Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Nebatteur: Rarl Rern, Brag 18. Jahrgang Donnerstag, 12. Mai 1938 Keine Kantonalverfassung Eine amtliche Feststellung aus Genf Genf.( Tsch. P.-B.) Der ständige Delegierte der Tschechoslowakischen Republik beim Völlerbund informierte sich an den kompetentesten Stellen des Sekretariates des Völkerbundes über die Richtigkeit der Informationen betreffend den Standpunkt des Sekretariates des Völkerbundes zum tschechoslowakischen Minder. heitenproblem, die Frau Tabou is in der Dienstagnummer des Blattes ,, L' Deuvre" als angeblich aus dem Völkorbundsekretariat stammend veröffentlicht hat. An den erwähnten Stellen wurde dem Delegierten fategorisch erklärt, daß das Völkerbundfefertariat mit den erwähnten Informationen absolut nichts gemein hat und daß es von einem derartigen Standpunkt zu der tschechojlowakischen Minderheitenfrage weit entfernt fei. Frau Labouis hatte gemeldet, daß man in Kreisen des Völkerbundsekretariats der Tschecho flowakei nahelegen wolle, der Republik eine Santonalverfassung nach Schweizer Muster zu geben. Paris- Rom Philipp Noël- Baker Aus dem Inhalt: Heute Wählerversammlung in der Prager Der Papst Produktenbörse gegen die Rassenlüge Faschistenputsch in Brasilien niedergeschlagen Kalinin bekräftigt die Sowjethilfe In zwölfter Stunde! Nr. 111 In dem Roman Verzauberte Seele" von Zeit der Gleichschaltung abspielte und all das, Romain Rolland wird u. a. geschildert, wie in dessen Zeugen wir jetzt im sudetendeutschen Ge einer füdfranzösischen Kleinstadt, in dem ein neues biet findes läßt uns jene Schilderung des Lazarett errichtet wurde, eine Abteilung verwun- großen Dichters nacherleben. deter deutscher Soldaten empfangen wird: die Die Schuster, Schneider, Kaufleute, die Lehhonetten Bürger und Bürgerinnen, die sonst die rer, Aerzte, Advokaten, die Gemeinde- und StaatsWohlanständigkeit verkörpern, haben sich vor dem angestellten, die mißbrauchten Proletarier, die Lazarett versammelt. Flüche steigen aus der Bauern und Beamten alle diese sonst so stillen, Menge auf, da die Deutschen erscheinen. Am umgänglichen und menschenfreundlichen Sudetenschlimmsten gebärden sich die Frauen: sie besput- deutschen, die jest nach dem Blute der Juden und fen die Verwundeten und bewerfen sie mit Stet- Marristen verlangen und in stumpfsinnigem nanen. Die braven Bürger und Bürgerinnen haben fionalen und politischen Haß die Vernichtung des fich in reißende Tiere verwandelt, bereit, die wehr fen fordern, was man ihnen als schädlich, als losen Feinde zu vernichten. Da werfen sich zwei feindlich bezeichnet, alle diese Sudetendeutschen tapfere Frauen zwischen die tobende Volksmenge find doch nicht in ihrem Wesen verwandelt! Sie und die Soldaten:„ Der Franzose achtet den be find ganz einfach Irant, angesteckt von der ver siegten Feind, er mißhandelt ihn nicht!" Die heerenden Epidemie, Nationalsozialismus ge Menge ftust, aber der sittliche Ernst der Beiden bändigt sie. Und eine der Frauen aus der Volks- rat ausschaltet und das Herz schwächt. nannt, erfaßt von dem Fieber, das den Denkappamenge, pflegt eine halbe Stunde später in rührens der Hingebung die verwundeten Feinde. Die Wirtung der Massenpsychose war verflogen. Das ist nicht eine weltfremde Ausgeburt dichterischer Phantasie, sondern erlebte Wirklichkeit, Was sich in Deutschland und in Desterreich zur Wiederaufnahme der Verhandlungen Noël- Baker und Jaksch in Warnsdorf R v m.( Savas). Außenminister Graf Ciano empfing Mittwoch um 17.45 Uhr den französischen Geschäftsträger Blondel. Dadurch wurden die französisch- italienischen Befprechun gen zweds Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten wieder aufgenommen. Um die Neutralität der Schweiz Sinter ihnen dröhnt der Propagandalarm, den die Erziehungs"-Maschinerie des Dritten Reiches vollbringt. Staum hören sie noch ihre eigene Stimme. Die Mahnung der Gesundgeblie benen dringt faum noch an ihr Ohr. Die durch Druck und Terror Vergewaltigten schweigen. die einzige Institution aber, die mächtig und einfluß= reich genug wäre, der epidemischen Krankheit zu stettern, nämlich die demokratische Staatsautorität, macht mit den Kranken gegen die Gefunden ge meinsame Sache oder tut zumindest nichts, diese Gewaltige Kundgebung der sozialistischen Arbeiterschaft vor der Vergewaltigung durch jene zu schüßen. Warnsdorf.( Eigenbericht.) Die Bes| trauensmann Eger eröffnete mit herzlichen Bes Sätte sie den Willen und die sittliche Straft, ein zirksleitung der Partei in Warnsdorf hatte Ende grüßungsworten an die englischen Gäste und an hörbares a It!" au rufen, das Rieber würde voriger Woche die Vertrauensmänner der Be- den Parteivorsisenden die Kundgebung, worauf rasch hinten, die ruhigen Sudetendeutschen würden wegung zu einer Bezirksplenarversammlung für Jalsch nach einleitenden Worten Noel- Bater das sich wieder ihrer selbst und ihres friedlichen TagMittwoch eingeladen, für welche der Parteivor- Wort ließ. Vielhundertstimmige Freiheitsrufe werks erinnern. fivende Abg. I atsch und der englische Labour- begrüßten den englischen Gast. Einen großen Ungeheuerliches begibt sich in den deutschen Abgeordnete Noel- Bater ihr Erscheinen Teil seiner Rede trug Noel- Baker in deutscher Landstrichen der Repubfit! Eine regelrechte SAaugesagt hatten. Als inzwischen das Versamm Sprache vor, der englische Teil der Rede wurde Armee, der nur noch die Waffen fehlen, macht lungsverbot aufgehoben worden war, mußte die von Rehtvald übersetzt. die Straßen der Städte und Dörfer unsicher. Des Bezirksleitung, dem Drängen der Parteimits Nun tam, abermals mit stürmischen Frei- nachts marschiert sie zu militärischen Uebungen alieder nachgebend, statt der geplanten Funktiv- heitsrufen begrüßt, Abg. Jakich zu Worte, der aus. Marristen, Juden und Tschechen sind der närtonferenz eine großze öffentliche Kundi in längeren Ausführungen mit den politischen schärfften Boykott Propaganda ausgesetzt und wergebung veranstalten. Verhältnissen des In- und Auslandes beschäfs den tätlich oder durch den Hinweis auf die„ beDas Vereinshaus war Mittwoch der Mittel- tigte. Seine Rede wurde oftmals von Beifall vorstehende Abrechnung" bedroht. In vielen Orten unterbrochen und auch nach Schluß der Rede er lönnen angesichts der Boyfottposten der SdP die tönten wiederum Beifallstürme und Freiheits- Konsumvereinsläden nur des nachts heimlich be rufe. sucht werden. Sozialdemokratische Gemeinderats Dann ergreift Noel- Bater nochmals das fandidaten werden unter den wildesten Drohungen Wort, um in deutscher Sprache die Grüße der zum Rücktritt von der Kandidatur gezwungen. englischen Labour- Party zu überbringen. Er( Das illustriert den politischen Wert dieser meint, daß es nicht gelte, den nächsten Strieg zu Wahl" am trefflichsten.) Die Sdp, die jeden gewinnen, sondern ihn zu verhindern. Auch Sudetendeutschen in ihre Reihen zu zwingen Noel- Bater wurde neuerlich stürmisch altlamiert. Strachtet, hat eine eigene Parteigerichtsbarkeit ftaBesondere Befriedigung rief seine Versicherung tuiert, deren wichtigste Grundlage die Bestim hervor, daß die englische Arbeiterpartei uns in mung ist, daß den SDP- Mitgliedern das Anrufen unserem schweren Kampfe stets unterstüßen wird. der öffentlichen Gerichte verboten wird. Edp= Nach einem anfeuernden Schlußtvort Löwis Amtswalter wagen es, den Behörden mit Verwurde die eindrucksvolle Kundgebung mit dem geltungsmaßnahmen zu drohen, wenn die Polizei " Lied der Arbeit" und begeisterten Freiheits- nicht aufhöre, zu„ provozieren"; als eine solche " Provokation" wird das selten genug vorkommende rufen geschloffen. Einschreiten gegen Gesetz übertretun gen bezeichnet! Die Behörden lassen sich diesen Brefinn widerspruchslos gefallen. Sudetendeutsche Lehrer begehen die Schande, jüdische Kinder zu diffamieren und sie von den„ arischen" nach dem betannten streicherschen Vorbild abzusondern, Arbeiter werden in ihrem Betrieb von politischen Gegnern niedergeschlagen und fühlen sich so schußs Genf. In einer öffentlichen Sißung des Völterbundrates gab der Schweizer Delegierte Motta eine prinzipielle Erklärung zu dem Schweizer Neutralitätsansuchen ab. Er betonte insbesondere die Stellung der Schweiz, die keine grundsäglichen Vorteile zu ungunsten anderer punkt einer der herrlichsten und eindrudsvollsten Staaten erreichen tolle. Die Schweiz werde aus Rundgebungen unferer Partei. Der Saal konnte dem Völkerbund nicht austreten. Die Schweiz die Menschenmassen nicht faffen und, obwohl alle müsse, insbesondere nach den nach dem Friedens- verfügbaren Nebenräume und auch das Vorhaus schluß gesammelten Erfahrungen zu ihrer abfo- dicht gefüllt waren, mußten viele Teilnehmer Iuten Neutralität zurücfehren. Dus wieder weggehen, weil sie feinen Platz mehr finIdeal der internationalen Zusammenarbeit, das den konnten. Die„ sterbende“ Sozialdemokratie der Völkerbund vertritt, sei auch das Ideal der hat nun, wenige Tage nach der imposanten MaiSchweiz. Der Beitrag der Schweiz für den Völ- feier, neuerlich einen Lebensbeweis erbracht, der terbund werde sich in den Fragen nüßlich erwei- die anderen zum Nachdenken zwingen wird. sen, die die Schweizer Neutralität nicht betreffen. Mit einem wahren Vegeisterungssturm Nach der Rede Mottas dankte der Vorsitzende wurde Ialsch, Noel- Bater und deſſen des Völkerbundrates, der lettländische Minister Gattin sowie Franz Nehwald, Reichenberg, Munters, dem Delegierten der Schweiz und erteilte empfangen. Nach einem Fanfarenruf der Atusdem sowjetrussischen Volkskommissär für Auswär- Jugend überreichten ein Atus- und ein SItige Angelegenheiten, Litwinow, das Wort. Mädel den Gästen tote Nelken, worauf die Ich würde wünschen, sagte dieser zum Schluß, daß Staatshymnen gespielt wurden. Der Bezirksverder Berichterstatter sich sämtliche juristischen Gutechten, die er als notwendig ansieht, beschafft, um festzustellen, ob der Rat kompetent ist, eine derartige Entscheidung zu treffen, ohne die Völkerbundversammlung zu befragen. Präsident Vargas schlug den faschistischen Putsch nieder Faschistenputsch in Brasilien niedergeworfen Mio de Janeir v. Die faschistische von Marinetruppen unterstützt, deren Menterei los, daß sie es nicht wagen, sich zu beschweren. Partei der Integralisten hat mit Unterstühung aber durch Abteilungen des Heeres niedergeschla- Man hat harmlose jüdische Hausierer aus einzeleines Teiles der Garnison von Nio de Janeiro gen wurde, das vorbehaltlos zum Präsidenten nen Orten zu treiben versucht. Besucher sozialiſti- v versucht, den Präsidenten Vargas zu stürzen. Der hielt. Alle Führer der Aufständischen werden im scher Versammlungen werden demonstrativ und Aufstand wurie jedoch dank dem energischen Ein- Laufe von 24 Stunden von dem Gerichtshof für unter Drohungen" registriert. Ganze Schulflaffen greifen des Präsidenten selbst in kurzer Zeit nie- nationale Sicherheit abgeurteilt werden. Es wur- erweisen unter Anführung der Lehrer der„ deuts ben zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. schen Weltanschauung", nämlich dem Nationalsobergeschlagen. Der Aufstand begann kurz nach Ueber den Faschismus in Brasilien schreibt zialismus, ihre Ehrerbietung. Der Deutsche TurnMitternacht auf Mittwoch mit einem Angriff auf der Evening Standard". Präsident Vargas verband soll, nach den Anfündigungen der Hendie Residenz des Präsidenten. Präsident Vargas habe im vergangenen Herbst erkannt, daß die lein- Häuptlinge, zu einer Zwangsorganisation für mußte sich und feine Familie mit dem Revolver in faschistischen Kräfte in Brasilien, deren Entwick- die ganze sudetendeutsche Jugend werden. Künfts der Hand gegen die meuternde Palastwache verteilung er als Prellbod gegen den Bolschewismuster, die ihre Straft einer staatlich- demokratischen digen. Der Kriegsminister wurde während des begünstigt habe, zu einer Gefahr für jeden ton- Einrichtung, nämlich dem deutschen Sender, zur Angriffes auf das Präsidentenpalais verwundet, ftitutionellen Präsidenten werden könne. Die Verfügung stellen, werden unter llebertretung des der Führer der Aufständischen, ein ehemaliger jogenannte Integralistenpartei der faschistischen Terrorgefeßes und unter Duldung des Zensors Marineoffiziers namens affelmann, wurde Grünhemden befize eine Million Mitglieder und bloßgestellt, beschimpft und bedroht. Der Webergetötet. Der Kriegsminister veranlaßte sofort die foll von europäischen Diktatoren beträchtliche mut halb to üchiger Bursch en schießt Besetzung der strategisch wichtigen Punkte der Waffensendungen erhalten haben. Die 48 Millio- üppig ins Kraut; ganz abseits von politisch- diplo Stadt durch Sonderpolizei und Abteilungen des nenbevölkerung Brasiliens umschließt zwei Mil- matischen Verhandlungen über die sudetendeutsche Heeres. Auch der Generalstabschef und verschiedene lionen Italiener, eine halbe Million Sowjets und Frage wird