eg. 10 in im 0 Det t 10 Its ]] en on 1 Res 11. ch ag nd 6, 4. eg 3 De 5) t # 3 Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebakteur: Rarl Kern, Prag 18. Jahrgang Mittwoch, 11. Mai 1938 Aus dem Inhalt: Große Wahlkundgebung in Komotau Schwere Grubenkatastrophe in England Katzenjammer bei den Troppauer Nazis Kein Recht ohne Freiheit! Sozialdemokratie Der Labour- Abgeordnete Noël- Baker vor sudetendeutschen Arbeitern Philipp Noel- B ker, der bekannte Abgeordnete der Labour Party, hat Dienstag abends in einer großen Wählerversammlung der deutschen Sozialdemokraten in Komotan die Auffassung der Labour Party über die politischen Probleme der Gegenwart dargelegt. NoelBaker führte n. a. ans: Ich bin sehr froh, heute Abend hier mit Euch Ein geschichtliches Beispiel zusammen sein und der Deutschen sozialdemokrati fchen Arbeiterpartei von Komotan und allen Euren Genoffen hier die Grüße der britischen Arbeiter partei übermitteln zu fönnen. Diese Grüße sind leine leere Formfache. Sie fommen von den Herzen eurer Freunde in unserer britischen Bewegung. Die internationale Aufgabe Vor hundert Jahren wurde Kanada das Recht der Selbstregierung gewährt. Damals bestand eine bittere Feindschaft zwischen der englischen und fran zösischen Bevölkerung des Landes. Ich erinnere mich an die Geschichte, wie die französischen Einwohner sich beim englischen Gouverneur beflagien, daß feine ihrer neuen Städte und Dörfer französische Namen bekommen hätten. Sie sagten, sie wollten franzöfifche In diesem weltpolitisch so ernsten Augenblid Namen. Nun gut, sie sollten sie haben und der Gou fühlen wir uns noch enger verbunden als jemals zu verneur nannte zwei Orte Ajancourt und Erech. bor. Wir sehen fast in jedem Lande dasselbe furcht Das sind zwei Orte, wo vor Jahrhunderten die Eng bare Problem der Armut und der Arbeitslosigkeit in länder den Franzosen schwere Niederlagen bereitet einer Welt, die es vermag. Reichium genug für alle hatten. Heute ist dieser Geist verschwunden. Durch zu produzieren. Wir fehen in jedem Lande dasselbe Zusammenarbeit innerhalb der Demokratie haben Problem der wachsenden Rüstungen und dieselbe die Franzosen und Engländer in Kanada die Achtung Furcht vor dem Kriege. Kein vernünftiger Mensch vereinander gelernt und leben nicht nur als freund wird versuchen, die Gefahren der gegenwärtigen Sifchaftliche Nachbarn ausammen, sondern als gemein ivation zu verkleinern. Aber fein realiſtiſcher Be fam wirkende Variner in einem geeinten und befries obachter kann leugnen, daß die Ideen, für die wir deten Staate. So glauben wir, fönnten alle Mindereintreten, Fortschritte gemacht haben. Es ist die ge- beitenprobleme gelöst werden, und solche Lösungen schichtliche Aufgabe unserer sozialdemokratischen Behalten wir nicht für unerreichbar. wegung, die Nationen zur Verständigung zu führen und sie zur Zusammenarbeit in dem Geiste der Brüberlichkeit zu bringen, der unser Geist ist. Ich freue mich, euch fagen zu fönnen, daß in Britannien unsere Labour Barth von Tag zu Tag stärker wird, und daß in Schweden, Nortvegen, Neuseeland und ande ren Ländern Arbeiter- Regierungen an der Macht find, die beweisen, daß, die Politit, für die wir ein neten, gefund ist. Aber, wir fönnen sicher sein: daß nicht einmal die Arbeiter Regierungen das Problem der Armut und der Arbeitslosigkeit lösen fönnen, wenn sie nicht zuvor das Problem der Rüstungen und des Strieges lösen. Fast immer, wenn ich im britischen Unterhause spreche, sage ich, daß nichts anderes in der heutigen Außenpolitik Bedeutung fat, daß jede Frage, auch wenn fie noch so unvedeniend scheint, in Wirklichkeit das zentrale Problem berührt: wie der Strieg verhindert und die Rüstun gen vermindert werden können. Das Problem der Minderheiten Es gibt Leute, die manchmal so reden, als wenn jetzt die Lösung des Problems für die ganze Welt in den Händen eurer Nation und eurer Regie rung läge. Diese Leute haben plöglich entdeckt, daß der Schutz der Minderheiten ein entscheidender Faftor bei der Verhütung des Krie ges ist. In unserer Partei sind wir immer für den Schutz der Weinderheitenrechte eingetreten. Wir has ben immer verlangt, daß das System des Minderheitenschutzes a Ilen Minderheiten auf dem gan zen europäischen Kontinent zugute fommen soll. Wir glauben noch immer, daß der Gedante des Krieges nur dann aus unseren Köpfen gebannt werden fann, wenn die gemischte Bevölkerung unseres Kontinen te gelernt haben wird, in Freundschaft miteinan ber zu leben. Kein Recht ohne Freiheit!" Der Krieg ist das Schlimmste! Aber wir werden diese Probleme nicht cher lösen, als die Probleme der Armut, der ArbeitsLiigfeit und der Rüftungen, wir werden fie nicht lösen außerhalb eines Systems, durch das wir dem Krieg ein Ende machen werden. Es gibt Leute in meinem Lande, die manchmal fagen: Die Dinge find so schlimm geworden, daß selbst ein Strieg fie nicht daß Arbeitslose in unseren Notstandsgebieten sagen, schlimmer machen fönnte. Ich habe ſogar gehört. daß im Falle eines Strieges wenigstens Arbeit wäre. Ich kann verstehen, daß ein Mensch, der 15 Jahre lang arbeitslos war, so denfen kann. Man hat mir erzählt, daß auch Leute in den Notstandsgebieten ure& Landes so denken. Die Kosten des Sterbens Ich wünschte, diese Leute könnten die Wahrheit über die furchtbare Berrüttung des heutigen Europa verstehen. Ich wünschte, jie fönnten verstehen, wie sehr die gegenwärtige Armut eine direkte Folge des festen großen Strieges ist. Sie vergessen die furcht bare Zerstörung des Lebens und Eigentums, für die sie immer noch zahlen müffen. Sie vergessen die Milliarden von Witwen, Waisen, Invaliden, derüp peln und Wahnsinnigen, welche die Gesellschaft immer noch unterſtüßen muß. Sie vergessen die Last der Kriegsschulden, den irrsinnigen Nationalismus, ben der Krieg hervorbrachte und das System der gegenseitigen Aushungerung, das die sogenannte Autarkie hervorgebracht hat. Nr. 110 und Selbstverwaltung Unter Verhältnissen, wie wir sie bisher nicht erlebt haben und in einer durch die innen- und außenpolitischen Ereignisse erhöhten Spannung, die sich in gewaltsamen Erschütterungen zu ent laden droht, wenn es nicht gelingt einen Ausweg zu erarbeiten, finden im Jubiläumsjahr der tiche= choslowakischen Republik die Gemeindewahlen statt. Jede Erörterung über die beruhigende Zwed mäßigkeit diefer Wahlen, ihr Ergebnis, ihre lokale Bedeutung und Auswirkung auf die fünftige Ent Und Leute, die leichtfinnig von einem neuen wicklung der Gemeindetvirtschaft in sozialer und Krieg sprechen, fehen nicht ein, in wie hohem Maße Kultureller Hinsicht, treten besonders im deutschen das gegenwärtige Elend von den Rüstungen verursacht ist, die heute erzeugt werden. Ich erinnere Gebiet der Republik zurück vor der großen Frage, mich an die Gefchichte eines teinen Jungen, der ob in den nengewählten Gemeindevertretungen. feinen Vater fragte, was denn die Roften des Lebens eine demokratische Zusammenarbeit überhaupt fo erhöht habe. Und der Vater antwortete: Die möglich sein wird. Und eben deshalb sind die Geoften des Sterbens. meindewahlen 1988 von besonderer politischer und weltgeschichtlicher Bedeutung. Vor allem wünschte ich, daß Leute, die leicht sinnig von einem neuen Kriege sprechen, sehen fönn ten, was ein moderner Krieg wirklich bedeutet. Ich bin in Barcelona gewesen. Ich habe gesehen, wie die feindlichen Flugzeuge über unseren Köpfen erschie nen, und ich habe am nächsten Morgen die zerfetzten Leiber der Frauen und Kinder in den Straßen liegen sehen. Ich wünschte, jeder könnte ſehen, wie Barcelona aussieht, wenn ein Luftangriff erfolgt ist. Die Leute würden erkennen, was für eine Art des Krieges es ist, auf die wir uns vorbereiten: Es ist eine Attade auf die Zivilbevölkerung, wie das Oberhaupt eines großen Staates fürzlich sagte, daß, die ſer Luftkampf ein follektiver Wahnsinn werden wird. der unsere Zivilisation zerstören wird, wenn wir nicht mit allen Kriegen ein Ende machen. Die Herrschaft des internationalen Gesetzes Wir Sozialdemokraten sind von jeher ent< schiedene Anhänger und Verteidiger der freien, demokratischen Wahl der Vertreter der Bevölke rung zur Verwaltung der Gemeinden und Gegner jeder bürokratischen staatlichen Bevormundung. Die politische Gleichberechtigung aller Staatsbür ger ohne Unterschied der Abstammung und des Geschlechtes, die Wahrung der bürgerlichen und der nationalen Freiheit, der Schutz vor fulture! Ter, wirtschaftlicher und volflicher Unterdrückung gehören zu den unerläßlichen, festen und schöpferischen Grundlagen der demokratischen Republif. In der Gemeinde müssen, diese Postulate eines freien Volksstaates besonders beachtet werden. weil hier die Stimmen für objektive Verwaltung. nationale Gerechtigkeit am deutlichsten vernom men werden, und Forderungen nach fulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt nicht über hört werden dürfen, wenn sie überlegt, von allgemeiner Bedeutung und erfüllbar sind. Die Ge meinde, in der sich die Bürger am nächsten find, ist eine Stätte verwaltungswirtschaftlicher und Wir müssen die Herrschaft des internationalen politischer Erziehung, wo persönliche Tüchtigkeit, Gefeßes wieder aufrichten! Wir müffen ein System aufbauender Gemeinsinn und Fähigkeiten zur schaffen, durch welches jede Streitigkeit zwischen den Teilnahme an der staatlichen Vollzugsgewalt zur Nationen mit friedlichen Mitteln geschlichtet werden Geltung kommen und sich entwickeln können. tann, ein System, in dem die Ungerechtigkeit nicht Das freie, demokratische Wahlrecht hat im durch Waffengewalt beseitigt wird, sondern durch Jahre 1919 die seit Jahrhunderten bestandenen Verträge im Geiste der Versöhnung und der Privilegien der Abstammung und des Besitzes beVernunft. feitigt und die Vorbedingung dafür geschaffen, daß die mit dem öffentlichen Amt eines Gemeindever walters betrauten Bürger die Rechte und Pflichten aller in einen harmonischen Einklang bringen fönnen. Können wir allen Kriegen ein Ende machen? Glauben aufrecht erhalten, daß wir in unserer Ge Die sozialdemokratische Bewegung hat immer den neration es fönnen. Aber es gibt nur eine off nung und nur eine Methode, wie es gemacht wer den kann. Deutscher Priester ( Schluß auf Seite 2.) gegen Innitzer und Hilgenreiner P. Reichenberger kennzeichnet die Gleichschaltungs- Christen als ,, Konjunkturritter schmählichster Art" In der Mai- Nummer feiner im 17. heroisch zu verbrämen und die eigene Jahrgange erscheinenden Beitschrift Der Wandlung als große Seitenwende auszugeben." Führer" tritt der befannte aufrechte und An einer anderen Stelle heißt es: streitbare fudetendeutsche Priester Emanuel Meichenberger allen Gleichschaltungs-„ Wenn in einer Erklärung von katholischer bestrebungen innerhalb des fudetendeutschen Seite der Zusammenschluß aller nichtjüdischen, Statholizismus entgegen und betont den unver- antimarristischen Parteien" begrüßi wurde, so rüdten Standpunte des Volksbundes ist der Boden sachlicher Auseinandersetzung ver deutscher Katholite n", dessen Ge- lassen. Die Judenfrage ist zunächst eine Frage neraldirektor er ist. Reichenberger schreibt an die Christenheit. Naffenantisemitismus ist unter anderem: und bleibt unfatholisch. Uebrigens lehrt die GeSe schichte, wie Bischof Hudal in seinem Buch„ Die Grundlagen des Nationalsozialismus“, S. 89, feststellt ,,, daß die Ueberspißung der Judenfrage fast immer mit der Aufgabe des Christentums geendet hat, und es iſt bemerkenswert, daß alle radikalen Vertreter des Antisemitismus besonders den Katholizismus ablehnen." Aber welches sind die Minderheitenrechte, die wir jedem Bürger Europas sichern wollen? Sie find nicht schwer zu definieren, es find: Die Freiheit der Sprache, die Freiheit des Denken 8, die Freiheit der 92 e de, die Vereinsfreiheit, die Gewiffensfreiheit, und die Freiheit der Religionsübung, die Gleichheit der Rechte in der Erziehung von der Voltsschule bis zu den Universitäten und die glei„ Es fann nicht minder selbstverständlich sein, che Achtung vor der Literatur und 1171 pet, an beter bie Nation daß wir das Zeitgeschehen mit der Eile des Christentum 3 mesen, das niezufammengesett ist. Die Gleichheit des mals gegebene Tatsachen als Schnes für jedes Individuum vor dem Gefet, bie Gleimbeit der Bertretung in solches on als gottgewollt und der Legislative und der Regierung: das sind die gerecht anerkennt, das sich nie und nimmer Diechte, die nach unferer sozialdemokratischen Ueber zu dem Saße bekennt, daß recht sei, was dem zeugung den Minderheiten zustehen. Wenn in jedem Volle nüßt." Lunde die Verfassung auf Grundsätze dieser Art gestellt ist, dann wird eine Hauptursache der internationalen Mißverständnisse beseitigt sein. Aber ich gestehe, daß ich keine Möglichkeit sehe, diese Grundsätze wirksam zu machen auferhalb des Rahmens einer parlamentarischen Demofratic. Schließlich ist besonders die scharfe Aleh nung bemerkenswert, mit der sich Reichenberger gegen den Wiener Kardinal Innißer und gegen Prälaten Silgenreiner äußert: Politische Rechte haben aber nur dann vollen Wert, wenn sie wirklich frei und uneingeengt ausgeübt werden können, wenn sie weder von jenen, die sie in Anspruch nehmen, mißbraucht, noch durch ein bürokratisches Herrschaftsſyſtem ufurpiert werden. Das geschriebene Wort des Gesetzes erhält nur richtiges pulsierendes Leben durch den Geist, der jene Stellen und verantwortlich. Menschen beherrscht, die das Gesetz anzuwenden haben. Leider muß festgestellt werden, daß unsere deut schen Gemeinden oft durch ungleiche Rechtsbe handlung, willkürliche Bevormundung und völ liges Unverständnis für ihre schwere Lage an der Ausübung ihrer Pflichten gegenüber der Bevölke tung gehemmt und behindert wurden. Die Bürotratie der Aufsichtsbehörden wirkte oft nicht fördend, sondern er lahmend und zernörend; sie belastete die Selbstverwaltung mit den un angenehmsten und verantwortungsvollsten Aufgaben, mutete den Gemeindevorständen Handnicht zu vereinbaren waren und übten einen lungen zu, die mit Gesez, Gewissen und Vernunft Druck aus, der Würde und Ansehen der Gemeindeverwalter gefährdete und untergraben hat. Der Beweis für diese Behauptung ist durch eine lange Reihe von kontreten Fällen, die Staatsverteidigung, Polizeiverstaatlichung, Finanzwirtschaft und Schulwesen betreffen, era bracht worden. Gegen die Deutsche Presse". das..unabhängige Zentralblatt der deutschen Katholiken", das in seinem Osteraufruf festgestellt hat..e ute find die religiösen Fragen mehr in den Hintergrund getreten".„ Wir lassen uns durch Schlagworte nicht Die verständnislose, ungerechte und in nicht wendet sich Reichenberger mit folgenden Worten: geistig vernebeln wie etwa durch das ganz und wenigen Beispielen geradezu unsinnige Vehand,, Es machen sich Anzeichen eines verschärften gar unhaltbare and unverantwortliche Wir lung der Gemeinden im deutschen Siedlungs Kulturtampfes geltend. Es ist durchaus nicht benuchen nicht katholischer sein als Inniker!" gebiet hat wesentlich zur Verschärfung der po mentarischen Demokratie erfreut, deshalb glaube ich, grunde stünden, es geht vielmehr gerade in an eines Kardinals haben für uns und staatstreuen Gemeindeverwalter dem AntWeil euer Land fich des Vorteiles der parla. 10, daß heute weltanschauliche Fragen im Hinter- Politische Erklärungen selbst tischen Lage beigetragen und die demokratischen doß es ein Syſtem aufbauen kann, in dem die ver- ferem Volte um letzte weltanschauliche Ent- teinerlei verpflichtende kraft. griff und dem Unwillen der mit allen Mitteln der schiedenen Gruppen der Gemeinschaft in Harmonie fcheidungen. Es ist lächerlich, Konjunktur. In religiöfen Fragen sind wir so katholisch wie Agitation verheßten Krisenopfer, gegen jede nd Frieden miteinander leben können. rittertum fchmählich ster Art der Papst! Der Papst in Nom!" Steuer oder Abgabe revoltierenden Unternehmer, Seite 2 Mittwoch, 11. Mai 1088 Nr. 110 Haus- und Grundbesitzer, Gewerbetreibende und Handelsleute aiiSgeliefert. Und es in u ft in diesen ernsten Stunden gesagt werden, daß unsere deutschen Gemeinden und ihre verantwortungsvolle Sachwalter trotz alle» Schwierigkeiten Große» geleistet, mit unermüdlichem Fleiß, unübertrefflicher Zähigkeit und nnrr- schiitterlichem Optimismus eine BerwaltuugS- und Aufbauarbeit leisteten, für die ihnen der Staat und die Bürger tiefgefühlten Dank zollen müßten, wenn noch Sinn für reale Wirklichkeit und sachlich-gerechte Anerkennung menschlicher Leistungen vorhanden wäre und sich Geltung verschaffen könnte. Wer nimmt aber heute von den Leistungen der Sozialdemokraten in den Gemeinden seit ISIS und ihren unablässigen Bemühungen um ein vernünftiges Finanzgcsetz, um staatliche Förderung der kulturellen und soziale» Einrichtungen noch Kenntnis? Wo findet der erfolgreiche Kampf um die Regelung der AnstellnngS- und Entlohnungsvcrhältnisse der Gemeindeangestell- ten und Arbeiter, der Ausbau der Gemeindebe» triebe und Anstalten, deö Armen«, Fürsorge- und Gesundheitswesens Anerkennung? WaS tschechische und deutschbürgerliche Gesetzgebung im Jahre 1927 verbrochen hat, WaS die Wirtschaftskrise an Unglück und Not verbreitete, wurde in wirksamen Agitationsstoff geaen die Sozialdemokratie umgemünzt, bringt den Schuldigen politischen und neuen wirtschaftlichen Gewinn und den Irregeleiteten wieder nur Unfreiheit und Verderben! Dieselben bürgerlichen Kommunalpolitiker, die über die„Auögabenwirtschaft der roten Gemeindeverwaltungen" kein gutes Wort fanden, den Wohnungsbau bekämpften, gegen jedes gröbere soziale oder sanitäre Werk die Nasen rümpften und das finanzielle Gleichgewicht des Gcmeindehaushaltes auf Kosten der Armen und Bedürftigen, der Gemeindearbeiter und sozialen Einrichtungen Herstellen wollten, die anstatt zu arbeiten Sabotage trieven und Reden hielten,„känwfen" nun in den Reihen der SdP um die Belange des deutschen Volkes und die Herrschaft in den Gemeinden. Die Wahrheit ist Freiwild, Recht ist Unsinn, Terror, GewistcnS- zlvang, Demagogie, Lüge und Verleumdung sind Trümpfe geworden, die mit dem„Führer" von der Masse des sudetendeutschen Volkes in einem unerhörten Götzendienst angebetct werden. Doch wir wissen, das; wieder— vielleicht nach schweren Enttäuschungen und größten Opfern— eine Ernüchterung kommen muß. Der reichsdeutsche Nationalsozialismus hat es zivar zustande gebracht, die politischen Parteien und die freien Gewerkschaften zu vernichten, die Arbeiter zur„Gefolgschaft", mit Pflichten gegenüber der Nation zu machen» auS deren Schweiß die Eisen- und Stahlberge von Waffen entstehen, die gegen andere Völker in Bewegung gesetzt werden sollen, aber er hat der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, mit der das Massenelend untrennbar verknüpft ist, bisher kein Leid zugesügt. Anhäufung von Reichtum und Ueberfluß ist bei den„Führern" ebenso vorhanden wie bei den fetten Kohlen- und Jndustriebaronen, nur mit dem Unterschied, daß die Anhäufung des nationalsozialistischen Reichtums und der„Ehren" auch nock offiziell und mit überschwenglichsten Tönen verherrlicht wird. Die Eingriffe in die Privatwirtschaft hat der deutsche Nationalsozialismus nicht vollzogen, um der Allgemeinheit das Leben zu erleichtern, sondern um die Kriegsmaschinerie in kolossalen Dimensionen auszubauen und den Völkern Europa» Angst und Schrecken einzujagen. Der sudetendeutsche Nationalsozialismus hat dieselben Eltern wie der reichsdeutsche und unsere sudctendeutschen Arbeiter werden bald Gelegenheit bekommen zu beobachten, wie es die Vertreter der SdP in den Gemeinden mit der Beseitigung der Freunder!