Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Brag 18. Jahrgang Arbeitslosenzahl um 73.000 gesunken Die Zahl der Arbeitslosen, die bei der öffent. lichen Arbeitsvermittlung gemeldet sind, fant im gaufe des vergangenen Monats um weitere 73.323 auf 361.183. Seit Ende Jänner ist sie um 157.819 zurüdgegangen. Sie hat damit heuer die Zahl 400.000 bereits im April unterschritten, während im vergangenen Jahr noch Ende Mai 385.000 Arbeitslose gezählt wurden. Der Bericht des Fürsorgeministeriums bemerkt, daß der Rüdgang noch stärker gewesen wäre, wenn die ungünstige Aprilwitterung nicht viele Außenarbeiten hauptsächlich in der Landwirtschaft beeinträchtigt und verzögert hätte. 1937 um 142.449 1936 um 357.983 1935 mm 373.367 1934 mm 343.155 1933 um 434.736 1932 um 194.649 Freitag, 6. Mai 1938 Aus dem Inhalt: Für eine Regierung der starken Hand Wichtige Fristen der Gemeindewahlen Rätselhafter Mord in Prag 白 Bekenntnis zum Völkerbund Ordnung Annäherung an Ungarn Die Konferenz in Sinaja abgeschlossen Sinaja. Nach Beendigung der Tagung des nahm das Programm der fünftigen Tagung des Ständigen Rates der Kleinen Entente wurde Don| Völkerbundrates zur Kenntnis und konstatierte die nerstag abends folgendes amtliche Kommuniqué abfolute Einmütigkeit in der Anschauung seiner verlautbart: Mitglieder hinsichtlich des Standpunktes, den der Delegierte Rumäniens einnimmt, der die Kleine Entente im Völkerbund vertritt. 751512A Nr. 106 oder Anarchie? Ein Vertrauensmann aus dem Grenzgebiet, schreibt uns: Die Gleichschaltung Desterreichs hat dem Vorposten des deutschen Faschismus in der ESR die Maste vom Gesicht genommen. Die Sop hält es heute nicht mehr für notwendig, Loyalität zum 4. Der Ständige Nat prüfte mit größter Staate zu befunden. Sie steuert auf die vom Aufmerksamkeit de jure und de facto die neue deutschen Faschismus gewünschte Lösung der su ituation, die sich hinsichtlich des Donau- detendeutschen Frage zu. Die faschistischen Kräfte fluffes vom Standpuntte des Schiffahrtsregimes für eine solche Lösung find nun ausgelöst und fie herausgebildet hat, und anerkannte einmütig, daß es im Interesse aller ist, die bisher an der Ents Wer heute durch das deutsche Grenzland geht. nagen bereits an der innerstaatlichen Ordnung. mitgewirft haben, die geeigneten Mittel dazu zu können, daß die SDP alles tut, um als Fremda faltung des Warenaustausches im Donaugebiete wird objektive Feststellungen darüber machen suchen, um weiterhin die moralische, technische und materielle Unterstützung der Auffindung einer Lösung leihen zu können, die alle Interessen der gegenivärtigen Zeit berücksichtigen würde. 1. Die drei Außenminister behandelten der Reihe nach die einzelnen Ereignisse, durch welche die internationale Situation seit der letzten Ta gung des Ständigen Rates gekennzeichnet war. und führten einen eingehenden Meinungsaustausch über diejenigen Angelegenheiten durch, die die Politik der Kleinen Entente besonders intereſſie ren. Sie famen einmütig zu dem Schluß, daß es Die Arbeitslosenzahl ist jetzt kleiner im Ver- Serbeiführung einer Zusammenarbeit in jedem notwendig ist, die Bemühungen zum Zwede der gleich zu Werte der Befriedung und des Einvernehmens fortzusetzen. Der Ständige Rat widmete ein be förper im demokratischen Leib des Staates zu er sonderes Interesse dem fürzlichen Abkommen zwis scheinen und bei den fudetendeutschen Bürgern schen England und Italien, das er für einen sehr den Eindruck zu erweden, sie sei bereits Herr der bedeutsamen Beitrag zur Sicherung und ErbalLage in diesem Landstrich. 5. Der Ständige Rat nahm die Arbeits- Mit Duldung der staatlichen Behörden däce. tung eines dauernden Friedens erachtet. ergebnisse der XI. Tagung des Wirtschaftsrates fen die deutschen Demokraten in den Augen ihrer 2. Der Ständige Rat prüfte aufs sorgfältigste der Frage der Beziehungen zwischen den der Kleinen Entente, die in Bufarest vom 9. bis witbürger diffamiert werden. Man läßt. Staaten der Kleinen Entente und Ungarn. Er 18. März dieses Jahres stattgefunden hat, zur eine ganz offene fuggeftive Propaganda zu, welche hegt weiterhin den einmütigen Wunsch, die begon- Kenntnis und genehmigte sie unter dem Vorbe- bei schwächlichen und verschüchterten Menschen. nenen Verhandlungen fortzusetzen, deren Ziel es halte, daß sie durch die Regierungen der Kleinen ihre Wirkung nicht verfeblen tann. Man sieht au ist, im Donaubecken eine Atmosphäre der Ententestaaten ratifiziert werden. wie nicht erlaubte Uniformen zu erständigung und des Vertrauens Die drei Minister fonnten mit Genugtuung provokativen Zwecken getragen werden, aus wel zu schaffen. fonstatieren, daß die wirtschaftlichen Organe der cher sich rasch eine graue Armee zu entwik 3. Die Kleine Entente versichert neuerlich, Kleinen Entente von Jahr zu Jahr eine frucht- feln beginnt. Waren es vor wenigen Wochen noch daß ihre Mitglieder dem Völker bunde barere Tätigkeit entfalten und entschloffen sind vereinzelte gestiefelte Stappenträger, so sind sie treu bleiben. Sie betont die Erklärung, die dahinzuwirken, daß die zuständigen Behörden in nach der Gleichschaltung Desterreichs im Grenz der Vertreter Rumäniens namens aller drei Staa. ihren Ländern auch weiterhin alle Maßnahmen ers gebiet Legion geworden. Man ist auch nicht bei ten auf der lebten Tagung des Rates im Jänner wägen und in die Tat umjeßen, deren Biel die Stiefel und stappe geblieben, sondern hat die Unidieses Jahres abgegeben hat. Sie erklärt, daß fie estigung der Wirtschaftsvande zwischen den form so komplettiert, daß selbst die Stoppel nicht willens ist, im Geiste dieser Erklärung zur Ver- Staaten der Kleinen Entente ist. wirklichung des Ideals der internationalen Zu 6. Die nächste Tagung des Ständigen Rates Baltes im Sinne hatten. Der Ständige Nat Bled stattfinden. fammenarbeit beizutragen, die die Schöpfer des der Kleinen Entente wird im Auguſt d. J. in fie ist aber noch höher als im Jahre 1931. An der vergrößerten Beschäftigung hatten im April teil: Böhmen mit 27.770, Mähren Schlesien mit 22.161, die Slowakei mit 20.322 und KarpathoTußland mit 3070. Der über dem Staatsdurch schnitt von 16.9 Prozent liegende Rückgang in den östlichen Ländern deutet auch diesmal darauf hin, daß trotz der erwähnten Hindernisse die landwirtschaftlichen, zum Teil freilich auch die Bauarbeiten, den Hauptanteil an der Verringerung der Arbeitslosenzahl haben. Rebellenoffensive unterbrochen 179 Francs geben erst ein Pfund Rückfluß von Fluchtkapital nach Paris fehlt. Man braucht nur noch ein Gewehr über die, Schulter zu hängen und die Armee ist fir und fertig. Selbst die Kommandanten fehlen nicht. Man rottet sich auch da und dort in der Uniform gue sammen und marschiert in Reih und Glied ins Freie. Ueber die Flüster propaganda. den wirtschaftlichen Terror mit allen seinen üblen Begleiterscheinungen, noch ein Wort zu ver lieren, ist überflüssig. Barcelona. In den letzten zehn Tagen hat fich der Schwerpunkt der Operationen merkbar von der Ost- nach der Levantefront verlagert. Die großangelegten, mit ungeheurem Materialeinsay unternommenen Angriffe der Rebellen auf die soliden republikanischen Stellungen in den PyrePropaganda und Provokation werden nun in näen, am Segre, dem Ebro, in den Abschnitten den Dienst der Demoralisation gestellt. Man vers Tremp, Balaguer, Lerida und Tortosa, sind en d Paris. Die französischen Finanzkreise, weil die Regierung dieses Ziel unerschütterlich sucht die Menschen einzuſchüchtern und zu zermür gültig gescheitert. Sie sind am Mittwoch die öffentliche Meinung und die Preffe nehmen verfolgen werde. Der Umstand, daß bereits ein ben. Der Staat soll von innen ausgehöhlt werden. trotz günstigsten Wetters für den Gegner nicht den plötzlichen Entschluß der Regierung, den massenweiser Rückfluß von Kapitalien verzeich Die Grenze, wo die staatliche Autorität einschrei einmal mehr versucht worden. Kleineren örtlichen Franc neuerdings zu devalvieren, im ganzen net wird, beweise, daß die Bedeutung des Me- ten und einem weiteren Vordringen der faschistiUnternehmungen der republikanischen Truppen zur ruhig auf. Es ist dies bereits die dritte De- gierungsbeschlusses begriffen worden sei. schen Kräfte einen Damm setzen sollte, ist bereits Borverlegung und zum Ausbau ihrer Linien stellte valvierung innerhalb von zwei Jahren. An Re- Mittags wurde gemeldet, daß sich die Sum- weit überschritten. Die bisherige Entwidlung hat der Feind nicht den geringsten Widerstand ent- gierungsstellen wird erklärt, daß Außenminister me der am ersten Tag zurückgeflossenen Flucht- den Glauben an die Staatsautorität in Frage Bonnet sich während seines Londoner Aufenthal. tapitalien auf vier Milliarden Francs beläuft. gestellt und wenn diese Entwicklung im Grenzge tes mit dem britischen Finanzminister Sir John Man schätzt das im Ausland befindliche Flucht biet nicht aufgehalten wird, so wird der Glaube Simon über die Devalvierung geeinigt habe. Auch fapital auf 160 Milliarden und das im Inland an die Staatsautorität vollends verloren gehen. der dritte Partner des dreifeitigen Währungs. thesaurierte Kapital auf 80 Milliarden Francs Darauf hat es die SDP angelegt. Unsere Innenabtommens vom Jahre 1936, der amerikanische und erwartet von dem Einsatz dieser Kapitalien politik kommt der SdP auf halvem Wege entFinanzminister Morgenthau, hat am Mittwoch eine kräftige Belebung der Wirtschaft. gegen. Sie ist so schwach geworden, daß sie eines seine Sustimmung gegeben. Das Währungsab- Die Sozialisten und Kommunisten kritisie- Tages die Dinge vielleicht nicht mehr wird meis kommen bleibt auch weiterhin aufrecht. ren den Regierungsbeschluß über die Devalvie- stern fönnen. Der Franc wird nach einer amtlichen Mit- rung scharf und bezeichnen ihn als eine neue gegen. Lediglich im Alfambrabogen, etwa in der Mitte zwischen Teruel und Aliaga, versuchten die Rebellen, in die republikanischen Linien einzubrechen. Unter außerordentlichem Einsatz von Tanks und Flugzeugen und nach heftigster Artillerievorbereitung griffen sie auf etwa 15 Stilometer brei ter Front und in tiefer Staffelung an. Der Angriff brach jedoch noch vor den Linien der repu blikanischen Truppen im Feuer zuſammen. Die Mebellen flüchteten regellos und unter schweren Verlusten in ihre Ausgangsstellungen zurück. Japanische SchantungUnsere Innenpolitik, die seit vielen Jahren teilung auf der Basis ſtabiliſiert, daß fünftighin Berarmung der Arbeiterklaffe, ein spezielles Kapitel des mit dem Faſchismus die Relation von 179 Francs für ein Pfund die außerdem noch durch die weitere Verteuerung fofettierenden rechten Flügels der Agrarpartei ist. Sterling( rund 80 Kč für 100 Francs) nicht der Lebensbedürfnisse betroffen werde. glaubt durch Tolerierung provokativer und staatsüberschritten werden soll. Finanzminister Marfeindlicher Afte ihren Vefähigungsnachweis er bringen zu können. Sie geht einen gefährlichen Weg, der zu einem innerstaatlichen Abgleiten führt. Mit Nachsicht kann man den Faschismus nicht aufhalten. Imponieren kann man mit einer nachsichtigen Politif dem Faschismus schon gar nicht. Er wird mit aller Rücksichtslosigkeit und lers ausnüßen. Das zeigt sich bereits im ganzen deutschen Grenzgebiet. Eine solche schwache Politik gibt dem Glauben Nahrung, daß der Staat nicht die entsprechende Kraft hat, einzugreifen. Die Nährung eines solchen Glaubens wirkt auf die staatserhaltenden Kräfte lähmend und fübri nicht nur zur Demoralisation, sondern, wie bereits einzelne Erscheinungen beweisen, auch zur Anarchie. Oder was ist es anders als der Beginn der Anarchie, wenn Unberufene selbst syste matisch den Richter zu spielen beginnen, wie es schon geschieht? chandean erklärte in einer Pressekonferenz. in Rückkehr des Fluchtkapitals Sinkunft könne sich der Franc nur zum Bessern Paris. Die Pariser Börse sah sich Donnershin entwickeln und er werde sich auch festigen, tag vor einer vollendeten Tatsache der Regierung - der Franc- Devalvation. Der neue Franc- Kurs betrug am Schluß 178,90 im Verhältnis zum Dollar. Die Meldung von der Rückkehr von vier Milliarden Fluchtkapitals aus dem Auslande, rief an der Börse einen günstigen Eindruck hervor. Man ist der Meinung, daß die Rückkehr des Kapitals aus dem Auslande täglich ansteigen wird. An zahlreichen Stellen und in der Presse wird die Frage aufgeworfen, ob dieses Kapital untätig in den Banten liegen bleiben, oder ob es zur Wirtschaftsbelebung verwendet werden wird. Schweizer Francs und Pfund unberührt offensive gescheitert Die lang vorbereitete japanische Offensive im füdlichen Schantung scheiterte bereits in den USA hebt Waffenlieferungs- fund Sterling und 35,85 im Verhältnis zum Entschlossenheit die Schwächen seines Gegenſvieersten zwei Tagen. Ghinesische Gegenangriffe im verbot auf? Abschnitt von Taiertschuan zwangen dann die Japaner zum Rückzug an der ganzen, 35 Kilometer New York.