dieser Uebermut, der immer andere Generale wurden in ihren Wohnungen an- etwa eine Viertelmillion Japaner, von denen viele offener zur Anarchie treibt, als politische Realität gegriffen, konnten sich jedoch der Aufständischen Faschisten find. Großbritannien hat in Brasilien gewertet, vor der die Staatsgewalt im Interesse erwehren. Die faschistischen Putschisten wurden 800 Millionen Pfund Stapital veranlagt. Ides Friedens" zurüdweichen müsse. Und die Ver Seife 2 DonnerSfag, 12. Mai 1938 Nr. 111 Spaniens Anklage in Genf Halifax für Fortsetzung der„Nichtintervention“ antwortlichen merken nicht, daß sie den Frieden opfern, wenn sie das Recht und die NechtSgrund» agen des Staates aufs Spiel setzen l Die sudetcndeutschen Deinoiraten, die sozialistischen Arbeiter vor allem, kämpften trotzig gegen sie Flut des Wahnwitzes, und sie kämpfen weiter. Man hat i Inten zwar den Glauben genommen, das; sie den Schutz des Staates genießen, aber sic haben, wenn schon die Träger der Republik auf die Kraft der deutschen Republikaner verzichten zu können glauben» eine I d e e zu verfechten, eine Idee, die auch den bloßen Gedanken an eine hundsföttischc Gleichschaltung auSschlicßt. Wenn schon die republikanische Staatsgewalt nicht vor der Geschichte bestehen will, so wollen doch s i e vor der Geschichte, vor sich selber und vor ihrer Gesinnung bestehen. Sie werden sich selber schützen müßen, wenn es kein Recht mehr gibt! Die Verantwortung tragen nicht sie, bei denen es seht um die Verteidigung des nackten Lebens geht, soirdern jene, die es zulassen, daß sich die Staatsgewalt nach dem Wohlwollen der nationalsozialistischen Rechtsbrecher orientiert. Schub der Minderheit? Ausbau der Minderheitenrechte? Gut! Aber die heutige politische Minderheit im Sudetendeutschtum soll rechtlos sein? War solch ein Widersinn schon da? D a S soll in der Demokratie MasarykS möglich werden? Die Welt soll unsere warnende Stimme hören, wenn sie Prag nicht vernehmen Willi Noch ist alles zu gewinnen, wenn der Staat die Entschlossenheit bezeugt, allüberall innerhalb seiner Grenzen den Rechtsboden wieder her« zustellen. Er allein hat die Möglichkeit, die Erkrankung zu heilen, von der die Masse unseres Volkes befallen wurde: durch die nationale Befriedung, und dadurch, daß er den Gesetzen der Republik Geltung sichert. Wie lange wollt ihr noch zögern, dem Terror der Gleichschalter, der Einschüchterung durch sie, der Erpressung, mit der sie ihre erflü- sterte Mehrheit noch vergrößern, die Autorität der! demokratischen Gesetzlichkeit entgegenzustellen? Wollt ihr warten, bis sie auch bei ihren mutigsten Verteidigern alles Ansehen verlor? W o l It ihr, daß es zu spät wird? Prag. Die»Lid. Nov." melden aus Moskau, daß dort am Montag nachmittags der Vorsitzende des Obersten Rates der SSSN K a l i n i n die ausländischen Arbeiterdelegationen empfing, die sich an der Feier des 1. Mai beteiligt haben. Auf die Frage eines tschechoslowakischen Delegierten, ob die Sowjetunion der Tschechoslowakei nach den Verpflichtungen aus dem tschechoflowa- kisch.sowjetrussischen Pakt zu Hilfe eilen würde, antwortete Kalinin» daß die Sowjetunion immer bi» in alle Konsequenzen die Verträge erfüllt hat,die sie mit fremde«! Staaten vereinbarte, und daß sie sich daher ebenso in dem tschechoslowakischen Falle verhalten würde. Sie würde bl» zum letzte» Buchstaben alle ihre Verpflichtungen erfüllen, die sie der Tschecho- slowakei und Frankreich gegenüber auf sich genommen hat. Wenn einige französische Blätter behaupten, daß der französisch-russische Pakt nur der Sowjetunion nütze, so erkläre er, er wolle nicht behaupten, daß dieser Pakt den Sowjets nicht nütze, aber noch vorteilhafter sei und werde er stets Genf.(Havas.) In der Mittwoch-Nachmit« tagSsitzung de» Völkerbunde», welche um 16 Uhr 80 begann, sprach zunächst der spanische Außenminister d e I B a y o, der u. a. ausführte:„Die Regierungen von Berlin und Rom haben in anderen Hauptstädten Mitarbeiter für eine Aktion gefunden, welche den Völkerbund schädigen. ES gibt demokratische Staaten, welche sich mit den Angreifern vereinigten. Wir waren Zeugen dessen, wie mit den Angreifern Pakte vereinbart wurden, welche die Erleichterung der Einmischung in die spanischen Angelegenheiten zur Folge haben werden. Es kann aber geschehen, daß diese Mitschuldigen eines Tage» selbst Opfer derselben Brutalität werden. Das kann die spanische Regierung nicht hindern, die Verteidigung der Interessen ihres Lande» im Innern und nach Außen hin fortzusetzen. In seinen weiteren Ausführungen berührte del Vayo sodann den Kern der Frage, da» ist die Einmischung in innere spanische Angelegenheiten. Er führte aus, daß diese Interventionen im Laufe der letzten Monate ständig zunahmen. Del Vaho sagte u. a.r Die Intervention Italiens stelle eine offensichtliche Verletzung deS Versprechens dar, das die italienische Regierung der Regierung Großbritanniens gegeben hat des Inhaltes, daß sie während der Zeit der Verhandlungen mit Großbritannien keine Verstärkungen nach Spanien senden werde." Halifax antwortet Lord Halifax, der nach del Vaho sprach, führte unter anderem anS: »Einer der Hauptgrundsätze der britischen Außenpolitik lautet, daß jeder Staat selbst da» Recht hat zu entscheiden, wie fein inneres politische» Regime sein soll. En Spanien hat die Entwicklung der Innenpolitik sehr rasch zu einer Spal- tung geführt und so Ist de faeto ein Kriegszustand entstanden. Die übrigen Staaten hatten da» Recht, für Frankreich sein. Wenn die FreundschaftSver- trage zwischen der Solvjetunion, Frankreich und der Tschechoslowakei so fest wären, wie die Sowjets es tvünschen, würden sie auch die britische Politik entsprechend beeinflussen und hätten dann noch größere internationale Bedeutung und Gewicht, al» sie bisher haben. Die»Lid. Nov." kommentieren diese Er- klärung mit großer Befriedigung. Man suche heute die russische Hilfe zu diskreditieren und damit auch auf unsere Oeffentlichkeit demoralisierend einzuwirken. Daher konmte Kalinins absolut klare und bestimmte Erklärung gerade zur rechten Zeit, auch we>m sie nichts anderes enthalte als die neuerliche Bestätigung der festen Entschlossenheit des Sowjcwerbande». die Bestimmungen des Beistandspaktes bis in alle Konsequenzen zu erfüllen. Man müsse daher diese neue Versicherung, die der sich zu entscheiden, ob sie beiden kriegführenden Parteien Kriegsmaterial liefern wollen, oder ob sie ein Verbot derartiger Lieferungen erlasse» woflen. Großbritannien hat sich a»S zwei Gründen für die Nichtinterventionöpolitik entschieden. Bor allem um die Gefahr eines allgemeinen Krieges abzuwenden und zweiten» um zu verhindern, dass in beiden Lagern ausländische Freiwillige kämpfen. Deshalb hat Großbritannien den Plan der Abberufung der Freiwilligen ausgearbeitet, dessen Durchführung die Bedingung für die Zuerkennung der Kriegsrechte war und hat diesen Plan dem RichtinterventionSanSschuß vorgelegt. Sonnet stimmt Hallfex zu Nach Lord Halifax sprach der französische Außenminister Georges Bonnet. Er erklärte, daß Frankreich schmerzliche und tiefe Shmpathien für das in zwei Lager gespaltene Spanien empfinde. Aber gerade wegen seiner Sympathien für die spanische Demokratie habe sich Frankreich für die Politik entschlossen, welcher eS treu bleiben werde, denn diese Politik stehe im Einklang mit den Interessen deS europäischen Friedens, sowie mit den Interessen deS spanischen Volkes selbst. Die französische Regierung werde bemüht sein, Im Nicht« interventionSauSschuß ein Abkommen über die Abberufung aller ausländischen Freiwilligen aus Spanien herbeizuführen. * AuS dem heutigen SihungSverlauf ergibt sich, daß im Rate zwei Ansichten einander gegenüberstehen, von welchen die eine eine wirksame Hilfe für die spanische Regierung verlangt, wäh- rcnd die andere, die von der Mehrzahl der Delegierten vertreten wird, für die Beibehaltung deS gegenwärtigen ZustandeS eintritt. * Dor Negus in Genf Der ReguS ist DienStag nacht» vo» London nach Genf abgerelst. I» feiner Begleitung befinden sich Dr. Martin»nd zwei Sekretäre. Wie eS heißt, hat er eine Rede vor dem Rat vorbereitet. In Pari» traf der Regn» mit feiner Gattin zusammen, die a»S Jerusalem zurückgekehrt ist und>mch England weiterreist. Mittlvoch abends traf Haile«elassie in Genf ein. Es heißt, daß er schon Donnerstag vormittags vor den; Rat eine Rede halten wird. Der abessinische Delegierte legte dem Bölker. bundrate ausführliche Informationen über die heutige Lag« in Abessinien vor; diese Jnforma- tionen wurden auch der Presse zur Verfügung gestellt. In diesem Berichte wird angeführt,»vir die Lage in den einzelnen Gebieten ganz Abessinien» ist,>md darauf hiugc>«esen, daß Italien große militärische Mißerfolge zu verzeichnen habe und nickst i uslande sei, da» ganze Gebiet zu beherrsche». Diese Ausführungen«verden durch mehrere interessante Briefe der abessinischen Heerführer, die gegen die italienische Herrschaft arbeiten» belegt. Dein Berichte sind Das Ausland Uder uns In einem ausführlichen Artikel beschäftigt sich daS Blatt der holländischen Sozialdemokraten,„H e t B o l k" mit den Ereignissen in der Tschechofloivakei. Es schreibt u. a.: Seit dem Tage, da Konrad Henlein sein nationalsozialistisches Glaubensbekenntnis äußerte, herrschen in den sudetendeutschen Gebieten Zustände, die dank der als Schwäche ausgelegten Duldsamkeit der Behörden von Anarchie nicht mehr weit entfernt sind. Die Henleinisten dürfen alles. Für sie gilt kein Verbot, bei ihnen sieht man durch die Finger. Der Hitlergruß ist verboten, doch offenbar nur für den Einzelnen. Wenn ihn täglich Tausende anwenden, tut die Polizei so, als sähe sie es nicht oder als kenne sie das Verbot nicht. Die Schnürstiefel und Kappen sind komplettiert durch den Koppelriemen, nur da» Gewehr entbehrt der SdP-Ordner noch, aber im sudetendeutschen Gebiet ist di« graue SA-Armee fix und fertig. Wohl ist sie noch unbewaffnet, aber nahe dabei, auf der anderen Seite der Grenze, ist Waffenvorrat genug. Binnen einiger Stunden kann da sein, was gelvünscht wird. In Reichenbcrg spielte sich dieser Tage dar folgende ab: In einem Gasthaus sitzen an einem Tische zwei Geheime von der Staatspolizei. Sie verziehen keine Miene, als ein Gast an einem anderen Tisch auf die Republik, die Regierung und den Präsidenten in nicht wiederzugebender Weise zu schimpfen beginnt. An einem anderen Tische springt ein Mann auf, der schreit, daß dies nicht länger mehr anzuhören sei. Man sei in Reichenberg noch nicht im Dritten Reich. E» entsteht zlvischen den beiden ein Wortwechsel und ein Handgemenge. Noch immer sitzen die Polizisten untätig. Dg stellt sich heraus, daß der erste Mann, obwohl er ausgezeichnet deutsch spricht, ein Tscheche ist. In diesem Augenblick werfen sich die Polizisten auf ihn und arretieren ihn. Solange sie noch gedacht hatten, einen Henleinisten vor sich zu haben, wollten oder durften sie das nicht. In einer Bürgerschule in Pfraumberg entdeckte man, daß die Bilder von Masaryk und Bene» au» den Schulbüchern herauSgeriffen wurden. Die Gemeindewahlen, so flüstert man im Sudetengebiet, soll dieselbe Bedeutung haben, wie die Volks« abstimmung im Saargebiet. Sie soll über den Anschluß an Deutschland entscheiden, sie soll Henlein die volle Totalität über die Sudetendeutschen geben, sie sollen das Ende der deutschen Sozialdemokraten bedeuten." Line scharfe Attacke Mlkullteks gegen die Untätigkeit der Regierung Jin Senat hielt Mittlvoch der Kommunist M l k u l i L e l eine seiner temperamenivollen Reden, in der er die P a s s i v i t ä t der Behörden den Hebelgriffen der SdP gegenüber an Hand verschiedener Beispiele aufzeigte und schärf- stcns verurteilte. Namentlich auf den Redakteur K a h ä n e l vom„Benkov" hatte eS Mikultiek abgesehen, dem er vorwarf, daß er die Berichte über die Maifeiern in der Tschechoslowakei bewußt zugunsten Henleins verzeichnet und ihm Zehntausende von Zuschauern mehr zugeschrieben habe, als wirklich dabei waren. Unter Hin- lveis auf die 40 Millionen Lei, die nach einer amtlichen rumänischen Mitteilung der Führer der Eisernen Garde aus dem Ausland erhalten hat, warf Miknltöek direkt die Frage auf, ob nicht ein paar Millionen auch in der Tschechoslowakei hän- Kalinin bekräftigt die Sowjethilfe Bestimmte Erklärunsen an eine tschechoslowakische Delegation autoritative Repräsentant des obersten Organe» auch Stimme» der Weltpresse angeschlosse», auf der Sowjetunion abgab, mit Dank zur Kennt-1 welche sich der abessinische Delegierte als Benis nehmen.' kräftigung seiner Behauptungen bernft. 