« und Protektionswirtschaft, der Austilgung des Eigennütze- und der Günstling-» und Parteibuchwirtschaft eigentlich meinen. Ein Rückblick in der Geschichte zeigt uns die Verhältnisse in den Gemeinden zur Zeit des Privi- legienwahlrcchtcv nach einem für die Stande deS Besitzes ausgeklügelten Wahlkörpersystcm: Keine Arbeiterpolitik, dafür aber um so mehr Gcmeindelvirtschaft zugunsten der Fabrikanten, Hauö- und Grundbesitzer. Der Blick auf die Gemeindearbeit in der Nachkriegszeit zeigt uns in Aussig, Bodenbach, Teplih, Komotau, Eger, Jägerndorf und überall, wo die Sozialdemokraten wirkten, die Zeugen ihrer fleißigen, uneigennützigen Arbeit: prächtige Wohnhäuser mit modernen, gesunden Wohnungen, Kranken- und Siechenhäuser, Fvrsorgeanstalten, Ferienheime, Bäder, Textilarbeiterinternationale beim Staatspräsidenten Der Präsident der Republik empfing Dienstag die Vertreter de» Ausschusses der Internationale der Textilarbeiterschaft, der in diesen Tagen gerade in Prag tagt. Die Deputation führten die Vertreter der tschechoslowakischen Organisationen, Abg. Jakob P o I a ch aus Brünn und Anton Roscher aus Reichenberg. Für die einzelnen Länder waren anwesend: England: Tom Shaw, Arthur Shaw. I. Hindle, A. Mortished, I. Sa re. Tschechoslowakei: Jakob Polach, Anton Roscher. Belgien: Anton Segler, Michael Torcg. Dänemark: Ehr. Nielsen. Frankreich: M. Del« kobeke Gabriel Eoisnc. H o l l a n d: G. Rengekink. Polen: Ant. Szerowikn, Emil Zerbe. Schweden: Gösta Wenktröm, Martha Holmström. S ch w e i z: E. Moser. Nach der Ansprache de» Abg. Polach dankte der Präsident der Republik tschechisch, englisch, französisch und deutsch für die Kundgebung der Deputation und ließ sich über die wirtschaftlichen Verhältnisse der einzelnen Länder informieren. 2n der nachfolgenden freien Unterredung sprach der Präsident der Republik über die allgemeine europäische Situation und über die Lage der Tschechoslowakei. Die Tschechoslowakei, die durch kühle Ueberlegung und sachliche Arbeit den Schwierigkeiten entging, mit denen einige ander« Lander kämpfen, und ihre ersten zlvei Dezenten in vollkommener Ruhe verlebte, wird auch ihre einzige ernste Frage, das Nationalitätenproblem, gerecht und vernünftig lösen. In den Bemühungen nm eine Annäherung der einzelnen Länder, die in der letzten Zeit unternommen wurden, erblickt der Präsident einen grundlegenden Beitrag zur Befriedung Europa». Wenn wir den Frieden auch nur für die nächste Zeit erhalten, gewinnen wir damit zugleich die Möglichkeit einer Arbeit für die Friedensbedingungen für einen weiteren längeren Zeitraum. Bei der Lösung seiner Probleme muß jede» Land von den ihm eigenen Bedingungen au-gehen und die einzelnen Länder müssen einander gegenüber tolerant sein. Der Sekretär der Tcxtilinternationale in London, der ehemalige englische Minister Tom Sport- und Spielplätze, Anlagen zur Erholung, schön gepflasterte Straßen, gut« Belruch- . tung, neue Schulhäuser, au-gelaute Jndstrie- «nternehmungen ete. und eine trotz allen Schwierigkeiten nnd erhöhten Ausgaben für Armenwesen und Arbeitölosenfürsorge geregelte Finanzwirtschafti Unzählige Millionen Kt habt» die deutschen Gemeinden unter sozialdemokratischer Führung für nützliche Einrichtungen auSgcgeben und mit größter Umsicht dazu beigetragen, dem wirklichen Volk, der Arbeiterschaft, den Weg des.Aufstieges zu den Höhen der Kultur und des Menschentums zu ebnen und die Not zu lindern. Die nächste Zukunft wird lehren, ok> die unter der Fahne de» Hakenkreuzes in die Gemeindestuben einziehenden Vertreter diese großzügige Aufbauarbeit fortsetzen werden. Da» Schlagwort„Volksgemeinschaft" kann einen Sozialdemokraten nicht verivirren und den Blick für die wahren politischen Zustände und Klassenverhältnlsse trüben. Die freie Selbstverwaltung steht und fällt mit dem wachsenden oder sinkenden Einfluß der sozialistisch denkenden Ar» bciterklaffe. L. P. Shaw, dankte sodann dem Präsidenten der Re« publik im Namen der fremden Delegaten und sagte, daß alle Anwesenden da» gleiche Interesse an der Zukunft der Tschechoslowakei haben, daß sie sie lieben, daß sie ihr aufrichtig eine gesunde und glückliche Entwicklung wünschen, und daß sie den gleichen Glauben an eine bessere Zukunft haben wie der Präsident selbst. Jetek Gesundheitsminister Prag. Der Präsident der Republik hat folgende Handschreiben erlassen: Herr Minister Dr. D i t e t, In Entsprechung Ihres Ersuchens enthebe ich Sie von der Leitung de» Ministeriums für öffentliche- Gesundheitsioesen und Körpererziehung. Dr. HodZa m. p. Dr. Edvard Denei m. p. Herr Minister I e j e t, ich betraue Sie mst der Leitung de- Ministerium- für öffentliche- Gesundheitswesen und Körpererziehung. Dr. Hodja m. p. Dr. Edvard Bene- m. p. 50*KC-Noten als Kleingeld Ein neuer Regierungeentwurf Im Parlament hat die Regierung am Dien-tag den bereits angekündigten Gesetzentwurf über die Neuregelung des Klelngeldsystema vprgelegt.,. Die wichtigste Aenderung besteht darin, daß nun auch die 80-Ui-Banknoten in die Kategorie det Pavierkleinaelde» einaereibt werden; sie werden also künftig nicht in den deckungSpflichtiaen Notenumlauf eingerechnet werden. Stach dem Motivenbericht handelt e» sich um etwa 840 Millionen. Der auf diese Art freigewordene Geldbetrag bildet eine E i n» nähme de» Staates; er wird zur Prägung neuer öO-Ai-Sirbermünzen, der verbleibende Rest zur Herabsetzung der kurzfristigen Schuld der Staatskasse verwendet. Das zulällig« Kleingeldkontingent beträgt derzeit 1200 Millionen Ab, da» sind etwa 80 Ai aus den Kopf der Bevölkerung. Diese» Kontingent wird durch'die Uebernabme der L0-Kk-Noten auf runv 1740 Millionen erhöht, da» sind 116 KC auf den Kopf. Al» zulällige Höchstgrenze für den Kleingeld» NoCI-Baker In Komotau (Schluß von Seite 1.) Die Stärke aller friedliebenden Völker muß vereint werden, um jeden Angreifer zu fesseln, dir einen Krieg beginnen will. Sobald ein solches§l>- stem geschaffen ist, wird keine Notwendigkeit niehr bestehen, zu kämpfen. Wirtschaftliche Maßnahmen könnten zu Instrumenten de» Frieden» gemacht werden. Für diese» Gesetz, für diese» Shstem der kollektiven Sicherheit aller friedliebenden Nationen müssen wir die Kraft de» Gewissens und de» Willen» der Dkassen der Menschheit mobilisieren. Ich wei- ger« mich zu glauben, daß diese Aufgabe über unsere Kräfte geht. Ich wage zu behaupten, daß da» Gewissen der Menschheit schon heute durch die Kriegi- schrecken in Abessinien, Spanten und China aufgerüttelt ist. In jedem Lande ist das Volk müde der Furcht und de» Elend», die das KrirgSsystem schafft. Sie sehnen sich nach dem Tage, da ihre Regierungen die falschen Götter der Gewalt und de» Prestige» stürzen werden, vor denen sie sich heut« noch beugen. Die sehnen sich nach dem Augenblick, da ihr« Regierung Ihnen nicht die Waffen der Zerftöning, sondern Arbeit und Frieden geben wird. Ich glaube, daß diese Sehnsucht in jedem Lande ohne Ausnahme in« gegenwärtigen Zeitpunkt lebendig ist. umlmtf überhaupt lverden 160 KL pro Kopf der Bevölkerung festgesetzt. Eine Erhöhung über den esfek- iiven Stand vom Tage deS Inkrafttreten» der Vorlage darf aber nur aus Grundlage durch die Nationalbank festgestellten tatsächlichen Bedarf«» erfolgen. Di« neuen 80-Ki-Silbermünzen werden au» einer Legierung von 800 Teilen Silber und 100 Teilen Kupfer bestehen und 20 Gramm schwer sein. Die bisherigen silbernen 20-KL-Stücke bleiben, die Silbermünzen zu 10 und 8 KL durch solche aut reinem Nickel ersetzt. Di« bisherigen Illund V-KL-Silbermünzen sowie die unpopulären 25< Helkerstiicke tverden zu einem vom Finanzminister zu bestimmenden Termin eingezogen; bi» dahin bleiben sie gesetzliche» Zahlungsmittel. Gedenkmünzen zu 80 und 20 KL können au» besonderen gesamtstaatlichen Anlässen jeweils bi» zu einer Höbe von 80 Millionen KL ausgeprägt werden. Sie werden nicht in den Kleingeldnmlmif eingerechnet, da sie gewöhnlich al» Andenken thesauriert werden. Sollten sie aber an einer öffentlichen Kaffe einaezablt werden, so wird die Nationalbank diese Münzen aut dem Umlauf ziehen. Vie Richtlinien für den Staatsvoranschlag 1939 Vom Finanzministerium wurden den einzelnen Ressorts der Staatsverwaltung bereit» die Richtlinien für die Aufstellung des nächstjährigen Staatsvoranschlages mitgeteilt, der niedriger sein soll al» der Voranschlag 1088. Dieser Grundsatz gilt auch für die einzelnen Kapitel, wobei alle jene Posten, die in den letzten zwei Jahren zwar im Budget vorgesehen waren, aber nicht verwendet wurden, überhaupt.ausgelassen werden solle». Neue Ausgaben können nur dann'ausgenommen werden, wenn die gesetzliche Voraussetzung gegeben ist, oder wenn die vorherige Genehmigung der Regierung vorliegt oder der Finanzminister bis 15. April seine Zustimmung erteilt. Alle Ausgaben von SubventionScharaktcr sind ans ein Mindestmaß einzuschränken und sie dürfen nicht mit anderen Ausgaben vermischt tverden. Ausgaben für Staatsbauten finden, lvenn die Baupläne wie die Bedeckungspläne von der Regierung bereits genehmigt wurden. Eine Ausnahme ist nur zulässig, wenn dem Staate aus der Nichtaufnahme irgendeine Gefahr oder ein Nachteil erlvachscn könnte, und wenn die Ziistimnliing des FinanzministcrS gegeben wird. L— I! Aber sie, aber sie sie hörte nicht auf, ihre Wunden offcnzuhalten. Begriff sie, was er sagte? Sie legte den Finger auf die Lippen. Schon hoffte er: Jetzt, jetzt! «Gnädige Frau", begann er. Ehe er fortfahren konnte, tvar sie schon wieder in sich hineingesunken. Nein, das war ein Irrtum. Seine Narben vernarbten auch nicht. Er wollte die Frau mit Behaglichkeit vcr- Ivöhncn. Doch sie berührte nur das Nottvcndigste von Speisen und Trank. Er ließ ihr Gewänder binlegen, um daö zerrissene und zerknüllte Kleid zu ersetzen. Sie rührte nichts davon an. Auch dieses Rätsel, daß an ihren weißen Fetzen die Makellosigkeit stets vollkommen war, löste er nicht. Nützlich machte sie sich im Hauö, nnd es war gut mit ihr umzngeken, zumal da sie hier half nnd da half, da sie überall dort half, wo eines nicht mehr weiter konnte oder überdrüssig geworden war. Da sie jede Arbeit annahm und mit ihrer stummen Emsigkeit bat, daß man ihr viel Arbeit aufbürde, war ihr Brot nicht zuviel. Zm ganzen Hau» des Kaiser» herrschte ein Hang, irgend etwas Außerordentliche» an Men« schensreundlichkeit zu tun. Seitdem der Maschinenmeister zerschmettert war, dieser Fröhlichste und Erfinderischste, bemächtigt« sich deS Gesindes von Juste gewaltige- Mitleid. Mitleid, daS sie an sich selber übten, weil nach dem Beispiel deS Johanne» keiner von ihnen mehr sicher war, daß ihm in der nächsten Stunde nicht auch ein Dachziegel den Schädel zertrümmert«. Dem stummen Findling au» dem Volk von Estremadura wurde das Mitleid erst recht nicht verweigert und Doktor Matthy- sogar darin belobt und sogar darin unterstützt, daß er die unermüdlich Fleißige behütete. Sie begruben den Meister Johannes. And ihr Mitleid wuchs, ihr Mitleid mit sich, ihr Mitleid mit dem stummen Findling, ihr Mitleid endlich auch mit dem Kaiser, besten Medikamente sie hackten nnd lochten, besten Roscnzuckcr sie rieben, die einzige Nahrung, die der Herr noch vertrug, dessen Salben und Pflaster sie vorbereiteten. Der Kaiser tvurde täglich kränker. Er nährte sich nur noch von dem, was kleine Kinder nährt. Er war die Sorge de» Gesinde». Er war der Inhalt ihrer Gebete. Schon geißelten sich im Kloster Juste die Mönch«, damit dem Kaiser Erleichterung werde. Schon tvar durch das ganze Land die Losung ausgegeben tvorden, daß nicht nur die Geißeln:^; der Gelveihtcn der Majestät nützen werde. Auch in den Häusern, auch in den Hütten, wollte man sich geißeln. Sie waren unschuldig an den Leiden deS Kaisers, aber sie wünschten schuldig zu sein, um ieilzuhaben an seiner Qual. Selbst die Toledaner hatten längst die Marter vergessen, die ihnen von ihrem König angetan worden Ivar, Was die Geschichte geschrieben hatte, der Sand war über diese Blätter geschüttet. Und sie geißelten sich in ganz Spanien, damit ihr König, der Kaiser der ganzen Welt, geheilt werde. Es geißelten sich selbst dse Krüppel und die Kinder für den kranken Kaiser und König. Hätte man ihnen den Schmerz erspart, noch krüppliger und kindischer würden sie sich gefühlt haben. Da» Volk von Estremadura, da» die gleiche Luft mit dem Kaiser am nächsten geatmet hatte, geißelte sich am wildesten. Sie hatten all« den Kaiser auf der Terrasse seines Hause» erblickt. Jeder einzelne war dessen gewiß geioorden, als Antwort auf seinen Liebc-blick die Huld und da» kaiserliche Versprechen empfangen zu hahen, daß e» ihrem Land herrlich ergehen würde, wxnn der Kaiser lange lebte. Auch sie würden lange leben. Sie hofften, indem sie sich die Körper peinigten, bessere Stund« wird kommen, Märchenstunde. lieber da» Strohdach streicht der Wind. Der alte Vater öffnet den zahnlosen Mund. Doch er braucht nicht mehr den bitteren Lattich de» Lebens zu schmecken. DerAlte erzählt den Enkelkindern: »Ihr Lieben, wir sahen die Halbheit der Majestät von Angesicht» zu Angesicht. Die Gewißheit haben wir deshalb, daß unsere Kirschbäume üppiger wachsen werden als je. Unsere Mandelbäume werden duftiger duften als je. Roggen und Weizen und Mais und Lämmer werden riesig, riesig, rsesiger al» je, unzählbar, fruchtbar. Keine Mißernten werden mehr zu fürchten sein." So geißelte und so tröstete sich das Volk von Estremadura und von Toledo und von ganz Spanien. xin. Da» Klatschen der Geißeln, der Kaiser hörte e- nicht. Das Verzweifeln der Nonne Theresa Cepeda, es tvar nicht seine Verzweiflung. Sie, die Geweihte, die durch immer neue Qualen sich Weihende, sie wand sich in der Betrübnis, daß noch so wenige Scheiterhaufen brannten. Wurden sie überhaupt schon angezündet? Nein, nein! Der Kaiser hatte den Befehl gegeben, aber wie lau, aber wie listig! Es brenzelte nicht- in der Luft von Ketzerfeuern. Man versprach die Ketzerfeuer, man drohte mit ihnen, man mutzte aber guten Grund haben, nichts zu unternehmen. Wahrhaftig, man berief sich daraus, datz der Kaiser kält, kalt blieb, kalt in Anbetracht der von Tag zu Tag sich mehrenden Ketzergreuel. Dse Lutherischen nannten sich überall, noch katholisch. Lügner, Lügner! Ebenso unatembar die Luft, weil in ihr noch viel schlimmeres Unwesen atmete. Da waren die ganz Unterirdischen, die Kreuzbespeier, die Hostienschänder, die Kinderblutsauger, die Marannen. Sie bildeten ein Heer, so unzählbar, daß Theresa Cepeda selbst in ihrem Beichtiger, selbst in dem verloschenen Arbeiter, der still das Unkraut aus dem Garten des JosefSklo» ster» jätete, die Mannschaft der Hölle vermutete. Je mehr Theresa Cepeda über ihren Bcsub beim Kaiser nachdachte, desto klarer kmn sie zu der Erkenntnis O» das stach tief, das wühlte die Angst zuoberst jeder andern Regung auf 1 desto klarer kam sie zu der Erkenntnis, daß der Kaiser mit ihnen allen hielt, mit den Lutherischen, mit den Marannen, den verkappten Inden. Und sollt« sie auch verkannt werden in dieser ungeheuerlichen Erkenntnis, sollte man jedes ihrer Worte auch mißdeuten gegen sie und zugunsten deS Kaisers, ihr Entschluß war gefaßt. DaS Sanctum officium der Inquisition mußte erfahren, wer mif dem Schlafberg in Juste das Christentum verwüstete. Sie wanderte, sie schürte. In den Festungen Gotte», die sie bmite, klatschten auch die Geißeln. Christi Jungfrauen wollten sich gern zerfleischen und vernichten, wenn der Kaiser nur» erstehe, um den Triumph der Scheiterhaufen zu besiegeln. Aber eS kmn kein Echo vom Schlafberg. Da entschloß sie sich zu dem nicht mehr zu Vermeidenden. Der Gesalbte am Kreuz forderte e- ja von ihr. Er litt ia wieder. Au» seinen Folterqualen ergötz sich ja wieder daS Rinnsal. Und eS strömte auch wieder auS ihr, au» ihrer Angst,.aus ihren Hüften, aus ihren Schläfen. Wie sehr hatte Gott sie geliebt, die ersten Menschen, die von den ersten Gezeugten und die von den Gezeugten Stammenden! Da sie aber geketzert, die erste Mutter und der erste Vater, batte Gott da nicht selbst sein Gericht über sie gehalten, trotz seiner Liebe? Hatte Gottvater nicht selbst da» feurige Schtvert in die Hände der Engel gegeben, um sie zu richten, um sie zu verjagen auk dem Eden der Seligkeit? Und das Richtschwert der Engel, hat es sich nicht vererbt auf Ihn, den Gottessohn, damit Er es weitervererbe auf Apostel und Jünger? Und hatten schließlich die Geweihten nicht geschworen, da- Schwert niemals aus der Hand zu legen? Seit nun bald 1600 Jahren?.(Fortsetzung folgt.), Seite 3 0 muß der Shy tehr men vers Ilet tüf Tens vei fere Ge 08 fge= rdit Sic gen iges en. ihre ing, be, me Bes fel Hors als aus 100 ein. dic 10 25 Ster Tei 1. on nter Sie net, en. blt 18. ins die gen ein jay alle var en en. hen ges ing ter Elle ein icht 18me teil Des te. 11. เจ้า Der die der en, nd Jes rer en Fon fte 11 eis if Bu 31 rte en al. cer en die Der er, ges dit Jel cub ert en 03 Se= า ได้ Nr. 110 Ukrainische Autonomiebewegung Warschau. Der parlamentarische Klub der Indo- Partei( Block der ukrainischen nationalen Barteien) faßte einen Beschluß, in welchem einTeitend fonstatiert wird, daß die bisher von der Indo- Partei betriebene Politik nicht die erhofften positiven Resultate gebracht haben. In der Erflärung der Undo- Partei heißt es u. a.: Statt einer Normalisierung der Beziehungen zwischen der polnischen und ukrainischen Bevölkerung wurde das ukrainische Volk in Polen vor die Tatsache einer Mobilisierung gegen das nationale Leben der Ultrainer gestellt. In ihrer Erklärung stellt die Undo- Partei fest, daß die weitere Duldung dieses Zustandes zu einer Anarchie führen müsse und stellt folgende Forderungen auf: 1. Die Anerkennung der ukrainischen Bevöl ferung in Polen als separate nationale Einheit. 