Sozialdemokrat gentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechosloroakischen Republik Erscheint mit«««nahm- de« Montag täglich früh f Sinzelprei« Kt 1— Redaktionu.Verwaltung: PragXII.,Fochova62— Telephon 88077— Herausgeber: Siegfried Taub— Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt; 285.000 Arbeitslose Die Festtage der tschechischen Bruderpartei Trotziger Widerstand Überall Quelpo de Llano revoltiert Die Wiener Revolution von 1848 18. Zahrgang Sonntag, 5. Juni 1938 Nr. 132 Tschechische Sozialdemokratie jubiliert Seit Samstag steht die Hauptstadt der Republik im Zeichen der großen Jubiläumsfeiern der tschechischen Sozialdemokratie, die ihren Höhenpunkt in dem gewaltigen Umzug von mehr als hunderttausend Menschen erreichen werden, der sich heute durch die Straßen Prags bewegen wird. Diese Mauen werden nicht nur Eindruck machen auf die gesamte Oeffentlichkeit dieses Landes, sondern die Vertreter einer Reihe sozialdemokratischer Parteien werden die Größe und Kraft des Sozialismus und der Demokratie in der Tschechoslowakei bewundern können. Das 60jährige Jubiläum der tschechischen Sozialdemokratie fäUt ebenso wie das zwanzigjährige der Republik in das kritischeste Jahr, welches Europa seit der Beendigung des großen Weltkriegsringens erlebt. Es sind erst wenige Tage her, da wir hart an dem Abgrund eines neuen Weltkrieges standen, der für den ganzen Erdteil, welcher der Mittel und Ausstrahlungspunkt höchster menschlicher Kultur fei, die größte Katastrophe seit dem Untergang des römischen Weltreiches, d. i. seit einundeinhalb Jahrtausenden geworden wäre, eine Katastrophe, örger als der Dreißigjährige Krieg, die Napoleonischen Kriege und das Ringen zwischen 19 H bis 1918. Daß das Grauen bisher nicht über uns gekommen ist, das ist vor allem der Weltdemokratie, aber auch der Festigkeit der tschechoslowakischen Demokratie zu danken, deren stärksten Rückhalt die tschechische Sozialdemokratie bildet. Das tschechische Volk weiß, daß die sozialdemokratischen Arbeiter unentbehrlich sind für das Sein und die Verteidigung des tchechoslowakischen Staates und daß die tschechischen Sozialdemokraten einen wesentlichen Bestandteil der Nation bilden. Die enge Geistigkeit deutscher Kapitalisten, Kleinbürger, welche in früheren Jahren ebenso wie heute, die sozialdemokratischen Arbeiter aus der Nation ausschließen zu können glauben, ist bei den Tschechen in dieser krassen Form in ihrer politischen Geschichte selten und nur kurze Zeit vorhanden gewesen und rasch überwunden worden. Wir sind der festen Ueberzeu- gung, daß auch das deutsche Volk in Europa und mit ihm das Sudetendeutschtum die sozialistischen Arbeiter brauchen wird und daß es einer Katastrophe ohnegleichen entgegengeht, wenn diejenigen, welche heute im Deutschtum Macht und Einfluß haben, die Sozialdemokratie auszuschließen suchen von der Gestaltung deutschen Schicksals. Wenn wir heute die tschechischen sozialdemokratischen Massen an uns werden vorüberziehen sehen, werden wir darüber reine Freude empfinden, denn uns eint mit ihnen die Weltanschauung, mit der wir soziale und politische Schicksalsfragen betrachten und der entschlossene Wille, die Demokratie zu verteidigen mit unseren Hirnen, Herzen und Leibern. Die Geschichte hat uns zu einer Lebensgemeinschaft zusammengeschmiedet. Deswegen ergeht an die tschechische Sozialdemokratie unser Glückwunsch und wir begrüßen die Hunderttausend aus vollem Herfen Mit unserem Kampfruf: Freiheitl. ie Regierungsentwürfe Nationalitätenstatut und Sprachen* gesetz/ Nächste Woche Fühlung- vorbereitet nähme Dr. Hodias mit allen Nationalitätengruppen und Parteien Prag. Das tschechoslowakische Pressebüro erfährt von gut informier« ten Regierungsstellen folgendes: Zn der kommenden Woche wird es zu Unterredungen des Vorsitzenden der Regierung Dr. Milan Hodja mit den Repräsentanten aller Rationalitätengruppen und politischer Parteien über Fragen der Nationalitätenpolitik kommen. Zu den Unterredungen mit dem Vorsitzenden der Regierung werden auch die Repräsentanten der deutschen sozialdemokratischen Partei eingeladen werden. Zu den Verhandlungen, welche der Vorsitzende der Regierung mit den Rationalitätengruppen führt, kann in sachlicher Hinsicht konstatiert werden, daß sowohl daS Projekt deS Nationalitätenstatuts wie auch daS Elaborat der Neuregelung deS S P r a» chengesetzeS vorbereitet sind und bereits daS gesamte Material enthalten, da» die Rationalitätensragen in der Republik, betrifft. Die Schlußredaktion, insbesondere der ausgesprochen politischen Teile bleibt verständlicherweise offen, und zwar auS dem Grunde, um e» allen Rationalitätengruppen zu ermöglichen, zu den Entwürfen ihren Standpunkt einzunehmen, bevor noch der definitiv redigierte Text in den formalen Gesetzentwurf eingebaut wird, der von der Regierung dem Parlament vorgelegt werden soll. Kundt sucht Immer noch die„Plattform** Am SamStag hatte der SdP-Abgeordnete K u n d t in der„Rundschau" noch ausdrücklich erklärt, daß weder Henlein noch ihm ein Nationalitätenstatut oder auch nur Teile eines solchen als GcsprächSgrundlage vorgelegt wurden, so daß er mit gutem Grund der Meinung Ausdruck geben könne, daß kein fertiges Nationalitätenstatut existiere. Die Gespräche mit Dr. Hodja hätten sich vielmehr immer noch darum gedreht, überhaupt erst«ine Plattform für Verhandlungen zu finden. Damit ist offen zugegeben, dah die SdP auf die von der Regierung vorbereiteten Vorlagen tatsächlich noch nicht den geringsten Einfluß auSge« übt hat. Angesichts der großen Wichtigtuexei, mit der jede Borsprache der SdP bei Dr. Hodza laut in die Welt hinansposannt wurde, verdient diese Tatsache ausdrücklich festgehalten zu werden. Vie Festtage der tschechischen Bruderpartei Prag. Die letzten Vorbereitungen für den sonntägigen großen Manifestationsumzug anläßlich der Jubiläumsfeiern der tschechoslotvakifchen sozialdemokratischen Partei sind beendet. Die ausländischen Gäste sind beinahe vollzählig in Prag eingetrossen. Im Hose des„Lidovh bflm* wurde ein schwarzer Katafalk errichtet, auf dem die Urnen mit der Asche der Schöpfer der Partei und des tschechoslowakischen Staate- stehen, darunter des Ministerpräsidenten Bl. Tusär, der Minister Dr. Lev Winter, G. Habrman u. a. Vor 18 Uhr trafen auf dem Hose deü „Lidovh düm" die Stafetten de- Verbandes der Arbeitersporwereinigungen ein, welche eine Botschaft zu den Feiern überbrachten. Nach dem Eintreffen der Stafette sprach vor dem Katafalk der Generalsekretär der Partei Senator B. D u n d r, welcher den Gründern der Partei Worte dankbarer Erinnerung widmete und ihnen für die Gründung der Partei und für ihre aufopferungsvolle Arbeit dankte. Um%t9 Uhr fuhr vom„Lidovh düm" eine große Deputation aller Gliederungen der Partei — der politischen, gewerkschaftlichen, genossen« schaftlichen und der Gruppen für körperliche Erziehung— zum Altstädter Rathaus, wo die Delegation unter Führung DundrS auf dem Grabe de« Unbekannten Soldaten einen großen Kranz niederlegte. Prag trägt Festschmuck, auf dem Wenzelsplatz sind Flaggenmaste mit den Staatsflaggen gehißt und die Straßen weisen eine erhöhte Frequenz auf. * Am SamStag tagten verschiedene Kongreffe im Rahmen der Jubiläumsfeier; so der Kongreß der Union der Eisenbahner, in dessen Rahmen Partril<>mann Abg. Hampl eine politische Kundgebung hielt. Vormittag- tagten auch die sozialdemokratischen Lehrer und Professoren, nachmittag- die sozialdemokratischen Frauen. Den Abschluß de- Tage- bildeten ein großes Arbeitersängerfestival im Gemeindehaus, ein Feuerwerk auf dem Slovanskh-Ostrov und Festvorstellungen in den Prager Theatern. Queipo de Llano revoltiert Gegen die Deutschen und Italiener Gibraltar.(Ag. Esp.) Das Personal der Franco-Presseagentur in Gibraltar muhte in der Nacht auf Samstag weit über die normale Bürozeit hinaus anwesend sein. Man erklärt sich daS durch die gleichzeitig eingetrofsrnen mehrfachen Nachrichten, daß in Sevilla und C a d i x unter der persönlichen Leitung deS bekannten GeneralsQueipa de Llano eine Revolte gegen die deutsche und italienische Borherrschast auSgrbrochen sei. In der Tat sind bereits in den letzten Tagen wiederholt Nachrichten über eine scharfe Rede dieses Generals gegen die Deutschen und Italiener eingetroffen. Rach einer Reihe von Geheimversamnilungen, die der General persönlich leitete, sei die offene Revolte auS» gebrochen, in deren Verlauf er öffentlich erklärt habe:„Um die Italiener und Deutschen auS Spanien zu vertreiben, muh man nicht Madrid, sondern BurgoS einnehmen. Ich würde vorziehrn, ein spanischer Republikaner zu sein, alS ein Deutscher oder Italiener." Die Revolte scheint schlieftltch brutal unter»' drückt worden zu sein. Auf Befehl von BnrgoS wurden Maffenverhaftungen von Offizieren vorgenommen, die sich der Revolte an-efchloffen hatten. Ueber daS Schicksal deS General Oueipo dr Llano ist nichts bekannt. Gibraltar.(Reuter.) In der Hafenstadt La Linea tauchten an einer großen Zahl der Häuser Aufschriften wie„ES lebe die Republik!", „Nieder mit dem FaschiSmnS!"«. dgl. auf. In den Straßen lagen taufende Flugblätter für die Republik verstreut. Die Franro-Behörden verhaftete» einige Personen. Die Bericht« über Unruhe» in der Stadt Sevilla stammen von Franeo-Offi- z i e r e n, die nach Gibraltar kamen, um hier Arznribedarf rinzukaufrn. Hochpolitische Pfingsten Von Wonzof Jafcscfi An den Pfingstfeiertagen wird da- lebens« hungrige Volk unseres Grenzlandes wieder in Hellen Scharen hinausströmen in die prangenden Wälder und Fluren. Ein zeitgenössischer Schriftsteller hat unlängst treffend den Zustand charakterisiert, in dem die Menschen heute leben. Der Anblick der Natur trägt Beruhigung in ihre Seelen, während sie der Anblick der politischen und sozialen Wirrnisse der Gegenivart mit Unruhe erfüllt. Nach den Spannungen der letzten Wochen haben wir un» die Entspannung, die Schauen und Wandern bringt, redlich verdient. Biele aber, die um die Verantwortung unserer Generation für daS Schicksal der Völker und die Zukunst Europas wissen, werden auch bei jedem Schritt in die herrlichste FrühlingSlandschaft von dem Bewußtsein dieser Verantwortung begleitet sein. Wir kommen von ihr nicht los. Wir müssen uns zu ihr bekennen. Es ist uns diesmal nicht gegönnt, freundlich-harmlose Pfingsten zu feiern. Ein kurze- Aufatmen und Selbstbesinnen ist uns nur' gegönnt in diesen hochpolitischen Tagen. Der Friede kann noch gerettet werden Wer an die Unentrinnbarteit des Krieges glaubt, der gibt die Schlacht um den Frieden verloren. In diesen schweren Fehler wollen wir nicht verfallen, obwohl das sudetendeutsche Grenzland in den Mittelpunkt der Weltgesahren gerückt erscheint. Unsere Menschen sehen der Kriegsbestie unmittelbar inS Auge und sie sind in Gefahr, Fehlschlüssen zu erliegen, soferne sie das Problem Krieg oder Frieden nur nach dem allerdings kritischen Stand deS tschechoslowakisch-deutschen Nachbarschaft-Verhältnisses beurteilen. Die Stärke, ja die klare llebermacht der europäischen Friedenskräfte ist in den letzten Maitagen mit unverkennbarer Deutlichkeit in Erscheinung getreten. Die sudetendeutsche Sozialdemokratie hat in rastloser Aufklärungsarbeit auf den wahren Stand der europäischen Machwerhältnisse hingewiesen und immer wieder dargetan, daß eine Entscheidung der nationalsozialistischen Machthaber für den offenen Krieg dem Entschluß zum Selbstmord gleichläme. Diese Wahrheit zur Kenntnis zu nehmen haben sich viele Sudetendeutsche geweigert, aber Berlin hat sie doch zur Kenntnis nehmen müssen. Sonst würden wir uns keiner friedlichen Pfingsttage mehr erfreuen. Der Friede konnte gerettet werden, weil das Risiko eines Angriffskrieges gegen die Tschechosiotvakei rechtzeitig aufgezeigt wurde. Diese- Risiko besteht unvermindert weiter. Ob die Männer des Dritten Reiches auch künftighin willen- und fähig sein werden, die sichtbar aufze- richteten Warnungstafeln zu beachten, muß dahingestellt bleiben. Sie haben jedoch— wie immer ihr letzter Entschluß auSfallen mag— nicht nur über unsere friedliche oder unfriedlickie Zukunft, sondern gleichzeitig über die Weitereristeuz ihres Regime- und deS Deutschen Reiches zu entscheiden. Das imtionalsozialistische Regime besitzt nicht mehr den inneren Rückhalt, um einen deut- fchen Volkskrieg gegen diesen oder jenen Nachbarn siihren zu können. Ein nationalsozialistischer Parteikrieg wäre schon aw Tage seines Ausbruche- verloren und die, welche ihn vom Zaune brächen, mit ihm. In dieser Tatsache liegt ein gewaltiges Stück Leben-sicherung für unsere Grenzbewohner. AuS der Hoffnung, mit Hilke der europäischen Demokratien daS Unheil grauenhafter Vernichtung von unseren Heimatgauen abwenden zu können, schöpfen die tapferen Männer und Frauen der sudetendeutschen Sozialdemokratie die sittliche Kraft zu ihrem heroifchen Widerstand gegen Krieg-wahn und AleichschaltungSterror. Grenzen der Gleichschaltung DaS sudetendeutsche Gebiet hallt von dem Triumphgeheul der nationalsozialistischen Gleichschalter wider. Da ist es gelungen, einen aufrechten Arbeiter durch Hunger, Boykott und Drohungen mürbe zu machen, dort ist eine Betriebsbelegschaft soweit eingeschüchtert worden, daß endlich eine dem Unternehmer genehme Betriebsausschußmehrheit erzielt wurde, anderswo unterstellen sich Feuerwehrleute, Professoren oder Kaninchenzüchter dem Kommando des Herrn Henlein. Alle Widerstrebenden werden geächtet. Dieselben Leute, die in der Staatspolitik und vor dem Auslande den Tschechen gegenüber die Gleichberech« t tigung des schwächeren VolkSpartners reklamieren« Seite 2 Sonntag, 5. Juni 1938 Mr. 132 9 näckigen Widerstand und haben einige Angriffe zurückgeschlagen. Die Nationaliſten haben um: fangreiche Konzentrationen durchgeführt. im den Vormarsch auf der Sagunto- Straße fortzusetzen, müffent fie fich zuerst Mora de Rubicing bemächtigen, wo ihnen die Republikaner bereits sehn Tage heftigen Widerstand entgegensehen. || Sie wollen innerhalb der Sudetendeutschen das Außenhandels nicht güreftig. Die Tschechoslowa- des vorbereiteten Nationalitäten Statuts nicht Neuer Angriff Eigenleben jeder sozialistischen, katholischen oder tei ist dagegen gerade in. den faufträftigen Ländern wiederholen. Die juristische Bezeichnung des demokratischen Minderheit vernichten. Die in so in glänzender moralischer Position. Diese Vor- nationalpolitischen Befriedungswertes ist nicht so gegen Castellon vielen Fällen passive Haltung der öffentlichen Ge- ausseßungen und der gute Ruf unserer Qualitäts- wichtig, wie die Sdp plötzlich haarspalterisch be= walt trägt dazu bei, die Gleichschalter bei ihrem arbeit ermöglichen eine Exportoffensive größten hauptet. Die Frage lautet vielmehr, welche fon Valencia. Seit den frühen Morgeninfamen Treiben zu ermutigen. Sie mögen aber Stiles. Es gilt, immere weltwirtschaftliche Boji frete Lösung die tschechische Politit an Stelle der ftunden des Samstag greifen die Nationalisten, nicht zu früh jubeln! Eine ganz einfache lleber- lion aus dem Jahre 1929 wieder zurückzuholen. bisherigen und endgültig überwundenen National- unterstützt durch Artilleriefeuer und die Luftlegung zeigt die Grenzen der Gleichschaltung. Das bedeutet Liquidierung der Arbeitslosigkeit als staatskonzeption vorzuschlagen gewillt ist. Das waffe, im Abschnitte von Albocacer( nördlich von Innerhalb eines Staates können auf die Tauer Maſſenerscheinung. Das würde uns eine Frie- tschechische Volt ist friedenswillig. Es hat bei den Castellon) an. Die Schlacht nimmt einen sehr nicht zwei politische Systeme existieren. In den denskonjunktur sichern an Stelle der Rüstungs- leßten Gemeindewahlen den Parteien des demo- heftigen Verlauf. Die Republikaner leisten hartGrenzen der Tschechoslowakei die nur durch konjunktur in der Nachbarschaft, die auf dem fratiſch- sozialen Fortschritts und der nationalen einen Weltkrieg geändert werden könnten – leben Grundſabe beruht: Stach uns die Sinful Die Mäßigung flar den Vorzug gegeben. Stein eine demokratische Mehrheit und eine nazistisch- Wendung zum Guten liegt in der Reichweite einer Staatsmann braucht nunmehr zu befürchten, daß faschistische Minderheit zusammen. Wollten unsere vernünftig orientierteri Politik. Alle Möglichkei- großzügiges Handeln im Sinne innerer demokra braunen Gleichschalter ihr Werk vollenden, dann ten sind noch offen. Lange erträgt ein wirtschaft- tischer Befriedung ohne poſitives Echo bliebe. müßten sie der Mehrheit der demokratischen lich bedrängtes Grenzbolt jene Fieberstimmung Selbſt innerhalb der gleichgeschalteten Sudeten Staatsbürger ihr System aufzwingen, d. h. nicht nicht, die nun schon seit Monaten in den judeten deutschen ist der Verständigungswille nicht getötet. rur alle Sudetendeutschen, sondern auch die Tsche- deutschen Gebieten dominiert. Darum gilt es die sondern nur vorübergehend unter die Oberfläche chen und Slowaken gleichschalten. Dem stehen Fieberträume von Rache und Zerstörung zu ban- gedrängt worden. Es wird von dem Inhalt der immerhin beträchtliche Schwierigkeiten im Wege. nen und dem Willen 311 fraftvoller Selbsterhals nationalpolitischen Regierungsvorlagen abhängen, Angesichts der Problemstellung, ob eine nazistische lung wieder Raum zu schaffen. Wer das mit wie groß die Chance ist, welche nochmals einer Minderheit eine demokratische Bevölkerungsmehr uns versucht, der fämpft. wahrhaftig um die Net- judetendeutschen Staatspolitik gegeben werden soll. heit fommandieren kann oder ob der demokratische tung des Sudetendeutschfums. Wir deutschen Sozialdemokraten haben in den Kern des Staates seine Lebenskraft wieder in den letzten Wochen große Zurückhaltung beobachtet, weil wir dem Herrn Henlein fein Jota Verant faschistisch verseuchten Randgebieten geltend macht, ist die zweite Möglichkeit doch die wahrscheinlichste. wortung abnehmen und kein Gran Verlegenheit Es ist sogar eine Entwicklung vorauszusehen, die Der beste Wille im deutschen Lager stößt ins ersparen wollten Er möge zum Nationalitätenbeute von den hemmungslosesten Gleichschaltern Deere, wenn er beim tschechischen Partner nicht ſtatut ruhig das erste Wort sagen. Wir werden in sträflichem Leichtsinn übersehen wird: die Re- ebensoviel guten Willen antrifft. Das beweist die nicht vergessen, unseres hinzuzufügen. Unsere demokratisierung auch der sudetendeutschen Rand- Entwicklung des deutschen Aktivismus nach den innen- und außenpolitische Position als Partei ist gebiete. Auf die Burgelbäume, welche so manche Vereinbarungen vom 18. Feber. Nun ist es nicht so gut, daß wir nicht jede Vorsprache und jeden wadere Gesinnungsafrobaten dann schlagen were angebracht, bittere Reminiszenzen aufzufrischen. unverbindlichen Händedrud als historischen Erfolg den, freuen wir uns heute schon. Eine Folgerung muß jedoch sehr deutlich ausge- auszuposaunen gezwungen sind. Bei einer demosprochen werden. Es ist von Regierungsseite über kratischen Lösung der sudetendeutschen Frage, die die Durchführung des Feber- Abkommens viel zu uns in dieſen Pfingsttagen näher liegt, denn je viel gesprochen und zu wenig dafür getan wor- zuvor, werden die deutschen Sozialdemokraten den. Im Interesse des Staates und des europä- einen größeren Beitrag leisten, als ihren Gegnern ischen Friedens darf sich diese Praris angesichts| lieb ist. Wie lange noch Hochspannung? Der weltweise Masaryk, der so manche Hochflut der politischen Hysterie erlebte und an der eisernen Festigkeit seines Charakters sich brechen sah, hat einmal gesagt: Aufregung ist kein Programm. Sieg- Heil"-Schreien ist ebensowenig ein Programm. Auf den Einmarsch von einem Termin zum anderen hoffen, ist auch kein Programm. Durch ewigen Kamaut ausländische Gäste und Einfäufer fernzuhalten, ist auch lein Programm. Die öden Fensterhöhlen unserer Sommerfrischen und Kurorte mit Henlein- Bildern zu beffeben, ist auch kein Programm. Der soziale und wirtschaftliche Alltag wird wieder gebieterisch feine Rechte fordern! Was soll also aus unseren Arbeitslosen werden? Was wird aus unseren Exportindustrien? Kann das Herumlaufen in hohen Stiefeln die so bitter notwendige Berufsschulung der Jugend erſchen? Nehmen wir einen hypothetischen Fall an. Angenommen, eine Mehrheit zwar national gesinnter, aber doch nicht hoff nungslos verhetter Sudetendeutſcher fände den Weg zu einem großen Ausgleich mit den Tschechen auf der Basis voller Gleichberechtigung und höchst möglicher Eristenzsicherung der Sudetendeutschen. Wir müßten uns dann gleichzeitig eine moderne Wirtschaftskonzeption erarbeiten, welche auch den industriellen und Erport- Interessen der Sudeten deutschen Rechnung trägt. Angenommen also, es obsiegte die Vernunft und es gelänge, die fünftige Nachbarschaft der Sudetendeutschen und Tschechen nach den Grundsätzen der Billigkeit und Gerechtigkeit einzurichten. Dann fönnten beide Bölfer wieder mit frischem Mute an die Arbeit gehen. Die Zeit ist außerordentlich günstig für eine ents scheidende Besserung unserer Position in der Weltwirtschaft. Der Boykott des japanischen Exports macht in der amerikanischen Welt und auf anderen wichtigen Ueberseemärkten große Fortschritte. Der Exportverlust Japans beträgt in diesen Bereichen 25 bis 50 Prozent. Die Autarkiepolitik der faschistischen Länder ist der Entwicklung ihres Dom Donaustrand ins Wunderland Nationalitätenstafut, Regierung und deutsche Sozialdemokratie Schreckensszenen beim Bombardement Kantons 750 Tote und 1350 Verwundete Chinesischen Meldungen zufolge wurden 750 Personen getötet und 1350 verletzt. Britischer Protest Das Nationalberteidigungsministerium mel det in seinem amtlichen Bericht über die Lage auf den Kampfplätzen: Ein neuer Angriff der Franco- Truppen auf die Stellungen bei Piedras de Aolo im Abschnitt Sort wurde zurückgeschlagen. Ebenso wurden feindliche Angriffe im Abschnitt Mora de Rubielos sowie auf die Stellungen bei Pueblo de Valverde abgewiesen. Bei Cully beseste der Gegner nach schweren Verlusten die Auhöhe von Drtal. Republikanischer Vorstoß an der Estremadura- Front An der Estremadura- Front unternahmen die Republikaner eine heftige Offensive im Abschnitt Villa Nueva de la Serena, um den Einbruch in ihre Linien auszugleichen. Nach heftigem Artil. leriefeuer nahmen die Republikaner auf den Höhen von Palazuelon, füdwestlich von Madri falejos, mit Tanks Stellung und befestigten fo. fort die strategisch wichtigen Positionen. Franco- Flugzeuge haben Freitag nachmit tags Tarragona bombardiert und dabei 20 Explosiv, und 40 Brandbomben abgeworfen. Aus den Trümmern wurden bisher 10 Tote und 25 Verletzte geborgen. Der britische Dampfer Maryad", der früher unter dem Namen ,, Vitruvia" fuhr, wurde bei Alicante bombardiert und in Brand gestedt. Konton.( Reuter). Samstag früh unternahmen japanische Flugzeuge einen neuen groBen Angriff gegen Kanton, wobei 30 Bomben ab= geworfen wurden. Getroffen und schwer befchä Sigt wurden besonders das Rathaus, der Stadtpark und die Schiffswerften. Das erste Bombarschafter in Tolio eine Proteftnote gegen die Bom- Queipos Anhänger melden sich dement dauerte 35 Minuten. Die Stadt wurde dabei in ihren Grundfesten erschüttert. Etwa 100 Personen wurden unter den Trümmern der Gebäude begraben. Wie Reyter meldet, hat der britische Botbardierung Kantons überreicht. Die Dolhara- Divison umzingelt Tanger.( Ag. Esp.) Auf dem Bahnhof San Bernardo in Sevilla wurden lezzthin mehrere Bomben auf einem Gleis neben einem MunitionsHantau. Die erbitterten Kämpfe längs der aug gefunden. Es handelt sich um eine der zahl In der Winghon- Straße lonnte der Neuter Lunghai- Bahn dauern insbesondere im Abschnitte reichen Protestaktionen von Anhängern Queis Korrespondent beobachten, wie beim Einschlagen von Langfeng an, wo die Reste der Doiharapos de Llanos gegen die brutale Herreiner Bombe etwa 30 Menschen in die Luft ge- Division verzweifelt den Versuch unternehmen, schaft der Deutschen und Italiener in der Hauptschleudert und 40 weitere Personen durch die Wir- die Linie der chinesischen Belagerer zu durch- stadt Andalusiens. Seitdem ist selbst die Annähefungen der Explosion bis zur Unkenntlichkeit verbrechen. In den letzten Kämpfen wurden die rung an den Bahnhof nur mit besonderen Ausstümmelt wurden. An einer Stelle ist ein Beton- zwei besten Bataillone der Doihara- Division, weisen gestattet. Zuwiderhandelnde sollen sofort gewölbe eingestürzt und begrubeinige hun- Nasu und Yokojama, aufgerieben. Auch alle vor das Striegsgericht gestellt werden. dert Leute, die dort Zuflucht gesucht hat- Versuche der Japaner, den Eingeschlossenen Hilfe ten, unter sich. Der Reuter- Korrespondent tele zu schicken, sind gescheitert. Die Belagerten graphiert: Nie werde ich das gräßliche Schauspiel fönnen nur durch Flugzeuge mit Lebensmitteln vergessen, das sich meinen Augen bot, als ich be- versorgt werden. merkte, wie ein Sohn seiner Mutter, der ein großer Block beide Beine zerquetscht hatte, Wasser reichte. 36 japanische Flugzeuge bombardierten dann noch zum zweitenmal die Vorstadt Seitſchnen, doch wurden sie durch ein heftiges Feuer der Abwehrbatterien zurückgeschlagen. V. Chinesischen Generalstabs- Berichten zufolge hat die japanische Doihara- Division seit 24. Mai von den ursprünglichen 20.000 Mann 7000 Mann verloren. Südlich von Langfeng find ungefähr 7000 Japaner eingeschlossen und 6000 tämpfen in zerstreuten Abteilungen in der Umgebung von Langfeng und Kaifeng. China schließt die Gesandschaft in Tokio Tokio. Wie die Agentur Domei" meldet, wird der chinesische Gesandtschaftsträger in Tolio, 9u- Jang, am Samstag der nächsten Woche Japan in Begleitung seiner Sekretäre verlassen. Die chi nesische Botschaft in Tokio wird an dem gleichen Tage endgültig geschlossen werden. ich mich hinseßen, als das schöne Pilotenhäuschen| gebogen, weg vom Ufer des Kanals. Ich dachte, es in Sicht fam. Ich ging darauf zu. Vielleicht ge- sei eine Abkürzung und spekulierte, wann und wo Ich fühlte Grund, lam auf und war mit lang es mir dort, etwas zu essen und ein Paar ich endlich etwas zum Essen bekommen würde, als einigen Tempos am Ufer. Ich staunte, wie weit alte Schuhe aufzutreiben. Doch damit hatte ich wir an einigen Eingeborenenhütten vorüber indessen die Rio de Janeiro gefahren war. Alle fein Glüd. Der bärtige Herr, der auf mein Klop- tamen; bald waren es auch bessere Häuser und Deds wimmelten von Menschen. Am Offiziersded fen erschien, musterte mich mißtrauisch und sagte Läden und da an der Ecke stand ein Schwarzer in erlannte ich deutlich meinen Major, der mit aus- endlich:„ Ich bin Franzose und darf Sie nicht genau derselben Uniform wie meine Begleiter. gebreiteten Armen seinen Segen zu geben schien. unterstützen, sollte Sie eigentlich festnehmen" Also waren sie gar nicht Soldaten, sondern offenERZÄHLUNG VON TH. W. STEINER Ich vermute aber, es war eher ein„ ol dich der und schloß die Türe. Ich wandte mich enttäuscht bar Polizisten!- Jest bogen wir um eine Ede Teufel". Mit einem unbeschreiblichen Freuden= zum Gehen, als die Türe wieder aufging und und ritten im Schritt in einen schönen, gepflegten gefühl sank in dankbar in die Stnie und jauchzte, eine junge Frau, sich nach allen Seiten um- Vorgarten Surch ein Gittertor. Aber o Schred! so laut ich konnte„ Bon Voyage" meinen geweser fehend, auf mich zulam und mir ein Fünffranc- Als wir vor dem Gebäude stehen blieben, sah ich In zwei Minuten war ich fertig, es nen Kameraden zu. Dann verschwand das Schiff stück in die Hand drückte. Ehe ich ihr danken in großen Lettern über dem Eingang:..Consulate war ja ein sauberes Hemd gewesen, die Seife in einer Kurve und ich stand pudelnaß auf dem konnte, war fie, ohne ein Wort zu sprechen, wie- de la Republique Francaise".„ Herrgott, das ist vergaß" ich am Trogrand und eilte das Hemd Sande. Meine Kleidung bestand aus einem der verschwunden. doch nicht Autrichel" schrie ich den Kerl vor mir aufzuhängen. Doch oh Schreck! wir waren nicht Hemde, der weißen Drillhose, der Ceinture( einem mehr im engen Kanal, unser Schiff ging lang- breiten, blauen Band, das mehrmals um den ich war reich geworden. 5 Frank und 5 Sous, jo tniete und wir stiegen ab. Ich war zerschmettert, Jezt hatte ich zwar noch immer Hunger, aber an, doch der antwortete kein Wort, das Kamel samer und blieb ganz stehen. Aber in einem Leib gewickelt wurde), und der Kappe, die mir großen See. Ich war todbetrübt, daß ich diese am Stopf geblieben war, trotz des Tauchens. Ich biel hatte ich schon seit Monaten nicht gehabt. Aber denn wir waren doch jetzt auf französischem Boden das Marschieren fiel mir immer schwerer, der und ich ein Gefangener, der als Deserteur ein große Gelegenheit versäumt hatte und frug einen wickelte vor allem die Ceinture ab und nahm Matrosen, weshalb wir stehen blieben? Aus mein fostbares Arbeitsbuch hervor. Es war wohl Sand tibelte nicht mehr, sondern schmerzte, nach Striegsgericht zu gewärtigen hatte. Meine Begleiter weichstelle" sagte er, Schiffe kommen von der äußerlich etwas feucht geworden, aber nicht ein einer halben Stunde mußte ich mich hinseßen, um nahmen mich in die Mitte und wir kamen in ein anderen Seite"." Alſo der Kanal iſt nicht zu Buchstabe war verwischt. Kein Mensch war in meine Füße im Kanal zu fühlen. Ich fürchtete, ſie ſchönes, geräumiges Zimmer, in dem ein Herr Ende?" fragte ich hoffnungsvoll weiter. Woher Sicht. Ich zog den Rest der Kleider aus und würden wund werden, ehe ich Port Said erreichte. stand, den ich im ersten Augenblick für Napo denn, wir sind nicht einmal ein Drittel durch." legte alles auf den heißen Sand. Jetzt bedauerte Plöblich sah ich aus derselben Richtung, aus der leon III. in Person hielt, so täuschend ähnlich jah Gott sei Dant, also doch noch eine Möglichkeit! ich, daß ich die Schuhe nicht anbehalten hatte, ich gekommen war, zwei Stamelreiter in weißer er den Bildern dieses Herrschers. Er hielt ein Ueber eine gute Stunde mußte ich warten. Zwei denn da ich nicht gewöhnt war, barfuß zu gehen, uniform und rotem Fez auf mich zutraben. Ich Telegramm in der Hand und las uns vor:„ Ein englische und ein französischer Dampfer zogen tißelte der Sand meine Sohlen unerträglich. Doch stand auf, als ich sah, daß sie auf mich zulamen. Soldat der Legion sprang von dem Truppentrans vorüber, dann endlich arbeiteten unsere Maschinen ich durfte ja nicht so nadt bleiben, denn jeden Ich dachte, es wären ägyptische Soldaten und bat portschiff..Nio de Janeiro" in den Suezkanal zwis wieder, und bald krochen wir wieder durch den Augenblick konnte jemand tommen, oder ein Schiff ie, mich nach Port Said zum österreichischen Ston- schen Kilometer so und so." ,, Das sind Sie?" Kanal. Ein schmuckes Landhaus am Ufer, an die Stelle passieren. Also zog ich die nur halb sul mitzunehmen, da ich( auf meine bloßen Füße eineswegs, mein Herr", erwiderte ich im Bruftgeblich das eines Kanalpiloten, gefiel mir sehr. trodenen Kleider wieder an, widelte die Bauch deutend). sehr schlecht laufen lönne. Sie sprachen ton der Ueberzeugung... ich sprang nicht freiwillig Jezt aber zog ich die Schuhe aus, kletterte auf binde, so gut ich es allein vermochte, um und miteinander, ich weiß nicht, ob sie mich verstanden ins Wasser, ich hing meine Wäsche zum Trocknen die Reling, um mein Hemd zum Trodnen auf- beschloß, zurückzumarschieren nach Port Said, hatten. Jedenfalls ließ der eine sein Tier nieder auf und als die Wache mich anschrie, wollte ich zuhängen... He, du, willst gleich herunter, streng ben österreichischen Konsul aufzusuchen und um inien und mich rückwärts aufsteigen. Als ich in antworten, verlor dabei mein Gleichgewicht und verboten, marscht", in gutem Deutſch rief es die Silfe zu bitten. In meinen Hosentaschen fand ich den Sattel geturnt war und mich mit beiden hän- fiel. Ich bin doch kein Deſerteur!"„ Sehr g Wache.„ Trottel, siehst denn nicht, daß ich meine mein Taschentuch, ein halbes Pädchen nassen den an ihm anhielt, stand das Kamel auf und sagte er etwas höhnisch, wie mir schien, erzäh Wäsche hänge" schrie ich. Ich wandte mich um. Tabat, Zigarettenpapier und fünf Sous. Mein gleich darauf gings im Trab weiter. Das Schau- len Sie das dem Kriegsgericht in Sidi bel Abbes" Großer Gott, wie hoch das Schiff war, ich schäßte ganzes Vermögen! Dazu leine Schuhe und, wie leln und Stoßen machte mich beinahe seekrank, gab jedem der Polizisten ein Trinkgeld und gut über vier Stock, und der weite Bauch, wenn ich plöblich konstatierte, mächtigen Hunger. aber ich war glücklich, dem heißen Sand entronnen schwang eine kleine Tischglode. Die schwarzen ich da anschlug, war alles aus. Aber ich durfte 3a, bas Seebaden macht Appetit! Ich tam nur zu sein und so rasch und bequem mein Ziel zu er- Verräter salutierten und verschwanden, ein Diener nicht anschlagen. Ich biß die Zähne zusammen, langsam weiter. Der Sand war heiß, doch wur- reichen. Die Sonne war schon ziemlich hoch und erschien, der mich am Arm faßte und sanft hinausschloß vie Augen- und sprang. Iden meine Kleider allmählich trocken. Even wollte brannte ganz gehörig. Wir waren nach links ab- schob. ( Fortsetzung folgt.) Bie bes $ 51 bon ter habe Tent Jenn re Gef mai Epi feit Ion Lot wid Ge ba i dh fer gre Vor heit reb bon fait in toer teft fad tir Yan das fuit 1111 ent Nu de befi We fun jahh ihr Leb Get Ge erh wa Ni rig A art da ga Ar Vo Ja de to na fii A fu 14 al h fi G e i 11 3 1 Seite 3 . 