80 Der ewige Schatten Rom.n»» M«__ Sie zögerte nach solchen Erinnerungen nicht mehr, beim Sanctum officium der Inquisition anzupochen. Aber der Kaiser entschlüpfte der Theresa Cepeda und dem Sanctum officium. Er lag in seiner Zelle, das Auge zum Auslug nach der Kathedrale gekehrt. Gottes HauS dehnte sich vor ihm in unermeßlicher Leere. Jni Nachtdunlel des Tempels erblickte der Kaiser nur ein schwarzes Gewebe chaotischer Wellen. Wo Segenbecken, wo Hochaltar, wo der Grustcingang für die schon Entschlummerten sich befand, kein Signal zeigte eS an. Nur sehr fern schivcbte irgendtvo ein heller Punkt, ein Schein wie ein verlorener Stern, den die Wolken noch unUvogtcn, und eS Ivar nicht zu bestimmen, ob er mit tausend Strahlen prunken würde, wenn die Wolken sich zerteilten, oder ob die Nebel ihn vollständig auslöschen würden. DaS war in der Oede und in der Nacht der Kathedrale die ewige Lampe. Was sie beleuchtete und behütete, eS war nicht wahrnehmbar, entrückt und. verhüllt war eS auch. Es war nicht einmal ein Dämmern, ein Düstern.-in Dunsten wär eS nur. Daran klammerten sich die Sinne des Kaisers, bis eS ihnen gelang, sich so des winzigen Geleuchtes zu bemächtigen, daß er meinte, unmittelbar die unverminderte Kraft der ewigen Lampe mS Auge ausgenommen zu haben. Die ewige Lampe, die vom Urquell de« Lichts genährte, und der Urquell lag doch im Ueber- mächtigsten der Helligkeit. »Wie weit, wie weit muß ich noch entfernt sein von dem Uebermächtigsten, da sein nächster Abglanz mich kaum streift!" gestand sich der Kaiser. Und er fürchtete sich vor der ungeheuren Wegstrecke, die noch vor ihm lag von seiner Zwischenwelt zu jener letzten. Er war noch zu viel Leib, das beklagte er. Er wünschte noch zu gierig, daß man sich in seine körperlichen Leiden vertiefte, das warf er sich vor. Die Erfüllung und Befreiung, die ihm in den letzten Zeiten so leicht vorgekommen waren, schienen jetzt plötzlich wieder ganz unerreichbar. ES duldete ihn nicht iin Bett. Er stand auf. Er zündete Licht. Er setzte sich am Tssche nieder, um zu lesen. Die Buchstaben auf der grauen Fläche«in Kreisen unentzifferbarer Zeichen. Er grub daS Gesicht in die Hände. Die Zelle drehte sich um ihn. « Da, da, nun mußte er doch gehört worden sein, nun mußte doch irgend etwas begonnen haben, wa» er nicht erhofft hatte, etwas, das beschlossen war in ihm und außerhalb von ihm, ein Schwung, ein Umschwung, eine absonderliche Beglückung, da» ersehnt« Entgleiten. Die Tür öffnete sich, und ein Page trat ins Zimmer. Er trug einen Kandelaber mit brennenden Kerzen, aber die Flammen waren nicht hell und golden, sie flackerten im schwarzen Licht. Der Page setzte den Leuchter ab. Er schlug den Deckel einer Truhe auf. Er entnahm der Truhe ein schwarzes Gewand. Und half dem Kaiser es anzulegen. DaS Getvand duftete, al» hätte es lange in Lorbeerspezereien gelagert. AIS der Kaiser ganz in Schwarz gekleidet war, forderte der Page ihn auf, ihm zu folgen. Sie gelangten vom Zimmer zur Galerie. Sie stiegen die Treppe zur Kathedrale hinunter. Dort wogten in dem Raum immer noch die finsteren, unbestimmbaren Dunstwellen. Aber die Nachtsachttenwände hatte sich a uSeinanderge- schoben, um eine enge Bahn freizugeben, gerade so breit, daß Kaiser und Page nicht erdrückt wurden. Auf diesem Pfad schritten sie vorwärts, und unter ihrem Schuh wurde kein Widerhall deö Bodens laut. Auf der Mitte buchtete sich der Weg dann weiter aus zu einem Rondell, daS von den schwarzen Mauern eingerahmt war, wie ein Bergsee von hohen Gebirgsgraten. Dort in dem Rund stand ein Sarg. Dort machte der Page halt, und er verbeugte sich vor dem Kaiser und sprmb:„Wenn es beliebt, da» Begräbnis zu vollziehen—— Alles ist vorbereitet. Es ist nicht hart in diesem Bett, eS ist weich darinnen, es ist nicht kalt in diesem Bett, es ist sehr warm darinnen." Jetzt tvar auch eine größere Helligkeit um den Katafalk sichtbar. Die schwarzen Riesenfelsen verwandelten sich in Gestalten mit Gliedern, mit Schultern und Köpfen. Die Schultern waren mit den Kutten der Mönche behängt. Sie waren unzählige und standen mit geschlossenen Augen. Jeder von ihnen hob ein Kreuz bis zur Höhe der Stirn. Ihre Münder murmelten etwas, und eS war doch tvieder nichts, was das Ohr hätte begreifen können. Es war hörbar, und eS war doch die Stummheit. Es Ivar deutlich» und es war doch wieder nicht zu deuten. Wa» die Mönche sprachen, eS war keine Sprache, gereglt nach irdischen Gesetzen.. Auch der Kaiser sprach mit, im Rhythmus dessen, was die Mönche murmelten. Und als die Mönche schwiegen, da schwieg der Kaiser nicht. Er sprach allein für sich, und die Mönche hörten ihm zu» obw.ohl doch alles ein Unhörbares war, und sie nickten mit den Häuptern, um ihm zu erkennen zu geben, daß sie begriffen und richtig deuteten, was er selber nicht begriff und deutete. Die Mönche hämmerten sich mit den Kreuzen auf die Stirn, und es gab ein Echo, und eS war doch wieder ein Echo von dem, wa» nicht geschallt hatte. Der Page überreichte dem Kaiser den Leuchter mit der schwarzflackernden Kerze. Der Kaiser trat vor den Mönch, der ihm zunächst stand, und überreichte ihm daS Licht, wie wenn er ihm seine Seele überreichte. Der Mönch blieS die Kerze aus. Die Schultern und die Köpfe und die Kutten und die Kapuzen waren nicht mehr sichtbar. Sichtbar war auch nicht mehr der Page. Sichtbar war nur noch der Katafalk. Hätte der Kaiser sich nicht an den Rand des Grabes herangetastet, hätte er sich nicht hineinsinken lassen, ihn würden die sckuvarzen, nun wieder vollkommen versteinerten Blöcke und die Riesengrate der Nacht zerquetscht haben. Denn sie schoben sich um den Be- gräbnisplatz zusammen, und alles, alles wurde verschlungen. Als der Kaiser am Morgen ohnmächtig außerhalb seines Bettes auf dem Fußboden gefunden wurde, sprach Inan de Regln, der Beichtvater:„Die Majestät lebt, sie wird weiterleben. herrlich nach dem Sterben auferstehen I" Der Kaiser erwachte und lächelte:„Hat jemand schon, ehrwürdiger Vater, sein Begräbnis überlebt?" „Gut, Majestät, herrlich, daß die Majestät so kostbar scherzt!" erwiderte der Beichtvater. „Wer scherzt mit seinem Begräbnis?" fragte der Kaiser. „Der Träumer, der in Gottes Hand ist und sicher" „Die Träume sind die Wirklichkeit!" „Wenn wir imstande sind, die Wirklichkeit nach unseren Träumen zu bauen." „Wenn wir imstand sind!" wiederholte der Kaiser. XIV. Er war so erschöpft, daß selbst die Krämpfe aufhörten, seine Glieder zu schütteln. Das glühende Fieber erlosch. Die einstmals von der Gicht verbogenen Hände und Beine ruhten wie Steine, die nur noch zufällig zu seinem Rumpf gehörten. .(Fortsetzung folgt.). E Σ }, ESEH t t Mr. 111 gen geblieben feien. Weiters beschwerte sich Mi- f kuliček darüber, daß man der KPC die Verteis lung von Flugblättern verbiete, auf denen an Hand einer von dem Generalstabsobersten Mo= ravec stammenden Karte anschaulich dargestellt wird, daß russische Flugzeuge im Notfall in 40 Donnerstag, 12. Mai 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Worauf wartet Prag noch? # Minuten in Uzhorod und in zwei Stunden in Pogromstimmung Brag und französische in 70 Minuten in Eger sein können. Solle etwa der tschechoslowakische Bürger nicht erfahren, daß hinter ihm 170 Millionen Russen und( mit den Kolonialvölkern) 100 Millionen Franzosen stehen? Sollen wir, fragte Mituličel es soweit kommen lassen, daß auch na Prag ein Telegramm fommt, wie seinerzeit jenes, des Schuschnigg nach Berch tesgaden rief? Aus Schönbach Stadt wird dem Volfswille" geschrieben: Als Mikuliček den Tod Ossiek tha streifte, wurde er vom Vorsitzenden Dr. Bas zur Razigung gemahnt. Auch sonst griff Dr. Bas gegen Zwischenrufer in einem Ton durch, der nur neue Proteste provozierte. Einmal hieb er aber arg daneben, als er den Stommunisten Kreis bich zum zweitenmal wegen eines zwischenrufes zur Ordnung rief, den gar nicht Kreibich, sondern ein anderer Kommunist gemacht hatte. Der erste Mal vom Standpunkt der Lützowgasse träglichen Ruständen, die eines Tages einen Aus bruch finden müssen, wenn der Staat nicht Einhalt gebietet, wie es fein Regierungschef erklärt bat. Jeder Staatsbürger ist geschüßt, wo immer cr sich befindet", hat Dr. Hodža gesagt. Entweder werden wir endlich geschüßt, oder aber mir müssen uns zum eigenen Schutz vorbereiten. Tas sei die leste Mahnung! Die Chinesen Die Seite 8 vor Schanghai Die chinesische Gesandtschaft in Prag stellt folgenden Bericht über die gegenwärtige Lage auf den chinesischen Kriegsschaupläßen zur Verfü gung: Die chinesischen Truppen haben neuerlich ihre Angriffe an der mittleren chinesischen Front verstärkt. Sie griffen gleichzeitig in der Umgeheftigen Bombardement aus der Luft und aus den Schiffsgeschüßen an Land gegangen sind und nach heftigen Kämpfen in den Vorstädten die Amch Stadt besetzt haben, ist vollständig unterbrochen. Nach den färglichen hier eingelaufenen Berichten scheint der Zived der Besetzung der Amoh- Insel für Landungstruppen, die bei nunmehr wahrs scheinlich bevorstehenden größeren Attionen in Südchina eingesetzt werden follen, zu sein. Argentinien gegen das Hakenkreuz Fast hat man sich schon dareingefunden, daß der SdP- Propaganda von unseren Behörden tei bung von Wuhu, Nanking und Hantfchau an. Westlich von Hantschau eroberten sie die Stadt nerlei Widerstand geleistet wird, was freilich so ausgelegt wird, daß keiner geleistet werden könne Jühan. Zwischen Nanking und Wuhu gelang es .. Bisher haben wir berichtet, daß man glaubt, den chinesischen Truppen schon vor einigen Tagen Radioreform. Zwar werden in unserem man fei schon in Deutschland. Heute korrigieren Rundfunk die Schallplattensendungen längerer ten zu unterbrechen. Südlich von Schanghai, bei die Eisenbahnverbindung zwischen beiden Städfann es gar feinen solchen Terror mehr geben, wie die der Komponist nicht vorgesehen hat, die aber wir unsere Meinung und sagen: In Deutschland Tonstude noch immer durch Pausen unterbrochen, Sunkiu, gingen die chinefifchen Truppen aufs Erohung nicht unterlegen ist, muß ein Held oder berauflegen der Platte oder ihrer Fortsetzung.cha ng ha i vorzubringen. in unserer Stadt. Jeder, der dem Drucke und der verursacht werden durch das Umdrehen und Wie- lungen gelang es, bis zu den Vorstädten von nene zum Angriff vor und einigen ihrer Abteiein Märtyrer fein. Ganz offen hört man nun was in ben meisten anderen Ländern automatisch schon die Drohungen, daß nichtmitglieder der Edß und darum ohne Stunitpausen geschieht. fber Japanische Offensive in Südchina eine Arbeit mehr erhalten, daß ihnen die wenn auch diefer alte Brauch selbst im Melniker Wohnungen gekündigt werden, und Sender ungebrochen bleibt modernisiert wurde Hongkong. Die Verbindung zwischen Hong einem unserer Genossen wurde sogar von seinem unser Rundfunk boch. So hörte man am geitri kong und der Amoy- Insel, wo Dienstag ſtarte AbHausherrn gesagt, daß ihm als„ Hochverräter" gen Mittwoch 19.15 Uhr in der deutschen Nachteilungen der japanischen Marine nach vorherigem Die politischen Minister tagen die autabgezogen werden wird. Glau richtensendung des Tschechoslowakis Prag. Amilich wird gemeldet: Der Ausschuß Rusehen am Plaße ist? Man wähnt sich in einem die Ausschußberatung des Kleingeldgefehes, wos ben denn unsere Behörden, daß hier ein ruhigesichen Preisebüros eine Meldung über der politischen Minister setzte Mittwoch nachmit Staate, der machtlos ist gegen ein solches bei mitgeteilt wurde, daß daran für die Sop tags seine Beratungen über die aktuellen politi- Faustrecht. schen Probleme unter dem Vorfiße des VorsigenAbg. Dr. Peters teilgenommen hat. Dieser UmKein Wunder, wenn tschechische den der Regierung und in Anwesenheit aller Mit- Staatsbeamte und deren Frauen nur man ihn eigens hervorheben mußte. Bisher durch die Japaner die Schaffung einer neuen Bajis stand erscheint wohl besonders wichtig. so daß glieder des Ausschusses fort. noch als Gespött betrachtet werden. Vor acht wurde die Selbstverständlichkeit, daß Ausschuß Tagen waren drei junge Juden in unserer Stadt und haufierten mit Wäsche und Stoffen. Sie besonderer Erwähnung würdig erachtet. Man hat mitglieder an diesen Sizungen teilnehmen, nicht waren bei einem Nichimarristen untergebracht. Eines Abends um 9 Uhr bersammelten sich ungeven die anderen noch vorhandenen Parteien vers umgelernt wenigstens teilweise, denn durch Auch die führende tschechische Zeitung Pri- fähr 50 SA- Männer und machten Jagd auftreten waren, wurde nicht mitgeteilt. tomnost" befaßt sich mit den Zuständen im Tiche die jungen Menschen. Man drang fogar choslowalischen Breßbüro. Das Blatt schreibt: in die Wohnung ein und gab an, man wolle die Verschiebung der Auffiger Juristentagung. Die Die Herren aus der Lüßowgasse haben bis kommunistischen" Bücher beschlagnahmen. Erst für Samstag, der: 28., und Sonntag, den 29. Mai, Buenos Aires. Der Präsident der Reher ihren merkwürdigen Humor nicht verloren, tie einireffende Gendarmerie befreite diese unberaumte Jahreshaupttagung der publik Argentinien Ortiz hat ein Dekret unterzeich aber die Wige, welche sie sich aus unseren Sorgen bedrohten Menschen. Also, so weit ist es schon, Ständigen Vertretung des Deutschen Junet, mit welchem die Tätigkeit und die Kontrolle machen, werden immer ärger. Nicht einmal beim daß die Henlein- SM sich bereits Polizeigewalt antisten tages wurde mit Rüdicht auf die Ge- aller fremden Schulen auf dem Gebiet der argenbesten Willen können wir die Mainachrichten des gemant hat, und es wird nicht mehr lange dauern, meindewahlen auf den Herbst verschoben. tinischen Republik geregelt wird. Zu dieser MaßTfch. P.