2. Die raschefte Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse der ukrainischen Nation auf religiösem und fulturellem Gebiete, sowie auf dem Gebiete der Agrarwirtschaft. 3. Territoriale Autonomie für die von den Utrainern bewohnten Gebiete. Die Undo- Partei fordert schließlich die ukrainische Bevölkerung in Polen zur stärksten Attivität und Vereinigung aller Kräfte zur Verwirklichung dieses Programmes auf. Neue Verlängerung des Kolportageverbotes Ein im Parlament eingebrachter Regies rungsantrag sieht die Verlängerung der pressegefeßlichen der preſſegefeßlichen Bestimmungen über das Kolportageverbot(§ 20, Abs. 2, des Gesetzes 126/33) um weitere zwei Jahre, das ist bis Ende Juni 1940, vor. Mittwoch, 11. Mai 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Riesige sozialdemokratische Wählerversammlung in Komotau nen Noël- Baker und Wenzel Jaksch sprechen Komotau.( Eigenbericht.) Bis auf das letzte Plätzchen gefüllt waren gestern abends Saal und Galerie der Städtischen Barkfäle in Komotan. Mehr als 2000 Arbeiter und Arbeiterin sehr viele konnten im Versammlungssaale selber keinen Platz finden waren gekommen, um zu hören, was die auch in Komotau wiederholt und gerade jest wieder totgefagte deutsche Sozialdemokratie zum Friedenskampf der europäischen Demokratie" zu fagen habe. Die große Rundgebung, der 250 NW- Männer den Rahmen gaben, erhielt befondere Bedeutung durch die Teilnahme ausländischer Gäste. Unter Fanfaren- und Trommelklängen eines Spielmannszuges der SI und unter stürmischem Beifall der Berfammlung hielten ihren Einzug in den Saal Philipp Noel Baker, Abgeordneter der Labour Party, und seine Gattin, sowie unser Freund I ex as aus Brüssel und für den Parteivorstand Willi Wanka. Die Versammlung wurde vom Vertrauens-| den kann, allerdings nicht jene faschistischen Kaders, mann der Komotauer Lokalorganisation, Josef die durch nichts befriedigt werden können, was Prag La dig, eröffnet, der unter brausendem Beifall bietet und die nicht Gleichberechtigung wollen, sons lebt und werde leben, wenn es längst keinen Na- motraten nach Dachau zu bringen. Wegen der fusagte, die deutsche Sozialdemokratie in Komotau dern Herrschaft, und die nur eine Freiheit erstreben: die judetendeutschen Sozialisten und Des tionalsozialismus mehr geben wird. Unter wieder betendeutschen Frage braucht wahrhaftig kein euro holten Beifallskundgebungen begrüßt dann Ladig päischer Krieg auszubrechen.( Großer Beifall.) Sie die Gäste und unter vielfachen Freiheit!-Rufen ist mit friedlichen und demokratischen Mitteln zu fündigte er an, daß binnen kurzem auch der Vor- lösen. fiebe der Partei, Abg. I aksch, in der Verfammlung eintreffen werde. Unter starkem Beifall der Versammlung stellt Jakich fest, daß es der SdP stvar gelungen ist, zehnDann ergriff, stürmisch begrüßt, Noel tausende Arbeiter einzuschüchtern und einzufangen, Baker das Wort, dessen Rede mit großer Auf- daß sie aber selber noch nicht einen einzigen Arbeiter führer hervorgebracht hat. Wenn ein demokratis merksamkeit und unter wiederholten Zustimmungssches Deutſchland einer faschistischen Tſchechoslowakei fundgebungen angehört wurde.( Wir bringen die mit dem Einmarsch drohen würde, dann könnte Kons Rede an anderer Stelle.) rad Henlein sich seine Mitglieder mit der Laterne bei hellichtem Tage suchen.( Großer Beifall und Rachſtürme.) Als nächster Redner sprach, freudig begrüßt, Willi Wanka. Aber schon nach wenigen Säßen traf Abg. I aksch ein. Die Versammlung brach Wir führen einen ungleichen Kampf. in dem in großen Beifall aus, alle Teilnehmer erhoben alle Vorteile beim Gegner zu sein scheinen, bei uns sich von den Sißen und boten Jatsch mit geballter Gesinnung. Daß unsere Bewegung in diefem aber lämpft die gewaltige Kraft der Fauft den Gruß. Wanla schließt seine An- Sturm aufrecht steht, das ist ein Stüd Weltgeschichte ergreift das Wort: Jakich Das Kolportageverbot gibt den Behörden die Möglichkeit, die Verbreitung solcher Drudichriften, die namentlich durch ihren unwahren und die Wahr beit verzeichnenden Inhalt die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährden, auf mannigfache Weise einzu schränken. So fann zunächst die Kolportage, das heißt die unentgeltliche Verteilung oder der Ver- sprache und fauf von Haus zu Haus, an öffentlichen Orten und in öffentlichen Lokalen vom zuständigen Landesamt verboten wen. Ein analoges Verbot gegen auss Die Liebe zur Freiheit, die die spanis ländische Druckschriften ist dem Innenminiſte ſchen Mämpfer und die illegalen Sozialisten in den rium im Einvernehmen mit dem Außenminsterum Diftaturländern beseelt, ist es, die auch zehn vorbehalten. Weiters fann das Stolportageverbot auch tausende arbeitende Menschen in unserem Lande in durch das Verbot des Berlaufes in Tabaltrafiten den letzten Wochen die sittliche Straft gab, dem unund Verschleißstellen von Poſtwertzeichen sowie auf erhöriesten Gleichschaltungsterror standzuhalten. Bahnhöfen etc. verschärft werden, wozu als weitere Die Liebe zur Freiheit ist es, die hier leben wird, Santtion noch die Entziehung der Tarif- und fon- folange noch tapfere Arbeiterherzen schlagen. Einer ſtigen Begünstigungen beim Boſt- und Eisenbahn meiner französischen Freunde sagte mir vor wenigen transport und schließlich als schärffte Maßnahme auch Tagen: Mir ist nicht bange um die Zukunft die Entziehung des Rechtes auf Boſt- und Bahn Europas; die Demokratien mögen vielleicht in manbeförderung überhaupt lommen fann. Hier mußchen Punkten schyverfällig sein, aber sie haben den allerdings das Strafgericht in furzer Zeit wiederholt längeren Atem. Nach meiner Ueberzeugung haben zu Recht erkannt haben, daß eine das Kolportage- die europäischen Demokratien den Endsieg schon geverbot rechtfertigende Straftat begangen wurde. wonnen, wenn sie ihn nur nicht durch eigene Schwä dhe preisgeben." Diese im Pressegesek vom Jahre 1933 bor gesehenen Maßnahmen waren zeitlich begrenzt und find seither schon mehrmals verlängert worden. Im Motivenbericht wird erflärt, daß die außerordent lichen Verhältnisse, die seinerzeit zur Einführung dieſer Maßnahmen führten, noch andauern, so daß deren abermalige Verlängerung geboten erscheint. Ausbrüdlich wird darauf hingewiesen, daß diese Be stimmungen in der Praris bisher keineswegs übermäßig angewendet wurden. Durch den Kopf ziehen schwere Gedanken In einer Betrachtung über die Kundge bungen, die am 1. Mai in Starlsbad statifan den, schreibt J. Suchh im Právo Lidu": Durch den Kopf ziehen schwere Gedanken und deswegen überrascht es nicht, wenn das amtliche Tschechoslowakische Preßbüro in die Welt eine Nachricht meldet, durch welche sie sich bestrebt, die Anzahl der Tapferen herabzusetzen, welche unter beispiellosem Terror der Republik Treue und Ergebenheit bewahrt haben. " Der Faschismus ist nicht allein auf der Welt, sondern in Europa haben die demokratisch fosialistischen Seräfte ein erdrül Lendes llebergewicht. Aber der Kampf um die europäische Freiheit muß zunächst innerhalb der Demokratie durchgekämpft und gewonnen wer den. Die Demokratie muß innerlich revolutioniert und in einen Zustant höchster Kampftätigkeit ver und wird ein Ruhmesblatt in der Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung sein. Wir vertei digen nicht nur unsere roten Fahnen, sondern auch ein Stück Ehre des besseren Deutschtums.( Großer Beifall.) 113 260 Nicht versäumen! jab Fristen für die Gemeindewahlen! Für die Wahl am 22. Mai: Bis zum 11. Mai können noch Aendes rungen in den Kandidatenlisten vorgenommen werden, wenn ein Kandidat entfällt. Bis zum 14. Mai sind dem Gemeindeamie Koppelungen bekannizugeben und es müss sen durch den Bevollmächtigten der Wahlgruppe die Vertreter und Ersaßleute in die Wahlkommiss sionen bekanntgegeben werden. Für die Wahl am 29. Mai: Bis zum 15. Mai, zwölf Uhr mittags, sind die Kandidaten Listen seitens der Wahlgruppen( Parteien) beim Gemeindeamte vorzus Legen. Bis zum 16. Mai sind beim Gemeindevors steher die beiläufigen Herstellungskosten für die Wahldrudfachen zu erlegen. weil auf der Reise nach Nom die faschistische Achse ein bisschen verbogen worden ist. Jedenfalls können unsere judetendeutschen Nazis sich auf Sitler und Göring genau so verlassen, wie fich Herr Hitler auf Mussolini verlassen fann.( Stürmischer Beifall.) Unter großem Beifall der Versammlung gedenkt Jakich des erkrantten sozialdemokratischen Vizebür germeisters von Komotau. Edmund Reichel, dessen bedeutende Verdienste um die Stomotauer Gemeindepolitik nicht genug anerkannt werden föns nen. Er fährt dann fort: Es war bei allen historischen Entscheidungen so, daß die Charaktere die Schlachten gewinnen mußten und die Charakterlosen erst nach dem Sieg wieder auftauchten. Wenn uns aber das Schicial noch ein mal einen Trumpf auf den Tisch werfen wird, dann werden wir ihn besser zu nüßen verstehen als nach eine Entscheidung um die Zusammensetzung dieser bem Umitura. Der Tampf. den wir führen, ist nicht oder jener Gemeindeſtube, sondern ein Stampf um die Ehre unferer Bewegung und um die Zukunft und die Freiheit unſedes Landes. Das Schicksals Europas liegt auf der Wraafchale. Von unserem Standpunkt aus ist alles zu verlieren und alles zu gewinnen. Wir zweifeln aber nicht daran, daß der Endsieg an unsere Fahnen geheftet fein wird.( Großer sich immer wieder erneuernder Beifall.) Der so oft angekündigte Einmarsch wäre längst er folgt, wenn es gar so einfach wäre, bei uns einzu marschieren. Aber es gibt neben dem starken Deutsch land noch eine viel stärkere und gewaltigere rie densfrontin Eurova. Vielleicht wird Der Vorsitzende schließt dann nach einem fich auch herausstellen, daß die wiederholt verbreitete mitreißenden Appell die herrlich verlaufene Einmarschdrohung nicht verwirklicht werden konnte.| Kundgebung. Boykott als Antwort Katzenjammer der Troppauer SdP- Geschäftsleute Einem sehr bemerkenswerten Bericht unserer Troppauer ,, Volkspreffe" entnehmen wir die folgenden Feststellungen: und sagten, sie könnten fünftig nun nicht mehr bei diesen Geschäftsleuten ihre Einkäufe besorgen, da jie am 1. Mai die SDP- Fahne gehißt haben. Kinder einer tschechischen Schule, die bei einem Auf den Jubelrausch, den unsere Henleiner Lebensmittelhändler in der Nähe Semmeln für noch am 1. Mai an den Tag legten, ist jetzt plöß die 10- Uhr- Pause fauften, blieben aus. Das lich eine gründliche Ernüchterung gefolgt. Die Landeskrankenhaus in Troppau hat bei einem felt werden. Das ist das Problem auch bei uns. Lehrerschaft, die wochenlang dem chauvini- Staufmann die Mineralwasserbestellung storniert, Wir müssen jeßt unsere ganze Straft einsetzen auf ſtiſchen Treiben der Hakenkreuzjugend geradezu ebenso feine Bestellungen mehr bei zwei anderen der Generallinie der Staatspolitik, die jene Ent. Vorschub geleistet hatte, verhält sich mit mit Firmen gemacht. Ein tschechischer Rechnungsscheidungen und Voraussetzungen zu schaffen hat, einem Male sehr zurückhaltend und bekommt so- beamier( der Name ist bekannt) soll diese Vorbie notwendig sind, damit wir unseren Kampf im zusagen demokratische Anwandlungen, weil sie tommnisse auf höhere Weisung zurückführen. Bei Sudetendeutschen Gebiet erfolgreich führen fönnen. nämlich von der Schulbehörde darüber belehrt zwei deutschen Bädern wurden außerdem die Eine unzulänglich orientierte Oeffentlichkeit hat wurde, daß in dieser Republik für die vom deut- Militärlieferungen aufgelassen, ebenso die Begemeint, daß es bei den Verhandlungen der Tezien Wochen darum gehe, ob die deutsche Sozialdemo- schen Faschismus empfohlenen Erziehungsmetho- stellungen bei einem Konditor für eine Stantine. Iratie weiter in der Regierung bleibt oder nicht. den kein Raum bleibt, und die völkische Ein Bäder in der Holtergasse mußte die ErfahDiese oberflächliche Auffassung muß i forrigieren. I ugend selbst ist einigermaßen verdattert, rung machen, daß ein tschechischer Schneidermeis Es geht um weit mehr: nämlich um die Se Iar denn das von der Flüsterparole gegebene Verster, eine tschechische Gastwirtin und eine tschechi stellung der Frage, sprechen, das Dritte Reich werde für die Tropiche Private ihm sagen ließen, sie könnten von ihm ob die deutsche sozialdemokratische Arbeiterschaft pauer Vorfälle" ausgiebig Revanche nehmen, hat nichts mehr nehmen, da er die SdP- Fahne ausin den Stand gesetzt wird, ihre Mission nicht nur sich natürlich nicht erfüllt. Ein wahrer Staben- gehängt hatte. im Interesse der eigenen Bewegung, fondern auch jammer aber herrscht jetzt unter den Ge- Der SdP- Abgeordnete Dr. Luschka forderte im Interesse der Demokratie und der Republik zu schäftsleuten, die am 1. Mai die SdP sofortige strenge Maßnahmen gegen den Bonkott, Der Präsident der Republik empfing am erfüllen.( Großer Beifall.) Fahne gehißt hatten, um ihrer Sympathie für um das Aergste zu verhindern." Welche tsche= Dienstag den Gesandten in Berlin Dr. Ma st ný. Das sage ich an die Adresse jener Prager Rechts- die Gleichschaltungsbewegung Ausdruck zu verschische Organisation hier die Hand im Spiele ferner eine Deputation der Internationale der blätter, die sich in den letzten Wochen nicht genug leihen. Diese Demonstration zeitigte ein Ergeb- habe, sei nicht schwer zu erraten, es müsse aber Tertilarbeiter und schließlich den Redakteur des an uns reiben fonnten. Aber Herr Stabinet und andere mögen sich sagen lassen, daß unsere Arbeiter nis, das wohl die wenigsten Nazi- Gewerbetrei- gegen eine solche systematische Hetze eingeschrit ,, L'Oeuvre" Henry a user. Das Abgeordnetenhaus hielt Dienstag nach- und Vertrauensmänner, die an den Stämmen des benden erwartet hatten. Von demokratischer Seite ten werden, da die staatliche Autorität eine NeErzgebirges wohnen, bedeutend weniger Angst haben setzte spontan ein Boyt ott ein. Vor allem benregierung sich nicht biete: lassen kann". Ders mittags eine einstündige Sigung ab, in der das als so manche Herren, die in den Prager Redat der tich e chische Teil der Bevölkerung, derartige Worte nehmen sich besonders gut aus im Bollabkommen mit Ungarn und ein Zusatzproto- tionsituben igen. Aber unsere Arbeiter und auch in Troppau sehr kaufträftig ist, führt diesen Boy- Munde des Vertreters einer Partei, die gar kein koll zum jugoslawischen Handelsvertrag sowie die ein wachsender Teil des tschechischen V lles sind der kott konseqeuent durch und die Gastwirte, Kaffee- Sehl mehr daraus macht, daß sie auf die staatVorlage über die Grundbücher in der Slowakei Ueberzeugung, daß eine Regierung dazu hausbsizer und Ladeninhaber, die noch vor fur- liche Autorität pfeift. Originell ist auch, wenn die genehmigt wurden. In der Debatte beschwerte sich da ist, auregieren.( Stürmische Zustimmung.) der Stommuniſt& Inft über die Auflösung datich berichtet dann, daß unier varlamentarlicher zem mit dem„ Sieg Heil!-Gebrüll gar nicht fer- völkischen Kaufleute jagen, das Betenntnis diu Arbeitsbeschaffungsantrag iept in den Ausschüssen tig wurden, machen jetzt Gesichter wie die be- Konrad Henlein sei ein verfassungsmäßiges Recht und stellte die Forderung auf, daß der Innen- des Abgeordnetenhauſes berhandelt wird. Damit rühmten Lohgerber, denen die delle davonge- und es dürfe darum niemandem daraus ein Lönnen wir uns aber nicht zufriedenstellen, die Zeit schwommen sind. Manche von ihnen haben das Schaden erwachsen, denn ebenso unbestreitbar ist minister dem Hause über die Praxis der verlangt ein ganz anderes Tempo. Bum Heraushängen der SDP- Fahnen mit einer fast dann das Recht der Tschechen, ihr gutes Geld Behörden bei der Auflösung von VersammNationalitätenstatut fünfzigprozentigen Verminderung ihrer durch dorthin zu tragen, wo es ihnen paßt. Oder mu Iungen Bericht erstatte. Dr. Pješča! immuni ſierte ein teilweise tonfisziertes Wahlflugblatt des fast Jakich: Wenn dieses Statut in großzügigem schnittlichen Tageseinnahme bezahlt. In ihrer tet man ihnen ernsthaft zu, einen Laden zu autonomen Sojuz in Uzhorod. Nächste Sizung Geifte fonzipiert und prattiziert wird, wird es ein Bedrängnis flehen fie nun die Behörde um Hilfe betreten, wo die Angestellten einander mit dem Donnerstag den 12. d. um 11 Uhr. Auf der Tas alüdlicher Wendepunkt in der Geschichte unseres an. Freitag sprach eine Deputation des Trop- Hitlergruß grüßen, oder ein Gasthaus zu besu Landes sein, denn damit wird der Weg zu pauer Vereines der Kaufleute unter Führung chen, wo Edelgermanen das Horst Wessel- Lied einer grundlegenden Nenord eines SdP- Abgeordneten selbstverständlich bei fingen? nung der Beziehungen der Völker der Polizeidirektion vor und gab dort ihrem Die Tschechen zeigen jetzt den Henleinern, dieses Landes zueinander eingeschlagen und Summer in bewegter Weise Ausdruck. Der Se- daß man den Boykotts pie ß, den die SdP damit würde ein außerordentlicher Beitragaum. europäischen Frieden geleistet werden. kretär des Vereins, Herr Dr. Waschet, erklärte, feit Monaten vortrefflich zu handhaben versteht, Wir werden es mit unseren ganzen Sträften unter- daß die deutsche Kaufmannschaft wegen der Boy- auch einmal um drehen kann. Sie antworftüßen, wenn die tschechische Politik, wie sie durch kottbewegung der Tschechen beunruhigt und ten auf die bekannte Parole der SDP:,. Dentidie, die Stoalitionsparteien und vor allem durch den empört" sei und verwies bei der Gelegenheit auf kauft nur bei deutschen Volksgenossen!" mit der Geist Dr. Benes repräsentiert wird, dafür sorgt, einige besonders krasse Fälle: Losung: Tschechen, tragt euer Geld nicht zu den daß eine dauernde und wirklich demokratische NeuTschechische Konsumenten( Beamte, Offi- Hafentreuzlern!" Die gleichgeschalteten Gewerordnung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen erstellt wird. Ich bin überzeugt, daß auch aus dem ziere, Privatpersonen) tamen in zahlreiche( von betreibenden, die nun ihren verlorenen Kunden Lager der Sdß ein großer Teil für den Staat durch dem Sprecher namentlich angeführte) deutsche nachweinen, sehen jetzt, daß der Totalitätsfimmel eine fluge und gerechte Politik zurüdgetvonnen wer- Geschäftsläden, bezahlten ihre Monatsrechnung der SdP auch eine Kehrseite hat, mehrerer kommunistischer Wählerversammlungen gesordnung steht das Kleingeldgefeß und die Nobelle zum Gesetz über die längerdienenden Unteroffiziere. Der