„ New York Times" melden, langen Front. das Präsident Roosevelt die kürzlich im Senat Am Mittwoch wurde auch die japanische vom Senator Ny eingebrachte Entschließung beOffensive in on an aufgenommen, wo sich die treffend die Aufhebung der Waffensperre nach Rejapanischen Truppen in den letzten zwei Wochen in gierungsspanien unterstützen werde. Es sei daständigem Rückzug befanden. Die Japaner üben mit zu rechnen, daß die Entschließung betreffend hier einen Druck aus, um die Eisenbahnlinie die Aufhebung der Waffensperre nach dem repuPeiping-- Hankau, die in der letzten Zeit einige blikanischen Spanien noch innerhalb dieses Ta= Male durch die chinesischen Truppen vernichtet gungsabschnittes des Bundeskongresses verabschiedet werden würde. Wie das Blatt weiter meldet, wurde, in die Hand zu bekommen. Chinesische habe bereits im Senate eine Probeabstimmung eine Truppen wurden eilends aus dem Norden an die Mehrheit für die Aufhebung der Waffensperre er Front längs der Eisenbahnlinie von Lunhaj dirigeben. Das Blatt bemerkt hiezu im Kommentar, giert, wo sie sofort in den Kampf eingriffen. daß Roosevelt und Hull von Anfang an der Meinung waren, daß das Neutralitätsgesetz ein Migriff sei. Diese Ansicht werde bestätigt dadurch, daß das Neutralitätsgesetz im ostafiati schen Konflikt keine Anwendung gefunden habe. Im Norden der Provinz Suijuan gelang es den Chinesen nach tagelangen Kleintämpfen, das Gebiet füdlich der Stadt Hvojfui, der Hauptstadt bon Suijuan, zu besetzen. Bern. Zu der neuerlichen Abwertung des französischen Franc wird an zuständiger Stelle erklärt, daß die Schweiz dieser Maßnahme unter keinen Umständen folgen werde. Unsere Innenpolitik ist nun vor die entschei dende Frage gestellt, ob sie nunmehr die Staatsautorität zur vollen Geltung bringen und unnachfichtig gegen alle vorgehen will, welche sich straf. London. Im Unterhause gab Finanzmini- bare Sandlungen zuschulden kommen lassen. Was ster Sir John Simon bekannt, daß die britische wir in dieser kritischen Zeit brauchen, das ist keine Regierung eine Neuregelung des Pfundfurses nachsichtige, sondern eine auf die Wahrung der nicht beabsichtige. Staatsautorität bedachte Innenpolitik. Nur durch Seite 2 die Wahrung der Staatsautorität wird einer innenpolitischen Katastrophe begegnet werden können und drohender Anarchie der Weg verlegt werden können. Wo das Gesetz herrscht und zur Geltung gebracht wird, hört das Faustrecht auf. Un= sere Innenpolitik steht am Scheideweg. Wir hoffen, daß sie den Weg geht, der ihr durch Verfas= fung und Gesetz vorgeschrieben ist. Dann werden sich auch die unhaltbaren Zustände im Grenzgebiet rasch ändern. -II,, Nur keine Gleichschaltung der Wahlen" ,, Večerník Práva Lidů" gegen die Agrarier „ Večerní Práva Lidu" bringt die Nachricht, daß das Sekretariat der Agrarpartei in Beneschau vertrauliche Weisungen herausgegeben hat, nach denen die agrarischen Vertrauensmänner in den Gemeinden mit agrarischer Mehrheit sich bemühen sollen, daß bei den Gemeindewahlen einheitliche Kandidatenlisten unter Führung der Agrarpartei eingereicht werden sollen, aber keine Freitag, 6. Mai 1938 Für eine Regierung der starken Hand ,, Lidové Listy": Voraussetzung der Sicherheit der Grenzen ist die innere staatliche Sicherheit ,, Lidové Listh" nehmen in ihrer gestrigen der Staatsverivaltung nicht nur erhalten, son Ausgabe Stellung zu den Zuständen im deutschen dern auch gestärkt werde, wei. wir anders lang Gebiete. Das Blatt schreibt: sam, aber sicher in diesen Gegenden einer An archie entgegengehen würden, welche uns schließ lich und endlich in einen Krieg hineinreißen würde. Nach den Ergebnissen der Londoner Beratungen ist es klar, daß der Schwerpunkt unse richerheit in diesem Augenblide und bis zu Nr. 106 nalitätenrechtes ergänzt werden soll. Der Ausschuß der politischen Minister wird Freitag, den 6. Mai seine Beratungen fortseßen. Freitag fine det auch die regelmäßige Sigung des Ministerrates statt. Abermals: Amtliche Journalistik Ien: Jal" ( Bericht über den 1. Mai in Karlsbad.) Aba. Frant: ,, Ich frage euch: Bekennt ihr euch mit den internationalen Verhandlungen zwischen LonUnd so verlangt das Volk schon im Interesse don, Paris, Berlin und Wien über die tschechodes Friedens der Republik, für den unsere in, Konrad Henlein zum deutschen Nationalso nere Sicherheit die wertvollste Voraussetzung ist. flowatischen Dinge bei uns zu Hause und auf unzialismus?" eine Regierung der starken Hand... Es ist serem Boden ist. Ein wichtiger, ja vielleicht der Schrei aus wichtigste Fattor der Sicherheit unserer Grenzen zweifellos, daß die Deffentlichkeit die Regierung fa ft 40.000 Ste h= Seh= ist unsere innere staatliche Sicherheit, welche wir vor die Entscheidung stellt, wie man weiter zu uns nicht untergraben lassen dürfen weder durch gehen hat, ob man weiter die staatliche Autoriden Henleinschen Terror, noch durch die Schwäche tät im Grenzgebiet sinken lassen oder ob man sie wieder aufrichten soll. Unsere Vertreter in der und Passivität der Staatsmacht in den Grenzgebieten. Dazu ist nicht nur eine Regierung der Regierung haben sich bereits entschieden, und unlängst haben die sozialdemokratischen„ Ranní festen Nerven, aber hauptsächlich der festen Hand notwendig und unser gesamtes Bolt hat das Recht Noviny" geschrieben, was unfer Šrámek für die zu fordern, daß wir eine solche Regierung wirk- Regierung und die Sicherheit der Republik be deutet. Kein Staat, der sich der Rechte und Pflichten seiner Souveränität wohl bewußt ist, wird uns etwas aussehen, wenn wir unsere Staatsautorität stärten werden. Das weiß die lichkeit gut. Und deswegen würde die Oeffent politisch sehr geschulte tschechoslowakische Oeffent lichkeit, wenn sich die Regierung nicht entschließen fönnte, die verantwortlichen politischen Parteien zivingen, so zu handeln, damit wir eine Regierung der starten Hand wirklich haben. einheitlichen Standidatenlisten in den Gemeinden lich haben. mit sozialistischer Mehrheit zuzulassen.„ Dort", In der Tagespresse hauptsächlich zwischen so schreibt das Blatt, wo die Agrarier an einer den nationalsozialistischen und agrarischen Blät einheitlichen Kandidatenliste politisch verdienen tern hat sich eine Diskussion entsponnen, ob können, dort reden sie sehr eindringlich davon, daß man diese Regierung mit Recht eine Regierung das nationale Interesse das einheitliche Vorgehen der starken Hand nennen kann. Es hängt alleraller Parteien erfordert. Sie kennen aber das dings nicht viel davon ab, was die oder jene Zeinationale Interesse dort, wo sie nicht die erste, tung urteilt: Viel bedeutsamer ist es, wie das sondern nur die zweite Geige spielen können. Dort tschechoslowakische Volk darauf blickt. Und da sei Tegen sie die Nation zur Seite und es beginnt mit ganz offen gesagt, daß man in der Bevölkerung aufgefrempelten Aermeln der Kampf gegen die allgemein das Gefübl hat, daß die Regierung sich anderen... Aus einigen Bezirken erfahren wir, mehr darum sorgen sollte, daß im Grenzland die daß nach diesen Weisungen ſich vermutlich auch feste Autorität ſtaatlicher Macht und der tschecho. die Bezirksämter richten, welche sehr nachdrücklich ſlowatischen Behörden wirklich für jeden und für auf der Aufstellung einheitlicher Kandidatenlisten alle gelten sollte. Wenn wir davon reden, bebestehen freilich überall dort, wo dies für die Agrarpartei vorteilhaft ist. Es geht augenschein lich darum, daß die Stimmen aller Parteien, welche auf der einheitlichen Kandidatenliste vertreten sind, nach den Wahlen der Agrarpartei zugezählt werden, wie dies in den letzten Wahlen geschah. Welche Rechenkunststücke bei diesen WahYen geübt wurden, ist gut befannt. Das ist die Hauptursache, warum in diese Kandidatenliſten Wie unsere Leser aus den in den letzten Tagen hier veröffentlichten Zitaten aus dem Hautpblatt der tschechischen Volkspartei entnommen haben, gehört dieses Blatt zu jenen tschechis tonen wir, daß diese Frage nichts Gemeinsames schen Blättern, welche die Verhältnisse im deuthat mit der Frage, ob man mit Henlein verhan= schen Gebiet der Republik am besten kennen und deln wird oder nicht. In iedem Falle ist doch sich dementsprechend eine richtige politische Aufnotwendig, daß im Grenzgebiete die Autorität fassung bilden. Die neue Akademie muß demokratisch sein! Senator Müller gegen die kulturelle Gleichschaltung fein Vertrauen ist. Nicht einmal die Gewerbetreibenden, die den Agrariern am nächsten stehen, glauben ihren Partnern in dieser Sache und da ihnen das gewerbeparteiliche Hemd näher ist als der agrarische Rock verkünden sie ein selbständiges Im Kulturausschuß des Senates stellte GeVorgehen.... Unsere Partei hat keinen Einwand noſſe Müller in der Debatte über die Umgegen einheitliche Liſten in jenen Grenzgemeinden, wandlung der deutschen Gesellschaft für Wiſſen wo solche Standidatenliſten aus staatlichen Rüd- schaften und Künste in eine Akademie fest, daß sichten notwendig sind und wo freilich Garantien diese Vorlage noch ein Erfolg der aktivisti= des gerechten Zumessens allen Beteiligten gege- ich en Politik sei. Wir wünschen nur, daß in den ben werden. Aber wir warnen vor jedem Verſuch Statuten der Akademie die Mitarbeit der bemor der Gleichschaltung dieser Wahlen. Die Bezirks- fratischen Wissenschaftler ausreichend ge= ämter sind und dürfen nicht Sekretariate einer sichert werde. Da die Tätigkeit der Akademie auch politischen Partei sein und man muß ihnen mit für die Volksbildung von Bedeutung ist, Yegen aller Entschiedenheit sagen, daß die Wahlen eine Angelegenheit der Bürger, aber nicht der Aemter find. Die Aemter müssen nur darauf achten, daß das Gesetz eingehalten wird, nicht aber, daß die Wähler durch eine bestimmte Richtung beeinflußt werden." Es ist gewiß nicht bedeutungslos, wenn Konrad Henlein in seis nen Reden zum 1. Mai, ungeachtet seiner Erklärung vom Karlss bader Programm nichts zurückzunehmen, die Staatsverfassung als Ausgangsstellung für die der Problemlösung ans sieht und erklärt, nichts zu fordern, was die Souveränität und Integrität der Tschechos slowakischen Republif verletzt. Inangriffnahme ,, Prager Wochenforre spondenz( herausgegeben Preßdepartement vom des Ministerratspräfibiums.) Wir haben in den letzten Tagen- insbe sondere ausführlich gestern auf das Treiben jener Elemente in der amtlichen Berichterstat tung hingewiesen, welches in den Folgen auf eine Schüßenhilfe für die SdP hinausläuft. Die Herren Henlein und Frank werden reden können, wie sie wollen und sie werden von der Republik das Blaue vom Himmel verlangen können, die Herren Ministerialrat Schmorranz und Obers fettionsrat Neumann vom Preßdepartement des Ministerratspräsidium werden die Geduld nicht verlieren. Es wird sie nicht berühren, daß Konnichts zurüdnehmen will, daß Herr Frank 40.000 Menschen auf den Nationalsozialismus ein schwört, es bleibt weiter nicht bedeutungslos so sagen sie mit weiser Miene daß Henlein nichts fordert. ,, was die Souveränität und Intes grität der Tschechoslowakischen Republik verlegt". ren der SdP gegenüber erwiesen wird, soll der Diese Liebedienerei, die da von den beiden HerOeffentlichkeit nicht unbekannt bleiben und es wird noch die Zeit kommen, da sich ihr Urheber, der amtliche Verfasser des oben zitierten Artikels für seine Schreibweise schämen wird. seben aber voraus, daß das keine gleich gerad Henlein von seiner Starlsbader Erklärung chaltete Wissenschaft ist, sonder freies Denten und freie Forschung. Die Zustände in jenen fulturellen Sektoren im deutschen Gebiet, die der Wissenschaft, der Schule und der Vollsbildung dienen, müssen im Interesse des Staates raschest eine Aenderung erfahren. Deshalb müssen Wissenschaftler und die freien Künstler in der insbesondere die freiheitlichen Lehrer, die freien neuen Akademie volle Bewegungsfreiheit und die uneingeschränkte Möglichkeit zur Mitarbeit haben! Nationalitätenstatut Im Ministerrat bevorstehend Prag. Der Ausschuß der politischen Mini- Neuer Ostasienkonflikt wir auf diese Feststellung ganz besonderen ster hielt Donnerstag eine Sibung ab und setzte Wert. Es gibt augenblicklich nur wenige mutige unter dem Vorsitzenden der Regierung die ArMänner unter den Wissenschaftlern, die sich der beiten an dem Nationalitätenstatut der Republik Tokio. Wie bekannt wird, ist von der japaGleichschaltungsmanie entzogen haben. Nament- fort. Der Ausschuß der politischen Minister hat nischen Nordsachalin- Petroleum- Company ein lich bei den Professoren und Lehrern im bekanntlich seinerzeit Grundsäge aufgestellt, auf Vierjahresplan zur Ausbeutung der Delfelder in deutschen Gebiet müssen wir leider eine fast völ- denen das Nationalitätenstatut ausgearbeitet Nordsachalin beschlossen worden. Bereits am 1. lige Gleichschaltung feststellen; auch die Vorgänge werden soll. In der Donnerstag- Sibung wurde April hatte die japanische Regierung bei der Neuorganisierung der Postverwaltung in im Theaterwesen und in verschiedenen fulturellen eine ausführliche Aussprache eröffnet, die nicht sowjetrussischen Regierung um Erlaubnis für die Karpathorußland. In Uzhorod wurde eine Erpo- Vereinigungen ergeben dasselbe unerfreuliche Bild. nur die Kodifizierung des Nationalitätenrechtes Entsendung von Arbeitern und Angestellten nach situr der Post- und Telegraphendirettion errich Wir sind als Sozialisten für je de Unterstüßung zum Gegenstand hatte, sondern auch bereits den Nordsachalin gebeten, die von Moskau jedoch tet, die für das tarpathorussische Gebiet, einen jund Förderung der Wissenschaften und Künste und neuen legislativen und administrativen Maßnah- verweigert worden war. Die Petroleumwesentlichen Teil der Agenda einer Poſt- und wünschen, daß diese über gewisse erflusive Kreise men gewidmet war, durch die der gegenwärtige Company hat nunmehr die japanische Regierung Telegraphendirettion besorgen wird. hinaus bis tief in das Volk dringen mögen. Wir gesetzliche Zustand auf dem Gebiete des Natio- zum Eingreifen aufgefordert. 