-B. als fomisch ansehen. Das ist kein wird man unsere Vertrauensmänner der Reihe nahme kam es nach einer Enquete, die den BeScherz mehr, das ist ein richtiges Vergehen. Wenn nach in Sicherheit bringen". richt des Gouverneurs der Provinz La Pampa über an der Stelle des tschechischen politischen BeamIm Senat stand Mittwoch der alljährli. die Tätigkeit nazistischer deutscher ten, der die Aufgabe hat, die in- und ausländische zu weiteren Uebergriffen dieser tatenfrohen SA erneuerte Zusatzvertrag zum Handelsvertrag mit Schulen bestätigte, demzufolge der Unterricht Preise im Sinne der Regierung zu informieren, führen. Wir wollen nicht alle Einzelheiten be- Deutschland zur Verhandlung, der unserem& o, in diefen Schulen zu dem Unterricht an den arein diretter Beauftragter des Herrn Henlein säße, sichten, wie dem einen oder anderen Genossen ge- en einen ermäßigten Zoll von 70 Reichsmar! gentinischen Lehranstalten im Widerspruch ſtehe. wären die Nachrichten nicht viel anders ausgedroht und wie er aufs unerträglichste provoziert einräumt, während die Tschechoslowakei Konzes- Die argentinische Preſſe meldet, die Regiefallen. wurde. Als unsere Genossen am 1. Mai abends fionen bei der Abnahme von Teerfarben und gerung habe die nationalsozialistischen OrganisatioDer 1. Mai 1938 war ein staatspolitisches von Halfenau heimfehrten, mußten sie manche löschtem Kalf bewilligt. Dr. K I o uda( Nat. nen aufgefordert, sich aufzulöfen und jegDatum von großer Bedeutung. An dem Tage ging Schmach ertragen, obwohl keinerlei Provokation Soz.) unterstrich in seinem Referat die Tatsache. liche politische Tätigkeit zu unterlassen. Der reichs. es tatsächlich nicht um eine parteimäßige Prestiges vorkam." Note Brut“,„ Rotes Glump" usw. be- daß sich trop den schwierigen politischen Verhält deutsche Botschafter hatte hierauf eine Unterredemonstration, sondern um die Tatsache, daß das tamen sie zu hören. Nun soll einer dieser Frech- niffen und trotz dem Trommelfeuer seitens einer dung mit dem Außenminister Cantile. Woll der Republik dem Staat die Treue fundges linge doch nicht unbestraft geblieben sein, und nun uns feindlich gesinnten ausländischen Journal geben hat. Im In- und Ausland waren die Men wird erzählt, daß der Genoffe L. einem eine Ohr- stik die wirtschaftlichen und Handelsbeziehungen Der Protest fchen mit Recht neugierig, wie die Sudetendeutschen feige gegeben hat, obwohl das eine Lüge ist. Aber zu Deutschland ganz günstig entwideln, woden 1. Mai feiern werden. Nicht vielleicht, daß es muß doch ein Vertrauensmann sein, dem man von auch die Wirtschaftsverhandungen in Sam fie irgend eine Tragödie erwartet hätten, aber sie derartiges nachfant, vielleicht ist es aber auch schon burg zeugen. Der Senat nahm das Abkoms London. Der Unterstaatssekretär für Aussehnten sich danach festzustellen, ob dieses Gebiet wieder eine Begründung für ein neues, fchen vor- men in erster Lesung an, ebenso den Handelsver wärtige Angelegenheiten wutler gab dem Untertatsächlich die Privatdomäne des Herrn Henlein bereitetes Verbrechen. Daß zu den Provokationen trag mit der Republik E cu a do r. der die hause bekannt, daß nach den Proteſten der bri ift. Das Experiment fiel zu unserer eigenen selbst in der verwendet werden, zeigt die Nie- Bölle auf tschechoslowatische Waren um 30 Protischen Schiffstapitäne, deren Schiffe in den Ueberraschung besonders günstig aus: Behntants dertradht des Gegners und die Kopflosigkeit unfes gent gegenüber dem bisherigen vertragslosen spanischen Gewässern bombardiert wurden, die sende deutscher Bürger feierten den 1. Mai mit rer Behörden und der Schulleitungen. Könnte es stand herabfest. Nach Erledigung einiger zweiter uns durch das bedeutsame Versprechen, die Repus sonst vorkommen, daß um 8 1hr abends vor dem Lesungen wurde die Sigung geschloffen. Nächste blif zu verteidigen. Alle, welche den republikani- Kenster des Genossen 2. fünf Schuffinder im Sigung Dienstag, den 17. Mai, um 16 Uhr. schen Feiertag des 1. Mai in den fudetendeutschen Sprechchor Minuten hindurch ihr Sic Seil!" Außenminister Dr. Krofta empfing heute den Städten beobachteten und unter den Beobach ertönen lassen? War wohl ein Aweiter" eberfall englischen Abgeordneten Noel Baler und den fern waren viele ausländische Journalisten, wie am Turnplak in Aussicht genommen? Redakteur Josef Sag des Brüsseler Blattes waren einig in der Auffassung, daß der Gedan Peuple". teninhalt und der Umfang dieser Feiern eine tapfere und wunderbarerweise deutliche Ableh Die Unentschlossenheit unferer Behörden muk Das ist nur ein Ausschnitt aus den uners nung der dem Staat feindlichen totalitären For Herrn Hilgenreiner zur Lektüre empfohlen: Der Papst gegen die Rassenlüge 6. Ursprung und höchstes Gebot jeder Rechtsordnung ist der Nasseninſtinft; der britischen Kapitäne hat gewirkt britische Regierung in Burgos einge fchritt sei und gefordert habe, daß nachhaltig dafür Sorge getragen werde, damit bri tische Schiffe in den spanischen Häfen künftighin nicht mehr beschädigt werden. Auch die Frauen werden verschickt Wien. Gleichzeitig mit dem Transporte von jungen österreichischen Arbeitern ist auch ein Transport burgenländischer Landarbei ters frauen nach Schleswig- Holstein abgereist. Sie werden im dortigen Baumschulgebiete beschäftigt werden. Berlin kündigt das Konkordat? London. ,, Daily Telegraph" läßt sich aus Berlin berichten, daß Deutschland möglicherweise als Antwort auf die Haltung des Papstes während des Meichskanzlerbesuches in Nom das Konfor dat mit dem Vatikan anfheben wird. Mussolini bremst? derungen durch einen großen Teil der deutschen Staatsbürger waren. Besonders die ausländischen Berichterstatter meldeten ihren Redaktionen das ließ sich am 2. Mai in aller ausländischen Beitungen feststellen daß die Maifeiern eine Paris. Das Katholische Institut sem Ergebnis führt, ist schon an fich ehrenhaft: sehr wertvolle Korrektur früherer Eindrücke waren. in Paris erhielt den Wortlaut des Sy I l a= 8. Aus dem Blut, dem Siz des Rassencharaf Ein wahres Glück, daß diese Journaliſten diesmal bus gegen den Nafii 3 m u 3, der allen ters, entspringen als aus ihrer Hauptquelle alle in tellektuellen und moralischen Eigenschaften des Men ihre Eindrüde am Orte selbst sammelten und nicht latholischen Universitäten der Welt zugesandt schen; vom Tich. P.-B. empfingen, sonst hätte man dem wurde. Dieses Dokument ist in Form eines Brie 4. Das Haupiziel der Erziehung ist, den RasHerrn Henlein wieder einmal unbezahlte und uns fes verfaßt, der den Neftoren der Heiligen Kon- encharafter au pflegen und eine glühende Liebe zur bezahlbare Propaganda im Auslande gemacht. gregationen für die Seminare und Universitäten, eigenen Raffe als höchstes Gut zu entflammen; Das Tfch. P.- V hat also nachweisbar die Kund- deren Vorgesetzter der Papst ist, zugesandt 5. Die Religion unterliegt dem Gesetz der gebungen der staatstreuen Deutschen bagatellisiert wurde. Das Schreiben lautet: Rasse und muß ihm angepakt werden; und die Henlein- Sundgebungen, welche auch so..Im Vorjahre sprach der Heilige Vater in genug groß waren, hat es wenigstens unserer Auf- einer" Sundgebung zu den Kardinälen und Präla 7. Jeder Mensch existiert nur durch den Staat. London. Die„ orkshirer Post" fassung nach zumindest auf dem Papier ver- ten der Römischen Sturie über die unermekgrößert. liche Verfolgung der fatholi, Alle Rechte, die dem Menschen zuerfannt werden, meldet, es bestehe die Ansicht, daß Berlin nach den Gesprächen Hitlers mit Mussolini cher zu einer Aergert.sich jemand im Preßbüro, daß die ichen Stirche in Deutschland. Aber die werden ihm nur von Staates Gnaden gewährt. Hauptursache für die große Betrübnis des Heiligen Außer diesen Irrtümern könnte noch eine Reihe friedlichen Lösung geneigt sein werde. Der Republik nicht unter den Sudetendeutschen noch Baters ist der Umstand, daß aur Rechtfertigung die weiterer ähnlicher wi ber finniger Leh- Duce habe, so nimmt man an, klar zu verstehen einige Behntausend Freunde hat? Fühlt sich je ser so großen Stränfung eine fchändlicheren aufgezählt werden. gegeben, daß eine agressive Handlung gegen die mand im Breßbüro getroffen, daß noch nicht alle Ehrabineiberei angewendet und die Der Heilige Vater, der Vorgefeßte unserer Tschechoslowakei eine ehr gefährliche SiDeutschen in der Republit Nazis find? Welche Ab- verderblichst bieu do wiffen heiligen Stongregationen. ist überzeugt, daß Sie tuation schaffen müßte, in der er das neue sicht verfolgt dort jemand durch den groben Ver- fchaft id aufgezogene Lehre nichts verfäumen werden, um den Geboten. Abkommen zwischen England und Italien und den such die Tatsachen zu unseren Ungunsten und zu mit dem Ziele verbreitet wird. Verwirrung, in die Ihnen in diefem Schreiben fünftigen Paft mit Frankreich zu beachten hätte. Gunsten Herrn Henleins zu verfälschen? Wie wir die Gemüter zu tragen und die Gläubigen der an's era gelegt werden. Genüge zu schon sagten, war das ein grober Versuch und des wahren Religion au berauben. Unter diefen wegen verhältnismäßig untvirksam. Gleich den Umständen empfehlen die Heiligen Kongregatio nen den Universitäten und Katholischen Fatuls nächsten Tag ließ sich nach Photographien und des täten, alle ihre Kräfte aur Verteidiguna der taillierten amtlichen Nachrichten beweisen. daß Wahrheit und gegen die Verbreitung sich die Verhältniffe im Sudetengebiet noch lange dieser Irrtümer einzusehen. Mögen die Provom Papste als 3 r r lehre, als Wider nicht entsprechend den Wünschen jenes geheimnis- feffor en alle Mittel anvenden, die ihnen die vollen Herrn X aus der Lüßowgasse entwickelt wiffenſchaftlichen Disziplinen, die Biologie, die haben. Und wie lange noch wird die tschechoslowa- Geschichte, die Philosophie, die Rechts- und Kirchenfische Demokratie dulden, daß tschechoslowatische lehre an die Hand geben und mit diesen Waffen die Staatsbeamte und zwar die Beamten des wich- unhaltbaren Behauptungen bekämpfen. tigsten Ressorts, nämlich der staatlichen Propaganda gegen das Staatsinteresse handeln? Der Präsident der Republik empfing am Mittwoch den Justiaminister Dr. Dérer und sodann den Minister für Nationalverteidigung Machnik und den Generalstabschef Armeegene ral Krejči. Diese Irrelebren sind: 1. Die menschlichen Nassen sind durch ihren natürlichen und unveränderlichen Charakter derart voneinander verschieden, daß deren niedrigste Nasse von der höchsten Rasse entfernter ist als die höchste Ziergattung; 2. Es ist nothwendin. mit allen Mitteln die Straft der Rasse und die Neinheit des Blutes auf rechtauerhalten und au pflegen. Alles was zu die leisten. # Alles also, ausnahmslos a II e s, was die nationalsozialistische Rasselehre behauptet, wird inn bezeichnet. Welche Konsequenzen werden die ehemaligen Chriftlichsozialen aus dieser autoritären Verdammung der Grundlehren des Nationalsozialismus ziehen, jene Christlichsozialen. dem Augenblicke Henlein unter warfen, da er sich zum Nationalsozialismus und damit zum Rassismus bekannte? Und wie wird Herr Hilgenreiner, der Führer auf dem Wege der Christlichsozialen zum Nationalsozia lismus, als fatholischer Universitätslehrer die ihm vom Papste auferlegte P FI i cht des Kampfes gegen die nationalsozialistischen Irrlehren er füllen? Im Vollzugsausschuß der tschechischen fozial. demokratischen Partei teilte Zentralsekretär Dundr mit, daß aus Nord- und Südvöhmen Schreiben eingelangt sind, die die Verhältnisse in diesen Gebieten unter dem Terror der Henleinleute schildern, insbesondere soweit es sich um Arbeiter und Staatsangestellte handelt. In der Debatte sprach Minister Dr. Dér er über flowafische Angelegenheiten und über die Henlein Bewegung. Abg. Hamp I informierte den Parteivorstand über die Verhältnisse im In- und Ausland, über den Verlauf der Verhandlungen zwischen den Koalitionsparteien, über die geplanten Regierungsentwürfe und über die bes vorstehenden parlamentarischen Arbeiten.