Senat genehmigte am Dienstag atvei Zusatzabkommen zum Handelsvertrag mit Sugo flawien sowie die Verträge über die internationale Arbeitszeitregelung in der Tafel- und Flaschenglasproduktion. Der Kommunist Nedvěd prote= stierte auch hier gegen die Auflösung von kommunistischen Wählerversammlungen und verlangte die Sicherung der Wahlfreiheit bei den toms menden. Gemeindewahlen. Nächste Sizung heute Mittwoch um 11 Uhr. Seite 4 Mittwoch, 11. Mai 1038 Nr. 110 Das Ziel der SdP-Gemeindepolltlk In einer Wählerversammlung der SdP in Turnbei Teplih hat der ehemalige SdP«Oppositionelle Dr. K r e i h I- Telsche» am 6. Mai nach dem„Teplih-Schönauer Anzeiger" erklärt: Wir werden in die Gemeinden den wahre« natio» nlifttschen Geist tragen, bet de« e» nur eine Einheit und nur einen Willen des Vudetendeutschtum» gibt. Man hat un» viele» genommen und besonder» eine»: die B o l t g r tk Ohne Grund hat man un» die Polizei genommen. Wir können sagen, daß die Ruhr und Ordnung bei unseren Gemeindepolizisten ebenfalls nie gefährdet war. Aber da» mutz ander» werden! Man wird sich den geänderten Verhältnissen in einem Tempo anpassen müssen, da» zrlt- gemitz tstk Soweit Dr. Kreißl. Damit wurde neuerlich aufgezcigt, daß jede Stimme für Henlein nur Hiller zugute kommt. Der Kampf gegen die SdP ist der Kampf gegen den Nazifaschismus. also gegen den Krieg. Den beiden Schlußsätzen schlichen wir un» an und rufen sie vor allem unseren Behörden zu, die dem Nazitreiben in der Provinz tatenlos zusehen: Ta» mutz ander» werden! Man wird sich den geänderten Verhältnissen in einem Tempo anpassen müssen, da» zeitgrmätz ist. Aufbruch und Rückzug Die Zeitschrift„Der Aufbruch" hatte im September 1087 eine Sondernummer zum Gedenken an den verstorbenen nationalsozialistischen Abgeordneten Han» Knirsch herauSgegcben, in welcher u. a. Gen. Dr. Emil Strautz, der im Jahre 1019 in einer Bersammlung dem Abgeordneten Knirsch entgcgengetreten war, beleidigt wurde. Dec Beleidigte Nagte und da» Ergebnis ist der Rück- zug de»„Aufbruch", der folgende Erklärung abgegeben hat: Zu dem in unserer Zeitschrift vom 14. September 1837 unter der Ueberschrift»Erinnerungen, Käinpse und Vermächtnis, Hans Knirsch und die Gegenwart" veröffentlichten Artikel erklären wir, daß wir die dort enthaltenen beleidigenden Behauptungen und Ausdrücke, welche sich auf Herrn Dr. Emil Straus;, Mitglied der Landesvertretung und Redakteur in Prag, beziehen, widerrufen und ihm auf diese Weise Genugtuung leisten. Die Redaktion de»„Aufbruch". Die.Jüdische Versippung* 1 der$dP Im April war Konrad Henlein wieder einmal in Berlin, bald darauf entwickelte er in Karlsbad sein radikales Programm und bekannte sich erstmalig zur nationalsozialistischen Weltanschauung, womit geradezu zwangsläufig die Einführung des Arierparagraphen in der SdP Hand in Hand gehen muhte. Dieser Umschwung zur unverhüllten Raffenpolitik ist Hunderten Gleichgeschalteten in die Glieder gefahren. Tenn abgesehen davon, das; es selbst Juden geben soll, die der SdP beigctreten waren, solange dort da? Hakenkreuz einigermaßen getarnt wurde, gibt es sehr viele SdP-Mitglicder und sogar-Amtswalter, denen bisher die eigene»jüdische Versippung" genug sonderbarer Weise kein Hindernis für ihre Betätigung in den auf Hitler ausgerichteten Reiben war. Nun aber geht's an die Säuberung. Und bei der Notwendigkeit, den Ariernachweis für sich und die nächsten Angehörigen zu erbringen, werden Dinge offenbar, die für die SdP und etliche ihrer Partisanen nicht gerade angenehm sind. Beispielsweise stellt sich in dem kleinen S t e r n b e r g, wo die Juden nur einen winzigen Bruchteil der Bevölkerung bilden, heraus, das; der DczirkSfraktionSführer dort, ein Herr Ruff, mit einer Jüdin verheiratet ist; und«in zweiter Sternbcrger Funktionär, ein Herr Tha- l e r, hat bei seiner Eheschließung ebenfalls den Streicher nicht vorauSgeahut. Beide werden nun über die völkische Klinge springen müffen. Und mit ihnen Hunderte andere, die bi» jetzt»ehrlich" bemüht waren, die hakenkrcuzlerische, totalitäre und antisemitische Volksgemeinschaft vorwärtSzu« treiben. BerclnSauflösungen. Da» Amtsblatt vom 10. Mai enthält die Kundmachung der Auflösung der Freimaurerloge„Latomia" in Reichenberg, sowie die AuflösungSkundmachung mehrerer christlich-deutscher Turnvereine, u. zw. in Karlsbad, Maria-Ratichitz, Bruch, wo außer dem christlichdeutschen Turnverein„Burgfriede" auch der katholische Jugendbund Lueger seine Auflösung beschloß. lDND) Dir Bovkotthetzr der„Zeit" richtet sich nunmehr auch gegen jene sudetendrutschen Künstler, die trotz der totalitären Anordnung der SdP, die »hier Wieder In Berlin Florenz. Reichskanzler Hitler hat um Mitternacht auf Dienstag im Sonderzug die Rückreise angetreten. Auf dem Bahnhof war Mussolini zur Verabschiedung erschienen. Um 8.25 Uhr früh lic' der Zug in der Grenzstation am Brenner ein, wo sich Reichsstatthalter Seyß- Jnquart und andere Funktionäre zur Begrüßung eingefunden hatten, während sich die italienische Begleitung von Hitler verabschiedete. In einem Mitwirkung an den Sendungen de» Melniker Senders zu versage», ihre Kraft in den Dienst de» Senders stellen. Die„Zeit" führt die Namen dieser Künstler in jeder ihrer Ausgaben an, ganz offenbar in der Absicht, ihnen den Weg zu de» gleichgeschaltctcn deutschen Theatern zn verlegen. — Uns dünkt, daß die„Zeit" lediglich die Unzufriedenheit jener Künstler wecken wird, die der Parole der SdP folgten und sich die Gelegenheit entgehen lassen, ein Stück Brot zu verdienen. Freilich sind viele dieser Künstler dem SdP-De» fehl nur au» Furcht gefolgt. Ein Grund mehr für die SdP, sie hängen zu lassen, wenn eS sich darum handelt, sie zu e r n ä h r e n. Eine SittltchkeitSafsärr. Vor kurzem ereignete sich in W e l m s ch l o ß ein Vorfall, der die Bewohner diese» kleinen OrteS in ziemliche Aufregung verseht«. Der beschäftigungslose Kutscher M. K. aus Skyrl unterhielt vor Zeiten mit der landwirtschaftlichen Arbeiterin S. ein Liebesverhältnis und lebte eine Zeitlang mit ihr auch im gemeinsamen Haushalt. Die S. löste das Verhältnis und heiratete dann«inen landwirtschaftlichen Arbeiter in Wclmschloß. Bor einigen Tagen lauerte der M. K. nun der Frau auf und er zwang sie, durch Bedrohung mit einem Messer, ihm zu Willen zu sein. Frau S. erstattete bei der Gendarmerie die Anzeige. Auch der Gatte der S. wurde von K. bedroht. Telegramm an Mussolini depeschierte Hitler, daß die I d e e:> g e m e i n s ch a f t der faschistischen und der nationalsozialistischen Betvegung eine sichere Gewähr dafür seien, daß sich die „t r e u e K a m e r a d s ch a f t". die sie beide verbinde, für immer auch auf die beiden Völker Übertragen werde. Spät abend» traf der Sonderzug in Berlin ein, wo dem Reichskanzler ein großartiger Empfang bereitet wurde. Schlechtes Geschäft* mit wem deutschen Film Seit Jahren ist von un» darauf hingewiescn worden, daß die Einführung der reichsdeutschen FiUne in die Tschechoslowakei und die Herstellung gleichgeschatteter deutscher Versionen in Prag nicht nur vom kulturpolitischen, sondern auch vom geschäftlichen Standpunkt aus überaus nachteilig ist. Aber die Forderung, die Zufuhr der Goebbels-Filme einzuschränken und eine eigene, nicht gleichgeschaltete deutsche Produktion in der Tschechoslowakei zu errichten, ist ohne Wirkung geblieben. Jetzt, nach dem Anschluß Oesterreichs, hat sich die Situation noch verschärft, und während die tschechoslowakische Produktion der gleigeschalteten deutschen Film-Versionen finanziell erledigt ist, geben die Henlein-Leute die Absicht kund, ihrerseits eine von Berlin begünstigte stilmproduktton aufzuziehen. Wie die Lage nach fünf Jahren Zusammenarbeit mit der Berliner Reichsfilmkammer ist, geht klar au» einem Artikel hervor, in dem sich die „Bohemia" mit den bevorstehenden neuen Verhandlungen über daS Filmgeschäft zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland beschäftigt. In diesem Artikel*eißt es u. a.: Nach den bisherigen Abmachungen stand Deutschland das Recht zu. 80 deutsche Filme in die Tschechoslowakei zu liefern, während umgekehrt Deutschland sich verpflichtete, dafür fünf tschechoslowakische Filme lin deutscher Version) abzunehmen. Die Auswirkungen dieses Ver- irageS waren aber, ein voller Mißerfolg der tschechoslowakischen Produzenten. Alle in Prag gedrehten Filme in deutscher Sprache, sind bis zum heutigen Tage— mit Ausnahme eine» einzigen— der erst vergangene Woche auf besondere private Intervention in Berlin placiert wurde— von Deutschland entweder nicht ausgenommen oder aber abgelehnt worden, obgleich diefe deutschen Filme nicht nur nach den reichsdeutschen Vorschriften hergestellt wurden, sondern auch die Drehbücher vorher in Berlin vorgelegt und genehmigt worden waren. Andererseits haben es die Prager Produzenten unterlassen, der Prager FilmberatungSstelle im Handelsministerium Mitteilung von den Schwierigkeiten zu machen, weil sie es nicht darauf ankommen lassen wollten, daß eS zu scharfen Maßnahmen gegen Deutschland käme, da sie gleichzeitig auch Verleiher sind und auf die deutschen Filme, wegen Ihrer Geschäftsverbindung mit den sudeiendeutschen Kinobesitzern, angewiesen sind. Da» Defizit hat im letzten Jahre siebenstellige Ziffern erreicht. Die Folgen dieser unmöglichen Politik sind die Sperrung von Bankkrediten und Vorschüssen für Prager deutsche Filme, so daß die bisherigen Produzenten ihre deutsche Produktion wahrscheinlich einstellen di'cften. Der jetzt bestehende Film-Handell« Vertrag wird tschechischerseit» al» Farce anerkannt und man erwägt bereit» alle erdenklichen Möglichkeiten, wie man eine Basi» finden kann, bie für beide Teile den gleichen Erfolg bringen kann. Die fünf abzunebmenden Filme stehen auf dem Bapler— oder liegen in Berlin ohne Aussicht auf Verkauf— während al» Gegenwert 80 deutsch: Filme groß Devisenwerte nachDeutschland abfließenlassen. Die am Filmgekchätt interessierten Prager Banlbäuser sehen ihr« Gelder nicht mehr wieder und da» hat in einem Falle dazu geführt, daß ein bekannte» Geldinstitut heute eine eigene Filmfirma in Prag besitzt und selbst reichsdeutsche Filme importieren wird, um so wenigsten» eine Kompensation zu erreichen." Man kann au» diesen gewiß nicht übertriebenen Feststellungen ersehen, t'Ie weis« die von den Prager Filmproduzenten und dem HandelSminisie« rinnt dem AoebbclS-F!lm gegenüber betriebene Politik war. die sich immer wieder auf da» Argument berief, daß eS sich nm geschäftliche Vorteile handle I Verlanget überall Volkszünder Das Programm der deutschen Sozialdemokraten Ein 3aksch«lntervlew Bukarest. Der Vorsitzende der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowa- kischen Republik Abg. Wenzel I a k s ch erteilte dem Korrespondenten der„Jndependence Roumaine" ein Interview, in dem er zunächst alle Gerüchte über einen Wechsel der innerpolitischen Haltung der deutschen Sozialdemokraten al» unrichtig bezeichnete. Die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei, sagte er, wolle bei ihrer aktivistischen Politik verharren. Auf die Frage über da» vorbereitete Nationalitätenstatut antwortete Abg. Falsch, daß e» ihm vorläufig unmöglich sei, ein Urteil abzugeben, da ihm der Inhalt de» Statut» noch nicht bekannt sek. Ich bin aber der Ansicht, fügte er hinzu, daß die Frage der Sudetendcutschen unbedingt eine endgültige Lösung finden muß, und zwar auf demo- kratischer Basi». denn da» ist da» einzige Mittel, die irredentistische Bewegung in unserem Grenzgebiete zum Schweigen zu bringen. Wir verlangen die Anerkennung aller Rechte, die einer ihrer Zahl und ihren Fähigkeiten nach bedeutenden nationalen Gruppen gebühren. Wir lehnen jeden Versuch einer terrltortalenAutonomi« ab. Da» Proportionalprinzip kann durch ein Gesetz überall da garantiert werden, wo eine zentralistische Verwaltung die Verwirklichung der personellen Autonomie der Deutschen verhindert. Die Privat- pensionSanstalt ist ein Beispiel einer glücklichen Verbindung zwischen personeller Autonomie und natio naler Proportionalität. Dieser Grundsatz kann bei der Schulverwaltung, bei der Verwaltung des Getreidemonopols usw. leicht angewcndct werden. Wir verlangen auch das absolute Recht der Gleichheit hinsichtlich der deutschen Sprache. Hinsichtlich der Verhandlungen mit Henlein bin ich sehr skeptisch. Henlein ist Gefangener der nationalsozialistischen Ideologien. Wa» er verlangt, kann die Tschechoslowakei nicht geben, wenn sie auf ihre Unabhängigkeit nicht verzichten will, Wa» aber die Tschechoslowakei der Sudeiendeutschen Partei im Rahmen ihrer demokratischen Verfassung gewähren kann, wird die Anhänger Henlein» niemals befriedigen. Abg. Jaksch machte dann auf den Gesetzentwurf aufmerksam, den die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei am 5. April d. I. im tschechoslowa- kischen Abgeordnetenhaus««ingebracht hat. Da» Ziel diese» Entwürfe», sagte er. ist die wirtschaftliche Wiederaufrichtung de» sudeiendeutschen Gebiete». Dieser Vorschlag sieht die unverzügliche Vorbereitung eine» großen ArbcitSprogramme» vor, da» etwa eine halbe Milliarde AL in Anspruch nehmen wird. Ich bin der Ansicht, sagte Abg. Jaksch, daß e» ein großer Fehler wäre, den Ton ausschließlich auf di« Fragen der nationalen Politik zu legen. Auch «ine Lösung mif sozialem und wirtschaftlichem Gebiete ist notwendig. Ein dauerhafter Frieden kann nur auf der Grundlage wirtschaftlicher Prosperität abgeschlossen werden. Rivalen Von Elsa Katzky »Denke Dir, Jean, ich werde noch in diesem Jahre heiratenI WaS sagst Du dazu?" Der so Angeredcte strahlte bei der Freudenbotschaft seines Freundes über das ganze Gesicht und reichte ihm dann die Hand. »Ich gratuliere Dir, DeniSl Wer ist denn die Beneidenöioerte?" Denis stützte sich etwa» verlegen auf feine schwere Holzfällerart. »Marguerite Lavenne..." Jean zuckte heftig zusammen, und ein böser Blick brach aus seinen Augen. Aber DeniS bemerkte das nicht. Ec schaute sinnend und träumerisch, mit einem glücklichen Lächeln um den schmalen, bartlosen Mund, zu Boden. «Du hast recht; sie ist wirklich ein prächtige» Mädchen", brachte Lean mühsam hervor, und e» gelang ihm nur schwer, seinen Schreck und Zorn zu verbergen.« „Ja", lächelte DeniS glücklich,»sie ist schön, und wir haben uns gern. Als armer Holzfäller kann ich ihr zwar nickst viel bieten, aber zum Leben wird eS schon langen, und der alte Lavenne gibt mir seine einzige Tochter gern. Wir kennen unS jg schon seit langen Jahren..." Zwei Stunden später hatten Lean und De« ni» ihre Arbeit auf der großen Waldlichtung beendet. Denis schaute nach seiner Braut auS. Sic hatte versprochen, ibn abznholen. »Du hast einen besseren Ueberblick, wenn Du auf einen Baum kletterst", riet ihm Jean. „Dann kannst Du Marguerite schon von iveltcm sehen!" DeniS nickte und kletterte dann gewandt aus einen nicht allzu starken Baum. Der Baum besaß in der Mitte seiner Stammhöhe große Aeste mit dichtem Laub, wurde aber zum Wipfel zu ganz kahl und bedeutete deshalb einen geradezu idealen Ausguck. AIS DeniS in den dichten Zweigen verschwunden war, eilte Jean rasch nach dem Pulvermagazin, dem er einige Sprengpatronen entnahm. Dann lief er auf seinen Platz zurück, band die Patronen an den Stamm de» Baume», auf dem sich DeniS befand, leitete die Zündschnur in ein Gebüsch und befestigte sie mit ihrem Ende an dem Zündhebel de» AuSlösekasten». In diesem Augenblick erschien DeniS oberhalb der Aeste an dem freien Stamm und legte znm Schutz gegen die brennenden Sonnenstrahlen die Hand über die Augen. Dann winkte er in die Ebene hinab. In der gleichen Sekunde drückte Jean den AuSlöschebel herunter. Die Zündschnur glomm auf. Jean aber eilte den Berg hinab nach der kleinen Holzfällersiedlung. AlS er kaum hundert Meter zurückgelegt hatte, hörte er«ine heftige Detonation, wagte aber nicht, zurückzuschauen, sondern lief noch schneller, al» ob Verfolger hinter ihm her seien. G Eine Stund« später saß er vor dem Kaminfeuer seiner Hütt« und grübelt«. Wa» hatte er getan? Seinen besten, treuesten Freund hatte er getötet! Und wanim? Weil jener da» Glück gehabt hatte, die Liebe der schönen Marguerite zu gewinnen, die seine eigenen Werbungen immer wieder zurückgewiesen hatte. Sie hatte Ihn al» Freund geschätzt, war immer freundlich und liebenswürdig zu ihm gewesen und hatte eS offensichtlich bedauert, ihm nickst mehr als eine gute Freundin sein zu können. Er hatte sich damit ab gefunden. Aber als er dann härte, daß der Freund glücklicher gewesen war al» er, hatte er jäh di« Herrschaft über seine Sinne verloren. Plötzlich klopfte jemand an die Tür der Hütte. Jean fuhr zusammen. Wer wollte zu so später Stunde etwas von ihm? Kam jemand, um ihm mitzuteile», sein Freund DeniS sei ein Opfer seines Berufes geworden? Zögernd öffnet« er die schwere Tür und prallte dann entsetzt zurück. Bor ihm stand Marguerite, mit ernsten, traurigen Augen. WaS wollte sie von ihm? Dann saß er neben ihr auf der Bank, und sie hielt die Hände im Schoß gefaltet. »Warum hast Du daS getan, Jean?" fragte sie leise. Jean fuhr eS eiskalt über den Rücken. Er wußte, daß es jetzt kein Leugnen mehr gab. Er schlug die Hände vor das Gesicht. Namenlose Angst >var plötzlich in Ihm. „WaS ist mit DeniS?" fragte er bebend. »Er lebt. AlS die Explosion erfolgte, gelang eS ihm, sich von dem Stamm nach dem Ast des nächsten- ÄaumeS herüberzuschnellen. Er hat sich nur heftig den Arm verrenkt und wollte sofort zu Dir gehen, um Dir sein Mißgeschick mitzutetlen. Ich hielt ihn aber zurück und versprach ihm,«S Dir selbst zu sagen..." Jean schwieg, tief beschämt. Wa» sollte nun werden? ES gab nur eine Möglichkeit: er mußte sofort seine Sachen packen und noch in dieser Nacht die Gegend verlassen. «Warum hast Du daS nur getan?" fragte Marguerite noch einmal. Da lag Jean zu ihren Füßen, umklammerte mit den Armen ihre Knie und barg aufschluchzend sein Gesicht in ihrem Schoß. »Weil ich Dich liebe, Marguerite! Ich konnte Dich keinem anderen gönnen!" Sie strich sanft über sein Haar. „Du mußt vernünftig sein, Jean! Ich liebe doch nur Denis. Du sagst, Du liebst mich. Wie ! konntest Du mir dies dann antun?" Jean stand langsam auf. »Du hast Recht, Marguerite! Ich habe es ja auch im nächsten Augenblick schon bereut. Ich werde von hier fortgehen..." »Du darfst nicht unglücklich werden, Jean! DeniS weih natürlich alles, aber er zürnt Dir nicht, denn er kann Dich verstehen, und außerdem hat er Dich viel zu gern. Er wollte nur kommen, um zu verhindern, daß Du Dir etwas antun könntest." Jean stöhnte wie ein verwundetes Tier, aber er zögerte nicht. Sein Entschluß war gefaßt. »Ich muß gehen, Marguerite. Grüße DeniS von mir! Ich gehe nicht um seinetwillen, sondern um Deinetwillen! Ich weiß, daß ich nicht stark genug bin, um Dich immer an der Seite eines Anderen sehen zu können, auch dann nicht, wenn dieser andere der beste Freund Ist, den ich besitze. Ich glaube, Du wirst mich verstehen können, Marguerite..." Marguerite nickte stumm. Dann half sie Ihm, seine Sachen zu packen. Als sie Abschied nahmen, hielt Jean Marguerite'S Hand lange, lange stumm in der seinen. Plötzlich riß er Marguerite fest an sich und küßte sie, ließ sie aber sofort wieder los. »Verzeih' mir, Marguerite, ich konnte nicht anders..." Dann verschwand er im Dunkel des Waldes. Marguerite blickte ihm nach, bis Denis neben ihr stand und sie sanft in seine Arme nahm. „Es war gut so", sagte er leise.