75 Der ewige Schatten Roman von Max Hochdorf Der Kaiser fühlte sich dem Diesseits schon entrückt und befreit von der Zudring lichkeit der Rümpfe. Die Frau, die sich eines Tages einfallen ließ, ihn noch einmal aus seiner Zwischenwelt in das Diesseits zu ents führen, war die Nonne Theresa, die aus dem alten Geschlecht der Cepedas in Avila staminte. Sie brauchte weder irdische Speise noch irdischen Trant. Ja, alles, auch die ärmste Nahrung, flößte ihr schon Efel und Entseßen ein. Ihr genügte es, an der Hostie des Heilands zu zehren, damit ihre Kräfte sich vollkommen wachchielten. Aber gerade diese Entbehrung entzündete in ihr die mächtige Flamme. Und so warb sie ein Amanzonenheer für Gott. Es sollte auf der Erde dienen, und es sollte doch nur die Werke des Himmels verrichten. nisches Greinen und das Toben der Schächer im Gefängnis, die mit ihren Krallen an den Mauern fragten und freischten:„ Stolz und zufrieden sind wir, die gleiche Stotluft zu schluden, wie der König der Juden." und auch ins barbarische England. Luthers Vans| der Sonne fäustevallend drohte, verfinsterte sich| spitzt wurden die Nägel, ihn zu durchstoßen. Er diten, Luthers Brandstifter waren auch nach das Firmament. Alle Schleusen des Segens mußte doch vernehmen, was sie selber vernahm, Spanien eingedrungen. Hinterlistig, hündisch, schlossen sich auf. Bald mußten Tag und Nacht der Pharisäer Gefrächz und des Pilatus heiddurch alle Rißen und Keller der Klöster schlichen wieder die Sicheln über den erfrischten Feldern sie sich ein. Und das Sanctum officium der fingen. Selbst in neuer Notzeit würden Milch, Inquisition schien taub und blind, es schien noch Oliven, Orangen und Wein für die Kinder Gots träger als der Kaiser. Er griff nicht zu, er war tes nicht mehr mangeln. tete bloß, nach der Beobachtung der Nonne Theresa viel zu geduldig, viel zu milde. Die Folge davon war, daß die wahren Katholiken in ihrem Gemüt verdorrten und vertvelkten. Aber nicht nur die Mönche und die Nonnen, auch die frommen Menschen, die Tiere auch, die Pflanzen auch. Theresa sah es in ihrer Heimat Avila. Im ganzen Land herrschte entsetzliche Dürre. Sie verwüstete die Gärten und die Aecker und die wälder. Die Trockenheit, die seit Monaten regierte, ließ alles Gelände zur Hölle werden. Es begann ein großes Sterben jeder gezeugten und geborenen Kreatur. Bald würde Theresa tein Wesen mehr finden, um ihr Heer der geistlichen Amazonen aufzufüllen. Das Land bettelte und barmte um Regen. Gott hörte nicht, oder die Elemente wollten ihm nicht gehorchen. Die Erde brannte, und das Unfraut allein wuchs, es war die Saat der Keẞer allein. Und da ihr dieses Wunder gelungen war, spähte sie wieder nach dem Kaiser aus. Sie wollte ihn retten, ihn, den Höchsten auf der Erde. Sie glaubte ihn nur frank und schwach, weil er nichts unternahm, um das Luthertum in Spanien zu beseitigen. Sie bat Gott um Verzeihung, daß sie ihm für einige Augenblicke die Herrschaft über die Elemente entwunden hatte. Aber sie bat Gott auch um Weisung, wie es ihr gelingen könnte, den Monarchen auf seinem Schlafberg aufzurütteln. Auf der Reise nach Juste spürte sie zunächst Unbehagen darüber, ihren Amazonen untreu sein zu müssen. Aber allmählich erkannte ihr Grübeln immer klarer des Kaisers Krankheit und die himmlische Arznei für ihn. Schon legte ihre Einbildung ihre Hand auf die Stirn des Kaisers. Schon erneuerte sie an ihm die offenbar einstmals schlecht vollzogene Taufe. Mit dem auferstandenen Kaiser herab von seinem Schlafberg, in die Reiche hinaus, sie zu säubern, wegzusicheln, was Gott feind war, Mann und Weib und Kind, Sodom und Gomorra vernichtet! Theresa Cepeda beeilte sich, um von Anges sicht zu Anaesicht den ersehnten Bundesgenossen zu sehen. Würde er sich weigern, dann den Monarchen niederzwingen! Tuzu war sie entschlossen. Und der Kaiser konnte schlafen auf seinem Schlafberg, da alles heute wieder geworden war wie damals! Es war der Festtag des Kaisers. Er saß auf der Terrasse seines Hauses. Die Schönheit des langsamen Frühlingwerdens, das Maß des Lichtes, gerade so hell, daß die Hori zonte der Anfang jedes Friedens schienen, die Bewegung der Luft, gerade so lind, daß sich Atem der eigenen Brust und Atem der ganzen Welt mit vollkommener Harmonie vereinigten, diese sanfte Anmut im ungetrübten Werden ents lastete ihn von jeder Mißstimmung. Und jedes Geschöpf im Haus von Juste lebte nur in dem Wunsch, sich bei der Majestät belieht zu machen. Aber obwohl die Menschen sich um seinetwillen ausschließlich heßten und antrieben, leitete er aus dem Lärmen und Laufen nur die Bestätigung dafür ab, daß er kaum noch an sei ner Umgebung haftete. Mit Grauen sah Theresa, daß der Mäch- Das wußte die Nonne Theresa Cepeda. Und tigste der Erde sich weigerte, an diesen Schlach- da Gott selbst erschlafft und willenlos schien, da er Die blühenden Girlanden, gewunden um die ten um die menschlichen Seelen teilzunehmen. nicht von Menschen und Pflanzen und Tieren die Tür seines Hauses, der Blumenteppich, gebreitet In ihrer Klosterzelle lag jie Tag und Nacht vor Not nahm, weder die äußere noch die innere, und über den Boden der Terrasse, Fahnen auf dem dem Getreuzigten und schalt den Kaiser einen da das Sanctum officium der Inquisition versagte, Dach, Wimpel, aufgezogen am höchsten First der Abtrünnigen und träge gewordenen Weichling. so nahm die Nonne, wenigstens für ihr Land, die Kathedrale, alles Ehrung für den Tag seiner Sie bat ihren Heiland, daß er ihr die Kraft gebe, Macht über die Elemente und über die Natur an Geburt, es tam ihm vor, die Natur und seine den Kaiser aus seiner Lethargie herauszureißen. sich selber. Diener hätten den Schmuck für einen schon Ver Sie mußte den Bewohner von Juste, den Sie ballte die Fäuste gegen die seit Mo- Sie rechnete, daß sie zum Geburtsfest des storbenen zusammengetragen. Doch das schmerzte Kolonisten vom Schlafberg, wie sie ihn nannte, naten unbarmherzig brennende Sonne. Sie be- Kaisers eintreffen würde. Und das Fest fiel in ihn nicht. Mochten sie rumoren und sich erlusti aus diesen Fesseln der Bequemlichkeit sprengen. fahl ihr:" Verschvinde! Verschwindel Mach' den die Leidenswochen des Heilands. Der Monarch gen. Seine Lust war das Betrachten der Zivis Denn weil er to bequem war, matte es fid in alten Blab, ben pofftätigen Worten, ben tob, war also geboren als ein Gezeichneter und als schenwelt und das Denken in ſeinem Geheimnis. Spanien von Tag zu Tag die Keßerei immer be- bekämpfenden Wolken! Regen soll sein! Neuges ein Ausgezeichneter zugleich. Er mußte doch füh Es war Morgen, und im Hof des Hauses quemer. Der lutherische Greuel war nicht in boren werden soll wieder die Erde, damit sie fich len, daß jetzt, wo sie sich ihm nahte, das Kreuz errichtete man einen Mast, dessen Spike in glei Deutschland geblieben, er war auch hinüberge- von neuem befehrt!" für den armen Gesalbten wieder behauen und cher Linie mit dem Glockenhaus der Kathedrale wandert nach Frankreich und auch nach Italien gehämmert turde und wieder geschliffen und ge- Tag. ( Fortsetzung folgt.). Und siehe, auf den Befehl der Nonne, die ( 6 118 den fine Cra ticht enn ſci 1. iner vis. chts die als für hme an chts die Ins cho= blif cre ben ent be= Den ats ine er ent, lif die era des cht ng 00 in= ein te= t". er= der es er, els และ cin in 1. Der die ach och 11 ng Er 111, D= im En nd nig ווני ar Die as ris Die ich Nr. 106 Freitag, 6. Mai 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Wichtige Seite 3 sprochenen Worts machten diesen Opern- Abend beim Rundfunk- Gerät zu einem Genuß. Man bes wunderte den edlen Ton, in dem der orchestrale Teil( Leitung: Friß 3 weig) zum Ausdruck fam, die Nuancen- Klarheit, mit der sich die Sän gerstimmen über dem Klangförper und gegenein ander er und abholen, die Präzision, mit der daran die politische Lage in der Schweiz schilderte der chorische Teil zur vollen Geltung fam, die Fristen für die Gemeindewahlen und die Eindrüide wiedergab, die er bei ſeinem Plastik, mit der durch die lediglich akustische Mög Aufenthalt in der Tschechoslowakei gewonnen hat. lichkeit auch das Bild und die Bewegung der Szene Der Umstand, daß neben den bereits vor 3. Spätestens am zehnten Tag, also späte- Anschließend daran skizzierte Pa u I die Aufgaben, vorstellbar wurde. Intereſſant auch, wie dieser einer Woche ausgeschriebenen Gemeindewahlen siens am 12. Mai( 19. Mai) fönnen durch den die uns in der nächsten Zeit bevorstehen. Die Ver- Sender verläßlich Richter- Amt über Ton- Reinheit, für den 22. Mai nun für viele hunderte Gemein- Bevollmächtigten der Wahlgruppe A en de runs sammlung, deren Teilnehmer sich des Ernstes der Modulationsfähigkeit und kulturellen Grad den die Gemeindewahlen für den 29. Mai aus- a en vorgenommen werden, wenn ein Kandidat Lage völlig bewußt waren, war von bester Kampf- menschlicher Stimmen übt! geschrieben wurden, macht es notwendig, daß wir entfällt. neuerlich die Friſten wiederholen, die durch das 4. Spätestens am achten Tag vor der Wahl, Gemeindewahlgesetz beſtimmt werden und die von d. h. spätestens am 14. Mai( 21. Mai) ausschlaggebender Bedeutung sind. Die nachstehend angeführten Fristen stellen äußerste zeitliche Grenzen dar. Das erste Datum betrifft die Wahl am 22. Mai; die in der St I am mer befindlichen Daten betreffen die Wahlen am 29. Mai. Nach der Wahlausschreibung 1. Binnen acht Tagen, was für die ersten Wahlen bereits überholt, für die zweiten Wahlen bis zum 9. Mai, iſt dem Gemeinderat bekanntzu geben, daß die Wählerverzeichnisse durch Druck legung zu vervielfältigen sind, und binnen weiteren acht Tagen, d. h. bis zum 9. Mai( 16. Mai) sind beim Gemeindevorsteher die beiläufi gen er ste II ung 3 ko ſten zu erlegen. (§ 15.) 2. Gleichzeitig mit der Wahlausschreibung find die Wählerverzeichnisse vierzehn Tage lang zur öffentlichen Einsicht aufzulegen (§ 13). Vor dem Wahltag a) ist dem Gemeindeamt eine oppe Lung von Listen bekanntzugeben(§ 26); b) sind vom Gemeindevorsteher in den Los falitäten, in welchen die Wählerverzeichnisse auf gelegt sind, alle gültigen Kandidatenlisten anzu schlagen und sind diese vervielfältigen zu lassen; Anschlag bekannt zugeben; ebenso sind eventuelle Koppelungen durch stimmung getragen. Das Wesentliche: der Melniker Sender hat Wohin ,,, Prager Tagblatt"? Am gleichen Abend fand noch eine von etwa eine erste große Aufgabe prachtvoll erfüllt und 250 Arbeiterinnen und Arbeitern besuchte Verzweifellos zu den vielen Freunden, die er bereits fammlung im Volkshaus in Mährisch- Trübesitzt, gestern noch Tausende hinzu erworben. I. g. bau statt. Die Teilnehmer hatten, nachdem die Vorarbeiten für die Gemeindewahlen besprochen worden waren, geduldig bis 20 Uhr ausgeharrt und begrüßten das Erscheinen Bringolfs und Wie uns berichtet wird, wird das„ Prager Pauls ungemein herzlich. In längerer Ansprache gab auch hier Nationalrat Bringolf einen levers Tagblatt" vielleicht bald eine wesentliche Verän blid über den erfolgreichen Kampf um die Siche derung erfahren. Es verlautet nämlich, daß Bes c) hat der Bevollmächtigte der Wahlgruppe rung der Demokratie in der Schweiz und brachte die Vertreter und Ersableute in der Wahl unserer Arbeiterschaft seine Sympathie für ihr mühungen im Gange sind, das Blait durch die tommission bekanntzugeben(§ 82); schweres Ringen zum Ausdruck. Die Ausführun- d Pantaufen zu lassen. Der Kauf5. Acht Tage lang vor der Wahl, d. h. vom gen Bringolfs wurden oft von stürmischen Zu- preis, um den da angeblich verhandelt wird, wird 14. Mai( 21. Mai) an stimmungsfundgebungen unterbrochen. Paul er mit mehr als zehn Millionen a) muß die Wahl kundmach un agänzte diese in wirkungsvoller Weise durch eine Seron en angegeben. angeschlagen sein; Schilderung unserer Verhältniffe und der in der b) müssen die Wählerverzeichnächsten Zeit zu lösenden Probleme. Auch seine nisse zur Einsicht aufgelegt fein; Darlegungen wurden durch lebhafte Bustimmung c) darf weder in diesen Verzeichnissen noch unterstrichen. in den Kandidatenliſten etwas geändert werden. 6. Spätestens am dritten Tage vor der Wohl. So antworten wir d. H. spätestens am 19. Mai( 26. Mai) müssen 1. Spätestens am vierzehnten Tag vor dem den Wählern die gültigen Kandidatenlis dem Gleichschaltungsterror! etenleinmännern überfallen. Die Wahltag, d. h. spätestens am 8. Mai( 15. Mai) bis zwölf Uhr mittags haben die Wahlgruppen ( Parteien) dem Gemeindeamt die Kandida ten listen vorzulegen(§ 20). 