- Ge wurde beschlossen, für den 1. Juni die Parteivertretung einzuberufen. Seite 4 Tagesneuigkeiten Die Prinzipien der Regierungsformen Im Jahre 1748, also 46 Jahre vor der fran zösischen Revolution, veröffentlichte der französische Schriftsteller Montesquieu sein Wert ,, L'Esprit des Lois", aus dem nachfolgender Auszug stammt. Es gibt drei Arten der Regierung: Die repu blikanische, die monarchistische und die despotische. Die republikanische Regierungsform ist die, bei der das Volk in seiner Gesamtheit oder nur ein vom Volf gewählter Teil des Volfes die herrschende Macht hat; die monarchistische Regierungsform, die, wo ein einzelner, aber nach festgelegten Gefeßen regiert; während im Despotismus ein einzelner, ohne Gesetz und ohne Regel, alles nach seinem Willen und seinen Launen führt. Jede dieser drei Regierungsformen basiert auf einen anderem Prinzip: Die republikas nische auf der Tugend, die monarchistische auf der Ehre, die despotische auf der Furcht. Donnerstag, 12. Mai 1938 a) Es ist nicht viel Redlichkeit nötig, um ein monarchistisches oder despotisches Regime aufrecht zu halten oder zu stüßen. Die Macht der Gesetze in dem einen, der immer erhobene Arm des Regierenden in dem andern regeln und halten alles. Jedoch in einem Voltsstaat ist ein stärkerer Anfrieb nötig: die Tugend. Was ich Tugend in der Republik nenne, ist die Liebe zum VaterTande, die Liebe zur Gleichheit seiner Bewohner. Das ist keine moralische Tugend. Frühmorgens ist der Direktor der Grube, Hunter,| llen Pflegeſchulen Fortbildungskurse veranstaltet feine christliche Tugend, das nenne ich politiin die Grube eingefahren. Vor dem Hause, in werden. Es handelt sich um mehrmonatliche Kurse, sche Tugend. welchem die Leichen aufgebahrt wurden, warten in denen die Pflegeſchwestern für Laboratoriums die Angehörigen auf die Identifizierung der dienste, Roentgen, Psychiatrie und physikalische Opfer, die aus dem Schachte geborgen wurden. Therapie speziell ausgebildet werden. Außerdem Die Identifizierung ist sehr schwierig, weil die werden Sonderkurse für jene Schwestern veranMehrzahl der Leichen zum großen Teile verfohlt staltet werden, die für leitende Posten auser und schwer erkennbar ist. sehen sind. Der König von England besichtigt die britische Luftwaffe Sönig Georg VI. inspizierte eingehend die Luftverteidigung von London. Zu diesem Zwed flog er in seinem eigenen Flugzeug von Windsor nach Northolt. Unser Bild zeigt den König auf dem Flugplatz von Northolt, wie er eine Stampfmaschine besichtigt. b) Wenn das monarchistische Regime diefes Antriebs ermangelt, so hat es einen andern. Die Ehre, das heißt das Vorurteil jeder Person und jeder Bedingung, nimmt den Platz der politischen Tugend, von der ich gesprochen habe ein und vertritt sie überall. Sie kann zu den schönsten HandYungen führen; sie fann, vereint mit der Macht der Gesetze, zu einem guten Ziel des Regimes führen, so gut wie die Tugend selbst. Das monarchis stische Regime seßt, wie wir gesagt haben, einen gewissen Vorrang, einen erhöhten Rang, und selbst den Adel der Geburt voraus. Die Natur der Ehre verlangt Vorzüge und Auszeichnungen; sie find logischer Weise in diesem Regime Vorausfebung. c) So wie die Tugend nötig ist in einer Republik, die Ehre in einer Monarchie, so nötig ist die Furcht der despotischen Res gierungsform. The Tugend ist in ihr überflüssia. und die Ehre aar wäre gefährlich. Die ungeheure Macht des Regierenden geht hier ganz auf diejenigen über, denen er sie anvers trant. Leute, die fäbia ſind, ſich ſelbſt zu achten. wären imstande, hier Revolutionen zu machen. Die Furcht ist also nötig, um jenen Mut zunichte zu machen, und bis auf das geringste Maß jeden Ehrgeiz zu erlöschen. 80 tote Bergarbeiter mibed. London. 80 Mann von 160 Mann der Nachtschicht sind tot, faum einer der Ueberlebenden blieb unverletzt. Dies ist die Bilanz des geſtrigen Grubenunglücks auf der Markham- Zeche. Die gefamte englische Preffe bezeugt in ihren Artitel Spalten ihr tiefstes Mitgefühl mit den Opfern und deren Angehörigen. In einem Falle sind in einer Familie nicht weniger als vier Tote zu beklagen. Deutschland bekommt doch kein Helium! Washington. Vom Weißen Haus wird angekündigt, daß Präsident Roosevelt nicht in der Lage sei, den Verkauf von Helium an Deutschland zu autorisieren, da das amerikanische Recht die einstimmige Zustimmung aller Mitglieder des Munitionsausschusses zu dieser Maßnahme verlange und weil der Innenminister 3des gegen den Export von Helium sei. Für die Staatsverteidigung. Die Beamtenschaft der israelitischen Kultusgemeinde in Brünn erlegte heute beim Landesrate der Hauptstadt Brünn ein Prozent ihres Monatsgehaltes füc Zwede der Staatsverteidigung. Die tschechoslowakischen Buchhändler beschlossen Eine neue Bucherscheinung: das Schwarzbuch. im Einvernehmen mit den Verlegern die Ausgabe einer die heutige Zeit kennzeichnenden Neuerscheinung: eines Schwarzbuchs, wo die Namen aller jener Stunden eingetragen sein werden, die Bü cher auf Raten bestellen und dann schuldig bleis ben. Die Zahl dieser unliebſamen Bücherfreunde hat sich in der letzten Zeit außerordentlich vermehrt und man rechnet damit, daß die Schwarzbücher den Buchhandel vor Schäden bewahren werden, die jährlich in die Hunderttausende gingen. Das neue Staatsbürgerschaftsgesetz. Im verfassungsrechtlichen Ausschuß des Abgeordnetenhauses stand Mittwoch die Regierungsvor lage über die Staatsbürgerschaft zur Debatte. Es erstattete lediglich der Referent Dr. Mar tovič ein ziemlich tritisches Referat, ohne noch Meuterei auf einem dänischen Schiff. An näher auf die Details einzugehen. Der Ausschuß- Bord des dänischen Schiffes Brigitte", das bevorsißende gab bekannt, daß die zuständigen Re- reits seit einigen Tagen im Hafen von Bayonne gierungsmitglieder diese Woche wegen anderer anfert, ist eine Meuterei ausgebrochen. Es mußte unaufschiebbarer Arbeiten nicht an den Aus- die Polizei alarmiert werden, welche die Meuteschußberatungen teilnehmen können; die Debatte rer verhaftete und die Ruhe an Bord wieder herwerde daher erst später unter Beteiligung der stellte.. Ressortminister stattfinden. Daraufhin zog die Minister sofort zur Teilnahme an den AusSdP ihren Antrag zurück, daß die zuständigen husberatungen einzuladen seien. Der weiter gehende Antrag der Sdp, die Beratungen über haupt bis zum Abschluß der Beratungen über die Lösung der Nationalitätenfrage zu vertagen, wurde abgelehnt. Beileidstelegramme strömen aus der ganzen Welt ein. In einigen Presseberichten wird hervorgeho ben, daß die Katastrophe, wenn sie sich etwas spä Zivilprozeßordnung vor der Fertigstellung. ter ereignet hätte, wahrscheinlich noch mehr Opfer Das gemeinsame Subtomitee der verfassungsgefordert hätte, da die Tagschicht von 300 Berg- rechtlichen Ausschüsse beider Kammern beendete Tenten zur Einfahrt in den Schacht bereit stand. Mittwoch die Beratungen über die neue Zivilprozeßordnung, so daß lediglich die Behandlung eines Einführungsgesetzes erübrigt. Einzelne strittige Fragen werden einer besonderen Teilkommission übertragen. Noch mehr Tote? Gerüchten zufolge, die jedoch bisher nicht bestätigt wurden, sind in der Grube Markham weitere Leichen aufgefunden worden. Damit soll Fortbildungskurse für Diplomschwestern. Für die Zahl der Todesopfer bereits 93 erreichen. die Fürsorgeschwestern werden in fürzester Zeit an Bauern, das ihm zu denken gab. Der gestohlene Gottes Dorses ein Gespräch zwischen zwei MTP Paris. Eine ganz besonders wertvolle Der eine der beiden Bauern sagte nämlich Apollon- Statue hat dieser Tage Marseille verlass zu dem anderen unter offenbarer Beziehung auf sen, um wieder nach Griechenland zurückzukehren. einen abwesenden Dritten:" So ein Spizbube! Sie ist ungefähr 2500 Jahre alt, und die Ge- Uns derartig hereinzulegen! Statt 30 Millionen schichte ihrer Hin- und Herwanderung zwischen Drachmen hat er uns nur 300.000 gegeben!" Griechenland und Frankreich klingt wie ein span= Der Polizeibeamte, der dies hörte, erinnerte nender Kriminalroman. sich sofort an eine am gleichen Morgen in der " Proia" erschienene Pressenotiz: das Metropolitan- Museum zu New York hatte für 30 Millionen Drachmen eine Apollon- Statue erworben. Man weiß, daß in Griechenland jegliche privaten Ausgrabungen bei strengen Strafen verboten sind. Alle antiken Kunstschäße, die der Boden des alten Hellas noch bergen mag, sind schon vor ihrer Wiederauffindung Eigentum des griechischen Staates. Die Zeiten, in denen ein Lord Elgin die In Rotterdam stürzte in einer belebten grub acht Straßenpassanten unter ihren Trüm Straße eine freistehende Giebelwand ein und vemern. Sieben Leichen und ein Schwerverletzter wurden unter den Trümmern hervorgeholt. Auch die Einrichtung eines an der anderen Straßenfeite gelegenes Kaffeehauses wurde völlig vers nichtet. Zahlreiche Personen wurden durch herabfallende Steine verletzt. Das heutige Programm Mr. 111 der deutschen Sendung Brag- Melnik: 10.15 Dr. Maria Beisler: Früh Ting und Frauen. 12.10 Berühmte Sänger( Schallplatten). 18.00 Aus Werken von Eg. Kornauth( Ge jang: Harriet Henders). 18.20 Landwirtschaft. 18.45 Rum Feierabend( Schallplatten). 19.00 Politische Attualitäten. 19.30 Bither- Quartett. 20.00 Josef Mühlberger: Rilfe- Stunde. 21.00 Orchesterkonzert ( Dirigent: Schick). 21.55 Anni Frindt singt. 22.30 bis 23.00 Unterhaltungsmusik aus Marienbad. Brünn: 13.50-14.00 Arbeitersendung: Ar. beitsmarkt. 17.40-17.55 Arbeitersendung: Abolf Schmidt: Gefang der Völker. 17.55-18.00 Schall platten. 18.00-18.15 Walter Wilhelm: Ein Bericht an Felix Mendelssohn- Bartholdy über den Brünner Spielberg. Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Mittwoch- Ziehung der V. Klasse der 88. tschechoslowakischen KlassenLotterte wurden nachstehende Gewinste gezogen: 10.000 Kč die Lose Nr. 93004, 48500, 117196, 73076, 97894, 5000 Kč die Lose Nr. 67498 117642, 25656, 21853, 59145, 97604, 57172, 14269, 64220, 108154, 56339, 107683, 118737, 16601, 98962, 51713, 2000 Kč die Lose Nr. 32256, 71355, 881 116431, 39104, 79238, 99562, 3903, 94176, 59531, 97705, 96610, 19950, 84552, 38647, 42049, 54171, 87084, 24726, 10812, 35917, 24093, 29780 85644, 39956, 54514, 78025, 40634, 70985, 105466, 29700, 48101, 16352, 22184, 44102, 79890, 46011, 49279, 85346, 1863, 115518, 53499, 68101, 112078, 25240, 88121, 96650, 33226, 21455, 101008, 16227, 65416, 39002, 90455, 110569, 39393, 93439, 72773, 18841, 29715, 33586, 16952, 44408, 81889, 60217, 39022, 75950, 50728, 35324, 53588, 36572, 97259. 56069, 11069, 64054, 33674, 17646, 116286, 87753, 84801, 80272, 88726, 57417, 5835, 102362, 110899, 23515, 44298, 11790, 95041, 97706, 45605. hatte sich die Bahl der tschechischen Tageszeitungen um 24 auf 78 vermehrt, die der deutschen hingegen um vier auf 48 und die der ungarischen um eine auf adt vermindert. Außerdem gab es noch zwei polnische Tageszeitungen. Trotz der Verminderung verhältnismäßige llebergewicht bestehen und von der Zahl der deutschen Tageszeitungen blieb das allen in der Tschechoslowakei erscheinenden Tagesdeutsch. Einſchließlich der mehrmals, beziehungszeitungen waren nicht weniger als 26 Prozent weise einmal wöchentlich erscheinenden Zeitschriften gab es im Jahre 1925 insgesamt 871 politische Beitschriften, wovon 560 tschechisch, beziehungsweise Slowakisch, 17 russisch. 240 deutsch, 44 ungarisch, sechs polnisch und vier anderssprachig waren. Bis zum Jahre 1935 hatte sich die Zahl der politischen Zeitschriften auf 1000 vermehrt, und zwar die der tschechischen auf 643, die der deutschen auf 271, der russischen auf 19, der magyarischen auf 47, der volnischen auf 13 und der sonstigen auf fieben. Der deutsche Anteil an dem politischen Zeitschriftentum betrug 1926 27.6, 1985 27.1 Prozent, während der Bevölkerungsanteil bekanntlich 22.5 Prozent beträgt. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß eine der Ursachen dieser Verschiedenheit, aus der gewiß nicht auf eine größere Verbreitung der Tagesdeitungen unter den Deutschen geschlossen werden viel mehr namhafte Provinz- Tageszeitungen baben fann, darin besteht, daß die Deutschen vor allem als die Tschechen, bei denen wiederum einige Blätter. so insbesondere die Nár. Politika" und die Abendlagenziffern haben als sie bei ſudetendeutschen ausgabe des Cesté Slovo" weitaus höhere AufTageszeitungen zu verzeichnen ist.