„Dieser Kuß wird ihn beschützen und ihm seinen inneren Frieden wiedergeben..." Nr. 110 Seife 5 Mittwoch, 11. Mai 1008 Grubenexplosion In England! Bisher 72 Todesopfer London-(Reuter.) Dienötag um k Uhr morgens ereignete sich auf der Kohlengrube „Markham" in Dnckmanton in Derbishire beim Schichtwechsel eine Explosion. ES wurden augenblicklich HilsSnmnnschaften und zahlreiche Acrzte un die UnglückSstätle geschickt. Die Explosion erfolgte untertagS, alS gerade 20V Bergarbeiter auSfahren wollten. Auf derselben Grube hatte sich bereits im Jänner vorigen JahrrS ein« Explosion ereignet, dir damals neun Menschenopfer forderte. Während die Verletzten obertagS gebracht wurden, ist eS zu einer neuen Explosion gekommen. London.(Reuter.) Der britische Berg» bauminister erklärte im Untrrhause, dass feinen letzten Informationen zufolge bei der in der Grube Markham erfolgten Explosion mehr alS 7V Bergleute getätet wurden. Nach den letzten amtlichen Meldungen hat daS Grubenunglück in der Markham-Hüttc bisher 72 Menschenleben gefordert. Diese Zahl stellt sedoch wahrscheinlich noch nicht die endgültige Totenzisser dar. Die Bergungsarbeiten wurden von abwechselnd arbeitenden NettungSmannschaftrn den ganzen Tag über fortgesetzt, ohne das) rS gelungen wäre, die verschlossenen Stollen freizubrkommrn. Einer Rettungsmannschaft war eS gelungen, gegen Mittag telephonische Verbindung mit dem Unglückstollen herzustellen. Seit Nachmittag antwortet jedoch niemand mehr. Biele der im Krankenhaus liegenden Schwerverletzten haben durch die furchtbare Explosion da» Gedächtnis verloren und können sich an nicht» mehr erinnern. Explosion auf einer holländischen Kohlenmine Amsterdam. Eine schwere Ervlosion in einer Entlüftungsanlage der staatlichen Kohlenmine Maurits in Lutterade(Holländisch-Limburg) richtete in der Nacht zum Dienstag bedeutenden Schaden an. Auster einer Gaszuleitung wurde die Förderanlage des Schachtes beschädigt, so dast e» unmöglich war, in die Grube einzufahren. Auch die lieberlandzentrale, die einen grasten Teil der Provinz Limburg mit Strom versorgt, wurde beschädigt, so dast die meisten limburgischen Industriestädte etwa zwei Stunden hindurch ohne Strom waren. Da die Explosion Lbertag» erfolgte, sind keine Menschenleben zu beklagen. Zwei Arbeiter wurden verletzt. Die Arbeiter in der Grube sind auster Gefahr. siin Viertel jahrhunceri SASI In diesen Tagen sind 88 Jahr, seit der im Jahre 1018 in Gent erfolgten Grundsteinlegung der Sozialistischen Arbeirer-Sport-Jnternationale verflossen. Au» dem Westen, Belgien und Frankreich, erscholl der Ruf nach Zusammenfassung der Arbel- tersportler aller Länder. Viel Mühe. Arbeit und Ausdauer waren erforderlich, bis dieser Ruf Gehör fand und sich au» einigen Ländern bejahend« Stimmen hören liesten. Ein Anfang war jedoch gemacht und die Vorberatungen zur Abhaltung de» e r st e n Kongresse»(10. Diärz 1018) in Gent(Belgien) wurden getroffen. Die mit der Gründung einer Arbeiteriportinternational« einverstandenen Länder umsastten zu jener Zeit etwa 820.000 Mitglieder. Aus dieser Tagung wurde da» Internationale Büro bestellt und zu seinen Vorsitzenden Saini, Venant(Frankreich) und G. Bridoux(Belgien) gewählt. Im August de» Jahre» 1014 sollt« in Köln ein weiterer Kongreß stattfinden. Seme Abhaltung tourde durch den Ausbruch des Welt- kriege» verhindert. Doch gleich nach Friedenöschlust machten sich G. Bridoux und Devlieger(beide Belgier) daran, die vor dem Kriege bestandenen Bande auf» neue zu knüpfen. 1019 war es endlich so weit, dast man nach Seraing sur Wense(Belgien) einen Kongrest einberusen konnte, der von vier Ländern beschickt war. Seine Beratungen galten, in der Hauptsache der Einberufung einer internationalen Konferenz. 1020, im September, tagte dieser Kon« grest in Luzern; er war von Deutschland, England. Belgien. Finnland, Frankreich, der Tschechoslowakei(DTg-Verband) beschickt. Biel Mistverständnisse, die durch die Kriegsjahre hervorgerufen worden waren, mußten noch beseitigt werden; doch der Gedanke der Zusammengehörigkeit überwand alle Hindernisse. Der„Wiederaufbau-Kongreß" von Luzern legte den Grundstein zur sogenannten.^Luzerner Arbeitersportinternational e". Zu ihrem Vorsitzenden wurde G. B r i- dour und al» Sekretär Devlieger bestinunt. Der Sitz der Internationale war Brüssel. Der Weg zum Aufstieg der internationalen Arbeitersportbewegung war nun offen. 1925 wurden auf dem Pariser Kongrest schon 1,800.000 Mitglieder gemustert. 1927(Kongrest in Helsinki) waren e» bereit» 1,600.000 und auf dem Prager Kongrest (1929) waren schon 1,720.000 Mitglieder in den in der Arbeitersportinternationale vereinigten Landesverbänden. Der Prager Kongrest brachte u. a. auch einige Veränderungen in der Leitung der Internationale. Zu Vorsitzenden wurde(!. Gellert(Deutschland) und Dr. Julius Deutsch (Oesterreich) gewählt und Gaston Bridoux wurde auf Grund seiner Tätigkeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Al» Sekretär war R. Silaba(Prag) schon auf dem Helsinki-Kongrest eingesetzt wordrn. Der erfreuliche Aufstieg und die Einheit de» internationalen Arbeitersport» Ivar aber im Jahre 1920 arg erschüttert worden. Die Spaltung durch die K o m m u n i st e n und die Gründung ihrer Roten Sportinternationale wirkten hauptsächlich in der Tschechoslowakei und Frankreich sowie in Deutschland schädigend auf die Ärbeitersportbetve- gung. So verwerflich und bedauerlich diese» Kapitel de» sozialistischen Arbeitersport» ist und war. e» gelang den Störern nicht, den Arbeitersport in diesen Ländern in seiner Tätigkeit aufzuhalten. In einigen anderen Ländern mischten sich in diesen Richtungsstreit auch reaktionäre und faschistische Organisationen, welche z. B. in Lettland schwere Kämpfe hervorriesen. Von den grasten internationalen Kundgebungen der SASI seiendieArbeiter-Olvmviaden an erster Stelle genannt. Sie toaren immer eine gewaltig« Heerschau und LeistungSprülung de» internationalen Arbeitersports. Die erste OInmpiade ging 1928 in Frankfurt a. M. vor sich, ihr folgte 1081 die zweite in Wien und 1987 fand in Antwerpen die dritte Olympiade statt. Nach der Wiener Olympiade wurde die pol i- tisch« Lage in einigen Staaten sehr ernst. In Deutschland wurde 1933 der Arbeiter-Turn- und Sportverband aufgelöst, sein Eigentum enteignet und viele Sportler und Sportlerinnin wurden gemeinsam mit den Parteimitgliedern an Leib und Leben schwer getroffen. Auch in Lettland brachte ein Putsch der Reaktion die Vernichtung de» Arbeitersport» mit sich, da» gleiche geschah in Litauen. Im Jahre 1934 unterlag Oesterreich» Arbeitersport dem dortigen Kleriko» und Heimwehrfaschilmu». Diese Ereignisie brachten e» mit sich, dast die Mitgliederzahl der SASI einen grosten Verlust und Abgang zu verzeichnen bat. Tie nun beschränkte Mitgliederzahl hat jedoch nicht dazu geführt, dast Leistungsfähigkeit und Tätigkeit litten. Da» bat 1987 die in Antwerpen stattgefundene Arbeiter-Olympiade unter Bewei» gestellt. Bemerkenswert sind in der Auszählung der Geschehniffe von 88 Jahren auch die mit der Sowjetunion zweck» sportlichen Verkehr» gepflogenen Verhandlungen. Greifbare Erfolge baden sie nicht mit sich gebracht, wenn man von der Teilnahme der russischen Sportler an der Antwerpener Olympiade absteht. Die 28 Jahre internationaler Arbeitersport sind Jahre wohl schwerer, aber freudvoll geleisteter Arbeit für die Volksgesundheit. Und der vom 86. bi» 89. Mai d. I. in Amsterdam stattfindende Jubiläumskonarest wird neben seinen sonstigen Arbeiten auch eine Rückschau geben. Die Arbeltersportbewegung In der Tschecho- slowakei kann sich zu den bestentivickelten zählen. Wir sind stolz darauf, sagt der internationale Sekretär der DLSJ. Silaba. in einem Jubiläumsartikel, dast die DTIC und die Atu»«Union nicht nur zu den größten, sondern auch zu den technisch leistungsfähigsten Verbänden der Jiuernatio- nalc gehören. Die beiden untrennbar brüderlich miteinander verbundenen Organisationen sind der Ausdruck der Solidarität aller demokratischen Kräfte der SASI. Diese Solidarität, welche sich auf die Stärke und Macht der andern sozialistischen Internationalen stützt, ist un» eine Gewähr für die glänzende Zukunft unserer Arbeitersportinternationale. —en— Ungarns Kegleruns macht Ordnung Ein energischer Innenminister Budapest.(MT2) 2m Laufe der Debatte über die Wahlrechtsvorlage im Abgeordnetenhaus erklärte Iniienininister S z e l l in Beantwortung verschiedener Darlegungen betreffend die öffentlichen Zustände u. a.: »ES ist bedauerlich, dast die in den letzten Jahren in den verschiedenen AuSlandSftaaten auf revolutionärem Wege eingetreteucn Ereignisse auf einen nur kleinen, aber leicht beeinflustbaren Teil der ungarischen Gesellschaft eine betäubende Wirkung auSgeübt haben. Diese Elemente wollen jetzt unter dem Deckmantel der rechtsradikalen Politik in der Menge Unruhe stiften und den Bazillu» der Revolution verbreiten. Die nüchterne Ueberlegung und die patriotische Moral werden diese krankheiterregenden ungesunden Elemente bald a u S d e m Organismus unseres öffentlichen Leben» auS in erzen. Ich kann versichern, dast sowohl die Regierung alS auch ich, der für die öffentliche Ruhe verantwortliche Innenminister fest entschlossen bin, jeden gegen die Verfassung und öffentliche Ruhe de» Landes unter, nommenen Versuch aus daS energischeste zu unterbinden und zu vergelten. Dazu bin ich nicht nur fest entschlossen, sondern ich erkläre dieö im volle« Bewußtsein meiner Verantwortlichkeit. Ich bin mit ausreichender Kraft sür jede Möglichkeit und Eventualität vorbereitet. Ich rate niemanden, sich der B e r f a s s u n g und den Gesetzen de».tausendjährigen ungarischen Staates zu widersetzen." „Musterhafter Minderheitsschutz** Deutsche In Polen vollkommen entrechtet. Berlin. DaS„Berliner Tageblatt" beschäftigt sich in einem Artikel unter dem Titel „Apeli an Polens Einsicht" mit der polnischen Minderheitrnpolitik und beschwert sich, dast in Polen sür die Bedürfnisse deS deutschen Schulwesens kein genügendes BerständniS aufgebracht worden ist. Man habe dir öffentlichen deutschen Schulen und Klassen durch Verdrängung deutscher Lehrer durch Polen, denen dir deutsche Sprache nachweislich ost die gröstten Schwierigkeiten bereitet, ihres Eharakter» als deutsche Anstalten fast völlig entkleidet. ES mag genügen daraus zu verweise», dast in llwlnisch-Ostoberschlesien an den öffentlichen deutschen Schulen 187 polnische und nur 87 Volksdeutsche Lehrer tätig und von 39 Schulleitern nur zwei deutscher Volkszugehörigkeit sind. Unter diesen Umständen müsse dir Zukunft de» deutschen Schulwesen» völlig unsicher erscheinen, um so mehr al» die polnischen Behörden die Schließung der deutschen Abteilung an der Pädagogischen Akademie in Krakau ange- ordnet haben. Run hat sich der NeichSer-irhungS- leiter veranlaßt gesehen, die Einstellung der bisher in Beuthen abgehaltenen Kurse zur Ausbildung von Lehrkräften an polnischen MinderheitS- schulen anzuordnen. Polen ist ein Land, daS mit dem Dritten Reich formal in den besten Beziehungen lebt und die SdP-Presse hat seinerzeit daS deutschpolnische Abkommen vom 8. November 1987 als da» Muster eines gerechten Minderheitenabkommens hingestellt. Da» Ergebnis dieses Abkommens liegt nun vor: die vollkommene kulturelle Entrechtung der deutschen Minderheit. Und die Deutschen rächen sich anihrer polnischen Minderheit. Fürwahr, wo immer daS Dritte Reich Freundschaftspakte unter dem Beifall der SdP «^schließt, geht es den von diesen Freundschastö- pakten betroffenen Deutschen schlecht. Die Tagung des Völkerbundes Genf. Der Völkerbundrat begann seine Arbeiten am Montag mit einer vielstündigcn geheimen Sitzung, in der er sich mit jenen heiklen Fragen beschäftigte, denen er ratlos gegenübersteht: mit der abessinischen, der spanischen und der chinesischen Frage.— Am Dienstag sprach in der öffentlichen Ratssitzung Lord Halifax über den Vertrag mit Rom, der von England al» wertvoller Beitrag zum Werke de» Völkeichundea an« gesehen werde. Dieser Vertrag stärke den Glauben, dast Vernunft und guter Wille genügen, um daS Gefühl der Sicherheit zu kräftigen. Der Vertrag von Rom und der Pakt des Völkerbundes wollen beide den Krieg verhindern. Litwinow begrüßte, trotz der russischen Bedenken gegen bilateriale Verträge, den Vertrag und beglückwünschte England. Der polnische Delegierte Komarnicki prie» den Wert bilateraler Verträge, der französische Außenminister Bonnet sprach von seiner Hoffnung auf da» Gelingen de» französisch-italienischen Abkommen», der Sprecher der Kleinen Entente der rumänische Außenminister C o m n e n, bekundete die Sympathien der Kleinen Entente und der Balkan-Entente für diesen Versuch, den Frieden zu sichern. Einen„Mission" in diesen Thor der Optimisten brachte die Rede des Vertreters Chinas. Wellington K o o s, der die Apathie und Gleichgültigkeit der Mächte anllagte. vom Völker, bund wirksame materielle Hilfe und die Erleichterung von Waffenlieferungen verlangte und seststellte, daß China keineswegs ein asiatische» Problem ist, sondern daß China mit dem Einsatz von Blut und Leben seinen Krieg gegen den Angreifer führe. Gelingt eü China, den Angreiferzu besiegen, dann wird davon ganz Europa profitieren, eS wird für immer von den Drohungen de» japanischen Imperialismus befreit sein.. Wie immer gibt eS auch diesmal neben den offiziellen Ratssitzungen zahlreiche Besprechungen zwischen den Vertretern der verschiedensten Mächte.— Besprechungen, über deren Inhalt und Ergebnis natürlich nur allerlei Mutmaßungen möglich sind. Chinesen vor Peking Schanghai. Chinesische Freischärler und Kommunisten operieren sehr rege in einer Entfernung von weniger als zwölf Meilen von Peking. Nach chinesischen Informationen wird die Marco-Polo-Brücke, der Ort, wo die ersten Schüsse zu Beginn deS chinesisch«;.panischen Krieges sielen, ehesten» den Gegenstand von Angriffen bilden. Die Japaner schätz n die Zahl der Freischärler auf 80.000; diese befinden sich setzt auf dem Marsche der Provinz Hopei. Die Japaner geben zu, daß die Situation auf dem Schlachtfeld sich in der letzten Zeit wesentlich verschlechtert hat. Eingreifen der englischen Regierung gefordert London.(Reuter.) Die Kapitäne von dreizehn britischen Schiffen, die in Valencia vor Anker liegen, sandten an das britische Außenamt ein Telegramm, in welchem si« erklärten, daß die Angriffe auf britische Dampfer, welche in den spanischen Häfen ankern, jetzt absolut planmäßig vor sich gehen. Die Kapitäne fordern ein sofortiges Einschreiten der britischen Reglreung und verlangen die Schaffung von neutralen Zonen in allen spanischen Häfen, damit dort die bewilligten Frachten ungefährdet gelöscht, bzw. verladen werden können. „Lumpen" E» war, wenn wir un» recht erinnern, im Jahre 1904 Lueger, damals allmächtiger Herr von Wien, sagte über die sozialdemokratische Maifeier:„Alle, die am er st en Mai in den Prater gehen, sind Lumpe n." Es waren etliche hunderttausend, die am ersten Mai in den Prater marschierten, e» tvaren die Wiener so« ziaGemokratischen Arbeiterinnen und Arbeiter. Lueger war gctviß ein Meister der Demagogie, aber doch ein Stümper im Vergleich zu denen, die heute den Kamps gegen die Sozialdemokratie führen. Auf den Einfall, man könne den Sozialdemokraten den ersten Mai stehlen und ihn in einen christlichen oder nationalen Feiertag umlügen, kam er nicht. Er beschimpfte einfach alle, die den ersten Mai feierten. Seine vornehme Art aber hat sich in den Reihen der Antisozialisten erhalten. Aber da sie nun selber den ersten Mai„feiern", können sie nicht alle Maifeiernden schlechthin beschimpfen; nur die Teilnehmer an den sozialdemokratischen Nkaifeiern, die Sozialdemokraten. Henlein», des„Führers" der „Partei der Anständigen und Sauberen", Wochenblatt„Rundschau" schleudert wieder einmal den „deutschsprechenden Sozialdemokraten ihren Volksverrat in» Gesicht" und rüst den Arbeitern, die der Nazi-Terror gleichzuschakten vermochte, zu:„An dich aber, dentscher Arbeiter, wenden wir un»: Erkennst du nun, wie recht du tatest, al» du diesen Lumpen den Rücken wandtest?" E» sind, trotz Flüsterpropaganda und Terror, trotz Lockungen und Drohungen, innner noch viel« zehntausende, die den ersten Mai al» Sozialdemokraten feierten. Sie all« sind, so sagt e» Henlein» Blatt, nach nationalsozialistischer Ausfassung Lumpen. Die Namen der Schimpfenden sind andere. Die Schimpstvort« sind die gleichen geblieben. Hoffentlich gibt es noch«ine andere Gleichartigkeit. Lueger hat e» sehr zu bereuen gehabt, daß er die sozialdemokratischen Arbeiter Lumpen nannte! Grauenhafte Giftmorde In der Prager Umgebung —rb—> In der Ortschaft Krusiöant) unweit der Bezirksstadt Neveklov bei Beneschau ist eine Kriminalassäre ausgedeckt worden, die zu den größten und aufsehenerregendsten Fällen ihrer Art gehört. Gewissermaßen die Einleitung za der nachfolgenden Tragödie bildete der Umstand» daß am 2. Feber d. I. der dort wohnhafte 4öjährige Häusler Josef Rehäk bei der Gendarmerie erschien und seine Frau der fortgesetzten ehelichen Untreue mit dem 68jährigen Matthias B o r IS e k, wie auch mit dessen Sohn Franz beschuldigte und die Gendarmen bat» auf die Frau einzuwirken, da daS doppelte Verhältnis mit Vater und Sohn allgemeines Aer- gernis errege. Am 8. Feber erkrankte Rchäk plötzlich und starb nach kurzem und sehr schmerzhaftem Krankenlager. Obwohl allerlei Gerüchte umgingen, wurde doch einstweilen nichts weiteres unternommen. Erst als Ende März die 82jäh- rige Gattin Marie des Franz VokiSel (deS Sohnes, der sich mit seinem Baiec