2. Spätestens am elften Tag vor der Wahl. d. h. spätestens bis zum 11. Mai( 18. Mai) ist die Ortskommission zur Richtigstellung der Kandidatenlisten einzuberufen. Mißglückte Beschwörung Seligers Die nationalsozialistische, bis vor kurzem katholische ,, Deutsche Presse" macht den deutschen Sozialdemokraten zum Vorwurf, daß sie bei den Maifeiern mit den tschechischen Grenzlern marschierten" und fragt, wie Abg. Jakich das mit jeinen eigenen Selbstverwaltungsforderungen und mit seinen Reden gegen den Nationalstaat zu vereinen vermag. Unter Seliger stand die deutsche Sozialdemokratie kompromißlos auf der Seite der Deutschen, heute ist sie Anhängsel der Hraničaři." sten und in Orten mit mehr als 1000 Einwohnern auch Legitimationen zugestellt werden(§ 31). Am Tage der Wahl Vor Beginn der Wahl gibt der Wahlbevoll mächtigte drei Wähler als Vertrauens männer befannt(§ 36). Marktplatz von unserer der Sozialdemokraten -Liebe zum deutschen Volk, aber nicht zu den deutschen Geldsäcken, gesprochen. Die ehemaligen deutschen Christlichsozialen haben heuer zum ersten Male den ersten Mai im Schatten der deutschen Geldsäde, in der vom sudetendeutschen Unternehmertum geführten ,, Voltsgemeinschaft" ge= feiert. Dazu: Siegheil! Jetzt behauptet die Deutsche Presse" gar, die christliche Arbeiterbewegung habe durch fast ein halbes Jahrhundert den Tag vorbereitet, den wir nun miterlebten". So, wenn die katholifchen Arbeiter, wenn di: Christlichsozialen nichts Unter Seliger, der nichts so haßte wie so sehr ersehnten, wie Nazis zu werden jeglichen Nationalismus, stand die deutsche So- warum haben sie denn donn christliche Arbeiter zialdemokratie auf der Seite der Demo- organisationen gegründet? Warum sind sie denn kratie und dort steht sie auch noch heute. nicht gleich in die deutschnationalen Vereine einUnd gerade weil wir die Selbstverwaltung wol- getreten? Warum haben sie denn gegen den Ien, aber nicht eine nationalsozialistische Ditta- gottlosen Nationalismus" gefämpft? Warum tur, haben wir ganz im Geiste Seligers hat Herr Abg. Schütz noch vor ganz furzer Zeit, den ersten Mai, gemeinsam mit den demokrati che zwar nicht Gott, aber Henlein ihn erleuch schen Parteien gefeiert. Wir haben uns, um den tete, gegen die SdP und gegen die Gleichschalersten Mai feiern zu fönnen, nicht wandeln müstung gesprochen,-wen seine Partei. seine sen. Wie vor achtundvierzig Jahren haben wir Gewerkschaften und seine Zeitung seit jeher nichts ihn auch heuer gefeiert als internatio, anderes wollten, als sich gleichschalten, als Nazi nalen Arbeitertag, als Kundgebung für werden? die Völkerverständigung und für die Demokratie. Die Christlichsozialen aber haben den ersten Mai dreißig Jahre lang verhöhnt, dann haben sie ihn, nachdem ihn die Arbeiter doch erkämpft hatten, als ,, christlichen" Maitag gefeiert, und heuer zum ersten Male als nationalsozialistischen Feiertag. Hilgenreiner mußte, damit das möglich wurde, erst sein eigenes Sind, die christlichsoziale Partei, umbringen mit so schönen Worten hat er selber seine Tat gefeiert. Manchmal, wenn man die gleichgeschaltete Deutsche Presse" zu Gesicht bekomnit, fällt einem ein, daß man ein sehr bekanntes Sprich wort auch in der Umkehrung gebrauch kann: Junge Betschwestern, alte..." Nationalrat Bringolf bei den mährischen Arbeitern 32 Neubelt itte in Lihn Die Gesinnungstreue und der Mut der fozialdemokratischen Vertrauensleute können wiederum an einem Beispiel von vielen aufgezeigt werden. Ein einziger Sozialdemokrat hat in der fleinen Gemeinde 2 ihn( im Gebiet Staab) in furzer Zeit nicht weniger als 32 neue Par teimitglieder geworben. Der tapfere Vertrauensmann verdient den herzlichsten Dank der gesamten Partei. Den neuen Mitstreitern sei der beste Willkommengruß entboten. Die Karlsbader Früchte werden sichtbar Ueberfall auf einen Genossen In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde in Grafendorf bei Znaim der 18jäh rige Genosse Hans Wolf am Nachhauseweg von beiden Henleinianer, es handelt sich um verheira tete Männer, schlugen mit großen Prügeln cuf Genossen Wolf ein, so daß er schwere Berlegungen am se opfe, an den Hän den und am Rüden erlitt. Der Ueberfall war zweifellos die Folge einer politischen Auseinanders feßung, die Genosse Wolf kurz vorher mit den beiden Tätern im Gasthause hattie. Die sie ihn geistig nicht schlagen konnten, so gingen sie in der Dunkelheit mit Prügeln gegen ihn los. Das ist offenbar die„ ritterliche" Kampfesweise der Henleinfaschisten, von der Konrad Henlein gerne spricht! Selbstverständlich wurde gegen die ehrenwerten Kämpfer die Anzeige erstattet. Beim Böllerschießen zwei Mörser gesprengt! Prag. Donnerstag nachmittags wurde in In Rittersdorf trug sich am Morgen Saaz bei dem Geschäftsmanne Ctvrteček(!) des 1. Mai ein Vorfall zu, der leicht hätte fataund dem Zuckerbäcker Klier von den Organen der strophale Folgen nach ziehen können. Die Ges staatlichen Polizeibehörde eine Haussuchung vor meinde bejizt drei Mörser zum Böllerschießen, genommen. bei der Fähnchen und Binden mit dem die bei gegebenen Anlässen bereitgestellt und bisa tenkreuz beschlagnahmt wurden. Die her immer von Fachkundigen bedient wurden. Genannten wurden der staatlichen Polizeibehörde Am Vorabnd zum 1. Mai begaben sich drei junge zur Einvernahme vorgeführt. Inzwischen bilde Leute von der SdP zum Vorsteherstellvertreter ten sich vor dem Polizeiamte kleine Gruppen, die Herrn Ernst Kliemann und ersuchten ihn, auch nicht auseinandergingen, als die Genannten um Ausfolgung der Mörser, die im Gerätehaus nach beendeter Einvernahme entlassen wurden. Die der Feuerwehr aufbewahrt werden. Kliemannl Menge verhielt sich unruhig und wuchs ständig an. folgte ihnen die Mörser, ohne vorher den Vorso daß die Polizei ohne Waffengebrauch den Plaz sieber verständigt zu haben, entgegen dem Abräumen mußte. Eine Person wurde dabei leicht raten des Feuerwehrkommandanten aus. Am verlegt. Die Ursache der Verlegung wird 1. Mai zeitig früh stellten die Brüder Eduard untersucht. und Adolf Schimpfe und Rudolf Hortig die drei Mörser etwa 50 Schritte weit von bewohn= ten Häusern auf, luden alle drei und das Schießzen begann. Ein schwacher Schuß wurde ordentlich gelöst, die beiden anderen aber sprengDer Melniker Sender hatte gestern seinen ten, offenbar infolge fachunfundiger Uebers ersten großen Abend: die glücklich gewählte leber- ladung, die Mörser, so daß die schweren Eisentragung der Neueinstudierung des Hans Hei- ftücke in weitem Imfreis herumflogen. Es muß ling" aus dem Prager Deutschen geradezu als ein Wunder bezeichnet werden, daß Theater. die drei Schüßen mit heiler Haut davon kamen und auch sonst niemand verletzt wurde. Die Sprengstücke wurden mit großer Wucht fortge= schleudert, eines davon verursachte an einer Hausecke Schaden und auf den Dächern wurden mehrfach Dachziegeln zertrümmert. Hans Heiling" übertragen durch den Melniker Sender Die Uebertragung dürfte besonderes Interesse gerade der( nicht völlig betörten) Sudetendeutschen schon deswegen gefunden haben, als es Am Mittwoch, den 4. Mai, nahm der schwei- sich hier um jene romantische deutsche Oper Hein Die Christlichsozialen mußten sich erst zur zerische Nationalrat Vringolf, der Stadtprä- rich Marschner 3 handelt, die im böhmischen nationalsozialistischen, nach feierlichen Papst- sident von Schaffhausen, in Begleitung Ernst Teil des Erzgebirges spielt, in dem die Kunde Nach erfolgter Gendarmerieanzeige wurde worten mit dem Christentum unvereinbaren na Pauls- Prag an einer start besuchten Vertrauens- von der Heiling- Sage noch nicht ganz ausgestor- ein Lofalaugenschein vorgenommen. Dabei wurs tionalsozialistischen Weltanschauung befehren, sie männerversammlung in Sternberg in Mäh- ben ist. den im Umkreise von über 100 Metern Eisens mußten also erst zwiefache Renegaten werden, ren teil. Abgeordneter Zischka schilderte unter, Die ausgezeichnete Aufführung( die selber stücke von drei bis vier Kilogramm im Gesamts che sie würdig waren, in Henleins Gefolge auf- ſtarter Zustimmung aller Anwesenden die Situa- an dieser Stelle nur eben gestreift werden soll) gewicht von 47 Kilogramm aufgelesen. Daß die genommen zu werden. tion im nordmährisch- schlesischen Gebiet. Von fand im Melniker Sender ein geradezu ideales drei Schuldigen nicht verlegt oder gar getötet In jenen Kampftagen, auf die Henleins stürmischen Beifall begrüßt, sprach sodann Natio- Instrument der Fern- Uebertragung. Die Meinheit wurden, ist nur dem Umitande zuzuschreiben, Deutsche Presse" anspielen zu dürfen glaubt, nalrat Bringolf, der zunächst die Grüße der und Durchsichtigkeit des Klangbildes und die daß sie nach Anbrennen der Zündschnur in sichere hat Seliger in einer Rede auf dem Teplitzer Schweizer Arbeiter überbrachte und anschließend Treue in der Wiedergabe des gesungenen und ge- edung gegangen waren. ent 11, t es ent 11. ets cis Die is Die tet em Der met ne ers te tis wis 13. es cis le MOSTRILLO Die Maikundgebung in Teplitz- Schönau Seite 4 Der Westen und wir Im Klub„ Die Tat" sprach Donnerstag vor einer außerordentlich zahlreichen Zuhörerschaft Abg. Wenzel Jaksch über die Erfahrungen seiner letzten westeuropäischen Reise und die geisti gen Wandlungen, die sich in den letzten Monaten in den westeuropäischen Staaten vollzogen haben. Einleitend bemerkte er, daß froß mancher Irrtümer, welche die Demokratien begangen haben, doch den größeren Fehler die Nationalsozialisten begehen. Nicht nur, daß sie die Entwicklung der Staaten im Südosten Europas verkennen und nicht richtig erfassen, was z. B. in Jugoslawien und vor allem in Polen sich anbahnt, schätzen sie die Staaten des Westens und Nordens falsch ein. Für ſie iſt Frankreich ein innerlich krantes Land, Eng land ein ausschließlich auf seine materiellen Vorteile bedachter Staat, und die kleineren demokra tischen Staaten von der Schweiz bis zur Nordund Ostsee übergehen sie in ihren Vorstellungen gewöhnlich ganz. Sie übersehen vollständig das feste, innere Gefüge dieser Staaten, für welche die Demokratie eine organisch gewachsene, sichere Lebensform ist. Auch die Kampffähigkeit der westeuropäischen Demokratien beurteilen sie falsch. E3 war mein größter Eindruck, sagte Jatsch, den ich auf dieser letzten Reise hatte, daß man aufgehört hat, von Freiheitsgütern nur zu reden, sondern daß man sich mehr und mehr darauf einrichtet, die Freiheit für die Gegenwart zu bewahren und für die Zukunft zu sichern. Der Fortschritt in dieser Richtung ist unverkennbar und er hat in wenigen Monaten England stark verändert. Der Isolationismus und der Pazifismus sind von der Bildfläche hinweggefegt, das Bewußtsein der Zugehörigkeit Englands und des Kontinents verstärtt sich mit Riesenschritten. Man soll nicht an der Oberfläche hatten bleiben: Die großen histori schen Entscheidungen fallen in den Seelen der Menschen, bevor sie sich in politische Taten ums setzen. Der Anschluß hat geradezu den Anstoß zu einer moralischen Revolution ie rung des Westens gegeben, um so mehr, als auch der Engländer vielfach die Besetzung Desterreichs als einen persönlichen Verlust empfindet. Wickham Steed sagte, daß die Stim mung im Lande von ernster, aber feierlicher Entschlossenheit sei, auch der einfache Mann begreife, daß es nicht mehr um diesen oder jenen Kleinstaat geht, sondern daß alles im Einsatz ist, was auch in England noch ver teidigungswert ist. Die öffentliche Meinung sei schon viel weiter, als die Reden und Handlungen der Regierung zum Ausdruck brin gen. Die Menschen begreifen, daß die persönliche Freiheit und Rechtssicherheit Werte darstellen, die ohne Rücksicht auf die nächst liegen den materiellen Interessen vertei digt werden müssen. Das ist die Erklärung da für, daß die weitgehenden Londoner Beschlüsse, so die Militärallianz mit Frankreich, von der Regicrung Chamberlains verwirklicht werden muß ten. Auch in Frankreich ist diese Entwicklung zu beobachten. Freitag, 6. Mai 1938 Rätselhafte Mordtat in der Prager Altstadt ( rb) Mittwoch nachmittags wurde in der Theingasse auf der Prager Altstadt eine Mordtat aufgedeckt, die zunächst die Polizeiorgane vor ein absolutes Rätsel stellte. In einem Hause dieser Gasse wohnte die 42jährige Helene Se in d I, eine Frau, die sich im wesentlichen durch Prostitution erhielt. Helene Stindl war als„ Animierdame" in einem Nachtlofal letzten Ranges tätig, der letzten Station derartiger verunglückter Eristenzen. Wie sich im Zuge der vorläufigen Erhebungen ergab, Latte Helene Kindl eine Tochter, die außerhalb Prags eine Stellung als Beamtin innehatte und der sie sorgfältig ihre traurige Beschäftigung verbara, wie sie denn auch ihre Tochter nie zu sich kommen ließ, um ihr die Erkenntnis der wahren Existenz ihrer Mutter zu ersparen. Mittwoch nachmittags kam die Wäscherin, die ihre Wäsche besorgte, in die Wohnung der Kindl. Auf ihr Läuten meldete sich niemand und nach einigem Warten alarmierte sie den Hausmeister. Es zeigte sich, daß die Wohnungstür offenſtand. Auf dem Boden der Stube lag Helene Kindl, bloß mit der Unterwäsche bekleidet. Sie war tot und bereits erstarrt. Um den Hals war ein doppelt verknotetes Tuch geschlungen. Die Ober- und Unterlippe zeigte Spuren der Veräßung, unweit der Leiche fand sich ein Fläschchen mit Salmiak. ben süberdruß bestätigte. Die nähere Unter fuchung ließ indessen die Annahme eines Freitodes als ziemlich unmöglich erscheinen. Es zeigte sich. daß das doppelt verknotete Tuch um den Hals der Toten auf keinen Fall hätte von ihrer eigenen and so zusammengedreht werden können. inter diesem Tuch zeigten sich ferner an ihrem Hals die typischen fleinen Kraßwunden und Hautab schürfungen, die als charakteristische Merken einer Würgprozedur zurückbleiben. Die am Donners tag nachmittags vorgenommene Sektion der Leich ergab als Todesursache Erdrosselung, teils durch Handanlegung, teils durch Zuschnürung des Salses mit dem bei der Leiche vorgefundenen Tuch. Tie Tatsache des Mordes war damit ein deutig erwiesen. Auf der Suche nach der Spur des Mörders stieß die Polizei zunächst auf die allergrößten Schwierigkeiten, wie dies stets bei Frauen dieses Berufes der Fall ist, die über einen weiten und nicht näher bekannten Kreis von Bekannten ver fügen. Wie nach dem Mageninhalt festgestell: wurde, hat sich die Mordtat etwa zwei und eine halbe Stunde nach eingenommener Mittagsmahl zeit begeben. Die Polizei verfolgt nach der Aus fage einer Zeugin, die die Ermordete am kritischen Tag in Begleitung eines Straßenverkäufers gesehen haben will, eine Reihe von Spuren. Be Auf den ersten Blick war ein Serhitmord nicht greiflicherweise wird das Ergebnis der bisherigen auszuschließen, zumal da eine Vernollegin der Erhebungen, die einstweilen kein greifbares Reful, Verstorbenen deren mehrfach geäuferten etat eraeben haben, einstweilen geheim gehalten. Jagesneuigkeiten Ein vernünftiger Vorschlag? Ob die Meldung richtig ist, wissen wir nicht. Sie verdient aber, als charatteristisch für unsere Zeit. wiedergegeben zu werden: Rumänien soll dem Völ ferbund den Vorschlag unterbreitet haben, eine Ver cinbarung awischen allen Staaten anzubahnen, daß für den Striegsfall in jedem Lande ein neutraler Streifen geschaffen werde, in dem die Kinder untergebracht werden sollen. Der Vorschlag soll als sehr beachtenswert angesehen werden, und vielleicht er bliden die Herren vom Völkerbund, nachdem sie fast zwei Jahrzehnte hindurch den großen Schaß des Vertrauens, mit dem die Genfer Institution begründet worden war, systematisch vertan haben, nachdem sie allmählich den Völkerbund zu einer wirfungslosen Maschinerie werden ließen, nun in die sem Vorschlag, in der Arbeit für ihn, eine neue Wetätigungsmöglichkeit, eine neue Sinngebung des Wölferbundes. Das heutige Programm Nr. 106 der deutschen Sendung Prag- Melnik: 6.15: Morgensendung. 