132 llon Morgennalisten, ie Luft blich von nen sehr en harts Angriffe en um Um den zusetzen, iclos bereits chen. im mels Die Lage pen auf bschnitt wurden ra de en bei besente Anhöhe ront nen bie bschnitt ruch in Artil f den Nadri cit fo chmit dabei Dorfen. e und - der wurde eftedt. ich San hrere Nr. 132 Sonntag, 5. Juni 1938 Die Achtundvierziger Revolution in Wien 90 Jahre sind es her, seit die Revolution in Ende der Vierzigerjahre zu, wenn möglich noch wurden, als die Arbeiterschaft herannahte. Die Bien Metternich, den verhaßtesten Repräsentanten allgemeiner verschlechterten, und daß die Verhält- Arbeiter, denen man den Eintritt in die Stadt ks Absolutismus stürzte, ſeit der österreichische niffe der arbeitenden Massen, die natürlich unter verwehrt hatte und die sich ihn auch später nicht Bölferkerker von den Eingekerkerten gewaltsam der gezeichneten Mittellinie lagen, unjäglich trauertämpfen konnten, machten ihrem Haß an den gesprengt wurde, ſeit die Revolution in Defterreich rige, elende, gewesen sein müssen. Arbeiter Mauthäusern in den Vorstädten als den Symbolen son den Kanonen und Säbeln Windischgräß' mie- Organisationen gab es nicht einmal in der harm der Staatsmacht Luft. Sie zerbrachen in den der im Blut erstickt wurde. Die Wiener Arbeiter losesten Form. Es war für den Arbeiter damals Fabriken die Maschinen, die fie ums Brot ge haben heuer keine Möglichkeit, der Toten des„, tol- jeine Lust, zu leben!" bracht hatten, sie zündeten in Mariahilf das len Jahres" zu gedenken, sich offen zu ihnen zu beLiniengebäude und in anderen Bezirken die Häutennen. Tun wir es darum an ihrer Stelle! jer besonders brutaler Ausbeuter an. Inzwischen hatte der Arzt Dr. Adolf Fischhof Der Vormärz ,, Der Zukunft getreue Kämpfer" - die Arbeiter von Wien Aber nicht nur die Arbeiter murrten, nicht eine Ansprache GOLD AUS WIEN Schachts Moral: Wir übernehmen nur Aktiven! CSR SOCIALNI DEMOKRACIE Gruß an die Bruderpartei KARNTHER RING LEHEN Die„ Alten Kämpfer" Wiens ,, Er wartet, bis er einem Preußen die Autotur öffnen kann." Cedillo auf der Flucht ,, Wenn ich doch auch schon so in Sicherheit wäre wie Codreanu." Man schrieb das Jahr 1848. In Oesterreich regierte" der Kaiser Ferdinand, den die offizielle nur sie ergriff der troßige Wille, dieses Leben, das Geschichtsschreibung den ,, Gütigen" nannte, weil nicht mehr lebenswert war, in die Schanze zu an die beim Landhaus versammelte Menge geman ihn nicht gut als den Schwachsinnigen und schlagen für ein besseres Morgen. Auch im Bürger halten, die den letzten Anstoß zur revolutionären Epileptiker" bezeichnen konnte, der er in Wirklich- tum, das noch überhaupt keine politischen Rechte Erhebung gab. Die Menge rief nach Pressefreiheit kit war. An feiner Stelle regierte die Staats- besaß, gärte es. Auch die Bourgeoisie war der und religiöser Freiheit, nach Lehr- und Lerntonferenz, deren treibender Faktor Clemens Luderherrschaft des Adels fatt. Auch sie wollte sich freiheit, der Ruf„ Konſtitution"" Nieder mit Lothar Wenzel Fürst von Metternich, deren damals ihren Anteil an politischen und wirtschaft Metternich" drang zu den Fenstern des Stände wichtigster Handlanger der Polizeiminister lichem Einfluß erkämpfen. Für Freiheit und faals. Die Maffen gerieten in wildeste Begeiste Gedinikky war. Gin unvorstell Gleichheit, für Menschenrechte und den großdeutung, als ihnen Stofjuths, des Führers der ungabarer Drud politischer und wirtſchen Gedanken, der in den Farben schwarz- rot- rischen Freiheitskämpfer, in Preßburg gehaltene schaftlicher Natur lastete auf der Bevöl gold fein Symbol gefunden hatte, kämpften vor Freiheitsrede vorgelesen wird. Sie stürmen das terung Desterreichs. Mit einer ans Lächerliche allem die Studenten der Wiener Universität. Landhaus und verwüsten den Sizungssaal der Und daß der unfreie Bauer feine Stüße des Re- Stände, die es versucht hatten, das Volk durch grenzenden Gründlichkeit wurde die Kenntnis der Vorgänge in der Welt, wurde insbesondere jede gimes sein würde, das wußten auch die Grundbe verklausulierte Zusagen von lächerlichen Stonzessio Mitteilung über das siegreiche Vordringen frei- fiber sehr gut. So stand das ganze Volt nen zu besänftigen. Plößlich ist Militär da, es heitlicher Ideen in anderen Ländern, wurden alle in Opposition zum Regime und eine Er- fommt zu einem Handgemenge, dann zu einer revolutionären Schriften, Bücher und Zeitungen hebung des ganzen Volles war es, die es hinweg- Schießerei. Bald wird in den Straßen Wiens gevon Oesterreich ferngehalten. Man hielt das Volt fegte. Aber die Revolution brach schließlich doch fämpft. Karl Heinrich Spiker, ein jüdischer fyftematisch in Unwissenheit und bevormundete es Student aus Mähren, ist das erste Todesopfer. zusammen nicht so sehr unter den Säbelhieben in unglaublichster Weise. Die Zensur duldete kein der Windischgräßischen Soldaten, sie wurde ge- Eine Reihe weiterer Blutzeugen sollte den Sieg wertvolles Buch, feine ernste Zeitung. Der seich- meuchelt, nicht so sehr von den Hinrichtungspelo- dieses Tages nicht mehr erleben. An diesem tefte Kitsch war amtlicherseits begünstigt. Saupt- tons der Realtion als von der Tatsache, daß Tagsiegte trop alle dem die ReboIution. Metternich muß vom Kaiser fallenjache, er roch nicht nach Geist, dafür waren ,, ordentliche" Bürger, auch wenn sie unzufrieden, Goethe und Schiller verboten. Jede auch wenn sie unterdrückt sind, keine ausdauern gelassen werden, am Abend des 13. März wird den, konsequenten Revolutionäre sein können. Die die allgemeine Bewaffnung der wirkliche oder angebliche freiheitliche Regung gelangte im Wege der zahllosen Denunzianten, die Wiener Revolution brach zusammen, weil es ge- Bürger und Studenten bewilligt, der Abend bringt auch die Bewilligung der Pre ßlang, große Teile der Bürgerschaft durch eine hefdas Regime aushielt, zur Kenntnis der Polizei und wurde aufs Härteste bestraft. Die Bauern waren tige Agitation gegen das Fabriksgesindel" von freiheit. Seldnisty verschwindet. Die Natio= den Arbeitern loszulösen, zu denen aber wie nalgarde wird aufgestellt. Mit unbeschreiblichem unfrei, sie hatten den Grundherren Dienste zu haben sich die Zeiten geändert! die Studenten Jubel werden in den nächsten Tagen die beritteentrichten und ihm eine jährliche Abgabe für die in guten und in bösen Tagen als begeisterte Mit- nen Herolde begrüßt, die den Wienern verkünden, Nuzung des Bodens zu zahlen. Und die Lage der Arbeiterklasse? Sie war nicht viel streiter standen. Aber die Wiener Arbeiter, die sich daß sie eine Konstitution erhalten werden. Desterbesser. Sozialistische Ideen hatten natürlich den mit Todesverachtung für eine Revolution schlu reich sollte endlich wenigstens die primärsten MerkWeg aus dem Ausland nach Desterreich nicht gemale eines Rechtsstaates bekommen. gen, die in ihrer Zielsetzung doch eine bürgerliche war und die, wäre ihre Sieg von Dauer gefunden und nicht finden können und es fiel daher wesen, troß aller sozialen Reformen, die ihr zu schwer, das Freiheitssehnen der Wiener Arbeiter, ihre Sehnsucht nach Erringung der primitivsten danten gewesen wären, doch dem Bürgertum in Die Arbeiterschaft stellte nun auch ihre For erster Linie Nuben gebracht hätte, diese Wiener Lebensmöglichkeiten, als ein Werk ausländischer derungen, Forderungen sozialpolitischer Natur: Sezer hinzustellen. So far war es, daß diese Arbeiter waren schon damals„ der Zukunft ge- Verbesserung der Löhne, Verfürzung der Arbeitstreue Kämpfer." Sehnsucht spontan aus der fürchterlichen Situation zeit auf zehn Stunden, Eindämmung der Frauen erwuchs, in der die Arbeiter zu leben gezwungen Der Sturm bricht los... und Kinderarbeit, Einschränkung des Lehrlingss waren. Die Löhne waren von unwahrscheinlicher unfuges, Fürsorge für frante und invalide Arbei Niedrigkeit, Frauen und Kinderarbeit, noch nied- Ende Feber 1848 wurde in Paris die Repu- ter. Unter dem Eindruck der panischen Angst, die Am 22. Juli wird in Wien die Reichsverriger entlohnt, war gang und gäbe. Kinder im blit ausgerufen. Troß aller Absperrmaßnahmen die Unternehmer erfüllte, vermochten die Arbeiter ſammlung eröffnet. In der dritten Sitzung, am Alter von 9 Jahren mußten schon harte Fabriks- wußte man dies einige Tage darauf schon in Wien. manche dieser Forderungen auch durchzusetzen. 26. Juli, stellt der Abgeordnete von Benisch in arbeit leisten. Eine überlange Arbeitszeit richtete Am Kärntnertor hing plößlich ein Plakat: In Aber nicht auf lange. Denn die Hofkamarilla hatte Schlesien, Hans Kudlich, der kaum 25 Jahre das Proletariat gesundheitlich völlig zugrunde. einem Monat wird Fürst Metternich gestürzt sein. wieder Oberwasser bekommen, die Reaktion ist alt ist, seinen berühmt gewordenen Antrag auf Wohlfahrtseinrichtungen und Arbeiterschußgefeße Es lebe das konstitutionelle Desterreich!" Die wieder im Vormarsch. Am 25. April wird ohne Aufhebung der Leibeigenschaft der gab es natürlich nicht, nicht einmal in schwachen Stimmung wurde immer erbitterter. Der Lese- Befragung des Voltes eine Verfassung einfach Bauern, der schließlich mit einigen Modifizierun Anjäsen. Die einzige damals zu Recht bestehende verein, der Gewerbeverein faßten Reſolutionen, ottroniert. Das steigert die Erregung neuerlich. gen zum Beschluß erhoben wird. Niemand in der Vorschrift war ein Stabinettschreiben aus dem die durchgreifende Reformen, Preßfreiheit und Sie gipfelt in der Sturmpetition" vom ganzen Versammlung wagt es, die bisherigen Jahre 1786, welches bestimmte, daß die Kinder in Freiheit des religiösen Bekenntniſſes, Einführung 15. Mai. Die bewaffneten Arbeiter marschieren schandbaren Zustände zu verteidigen. Die Bauern, den Fabriken jede Woche wenigstens einmal ge- der Schwurgerichtsbarkeit verlangten. Die Stu gemeinsam mit der Akademischen Legion der Stu- die sich nun ſaturiert glauben, scheiden damit prafwaschen und gefämmt werden müssen und zwei- denten adresse" richtet ähnliche Forderun- denten und den Nationalgarden in die Burg. tisch aus dem weiteren Freiheitskampf aus und mal im Jahre vom Arzt zu untersuchen fejen. Das gen an den Kaiser. Am 13. März 1848 Der Verfassungsentwurf ist erledigt. Kaiser Fer- überlassen ihn ganz den Städtern. nannte man im Vormärz Sozialpolitit! Geradezu 90 Jahre später sollte der gleiche Tag ein Tag dinand entflieht am Tage darauf nach Innsbrud Karl Marx in Wien fürchterlich waren die Wohnungsverhältnisse der des Verhängnisses für Wien und Desterreich wer- und kommt erst nach einigen Wochen wieder zuArbeiterschaft, die gezwungen war, in den unge- den! brach der Sturm los. Im Ständehaus rück. Am 26. Mai wird die Akademische Legion Ein ziemlich unbekanntes Detail sei ersundeſten Löchern, in wahren Brutstätten der in der Herrengasse traten die niederösterreichischen aufgelöst, aber die Arbeiter bleiben den Studen- wähnt: etwa vom 28. Auguſt bis zum 7. SepTuberkulose, zu hauſen. Ernst Viktor Zenter, ein Stände, Prälaten, Herren und Ritter, zusammen. ten treu, sie kämpfen für sie und an ihrer Seite. tember hielt sich Karl Mary in Wien auf. Er durchaus bürgerlich eingestellter Autor( aus dem Ihnen lagen die Petitionen der Bürger und Stu- Mitten in der Stadt, vor allem rings um die sprach in einer Versammlung des Deutschen Veralten Liberalen ist inzwischen ein wütender Anti- denten vor. Sie konnten den vieſtauſendſtimmigen Univerſität, entstehen Barrikaden. Von der eins und dann wiederholt im Arbeiterverein, wo demokrat geworden), faßt die Verichte über die Ruf nicht überhören, der durch Wien ging, den höchsten Barrikade, der am Stefansplay, er einen Vortrag über„, Lohnarbeit und Kapital" Lebensverhältnisse der Wiener Arbeiter in den Ruf nach einer Konstitution. Im Hof weht die rote Fahne. Neuer Sieg der hielt. Auf den Gang der Ereignisse hatte er keiWorten zusammen, daß aus ihnen mit Bestimmt des Landhauses standen die Menschen Stopf an Revolution. Die Einsetzung eines Sicherheitsaus- nen Einfluß zu nehmen vermocht und dies wurde heit hervorgeht ,,, daß das Mittelmaß der Lebens- Stopf. Die Studenten waren geſchloſſen hingezo- schusses wird bewilligt, die Truppen aus Wien auch von keiner Seite behauptet. Was hätte ein führung in Wien und Desterreich schlechter gen. Aus den Vorstädten marschierten die Arbeiter zurückgezogen, der Nationalgarde werden Kano- Goebbels, der nichteriſtierende Sowjetflugpläße waralsin allen anderen Ländern in die Stadt, aber nur einem Teil von ihnen ge- nen ausgefolgt. Der Sicherheitsausschuß, dessen zum Mittelpunkt einer riesigen Kampagne zu Europas, daß sich die Verhältnisse gegen das lang es, die Tore zu passieren, die rasch geschlossen Seele wieder ein Mährer, der Jurist Willner aus machen in der Lage war, aus der tatsächlichen tions zahl eis Herraupts nähe Ausofort kio eldet, Colio, apan chis ichen c, c ipo als über und er in iter. fene. Ede Aten red! ich late ift mir mel ert, den ein iter ein Derr po, jah ein Gin 18 vis ?" fts llig. ient id nd t", 3", nd en Ter 8 Zur Melniker Sendung Vom März bis zum Oktober Bnaim ist, trifft auch eine Reihe von Verfügungen fozialpolitischer Natur. Er setzt es sich auch zur Aufgabe, die er allerdings nicht mehr leisten kann, das entseßlich niedrige Wohnungsniveau der Wiener Arbeiter zu heben. Die Autorität des Staates ist auf dem Nullpunkt angelangt. Arbeitervereine entstehen und nehmen einen stürmischen Aufschwung. Ihr wichtigster ist der Erste allgemeine Arbeiterverein. Eine Reihe von Arbeiterblättern erscheint. Stern. Beide hatten die Tendenz, die Friedens- und Versuch machte, u. a. nachzuweisen, daß Henlein be Menschlichkeitsidee zu verherrlichen. Schnogs Hör- reits eine Vertrauensbajis" geschaffen habe. Und folge vom Leben Bertha von Suttners und Alfred auch der Vortrag Hans Multerers ,, Deutsche Nobels, die sich an historische Tatsachen hielt, er- Art- tren gewahrt", der auf verschwommene Art reichte ihre Absicht auf überzeugende, auch litera- sich mit der nationalistischen Stunstwertung abs risch sehr achtbare Art, während Sterns Funtdrama finden wollte, dürfte gerade die Hörer, die sich für vom Kriegsgewinner und dem Engel der Kriegs- den Sender interessieren, nicht im mindesten überopfer( für den wohl Elsa Brandſtröm das historische zeugt haben. Es ist wahr, daß der SDP- Boykott die Vorbild war) etwas zu effektvoll sein wollte. Auch Vortragssendungen von den ärgsten Versagern bedie Aufführung der Sörfolge Schnogs unter Sor- freit hat, es ist erfreulich, daß sie sich von wenidans Regie mit Lotte Stein, Elsbeth Warnholz, gen Ausnahmen, zum Beispiel in den Sportberichten, Richter, Fürth und Schmerzenreich machte den besse- abgesehen in Stil und Form gebessert haben, ren Eindrud. aber freiwillige und unfreiwillige Rücksichtnahme verschuldet einen Mangel an Inhalt, gedanklicher Klarheit und werbender Wirkung, der den Vorträgen oft ihren eigentlichen Wert nimmt. von Suppé erwiesen sich als eine recht einfältige Un| terhaltung; die Handlung ist nicht der Rede wert, die Musit auch kaum und so kann man der AufDer erste Monat der ganztägigen deutschen führung( unter Heinrich Fischers Regie) nur nach Sendung über den Melnifer Sender hat an alle Be- rühmen, daß die Mitwirkenden, besonders Dudek, teiligten, aber auch an den Hörer ungewohnte An- Preger, Ruth Kuthan, Trude Wessely und Martha forderungen gestellt. Es waren„ Versuchssendungen" Tamara in den Hauptrollen auch um den Preis der in mehr als einer Beziehung: die häufigen Abwei Uebertreibung aus der Sache herausholten, was her chungen von der programmäßigen Sendefolge waren auszuholen war. Die andere Operette Clivia" nicht nur durch die unvermeidlichen technischen von Nico Dostal, ein reichsdeutscher Bühnenschlager Schwierigkeiten, sondern oft durch die Absagen ge- der letzten Jahre, ist zwar auch weder stil noch wisser Leute bedingt, die vor der Boykott- Parole der espritvoll, aber eine ganz geschickte Mache, die Henlein- Partei zurückwichen. Wenn hier auch die wieder unter Fischers Regie und Poppers mujitaliSendeleitung eine Schuld trifft, dann ist es die, daß scher Leitung mit dem nötigen Schmiß" aufge= sie Leute, von denen fein Wut und feine Treue zu führt wurde, in Bolter einen wirksamen Sprecher, in erwarten war, doch zur Mitwirkung heranziehen Breger und Suthan effelwolle Sänger hatte. Daß wollte. Aber es kann festgestellt werden, daß die Sa- auch ältere und stilvollere Musik nicht vergessen botage nichts ausgerichtet hat und daß sich eine ge- wurde, bewies die Sendung„ Altdeutsche Lie nügend große Zahl von deutschen Künstlern und Vor- derder Renaissance 3eit", in der tragenden fand, die bereitwillig mitwirken. Und es ein fultivierter Kammerchor unter B. Spidras Leiist zu wünschen, daß ihnen ihre Treue auch fernerhin tung Lieder des 16. Jahrhunderts von Komponisten gelohnt werde. wie Hoffheimer, Laurenzius Lemlin und Joh. HerVon der musikalischen Sendung mann Schein vortrug. In diesem Zusammenhange läßt sich allgemein sagen, daß sie sich eine stattliche sei auch das Hörbild„ Traumland AltSchar guter Kräfte sichern konnte. Gute Sängerinnen Pr a g" von Martin Summer erwähnt, das Mozarts und Instrumentalisten sorgten für künstlerischen Ge- Arbeit am Don Giovanni" in der Prager nuz und gefällige Unterhaltung. Neben zwei Opern- Bertramta gutgemeint, aber ein bißchen zu umständübertragungen aus dem Prager Deutschen Theater lich dramatisierte. ( ,, Sans seiling" und Die verkaufte Die beiden Schauspiel- Aufführungen des Monats waren dem drastisch- komischen Genre gewidmet: Holbergs Jeppe vom Berge" wirkte vor allem durch Voller in der Hauptrolle, während die neudeutsche Schweinekomödie ,, Krach um Jolanthe" von Hinrichs, deren Humor sich fast ganz im plattdeutschen Dialekt erschöpft, den hiesigen Sprechern begreiflicherweise Schwierigkeiten machte. Auch sonst er= Thien die Auswahl der beiden Schauſpiele nicht sehr es bleibt zu wünschen, daß fünftig Geist und Gesinnung echter deutscher Dramatik mehr zur Geltung komme. Der Arbeitersendung war manche Zurückhaltung auferlegt, die stellenweise sogar zum Ausfall einer Sendung führte. Aber es gab in der Arbeitersendung doch noch genug aktuelle und bes fennende Vorträge, angefangen von der Maifeier, bei der Josef Hofbauer sprach und Elsbeth Warnholtz rezitierte, bis zu den aktuellen politischen Vorträgen des Abg. Wenzel Jatsch. Besonders zu erwähnen sind noch der Vortrag von Irene Kirpal., Die freie demokratische Gemeinde", der neue Bericht Alois Es wäre unverständlich, wenn man auf den Ullmanns über den Beitrag des Atus zur WehrGeschmack eben jener Leute Rücksicht nehmen wollte, erziehung, der Vortrag Gad M. Lippmanns ,, Gesins Aus der Reihe der anderen Hörspiele seien zwei die den Sender ohnehin boykottieren und für nung und Geistesfreiheit" und die Serie der Bra ut") fandte man noch atvei Operetten aus dem hervorgehoben: die zum Geburtstage des Präfiden, deren Bedürfnisse die reichsdeutſchen Sender ia so Altuellen zehn Minuten", die dem Hörer gerade in Stubio, eine alte und eine zeitgenöffis, die aber ten der Republik. aufgeführte Hörfolge der ausgiebig forgen. Es erſchien auch überflüssig, daß den letzten kritischen Wochen wertvolle Darstellungen beide kein besonderes Niveau hatten. Die Behn Friede siegt" von Start Schnog und„ SOS in einem Vortrag über„ Sudetendeutsch= des Zeitgeschehens bot. Räbinas füzesio Malmöm" von Sudolf tum und Demokratie" Direttor 3 at ben -cis Seite 4 Anivesenheit Karl Marg in Wien herauszuholen verstanden. Die Tragödie des Oktober Inzwischen drängte alles zu einem dramatis schen Abschluß. Ungarn war unter Kossuths Füh rung offen von Oesterreich abgefallen. Am 3. Of tober wurde der ungarische Reichstag aufgelöst, der Kaiser oder seine Ratgeber schicken nun kroatische Truppen unter Führung des bekannten Jelladhich gegen die Ungarn. Der österreichische Kriegsminister Latour will auch deutsche Truppen den aufständischen Ungarn entgegenwerfen. Doch dagegen erhebt sich wieder das Volk von Wien. Am 6. Oftober fließt auf dem Stefans play, ja sogar im Dom selbst, wiederum Blut. Und um 4 Uhr nachmittags wälzt sich eine erbit terte Menge nach dem Amtsgebäude Latours; der glühend gehaßte Mann endet an einem Laternens pfahl. Am Tage darauf flieht der Kaiser neuer lich, diesmal nach Olmüş. Er sollte Wien nicht mehr betreten. Sonntag, 5. Juni 1938 Die Entstehung Mr. 132 Der Ministerpräsident 1st optimistisch der tschechischen Sozialdemokratie den englischen lattes ,, Daily Mail" Bar d Der( sehr nazifreundlichen) Ward Price wurde vom Ministerpräsidenten Dr. oda empfangen. Dr. Hodža äußerte sich über die Aussichten der Verhandlungen mit der SdP optimistisch. Ueber die Gründe dieses Optis mismus ſagte Ward Price nichts. Aber er berich tete und das ist wichtig der Ministerpräsi dent habe ihm versichert, daß in den letzten Tagen mehrere tausend einberufene Reservisten aus dem Militärdienste entlassen wurden. Berliner Pressekampagne geht welter Zu den Jubiläumsfelern am 5. und 6. Juni Anläßlich der Jubiläumsfeierlichkeiten der ein eigenes Blatt..Budocnost", dessen erste tschechischen Sozialdemokratie, in deren Zeichen Nummer am 1. Oftober 1874 erschien. In dies Prag in den Pfingstfeiertagen stehen wird, inter- fer Beitung verfocht Pecka sozialdemfratische Anessiert es wohl der Ereignisse zu gedenken, denen schauungen und sammelte um das Blatt die ersten die Feiern gelten. Anhänger der Sozialdemokratie im tschechischen Volte. Am 28. September 1876 fand bereits in Prag eine Konferenz der Anhänger der in der " Budoucnost" vertretenen Idee statt. Bevor noch eine fürsorgliche Polizei den Beratungen ein Ende feste, konnten die aus Böhmen, Mähren und Wien gekommenen Delegierten einen Ausschuß Berlin.( Tich. P. B.) Die Kampagne der wählen, dem die Sorge um die weitere Erhaltung folgungen und Stonfiskationen trat die Budouc- dauert unverändert an. Wie in den vergangenen des Blattes oblag. Unbeirrt von polizeilichen Verreichsdeutschen Presse gegen die Tschechoslowakei nost" für die Lebensinteressen der tschechischen Tagen waren auch am Samstag ganze Spalten Arbeiter ein und bemühte sich um die organisa- der Zeitungen mit den verschiedensten Berichten trische Zusammenfassung ihrer Leser. Seit Jän- angefüllt, die die„ unhaltbarkeit" der Verhältnisse ner 1878 gab es in der Tat Organisationen fiche in der Republik dokumentieren sollen. Die Er chischer Sozialdemokraten mit einem Vollzugsaus- flärung des Abg. Kundt in der„ Rundschau" schuß an der Spitz Bezeichnend ist, daß sich die derzufolge angeblich noch ein fertiggestelltes „ Budoucnost" seither Zentralorgan der tschecho- Nationalitätenstatut besteht, wird von den Blät slawischen sozialdemokratischen Partei Defter tern vollinhaltlich veröffentlicht. Mit großer Aufreichs" nannte. merksamkeit verfolgt die Presse auch die Entwidlung in der Slowakei, wobei jede, auch die kleinste Nachricht veröffentlicht wird, die auf einen fortschreitenden Awiespalt zwischen Tschechen und Slowaken schließen lassen könnte. Aehnlich wie in der deutschen Arbeiterschaft Defterreichs haben auch in der tschechischen zuerst die Bestrebungen der sogenannten„ Selbsthilfler" Fuß gefaßt, d. h. einer Richtung innerhalb der Arbeiterbewegung, wonach die Arbeiter sich in ihrem Kampf um ein besseres Leben nicht so sehr auf den Staat verlassen, sondern wirtschaftliche Eristenz verbessert würde. Die Arbeiterbelvegung Organisationen schaffen sollten, durch welche ihre sollte nicht politisch, sondern rein wirtschaftlich sein. Der Künder dieser Lehre war unter den tschechischen Arbeitern Dr. František Ladislav Chlebo rád, der seit 1868 eine Agitation in Brag und Mittelböhmen entfaltete, in Prag einen Stonjumverein Oul"( Bienenstod) gründete, nach dessen Vorbild an 500 fleinere Vereine entstanden. Alle diese Genossenschaften fielen der Krise der siebziger Jahre zum Opfer. Nun zieht Windischgräß mit 80.000 Sol daten gegen Wien. Haben im März 250.000 Wiener für die Freiheit zu den Waffen gegriffen, so stehen im Oktober kaum mehr 25.000 auf den Wällen der Stadt. Dem Bürgertum in seiner überwiegenden Mehrheit ist die Sache zu riskant geworden, es will seinen Frieden mit den herr fchenden Massen. Der ,, Ludergeruch der Revo lution", den die Arbeiter verbreiten, schreckt die Inzwischen aber regte sich, unter dem Eins Der erste Kongreß dieser Partei nun, welBürger ab. Die Hoffnungen der Wiener Frei- fluß der Lassalleaner in Deutschland und unter den chen die tschechische Sozialdemokratie als ihren heitsfämpfer auf Hilfe gehen nicht in Erfüllung. deutschen Arbeitern Desterreichs die politische Ar- Gründungstong reg betrachtet, fand am Der erste Schlag für sie ist das Verhalten des beiterbewegung im tschechischen Volt. Es waren 7. April 1878 in einem Gasthaus im Dorfe Großteils der Bürger, die im März noch für die die liberalen Jungtschechen, welche im Kampfe Břevnov( das jest au Groß- Prag gehört), un Sache der Freiheit entflammt waren, nun aber gegen die konservativen Alttschechen die Arbeiter weit des Klosters St. Margareth, statt. Der ,, ihre Ruhe haben" möchten. Der zweite, das mobilisieren wollten und zu dem Zwecke ein Ar- Kongreß dauerte nicht länger als drei Stunden: Ausbleiben einer ausgiebigen Hilfeleistung der beiterblatt„ Telnické Listy" gründeten( 1872), von zehn Uhr vormittags bis ein Uhr nachmit Bauern, um die sich Hans Kudlich vergebens be- das von ihrem Vorfämpfer Baráf redigiert tags. Er zählte nicht mehr als 15 Teilnehmer, müht. Aber die Bauern interessieren sich nicht wurde. Bald aber trat innerhalb dieser national- von denen 14 Tschechen und ein Deutscher waren, weiter für das Schicksal der Städter, die ihnen zu tschechischen Arbeiterbewegung eine sozialistische der lettere war der Bäder Ferdinand Sch war ihrer Befreiung verholfen hatten. Der schwerste Opposition hervor, deren Führer der Dichter, Pos als Alt- Habendorf bei Reichenberg. Elf der De Schlag jedoch war das Ausbleiben der liliter und Agitator Josef Boleslav Pect a war, legierten waren aus Prag und Umgebung, zivei Silfe aus Ungarn und der hat die Kata- den man als den Begründer der tschechischen so- aus Wien, einer aus Dur, einer aus Alt- Sabenstrophe herbeigeführt. zialistischen Arbeiterbewegung bezeichnen kann. dorf. Die Hauptleistung der Tagung bestand in Pecla war damals 23 Jahre, ein feuriger, dabei der Annahme des Parteiprogramms, das dem fuger Stopf, ein bewußter Sozialdemofrat. 1873 Gothaer Programm der deutschen Sozialdemokrastellte er ein politisches Programm auf, das sich tie nachgebildet war, des Organisationsstatuts und eng an das Eisenacher Programm der deutschen der Wahl einer Parteileitung. Damit hatte sich Sozialdemokratie von 1868 anlehnte. Er war es, die tschechische Sozialdemokratie die ideelle und der zuerst den Gedanken einer selbständigen tiche organisatorische Grundlage gegeben, mit welcher chischen Arbeiterpartei aussprach. Infolge von sie die kommenden achtziger Jahre überdauerte, Meinungsgegenfäßen trennte sich Pecta von Bas in der grausame Verfolgungen durch die Staatsrát, welch letzterer die Arbeiter in der jungtsche- behörden und schwere innere Kämpfe die Bewes hischen Partei erhalten wollte, trat aus der Regung zu schwächen, aber nicht niederzuringen vers daktion der„ Dělnické Listy" aus und begründete| mochten. Am 23. Oftober fordert Windischgrät Wien aur lebergabe auf. Aber die Freiheitsfämpfer unter Führung Massenhausers und des volnischen Generals Bem lehnen ab. Die Kai serlichen fämpfen sich Stück für Stüd, Meter für Meter vor. In diesen Tagen schreibt Ferdinand Freiligrath die oft zitierten Worte: „ Wenn wir noch kien könnten, wir lägen auf den Wenn wir noch beten könnten, wir beteten für Knien, Wien!" Am 28. und 29. Oftober bombardiert Wins dischgrätz 24 Stunden lang die innere Stadt. Die Burg brennt. Der Gemeinderat will sich unterwerfen, aber Windischgräß fordert jest eine bes dingungslose Unterwerfung. Am 30. glaubt er, daß der Weg für ihn frei sei. Da meldet der Turmwächter vom Stefansdom, daß die Ungarn im Anzug feien, um Hilfe zu bringen. Noch eins mal bäumt sich der Troß der Verteidiger, noch einmal werden die Barrikaden bezogen, noch ein mal flammt die Hoffnung auf. Aber Windischgräb schlägt die Ungarn- man konnte die Schlacht vom Stefansdom aus verfolgen bei Schwechat und erstürmt nun nach opferreichen Stämpfen am Tage darauf Wien. Die Stadt ist ihm auf Gnade und Ungnade ausgeliefert. Die Revolutionäre werden mit Stolben erschlagen oder mit Bajonetten erstochen. Bem ist es gelungen, sich nach Ungarn durchzuschlagen. Massenhauser und Robert Blum. Abgeordneter der Frankfurter Nationalversamm lung, werden von Exekutionspeletons gemordet. Hunderte wandern in die Gefängnisse.( Die Institution der Konzentrationslager fannte man das mals noch nicht.) Alle konstitutionellen Errungenschaften des Frühjahrs werden niedergestampft. In Oesterreich ist es wieder still wie auf einem Friedhof. Ferdinand ,, der Gütige" dankt am 2. Dezember zugunsten seines achtzehnjäh rigen Neffen Franz Joseph ab, den man rasch großzjährig erklären mußte. Ferdinand hat noch bis 1875 am Prager Hradschin gelebt. Alles vergebens? Alles war wieder wie vorher... Wirklich Arbeitslosenzahl auf 285.000 zurückgegangen Selt Jänner um 233.000 kleiner geworden Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen ist im Mai von 360.849 auf 285.795 zurüdgegangen. Der Rüdgang beträgt demnach 75.054 ober mehr als ein Fünftel( 20.8 Prozent). Daran sind beteiligt Böhmen mit 29.032( 15.2 Prozent), Mähren- Schlesien mit 23.423( 27 Brozent), bie Slowakei mit 20.553( 27.3 Prozent) und Karpathorusland mit 2046( 28.5 Prozent). Gegenüber den Vorjahren ist die Arbeitslofenzahl bis um 60 Prozent( feit 1933) Kleiner geworden. Der Unterschied beträgt: Methoden. Von den Metternich und Sedlnikly von 1848 hat niemand angenommen, daß sie in Wirklichkeit Freunde des Volkes und nicht seine Feinde seien und sie selbst haben auch gar keinen Wert darauf gelegt, einen solchen Eindruck zu erweden. Die Metternich, Sedinisky und Win dischgräß vom Jahre 1938, die in Wien genau so hausen wie die Sieger vom Oftober 1848, fie treiben ein viel raffinierteres Spiel mit der Politit von 3uderbrot und Peitsche, sie buhlen um die Gunst der Arbeiter, sie gerieren sich im Augenblick, indem sie ihnen die leßten Reste von Freiheit nehmen, als gegenüber 1937 99.266 1936 1935 351.590 " 380.638 1934 " 339.055 1933 " 440.834 201.433 1932 3 Seit Jänner ist die Arbeitslosenzahl um 233.207 oder 45 Prozent zurückgegangen. Es wird aber gerade in diefert Monat von besonderer Bedeutung sein, die Ausweise über die Beschäftigung nach dem Stand der Sozialversicherten kennenzulernen, um die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt genau festzustellen. Bürckel befahl den Bischöfen Um den Pittsburger Vertrag Preßburg. Am Samstag vormittags wurde hier der Kongreß der Hlinka- Partei eröffnet. linka verlas nach einer Begrüßung des Kongresses und der amerikanischen Gäſte Begrüßungstelegramme an den Präsidenten der Republik und an den päpstlichen Nuntius in Prag. In den Telegrammen wird die Bedeutung des Pittsburger Vertrages und die Bereitschaft der Partei, auf der Grundlage dieses Vertrages ein Einvernehmen herbeizuführen, betont. Der Generalsekretär Abg. Sokol erklärte in Besprechung des Pittsburger Vertrages, es sei bereits an der Zeit, daß auf der Basis dieses Vertrages die slowakische Frage endlich gelöst und so eine Zusammenarbeit zwischen dem tschechischen und dem slowakischen Volfe er zielt werde. Der Vorsitzende der amerikanischen Delegation Dr. I ett o erklärte, daß die in der Slotvalischen Liga vereinigten amerikanischen Slowaken solange nicht aufhören werden, um den Vertrag zu kämpfen, als er nicht im Interesse des flowakischen Volfes und der Tschechoslowakischen Republif verwirklicht wird. Später wurde einmütig eine Resolution an genommen, in der betont wird, daß die Slowatische Volkspartei vom Pittsburger Vertrag nicht ablassen werde und den vorbereiteten Entwurf für den Umbau des Staates auf Grund die ses Vertrages billige. Begrüßungsschreiben waren u. a. von der polnischen autonomistischen Partei, von den vereinigten ungarischen Parteien und von der SdP eingelangt. Festausgabe des ,, Právo Lidu" Anläßlich des Jubiläums der tschechischen Sozialdemokratie ist deren Hauptorgan„ Právo Lidu" in einer dem Parteisest angemessenen Form, 80 Seiten start und reich bebildert erschienen. Es enthält eine Reihe von politischen Auffäßen zur gegenwärtigen Lage, aber auch historischer Darstellungen, welche die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des tschechischen Volfes ebenso zum Gegenstande haben wie die Geschichte der tschechischen Sozialdemokratie selbst. Daran schließen sich Aufsäße und Beilagen, welche einen Ueberblick über die einzelnen Zweige schaften, Genossenschaften, Sportorganisationen geben, Berichte über die Tätigkeit in der Selbstverwaltung und schließlich eine Beilage..Sozia lismus und Kultur". Der Leser empfängt so einen tiefen Eindruck von Arbeit und Leistungen der tschechischen Sozialdemokratie. Nie ist die Verivunderung jener Katholiken, die nicht Hilgenreinerianer sind, über die bekannte feierliche Erklärung der österreichischen Bischöfe, die mit Heil Hitler" schloß, verstummt. Wie der tschechischen Arbeiterbewegung, sowie Gewerk fonnte die Erklärung zustandekommen? Die Zuschrift eines gutunterrichteten Ratholiten an die Basler„ National- Zeitung" gibt Aufschluß. Bür del hatte vom Kardinal Inniker, der ja für seine Person zu allem bereit war, die Unterschrift aller Bischöfe verlangt. Ja, die konnte aber ohne Bischofskonferenz nicht erzielt werden. Gut, also eine Bischofskonferenz. Die Bischöfe Der Präsident der Republik empfing am alles? Mag auch die Realtion im Augenblid ihre besten, als ihre wahren Freunde. Doch mag fonimen nach Wien. Pawlikowifi aus Graz wird Samstag den Grafen della Torre, Redakteur des triumphiert haben, mag, was folgte, eine der es vereinzelt Charakterschwache geben, die dem grauenhaftesten Epochen der Geschichte Dester- Terror erliegen, mag es Naive geben, die an das unter SS- Bedeckung in den Saal geführt, in dem Blattes, Offservatore Romano" aus Rom, ferner Bürdelneben Innißer thront und den die Delegation der englischen Arbeiterpartei, beGaufelspiel glauben, das man den Wiener Arreichs gewesen sein, für alle Ewigkeit hatte die Steaktion doch nicht gejiegt. Die Toten vom März beitern jetzt vorführt, uns ist um die Wie Vorsiz führt." Die Bischöfe Gföllner und stehend aus Lord Snell, Georges Dallas und James Walter, sowie den ehemaligen Memelauer machen Vorbehalte. Was sagt Rom ner Arbeiter nicht bange, wir wissen, und Oftober 1848, sie sind nicht umsonst gestorben." daß sie den Ideen, für die sie im Jahre 1848 ge- dazu? Leider: am Telephon des päpstlichen französischen Kolonialminister M. Moutet. stritten haben, für die sie im Feber 1934 in den Nunzius Cicognani scheint etwas scha dhaft Der Neuban der Deutschen Universität. Das Tod gegangen sind und für die viele von ihnen zu sein. Der Kardinal muß die Verantwortung Ministerium für öffentliche Arbeiten hat, wie die 1938 in Dachau gemartert werden, daß sie ihnen übernehmen. Der ernste Blick Bürdels fasziniert Prager Presse" meldet, den Oberbaurat Arch. treu bleiben werden und daß der Tag tom- ihn. Es gibt auch Notlügen. Also:" Der Jos. Rasche mit der Ausarbeitung der Ideenmen wird, der sie aus der Schmach Papst ist einverstanden." Federn entwürfe für das Zentralgebäude der Deutschen der Gegenwarterlöst. Nikolaus erascheln auf dem Papier. Sechs Unterschriften Universität betraut. Das Gebäude soll auf den na u hat es einige Jahre vor 1848 ausgespro- bededen das Blatt, dessen Verfasser Josef Bürdel Grundstücken der Zentral- Sozial- Versicherungschen das Wort, das den Besiegten von damals anstalt auf der Letná situiert werden. zum Trost gereichte und das auch heute nicht an Wahrheitsgchalt eingebüßt hat: Nicht alle find tot, die begraben sind, benn sie töten den Geist nicht, ihr Brüder. Nein, den Geist der Barrikadentämpfer konnten sie nicht töten, er ist verjüngt wieder auf erstanden in der großen, stolzen Wiener Arbeiterbewegung, die stets eifrig darauf bedacht war, die Tradition von 1848 zu wahren und die in dem alljährlichen Gang zu den Gräbern der Opfer mehr sah als eine bloße Höflichkeitspflicht. die in ihr ein Bekenntnis zu den Ideen der Freiheit und Gleichheit, der Menschenwürde und Menschenrechte erblickte, für die die ungezählten Blutzeugen von 1848 gestorben sind. Aus dem Geist dieser Kämpfer für mehr Licht und Luft und Freiheit ist das neue Wien erstanden, das " ,, Das Licht vom Himmel läßt sich nicht verfprengen, Noch läßt der Sonnenaufgang sich verhängen Mit Purpurmänteln oder dunklen Rutten; Den Albigensern folgen die Husiten Und zahlen blutig heim, was jene litten; Nach Hus und Žišta kommen Luther, Hutten, die dreißig Jahre, die Cevennenstreiter, Die Stürmer der Bastille und so weiter." Dr. J. W. Brügel, unbergängliche Wert ber roten b Gemeindeverwaltung, das auch die Windischgräße von 1938 nicht aus den Herzen. der Wiener Arbeiter zu reißen vermögen. FreiLich, die Zeiten haben sich geändert und auch die heißt." Die österreichischen Bischöfe erklärten" also, was Bürdel wollte, Innißer war so katholisch, wie Herr Hilgenreiner. Er war es freilich auch schon Bürdel es befahl, und so fatholisch war dann auch vorher. Zwel 40.000 Tonnen- Riesen London.