in die Gunst der nunmehrigen Witwe Agnes Rehäl teilte) plötzlich unter ganz ähnlichen Umständen starb, wurden gründliche Erhebungen eingeleitct. Der Witwer versuchte den Tod als'eine Wurstvergiftung hinzustellen, doch ergab sich alsbald die völlige Haltlosigkeit dieser Angabe. Eine Untersuchung de» DarminhalicS der Verstorbenen stellte dann fest, daß diese da» Opfer einer schweren Arsenvergiftung geworden war und daß ihr daS Gift zweifellos von einer dritten Person ringegeben worden war. Daraufhin wurde die Exhumierung des verstorbene» Josef Rehäk und einer weiteren Verwandten der Agnes VokiSek angeordnet, worauf die Lcichcnteilc gleichfalls dem Chemischen Institut zur Durchführung der entsprechenden Untersuchung überstellt werden. Die Vorcrhcbung befindet sich noch im ersten Stadium und läßt keine sicheren Schlüsse auf Einzelheiten zu. Immerhin steht der Hintergrund dieser tragischen Affäre bereit» ziemlich fest. Es besteht der Verdacht, daß die Marie Vokiäcl von ihrem Gatten unter Beihilfe von dessen eigenem Baler und seiner Aekiebien, der sungverwitwetcn Agnes Rehäk. vergiftet wurde, nachdem die Letzgcnannte ihren Gatten auf gleiche Weise in den Tod geschickt hatte. Wie bereits erwähnt, tvaren der 65jährige Vater Matthias und sein Sohn Franz gleichzeitig Liebhaber der Agnes Rehäk. Zugleich unterhielten aber Vater und Sohn verbotene Beziehungen zu der minderjährigen Tochter ihrer ehebrecherischen Geliebten, und zwar m i t W i s s e n der entarteten Mutter und durch geraume Zeit. Die Frau des jüngeren Borltäck— da» zweite Todesopfer— versuchte ihren Gatten und Schwiegervater zunächst durch Güte von diesen Beziehungen abzubringen. Schließlich drohte sie mit der Strasanzcige wegen Schändung, tva» tvohl den Anstoß gab, daß die drei den Beschluß faßten, sich ihrer zu entledigen, wie sie sich vorher des Gatten der Agne» Rchäk entledigt halten. Erst nach dem Tode dcr Unglücklichen und auf eine ganz andere Anzeige hin wurde der ältere VoktSek wegen Schändung verhaftet und so der Hinicrgrund der Giftassäre klargelegt. Ecite 6 Mittwoch, 11. Mai 1938 Nr. 110 92 Professor Seewarth vollkommen rehabilitiert Wie erinnerlich, wurde anfangs Jänner vorigen Jahres der Direktor der MasarykVolkshochschule und der deutschen Handelsschule in Preßzburg, Prof. J. M. See warth, unter dem Verdachte des Betruges, der Schiebung von Wertpapieren, Valuten, Rauschgiften und Gold sowie wegen des Verbrechens gegen den§ 6 ( Schutzgesetz) verhaftet. Am 3. Mai d. J. hat nun der Senat des Breßburger Obergerichtes unter Vorsitz des OGR Dr. Cech das erstinstanzliche freispre chende Urteil vom 8. Oftober 1937 be= stätigt. Auf Grund der Feststellungen der Behörden beruhen auch alle Beschuldigungen gegen Prof. Seewarth auf Verleumdungen. Insbesondere ist nicht wahr, daß Seewarth MilTionengelder, Wertpapiere, Rauschgifte und Gold ins Ausland verschleppt hat. Seewarth hat nicht eine einzige Krone oder Weripapiere usw. ausneführt, weshalb auch in dieser Sache das Vers fahren eingestellt wurde. Direktor Seewarth ist somit vollkommen rehabilitiert. Gegen verschie dene Verleumder wird von der Familie Scewarth die Strafanzeige erstattet. Riesenmoorbrand in Derbyshire In Derwent Valley, in der englischen Grafschaft Derbyshire, brach ein riesiger Brand aus, der zwölf Dörfer bedrohte. Tag und Nacht arbeiteten die Bevölkerung und die Feuerwehr, um dem gewaltigen Feuerwall von 16 Kilometer Länge, den der Wind vor sich hertrieb, Einhalt zu gebieten. Unser Bild ist eine Flugzeugaufnahme von der Katastrophe. gestellt wären. In dem angeführten Fall in Chicago sprach sich der Vater dem Komitee gegenüber für die Erhaltung des Lebens des Kindes aus, der Schwiegervater, der ſelbſt Arzt ist, fordert im Nas men der Kindesmutter die entgegengesetzte Entscheidung. Das Komitee entschied heute abends, daß das linfe Auge sofort operiert werden soll. Ueber das rechte Auge hat das Komitee nicht entschieden, obzwar auch dieses Auge von der Strankheit ergriffen wurde. Schwedisches Konzert in Prag. Am Dienstag nachmittags traf in Prag ein 50köpfiger schwedischer Sängerchor- ,, De Svensto" unter Führung seines Vorsitzenden, des Prinzen Lennart Bernabotte ein. Die schwedischen Gäste veranstalteten am Dienstag abends um 20 Uhr im Smetana- Saale des Prager Repräſentationshauſes ein Konzert. Dieſes Stonzert stand unter dem Protektorate des schwediſchen Geſandien in Prag, F. Malmar. Die Sän gen haben schwedischen Kompositionen vorgetragen. Das heutige Programm der deutschen Sendung Prag- Melnik: 10.15 Schulfunt. 10.35 bis 11.00 Sd). 12.15 Vortr. 13.50-14.00 Arbeits. markt. 18.00 Jugendstunde. 18.20 Arbeiter. fendung.( Vortrag Erlacher- Weiskirchlik). 18.40 Sozialinf. 18.45 Bum Feierabend: UM( Gef. Car pentier, Klav. S. Behr). 19.00 Vortr. 19.30 Alte deutsche Lieder. 20.000 Clivia. Operette v. Dostal. 21.45 Lust. Dialettspiel. 22.30-23.00 Tanzmusit. Brünn. 17.40 bis 17.55: I. Von Lenz und Liebe. Mitwirkende: Jiolde Habel( Rezitation), Josef Kabelacz( Bariton), am Klavier: Josef Bizina. 17.55 bis 18.15: II. Besuch im Mädchen= Blindenheim. Mitwirkende: Ein Frauenchor, unter der Leitung von R. Matčet, Reg.- Rat Ludwig Wofuret, Dir. August Fiedler( Zwiegespräch). Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Dienstag- Ziehung der V. Klasse der 38. tschechoslowakischen Klassen Lotterie wurden nachstehende Gewinfte gezogen: 20.000 Kč die Lose Nr. 118588, 93076. 10.000 Kč die Lose Nr. 16443, 95903, 19179. 5000 Kč die Lose Nr. 51997, 23336, 107258, 119271, 10381, 31624, 117072, 50329, 367, 30869, 19601, 45769, 91575, 68792, 19468, 60897, 79229, 118215, 106415, 104723, 97760, 47477. 2000 Kč die Lose Nr. 50216, 69290, 83695, 87745, 111271, 30719, 5608, 107551, 95891, 73773, 27973, 115429, 7023, 98439, 103464, 15274, 34770, 27946, 89642, 62941, 103218, 81172, 18155, 23180, 27069, 65089, 61139, 46349, 92114, 54485, 101710, 37694, 30578, 81833, 69048, 23561, 85942, 24337, 94108, 37698, 20791, 114021, 5389, 48598, 71188, 89991, 27261, 104425, 108533, 5152, 31517, 109481, 71569, 81383, 82723, 98665, 115542, 98405, 31197, 108169, 89041, 50830, 59805, 116201, 86922, 31785, 105983, 49804, 68365, 14173, 48452, 2017, 83808, 66176, 93736. Die Gesellschaft für Musikpädagogik in Brag veranstaltet gemeinsam mit dem Schweizerischen Musikpädagogischen Verbande und dem heilpädago gischen Seminare der Universität in Zürich eine internationale Arbeitstonferenz, die dem Thema „ Die musikalische Erziehung und die Heilpädagogit" gewidmet ist. Die Konferenz findet vom 23. bis 28. Juni in der Schweiz statt. Anfragen sind zu richten an die Musikpädagogische Gesellschaft in Prag IV, Palais Toscana. Ausstellung über Maul- und Klanenseuche. Die Veterinärabteilung des Landesamtes in Prag bes teiligt sich an der heurigen Landwirtschaftlichen Ausstellung mit einer großen Erposition über Mauiund Klauenseuche. Die Viehzüchter können sich hier mit den Erscheinungsformen dieser Krankheit sowie mit Schutzmaßnahmen und Heilung dieser Seuche bekanntmachen. Diesem Zwede dienen farbige Bilder mit erklärenden Aufschriften. Eine Uebersicht über die Ausbreitung dieser Seuche im Jahre 1920 und die durch sie entstandenen Verluste wird eine Kollektion statistischen Materials veranschaulichen. Original- Präparate von Tieren, die an dieser Seuche zugrunde gegangen sind, vervollständigen das ganze. Es wird allen Besuchern der Landwirtschaftlichen Ausstellung empfohlen, diese Exposition, die im linken Flügel des Gewerbepalastes untergebracht ist, zu besichtigen. Zunahme der Frauen im Lehrberuf. Die Zunahme der weiblichen Lehrkräfte dauert namentlich im Volksschulwesen an. Einen interessanten Beweis hiefür bieten die Prüfungen für die Lehrbefähigung an Volksschulen. Von allen Lehramtstandidaten für Volksschulen waren in der Republik im abgelaufenen Jahre 49 Prozent Frauen. In Böhmen betrug jedoch die Zahl der absolvierten Volksschullehrerinnen 60.5 und in Mähren Schlesien 43 Prozent. Geringer ist die wurden drei Personen getötet. Unweit von Lyon swesen, die jüngste ist ebenfalls schon lange keine No Anzahl der Lehrerinnen, die sich für den Unter( Frankreich) stürzte Dienstag nachmittags ein vise mehr, sondern lebt dort seit elf Jahren. Die richt an Bürgerschulen melden. In diesem Falle Flugzeug ab. Fünf Personen famen dabei ums Revolte wird von der Schwester Marie- Claire ge waren von den insgesamt 867 Anwärtern und Leben. leitet, die sich sogar interviewen ließ und erflärt Anwärterinnen aller im Staate vertretenen Riesenbrand in Chinas Hauptstadt. In einem hat, daß sie nicht weichen würden. Institut für blinde Kinder in Hradčany führt keine Nationalitäten nur 36 Prozent Frauen.( DND) der ärmsten und dichtestbevölkerten Viertel der Vor tragischer Entscheidung. Ein Komitee von Geldsammlungen durch. Es bittet um Beiträge im Mit dem Motorrad in den Tod. Dienstag gegenwärtigen provisorischen chinesischen Haupt- zwölf Männern, Aerzten und Gelehrten und firch- Wege der Postsvartassa unter Nr. 41.837. früh fuhr der 30jährige verheiratete Elektro- stadt, Tschunking, brach ein Riesenbrand aus, der lichen Würdenträgern berät in Chicago über das techniker Bohumir Mušal aus Schlesisch- Ostrau das ganze Stadtviertel vernichtete. Mindestens Schicksal der fünf Wochen alten Helene Colan. Es mit seinem Motorrad beim Vorfahren auf einen 100 Menschen wurden dabei verwundet oder ges handelt sich darum, ob das Kind seiner tödlichen Telephonmast auf, wobei er einen Schädelbruch tötet. 7000 Holzhäuser wurden vernichtet, so daß Erkrankung überlassen, oder ob es als Blinde am erlitt. Er war auf der Stelle tot. Seine Reiche 30.000 Personen obdachlos sind. Eine große An- Leben erhalten werden soll. Das Kind erkrankte an wurde nach der Beschau in die Leichenkammer zahl von Menschen ist im Gedränge umgekommen, einer lebensgefährlichen Geschwulst, die nur durch geschafft. als sie versuchten, durch ein enges Tor in die Entfernung der Augen beseitigt werden fann. Der Dürre in England. Riesige Schäden wur- innere Stadt zu kommen. Fall hat in Amerika und England großzes Aufsehen den der englischen Landwirtschaft durch eine seit Keine Zigarettenstummel- Sammler mehr in erregt. Väter und Mütter fragen sich, was sie tun Monaten herrschende Dürre verursacht. In Kairo. Durch Polizeiverordnung ist das Zigawürden, wenn sie vor einer ähnliche Entscheidung einigen Gegenden Englands wurden die Dürre- rettenstummelsammeln in Stairo untersagt worden. schäden noch dadurch verschärft, daß der Obit- Es wurde nämlich festgestellt, daß die Kairoter ansas unter Nachtfrost erheblich gelitten hat. Bettler Zigarettenstummel nicht für ihren eigeWegen der Trockenheit haben die Behörden in nen Gebrauch auslesen, sondern damit einen Manchester und Bolton an die Oeffentlichkeit schwunghaften Handel treiben. Eine ganze Reihe appelliert, den Wasserverbrauch einzuschränken. von Tabalfabriken kaufen ihnen die Stummel Der Schaden wird auf 10% Millionen Pfund ab, um aus den Tabatresten neue Zigaretten bilSterling geschätzt. ligfter Qualität herzustellen. Die Gewinne, die Hungerstreik im Bergwerk. Die am 6. Mai dabei erzielt wurden, waren so hoch, daß das in Ausstand getretenen Grubenarbeiter der un- Berbot nicht nur aus naheliegenden hygienischen garischen Kohlenbergwerke in Brennberg bei Gründen erfolgte, sondern auch darum, weil die Dedenburg sind in den Hungerstreit getreten, staatliche Tabatmanufaktur, die das Monopol für nachdem tagszuvor Verhandlungen der Ver- Tabatlieferungen inne hat, die Konkurrenz aus schalten wollte. trauensleute mit der Bergwerfsleitung wegen einer jiebenprozentigen Lohnerhöhung gescheitert Neues zum Falle Weidmann. Nach langer waren. An dem Streit sind auch zahlreiche im Bause erfährt man Neues über die Affäre des Burgenland lebende Arbeiter beteiligt. Massenmörders Weidmann. Es steht zunächst feſt, Deutschlands tonfeffionelle Gliederung. In daß der Prozeß noch sehr lange auf sich warten ciner firchlichen Storrespondenz werden über die lassen wird, da die Untersuchung noch nicht ab Konfessionelle Gliederung Großdeutschlands erst geschlossen ist; er dürfte frühestens zu Beginn des malig Zahlen veröffentlicht. Zu den bisherigen Jahres 1939 zur Verhandlung kommen. Berner er21 Millionen Katholiken in Deutschland sind rund fährt man, daß Weidmann seine Verteidigung in 6 Millionen aus Desterreich hinzugekommen. Sie die Hände des berühmien Anwalts Moro- Giafferri zählen jetzt zusammen 27 Millionen gegenüber legen will. Da sein erster Verteidiger sehr bald 41 Millionen Evangelischen und bilden damit resignierte und sich kein franzöſiſcher Anwalt bereit 36 Prozent der Gesamtbevölkerung gegenüber fand, die Sache des„ Monstrums" zu vertreien, 54 Prozent der Evangelischen. Tas neue Ver- wurde Weidmann ein Offizialverteidiger gestellt. An hältnis zwischen Evangelischen und Katholiken diesen hat Weidmann jetzt einen Brief geschrieben, in im Großdeutschen Reiche ist jetzt drei Fünftel zu dem er erflärt, daß seine Mutter( die bekanntlich zwei Fünftel. 10 Prozent der deutschen Bevöl- aus Frankfurt seinerzeit nach Paris gekommen ist terung gehören anderen Religions- oder Glaus und im Untersuchungsgefängnis ihren entarteten bensgemeinschaften an. Die fatholische Stirche in Sohn gesprochen hat) wünsche, daß ein ganz großer Deutschland ist durch den Anschluß um zwei ErzAnwalt sich seines Falles annehme. Der Offizialbistümer und vier Bistümer erweitert worden, so berteidiger hat ſich natürlich ſofort damit einverdaß jezt das Großdeutsche Reich im ganzen acht standen erklärt und sogar öffentlich mitgeteilt, daß Erzbistümer und 22 Bistümer zählt. er aus freien Stüden nie die Verteidigung überTschechoslowakische Schriftsteller in Moskau. Jüdische Kinder werden abgesondert. Der Interesse seines Mandanten geführt haben würde. nommen hätte, obwohl er sie selbstverständlich im Mitglieder einer tschechoslowakischen SchriftstellerBürgermeister der Stadt Wien hat angeordnet, Moro- Giafferri selbst hat sich noch nicht entschieden. sellschaft zur Pflege kultureller Beziehungen der delegation, denen zu Ehren am Mittwoch die„ Gedaß die jüdischen Schüler an den Wiener Volfs- Sollte er tatsächlich die Verteidigung Weidmanns Sowjetunion mit dem Auslande" in Moskau einen und Hauptschulen( Bürgerschulen) sofort von den übernehmen, so würde der ohnehin schon ſenſa- Empfang veranstalteten, sind: Schriftsteller Josef arischen Kindern abzusondern und in eigenen tionelle Prozeß noch mehr Aufsehen erregen. Schulen zusammenzufassen sind. Gleichartige Stopta, Josef Capet und Marie Majerová. Ge= Weisungen sind auch für die Fortbildungsschulen Sitstreit im Kloster. Zu einem einzigartigen sandter Fierlinger nebst Frau beteiligten sich an dem ergangen. Anmerkung der Nedaltion: Dieses Streit ist es im Nonnenkloster von Liberton ge- Empfang. schändliche Treiben beginnt auch bereits in der lommen. Das Kloster sollte aufgelöst werden und Auszahlung der staatlichen Studienunterjudetendeutschen Provinz. die Aebtissin und 16 Nonnen haben es auch bereits ſtützungen. Die Aprilrate der Staatsstipendien wird verlassen. Die übrigen fünf Nonnen aber erflärten, in der Zeit vom 17. bis 25. Mai 1938 von 9 bis daß sie hier gelebt hätten und hier auch sterben 13 Uhr in der Kanzlei der Deutschen Studentenfürmöchten. Sie weigerten sich ganz entschieden, das sorge Prag II., Stratovská 16, 1. Stod, zur AusGebäude zu räumen, sie verbarrikadierten sich sogar zahlung gebracht. In der gleichen Zeit erfolgt auch und lassen jetzt niemanden herein. Sie haben gleich die Auszahlung der März- und Aprilrate derjenigen Großfener in Litauen. In Polangen, dem zeitig an den Papst ein dringendes Telegramm ge- Perzipienten, denen auf Grund ihres im Feber d. J. größten litauischen Ostseebade, wurden am Diens- schickt, den Auflösungsbeschluß wieder aufzuheben. eingebrachten Gesuches ein Staatsstipendium bewiltag vormittags mehr als 40 Gebäude durch ein Der Erzbischof der Diözese hat jedoch eine offene ligt wurde. Die Ausgabe der Zahlungsanweisungen Großfeuer eingeäschert. Der Brand dauert noch Stevolte erblickt und die schärfsten Maßnahmen an- geschicht nur persönlich gegen Vorweis der Hochschulan, so daß Gefahr besteht, daß der ganze Ort vom geordnet. Die kirchlichen Behörden ließen den fünf legitimation. Feuer erfaßt wird. verbarrikadierten Nonnen zunächst die Elektrizität Das Institut für blinde Kinder von Hradčany Flugunfälle. Dienstag nachmittags stürzte sperren, so daß nachis völlige Finsternis im Kloster( gegründet im Jahre 1807) in Prag IV. Lore in der Umgebung von Lincoln( England) ein herrscht. Die Polizei wurde gebeten, die Kloster- tánstá 104, macht die Eltern, Vormunde und Militärflugzeug ab. Die zweigliedrige Besaßung pforten zu bewachen und die Nonnen nicht heraus- Freunde blinder Kinder aufmerksam, daß es im In vielen englischen Schulen wird ein Maikönig tam ums Leben. In der Nähe von Hilton Hunts aulassen, wenn sie etwa Kerzen oder Lebensmittel Monat Mai ungestempelte Besuche um die Auf- und eine Maitönigin gewählt. In Clerkenwell in nahme blinder Kinder in das Institut entgegen( England) stürzte ein Flugzeug der Fliegerschule faufen wollten. Aber man wird sie nicht so bald nimmt. Kinder von drei Jahren in Kindergärten London wurden sogar ganz kleine Kinder mit dem in Wyron ab. Zwei Personen tamen dabei ums aushungern fönnen, weil die Vorräte noch minde- und von sechs Jahren in Bolksschulen. Nothwendig Titel des„ Maitönigs" ausgezeichnet. Und hier Leben. Ein Bombenflugzeug derselben Schule ſtens für 14 Tage genügen. Die älteste der rebel- ist ein ärztliches Beugnis. Niemand wird wegen konnte die„ ,, Königin" ein Küßchen des„ önigs" überschlug sich beim Start. Bei diesem Unfalle lischen Nonnen ist 40 Jahre in diesem Stloster ge- Armut und Mittellosigkeit abgewiesen werden. Das wohl kaum verwehren. Lebenslänglich. Die Nachricht, daß in BerTin die Gräfin Ottawia Wielopolska wegen Spionage zu lebenslänglichem Kerfer verurteilt wurde, hat sich als richtig erwiesen.. Postverbindung Litauen- Polen. Dienstag um Mitternacht wurde die normale Telephonverbindung zwischen Polen und Litauen eröffnet. Die ersten Gespräche wurden abgewidelt. Ilm 3 Uhr früh tauschten die polnische und die litauische Poſt die ersten privaten Postsendungen aus. Postdienst in der Sommersaison 1938. Am 26. Mai, 6., 16. und 29. Juni, am 5. und 6. Juli sowie am 15. August 1938 wird der Dienst im Post-, Telegraphen- und Telephonverkehr wie an Feiertagen versehen. Am 26. Mai, 16. und 29. Juni, 5. und 6. Juli wird die Post nur im Ortszustellbezirt, am 6. Juni und 15. August aber auch im Landbriefträgerbezirke zugestellt.