8.00: Schulfunt. 10.15-11.00: Schallplatten. 12.15: Vortrag. 12.45: Schallplatten. 14.00-14.10: Börie, 18.10: Dr. F. Neubauer: 50 Jahre Arbeiter- Unfallversicherung. 18.35: Arbeitersendung. 18.45: um. 19.00: Dr. Subitschet: Nefte im Böhmerwalb. 19.30: Balladen( Gef. Herm. Ehm, Klavier Prof. Langer). 20.00: Die Wundermedizin, Söriviel von V. Heger. 21.30: Uebertragung aus dem Café Richmond in Karlsbad. 22.30-23.00: Tanzmusit. Brünn. 17.40-17.55: Dr. Sarel Samvel, Sekretär Erich Bechold, Dir. Auguft Fiedler: Deuts sche und Tschechen. Austausch der Kinder in den wes rien. 17.55-18.00: Schallplatten. 18.00-18.15: Dr. Norbert Klein: Erſte Silfe bei Unglüdsfällen: Knochenbrüche. Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Donnerstag- Bichung der V. Selasse der 38. tschechoslowakischen Klaſſenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 20.000 Kč die Lose Nr. 108599, 20116. 10.000 Kč die Lose Nr. 38477, 4708, 80090, 56226. 5000 Kč die Lose Nr. 49444, 69020, 80918, 26769, 97096, 33921, 87795, 44327, 8075, 72434, 100772, 116534, 2560, 45411, 35482, 89093, 51056, 83114, 41518, 16177, 94233, 72021. 2000 Kč die Lose Nr. 82814, 66102, 33190, 15872, 109707, 111976, 28299, 10314, 84043, 57795, 36348, 94852, 107129, 51524, 65694, 914, 25247, 29699, 114217, 94385, 35337, 118686, 28298, 42061, 54191, 109549, 26525, 100869, 88625, 117873, 91093, 81657, 110484, 84272, 70000, 114562, 37426, 112550, 60266, 68004, 15110, 44081, 3560, 14694, 27637, 64127, 61008, 3356, 115921, 33004, 83990, 66523, 56005, 107786, 15833, 119602, 76079, 10090, 59465, 16508, 107255, 87913, 106463, 42805, 50872, 48198, Urteil verkündet. Es lautet in bezug auf die Angeklagten Richard Polky) vier Monate unbeSingt; Ernst Stu's ig fünf Monate unbedingt; Josef Zuleg er fünf Monate unbedingt, Waldemar Reich man n vier Monate, bedingt auf drei Jahre; Hugo Weyrich drei Monate unbedingt; Hugo P I an vier Monate, bedingt auf 48344, 57478, 58682, 55933, 47981, 89832, 86541, drei Jahre. Freigesprochen wurden die Ange85951, 82008, 109074, 118281, 54370, 35282, flagten Julius Günther. Anton Fuchs, 21559, 59226, 106350, 22239, 33036, 97524, 35780, Start Winterstein, Lampert töig. 107513, 28702, 5443, 75516, 86235, 81773, 71850, Anton Heidler, Otto 3 afre is, Adolf 91183, 104786, 115388, 13949, 82024, 97098, e de r, Emil S che i d le r, Rudolf Pech er 18350, 92560. und Siegfried Schreiber. Wir werden das Urteil morgen besprechen. Temperat: r tief unter dem Normalwert. Die dem Augenblick, als er von der Polizei verhaftet Neuer Schulgeist in Desterreich. In einem werden sollte, aus dem Fenster seiner Wohnung Mädchengymnajium zu Salzburg ereigneten sich auf die Straße. Dabei riß er im Fallen einen ges jüngst in einer und derselben Klasse von 12jäh- rade unter dem Fenster stehenden Arbeiter nieder. rigen Schülerinnen an einem und demselben Vor- Während Werner lediglich einen Schenkelbruch mittag diese zwei Vorfälle: Die blonde, gar nicht davontrug, wurde der Arbeiter lebensgefährlich jüdiſch aussehende Tochter eines jüdischen( ge- verletzt. Beide mußten in das Spital gebracht fauften) Ehepaares wurde plößlich von einer werden. Mitschülerin, mit der sie bis dahin ganz gut ge= Siebenlinge! Das Reutersche Bureau teilt standen hatte, aufgefordert, jest sofort eil mit, daß Frau Raphael Casan, die Frau eines Sitler" zu rufen, sonst würde sie erstochen. Und Weißen in Bayama, einer der östlichen Provinzen dabei güdte die Klassenkollegin das geöffnets Ta- der Insel Kuba, sieben lebende Kinder geboren schenmesser in nicht mißzzuverstehender Absicht. hat. Aus einer anderen Quelle wird hiezu bekannt, Das angeredete Mädchen übrigens tschechoslo- daß von den Neugeborenen sechs Mädchen und watische Staatsbürgerin richtete sich gerade eines ein Knabe ist. auf, öffnete die Arme und sagte ruhig: So er ſtich mich!" Dadurch kam das Hitlermädchen doch Luftdruckverteilung auf dem Festlande und über den zur Besi nnung und schlich weg. Ein anderes angrenzenden Weeren ist noch immer ziemlich Mind, Tochter von als Schuschnigganhängern be- una unit ia für die weitere Wetterentwidlung in unseren Gegenden. Aus einem Hochdrudgebiet kannten Eltern, sollte auf Verlangen fast der ganzen Klasse rufen:„ Schuschnigg verrecke, heil Sit über den nordwestlichen Teil des Atlantischen Ozeans Ter." Sie rief aber Hitler verrecke, heil Schuschströmt Mitteleuropa fühle Luft zu, so daß die Tem veraturen hier beträchtlich tief unter dem nigg!" Darauf fielen die anderen über sie her, or ma I we ri verbleiben. Der Simmel ist schlugen sie nieder und mißhandelten sie so lange wechselnd bewölkt und stelleniveife treten Regen oder und ausgiebig, daß das Kind erheblich verletzt so- in den höheren Lagen an der Nordoitarense des Staas fort ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Die tes auch Schneeschauer auf. Nachtfröste sind vorläufia akademisch gebildete Lehrerin hatte regungslös das nicht ausgeschlossen- Wahrscheinliches Wetter von beigestanden und nicht einmal mit einem Wortreita a: Wechselnd bedeckt bis vorwiegend beiter, nur an der Nordostgrenze des Staates noch zeits versucht, den Mädchen Einhalt zu tun! weise Schnees oder Regenfälle möglich. r o it= Nordwestwind. Wetteraussichten für Sam 3a e fab r. unteriags etwas wärmer. Nord- bis In einem Briefe aus Spanien wird berichtet. ein aufſehenerregender Vorfall. Der jüdische tag: Andauern der im ganzen unbeständigen, jedoch Mehlgroßhändler Robert Werner stürzte sich in irodenen Witterung. Weitere mäßige Erwärmung. Ja, vielleicht kommt wirklich eine solche Vereinbarung zustande! Nur wenige Staatsmänner wer den den Schuß der Kinder glatt ablehnen. viel leicht wagt es feiner. Kinder: weich, fast mensch lich können sogar die wildesten Striegsvecherrlicher werden, wenn sie an Kinder denten, von Kindern sprechen. Und erst die gewöhnlichen" Menschen! Sic fönnen nur in Schreden und Angit an das Los der Kinder im Striege denken. Solchen Stimmungen Die Besibergreifung Oesterreichs hat dem pflegen auch jene rauhen Männer, die gern andere, Nationalsozialismus zweifellos einen Prestige meist weniger rauhe in den Krieg schiden, au begewinn gebracht, dieser wird aber aufgewordfichtigen. Vielleicht also fommt ein solcher Vergen durch die Entwicklung, welche in den andern zag zustande. Warum nicht? Haben doch alle, alle Staaten den Kellog- Paft unterzeichnet. der den Staaten durch die verstärkte Abwehrbereitschaft Krieg ächtet. eingeleitet worden ist. Meine persönliche Ueber zeugung, schloß Jatsch diesen Teil seiner Rede. geht dahin, daß wir uns jeden Tag, der uns von dem Anschlußz Desterreichs trennt, einen Schritt weiter aus der Gefahrenzone entfernen, denn es wäre falsch, nur darauf zu schauen, wie schwach wir und wie stark die andern sind, sondern man muß daran denken, daß über die Tschechoslowakei nicht isoliert, sondern unter europäischen Aspekten entschieden wird. Genau so viel Wert wie der Kellog- Balt hätte eine Vereinbarung über den Schuß der Kinder. Sie würde nicht eingehalten werden! Von den friegerifchen Staaten, von jenen, an die man denkt, wenn man von Striegsgefahr spricht, nigt! Sie würden wieder behaupten, je rücksichtsloser die Kriegführung sei, um so humaner ſei ſie, weil sie den Krieg durch diese Rüdsichtslosigkeit abkürze. Außerdem aber würden sie zwar die Kinderschuß- Vereinbarung nicht einhalten, aber behaupten, es zu tun... Auf der Flucht vor der Gestapo... Mittwoch ereignete sich in Linz vor dem Café„ Goethe" Anschließend kam der schweizerische National- daß Franco- Flieger ein Kinderheim beschossen, das rat Bringolf zu Worte, der betonte, daß er und sehr deutlich gekennzeichnet war groß das Noteder Vorsigende der Schweizer Sozialdemokratie. Kreuz- Abzeichen auf dem Dache. Tief herab stiegen Nationalrat Oprecht, das Bedürfnis hatten, durch die Flieger und genau beobachteten sie, was in dem ibren Besuch in der Tschechoslowakei der Demofratie Seime geschah. Und dann dann erst warfen ſie Die Achse berät: eine moralische Unterstübung zu gewähren. Auch die ihre Bomben ab und beschossen die Kinder aus Schweizer beschäftigt die Frage, ob sich ihr Staat Maschinengewehren! Furchtbar die Wirkung! Die in den jebigen Edhwierigkeiten als demokratischer republikaniſchen Soldaten, nun an Blut wahrlich Hitler für Aenderung der GesamtStaat behaupten fann. Bringolf glaubt, daß die schon gewöhnt, brachen in Tränen aus, als sie die Eristenz der Schweizer Demokratie für die Zukunft zerfetzten Leiber sahen als sie die abgerissenen überhaupt gesichert ist, wenn die nächste Beit gut Kinderhändchen sahen, die wie weggeworfene Handüberwunden wird. Er betonte schließlich, daß in der schuhe herumlagen... Schweiz die demokratischen Gruppen in der levien orientierung der Tschechoslowakei Darum geht es den modernen Kriegshelden. Pari 8. Der Sonderberichterstatter der der dreicinhalb Millionen Deutschen aus der Zeit den Weg zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit den Heroen unserer Zeit: Schrecken unter der Rivil- Agentur& a v as in Neapel meldet zu der heu gefunden haben und berichtete, daß das Ziel dieser bevölkerung zu verbreiten. Und was könnte die Wüttigen Unterredung Mussolinis mit Meichskanzler Pufammenarbeit vor allem die Liquidieruna ter in schlimmere Verzweiflung stürzen als der Tod der Arbeitslosigkeit ist, was er als ihrer Kinder? Sie verrechnen sich, die italienizentrale und moralische Aufgabe bezeichnet. Auch auf schen und preußischen Fliegerhelden Spaniens, Dem Gebiete der geistigen Landesverteidigung fie eriveden Troß und Verbitterung. Und auch dort. wurden in der Schweiz in der letzten Beit Fortschritte wo sie gefieat haben, lebt dieser Troß, glüht der. Hak erzielt. Nicht nur in der Schweiz, sondern überall gegen die Vernichter der Kinder. Nie wird Spanien müßte die Demokratie aus der Verteidigung in den wirklich faschistisch werden, nie! Aber der Krieger Angriff übergehen. Heute hat die Schweizer So- fann an nichts anderes als an Vernichtung denken zialdemokratie auch ein positives Verhältnis zur so wird das grauenvolle und in Wahrheit doch auch militärischen Landesverteidigung gefunden und ihre sinnlose Kindermorden fortgesetzt werden. Beziehungen zum Offiziersforps verbessert. Bringolf Man mag breite Landstreifen als neutral erbrachte schließlich den Wunsch zum Ausdruck, daß die flären, man, mag in wohlgefeßten Worten den Fichechoslowakische Republik über alle Schwierigkeiten Schutz der Kinder verbürgenes wird ja doch aut hinwegkommen möge. Er fand besonders warme nur widerliche Heuchelei. Wer den Krieg will, wer Werte auch für die deutsche Sozialdemiftatie den Strien entfeifelt, iſt ſo fern aller Menschlichkeit, Sitler, daß über das Wesen dieser Unterredung strengstes Stillschweigen gewahrt wurde. Der erste Eindruck der leitenden Stellen ist, daß auf bei den Seiten das Bestreben vorherrscht, durch den Prunk der Rezeptionen, alle. Gerüchte zu zerstreuen, die zu der Auslegung führen würden, daß die Achse Nom- Berlin brüchig ist. Tschechoslowakei ist zwar eine grundfähliche Frage, ihre Lösung ist aber für Deutschland keine vitale Dringlichkeit. Ebenso wie Deutschland zu gelaffen hat, daß an der oberen Etsch z. B. Deutsche außerhalb des deutschen Reichsgebietes leben, ebenso kann es eine ziemlich lange Friſt für die Angelegenheit der Sudetendeutschen zulaffen. Eine Kernfrage und zugleich eine praf. tifche Frage ist es für Deutschland zu wiffen, ob die Tschechoslowakei in das Gesichtsfeld der deut Es haftet auch der Eindruck vor, daß die Stellung Deutschlands gegenüber Italien wieder schen Politik tritt, wenn es sein Abkommen mit die eines Betenten ist. Wenn Italien Deutschland Sowjetrußland und Frankreich lockert oder sogar zur Regelung seiner Beziehungen mit Frankreich fündigt. und Großbritannien braucht, so braucht Deutsch- Anschluß der Sudetendeutschen an das Reich, als Berlin wünscht einstweilen weniger einen land unstreitig Italien noch mehr zur Verwirt- vielmehr eine Aenderung der Gesamtorientierung lichung seiner Pläne in Mitteleuropa und seiner Kolonialforderungen. noch mehr. In der Umge- der Außen- und Wirtschaftspolitik der Tschechobung der deutschen Führer wird behauptet, daß Mom der gegenwärtige Kampf zwischen Prag und flowakei. Von diesem Gesichtspunkte wurde in die Regelung des tschechoslowakischen Problems Berlin als lofale Episode des Gesamtkampfes und des Kolonialproblems für Deutschland die der ,, Großmächte der Ordnung" gegen die bolschefreigesprochen unerläßliche Vorbedingung zur Wiederaufnahme wiſtiſche Tätigkeit in Europa bargelegt. Berlin eingehender Verhandlungen mit den europäischen rechnet gestützt auf die Achfe Rom- Berlin mit Mächten ist. der vollen Unterstützung Italiens und die Kreise Hinsichtlich der Tschechoslowakei scheint es, der deutschen Delegation haben bereits über diese daß sich die deutschen Führer in Rom mit fol- Angelegenheit ihr vollkommenes Vertrauen begendem Thema vorgestellt haben: Der Anschluß kundet. dieses Landes, für die er größeres Verständnis im daß der Gedanke an die Berücksichtigung..feindtschechischen Lager fordert.