er 09 26 E те BES g e Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Kern, Prag 18. Jahrgang Donnerstag, 26. Mai 1938 Aus dem Inhalt: Präsident Dr. Beneš an die Kinder Der Ring um Tremp geschlossen Beruhigung auf dem Geldmarkt Die unschätzbaren Dienste Deutscher Protest in Prag zu neuem Kampf! der Westmächte Paris. Das Blatt der Mitte 2'Ordre" veröffentlicht eine Erklärung, die Minister des Neußern Dr. Kamil Krofta seinem Prager Sonderberichterstatter Gustav Joly abgegeben hat. Dem Blatt zufolge sagte der" inister: Wir hoffen, daß unser guter Wille, uns.. Wunsch, im Rahmen der Souveränität des Staates unseren deutschen Mitbürgern die weitestgehenden Zuge ständnisse zu machen, und unsere Bemühungen, das innere Problem, dessen Lösung an die Er haltung des Friedens geknüpft iſt, in Zuſammen arbeit und in Ordnung zu lösen, gegenwärtig von allen begriffen werden. Frankreich und England haben, indem sie erklärten, daß sie unseren Standpunkt würdigen und unsere Absichten billigen, der Sache des Friedens un fchätzbare Dienste erwiesen. Die Atmosphäre ist jetzt etwas klarer und wir haben den Wunsch, daß sie in dieser Woche nichts trüben möge. Kanada gegen Isolationspolitik Ottawa. Ministerpräsident Mackensie Ring hielt Dienstag im Abgeordnetenhause eine Rede über die Außenpolitik Kanadas. Einige drängen darauf, so sagte der Ministerpräsident, daß Kanada seine Neutralität und feine Nichtteilnahme an den Streitigkeiten, in welche England verwickelt werden könnte, verkünde. Das Amtliche Maßnahmen gegen das Ueberfliegen der Grenze Nr. 123 Die sudetendeutsche Sozialdemokratie: Vorposten einer Weltkraft Prag.( Amtlich.) Der Gesandte des Dentschen Reiches in Prag Dr. Eisenlohr ist Mittwoch im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten in einigen Fällen betreffend die Ueberschreitung, Gegen eine bedenken und rüdsichtslose Terrain des Kampfplages ist. Niemals noch haben respektive Ueberfliegung der tschechoslowakisch- Uebermacht hat sich der Vorposten der europäischen wir unter schwierigeren Umständen gewählt. Wer deutschen Grenze eingeschritten. Alle diese Fälle Demokratie und Humanität, die deutsche Sozial- laufen kann und den Anschluß nicht versäumen sind Gegenstand der Untersuchung der tschecho demokratie in der Tschechoslowakei am Sonntag, will, läuft der Sudetendeutschen Partei zu. Die flowakischen Behörden. Die Militärverwaltung den 22. Mai 1938, heroisch geschlagen und behaup Masse der sudetendeutschen Wähler hat an alles hat jedoch in dem Bestreben, eventuellen Mißver- tet das Datum wird eingezeichnet bleiben in vergessen, was sie einst bewegt, alle Unterschiede ständnißen ähnlicher Art vorzubeugen, schon jetzt die Geschichte der Freiheit und des Fortschrittes. der Weltanschauung werden wie im Hürdenrenden übenden Wilitäreinheiten den Befehl gegeben, Am 29. Mai und am 12. Juni heißt es zu nen genommen, was man durch Jahre gehört hat worin das Fliegen tschechoslowakischer Militärvon heiligen Gütern, die gewahrt werden müssen, sei es die Religion oder seien es irgendwelche flugzeuge in einer fünf Kilometer breiten tscheStandesinteressen, scheint vergessen und vertan. choslowakischen Zone längs der Grenze verboten Eine Welle der Gleichschaltung geht seit den wird. österreichischen Ereignissen über das Sudeten deutschtum, die alles Geistige, alles Weltanschau liche Hinwegspült, es wird nicht gedacht, es wird marschiert. Meldungen, die über einen anderen Charakter des Einschreitens oder über ein anderes Einschreiten des deutschen Gesandten berichten, find völlig unbegründet. neuen Kämpfen antreten, es ist nur eine Schlacht geschlagen worden, aber der Krieg geht weiter und es heißt das Sturmband fester binden, die Waffen schärfen und sich neuer lich bereitstellen. Wir gehen den neuen Kämpfen mit allem notwendigen Ernst entgegen. Wir wissen, wie schwer die Kampfbedingungen, wie schwierig das Paris: Dauernde Wachsamkeit Auch wenn die gefährlichste Klippe überwunden ist erforderlich Einzig und allein die Sozialdemokratie ist von dem Sturm nicht mitgerissen worden. Der Verrat der Christlichsozialen und LandbündTer, von denen wohl mancher in seinem Innern Scham empfindet ob dessen, was er getan, hat uns nicht irregemacht. Die sozialistischen Proletarier, die wirtschaftlich viel abhängiger sind als Bauern und Kleinbürger, haben gezeigt, daß der örmste Mann der beste und treueste Demokrat ist. Die jahrzehntelange demokratisch- sozialistische Erzie hung, welche wir den Massen haben angedeihen lassen, hat bewirkt, daß dieser Kerntrupp der Des würde aber bedeuten, den Angreifern Mut zu liche Stellen teilen die Ansicht, daß die Tschecho. reichsbegen die Tidietei als auch mokratie Stand gehalten hat und Widerstand machen. Wir werden auch weiterhin in enger Verbindung mit England und anderen Ländern, die für den Frieden kämpfen, bleiben. „ Ober"- und„ Unter- Donau" Wien.( Havas.) Im Zuge der durch ein Detret des Reichskanzlers angekündigten Reformen wird die österreichische Regierung in Zukunft bedeutend vereinfacht werden. Die Veränderungen werden auch durch eine Gebiets- Reorganisierung Desterreichs ergänzt. Vor allem joll das Wort„ Desterreich" beseitigt werden. Ober- und Niederösterreich werden in Bufunft Ober-" und Nieder- Donau" heißen. Dit Paris.( Lsch. P.-B.) Französische amtflowakei die gefährlichste Klippe über wunden hat und nunmehr in eine neue Periode eintritt, die zwar weniger gefährlich sein wird, in der aber nichtsdestoweniger bauern be wa famkeit bei den grundlegenden Verhandlungen über eine anständige und gerechte Löfung der Minderheitenfrage, welche sich mit der Aufrechterhal= tung der vollen Souveränität des tichechoslowakischen Staates in Einklang bringen läßt, erforderlich sein wird. rung wertet. [ besonnenen Vorgehen der deutschen Regierung die e heftige Ram vagite sowohl gegen Frankreich und England ständig fortsetzt. Mussolini fordert Konzessionen in Spanien? Außer der britischen Initiative in Berlin erwartet man in den nächsten Tagen auch eine größere britische Initiative in Rom, wo bereits in der dienstägigen Unterredung zwischen dem BotDie Reise des tschechoslowakischen Gesandten Tschechoslowakei gesprochen wurde. Manche Nachschafter Lord Perth und Graf Ciano viel über die Dr. Ofuftij und des Gesandten Jan Masaryk nach richten, die jedoch amtlich nicht bestätigt wurden, Prag, die beide der tschechoslowakischen Regierung beuten an, daß Italien die spanische Frage neben der französischen und der britischen Versiche mit der tschechoslowakischen verknüpfen und in Bervoller Solidarität gleichzeitig auchlin für größere Versöhnlichkeit der deutschen ReTirol wird an Kärnten angegliedert, während das einige freundschaftliche Ratschläge und Anregungen gierung eintreten wolle, falls die italienischen AnBurgenland an die Steiermark angeſchloſſen wird. in Angelegenheit der kommenden Verhandlungen schauungen über die Lösung des ſpaniſchen KonDem Gau Steiermart werden weiter augeteilt die überbringen, wird in Paris als weiteres Anzeichen fliktes stärker berücksichtigt werden. Am DonnersBezirkshauptmannschaften Wiener- Neustadt. Neun einer günstigen Entwicklung der Ereignisse ge- tag, da in London der Unterausschuß des Nichtfirchen sowie Teile der Bezirkshauptmannschaft Bruck a. d. Leitha. Der Gerichtsbezirk Aussee( bisher Die franzöfifche Regierung verfolgt ständig Steiermark) wird dem Gau Oberdonau" anſehr ſorgfam die Entwicklung der Situation in der gegliedert. Der Gau Wien erfährt eine Erweiterung burch Gebiete des bisherigen Niederösterreich. Die Tichechoslowakei und befindet sich in dauerndem Meinungsaustausch sowohl mit der tschechoslowa Landeshauptmannschaft Vorarlberg bleibt bestehen. fischen als auch mit der britischen Regierung. Vier Minister scheiden aus Auch mit dem amerikanischen, dem polnischen und Die Zahl der Minister in Wien wird von mit dem Sowjetbotschafter ist das französische jieben auf drei herabgesezt. Aus der Regierung Außenministerium in ständiger Fühlung. Das Nachlassen der Spannung äußert sich scheiden aus Finanzminister Neumayer, Innenminister Glaise Horstenau, Minister auch in der breiten französischen Oeffentlichkeit für soziale Fürsorge Jury und Minister für wie in der Presse, die ihre volle Sympathie für öffentliches Unterrichtswesen Menghin. Der die Tschechoslowakei ständig wahrt. Es wird auch Reichsstatthalter Seyß- Inquart hat Brigade- das Bedauern über den kühl reservierten Stand general Staltenbrunner zum Chef der österreichi punkt einiger Staaten, vor allem Polens, ausschen Polizei ernannt. gesprochen und ebenso darüber, daß entgegen dem Cedillo auf der Flucht? Megiko. Präsident Cardenas erklärte in San Luis, daß der Aufstand des Generals Cedillo als gescheitert angesehen werden fönne. Von der Flotte wird die gesamte Küste beobachtet, um zu verhindern, daß Waffen einge= führt werden oder Anhänger Cedillos zu Schiff fliehen. Mehrere Unterführer Cedillos, die sich mit 700 Anhängern in Ardenas der Aufstands bewegung zur Verfügung stellten, fonnten entwaffnet werden. Nicht bestätigte Nachrichten be sagen, daß sich General Cedillo auf der Flucht in die Vereinigten Staaten befinde. Die Offi ziere, welche sehen, daß der Aufstand leine Ausjicht auf Erfolg habe, gehen wieder zu den Regierungstruppen über. einmischungsausschusses zusammentritt, werden offenbar die spanischen Fragen, hauptsächlich die Abberufung der Freiwilligen eingehend durchbe raten werden und alle Hauptmächte werden dabei ihren Standpunkt klar darlegen. Bonnet empfängt den deutschen Botschafter Außenminister Bonnet ersuchte Mittwoch abends den deutschen Botschafter in Paris von Welczek, ihn zu besuchen. Nach Berichten der Savas- Agentur hatte das Gespräch keinen anderen Zweck, als die durch Inanspruchnahme des französischen Staatsmannes unterbrochene Verbindung herzustellen. Beruhigende Zusicherungen aus Warschau und Budapest London. Der Labour- Abgeordnete e n-| gelöst wird. Sie erhielten von beiden Seiten be= derson fragte im Unterhaus den Minister- friedigende Versicherungen. präsidenten, ob mit Rücksicht auf das besondere Interesse, das von der polnischen und von der ungarischen Regierung in der Minderheitenfrage in der Tschechoslowakei kundgegeben wird, die britische Megierung in Warschau und in Budapest beiden Regierungen anseinandersetzen will, daß eine friedliche Lösung des Minderheitenproblems wünschenswert ist. Der Ministerpräsident antwortete:„ Die Vertreter Seiner Majestät in Warschau und Budapest haben der polnischen und der ungarischen London. Der britische Ministerrat hielt Mittwoch seine übliche Sitzung ab, die zwei Stun= den dauerte. In diesem Ministerrat foll die Lage vom allgemeinen Gesichtspunkt durchberaten worden sein. Außenminister Lord Halifax habe auf Grund von Situationsberichten, die aus Prag, Berlin, Paris und Warschau eingetroffen sind, cin Exposé über die Situation gehalten, aus dem hervorging, daß die Spannung sich vermindert habe, daß aber der Grund zur Besorgnis noch nicht ganz geschwunden sei. Lord Halifax empfing am Mittwoch um bietet. Wir haben manches Vorwerk preisgeben müssen, dort wo der Terror der Gegner am meisten gewütet hat und unsere Menschen isoliert sind aber unsere Burgen haben wir gehalten und wir werden sie weiter halten. Wir haben am 22. Mai dem ersten Anprall Stand geboten, wir werden es an den folgenden zwei Wahlsonntagen in erhöhtem Maße tun können. Dies schon deshalb, weil jeder sudetendeut sche Sozialist aus den Ereignissen der letzten Tage Mut und nenes Selbstbewußtsein schöpfen fann. Die eitlen Voraussagen der Gegner, ihre Hoffnungen auf außenpolitische und militärische Weltdemokratie ist einmal fest gewesen und eine Ereignisse sind bisher zuschanden geworden. Die augenblickliche große Gefahr ist beseitigt worden. Der Ernst der Lage dauert an, aber die Lehre ist groß und eindringlich da, daß nur Festigkeit und Entschloffenheit die Situation retten und uns und Europa von dem Grauen eines neuen und entsetzlichen Krieges bewahren können. Festigkeit und Furchtlosigkeit muß auch jeder judetendeutsche Sozialdemokrat eriveisen- der Welt von Feinden gegenüber in die er sich versezt sieht. Wir fämpfen für die größten Dinge dieser Welt: Friede, Freiheit und Fortschritt. Wir sind nicht allein, mächtige Kräfte sind am Werke, die niemand übersehen kann: weder diesseits noch jen= seits der Grenze. Der Kampf der Demokratie ist aussichtsvoll, das hat das kritische Wochenende bezeugt. Nicht vage Hoffnungen sind es, auf die wir unsere Sache stellen, sondern die stärkeren materiellen Kräfte und die stärkeren Bataillone. Wir sind ein Vorposten, aber ein Vorposten einer Weltkraft, der stärksten, die es gibt. Stein Kampf auf dieser Welt ist ohne Risiko, aber das größere Risiko ist auf der anderen Seite. Auf der Seite jener, die für den Frieden fämpfen mit uns ist mos ralisch und materiell das llebergewicht. Unsere Sache ist die des Friedens und der Wohlfahrt unseres Volkes, aber auch die Sache der Zukunft. Deswegen werden wir uns hocherhobenen Haupies hen feit geschlossen, in dem unerschütterlichen und am Sonntag wieder zur Schlacht stellen, die Reierhebenden Bewußtsein, daß wir die Träger des ernstesten Kampfwillens aufrechter Sudetendeutscher sind und daß die Geschichte Europas