( Post- und Telegraphendirektion.) Unsicher. Zwischen den Zyklonen über Standi navien und über Norditalien verläuft nunmehr von Norden nach Süden eine Tiefdrudfurche, in welcher sich feuchte, örtliche Störungen ausbilden. Unter der Auswirkung einer von ihnen hat die Bewölkung Dienstag nachmittags in den mittleren Teilen des Staates zugenommen und stellenweise fällt bereits Regen. Infolgedessen wird die weitere Eniwidlung des Wetters in Mitteleurova sehr unsicher sein. Wahrscheinliches Wetter Mittwod: Wechselnd bis vorwiegend bewölft, zeitweise Regen fälle, und zivar besonders in den mittleren Teilen des Staates, im Westen allmähliche Abkühlung, in Böhmen Nordwest, in den übrigen Ländern Südbis Südostwind. Wetteraussichten für Donnerstag: Weitere Eniwidlung des Wetters unsicher, in den böhmischen Ländern jedoch kühler als im Osten. Ein Küßchen in Ehren Dr. 110 Die großen Gefühle Die großen Gefühle find nicht mehr mobern. Wir lächeln nur fühle und halten fie fern. Wir find fachlich und nüchtern. Unfre Seele hat Nuh. Nur manchmal, ganz schüchtern, fragt fie: Wozn? Wozu ener Leben im fchalen Genuß? Euer lindisches Streben? Euer Soll? Ener Mus?" Und wir gehn im Gewühle und hören es kaum. Die großen Gefühle find Schatten und Traum. Unfre Herzen verwaifen und fagen's uns nicht. Unfre Träume zerreißen wie ein Fiebergesicht. Unfre Hände find Tiere, vor die Arbeit gespannt sehnsüchtige Tiere nach zärtlichem Land, Der täglichen Mühle lautfnarrender Gang die großen Gefühle sind einsam und bang. Wir sind so gescheit und wir nehmen's nicht schwer. Die Kindheit ist weit und der Himmel noch mehr. Wir leben im hellen entzauberten Schein, wir fliegen im schnellen Gefährt durch das Sein, wir jagen Rekorde auf schwindelnder Bahn ein Lachen, paar Worte damit ist's getan. In dämmernder Schwüle ersticken wir fast. Die großen Gefühle? Die wären nur Last. Wir wissen so viel und es ist nur nichts wert! Wir haben ein Ziel und es ist nur verkehrt! Wir lächeln nur fühle und weinten so gern Doch die großen Gefühle find nicht mehr modern. Man erhält für 100 Reichsmark Markmünzen 100 rumänische Lei 100 polnische Sloth. Renée ThI Mittwoch, 11. Mai 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Sie zielen auf die Genossenschaften und treffen das deutsche Volk Eine ruhige, aber desto wirkungsvollere Antwort erteilte den Hebern gegen die Konsum genossenschaften Nudolf Fischer auf der Tagung des Berbandes deutscher Wirtschaftsgenossen fchaften: schaften; aber es ist anders gekommen, als die Urheber es wollten. Durch die unsinnigen Behauptungen wurden die Sparer verängstigt und es tam zu einer sehr großen Abhebung der Einlagen. Seite 7 schaften diese schwer zu treffent, dem gefamben fudetendeutschen Volke den schwersten Schaden zugefügt. Auf lange Zeit hinaus werden die behobenen Gelder der Bolkswirtschaft zum Fehlen kommen. Nicht die Koufumgenossenschaften, fondern das große Heer der Arbeitslosen ist durch die Heize Nef gefchädigt worden. Die Hege gegen die Konsumgenossenschaf ten hat in den letzten Tagen noch einen ganz neuen Einschlag erhalten: Es soll mit der zu gehörigkeit zum sudetendeutschen Vollstume nicht mehr vereinbar sein, einer Konsumgenossenschaft. anzugehören. Die Genossenschaften unferes Ber bandes werden als voltsfeindlich hingestellt, die der Einigung der Sudetendeutschen hindernd im Wege stehen. Die Tatsache jedoch, daß die deutschen forderungen auf Rückzahlung der Einlagen so Konsumgenossenschaften meist von sozialis fort entsprechen fonnten. Nehmen Sie die Erstischen Arbeitern gegründet worden sind und tlärung entgegen: Es sind durch den Verband daß es Sozialisten find, die durch das alle Vorkehrungen getroffen, daß jede Genessen Vertrauen der Mitglieder zur Lei schaft zu jeder Zeit alle notwendigen Gelder zur tung berufen wurden, ist es, die den haß der Verfügung haben wird, wenn sie Spareinlagen politischen Gegner der sozialistischen Bewegung zurückzahlen muß, die aus Unvernunft und uns auf die Konfumgenossenschaften des Verbandes begründeter Furcht behoben werden. Es häufen fonzentriert. Es bestehen im sudetendeutschen sich bereits die Fälle, das verängstigte Einleger Gebiete 75 Konsumgenoffenschaften, die unserem die behobenen Gelder wieder in die Genossen Verbande nicht angehören. Diese Genossenschaf ſchaft zurückbringen. ten werden nicht angegriffen. Der Angriff er streckt sich nur auf einen Teil unserer Verbands. genossenschaften. In unserem Lande waren die Konsumge- Es ist ein neuer und starker Beweis für die gute noffenschaften schon seit ihrem Bestande Gegens Verivaltung der Mitgliedereinlagen, daß alle stand heftigster Angriffe. In der Wahl der Konsumgenossenschaften ausnahmslos allen Ans Mittel waren die Genossenschaftsgegener niemals zimperlich. Die politische Entwicklung im judetendeutschen Gebiete hat die Angriffswelle gegen die Konsumgenossenschaften schon im leß ten Jahre mächtig anschwellen lassen. Der Verband war von den mit dem Gelde der Kaufleute vorbereiteten Angriffen rechtzeitig unterrichtet worden. Die Flut von den gehäffigen Zeitungsartikeln scheiterte an der Propaganda, die von den Konsumgenossenschaften als Gegenstoß unternommen wurde. Es mußte ein anderer, zugkräftigerer Schlager angewendet werden, wenn das zur Belämpfung der Konsumgenoffenschaften aufgebrachte Geld nicht erfolglos vertan sein sollte. Dieser Schlager wurde gefunden. Er hieß:„ Die Sparein lagen bei den Konsumgenossenschaften sind Bedauerlich bleibt es, daß durch die Abhebung von mehreren hundert Millionen EinIngen bei den Geldinstituten im deutschen Gebiete des Stantes die ohnehin sehr geringe Geld flüssigkeit eingeschränkt und damit die Kredit beschaffung neuerlich erschwert wird. Ohne leichte Kreditbeschaffung zu erträglichen Bedingungen schlecht verwaltet. Sie sind in Gefahr." Es ist ist die Belebung der Industrie gehemmt, die den Gegnern bewußt, daß die Genossenschaften unseres Verbandes, die zur Zeit über 150 Mil- Bautätigkeit behindert, die Entfaltung von lionen Kč Spareinlagen verfügen, stets allen Sandel und Gewerbe zum Teil unterbunden. Die Folge ist ein langiameres Absinken dar Anforderungen auf Rückzahlung der Einlagen Rechnung getragen haben, und daß sie niemals Arbeitslosigkeit oder gar eine Vermehrung der von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, die felben. Spareinlagenrüdzahlung auf Grund eines Moratoriums einzuschränken. Für die Spareinlagen bürgt der Bejiß der Konfuntgenoffenschaften, bürgen die Geschäftsanteile und die Haftung der Mitglieder. Es gibt nicht viele Geldinstitute, die im Vergleich zur Summe der von ihnen verwalteten Spareinlagen eine so hohe Deckung durch ihr Eigenvermögen und durch die Haftungsbeträge anfbringen, wie viele Verbandsgenossen schaften. Unseren Konfumgenossenschaften ist in den letzten Monaten immer wieder der Untergang prophezeit worden. Daß fie bisher völlig unge. schwächt dastehen und daß die Treue thre: Mitglieder, welcher Par.eirichtung fie immer angehören, auch weiterhin ihren Bestand sichert, ist die beste Gewähr dafür, daß die Gegner den Reitpunkt des Unterganges unferer genoffenschaft. lichen Bewegung noch sehr häufig und recht lange prolongieren müssen. Das Gute wird sich immerdar erhalten. Die Verwirklichung großer wirtschaftlicher und fittlicher Ideen lann eine Zeitlang durch politische Unvernunft gehemmt, aber nicht dauernd aufgehalten werden.( LebEs haben jene unverantwortlichen deutschen Politiker und Volkswirtschaftler, welche mein ten, mit der Erweckung des Mißtrauens gegen die Spareinrichtungen der Konfumgenossenhafter Beifall.) Aenderungen in der Finanzverwaltung fierung der Finanzbehörden in der angedeuteten Richtung durchgeführt werden tönne, beschloß die Regierung einen Gefehentwurf, durch den sie ers mächtigt werden soll, im Verordnungswege Bes zirksfinanzdirektionen, Gebührenbemeſſungsäm ter, Steueradministrationen und Steuerämter zu errichten und aufzuheben und ihren Sitz und Belgien wertet nicht ab Das Finanzministerium teilt mit: Die Ver besserung der Organisation der Finanzverwals tung fordert die möglichst baldige Durchführung Das Vertrauen der sparenden Mitglieder zu einiger Aenderungen in der gebiets mäß is ihren Genossenschaften ist darum felsenfeit ver- gen Organisation der Finanzbehörden. Amisbereich zu ändern. Der Entwurf wurde antert und die Senntnis von der Vermögenslage So beabsichtigt die Finanzverwaltung insbesons soeben der Nationalversammlung zur verfass der Genossenschaften so groß, daß auch dieser dere in Prag neue Steueradministrationen zu erfungsmäßigen Behandlung unterbreitet. Angriff in den Herbstmonaten fläglich zufam richten und ihre Amtsbereiche so zu regeln. Sie mengebrochen ist. Die Spareinlagenzuflüsse entbehrt jedoch bisher einer Norm, die den for waren trop des Berleumdungsfeldzuges bis zu malen Vorgang bei Aenderungen von Siz und Ende des Monats März dieses Jahres höher Amtsbereich der Steuerverwaltungen und Steuer- Brüffet. Gerüchte über eine baldige Abtverals die Abhebungen. Ende März jezte in Teilen ämter sowie der Bezirksfinanzdirektionen und tung des belgischen Franken veranlaffen die Redes deutschen Gebietes nicht nur bei den Kon der Gebührenbemessungsämter vom Standpunkt gierung erneut in einer halbamtlichen Mitteilung fumgenoffenschaften, sondern mehr noch bei des Verfassungsrechtes flar regelt. Hinsichtlich zu betonen, daß die Währungsfrage für Belgien den Geldinstituten eine sehr starke der übrigen Stategorien von Finanzämtern ist nicht gestellt sei. Gleichzeitig tourden Maßnah1593. pareinlagenabhebung ein, die noch nicht in diese Frage bereits in den einschlägigen Gesetzen men ergriffen, um eine uneingeschränkte Spefuallen Puntten zur Ruhe gekommen ist. geregelt. Damit diese Lücke unserer Rechtsord- lation zum Nachteil des belgischen Franken zu Betroffen werden sollten die Konsumgenoffen- nung beseitigt und die wünschenswerte Reorganis verhindern. • Kč 683.790.17.10 540.50 568.50 660.50 82.70 143.50 28.80 151.90 100 ungarische Rengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs I englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas .64.80 483.Franz Kafkas kleine Prosa die aus den Objetten, nicht aus subjektiver Willfür hervorzubringen scheint", und erfüllt von der Lebens. auffassung des Dichters, die ein immerwährendes Sireben nach einem finnvoll erfüllten, guten richtigen Leben" war und die Stajla einmal in den Worten zusammenfaßte, daß er Glüd nur erlangen tönne, falls ich die Welt ins Reine, Wahre, Unveränderliche heben lann". an die Familie, die„ Verantwortung vor der Fami-[ scheinend harmlos und doch in einer kaum deutbaren| ausgabe verloren geglaubte Jugendarbeit„ Beschrei und die daraus resultierende lleberspannung der Weise oder noch schlimmer als Schuld, als unausgebung eines Stampfes". Es ist die einzige längere Ansprüche an sich selbst, sein sensibles Verantivor- glichener innerer Wirrwarr, als nie beigelegter Erzählung in diesem Vande, alles andere find furge Drei Bände der von War Brod besorgten tungsgefühl gegenüber der Gemeinschaft dichterisch Streitfall das Leben eines Menschen durchgeistert, Projastüde, manche nur eine oder gar nur eine halbe sechsbändigen Ausgabe der Gesammelten gestaltet. In dem traurig- satirischen Bericht an hat in diesem lautlos lachenden, nie zu fangenden Seite füllend, aber auch darunter viele durchdrunSchriften" Franz Kaftas enthalten die Er eine Akademie" läßt Staffa einen dressierten Affen und doch immer und überall unverhofft gegenwärtigen von jener für Stajla bezeichnenden„ Melancholie, zählungen und kleine Prosa, eine Auswahl aus fei über seine den Menschen tief beschämende Mensch gen Wesen„ Odradet" symbolische Gestalt angenomnen Briefen und Auszüge aus seinen Tagebüchern"), werdung" berichten. Während der Dichter in der men. Interessant ist die weitere Deutung, die Mar während die brei Romane„ Amerifa"," Der Prozeß"" Verwandlung" den Menschen, der nicht vollkommen Brod dieser fleinen Erzählung gibt, wenn er in ihr und„ Das Schloßz" den II. III. und IV. Band bilden. ist, zum Tier, zum Inselt erniedrigt, läßt er im das Leid seines unglücklichen Voltes, des heimat Vor allem der I. Band ist wichtig. Wer die Gesamt- Bericht an eine Alademie" das Tier zum Mensch losen, gespenstischen Judentums, der Masse ohne Geausgabe nicht oder doch nicht auf einmal erwerben um aufrüden, aber zu was für einem Menschtum, stalt, ohne Körper" widergespiegelt sieht. fann, sollte zunächst zu diesem Bande greifen, der zu einer Masterade, die den Menschen demastiert" eigenlich den ganzen Stafta" enthält, das heißt( Mar Brod). In der Erzählung„ Ein Hungerkünftalles, was für die geistige Erscheinung dieses ganz ler" läßt Staffa einen Menschen von sich erzählen, und gar einmaligen und eigenartigen Dichters der den mühevoll erflommenen Höhepunkt seiner Lei charakteristisch ist. Er umfaßt die Schriften, die von ſtung zu dem Zeitpunfie erreicht, an dem von seiner Stafta selber für die Veröffentlichung ausgewählt und Leistung niemand mehr etwas wiffen will, womit noch während seines Lebens zu einzelnen Buchaus nicht nur die Fragwürdigkeit einer sinn- und nuß gaben zusammengestellt erschienen sind. Es waren losen und nur einer flüchtigen Publikumslaune geit das die„ Betrachtung"( 1918), die 18 fleine Prosa- weilig imponierenden Leistung dargetan wird, sonstüde vereinte,„ Die Verwandlung"( 1915), der dern an noch tiefere Zusammenhänge gerührt wird. Band„ Ein Landarzt"( 1919), für den Staffa 14 Wie in einem Prisma brechen sich die Bedeutungen fleinere Erzählungen und Betrachtungen ausgewählt in dieser Erzählung zum vielfarbigen Spektrum des batte, und der vier Erzählungen umfassende Band Lebens. Die Kunst au hungern steht ja am Ende „ Ein Hungerfünstler"( 1924), dessen Skorrekturen nur symbolisch für vergebliche Leistung. Und noch Stafla noch auf seinem Sterbebette, wenige Stun andere Tiefen iun sich auf. Der Sungertünstler vollden vor seinem Tode gelesen hat, und einige Einzel- brachte seine Leistung und Hungerte, tveil, wie er veröffentlichungen. Das alles ist nun im I. Band sterbend bekennt, ich nicht die Speise finden konnte, der„ Gesammelten Schriften" vereinigt, wobei Mar die mir schmeckt. Hätte ich sie gefunden, glaube mir, Brod die von Kaffa selbst für die jeweiligen Buch- ich hätte lein Aussehen gemacht und mich vollgeges ausgaben besorgte Busammenstellung belaffen hat. fen wie du und alle." Er stirbt und in seinen Stäfig Dieser Band enthält also auch die drei längeren gibt man einen jungen lebensstarten Panther, den bedeutungsvollen Erzählungen Franz Staffas, die nun das Publikum umdrängt. allein schon gewichtig genug sein tvürden, Naftas Geltung als eines ganz eigenartigen Prosadichters über seinen Tod hinaus zu sichern.„ Die Verwandlung" schildert die phantastische Verzauberung eines Menschen in ein riesiges widerliches Insert, die in stur. riler Berfleibung und in übersteigerter Symboli! bie für Staflas Jugenderlebnis entscheidende Bindung Eine der feinen Erzählungen scheint, ie öfter man sie liest, immer dichter das Verhältnis Staffas zum Leben zu umschließen. Es ist die Erzählung Diese Grundstimmungen durchziehen auch KafSajatale und Araber", auf die Brods Deutung voll kas Briefe und Tagebücher, aus denen Mag Brod zutrifft:„ Das ewige Mizverstehen zwischen Mensch eine Auswahl im VI. Band der Gesamtausgabe verund Gott reizt Kajta, diese Disproportion immer wie einigt hat. Mit welcher Jubrunst Kajla die„ Dars der im Bilde zweier Welten darzustellen, die einan- stellung seines traumhaften inneren Lebens" betrieb, der nie, nie verstehen können daher ist der unend wie er sein Schaffen selbst bezeichnete, das llingt aus liche Abstand zwischen dem stummen Tier und dem einer Tagebuchnotiz hervor:„ Ich werde mich nicht Menschen eines seiner Haupthemen, in so vielen müde werden lassen. Ich werde in meine Novelle Tiergeschichten, die sein Wert nicht zufälligerweise hineinspringen und wenn es mir das Gesicht zerenthält." Die Schalale erheben den Gast aus dem schneiden sollte." Viele Vriefstellen und TagebuchNorden zum Richter, dem sie ihre Silage vortragen notizen find gleichsam Kommentare zu seinem Leben, in der Meinung, daß er deren Gründe so gut tennt zu einem Schaffen, zu seinem Werke. Erlebnisse sind tie fie selbst und die er doch nie verstehen wird, als Tatbestand aufgezeichnet, die als Situationen in denn für ihn sind es ja Slagen aus einem ihm seinen Romanen und Erzählungen wiederkehren, und völlig unbekannten und unzugänglichen Lebensbereich. es finden sich Säße, in denen feine Schriften au Und der Araber sprigt ebenfalls zu ihm in der Vor- Aphorismen verkürzt wiederklingen. Und aus den ausseßung, daß er um den alten Streit sicher Bescheid Schattengründen einer vom Mitleid mit den Menweiß. So hört der Gast Klage und Widerrede zweier schen, mit der Kreatur erfüllten Melancholie blitt Widersacher, ohne sie verstehen zu lönnen, und beide, immer wieder ein zwielichtig aufleuchte der Humor Schalale und Araber, glauben, verstanden worden zu hervor. Er überglänzt noch seine Briefe, als sein Dichterische Symbolit, tiefere Bedeutung erfüllt sein- eine tiefe, in unausgleichbare Widersprüche Schicksal sich schon zur letzten unabwendbaren Tragik Saffas Prosa auch noch in ihrer knappsten Form. Wie menschlicher Beziehungen hinabdeutende Symbolit gewendet hatte, ein Humor, der ergreifend ist, wenn Boote, beladen mit bedeutsamer Fracht, schwimmen erfüllt diese kleine Erzählung, die in jeder Zeile Kajla sein unheilbares Leiden eine„ ärztlich betvildie fleinen Stunstwerke auf dem Kristallklaren Strom ganz und gar Stafla" ist und in der sich hinter jedem ligte Stranfheit" nennt und wenn er seinem Freunde feiner gehaltvollen, nie erfünftelten Sprache: Sape verborgene Gaffen zu verschlungenen Gedan- schreibt, daß sein„ irdischer Besikstand sich eben auf „ Träume und Visionen von unermeßlicher Tiefe zie. fengängen öffnen.