( Großer Beifall.) licher" Kinder oder gar der Gedanke an die Einhal tung von Verträgen ihn nur heiter stimmt. Politische Generalamnestle für sechs Personen Dublin. Ministervräsident De Valera hat die Entlassung von sechs politischen Gefangenen aus der Haft verfügt. Dieser Schritt tommt einer allgemeinen Amnestie gleich, da sich die Gesamtzahl der irischen politischen Gefangenen Lediglich auf sechs beschränkt, Die drel SdP- Ordner Merkwürdiges Urteil in Neudek Neudek.( Eigenbericht.) Die Beratung des Gerichtshofes dauerte den ganzen Tag. Erst in den späten Abendstunden wurde das 20 de A al ΤΟ it D 2 6 9 I t 221 00: 15: rie. า: Wt. 30: r). er. in met, Fe 15: n: er 90, 8, 4, 6, 0, 3, 4, 6, 69, 2, 4, 8, 6, 8, 8. 1, 2, 0, 0, 8, et 8 LA" JA St t B t Nr. 106 Freitag, 6. Mai 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die Angestellten zu den Anschlußfolgen für unsere Seidenindustrie Eine neue Bestätigung Bessere Wirtschaftsbeziehungen Prag- Warschau? Informationsbüro über die Folgen des Anschlusses In der am 4. Mai stattgefundenen Sigung des Vorstandes der Zentrale der tschechowakischen elegant BERSON Geife 5 BERSON der USSR erfaßten. Er erwähnte auch die Fra gen der Sozialversicherung, wobei er erklärte, die entsprechende Voranschlagspost für 1938 er= reiche 7057 Millionen Rubel, wovon 510 MilItonen im heurigen Jahre auf Hilfsaktionen für Sinder entfallen; 398.000 Kinder wurden in Pionierlagern untergebracht werden. Chwernik befaßte jich ferner eingehend mit den in Moskau zwischen den Vertretern des Zentralrates der Syndikate und dem Internationalen Gewerks schaftsbund geführten Verhandlungen, deren Verlauf aus den eBröffentlichungen des JGB bereits bekannt sind. Dänemark als Vorbild Die in so vieler Hinsicht beispielgebenden London. Der„ Manchester Guardian" berichtet aus Warschau, daß Polen die Bestrebungen zur Hebung des Handels- und Wirtschaftsver= Aus diesen Ziffern ist der allgemeine Rüdgang fehrs zwischen der Tschechoslowakei und Polen begegenüber dem Vorjahre bereits an und für sich grüße und alles daran setzen wolle, diese zu fördeutlich ersichtlich. Der Umstand, daß die Zentra- dern. Es wird gehofft, daß eine Besserung der len der mährisch- schlesischen Seidenbetriebe ihren wirtschaftlichen Beziehungen auch zu einem besseSitz in Wien haben und der größte Teil der Auf- ren politischen Verständnis beider Länder führen Der Allgemeine Angestellten- Verband in träge von den Wiener Zentralen an die im tsche- werde. Besondere Aufmerksamkeit wird der GeReichenberg hat in dringenden Eingaben an das choslowakischen Gebiet arbeitenden Betriebe erwährung von Erleichterungen für die tschechosloMinisterium für soziale Fürsorge, an das Han- folgt, gibt infolge der Vereinigung Desterreichs watische Ein- und Ausfuhr im Hafen von delsministerium und an die volkswirtschaftliche mit dem Deutschen Reiche Grund genug, um mit Gding en gewidmet, wo die Hafenbehörden ſoAbteilung des Ministeriums des Beußern auf den einer Reihe von Gefahren für den Bestand der gar bereit sind, Neuinvestitionen vorzunehmen, an und für sich schon schmalgewordenen Lebens- hiesigen Betriebe rechnen zu müssen. Insbesondere um den tschechoslowakischen Handel hier zu unter: raum der deutschen Privatange= der Veredelungsverkehr zwischen Oesterreich und stüßen. Man hält es für möglich, daß die tscheite Ilten aufmerksam gemacht und ersucht, bei der Tschechoslowakischen Republik, der die Existenz- choslowakische Baumwolleinfuhr( einschließlich der den am 9. Mai beginnenden Verhandlungen mit grundlage der meisten Seidenbetriebe bildet, ist aus Aegypten), die bisher hauptsächlich über HamDeutschland insbesondere darauf Rücksicht zu neh- bereits jetzt schwerstens gefährdet und eine ganze burg geleitet wurde, nunmehr über Polen ge= men, daß von einem günstigen Ausgange allein Reihe von Unternehmungen im mährisch- schleji führt werden soll. in der Seidenindustrie die Existenz von fast schen Gebiete sieht sich gezwungen, zu Kurzarbeit 600 Angestellten und über 4400 überzugehen. Angesichts der Tatsache, daß so gut Arbeiter abhängt. Im Namen seiner Mitglie- wie überhaupt keine Aufträge mehr von den Wies der hat der Verband ersucht, besonders auf die ner Zentralen an die hiesigen Seidenbetriebe weiErhaltung des Veredelungsvertergeleitet werden, dürfte sich in den nächsten tehres im bisherigen Umfange un- Monaten dieser Zustand noch weiter verschärfen ter allen Ilmständen hinzuwirken. und die Gefahr von Entlassungen größeren Um Handels- und Gewerbekammern wurde be- nordischen Staaten sind auch auf dem Gebiete der schlossen, bei der Zentrale der Handelskammern Agrarpolitik Wege gegangen, die der Mehrzahl Durch den Anschluß ist von allen tschecho= fanges immer näher heranrücken lassen. in Prag eine besondere Informationsabteilung der bäuerlichen Bevölkerung dienstbarer waren slowakischen Wirtschaftszweigen die Textilindus zu errichten, welche sich mit allen Wirtschafts- als dies z. B. bei der tschechoslowakischen Agrarstrie und mit ihr die Seidenindustrie am heftig= und Finanzfragen befassen wird, die infolge des politik der Fall ist. Die Regierungen der nordiften betroffen worden. Die heimische TextilinduAnschlusses von Desterreich an Deutschland entschen Staaten arbeiten seit Jahren erfolgreich strie sieht sich dadurch einer von weittragenden Der Reichenberger Freigeist" schreibt: standen sind und die privatrechtlichen Verhält auf diesem Gebiete, der französische sozialdemo Folgen begleiteten Umgruppierung ihrer Märkte Nachdenklich müßte die Oeffentlichkeit die Tat- nisse tschechoslowakischer Staatsangehöriger be- tratifche Landwirtschaftsminister Monnet schuf gegenüber. So exportierte die Textilindustrie nach ſache stimmen, daß bei der Reichenberger Spar- treffen. Zweck dieser Einrichtung, welche auf in der kurzen Zeit der Voltsfrontregierung mehr Desterreich im Jahre 1937 für 303 Millionen, tasse( für Stadt und Bezirk) im Abstimmungs- Grund der prinzipiellen Zustimmung des Han- für die Landwirtschaft, als eine ganze Reihe seis darunter etiva 60 Prozent Fertigwaren und nur monat im Sparverkehr folgende Ziffern gemeldet delsministeriums und der volkswirtschaftlichen net bürgerlichen Vorgänger. Es ist deshalb ver civa 33 Prozent Garn. Demgegenüber wies die werden: Behebungen Kč 25,444.436. Gin Sektion des Ministeriums für auswärtige Ange- ständlich, daß die mit der tschechoslowakischen Tertilausfuhr nach Deutschland( ca. Millio lagen Kč 19,077.503.-. Mehr abgehoben Kč legenheiten erfolgt, ist der, das gesamte Material Agrarpolitik unzufriedenen bäuerlichen Schichten nen) eine andere Zusammenseßung f, wobei 6,366.960.-. über die angeführten Fragen im Rahmen der immer wieder ihre Augen nach den Ländern mit ca. 70 Prozent auf Garn und nur 25 Prozent Zuständigkeit der Handels- und Gewerbekam Regierungen unter sozialdemokratischer Führung auf Fertigwaren entfielen. Es ist daher zu er mern zu gewinnen und zu konzentrieren und so richten. So veröffentlichte vor kurzem V. Maját warten, daß auch in der Struktur eine Anglei wohl den Behörden, als auch Einzelpersonen uns eine sehr instruktive Schrift über Dänemark und chung des österreichischen Absatzgebietes an das verbindliche Informationen zu erteilen. Auf diese seine Agrarpolitik" auf Grund seiner dort gebisherige Reichsgebiet erfolgen dürfte, d. h. also, Weise soll bei den Handelskammern der Infor- machten Studien. Wir wollen hier nur ein Beis daß von tschechoslowakischer Seite Desterreich nicht mationsdienst, welchen die Interessenten bisher spiel herausgreifen, an dem schon sehr deutlich mehr so wie früher hauptsächlichstes Absaßgebiet an verschiedenen Stellen in Anspruch nehmen, der Unterschied zwischen der Agrarpolitik Dänevon Fertigwaren bleibt. geregelt und zusammengefaßt werden. Legitis marks und der Tschechoslowakei hervortritt. mierte Interessenten können die Dienste dieser Dänemark ist ein ausgesprochenes Viehpro Informationsabteilung der Kammerzentrale duktionsland. Die fleinen und mittleren Landdurch Vermittlung ihrer örtlich zuständigen wirte fönnen nur 20 bis 25 Prozent der GeHandelskammer in Anspruch nehmen. treideernte verkaufen. Sie müssen aber bedeutend mehr Getreide und Futtermittel wieder zukaufen. 80 Prozent des Rohertrages der Wirtschaft stammt aus der Viehwirtschaft. Die dänische Regierung hat deshalb bei der Stabilisierung der und Futtermittel zulaufenden fleinen Landwirte Getreidepreise darauf gesehen, daß die Getreides geschützt werden. Das geschah in der Form, daß alle Abgaben für das eingeführte Getreide in einen Fonds fließen, der an die Landwirte vers teilt wird, und zwar in der Weise, daß die kleinen Betriebe mehr erhalten als die großen. Die dänische Regierung hat also eine Lösung gefun den, gleichzeitig mit der Stabilisierung der Getreidepreise eine Verteuerung der Gestehungsfosten der Viehproduktion bei den kleinen und mittleren Produzenten zu vermeiden. Die Schweineproduktion wurde mit Hilfe von Schlachtfarten reguliert. Bei der Rindfleischpreisstabilisierung wurde auf die Arbeitslosen Moskau.( Taß.) Mittwoch fand eine und die minderbemittelten Voltskreise entspre= Sigung des Vorstandes des Zentralrates der chend Rücksicht genommen. So könnte bei allen Gewertschaften statt. Chwernit gab bekannt, daß Maßnahmen der dänischen Regierung zugunsten zum 1. Jänner die Sowjetgewerkschaften der Landwirtschaft die Bedachtnahme auf die flei= 22,427.00 Mitglieder aus allen Berufskreisen nen Landwirte und die minderbemittelten Verzählten und so 82 Prozent aller berufstätigen| braucher nachgewiesen werden. ( f.) Wir betonen ausdrücklich, daß diese Mehr behebung in den politischen Vorgängen seine Ursache hat. Beinahe 6 Millionen Kronen sind entweder in die Strümpfe oder in andere Geld anstalten gewandert( man spricht nach Prag). Auf diese Weise wurde dem deutschen Gebiete das so notwendige Geld für die Wirtschaft entzogen und alle jene, die jetzt manchen Bau nicht aufgeführt, manche Arbeit nicht durchgeführt sehen, die also arbeitslos bleiben oder werden, mögen aus dieser Abhebung die Lehre ziehen. Es mag sich ja bei Aufzügen sehr schön und laut Sieg- Heil" schreien lassen, aber damit wird kein deutscher Arbeiter satt. Er braucht Arbeit, diese aber wandert aus mit dem Gelde, welche die Mißtrauischen ganz einfach abheben. Besonders heftig dürfte der Veredelungsver kehr zwischen der Tschechoslowakischen Republit und Oesterreich betroffen werden. Dieser Veredelungsverkehr ist aber eine der wesentlichsten Eristenzgrundlagen der mährisch- schlesischen und zum Teile auch der ostböhmischen Seidenindustrie. Diese Industrie, die an und für sich sich von den Strifenauswirkungen noch nicht erholen konnte, beschäftigt augenblicklich ca. 5000 Eriverbstätige, während vor Einbruch der krisenhaften Verhält niffe fast 9000 Personen Arbeit und Eristenz in den Seidenbetrieben fanden. Die Gesamtzahl der j in den Kriſenjahren verlorengegangenen Arbeitss plätze in der Seidenindustrie beträgt daher fast 4000, das ist ca. zehn Prozent der im Jänner des Jahres 1938 für die Tertilindustrie gemeldeten Arbeitslosen, die im Jänner 1938 eine Zahl von 40.965 erreichte. Die Seiden- und Seidenwarenproduktion, die sich in den letzten Jahren nur einer verhältnismäßig langsamen Beffe rung erfreuen konnte, ist auf Grund der politischen Ereignisse empfindlich getroffen werden. Ersicht lich wird dies den veröffentlichten Ausweisen über den Au el, der folgende Vergleichsgiffern ermö in Millionen Kronen): Ausfuhr Einfuhr März 1937 45.8 34.9 Feber 1938 30.5 26.8 März 1938 34.6 27.0 ,, Triumph des Willens" Die Einlagenzinssätze werden nicht herabgesetzt Prag.