und die Weltgeschichte der Demokratie uns zu den tapfersien und ausdauerndsten Streitern für eine bessere Zufunft zählen wird. Unseren Gegnern aber rufen wir zu: Wir fürchten uns nicht, wir treten an Große Rüstungskredite der Türkel Antara. Die türkische Nationalversammlung hat im beschleunigten Verfahren einen außerordentlichen Stredit in der Höhe von 125 Millionen türkischer Regierung bereits dargelegt, welche Be- 3 Nhr nachmittags den tschechoslowakischen Ge- und wir empfangen Gaben, wie es in dem alten Pfund( rund 2750 Millionen Kč) für Rüstungs- deutung die britische Regierung dem beimißt, daß fandten in London Jan Masaryk, der sich Don- Sildebrandlied heißt, auf dem Specre,' Spitze zwecke und zum Bau von Waffenfabriken bewilligt. dieses Problem unverzüglich und in Frieden Inerstag im Flugzeug nach Prag begeben wird. gegen Spize! Gelte 2 Donnerstag, 26. Mal 1988 Nr. 128 Präsident Dr. Benes an die Kinder „In der demokratischen Schule seid Ihr alle gleich** Prag. Im Nahmen der JubilüumSfcierlich« leiten veranstaltete die Schülerschaft der Prager Bolts- und Bürgerschulen am Mittwoch vormittags einen Ilmzug durch Prag, der seinen Höhepunkt in einer Huldigung vor dem Staatspräsidenten sand, der am SamStag seinen 64. Geburtstag feiert. Auf der Burg schlossen sich den Prager Kindern Delegationen der Schuljugend aller Nationen aus allen Teilen der Republik an. Trr Zug der Kinder traf um halb 10 llhr vor dem Burgtor ei». Im ersten Burghof versammelten sich Delegationen von Kindern ans allen Teilen und allen Nationen der Republik, darunter viele in Nationaltrachten. Etwa 44,000 Kinder waren vor der Burg versammelt. Um 11 Uhr betrat der Präsident in Begleitung seiner Gemahlin den ersten Burghof, von den Kindern mit brausenden Hochrufen empfangen. Schüler des Prager Konservatoriums trüge» eine ssansarcnkomposition vor, worauf zwei tschechische Kinder den Präsidenten begrüßten. Der Präsident antwortete auf die Begrüßung u. a.r Eignet Euch schon von kleinauf die Eigenschaften an, die auS Euch gute Menschen und ordentliche Bürger der Republik machen werden. Bor allem redet stets die W a b r b e i t. AuS der Wahrheit entsteht die Achtung vor der sittlichen Ordnung und vor den Geietzen, durch die Familie, Gesellschaft und Staat geschützt werden. Lernt sie bald kennen und beachtet sie streng im ganzen Leben. Die Wahrheit ist auch die Grundlage der N ä ch st e n 1 i e b e. Ihr gebt gemeinsam in die Schule und fitzt nebeneinander, arme und reiche, Rngrhbrlge ver- schiedener GesellschaftSschichten, und verschiedener Glaubenlbekenntnisir. E» darf unter Euch keinen Unterschied geben, in der demokratischen Schul» seid Ihr alle einander gleich. Seid untereinander verträglich und entgegenkommend, helst rin- ander, gewöhnt Euch an Kameradschaft und Gemeinschaftsgeist. Reben Euch Tschechoslowaken wachsen unter den gleichen Bedingungen Kinder anderer Nationalitäten der Republik In ihren nationalen Schule« auf. Lernt einander kennen, suchet dab, was Euch verbindet, bemüht Euch, Euch in allem zu vrrstehen, lernt die Sprache beb anderen, schafft und unterhaltet untereinander briefliche Beziehungen und habt Euch gegenseitig gern. TaS ist demokratisch und wahrhaft menschlich. Ich habe Euch gern und denke oft an Euch alle; an die Tschechoslowaken, an die Deutschen wie an die Ungarn, Polen und Rumänen, an die Kinder auS Karpathoruhland. An diese und ihre slowakischen Kameraden auS den armen Gebirgsgegenden vielleicht am häufigsten. Die brauchen am meisten unsere Liebe und Hilfe. Vergeßt nicht auf sie, vergeßt auch nicht auf jene deutsche» Kinder au» unseren Gebirgsgegenden an den Grenzen, wo viel Gestein und wenig Brot ist. Lernt gemeinsam und verlaßt einander nicht in guten und bösen Zeiten. Wir befinden uns hier aus der Prager Burg, die der Sih der böhmischen Könige war. Heute residiert auf der Burg der Präsident, gewählt durch die Vertreter aller unserer Nationalitäten. Seine verfassungsmäßigen Recht« bieten vereint die Gewähr, daß alle Bürger diese» Staate» alle Vorzüge genießen können, welche rin freie», vom gemeinsamen Willen und der Zusammenarbeit aller getragene» Staatswesen einräumt, und daß ste stch so voller Freiheit und Ungebundeubeit erfreuen kön nen. Die Prager Burg wurde zum Symbol des Rechte» und der Gerechtigkeit für a l l e Bürger der Republik. Hierauf trat eine Deputation nach der anderen vor den Präsidenten und seine Gemahlin und begrüßten ihn im Namen der Kinder ihrer Nationalität und ihrer Gegend. ES sprachen slowakische, deutsche, ruthcnische, ungarische und polnische Kinder, denen der Präsident jedesmal in ihrer Muttersprache antlvortete. Auf die d e u t- s ch e Begrüßung erwiderte Dr. BcneS: „Ich freue mich, daß Ihr heute erschienen seid, um gemeinsam mit Euren Schulkameraden tschechischer oder anderer Nationalität unserer Republik Euren HuldigungSgruß darzubringen. In Chamberlain rühmt die britische Luftwaffe London. In der UnterhauSdebatte über den Luftschutz erklärte Ministorpräsident Chamberlain, daß er nicht ein» Verspätung, Enttäuschung und Hindrrilisse leugnen könne, dir sich im Programm der Luftabwehr gezeigt hätten. Da» Programm sei von Zeit zu Zeit geändert und geregelt worden, immer nach dem derzeitigen Bedarf de» Lande». Er zögere aber nicht zu sagen, England bade in seiner Militärluftfahrt eine Verteidigung, auf welche jede» andere Unter dem Titel„Die Sckncksalrstunde" widmet unser Freund Jexa», der Außenpolitiker de» Brüffeler„P e u p l e", in besten TienStagnummer einen ungewöhnlich ausführlichen Leitartikel der tschechosloivakische Frage. Jexas skizziert u. a. die Notwendigkeiten, die der tschechoslowakischen Regierung in diesem Zeitpunkt auferlegt sind, und verzeichnet den allgemeinen Wunch der demokratischen Bevölkerung unserer Republik nach mehr Kraft und Initiative in der Außenpolitik in folgender Weise: «Die Mächte müssen klar vor ihre Verantwortlichkeiten gestellt werden. Die Tschechoslowakei braucht nicht zu betteln. Ihre unabhängige und sichere Existenz ist ein LcbcnSintcresse für fast alle anderen"Länder Europas. Wenn Frankreich und England, Belgien oder Holland, Ungarn oder Jugoslawien daS nicht verstehen, so umso schlechter für sie, aber sie würden dann nicht einmal die Entschuldigung haben, daß die Prager Regierung sie in Unkenntnis der harten europäischen Wirklichkeit belassen hätte. Namentlich Frankreich, England und Rußland müßten unmittelbar vor ihre Verantwortlichkeiten gestellt werden. Sie müßten nicht nur durch Worte, sondern durch Handlungen beweisen, daß sie nicht die Absicht haben, die Tschechoslowakei ermorden zu lassen, wie sie Oesterreich ermorden ließen und Spanien oder China ermorden lassen. Wenn die feierliche Mahnung der Prager Regie- Cuch allen, die Ihr hier steht, und daheim in den Schulen wächst die Zukunft unseres Staate» heran. Diese Zukunft soll glücklich sein und reich an Segnungen eine» dauernden Frieden». Das ist der Sinn meiner Bestrebm^en und der Arbeit der Männer diese» Staate». Ich danke Euch herzlichst' für Eure Wünsche." ES folgten dann noch Begrüßungen durch Kinder aus Mähren und aus Schlesien, sowie durch eine Delegation des Nachwuchses des Noten Kreuzes. Mit der Staatshymne wurde der Festakt beendet, worauf dann der Vorbeimarsch aller Kinder in Achterreihen vor dem Präsidenten erfolgte. Eö spielten hiebei die Kapelle der Mili- tärelcvcn und die Kapelle der deutschen Kinder aus N e u d e k, die der tschechischen Jugend sehr gefielen. Der Vorbeimarsch dauerte von halb 12 bi» 18 Uhr. Der Präsident verabschiedete sich dann vom Schulminister Dr. Franke, vom Primator Dr. Zenkl und den anderen offiziellen Persönlichkeiten und kehrte in die Burg zurück. dann den Antrag auf Erhebimgen über den Stand de» Luftschutzes ab, da rS in der gegenwärtigen Zeit nicht möglich sei, die Energie der Minister für Flugwesen und Flugindnstrie abzulrnken und zu zerstreuen. rung nicht daS gewünschte Ergebnis haben sollte, so wären wenigstens die unmittelbaren und die späteren Verantwortlichkeiten klar festgestellt. Aber nicht nur daS verlangt man von der Regierung in Prag. Denn selbst wenn die jetzige Krise ohne Katastrophe vorübergehen sollte, bliebe dennoch da» ständige Problem der Tschechoslowakei. Kein Land hätte mehr Recht und Pflicht als sie, eine energische, von jeder diploma« tischen Empfindlichkeit absehende Initiative zu ergreifen, um die Wiederaufrichtung der zivilisierten Ordnung in Europa durch die Wiederherstellung der kollektiven Sicherheit zu verlangen. Der Anschluß hat die geographische Isolierung der Tsche« choflowakei in einem Maße verschärft,.daS auf die Dauer unerträglich ist. Man müsse dieser Isolierung«in Ende bereiten durch ein Arrangement großen Stil», sei eS von Polen her, sei eS von der Seite der D o n a u l ä n d e r. Die Schwierigkeiten von der einen wie von der anderen Seite sind allerdings riesig, aber sie müssen bewältigt werden, wenn man die Existenz und den Bestand der Tschechoflowakischen Republik gewährleisten wifl." Dies sind nach JexaS die berechtigten Forderungen der wahrhaften Patrioten der Tschechoslowakei, und er fügt hinzu, daß eine scheinbar unabhängige, aber dem Einfluß Deutschlands unterworfene Tschechosloioakei für Deutschland freie Bahn bedeutete zum Schwarzen und zum Mittel» Jedes andere Land könnte stolz sein... Land stolz sein könnte. Wenn dies« Flugwaffe morgen stch der Prüfung unterziehen müßte, dann— mögen ihre Mängel wir immer sein— würde es sich zeigen, wir mächtig diese Waffe ist. Der Ministerpräsident lehnte Vie Verantwortlichkeit der flächte für das Schicksal der Tschechoslowakei « Der Sprang von der Brücke ■rzühlung von Martin Grill »Was sollte ich Hier tun? TaS Geschäft des Vaters fortführen? Das verlangt Geld, Glück und Kenntnisse, und von diesen schönen Dingen habe ich nicht viel. Ich müßte mir einen Kompagnon nehmen, der mich bestimmt in ein paar Monaten um den Reichtum bringen würde und dann könnte ich wieder von vorn ansangen. Nein, da ist mir der»Condor" schon der bessere AuS- weg." v. Einige Tage darauf wanderte er mit Evelyn an einem schönen Frühsommertag hinein in daS Land. Die letzten verstreuten Siedlungen blieben an der Landstraße zurück. Die Schornsteine der Fabriken standen als dünne Striche am Horizont und die Rauchwolken, die sie ausstießen, schwebten als grauer Dunst über die Stadt. Schon in der ersten Woche nach seiner Rückkehr hatte Peter dem Mädchen versprochen, daß er es einmal zu jenen Stellen führen wolle, die in seiner Erinnerung für immer mit den ersten, dem Erlebnisdrang der Äinderjahre entsprungenen Fahrten verbunden waren. Gegen Mittag gingen sie zur.Küste zurück. Sie erstiegen einen mäßig hohen Felsenwall, der wie ein Damm das Land vom Meere trennte, und schauten hinaus in die unendliche Weite. Unter ihnen war noch ein schmaler, sandiger Landstreifen, hinter ihm aber wuchs in beklemmender Größe und Einsamkeit das Meer auf und erfüllte den Horizont. Auf dem Sand zu ihren Füßen liefen sich die jagenden Wellen tot, über den Klippen schrien die Möven und darüber lachte der klare Himmel eines Früh- V'mmertages. Hier hatte Peter manchen Tag verbracht, allein oder mit einem Kameraden, in diesen windgeschützten Felseinschnitten hatten sie gelegen und von Seeräuberei und Heldentaten geträumt. Dann war alles anders gekommen: Die Seeräuber hatten sich modernisiert und hieyen nicht einmal Seeräuber mehr und von den wirklichen Helden dieser Zeit sprach selten jemand. Sie stiegen hinab zum Strand und warfen sich bald daraus wie übermütige Kinder den heranrollenden Wellen entgegen. Evelyn war eine geschickte Schwimmerin und überwand leicht die Wellen, di« der Seelvind vor sich her trieb. Peter war ungeschickter und weniger flink beim Tauchen, so daß eü ihm nicht gelang, Evelyn einzuholen. Eine Weile jagten sie einander hin und her, bis sich das Mädchen großmütig fangen ließ, scheinbar erschöpft und bezwungen. Peter trug sie mit Siegermiene an den Strand, das Lächeln, das um Evelyns Mundwinkel spielte, entging ihm. Auch sie kannte schon die einfache Frauen-WeiSheit, daß man Männer in dem Glauben lassen soll, daß sie die Stärkereien seien, dann lassen sie sich in wichtigeren Dingen um so eher leiten. Später, al» sie im tvarmen Sand lagen, erzählte sie von ihrer Jugend. In ihrem Leben war viel Einsamkeit und Not und wenig Frepde gewesen. Al» ihre Eltern nacheinander starben, Ivar sie in Mutter Marie» Hau» gekommen und hatte sich dort bald geborgen und heimisch gefühlt. Daß sie sich diese» Gefühl» der Geborgenheit eigentlich erst in den letzten Wochen recht bewußt geworden Ivar, sagte sie nicht, sondern dachte es nur, als sie geendet.hatte und mit dunklen, träumerischen Augen zum klarblauen Himmel enchor« schaute. Dann schlief sie, den Kopf an PeterS Schulter gelehnt, rin. Der Wind spielte mit ihren blonden Haaren und trieb sie dem jungen Mann inS Gesicht, die Luft war lau und lind und Über den wasserumspülten Klippen kreischten die im Sturzflug durcheinanderflatternden Möven. Draußen in einer Meile Entfernung stampfte ein Küstendampfer nordwärts; den Horizont säumten die braunen Segel einiger Fischerboote. Die Welt war groß und still und einsam, doch Peter fühlte das nicht: Zum ersten Mal im Ablauf seines bewußten Lebens wurde ihm klar, daß er auf dieser Welt nicht allein stand, daß durch sein Dasein sich ein anderer Mensch sicher und geborgen, vielleicht sogar glücklich fühlt« und diese Erkenntnis machte ihn selbst glücklich und froh. Er lag unbetveglich, schaute zu den sich kräuselnden Wellenkämmen hinunter und wagte nicht, sich zu bewegen, da er das Mädchen nicht wachrütteln wollte. Erst dann, als eS im Schlaf von seiner Schulter herabglitt, um sich, aufseufzend wie ein Kind, bequemer zu legen, beugte er sich behutsam und von Tunkbarkeit erfüllt hinüber und küßte scheu die roten, warmen Lippen. Später, als die Sonne sich gegen Westen neigte, Ivanderteu sie heinxzu. ES war ein schöner, froher Tag gewesen, ohne Mißflang und ungute Worte und wie von selbst fanden sich ihre.Hände, als sie der Stadt zuschritten. ES Ivar schon dunkel, als sie nach Hause kamen. Bor dem Hause trafen sie Tom, der, zum AuSgang gerüstet, augenscheinlich auf jemanden wartete.