„ Steiner kann Gefährte hier der einen Seite um die Tuberkulose vergrößert, allerhen“, so brüdt May Brod es aus,„ unter bem heir fein", sagt Nafta einmal, den es doch immer aur dings auch auf der anderen Seite etwas verkleinert" teren Spiegel dieses reinen Sprachbaches." So in Gemeinschaft drängte und der zugleich das allge- habe. Es ist jenes souverän lächelnde Schveben der fleinen philosophischen Erzählung Die Sorge meine Fremdheitsgefühl unter den Menschen so be- über dem Leben", wie Brod es treffend nennt. Es *) Franz Kafta, Gesammelte Schriften. Her des Hausvaters". Nur 54 Beilen zählt fie, aber lemmend deutlich empfand. ist ein Humor, der um die Nelativität aller Dinge ausgegeben von Mar Brod. Verlag Seinr. Merch Der V. Band ergänzt die fleinen Schriften af tveiß und der alle seine Romane, Erzählungen und Sohn, Prag. Band 1: Erzählungen und fleine welche geheimnisvolle Wieldeutigkeit oder besser Proja; Band V: Beschreibung eines Kampfes; No. Viel- Bedeutung liegt in dem märchenhaft- seltsamen tas um alles, was nach dem Tode des Dichters in Betrachtungen mit einer seltsam untergründigen, bellen, Stizzen, Aphorismen: Aus dem Nachlaß; Wesen„ Odradet" beschlossen, das den Hausvater dessen Nachlaß sich vorfand, darunter auch die an- gleichsam doppelbödigen tieferen Bedeutung erfüllt. Vand VI: Tagebücher und Briefe. besorgt macht; alles, was irgendwie unerklärbar, anfänglich noch während der Bearbeitung der GesamtEdgar Hahnewald. " Seite S Prager Zeitung ,, Sozialdemokrat" Die letzte Sitzung der Stadtvertretung vor den Verlobung ihre Zustimmung zu erteilen. So wäre Wahlen. Ein wichtiger Punkt der gestrigen Ver- also alles auf dem besten Wege gewesen, wenn nicht fammlung war die Aufteilung der Bilanz- Remune- die Braut an den Eltern ihres Verlobten es sind ration an die Arbeitnehmer der städtischen Elektri- einfache alte Leute Anstoß genommen und in zitätswerte. Es wurde beschlossen: an 640 Beamte rücksichtslosesten Redensarten und Ausfällen ihrem 314.985 Kč, an die anderen insgesamt 7708 Ver Mißfallen Ausdruck gegeben hätte. Der Bräutigam jonen 3,324.080 Kč auszuzahlen. Auf diese Weise versuchte dem Mädel den Kopf zurechtzujeßen und erhält jeder Arbeitnehmer bei ganzjähriger Be sie zu vernünftiger Einsicht und Nachsicht au bejdäftigung 412 Kč. Das Wasserwerf unter der stimmen. Da aber alle Liebesmih vergebens war Führung des tschechischen Sozialdemokraten Kadlec und er sich ständig in feinen Gefühlen als Sohn investiert tveiter sehr ausgiebig. Es wurde ein Auf schwer verletzt füblte, hob er schließlich die Verlobung wand von 500.000 und 3,000,000 Kč zum Ankauf auf, da unter diesen Umständen ein Zusammenleben von diversen Armaturen, Rohrleitungen und Avvas zu nichts Gutem führen fönne. Die Braut rächte raturen für die Erweiterung des Wasserleitungs- sich dadurch, daß fie gegen ihn die Strafanzeige neges bewilligt. Für Kanalisationsrohrleitungen wegen„ Verführung unter nicht er ( Verbindung der Wasserleitungsobjekte in Midle) fi I Iter 8ufage der he" erstattete. wurden 96.000 Kč genehmist. Eine lebhafte De Ganz abgesehen davon, daß nach allem, was in die batte entstand bei der Verhandlung über die Ab- sem Prozeß autage fam, von einer„ Verführung" lebnung des Baues einer Stafillerie in Vysočan. feitens des Bräutigams kaum gesprochen werden Der Vysočaner Ortsausschuß hatte gegen die Er fann, erklärte dieser auch vor dem Gericht, er sei richtung diefer Kafilerie aus Gesundheitsgründen der Bevölkerung Beschwerde beim Stadtrat einges legt. Diesen Bau der Kafillerie wollten verschiedene aegnerische Parteien zur Wahlagitation ausnüben: die Verhandlung über diesen Punft wurde zurüc gestellt. Einen Antrag, eine der Straßen nach ..ofef Steiner" zu benennen, stellte Saitmann ( tichechischer Sozialdemokrat) unter Hinweis auf die Verdienste dieses Arbeiterführers und Mitbegrün ders der tschechoslowakischen Sozialdemokratie. lieben. Die Mauter find weit und breit bekannt f durch ihren Geis in ihrer Kirche haben sie nicht einmal eine Orgel, obwohl schon seit Jahrzehnten ein Opferstod Gaben für die Anschaffung einer Orgel, aufnehmen soll. Selbstverständlich gibt der geizige Bürgermeister seine Tochter nicht dem hergelaufenen" Musikanten.„ Gher kriegt die Kirche eine Orgel!" Des Ambros Vater aber ruft alle fahrenden Leute auf zur Sammlung von Geldern für die Orgel die Sammlung hat Erfolg, in der Nacht vor Pfingsten wird die Orgel heimlich aufge stellt die Bevölkerung, die Vereine voran, sind eingeladen worden die Orgel ertönt, der Bürs germeister muß sein Wort einlösen, aber er fann es um so leichter, als Ambros von seinem Onkel, einem finderlosen Bauern als Erbe angenommen wird, und so fommt, obwohl so schön der Bauerngeia be schämt worden ist, zuletzt doch die wahre Großs bauernmoral zur Geltung: Hof heiratet zu Hof. Der Bauernschiant wurde, unter Mar Liebls umsichtiger Regie, revueartig vorgeführt und schloß mit einem wahren Massenaufgebot aus dem Rus schauerraum auf die Bühne marschierender Dirndln, Burschen, Feuerwehrmänner, Jäger und dieser Aufmarsch entzüdte das Publikum am meisten, hier war der Beifall am stärksten. Da die Zahl der Mitwirkenden fast unübersehbar groß ist, fönnen un Deutsche Wählerinnen und Wähler! Am 22. Mai werden alle wahlberechtigten Bürger der Hauptstadt Prag zur Ausübung ihres höchsten staatsbürgerlichen Rechtes an die Wahlurne Die Regulierung der Zeltnergasse schreitet dem Ende au. Es wurden zwei Geleiſe im Abstand von gerufen. Sie haben mit ihrer Stimme nicht nur über die Vertretung der In15 Zentimeter( der schmalen Gaffe wegen tar es tereffen der deutschen Bevölkerung im Prager Rathaus zu entscheiden. nicht anders möglich) geleat, was den Verkehr der Straßenbahn erleichtern wird. Es wird auf dieſe Vom Ausgang der Wahl wird es abhängen, ob Demokratie und Art auch die Möglichkeit für die leichtere Auto- Freiheit gesichert und der Henleinƒ a ſch i 8 m u ở zurückgeworfen Befahrung der Selinergasse geschaffen, die bisher werden kann. nur mit großen Schwierigkeiten und Gefahren vers bunden war. Im Alkoholrausch in die Moldau gesprungen ist der 51jährige J. M. aus Prag- Lieben. Er wählte in feinem Rausch als Absprungsort die Brüde bei Troja. Er wurde von einem Schiffer herausgezogen. Eine beachtenswerte militärische Ausstellung Industriepalast eröffnet. Die Ausstellung enthält P Mittwoch, 11. Mai 1938. Nr. 110 Maria Andergast in dem Film„ Das Geheimnis des Schiffes Betty Bonn". Wer wird westböhmischer Fußballmeister? Die ausgeglichenen Kräfte in der ersten Masse des westböhmischen Atus- Union- Streifes erweisen fich abermals bis in die legten Spiele. Bisher ist es noch feinem Verein gelungen, eine flare Svibenstellung einzunehmen. Die Tabelle führt bisher Atus Fischern an. Allerdings hat Fischern hinter sich Unterreichenau ales punktegleichen Sonkurrenten und mit einem Spiel weniger; auch Falfenau fann ger aufweist. Alle drei Vereine der Svisengruppe holten sich am Sonntag ihre Punkte. Fischern errang gegen Neudet auf eigenem Platz einen hohen Sieg. Unterreichen au landete gegen Neudet einen knappen Sieg. Fse altenan brachte aus Maierhöfen die Punkte nach Ueber den politischen Sinn dieses Wahlkampfes und über seine Bedeu- noch ein Wort mitsprechen, da es zwei Spiele weni tung für das Prager Deutschtum werden Sie in einer Wählerversammlung wird Samstag, den 21, d. M., in Bavillon beim unterrichtet, die morgen, um 20 Uhr im großen Saale der Produktenbörse, Striegsandenten und viele Sehenswürdigkeiten, u. a. Havličekplatz, abgehalten wird. In dieser Versammlung sprechen die Spitzen die Aufzeichnungen des österreichischen General- kandidaten des Wahlblocks der demokratischen Deutschen Ernst Paul und stabs, in denen alle Pojiti nen der Legionäre ent halten find. Originalaufnahmen der Starvathoruffis Dr. F. X. Dvorak sowie Hugo Rokyta. schen Schüßengräben( die einzigen in der Republik) 1. a. m. Demokratische Deutsche der Hauptstadt Prag, erscheint in Massen zu dieser Verammlung! Gesellschaft der Freunde des demokratischen Spanien. Die Gewehre der Frau Carar" von Beri Brecht. Deutsche Uraufführung Samstag, den 21. Mai 1938, um 11 Uhr abends im Kleinen Saal der Unitaria", Prag I., Anenflá. Einmalige Vorstellung aufgeführt von Pra- ohne weiteres bereit, seine ehemalige Verlobte heimger Künstlern. Preise: Kč 6., 8., 15.Starten bei Kurt Schrader, Gec- Verband. Gerichtssaal Autofalle als Racheakt zuführen, wenn sie sich verpflichte, seinen Eltern gegenüber das entsprechende Maß von Reifpelt und Vietät zu beobachten. Davon wollte die„ verführte" Braut aber nichts hören. 03. Dr. Souče 1, der über diese Auflage zu entscheiden hatte, sprach den Angetlagten frei, da er angesichts des Verhaltens der Braut berechtigt gewesen sei, von dem Verlöbnis zurüdzutreten. Kunst und Wissen Beethovens Missa solemnis möglich alle guten Leiſtungen erwähnt werden. Vor allem zu nennen ist wohl Herr Afritsch, einer der fahrenden Mujitanten, hervorragend durch Maste und Spiel eine wirklich dem Leben abgelauschte Geitalt, Leopold Dudet als Altmujitant, herr Padlejat als bodensehnsüchtiger Wandermusi fant und Liebhaber, Mariin Costa als trefflicher Bürgermeister, Stadler als sein Oheim, Maria Fürntrans als zielbewußte Liebende, Emm h Carpentier als beluftigende Moritaten- Sänge rin. Bei der Ausstattung wurde nicht gespart, gespielt wurde sehr flott, man wurde auf harmlose Art unterhalten, also wird diese Bauernrevue wahr scheinlich viele Wiederholungen erleben. Sause. Mendel, Grasli und Drabowitz haben wertvolle Das Mittelfeld rüdte wieder einmal zusammen: Bunkte vergeben; ASV Altrohlau lam durch das erfolgreiche Spiel in Drahowitz auf. Cho dan hat sich durch die beiden gewonnenen Spiele. gegen Neufatil und Grasli endgültig in Sicher heit gebracht, Neufatti hat gegen Aich die vor Tetzte Stelle behauptet. Der nächste Sonntag dürfte noch feine Entscheidungsspiele bringen. Die Jugendmannschaften find begirlsweise in die Serie eingetreten; sieben Mannschaften im 1. Bezirk spielen bereits, acht Mannschaften im 5. Vezirt werden nun beginnen. In der Alveiten Stasse ist bisher noch nicht ersichtlich, welche Vereine für das Aufstiegsspiel in die erste Kaffe in Frage kommen. Die Resultate vom Sonntag: Atus Neu fatt gegen Atus Aich 3: 1. ASV Maierhöfen gegen Faltenau 0: 3, Atus Unterreichenau gegen Rapid Karlsbad 3: 2, Atus Drahowitz gegen ASV Altrohlau 0: 6, Atus Fischern gegen ASV Neudet 6: 1, Note Elf Chodau gegen ASV Graslit 2: 1. Stand der Tabelle: 4 58:23 27 Atus Fischern. 19 12 3 -f6Atus Unterreichenau 18 12 3 3 54:29 27 17 10 4 . 8 66:43 20 3 52:81 24 19 9 2 19 8 4 7 49:39 20 19 9 2 8 53:45 20 18 8 2 8 42:38 18 19 8 1 10 43:39 17 6 2 10 65:46 14 18 5 3 10 26:58 13 16 5 1 10 33:68 11 18 Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Fallenau Heute, Mittwoch 7½: Aida, B 1. Donnerstag ASV Neudet. 7: Die Biinaftorgel. 1. reitag 7½: Die ASV Alrohlau. Hochzeit des Figaro. D. Samstag 7: Naust I. AV Grasli. und II. Teil, Abonn, aufgehoben. Sonntag 2½: Atus Drahowitz.. Herzen im Schnee. 7½: Madame Pompadour. ASV Maierhöfen Rote Elf Chodau. 18 Abonn. aufgehoben. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute. Rapid Karlsbad. Mittwoch 8: Soffnung. Bantbeamte II und freier Atus Neuſattl Verkauf. Donnerstag 8: George und Margaret. Atus Aich.... 3 1 14 22:73 7 volkstümliche Vorstellung. Freitag 8: Hoffnung, Gastspiel Stramer. Samstag 7½: Warum lügit Arbeiterfußball im Teplitzer Gebiet. Die du, Chérie? Volkstümliche Vorstellung. Sonntag me i it ericha ft in den beiden Gruppen ist bes 3: Awei Dußend rote Rosen. 7: Der zerbroendet. In Gruppe A wurde Pihanfen und chene Strug. Robert Guislard Fragment, Stleist in der B- Gruppe Tischau Meister., welche nun Abend( neninizeniert). um den Halbfreismeister des fünften Streises der Atus- Union spielen werden. Die letzten Buntieſpiele der A- Gruppe waren: Pihanken gegen Profetis 5: 0 und Neuhof gegen Eichwald 3: 2. Die auss getragenen Freundschaftsspiele hatten nachitehende Ergebnisse: Weiskirchliß gegen Mili tärelf Theresienstadt 3: 2 und gegen Sobrusau 2: 1, Budmantel gegen Tischau 6: 2, Wisterschan gegen Prosetit 2: 0. Sport- Spiel- Körperpflege Brag- rb- Der 46jährige Jan Cibelfa inar eine Beitlang Seger bei Ing. Sarl B., für den er ein Revier bei Majčin verivaltete. Da aber der Seger sich nach langer Zeit selbst als Wild dieb herausstellte und als solcher auch verurteilt wurde ( außerdem hat er eine ziemliche Reihe von Vors Gerhard von Se u I er, der in Prag als ftrafen wegen Gewalttätigteitsdeliften) wurde er Dirigent und Stomponist rühmlich bekannte feinentlassen, was er als llnrecht empfand. Später innige und eigenwüchsige Musiker, leitete an der ſiedelte er nach der Ortschaft niin im Brohwald Spize der deutschen Chorvereinigungen Prags über, in deren Nähe sein ehemaliger Dienstgeber Beethovens große Wieſſe, die neben Bachs Meister eine Wochenendbude bejas. Nun pflegte Ing. B. wert das gewaltigste Zeugnis christlichen Geiſtes in regelmäßig, wenn er mit seinem Auto ins weekend der Muſit ist. Er leitete sie in der ihm eigenen, aus fuhr, den normalen Zufahrtsweg dadurch abzu den Tiefen des Werkes schöpfenden Art. Als überfürzen, daß er einen viel fürzeren Feldweg belegener Stenner des Chores ließ er feine der Schönminie. Dieser Feldweg führte aber durch die Grund- heiten des verühmi ſchwierigen Wertes unenthüllt. ſtüde, die Eihelfa gepachiet hatte, und als dieser von Der rüidjidjtslos instrumentale Chorjazz des Wer der Gewohnheit des ehemaligen Chefs Kenntnis er fes stellt die höchsten Anforderungen und die Chöre hielt, beschloß er sich zu rächen. Da er mußte, daß laten das Möglichste, um ihnen gerecht zu werden. Ing. B. am Sonntag stets erst nach Einbruch der Die Missa solemnis ist tein tirchliches Wert. Schon Dunkelheit nach Prag zurüdfuhr- regelmäßig in die Dimensionen, aber auch der symphonische Stil Begleitung mehrerer Befannier grub Gibella am und der Geist der Tonsprache weisen das Werk aus späten Nachmittag in einem Abstand von zehn Metern der Stirche in den Stonzertsaal. Beethoven erfüllte auf diesem Feldweg zwei ansehnliche Gruben aus. mit dieser Komposition, die in die Zeit seiner ErWäre der Wagen mit normaler Geschwindigkeit getaubung fällt, einen Wunsch seines Gönners, des fahren, fo hätte er sich nach Meinung der Sachver- Erzherzogs Rudolph, der 1820 zum Erzbischof von ständigen auf dem nur 1.75 Meter breiten Wege Olmüß erhoben werden sollte. Der Meister, der um unbedingt überschlagen müssen, was eine Staia die Vollkommenheit dieses Wertes wie um fein an strophe hätte zur Folge haben fönnen. Zum Glüd deres rang, gab ihm den bekannten Wahlspruch wurde die Falle enidedt, noch ehe der Wagen an die mit: von Herzen möge es zu Herzen gehen". Stelle fam. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen Und diese Mission erfüllt es noch heute. Mögen Eihelfa die Antiage wegen des Verbrechender Brudners Mesien inniger, inspirierter sein die öffentlichen Gewalttätigkeit durch Miffa folemnis bedeutet doch einen Höhepunkt im Anschlag gegen ein Verfehrsmittel unter besonders, Schaffen Beethovens und ist in ihrer dramatischen im Böhmerwald brachte 300 Stinder und 200 Ergefährlichen mitänden. Er verteidigte sich damit, Steigerung des fultischen Geschehens unerreicht bis wachsene in den Film- und Liederabend. Insgesamt daß er den Weg als Privatveg betrachtet habe und zum heutigen Tage. Um das Gelingen der schönen hat der Kreis in 24 Orten diese Abende durchgeführt ibn bloß habe unbefahrbar machen wollen, damit j Aufführung machten sich noch die Damen H. Henders und aus 60 Vereinen 2745 Mitglieder erfaßt. Montag, den 16. Mai, veranstalten die nicht unberufene Vefahrer Feldschäden anrichteten. und 2. Kindermann, die Herren A. Michalfo und Der letzte Sonntag brachte die Appelle des Kinderfreunde in ihrem Heim, Smečky 22. Deutscher Das Gericht verurteilte den Angeklagten nur wegen Magnus Andersen sehr verdient, die ein stimmschönes ersten Bezirtes; in 40 Vereinen des Neudeker und Uebertretung gegen die förperliche Sicherheit und sauberes Soloquartett bildeten. Das Orchester Starlsbader Bezirkes erstatteten Bezirksfunktionäre Handwerkerverein, 3. Stock) einen ganz unges au 48 tunden strengen Arrestes folate ſtilbewußt und mit schönem, beſceltem Tone Situationsberichte und bereiteten das weitere a wungenen Tee- Abend. Die älteren unbedingt. spielte Stonzertmeister H. Klein das wunderbare Solo Arbeitsprogramm vor. Falten werden einige nette Lieder singen, aus dem des„ Benedictus". In Faltenau tagie Sonntag eine Arbeits- Falkenleben werden lustige Erlebnisse erzählt werden. konferenz der Atus- Union- Ju" Die Pfingstorgel." Nach einer lustigen Gegend Westeböhmens. Aus 26 Vereinen haben 140 schichte Dr. Kubitschets, die schon vor etlichen Jugendfunktionäre teilgenommen. Vormittags seinJahren veröffentlicht wurde, hat Alois Johann ten Jugendturner und Jugendturnerinnen OrdPragrb Ein Selavierlehrer erteilte dem 2ippl einen Bauernschwant gezimmert, zu dem nungsübungen, Gymnastit, Geräteturnen. Spiele jüngsten Töchterchen einer Familie Slavierunterricht. Start ist eine anspruchslose Musit beigesteuert hat. und Vollstänze; nachmittags wurden Liederabend, Es entwidelte sich zwischen dem Lehrer und feiner Die Geschichte ist, nachdem sie eine Liebesgeschichte Heimabend und Diskussionsstunde prattisch vorge- der Arbeiterfürsorge finden jeden Sam 8. Schülerin ein freundschaftliches und später ein als Zutat bekommen hat, zu einer langen Reihe meist führt. Es wurden auch die weiteren Arbeiten der tag von 5-7 Uhr im Verein deutscher ArbeiLiebesverhältnis, wobei das junge Mädchen allem lustiger Bilder ausgedehnt worden. Bei einer Hoch- Sportjugend. besprochen und Weisungen für das ter, Smečkagaffe Nr. 27, statt. Anschein nach durchaus der attive Teil war. E3 gezeit lernt der Mufilant Ambros Flohreiter die Jugendlager zu Pfingsten in Grasliß und anläßlich lang ihr auch, die Eltern zu bewegen, der offiziellen Tochter des Bürgermeisters von Maut fennen und des Streiskinderturnfestes in Karlsbad ausgegeben. Das Mädchen aus gutem Haus und die schlichten Schwiegereltern ( Bezirksgericht) Die Tätigkeit der Atus- Union in Westböhmen Der 6. Kreisverband der Atus- Union hat mit Allein der Verein Neuern en im Pilsener Bezirk Kinders freunde Unentgeltliche Beratungsstunden Beauasbedingungen: Bet Buitellung ins Haus oder bei Bezua durch die Poft monatlich Ke 17.-, vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102,-. ganzjäbria Kč 204.- Inserate werden lau Tarif billiaft berechnet.- Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Ginsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Poſt- u. Telegraphendirektion mit Grlak, Nr. 13.800. VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25.- Druderci: Orbis". Drud. Verlags- u. Beitungs- A.- G. Prag.