( Amtlich.) Die am Donnerstag ers schienene Nachricht eines Prager Blattes in einem Artifel mit der Ueberschrift ,, Aus den Itegierungsberatungen", in dem es heißt, daß in der heutigen Sigung des Kommitees der Wirtschaftsminister über die Herabseßung der Einlagenfäße beraten werden soll, beruht auf einem Mißverständnis. Gegenstand der Beratung soll nämlich die Herabsetzung der Zinsen von gewes fenen Einlagen sein, die vor einiger Zeit bei einigen Geldinstituten engelegt worden sind. Es wäre also vollkommen unrchtig aus dieser Nachricht ableiten zu wollen, daß vielleicht über Aenderungen in der bisherigen Regelung der Zinssätze verhandelt werden soll, zu der es durch Regierungsverordnung vom 21. Dezember 1985, 31. 238 Slg. b. G. u. V. gekommen ist. Oesterreichs Bodenschätze in reichsdeutsche Hände Linz. Bezeichnend für die Beherrschung des Unternehmertums in Desterreich durch reichsdeutsche Wirtschaftsfaktoren war die Gründung der Reichswerte A.-G., Erzbergbaus und Eisens hüttnewerte Hermann Göring in Linz. In den Aufsichtsrat wurden vorwiegend Reichs= deutsche gewählt, darunter die Staatssekre täre Dr. Körner. Dr. Keppler und Brinkmann aus Dortmund usw. Zum Vorsitzenden des Voraus Berlin, Dr. Voß und Generaldirektor Vogler standes wurde Dr. Paul Peiger, Berlin, bestellt. mit dem Bau der Linzer Werte soll demnächst begonnen werden. Die russischen Gewerkschaften Publikum sich still. Als ein SA- Mann, ein jun-| Kleidern, Stoffen, Schuhen, Strümpfen usw. in bern der beschlagnahmten Automobile, zum Telger Proletarier, Tränen in den Augen, den bester Qualität, sie sah Butter und Milch in lerwaschen und Latrinenpußen in den Kasernen Zwei Tage nach der zwangsweisen Be- Toten von Verdun und Langenmard, vom Che unbegrenzten Mengen und keiner, der Zeuge zwangen, war die Empörung, die Angst unter freiung des Donaulandes von seiner zwar sehr min des Dames und von der Aines im eigenen war, wird jenes hemmungslose Staunen, jenen den Wienern ungeheuer groß. Sehr bald zeigte problematischen, doch relativ noch großen Frei- und Namen seiner Gruppe den Freu- Eid leistete, gierigen Blid vergessen können, mit dem deutsche sich jedoch, daß sich die Arretierten mit Beträgen, heit wurden die Wiener Ninoinhaber dazu ver- erkannte mancher Zuschauer, daß zwischen diesen Soldaten das Ausladen der Anterfabrikwagen die zwischen einem und zwanzig Schilling anlaßt, die ausländischen Schund- und gläubig- starken, von ihrem unklaren Gefühl zu belauerten, aus denen frische Vrote, Semmeln, schwankten, von diesem Arbeitsdienst lostaufen Schmutz"-Produkte vom Spielplan zu entfernen. einer Einheit und Gemeinschaft Hingezogenen Bregeln, Kipfeln genommen und in die diversen konnten. Zuletzt verlor die Angelegenheit an An Stelle des grandiosen Negerfilms„ Green und dem Regime, das diese Menschen sich Läden getragen wurden. Solch eine Ueppigteit Schreden. Man fand sich ab mit Gegebenheit Pastures" wurde„ SA- Mann Brand", statt wenigstens bis damals botmäßig gemacht hat, mögen die Soldaten wohl gedacht haben gibt oder der Möglichkeit der Nötigung, man zog sich Dead End", dem aufwühlenden Dokument vom ein himmelweiter Unterschied besteht; daß Sitler es also in einem Land, das Hitler nicht befreit schlechte Kleider an, man puste, wenn man dazu Schattendasein der New Yorker Kinder, der Sit- absolut nicht Deutschland ist. Als die S5 im hat und beherrscht. angehalten wurde, schweigend und gleichgültig Terjunge Reg" gezeigt. Die Filme mußten, da Stechschritt vor dem Führer defilierte, begannen Ein merkwürdiger Zwang bindet die Nazi und ging dann seines Weges. Die SA, bei ihren selbst die arisch- deutschen Volksgenossen die Vor- alle Anwesenden laut zu lachen. Und als am an das Feuer. Der Reichstag ging in Flammen Opfern nicht einmal mehr auf innere Widerstellungen nicht besuchten. nach zwei oder drei Schluß des Films das Wessel- Lied gespielt wurde auf, Brände natürlich nur von Sozialiſten ſtände stoßzend, verlor die Freude an den Tagen abgesetzt werden und die geschäftstüchtigen und jemand aufstehen" schrie, erhoben sich die gelegt- loderten da und dort zum deutschen Zwangsmaßnahmen, an Hohn und Spott und Unternehmer ließen die ältesten Erfolgsstüde wie Leute gehorsam, aber sie liefen zu den Aus- Himmel, im Jahre 1933 versuchten Mitglieder Fußtritten, und langsam verschwanden die PuzzTop- Hat" oder„ Die klugen Frauen" vorgängen. der illegalen NSDAP das Wiener Parlament scharen aus dem Straßenbild. Uebrigens iurführen. Am Tage nach der Machtergreifung wurden in Brand zu stecken, im Feber sollte die Gesandt den auch Bestätigungen über das Pußen ausUnter den Filmen, welche die Reichskulturs an allen Wiener Straßeneden Halenkreuzabzeis schaft des Dritten Reiches in Wien, Plänen zu- gestellt. Sie lauteten:„ Hiermit bescheinigt... kammer in so verblüffend rassischem Tempo, dem chen verkauft. Faſt überflüssig zu berichten, daß folge, die in der Teinfaltstraße aufgefunden( folgt Name und Adresse des Kommandos), daß Kennzeichen der Gleichschaltung auch auf den alle Händler die Konjunktur zu nuben suchten wurden, in Brand gesetzt werden, um einen Vor- Herr- Frau.... heute freiwillig unfreiandern Gebieten, nach, Wien fandte, befand sich und für die Abzeichen, die später bloß wand zum Einmarsch deutscher Truppen in das willig( nicht Butreffendes ist zu streichen) aber auch der Film vom Nürnberger Parteitag zehn Groschen kosteten, einen Schilling for Land zu liefern und schließlich brach in der durch...( folgt die Bezeichnung der Betätigung) im Jahre 1934:„ Triumph des Willens." Er derten. Zu gleicher Zeit wurden aber auch ominösen Nacht des 11. März ein Brand im feiner Verpflichtung nachgekommen ist." Unterlief im großen Saale der Urania und des Apollo blaue Stoff- oder Papierblumen verkauft. Hause der V.F.( Vaterländischen Front) am schrift, Stempel oder manchmal die Anmerund selbstverständlich konnte das Propaganda- das uralte deutschnationale Abzeichen. Und Sof aus. Dabei wurde die deutsche Mannschaft tung:„ In Ermangelung eines Stempels", darministerium es nicht riskieren, daß der Wille der ieder, der man tat dies aus Selbstschuß das Opfer ihrer Ortsunkenntnis. Sie wußten unter hand- oder maschinengeschrieben die Desterreicher triumphierte, welche den offiziell gründen nicht mit dem Balentreuzemblem nämlich nicht und konnten ähnliches nicht ahnen. Adresse, z. B. SA- Kommando Concordiaplatz, empfohlenen Besuch des Maduverts bontottierten herumgehen und seine oppositionelle Einstellung daß sich das Hauptquartier der Wiener Feuer- Tel. 9. 22-2-13. Selbstverständlich erklärt und der Serienaufführung dadurch ein höchst sofort belunden wollte, trug eine jener blauen wehr aim of befindet, dem Fronthaus gegen jeder Betroffene, das er die Arbeit freiwillig verfrühtes Ende zu bereiten schienen. Hunderte Blumen. So tam es in Desterreich zu der Grogeleistet habe und die SA oder SS verfügt wieKarten wurden fäglich ausgestellt, ohne daß es teste, daß sich die Gegner der NSDAP noch vor der über Beweise", wie einverstanden die Be= gelang, die Säle vollkommen zu füllen. Auch der offiziellen und gefeßlichen Legalisierung der völkerung mit solchen Zwangsmaßnahmen ist war der Eindruck, den diese angebliche Großtat Partei als solche deklarierten. Der Verkauf der und findet keine Reibungsfläche und keinen der deutschen Filmkunst hinterließ, ein völlig blauen Blumen wurde dann allerdings verboten. Als in den ersten Tagen nach der Macht Grund, genen die Unterdrückten noch schärfer anderer, als man im Dritten Reich erwartet Die deutsche Armee kam und sah und siegte, ergreifung SA- Leute absolut unbeteiligte Per- vorzugehen. Während die Desterreicher das haben durfte. So lange Landschaftsbilder und zunächst und sozusagen, unblutig" über das sonen, Juden und manchmal Christen, arretiers barte, nun bereits gewohnte Schweigen mit Aufnahmen vom Lagerleben abrollten, solange arme teine Land. Doch was ſie ſah, besiegte ten und sie zum Reinigen der Straßen von einem vielsagenden Lächeln unterbricht: Triumph Hitler, Göring, Streicher sprach, verhielt das die Armee. Sie sah große Geschäfte voll mit Schuschniggs Abstimmungsparolen, zum Säus des Willens. über. Staum war der Brand gemeldet worden. erschienen Rüstwagen und Männer und binnen einer viertel Stunde wurde das Feuer vollkommen gelöscht. Seite 6 Prager Zeitung Vorzeitiger Schulschluß in Prag " Sozialdemokrat" die daß er seine Mitschüler in der Fortbildungsschule um Geld bestohlen hatte. Das Urteil lautete auf fünf Monate fchweren Kerkers. bedingt auf drei Jahre. " Festakademie Liebenden und gegen das Stubenmädchen Anklage wegen des Verbrechens der falschen Reugenausiage. Die vor dem Straffenat des GR. Dr. Wer veranstaltet der Atus gemeinsam mit der NW und ner verhandelte Sache endete mit einem überraschen der Volkssinggemeinde" am 7. Mai um 20 Uhr den Freispruch.- der sich auf rein formale Moim großen Saale des Palais Madio" in mente stüßt. Die Beteiligten können fich bei den Prag XII., Fochova. Anschließend Tanz. Eintritt Kč 6.-. Der Schulminister hat ganz ausnahmsweise verfügt, daß das Schuljahr 1937/38 an den Volksschulen in Groß- Prag schon am 15. Juni 1938, an den übrigen Volksschulen sowie an allen Mittelschulen, Lehrerbildungsanstalten, wenig umsichtigen behördlichen Organen bedanken. Fachschulen etc. am 22. Juni 1938 geschlossen werden soll. Die Zengnisse und Schulnachrichten werden vom Tage der Ausgabe datiert. Die Einschreibung der Schüler in die Volksschulen erfolgt in Groß- Prag am 17. und 18. Juni, an den übrigen Volksschulen am 23. und 24. Juni. Im deutschen Kinderspital in Prag fand eine Gebentfeier zum 50. Todestag des Gründers der Anstalt, Prof. Dr. Josef Löschner, statt. Prof. Dr. Schleißner hielt die Gedenkvorlesung. Mit der Feier war auch eine Ausstellung mit Erinnerungen an Löschner verbunden. zu gewähren. Schüler werden als Fremdenführer ausgebildet. Alle beteiligten Instanzen treffen Vorbereitungen zu dem Sofolfest. Da man mit dem Eintreffen von ausländischen Sofol- Studenten rechnet, und zwar folchen, die Prag noch nicht fennen, nehmen Prager Mittelschüler an Kursen für Fremdenführer teil. Diese Surse werden von den Lehrern geleitet. Alle drei waren nämlich in einer Weise einvernom men worden, die in ihnen die Meinung erweden fonnte, daß sie nicht als 8eugen, ions dern als Beschuldia te vor den ein vernehmenden Organen erschienen. Da das Geset einem Beschuldigten das Recht des Leugnens zuge= steht, sprach das Gericht die Angeklagten frei. Ausgeburten einer kranken Phantasie Prag. rb Der 19jährige Ladierergehilfe Franz i al a, der vor dem Gerichtshof des GR. Dr. Verter angeklagt war, macht den Eindruc eines etwas zurückgebliebenen Menschen, wenn ihm Der Stadtrat hat bei der Zentralvertretung be- auch die ärztlichen Sachverständigen die gesetzliche antragt, den Angestellten der elektrischen Unterneh zurechnungsfähigkeit bescheinigen. Er war des Verbrechens der fälschlichen Bemungen auch für das Jahr 1937 eine Bilanzremune ration in der Gesamthöhe von 3,37 Millionen Keiichtigung angeklagt, ciner Bezichtigung aber. Sie zweifellos nur einer franten Phantasie entsprinNeue Luftschutkeller. Prag erhält noch einige gen fonnte. Am 26. Neber wurde er auf dem Bahngroße Luftschußteller, und zwar in den Kafematien hof in Brandeis an der Elbe angehalten, wo er die auf dem Vyšehrad, in den Kasematten auf dem Nacht verbringen wollte. Beim Verhör beschuldigte Hradschin und unter dem Berg Žižkov. er ganz unvermittelt cinen neunzehnjährigen jun gen Mann, den er aus der gewerblichen Fortbil dungsschule fannte, daß dieser ihn zu widernatürlicher Unzucht verführt habe. Diese Behauptung unteritrich er durch Anführung einer Reihe drastischer Details. Wie sich später herausstellte, konnte er den Beschuldigten, einen gewissen Mario R., nur vom Sehen und hatte nie mit ihm gesprochen! Diefes .Geſtändnis", das die Verbaftung des bedauernsKeine Straßenbahn mehr durch das Burggebiet: werten Beschuldigten zur Folge hatte, erweiterte Beschleunigt werden auch die Umleitungsarbeiten bei Niala bei feinen weiteren Einvernamen auf phan der Straßenbahnlinie Staubbrüde- Pohořelec. Datastische Weise. Damals wurde allenthalben nach mit wird ein Uebelstand behoben, denn die Erschüt- den am 11. Weber verschwundenen vierzehnjährigen terungen durch die schweren Straßenbahnwagen Schüler Miroslav Svoboda aus Nimbura gekönnten an den alten Gebäuden Schaden anrichten fucht, um dessen Verschwinden die abenteuerlichen und außerdem die Fußgänger in der schmalen KanovMutmaßungen laut wurden. Dieser unglüdliche nická gefährden. Durch die Verbreiterung der JeJunge wurde vor einigen Wochen aus der Elbe geTenis und Stepplergasse besteht die Möglichkeit ber neuen Trassenführung ohne Befahren des Burggebiets. Pubertätsschwermut den Tod gesucht hatte. zogen, in der er vermutlich in einem Anfall von Dazu war die Einwilligung der Burgverivaltung, Das wußte man damals allerdings nicht und so des Außenministeriums und des Staatsdenkmalamis erregte die Enthüllung". mit der Franz Fiala bei den weiteren Verhören aufwartete, größtes AufDas Altstädter Rathaus wie es nach dem sehen. Fiala behauptete nämlich, daß er und jener Umbau ausschauen soll. Bekanntlich veranstaltete Mario R., bereits am 11. Feber zum erstenmal man einen Wettbewerb für einen Plan zum Umbau widernatürlichen Verkehr gehabt hätten, wobei Wades Altstädter