„Haflo", rief er,„da kommen ja die zwei verlorenen Königskinder, um die sich Mamma so gesorgt hat! Werden gewiß froh gewesen sein, daß sie uns nicht gesehen haben. Na, jedenfalls wünsche ich, sich gut amüsiert zu haben!" Er schwenkte den Hut und ging lachend davon. Die zwei sahen sich etwas befremdet und ernüchtert an' und betraten das Haus. Die Harmonie des Tages war durch einen Mission gestört worden. 7. DaS Verhältnis zwischen den beiden Menschen wurde herzlicher und inniger, und eS kam die Zeit, da sich Peter fragte, ob er nicht etwa» voreilig gewesen war, als er nach der Unterredung mit seiner Stiefmutter an den Schiffer geschrieben hatte, ihm seinen Platz auf dem»Condor" freiznhalten. Hier war ein frisches junges Geschöpf, das ländischen Meer, freie Hand für die Armeen de» Reiches nach Westen, gegen Frankreich, England, Belgien und Holland.»Wir durchleben", so schließt der Artikel,„einen der seltenen Augenblicke der Geschichte, in denen die Schicksale eine» Kontinentes innerhalb weniger Wochen geschmiedet werden, in denen aber die Staatsmänner, wenn sie nur rasch handeln, noch die Möglichkeit besitzen, entscheidend Einfluß zu nehmen. Werden sie die flüchtige Stunde verstreichen lassen?" VeruMguns auf dem Seldmsrlet (»richtet Or. Kalfus im Ministerrat Prag. Der Ministerrat hielt im Hinblick auf den auf den 26. Mai fallenden Feiertag, bereits am Mittwoch mittags seine regelmäßige 2it> zung ab. ES wurden die Berichte Uber die Verhandlungen de» MinistrrkomiteeS für politische Fragen genehmigt und der Bericht de» Finanz» ministerS über die ringetretene Beruhigung auf dem Geldmarkt mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Genehmigt wurde ein Gesetzentwurf über die öffentlichen, Straßen und Wege solvie über die Straßenpolizei und der Entwurf einer Regierungsverordnung über die innere Organisation des Obersten BerivaltungSgerichtShofeS. Ferner wurde da» Filmabkoimnen mit Amerika und der Antrag auf Ratifizierung des Genfer Protokolle» vom 17. Juni 1025 über da» Verbot der Anwendung von Stick-, Gift- oder ähnlichen Gasen genehmigt, weiter» die vom Handelsministerium beantragte Regelung der ausländischen Filmeinfuhr und der Unterstützung der heimischen Filmproduktion. „Heldentum des 20. Jahrhunderts" Tschechische Blätterstimmen zum Wahlergebnis In»„Prävo Lidu" zieht Milos B a n i k eine politische Bilanz der Gemeindewahlen, in der er zunächst das Wahlresultat in 05 tschechischen Gemeinden zusammenstellt, in denen die tschechische Sozialdemokratie kandidiert hat. Danach ergibt sich in diesen Gemeinden bei den tschechischen Sozialdemokraten ein Stimmenzuwachs von 8.0 Prozent, bei den Nationalsozialisten von 14.5 Prozent, bei den Agrariern von 4.7 Prozent und bei der tschechischen BolkSpartei von 4.6 Prozent, dem gegenüber steht ein Stimmenverlust der Nationalen Vereinigung von 28.8 Prozent, der Kommunisten von 21.2 Prozent und der Gewevbepartei von 14.2 Prozent. Die Nationalsozialisten, so wird in diesem Kommentar gesagt, haben ihr« Position in Prag be- deutsani verstärkt, und zwar auf Kosten der Nationalen Bereinigung und der Stkibrnh-Liga. „Dieses Faktum läßt sich als ein Anzeichen der großen Llbkehr der Prager Kleinbürgerschast vom nationalen Chauvinismus zugunsten einer vor« ausschauenden und friedlichen Nationalitätenpolitik, wie sie im Vorgehen des Präsidenten der Republik verkörpert ist, erklären." Die Kommunisten haben, so wird gesagt, in Prag bedeutend gewonnen, in der Provinz aber ebenso verloren. «Ihr Prager Erfolg hat seine Wurzel in der radikalen Veränderung des Kurses dieser Partei, in der Richtung zur Untersttzung der Demokratie, zur Stärkung der Wehrhaftigkeit des Staate», ja in der Umkehr zum Patriotismus, den insbesondere in den lebten Tagen vor den Wahlen ihn lieb hatte, das wußte er nun bestimmt, und an dem ihm mehr lag als an irgend einem Menschen in der Welt. War er nicht ein Narr, wenn er jetzt auf große Fahrt ging, um lange Zeit fortzublriben und das Mädel allein zurückzulassen? Sie waren so gute Freunde geworden, es würde ihr sehr leid tun, wenn er sie nach so kurzer Zeit schon verließ. Peter ging mit wirrem Kopf umh.'r und suchte einen Ausweg. Die besonderen Verhältnisse dieser Zeit erleichterten ihm keineswegs de» Entschluß. Der Mutter wollte er nicht auf der Tasche liegen, und eine LebenSmöglichleit zu finden war schwerer als je zuvor. Der Handel machte eine neue Krise durch, die Wersten arbeiteten mit halber Belegschaft und einige Fabriken waren überhaupt stillgelegt. Die Arbeiter standen an den Straßenecken und beim Haseneingang, hatten die Hände in den Taschen vergraben und machten sich mit dem Gedanken vertraut, betteln gehe» zu müssen, und die arbeitsscheuen Elemente, die in den guten Jahren auf Kosten der andern gelebt hatten, dachten ernstlich daran, sich eine Arbeit zu suchen. ES war aussichtslos, mit einem der beiden Lager konkurrieren zu wollen. Es ist nicht leicht, zu wählen, wenn man keine Wahl hat. Schließlich teilte er Evelyn seinen Entschluß mit. Sie waren abseits der belebten Straße in das Land hineingewandert. Zu feiten der einsamen Wege dehnten sich blühende Wiesen, über deren waflendes Gräsermeer der laue Sommerwind schmeichelnd dahinstrich, einzelne rote Blüten glühten wie Feuermale im Sonnenglanzt auf und grüßten wippend die beiden jungen Menschen. Der Weg senkte sich in ein schmales, verborgenes Tal hinab, das von einem kleinen Bach durchflossen war. An de» Hängen wucherten Weißdorn und grüne Weiden, zwischen ihnen ragten helle Birkenstämmchen auf, die ihre mit frischem Grün geschmückten Zweige über die kleine Wildnis ausbreiten. (Fortsetzung folgt.) H Nr. 123 die Prager Zeitungen dieser Partei vollzogen... Im Hintergrund der Prager Ergebnisse hebt sich allerdings die starke russophile und sowjetophile Stimmung der Prager Bevölkerung im Hinblic auf das feste Bündnis des Sowjetverbandes in den heutigen kritischen Zeiten ab." Aus der Wahlniederlage der Nationalen Bereinigung und noch mehr der Liga Stříbrnýs folgert der Artikelschreiber, daß die antisemitische hampagne, die anderwärts große Triumphe feiert, in Prag zusammengebrochen ist. Ueber die Wahlergebnisse im deutschen Lager sagt Vaněk folgendes: In den deutschen Gebieten verzeichnet die Henleinpartei Aufstiege von 5 bis 10 Prozent, wie mit es vorausgesehen haben und wie es verständlich ist im Hinblick auf die Umstände, daß die Wahlen in einer Beit abgehalten werden, da in den deutschen Gebieten die sogenannte österreichis sche Anschlußpsychose noch nicht verschwunden ist. Dadurch hat die deutsche Sozialdemokratie, beren Altions- und Propagandafähigkeit in den letzten zehn Wochen start unter dem Terror gelitten hat, wie er bis in die letzten Tage in den deut schen Bezirken geherrscht hat, weitere Verluste erlitten. Die Verluste sind aber im Hinblick auf die außerordentlichen Umstände keineswegs groß. Wenn es Parlamentswahlen gewesen wären, hätte die deutsche Sozialdemokratie von den bis herigen elf Mandaten neun bis zehn erhalten. Die Absicht, diese Partei zu zertrümmern, ist nicht gelungen. Mit den Wahlergebnissen im deutschen Gebiet beschäftigen sich auch„ Lidové Listy", das Blatt der tschechischen Volkspartei: Es ist ein Heldentum des 20. Jahrhunderts, wenn sich jemand aus dem deutschen Lager im Grenzgebiet noch heute zu einer anderen Partei meldet als zu der Henleins... Nach den Erfahrungen der letzten Wochen im Grenzgebiet ist es offenbar, daß der tatsächliche Wille der deutschen Bürger ein ganz anderer wäre, fönnte er völlig frei zum Ausdruck kommen! Es ist eine Tatsache, daß die sonntägigen Wahlen unter dem geradezu furchtbaren Terror der Henleinleute, unter der Drohung öffentlicher Rache sich abgespielt haben. Von diesem Standpunkt muß man die sonntägigen Ergebnisse beurteilen. Das Streichen in den Kandidatenlisten hat sich nicht bewährt. Bei den am letzten Sonntag durchgeführten Gemeindewahlen wurde zum ersten Mal eine Neuerung praktiziert, nämlich das Anstreichen von Kandidaten, die auf diese Weise von einer unwählbaren Position auf einen wählbaren Play gebracht werden konnten. Obwohl diese Neuerung start propagiert wurde die Gesellschaft für freie Wahlen" warf sogar aus Flugzeugen Werbezettel ab hat sie sich in Prag nicht bewährt. Es wurden insgesamt rund 30.000 Streichungen borgenommen. Die höchste Zahl von Vorzugsstim men, die ein Kandidat auf sich vereinigen konnte, war 1840. Da es aber notwendig war, daß ein Standidat, der auf einen bevorzugten Blak rücken sollte, mindestens so viel ,, Vorzugsstimmen" erhielt, als die Wahlzahl( in Prag über 5400) betrug, hatten die Streichungen kein praktisches Ergebnis. Dennoch hatten die Behörden mit dieser Neuerung sehr viel Arbeit; in Prag waren 35 Beamte durch volle 28 Stunden ununterbrochen tätig, um die Zahl der Vorzugsstimmen" festzustellen. Da diese Mühe in feinem Verhältnis zu den Ergebnissen steht, ist man entschlossen, diese Neueinführung, zumindest in großen Städten, nicht mehr anzuwenden.( DND) Tschechische Einheitsliste in Reichenberg. Die Vertreter aller tschechischen politischen Parteien haben für die kommenden Gemeindewahlen in Reichenberg eine einheitliche Kandidatenliste aufgestellt. Auch in Ober- Rosenthal und Röchlitz bei Reichenberg wurden einheitliche tschechische Kandidatenlisten für die Gemeindewahlen aufgestellt. Auch in reßburg haben sich die tschechoslowakischen Koalitionsparteien im Sinne des Aufrufes des Nationalrates auf eine gemeinsame Kandidatenliste für die Gemeinde wahlen geeinigt. An erster Stelle der KandidatenTiste steht der bisherige Bürgermeister Dr. Vladimir Rrno, ein Agrarier. Rumänien führt die Todesstrafe ein Vorbeugungsmittel gegen politische Morde Donnerstag, 26. Mai 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Achtung auf die Mittelschulen Gehör haben dürfte... Geite 3 gegen". Zur Beaufsichtigung der Leute geht| Ten postiert und patrouillierten durch die Straßen. auch ein älterer Herr mit, der wohl ein schlechtes Besonders besetzt waren jene Ortsteile, in denen Funktionäre der Arbeiter wohnen. Fahrzeuge Grit mit dem anbrechenden Morgen fand der aller Art, meist ohne Licht, flizten durch den Ort. Sput fein Ende. " Hitler- Kränze Und des Rätsels Lösung? Diesen armen Tens übertragen sind, war wie übrigens auch an vielen feln, denen die Funktionen von Landsknechten anderen Orten weißgemacht worden, daß sich in der Nacht ein Ereignis" einstellen werde, und so wollten sie halt gleich bei der Hand ſein, um die verhaßten Marristen aus den Betten holen zu fönnen. Zu Zwischenfällen ist es freilich nicht getommen, weil ihnen niemand Gelegenheit gab und das, was sie erwarteten, ist auch nicht eins getreten. Die Enttäuschung darüber war nicht gering. Es scheint nicht geklappt zu haben... Das ist kein Terror in Komotau vom 24. Mai 1988 erschien folgendes In der Tageszeitung Deutsches Boltsblatt" Inserat: In den letzten Tagen ist es an Mittelschulen rich feit dazu die Mittel auf Es entsteht die Frage, ob die Oeffent mehrerer sudetendeutscher Städte zu Zwischenfäl bringen muß, daß in den Gehirnen und Her Ten gekommen, die die demokratisch gesinnten Menzen dieser jungen Menschen Haß und Feindschaft allem aber die übergeordneten Schulbehörden zu wohl der Feind" ist? Nach der ganzen Ideologie schen dieses Staates, nicht zuleßt die Eltern, vor herangezogen wird, wobei man sich fragt, wer erhöhter Aufmerksamkeit zwingen. Im Zusammen- muß man annehmen, daß die De motraten hang mit den Vorfällen am Gymnasium in BI an und Gesinnungstreuen in diesem Staate au die und der dort eingeleiteten disziplinaren Unterfus fem Feind" gehören. Wie lange wird solche chung haben die Herren Buben an der Realschule Voltsvergiftung geduldet werden?" in EI bogen und an der Staatsgewerbeschule und dem Staatsgymnasium in Tetsch en regelrechte Schulstreits" inszeniert. Hier wie dort und vermutlich auch noch an anderen Anstalten haben ein paar besonders politisierte beim Begräbnis der zwei Toten von Eger Safenfreuzjünglinge den Streit" proklamiert Mittwoch fand hier das Leichenbegängnis der auf Eger.