„ Daily Expreß" meldet, bas britische Kabinett habe befchloffen, die zwei Schlachtschiffe, die in diesem Jahre auf Stapel gelegt werden, in einer Größe von 40.000 Tonnen mit 16- Boll- Gefügen zu bauen, " Radiohörer, Achtung! Montag, den 6. Juni, wird durch Prag I um 9.15 Uhr( vormittags) in der tschechischen Arbeiter fendung ein Zwiegespräch, und zwar in deutscher und tschechischer Sprache, swifchen Bürgermeister Frits Kepler- Bodenbach und Bürgermeister V. So um ar Tabor übertragen. Die Sendung betitelt fich: 3wei Städte lernen einan der verstehen". Wir machen alle Hörer auf diefe Sendung aufmerksam und bitten sie, ihre Apparate auf Brag I einzustellen. " 2 t A S b ( อ b 32 sch cund= ard = Dr. sich t der Optis erich bräfi Lagen 3 dem eder vaket genen alten chten tniffe Er hau" elltes Blät Aufs wid inite fort Slo urde fnet. ton ngs= und den rger auf men 216g. rger der end chen er= chen der chen den des chen all va= ch t Enta dic der Der Sdp chen άνο nen er hen uch afta Bol Ge lbst. gen, cige erf nen bft siafo gen am des ner be аз gen Das die rch. ens hen den um ter und Frit V. ing 11auf ihre Nr. 132 Sonntag, 5. Juni 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Trotziger Widerstand überall Drel eindrucksvolle Jaksch- Versammlungen Ein SdP- Arbeiter kehrt zur Sozialdemokratie zurück Die deutsche Sozialdemokratie führt den Gemeindewahlkampf mit ganzem Krafteinsatz. Sie hat ihre Arbeit nicht allein auf die größeren Orte konzentriert, sondern behält auch die Vor poſtenſtellungen der Bewegung im Auge. Dort, im Gebirge und in den Landgemeinden, wird am heißesten gekämpft und dort ist der Kampf am schwersten. Gerade dort aber ist auch der Hervis. mus unserer Treuen am sichtbarsten. Dieser Geist äußerte sich in eindruckvollster Weise in drei Versammlungen, die der Vorsitzende der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Abg. Jatich, am Donnerstag und Freitag abgehalten hat. Donnerstag abends hatten die SozialdemoIraten Neuerns zu einer großen Wahlfundgebung In den Hambach- Saal aufgerufen. Mehr als 600 Arbeiter und Arbeiterinnen bereiteten dem Parteivorsißenden a tsch stürmische Ovationen. Zu Beginn der Versammlung spielte die Arbeiter lapelle die ,, Internationale". Jatschens Darlegun gen ernteten immer wieder jubelnden Beifall, ebenso die Ausführungen der Schweizerin Wyt tenbach und Paula Wa II is ch s. dann sind wir ein stilles Heer, dessen Einsazz Großes schaffen kann." Was das„ Große" ist, muß sie nicht ausdrücklich schreiben, es genügt, wenn sie mit den Augen 3ivintert, aber mit dem„ Heer" hat sie sich Sporen verdient und sie braucht keine Angst zu haben, daß sie eine tugendsame alte Jungfer wird, von der Adolf Hitler( Zitat in der gleichen Nummer!) gesagt hat, daß sie nicht das Menschheitsideal ist, dieses sei vielmehr die tropige Vertörverung männlicher Kraft und Frauen, die wieder Männer zur Welt zu bringen vermögen" besonders. und so was das freut einen ja auch und sie ganz Wir erfüllen unsere Pflicht dem Staate gegen über und verlangen von ihm billigerweise Siche rung unserer Rechte." Am Ende des Artikels wird dann endlich mal einer deutlicher: len führenden Menschen der SdP wisse er, daß sich Jatich als Volkspolitiker und Arbeiterführer auch bei seinen Gegnern Respekt verschafft hat. Voilà: eine Blütenlese aus einer Zeitung deutscher Lehrer, Staatsbeamter der TschechosloFreitag abends sprach Jatsch in zwei Wäh- walischen Republik, die in einem anderen Artikel Terversammlungen, und zwar in Leitmeris der gleichen Nummer der Zeitschrift unter dem und Aus ch a. Beide Versammlungen erfreuten mysteriösen Titel:„ Wer sein Recht verteidigt, versich eines ausgezeichneten Besuches. Gerade inmit- teidigt das Recht", die Frechheit aufbringen, zu ten der agrarischen Gebiete entwickeln die soziali behaupten: stischen Vorhuten eine heroische Tapferkeit. Die Versammlung in Auscha gestaltete sich zu einem überwältigenden Treuebekenntnis der dortigen Sozialisten zur Partei und zur Demokratie. Obwohl unsere Menschen fast durchwegs arbeitslos sind und infolge des Boykotts, der gegen sie ausgeübt wird, mit weiterer Arbeitslosigkeit rechnen müssen, haben sie den Gemeindewahlkampf mutig aufgenommen. Auch in diesen beiden Versammlungen wurde Jalsch eine überaus herzliche Begrüßung zuteil, die Zeugnis ablegte von der Verbundenheit der Parteiführung mit den Mitglie dermassen in den am schwersten umfämpften Gebieten. Starken Eindruck machten Hanna Wytten bachs Ansprachen. Sie schloß ihren Gruß mit dem Berner Wort: Solange in uns eine Ader lebt, gibt keiner nach!" Sensationell wirkte die Rede des Arbeiters Koruna, der in der Neuerner SdP seinerzeit eine führende Rolle gespielt hat und auf Grund seiner Erfahrungen inzwischen zur Sozialdemokratie zu rüdgekehrt ist. Koruna bekannte, daß er die Sdp verlassen hat, weil er die Ueberzeugung gewann, daß alle Versprechungen dieser Partei an die Arbeiter purer Schwindel find. Der seinerzeitige Generalsekretär der SDP, Jonat, habe ihm er Klärt, jetzt müsse die Arbeiterfrage in den Hintergrund treten. Von der SdP habe die arbeitende Bevölkerung nichts mehr zu erwarten. Koruna gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß viele tau fende fudetendeutsche Arbeiter gleich ihm wieder den Weg zur Sozialdemokratie zurückfinden werden. Besonderen Eindruck machte eine weitere Feststellung dieses Redners. Unter Hinweis auf die persönliche Hehe in gewiffen Sdp- Flugblättern gegen den Parteivorsitzenden Jaksch erklärte er, daß diese Angriffe wider besseres Wisfen erhoben werden. Aus Gesprächen mit vie- Freunde hervorruft. Mit diesen Versammlungen ist der Beweis erbracht, daß die Partei den schweren Kampf ihrer Vorposten in den agrarischen Gebieten mit allen Kräften unterstützt und daß dieser Kampf immer mehr auch die Bewunderung unserer ausländischen Das Ende des heiligen Geistes Der Heilige Geist, der heute ja so ettvas ähnliches, wie seinen Geburtstag hat, liegt im deutschen Seltor seines Wirlens im Sterben. Die Feuerzungen, die er ſeinen Aposteln gab, damit fie in seinem ,, Geiste" reden, reden angekurs belt alleine weiter, ohne Geist, die Federn, jene gottvollen Instrumente, die es ihm ermög lichten, den menschlichen Sinnen wahrnehmbar zu werden, sind aus deutschem Stahl, und seine Apostel, seit ch' und je berufen, im Kinde den Heiligen Geist zu wecken, damit er in jedem neuen Menschen pfingstliche Wiederkehr feiern kann, haben ihren Herrn und Meister gegen einen anderen vertauscht. Sie haben Tritt, und KommißStiefel gefaßt, bei welcher preußischen Prozedur der Heilige Geist eins abbekommen hat. Er röchelt noch, aber die Diagnostiker, die ihn und die Stiefel fennen, haben ihn aufgegeben. Der Geist stirbt Aus Blut und Boden, Stiefeln, Dolch messern und Preußenfressen ersteht ein Ersatzinstitut, das sie den deutschen Geist" nennen. Seite B schaffen, ein Werk der inneren Befriedung und des Friedens überhaupt sein." Diese Stellungnahme ist deshalb so erstaun lich, weil d: Sdp es bisher mit der Erledigung der nationalpolitischen Fragen sehr eilig hatte, so eilig, daß sie, auf die Ungeduld ihrer Enhänger verweisend, erklärte, nicht mehr länger warten zu tönnen. Plötzlich aber hat sie Zeit, plößlich ist sie also in der Lage, die ,, Ungeduld" ihrer Anhänger zu zügeln. In Wirklichkeit aber hat sie an der nationa len Befriedung überhaupt kein Interesse. Sie will Zeit gewinnen, die Regierung durch systematischen äußeren Druck mürbe machen und also den Boden für die Durchsetzung der Karlsbader Forderungen bereiten. Außerdem liegt ihr daran, bis dahin die deutsche Sozialdemokratie durch die Steigerung des Terrors vollkommen auszuschalten. Uns dünkt, die Herren werden sich auch diesmal verrechnen! Gleichschaltung auch in der Deutschen Blindenfürsorge In einer am 25. Mai I. J. in Auſsig stattgefundenen Hauptausschuß- Sizung des Vereines Deutsche Blindenfürsorge in Böhmen, dem auch eine Reihe Ortsgruppen in verschiedenen Städten Böhmens angeschlossen sind, wurde mit dem Amtswalter der SdP, Holube, der in Vertretung des Hauptausschußmitgliedes Dr. Arnold erschie nen war, über die Zusammensetzung des Hauptausschusses in der nächsten Vertreterversammlung Und hinter der sudetendeutschen Erzieherschaft, verhandelt. War schon die Beiziehung des Ver die sich in flarer und eindeutiger Weise zum deut treters einer politischen Partei in Vertretung schen Volkstum befannt und unter die Füh eines Hauptausschußmitgliedes ein statutenrung Konradenleinsa este l It widriger und auch sonst neuartiger Vorgang, so hat, steht das gesamte sudetendeutsche Volt. Es waren die gepflogenen Verhandlungen und ihr wird nicht dulden, daß einem seiner eder, und Ergebnis ein besonderes Novum. Die Verhand= ein solches ist auch der Erzieherſtand. Unrecht gelungen in dieser beschlußunfähigen Sigung des schicht. Es wird sich einseßen für jeden einzelnen nad den Gefeyenderkamerad schaft, die niedergeschrieben sind in den Herzen aller Menschen deutscher Weltanschau ung!", die überall niedergeschrieben sind, nur nicht in den Geſetzen des tschechoslowakischen Staates, dem die Herren zu dienen vorgeben, troßdem sie sich gleich zeitig zur deutschen Weltanschauung, zum Nationalsozialismus, also zu einer gegen den tschechoslowatischen Staat ge= richteten Anschauung, bekennen. Hauptausschusses endeten damit, daß auf Empfeh lung des Amtswalters der SdP die für den 16. Juni 1. 3. vorgesehene Vertreterversammlung auf Anfang September verschoben wurde. Das geschah mit der ausdrücklichen Begründung, daß der Ausgang und die Auswirkung der Wahlen abgewartet werden muß, um in den neuen Hauptausschuß die neuen Vertreter zu wählen. Um die Neuwahl des Hauptausschusses in der Vertreterversammlung restlos im Sinne der Forderungen der SdP durchführen zu können, haben sowohl Der Heilige Geist soll sich aufhängen, es ist der bisherige Vorsitzende als auch der Kassier auf immer noch besser, als unter diesen Stommiß ihre Aemter verzichtet. Die anderen Mitglieder Stiefeln langsam zu berenden, aber den Lehrern, des Hauptausschusses wird man erst gar nicht zur die vom Staat Geld nehmen und in seiner Ju- Verzichtleistung auf ihre Aemter auffordern, songend fortgesetzt Gedanken großziehen, die mit dern sie werden einfach vor eine fertige Tatsache tretet an, die sudetendeutsche Erzieherschaften Grundsäßen und Ideen die gestellt. In einem Rundschreiben vom 30. Mai ses Staates in trassem Wider. J. an die Ortsgruppenleitungen wird über die pruch stehen, die, um in einer Verhandlungen mit dem Vertreter der SDP einzeitgemäßen Terminologie zu fach Mitteilung gemacht und ersucht, geeignete reden, dem Feind über die Herzen Damen und Herren für die Neuwahl des Hauptund Sirne der Kinder Eingang ausschusses bekanntzugeben. Zugleich werden den in 3 Land verschaffen, muß mit aller Deutlichkeit gesagt werden: Wir wollen nicht, daß jemand in seinem Denten vergewaltigt wird. Aber wenn ihr nicht als charakterloses Gejindel gelten wollt, dann quittiert sofort den Dienst im tschecho flowatischen Staate, denn dort habt ihr nichts nehr zu suchen! wartet auf euere junge Straft..." wahrscheinlich sehnsüchtiger, als das judetendeutsche Volk auf diese Erzieherschaft, die der gute Sedlatschef folgendermaßen kennzeichnet: „ Die Junglehrerschaft ist jener Menschenfreis, in dem der Neuankömmling zucht voll seinen Dienst zu leiſten hat, um die rechte Saltung und die rechten Gedanken für die Mitarbeit in der Standestörperschaft zu gewinnen. Die Junglehrerschaft ist die Offiziersschule der ſudeten deutschen Erzieherschaft" in der als erstes Gesez gilt, und die Schule die dazu notwendige SA- Kaserne, ,, daß jeder seine Person bedingungslos der Gemeinschaft und ihrer Idee unterordnet." Das kann er auch als Staatsbeamter ruhig schreiben, weil ihm ja ſchließlich niemand nachweisen kann, an welche Gemeinschaft und welche Idee er dabei gedacht hat und weil außerdem die Demokratie hochanständig ist und die„ rechten Gedanken" ihrer Beamten nicht indiskreter Weise fontrolliert. Aber auch an die„ liebe Kameradin" ergeht der Ruf: „ Wie wir die Mädchen in der Schule und später im Erziehungsverband ausrich ten, so werden die Mütter unseres Voltes ſein" Ausrichtung ist gut, schließlich stehen sie ja Das weitere über dieses Thema kann man in einer Schulzeitung lesen, deren Titel( Freie Schulzeitung", Nr. 20, vom 19. Mai 1938) wohl nur noch als schlechter Wiß aufgefaßt werden kann, eine Lehrerzeitung, die sich nicht geniert, T. G. M. neben Adolf Hitler zu zitieren, aus Frechheit, Dummheit oder zu Tarnungsziveden. Denn was sonst in diesem Blatte steht, ist nicht nur Hochverrat gegen den Geist, sondern„ als Führerinnen und Helferinnen in den Volks schon fast gegen den Staat, und sicht so aus: fumsverbänden, dem deutschen Turnverband..." ....... dann werdet ihr feine Stundenhalter just an der richtigen Stelle, die Kinder zu humasein, vielmehr Soldaten der Erziehung die nistisch denkenden, demokratischen Bürgern der Me, immer im Dienste sind" publit, die auch diesen edlen Jungfrauen Monatsmöglichst, selbst wenn der Verstand nicht einmal gehälter gibt, zu erziehen. mehr auf Beistriche langt, in schwarzen Ledermänteln, Stiefeln und Stappen, bereit, mit deutscher Gründlichkeit alles kurz und klein zu hauen, was anders denkt, eine richtige FS, eingesetzt im Stampf gegen wehrlose Kinder, sozusagen: geistige Werkleute am Gemeinschaftsbau unseres Voltes". wobei er sich unter diesem nichts vorzustellen getraut, weil er Angst um die Bezüge hat, und mit jenem gerade den Nagel auf den Stopf getroffen hat: Handwerkes des Geistes, die bereit sind, sofort die Feder mit dem Schlagring zu vertauschen. Daher fordert er ja auch, daß ihre Störper hart und zucht voll" sein sollen. ,, Standeskameraden, tretet an!" kommandiert gleich darunter ein Unglüdseliger, der ausgerechnet Sedlatschek" heißt, einer also, an dem die Tragödie so vieler Leute in dieser Zeit aus Hälchen ein„ tsch" zu biegen, nicht spurlos vorbeigegangen ist. Die geordnete, berantwortungsbewußte Erzieherschaft der Sudetendeutschen, von der wir vor zwanaig Jahren nur träumten, sie ist jetzt wirklich im Entstehen und Ihr braucht nur in die Reihe au springen und Tritt zu faffen", senst gar nichts! Armer Heiliger Geist! Also ziert Ortsgruppen zur„ Erleichterung der Wahlvorschläge" einige Damen und Herren namhaft ge macht,., welche bisher stets für die Idee gearbeitet haben". Unter den vorgeschlagenen Persönlichkeiten befindet sich aber keine einzige, die nicht Mitglied der SdP wäre. Alle anderen werden ignoriert, obwohl viele darunter sind, die ebenfalls schon seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten für die Idee hervorragend gearbeitet haben. Das Rundschreiben ist von dem bisherigen Staffier, Dire la or iller, unterzeichnet, der also eigenmächtig und statutenwidrig den Verein, mit Die Sudetendeutschen Preſſebriefe haben eine einem Vermögen von rund 2 Millionen Kč, an sehr bemerkenswerte Stellungnahme zu den Vereine politische Partei ausliefert. handlungen zwischen der SdP und dem Ministerpräsidenten veröffentlicht. Plötzlich haben sie Zeit! sie Zeit! Es sei notwendig, die tschechoslowakische Staatsführung von der Notwendigkeit eines Staatsumbaues zu überzeugen. Es sei jedoch weniger notwendig, eine Synthese zwischen den Absichten der Regierung und den Forderungen der Sudetendeutschen Partei zu finden. Wörtlich heißt es in den Sudetendeutschen Pressebrieren: ,, lm diesen Staatsumbau zu ermöglichen und durchzu führen, dazu bedarf es allgemeiner Einsicht, weitesten Entgegenkommens und vor allem auch genügend Zeit, denn der Umbau des Staates, der nicht bloß mit der Schaffung einiger Gesetze ermöglicht werden kann, soll Dauerwerte Henleins Traum: Der neue Volkswagen cuch nicht länger, streift ab, wenn ihr noch anstän- Sudetendeutsche, wollt ihr die Freiheit, dann wählt sozialdemokratisch!| Sige geistige Hemmungen haben solltet. der Alus UNION ATUS UNION Werbeaktion bis 30. Juni verlängert Durch die Gemeindewahlen wurde die Durch führung der Werbeaktion start beeinträchtigt, da die Funktionäre hiebei start in Anspruch genommen wer den. Die Verbandsleitung hat deshalb diese Aftion bis 30. Juni verlängert. Jeder Parteigenosse, jede Varteigenoffin frage fich, ob es jetzt nicht unbedingte Pflicht ist, Mitglied der Arbeiter Turn- und Sport. Union zu sein! Unsere Jugendweihen haben, wie alle Jahre, auch heuer überall statizufin den. Die Feiernberatungsstelle für das Bildungswesen der DSAP hat einen sehr gut verwendbaren Entwurf mit viel Material für eine gute Durchführung von Jugendweihen herausgebracht und es ist diese Materialmappe gegen Voreinsendung von 5 Kč in Briefmarken von der Feiernberatungsstelle, Prag XII., Slezsfá 13, zu beziehen. Aus dieser Mappe Ins Leben hinein!" ist jedoch nicht alles zu verwenden, es müssen den örtlichen Verhältnissen angepaßte Kürzungen vorgenommen werden. Unbedingt muß die Jugendweihe jedoch an die Zentrale gemeldet werden. Die Meldung muß neben Zeit und Lofal auch enthalten, ob die Jugendweihe nur im Verein stattfindet oder gemeinsam mit den anderen Kulturorganisationen im Ort oder Bezirk veranstaltet wird. Singendes Volk, das neue, schöne und umfangreiche Liederbuch für die sozialistische Arbeiterbewegung, haben alle Vereine in mehreren Exemplaren, möglichst für jede Abteilung, zu beziehen. Es kostet in Leinen gebunden, alle Lieder mit Noten, 10 Kč. Bestellungen erledigt das Union- Sekretariat. Seite 6 Sonntag, 5. Juni 1938 Die deutsche Sendung Nr. 132 Jagesneuigkeiten Leuchtendes Rot Es war schon am Samstag so, es wird so am Sonntag sein, nur noch verstärkt, vermehrt, verdichtet: leuchtendes Rot, viel leuchtendes, zukunftsfreudiges Rot! Erst tauchte da und dort ein Mann mit einer roten Nelke auf, ein Mädchen mit der roten Blume, manchmal eine kleine Gruppe mit roten Nelken geschmückter Leute. Dann wurde das Rot häufiger und häufiger. Ganze Arbeiterscharen zogen, von den Bahnhöfen kommend, durch die Straßen Prags. Und immer neue Scharen kamen. Immer mehr Arbeiter und Arbeiterinnen, und fast alle mit roten Nelken geschmüdt. Schon der Anblick der Festteilnehmer beweist, daß es eine Arbeiterpartei ist, die ihre Anhänger zu einer großen Feier nach Prag gerufen hat. Es sind dieselben Gestalten, die wir aus unseren fudetendeutschen Industrie.. gebieten fennen: diefe Männer mit den arbeitsharten Händen, diese proletarischen Frauen. Wer vermöchte beim bloßen Anblid festzustellen, daß es tschechische Arbeiter sind, die durch die Straßen ziehen. Es ist nicht nur das Arbeits. erleben, die Gleichheit des Klassenschicksals, die tschechische und sudetendeutsche Arbeiter einander so ähnlich gemacht hat, so zum Verwechseln ähnlich. Es muß auch an der Landschaft liegen, am Klima. Es ist eine sehr starke und nicht nur äußerliche Aehnlichkeit da... Und diese Männer und Frauen in Sonntagskleidern, die, mit roten Neffen geschmückt, in Gruppen, in Scharen, in großen Zügen zu sehen sind, sie alle sind von der gleichen Ge. sinnung erfüllt wie ihre sozialistischen deutschen Arbeitsbrüder. Es ist ein Geist, der in sudetendeutschen und tschechischen Klassenbewußten Arbeitern lebt! Und deshalb kann sich der deutsche Arbeiter, der seine tschechischen Brüder und Schwestern sieht, in so großer Zahl sieht, so sehr dieses Anblics freuen! Es ist seine Stampffarbe, ist die Farbe seines Glaubens und seiner Hoffnung, die hier glüht, es ist das uns allen gemeinsame leuchtenbe Rot! Die Škoda- Arbeiter rein sozialistisch Bei den Wahlen in den Betriebsausschuß der Pilsner Skoda- Werte erhielt die gemeinsame Kandidatenliste des Metallarbeiterverbandes( sozialdemokratisch) und der Vereinigung der Metallarbeiter( nationalsozialistisch) 20 Mandate, von denen 14 auf den Metallarbeiterverband und 6 auf die Vereinigung der Metallarbeiter entfielen. Die nationale Gemeinschaft und der Verband der republikanischen Angestellten blieben ohne Mandat. Das Autler- Kino von Los Angeles In Amerika kann man jetzt auch mit dem Auto direkt ins Kino fahren, und zwar in das große Freilichttheater, das fürzlich bei Los Angeles für die große Zahl der Autotouristen eröffnet wurde, die scheinbar nicht einmal am Wochenende auf den Kinobesuch verzichten können. Während das Filmbild auf der riesigen Leinwand von allen" Autopläßen" gut zu sehen ist, befindet sich vor jedem der parkenden Autos- wie man auf unserem Bild erfennen fann ein fleiner Lauts sprecher, der dann durch die geöffnete Windschutzscheibe auch eine gute Uebertragung des Tones gewährleistet stellen. Unglückliche Liebe. In einem Walde bei Coltice wurde Freitag früh die Leiche des 30jährigen Nutſchers Jar. Vondrák aus Habřiny Vlčí gefunden, der Selbstmord aus unglücklicher Liebe begangen hat. Unfall eines Militärautos. Am Samstag havarierte bei Salovec in der Slowakei ein Militärauto, wobei der Zugsführer Sochan und der Gefreite Sazama ums Leben famen und zwei Bivilpersonen schwer verletzt wurden. Die Ursache des Unglüdsfalles wird untersucht. Spontan wurde beschlossen, daß sich der tschecho= Fensterplätze für den Königsbesuch in Paris. flowakische Rundfunk sowie seine sämtliche Pro- Der Staatsbesuch des englischen Königspaares in grammfaktoren und Angestellten völlig in den Paris wirft ſeine Schatten voraus diesmal im Dienst der Verteidigung unseres Staates wörtlichen Sinne, indem im Schatten des großen Ereignisses bereits Betrüger erfolgreich zu arbeiten beginnen. Vor etwa vierzehn Tagen erhielt eine Reihe von Privatleuten einen telephonischen Anruf. Es meldete sich ein Mann, der mit französischem Atzent englisch sprach und vorgab, von Freunden darauf hingewieſen zu sein, daß die Betreffenden gern einen guten Fensterplay für den Königsbesuch in Paris belegen möchten. Er sei Vertreter einer großen Pariser Agentur und habe nicht nur Fenster, sondern auch ganze Ballons zu vergeben. In einem Dußend von Fällen ließ man den Mann kommen. der auch schöne Photos von den Champs Elysées vorlegte. An den Häusern waren bestimmte Fenster angekreuzt, die für 20 bis 25 Pfund je nach der Lage zu mieten waren. Die Interessenten schlossen ſchnell ab, zahlten 5 Pfund an und erhielten einen Schein mit genauer Agabe. Die Sache wäre vermutlich nicht so schnell herausgekommen, wenn nicht einer der Interessenten schnell noch einen Plas hätte haben wollen. Er schieb an die angegebene Adresse in London, aber der Brief lam postwendend als unbestellbar zurüd. Daraufhin wurde natürlich die Polizei alarmiert, die sehr schnell feststellte, daß die betreffenden Häuser entweder überhaupt nicht in Paris existierten oder jedenfalls nicht an den Champs Elysées gelegen waren. Von dem Betrüger fehlt vorläufig iede Spur. Sigmund Freud in Paris. Der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, ist heute Nachmittag in Begleitung seiner Tochter aus Wien nach Paris abgereist. Von dort wird er sich nach London begeben, wo ihm seine Freunde eine Villa zur Verfügung gestellt haben. Wieder eine Hinrichtung in Deutschland. Der vom Sondergericht in Weimar am 28. Mai d. J. wegen Mordes und des Verbrechens gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens zum Tode verurteilte Emil Bargazky iſt Samstag hingerichtet worden. Bargasty hat am 13. Mai d. J. mit dem flüchtigen Peter Forster bei Weimar einen Wachposten, den SS- Nottenführer Stallweit erschlagen." Ein Ueberfall in Brünn.( Amtlich.) Am Freitag um 20.30 Uhr fand sich in der AmbuTanz der deutschen Rettungsgesellschaft in der Meniner Gasse in Brünn der 21jährige Student der Textilschule Leonhardt Hornisch, wohnhaft in Brünn, Franziskanergasse 6, mit einer Verlegung am Kopfe ein. Er wurde behandelt und sogleich in das Landeskrankenhaus auf die Abteilung Prof. Petřivalsfýs übergeführt. Dort stellte der Arzt fest, daß Hornisch am Scheitel eine leichte Verlegung erlitten hatte, die mit irgendeinem stumpfen Gegenstand verursacht worden war. Nach der Erklärung des Arztes wird der Patient nach drei Tagen aus dem Krankenhaus entlassen werden. Einem Wachmann gegenüber gab der Student bei seiner Einvernahme an, daß er Freitag, abends um 20.30 Uhr in Gesellschaft eines Mitschülers und zweier ihm dem Namen nach unbekannter Studentinnen auf dem Gehsteig an der Ede des Freiheitsplatzes und der Běhounstá ulice gestanden sei. Plößlich sei von rüdwärts ein unbelannter, bisher noch nicht sichergestellter etiva 40 Jahre alter Mann von kleiner Statur an die Gesellschaft herangetreten, der über dem Arm einen Mantel trug. Wie Hornisch aussagt, habe dieser Mann ohne irgendeinen Anlaß mit seinem schwarzen Ueberzieher auf den Studenten eingeschlagen, wobei sich in der Manteltasche irgendein stumpfer Gegenstand befunden haben muß, durch welchen die Verlegung entstanden ist. Die Polizei nahm fofort die Nachforschungen nach dem unbekannten Täter auf, die jedoch daEin italienisches Militärflugzeug mußte durch erschwert sind, daß weder Sornisch noch wie erst jetzt bekannt wird am 1. Juni aus sein Freund, noch auch die Mitglieder der Net- noch nicht geklärten Gründen bei Ferrara eine tungsgesellschaft den Vorfall unverzüglich der Notlandung auf freiem Feld vornehmen. Der Polizei meldeten, die von der Tat viel zu spät er- Apparat geriet in Brand und sämtliche vier Infuhr. Die Polizei besitzt ein Interesse an der Er- sassen tamen ums Leben. greifung des Täters und ersucht deshalb alle Personen die Zeugen des Vorfalles waren oder bie zur Aufklärung der Angelegenheit zweddien liche Angaben machen können, sich unverzüglich auf der Sicherheitsabteilung zu melden. MTP von Sonntag bis Dienstag Sonntag: Prag- Melnik: 9.00 Beethoven: Missa solem nis.( Schallplatten.) 10.00 Fröhliche Pfingsten ( Sörfolge). 11.00 Werte von Richard Strauß ( Schallplatten). 12.05 Presse. 12.25 Unterhaltungsmujit. 14.00 Bauernpredigt. 14.15-14.30 Arbeiter. fendung. 16.30 Fußballkampf TschechoslowakeiHolland( aus Le Havre). 18.20 Alte Musit( Gebel Trio, Berlin). 18.40 Sugo Wolf: Lieder nach Goethe Texten( Gesang Else Fink, Klavier Rr. Holečet). 19.15 Nachrichten. 19.40 Sportberichte. 20.00 Was der Sonntag brachte. 21.00 Orchesterkonzert. Aus Werken von Brahms( Dir. Jeremiáš, Gesang Geria Redlich, Klavier W. Rehberg). 22.15 Nach richten. 22.35-23.00 Tanzmusik. Brünn: 14.05-14.35 Landwirtschaftliche Sen dung: Fachlehrer Ing. Hubert Golda, Fachlehrer Karl Wodatschef: Wie zwei Bauernjungey Vogel, freunde wurden.( Zwiegespräch.) 17.35-17.55 Schallplatten. 17.55-18.50 Orchesterkonzert. Mits wirkende: Olga Forrai( Sopran), das Orchester des Radiojournals unter der Leitung von Hermann Adler. Montag: Prag Melnik: 9.00 Am Hirschberger See. 10.00 Lustige Geschichten, 11.00 Symphoniekonzert( Schall platten). 14.00 Landwirtschaftliche Sendung. 14.15 bis 14.30 Arbeitersendung. 17.35 Aus aller Welt ( Bunte Szenen mit Schallplatten). 19.15 Nachrich ten. 19.30 Schallplatten. 19.45 Sportberichte. 20.00 Säuptling Abendwind", Operette von Offenbach ( Tert: Nestroy). 21.00 Aus dem sudetendeutschen Gebiet: Deutsch- Proben. 21.00 Beethoven: VIII. Symphonie in F- Dur( Dir. Rieger).22.00 Aus Tol tens Buch: Auf Landsuche in Argentinien". 22.15 Nachrichten. 22.40-3.00 Nachrichten für das Ausland. Brünn: 17.35-17.50 Greta Bollenz: Jugendstunde. Im Wald und auf der Seibe. 17.50-18.50 Simultan Prag. Dienstag: Prag- Melnik: 10.15 Für die Frau: Dr. Gers mal: Die Frau und das Buch. 10.30-11.10 Werfe von Liszt und Wagner( Gesang 2. Rumland). 12.10 Schallplatten. 18.000 Egor Stornauth: Sonate für Violine und Sulavier( Violine W. Schwenda, Kla vier Stornauth). 18.15 Lebendes Tschechisch. 18.30 Aus neuen tschechischen Romanen. 18.48 Unterhal tungsmusif. 19.00 Dr. Rosenberg: Vortrag über Studentenherberge. 19.30 Abend bei Johann Strauß ( Orchesterkonzert. 20.10 Heldenlieder. 20.30 Orches 21.30 Muſikgeschichtliche Wanderung durch das ErzSterkonzert( Dir. Rieger, Violine Steffi Geher). gebirge, Sörfolge( Klavier und Cembalo: Fr. Holečet). 22.30-23.00 Tanzmusif. Brünn: 17.40–17.45 Arbeiterſendung: So. ziale Informationen. 17.45-18.00 Arbeitersendung: Inspektor Rudolf Ulrich: Was schadet dem Arbeiter in der Ausübung seines Berufes? 