( DND) Borwiegend heiter! Unter der Einwirkung eines Hochdrudgebietes, dessen Stern Mittwoch nachmittags über Holland lag, verricht in Mitteleuropa siemlich heiteres, aber mäßig fühles Wetter. Ilm 14 1hr wurden in den Niederungen nur 10 bis 11 Grad verzeichnet. Auf den Bergen, besonders Das politische Zeitschriftenwesen in der Tsche im Nordosten des Staates lagen die Temperaturen choslowakei. Die statistischen Nachrichten enthalten nahe dem Gefrierpuntt. Die Regenfälle in den Kareine interessante Betrachtung über die„ Politischen pathenländern haben größtenteils aufgehört. W a h rZeitschriften vom Gesichtspuntie der Nationa.tät". fcheinliches Wetter Donnerstag: aus der hervorgeht, daß die Deutschen wie auch die Vorwiegend heiter und troden, Nachttemperaturen Polen in der Tschechoslowakei verhältnismäßig mehr nahe dem Gefriervuntt, Nachmittagstemperaturen politische Zeitschriften haben als die Tschechen, be- um 20 Grad, Nordostwind, in der Oitslowakei und ziehungsweise Slowaken, was insbesondere von den in Karpathorußland noch ziemlich bewölk mit Ne Tageszeitungen gilt. So gab es im Jahre 1926 genfällen, mild. Wetteraussichten 54 tschechische und 52 deutsche Tageszeitungen, für Freitag: Im ganzen heiter, mild, Norddaneben noch neun ungarische. Bis zum Jahre 1935 ostwind. Im übrigen war dieſe fast unversehrt; nur die Summe an einen reichen Pariſer Sammler verNase und die Wangen zeigten unbedeutende fauft zu werden. Da dieser die Vorgeschichte des Schrammen. Der Kopf war derjenige eines Jüngs geschmuggelten Gottes nicht kannte und infolgelings mit langen, bis auf die Schultern niederfal- dessen überall stolz von seiner kostbaren Neuerlenden Locken. werbung erzählte, dauerte es nicht lange, bis die Haare und Bauch waren mit rotem Mörtel griechische Gesandtschaft in Paris von der Angenachgemalt. Die Statue war so schwer, daß wir legenheit Wind bekam. Sie berichtete nach Athen; sie, obwohl wir zu dritt waren, nicht tragen fonn dort bekam man den wahren Sachverhalt dank der ten. Wir schoben darum unter ihren Rücken und inzwischen erfolgten Geständnisse der drei Bauern ihre Beine große Steine und zerschlugen sie dann schnell heraus, und die griechische Regierung bemit einem scharffantigen Steinblock in zwei fast antragte bei der französischen die Auslieferung gleichgroße Stücke, die wir an eine versteckte Wald- ihres rechtmäßigen Besizes. stelle trugen und mit Laub bedeckten. Am nächsten Die französischen Behörden wurden durch Morgen brachte Ghifa sie auf seinem Ochsenwagen dies Verlangen in arge Verlegenheit gebracht, da in die Stadt." die französischen Geseße das Vergehen" verbotener Schabgräberei nicht kennen, und darum feine des Gottes vorzugehen. Dieser erklärte sich jedoch entgegenkommenderweise bereit, die Statue gegen Erstattung seines Staufpreises freiwillig an die griechische Regierung auszuliefern. Muß ein Gott ausgeliefert werden? Muß ein Gott ausgeliefert werden? Möglichkeit bestand, gegen den derzeitigen Besitzer Apollon auf dem Odisenwagen Am nächsten Tage erschien in Koropion ein Wertvolliten Schäße des Barthenon und Erechstartes Polizeiaufgebot und verhaftete furzerhand theion für ein Butterbrot erwerben und mit nach eine ganze Anzahl Bauern, von denen die meiEngland nehmen konnte, sind vorbei. Griechen- sten in der Tat schon nach kurzem Verhör zugaben, Hinsichtlich des Verkaufes der Statue zeig land wacht heute strenger als irgendein anderer nachts verbotenerweise nach Altertümern gegraben ten sich die drei Bauern weniger gesprächig. Erst Staat über die Erhaltung seiner historischen zu haben. nach langem Kreuzberhör gaben sie zu, daß einer Schäße und Werte. Einer von ihnen sagte aus:" Wir haben auf von ihnen einen Antiquitätenhändler gefunden einem Grundstück von Anavyssos eine Statue des hatte, der ihm die Statue für 300.000 Drachmen Diesmal reiste der zweieinhalbtausendjährige Ein Wirtshausgespräch in Koropion Apollon und außerdem noch eine andere Figur abkaufte, um sie ins Ausland zu schmuggeln. Er Gott auf einem Lurusdampfer, und seine LanDie Geschichte des geschmuggelten Apollon gefunden. Wir hatten ungefähr eine halbe Stunde hatte sie dann an den Strand von Dropos schaf dung im Piräus gestaltete sich zu einer feierlichen von Anavyssos würde vielleicht nie zur Kenntnis gegraben, als die Hacke meines Nachbarn Ange- fen und dort solange in den Sand vergraven las Beremonie, deren Ehrenvorsiz in Vertretung des der Deffentlichkeit gelangt sein, wenn sich nicht los ein großes Stück Marmor bloßlegte. Wir sen, bis der Kapitän eines Schmugglerschiffes sich Königs der Prinz Nikolaus übernahm. Die an der vor etwa 14 Tagen ein Inspektor der Athener machten uns daran, es vollkommen freizulegen, bereit erklärte, sie gegen eine entsprechende Be- Ausgrabung beteiligten Bauern wurden amnes Kriminalpolizei in das fleine Dorf Koropion be- und stellten fest, daß es eine fast zivei Meter hohe teiligung nach Maiseille zu schaffen. stiert; der ariser Kunstsammler und die an der geben hätte, um dort eine mysteriöse Diebstahls- Apollon- Statue war. Die Füße waren abgebro= Von port wanderten die beiden Stüde des Aufklärung der Angelegenheit beteiligten Athener affäre aufzuklären. Er fand zwar nicht die ge- chen, lagen aber mit dem Sockel, der eine für uns Apollon nach Paris, um hier kunstvoll wieder zu- Polizeibeamten haben hohe griechische Auszeich Juchten Diebe, hörte jedoch in dem einzigen Wirts( unlesbare Inschrift trug, direkt neben der Statue. fammengefügt und dann für eine horrende Inungen erhalten. Nr. 111 Donnerstag, 12. Mai 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die Wirtschaft als Exerzierfeld lich geschwächt! Wieder einmal ist die Erfahrung Aus aller Welt bestätigt worden: Die Wirtschaft barf nicht das Exerzierfeld politischer Bewegungen fein. Mögen alle, deren Lebensintereffen mit der Erhaltung und Befferung unserer Wirtschaft uns lösbar verbunden sind, diese Erfenntnis beachten und darnach handeln. Investitionen Hunderttausende von Kranken wurden durch die Heilquellen und modernen Heilinstitute von BAD LUHAČOVICE geheilt. Verlangen Sie Prospekte durch die Badedirektion. Seite 5 Den Fröschen wurde der Krieg erklärt. In San Diego( Kalifornien) verordneten die Behörden die Vernichtung von 30.000 Fröschen auf der Farm eines gewissen M. Willenson, weil dieser zur Zucht von Fröschen keine Erlaubnis hatte und die Tiere für die Umgebung zur Plage wurden. Die Beschwerdeführer gaben an, das Quaten der Frösche sei so schrecklich, daß man unmöglich in der Nacht schlafen könne. Die Frösche mußten also nicht nur das Quaten, sondern ihr hüpfendes Dasein lassen, sie wurden gasvergif tet und dann verbrannt. 100 wieder, wir faufen heute nichts." Diese Baisse im Geschäftsleben hält heute noch an und manche Geschäftsreisende find schon ganz vergiveifelt. In vielen Detailgeschäften find verschiedene Waren Nach den vielen Jahren harter Wirtschafts, nicht mehr zu haben, trozdem können sich deren not, die für unſere arbeitslosen Menschen mit Inhaber nicht zur Vergabe neuer Aufträge ent Entbehrungen aller Art erfüllt waren, zeigte schließen. Die Folgen äußern sich in den Betriedeutscher Selbstverwaltungskörper bas Stonjunkturbarometer eine Besserung an. ben, in Feierschichten und Arbeiterentlassungen. Die Krisenrefte in vielen unserer Notgebiet: Der böhmische Landesausschuß betvilligte in verkleinern sich, die Anzahl der Arbeitslosen ging denen um diese Jahreszeit schon viele Kurgäste eine Anleihe von 1,200.000 kronen für ArmenIn unseren Weltbädern und Kurorten, in feiner Sibung am 11. ds. u. a. der Stadt Brüg zurüd, neue Beschäftigungsmöglichkeiten gaben aus aller Herren Länder eingetroffen waren, wohnhausbauten und 700.000 kronen für vers Verspätung hätte, wäre es schredlich. Der Frühling 30 Tage Verspätung! Wenn ein Zug eine solche unferen Menschen neue Hoffnung auf eine sich schaut es heuer recht leer aus. Je mehr Wohnun schiedene andere Investitionen, Prachatis eine An- jedoch kann es sich leisten. Dafür holt er es bestimmt fortgesezte Befferung der Wirtschaftslage. Das gen von ausländischen Kurgästen abbestellt werleihe von 610,000 und Saag( für den Bau der im Mai nach. Darum soll jeder für den Mai mit waren die erſten Lichtblicke nach dem Krifenrüd den, die alle Jahre zu uns tamen, desto länger Masaryk- Brüde) von 400.000 kronen. Der Be- einer kompletten Frühjahrsgarderobe vorbereitet dilag in unserem Industriegebiet. Inzwischen ist werden die Gesichter der Sturhausbesitzer, Woh zirk Faltenau erhielt die Genehmigung zu einem fein. Und daß zur kompletten Frühjahrsgarderobe die heimische Wirtschaft zum Erernungsvermieter und der Geschäftsleute, die vom Darlehen von 1,600.000 Stronen. Genehmigt leichte, schöne, bequeme Fühjahrsschuhe von Bala sterfeld totalitätsberauschter Surbetrieb leben. Allmählich fetzt sich die Er wurden ferner Straßenarbeiten im Landskroner gehören, wird wohl jeder wiffen. Gleichschalter geworden, die die frischen kenntnis durch, daß nun auch die Oesterreicher Bezirk mit einem Aufwand von 1,170.000 StroTriebe der aufstrebenden Konjunktur zer- ausbleiben werden und das verschlechtert die nen. Für Bezirksstraßen mit einem Aufivand von versität Sarvard ausgerüstete Expedition hat sehr Vorsintflutliche Tierfunde. Eine von der Unitrampeln. Stimmung noch mehr. Verstärkt sich in unseren 1.700.000 kronen wurden Landesunterstützungen bedeutende Funde vorsintflutlicher Tiere in Bras Am 20. Feber d. J. forderte Herr Henlein Surorten noch die antisemitische Heße. dann bewilligt. filien gemacht. Es sind nicht weniger als 15 neue in Teplig- Schönau: werden die Aussichten für die heurige Saison Reptilarten aus den Knochen und Versteinerungen ,, Daher ist es dringend notwendig, die Ents Hoffnungslos. aufgefunden worden. Es wurde vor allen Dingen widlung unserer Wirtschaft in Einklang zu brinderblichen Flüsterpropaganda und dem GesinDer Gleichschaltungsrummel mit der vers eine Riesen- Eidechse entdeckt, die 2.40 Meter lang gen mit der vorherrschenden politischen und geinungsterror im deutschen Industriegebiet unferer tvar, und die den wissenschaftlichen Namen Edaphos faurus erhalten hat. Sie ist älter als der Dinoftigen Willensrichtung innerhalb unserer Volfs- Nepublik ist auch in den Ländern bekanntgewor saurus und lebie vor mindestens 225 Millionen gruppe." den, die von uns Waren beziehen. Eine große Jahren. Gleichzeitig sind auf der Wrangel- Insel Anzahl unserer Abnehmer haben mehr oder im Nördlichen Eismeer durch eine russische Expedition unserer Industrie nur deshalb Aufträge gegeben veniger deutlich zu verstehen gegeben, daß fic neue Mammutfunde gemacht worden. Ein, fast vollhaben, weil unsere Republik in den demokratis Tommen erhaltener Riefenmammut ist im Eis aufs fchen Ländern geschätzt wird. Eine gleichgeschals gefunden worden. Das Tier war 5.40 Meter hoch, iete Industrie wird die Handelsbeziehungen nicht und sein Rüffel allein hat das Maß von 2.70 Meter Nach einer sehr günstigen Absagenitvidlung gehabt, der Schwanz 90 Zentimeter. Ganz beson aufrecht erhalten fönnen, da ja in anderen De während der ersten drei Vierteljahre 1937 ist in der3 wichtig ist die Tatsache, daß auch die inneren motratien die gleichen Waren erzeugt werden. der slowakischen Textilindustrie im lekten Quar- Organe im Eis hervorragend fonserviert sind, so tal des Vorjahrs eine wesentliche Verschlechterung daß man bei der Sektion des Magens Aufschlüffe eingetreten, die im allgemeinen noch anhält und über die Speise des Urtieres und, da Mammute wie keine günstigen Aussichten für den weiteren Jah- Elefanten Pflanzenfresser waren, damit auch über resverlauf eröffnet. Der Rückgang der Erzeugung die Begetation der Vorzeit erhalten wird. tommt auch in einem Rückgang der Beschäftigung zum Ausdrud: so fant in einem der größten slowatischen Textilunternehmungen die Zahl der Arbeiter von 1700 auf 1300 und die Arbeitszeit von 47 Stunden auf 22.5. Der Erport der slowakischen Textilindustrie erreichte im abgelaufenen Jahre Die Bemühungen unsere Wirt- tros den allgemeinen Schwierigkeiten eine beträcht fchaft in Einklang zu bringen mitliche Söhe: ungefähr 42 Prozent der gesamten der vorherrschenden Willen 3 flowalischen Textilfabrikate wurden ausgeführt. richtung unserer Volksgruppe" Dies entspricht gegenüber dem Jahre 1936 einer fchließen schon nach zwei Monaten mit einer Erportsteigerung um etwa 15 Prozent. Die Ausfchlimmen Unterbilanz. Unsere Industrie hat fuhr richtete sich vor allem nach Jugoslavien, der Stonehmer verloren, die Anzahl der Arbeitslosen Schweiz, Deutschland, England, Schweden und hat sich vermehrt, unsere Wirtschaft iſt empfind- Italien.