antizipiert ist und dem man mit sich. Gleichschaltung heißt das weiß ja die Welt der Bezeichnung als Scherzo nicht beikommt, deut längit, und die es in Desterreich bis dahin nicht für lich hervor.( Ein ähnlicher Fall liegt in Mahlers möglich hielten, erfahren es nun am eigenen Leibe neunter Symphonie vor, wo das Rondo- Finale an Gleichschaltung beißt Ausschaltung. Unterdrüfs die Stelle des Scherzos tritt und mit dem abschlie- zeichnet den Film aus. Aber wenn man auch von fung, Vernichtung alles dessen, was mit den bornier kenden Adagio vertauscht wird. Hier folgen ein zweiten Dogmen der nationalsozialistischen Totalität nicht ter langsamer Sab und der den cis- moll- Rahmen übereinstimmt. Auch auf fulturellem, auch auf des Wertes abschließende Sonateníab.) Die unendfünstlerischem Gebiet. Und so wird auch die Gleichliche Variation in der Strichtechnik des Quartetta schaltung der Kunst Desterreichs als eine Unter- tam hier aufs schönste zur Geltung, insbesondere ist drückung aller selbständigen Regungen durchgeführt, es das Espressivo am Griffbrett, was dem Spiele morüber Paul Westheim im letzten Aprilheft der der Kolisch stredenweise das besondere Gepräge gibt. ..Weltbühne“ einige Einzelheiten mitteilt. Bei vollkommenem Verzicht auf alle willkürlichen So ist die De sterreichische Galerie", Effette wird das Marimum der Wirkung des Werdie Sammlung zeitgenössischer österreichischer Kunst les durch eine in Singabe und materieller Ueberleim Wiener Belvedere, in der Bilder von Gustav genheit gleich großartige Interpretation erreicht. Klimt, Mar Oppenheimer, Oskar Motoschta und an- Nach der Pause folgte die vollendete Wiedergabe des dere" sammen mit den Werken zeitgenössischer deut- le- moll- Quartetts, op. 59 Nr. 2. 2. 3. Gymnastik der Turnerinnen 4. Bodenturnen der Turner 5. Note Wehr( Jiu Jitsu) 6. Barrenturnen der Turnerinnen 7. Gesundheitsturnen der Frauen 8. Bolkstanz( Ländler) Der zerbrochene Krug. Der Verfilmung des Lustspiels von Heinrich Kleist, die ländliche Gerichtsverhandlung, in der sich der Richter als der Eröffnungsbild und Sprechchor( mit der„, Deutschen Schuldige erveist, fann man eine stilstrenge Behand lung des Stoffes zubilligen. Diesmal hat sich auch die gefürchtete Bearbeiterin Thea Harbou Bügel angelegt und der Regisseur Karl Ucicky kongentrierte sich auf eine sorgfältige Beichnung des derbheiteren niederländischen Dorfmilieus. Dem Richter Adam gibt Emil Jannings seine überschäumende Straft, sein wahrhaft bacchantisches Temperament und er mischt sie mit einem starten Schuß ferniger Bauernschlauheit. Vielleicht nicht ganz Stleiſt, aber eine Gestalt aus einem Guß. Der inspizierende Gerichtsrat findet durch Friedrich Kahler eine charakteristische und stilgerechte Darstellung. Auch alle Nebenrollen sind zumindest sauber gespielt. Daß der Sprache alle Sorgfalt gewidmet wurde, manchen Längen und stellenweiſem Leerlauf absieht, ein Einwand darf nicht verschwiegen werden: Es bleibt doch gefilmtes Theater. Man hat der Dichtung nicht Gewalt antun wollen, so mußte man sie dem Film antun.-Als zweiter deutscher Film lief Im Hafen des Glück 3" an, eine psychologisch fehr fadenscheinige Geschichte. Auch Heinrich Geor ge 3 gute Darstellung überwindet nicht den Schtvachfinn eines gana armseligen Drehbuches. Das Urania- Kino bringt die deutsche Fassung von„ urritan". des besonders durch seine prachtvollen, wahrhaft, dramatischen Naturaufnahmen hervor ragenden amerikanischen Filmes. it. Pause 1. Nedturnen der Turner 2. Walzerreigen der Turnerinnen 3. Freiübungen der Turner 4. Kastenspringen der Turnerinnen 5. Rugelübungen der Turner 6. Midy? 7. Puppenballett 8. Aufmarsch aller Abteilungen 9. Staatshymne( ,, Deutsche Boltsfinggemeinde") Anschließend Tanz. Eintritt Kč 6.-. Beauasbedinguna en: Bet Ruitelluna insSaus oder bei Beaua durch die Bost monatlich Ke 17. vierteljährig Kè 51.-, halbjährig Kč 102. ganzjähria Kč 204.-- Inserate werden lant Tarif billigit berechnet.- Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarfen. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telcarabbendirektion mit Erlak Nr. 13.800.VII/ 1980 Dauderei: Orbis". Drud. Berlags- u. Beitunas.- G. Braa