18.00-18.15 Landwirtschaftliche Sendung: Ing. Erich Klose: Beifere Verwertung durch richtige Zuchiwahl und Flit terung der Schweine. werden müssen. Denn schließlich kann man nicht wie im Paradiese den Löwen und das Lamm zusammen in einen bombensicheren Unterstand bringen, und wenn man mit der Möglichkeit rechnet, daß Bomben in den 300 fallen und die Käfige zerstören, so fann die allergrößte Gefahr für die Bevölkerung entstehen, wenn die wilden Tiere ins Freie flüchten. Ez ist darum ein ganz genauer Plan ausgearbeitet worden, wie man in diesem Falle wenigstens die Menschen vor den Tieren, wenn schon nicht diese selbst schützen fann. Die Wächter des Londoner Boo werden mit der Gasmaste ausgebildet und müssen stimmten„ strategischen" Punkten des Zoo Posten bes das Scharfschießen erlernen. Sie werden an beziehen und die Tiere, die aus ihren Käfigen entfommen sollten, niederschießen. Andererseits will besondere für die Giftschlangen, die aus der Ents man aber auch der Gefahr vorbeugen, daß manche Tiere selbst den Geschossen entgehen. Das gilt ins fernung schwer getroffen werden fönnen. Es sind in die die Reptilien im Fall eines Flugalarmes darum im Terrarium Stahlfisten aufgestellt worden, bombensicher eingeschlossen werden. Der Sahara Kongreß und Atlantis. Bekanntlich foll in vorgeschichtlichen Zeiten inmitten der Sahara Man befäuft sich. Das Neuigkeits- Welt- im Gebiete von Hoggar ein fagenhaftes Reich, At blatt" verzeichnet eine Steigerung des Bierton- lantis, eriſtiert haben. Die Mythen darüber sind sumes in Desterreich. Der Absatz war, wie es jedoch zum Teil phantastisch, zum Teil widerheißt, in der ersten Zeit nach dem Umbruch und sprechend, so daß die Wissenschaft das ganze bisher zur Zeit des Aufenthaltes der Gasttruppen aus im wesentlichen für ein Märchen gehalten hat. Ilm Deutschland am höchsten. Um wieviel der Konsum so sensationeller wirkt die Tatsache, daß der Intergestiegen ist, wird nicht gesagt, doch wird die nationale Sahara- Kongreß, der am 27. Juni in Hoffnung ausgesprochen, daß trotz der erhöhten Paris zusammentritt, die Atlantis- Frage in aller Bierpreise die Absaßsteigerung im heurigen Form auf die Tagesordnung gesetzt hat. Die ErBraujahr 25 Prozent betragen wird. flärung liegt darin, daß gleich drei wissenschaftTragischer Geschwistertod. In Frastanz in liche Expeditionen archäologische Funde gemacht Vorarlberg sind gestern zwei Geschwister auf haben, die auf eine Stultur auf beträchtlicher Höhe Ermäßigte Eisenbahn- Halbjahreskarten für tragische Weise ums Leben gekommen. Der sie in diesen Gebieten schließen lassen; die Funde wer- Geschäftsreisende. Die nächste Ausgabe erfolgt mit benjährige Edmund Zimmermann fiel in den den auf etwa 3500 v. Chr. datiert. Im Nordwesten Geltung vom 1. Juli 1938. Organisierte Gehochgehenden Fluß Ill und wurde von den Wel- bon Timbuktu hat die französische Mission unter schäftsreisende erhalten die Halbjahreskarten zum ler abgetrieben. Seine 22jährige Schwester wollte der Leitung von Professor Monod Scherben von Ton- Preise von je 50 Prozent( statt 65 und 50 Prozent) den Kleinen retten, doch verschwand auch sie gefäßen bisher unbekannter Art gefunden. Ein und außerdem einen Sondernachlaß von 5 Prozent unter der Wasserfläche. analoger Fund ist von einer italienischen Mission vom Gesamtpreis. Bei Karten für mehr als zivei im Gebiete von Tibesti gemacht worden. Endlich Direktionen werden noch weitere Nachlässe gewährt. haben zwei englische Forscher Sir Robert Mund und Ferner genießen die Besizer der Halbjahreskarten Myers Scherben im Niltal gefunden, aus denen sie Nachlässe auf Staatsautobuslinien sowie freie Bahnein ganzes Gefäß rekonstruieren konnten, das ge- fahrt vom Wohnsitz zur Anschlußstation für die der Franzosen und Italiener. Alle drei Fundstellen Begünstigungen sowie über die sonstigen Bedingun nau die gleichen Anzeichen aufweist wie die Funde Halbjahreskartenstrede. Nähere Auskünfte über diese sind voneinander Hunderte von Kilometern weit gen erteilt der Bund der Vertreter und entfernt, und wenn die Identität der Kultur- Reisenden( Fachgruppe im Allgemeinen Ange entwidlung an Sand der neuen Funde tatsächlich stellten- Verband), Reichenberg, Turnerstraße 27, der nachgewiesen wird, so könnte man wirklich von einem auch die begünstigten Halbjahreskarten besorgt. Großreich der Urzeit im Gebiete der Sahara sprechen. Der Erfinder des Tonfilms gestorben. In der Pariser Vorstadt Neuilly starb im Alter von 83 Jahren Auguste Baron, der Erfinder des Tonfilmes. Er lebte in der lezten Zeit in einem humanitären Institute für verarmte alte Gelehrte in völliger Armut. Noch zwei deutsche Kapitäne verhaftet. Bundesstaatsanwalt Hardy( New York) hat im Zusammenhange mit der in Bremen erfolgten Verhaftung des amerikanischen Staatsangehörigen Dr. Griebl, der hier der Spionage verdächtigt Auch der Melniker Sender? Die Sommer- wird, nunmehr auch den Kapitän Lorenz vom konferenz des tschechoslowakischen Rundfunks, Lloyddampfer Chamniz", sowie den Kapitän unter dem Vorsiz Dr. Lad. Soureks, wurde Friste vom Sapag- Dampfer Hindenburg" zur Samstag nach viertägiger Dauer mit einer Ple- Sicherstellung als Zeugen mit einer Staution von narsisung abgeschlossen. In der Konferenz wur- je 2500 Dollar belegt. Ebenfalls mit einer ben sämtliche Richtlinien der sprechliterarischen Kaution von 10.000 Dollar belegt wurde der als und Vortragssektion, welche dem Rundfunk durch Zeichner von Schiffsbauplänen bezeichnete ChriDie heutige Zeit auferlegt werden, angenommen. Istian Danielson aus Bathmain. Hundert lebende Nachkommen, dabei ausschließ lich Blutsverwandte, zu haben, dürfte ein Reford fein. Er gebührt Monsieur Francois Monier, der in der Nähe von Valenciennes lebt und im 88. Lebensjahre steht. Er hat zehn lebende Kinder, 50 Enkelfinder, 38 Urenkel und zwei Ururenkel, das heißt, tatsächlich genau hundert. Wollte man seine Schwiegertöchter, Schwiegersöhne uff. hinzuzählen, so zählt die ganze Familie sogar 180 Mitglieder. Der Londonar Zoo schützt sich vor Luftangriffen. Die Vorbereitungen für den Luftschutz der englischen Hauptstadt haben auch die Direktion des berühmten Londoner Zoologischen Gartens veranlaßt, über die Maßnahmen zu beraten, die im Ernstfall getroffen Unsicheres Pfingstwetter. Ueber Mitteleuropa Bereiche die Bewölkung und Neigung zu Regenfäl breitet sich nunmehr ein Hochdruckgebiet aus, in dessen len abgenommen hat. Trotzdem bleibt jedoch die Entwicklung des Wetters bei uns für Sonntag verhältnismäßig unsicher. Zwischen der Ost- und West. hälfte des Staates find nämlich noch immer starke Temperaturunterschiede vorhanden, die örtliche Gewitter oder Schauer, und zwar besonders an der Nordostgrenze des Staates, verursachen dürften. abricheinliches Gonntag: Wechselnde, in den Tagesstunden zunehmende Bewölfung, Gewitter oder Schauer, und zwar besonders an der Nordoftgrenze des Staates nicht ausges Wetteraussichten für Montag: Im ganschlossen. Weitere Erwärmung, Nordosttvind. sen heiter, mild, bis auf vereinzelte Gewitter troden. Nordostwind, b g 11 C I B Mr. 132 Der ,, Heilige Geist" im Alltag... Eine Pfingstbetrachtung Pfingsten das liebliche Fest! Goethe, der Meister der aufgeschlossenen Sprache, prägte dies blühende Bild im„ Reineke Fuchs" und lebendi ger kann die Atmosphäre dieses Frühlingsfestes nicht umrissen werden. Pfingsten ist das Fest der Sonne, der Blüten, der überströmenden Heiterkeit! Ein alter römischer Schriftsteller, der den Sitten und Gebräuchen der vorchristlichen Germanen nachspürte, weiß zu berichten, daß es bei einigen germanischen Stämmen Sitte war, den Frühling dadurch symbolhaft zu begrüßen, daß man den Erdboden füßte, der so reich und so zufunftsträchtig geworden war. Dieser zarte Brauch jener Unzivilisierten ist wohl heute durch rauhere Symbolismen abgelöst worden. Heute mag man die Eingangspforten der Konzentrationslager mit Pfingstreisern schmüden oder ein neues Gesetz zum„ Schuße" jenen Blutes erlassen, das man reichlich und nicht zum Nußen der Menschheit vergossen hat. Es geht nicht mehr in idyllischer NaturverJunfenheit zu verharren, wenn überall das Unrecht aus der Gewalt, jener naturgemäß letzten Reserve der Notwehr, zur naturwidrigen Untugend der täglichen Gewohnheit gemacht wird. War jemals die Welt so ergreifend schön, so gebefroh und so lichttrunken wie in den Tagen der Pfingstfreude? Ist es nicht die gleiche Sonne, der gleiche Blütenblust, die über den Kasematten deutscher Zuchthäuser genau so leuchten, wie über den Schlachtfeldern des unglüdlichen Spanien? Und wie erschütternd ist der Segen der Nas tur für jeden Menschen, der noch empfinden fann, wenn er ihn mit dem Unsegen vergleicht, der diese Welt in Blut und Qual zu erstiden droht.Die Kirche mit ihrem unendlich fein ausge bildetem Organ für sinnfällige und eindrucksstarle Formulierungen gab uns den, nicht nur realistisch gedachten Begriff von der ,, Ausgießung des Heiligen Geistes".... Nehmen wir diese Losung auf, machen wir uns aus der berückenden Schönheit dieses GedanJens eine Losung für unsere irdische Welt, die der unheilige Geist unsäglichster Verwirrung in Atem hält! Die ,, Ausgießung des Heiligen Geistes" war nie und nimmer als die Ausschüttung der Dividende für Rüstungsaktionäre gedacht! Sie offenbart sich auch nicht in der Besessenheit gewalttätiger Weltverbesserer, die die Mens schen mit Handfessel und Maulforb in ein Glüd zwingen tvollen, das sie in Wahrheit erniedrigt und unglüdlich macht! Der Heilige Geist, mit dem wir die Erde erfüllen müssen, erweist sich weniger in lauten Worten als in der stillen Stärke der helfenden Tat! Sonntag, 5. Juni 1938 Pfingstlandschaft Feiertagsbekenntnis für gehobene Stunden! Dieser Heilige Geiſt" sei mehr als ein Die Mondviole bei Kreibitz drosseln wir es nicht ab in den mörderischen Slammern jener Stidluft- Dogmatifer, die in der Theorie unbesiegbar, in der Praxis jedoch meist hilflos sind. Geben wir der Zukunft eine Chance, indem wir weniger von ihr reden, um mehr für sie wir len zu können! Pfingsten ist ein Fest der Schönheit des Lebens. „ Und es ist ein Blühen weit und breit, Stille, überlaute Seligkeit..." Seite 7 Das Pfingsten der großen Stadt Ich finge das Pfingsten der großen Stadt, der elenden Bäumchen in fruchtloser Blüte, der bleichen Blumen an Fenstersimsen, Fliederbüsche an staubigen Zäunen, der bunten Beete im Teppichrafen, plätschernden Waffer, kunstvoll geleitet, ber schwatzenden Spatzen und flötenden Amfeln, der duftenden Ahorn, Kastanien und Linden, Palmen, Agaven, der Heimat entfremdet. Ich finge das Lied der elektrischen Bahnen, bie durch die kühlen Alleen sausen, der Karrengäule, die asphaltmüde zwischen lärmenden Autos traben. Und ich finge das Pfingsten blasser Gesichter verhutelter Greise und armer Krüppel bei spielenden Kindern auf Anlagebänken Sandbaumeister der rofigen Zukunft und leuchtend vom Heiligen Geifte des Werdens. Ich finge das Lied entfalteter Mädchen, schwärmender Burschen im Abendbummel, der Mücken und flatternden Mauerschwalben um Brunkfaffaden und Mietkafernen, um Schlote, Türme und hohe Masten. Und ich finge das Lied der beengten Menschen, die träumen von Wiesen, Wäldern umb Meeren, wandernden Wolfen um lockende Gipfel, von der Gelöstheit aus drückendem Raume. DStadt, von sonnigem Dunst umsponnen, voll Gier und Entsagung, Armut und Glanz, bist Frühling entkleidet, bist Frühling geschmückt, in Zugeneigtheit und Abgewandtfein, in tausend Zungen vielfältiger Sprache und doch von der Hand der Einheit erfaßt. Ich hebe die Schwingen, dem Flugzeuge gleich, das über dem Irrgang der Hastenden kreiset und finge das Pfingsten der großen Stadt. 3. 3. her man dem Ziele fommt. Dunkler Nadelwald nimmt uns auf, der nach der hellbesonnten Straße recht düster wirft. Da schimmert es wie schwaches Mondlicht auf dem Boden. Erst einzelne Flede von heller, mattlila Färbung. Dann immer grö Bere Infeln, bis ein riesiger Blütenteppich sich vor uns ausbreitet, so weit das Auge reicht und dar über hinaus. Den Waldabhang hinauf, hinunter, Zu oft ist er gepredigt, zu oft ist gegen ihn rechts und links, nur unterbrochen vom Blattgrün gesündigt worden! Geben wir dem wirklichen Leben Raum, Jahr für Jahr zieht das Wunder der blü- und den schwarzen Waldstämmen, versinkt der benden Mondviole in Nordböhmen Tausende von Blick in dem sanften Leuchten dieser Pflanze, die Menschen in ihren Bann. Die Mondviole, an das geheimnisvolle Mondlicht stiller Nächte welche meist nur in geringen Mengen vorkommt, erinnert. bededt den Waldboden an der Dorflehne bei Krei Niemand weiß, wieso und wann die Mondbik in ungewöhnlichem Ausmaße. Diese Lunaria viole an diesen Platz fam, wer sie angepflanzt ( Mondviole) oder Silberblatt, auch Atlasblume hat. Und es gilt für gefährlich, hier im Walde zu genannt, wächst trautartig. Nach der Blüte bilden übernachten. Der liebliche Duft entwickle jich in der jich glatte, ovale Schötchen, deren silbrige Mittel- Nacht zu solcher Stärke, daß, wer sich an dieser wände an den Stielen ſizen bleiben. Die Blüten Stelle zum Schlafen niederlegt, nicht mehr aufselbst bestehen aus vier Blättchen von der Farbe wache. lichten Flieders. Um Pfingsten herum etwa erreicht die Blüte Von Kamniß aus fahren in den Tagen des ihren Höhepunkt, der bei günstigem Wetter auch Blühens viele Autos und Autobusse gegen das vierzehn Tage anhält, doch ist es nicht in jedem Forsthaus„ Kreuzbuche" zu, von wo der Weg zur Jahre gleich. Mondviole abzweigt. Von Kreibis- Teichstatt in Aber auch wenn das Wunder der Mondviole Nordböhmen aber führen viele Wegtafeln den Fremden zu dem seltsamen, zu Zeiten betäuben nicht sichtbar wäre, der Zauber jenes herrlichen den Duft verbreitenden Blüten wunder nordböhmischen Landstriches allein schon ist wie der Mondbio le, deren abgeblühte Frucht eine mystische Wunderwelt der dann fleinen Münzen ähnlich sieht. Natur, die inmitten dunkelgrüner Wälder und Schon von weitem spürt man einen ange- Waldberge ſich auftut. Aus dieser Natur strömt nehmen Duft, der immer intensiver wird, je nä- wie aus einem Wunderborn Gesundheit, Kraft, Hören wir weniger auf den Lärm der Bes triebſamen als auf die Sprache der Herzen, die so hat einst ein Dichter das Pfingsterlebnis genicht verfälscht, sondern Klarheit schafft! schildert. Reines Bekenntnis einer reichen Seele! Der Wille zur sozialen Tat ist zu heilig, ist Dieses Fest der Schönheit zu einem Sinnzu weſentlich, um nur ein billiges Wahlargument bild des Alltags zu machen, unseres Alltags, das zu fein! ist für uns der tiefste Sinn der schönen VerEhrlichkeit aber, sich selbst und anderen heißung von der„ Ausgießung des Heiligen gegenüber, wird von vielen belächelt, die ehrlich Geistes-! scheinen wollen, um unehrlich handeln zu können! Das Leben ist gewiß kein Idyll Die Liebe, jene unsentimentale Liebe ver- Aber eine Folterfammer braucht es nicht stehender Gemeinschaft, die nicht heuchelt, sondern zu sein! ihrem Bekenntnis nachlebt, ist heiliger als der Lasset den Pfingstgeist nicht nur in Euren Haß der Lebensarmen! Mund, sondern in Eure Herzen kommen. if Perücke und Gerechtigkeit Ein Kriminal- Roman in 100 Zeilen Von Friedrich Steiner reichen. Dann sind sie geborgen, vor dem Unbill| Perüde liegen, greift nach dem Ding und setzt hat, wendet er sich mit wilder Gebärde an den des häglichen Novemberwindes, aber auch vor es sich in schaltshafter Laune auf den Kopf. Mit sprachlos dreinblickenden Wollhändler: den Zugriffen frecher Straßenräuber. Denn das dieser Vermummung wird er nach London reiten ,, Euer Geld, Herr, wenn Euch Euer Leben Beispiel der öffentlichen Hinrichtung jenes John und seinen Klubfreunden einen ordentlichen lieb und wert ist!" Sheppard soll auf die Brüder der Straßenräuber- Schred einjagen. Er hatte diese wenigen Worte in dem glei gilde faum einschüchternd gewirkt haben. Wie er jetzt die Lichter aufblißen sieht und chen drohenden Tonfall gesprochen, wie im AugenKutscher und Fahrgast sind übermüdet von zur Zollschranke tommt, versperrt ihm eine Post- blid des Ueberfalls. Entsett fährt der WollhändSchauplatz: Einer jener englischen Land- der langen Fahrt, von dem unruhevollen Wetter, futsche den Weg. Der Kutscher hebt eben die La- ler zurüd:" Ja- da steht er... dieser Mann ſtraßen, unweit des föniglichen Londons, die be- von der anstrengenden Wachsamkeit. Und als jetzt terne hoch, als wollte er den Fremdling einer hat mich bestohlen. Jetzt erkenne ich ihn genau rüchtigt sind wegen ihres verwahrlosten Zustan- an einer Wegbiegung ein Mann hoch zu Roß Prüfung unterziehen. Neben ihm, der dice unter wieder..." Mit lächelnder Miene hatte der Bandit des und gefürchtet wegen der allgemeinen Un- auftaucht, den Poſtpferden in die Zügel fällt und jetzte Mann, im pelzverbrämten Mantel, stößt die Berüde abgenommen und wendet sich mit höfli mit wildem Gebrüll Geld und Schmud fordert, einen wilden Schrei aus: Goddam das ist ja cher Geste und gesetzten Worten an das Gericht: findet er feinerlei Gegenwehr. Aus dem halbge- der elende Bursche, der mich bestohlen hat. Haltet„ Ehrenwerte Bürger, habt Ihr nun erfannt, Zeit: Gtwa im letzten Viertel des 18. Jahr öffneten Wagenfenster starrt angſtvoll das blaß ihn fest...!" wie unsicher dieser Mann seiner Sache ist? Einen hunderts, turz nach der Hinrichtung des John verzerrte Gesicht des Wollhändlers auf den Unbe- Der junge Percy Lytton wird vom Pferd harmlosen Zuschauer hält er für einen StraßenSheppard, jenes ehrenwerten Mannes, dem das fannten, der in so brüster Weise seine räuberischen gerissen, von den Zollbeamten gefesselt und, un- räuber, nur weil er sich zufällig jene schwarze tgl. Gericht in Old Bailey 19 Morde und 42 Absichten erkennen läßt. Abraham Brighton ver- geachtet seines Proteſtes, vor den Schnellrichter Perücke aufgesezt hat..." Raubüberfälle nachgewiesen hat, wofür der Stopf mag die Gesichtszüge des Mannes nicht zu ent- geschleppt. Das Gericht ist zusammengetreten. Nach diesem absonderlichen Intermezzo trat dieſes„ Königs der englischen Straßenräuber" ziffern, denn eine schwarze Wollperücke, die bis Die Verhandlung vollzieht sich in wenigen Minu- das Gericht zu einer zweiten Beratung zusam= zwei Monate lang das Eingangstor der Tower- tief in die Stirn hereingezogen ist, verhüllt fast ten. Der Wollhändler beschwört feierlich, daß er men. Die eindrucksvolle Demonstration des Unbrüde zierte. völlig das Antlig des Räubers. Nach kurzem, in dem jungen Perch Lytton den Straßenräuber befannten hatte die Geschworenen in ihrem Urficherheit. Handlungsablauf: Eine dunkelver- brutal geführtem Dialog, der im wesentlichen von wiedererkannt hat. Perch kann sein Alibi nicht teil unsicher gemacht. Vergeblich waren die neuen hängte Regennacht. Auf eine der verwahrlosten der fuchtelnden Pistole des Briganten und eini- nachweisen. Der Wahrspruch lautet kurz und Eide des Wollhändlers, mit denen er zu bekräftiLandstraßen, wenige Meilen entfernt von Lon- gen derben Flüchen bestritten wird, hat sich der bündig: Tod durch den Strang! Der öffentlichen gen suchte, daß jener Zuschauer der wahre Täter don, trottet langsam eine Poſtfutsche heran. Auf Unbekannte in den Besitz eines prallgefüllten Sitzung hat mit kühner Dreiſtigkeit der wirkliche sei. Sein Zeugnis hatte an Beweiskraft verloren. dem hochgetürmten Bod fist ein wildverwegen Lederbeutels gesetzt, darin der Wollhändler seinen Täter beigewohnt. Als das Urteil gefällt worden Nach englischem Gesetz durfte es gar nicht angeaussehender Bursche: auf dem Kopf einen mäch Goldschatz vor Diebeshänden gut verborgen geist, tritt er aus der Zuschauerbank vor den Lord- nommen werden, da der Kläger bereits unter Eid den unschuldigen Perch Lytton als Täter bezeich tigen Zylinder, in der behandschuhten Hand glaubt hat. Jetzt schwingt sich der Bandit mit Oberrichter: „ Euere Herrlichkeit, vergebt mir meine Sühn- net hatte. Das Gericht sprach sich mit fünf gegen schwenft er hart knallend eine Peitsche, als ob er rohem Lachen in den Sattel, schwenkt noch höhnisch sich damit Mut machen wollte. Wenn der heulende grüßend die Beute und entschwindet im Galopp heit. Doch es will mir scheinen, als ob man der fünf Stimmen für die Unschuld Lyttons aus. schwarzen Perücke eine gar zu hohe Bedeutung Der junge Mann wurde freigelassen und der Wind in seine lose umgehängte schwarze Pelerine den Augen des beraubten Wollhändlers. Die schwarze Kaleiche hat sich wieder in Be- beimißt, wenn man sie als einziges Beweisstüd wirkliche Täter zog mit freundlichem Lächeln und fährt, lann man einen breiten Ledergurt sehen, in dem zwei Piſtolen stecken. Vor den Blicken wegung geſetzt. Wenige Minuten später liegt jene betrachtet, das über Leben und Tod des Ange- dem erbeuteten Gold im Wamfe von dannen. Neugieriger geschüßt, sist in der schwarzen, lack- Wegkreuzung in stiller Verlassenheit. Nur ein klagten zu entscheiden hat. Wenn es Euere Herr Bercy Lytton mußte freigesprochen werden, weil Tederverkleideten Starosserie, in die Polster zurüd- dunkler Wolltnäuel, jene schwarze Perücke, iſt als lichkeit erlauben, will ich mir einen Augenblick ihn nur die Hälfte der Geschworenen als schuldig erkannt hatte, zu einer Verurteilung ist aber die gelehnt, Abraham Brighton, ein reicher Woll- stummer Zeuge auf dem Schauplatz des Verbre- diese Perücke auffeßen...?" Der Richter, erstaunt über diesen unerwars Einstimmigkeit der Geschworenen Voraussetzung. händler. Er fährt in der sogenannten Landtutsche, chens liegen geblieben. Sturze Zeit darauf fommt Jene schwarze Wollperücke wurde von Ges also in einer Privatpost ohne besondere Bewa Perch Lytton vorbeigeritten. Sein Pferd scheut, teten Zwischenfall, aber nicht abgeneigt, sich bes chung. Zweiundsiebzig Stunden sind Herr und bäumt sich hoch. Der junge Mann, in der Um- weisträftigen Argumenten zu verfchließen, erteilt richtswegen eingezogen und von der kleinen Geseiner übermütigen seine Genehmigung. Als jetzt der Straßenräuber meinde Kingstown als kurioses Symbol der GeDiener unterwegs. Mit einbrechender Dunkelheit gegend bekannt wegen boffen sie die Zollschranken von London zu ers Streiche, beugt sich zur Erde. Er sieht die schwarze die schwarze Perücke sich auf den Stopf gestülpt rechtigkeit aufbewahrt. Scite S Für die Jugendweihe empfs blen wir als Geschenk gute Bücher ,, Dir", ein Jugendweihebuch, kartoniert. Kč 2.in Ganzleinen gebunden. " 4.Dein Weg", ein Jugendweihebuch, kart. 3." " 5.in Ganzleinen gebunden. Jugendwe i he", ein Jugendweihe. buch, illustr., in Ganzleinen gebunden.„ 7.— Zu beziehen durch das Sekretariat der Kinderfreunde in Bodenbach a. E., Poststraße 813. Verzeichnis über gute Jugendschriften für Kinderbüchereien, Geschenkzwecke über Wunsch kostenlos. Freude. Sie müssen auch dem weniger gefühlvol Ten Menschen einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen. Wer still seines Weges geht und wachsamen Aluges durch dieses herrliche Stück Erde und nordböhmischen Hochlandes schreitet, fann zuweilen auch geruhsam weidende Gemsen, meist in fleineren Familien, antreffen. Vor über 15 Jahren wurden dieselben dort vom Herrschaftsbesizer( dem früheren Grafen) Kinsky an gesetzt und haben sich gut eingelebt und vermehrt; man zählt schon über 100 Stüd. Man muß immerhin wachsamen Auges um fich blicken und nicht immer auf der großen Heerstraße der Modetouristik, wenn man die Mondviole auch an anderen Orten finden will. Und fie findet immer schöne Fledchen Landes. So haben es auch unsere waderen Arbeiters Naturfreunde von Haida- Arnsdorf auf ihren weiten Wegen gefunden, die der Erfüllung ihrer Ideale und ihren schönen Zielen geweiht sind: Am über 600 Meter hohen, einsamen Limberg bei 3 wida ut in Nordböhmen. Schon diesen Sonntag unternahmen sic eine Wanderung mit den Arbeiter- Naturfreunden von Zwickau( die schon seit über drei Jahren dort ihre Tätigkeit entfalten) nach diesem zwischen dem Hochwald im Norden und dem Stollberg im Süden liegenden Limberg mit seiner Mondviole. Die Mondviole blüht längere Zeit, oft bis nach Pfingsten. Leider werden die gegenwärtigen Verhältnisse der Ungewißheit und Unruhe an den Grenzen wohl das ihrige beitragen, daß der Besuch des Blütenwunders zumindest bedeutend erDie öffentlichen Verleumder Ein Ungeziefer ruht In Staub und trocknem Schlamme Verborgen, wie die Flamme In leichter Asche tut. Ein Regen, Windeshauch Erweckt das schlimme Leben, Und aus dem Nichts erheben Sich Seuchen, Glut und Rauch. Aus dunkler Hölle fährt Ein Schänder, um zu schweifen, Nach Beuteln möcht er greifen Und findet bessern Wert: Er findet einen Streit Um nichts, ein irres Wissen, Ein Banner, das zerrissen, Ein Bolt in Blöbigkeit. Er findet, wo er geht, Die Leere dürftiger Zeiten, Da kann er fahamlos schreiten, Nun wird er ein Prophet. Auf einen Kehricht stellt Er seine Schelmenfüße Und zischelt seine Grüße In die verblüffte Welt. Gehüllt in Niedertracht Gleichwie in einer Wolfe, Ein Lügner vor dem Volke Ragt bald er groß an Macht Mit seiner Helfer Zahl, Die, hoch und niedrig stehend, Gelegenheit erspähend, Sich bieten feiner Wahl. Sie teilen aus fein Wort, Wie einst die Gottesboten Getan mit den fünf Broten, Das flecket fort und fort! Erst log allein der Hund, Nun lügen ihrer tausend, Und wie ein Sturm erbrausend So wuchert jetzt sein Pfund. Hoch schießt empor die Saat, Verwandelt sind die Lande, Die Menge lebt in Schande Und lacht der Schofeltat! Jetzt hat sich auch erwahrt, Was erstlich war erfunden: Die Guten find verschwunden, Die Schlechten stehn gefchart! Wenn einstmals diese Not Lang wie ein Eis gebrochen, Dann wird davon gesprochen Wie von dem schwarzen Tob. Und einen Strohmann baun Die Kinder auf der Heide, Zu brennen Luft aus Leide, Und Licht aus altem Gram. Gottfried Keller ſchwert ift. Da in dem dortigen Grenzgebiete Arbeiterdichter als Begründer der 1: unmehr auch gewisse Teile unter Waldsperre ſtehen, wird höchstwahrscheinlich auch die fones tschechoslowakischen Sozialdemokratie nannte„ Dorflehne" bei Kreibig mit ihrer Mondviole davon betroffen sein. A. St., B. Das Mädchen aus der Bibliothek Von Josef Stigleitner Sonntag, 5. Juni 1938. Nr. 132 Politische Splitter aus der sudetendeutschen Gegenwart Trifft da in einer nordwestböhmischen Stadt eine Sozialdemokratin mit einer Henleinanhän gerin zusammen. Die beiden sprechen über die bevorstehenden Wahlen." Na," meint die Henleinfrau, jetzt wird doch alles besser werden, wenn Henlein ſiegen wird. Ich werde auch für ihn stimmen."" So", sagt die andere, es wird alles besser werden? Einiges ist aber doch schon gut. Sehen Sie: Sie haben, wenn Sie krant sind die Krankenversicherung, wenn Sie arbeitslos sind die Arbeitslosenunterstüßung, wenn Sie alt find die Sozialversicherung. Und auch sonst gibt es einige Einrichtungen, die auch Ihr Proleta rierleben jetzt schon erträglicher machen. Haben Sie nie daran gedacht?"„ Ach", sagt die Henleinfrau ,,, was hat denn das mit Politik zu tun! Das alles haben wir ja gesetzlich verbürgt! Dic hat's gut! Ein arbeitsloser SdP- Mann, der in die Stadt tommt, trifft einen sozialdemokratischen Vertrauensmann und bittet den um eine Ziga rette. Der Sozialdemokrat gudt sich den Mann an und sagt:" Sie sind aber doch ein Henleinmann und ich bin Sozialdemokrat. Warum bits ten Sie mich da um eine Bigarette?"" Was," entrüstet sich der andere, ich bin ein Henleinmann, ich bin doch gar kein Henleinmann! Ich bin bei der Sdẞ!"- Bolt, erkenne deine Führer! Auf dem Bahnhof einer nordböhmischen Stadt treffen drei deutsche Reservisten ein. Sie find den paar SdP- Jungen, die auf dem Bahnsteig lungern, als stramme deutsche Turnbrüder bekannt. Mißmutig tragen die drei Reservisten ihre Koffer aus dem Zug. Sie müssen in das Innere Böhmens weiterreisen. Da werden sie von den SdP- Jungen auf dem Bahnsteig mit einem freudigen Sieg Heil!" begrüßt. Einer der drei Reservisten aber antwortet nicht, dafür haut er dem lautesten Sieg Heil!"- Schreier eine schallende Ohrfeige herunter. Und sagt:„ Schluß ist mit dem Sieg Heil! Wegen Euch Lausbuben müs sen wir einrüden!" Sprichts und läßt die vers dußten SdP- Buben mit langen Gefichtern zurüd. * Im sudetendeutschen Gebiet ist eine friedDie tschechoslowakische Sozialdemokratie, die dungskongreß der Silberarbeiter Norbert liche Flüsterparole lebendig. Vor dem Krieg jezt ihr sechzigjähriges Bestehen feiert, fann von 3o ula teil, Autor zahlreicher Proletarier haben nämlich alle Leute Angst, aber„ Ihn" sich sagen, daß die Musen an ihrer Wiege stan- lieder, w. B. Proletariermarseillaise", und des wollen sie doch alle haben.„ Wißt Ihr," raunen den und förderlich in ihre Entwicklung eingriffen. im Jahre 1881 im Sterker geschriebenen„ Gefäng- sie einander zu, in Deutschland haben sie jetzt Mehr als die heftigsten Agitationsreden der ersten nisliedes(" Zapějme si píseň, bratří, jak na ein Schlafgas erfunden. Das ist ganz un Apostel des Sozialismus haben auf die Stim volné muže patří..."), welches bis zum Striege schädlich. Eines Tages werden die Flieger das Für mich war die Bibliothek früher eine mung und Gesinnung der tschechischen Arbeiter bei allen Demonstrationen gesungen wurde und Gas abwerfen und wir werden hübsch einſchlawahre Dase. Nicht wegen ihrer Bücher und des schaft stark tendenziöſe, wenn auch der Form nach noch jetzt ein beliebtes Lied ist. Seine„ Rache", fen. Wenn wir aber erwachen werden, werden vielen Geistes, den sie barg, sondern deshalb, weil primitive, Gedichte und Lieder eingewirkt und die ein Lied über die Pariser Kommune, wurde in wir gesund und glücklich im Dritten Reich sein." sie gut geheizt war während der falten, endlosen Begeisterung der Massen entfacht. Dichter des der Omladinabewegung und auch später gerne- Die würden wir Ihm" gönnen! Wintertage. Tag für Tag saß ich da, blätterte Proletariats, deren Namen jetzt unbekannt sind, gesungen. Zoula mußte gleichfalls wegen behörd= in den Büchern und schrieb auch etwas. So wurde schufen schon in den siebziger Jahren sozialistische licher Persetution nach Amerita auswandern, wo ich nach und nach ein Stammgast und während ich Lieber nach Melodien von Volksliedern und Mär- er unter den Anarchisten tätig war. Ebenso er- In einer kleinen Dorfgemeinde gibt es vorher froh war, im geheizten Zimmer zu sitzen, schen, welche hektographiert oder gedruckt in Fa- ging es dem Mitbegründer der Sozialdemokratie, einen einzigen Sozialdemokraten, einen richtigen wuchsen meine Ansprüche und ich begann mir die briken verbreitet wurden. Ein Vorbild für dieſe dem Müllergehilfen Leopold Kochmann, Hecht im Karpfenteich. Es wird das SdP- Plakat anderen Leute, vor allem die jungen Mädchen an- Lieder war das„ Proletarier Liederbuch" von dessen Gedichte in Arbeiterkreisen oft vorgetragen Macht Ordnung in der Gemeinde!" ausgehängt. zuschauen, die mit mir dasaßen. Johann Mo st. Unter seinem Einfluß stand auch wurden. Schnurstracks geht der Sozialdemokrat zum VorFast täglich kam eine junge Dame in einem die Dichtkunst des Begründers der tschechischen František( Frank) Slaváčet, steher und fragt mit bestürzter Miene: weinroten Kleide, setzte sich an einen der Tische Sozialdemokratie Josef Boleslav Pecka welcher vor zwei Jahren in Amerifa gestorben ist, steher, was ist denn los in unserer Gemeinde? und begann eifrig in dicken Bänden zu blättern. Strahovský( 1849-1897). Ursprünglich war ursprünglich Bergarbeiter in Böhmen. Seit Es muß doch etwas nicht stimmen? Hat jemand Sie gefiel mir. Sie war blond, mit einem Tertilarbeiter, sodann Metallgießer, erwarb er 1875 journaliſtiſch für sozialdemokratische Blät- was gestohlen?" Der Vorsteher verfärbt sich. Grübchen im Kinn und großen, roten Storallen ſich durch Selbſtſtudium Bildung und wurde Arter tätig, beteiligte er sich an der Gründung der" Was heißt das?" schreit er wutentbrannt.„ Na," ohrgehängen. Dabei schaute sie nicht rechts und beiterjournalist. Zum Sozialismus gelangte er Partei und wurde Redakteur in Mähren. Gleich beschwichtigt ihn der Sozialdemokrat,„ ich will ja nicht lints und machte es einem verteufelt schwer, durch die Lektüre der Schriften Lassalles und der Peda, Zoula und Kochmann mußte er nach Ame- nur fragen. Da hängt jetzt ein Plakat an der sich ihr bemerkbar zu machen. Ich blieb aber sozialistischen Auffäße des tschechischen Schrift rita flüchten, wo er wie diese drei in der anarchi- Scheuer. Darauf steht:" Macht Ordnung in der auf der Lauer. Wenn sie die Bibliothek verließ, stellers Karel Sa bina. Als am 7. April 1878 stischen Bewegung tätig war. Hlaváček schrieb Gemeinde!"" Da muß doch was los sein?" strich ihr nach. Und eines Tages gewahrte ich, der Gründungskongreß der tschechischen Sozial- sozialistische Gedichte schon während seines hiesigen Der Vorsteher rennt, um sich das Plakat anzuwie sie einen Bibliothekzettel zerfnüllte und in den demokratie in Břevnov bei Prag stattfand, fun- Aufenthaltes und zu seinen schönsten Gedichten sehen. Da er aber entdeckt, es ist von seiner Papierforb warf. Wie ein Blitz war ich zur gierte Peda als Schriftführer, was ihm eine gehört„ Der Erulant", in welchem er von feiner eigenen Partei, läßt er es hängen und läßt seine Stelle und angelte das Papier heraus, auf dem Kerkerſtraße von 14 Monaten eintrug. Von den Mutter vor seiner Flucht nach Amerika Abschied But innerhalb der vier Wände verrauchen. mein Herz flopfte wild ihr Name und die Behörden immerwährend verfolgt, wanderte er im nimmt. Seine sozialistischen und anarchistischen Adresse stand. So hatte ich, was ich brauchte. Sahre 1885 nach den Vereinigten Staaten aus, Gedichte erschienen 1896 in der Sammlung Am nächsten Tage saß ich ihr gegenüber und wo er Mitarbeiter und Redakteur verschiedener„ Pochodeň"(" Die Fackel"). Es stroẞt darin von In Komotau haben die SdP- Leute eben schrieb ihr einen Brief. Tag für Tag tat ich ſozialiſtiſcher und anarchiſtiſcher Blätter wurde. Rache und Revolution, vom Stampfe gegen den unter großem Gepränge den Altbürgermeister dies, während sie aufmerksam studierte. Im Auch dort von der Polizei verfolgt und außerdem Stapitalismus, von Drohungen gegen die Bour- Storch zu Grabe getragen. Gewiß, über Tote soll stillen lächelte ich, wenn ich mir ausmalte, wie von eigenen Genossen angefeindet, führte er ein geoisie und Reaktionäre. Er stand unter dem Ein- man nur Gutes reden, aber wenn sie zu politisie sich den Kopf über den Briefschreiber zerbrechen fümmerliches Dasein und starb im Elend. J. B. fluß von Georg Herwegh, dessen Gedichte er zu scher Propaganda mißbraucht werden sollen, ist mochte, während er ihr stundenlang gegenüber- Peda hat viel Aehnlichkeit mit dem Reichenber- übersehen versuchte, und von 3. H. Mackay. Die es doch besser, über sie die Wahrheit zu sagen. saß und vor ihren Augen die Briefe verfaßte. ger sozialdemokratischen Agitator und Dichter kapitalistische Gesellschaft tanzt Kankan über dem Wen feiert denn die SdP da als völkischen Endlich nahm ich mir ein Herz und beschloß Schiller Seff, welchem sowohl in der Hei- Bultan, aber aus unterirdischen Höhlen und aus Mann", fragte ein Arbeiter in Komotau.