( Tschechoslowakisches Pressebüro.) Am und durchzusetzen vermocht, daß die halbwüchsige tragische Weise ums Leben gekommenen G. offStollegenschaft gleichfalls nicht zur Schule ging. mann und N. Böhm unter großer Beteiligung In Elbogen beispielsweise wurde die„ Altion" oder Bevölkerung deutscher Nationalität aus der durchgeführt, daß nur sehr wenige Jungen trob alledem zum Unterricht erschienen und daß diese mit der Einsegnung der Leichen in der Friedhofsganzen Umgebung statt. Das Begräbnis begann Wenigen und das ist der Gipfelpunkt nach tapelle, von wo sich der Trauerzug durch ein Sva Hause geschickt wurden! Unterstreicht man diese lier der Bevölkerung auf den Egerer Marktplat Tatsache und die andere, daß die Bürschchen in Letschen sogar tumultuös wurden, so daß gar die der roten Schmud und das Wappen der SdP trug. beivegte, auf welchem ein Katafall errichtet war, Staatspolizei einschreiten mußte, so ergibt sich Hinter dem Sarge schritten die Angehörigen und ein erzieherisches Bild, in dem zweifellos die ihnen folgte S. Senlein mit seinem Stellvertreter, ihnen folgte St. Senlein mit ſeinem Stellvertreter. Zum Kongreß der SASI Professoren und Lehrer zumindest im Hintergrund anzutreffen sein müssen. Wirklich Attaché in Prag Oberst Toussaint und der dem Abg. K. H. Frank sowie der deutsche Militärfind Fälle bekannt, in denen Professoren die Mit- deutsche Luft- Attaché Major Möride. Die telschüler ermunterten, die Weisungen der Behörden darüber, daß die Buben sich politisch nicht be- Särge wurden auf den Katafalt gehoben und mit tätigen dürfen, zu umgehen. Sier nun muß unbe Senator Pfrogner und Abg. K. S. Frank. Zum der SdP- Flagge bedeckt. An den Särgen sprachen dingt, sofort und energisch eingesetzt werden. Auch hinter den eingangs erwähnten Streiks dürften Schluß verabschiedete sich K. Senlein namens der unseres Erachtens Erwachsene stehen und wir werden in der Vermutung nicht fehlgehen, daß EIim Namen des Reichskanzlers tern, auch wenn sie noch so nationalistisch ver- Sitter an jedem Sarge einen Kranz mit roten hetzt sein sollten, der Setz', die sich ihre Buben Schleifen nieder, welche die Aufschrift„ Adolf Hitmachen, kaum sympathisch und fördernd gegenüberTer" und das deutsche Hoheitszeichen trugen. Der ſtehen. Um so mehr müssen die Schuldigen gesucht Leichenzug bewegte sich sogann in die Slammer gasse, wo die Särge auf Leichenautos verladen und in die Heimatgemeinden der Verstorbenen übergeführt wurden. werben! ,, Dem Feinde entgegen...! 2 Gehilfinnen, GDP Mitglieder, werden sofort aufgenommen bei Elsa Hahnl, Damenmodesalon, Komotau, Büfftr. 81." Wir wiederholen: das ist natürlich kein Terror... Von Julius Deutsch Vom 26. bis 29. Mai d. J. findet in Amsterdam der IX. Kongreß der Sozia Tistischen Arbeiter Sport Internationale ſtatt. Als wir vor zwei Jahren unseren Kongres in SdP von den Toten. Oberst Toussaint legte dann Antwerpen verließen, gingen einige unserer DelegterSpuk an der Grenze Aus Schmiedeberg wird dem ,, Vollswille" Der Freigeist" erhielt folgende Zuschrift: „ Seit einiger Zeit unterhält die Stadtges meinde Reichenberg einen sogenannten Ars geschrieben: beitsdienst und die Burschen marschieren täglich| Am letzten Samstag sette in den Nachmits von ihrem Aufenthaltsraum und der Ausspeitagsstunden im ganzen Ort ein reger Verkehr jungsstelle zum Arbeitsplatz an der Neiße, wo sie von Autos und Motorrädern ein. Ueberall lonnie Grünanlagen herstellen. Die jungen Leute pas- man geschäftige und wichtigtuende Henleinleute fieren viermal täglich die Tuchgasse und singen. sehen, die einander durch Handaufheben begrüßDagegen wäre natürlich nichts einzuwenden, aber ten. Dieselben Leute, die am Nachmittag in ges man muß doch fragen, was sie singen und we mwöhnlichem Anzug zu sehen waren, famen abends der Inhalt dieser Lieder gilt. So wird unter an- in Stiefeln und Müße zum Vorschein. Wer näher deren friedfertigen" Liedern auch eines gefun hinjah, konnte bemerken, daß der aanze Ort regelgen, bei dem die jungen Stehlen recht kräftig die recht von Henleins SA besetzt war. Gruppen von Schlußworte hervorbringen:„ demeindents 10 bis 20 Mann waren an allen möglichen StelKein deutscher Bischof auf dem Eucharistischen Kongreß! Budapest. Am Mittwoch wurde der Eucha-| kirchlicher Würdenträger eingetroffen. Bekannt ristische Kongreß offiziell eröffnet. In zahlreichen lich hat man den deutschen Katholite: die Beteili. Sonderzügen trafen immer neue Teilnehmer in gung an dem Kongreß durch ein Sondervisum der ungarischen Hauptstadt ein, darunter auch viele aus der Tschechoslowakei. Aus Prag traf Stardinal Dr. Kašpar gegen 13 Uhr ein; auch der Königgräßer Bischof Dr. Mich a sowie die flowakischen Bischöfe weilen bereits in Budapest. Dagegen ist aus Deutschland und Dester reich kein einziger der Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe und auch kein sonstiger höherer praktisch unmöglich gemacht. Offenbar wollten auch die hohen firchlichen Würdenträger nicht beim Reichskulturminister Kerrl um das Sondervisum einreichen. An die 70 ausländischen Delegationen find in Budapest versammelt; nur auf die Beteiligung einer deutschen, beziehungsweise österreichischen Delegation rechnet man nicht mehr. Der Ring um Tremp geschlossen ten nach Brüssel, um an einer großen internationalen Sundgebung für den Frieden teilzunehmen. Schon damals fämpften in Spanien die Rebellengenerale gegen die Milizen der Regierung. Seitdem ist zu dem spanischen Strieg noch der japanische Raubzug in China dazugekommen. An zwei wichtigen Teilen der Welt lobert bereits das Feuer des Krieges. Wird es dabei bleiben oder wird es gelingen, die Brandherde zu löschen? Oder wird ein neuer, noch größerer Brand entstehen? Auch unser Kongreß in Amsterdam, der eine Vertretung von hunderttausenden junger Männer ist, die vielleicht morgen schon Soldaten sind, lann an diesen, die Welt bewegenden Fragen nicht vorübergehen. Wir werden unsere Stimme für den Frieden erheben. Freilich, wenn wir die Ereignisse der beiden letzten Jahre rüdschauend betrachten, werden wir aus ihnen die Lehre ziehen müssen, daß gerade die Friedliebenden nicht für den Frieden um jeden Preis eintreten können. Wenn der Friede nur um den Preis zu bes haupten wäre, daß Europa in die Nacht des Faschis mus verfinft, dann zögen wir den Strieg diesem schmachvollen Untergang vor. Aber so liegt die Frage nicht. Der Faschismus selbst ist vielmehr die eigent liche und unmittelbare Gefahr für den Frieden. Wer gegen den Faſchismus fämpft, fämpft gegen den Krieg. Diese Erkenntnis ist nach den Ereignisfen in Spanien und China der Welt immer deutlicher zum Bewußtsein gefommen. Denn was ist die tiefite Ursache des Krieges in Spanien und China? Es war nicht allein das überall vorhandene Streben des Stapitalismus nach imperialistischer Ausbeutung anderer Völker und nach sicherer Beherrschung der Voltsmassen des eigenen Landes. Es war vielmehr der Geist der Gewalt, es war der Faschismus, der diese beiden Striege entfesselte. Nun ist aber der Faschismus Deutschlands und Italiens um nichs besser als der autokratische Militarismus Japans oder die Herrschsucht der Rebellengenerale Spaniens. Es ist immer und überall der gleiche Geist, der das entseßliche Feuer entzündet. Deshalb muß auch unsere Abwehr sich vor allem gegen die Gewalttäter aus Prinzip, gegen die Faschisten, wenden. In diesem Kampfe werden wir mit allen fenen zusammengehen, die gleichen Willens sind. Wir wer den weder links noch rechts schauen, sondern unseren der Menschheit, den Faschismus, zu bekämpfen. Auf diese Weise hoffen wir, mit dazu beizutragen, der Welt den Frieden zu erhalten, und der Arbeiterflaise, zu der wir uns stolz und freudig bekennen, den Weg in eine bessere Zukunft zu bahnen. Barcelona.( Ag. Esp.) Die verzwei-! Stellungen behauptet. Neben dem Ostrand des Blid einzig und allein auf das Ziel richten. Jeder felten Versuche der Rebellen, das von den Repu- Bogens wurde vorübergehend La Moritilla( Ab- ist willkommen, der mithilft, die ärgste Geißel blikanern am Montag eroberte Massiv San Cor- schnitt Gudar) geräumt, jedoch durch Gegenans nelio zurückzunehmen, sind unter schweren blu- griff sofort zurückerobert. tigen Verlusten gescheitert. Der Feind ließ viele Im Abschnitt Mosqueruela tobten den hundert Tote und Verwundete auf seiner Flucht ganzen Dienstag über heftigste Stämpfe. Um uns liegen. Die Sichtung des erbeuteten Materials ist nötige Verluste zu vermeiden, wurde eine isonoch nicht beendet. Die republikanischen Stellun- lierte, vorgeschobene Besatzung planmäßig in die gen auf diesem Massiv sind ausgebaut und er- vorbereitete Linie zurückgenommen. An verschie denen Punkten der Küstenfront vom Gegner weitert worden. unter starkem Einsatz seiner Flugwaffe betriebene Angriffe wurden mühelos abgewiesen. Die Res bellen hatten dabei schwere Verluste an Menschen und Material. Bukarest. Die rumänische Regierung hat durch ein besonderes Gesez die Todesstrafe für Attentate auf den Herrscher, auf Mitglieder Nördlich und nordöstlich des Massivs eroberder königlichen Familie, ausländische Staats- ten die Republikaner in wohlvorbereitetem und oberhäupter, Staatswürdenträger und schließlich kühnem Angriff die Dörfer San Romande für alle politischen Attentate eingeführt. Das Abella und Bestus, rund elf kilometer östlich von Gesez hat eine rückwirkende Kraft und ist Tremp. Damit ist der Ming um Tremp borläufig auf ein Jahr beschränkt. Die Art der geschlossen. Nord- und südöstlich der Stadt Durchführung der Todesstrafe ist dem Justiz find die Regierungstruppen in siegreichem Vor. minister überlassen. marsch. Die Zufahrtswege von Norden und Süden her, oberhalb und unterhalb von Tremp find abgeschnitten und der Weg nach hinten durch das Gebirge blockiert. Die Stadt Tremp und ihre nähere Umgebung liegen unter dem Feuer der Regierungsartillerie. Das Gesetz ist von einem Motivenbericht be gleitet, in welchem angeführt wird, daß in lester Zeit zahlreiche Droh briefe verbreitet wurden. die an die Mitglieder der Militärgerichte jowie an Beamte gerichtet waren, welche mit der Aufrecht erhaltung der Ordnung betraut sind. Da in der Vergangenheit beobachtet wurde, daß solche Drohungen häufig von Attentaten begleitet wurden. beſteht die Möglichkeit, das aus dem Gleichgewicht geratene Menschen aur Tat übergehen Britischer Dampfer Ein Sportfongreß ist eine über der Tagespolitik stehende Veranstaltung. Wir haben auch fetnesiegs die Absicht, diese Basis zu verlassen. Aber über dem, was die Menschen in den Kämpfen des Tages bewegt, steht die große und schicksalsentschei dende Frage nach dem Sinn aller fulturellen und sozialen Bestrebungen, wenn jeden Tag ein Sturm der Gewalt das mühsam errichtete Gebäude in Trümmer legen fann. In solchen Augenbliden darf niemand achtlos beiseite stehen. Vor allem darf es die Jugend nicht, deren Aufgabe es ist, der geschicht= lichen Entwicklung die Impulse zu geben, deren sie bedarf. vor Valencia versenkt London. Wie Neuter aus Valencia meldet, soll der britische Frachtdampfer„ Thorstshall" ( 1251 Tonnen) anderthalb Meilen vor der HaIn großen Tagen Klein zu sein, soll nicht der fencinfahrt von Balencia von Seeflugzeugen durch Arbeiterjugend zum Fehler und Verhängnis werden. Bombenabwurf verfenft worden fein. Ein Offi. Im geschichtlichen Werden tapfer mitzuwirken, soll zier und ein Mann der" Thorpehall" feien ver- ihres Lebens tiefster Inhalt sein. wundet. Die übrige Schiffsbesatzung hätte ver. Diese Erkenntnis wird in den Vertretern der lett gerettet werden können. Die„ Thorpehall" Arbeiter- Sportorganisationen Tebendig sein, die aus ist, wie Neuter weiter meldet, in London beheima allen Teilen der Welt zum Internationalen Arbei der ganzen Linie wurden die republikanischen tet, und gehört der Westcliff Shipping Company.tersportfongreß nach Amsterdam kommen. Die Angriffe der Rebellen im verkürzten Cedrillasbogen auf den Verteidigungsgürtel der Regierungstruppen sind jämtlich gescheitert. Auf Seite 4 Donnerstag, 26. Mai 1938 Mr. 123 Jagesneuigkeiten Kinder auf der Prager Burg So gerne möchte man das alles symbolisch deuten können: die große internationale Gemeinschaft von Kindern aller Völker des Staates, die am Mittwoch den Präsidenten der Republik auf der Burg begrüßte, möchte man gerne als Sym bol des Zusammenlebens der Nationen feiern können, ihren Weg zum Hradschin hinauf als Sinnbild des gemeinsamen Aufstieges zu schöneren Höhen. Aber man wagt kaum in solchen Symbolen zu denken. Die Gleichnisse dieser Art werden ver drängt durch andere Bilder... Zum Präsidenten der Republik sprachen tschechische, slowakische, deutsche, ruthenische, jüdis sche, polnische Kinder, sprachen zu ihm durch den Wund ihrer Abgesandten. Jedem Kinde, das ihm als Wortführer seiner kleinen Nationsgenossen Glückwünsche überbracht hatte, antwortete Dr. Beneš in der Muttersprache dieses Kindes. Kinder aller Nationen verbunden in der gemeinsamen Freude darüber, den Präsidenten des Staates begrüßen, in ihm die Republik feiern zu können, sie alle eine Gedankens und Gefühlsgemeinschaft mit dem Staatsoberhaupt und durch den Präsi denten mit dem Staate! Wie schön, wie erhebend! Aber die Feier war vielleicht mehr ein Symbol dessen, was einmal sein wird, als wirklicher Ausschnitt aus dem Völkerleben. Die Kinder aller Nationen leben so wenig in schöner Harmonie miteinander wie die Nationen. Auch die Kinder ein und derselben Nation nicht! Zwar wissen sie nicht warum aber die Kinder der Nazi