( DND), Schon am 12. März wurde unsere Wirt schaft von der politischen Willensbildung uns jerer Bollsgruppe" betroffen. Die militärische Bejeßung Desterreichs und dessen Anschluß an Deutschland bezahlt unsere Wirtschaft mit dem Berlust vieler Abnehmer und Verbraucher unserer Induſtrietaren. In all den heimischen Indu ftrien, die Exportaufträge nach Desterreich hat ten, ist ein Rüdgang der Beschäftigungsmöglich keiten festzustellen, der in vielen Betrieben zu Arbeiterentlaffungen geführt hat. Das ist der Anfang. In der Folge werden die Aufträge aus Oesterreich sehr zusammenschrumpfen. Es gibt feine Möglichkeit zur Aufrechterhaltung der alten Handelsbeziehungen, denn kein noch so großes Opfer kann die Einschaltung Desterreichs in die Autartietvirtschaft Deutschlands verhindern. Unser Industriewarenerpori nach Desterreich, der im verflossenen Jahre rund 800 Millionen Kč betrug, ist heute zum größten Teile abgestoppt. Im Fallenauer Kohlenrevier, in der Porzellan- und Textilindustrie sind schon die Auswirkungen da. Die Befiber einer ganzen Anzahl von Betrieben in unseren deutschen Induſtriegebieten wohnen und leben in Desterreich. Diesen Unter nehmern ist es nicht mehr möglich, von ihren Wohnorten aus ihren Betrieben die finanziellen Wie inzwischen bekannt geworden ist, beabsichtigen vorläufig einige- Unternehmer, um ihre Produktion vor jeder Gleichschaltung au sichern, ihre Betriebe in das Innere des Landes zu verlegen. Es soll auch schon solche geben, die den Verkauf ihrer Betriebe an Großfirmen er mägen. Vorläufig sind es einige, ob es dabei bleibt, hängt davon ab, ob man dem Gleichschaltungsrummel bald ein Ende bereiten wird. Beschäftigungsrückgang auch in der slowakischen Textilindustrie Mittel zur Verfügung zu ſtellen, die gelegentlich Die Christliche Internationale zu Ausführung größerer Aufträge gebraucht werden. Viele andere Unternehmungen in un serem Gebiete sind Filialbetriebe deutscher Attiengesellschaften, die nur zu dem Zivede ges gründet wurden, die Balfanländer mit Waren und Oesterreich Die Mitteilungen des Internationalen Gewerkschaftsbundes( Paris) melden: billiger zu versorgen, als dies den Mutterbetrie- Grundsaßes, daß die Staatsbürger die Freiheit haben sollen, sich zuſammenzuschließen und sich ( IGB) Der Internationale Bund der Christlichen Gewerkschaften hatte in Einhaltung des ben möglich war. Wer wird die deutschen inter- die Statuten und Reglemente zu geben, die dem Zwed, den fie verfolgen, am angemessenſten nehmungen hindern, ihre Filialbetriebe noch wei- erscheinen"( Rundschreiben des Papstes Leo XIII), die Einheitsgewerkschaft des österreichischen ter nach Osten nach Desterreich zu ver-„ latholischen Ständestaates" nie aufgenommen. Die Chriftliche Internationale legt nun auch nach legen? Die neuen Betriebe werden die Exportaufträge übernehmen, die bisher unsere Jn 21. April in Marseille abgehaltene Vorstandssitzung der Christlichen Internationale hat sich mit dem Zusammenbruch in Desterreich Festigkeit an den Tag, die Erwähnung verdient. Eine am bustrie bekommen hat. Die mit der geistigen Wilder Lage in Desterreich befaßt und sagt in einer offiziellen Mitteilung, daß die Ereignisse in lensrichtung unserer Volksgruppe in Einklan Oesterreich eine schmerzliche Niederlage des Rechts und einen Triumph der rohen Gewalt dargebrachte Wirtschaft weist schon bedeutende Erstellen“:„ Die Arbeiterschaft der ganzen Welt ist tief betrübt über diesen Fortschritt eines Reportverluste auf, die sich in wenigen Wochen leider rasch vergrößern werden. Im Inlande wurde nach der Rede vom 20. Feber eine Stodung im Handel bemerkbar, die nach dem 12. März zu einer Baisse im Geschäftsleben führte. Wo immer die Geschäftsreisenden und Firmenvertreter vorsprachen, bekamen sie die Antwort: ,, Kommen sie in einigen Wochen Korallenjäger in der Adria Die Hölle" der leuchtenden Höhlen von Korcula MTV Belgrad. Jedes Jahr im April und Mai fahren die Korallenfischer von der kleinen Adria- Insel Zlarin aus, um mehr als ein Vierteljahr fortzubleiben. Ihre Boote sind mit Proviant und Trinkwasser für diese Zeit versehen, denn obwohl das Land immer nahe ist, dürfen sie feine einzige Stunde vergeuden, die bei schönem Wetter den Korallenfang ermöglicht. Die Adria ist das einzige europäische Meer, aus dem heute noch Korallen geborgen werden, aber der Wert der Adria- Korallen ist besonders groß, denn sie zeichnen sich dadurch aus, daß sie die beliebte leuchtend- dunkelrote Färbung zeigen, die sie zur Verarbeitung für Schmuckstücke geeignet macht. Das Monopol der Bergung liegt schon seit Jahrhunderten in den Händen der ZlarinFischer, die die Jagdreviere- jie erstrecken sich herunter bis nach Albanien außerordentlich gut fennen. gimes, das den Arbeitnehmern nichts als eine Veraubung ihrer Rechte und Freiheiten gebracht hat. An der in Desterreich bestehenden Lage war manches zu rügen. Sie entsprach nicht jener lebenswichtigen Forderung der Gewerkschaftsfreiheit, die der internationale Skongreß der christlichen Gewerkschaften im September 1937 in Paris einmal mehr zum Ausdrud brachte; doch durfte die österreichische Arbeiterschaft auf eine allmähliche Wiedereinseßung ihrer Freiheiten rechnen. Jetzt aber ist sie einem Regime unterworfen, das für den Arbeiter nur ein Recht kennt: zu gehorchen und ausgebeutet zu werden". Wie stolz müssen die christlichen Gewerkschafter auf Herrn Schütz sein! Sie können aber dann auf eine kleine Unterivas- Stelle der Welt bekannt sind. In den See hinein, serklippe stoßen, die bis zu ihrem Grunde über sind Taucher aber bisher, das heißt, bis zum Vorund über mit Korallen bedeckt ist. Dann sind die jahre, noch nicht gelangt, weil eine reißende Strö Fischer auch heute noch, im Zeitalter der Koral- mung herrscht,- außerdem, weil es ja die Tenentwertung, mit einem Schlage reiche Leute. Hölle war. warum der Frühling soviel Kälte und Schnee brachte, Streit oder Laune? Jebt feststellen zu wollen, wäre verlorene Zeit. Der Wai ist da, um genoffen zu werden. Und weil der April nicht beffer war, als ein schlechter feber, wollen wir den Mai jest doppelt genießen. Leichtes, elastisches Frühlingsschuhwerk er möglicht uns doppelten Genuß. Besuchen Sie daher die nächste Baia- Verkaufsstelle und treffen Sie Ihre Wahl. Viele schöne Frühjahrsmodelle warten auf Sie. 100 Die Stadt aus Kautschut ist eine Versuchs= stadt, sie heißt Rosary- Field, ihre Häuser wurden von der Architektenakademie der Stadt Cincinnati errichtet, um eine Reihe neuer Baumethoden an ihnen zu erproben. Das Baumaterial der Ver fuchsgebäitde ist durchwegs auf der Rohstoffbasis des Kautschuks entwidelt, sein Geräusche abschwä chender Gummigehalt ist um das Zehnfache grö her als bei der bisherigen Anwendung einer elasti schen Bauweise. Es sind auch schon einige New Yorker Bauten nach dem neuen System errichtet worden. Die mit Stautschuk erbauten Häuser sind um 40 bis 50 Prozent leichter als Steinbauten und erfordern nur die halve Bauzeit. Die Hei zung erfolgt durch Zuführung warmer Luft in die Hohlräume der Wände, auch die Beleuchtung ers folgt nicht mehr wie üblich, sondern die Wände strahlen felbft Helligkeit aus. 40.000 Häufer in Prag. In Groß- Brag ents fielen im Jahre 1921 auf ein aus 34 Einwohner, im Jahre 1930 dann bloß 27 und im Vorjahre 25 Personen. 1921 gab es in Groß- Prag insgesami 19.000 Häuser, jest gibt es bereits mehr als 40,000. Da die Einwohnerzahl Brags start zuge= nommen hat, fonnte sich das Wachstum der Häuser= zahl nicht so günftig auf die Wohndichte vro Haus auswirken. Die Häuserzahl nahm immerhin um 110 Prozent zu, die Einwohnerzahl Groß- Prags um 45 Prozent. In der Tschechoslowakischen Republik gibt es 3,300,000 Säuser mit einer Wohndichte von nur 14,5 Personen pro aus. Teine Korallen mehr. Statt dessen schoß aus einer Feljensvalte ein schlangenartiger Arm mit dicken Saugnäpfen heraus, legte sich um den Taucher... Als der Bewußtlose endlich an Bord der Der wertvollste Storallenfund seit vielen Jahr- Bis ein Taucher kühn genug war, den Unters Barte zu sich gekommen war, fand er an seinem zehnten ist aber im Vorjahre in dem berühmten wassersee zu untersuchen. Im August 1937 ließ Taucheranzug noch die abgeschnittenen Arme „ Unterwassersee" der Insel Korcula gemacht er sich von seinem Woot aus langsam bis auf 100 Enden eines riesigen Straten. Er weigerte sich, worden. Meter Tiefe herunter und wanderte seitlich etwa jemals den„ See" wieder zu besuchen, und tatDie Insel Korcula ruht auf einer steinernen fünfzig Meter in die Hohlfehle hinein. Plößlich sächlich hat auch niemand nach ihm das ErperiBasis, die einige hundert Meter hoch ist, bis sie wurde das in dieser Tiefe schon fast völlig dunkle ment wiederholt, zumal da es ziemlich sicher ist, den Boden der Adria berührt. An einer Seite hat Wasser durch einen geradezu märchenhaften Schein daß weitere Korallen dort nicht mehr vorhanden dieser Steinberg, der die Insel trägt, eine hundert aus einer kleinen Seitenhöhle erleuchtet. Der Tau- find. Immerhin waren das erste Mal mehr als Meter tiefe Ausbuchtung, die seitlich in die Felsen cher näherte sich ihr.( alle Gedanken an die Höls zweitausend Kilogramm fabelhafter Korallen ge= hineinragt und den berühmten 11nterwassersee" lengluten müssen ihm, mitten im eisigen Waffer, borgen worden, für die ein Venezianer anderthals vildet, der in der Sagenwelt der Insel in der Um- höchst lebendig getvorden sein), und sah sich einem Millionen Dinar bot. Als die Fischer den Preis gebung eine eigenartige Rolle spielt. Nicht nur rie- lengluten müffen ihm, mitten im eisigen Waffer, noch höher treiben wollten, zog sich der Italiener fige Meeresungeheuer sollen in den Felsspalten Felsen wuchsen zahllose Arme dicker Korallen- zurück, und die Fischer mußten froh sein, die Unterschlupf finden, sondern auch eigenartige Fa- stöde empor, die, im Gegensaz zu den gewöhn Beute schließlich für den zehnten Teil loswerden belwesen, Drachen und Wasserteufel. Der See ist lichen Korallen, Leuchtorgane trugen, die die zu können. deshalb auch nach dem Glauben der Infulaner die ganze Höhle in ein zauberhaftes Licht tauchten. Die Korallenjagd ist recht gefährlich, nicht Sölle, in die schlechte Menschen nach ihrem Tode Der Fischer hatte indessen für Romantit im wegen der See- Ungeheuer, sondern weil sich die verbannt werden. Augenblick weniger Sinn, sondern brach Zweig Korallen selbst wehren. Polypen und Haie, die es Die„ Oberfläche" des Sees beginnt in einer um zweig ab, bis er mit einer Last von zweibun- in der Adria gibt, lassen sich schließlich mit dem Tiefe von 30 bis 35 Metern, die von Tauchern dert Kilogramm herrlichster dunkelroter Storallen Meffer verscheuchen oder töten. Gegen die spiben leicht erreicht werden kann. In diefer Tiefe ändern an die Oberfläche gezogen wurde. Unmittelbar leste der Korallen gibt es keinen Schuß. Sic fich plötzlich Fauna und Flora. Das Wasser wird darauf ließ er sich wieder herunter. Bei jedem durchschneiden die Notleine oder gar den LuftDer Beruf des Korallenjägers ist einer der um acht bis zehn Grad tälter; wahrscheinlich wird Griff erlosch ein Blütenzweig, bis die Höhle schließ schlauch der Taucher, und wenn man den Mann romantischsten, die die Gegenwart noch aufzuwei- es durch talte unterirdische Quellen, die den Fel- lich kahl und finster tvar. Der Taucher suchte weiter an die Oberfläche zicht, weil die Signale zu lange fen hat. Korallenjäger sind wie Goldgräber voll- sen entspringen, gespeist. Der Salzgehalt ist etwas und entdeckte noch eine zweite leuchtende Söhle, ausgeblieben sind, ist es meistens schon zu spät. tommen vom Zufall abhängig. Sie können viele geringer, und wiſſenſchaftliche Expeditionen haben womöglich noch schöner und größer als die erste. Jedes Jahr werden auf diese Weise einige TauWochen über bekannten Korallengründen treuzen, schon mit Schleppneßen eigenartig geformte Mu- Auch sie wurde geplündert. Am nächsten Tag bescher von den Korallen umgebracht, durch die sic ohne mehr als einige Zweige pro Tag zu ernten. I scheln und Krebse geborgen, die an teiner anderen fuchte er wieder den Unterwassersee. Aber es gab reiche Leute hatten werden wollen. I. V. Seite 6 „Sozialdemokrat" D-nuerStag, 12. Mai 19.38. Nr. 111 Deutsche Wählerinnen und Wähler! Am 22. Mai werden alle wahlberechtigten Bürger der Hauptstadt Prag zur Ausübung ihres höchsten staatsbürgerlichen Rechtes an die Wahlurne gerufen. Sie haben mit ihrer Stimme nicht nur über die Vertretung der In- tereffen der deutschen Bevölkerung im Prager Rathaus zu entscheiden. Dom AuSgang der Wahl wird eS abhüngen, ob Demokratie und Freiheit gesichert und der HenleinfafchiSmuS zurüchgeworf^n werden kann. Heber den politischen Sinn dieses Wahlkampfes und über feine Bedeutung für das Prager Deutschtum werden Sie in einer Wählerversammluns unterrichtet, die Yente um 20 Ahr im großen Saale der Produktenbörse, HavNLeKplatz, abgehatten wird. Zn dieser Versammlung sprechen die Spitzenkandidaten deS Wahlblocks der demokratischen Deutschen Ernst Paul und Dr. F. T. DvokaK sowie Hugo R o k h ta. Demokratische Deutsche der Hauptstadt Prag, 'erscheint In Hassen zu dieser Verammlung! Kroger Rettung NEUER MAI För kleine Modedamen Lackschuh mit Rlem- ehen. Druckknopfverschluss. Absatz mit Gummi. 31-34 KS 35.— 35-38 Ke 39.