„ Den einen der Brief mit der Bitte um ein Stelldichein. mat als auch in Amerita ein gleiches Schicksal Fabriksbaraden werden Bataillone ausrücken und Dr. Storch? Aber gerade der rief ja im Jahre Am Abend stand ich an dem besprochenen zuteil wurde. Beide starben auch in demselben der alten Welt ein neues Pompeji schaffen. Die 1918 das tschechische Militär nach Komotan, weil Platz und wartete. Ich wartete lange und nicht Jahre. Schiller Seff schrieb eine größere Anzahl arme Wäscherin wäscht für die Herrschaften und sich die Herren Bürger vor den Arbeitern fürch allein. Ein junger Mann ging auch wartend auf und in künstlerischer Hinsicht beſſere Gedichte als wünſcht nur, einmal auch sie in die Wäsche neh- teten." und ab. Pecka. Es ist interessant, daß Schiller Seff seine men zu können". Der Bourgeoisie ruft er„ Mene Wird sie kommen, wird sie nicht kommen? erſten Gedichte, die er im Selbſtverlag heraus- Tekel" zu, feiert die Helden der Revolutionen und Sie fam. Schon von weitem sah ich sie. aab, bei Jos. R. Vilimek in Prag drucken lassen die in Chicago hingerichteten Anarchisten. Diskussion über den Krieg. Da sehen Sie," meint ein Sozialdemokrat, wohin uns die Hen Sie ging langsam über die Straße und beachtete mußte, weil kein Reichenberger Buchdrucker sie Zu den Begründern der tschechoslowakischen leinpolitik gebracht hat. Hat man jemals früher mich gar nicht. Nun mußte ich mich bemerkbar drucken wollte. Sozialdemokratie gehört schießlich auch der prole- soviel vom Krieg gesprochen?"" Ja," sagt die machen. Doch bevor ich das tun konnte, war sie„ Gehet in die Welt, Kinder gestohlener tarische Dichter und eifrige politische Agitator Henleinfrau, ich halte die SdP- Politik für richschon bei meinem Partner, der im Auf- und Ab- Minuten, gehet in die Welt zu den unterdrückten Josef Strapfa, mit seinem Dichternamen Iosef tig, aber wenn es Krieg gibt, will ich nicht bei gehen innehielt, und ich hörte sie ihn fragen: Arbeitern und zaubert ihnen ein neues, freies se rapta Náchodský. In die sozialistische der SdP sein!" Sind Sie der Herr, der mir die Briefe ge- Leben vor!" Mit diesen Worten begleitet Pecka Bewegung trat er im Jahre 1889 ein, nachdem schrieben hat?" Der junge Mensch schaute sie seine Verse. Er besingt die Arbeit, die Freiheit, er seinen Beruf als Mitglied einer herumziehenerstaunt an, blickte prüfend umher, sah ihr dann die große Idee: die soziale Reform, den Messias den Schauspielertruppe aufgegeben hatte. Gr ins Gesicht, das ihm zu gefallen schien und er- der Massen". Er sitt auf dem Bette und sieht vor schrieb sozialistische Verse, Prologe und Gelegen- sozialisten als im sudetendeutschen Gebiet. In . Es gibt eben feine begeisterteren Nationals widerte, zuerst unsicher, dann bestimmter:..Jaa seinem Auge die Reihe der Märtyrer des Prole- heitsgedichte, welche er selbst bei Versammlungen Deutschland haben sie ihre Erfahrungen weg. ja, ja das bin ich." Wir verschlug es die tariats. In seinem schönsten Liede„ Aus fernen vortrug. Außerdem verfaßte er Erzählungen und Dies erzählt man: Im Münchener Hofbräuhaus Auen"( 1876) fordert er die Arbeiterschaft auf. Theaterstücke aus dem Arbeiterleben. Krapta ver sißen einige biedere Bayern beisammen, um ihren Erst nach einigen Augenblicken konnte ich den den Freiheitstempel zu bauen und einen sozialen tehrte viel mit Masaryk, welcher ihn sehr schäßte Humpen Bier zu trinten. Es kommt ein strammer beiden nachgehen, da sie sich schon ein Stückchen Staat zu gründen. Andere Gedichte und Lieder und für die von ihm redigierte Maifestschrift im junger Mann herein, der den Arm emporreißt entfernt hatten, und sagen: Verzeihen Sie" flingen anarchistisch aus, wie das flott geschrie Jahre 1893 einen Beitrag über den Achtstunden- und mit weithin schallender Stimme sein„ Heil Sie wandte sich um und blickte mich böse an. Ich bene Lied„ Nur vorwärts!". Pecka hatte in seinen tag lieferte. Krapkas Gedichte sind nicht so rheto-...!" brüllt." Diegert", seufzen die Bayern, wurde rot, schluckte und stammelte:„ Verzeihen Liedern eine glücklichere Hand als in ſeinen Ge- risch wie die Peckas oder Hlaváčeks, sie zeigen o jegerll Schon wieder oaner aus Sie, Sie haben sich am Aermel weiß dichten. aber ein dichterisches Talent, welches sich nicht Asch!" gemacht." Außer J. B. Peda nahm an dem Grün- voll entwickeln konnte. Rede. Rudolf Illový, " Die hat's erfaßt! K. TENXERATE ton ten Ge ftar tige Hilf täti heu nig hau čet der Fa Su der un ruf Stu fdhe au ben ber dat ta Ra Re St 18 au 100 bo eis der tvi Tit G 1111 मह 18 J S ha 10 ba bi ge id لاة re au to er de te It 0 t Nr. 132 Sonntag, 5. Juni 1938 pas Bombardement Prags 1848 Eine Erinnerung an den Pfingstaufstand vor 90 Jahren Durch die Freundlichkeit des Oberlehrers An-| Scite 9 schar in mein Tagebuch eingetragen. wir im Brüdenthurme gelagert mit größter Bes geisterung das: Hej Slowane! Das Hrom a peklo war schauerlich anzuhören in Begleitung der Kanonen Donner... wir dachten voll Begeiste= rung eben nur an unseren eigenen Todtens gefang..." Wörtlich habe ich mir diese Mitthei ton Ga ber t bin ich in den Besitz einer intereſſan nicht bleiben? Ich comandirte also„ Vorwärts" vor Prag auf der Anhöhe im Kanalischen Garten Hier beim Hausthor konnten wir aber doch sin alleine nach Prag zurück... hielt mich jedoch lung weil selbst begeistert über diese Heldenten Bandſchrift gelangt: der Lebensbeschreibung des und trat mit meiner kleinen Mari am Arme zu auf... um von da die Stadt zu besehen... in Georg Braithut. Der Genannte, 1821 geboren. tammte aus Biſtling bei Bnaim, hat eine sorgfäl erst auf die Gasse... meine Gattin hielt sich auf Brag war alles ruhig... ich ging sonach weiter Söhepuntt erreicht... auch der Wasserthurm war Gegen 1 Uhr Nachts hatte das Feuer seinen tige Erziehung genossen, war als Lehrling und Ge- meinen Rodschoß- Frau Löhner und die Mägde bis zum Roßthor. bilfe 1836 bis 1845 in einer Prager Weinstube zapelten hinten nach... und so zogen wir der mit in Brand... von da an hörte auch das Bomtätig und eröffnete 1848 neben der Karlsbrüde, im Gaffe quer über zur Barikaden Deffnung. In Roßthor fand ich nach einigen hin und bardement auf. heutigen Karlsbad( ,, Karlové lázně), damals Kö herreden Einlaß- Es mochte 6 Uhr Abend ge- Um 3 Uhr früh öffnete der Hausknecht das nigsbad. das Café..Königsbad". In diesem Kaffee angelangt( felbstverständlich gebückt) so frachte Roßmarkt gegen die Heirichsgasse zu... da fiel über den Roßmarkt keine Menschenseele war Doch! Kaum waren wir bei der Barilade wesen sein... Ich nahm meinen Weg übern Hausthor in Gasthofe... und nun wanderte ich haus verkehrten u. a. die Politiker Palacký, Havli abermahls ein Kanonenschuß und vor meinen der erste Schuß zu einem neuen Bombardement..ba zu sehen... alles wie ausgestorben, ein schöner del, Nieger, Brauner, Dr. Trojan, der Dichter Th. Augen stürzte ein Individium der so recht wie was nun zu thun? der Philosoph Smetana, der Maler Mánes. der Morgen brach an, Tauben flogen bereits herum Fälscher der Königinhofer Handschrift Hanka, der Sudetendeutsche Uffo Horn, und der Ruffe Bakunin, Futter fuchend. der auf dem Slawenfongreß 1848 in Prag weilte und Herrn Georg Fraithut lehrte, wie man einen ruffifchen Tee foche. Sowohl vom Standpunkt der Kulturgeschichte als auch der zeitgenössischen politi schen Geschehnisse enthält Braithut's Biographie außerordentlich Interessantes. Kulturgeschichtlich bemerkenswert sind die Ausführungen des Schrei bers über die Kindererziehung im Vormärz( schon damals gab es einen deutsch- tschechischen Kinderaustausch), über seine Brautwerbung, die in ihrer Bartheit und Gemütstiefe reizend find, über seine Reife in die Adersbacher Felsen( 1851) und nach Stalien( 1854). Bolitisch von Bedeutung ist die Darstellung der Ereignisse des Revolutionsjahres 1848, weil in Braithut's Kaffeehaus führende Pofitifer verfehrten, ja weil dort während des Pfingstaufstandes eine Art Hauptquartier der Revolution war. Was den Reiz des Buches noch erhöht, sind die vom Verfaffer selbst hergestellten Zeichnungen, fo eine farbige Darstellung der Altstädter Mühlen nach dem Bombardement und Brande bon 1848, die wir hier wiedergeben. Als Probe aus der Lebensbeschreibung des literarisch begabten Kaffeehausbefibers sei die Schilderung des Bombardements Prags in der Pfingstwoche 1848 gebracht, genau in Form, Stil und Rechtschreibung des Autors. E. St. Das Bombardement 1848 Juni 15. Donnerstag in der Pfingstwoche Ich muß hier nochmahls bemerken- daß das Haus zum Königsbad wo ich mein Geschäft hatte, von der Westseite in der Moldau steht, und so nach an die Altstädter- Brüden- Mühlen umgebaut ist. Desgleichen war meine Wohnung von vier Zimer in erſten Stock gegen die Moldau zu gelegen. ... Wahrzeichen) aus dem Jahre 1848 Die Altstädter Mühlen nach dem Brande von 1848 ( Gezeichnet vom Besitzer des damaligen Cafés., Kö nigsbad" Georg Braithut) Nun schlüpften wir durch die BarikadenOeffnung, und standen so ungededt den Kugeln ausgesetzt... An diesen Donerstag um 8 Uhr früh ging ich von Geschäft in meine Wohnung in 1. Stoc zur Wiege meiner Erstgeborenen( Mari) die bes ein Proletarier aussah- schwer verwundet von reits anjing mich Tata zu rufen. Ich nahm sie der Barikade herab... meine Gattin fiel beinahe aus der Wiege und gab ihr den Morgenfuß in Ohnmacht. Später erfuhr ich, daß der Schwerda hörte ich einen furchtbaren Senal daß das Haus verwundete ein Müllerbursche war. erzitterte... es war der erste Kanonenschuß von der- auf der Kleinseite ober den Jesuitengarten aufgestellten Batterie... Gleich nach dem ersten Schuß tam meine Bums frachte es wiedes... und ein riesiGattin Julie aus der Geschäftstüche hinauf in ges Stück Dachgesimse fiel von Coloredischen ersten Stock zum Stinde wir trugen nun die Palais- knap zu meinen Füßen... ich war Wiege samt Marichen in die durch eine Haupts von Mörtel und Mallstaub überschüttet- nur maner getrennte Hintere Stücje brachten dahin eine halbe Elle näher und ich wäre nicht mehr auch unser Baarvermögen, Wertsachen, dann Bets unter den Lebenden gewesen. ten und Kleider... Alles Andere überließen wir Es rieselte mir ein kalter Schauer über den Gottes Schußze, denn in der Wohnung Leib die Haare stiegen mir zu Berge... eine welche den Geschüßfeuer( der Kugeln) ausgesetzt Art Kampfluft erfaßte mich... trampfhaft hielt war, fonnten wir weiters nicht mehr bleiben... ich meine Gattin mit der Rechten... und mit da das Ziel der Batterien die mit Granaten ihr der linken Hand meine kleine Marie und so zogen zerstörungswerk beganen, den Altstädter Brüden- wir neben Coloredischen Palais die Gasse her thurm und den Mühlen galten. unter bis auf den Anna- Plaz, und von da durch Das Bombardement dauerte fort... es war den Annahof Liliengasse Betlehemsplatz. furchtbar. Die gefüllten Granaten die an die Bergstein Brentegasse Viehmarkt bis Quardersteine des Brückenthurmes anprellten und zum Kornthor. zerplatten flogen auf unser Dach zerstör- Das Bombardement dauerte fort bis Mitten Rauchfänge- Biegelund dieser Schutter tages fonnten an hundert Schüsse gefallen fiel in unsern Lichthof, wo in der Somerzeit in sein. allen Stockwerken die Fenster geöffnet waren; Die Stadtore waren in diesen Schreckentagen selbstverständlich wurden durch diesen Schutter alle geschlossen; uniformirte Bürger hielten da alle Fenster zertrümert, mit herunter gerissen. Wache die mich lannten, und so wurde ich samt Dieses schauerliche Getöse zu beschreiben... Familie vor die Thore hinausgelassen. ist meine Feder nicht in Stande... tein Wunder Nun wanderten wir nach dem ungefähr zwei also, daß meine weiblichen Dienstbothen( die Kell- Stunden entfernten Měcholup wo uns meine ner waren bereits entflohen) vor Angst und Milchlieferantin freundlich aufnahm... Am anSchrecken zu weinen und heulen anfingen... deren Tag das ist Freitag gegen Abend ging auch meine Gattin Julie bath mich mit ihr aus den Hause zu fliehen. Dies war aber leichter gefagt als ausge- Der erste Elektrokrieg führt, da die Varikade vor unseren Hause oder vielmehr die Gasse von dem Militär auf der Sleinseite scharf bestrichen wurde. Von Kurt Doberer Es ist wenig bekannt, daß es der russisch Die Barikade vor unseren Hauſe war quer japanische Krieg war, in dem zum ersten Male gegen das Coloredische Palais gebaut... dort und mit entscheidenden Erfolgen die Elektrizität drüben tvar eine kleine Deffnung zum durch als Kriegswaffe eingesetzt wurde. plann... Ich nahm mir am Roßmarkt im Gasthof zum Charaus ein Zimmer... das Bombardement dauerte nun bis 7 Uhr Abend. Ermüdet von den Wege und die vielen Nacht. wachen schlief ich auf einen Canape ein... bis mich abermahls eine Kanonade aufwefte... doch schredlicher als alle zuvor. Die Möbel erzitterten im Zimmer... die Kanonade war von der Kleinseite her... Es mochte 11 Uhr Nachts sein... Ich wollte nun auf die Gasse doch der ausknecht, der beim Thore schief, lies mich nicht aus den Gasthof hinaus, ich mußte allso wieder in mein Zimmer im zweiten Stock. Als ich gegen das Brückel tam flog eine Schaar Tauben auf die da bereits Futter fuchten... Ich ging nun über die neue Allee zum Frans zen- Quai... aber auch da begegnete ich keinen Menschen. Endlich kam ich zur Unglüdsstätte. Was sah ich da? Von den vormahls da gestandenen sechs Mühlen und dem Wasserthurme nur noch Mauerreste und rauchende Trümmerhaufen... vers fohlte Holzpiloten ragten aus dem Wasser, Ges treide, Mehl, Schrott und Kleie lagen zum Theil verbrannt auf der Straße... ein echtes Bild zum Schlußalt des Schredensdrama! Nun ging ich neben an zu meinen Heim... zu meinen Kafehaus! Welch ein Bild der Zer störung both fich mir aber hier dar? Tische Bänke Sesseln Gläser Taffen Dehllampen Spiegel und sonstige Eins richtungs- Stücke... alles lag auf der Gasse uns tereinander... ich stand da wie Jeremias nach der Zerstörung von Jerusalem. Die Barikade vor unseren Hause war bereits demoliert. Ich ging num in unseren Hausflur... Alle Thüren in meine Lokalitäten waren offen... das erste lebende Wesen daß ich sah- war unsere Hausmeisterin, welche auf einen Bündel Betten zusammen gefauert schlief... Ich wedte fie... und nun erfuhr ich von der braven Alten: daß sie das Haus in der Schreckensnacht nicht verlassen; daß die Studenten meine Sachen aus den Lokalitäten während dem Brande wohl auf die Gasse geräumt, daß sie aber acht gegeben haben, daß nichts entwendet werde... Der Tag war bereits im Sonnenglana... die Gasse wurde belebter... Neugierige famen die Brandstätte zu besehen. auch bei meinen Hab feligleiten waren eine Menge Gaffer. Für Geld und gute Worte fand ich endlich Leute die mir meine Sachen von der Gasse ins Haus an Ort und Stelle trugen. Bieles war zerbrochen oder beschädigt, doch abhanden ist dem Braithut nichts gekommen was bei solchen Ereigniß gewiß hervorzu heben ist. Ich ging nun in meine Wohnung in 1. Stod. Von da überblickte ich nun erst so recht die abgebranten Mühlen von der Wasserseite gegen die steinerne Brüde zu... Da meine Gattin Julie und unsere DienstYeute nicht in Prag... und alle meine KafehausVon da sah ich nun- o Schrecken in der Einrichtung in unbrauchbaren Zustande war Richtung Roßmarkt, Brückel, Kohlmarkt, Domini o fonnte von einen weiteren Betriebe feines Gefaner eine schauerliche Röthe am Himmel... was schäftes keine Rede sein... aus Langeweile zeich mir die Gewißheit gaben, daß die Altstädter Mühnete oder krizelte ich mir aufs erste beste Palen brennen... pier das ich fand von Fenster aus meiner Da diese Mühlen alle von Holz gebaut Wohnung: drei Brandruinen von den vormahls waren, so fann man sich denken wie mir war... da gestandenen Brücken- Mühlen als Andenken an mein Kafehaus war ja nebenan. die Schreckenstage. Millionen Funken flogen stoben in die Wie schon gesagt war die Kafehaus- EinrichLuft und wie ein Feuerregen fielen diese wieder tung zum Theil zerbrochen... aber auch das nieder, es war dies brennendes Getreide- Mehl Mauerwerk durch das gewaltige herausreißen der und Schrott... Hören konnte ich nichts von der Lampretten, Luster usw. starf beschädigt worUnglüdsstätte, als Kanonen- Donner und das den... die Fenster des Kafehäuser gegen die Knallen der Gewehre. Wasserseite hin durch den Brand der Mühlen Ich kann nicht unterlassen hier beizu zersprungen und angebrannt... Pflicht des seßen was mir einige befannte Studenten ans Hausbesitzer( nahmens Schmiedinger) wäre es deren Tages über die Schreckensnacht( wo diesel gewesen alle diese Schäden in Stand zu ben an der Karlsbrücke angagirt waren) wörtlich setzen... dieser wollte aber davon nichts wissen mitgetheilt haben: und so fündigte ich meinen Pacht und suchte " Während dem schauerlichen Drama sangen andere Lokalitäten. Stadelberg im Kavallerie- Sturmangriff au neh- Jgierigem Mund alle die mit so unerhörten Opfern men. Augenzeugen behaupten, daß es jedoch den erlauften Erfolge der japanischen Truppe. japanischen Kavalleristen unmöglich war, ihre Im prattischen Einsatz wurde hier durch Pferde bis an die Drahthindernisse heranzubrina Elettromethoden eine Schlacht entschieden, zu des gen. Es ist wahrscheinlich, daß das feinere Emps nen das Genieforps der gleichen Armee genau finden der Pferde die Streuströme fühlte, die die fünfundsiebzig Jahre vorher die ersten entscheidenHochspannung in den Drähten der Verhaue aus den Versuche unternahm. Im Jahre 1829 tursendete. Die Japaner achteten jedoch nicht auf die den in Rußland die ersten Versuche zur elektrischen schlüpfen... ich entwarf also meinen Feldzugs- Zu Ende des Jahres 1904 hatten die Rus- scheuenden Pferde. Sie faßen ab und versuchten Fernzündung von Minen unternommen. Es wurde Borerst comandirte ich meine Angehörigen fen in der Mandschurei vor dem anrückenden die erſten Stahlstränge der Verhaue zu zerschneis in das Pulver der Mine ein sehr feiner kurzer zum Einpaten der nöthigen Sachen... nahm Seere des japanischen Generals Kuroti umfang den. Reihenweiſe ſanten die Japaner tot und be- Platindraht gelegt. Zwei dide Stupferdrähte führbann selbst die Wertsachen und meine fleine Mari reiche Feldbefeſtigungen angelegt. Das vollkom- täubt zu Boden. Nua entdeckten sie, daß hier Hoch- ten zurück bis zur Befestigung, in deren Vorfeld die Mine lag. An der Befehlsstelle stand eine große aus der Wiege, die ich zu tragen mir vorbe- menſte Stück dieſer Abwehrfette wurde bei Liau- spannung gegen sie eingesetzt war. Im Stahlhagel hielt... meine Gattin- Fran Löhner und die sang durch den russischen General Stadelberg ge- aus den russischen Wellenbrechern führten die Ja- galvaniſche Batterie. Wenn hier der Stromtreis Mägde nahmen Kleider, Wäsche... jede machte baut. In lurzen Abständen ließ er eine Reihe all- paner immer neue Opfer heran, die mit ihren geschlossen wurde, so glühte der Platindraht im Bulverfaß der Mine hell auf. Das Pulver entein+, und dem Schuße Gottes sich empfehlend ſeitig geschlossener, herzförmiger Befestigungen mit Tüchern und Holz isolierten Zangen allmäh= aus Holz und Stahlblech bauen. Diese Infanterie- lich Erfolge in der Zerstörung der Verhane er sündete sich und die Mine flog in die Luft. ging der Zug bis zum Hausthore. Stadelberg hatte vor Liaujang eine verbess serte Art dieser Methode eingesetzt und sie mit Da nun wurde etwas gemacht... teine forts, damals Redouten, heute aus Beton gezielten. In einer mächtigen Angriffswelle fluteten eieftrisch geladenen Drahthindernissen und seinen wollte zuerst auf die Gasse! Es war auch nicht baut.- Bunker oder Wellenbrecher genannt, rathsam den... nicht nur Ziegeln und Schutt wurden zu einer Schreckensmauer für die anstüc nun die Japaner heran. Aber die Nussen schalte- Wellenbrechern kombiniert. Das Ergebnis war fielen von Dache sondern eiserne Billen... mende japanische Armee. General Stadelberg ten nun auf den zweiten Alt dieses Elettrofriegss cine fürchterliche Dezimierung der japanischen Anhatte auf meilenweiter Strecke zwischen seine dramas um. In den Wellenbrechern fielen die greifer. Die dritte japanische Division wurde hier Wellenbrecher ein dichtes Nez von Drahtverhauen Schalter auf die elektrischen Kontakte. Draußen zurüdgeslagen. Bei einem nächtlichen Angriff gelegt und diese mit Hochspannung aufgeladen. in den Vorbefestigungen wankte der Boden unter waren breitausend javanische Soldaten tot zivis Durch die Erfolge allzu fühn geworden, ben Scharen der Japaner. Mächtige Erdminen waschen den Drähten und in den Fallgräben geblie versuchten die Japaner die Linie des Generals zen entzündet. Die aeöffnete Erde verichland mit hom die etwas schwer zu verdauen sind... Und da dachte ich in meinen Nöthen: ..O! Herr Jesu Christ du Gottes SohnEin Berg dazwischen drei Meiln davon Das wäre besser- Sri ft 10 Sonntan, 5. Jnni 1938 Nr. 182 VoLkLMfkckasi und Sogiolpalttifc Verbesserung von Bezirksstraßen im deutschen Gebiet Dir Staatsverwaltung hat in der lebten Zeit eine» größeren Betrag nuS dein Strasien- fondS zur Unterstützung der Berbefferung der Bezirköstrasim besonders in dem durch die Wirt- schastSlrise am meisten betrossrnrn Grenzgebiete mit vorwiegend deutscher Bevölkerung dereitgestrllt. Auster dieser Unterstützung, die den tu Betracht kommenden Bezirken in der Mehrzahl der Fälle in der Höhe von 90 Prozent deS BauauswandeS bewilligt, wird diese Investitionstätigkeit so wie in den früheren Jahren in bedeutendem Maste auch auS staatlichen Mitteln der ArbritSlosensürsorge unterstützt, womit den einzelnen Bezirken auch bei deren unerfreulichen finanziellen Berhältnissen ermöglicht wird, mit der Durchführung dieser Investitionen noch im Jahre 1938 zu beginnen und dieö mit vrrhältnISmästig kleinem oder ohne einen Beitrag a«S eigenen Mitteln. Auster dem hauptsächlichen Zweck dieser Investitionen» der svftematischen Berbefferung der BezirkSstrasten, wird durch sie auch auögiebig die Arbeitslosigkeit verringert; denn bei ihrer Durchführung wird vor allem die ortsansässige ungelernte Arbeiterschaft beschäftigt. Bri'drr Brrgebung dieser Bauten wird auster» dem nach den diesbezüglichen Brstimmmtgen vor allem ans die ortSansäsiige» Unternehmerfirmen Rücksicht genommen. Schon im henrigen Jahre werden verwirklicht werden: Im Bezirke Karlsbad wird eben die Pflasterung der BezirkSftraste Karlsbad—Gießhübel—Sauerbrunn mit einem Bauaufwande von 610.000 Ki und mit einer SOprozentigen Unterstützung aus dem StrastenfondS durchgeführt. In den nächsten Tagen wird in demselben Bezirke mit der Pflasterung der BezirkS-Fernstraste Echlak- kenwerth—Weichau—Bezirksgrenze mit einem veranschlagten Bauauftvande von 400.000 KC. auf den ein Betrag aus dem StrastenfondS in der Höbe von SO Prozent des Bauaufwandes bewilligt wurde, begonnen werden. Die Lieferung der Pflasterwürfel für beide Strastenverbcfferungen wurde der Firma „Bereinigte Basallwerke, Karlsbad" und die Durchführung der Pflasterarbeiten der Firma Wenzel Hladik in Karlsbad vergeben. In den letzten Tagen hat das Ministerium für öffentliche Arbeiten demselben Bezirke einen OOprozentigen Beitrag aus dem StrastenfondS zur Pflasterung zweier Abschnitte der Bezirksstraste Wehedib—Ottawitz mit einem veranschlagten Bauaufwand von 716.000 Ke bereitgestellt. Eben wurde dem Gesuche der Bezirkes Komotau nm die Bewilligung eines Beitrages aus dem StrastenfondS zur Berbefferung der BezirkSftraste Komotau—Eidlitz mit einem veranschlagten Bauaufwande von 600.000 KC entsprochen. Die Verbesserung wird mit Hilfe einer Stein-Pflasterung durchgeführt werden, wodurch eine dauernde und staublose Verfestigung der wichtigen Verbindung zwischen der Stadt Komotau und dem unmittelbar an sie an« schließenden Industrie- und Arbeiterort Eidlitz erreicht wird. Austerdem wurde diesem Bezirke ein Beitrag aus dem Strastenfondr zur Verbreiterung einer Engstrecke in der Stadt Gürkan auf der Be- zirkS-Fernftraste Komotau—Brüx bewilligt. Der Bezirk Falkenau a. d. Eger begann in diesen Tagen mit Unterstützung auS dem staatlichen StrastenfondS mit der Pflasterung der Be« zirksstraste Falkenau—KönigSwertb im Durchzuge durch die Stadt Falkenau. Die Pflasterwürfel liefert die Firma„Vereinigte Basaltwerke, Karlsbad", die Pflasterungsarbeiten führt die Firma.BrüderHladik" in Falkenau a. d. Eger durch. In den letzten Tagen wurde diesem Bezirke ein weiterer Beitrag zur Berbefferung der BezirkSftaste Zieditz—Bukwa—Maria- Kulm mit einem veranschlagten Bauaufwand von 1.282.000 Ki bewilligt. Die Lieferungen und Arbeiten werden durch den Bezirl ehestens vergeben und begonnen werden. Im Bezirke Elbogen Wurde eben mit der Pflasterung der Bezirksstraste Chodan—Münchhof—Putschst» begonnen, für welche die Pflasterwürfel die Firma„Vereinigte Basaltwerke Karlsbad" liefern wird und die Firma K. Rimvel aus Falkenau a. d. Eger die Pflasterungsarbeiten durchführen wird. Dem Bezirke Asch wurde ein Beitrag auS dem StrastenfondS zur Berbefferung der BezirkSftraste Asch—Nostbach mit einem veranschlagten Bauauftvande von 600.000 K£ bewilligt. Diese Verbesserung wird'ans der Ausgleichung der Richtung»- und GefällSverhältniffe und der Berfestigung der Fahrbahn durch eine bituminöse Straßendecke bestehen. Im Bezirke Neudek wird mit Unterstützung auS dem StrastenfondS die Fahrbahn der Bezirksstraste JoachimSthal—Ader« tham—Neudek verbreitert und Verbeffert, wodurch die Sicherheitsverhältnisse auf dieser Fernstrasteustrecke in der Gemeinde Abertham wesentlich gebessert werden. Dem Bezirke Preßnilz wurde in der letzten Zeit zur Verbesserung der Be« zirktstraste Prestnitz—Weipert ein Beitrag in der Höhe von 00 Prozent des veranschlagten Bauaufwandes von 780.000 llö bewilligt. Die Verbesserung wird in einer wesentlichen Ausgleichung der Rich- tungs» und GesällSverhältnisse der bestehenden Straste, in der Verbreiterung ihrer Fahrbahn und in ihrer Verfestigung teils durch eine bituminöse Sstastendecke, teils durch Steinpflasterung liegen. Dem Bezirke Eger wurde der Ersatz des Aufwandes 2,200.000 Kö zur Verbesserung der BezirkSftraste FranzenSbad-Maria- Kulm finanziell sichergestcllt. Mit der Durchführung der BerbefferungSarbeiten wurde schon begonnen und im heurigen Jähre werden die Arbeiten fortgesetzt werden. Die Berbefferung der Straste besteht auS der Herstellung einer doppelten bituminösen Strastendecke in FranzeuSbad und der Nekonftruktion der ivtraste in den übrigen Abschnitten« Die Herstellung der bituminösen Strastendecke wurde den vereinigten Firmen Jng. Michalitschke in Prag und Jng. Markgraf und Heger in Eger vergeben. kleue Bezirksstraßen und Brücken DaS Ministerium für öffentliche Arbeiten bat durch Bewilligung von StaatSbeiträgen den Bau von BezirkSstrasten ermöglicht, und zwar eines Staatsbeitrages von 100.000 Ki für den Bau der BezirkSftraste Olesnä—Gittice Im Bezirke Rokhranh in einer Länge von 2188 Meter voranschlagt auf 568.000 UL; siir den Umbau der BezirkSftraste Metz« ling— RonSverg in einer Länge von 6804 Meter mit einem Koftenvoranschlag von 1,270.000 Xi im Bezirke Bischosttinitz einen 60prozentigen Beitrag Wlnant Nachfolger Butlers Genf. SamStag, wurde durch den Verwal- tungsrat deS Internationalen Arbeitsamtes einstimmig der Amerikaner I. G. Winant, der bisher Vizedirektor dieser Institution war, zum Direktor gctvählt. Winant ist ein persönlicher Freund de» Präsidenten der Bereinigten Staaten, Roosevelt. Seine Berufung wird als beredtes Zeugnis der aufrichtigen Zusammenarbeit der Bereinigten Staaten in der internationalen Arbeitsorganisation betrachtet. Der bisherige Direktor B u t l c r. der vor kurzem demissioniert hat, bleibt voraussichtlich bis Ende dieses Jahres in seinem Amte. Rückgang des Kunstseidenverbrauchs Der Kunstseidenvcrbrauch ist von 2,4 Mill. Kilogramm im ersten Vierteljahr 1937 Heuer in der gleichen Zeit auf" 1,551.009 Kilogramm zurückgegangen. Ter Rückgang auch dieses Produk« tiouSzweigeS. wird in erster Reihe mit der lieber« schätzung der Koniunkturlage im Jabre 1937 in Zusammenhang gebracht, da zu dieser Zeit in allen mit der Kunstseidefabrilation zusammen- Letzter Akt, Vorhang Von Wilhelm Weldin Die Bgdezimmeriür fiel hinter Hendrik zu. Grell klingelte die Wohnungöglocke. Noch etwas Puder... sol Jetzt sah also Hendrik hinter dieser Tür und wartete auf daS Schreckliche. Aber nein, gar keine Spur, es gab kein Badezimmer, und Hendrik würde Würstchen mit Senf essen... immer ast er Würstchen mit Senf, wenn er einen Augenblick Zeit hatte. Gloria Vansitiart beugte sich näher an den Toilettentisch. 2m Spiegel sah sie den Zuschauerraum, der schw/trz wie ein riesiges Zhklopenauge über dem weisten Strich der Rampenlichter stand. Und mitten aus dem gähnenden schwarzen Loch blickte ihr Spiegelbild sie an, bleich und etwas gequält. Jetzt rist das Klingeln jäh ab. Schrecklich diese Stillei Da fasten zweitausend Menschen und rührten sich nicht. Zweitausend Menschen, daS waren viertausend Augen, die ihren Rücken durchbohrten, viertausend Hände, die sich nicht bewegten, um jenes mechanische, klatschende Geräusch her- vorzubringen, das allein auf der Bühne Bestätigung deS eigenen Seins gab. Da fasten sie nun seit zwei Stunden und rührten sich nicht. Wie ein Stück Blei, dachte Gloria Vansitiart. Endlich das Splittern von Holz hinter den Kuliffen. Das Ivar die WohnungStiir, durch die ihr lächerlich krimineller, lächerlich trunksüchtiger Gatte eindrang, um sie Punkt halb elf Uhr nach zehn Minuten Dialog zu erschießen. Welch ein blödsinniges Stück! Erschreckt über ihren Mangel an Konzentration lieh Gloria Vansitiart die Puderquaste fallen... ein Glückt daß Nervosität zufällig in die Szene paßte. Mit Mühe riß sie sich zusammen und dachte krampfhaft: mein erstes Auftreten in New Aorki Mein erstes Auftreten in New York! Mer der Gedanke machte sie nur noch unglücklicher. „Hallo, Jane!" aus dem staatlichen StrastenfondS, höchstens 762.000 Ki; weiter» ist für den Bau der Bezirk»« straste Pistau—Diartnau im Bezirke Dtartenbad in einer Länge von 2880 Meter mit einem Kostenvoranschlag von 400.000 Kd ein 85prozentiger Staatsbeitrag, höchsten» 52.000 Ui, bewilligt worden. Alle diese Bauten sind bereit» vorige» Jahr be- gotmen worden und e» wird mit ihnen heuer fortgeschritten werden. Weiter» wurde dann im Bezirke Eger ein Beitrag von 500.000 Ui au» dem staatlichen Strasten- fond» für die Berbefferung der BezirkSftraste Ober- Lohma—Wildstein—Staatsgrenze van 2000 Meter Länge und von einem Kostenvoranschlag von 625.000 Ui bewilligt. Mit den Bauarbeiten soll baldigst begonnen werden. Ferner sind in der Sektion für Bauten nichtstaatlicher Brücken de» Ministerium» für öffentliche Arbeiten in der letzten Zeit folgende Staatsbeiträge bewilligt worden: Dem Bezirke Komotau zum Bau der Brücke über die Sazava in Stresau. veranschlagt auf 140.000 Ui, ein Beitrag von 40 Prozent bi» 58.000 Ui; der Stadt Saaz Im Bezirke Saaz zum Bau der städtischen Brücke in der Masarvkftraste in Saaz mit einem Kostenvoranschlag von 2,000.000 Ui ein Staatsbeitrag in der Höhe von 85 Prozent, bi» zum Betrage von 700.000 Ui; dem Bezirke Plan bei Marienbad zum Bau der Brücke über den Neu« markier Bach bei Altmühle, voranschlagt auf 400.000 Ui. einen Beitrag in der Höhe von 40 Prozent bi» 160.000 Ui und dem Pilsner Bezirke zum Bau der Brücke über die Beraun in Dolanv, voranschlagt samt zugehörigen Strastenzusahrten auf 2,000.000 Ui, einen Staatsbeitrag in der Höhe von 85 Prozent bi» 700.000 Ui. Diese Brückcnbauien, mit Ausnahme der Brücke über den Neumarkter Bach, wurden schon angefangen. Im ganzen sind also im erwähnten Gebiete von einem Gesamtauswand für diese Brücken von 4,546.000 UL Staatsbeiträge von insgesamt 1,624.000 UL bewilligt worden. hängenden Zweigen Käufe und Mrufe über den eigentlich notwendigen Bedarf hinaus vorgenommen wurden. Fortsetzung der Verhandlungen mit Deutschland Die Handelsvertrags« Verhandlungen mit Deutschland, die kurze Zeit unterbrochen waren, werden am 13. d. M. in Berlin fortgesetzt werden. G Am 4. Juni wurden dn Ministerium für auswärtige Angelegenheiten die Ratifikationsurkunden des ZusahhandelSabkommen» mit Estland ausgetauscht. Heuer bisher 81 Millionen Unfallsentschädigungen Die ArbeiterunfallSversicherungSanstalt in Prag hat seit Beginn dieses Jahres insgesamt 51,516.754 UL an IlnfallSentschädigungen ausgezahlt. In den ersten fünf Monaten wurden 27.343 Unfälle gemeldet. Genoffen! Genossinnen! a» P» tO 9» s Betriebsversammlung Gewerkschaftsversammlung, GeiioffcnschaftSversammlung, Wählerversammlung, Frauenversammlung, politischen Versammlung, Versammlung oder Sitzung einer proletarischen Organisation sollt Ihr für die WaldeoMMe Mchreffe intensivste Werbearbeit leistenwar daS Lachen eines Menschen, den innerlich das Grauen schüttelt. Eine Bewegung ging durch den Zuschauerraum... eine jener schwer deutbaren animalischen Bclvcgungen deS Publikums, die wie die Regung eines riesenhaften, unheimlichen Tieres sind. „Wo ist Oliver Stanford?" flüsterte Gloria Vansitiart. Ihr Gegenspieler hatte nun zu schreien; „Gib mir Dein Geld!" Auf ihre stumme Weigerung hatte er sie roh zu Boden zu werfen. Aber die Stimme des Mannes hinter ihr war leise und fast atemlos. „Er liegt mit durchschnittener Kehle in seiner Garderobe", sagte er.„Gib mir Deinen Schmuck und Deine Perlenkette!" Die letzten Worte waren drohend geschrien, fast gebrüllt. Gloria Vansitiart suhr au- der Rolle fallend entsetzt herum. „Die... die... Perlenkette«...l" Ihr Gegenspieler stand vor ihr und sah sie kalt an. „Die Perlenkettel" bestätigte er. Gloria Vansitiart fühlte, wie sie an allen Gliedern zu zittern begann. Ihr Blick irrte suchend nach den Kulissen, aber weder der Inspizient noch der Regiffeur waren zu sehen. Und die Bühnenarbeiter kannten das Stück nicht so genau. Aber daß das Publikum nichts merkte! Richtig: es war ja eine Uraufführung, und kein Mensch kannte den Originaltext de- Stückes. Gloria Vansitiart hob abwehrend ihr« zitternde Hand. „Nein... nicht! Nicht die Perlenkette..." Tränen traten wider Willen in ihre Augen.