scheiden sich streng von den Kindern der Sozialisten, und die jüdischen Kinder sind in gar vielen Schulen eine von den anderen abgesonderte Gruppe. Auch das ist kein Geheimnis, daß gerade dort, wo sie nebeneinander leben und einander sehen und von einander wiſſen, in den Orten an der Sprach grenze und in gemischtsprachigen Orten, deutsche und tschechische Kinder einander nicht sehr lieben. Daß es so ist es ist nicht die Schuld der Kinder! Nicht eine natürliche Abneigung gegen jedes andersnationale Wesen lebt im Kinde. Gleichgültig sind ihm Nation, Religion und Nasse der anderen Kinder. Der Sprachunterschied spielt eine geringe Rolle, denn Kinder vermögen sich bald miteinander zu verständigen. Die Erwachse nen tragen die Gegensäße zu den Kindern, die Erwachsenen sind es, die die Kinder früh werten lehren falsch werten lehren, die in den Kindern die Abneigung gegen die andersnationalen, andersgläubigen, Eltern anderer politischer Einstellung zugehörigen Kinder weden. Gewiß darf man die Kinder nicht idealisieren, darf man in ihnen leine Engel sehen. Aver Nassenarren auch nicht! Nicht Abbild im Kleinen einer schönen harmonischen größeren Welt war diese Kindergemeinschaft, noch war die Versammlung auf der Burg Ausdruck des wahren Wesens der Gesamtheit aller Sinder aller Nationen. Sie war Symbol dessen, was sein soll und was sein könnte, wenn es nicht die nationalistische Erziehungspfuscherei gäbe, wenn nicht die Gewissenlosigkeit des Chauvinismus in den Kindern nur Material sähe zu früher Entfaltung des Völkergiftes. Aber gerade weil die Kinderversammlung auf der Burg mehr Mögs lichkeiten als Wirklichkeiten zeigte, mehr Ahnung war als Tatsache, ist die freundliche, aber auch sehr ernste Mahnung des Präsidenten an diese Sinder notwendig, beachtensnotwendig für alle: ..Lernt einander fennen!" Der Fallschirm Dr. G. M. Der Absprung mit dem Fallschirm ist nicht bloß ein sportliches Afrobatenstück: die Opfer, die seiner Erprobung gebracht werden, dienen einem wirklichen Rettungsmittel. Zahllos sind die Rettungen durch Fallschirmabsprung, besonders seit in und nach dem Krieg die heutigen Systeme entstanden. Riesige Ueberschwemmungen in Oesterreich Ein Bild, das zwischen Leoben und Graz aufgenommen wurde: Straßen sind von der Gewalt des Hochwassers vollkommen zerstört worden. Einander wirklich kennen lernen das ist Zehn Todesopfer die Voraussetzung für die Erfüllung des zweiten Wunsches des Präsidenten: einander gern zu haben! Es sind die Erwachsenen, es sind die zum Nationalismus erwachten, vielfach mit Hilfe der Lehrer erwedten Erwachsenen, die es verhindern, daß die Kinder einander kennen und lieben lernen. eines Flugzeugabsturzes Eine Rettungserpedition hat alle Insassen eines Flugzeuges, das in der Nähe des Flugplayes von Cleveland brennend abstürzte, tot und bis zur Unkenntlichkeit verkohlt aufgefunden. Das Flugzeug war in New York gestartet. Unter den Toten befinden sich neun Männer und eine Stewardeß. Augenzeugen berichten, daß das Flugzeug ungefähr 15 Meter über dem Erdboden in Brand geriet, als der Pilot offensichtlich einen Platz zum Landen ſuchte." lob eine Person vom Blizz getötet. Sonst werden feine Opfer an Menschenleben gemeldet. Die Sach schäden sind groß. Erdbeben vernichtet drei Dörfer. In der Umgebung der Stadt Kirscheher im mittleren Kleinajien, die vor kurzem durch ein Erdbeben ver wüstet wurde, ist die Erde noch nicht zur Ruhe gekommen. In den letzten Tagen wurden durch neuerliche Erderschütterungen weitere drei Dörfer nahezu vollkommen vernichtet. Opfer an Men= schenleben sind nicht zu verzeichnen. Die Cholera Epidemie in Indien hat nach Berichten aus Kalkutta in den letzten sechs Wochen 5500 Todesopfer gefordert. Umfassender Luftschutz auch in Griecher: land. In Griechenland wurde eben auf gesetzlichem Wege eine gesamtstaatliche Luftschußorganisation errich tet. Alle griechischen Bürger und Bürgerinnen müssen Mitglieder dieser Organisation werden. leber Befehl des Kriegsministeriums müssen die Hausbesitzer oder Betriebsinhaber Luftschutzfeller bauen. Maffenvergiftung durch Gefrorenes. In Ruma unweit Belgrad jind Dienstag nachts 150 Personen nach dem Genuß von Gefrorenen unter Vergiftungserscheinungen erfranft. Die betrof fenen Personen wurden von schmerzhaften Krämp fen befallen. Aus jeder Gasse war verzweifeltes Jammern zu hören. Des Städtchens hat sich eine Panik bemächtigt. Dank der raschen ärztlichen Hilfe ist niemand gestorben. Gebet der Hitler- Jugend. Jm Dritten Reich ist die Jugenderziehung Monopol der Nazipartei. Elterliche, aber auch religiöse Erziehung kann gegen dieses Monopol auf die Dauer nicht an fämpfen. Katholische Eltern und Priester müssen es dulden, daß die Jugend singt: Ich bin ein Hitlerjunge froh und rein! Mein Führer soll mein Herrgott sein! Diese Worte sind einem„ Bekenntnislied" der braunen„ Pimpfe" entnommen. Stränft es die Herren Hilgenreiner und Schüß sehr. daß die judetendeutsche Jugend noch nicht dieſes..Gebetfingen muß, daß hier immer noch von einem andern Herrgott gesprochen werden darf? Flugzeug bei Weipert abgestürzt Brag.( Amtlich.) Die Militärtommiſſion, die an die Stelle des Flugzeugunglückes, 3, das sich am 23. Mai bei Weipert ereignete, entsandt Ein Sarg mit Telephon. Die Angst vor dem wurde, hat folgendes erhoben: Die Bejagung des Scheintod hat den Kaufmann Sotir Konstantinov Nicht aus dem Zuge beugen! Die Staats veranlaßt, in seinem Testament folgende Vorsichtshavarierten Flugzeuges( Beobachter Unterleut nant Alexander Sucharda und Pilot- Gefreiter bahndirektion in Brünn teilt mit: Am Mittwoch maßregeln anzuordnen: der Sarg, in dem er zu be Ribola) führte einen Aufgabenflug im Nebungs- um 13 Uhr 25 wurde während der Fahrt mit graben wäre, müßte eine Flasche mit Trinkwasser raume Schladenwerth- Stomatau durch. Zur dem Perſonenzug Nr. 306 auf der Strede zwi- und ein frisches Brot enthalten. Durch ein Loch in Zeit, als das Flugzeug gegen Weipert flog, stieg schen Obřany und Židenice von der Lokomotive der Sargdede müßte eine Luftröhre bis über die in der Gegend ein dichter lokaler Nebel auf. Die des aus der entgegengesetzten Richtung kommen- Erdoberfläche führen. Endlich sei im Sarg selbst Bejayung, die durch diesen Nebel überrascht den Schnellzuges Nr. 147 der 36jährige Arbeiter ein Telephon zu installieren, deſſen Leitung mit der wurde, ging tief über den Boden herab, wobei Franz Lepka aus Boskovice am linken Vorderarm Wohnung seiner Hinterbliebenen zu verbinden sei. ihr Flugzeug auf die Bäume des Hochwaldes auf ernstlich verlebt. Der Verletzte wurde von Auf diese Weise wollte Konstantinov die Möglichkeit stieß und havarierte. Nach dem Aufprall auf den der Rettungsstation in das Unfallfrankenhaus in haben, mit der Außenwelt schnell in Verbindung zu beiden Flieger fanden den Tod. Boden ging das Flugzeug in Flammen auf. Die Brünn übergeführt. An der Verlesung war er treten, falls er noch einmal erwachen sollte. Die An( TNO). selbst schuld, weil er sich in unvorsichtiger Weise ordnungen wurden auch ausgeführt, bis auf die aus dem Fenster gebeugt hatte. Anlage des Telephons, die die Postverwaltung' ablehnte. Anstelle des Apparates ist eine einfache Klin gelleitung vom Grab zur Wohnung gelegt worden. Englischer Autoindustrieller sollte entführt werden London. Ein verwegener Versuch, den be= fannien englischen Auto- Industriellen Lord Nuf field aus seinem Büro gewaltsam zu entführen, hat hier größtes Aufsehen erregt. In der Nacht zum Mittwoch drangen zwei Männer in die Bürotäume in den Cowley- Werken in Orford ein und forderten Lord Nuffield, der dort noch arbeitete, unter Drohungen auf, sich mit ihnen in eine bereitstehenden Straftwagen zu begeben. Nur der Aufmerksamkeit eines zufällig im Nebenzimmer weilenden Mitarbeiters des Lords ist zu verdanfen, daß die Polizei sofort benachrichtigt werden konnte. Ein Ueberfallkommando nahm die Eindringlinge gerade noch in dem Augenblicke fest, als sie ihren Wagen besteigen und fliehen wollten. gende 2 bis 3 Sekunden freien Falls mit in Stauf nehmen, für den Anfänger gewiß eine starke psychische Belastung, zumal da ſein Körper ja infolge der Trägheit als Anfangsgeschwindigkeit die des Flugzeugs übernimmt! Uebrigens auch seine Flugrichtung, so daß er also zunächst un gefähr wagrecht stürzt, um erst nach und nach in die sentrechte Fallrichtung überzugehen. Die tschechoslowakisch- palästinensische Hanbdelskammer in Prag wurde vom Handelsministes rium mit der Organisierung des Fremdenverkeh die Tichechoslowakei betraut. Aus Palästina komres aus Palästina, Syrien und dem Livanon in men jährlich gegen 2000 Gäste in die tschechoslowafischen Väder. Es bleibt kalt. Mühle, an der Rückseite der skan mehr auch über das Karvathengebiet der Republik dinavischen Depression strömende Luft dringt mun vor, wo Mittwoch nachmittags bei Lemperaturrüdgang regnerisches Weiter herrschte. Scur in Ungarn und am Südostrand der Slowakei betrug die Tem Auch in Jugoslawien Hochwasser. In Slo- peratur noch rund 20 Grad, sonst wurden im Binwenien ist die Drau und die Mur über die Ufer nenland um 14 Uhr nur 11 bis 14 Grad verzeichnet getreten. Die Mur hat einige Gemeinden über- und verschiedentlich traten Schauer auf; auf den Bergschwemmt, deren Bevölkerung flüchten mußte. Das fämmen hat es strichtweise a ei d¸ne it. Der Zu Sochwasser hat eine Reihe von Häusern und fluß fübler Luft aus dem Weilen wird noch anbalten. -Wahrscheinliches Weiter von Donnerstag: Brücken zum Einsturz gebracht und die Wege zerstört, so daß einige Gemeinden ohne Verbindung Wechselnd bis vorwiegend bewölft, zeinweise Regen. Wetter sind. Truppen. Sofoln und Feuerwehr sind für den Rettungs- und Hilfsdienst eingesetzt worden. Während eines Wolfenbruches wurde in St. Jarelativ fühl, West- bis Nordwestwind. aussichten für Freitag: Noch Andauern der unbeständigen und fühlen Witterung. Wind aus weit lichen Richtungen. dem Schirm nicht zu manövrieren. Statt also dem Fahrgast ein Rettungsgerät zu bieten, des sen Bedienung er ja doch nicht verſtünde, denkt man lieber an die Konstruktion eines Niejenfall schirms, der die ganze Passagierkabine mitjant ihren Gästen auffangen tönnte. genwart, rechnet auch mit einer möglichen Ver- fände sogar auf den Befehl des Piloten hin nicht legung des Flieges, die ihn verhindert, die oder nicht genug schnell den Mut zum Absprung; Leine zu ziehen. Der Fallschirm kommt in eine wüßte bei schwierigen Landungsverhältnissen mit Verpackung, die an dem Flugzeug befestigt ist. Der Springende zieht durch seinen Sturz zuerst nur den Schirm aus diesem Futteral. Erst so bald der Schirm ganz freigekommen ist, reißt das Körpergewicht eine Leine durch, die ihn noch mit dem Flugzeug verbunden hat. In dieser festen Verbindung liegt allerdings unter Umständen, bei Brand oder Absturz des Apparats, auch eine Gefahr. Hat sich der Fallschirm durch den Druck der Luft auch nur ein wenig geöffnet, dann geht die Außer als Rettungsmittel wird der Falls restliche Entfaltung sehr schnell, stoßartig vor sich. schirm auch zum Lastenabwurf verwendet. Es gibt Die Erfindung in ihren primitiven Anfän- Dieser Stoß tann so gewaltig werden, daß der dafür eigene Abwurfautomaten, durch die sich der gen soll bis ins 14. Jahrhundert, nach China, Schirm reißt oder der Springende zu Schaden Der entfaltete Schirm sinkt mit annähernd Fallschirm erst etwa hundert Meter über der zurückgehen. Sicher ist jedenfalls, daß sich unter tommt, Flächeninhalt und Form der Hülle muß gleichbleibender Geschwindigkeit, 5 bis 6 Meter Erde öffnet. Dadurch wird er weniger start abLeonardo da Vincis nachgelassenen Schriften auch ten erit so berechnet werden, daß Mensch und in der Sekunde. Die Härte des Landungsstoßes getrieben, die Landungsstelle kann genauer bes das Projekt eines Fallschirms fand. Die ersten Apparat den Entfaltungsstoß aushalten. entspricht ungefähr einem Aufsprung aus 14 stimmt werden. Die Luftpost vieler Staaten bepraktischen Erfahrungen sammelte man im 17. Damit der Schirm Zeit zur Entfaltung hat, Meter Höhe. Der Landende muß sich möglichst nüßt solche Geräte für die Versorgung fleinerer Jahrhundert, aber erst seit der Erfindung des bedarf es einer Mindesthöhe für den Absprung. entspannt halten und schnell die Gurte lösen, mit Orte, großer abgelegener Gebiete, von GebirgsBallons famen Absprünge aus größerer Höhe Am günstigsten sind 1000 bis 3000 Meter; sie denen er am Fallschirm befestigt ist, damit ihn hütten, Wetterwarten, Leuchttürmen, Inseln wirklich in Betracht, wurde der Fallschirm zum werden in vier bis sechs Minuten durchmessen. die Bodenwinde nicht allzuweit schleifen. Sieht usw. Vei Naturkatastrophen und Unfällen sowie Rettungsmittel. Von da an ging die Entwick- In geringer Höhe können Fallböen das Oeffnen man etwa eine Landung im Wasser voraus, dann im Strieg können abgeschnittene Gebiete oder lung stetig, wenn auch unter Opfern vorwärts. des Schirmes so stark verzögern, daß der Sturz heißt es sich schon vor der Landung auszutlinken. Truppenteile schnell mit allem Nötigen versehen Worauf tommt es bei einem Fallschirm an? unglücklich ausgeht. In sehr großer Höhe wie damit man nicht unter den Schirm kommt. Es werden. Auch kann der Lastenfallschirm Leucht Beim freien Fall steigert sich die Geschwindigkeit