Rathauses. Insgesamt sind bisher 36 rio einen vierzehnjährigen Jungen namens MiroAnträge eingelangt; angesichts der großen Schwie- flav Svoboda aus Nimburg beigezogen habe. Mario rigkeiten, die das Umbauprojekt an die Architektur habe diesen Jungen, als er sich schließlich nicht mehr ſtellt, ein schöner Erfolg. Man rechnet mit der Ent- gefünig erwies, gegen den Boden gescheidung über diese Vorlagen anfangs des nächsten ich m ettert und auf diese Weise Monates. Bevor also die 600- Jahresfeier getötet. Die angebliche Zusammenkunft vom 25. des Altstädter Rathauses beginnt, wird die Prager Feber war nach Darstellung Fialas bloß ein schau Deffentlichkeit schon Gelegenheit haben, selbst über erliches Erinnerungsfest" an jene Mordtat. Er die Pläne der Architekten zu urteilen, die die schwere und Mario hätten gemeinsam die Stätte besucht, Aufgabe haben, das 600jährige Gebäude in einen wo der Junge ermordet worden sei und hätten auch modernen Bau umzuwandeln. seinen Leichnam noch vorgefunden. notwendig. Schwedischer Sängerchor nach Prag. Bei dem Wohltätigkeitskonzert des Wohltätigkeitsfonds der Stadt Brag am 10. Mai um 20 Uhr im Smetana ſaal des Gemeindehauſes wird der ſchwediſche Sängerchor„ De Svensfa" mitvirfen. Kunst und Wissen Hoffnung Der Franzose Henry Bernstein ist gewiß vor allem theatermäßig ein Könner; aber er hat auch etwas zu sagen: über Wert und Unwert der Ge fühle, über anständige und unanständige Gesinnung, und darüber, wie schiver es oftmals selbst in kleinem Kreise ist, mit dem Herzen über Irrtum und Ges Freitag, 6. Mai 1938. Nr. 106 Warner Barter in dem Film ,, Robin Hood aus Eldorado". Vorträge Samstag, Sonntag, 3: walt zu siegen. Und in diefem neuen( wenn auch nicht mehr ganz neuen Stüd Hoffnung", das jetzt in der Kleinen Bühne aufgeführt wird, ers hebt Bernstein sich zuweilen fühlbar über die private Atmosphäre und gibt dem Grollen der Welt über schredliche Gewalimenschen mutigen Ausdrud, mit Seiling, B 1. Sonntag, balb 3: Dirie, halb 8: der Hoffnung, daß am Ende doch die Schwachen". Also gut, lassen wir uns scheiden! A 2. das heißt die Sumanen ſiegen werden. Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag, 8 Uhr: Im Stüde selber siegt die reine Liebe zweier Hoffnung. Gastspiel Leopold Kramer. junger, prächtiger Menschen über eine vom Leben 8: Hoffnung. Gastspiel Stramer. verbildete, harte, herrschfüchtige Frau. Durchgeführt Liaison, 8: Zu viel Familie. wird dieser Grundgedanke sauber, gefchidt, logisch und außerordentlich gefühlsbetont. lius Gell ner als Regisseur weiß mustergültig Grundstim mung zu erzeugen und festzub.lten, alles Empfin dungsmäßige voll auszuschöpfen, wägt jedem mit fast musikalisch zu nennender Hand die rhythmischen und die dynamische. Möglichkeiten so richtig ab, daß mit einem starken darstellerischen Ensemble bedeutende Wirkung zustandekommen muß. Dieses Ensemble ist vorhanden. Es gruppiert sich um Leopold Kr a mer als Mittelpunkt; einfach, verhalten, aber im mer mit ungewöhnlicher Persönlichkeits- Ausstrahlung spielt der nun im besten Wortfinn alte Komödiant einen Gentleman mit äußerer Grandezza aus in nerer Noblesse, und darf einen Großteil des reichen Publikumsbeifalles auf sich beziehen. Gerda Mel er bringt virtuos, wenn auch geſtiſch und tonlich forciert, eine ihrer hysterischen Frauen im gefähr deten Alter; Marion Wünsche, wieder engelhafte Gestalt, die ihr so gut liegt, hat ganz starte Augenblide. Walter 3urovy zeigt an einer Figur, die Eigenleben hat, wie außerordentlich er gewachsen ist, und überrascht geradezu im ernsten Darstellungsteil durch die Beherrschung schwieriser Nuancen. Das Ensemble wird durch Christ! Raen und Leo Siedler harmonisch ergänzt. Ein schöner und interessanter Abend. 2. G. Ruth Körner, die bekannte Reporterin und Autorin des Indien"-Buches der Büchergilde Gutenberg, spricht am 12. Mai 20 Uhr in der..Uraschnitt durch das heutige Indien und Bilanz seiner nia" über Ein Land, das auch dich angeht". Quer Probleme.( Mit Lichtbildern.) Karten zu Kč 5.( Mitglieder Kč 4.-). Studentenkarten Kč 2.-, im Vorverkauf und an der Abendkassa. Aus der Partei Bezirksorganisation Prag. Se ute, 19 Uhr. Parteiheim, konſtituierende Sibung der Bezirks vertretung. Vereinsnachrichten DAS Ortsgruppe Prag, Samstag, den 7. Der zweite Abend des Kolifchquartetts brachte Mai. Treffpunt hab 4 Uhr michover als Fortsetzung des Beethoven- 3ytlus: das erste der Bahnhof, Fahrt nach Revnice. Sonniag frühen Quartette in-Dur( als zweites entwor Wanderung über den Plešivec nach Lofen), mit dem berühmten D- Moll- Adagio, das chovic. Führung Ploy. Fahren Sie Alle diese Aussagen erwiesen sich als die Aus- felbit für Beethoven ungewöhnlich inspirierte op. mit uns zu einem Besuch unseres Wochenendwüchse einer franken Phantasie. Der Beschuldigte 59 Nr. 1 mit den kühnen, ganz modern empfunde- hauses im Brdywald. Hüttendienſt Schrei. AusMario R. vermochte für alle Zeitpunkte, die in der nen Gestalten des Scherzes und dem schon typisch fünfte jeden Freitag von 6 bis halb 8 1hr im Ver Beschuldigung angeführt waren, ein lückenloſes und romantischen Hauptgedanken des langsamen Sages, ein deutscher Arbeiter, Smečfn 27. Telephon 27727. absolut einwandfreies Alibi zu er der unter den Meisterhänden der Vier wundervoll Sunde Impfung. Der Prager Klub für Hunde- bringen. Als dann die Leiche des jugendlichen geriet und das schon weit in die Zukunft deutende dreffur und Hundezucht veranstaltet auf Ansuchen Selbstmörders aufgefunden wurde, war die absolute prachtvolle Spätwerk in Es- Dur op. 127. So wurder Interessenten am Sonntag, den 8. d., auf dem Saltlosigkeit der aberwißigen Beschuldigungen voll den drei Stilperioden Beethovens am lebendigen lebungsplay in Břevnov( Bižkova ulice neben dem fommen Klargestellt. Die Staatsanwaltschaft erhob Kunstwerke demonstriert: Die unbeschwerte VorherrSportplay, Straßenbahn Nr. 1 und 22) eine Hunde- gegen Fiala die Anklage wegen des Ver breschaft der Form in der Jugend des tatenfrohen MuImpfung gegen Tollwut. Der nach der Impfung chen 3 der fälschlichen Bezichtifikanten, der Höhepunkt des Plaitifers in der Mei- Chöre in Arbeit genommen werden, ersuchen wir um ausgegebene Schein befreit die Hunde vom Tragen gung, und der Uebertretung des terperiode und die Vorherrschaft des Gedankens im vollzähliges Erscheinen. eines Beißtorbes und gilt auch als Hundepaß. Die Diebstahls, da inzwischen festgestellt wurde, alternden Meister, dem die Form fragwürdig und Impfgebühr beträgt 15 Kč. Rote Falken, Brag: Zur Flugplaybesichtigung unzureichend geworden ist. Man muß nicht erst saaen, daß sich das Spiel dieses Meisterquartetts in treffen wir uns am Samstag Nachmittag 3 1hr Stlang und Stilgestaltung den drei Perioden wie bei der Endstation der Linie 11, in Dolni Liboc. selbstverständlich anschmiegte. Die unvergleichliche Gäste willkommen. Wiedergabe der Beethovenschen Quartette wurde Die Hauptpost hat sich für den Sokol- Besuch enisprechend gerüstet. Soeben wurden die Umbaus Urania- Kino, arbeiten fertiggestellt. Der Plan, das Gebäude au renovieren, war ursprünglich abgelehnt worden, man wollte diesem altersschwachen Gebäude feine Inve Urania- Kino, Klimentská 4. Alleinpremiere: Fernsprecher 61623. ſtitionen zuwenden. Nun aber wurde doch renoviert. Hermine und die 7 Aufrechten sicher zum Nußen der Allgemeinheit, solange fein Neubau möglich ist. Gerichtssaal Ein beiterer Film vom Züricher See, mit Karin Hardt, Heinrich George, Vaul Hendels, Albert Lieven und Carita Löd. Die zweimal Attualita. Deutsche Volksfinggemeinde. Wir beteiligen uns vollzählig an der Afademie des Atus im großen Radio" Saal, Weinberge, Fochova. Vorprobe Punti halb 8 Uhr. Nächsten Dienstag Gesangprobe. Da nene von einer mit Recht begeisterten Zuhörerschaft im- Urania- Kino mer wieder bedankt. 2. Bremiere Hermine und die sieben Aufrechten" Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. mit Starin Hardt, Heinrich George etc. Afinalital Heute, Freitag, halb 8 Uhr: Also gut, lassen wir 6. 49. Montag: Die frendlose Gasse", Greia uns scheiden! D.• Samstag, halb 8 Uhr: Hans Garbos erster Stummfilm 1924! Ich habe mehrere Autos. Einen Kleinwagen, eine große, luguriöse Limousine und einen offenen Sportwagen. Aber am liebsten laufe ich geschenkte Uhr oder ich fahre Subway). Dies sind meine Stu Ein nicht alltäglicher Freispruch Brag.rb- Der einundvierzigjährige PrivatInterview mit Charlie Chaplin beamie Wenzel N. ist mit einer um zehn Jahre Ein Londoner Schriftsteller besuchte kürzlich älteren Frau verheiratet. Das völlig zerrüttete Eheleben sollte durch Scheidung beendet werden. Der Charlie Chaplin in seinem Heim. Im Laufe der Gaite hat gegen seine Frau die Scheidungsklage Unterhaltung fragte der Besucher: unter Berufung auf den Scheidungsgrund der ,, Sagen Sie mir, Herr Chaplin, haben Sie unüberwindlichen Abneigung eingebracht. Inzwischen von Ihren unbekannten Verehrern schon viele vergnügte er sich aber mit der vierundzwanzigjähri- Geschenke bekommen?" gen Rosa V., mit der er häufig ein Hotel in einem befannten Ausflugsort der Prager Umgebung zu bejuchen pflegte. Chaplin führte seinen Gast in ein Zimmer, das wie ein Museum aussah. ..Sehen Sie", sagte Chaplin, alles was Freundin, die die Rolle des Detektivs auf sich nahm Sie hier sehen, das sind Geschenke von UnbeDie Gattin des Angeklagten hatte nun eine und tatsächlich feststellte, daß sich das Pärchen ziem Yich oft in jenem Hotel traf. Ein versuchtes Ueberraschungsmanöver glüdte nur teilweise, da das Pärchen rechtzeitig ausrüden konnte. Die Gattin fand in dem Zimmer nur die zerwühlten Betten und vers schiedene ziemlich eindeutige Anzeigen ehelicher Unireue. fannten." ,, Und welches Geschenk lieben Sie am meisten?" fragte der Gast. Chaplin trat an die Vitrine mit der Uhrensammlung, entnahm ihr eine goldene Uhr und zeigte sie dem Besucher. Hier ist es, es ist das interessanteste Geschent, das ich je erhalten, und zugleich ein Beweis, wie populär ich auf der Leinwand bin." dienreisen, ein Filmstar muß Menschen und Leben von der Nähe kennenlernen. in der Untergrundbahn. Als ich nun gerade eine goldene Uhr aus der Westentasche eines reichen, dicken Mannes herausgezogen hatte, erblickte ich Sie. Und da ich Ihr größter Verehrer bin, entschloß ich mich auf der Stelle, Ihnen die Uhr gleich zu schenken. Also, ich steckte sie daher in Ihre Manteltasche. Ich bitte Sie, nehmen Sie mein Geschenk so herzlich an, wie herzlich ich es Ihnen gab." Eines Tages machte ich mit der Untergrundbahn eine Rundfahrt. Es war in der Zeit des stärksten Verkehrs, und der Wagen, in dem ich saß, war vollgepfropft mit Menschen. Als ich Ein Jahr war vergangen. Die Polizei dann nach Hause kam, bemerkte ich in meiner fonnte weder den Taschendieb, noch den Besitzer Manteltasche einen schweren fremder Gegenstand der gefundenen Uhr feststellen. Die Polizei sab Ich zog ihn heraus und sah zu meiner Ueber sich veranlaßt, mir die goldene Uhr zurüdraschung eine wertvolle goldene Taschenuhr. Ich zugeben. wußte nicht, wer die goldene Uhr in meine Tasche gelegt haben mochte. Ich gab die Uhr meinem mit dieser ulligen Sache, und eines Tages erhielt Die Zeitungen befaßten sich eine Zeitlang Setretär mit der Bitte, sie auf dem Polizei ich folgenden anonymen Brief: präsidium abzugeben. Dort nahmen die Beamten ein Protokoll auf und lachten sich tot, daß Charlie Chaplin eine goldene Uhr in seiner Manteltasche gefunden hatte. Sie glaubten, daß die Sache mit der Uhr ein Reklametric sein sollte. Aber schon nach wenigen Tagen konnte ich die Polizei überzeugen, daß es kein Reklametric war. Ich hatte mit der Post folgenden interessan ten Brief erhalten: ,, Sehr geehrter Herr Chaplin! Vor einem Jahr fuhr ich in der Unters grundbahn und stellte dort gleich fest, daß mir Neben dem ungetreuen Gatten und feiner Gemeine goldene Uhr gestohlen worden war. Jetzt liebten wurde bei den folgenden Verhören auch noch lese ich in den Zeitungen, daß ein Taschendieb das Stubenmädchen einvernommen und alle drei seltsamerweise meine Uhr Ihnen geschenkt hat. sagten übereinstimmend aus, daß nichts Verfäng Wissen Sie was? Vehalten Sie die Uhr, und liches zwischen dem Pärchen vorgefallen sei. Rosa V. weil ich ein noch größerer Verehrer von Ihnen gab zwar zu, sie habe auf ienem Zimmer mit dem ,, Sehr geehrter Herr Chaplin! bin als der Taschendieb es war, sende ich Herrn Wenzel N. genachtmahlt und gefrühstückt, be= Ein Taschendieb von Beruf schreibt Ihnen hauptete aber, die Nacht anderswo verbracht zu haben. Ihnen beiliegend eine goldene Sette dazu." Die Staatsanwaltschaft überreichte geaen die beiden diese Zeilen. Ich arbeitete vor fünf Tagen C. V. W. Bezugsbedingungen: Bet Buitelluna inshaus oder ber Beaua durch die Voit monatlich Ke 17- bierteljährig Kč 51.- halbjährig Ke 102. aanzjährig Kč 204 Inferate werden lan Zarif billigit berechnet.- Nüditellung von Dianuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarfen. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post u. Telegraphendireftion mit Erlak Nr. 13.800. VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25.- Druderei:.Orbia". Drud. Verlags- u. Seitungs- A.- G. Prag. Ich möchte sehr gern die Geschichte dieses Geschenkes hören", sagte der Gast. Und Chaplin begann zu erzählen, wie er mit dieser Uhr beschenkt wurde.