— Fester Sporthalbschuh för Knaben und Mädchen. Bequeme runde Spitze, feste Ledersohle. laek- immer modern. Ein leichter Lackschuh mit Ristverzierung. Halbhoher Absatz. NEUE, LEICHTE SCHUHE Ein Modell, auf welches wir stolz sind. Gefällige Form, bequemer englischer Absatz. Wird In Box oder Huntingcalf erzeugt. In die Arbeit- bequeme Schuhe aus gutem Box. Oxford-Schnitt, feste Ledersohle, halbspitze Form, Absatz mit Gummi. Bevölkerung soll bei der Aufhellung des Mordfalles Miitbf Mitwirken. Ter Mord ist noch immer unaufgeklärt, obzwar die Polizei ihren ganzen Apparat aufgeboten bat. Der bisher einzige Zeuge, der die Kindl knapp vor ihrer Ermordung gesehen haben will, und zwar im Gespräch mit einem Mann, auf den die Pcrsonenbeschreibung paßt lgraneS Sakko, dunkle Hosen, Mütze, längliches Gesicht) gab an, dieser Mann fei mit der Kindl in ihre Wohnung gegangen. Das war um 14 oder 14.15 Uhr. Gestern vormittags meldete sich noch ein Zeuge, der angab. er habe die Kindl am 4. Mai in der Teingasse ungefähr um 13 Uhr gesehen, doch sei sie allein gewesen. Sie hatte ein Halstuch umge- bnnden und machte den Eindruck, als sei sie krank. Allerdings kann dieser Zeuge nicht angcben, ob daS Halstuch daS gleiche war. das man bei der Leiche gefunden hat. Die Polizei fordert die Prager Be- völkening aus, alles Verdächtige— auch wenn eS unwesentlich zu sein scheint— mitzuteilen. Versäumtes nachholen! Mit dieser Devise hat der Mai angesangen. Schließlich hat uns der April um so viele schöne Frühlingstage gebracht, daß eS endlich an der Zeit ist. Niemand sollte daran vergessen, seine FrühjahrSgarderobe in Ordnung zu bringen. Um jeden Tag, den man versäumt, ist eS schade. Besuchen Sie deshalb heute noch die nächste Baka-Verkaufsstelle und treffen Sie Ihre Wahl in Frühlingsschuhen. 100 Tie Polizei macht eine große„Reinigungsaktion" in Prag vor dem Sokolfest. Es werden alle polizeibekannten Elemente, die. ständig mit dem Gesetz in Konflikt sind, auf die Schubstation und von dort in ihre Heimatgemeinden gebracht werden. Da die bisherigen Aktionen erwiesen, daß die Sammelstation für die aus Prag anzuschaffenden Personen bereits überfüllt ist, wurden neue Räumlichkeiten gesucht. Man fand solche in dem Pysoöaner Nachtasyl. wo Platz für zirka 300 Personen ist. Achtung bei Gebrauch von Spiritus. In Prag n.. v Jami, goß das 15jährige Lehrmädchen I. N. aus einem Blcchbehälter Spiritus in den brennenden Kocher. Der Spiritus entzündete sich und das Lehrmädchen erlitt Brandwunden zweiten und dritten Grades im Gesicht, an den Händen und Füßen. Als das Mädchen vor Schreck auf den Gang lief, brannten ihre Kleider lichterloh. Die Verbrennungen wären wohl tödlich gewesen, wenn nicht der Inspektor der Staatsbahncn, Eduard Baräk, mit seinem Mantel die Flammen der Kleider des Mädchens erstickt hätte. Durch die Ervlosion wurde auch die Tochter des Hausbesorgers, die 18jähriae B. G. erfaßt, sie erlitt Verbrennungen an den Füßen. Ein Speditionöwagen verbrennt auf der Straße. Ans nicht sestgestcllten Ursachen verbrannte in der Weinberger Straße in Prag X., ein großer Svedi« tionswagen der Firma Raitler. Die Feuerwehr löschte das Feuer. Der Wagen hatte noch keine Ladung ausgenommen, so daß Sacksschaden an fremdem Eigentum nicht zn verzeichnen ist. Der Polizeibericht meldet eine Anzahl von Einbrüchen in Vraa und Umgebung. In Bkevnov hatten es drei Männer auf Holzvorräte abgesehen; sie wurden vom Wächter aufgeschreckt, konnten aher fliehen. Verschiedene Objekte im Werte von 1505 Kä holte sich ein ungeladener Besucher aus einer Zi/jkover Wohnung, in den Keller eines Gasthauses in Smichov verirrte sich ein Liebhaber von Bier- vumvcn und nahm ste mit(KC 2000.— W-rt). Den besten Fang machte ein anderer Mann; in Prag H., stattete er einer Wohnung seinen Besuch ab. dabei nahm er 2500 KL Bargeld und um 5000 KL Schmncksachen mit. Durchsichtige Frauenwünsche! Was das wohl sein mag, wenn eine Frau durchsichtige Wünsche hat? Nichts anderes als die feinen, festen» neuen Baka» Strümpfe. In allen modernen Farben hat sie Daka in seinen Verkaufsstellen herausgebracht. Für jene Frauen, die volle Bewegungsfreiheit lieben und keinen Strumpfbandgürtel tragen wollen, sind Kniestrümpfe vorbereitet. 100 Mexikanisches Mustrrlager im Meffepalast. 'Im Messepalast wurde in Anwesenheit von Vertretern des Außen» un k Handelsministeriums, des Jn- dustriellcn-Svaz, der Handelskammer, des Export- - instituteS.. der tschechoslowakisch-laiein-amerikanl- schen Handelskammer, der Prager Messe und von Interessenten am Mexikogeschäft ein ständiges Musterlager Mexikos eröffnet, dem die Aufgabe zufällt, den Import aus Mexiko zu fördern. Reistteufel werden brav wie Lämmchen, wenn man ihnen Spielzeug gibt, mit welchem sie machen können, was sie wollen. Ja, Spielzeug ist eben nicht nur dazu da, um schön auszusehen, Spielzeug muß so beschaffen sein, daß>nan es auf die Erde fallen lassen kann, drauftreten darf etc., ohne er zu zerbrechen. Wenn Sie daher Ihrem Kinde eine Freude bereiten wollen, dann kaufen sie ihm das unzerbrechliche, hygienische Baka-Gnmmi-Spielzeug. Xunst nml Wissen Selbstmord Dr. Rudolf veers nach furchtbarer Mißhandlung durch die Nazis Bei aller Evidenz der Selbstmord-Epidemie, die seit dem Emmarsch der deutschen Truppen in Oesterreich insbesondere unter den Jude» dort grassiert. haben wir nnS in der Feststellung etlicher Ein- zelsälle tunlichste Reserve auserlegt, um nur>a nicht durch etwa notwendige Dementis die Wirkung abzuschwächen. die unleugbare Fakten in aller Kulturwelt auSlösen. Gerade weil das System der Diktatur eS so schwer macht, Bestätigungen solcher Meldungen zu erhalten, weiß die europäische Oeffentlichkeit auch heute noch nicht, wie viele Menschen in Wien in den letzten Wochen in den Tod getrieben wurden. Ueber das Schicksal sehr vieler bekannter Gelehrter. Schriftsteller und Künstler weiß man nichts Bestimmtes. Aber die Meldungen über weitere Selbstmorde nehmen kein Ende. Ist eS wahr, daß der frühere Solo-Korrepetitor der Wiener StaatSoper, Meller ein international geachteter Musiker, Selbstmord verübte? Ist eS wahr, daß der bekannte Schauspieler R e h b e r« ger denselben entsetzlichen Weg wählte? Wir wissen es nicht; aber wir müffen es leider für möglich halten. Denn wer von den demokratischen und jüdischen Künstlern Oesterreichs nicht zu fliehen vermochte. sieht sich seiner Existenz beraubt und in vielen Fällen auch am Leben bedroht. Eines der entsetzlichsten Geschehnisse ist die Vorgeschichte und Geschichte deS Selbstmordes Dr. Rudolf Beers, des ehemaligen ThcaterdirektorS von Brünn, der seit vielen Jahren in Wien als Leiter verschiedener Theater gewirkt hatte und nun, als Jude, so wie viele andere sofort den Laufpaß erhalten hatte. In der vergangenen Woche wurde er, dem das deutsche Theater sehr viel verdankt und der nun als 51 jähriger sich seiner Existenz beraubt sah aus seiner Wohnung von SA-Leuien abgeholt und als er zurückkehrte, war er in einem schauerlichen Zustande: mit Striemen bedeckt, blutbefleckt, zerschlagen, zertreten, kaum mächtig noch seiner Sinne. Die Nazis hatten gezeigt, wie sie deutsche Kultur verstehen und wie sie Leute belohnen, die sich für wirtliche deutsche Kultur einseben. Dr. Beer hätte sicher dauernd an seiner Gesundheit Schaden genommen, aber er sah auch überhaupt keine Möglichkeit mehr zu leben und darum nahm er in der Verzweiflung Gift. Dieses bestialische Geschehen hat auch für uns hesondere Bedeutung insoferne, als Dr. Beer sich ganz große Verdienste um daS Brünner deutscheTheater erworben hat, um dasselbe Theater also, in dem zur Zeit die Völkischen regieren, während die Behörden gleichzeitig ruhig zusehen, wie dort an die vierzig aufrechte demokratische Schauspieler keine Spiel-Existeuzmögltchkeit haben. Der Brünner.Tagesbot e" seit dem österreichischen Anschluß gleichgeschaltet, hat sich restlos in den Dienst der völkischen Theatergememde gestellt. Derselbe„TageSbole" aber widmet nun dem Dr. Rudolf Beer einen sehr ausführlichen und vorzüglichen Nachruf— allerdings ohne auch nur ein Wort über die Gründe anzugeben, die Dr. Beer in den Tod trieben. Die Herren beklagen den Tod dieses Mannes, tun aber in ihrem Wirkungskreis alles Mögliche, um beim Versuch mitzuhelfen, auch hier Zustände herbeizniühren, unter denen auch in der Tschechoslowakei die AuSlöjchung künstlerischer und anderer Existenzen unausbleiblich würde. Und sie tun eS unter Duldung der demokratischen Behörden. Dr. Beer erfreute sich, so schreibt daS Brünner Blatt, ans dessen Redaktion jüngst alle Demokraten snicht nur die Juden) hinauSgcworfen wurden, auch, in Wien„des größten Ansehens". Dafür hat man ihn getreten und geschlagen, bis er aus dem Leben floh... Der schwedische Männerchor gab unter vcr Leitung seines Dirigenten Emil Carelius ein Konzert im Smetanasaale; er stellte unter Beweis, daß die Kunst deS Männerchorgesanges nicht nur hierzulande kultiviert wird— wir haben ja keinen Mangel an ausgezeichneten Männerchören. Die schwedische Vereinigung ist in bezug auf Siimmqualiiät ganz vorzüglich. absolut präzise und sauber in der Intonation, waS ohne Zweifel dem ambitionierten Dirigenten CareliuS zu danken ist. der das Konzert mit Ueberlegenheit und lebendigem Klangsinn dirigierte. DaS Programm bot den schwedischen Sängern zwar Gelegenheit, ihre Technik zu zeigen, die auch dynamisch ausgezeichnet ist, aber sich doch an Werken höherer Qualität erproben und vorstellen müßte. Denn die dargebotenen Werke schwedischer Autoren waren, soweit eS sich nicht um gutklingende Bearbeitungen von Volksliedern handelte—. auf dem Niveau harmloser Stimmungschöre, wovon auch bekanntere Namen, wie Selim Palmaren kaum ausgenommen werden können. Insbesondere fehlte es an polyphonen Werken moderneren Stils. Die Volkslieder dagegen gefielen ausgezeichnet und wurden von einem heifallsfreudigen Publikum mich zur Wiederholung verlangt. L. Wochensplelplan deS Reuen Deutschen Theaters, Heute,. Freitag halb 8 Uhr: Die Hochzeit der Figaro. D.— Samstag 7 Uhr: Faust l. und II. Teil. Abonn, aufgehoben.— Sonntag 2%: Herzen im Schnee. 7%: Madame Pompadour, Abonn. aufgeboben. Wochrnsplrkplan der Kleinen Bühne. Heute, Donnerstag, 8 Uhr: George und Margaret, volkstümliche Vorstellung.— Freitag 8: Hoffnung, Gastspiel Kramer.— Samstag 7%: Warum lügst du. Chörie? Volkstümliche Vorstellung.— Sonntag 8%: Zwei Dutzend rote Rosen, 7H: Der zerbrochene Krug. Robert GuiSkard— Fragment, Kleist- Abend(neuinszeniert). Vorträgo Dir Entwicklung des Trickfilms. Ueber dieses Thema sprach gestern im Hanse des EinheitSverban- deS der Privataiigestellten Frau Irene Dodalovä, die Schöpferin des tschechischen Trickfilms. Der Trickfilm ist nicht, wie man allgemein annimmt, eine Erfindung der neueren Zeit,'sondern der eigentliche Vorgänger deS FilmS. Daß der Trickfilm neben der gewaltigen Entwicklung des Tonfilms einen bedeutenden Aufstieg zu verzeichnen bat. liegt in den unbegrenzten Möglichkeiten dieser Filmart. Während der amerikanische Trickfilm zur Groteske geworden ist. wird nun. nach der Auffassung der Vortragenden, der europäische Trickfilm eine besondere Aufgabe zu erfüllen haben. Der stumme Film und der Tonfilm, die beide an gewisse Realitäten gebunden sind, werden durch den Trickfilm auf manchem Gebiete eine vorteilhafte Ergänzung erfahren. Seine kulturelle Sendung soll darin bestehen. Vorgänge in der Technik, in der Wissenschaft und in gewissem Sinne auch in? Mnstischen zu veranschaulickwn. Gerade hier gibt es noch für diese Art des Films ein weites Arbeitsfeld. Zur Illustration führte die Künstlerin eine Reibe von Filmen vor. die eine anschmiliche liebersicht über die 40jährige Arbeit auf diesem Gebiete gaben. Besondere Beachtung fand die letzte Schöpfung der Vortragenden..Fantaisie örotigue". die bei der Film-Biennale in Venedig und bei der Pariser Weltausstellung preisgekrönt wurde. Den Vortrag veranstalteten die Internationale Kulturliga und der Studentenklub„P a X", Wollen Sie schöne Beine? Eine dumme Frage, nicht wahr, doch muß man sie jeder Frau stellen, die noch nicht weiß, daß Baka eine große Auswahl reizender Strümpfe in allen seinen Verkaufsstellen bringt. Nicht nur, daß sie auch dünn, fest und billig ind, man erhält ste in allen Modefarben. 100 Veremsnackticßtee BolkSsinggemrinde. Wir beteiligen uns korpo- rativ an dem Maitrejfen in Schelefen und ersuchen, die Ausschreibung der Naturfreunde zu berücksichtigen. Ortsgruppe Prag. Maikresfen in Eche- lesen im Libochtal: SamStaa, den 14. Mai, Treffpunkt 14.20 Uhr am Denlsbahnhof(Fahrt nach Melnik) oder Sonntag, den 15. Mai, Treffpunkt um 7 Uhr früh am DeniSbahn» Hof(Fahrt nach Liboch), Gemeinsame Wanderung und Unterhaltung mit AtuS und Singgemcinde. Beteiligt Euch alle!— Hüiiendienst auf der Brdhwald- HUtie am Sonntag: Schaffer. Uranla-KIno Heute letzter Tag.Hermine Md die 7 Aufrechten!" 6 und%0 Uhr. Morgen. Freitag: Premiere:„Menschen tu den Bergen", heimisches Filmdrama. Die Hauptdarsteller I. Stepniikovä. Afritsch, Stabiler. Trabauer, Volker und der Komponist Kostal persönlich%0 Uhr anwesend. B«,ug»b,dtngungen:Det Zustellung ins Sau» oder bei Bezug durch die Post monatlich Xi 17.—, viertelstibrig Kt Bl,—, balbstwrig KG 102.—, ganzstidria KS 204.—.— Anlerat« werden laut Taris billigst berechnet. — Rückstellung von ivianustrivten«rtolgt nur bei Einlcin düng der Reiourmarken.— Die ZeiiungStrankatur wurd, von der Post- und Telegravbendiretiion mit Erlas, ülr 13.800/VII/1030 bewilligt,(ktonirollpostamt Prada 26)— Druckerei„OrbiS", Druck-, Verlags- u. ZeiiungS-A.-B., Präs