der leistet die dünnere Luft weniger Widerstand, ist auch schon vorgekommen, daß eine Pilotin sich fäße tragen, die besser als die allzuschnellen des stürzenden Körpers solange, bis sich als Gesso daß das unheimliche freie Durchsacken länger mit den Beinen in den Haltetauen des Geräts Leuchtrateten das Terrain erkunden, auf dem genwirkung der Luftwiderstand geltend macht. dauert. Troßdem gibt es auch da Rekorde, Ret- verfing und mit dem Kopf abwärts erdwärts fiel. eine nächtliche Notlandung vorgenommen wer Bis dahin würde allerdings z. B. der Mensch tungen aus nur 45 Meter und andererseits Ab- Nur durch die Geistesgegenwart eines Kamera den soll. Schließlich sind auch die sogenannten eine Geschwindigkeit von 216 Stundenfolimetern sprünge aus 9000 Meter Höhe. den, der sie beim Landen auffing, wurde ein Registrierballons, die unbemannt in Höhen auf erreicht haben! Deshalb nun wird der Mensch Die Oeffnung des Schirms kann auf zwei- Unglück verhütet. steigen, die dem Menschen nicht erreichbar sind mit einem Gegenstand verbunden, dessen Riesenerlei Art erfolgen: selbsttätig oder durch Neiß- Troß alledem, wer würde nicht eine viel- und in ihren Instrumenten wissenschaftliche Messchirmform der Luft eine größere Angriffsfläche leine. Beide Systeme haben ihre Vorteile. Die leicht unsanfte Landung einem Flugzeugabsturz sungen heimtragen sollen, mit Fallschirmen vers bietet, unter der sich die Luft verdichten muß. Handauslösung braucht länger, erfordert daher vorziehen? Warum bekommt nicht jeder Flug- sehen: dieſe tragen zu einer festgesetzten Zeit die Sobald der Fallschirm sich entfaltet hat, fängt er eine größere Mindesthöhe für den Absprung. passagier seinen Fallschirm? Aber leider, so ein- fostbaren Instrumente vorsichtig zur Erde niemit seinem langsameren Fluge sein Anhängsel" Andererseits erlaubt die willkürliche Bestimmung, fach ist die Sache wieder nicht alles will ge- der. gleichsam von oben her in der Luft auf. wann der Schirm sich öffnen soll, diesen Zeit- lernt sein! Der Laie könnte nicht in wenigen Se- Noch sind nicht alle Möglichkeiten des FallAber der Fallschirm darf sich nicht sofort im punkt hinauszuschieben und dadurch bei Biel- kunden entscheiden, ob nicht im gegebenen Fallschirms bis ins Leyte ausgebildet. Trotzdem ist Augenblick des Absprungs öffnen, sonst würde er landungen dem Wind weniger Zeit zu bieten, den eine harte Notlandung im schüßenden Fahrgestell dieser Apparat gerade in seiner großartigen sich in den Apparateteilen des schnellfliegenden aufgeblähten Schirm abzutreiben. Das automa- dem Sprung noch vorzuziehen ist; er wüßte nicht,| Einfachheit eine der eigenartigsten Erfindungen Flugzeugs berfangen. So muß also der Sprin- tische System wieder verlangt keine Geistesge- ob die Mindesthöhe noch nicht unterschritten ist; der Menschheit. D a 3 Mr. 123 rben Eachs der eren ber Ruhe urch rfer Tens nach chen nb. Bege Cich nen Den. die ller In 150 fer of p tes ine hen id tei. en Der die die et" וחים em tob 18 be jer in Die bit Der ei. cit 81 11# Die b. 11. if 1 14 et 1. t Staatsgemeinschaft Donnerstag, 26. Mai 1938 Seite 5 und Sprachgemeinschaft bie burchaus undeutsch find. Literatur, Kunst und schaften sind, könnten gegenüber dem National Amtsblatt 31. 123 vom 26. d. m. veröffentlicht. Schweiz ganz zum deutschen Kulturkreis zu rech Staatsgemeinschaften, die wirtschaft| Hohenstadt werden von der Zentralheimarbeitsnen, denn ihre Kultur umfaßt viele Bestandteile, liche Einheiten und nicht Sprachgemein fommission für Textilerzeugung in Prag im Lebensformen der Schweizer sind anders als die staate mancherlei Vorteile bieten, vor allem die In Europa gilt heute der Gedanke der mehr deutschen. Gelegenheit, daß sich verschiedensprachige Men sprachigen Staatsgemeinschaft im allgemeinen Die deutschsprechenden Desterreicher stehen schen einander näher kennen und verstehen lernen. als überlebt und die Vorstellung des einheitlichen ebenfalls fulturell und blutsmäßig" anderen Wenn der gute Wille besteht, wird der Weg zu Nationalstaates dominiert. Diese Vorstellung hat Völkern näher als etwa den Niedersachsen die Neugestaltung der Landkarte Europas nach den Preußen Ostelbiens. Diese Beute zu dem Weltkrieg stark beeinflußt und mehr Unheil dauen, wird den deutschen Brüdern aus als Heil gestiftet. Sie hat Anlaß gegeben, zur Norden wohl nicht allzuleicht werden. Schaffung neuer Staatsgebilde, die Nationalstaaten sein sollen und es doch nicht sind. Die bestehenden politischen Grenzen fallen nur ausnahmsweise mit Sprachgrenzen zusammen. Auch jind gewöhnlich weder die einen noch die andern naturgegeben. Der Vergleich einer politischen und ethnographischen Landkarte zeigt, daß es Sprachmin derheiten nicht bloß in den Staaten Mittel- und Osteuropas gibt, sondern ebenso in West- und oder übersprachlicher Gemeinschaft, zu sprachlicher ver- Gleichberechtigung, zu finden sein. Dieser Weg dem leitet fort vom Nationalismus, der das Verhängnis Europas zu werden droht. Fgr. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die internationale Spannung- die Grundursache Nordeuropa. Fait nirgends i stats der Wirtschaftsschwierigkeiten gemeinschaft gleich bedeutend mit Sprachaemeinschaft. In Westeuropa ist der Verlauf der Sprachgrenzen im allgemeinen schärfer ausgeprägt als in Mitteleuroya, die Sprachen greifen im Westen weniger ineinander ein und es gibt dort weniger Sprachinseln. Die westeuropäischen Sprachgrenzen ha ben sich in den letzten Jahrhunderten wenig vers ändert und sie werden sich wahrscheinlich auch in absehbarer Zeit nicht wesentlich verschieben. Die Minderheitsvölker sind dort häufig zweispra chig. Sie haben ihre Sprache nicht aufgegeben, aber die Sprache des Mehrheitsvolkes dazu ges lernt. Nur wenige Staaten sind übersprachliche Gemeinschaften in dem Sinne, daß a I le dort gesprochenen Sprachen rechtlich einander ganz gleichgest e II t sind. Das trifft in der Hauptsache nur in der Schweiz und in Bel gien zu. Doch selbst in den Schweizer Kantonen haben Sprachminderheiten, die mit der Sprachmehrheit untermischt leben( wie etwa die starken deutschschweizer Minderheiten in den Kantonen Genf, Waadt und Teffin), keine Minderheiten rechte; als Amtssprache gilt jeweils nur die Sprache der Voltsmehrheit. Der Zahlungsverkehr mit Desterreich. In den nächsten Tagen werden in der Sammlung der Gesetze die Maßnahmen der Nationalbank veröffentlicht werden, die auf Grund des im laufenden Wonat abgeschlossenen Uebereinkommens mit Deutschland das tschechoslowakisch- deutsche Zahlungsabkommen auch auf den Zahlungsverkehr mit Defter reich ausdehnen werden. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Uebereinkommens ist die Bestimmung, welche die Möglichkeit gibt, Verbindlichkeiten, die vor der Vereinigung des Zahlungsverkehrs ent standen, bis Ende August 1938 nach dem zwischen der Tschechoslowakei und dem ehemaligen Dester= reich geltenden Abkommen auszugleichen. Mindestlöhne und 40- Stundenwoche vom USA- Unterhaus angenommen Washington. Das Unterhaus nahm mit 314 gegen 97 Stimmen die Vorlage über die Festsetzung von Mindestlöhnen und über die ArbeitszeitLondon. Das Unterhaus verhandelte Diens-[ eine Rekordernte hin und das Ergebnis war fa- regelung an, die bekanntlich ein wichtiger Teil des tag das Budget des Handelsministeriums. Der tastrophal. Ein heftiges Fallen der Preise. Die Rooseveltschen Programmes ist. Darnach wird für Handelsminister Oliver Stanley eröffnete die Ausfuhr der Baumwollivaren aus Lancashire alle Bundesstaaten mit geringer Ausnahme ein Debatte mit einer Uebersicht der wirtschaftlichen fant um ein Viertel. Mindestlohn von 25 Cents für die Stunde im er= Lage Großbritanniens. Der Handelsminister erörterte hierauf den sten Beschäftigungsjahre und eine jährliche ErhöDas Frühjahr des vergangenen Jahres, er- Plan einer R e organisierung der hung von fünf Cents pro Stunde bis zu 40 Cents flärte er, war die Zeit einer großen industriellen Baumwollindustrie, worauf er sich festgesetzt. Die Arbeitszeit darf im ersten Jahre 44 Tätigkeit. Bis zu einem gewissen Grade hatte eingehend mit der britischen Handelsbilanz be- Wochenstunden nicht überschreiten. Nach dem zweiaber diese Industrietätigkeit bereits den Keim faßte, deren Defizit 52 Millionen Pfund Ster- ten Jahre gilt die 40- Stundenwoche. Die Abgeord= des Verfalles in sich. Das Ergebnis zeigte sich Ting gegenüber 18 Millionen im Vorjahre be- neten der Südstaaten stimmten beinahe geschlossen in den letzten Monaten. In den ersten vier Mo- trägt. Die Hauptursache der Erhöhung des De- gegen die Vorlage, weil sie die Erhöhung der naten zeigte sich eine gewisse Verminderung der figits ist die Verschlechterung der Handelsbilanz niedrigen Löhne für Negerarbeiter befürchten, wirtschaftlichen Tätigkeit und in einigen Gebieten gegenüber den Vereinigten Staaten. Der Mini- während die Abgeordneten der Nordstaaten erhof ein tatsächlicher Rüdgang. Die Anzahl der Ar- fter teilte mit, daß sich die Verhandlungen über fen, daß die Konkurrenz der Südstaaten zu den beitslosen war beinahe um 300.000 grö einen Handelsvertrag mit den Vereinigten Staa- Industrien der Nordstaaten beseitigt wird, wenn Ber als im Vorjahre. ten länger hingezogen haben, als man erivartet die Löhne in den Südstaaten erhöht werden hat. müssen. Im Jahre 1937 stiegen die Preise der Erstprodukte. Es gab sehr viel Spekulation. Der Handelsminister erinnert weiter an den Unter diesen Umständen war es unbedingt und Bericht der Internationalen Bank, der zwischen wahrhaftig notwendig, daß die Preise sinken. Der heutigen amerikanischen Krise und der Krise Dieses Sinten trat ein und es ging weiter als des Jahres 1929 unterscheidet, und der eine es wünschenswert war, so daß nun Verluste und raschere Erholung voraussagt. Er anteine Schrumpfung des internationalen Handels wortete auf den Bericht des Direktors des InterIn den Großstaaten Frankreich, Italien und eingetreten sind. nationalen Arbeitsamtes Butler, welcher insbe Es gab zwei Hauptursachen, warum die sondere die Folgen der kriegerischen Großbritannien gibt es sprachliche Minderheitenrechte nicht. In Großbritannien sind die Sprach- Preissenkung, die eintrat, nicht auf dem richtigen Spannung auf den Wohlstand der Welt beminderheiten in Wales und im schottischen Hoch- Niveau verblieb. Die erste Ursache ist China handelt. land zahlenmäßig schwach und nur ganz wenige und 3 a pan. China war in den zwei bis drei Bei dieser drohenden Spannung, sagt der meiſt ältere Leute verstehen die englische Spra- vorausgegangenen Jahren ständig ein Marki Handelsminister, in der die Welt lebt, ist es nicht che nicht. Stärker sind die Minderheiten in Frank für Exportwaren. Die Folgen des Krieges waren verwunderlich, daß der Sandel kleiner geworden reich, das am Rhein deutsches Sprachgebiet und fatastrophal. Auch Japan war gezwungen, ſeine ist, sondern es ist verwunderlich, daß es über im Nordosten vlämisches Sprachgebiet umfaßt. Einfuhr einzuschränken. Die Einfuhr von Baum- haupt noch einen Handel gibt. Buttler verweiſt Im Norden wird das teltische Bretonisch von wolle sant um 20 Prozent, das gleiche Schicksal auf die ungeheuren Produktionsmöglichkeiten der rund einer Million Menschen in der Bretagne erreichte die australische Wolle. Eine zweite Ur- heutigen Industrie, auf den unüberwindlichen gesprochen. Bastisch ist die Volkssprache im De- fache des Niederganges der Industrie ist A me Optimismus der Menschheit und auf den fast partement Basses Pyrénées, 1 rita. Die Vereinigten Staaten hatten einen unglaublichen Wohlstand, in dem die Menschen Gerichtssaal Verführung einer jungfräulichen Ehefrau Prag.rb- Vor dem Bezirksgericht wurde ein ziemlich ungewöhnlicher Fall verhandelt. Wegen Verführung unter Zusage der Ehe war ein junger Mann angeklagt und die Dame. die als Privatlägerin den Angeklagten strafrechtlidi belangt hatte, war eine geschiedene Frau. Dies wäre an sich nichts so ganz Außergewöhnliches. Mertwürdig ist aber die Tatsache, daß die besagte Frau sich darauf beruft, daß sie, ungeachtet ihrer Ehe, it ändigeine unberührte Jungfraugewesen sei, bis sie die Bekanntschaft des Angeklagten gemacht habe. Der gewesene Ehegatte. Angehöriger einer religiösen Sefte, die hinsichtlich der feruellen Woral ganz besonders strenge Ansich ten hat. Aerztlich nachgewiesene Tatsache ist, daß die Gattin" diefes frommen Herrn im Verlaufe des Chelebens unberührt geblieben ist. Später machte sie aber die Betanntschaft des Angeklagten, mit dem sie alsbald ein intimes Verhältnis einging. Die Bekannt schaft hatte Folgen und der Angeklagte erkannte auch die Baterſchaft an, weigerte sich aber hartnädig, die Kindesmutter zu ehelichen, worauf diese die Straf anzeige gegen ihn erstattete und er wegen der Verführung unter nicht erfüllter Chezusage angeklagt wurde." Spanien hinüberreicht. Die pro on ungeheuren Einfluß auf den Markt der Urpro leben fönnten, wenn nur diese fürchterlichen Ge von dem sie sich später scheiden ließ, war nämlich dhe erstreckt sich von der Gironde nach Osten über die südfranzösische Ebene. Italienisch hat sich in einigen Gegenden von Savoyen, um Nizza und auf Storfila erhalten. Neben dem Französischen gibt es also in Frankreich sechs andere Sprachen. Aber die Minderheiten, die sie sprechen, gebrau