„Sie ist ein Geschenk meine» verstorbenen Manne»..." Klar Hangen die Worte im Raum, mechanisch in tadelloser Bühnensprache hervorgebracht. Irgend ettvaSi regte sich jenseits der Rampenlichter.. Ein Geräusch drang wie von fernher an Gloria VansittartS Ohr, schwoll an. Applaus aus offener Szene! Noch immer stand der Mann vor ihr. Regungslos. Plötzlich duckte er sich, sprang tiger- haft vor. „Jetzt bin ich Dein Mann, Du Bestie, und jetzt wirst Du" Gloria Vansitiart fühlte den Griff seiner Hand an ihrem Hals und fiel unter der Wucht des Anpralles. Verzwcifeli versuchte sie die Hand abzuwehren, kratzte, bist... so kugelten sie bis in die Mitte der Bühne. Und immer noch applaudierte daS Publikum. Grauenhaft! Gott sei Dank, das war Oliver Stanford. Wenigstens hatte sie jetzt nicht mehr allein mit der schwarzen Leere hinter sich zu ringen. Progranimästig zuckte sie zusammen. „Unerwarteter Besuch, nicht?" WaS er nur hatte? Seine Stimme war so merlwürdig verändert. Auch die Betonung war anders als auf den Proben... sonderbar... «Bill— Du!" sagte sie, auf daö Stichwort einfallend. „Bielen Dank für die herzliche Begrüßung!" ES war Gloria Vansitiart, als hätte eine kalte Hand ihren Mcken berührt." Im Text hieß cs doch:„Ja— ich! Als Dein Gatte glaube ich wohl eine herzlichere Begrüßung beanspruchen zu dürfen!" Wenn sie Oliver Stanford nur hätte ansehen dürfen, aber sie konnte sich nicht umdrehen. Jetzt noch nicht. Durch den Spiegel spähte sie nach dem Kasten des Souffleurs. Der Mann lag vorn übergebeugt über dem Textbuch, und seine Hände hingen schlaff in den Souffleurkasten hinein. Er schlief. „Bill!" rief sie noch einmal, ihrer Rolle entsprechend. Dann hatte sich Oliver Stanford von hinten über sie zu beugen und in leisem drohenden Ton zu sagen:„Ich weist, wer im Badezimmer ist, Jane!" Schon sah sie seine Schulter im Spiegel, und plötzlich blickte ans ihm daS Gesicht Oliver Stanfords. Aber war es sein Gesicht? Ja, eS Ivar sein Gesicht. Und doch war es etwas anders. Nur in der Maske allerdings. Die Schminke hatte eine andere Farbe als zehn Minuten vorher... „Der Souffleur hat fünf Gramm Morphium im Leib", sagte die Stimme Oliver Stanfords leise in ihr Ohr. Und lauter:„Ich weist, wer im Badezimmer ist, Jane!" Wirklich, der Mann hinter ihr hatte auch eine andere Krawatte, als sie Oliver Stanford noch vor kurzem getragen hatte. Was um Gottes« willen—. Nicht denken! Lachen! So stand«S in der Rolle! Jane lachte kokett, abwehrend. Gloria Vansitiart lachte. Es war ein unheimliches Lachen, das auS ihr hervorbrach. Es Eine Sekunde gab Gloria Bansittart keuchend die Gegenwehr auf, und daS verzerrte Gesicht deS Mannes näherte sich dem ihren. „Die Pistole, mit der ich in zwei Minuten auf Sie schieben werde, ist scharf geladen", flüsterte er.«Sie sind eine tote Frau. Es hat leinen Sinn, daß Sie sich wehren. Ihre Lage ist absolut hoffnungslos. Ich bin ein engagementsloser Schauspieler und habe den Proben dieses Stückes beigcwohnt, ich kenne jeden Winkel dieses Hauses. Der Schlag ist von langer Hand sorgfältig vorbereitet, daß ein Mihlingen unmöglich ist. Ergeben Sie sich!" Noch einmal regte sich Gloria VansittartS Widerstand. Mit letzter Kraft rist sie sich los, sprang auf... Doch schon hatte der Mann den Revolver gezogen., . Langsam lvich Gloria vor ihm zurück. Ganz langsam... gerade in die Ecke der Bühne, auS der es keinen Ausgang gab. Da rist sie die Perlenkette vom Hals, hielt sie'dem Manne hilflos hin. „Da... da... die Kette... bitte, bitt«..." Zweimal zuckte ein roter Feuerstreif aus der Mündung der Waffe. Klatsch, klatsch, klatsch... ach so, das Publi- kum... zu spät, zu spät... daS also ist da» Ende, Ende, Ende, En „Daß Sic in Ohnmacht gefallen sind, be- daure ich natürlich ans das lebhafteste", sagte der Manager Gloria VansittartS.«Aber anders war Ihr New-Aorker Debüt auch nicht mehr zu retten. Auch der Direktor war dieser Meinung und Oliver Stanford, der übrigens seine improvisierte Doppelrolle sehr gut: gespielt hat. Lesen Sie die Rezensionen... fabelhaft, kann ich Ihnen sagen-... Und Gloria Vansitiart'las: "... das an sich schwäche Stück wurde im letzten Augenblick durch die hervorragende Leistung der Engländerin Gloria Bansittart gerettet. Die unerhörte, frappierend lebensechte Darstellung dieser jungen Künstlerin, stellt sie in eine Reihe mit den ersten Schauspielerinnen unserer Zeit." 32 Tich arch atts 115, cia 11: e= hr er n, Re t 1 Br. 132 Rolný R DIE FÜHRENDE KLEIDERMARKE Louisdors aus der Rue Mouffetard alängt!" Sonntag, 5. Juni 1938 am Tage und fleinen Spelunken, die die ganze Nacht offen haben und von Lärm und Mufit er füllt sind. Jetzt stehen sie alle um das Haus her um, die Bewohner der Straße selbst, die berühmt sind für ihre Spottlust. Sie haben ein großes Blafat an einen Laternenpfahl gebunden, auf dem zu lesen steht:„ Achtung! Nicht weiter gehen! Hier wird nach Gold gegraben!" dem Fund veröffentlichte die Regierung ihre zweite Serie von Gesezen. Unter diefen befand sich auch eines, das eine bestinumte Geldsumme für die Niederreißung der sogenannten taudis" zur Verfügung stellte. Die„ taudis": das sind die Elendsquartiere von Paris, und niemand fennt richtig die Seine- Stadt, der nicht weis, daß Paris eben so reich an wunderbaren Bauten, Der Held des Tages ist natürlich Flaminio herrlichen Plätzen und schönen Straßen ist wie an Maures, auf den sich die Reporter stürzen, und Quartieren unbeschreiblichen Elends. Stätten der im ersten Taumel des Glüds die halbe der Seuche und des Lasters, der Krankheit und Rue Mouffetard zu Freibier und Apéritifs ein- der Verwahrlosung. Paris ist eben eine uralte lud. Ist er nicht über Nacht Millionär geworden Stadt, mit Gegenden, an denen seit Jahrhunder und der größte Glüdspilz von ganz Paris? ten nichts verändert wurde, die ohne jede hygie oft sehr pittorèst und romantisch aus, und die nischen Einrichtungen sind. Von außen sicht das Fremden photographieren diese Viertel gern. OLLA GUM..? Seite 11 ander Tariser Weltausstellung als einzige Traservativmarke der Welt mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet wird auch Sie verlässlich Schützen 6 Kongernfabriken Todessprünge in den Mihara Yama Lichtreklame gegen Harakiri Inzwischen ist seine Freude allerdings eftvas gedämpft worden, denn die Behörden haben den ganzen Schatz beschlagnahmt, mit der Erklärung, MTV. Tolio. Die..Liga gegen die Selbstmorde es stehe noch gar nicht fest, wer der rechtmäßige Seit langem bestehen sorgsam ausgearbei- am Mihara Dama" bat auf der javanischen SelbstBesizer der Goldmünzen sei. Rechtlich feien es tete Pläne zur Niederreißung dieser„ taudis" mörderinsel Ofbima riefiae Sbieael aufstellen laſſen, die Erben der Tochter des Edelmannes. Von ihr und zum Aufbau moderner Wohnhäuser, Equa die das furchterregende Innere des vulkanischen Kraweiß man bisher nur, daß sie sich um 1760 ver- res und Pläge. Aber in der Praris hat man bisters reflektieren und so Selbstmordkandidaten abschreden sollen. Diese Aftion war notwendig. da seit heiratete und hochbetagt um 1810 starb. Sie muß her nur wenig getan, in erster Linie deshalb, weil Beginn des China- Feldzuges die Harakiri- Alte auf noch sehr viel anderes von ihrem vermögenden die Kosten enorm sind, dann aber auch, weil der Oshima eine beängstigende Sunahme au berzeichnen Vater geerbt haben, denn sie war mehrfache Pariser so sehr an der Tradition hängt, daß er hatten; rund zehn Prozent der durchschnittlich 1200 Hausbesiverin. Allerdings hatte sie keine Kinder, sich nur schwer entschließen kann, wirklich grund- Touristen, die wöchentlich die Insel Oshima besuchen. unb soweit bisher festgestellt wurde, aina ihr legende Aenderungen im Stadtbild vorzunehmen. Lommen nicht wieder zurück. Vermögen an verschiedene Cousins und Cousinen. Die Rue Mouffetard ist übrigens eines der Aber dann verwischen sich die Spuren, und jetzt markantesten ,, taudis" von Paris, und dieses werden nicht nur in Paris, sondern auf allen Haus, das man abriß und in dem man den Der Goldschats im Elendsviertel MTP Paris.„ Sich' mal, Vater, wie das mairien Frankreichs die Bücher gewälzt, um Schab fand, war bereits in einem derartigen Und eines der beiden Kleinen Kinder des Anne- Louise- Claude Neville sein könnte. Vorherauszubekommen, wer rechtlich der Erbe von Zustand, daß man es entfernen mußte. Bauarbeiters Flaminio Maures zeigt seinem aussichtlich wird es noch einen Schwanz von Pro- Abriß von„ taudis" herrliche Funde machen kann, Vielleicht gibt die Tatsache, daß man beim Vater stolz einige der Kleinen Münzen, die es mit geffen um diefe Angelegenheit geben, und der der ganzen Idee einen neuen Impuls. Wenn der der Schürze sauber und blant gerieben hat. Flaqute, ehrliche Finder und Bauarbeiter Flaminio Schrei nach moderner Hygiene nicht geholfen hat, minto hat ein paar davon bei den Abbruchsarbei Maures wird froh sein können, wenn er wenig so schafft es vielleicht die Sucht nach Gold und ten eines uralten Hauses in der Rue Mouffetard stens die 300 Goldstücke behalten kann, die er verborgenen Geheimnissen. Insofern ist dem hinter der Sorbonne und dem Pantheon gefun- selbst gefunden hat, und die man ihm als Fin- decret- loi" über die Beseitigung der„ taudis" den, irgend welches altes, wertloses Zeug, das er derlohn wohl nicht wird streitig machen können. Durch das Testament des vermögenden Edelman feinen Kindern geschenkt hat. nes am Hofe Ludwigs XV. eine wertvolle Unter stüßung zuteilgeworden. J. D. Jetzt wird er doch aufmerksam, und da er ein ordentlicher Mann ist, geht er mit den Münzen zum Polizeikommissar und erzählt ihm seine Geschichte. Der audt die Achseln und rät, zau einem Juwelier in der Nähe zu gehen. Dieser prüft sorgsam die Münzen, mit denen die Kinder gespielt haben, wird dann bleich vor Erres gung und sagt:., Das ist reines, echtes Gold, Münzen, geprägt unter Ludwig XV. Wo haben Sie denn diesen Schatz her?" Das ist der Beginn der Geschichte von dem gefundenen Goldschaß in einem uralten Pariser aus, um derentwillen die ganze Stadt Kopf steht, denn der Finder benachrichtigte nun die Polizei und die anderen Behörden, man grub sofort weiter und fand Tausende anderer Munzen sowie eine vergilbte Bergamentrolle, auf der in einwandfreiem Französisch des 18. Jahrhun derts zu leſen ſtand: Moi, Sieur Louis Nivelle, Ecuyer, Conseiller et Sécrétaire du Roy, je legue ma fortune entière à ma fille Anne- LouiseClaude Nivelle." Also das untadelige Testament eines Edelmannes am Hofe Ludwigs VX. an seine Tochter! Er war nicht etwa Stallmeister, worauf die Bes zeichnung Ecuyer" schließen ließe; um diese Zeit bedeutete Ecuyer" nichts weiter als ein Adelsprädilat, etwa im gleichen Sinne wie das Beiwort ,, bon", und hatte nichts mit dem ehrenwerten Beruf eines Stallmeisters zu tun. Der Bauarbeiter Flaminio Maures fand nur rund 300 Goldmünzen, die in einem ftrumpfartigen Gebilde eingenäht waren. weiteren Nachforschungen förderten noch fechs gleiche Sädchen zutage, die insgesamt noch ein mal rund 2000 Münzen enthielten. Nach den bisherigen oberflächlichen Schäßungen der Sach, verständigen stellt der Gesamtwert des gefunde nen Schatzes 2,25 bis 2,5 Millionen Francs dar. Man hat natürlich sofort das halb abgerissene Gebäude in der Rue Mouffetard abgesperrt. Der weitere Abriß wird nun unter strengster Aufsicht der Behörden durchgeführt. Auf der Straße ſtauen sich die Menschen. Die Rue Mouf fetard ist eine der pittoresfesten Straßen von Pas ris, mit uralten, geheimnisvollen Durchgängen durch Häuser und Höfe mit einem riesigen Markt Szene aus dem Film ,, Schwarze Kavallerio Aber eine andere gute Folge fönnte diese ganze Angelegenheit haben, wenige Tage vor Wie kann ein Flugzeug in Brand geraten? Anläßlich der zahlreichen Unfälle hat man in Amerika neue Versuche unternommen, um zu er gründen, wie ein Flugzeug in Brand geraten kann. Mit Hilfe des Windkanals stellte man fest, daß auslaufender Betriebsstoff die Maschine in Brand setzen fann. Man blies kleine Mengen Treibstoff mit einer Geschwindigkeit, die der eines Flugzeuges entsprach, gegen ein FlugzeugSchwanzende, das sofort in Brand geriet, ohne daß von irgendeiner Seite eine Funkenbildung aufgetreten wäre. Die feinen Benzinteilchen gleiten am Flugzeugrumpf entlang, prallen auf das Schwanzstüd auf und entzünden sich dadurch digung des großen Arztes, der die Frauen von Kleinigkeiten für ein Blutbad ber Geißel des Kinderbettfiebers befreite. oder: Céline wird Antisemitebſchrift des Juden Semmelweis vor laum mehr Wie merkwürdig es ist, daß Céline seine als einem halben Jahr erscheinen ließ, kann erst jetzt ermessen werden, da sein neuestes Wert ,, Ba Der Franzose Louis- Ferdinand Céline ers gatelles pour un Massacre"( ,, Kleinigkeiten für warb sich mit feinem Buch ,, Voyage au Bout de ein Blutbad") vorliegt. In gewissem Sinne seßt In Nuit"( ,, Reise am Ende der Nacht) den Ruf ,, Bagatelles pour un Massacre" die in den vor eines bedeutenden Schriftstellers. An diesem aufgegangenen Schriften Célines( mit Ausnahme wurde die Tiefe des Eindringens in die menschder Semmelweis- Biographie) eingeschlagene liche Seele gerühmt, die schonungslose Ehrlichkeit Richtung fort. Es teilt mit ihnen die Form unge feines, aller Illusionen baren Blids, bie anschaufeines, aller Illusionen baren Blicks, die anschau- zügelt dahinströmender Schimpfreden, die Rückliche Schilderung niederſten ſozialen Milieus, so bezüglichkeit aller angeschlagenen Themen für den wie Saft und Kraft seiner, am Pariser VolksVerfasser selbst, die Vorliebe für die Ausdrucksjargon gebildeten Sprache. weise der untersten Volksschichten und eine WeltSeine späteren Bücher- ,, L'Eglife" und anschauung, die nichts anderes zu sehen und zu ,, Mort à Crédit" fanden schon schwächeren zeigen vermag als Schmuß. Während jedoch CéWiderhall. Das Uebermaß an Straftausdrüden line in seinen bisherigen Büchern ausgesprochenen und an einer Verachtung alles Bestehenden, die Wert darauf legte, originell zu sein, bislang Un den Unterschied zwischen realistischer Darstellung geschautes und Ungehörtes darzustellen, selbst und willentlicher Beschmußung kurzerhand auf wenn es aus den tiefsten Gossen stammt, ist ihm hob, begannen Mißtrauen zu wecken. Von dem nun auch diese Qualität, die im Wesentlichen seiEnde 1937 erschienenen Bändchen..Mea Culpa"| nen Ruf als Schriftsteller begründet hatte, abwurde faum gesprochen. Es ist nicht nur zwei handen geraten. Was er nämlich nahezu 400 Seiteilig, sondern auch zwiespältig und nirgends ten lang über die Berjudung der Erde und die einzuordnen. Der titelgebende Essay am Anfang Weltherrschaft des Judentums zu sagen hat, un eine Blut wülster Beſchimpfungen des proletas terscheidet sich von den Schriften der Herren rischen Menschen, des Kommunismus, der Hitler u. Co. höchstens durch die maßlose Ueber Sowjet- Union entbehrt jeden sachlichen In- treibung der von den genannten Vorbildern aufbalts ebenso sehr, wie etwa die Reden, die ein gestellten Thesen und durch den bisher noch nicht Betrunkener gegen einen ihm unangenehm er- erreichten Unflat der Ausdrucksweise. Célines idheinenden Mitbürger schwingt. Die darauf fol- Buch ist das geifernde Gestammel eines Beleidig gende Biographie des jüdischen Arztes Philipp ten, bem zu wenig Beachtung geschenkt worden ist. Ignaz Semmelweis wurde 1924 von Celine als Im Anfang hatte er sich damit begnügt, die Dottordissertation verfaßt und ist eine turze, tem- Menschheit im allgemeinen zu bespucken und dies peramentvoll geschriebene und ergreifende Wür- ſes hatte vielerlei Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt. Die Studentin Kyoko Matsumato entdeckt den Mihara Yama fleine Insel Oshima mit ihren 1500 Einwohnern, deren gebrechliche Holzhütten sich am Fuße des fammendrängen, würde heute noch ebenso unbes ständig rauchenden Vultans Mihara Yama zus fannt sein, wie sie es vor fünf Jahren war, wenn nicht im März 1938 die junge Studentin Kyoko Matsumato aus Tokio auf den Gedanken gekom nehmen, spurlos zu verschwinden und nichts zu men wäre, ihren leßten Ausflug hierher zu unter. hinterlassen als ihre am Rande des Krater liegen den Kleider nebst einem Brief, in dem fie der Polizei mitteilte, sie habe sich aus Liebeskummer in den brodelnden Lavalesfel geworfen. Die faum 100 Kilometer von Tokio entfernte Ihre Tat fand riesigen Widerhall. Die ..Selbstmordinsel" wurde au Japans beliebtesten Ausflugsziel, wo in rascher Folge drei moderne Touristenhotels eröffnet werden mußten. Aber es tamen auch wahre Scharen lebensmüder Mädchen und Jünglinge, die bei Einbruch der Nacht zum Strater emporstiegen und dem Beispiel der kleinen Studentin aus Tokio folgten. Von März 1933 bis März 1935 waren es genau 313 Menschen die so verschivanden; dann nahm die Zahl der Selbstmörder infolge der scharfen polizeilichen Ueberwachung des Vullan- Gebietes start ab, und es gelang, allein im Jahre 1937 nicht weniger als 1208 Personen sozusagen in letzter Sekunde ge waltsam an der Verwirklichung ihrer Selbstmord absicht zu hindern. Die Höllenfahrt des Journalisten Tolugu Iwata Anfang 1936 nützte der Tokioter Journalist Tofuzu Iwata, Chefredakteur der bis dahin ziem lich unbedeutenden Zeitung Yomiuru", die Oshima- Konjunktur aus, um mit einem Schlage seiner Reitung zur Berühmtheit zu verhelfen. Ganz allein, ohne Begleiter, unternahm er trob taufend Warnungen und troß eines formellen behördlichen Verbots den Abstieg in den rauchenden Strater, erreichte in der Tat ungefährdet eine Tiefe von 130 Metern, wurde dann durch einen plöblichen Ausbruch zu einem Wiederaufstieg ge= zwungen und gelangte wie durch ein Wunder unversehrt wieder aus dem brodelnden Bullan heraus. Die Frucht dieser genau 32 Minuten dauernden Höllenfahrt" war eine sensationelle Reportage in 20 Fortsetzungen und die Auflage der Yomiuru" stieg schon am fünften Tage der Serie fbrunghaft von zuvor 45.000 auf über 900.000 Exemplare. [ Ilm sie zu steigern, verengte er das zu allgemeine Ziel seiner Angriffe auf die in manchen Kreisen so beliebte Zielscheibenfigur ,, Prolet". Da er aber hiemit, aus Gründen des literarischen Wertes und anderen nicht jene Beachtung fand, die Gides Angriffen auf die Sowjetunion zuteil geworden war, verlegte er seine Attade auf den anderen Angelpunkt des Weltinteresses: auf den Juden, und kann jetzt aufatmen und seiner Sache sicher sein. Der Jude" zieht unfehlbar; selbst um den Preis der abgrundtiefen Dummheit, von welcher Célines Buch stroßt. Wir sehen alles voraus! Wir sehen voraus, daß nur die Wenigsten bemerken werden, daß noch vor ein paar Mona ten, bei Drucklegung der Schrift über Semmelweis das Judenproblem für Céline nicht so bren= nend gewesen sein tann, wie es jetzt. Geltungsbedürfnis und guter Konjunktur zufolge, für ihn ist. Wir sind darauf gefaßt, daß so und so viele Refer übersehen, mit welchem selbstgefälligen Eifer die Person des Verfassers sich immer und überall in den Vordergrund drängtsei es, um irgend einen Angriff irgendeines Aritifers wutschäumend abzuweisen; sei es, um zu jammern, bas die Bücher der anglo- jüdischen Schriftsteller um so viel höhere Auflagen erreichen, als die der französischen; sei es, um sich von allerhand Kameraden freundschaftlich apostrophieren zu lassen; und so fort. Wir sehen voraus, daß Célines Buch fruchts bares Erdreich finden wird in den, durch die internationale Judenheße so gut gepflügten Gehirnen all derer, die gerne ,, ben Juden" als Irsache für all das Unheil ansehen wollen, an dessen Seite 12 Sonntag, 8. Juni 1888 Nr. 182 SKODA 254 D Pritschenwagen von 2 H Tonnen Tragfähigkeit mit sparsamen Skoda-Dieselmotor, große Ladefläche, hohe Transportgeschwindigkeit, außerordentliche Dauerhaftigkeit. Verbürgt Betriebsrentabilität. Verlangen Sie ein Angebotl ASAP- Werk Mladä Boleslav Hager fldtwufr Tödlicher Arbeitsanfall- Beim Mausoleum auf dem Ziskaberg arbeitete vorgestern vormittags der 58jährige Arbeiter Josef Hruska aus Podol am Ans« beben einer Grube. Hiebei glitt er auf einem Ballen aus und stürzte kopfüber eineinhalb Meter tief auf den Bewnsußboden, so das;, er sich den Stirnknochen zerschmetterte und tot liegen blieb.— Auf einem Neubau in Wrschowitz Ivurde der 81jährige Parkettenmacher Jaroslav Kurka aus KönigSsaal von einem Balken getroffen, den die Zimmerleute vom Dach hinuntergeworseu hatten. Mit Verletzungen am Rücken und an den Beinen wurde er auf die Klinik Jiräsrt gebracht. 120.000 Xi unterschlagen. Gestern wurde der Privaibeamte F. Z. auS Holleichowitz verhaftet, der seit dem Jahre 1986 bei der Firma, bei der er beschäftigt ist, Betrügereien in der Gesamthöhe von 120.000 KC verübt hat. Er kassierte bei verschiedenen stunden Geld rin und machte in den Büchern Eintragungen, als ob die Zahlungen durch die Postsparkasse erfolgt wären, worauf er gefälschte Post, anweisuiigsabschiiitte alS Beweise vorlegtc. Er ist geständig; das Geld will er für seine Familie verwendet haben. Betrunkener Chauffeur. In der Nähe de» neuen Krematoriums in der Fochstraße wollte gestern der 25jährige Chauffeur Heinrich Fousek au» Prag !!. der betrunken war, ein andere» Auto überholen und stiest dabei so heftig gegen einen Mast der elektrischen Leitung, daß sein Wagen völlig zertrümmert wurde. Fousek wurde zu Bode» geschleudert und mit einer Gehirnerschütterung und einigen leichteren Verletzungen von einem vorbeifahrenden Kraftwagen in» Weinberger Krankenhaus gebracht. Strastenbahnzusammenftoß. Nach 2 llhr nachmittag» flies; gestern in der Gerstengasse in Prag II ein Straßenbahnwagen der Sechser-Linie mit dem Schleppwagen eine» Zweier-Wagen- zusammen, der in der Haltestelle stand. Tie vordere Plattform de» Sechser-Wagen- und der Echlevvwagen wurden stark beschädigt: verletzt wurden sieben Personen, doch bandelte es sich durchweg» um Verwundungen leichter Natur; alle Verletzten wurden, nachdem sie in der Klinik Schlokfer verbunden worden warthi, nach Hause entlasten. Der Verkehr blieb 15 Minuten la na unterbrochen. Motorradzusammenftost. In der Karlrgasse in Zilkov flies; gestern nachmittag» da» Motorrad des 18jährigen Jaroslav DolcZal mit dem de» LVjähri, gen Rudolf Peträiek, Privatbeamten ans ZiZkov, zusammen. Beide Fahrer stürzten zu Boden. Prträ» sek wurde mit einer Gehirnerschütterung und einem Bruch de» Nasenbein» aus die Klinik AmcrSbach gebracht, Dolefal nach Hause entlassen. Die Fahrzeuge wurden beschädigt. Die Erzgebirgshilfe, eine Arbeitsgruppe der „Bziijemuost", ist in Prag durch ihre langjährige erfolgreiche Tätigkeit zugunsten notleidender Kinder und durch ihr Wirken im Sinne der Verständigung der Völker in. der Republik bekannt; ihre zahlreichen gesellschaftlichen Veranstaltungen zur Unterstützung dieser Aktion sind beim Prager Publikum sehr beliebt. Vor einigen Tagen hielt sie eine eindrucksvolle Versammlung ab, bei der RegiernngSrat Vojta Benes über die gesteigerte Bedeutung dieser Tätigkeit gerade in der heutigen Zeit sprach und darauf hinwieS, wie nötig e» sei, die Arbeit zu intensivieren und Kleid oetuptt.... IC iss.- Imprlmi... IC 98.- Bel Beilen Manie! undurchlässig aus Sammel.., IC ISO, Ballonseide. IC M. konnten, über Seipio Africanus, dem Besieger Han- nibals hergemacht und nun sehen wir Giovanni di Medici, den Führer einer italienffchen nationalen Bewegung um 1500, als Vorläufer de» Duce auf die Leinwand projiziert. Ob der Vergleich berechtigt ist, soll gar nicht untersucht werden: schon die Tatsache, daß jenem Giovanni, der den Beinamen Giovanni d'Jtalia erhielt, die Einigung Italien» ebensowenig gelang, wie sie dem Duce, der ein schon geeintes Italien vorfand, zu gelingen brauchte, zeigt die Willkür de» Vergleich». Aber r» kam dem Autor und Regisseur des Films, dem bekannten Herrn Luis T r e n k e r, der auf der Achse von Berlin nach Rom gekommen ist(und auch schon klangvoll italienisch spricht), ja nur auf«inen Vorwand zur Herstellung historischer Paradeszenen und zur Schaffung einer historischen Paraderolle an. die er natürlich selber spielt: jeder Zoll ein Bergführer, der den„Führer" mimt. Wa» bei allem hohlen Pathos und Degenklirren schön an dem Film ist, das sind die Natur- und Architekturaufnahmen, die dem opernhaften und schlachtenmalerischen, gewollt monumentalen Film eine wahrhaft italienische Szenerie geben. Auch die Begleitmusik Gniseppe Becee» ist wirkung-voll, während da» Spiel der italienischen Darsteller wie immer zu theatralisch posierend wirkt. Am ehesten könnte man noch die Darstellung der weiblichen Hauptrollen durch Laura Nueei und Eihel Maggi als gelungen bezeichnen.—«iS— Filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Husaren heraus!" Slezak. Düst. — Adria:„Sieben Tag«, Millionär." A.— Alfa: ,)DuchäCek schafft aller." Vlasta Burian.— Apoll»; „Musik für Dich!" M. Schneider. Söhnker. D.— Avion:„Die schwarze Kavallerie." Loui» Trenker. I.— Baikal:„Da» nackte Modell." L. Rainer. W. Powell. A.— Beränek:„Die freudlose Gaffe." Dita Parla. Prejean.— FCnix:„Die Entehrte." Victor Franken. S. Hapakawa.— Flora:„Auf den Dächern der Großstadt." Ä.— Hollvwood:„Mutter KraCmerka."— Hvözda:„Sieben Tage Millionär." — Julis;„Die schwarze Kavallerie." I.— Kinema b. Bl. B.r Journale. Groteske, Report.— Korona: Akt.-Th.: Journale. Groteske. Report.— Kotva: „Da- Lied der Lieder." Marl. Dietrich. A.— Lu» eerna:„Die Entehrte." Fr.— Metro:„Seine rechte Hand." Werner Barter. Young.— Passage: „Alice Adam»." A.— Praha:„Im Feuer der Granaten." A.— Radio:„Fünf Millionen suchen einen Erben." Rühmann.— Skaut:„Der öffentliche Bräutigam." A.— Svktozor:„Alice Adam»." A.— Beletrbv:„Fünf Millionen suchen«inen Er«, den." D.— Belvedere:„Feuer!" Fr.— Bcseda: ..Robin Hood von El. Dorado."— Carlton:..Fünf Millionen suchen einen Erben." Rühmann. D.— Illusion:„Die freudlose Gasse." Fr.— Lid» II.: Russische» Programm.— Louvre:„Ta» nackte Modell."«.— MaceSka:„Polenblut." A. Ondra. Tsch. — Olvmpic:„Gin außergewöhnliches Ereignis." Cooper.— PerStin:„Liebe ist blind." L. Howard. A.— Roztz:„Das nackte Modell." A.— Tatra.Weinberge:„Gewitterslug zu Claudia." D.— U Beivodkt:„Drei Eier im Gla»." Vlasta Burian. Tsch.— Valdek:„Fünf Millionen suchen einen Erben." D.. Die Direktion der staatlichen Lotterien eröffnet schon am 10. Juni die Ziehung der 39. Klassenlotterie 49,875.320 Kd werden ohne Abzug den Gewinnern dieser Lotterie ausbezahlt. ▼ Die Hälfte der Lose gewinnt» Haupttreffer 1,000.000 KS Prämie 1,000.000 Ki Die Staatskasse zahlte bisher an Treffern insgesamt 1.500,000.000 M aus. I 1 bi if t 3 Mr. 132 Josef Lenk, Sekretär des E. V. P. Teplitz- Schönau: Sonntag, 5. Juni 1938 Seite 13 sd: nsD bau jover Der Einheitsverband der Privatangestellten DC ein Mitkämpfer für die Neugestaltung der Welt Neugestaltung der Welt? Ist es keine Wesen und die Aufgabe eines jeden Faschismus, Die Angestellten als geistige Arbeiter, als finden. Die im Einheitsverband organisierten Priübertriebene Phrase von ihr zu sprechen? Noch dieser modernen volkstümlich mastierten Form Träger des Wirtschaftsgeschehens, als wertvolle vatangestellten wissen genau, daß sie alle sozialbazu innerhalb einer Gewerkschaftsbewegung? der kapitalistischen Gegenrevolution.- Die Kapi- Arbeiter in Handel und Industrie haben in der politischen Errungenschaften von der Krankenver Es hieße die Zeit, in der wir leben, als auch die talisten regieren nicht selbst, sondern indirekt. So Gegenwart besondere Aufgaben zu lösen. Diese sicherung, deren fünzigjährigen Bestand wir vor Bedeutung einer modernen und großen Gewerk- wie sie ihre Waren nicht selbst erzeugen, sondern Feststellung ist keine Ueberheblichkeit etwa gegen wenigen Wochen begehen konnten, bis zum Pris schaftsbewegung verkennen, wenn man Reden und es dem Arbeiter und Techniker überlassen, so wie die manuellen Arbeiter. Die Angestellten haben batangestelltengesetz, ausschließlich der gemeinsa Schreiben über die Umgestaltung der Welt als sie ihre Waren nicht selbst verkaufen, sondern den aber infolge ihrer schon durch den Beruf beding- men Arbeit ihrer Gewerkschaft mit den sozialisti, ferne Zukunftsmusik mit einem Lächeln abtun Handelsangestellten und den Geschäftsreisenden ten geistigen Regsamkeit die Verpflichtung, Vor- fchen Parteien verdanken. Durch den parlamentas damit beauftragen, so üben sie auch indirekt ihre posten und Pionier, aber auch Führer in dem rischen Vertreter des E. V. P. Abg. Robert Klein, Macht aus. Sie brauchen Helfer und Diener, um| Stampf um die neue Gesellschafts- und Wirt- und durch den Generalsekretär der Deutschen so wollte. staldemokratischen Arbeiterpartei, Abg. Sieg fried Taub, sind werivolle Verbindungen zu den beiden sozialdemokratischen Parteien hergestellt, Verbindungen, die mehr als symbolische Bedeu tung haben. Der Einheitsverband der Privatangestellten weiß den Wert der Freundschaft und der Zusammenarbeit mit diesen Parteien zu schätzen. Hier handelt es sich nicht um eine bloße Verbindung von Gewerkschaftsführung zu Par teiführung, sondern um eine tiefe Freundschaft und aufrichtige Anhänglichkeit, die wir in allen Reihen der Mitgliedschaft wiederfinden. Eine Gewerkschaftsbewegung, wie es der Einheitsverband der Privatangestellten mit seinen 76.000 Mitgliedern ist, stellt eine große Krafts und Energiequelle dar, die voll auszuwerten, verantivortungsvollste Pflicht der Gewerkschaftsfüh rung ist. Wir im Einheitsverband der Privatangestellten wissen, daß man mit der größten geiſtigen Erkenntnis untätig bleibt, wenn nicht etwas hinzutritt, um die Handlung ins Leben zu rufen. Wir philosophieren nicht, wir arbeiten! Wir wiffen aber weiter, daß eine erfolgreiche Arbeit in einer großen Organisation nur möglich ist, wenn die Bewegung in die tiefsten Mitgliederreihen hin ein eine feste, geistige, um nicht zu sagen, wissens schaftliche Grundlage besitzt. Der Einheitsvers band der Privatangestellten war sich stets bewußt, welche Aufgabe er zu erfüllen hat und welche Wege er zu gehen hat. Wir waren deshalb immer bie internationale, freie, unabhängige Gewerks schaft und sind von dieser festen Linie auch zu Zeiten, wo es weniger populär war, sie einzuhalten, nicht abgegangen. Dieser Treue zu uns selbst verdanken wir das rasche und dabei doch gesunde Wachstum und unsere ungeheuere Wider Erholungsheim des Einheitsverbandes der Privatangestellten in Böhm. Sternberg Stampf um die Umgestaltung der Gesellschaft und standskraft. Eine weitere Vorausseßung ist die Während am 5. Juni tausende Verbändler im Umzug der Tschechoslowakischen sozialdemo kratischen Arbeiterpartei anläßlich deren sechzigjährigen Bestandes in Prag marschieren, un terstützen gleichzeitig tausende Verbändler im deutschen Gebiete des Staates die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei in ihrem schwe ren Wahlkampf! Jm E. V. P. hat sich längst die Erkenntnis durchgerungen, daß Arbeiter und Angestellte den Wirtschaft gemeinsam führen müssen; es hat sich richtige Erkenntnis der jeweiligen Situation. zu produzieren, um zu verkaufen und... um zu schaftsordnung zu sein. Es muß ausgesprochen die Erkenntnis verbreitet, daß wir diesen Kampf Wir erkennen: In der Gegenwart gestaltet regieren. Diese Helfer und Diener liefert der Fa- werden, daß ein Teil der deutschen Angestellten nur auf dem Boden der Demokratie führen kön fich eine neue Welt. Das Gären und Brodeln an schismus. Die faschistischen Parteien aller Spiel- sich dieser Pflicht nicht bewußt ist, und augenblick- nen und daß mit der Demokratie auch die Freiheit allen Ecken und Enden, die Kriſe in Wirtschaft, arten, die gelben Getverkschaften, sind Knechte lich darauf verzichtet, sich selbst Gedanken zu ma- und Unabhängigkeit unserer Bewegung steht und Politik und Kultur sind Geburtswehen einer und Stüßen des erschütterten tapitalistischen Wirtschen. Diese Angestellten verfielen dem allgemei neuen, jungen Geſellſchafts- und Wirtschafts- schaftssystems. Hier, auf diesem Gebiete, liegt der nen Chaos der Geister, verloren die Orientierung. ordnung. Unsere Aufgabe und Pflicht ist es, in elementare Unterschied zwischen uns, der freien wurden geistig heimatlos, wurden infolge des dieses Chaos ordnend einzugreifen und auf diese Gewerkschaft und den gelben Verbänden. Wirtschaftsverfalles der letzten Jahre proletariBeise eine bessere, eine gerechtere Welt zu bauen. Das Bewußtsein dieses sozialistischen Endzieles muß in uns stets wachgehalten werden und wir dürfen daran auch bei den Sorgen des Alltags nicht vergessen und müssen auch die gewerkschaft liche Kleinarbeit darauf abstimmen. Das Machtverhältnis zwischen den beiden fiert. Sie wurden Antikapitalisten, ohne den Mut politischen Richtungen hat sich augenblicklich im zu finden, neue Wege zu gehen, den entscheidenjudetendeutschen Lager zugunsten des Faschismus den Schritt zu tun ins große Lager aller Arbeitenverschoben. Wir lassen uns aber durch Augen- den. Sie sahen die Organisationen der Arbeiter, blidserfolge der anderen nicht einschüchtern und die deren Lebensniveau gewaltig gehoben haben, nicht irremachen, wir gehen unseren Weg weiter! fte fahen daneben ihre eigene Machtlosigkeit, der Dieser Weg, soll er zum Ziele führen, muß Neid erfaßte sie, sie wurden zum Feind der Arbeigegangen werden mit allen Angestellten ohne Unterschaft, zu Antimargisten ohne je ein Wort von terschied der Volkszugehörigkeit. Der geschlossenen Marr gelesen zu haben. Sie waren reif für den internationalen Front der Arbeitgeber muß heute mehr denn je die geschlossene internationale Front der Arbeitnehmer gegenüberstehen. Gemeinsame Interessenvertretung ist nicht Volksverrat und bedeutet nicht Aufgeben des Volkstums! Die Beurteilung der gegenwärtigen Lage, in der wir uns befinden, darf natürlich nicht von der Kirchturmspitze unserer Heimatstadt betrachtet werden. Es wäre auch oberflächlich, einfach von Faschismus, für die Voltsgemeinschaft, sie wurden einer Auseinanderseßung zwischen Demokratie und Faschismus, bzw. Diftatur zu sprechen. Die anlehnungsbedürftige Masse, leicht beeinflußbar. Sie, die Intelligenzler gaben es auf, selbst Form des Staates darf nur beurteilt werden zu denten und zu urteilen, sie ließen bereitwilligst unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und so= ihren Geist mechanisieren, sie ließen sich freiwil zialen Verhältnisse im Staate. Das machtbestim lig gleichschalten! Sie wurden dadurch Helfer und mende Moment ist der wirtschaftliche Unterbau Diener des erschütterten Kapitalismus. Sier und das ist das fapitalistische Wirtschaftssystem. Wann endlich werden die Arbeitnehmer rest aufflärend einzugreifen ist unsere Aufgabe! Das politische Dach ist die politische Demokratie. los erkennen, daß sie sich gewerkschaftlich eben so Die Tatsache, daß die ungefähr 20.000 deuts Praktisch heißt das, daß die Besißer der Produk eng zusammenschließen müssen, wie die Untertionsmittel die tatsächlichen Besitzer der Macht nehmer, wann werden sie aus der internationalen ſchen Mitglieder des E. V. P. von dieser Massenfind. Oder haben wir noch nie etwas gespürt von Berquidung und Durchdringung in Handel und psychose nicht mitgerissen worden sind, ist auf die planmäßige Schulung auf gewerkschaftlichem und einer Diktatur des Kapitals in der politischen De- Industrie die Lehren ziehen?