chen mit wenigen Ausnahmen Französisch als Verkehrssprache. Die wichtigste Ausnahme sind einige hunderttausend Bretonen, die nicht Franzöſiſch verſtehen. dukte. In den erſten zwei Monaten der Span- witterwolfen vertrieben werden könnten und wenn nung in den Vereinigten Staaten, ſant der Ein- wir uns fagen fönnten, daß der Frieden für die auf um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. nächsten 10, 15 oder 20 Jahre gesichert ist. Die Bis sich der wirtschaftliche Frieden in Amerifa Megierungen können sehr viel tun, um der In eingestellt haben wird, wird dies das beste Mittel dustrie zu helfen. Aber nichts von dem, was sie zur Erhaltung der Preise der Urprodukte und für die Industrie tun können, ist für diefe so damit zu einer Verbesserung der Lage der Indu- wichtig wie die Siffe, die die Induſtrie durch strie in Großbritannien sein. Baumwolle eine Stärung der internationa und Wolle haben am meiſten durch den len Situation erhalten würde, wenn die Preissturz bis zum vergangenen Herbst gelitten. Kriegsangst beseitigt würde, wenn jene Trieb Die Baumwollernte war vielversprechender als federn menschlicher Tätigkeit gelodert würden, viele Jahre vorher. Die Baumwollernte zeigte auf die auf verkehrten Hoffnungen beruhen. Plenarversammlung der Eisenbahner- Krankenkasse Ein politisches Problem bilden die Sprachminderheiten erst östlich vom Rhein. Hier wird in Deutschland der Gedante, daß die Sprachgemeinschaft die Grundlage der Staatsgemeins schaft bilden solle, am stärksten betont. Der Ruf des nationalsozialistischen Deutschland ,, ein Volf, ein Reich" erschallt immer aufdringlicher. Doch Prag. Mittwoch fanden in Prag die zwei ist die Bevölkerung Deutschlands tägigen Beratungen der Plenarversammlung der feineswegssprachlich einheit Strantenversicherungsanstalt der tschechoslowatilich! In Ostpreußen und Schlesien gibt es ansehnliche polnische Minderheiten. Die Wender Gebietsausschüsse aus dem ganzen Gebiete schen Staatsbahnen, an der auch die Leitungen den im Spreewald und in der Lausitz sind Slateilnahmen, ihren Abschluß. Die Beratungen galwen. Schleswig hat eine dänische Minderten der abschließenden Aussprache über die heit. Dazu sind jetzt nach dem Anschluß OesterSazungen der Strankenversicherungsanstalt. Die reichs i Ia w i ich e Minderheiten in Kärnten Saßungen wurden einstimmig genehmigt. Der und im Burgenland gekommen. Ueberdies weiMinister für soziale Fürsorge Ing. Nečas hielt chen die vom Volk in Deutschland gesprochenen eine Begrüßungsansprache und betonte, daß er Dialette zum Teil so weit voneinander ab, wie die bedeutsame Aufgabe der Anstalt schäße und etwa das Italienische vom Spanischen. Die sagte auch weiterhin seine Mitarbeit und seine Voltsdialekte im Nordwesten Deutschlands z. B. aufrichtige Unterstüßung zu. Die Konferenz gestehen im Lautbestand und Sprachbau, vielfach nehmigte die Kundgebung des Vorsitzenden des auch im Wortschatz, dem Friesischen und Hollän Zentralausschusses Tomas an alle Eisenbahndischen näher als dem Hochdeutschen. angestellten. In der Kundgebung wird fonstatiert, Nicht alle Völker, die sich des Hochdeutschen als Verkehrssprache bedienen, bilden mit den daß die„ blaue Armee", das sind die Angestellten der Staatsbahnen, voll die Maßnahmen der NeDeutschen im Reich eine Stulturgemeinschaft, gegierung billigen, daß sie ruhig und entschlossen schweige denn eine Blutsgemeinschaft". So sind find, alle Opfer zu bringen, die die Republik von die deutschsprechenden Schweizer„ blutsmäßig" nicht in höherem Maße Deutsche, als romanisch ihnen fordern sollte. Die Eisenbahner haben die Republik niemals enttäuscht und sind entschlossen, sprechende Alpenvölker, oder als Holländer und Engländer. Es geht auch nicht an, die deutſche ihr bis zum letzten Blutstropfen zu dienen. 659.50 81.70 Man erhält für 100 Meichsmart Kč 663.Markmünzen 810.100 rumänische Lei 100 polnische Zloty. 17.85 540.50 100 ungarische Pengö 598.50 100 Schweizer Franken 100 französische Francs 1 englisches Pfund 143.50 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 28.80 154.40 100 holländische Gulden 1593.100 jugoslawische Dinare 64.80 100 Belgas 484.100 dänische Kronen 638.100 schwedische Kronen 738.In der Kundgebung heißt es weiter: Trozz aller Schwierigkeiten, die wir erlebt haben, schäßen wir uns die Freiheit unserer Nation am höchsten, denn wir sind uns bewußt, was die Unabhängigkeit unseres demokratischen Staates für das arbeitende Volk bedeutet. Das sind Güter, die jeder verteidigen muß, der ihrer wert ist. Mit unseren Mitbürgern, die Angehörige nationaler Minderheiten sind, die ihre demokratische Gesinnung bekennen, verbindet uns diese Einheit der Anschauungen brüderlich im Guten und Bösen. während der Anteil entfernterer Staaten, darunter auch der Ueberseeländer, zunimmt. Vergleichen wir den Anteil, den die verschiedenen Staaten im Jahre 1929 und dann 1937 hatten, so find bemerkenswerte Verschiebungen festzustellen. In Prozent der tschechoslowakischen Gesamtausfuhr betrug die Ausfuhr nach: Deutschland und Häfen Vereinigte Staaten Großbritannien Desterreich Rumänien Jugoslawien Niederlande Schweiz Frankreich Schweden Italien Belgien Polen Ungarn Iran, Afghanistan Argentinien Norwegen Britisch- Indien China 1987 1988 1929 in Prozenten 18,78 19,8 22,9 9,28 7,2 7,2 8,63 6,0 6,9 7,38 12,2 15,0 5,46 3,7 3,8 4,97 8,3 5,6 4,17 4,5 2,2 3,82 4,5 2,7 8,82 5,6 1,6 3,85 1,9 1,5 2,95 8,2 3,8 2,12 2,5 0,9 1,90 2,8 4,4 1,89 3,2 6,4 1,65 0,5 0,1 1,56 1,1 0,9 1,52 0,8 0,5 1,35 1,8 1,8 1,31 0,8 0,4 1,21 0,8 0,4 1,01 0,3 0,4 Es war ein merkwürdiger Prozes. Bei der ersten Verhandlung erklärte sich der junge Mann be reit, die angeblich Verführte zu heiraten, und die Sache wurde vertagt. Bei Fortsetzung der Verhand Tung zeigten sich aber Schwierigkeiten von seiten der Verführten, die nun allerlei Einwendungen erhob. die einen ziemlich unichönen Hintergrund der ganzen Angelegenheit ahnen lassen. Offenbar bedarf sie des Verführers" nicht mehr. Da diese Dame auf der Anklage beharrie, fam es zum Urteil, durch welches der Angeklagte im Sinne der Anklage schuldig erkannt und zu 48 Stunden Arrest, bedingt auf ein Jahr. verurteilt wurde. Paragraph 144 Prag.rb Es geht nicht an, alle diese Ans flagen, die einander so sehr gleichen, Fall für Fall zu registrieren. In dieser vor dem Strafsenat des GR. Dr. Marečet verhandelten Sache ist der Sachverhalt besonders traß und traurig. Angeflagt war ein Ehepaar, ein 33jähriger Maschinenschlosser Karl P. und seine 27jährige Gattin Zdenka. Infolge langer Arbeitslosigkeit des Mannes waren die finanziellen Verhältnisse dieses Ehepaares derart triste, daß es für sie eine regelrechte Katastrophe bedeutete, als sich die Frau, wie man so zu sagen pflegt, in guter Hoffnung" fühlte. Die Eheleute waren bald darüber einig, daß das Kind nicht zur Welt kommen dürfe. Ueber das weitere gehen allers dings die Aussagen auseinander. Die Frau bea hauptet, daß ihr Mann ihr zugeredet und sie geradezu genötigt habe, mit eigener and den Eingriff zu vollziehen, den der Paragraph 144 als Verbrechen der Fruchtabtreibung qualifiziert. Nach den Aussagen der Frau hat ihr der Gatte einen scharf augefeilten Draht ausgehändigt, den er vor her der Hygiene" halber mit Schmirgel papier abrieb. Sie habe dann auf sein ständiges Der Anteil aller anderen Länder an der tiche- Drängen hin an sich selbst den Eingriff vollzogen, choslowakischen Ausfuhr beträgt 1937 weniger als der natürlich eine schwere Verletzung zur Folge hatte, 1 Prozent. Bedeutend erhöht hat sich 1937 im so daß die Frau nur wie durch ein Wunder mit dem Vergleich zu 1929 der Anteil der Vereinigten Leben davon tam. Der von der eigenen Gattin Bes Staaten, Großbritanniens, Rumäniens, der Niederlande, der Schweiz, Belgiens und einer Reihe weiterer Länder. Den größten Rückgang zeigt der Anteil Deutschlands, Desterreichs, Polens und Ungarns. Südafrikanische Union Türkei lastete beſtritt vor dem Straffenat dieſe Beſchuldiund machte überhaupt einen wenig günſtigen Eingung, verwickelte sich aber in allerlei Widersprüche druck, indem er seiner Brutalität ziemlich hemmungslos die Zügel schießen ließ. Das Gericht erkannte beide Angeklagte im Sinne der Anklage schuldig und verurteilte Start P. au fünf Monaten, seine Frau dagegen zu drei Monaten schweren auf die bisherige Wohlverhaltenheit der Angeklagten Kerters. Beide Strafen wurden mit Rücksicht Der Richtungswandel im Außenhandel In der Richtung der tschechoslowakischen Warenausfuhr vollzieht sich ein fortdauernder Die Minimallöhne für die Weberei- HeimWandel. Er läßt sich am besten damit charakteri arbeit in den politischen Bezirken Freudenthal, sieren, daß der Anteil der der Tschechoslowakei Freiwaldau, Mistet, Mähr.- Ostrau, Neutitschein, und auf die überwiegenden mildernden Umstände benachbarten Länder an der Ausfuhr abnimmt, Römerstadt, Sternberg, Mähr.- Schönberg und bedingt ausgesprochen. Scite 6 Prager Zeitung Wählerversammlung der tschechischen Sozialdemokraten Gestern fand auf der Slawischen Insel eine Wählerversammlung der tschechischen sozialdemokra. tischen Partei statt, bei welcher der Parteivorsivende Sam v I das Hauptreferat erstattete. Das Thema des Referates bildete die heutige politische Situation, die Hampl troß der leichten Entspannung, die sich in den lebten Tagen fühlbar gemacht hat, als ständig febr ernst bezeichnete. In eindringlichster Weise verwies der Referent auf die Notwendigkeit des Zusammenschlusses aller demokratischen und sozialistisch denkenden Menschen unseres Staates unter Führung der Sozialdemokratie, die ein fester und verläßlicher Damm gegen die katastrophale Breftigepolitik und Ervansionsgelüfte gewisser autori tärer Systeme ist. Warme Worte der Anerkennung fand der Redner für die heldenhafte und aufopfernde Baltung der deutschen und tschechischen Arbeiter im Grenzgebiet, die unter einem fürchterlichen Drud stebend, in den letzten Tagen und Wochen leber= menichliches eleift et haben. Die Ausführungen Bambls wurden bäufig von spontanen Zustimmungskundgebungen des dichtbesetzten Saales unterbochen. Auch die weiteren Referate, die sich insbesondere mit aftuellen Problemen der Prager Gemeindepolitik befaßten, fanden lebhafte Zu ftimmung. Legionärumzug am Geburtstag des Präsidenten. Der gemeinsame Ausschuß der Legionärorganisatio nen und das Garnisonskommando von Prag verans stalter am Geburtstage des Präsidenten der Repu blik Dr. Beneš, am Samstag, einen Umzug durch Vrag auf den Altstädter Ring, wo gleichzeitig auch eine Gedenkfeier des 20. Jahrestages der Anabasis der russischen Legionen stattfinden soll. Die Legio näre versammeln sich nach 16 Uhr in der Washing tonová und im Vrchlický- Park. Verein Deutscher Schulfreunde Prag XIX. Die ordentliche Hauptversammlung findet am 9. Juni 1938, pünfilich um 20 Uhr im Bajkal" statt. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Freie Anträge acht Tage vorher an die Vereinsleitung. Deutsche Privatvolfsschule m. ö. R. Brag XIX., Wintrova 22. Die fünfte aufsteigende Klasse wird im Schuljahre 1988/89 in einem eigenen Klaſſenzimmer eröffnet. Die offiziellen Einschreibungen für alle Slaffen finden am 17. und 18. Juni statt. Voran meldungen neueintretender Schüler für die 1. bis 5. Staffe werden schon jetzt schriftlich, oder mündlich an Schultagen in der Zeit von 8 bis 12 1hr vor mittags. von der Schulleitung entgegengenommen. Bei Gasanschlußarbeiten durch Stichslamme verletzt wurde der Arbeiter V. Rinčil aus Sirafchnik. Er war mit der Leitungsarbeit beschäftigt, als plößTich Gas ausströmte, sich entzündete und dem Arbeiter Brandwunden ersten und zweiten Grades an den Händen zufügte. Auch im Gesicht erlit er Ver legungen, jedoch leichter Natur. Auf der Klinik des Brof. Samberger wurde ihm erste Hilfe geleistet. " Sozialdemokrat" Handelt, es werden die durchgeführten Afsanationsarbeiten des Badezentrums in Luhačovice besichtigt sowie die neuen Ausstattungen und Behälter der Seilquellen. Von diesen Arbeiten wird deren Projeftant Univ. Prof. Dr. Ročet, Vorsitzender des Staatlichen Gesundheits- Instituts in Prag, referieren. Donnerstag, 26. Mai 1938. Mr. 123 digte 2. Streichquartett von Viktor Ullmann und eine Phantasie für Streichquintett von V. Božinová, das bei aller Klangfülle etwas abftraft anmutete 2. Dieses Versprechen wurde stürmisch entgegen genommen, wie denn die ganze Rede Jatschs oft von Beifallskundgebungen unterbrochen wurde. Genosse Prof. Pay at befaßte sich mehr mit Ein schönes Quartett von Kl. Slavický schloß der der theoretischen Seite des Nationalitätenproblems Abend, der dem Beška- Quartett- den Herren überhaupt und innerhalb der Tschechoslowakei im be- Beška, Vohanka, Svoboda und Sádlo- den hera sonderen. Er untersuchte auch den Standpunkt der lichen Beifall der Ruhörer und die Dankbarkeit der einzelnen tschechischen Parteien zu diesem Problem Komponisten eintrua. und kritisierte besonders die Art und Weise, wie die Bürokratie oft unnütz im schriftlichen und mündlichen Verkehr durch allzu pedantische Auslegung der einzelnen gesetzlichen Bestimmungen die anderssprachi gen Völker des Staates irritierte und durch Lang samkeit vieles verdarb. In der Debatte waren be merkensivert die Ausführungen des Prof. J. Fis scher, der besonders von den