- Der Einheitsvermotratie? Demokratie fann deshalb für uns band der Privatangestellten hat die Selbstver- wirtschaftlichem Gebiete zurückzuführen. Der Erholungsheim des Einheitsverbandes der nicht Endziel sein, sie ist Mittel und Ausgangs- ständlichkeit der organisatorischen Erfassung aller E. V. P. hat in seinen Reihen immer darauf hinbunft zur Verwirklichung unserer Ideen, zum Angestellten ohne Unterschied der Nationalität gewiesen, daß eine moderne Gewerkschaft mehr Ausbau der politischen Demokratie durch die wirt- schon vor Jahrzehnten in die Tat umgesetzt. Auch als ein Unterſtüßungsverein, mehr als eine unſchaftliche und soziale Demokratie. Wir Demokra- zu Beiten, wo die nationalen Wogen hoch gingen, entgeltliche Beratungsstelle, mehr als ein In- in dieſem Nampfe ſein. Erkenntnis von Wesen und ten und wir können aus politischen, sozialen wie z. B. 1918/1919, ist der Verband teinen terventionsbüro ist. Wir haben den wirtschaftli- Bedeutung des Sozialismus, seiner Ursachen und Schritt breit von diesem Grundſak abgewichen, chen Ereignissen nicht nur stets unſer besonderes Zielen und das Wissen um die eigene Stellung und nationalen Gründen nichts anderes sein schen uns im deutschen Gebiete des Staates einer ein Grundsaß, der naturgemäß auch die volle Augenmerk geschenkt, sondern aktiv zu allen Erim gegenwärtigen geschichtlichen Umwandlungsgroßen faschistischen Welle gegenüber.- Man Gleichberechtigung aller Volfsgruppen innerhalb eignissen Stellung genommen. Wir sind fann seinen Gegner nur besiegen, wenn man ihn des Verbandes ausspricht. Im E. V. V. gibt es Träger einer neuen Wirt. lennt. Deshalb betrachten wir auch den Faschismus fein Nationalitätenproblem! Der aufrichtige Wille, i ha ftsordnung! Unsere Wirtschaftsgets Augen verlieren fönnen, daß ihr eigenes Inter näher und stellen fest, daß sich hinter dem künst psychologisches Einfühlungsvermögen, Taftgeführtung ,, Weg der Wirtschaft" ist Informations, und esse sie dorthin weist, wo die geschichtliche Straft lichen Nebel von Blut und Boden und Rassen- und die Erkenntnis der dringenden Notwendig. Schulungsorgan für unsere Mitglieder und mythos ein guter alter Bekannter verbirgt. Nichts teit der zwischenvolflichen Zusammenarbeit hat Freunde. Neues, nichts Geheimnisvolles, kein goldenes dieses sonst so schwere Problem im Rahmen des Die Arbeit auf sozialpolitischem Gebiete ist so mehr als sich die Grenzen zwischen Sozialpolitik und Volkswirts schaft immer mehr verwischen. Zeitalter! Er kommt nicht aus der Jugend und Verbandes vorbildlich gelöst. Wir im Einheits- nachtit und Volkswirtnicht aus dem Kleinbürgertum, wenn er es auch verband der Privatangestellten sind stolz darauf, glänzend versteht, beide zu täuschen. Hinter dies in unserer großen Gemeinschaft einen toertvollen sem fünstlichen Nebel steht der alte Feind der Beitrag zur Böiferversöhnung und Wölferverstän Arbeitnehmerschaft, der Kapitalismus. Das ist das digung geleistet zu haben. Der gewerkschaftliche Kampf, den wir führen, muß auf politischem Feld feine Ergänzung fällt. Privatangestellten in Rožnau a. R. - Erkenntnis und Wissen müssen Führer prozeß. In dem Licht dieser Erkenntnis wer den die geistigen Arbeiter es nie wieder aus den allen gesellschaftlichen Fortschritts sich sammelt: In die Reihen der großen Arbeiterbewegung, in die Reihen des Einheitsverbandes der Privatangestellten, in die Reihen des Proletariates, mit ihm auf Gedeih und Verderb verbunden, mit ihm auch begründend die schöne Zukunft einer Gesellschaft höheren Menschentums die Zukunft des Sozialismus! Seite 14 Sonntag, 5. Juni 1938 Gewerkschaft und Genossenschaft Die wirtschaftliche Lage der Arbeiter und Gerechter Preis und einwandfreie Ware, Angestellten wird nicht von der absoluten Höhe das sind die Grundsätze des Genossenschafts. ihres Einkommens bestimmt, sondern davon, was wefens! Die Konsumgenossenschaften der Tschefie mit diesem Einkommen kaufen, bzw. wieviel choslowakei haben einen jährlichen Gesamtumsatz fie davon erübrigen fönnen. Die Lebenshaltung von mehr als 14 Milliarden Kč. der breiten Massen hängt also in der Schere zwi- Diese gewaltige Siffer beweist, daß fie im schen Lohn und Preis. Diese banale Feststellung Einzelhandel der Republik eine große Rolle spie führt zu der leider noch nicht für alle Arbeiter len und somit das Preisniveau und die Waren. ebenjo selbstverständlichen Konsequenz, daß die qualitäten wie die Geschäftsmoral maßgebend gewerkschaftliche und die genossenschaftliche Or- beeinflussen. Ihre große Bedeutung liegt darin, ganisation gleichermaßen wichtig daß sie und unerläßlich find. Ein großer Teil unserer gewerkschaftlichen Erfolge kann von der Unternehmerseite wieder zunichte gemacht werden, wenn es ihr gelänge, die Lohnaufbesserungen, die die Gewerkschaften erreicht haben, durch Preissteigerungen wieder die Vorteile, die auf gewerkschaftlichem Wege erkämpft werden, durch Beeinflussung der Marktverhältnisse sichern und erhalten helfen. Die gewerkschaftlichen Erfolge find viel zu kompensieren. Richtig ist, daß die Unterneh- größer und nachhaltiger, wie wir es uns bei mungen und Wirtschaftszweige, die solche Lohn oberflächlichem Anschauen denken. Die meisten erhöhungen gewähren müssen, oft gar kein Inter- Menschen sehen nur immer auf die kleinen Er. esse an Preissteigerungen auf dem Lebensmittel- folge und Migerfolge der jeweiligen Gegenwart. und Bedarfsartikelmarkt haben. Aber sie können was vorher war und was nachher kommen wird, es nicht hindern, wenn der Einzelhandel, der lassen sie meist außer acht. Bevor es Gewerk. Großhandel und schließlich auch die Industrien, schaften gab, gab es eine Berelendung der Ardie für den Massenbedarf arbeiten, Preiser- beitermassen, wie sie für uns einfach unvorstellhöhungen vornehmen, sobald das gestiegene bar ist und alle Elendserscheinungen in den Niveau des Arbeiter- und Angestelltenlohnes fich Schatten stellt, die jemals die letzte Weltviri. in erhöhten Umsätzen bemerkbar macht. schaftskrise hervorgebracht hatten, unter deren Not wir bis vor kurzem zu leiden hatten. Es wäre auch eine Utopie, zu glauben, daß der Staat in jedem Falle durch eine entsprechenInteressant ist es auch für uns, zu wissen, de Gesetzgebung oder durch einschlägige wirt. schaftspolitische Maßnahmen diesen Wettlauf daß am Anfange aller Reformbestrebungen der vom frühen Industriekapitalismus gepeinigten zwischen Preis und Lohn regulieren und zugun- Arbeiterschaft in England und Frankreich, gesten der breiten Masse richten könnte. Der mo- nossenschaftliche Bestrebungen standen. Als man derne volkswirtschaftliche Apparat ist viel zu in diesen Ländern an Gewerkschaften noch nicht kompliziert, und die Wege des wirtschaftlichen dachte, gab es viele Versuche, durch Konsum. Zirkulationsprozesses sind zu verwirrt, daß man vereine und Arbeiterproduktionsgenossenschaften eine Preissteigerungswelle stets als die Not der Massen zu beheben. Die Genossendie direkte Folge einer Lohnaufbesserungswelle schaftsbewegung erfuhr aber erst ihre Festigung, nachweisen könnte. Es wirfen bei den Preiserhöhungen, wie sie z. B. jest wieder im Zu. als die Gewerkschaften da waren, und Hand in höhungen, wie sie z. B. jetzt wieder im Su Sand haben sich beide Institutionen durch die jammenhang mit der neuen Weltkonjunktur ein- feither verflossenen Jahrzehnte zu einer Großgetreten sind, auch tatsächlich vielerlei Faktoren macht der Arbeiterschaft entwidelt, die der Welt zusammen, so daß das erhöhte Lohnniveau nur des Kapitals Beachtung und Respekt abnötigte. einer der Umstände ist, die diese Preiserhöhungen bewirken. Und was nachher kommt, d. h., was wäre, Es gibt für die breite Masse ein beste. wenn es feine Genossenschaften gäbe, und keine Gewerkschaften, die frei die Interessen der res Mittel als die Gesetzgebung. Arbeitnehmer wahren können, lehrt uns das um die Aufhebung ihrer gewerkschaftlichen Er. Schidial der Arbeiter in den Diktaturländern folge durch unberechtigte Preiserhöhungen zu Europas. Die Arbeiterschaft ist in ihnen rechtlos verhindern. Das ist die genossenschaftliche Dr- gemacht und unterdrückt. Sie ist den Lohnfeit ganisation. fegungen der Unternehmer und der Preispolitik Man erhebe dagegen nicht den Einwand, der großen Konzerne wie der Einzelhändlerorgadaß man in den Läden der Konjumbereine auch nisationen ausgeliefert. nicht sehr viel billiger kaufe als im Privatladen Andererseits sehen wir an England und den und daß ja die Konsumgenossenschaften ihre australischen Staaten, wie gewaltig selbst innerWaren auch zu sogenannten Tagespreisen ver- halb der kapitalistischen Wirtschaft die Lage der faufen. Das ist zwar richtig, aber es kommt eben Arbeiter und Angestellten gebessert und gehoben auf die Bildung dieses Tagespreises an. Die werden kann, wenn starke Gewerkschaften und Genossenschaften setzen ihre Preise auf Grund der Genossenschaften in ihren Diensten stehen. Geſtehungskosten fest, die ihnen die Beschaffung der Ware vorschreibt. Indem sie das tun, hindern sie jedoch ben Einzelhandel baran, feine Verkaufspreise uferlos in die Höhe zu schrauben. Genossenschaft und Gewerkschaft, es sind verschiedene Zweige der modernen sozialen und wirtschaftlichen Organisationen der Arbeiter, deren jeder eine besondere Aufgabe hat und die hie und da zusammenwirken. Der eine Zweig ist so wichtig wie der andere. Eine Arbeiter- und Sie beeinflussen eben die Bildung der Angestelltenschaft, die um ihren Wohlstand, ihre Tagespreise von vornherein. Mit anderen Wor- politische Freiheit und um die Umgestaltung der ten: Gäbe es feine Genossenschaften, so wären Welt, nach vernünftigen Sozial- und Wirtschaftsdie Einzelhandelspreise um vieles höher als fie prinzipien besorgt ist, muß die Gewerkschaftsfind. Die Lebensmittelfrämer und-Kleinhändler und Genossenschaftsbewegung pflegen und för hätten es außerdem in der Hand, wie ehdem, als dern. es noch keine Konsumgenossenschaften gab, auch die Warenqualitäten zu ,, strecken". Sie würden dann neben dem verhältnismäßig hohen Preise Ma( ,, Metallarbeiter") noch einen Nebengewinn einſteden, der aus Wa Konsum- und Sparverein nipulationen herrührt, die meist im Raume hinter den Verkaufslokalitäten vor sich gehen. Es ist in erster Linie den Konsumgenossenschaften und besonders den genossenschaftlichen Einkaufs. zentralen zu danken, die jede Ware genau auf in Neuern 4850 ihre Beschaffenheit untersuchen, bevor sie sie den Bewahret Treue Eurer Genossenschaft, einzelnen Vereinen und Verteilungsstellen zuleiten, daß Nahrungsmittelmanipulationen und sie schützt Eure wirtschaftlichen Interessen! Fälschungen, die früher gang und gäbe waren, heute unmöglich sind. Darum jebe Einkaufstrone dem Konsumverein! Mr. 132 Unternehmungen. Anstalten 116 [ 1]! der Stadt 111111111 Aussig Industriewerke Elektrizitäts- u. Fernheizwerk Gaswert Straßenbahn- u. Autobuslinien Auffiger Sparkasse Warmbad Stadtbad Wöchnerinnenheim Leichenbestattung ● Der Nordböhmische Konsum- u. Sparverein in Teichstatt r. 6. m. b. f. 4867 ist die größte Genossenschaft des Niederlandes und das größte Wirtschaftsunternehmen der organisierten Verbraucher Haltet die Treue eurem Konsumvereine und werbet ständig für die Genossenschaft Kreiskonsum- und Spargenossenschaft Vorwärts" in Mies registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung Sitz und Zentralmagazin: Mies, Bahnhofstrasse 719, Telephon 127. Wir haben: 15.000 Mitglieder mit 88 Verteilungsstellen und 23 Millionen Umsatz Zwei eigene Dampfbäckereien in Choteschau und Tachau Eigene Sparabteilung mit Kč 5,000.000- Einlagen 4816 Jeder Arbeiter soll Mitglied des Konsumvereines sein- Aufnahmen erfolgen in allen Verteilungstellen Verbilligen Sie Ihre Werbung durch mehrmalige Veröffentlichung des Inserates! Jede Arbeiterfamilie 4796 ZKG die ihre wirtschaftlichen Interessen als Verbraucher zu wahren versteht 1st Mitglied der Zentralkonsum- und Spargenossenschaft r. G. m. b. H. in Mähr. Ostrau 4706 Konsumenten der Slowakei! " Budúcnosť" Arbeiter- Konsumgenossenschaft Zvoleň- Spišská Nová Ves- Žilina Werbet Mitglieder! Für euere wirtschaftlichen Rechte kämpft die In eigenem Interesse tretet bei als Mitglieder! it 9 I 1 b C 32 Mr. 122 1}} == = S n Sonntag, 5. Juni 1938 Seite 15 Die tschechoslowakischen Staatsbahnen und deren soziale Fürsorge Die soziale Fürsorge der Staatsbahnen ist zum malige Angestellte und 2117 Familienangehörige.| Vermögen dieses Fonds bildet eine Million Kronen, Die Arbeitsgruppen auf den Strecken und die Eisens größeren Teil auf dem Grundsatz aufgebaut, daß die Der Aufwand für laufende Gnadengaben, die aus die vom Vorstand der staatlichen Einkaufsstelle für bahnwachforps find mit Verbandsmaterial aus Ängeſtellten der Staatsbahnen nicht der allgemeinen den Betriebsmitteln der staatlichen Eisenbahnver Bekleidungsbedarf der staatlichen Angestellten und gestattet und für den Fall eines Eisenbahnunglüdes Sozialversicherung unterliegen, sondern von ihr waltung im Jahre 1936 ausgezahlt wurden, betrug Lehrer in Prag gewidmet wurde und in mündel in der näheren Umgebung des Sites einer Staatss deshalb ausgenommen sind, weil das Unternehmen Kč 13,153.268.der Staatsbahnen ihnen wenigstens dieselben Leisicheren Wertpapieren angelegt wurden. Zwed des bahndirektion ist auf dem Hauptbahnhof des betref Die Aufgaben der Unterstützungstätigkeit er Fonds ist es, den Angestellten der Staatsbahnen und fenden Ortes für den Bedarf des Chefarztes ein um itungen aus seinen Versorgungsfonds und Einrich- füllt vornehmlich eine Selbsthilfe- Institution der An- ihren Familienangehörigen die Behandlung der Material und Instrumenten vorbereitet, der auf dem fangreicher Stoffer mit dem notwendigen ärztlichen tungen zuerkennt. Eine Ausnahme bilden jene An- gestellten, die zu Ehren des ersten tschechoslowaki Tuberkulose zu ermöglichen; für diesen Zwed können Dedel die Adreſſe des Chefarztes und seines Vergestellten der Staatsbahnen, die der öffentlichtreters trägt. Im Falle eines Unfalles, bei dem rechtlichen Krankenversicherung unterliegen. Aber Personen verwundet wurden, wird dieser Koffer in auch für die Krankenversicherung der Staatsein freies Auto gebracht, der Chauffeur fährt zur bahnangestellten ist ein besonderer VersicherungsWohnung des Chefarztes und mit diesem dann dis träger, die Krankenversicherungsanstalt der reft an die Unfallstelle. Staatsbahnen" bestimmt. Was den ärztlichen Bereitschaftsdienst im Bahnverkehr betrifft, so ist das ganze Eisenbahnnetz in fleinere, einige Kilometer umfassende Distrifte eingeteilt, welche längst der Strede eine ununter brochene, vier Stilometer breite Zone bilden. Für jeden dieser Distrifte ist ein Eisenbahnarzt bestellt. Von der obligatorischen Pensions-, beziehungsweise Invaliden- und Altersversicherung enthebt die Angestellten der Staatsbahnen die Mitgliedschaft beim Pensions oder Invaliden- und Altersfonds der Staatsbahnen und von der obligatorischen Verficherung bei den Arbeiterunfallversicherungsanstal ten, die Beteiligung an der Unfallsversorgung der Staatsbahnangestellten. Der freiwilligen fozialen Fürsorge dienen laufende Gnadengaben und ein malige Unterstützungen aus den Betriebsmitteln der Staatsbahnen, ferner der Zahradnik- Fonds für soziale Fürsorge der tschechoslowakischen Staatsbahnen" und der„ Fonds Jiří Stříbrnýs für die Heilbehandlung tuberkulöser Eisenbahnangeſtellten". Schließlich gewährt die staatliche Eisenbahnvertval tung ihren Angestellten bei unverschuldeten Schwierigkeiten unverzinsliche Vorschüsse auf den Dienstgehalt und betreibt in fleinerem Umfange auch Wohnungsfürsorge für ihre Angestellten. Mitglieder des Pensionsfondes der Staatsbahnen find alle definitiven Angestellten der Staatsbahnen; ferner alle Anwärter auf Stellen definitiver Staatsbahnangestellter und die Mehrzahl der Hilfsangestellten der Staatsbahnen. Am 31. Dezember 1987 betrug der Stand der MitORAZOVCE Eröffnung der Bahn Zbehy- Zlaté Moravce in der Station Dražovce Bei großen Kongressen werden die Eisenbahnärzte längs der am meisten belasteten Streden aufgefordert, Bereitschaft zu halten, und in jenen Bahnhöfen, wo die Transporte der Teilnehmer der Songresse oder Festlichkeiten zusammenlaufen, wird für die allernötigste Beit ein permanenter ärztlicher Dienst eingerichtet. So wurde z. B. die Bereitschaft der Eisenbahnärzte auf den tschechoslowakischen Streden angeordnet, als die Teilnehmer an dem deutschen Sängerfest in Wien befördert wurden, gleichgültig, ob diese Transporte von tschechoslowaiatischen Stationen ausgingen oder nur aus dem benachbarten Ausland über unser Staatsgebiet be= fördert wurden; auch bei dem Sportfest in Aussig hatten die Eisenbahnärzte Bereitschaft. Außer dem ärztlichen Bereitschaftsdienst auf den in Betracht fommenden Streden war in Aufsig außerdem auf beiden Bahnhöfen ein permanenter Dienst der Eisenbahnärzte eingerichtet. Damit ist eine stvar knappe, aber hinreichend übersichtliche Aufstellung über den Eisenbahnrettungsund Sanitätsdienst gegeben, aus der ersichtlich ist, daß die staatliche Eisenbahnverwaltung sich in dies er Tätigkeit würdig mit den anderen Faktoren des öffentlichen Gefundheitsdienstes messen kann. Die Arbeiterlegitimationen glieder des Penfionsfonds der Staatsbahnen schen Eisenbahnministers„ Zahradnik- Fonds für fo- nur die Zinsen des Fondsvermögens verwendet 115.102 und die Bahl der Empfänger von Ruhe ziale Fürsorge der tschechoslowakischen Staats- werden, die auch alljährlich ausgenügt werden. und Versorgungsgenüssen aus dem Benfionsfonds bahnen" benannt wurde. Der Zahradnik- Fonds ge- Angestellten, die unverschuldet in Schwierig 102.881, von welchen 57.518 pensionierte Ange- währt Unterstützungen( auch in Form von Stipen- feiten geraten sind, fann ein unverzinslicher Vor stellte und 44.818 Familienangehörige nach ver- dien und Ausstattungsbeiträgen), veranstaltet außer- schuß auf den Dienstgehalt bewilligt werden. Diese ftorbenen Angestellten waren. Die Ausgaben des dem Kinder- Ferienkolonien und gewährt seinen Vorschüsse werden bis zur Höhe des dreimonatlichen Benfionsfonds der Staatsbahnen betrugen im Jahre Mitgliedern Darlehen gegen mäßige Binsen. Die Dienstgehaltes des betreffenden Angestellten unter 1987 Kč 1.010,691.041.-. Mitgliedschaft sowie die Höhe der Mitgliedsbeiträge der Bedingung gewährt, daß sie durch Abzüge vom Was soll der Arbeiter vor der Inanspruch Dar Invaliden- und Altersfonds der Staats- find freiwillig. Das Fondsvermögen ist in den Dienstgehalt binnen zwei Jahren abgezahlt werden. nahme der Fahrpreisermäßigung auf Grund der bahnen hat atvei Abteilungen und zwar die Haupt- Darlehen an die Mitglieder angelegt, deren Stand Im Jahre 1933 wurden solche Vorschüsse 267 An- Arbeiterlegitimation tun, um Irrtümer und Vers abteilung und die Pensionsabteilung. Mitglieder sich in den letzten Jahren um zehn Millionen Kronen gestellten in der Höhe von Kč 577.909.- gewährt. Der Eisenbahnverwaltung vertvideln? sehen vorzubeugen, die ihn in einen Konflikt mit dieses Fonds sind die Angestellten der Staats- bevegt und am 81. Dezember 1987 Kč Auf dem Gebiete der Wohnungsfürsorge( abVaDie Arbeiterfahrkarten haben für bahnen und der vom Staate verwalteten Bahnen, 10,462.841.- betrug. Die Darlehenstätigkeit des gesehen von den Naturalwohnungen, welche die An- den Arbeiter eine dirette lebenswichtige Bedeutung insbesondere die Angestellten der Kaschau- Oder- Bahradnik- Selbsthilfefonds wird von der Eisen- gestellten aus dienstlichen Gründen bewohnen und daher soll jeder ordentliche Arbeiter dafür sorberger Bahn, die nicht Mitglieder des Pensions- bahnverwaltung durch Gewährung billiger Darlehen müssen) beschaffte sich die staatliche Eisenbahnver- gen, daß er seine Arbeiterlegitimation und seine fonds der Staatsbahnen, beziehungsweise des Pen- unterstüßt, für das Jahr 1938 zum Beispiel bis waltung insbesondere in den Zeiten des Wohnungs- Fahrlarte stets in Ordnung habe. flonsfonds der Kaschau- Oderberger Bahn find. Am zur Höhe von 3,640.000 Kč. mangels eine bestimmte Anzahl von Mietwohnun 31. Dezember 1937 betrug die Mitgliederzahl der Die Unterstüßungstätigkeit des Bahradnik- Fonds gen in einigen Häusern. Diese Wohnungen verHauptabteilung des Fonds 36.706 und der Pensions- ergänzt der„ Fonds Jiří Stříbrnýs für Heilbehand- mietet sie zu angemessenen Mietzinsen den sozial abteilung des Fonds 921. lung tuberkulöser Angestellter der tschechoslowakischen schwächsten und wirtschaftlich bedürftigsten AngeStaatsbahnen" und ihrer Familienangehörigen. Das stellten der Staatsbahnen. Durch die Unfallsversorgung der Staatsbahn angestellten sind alle Angestellten der Staatsbahnen geschikt und wegen der Beteiligung an ihr sind fie von der Versicherungspflicht bei den Arbeiterunfallversicherungsanstalten befreit. Die Beteilis F. Kafka: gung an der Unfallsversorgung sichert den Staatsbahnangestellten genau die gleichen Ansprüche wie bei den Arbeiterunfallversicherungsanstalten. Am 31. Dezember 1986 beirug die Zahl der Empfänger bon Unfallsrenten 6629, davon 3980 Angestellte und 2649 Hinterbliebene nach Angestellten. Der Aufwand für die Unfallsversorgung der Staatsbahn- lichen Fortschritt der Bahnen entwidelt sich auch mit angestellten betrug im Jahre 1936 18,826.797 Kč. gleicher Intensität der Gesundheitsdienst der Eiſen Der Gesundheitsdienst der Eisenbahn bahn. Die Berechtigung, Arbeiterfahrkarten au bes nüßen, stellt für ihn oft einen Vermögenswert dar, feiner Eristenz zur Folge hat. dessen Verlust in vielen Fällen direkt eine Bedrohung Der Arbeiter soll daher alle formalen und materiellen Vorschriften beachten, die die Eisenbahnverwaltung für die Benützung der Arbeiterfahra farten erlassen hat, und so unangenehmen Stonflik ten mit der Eisenbahnverwaltung und ihren noch unangenehmeren Konsequenzen ausweichen, die sehr empfindlich in feine Lebensverhältnisse eingreifen fönnen. Die Vorschriften für die Venüßung der Arbeiterfahrkarten sind zu dem Zwede erlassen, das mit diese nicht zum Schaden der Eisenbahnverwal tung zu Fahrten mißbraucht werden, die andere als anderen als von den berechtigten Personen benützt die vorgesehenen Zwede haben, und auch nicht den werden. Es ist daher begreiflich, daß die Eisenbahnverwaltung bedingungslos auf der Einhaltung der Vorschriften besteht. Eine ausführliche Belehrung darüber, was der Arbeiter über die Arbeiterfahrkarte wissen muß, um überflüssige Schäden aus ihrer unrichtigen Benüßung vermeiden, enthält der sogenannte Auszug aus den Tarifbestimmungen", den vom Eisenbahnamt jeder erhält, der sich bei ihm eine Arbeiterlegitima tion fauft. Gleichzeitig mit dem technischen und wirtschaft-[ angestellte erhält beim Eintritt in den Bahndienſt die Verkehrs- und Signalvorschriften, die Vorschriften über die Beförderung gefährlicher Stoffe, über die Beförderung von Personen, die von anstedenden Aus der reichen Tätigkeit des Eisenbahngesund Krankheiten befallen sind, über die Beförderung von heitsdienstes wird den Leser am meisten der Ret- Toten und verschiedene andere. Er muß diese Vortungsdienst interessieren. Diesen teilen wir in drei ſchriften ſtudieren, wird daraus geprüft und später Elemente: Den präventiven, den Vorbereitungsdienst auch periodisch belehrt. Ebenso ist jeder Eisenbahnund den aktiven Dienſt. Zu den präventiven Maß- angestellte verpflichtet, sich die Kenntnis aller Totalen nahmen gehören techniſche, gesundheitliche und ad- Berhältnisse anzueignen, namentlich die der gefähr ministrative Arbeiten, die alle drei allgemein der lichen Punkte in der Station und auf der Strede. Sicherheit des Verkehrs, der Verhinderung von Un- wo er Dienst macht. glüdsfällen und Unfällen im Bereich der Bahn sowie Der Eisenbahndienst erfordert von jedem Anzur Verhinderung von Bränden und anderen Schä gestellten einen entsprechenden Grad von Aufmert den an Gesundheit und Eigentum dienen sollen. Zur famkeit und Vorsicht, damit er weder sich selbst, noch zweiten Gruppe, den vorbereitenden Maßnahmen, ge- andere Personen oder Sachen in Gefahr bringe, da hören alle Waßnahmen, die den Einkauf und die mit er aber auch im Bedarfsfalle ſelbſtiätig und Aufbewahrung aller technischen und ſanitären Hilfswirksam eingreifen kann, um Schäden am Leben mittel betreffen, die im Falle eines Brandes, bei oder Eigentum zu verhindern oder zu mildern. Eisenbahnunfällen und plößlichen Erkrankungen in Gleichzeitig muß er auch die Wohnung des nächsten den Zügen oder im Bahnbereich erforderlich sind. In Eisenbahnarztes, ev. eines anderen, näher wohnenden diese zweite Gruppe gehört nach der administrativen Arztes tennen, der im Bedarfskalle gerufen werden Seite bin auch die allgemeine Ausbildung des Eisen- fann. Er muß auch wissen, wo das Rettungs- und bahnpersonales in der Gewährung der ersten Hilfe, Sanitärsmaterial aufbewahrt ist und wo sich der die spezielle Ausbildung der Mitglieder der Rettungs- Siz der nächsten Rettungsmannschaft befindet. mannschaften und der Wertstättensamariter und Im Gefolge einer programmatischen Lösung endlich die Ausbildung und die Bereitschaft der dieser Dinge find ießt nach der ſanitären Seite hin Feuerwehrmannschaften in den Eisenbahnwerkstätten. alle Eisenbahndienſtſtellen nach ihrer Bedeutung Die dritte aftive Gruppe des Rettungsdienstes auf wiederum mit Hilfsmitteln für die erſte Silfe verden Bahnen ist schon die tatsächliche Wobilisierung sehen. In erster Reihe ist das eine hinreichende Ander zweiten, vorbereitenden Gruppe und ihre Ver- zahl von Hilfszügen in den wichtigen Eisenbahnwendung inr Stampf gegen die Natur, gegen das Knotenpunkten. In diese Züge iſt ein komplett ein Feuer oder bei Eisenbahnunfällen und plötzlichen Er- gerichteter Rettungs- und Gerätewagen einschließlich der nötigen Anzahl anderer Wagen zur Beför Die Institution der Gnadengaben verfolgt im tranfungen. Die präventive Gruppe ist von allen die inter- derung von Personen von der Unfallſtelle eingereiht. Wesen denselben Zwed wie die ordentliche Pensionsoder Invaliden- und Altersversicherung. Laufende eſſanteſte und verschiedenartigste, während wieder die an jenen Orten, wo ein Hilfszug untergebracht ist, werden und nut oberflächlich, währt, die an der Pensions- oder Invaliden- und leistung für Verletzte handelt, die traurigite ist. Alle Dann sind hier das Rettungs-, bzw. Sanitäts- wie dies zu geschehen pflegt, die Belehrung über die Altersversicherung nicht beteiligt waren oder es nicht drei Gruppen haben aber ein- und dieselbe Eigens material, wie z. B. große und kleine Rettungs- Benüßung der Arbeiterfahrkarten durch, die in jein fonnten und die auch nicht Mitglieder der Berschaft: ſie ſind ſehr teuer. Eröffnung der Bahn Zbehy- Zlaté Moravce in der Station Gýmeš Der erwähnte Auszug" ist ein sehr wichtiges Silfsmittel, dem der Arbeiter in seinem eigenen Interesse die größte Aufmerksamkeit schenken soll. Es sind darin die gültigen Tarifbestimmungen sehr ausführlich) wiedergegeben, so daß der Arbeiter, der sich vorher mit ihnen bekannt macht, schon fast alle Fälle von Irrtümern und Versehen ausgeschlossen hat, die ihn in einen Konflikt mit den Eisenbahnbehörden bringen fönnten. Sollten vielleicht einige Bestimmungen für ihn unverständlich sein oder solite er Zweifel an ihrer Auslegung haben, so wird er gut tun, sich an die Eisenbahnstation, gegebenenfalls auch an die Staatsbahndirektion zu wenden, wenn es sich um die Anwendung der Bestimmungen auf einen bisher nicht vorgekommenen Fall handelt, und dort die erforderlichen Informationen einzuholen. Dann erst soll er seine Legitimation ordentlich und leserlich ausfüllen und sie mit allen Bestätigungen versehen lassen, die der Tarif erfordert. Wie aus dem Angeführten ersichtlich ist, ist es für den Arbeiter nicht schwer, allen Irrtümern und Versehen bei der Benüßung der Fahrpreisermäßi gung auf Grund der Arbeiterlegitimation vorzu beugen und sich so viel Geld und überflüssige Scherereien zu erivaren. Wir empfehlen deshalb: schränte, Verbandskassetten, gedeckte und ungedeckte einer besonderen Einlage zur Arbeiterlegitimation, Der Eisenbahndienst bringt schon an und für sich Tragbahren vorhanden. Bei einigen Dienststellen sind genannt Auszug aus den Tarifbestimmungen", entsorgungs-( Pensions- und Provisions-) Fonds der so vielerlei Gefahren mit sich, daß man den Eisen- auch patentierte Tragständer vorhanden, damit halten ist. Genügt Ihnen das nicht, dann wenden staatlichen oder verstaatlichten Bahnen waren. Am bahnbediensteten wenigstens allgemeine Winke und 8. B. beim Sport- berlebte Reifende oder Krante Sie fich an das Eisenbahnamt um Auskunft, das 81. Dezember 1986 betrug die Bahl der Bezieher Belehrungen geben muß, wie sie sich bei ihren Dienſt- auf den Tragbahren in entsprechender Ruhe liegen Sie sicher bereittvillig beraten wird, was Sie tun von laufenden Gnadengaben 4051, davon 1934 che verrichtungen verhalten sollen. Jeder Eisenbahn- können, auch wenn der Waggon hin- und herschwankt. sollen. 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Vor allem legten Wochen hinein weder ein Nachlassen der unterschiedlich ist, so gibt es andere, die bis in die gilt das für Erzeugung, noch der Auftragseingänge zu bes richten brauchen. die Elektro- Industrie Sie hat durch den allgemeinen WirtschaftsaufSo vermag sich die Maschinen und elettro schwung besonderen Antrieb erhalten. Die Elettechnische Industrie auf fast voller Konjunktur trifizierung unseres Wirtschaftslebens hat in den höhe zu halten. Die Maschinenindustrie arbeitet lezten Jahren erfreuliche Fortschritte gemacht. sowohl für das Ausland, als auch an umfang Die Stromerzeugung der großen Elektrizitätsreichen Inlandsaufträgen. Erst fürzlich hat die werke ist von 208,2 Millionen KWh im Monats Auftragserteilung der Staatsbahnen wieder zu durchschnitt 1929 auf 295,4 Millionen KWh 1937 einer weiteren Verbesserung des Beschäftigungs- gestiegen. Die Gesamterzeugung an standes in den Waggonfabriken ge- aller Elektrizitätswerke in der Tschechoslowaki führt. Die Automobilfabriken schen Republik wird für das ganze Jahr 1937 auf verzeichnen mit zwei Ausnahmen bei steigendem mehr als 4000 Millionen KWh geschätzt, während Absatz eine steigende Produktion. So betrug der sie 1935 nur 3061 Millionen Wh betragen Absatz tschechoslowakischer Automobilmarken feit hatte. Jahresbeginn: 1938 1937 Škoda Tatra " 1917 1274 1064 1045 680 250 637 877 Praga Aero Jawa Bet . 186 69 76 197 Diese beträchtliche Mehrproduktion konnte nur unter Heranziehung aller Reservequellen ge= Teistet werden. Es ist darum für eine große Anzahl von Elektrizitätswerken die Notwendigkeit der Erhöhung der Produktionslapazität durch Ers weiterung des Produktionsapparates gegeben. Diese Tatsache bedeutet für unsere Elektro- In dustrie eine sehr beachtliche Arbeitsreserve, die Die Motorisierung der Wirtschaft und des einen Rüdschlag in Produktion und Erzeugung in Verkehrs hat in der Tschechoslowakischen Republit der nächsten Reit nahezu ausschließt. Dazu kommt noch reiche Entfaltungsmöglichkeiten, so daß für noch, daß die Durchführung des Elektrifizierungseinen weiteren Aufschwung unserer Automobil- programms auch die Jnangriffnahme anderer industrie günstige Bedingungen gegeben find. großer Projekte bedingt. So sollen zu den ve Um so mehr, als es gelingt, tschechoslowalische wiegend in den Grenzgebieten liegenden öffent Automobilmarken in stärkerem Maße zur Ausfuhr lichen Elektrizitätswerken noch zusätzliche zu bringen als früher. Polen und Jugoslawien, Energiequellen im Innern des aber auch Südafrika sind Abnehmer der Erzeug- ande& geschaffen werden, um in jedem Falle die Elektrizitätsversorgung des Staates sicher worden. zustellen. Schließlich wird auch unser Schnell bahnnetz durch eine stärkere Elektrifizierung einen Ausbau erfahren müssen. PRAG II., Havlíčkovo nám. 24 nisse unserer heimischen Automobilindustrie geTELEPHON 310.57/ 58 Hochleistungs- Drehbänke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaping- u. Hobelmaschinen Spannfutter In modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Andere Branchen der vielseitig gegliederten Maschinenindustrie führen ihre gute Beschäftis gungslage auf die verhältnismäßig starke Inve= stitionstätigkeit zurüd, die in der Gesamtwirtschaft festgestellt werden kann. Sie hat nicht nur eine Erhöhung der Maschinenausfuhr zur Folge, sondern eben auch die Stabilisierung des hohen Produktionsstandes unserer Maschinenindustrie. Hinzu kommt, daß gegenüber dem Vorjahre die Ausfuhr von Maschinen und Ap paraten in den ersten vier Monaten 1938 ganz bedeutend erhöht werden konnte. Wurden im Jahre 1937 vom Jänner bis April für Für die hohe Qualität der Erzeugnisse unserer Elektro- Industrie ist die umfangreiche Ausfuhr von elettrotechnischen Produkten nach zahlreichen, industriell hochentwickelten Ländern mit einer sehr alten Tradition auf dem Gebiete der Elektrotech nit ein Beweis. Der Erport lonnte auch in den ersten vier Monaten 1938 weiter gesteigert wer den, wobei es gelang, den elektrotechnischen Waren der Tschechoslowakei in den Uebersee. Tändern neue Absabgebiete zu erschließen. Arno Plauert Millionen Kč Maschinen und Apparate Elektro- Industrie, solange die Elektrizität im Warnsdorf, ČSR. 3898 so in der gleichen Zeit des laufenden Jahres für 140,0 Millionen Kč. Die Maschi nenindustrie war vor kurzer Zeit so start be schäftigt und so reichlich mit Aufträgen versehen, daß neue Aufträge nur zu längsten Lieferungsfristen hereingenommen wurden. Darin ist inzwischen eine Aenderung eingetreten und die Auf dem Inlandsmarkte bleiben für die Seizverbrauch und im Haushalt überhaupt infolge des unzureichenden Lebensstandardes eine so geringe Rolle spielt, wie bisher, reiche Reserven ungenüßt. Für faum eine andere Industrie stellt sich also eine so günstige Perspektive für die weitere Entwicklung wie für die Elektroinduſtrie. 