tschechischen sozialisti schen Parteien mehr Festigkeit gegenüber den Protektoren der SdP innerhalb der Koalition forderte. ,, Barsifal" im Film. Hollywood meldet für die Parsifal" Film, der als ein neuer Typ. also wort neue Saison die Vorbereitungen au einem großen amerikanischen Schaffens mit außerordentlichem Kos als Bühnenweihfilm" oder Filmweihiviel" des stenaufivand in Szene gesebt werden soll. Diese einem Preßinterview und erflärte, er sei bereits bes Nachricht bestätigte dieser Tage Leopold Stokotvili in auftragt, die„ Parsifal"-Muſik für den Film einzus richten. Die Basler Nationalzeitung". der wir dicie Der Deutsche literarisch- künstlerische Verein an das„ Geschrei" bei, das seinerzeit erhoben wurde, Nachricht entnehmen, fügt ihr treffend die Erinnerung veranstaltet gemeinsam mit dem Klub Die Tat" als der" Parsifal" zum ersten Male außerhalb Bay in dessen Klubräumlichkeiten, Prag I, Střížovnická 3, reuths aufgeführt wurde! Montag wurde im Gewerkschaftshaus am am Montag, den 30. Mai 1938, 20 Uhr, eine Perštyn ein Debattenabend des Klubs Nová Svo- Vorlesung des Dichters Paul Leppin aus eigenen boda" abgehalten, in welchem als Referenten Abge-| Werten. Vorträge Die Tschechen und die Deutschen Deutsche Demokraten ordneter W. Jalsch und von tschechischer Seite Prof. V. Pa bát auftraten. Jatsch wies darauf hin, daß die tschechischen Bürger der Republik zweimal die Demokratie gerettet haben: Im Jahre 1935 bei den Parlamentswahlen, als sie die Nachahmer der faschistischen und totalitären Bestrebungen im tiche chischen Lager zurüdwiesen, und jetzt, bei den Gemeindewahlen. Im Hinblick auf die Ergebniſſe im deutschen Lager richtete Jatsch an den überfüllten Saal des Gewerkschaftshauses die Aufforderung, das Vertrauen in den deutschen Menschen ja nicht zu verlieren. Diejenigen unter den Deutschen, die sich in den letzten Wochen dem Terror der fanatischen Menge entgegenstellten, bedürfen der Teilnahme aller Demokraten. Er sprach dann über die Position Ausflugszug. Mit Rücksicht auf die Wahlen der deutschen Demokraten im deutschen Volke und veranitalten die Staatsbahnen am 29. Mai nur warnte davor, den sozialen Kampf durch nationalen einen Salbtagsausflug nach Konopischt. Abfahrt 12 Stampf zu ersezen. Dabei würden beide Teile nur Uhr. Preis 35 Kč einſchließlich Fahrgeld. Eintrittsverlieren und am härtesten würden es gerade die gebühren. Abendessen und Versicherung. Anmeldun- Arbeitenden beider Nationen zu spüren bekommen. aen und Informationen im Bajar neben dem Wilson- Der Faschismus zeigt doch allen deutlich, wie man Bahnhofe, Telephon 38335. Die Zusammenkunft des flowakischen AerzteGaues in Bad Luhačovice wurde auf Donnerstag, den 26. Mai d. 3. angekündigt. Bei der Zufam menfunft wird über aktuelle ständische Fragen verUrania- Kino Premiere in deutscher Sprache: So was nenntfic Detektiv" mit William. Bowell, Myrna Loy und dem komischen Forl Asta! 6, 149 Uhr. Nur 4 Tage!- Dienstag: Ungarische Premiere Ember a hid alatt"( Der Mann unter der Brücke). Die Rettung der Landmesser von North Quebeck Der Heldenflug des Leutnants Spradborrow MTV, Quebeck, Ende April. Dem Mut und der Todesverachtung des jungen tanadischen Militärfliegers Leutnant Spradborrow is es gelun gen, 15 fanadische Landmesser, die in North Luebeck vom Frost überrascht wurden und 36 Tage ohne Nahrungsmittel in Schnee und Eis eingeſchloſſen waren, sozusagen in letzter Sefunde vom jicheren Hungeriode zu retten. wählen 2 in Prag I- VII. Liste Kunst und Wissen Die Preßburger deutschen Gesangsvereine beim gesamtstaatlichen Volksliedfongres. Anläßlich des Volksliedfongresses der„ Gesellschaft für Wujifergiehung, Prag- Preßburg"" zu Pfingsten in Preßburg Heute halb 8 Uhr: Die verkaufte Braut" ( 1). Die ursprünglich vorgesehene Vorstellung Arabella" muß wegen Erkrankung Ginrods verscho Ben werden. 1. wird durch eine andere Bestvor stellung entschädigt. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Donnerstag halb 8 Uhr: Die verkaufte Braut 6 1. Freitag halb 8 Uhr: Die Zauberflöte, Abone nement aufgehoben. Samstag halb 8 Uhr: Samlet. Festvorstellung anläßlich des Geburtsfestes des Herren Präsidenten der Republik, A 1. Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag 8 Uhr: Anthony und Anna. Freitag 8 Uhr: Samstag Südfrüchte, volkstümliche Vorstellung. 8 Uhr: Anthony und Anna. Der Film Flucht vor dem Tode Die Flucht eines englischen Offialers aus einem deutschen Gefangenenlager, einen ähnlichen Vorgang also wie der französische Film„ La grande illusion" behandelt dieser englische Film, aber er behandelt ihn mehr als spannendes Einzelschidial, oder richtiger: als Doppelschicksal, denn nur mit Silfe eines deutschen Mädchens gelingt es dem Engländer, der Gefangenschaft, der Verzweiflung und der Vers folgung zu entkommen. Der Regisseur Milton Rosner hat die Leiden der Kriegsgefangenen gut veranschaulicht und dann dem Liebes- und Flucht abenteuer die nötige Dramatit gegeben. In der Hauptrolle erscheint der frühere Berliner Theaters schauspieler Oskar omolka, der sich im Film und noch dazu im englischen nicht ganz ungezwun gen bewegt, aber mit ausdrudsvollem Spiel zu vak fen versteht. Die weibliche Sauptrolle spielt Con stance Bennett mit viel Singabe. Vereinsnachrichten -eis und in Trentschin- Tepliß werden auch die Preßbur ger deutschen Gesangvereine..Singverein". Typo graphia"...Arbeiterchorvereinigung" Deutscher Volksgesangsverein" und..Liedesfreiheit" deutsche Volkslieder aus der Tschechoslowakei vor allem deut Probener Sprachinsel zu Gehör bringen. Die Vorsche Volkslieder aus der Zips und aus der Deutschbesprechungen fanden teilweise an der Komensky- UniNW Prag. Heute, Donnerstag, beginnen wir mit dem Uebungsbetrieb auf dem DTJ- Sporiblas versität, teilweise an der deutschen Masaryk- Voltshochschule in Preßburg statt, wobei Univ.- Prof. Dr. hinter dem Baumgarten. Beginn 18 Uhr. Dobroslav Ore I für die slowakischen und Franz urch für die deutschen Gesangsvereine den Vorjiz führte. Dieser wird auch im Rahmen der Tagung deutsche Volkslieder aus der Slowakei in der Bearbeitung der Preßburger Komponisten Alexander Albrecht. Hans Sendlein und Karl Albrecht zum Vortrag bringen. Das Frauenturnen, findet weiter wvie bisher in der Turnhalle, Stés vanstá 20, statt. Am Don nerstag, den 26. ds., treffen ATUS wir uns alle ab 2 Uhr am Som merturnplaß auf der Beginsel zu nemeinsamen Spielen und Leicht athletik. PR international im Einvernehmen handeln soll und es beſteht auch in der Republik die Gefahr, daß die Reattion auf der tschechischen Seite der Reaktion auf der deutschen Seite entgegenkommt. Deshalb ist es notwendig. daß die Sozialisten und die fortschrittliche Linte eine Stonzeption haben, daß sie einen kon- Streichquartett- Abend der„ Přitomnost". Das freten Plan ausarbeiteten, bei Einhaltung der fünfte Mitgliederkonzert der Vereinigung für moGleichberechtigung in nationalen Angelegenheiten. derne Musit in Prag brachte einige interessante Das Sprachenproblem habe heutzutage einen ganz Werke, die das Peška Quartett mit vorbildlicher anderen Inhalt als im vergangenen Jahrhundert. Je Präzision, feiner Einfühlung in die doch recht ver mehr über nationale Probleme gesprochen wird, um ichiedenen stilistischen Wertmale, mit langlicher so weniger befaßt sich die Regierung mit den sozia- Schönheit zu Gehör brachte und mit sichtbarer, der Arbeiterfürsorge finden jeden Sams len Fragen, von welchen manche brennend geworden Liebe betreute. Gespielt wurden ein sehr frisches und tag von 5-7 Uhr im Verein deutscher Arbei find. Zum Schluß versprach Jalsch, daß die deutschen gut gearbeitetes Quartett von Josef Stanislav, das ter, Smečkagasse Nr. 27, statt. Arbeiter weiter fämpfen werden und daß sie alles durch fräftige Modelle und gemäßiate Modernität tun werden, was in ihrer Macht liegt. zu überzeugen weiß, ferner das hier fürzlich gewürDie Stelle tonnte nur wenige Meilen von dem Lager der Landmesser entfernt sein, denn auf seinem Rückflug sichtete der Flieger das Camp wieder und warf den Beamten einen Zettel mit der Nachricht ab, er habe die Lebensmittel am Rande des Big Lake abgeworfen. Unentgeltliche Beratungsstunden Kreuz- und Querflügen durch die Schneewiite Landmesser ein, mußte aber zu ſeinem Schret-| men klar, denn sie wußten ja, daß die Behörden ken feststellen, daß es unmöglich: var, hier eine sie auf Wochen versorgt glaubten. Nach vier Wo- gelang es ihm endlich, das Lager der Landmesser Landung zu versuchen. Auf der Suche nach einem chen hatten sie ihre letzten Lebensmittel aufge- aufzufinden. Auch ihm schien es unmöglich, hier geeigneten Landungsplatz verlor er das Lager braucht und versuchten nun, mit primitiv ton zu landen, aber als er die völlig entkräfteten Ges wieder aus seinem Gesichtstreis und wars schließ- struierten Fallen Kaninchen zu fangen. Die Aus- stalten sah, die fast zu schwach waren, um zu lich die mitgenommenen Lebensmittelvorräte am beute war jedoch mehr als gering: 15 Menschen winken, unternahm er das Wagnis troßdem. Rande eines der zahlreichen kleinen Seen von mußten 36 Tage lang von 14 Kaninchen leben! Er wußte, daß er dabei sein Leben aufs Spiel Labrador, von denen die meisten nicht einmal Schließlich wurden sie so schwach, daß sie nicht seßte, denn wenn es ihm nicht gelingen würde. einen Namen haben. einmal mehr auf die Jagd gehen konnten. Ihre wieder aufzusteigen, wäre er ja selbst in der EisLage wurde immer verzweifelter. Sie hatten nichts wüste gefangen. mehr außer etwas Trint: vasser, das sie sorgsam Das Wagnis, das selbst die tollkühnsten Flies rationierten. Schließlich begangen sie, Leder zu ger für eine Wahnsinnstat gehalten haben wür kochen, Suppen aus Baumrinde herzustellen, den, gelang. Leutnant Spradborrow brachte ſeine Beitungspapier hinunterzuwürgen und endlich Maschine zwischen zwei vereisten Stromschnellen Die Lucas- Durnier- Expedition sogar Matten zu fangen, um aus ihnen Brühe zu des Missanabie River zum Stehen. bereiten. Das Lager der Verhungernden Mit einem Blick übersah er die entseßliche Die Expedition der Landmesser war unter Ueber ihnen schwebten bereits die Schatten Lage der Halbverhungerten. Er mußte sie löfelder Führung der Ingenieure J. H. Lucas und Die Landmesser schickten sofort drei Mann des Todes. Wären sie nicht schon völlig ermattet weise mit den mitgenommenen Vorräten füttern, Dr. Léon Durnier vor einigen Monaten aus nach der angegebenen Stelle, um die schon sehn gewesen, so würden sie nach ihrem eigenen Be- um ihre Störper überhaupt zur NahrungsaufOttawa nach dem Norden aufgebrochen, um im lich erwarteten Vorräte herbeizuschaffen. Troß fenntnis wie hungrige Wölfe übereinander her- nahme zu bewegen. Dann nahm er, seine sämtli Auftrage der kanadischen Regierung in North aller Bemühungen fanden die Leute aber weder gefallen sein. Da sie keinen Radiosender befassen, chen Lebensmittel zurücklassend, die beiden Quebec Vermessungsarbeiten auszuführen. Die die Lebensmittel noch auch nur den gemeinten war es ihnen überdies vollkommen unmöglich, Schwächsten, darunter den bereits bewußloſen Beamten hatten sich für drei Monate mit Pro- See, denn das Land war ringsum mit Seen aller Hilfe herbeizurufen. Dr. Durnier, an Bord und brachte sie nach der viant versehen. Außerdem war vereinbart wor- Größen bedeckt, von denen die meisten auf ihren 100 Meilen entfernten nächsten Stadt Moon den, daß ein Regierungsflugzeug sie zwe: Monate Starten noch garnicht eingezeichnet waren. Drei sonce, wo die Aerzte sich ihrer annahmen. Dann nach ihrem Aufbruch mit Lebensmitteln für wei Wochen hindurch suchten sie die Gegend ab und Inzwischen begann man sich in Quebec end- flog er, obwohl völlig erschöpft, sofort wieder zu tere drei Monate versorgen sollte, da ihr Tätig- streiften an den Ufern von Dußenden größerer lich darüber zu wundern, daß die Expedition rück, um die beiden nächsten zu holen, während feitsfeld sich fern von jeglicher Zivilisation und in und fleinerer Seen entlang. Dann setzten heftige überhaupt kein Lebenszeichen mehr von sich gab. zugleich eine Hilfsexpedition aufbrach, um die einer Entfernung von fait 150 Kilometern von Schneestürme ein, so daß sie unverrichteter Dinge Ein junger Militärflieger, Leutnant G. R. übrigen elf zu bergen. Die Aerzte hoffen, daß es der nächsten Siedlung befand. zu ihrem Lager zurückkehren mußten. Spradborrow, erklärte sich bereit, mit seiner Ma- gelingen wird, die fünfzehn Menschen, die im Spi Der Pilot, der mit dieser Aufgabe beauf- Die Landmesser waren sich über die furcht- schine auf die Suche zu fliegen und den Vermiß- tal von Monnsonee zwischen Tod und Leben tragt wurde, traf auch pünktlich über dem Lager bare Gefahr, in der sie jetzt schwebten, vollkom=' ten Proviant zu bringen. Nach stundenlangen schweben, zu retten. Bezugsbedingungen: Bei Rustellung ins aus oder bei Beaua durch die Bost monatlich Kč 17.- vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102,- ganzjährig Kč 204.-- Inferate werden laus Tarif billigst berechnet. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Lelearabhendirektion mit Erlak Nr. 13.800 VII/ 193 bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25..- Druderei:..Orbis". Drud. Verlags- u. Beitungs- A.- G. Prag • Landung zwischen Stromschnellen