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Aus den in demselben enthaltenen Zahlen ist zu ersehen, zu welcher hervorragenden Stellung sich die Postsparkasse im Laufe der Jahre emporgearbeitet hat, denn sie ist zu einem Geldinstitute geworden, dessen Umsätze sich auf Plünderte von Milliarden KL belaufen. Im Scheckdienste beträgt der Jahresumsatz mehr als 349 Milliarden, im Spardienste über V/2 Milliarden KL. Im Scheckdienste besorgt die Postsparkasse außer den Geldtransaktionen der privaten Wirtschaftssubjekte nahezu die gesamten Geldgebahrungen des Staates. Sowohl die Einnahmen, als auch die Ausgaben der Staatsverwaltung konzentrieren sich auf deren Scheckkonten bei der Postsparkasse. Im Jahre 1937 belief sich der Umsatz auf diesen Staatskonten auf 139^/r Milliarden KL. Außer der Besorgung dieser laufenden Geschäfte der staatlichen Finanzverwaltung hat die Postsparkasse auch an allen Kreditoperationen des Staates teilgenommen. In dieser Hinsicht hat sie sich in die Gemeinschaft jener Geldinstitute eingegliedert, welche, im Rahmen eines Interventions-Konsortiums, bei der Deckung des außerordentlichen Geldbedarfs der Staatskasse behilflich sind. Die Postsparkasse mit ihrer großen Kapitalspotenz und mit ihrer bewährten Organisation hat sich zu einer Staatsbank entwickelt, welcher auch andere finanz- und verwaltungstechnische Aufgaben anvertraut werden. So hatte die Postsparkasse z. B. im Jahre 1936 einen führenden Anteil an der Unifizierung der langfristigen Staatsschuld, sie wurde mit der Durchführung der Konversion der 8% tschechoslovakischen Ausländsanleihe vom Jahre 1922, der Konversion der 7% Hypothekaranleihe der Stadt Groß-Prag, sowie auf Grund der Verordnung v. J. 1937, No. 56/1937 S. d. G. u. V., betreffend die Regelung der Verhältnisse des tschechoslovakischen Versicherungsblocks des Phönix, mit der Herausgabe von Schuldverschreibungen im Nennwerte von 450 Millionen KL betraut. Außer den genannten Funktionen obliegt der Postsparkasse der eigentliche Bankdienst für ihre Kommittenten, in welchem sie in erster Reihe den An- und Verkauf von Wertpapieren besorgt, Lombard- und Eskomptedarlehen gewährt, Wertpapiere und andere Werte in Verwahrung und in Verwaltung übernimmt, das Inkasso von Wechseln, Wertpapieren usw. und alle andern Bankgeschäfte erledigt. In ihren Panzergewölben vermietet sie Sicherheitsschränke. Hatte die Postsparkasse im Jahre 1937 einerseits Höchstleistungen im Scheck- und Spargeschäfte zu verzeichnen, so hat sie auf der andern Seite auch in wirtschaftlicher Beziehung gut abgeschnitten. Sie weist einen Reingewinn von über 16 Millionen KL aus, welcher um so höher zu bewerten ist, als die Postsparkasse sowohl die bargeldlosen Zahlungen im Scheckverkehr, als auch alle Ein- und Rückzahlungen im Spardienste vollkommen unentgeltlich besorgt. Die mit diesen Zahlungen verbundene Personal- und Sachregie muß vom Ertrage der sonstigen Tätigkeit gedeckt werden, was abermals große Anforderungen mit sich bringt, da es notwendig ist, mit den anvertrauten Geldern so zu wirtschaften, damit sowohl der Bedarf der vielen Kassen— als welche sämtliche Postämter der Republik fungieren— gedeckt, als auch die sichere und nutzbringende Anlage der Gelder, behufs Erlangung des größtmöglichsten Ertrages gewährleistet werde. Wenn man, in Erwägung all der genannten Umstände bedenkt, daß die Postsparkasse bis zu Ende des Jahres 1937 im Ganzen 401,626.208.36 KL an die staatliche Finanzverwaltung abgeführt und einen eigenen Reservefond von 127,895.517.95 KL errichtet hat, muß man wohl zuerkennen, daß sie sich als ein vollwertiges, den Gemeininteressen im weitesten Sinne dienendes, Staatsunternehmen bewährt hat. AKTIENGESELLSCHAFT PRAG X., KARLIN FABRIKEN: PRAG Vill■ IX■ X■ SLANY■ BLANSKO 2 Nr. 132 Sonntag, 5. Juni 1938 Seite 19 Reise- und Bäderbeilage Der Lumpepark, das Juwel des Elbetales! Zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten und der Vogelgesang erfreut die Herzen, chrfurchtsvoll Naturschönheiten des Elbetales zählt mit an erster und ergriffen fühlt man überall die enge BerbundenStelle der weit über die Grenzen unseres Landes heit mit der Natur. Geologische Seltenheiten aus hinaus bekannte und berühmte ,, Lumpepart", der mit vergangenen Jahrmillionen, reiche botanische und Recht als das ,, Juwel des Elbetales" bezeichnet wird. verschiedene andere fünstliche Sehenswürdigkeiten Der Park, der sich inmitten eines Industriemittel gliedern sich diesem Vogelpark harmonisch an, dessen punties, am Abhange des Marienberges in Aufsig eigentlicher Hauptzweck darin besteht, der so arg beSchönpriesen befindet, und im Jahre 1908 drängten Vogeltelt eine sichere Pflege- und Heimaus einer wüsten, aufgelassenen Ziegelei gegründet ftätte zu bieten und den Menschen die Nüglichkeit der wurde, ist das vorbildliche Lebenswert des verstor- Vogelwelt und Notwendigkeit des Vogelschutzes durch benen Vogelvaters Dr. phil. e. h. Heinrich Lumpe. Aufschluß und Belehrung praktisch vor Augen zu Abertausende Menschen aus nah und fern, aus führen. aller Herren Länder, besuchen alljährlich dieses einsigartige Parkparadies und jedem Besucher erschließt fich eine Fülle bezaubernder Schönheiten von unber geglichen und bleibenden Eindrüden. Grotten aus Tuffsteinen, fagenhafte Burgen und Gestalten, idyllische Parkanlagen mit Springbrunnen, wunderbolle Rosenlauben und Blumenbeete bieten sich dem Auge des Beschauers in all ihrer Pracht dar, jubeln Wald- Sanatorium Dr. Schweinburg, Zuckmantel Schlesien Erstklassige, physikalisch- dlätetische Heilanstalt für innere, Nerven- u. Stoffwechsel- Krankheiten Mäßige Pauschalkuren 4646 Der Park, der sich in den letzten Jahren zu einer europäischen Sehenswürdigkeit entwidelte und von der Gelehrtenwelt des In- und Auslandes als ein Werk hohen Kulturwertes angesehen wird, ist alljähr lich in den Monaten Mai bis September der Allge meinheit zugänglich. Der Park ist von Aussig aus in wenigen Minuten mit den Linien 4 und 5 der elektri schen Kleinbahn bequem zu erreichen. SBOR Böhmen das Land der Erholung Herrlichstes Grün und wunderbare Blumenteppiche schmücken die Wiesen und Hänge des böhmischen Landes, das der Welt neben berühmten Industrieprodukten und anerkannt guten landwirtschaftlichen Früchten auch Erholungsmöglich= feiten wie faum ein anderer Landstrich bietet. Selten findet man in einem anderen Lande Indus 300 Jahre ärztliche Erfahrung bestätigen die striegebiet und Erholungsstätten so innig benach Seilerfolge mit Bittner Sauerbrunn bei Ers frankungen des Magens, der Niere, Blase, Galle und Leber, bei Diabetes, Rheuma, Gicht, solvie Katarrhen der Atmungsorgane.- Befragen Sie Ihren Arzt über Haustrinffuren mit Biliner Sauerbrunn! 4710 LASTWAGEN ŠKODA mit Motoren DIESEL für 2%, 3% und 6 Tonnen Nutzlast zeichnen sich durch grosse Ladefläche, hohe Geschwindigkeit und ausserordentliche Dauerhaftigkeit qus. 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Star Is ba d, das weltberühmte Bad, Treffpunft aller Prominenten der ganzen Erde, gleichzeitig Mittelpunkt des Karlsbad- Falfenauer In dustriegebietes, ist doch unmittelbar an herrlichste Wälder benachbart und ermöglicht den Besuchern die beste Erholung in seiner unmittelbaren Umgebung. Wie lohnend sind die kleinen Ausflüge in das Tepltal, nach Elbogen oder gar abwärts der Eger. Und überall gibt es dort weitere Erholungs stätten, die dem Wanderer gastliches Obdach bieten. Nicht weit von Karlsbad sind die beiden ande ren großen Kurorte, Marienbad und Franzensbad, die ebenfalls eine Weltbedeu tung erlangt haben. QUALITAT GEWINNT DIE WELT, DURCH QUALITAT GEWINNT AUCH SIE rühmen, daß es Ausgangspunkt lohnender Wanderungen über Neudet und Joachimsthal auf den höchsten Gipfel des Erzgebirges, den Keilberg. bietet. Von Teplitz- Schönau kann man die bultani schen Gipfel des Böhmischen Mittel gebirges leicht erreichen. Auch dort wieder, diesseits und jenseits der Elbe, ein Ort neben dem anderen, der ein gastliches Obdach dem Reisenden bietet. In herrlichster Pracht liegt das Elbetal ein gebettet zwischen den Mittelgebirgsbergen, mit dem Dubißer Kirchlein, dem Aqhorst, dem Kletschen und dem König des Mittelgebirges, dem Großen Milleschauer oder dem Donnersberg, von dem aus bei flarem Wetter der Reichenberger Jeschten und sogar das Riefengebirge wahrgenommen werden fönnen. Das Elbetal führt uns nach Aufsig, das große Industriezentrum, und in die Schwester städte Bodenbach Zetschen, die land schaftlich ungemein malerisch gelegen sind. Sie Direktor Em. Winter, Milbesitzer der Badeunternehmung Pistyan: ,, Der bekannte Balneologe Prof. Kučera spricht von juvenilen Quellen. Was ist juvenil? Wenn man eine Heilquelle an ihrer Ursprungsstätte benutzt. Nur dann wirken alle ihre geheimen Urkräfte. So geschieht es in Bad Pislyan seit Jahrhunderlen zum Wohle der Kranken, die dort Hellung suchen." HEILBAD Yerlangen Sie die Prosten lose Broschüre Nr. 106 von der Badedirektion PISTYAN erschließen uns wieder das Elbe sandstein gebirge, vom Hohen Schneeberg angefangen bis zu den einzigartig schönen Felsgipfeln von Dittersbach. Jeder einzelne Ort bietet nun dem Wanderer und dem, der länger bleibend Erholung sucht, gastliche Stätten angenehmer Ents spannung. Und weitergehend kommt man in das ausiber Gebirge mit dem Kleis und Ebenso wie für Karlsbad trifft auf LepIiSchönau die innige Verbindung fleikigen menschlichen Schaffens und geruhsamer Erholung zu. Trotzdem Dur und Brür, die Mittelpunfte des nordwestböhmischen Kohlenbergbaues, in unmittelbarer Nähe des Kurortes liegen und der Teplißer Bezirk selbst zu einem der induſtriell iten Böhmens zählt, bietet Teplib- Schönau wie faum ein zweites Heilbad fobiel Möglichkeiten der Erholung. In turzer Zeit ist man am Fuße des Erzgebirges, in Eich wa I d, selbst einem der beHotel Rathaus, Neuern fanntesten Luftfurorte. Das Erzgebirge mit seinen dunkel grüßenden Nadelwäldern und seinen lockenden Bauden und Aussichtstürmchen, es sei nur an das Müdentürmchen, dem Stürmer und die Nollendorfer Warte erinnert, lohnt jeden Besuch seiner Schönheiten mit tiefen, unvergeß- Damit sind aber die Möglichkeiten, in Bädern Alle Bücher beforgt lichen Eindrücken. Deſſen kann ſich auch Karlsbad Heilung und in Luftkurorten Erholung zu suchen, Schöne Fremdenzimmer Gute Küche ff Getränke Billigste Preise TEL. 33 bie Bücherftube Dr. Treifter& Co. Reichenberg, Färbergaſſe 21 4804 3642 MATTONI'S GIESSHÜBLER Bad Kunnersdorf BEIOSCHITZ- NORD BO'HMEN.. SCHÖNE STRANDBADANLAGE WALDREICHE UMGEBUNG VORSAISON MAI PREISE ERMÄSSIGT PROSPEKTE DURCH KURVERWALTUNG DAS MOOR MANNCHEN " GIESS dem Tollenstein und durch ununterbrochene herrliche Wälder zum Jeschten, der durch eine Seilbahn mit Reichenberg verbunden ist. Auch hier reiht sich ein gaftlicher Erholungsort an den anderen, vor allem auch in dem an Reichenberg anschließenden fergebirge und später im Riesengebirge. Aerztlich empfohlen bei: MAGEN, NIERE, BLASE. UNVERGLEICHLICHE HEILERFOLGE. KONZERTE TENNISPLÄTZE KEGELBAHN nicht erschöpft. Das innere Böhmen selbst bietet auch dazu vielerlei Gelegenheit. Es sei nur an Bohdaneč bei Pardubis, an den Brdy= wa I d, an das herrliche Mo Idautal und an die ebenso schönen Täler der Beraun und Saza wa erinnert. So gibt Böhmen gerade in den herrlichen Frühlings- und Sommermonaten den Erholungsbedürftigen alles, was sie brauchen. DIE GUTE KLEIDUNG MARKE SBOR Woran wir während der Bahnfahrt nicht denken quem auf einem Edplay eines Schnellzugs. Dachtet Ihr schon einmal, wenn Ihr bewaggons saßet, an den Lokomotivführer, an feine Verantwortlichkeit und seine angespannten Nerven? Ihr könnt es einmal selbst versuchen, Deffnet einmal während einer längeren Schnell. freilich in einem weit geringeren Maßstab. zugsfahrt das Fenster und beobachtet die Strede. Verfolget die Zeichen der Semaphore, die Einfahrts. und Ausfahrtssignale und die Weichen in den Stationen, welche der Schnellzug passiert. Beobachtet die Stellen auf der Strecke, die umgebaut oder ausgebessert werden und die beleuchteten Ziffern vor diesen Stellen, welche die höchstzulässige Schnelligkeit angeben, mit welcher der Zug die ausgebesserte Stelle passieren darf. Wenn dann das Ziel erreicht ist, werdet Ihr Euch sagen, daß Ihr etwas Aehnliches nicht mehr versuchen werdet, weil eine noch so große Unbequemlichkeit im Zuge sich bei weitem nicht vergleichen läßt mit der geistigen Anstrengung und der Nervenanspannung, welche eine sorgsame und ständige Be. obachtung einer hunderte Kilometer langen Strede erfordert. Auch dem Heizer geht es nicht besser. Er legt nicht nur Kohle unter den Kessel obwohl er sorgfältig und mit Anstrengung diese Arbeit verrichten muß verfolgt nicht nur den Druck des Dampfes und alles andere, das ihm anvertraut wurde. Seine Pflicht ist es, soweit seine Arbeit es ihm er laubt, die Strede gleichzeitig mit dem Lokomotibführer zu beobachten. Der Schnellzug hält in der Station, Ihr blickt aus dem Fenster; der Arm des Einfahrtsemaphors, nachts ein ganz gewöhnliches rotes Licht, spricht das einfache Wort., Halt!". Im Geiste, oft auch laut, entrüstet Ihr Euch über diese außerordentliche Unterbrechung, ohne Euch dessen bewußt zu werden, was es bedeuten würde, wenn der Befehl Halt!" übersehen oder nicht befolgt werden würde. Denkt nur an die Nachrichten der Zeitungen, daß in diesem oder jenem Staate ein Schnellzug in einen anderen Zug nur deshalb hineinfuhr, weil der Führer das Haltsignal übersehen hatte. Solche Unglüdsfälle auf der Eisenbahn gibt es, besonders wenn man andere Verkehrsmittel zum Vergleich nimmt, jährlich nur verschwindend wenige. Daß es so ist, verdanken wir nicht nur der Sicherheitstechnik der Eisenbahn und der ständigen Fürsorge für ihre Vervollkommnung, sondern auch all den vielen unbekannten Menschen, die sie richtig und mit Ueberlegung handhaben. SOMMERFRISCHE ADLERBAUDE NESSELFLECK IM ADLERGEBIRGE Bahnstationen Geiersberg und Lichtenau, in waldreicher, romantischer Gegend. Gute bürgerliche Küche. Volle Tagesverpflegung einschl. Wohnung 22 Kč täglich nebst 50 Heller Baudengebühr. Günstige Autobusverbindung zu den Bahnhöfen. Vorlangen Sie Prospekte. Adresse: Verwaltung der Adlerbaude, Nesselfleck, Bezirk Senftenberg ( Adlergebirge) 4858 Seite 20 Sonntag, 5. Juni 1938 Mr. 132 Moderne elektroautomatische Kühlung ,, DOKA" 4801 durch die Spezialfirma Dotzauer& Knab, Aussig, Kühlanlagen- und Maschinenfabrik Bierbüfetts, Schanktisch- Einsätze, Kühlschränke, Gefrieranlagen, Vitrinen, Pultkühlungen etc. Willst Du sparsam sein kauf im Aso ein KAUFET DIE ERZEUGNISSE DER LACKFABRIK Chitz& Meller Bestbekannte Marken: 4841 Favorit Emaillacke Anker und Tiger Bernsteinfußbodenlackfarben Favorix synthetische Emaille Zweckmäßiges Wirtschaften mit dem öffentlichen Kapital Einen Beweis dafür, daß auch öffentliches| Vrané a./V. und Střekov a./2. Weiteres Unternehmen Unternehmen neben Erfüllung aller Aufgaben des der Ústřední elektrárny ist die große Transformato Gemeinschaftsinteresses noch gute Wirtschaftserfolge ren- und Schaltstation für 100.000 V Praha- Jih erzielen kann, bietet die Elektrizitätswirtschaft. Dieser Wirtschaftszweig wurde sofort nach dem Umsturz unter Kontrolle des Staates gesetzt und die Organe der Staatsverwaltung mit Vollmachten aus gestattet, welche ihnen einen entscheidenden Einfluß sichern. Durch das Gesetz Nr. 438/1919 wurde die Sorge für di: systematische Elektrifizierung der ESR den gemeinnützigen Elektrizitätswerken anvertraut. Die Resultate der guten Arbeit beweist am besten die Tatsache, daß die Zahl der versorgten Gemeinden mit Strom von 1600 im Jahre 1919 auf 9417 im Jahre 1936 stieg, indem die Zahl der Einwohner, die das Wohl der Elektrizität genießen, von 34 Prozent auf 76.3 Prozent der ganzen Einwohnerſchaft ſtieg. Die gemeinnützigen Elektrizitätswerfe werden von Staat, Land oder Gemeinde und oft auch unter Teilnahme des Privatfapitals, gegründet. Diesen Unternehmen wurden bestimmte Gebiete zugeteilt, in welchen sie jedoch das Monopol nicht besitzen. Es können neben diesen auch andere Werte entstehen, wenn sie imstande sind, den Strom billiger als die bisherigen, die gemeinnüßigen eingerechnet, liefern fönnen. Sie müssen bestimmte Pflichten überneh men, so besonders die billigste Stromlieferung für a II e Bewohner des Gebietes, die Erhaltung der Einrichtung auf der Höhe des technischen Fortschrit tes, gegenseitige Zusammenarbeit, Abnahme der Energie von zwedmäßigen Wasserfraftwerken usw. Sie sind aber im Gegenteil im Besize bestimmter Rechts und Steuervorteile. in Vršovice, die eine Hälfte des Prager Strombedarfes nach Prag übergibt. Durch die Lieferung beinahe eines Behniels des ganzen Verbrauches in der TSR reihen sich die Ústřední elektrárny nicht nur zu den größten Elektrizitätswerken, sondern überhaupt größten Industrieunternehmen bei uns. Die Hauptkonsumenten des Stromes sind die Elektrizitätswerke der Hauptstadt Praha, die Dra. žicer Genossenschaftsunternehmungen, Nordböhmische Staatsgruben, Elektrizitätsverband der mittelböhmischen Bezirke, der Aufsiger Chemische Verein, das Brürer Elektrizitätswert und die Staatsbahnen in Aufsig. Die Bilanzergebnisse der Ostřední elektrárnh zeigen einen stetigen technischen und wirtschaftlichen Aufschwung, bei welchem das öffentliche Stapital gut verzinst und die Investitionen rechtzeitig amortisiert sind. Dabei sind die Werke am Höchstpunkt der Technik ausgebaut und erhalten. Neben guter Wirtschaftspolitik berfolgen die Ustřední elektrárny auch eine wirksame Sozialpolitik. Auger regelmäßigen Gehaltszuschlägen wird jährlich der Personalunterstüßungsfonds dotiert, aus welchem im vorigen Jahre Lebensversicherungspolizzen und Zusavaltersversicherung zugunsten der Arbeiter und Beamten geschlossen wurden und deren Prämien die listřední elektrárny zahlen. Es wurde auch ein Fonds mit Grundkapital vou 100.000 Kč gegründet, aus dem Unterstüßungen in außerordentlichen Notfällen erteilt werden. Einen klaren Beweis dafür, daß sich diese Kon- Aus alldem geht hervor, daß auch das öffentliche struktion der Aktiengesellschaften mit öffentlichem Stas Sapital gute Resultate erzielen fann, man muß ihm pital sehr gut bewiesen hat, sind die Ústřední jedoch durch zweckmäßige Organisation die richtige elektrárny, die seit ihrer Gründung im Jahre 1922 Funktion ermöglichen, die sich dann schon automatisch bis zu Ende 1937 beinahe 2500 Mill. Wh erzeugt durch das Spiel derselben Kräfte wie in den Privat haben. Die Erzeugungsstätten sind das Dampffrafts unternehmen entwickelt, hier jedoch unter Kontrolle werk in Ervenice, und die zwei Wasserkraftwerke in des Staates, was man nie vergessen darf. 4775 Eine gute Shotographie 4849 vom Fachphotographen ist dauernde Erinnerung und ein schönes Geschenk Vertraulich beste, reeliste Bezugsquelle Billige Bettfedern vom Gänsezüchter 1 kg graue, gute Halbschleißfedern 12 und 15 Kč, halbweiße geschliss. 18 u. 20 Kč. weiße flaumige, geschlissene 25, 30, 35, 40, 50 Kč, feinster Halbflaum- Herrschaftsschl. 60, 70, 80, 90 Kč, ungeschliss. weiße, feine 18, 20 bis 50 Kč Fertiggefüllte Tuchente aus prima dichtfädigem Nanking 60 80, 120, 140, 160 u. 220 Kč. Kopfkissen 20, 25, 35, 40. 50 u. 65 Kč versendet gegen Nachnahme Wind From Wenzel Fremuth, Deschenitz Nr. 198 Böhmerw. Nichtpassendes tausche um oder Geld zurück Ausführliche Preisliste gratis Die Beratungsstelle für Stahlverwertung hat soeben eine Broschüre >> Wir erzeugen guten Stahl« herausgegeben, welche in Wort und Bild die Erzeugung von Stahl behandelt und zwar vom Rohmateriat bis zum fertigen Produkt. Die Broschüre wird gratis versandt. Bitte zu schreiben an die Adresse: BERATUNGSSTELLER Beratungsstelle für STAHL VERWERTUNG Stahiverwertung Prag II., Lützowova 55 4824 Berücksichtigt unsere Inserenten Das Unternehmen DIE STAATLICHEN FORSTE UND GÜTER kannanbieten: Alle Holzsortimente aus den staatlichen Forsten sowie sämtliches Sägematerial aus den staatlichen Sägewerken durch Vermittlung der čechoslovakischen Zentralholzverkaufsgesellschaft A. G., Praha II, Stěpánská 61 Třeboňer Karpfen von der Direktion der staatlichen Forste und Güter in Třeboň und von der Verwaltung der staatlichen Forste ,, Vysoké Tatry" in Gerlachov, Post Tatranská Polianka 10° lichtes Abzug- und 12° lichtes und schwarzes Lagerbier aus den staatlichen Bräuhäusern in Benešov bei Praha, Jeneč bei Praha, Buštěhrad, Olovnice bei Kralupy, Kácov a. d. Sáz., Smiřice a. d. E. und in Křivoklát Pasteurisierte Milch und andere Milchprodukte aus der Molkerei der staatlichen Güter in Hostivice bei Praha Konopišter Käse aus der staatlichen Käserei in Poměnice bei Konopiště Těšíner Butter und Käse von der Verwaltung der staatlichen Molkerei in Český Těšín Viglašer Käse à la Roquefort von der Verwaltung der staatlichen Güter in Pstruša, Post Zvolenská Slatina, Slovakei Rapsöl aus der Oelfabrik der staatlichen Güterverwaltung in Český Těšín- Mosty Waldsamen und Fruchtkerne von der Verwaltung der staatlichen Samenklenganstalt in Praha XIX., Tř. krále Alexandra 22 4638 Nr. 132 Sonntag, 5. Juni 1938 Im Rhythmus der Wirtschaft 25 Möglichkeiten- 25 lungsstellen über die nicht untergebrachten Stel Tenbewerber. Ein Vergleich mit dem Vorjahre ergibt nun, daß in den ersten vier Monaten 1938 die Zahl der Versicherten, also der Beschäftigten sich höher, die Zahl der Arbeitslosen aber viel niedriger ist. Gegenüber den gleichen Monaten 1937 gab es Im Gegensatz zu den politischen Ereigniffen der jüngsten Zeit, die den Spannungs und Erregungszustand auf den höchsten Grad gesteigert haben, hat die wirtschaftliche Entwick lung in unserem Lande und auch international ein ruhiges Tempo beibehalten. Die Verschäre fung der die Welt in Atem haltenden politischen Konflikte ist zwar auf die Wirtschaft der verschie denen Länder nicht ohne Einfluß geblieben. Der Rüdschlag ber Welttonjunttur und die Heftigkeit der neuen Krise ber Jänner amerikanischen Wirtschaft dürfen Feber vor allem als eine Folge der immer drohender März sich erhebenden Weltkriegsgefahr angesehen wer April den. Doch die Wirtschaft der Tschechoslowakischen Republik und die der europäischen Länder über haupt ist von ernsten Erschütterungen nicht betroffen worden. Daß die tschechoslowakische Wirtschaft kein isoliertes Einzeldasein führt, daß sie innig mit ber Weltwirtschaft zusammenhängt und von deren Rhythmus erfaßt wird, das eben zeigen Tempo und Nichtung der wirtschaftlichen Ent widlung in den letzten Monaten erneut. So wie die Weltwirtschat durch einen Rückschlag von dem neuen Konjunkturhöhepunkt, den sie etwa im Sommer 1937 erreicht hatte, wieder ein gut Stück abgekommen ist, hat auch die Wirtschaft unferes Staates den hohen Stand, den sie in den Sommer und Herbstmonaten 1987 berzeichnete, verlassen müssen. Genau vor einem Jahre hatte sich das Aufschwungstempo unserer Wirtschaft ganz außerordentlich beschleunigt. Für das ganze Jahr 1937 war im Vergleich zu 1986 die Wirtschaftsaktivität um 20.2 Prozent höher, während sie in Frankreich nur um 4.4 Prozent, in Großbritannien um 6.8 Prozent, in Deutsch land um 10.2 Prozent und in Italien um 13.9 Brozent gestiegen war. Die Wirtschaft unseres demokratischen Landes erlebte also im vorigen Jahre einen viel stärkeren Konjunkturaufschwung, als ihn z. B. die faschistischen Staaten Deutschland und Italien verzeichnen konnten. Bei der ZSVA mehr Krantenversicherte 111.784 144.782 156.578 112.159 weniger Arbeitslose 148.615 167.292 192.182 142.449 Bei einem geringeren Umfang der indus striellen Produktion als im Vorjahr haben wir dennoch ein viel Kleineres Arbeitslosenheer und bedeutend mehr Beschäftigte. Allerdings darf das bei nicht übersehen werden, daß die Kurzarbeit, die im vorigen Jahre so gut wie verschwunden war, in den heurigen Frühjahrsmonaten in eini gen Industriezweigen einen starken Umfang an genommen hat. Dennoch aber ist der Beschäf tigungsstand und die Lage am Arbeitsmarkt auch zu Beginn des Sommers 1938 wesentlich günstiger als im Vorjahre. Diese Veränderung in der wirtschaftlichen Situation unseres Staates hat die Einkom mensentwid Iung der arbeitenden Bevöl ferungsschichten und auch den Verbrauch bes einflußt. Von der Zentralsozialversicherungsanstalt ist das tägliche Gesamtarbeitseinkom men aller bei ihr Versicherten für März 1938 auf 87,3 Millionen Kronen berechnet worden, Kronen betrug. Diese Zunahme des Arbeitsein während es im März 1937 83,0 Millionen tommens ermöglichte eine Steigerung des Vers brauchs, dessen Ziffern denn auch tatsächlich höher sind als im Vorjahre. Unter den Industrien, die an sich schon wegen ihrer überragenden Bedeutung für unsere Gesamtwirtschaft an der Spitze stehen, die aber auch bei dem Konjunkturaufschwung 1937 am weitesten über den Stand von 1929 hinausfamen, gebührt der Vorrang der Vom Sommer 1987 unterscheidet sich die allgemeine Wirtschaftssituation zu Beginn des Elsen- und Metallindustrie Sommers im Jahre 1938 dadurch, daß an die Die letzten Jahre waren für sie Jahre eines rasch Stelle einer stürmischen Auftvärtsentvidlung fortschreitenden Gesundungsprozesses, in dessen Rückbildungen und Einbuchtungen in der Kon- Verlauf alle Wunden, die die schwere Wirt junftur zu beobachten sind. Vor allem ist die schaftskrise den Unternehmungen geschlagen hat, industrielle Produktion nicht unerheblich unter ausgeheilt sind. Durch das internationale Wett das Vorjahrsniveau gesunken. Für die gesamte rüsten und die umfangreichen öffentlichen Auf industrielle Erzeugung ist der Inder träge, die der Metalls und Maschinenindustrie erst für März bekannt. Während nun im Vor- aus dem In- und Ausland zugeflossen sind, jahre der Gesamtinder der Industrieproduktion wurde diese Gesundung und die Erreichung des ( 1929= 100) im März 93.5 war, wurde er Standes höchster Prosperität beschleunigt, im März 1938 nur mit 81,8 errechnet. 3 Waffen, Munitions-, Schienen und Lokomotiv war also im März 1938 die gesamte aufträge, Bestellungen auf Dampftessels und industrielle Erzeugung in der Fabriteinrichtungs- und die Lieferung von HalbTschechoslowakei um etwa 12 Pro fertig und anderen Waren ermöglichten es die zent schwächer als im gleichen Vorfer Industrie, 1937 ihren Produktionsstand um jahrsmonat. Aus der Entwicklung im April rund 6 Prozent über 1929 zu erhöhen. Alle grös und Mai ist zu schließen, daß die Produktions- Beren Unternehmen hatten für das Jahr 1988 intensität auch zu Beginn des Sommers min große Vorratsaufträge, so daß sich die nach destens diesen Abstand noch aufweist. Jahresbeginn festzustellende Abschwächung im Ein günstigeres Bild bietet sich dagegen, Auftragseingang für die verschiedensten Waren wenn man die Entwicklung des Bezunächst weder auf den Produktionsumfang noch schäftigungsstandes und der Ar beitslosigkeit betrachtet. Für den Bes Die Roheisen- und Rohstahlerzeugung war schäftigungsstand ist die Zahl der versicherten Ar 1937 höher als im Jahre 1929. In den ersten beiter und Angestellten maßgebend, für die Ar- vier Monaten des laufenden Jahres entvidelte beitslosigkeit die Ausweise der Arbeitsvermitt- sie sich im Vergleich zum Vorjahr so: Produktion von Roheisen Jänner Feber Mära April Von Jänner bis April auf den Beschäftigungsstand auswirkte. Produktion von Rohstahl in Ton nen 1938 1937 134.000 123.000 in Tonnen 1938 186.000 1937 186.000 121.000 122.000 161.000 169.000 119.000 142.000 147.000 179.000 104.000 140.000 147.000 184.000 478.000 527.000 643.000 Der Reingewinn 1935 1936 1937 in Millionen K& 714.000 Die Dividende 1935 1936 1937 in Millionen Kč 4,1 7,5 9,4 16,8 Českomoravstá Poldi Prager Eisen Křižít 6,3 14,2 2,4 7,0 9,9 22,3 7,5 0,7 7,8 Die Noheisenerzeugung war demnach in den ersten vier Monaten 1988 um 9,8 Tonnen geringer als 1937, die Rohstahlerzeugung um ges nau 10 Prozent. Die Weltproduktion in Roheisen und Rohstahl blieb bisher in diesem Jahre bedeutend stärker hinter dem Vorjahre zurüd, Sellier& Bellot 6,1 nämlich um 20 Prozent bei Roheisen, um nahe- Stoda zu 30 Prozent bei Rohstahl. Infolge dieser er heblich geringeren Abnahme konnte also die tschechoslowakische Eisen- und Stahlproduktion ihren verhältnismäßig hohen Produktions- und Be schäftigungsstand aufrechterhalten. Die Bilanzabschlüsse, die in den letzten Wochen von den Aktiengesellschaften der Eisenund Stahlindustrie veröffentlicht worden sind, Tassen erkennen, daß die Ertrags- und Gewinnentwicklung von der Konjunktur ganz außerordentlich günstig beeinflußt worden ist. Die Rohgewinne betragen 1937 gegenüber 1936 bei einigen der großen Unternehmungen das doppelte. Obwohl die Abschreibungen starf erhöht und sehr reichliche Investitionen vorgenommen wurden, müssen durchwegs beträchtliche Steigerungen des Reingewinnes ausweisen. Für die Veränderungen, die sich im Reingewinn und in der Summe der zur Auszahlung gelangten Gesamtdividende ergeben haben, seien nur einige Beispiele angeführt. Es betrugs 4.8 4,5 7,7 8,3 4,4 4,4 6,0 4,9 5,4 11,2 44,9 60,9- 38,4 49,5 Schon diese lurge Uebersicht zeigt, daß es sich in der Eisen- und Stahlindustrie nicht nur um eine Produktionskonjunktur handelt, sondern daß es für die Unternehmungen auch eine recht gute Getvinnfonjunktur geworden ist. Das Forts dauern der internationalen Aufrüstung und der weitere Ausbau unserer nationalen Verteidigung läßt erwarten, daß die gute Konjunktur besonders in dieser unserer führenden Industrie noch längere Zeit anhält. Sie bringen den Eisen- und Stahltverlen ja auch Rivilaufträge in größerem Umfang, die sich aus Betriebsumstellungen, Neuerrichtungen usw. ergeben. Stoda z. B. hat befanntgegeben, daß sich der Einlauf von Aufträs gen der Friedensproduktion 1937 gegenüber dem Vorjahr um 39 Prozent erhöht. Wenn es gelingt, in Mitteleuropa eine Entspannung der politischen Lage herbeizuführen, wären für die weitere Entwicklung der tschecho slowakischen Gesamtwirtschaft günstige Möglichfeiten gegeben. Die Konjunktur brauchte nicht nur ein kurzer Traum zu sein, sondern sie könnte durch die Besserung der Lebensverhältnisse der arbeitenden Menschen zu einer wirklichen Stärtung, zu einem Aufstieg von Volk und Wirtschaft führen. Seite 21 Größen Das läßt sich schon nicht mehr als Konfektion bezeichnen! D Heute ist die Konfektion eine andere als vor Jahren. Konfektionsanzüge werden aus denselben Stoffen verfertigt, aus welchen die Anzüge nach Maß genäht werden und auch im Schnitt konkurrieren sie mit feiner Schneiderei nach Maß. Aber das ist nicht alles! Konfektionsanzüge erzeugen wir heute in 25 Größen. Sie passen sovielen Männern verschiedener Gestalten wie nach Maß gefertigt. Mehr Möglichkeiten gibt es schon nicht mehr. Hier sind Größen vorrätig auch für besonders starke, korpulente, schlanke und große Männer. Es gibt wohl kaum einen Menschen, welchem ein Konfektionsanzug nicht passen würde. Auch für Sie haben wir eine jener 25 Größen verfertigt. Legen Sie deshalb Ihre Feindschaft gegen den Konfektionsanzug ab und machen Sie eine unverbindliche Probe. Besuchen Sie unsere nächste Verkaufsstelle and berufen Sie sich auf dieses Inserat. Das informierte Personal probiert Ihnen unverbindlich einige Anzüge an, damit sie sich persönlich überzeugen können, ob Sie Ihnen passen. Niemand nötigt auch nur mit einem Worte zum Kauf. Kommen Sie, auch wenn Sie den Anzug nicht sofort benötigen. Nehera Seite 22 Sonntag, 5. Juni 1938 Der Rohbau des Hauses des Zentralverbandes der tschechoslowakischen Genossenschaften in Prag Nr. 132 Eisenbeton- und Maurerarbeiten führt die Fa Bauunternehmungsgenossenschaft Ges. m. b. H. Praha XIV.- Nusle Jaromirova 51n durch Tel. 53-3-77. Sie empfiehlt sich für alle in das Fach einschlägigen Arbeiten 4828 ด Mit der Doppelcouch Gottwald ersparen Sie ein Schlafzimmer Gottwald Versobrietem PRAG, MAHR. OSTRAU, BRATISLAVA FALIGNAZ GOTTWALD, DRAG INÁRODNÍ TŘÍDA Senden Sie mir talentos Prospekte. 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