t す Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Samstag, 11. Juni 1938 Aus dem Inhalt: Aus dem Paradies zurückgekehrt Der vergeßliche ,, Führer" Der schwimmende Kerker auf der Donau olio Nach dem Kongreß von Royan Jeder denkende Deutsche wählt am 12. Juni die Liste der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Er stärkt dadurch die Demokratie und sichert den Frieden Herrliche Zeiten England zögert Unsere Zeit kommt! Nr. 136 für Oesterreichs Katholiken mit der Entscheidung Die SdP sucht nach außen hin den Eindruck| die außenpolitischen Gefahren nicht vorüber und Alle Studentenverbände aufgelöst London. Die langen Beratungen vom völlig einheitlicher Auffassungen in der Partei zu es kann noch im Verlauf der Entwicklung eine Donnerstag im Foreign Office über die Haltung machen und behauptet, daß insbesondere seit der solche Krise tommen, wie wir sie am 21. Mai mit Wien. Die Geheime Staatspolizei veröf- zu der Bombardierung von britischen Schiffen in Eingliederung des Bundes der Landwirte und der angehaltenem Atem erlebt haben. Aber die Welt fentlicht in der„ Wiener Zeitung" eine Verord- Spanien find vorläufig noch nicht zu einer Ent- Christlichsozialen der größere Teil des sudeten hat gesehen, daß auch Deutschland einmal nachnung über die Auflöſung aller katholischen Stu- fcheidung gelangt, die erst in der kommenden deutschen Bolles auf einer Linie marschiert. Mag geben muß und daß dem Vormarsch des deutschen tenvereine und-Verbände. Jegliche Tätigkeit oder Woche erwartet werden kann. Außenminister Lord sein, daß bis zum 21. Mai viele Sudetendeutsche, Imperialismus und Nazismus Einhalt geboten der Versuch der Fortsetzung der Tätigkeit im Geifte Halifax hat sich wieder aufs Land begeben und welche die tatsächlichen Verhältnisse im Lande und werden kann. wird erst zu Beginn der kommenden Woche nach die Machtverhältnisse in Europa nicht kennen, gebiefer Organisationen wird polizeilich verfolgt London zurüdtehren. Ein Teil der englischen glaubt haben, daß die Stunde der Entscheidung werden. Das beschlagnahmte Eigentum muß den Presse ist mit der Verzögerung in der Entschei- da sei, in einem Sinne, wie es ihnen von der Flü entsprechenden Behörden übergeben werden. bung unzufrieden. sterpropaganda eingeredet worden ist. Gewiß sind Die Jllegalen wollen nicht... Wien. Der Wiener Gauführer Globotsch nif erließ eine Proklamation, die ein indiret. tes Eingeständnis barstellt, daß ein Der Volksverrat der SdP Das Bündnis Konrad Henleins mit den Feinden des Deutschtums habe. Man sucht auf reichsdeutscher Seite die Sidor: ,, Wir wollen ein slowakisches Preßburg Teil der gewefenen nationalsozialistischen Illega. len von der Zuſammenarbeit in den Organisatio. nen Abstand nimmt. Der Gauführer erklärt in dem Aufruf, daß große Notan Funk. Wir haben am Mittwoch an leitender Stelle tionären herrsche und daß deshalb die Aus- den schnöden Volksverrat gebrantmarkt, welchen rede, daß sich irgendjemand im Organisations die SdP im Begriffe ist am Karpathendeutschtum apparat nicht geltend machen konnte, nicht gelte. zu begehen und haben aufgezeigt, daß diese ParEr fordert deshalb alle Parteigänger, die sich noch tei entschlossen ist, die deutsche Minderheit in der nicht zur Mitarbeit angemeldet haben, auf, dies Slowakei den slowakischen Autonomisten ans zu tun, und erklärt, daß jedem gleichgültig sein Messer zu liefern. Die SdP hat an die Manimüsse, welche Funktion ihm zugeteilt wird. Die festation der slowakischen Volkspartei, welche am Hauptsache sei, dem Volfe zu dienen. Bekanntlich hat die Nazi- Hierarchie aus dem Altreich" schon längst sämtliche guten Parteibesten in der Ostmart" besetzt. Die Not" an Funktionären betrifft also wohl nur untergeordnete oder gar nur unbezahlte Ehren"-Funktionen, um die sich die österreichischen Nazi auch nach dem Aufruf des Gauführers nicht sehr reißen werden. ,, Von neuem das Kreuz tragen"... Slowakei, in Breßburg, durch. Die slotvalischen Bezirksstädte sind in der Mehrheit schon unser. Sie haben slowakische Gemeindevorsteher und die Slos waken entscheiden in der Gemeindevertretung. Auch die slowakischen Dörfer gehen mit uns. Aber die Hauptstadt der Slowakei, das Haupt der größeren Gemeinden und Städte der Slowakei, Preßburg, trozt bisher dem slowakischen Ansturm und will nicht das Programm und die Richtung der gesamten übrigen Slowakei annehmen. Bisher konnte man meinen, daß dieser Artikel Sidors gegen die Tschechen gerichtet ist, bat. gegen jene Slowaken, welche an dem Zufammengehen von Tschechen und Slowaken festhalten. Der folgende Satz in dem Artikel Sidors lehrt aber schon anderes. Es wird da gesagt: Was Großes können die paar Slowaken unter 48, den Vertretern der tschechischen, magharischen, deutschen und internationalen Parteien auf dem Rathaus ausrichten? fen sich in der Auffassung auch jener, welche nicht Die Folgen der Ereignisse des 21. Mai wir. mit der militärischen Kraft der Tschechoslowakei gerechnet haben, aus. In Deutschland tut man an offiziellen Stellen so, als ob man niemals etwas Böses gegen die Tschechoslowakei im Schilde geführt hätte und betont, daß gerade Deutschland ein großes Verdienst an der Erhaltung des europäischen Friedens in jenen kritischen Tagen gehabt Stellung der SdP in den gegenwärtigen Berhandlungen mit der Regierung au stärken, der ,, Bölkische Beobachter" spielt den Unentwegten und behauptet schon jetzt, daß die Berhandlungen, mit der SdP als gescheitert zu betrachten seien. Damit steht nun im Widerspruch und das ist das interessante daß die Sudetendeutschen Pressebriefe" das Gegenteil sagen, daß nämlich die Behauptung, die SdP habe das Statut be reits abgelehnt, unzutreffend und sinnlos ſei. Wenn das ein abgekartetes Spiel, ein Spiel mit verteilten Rollen ist, wird das der SdP in den Verhandlungen nichts nüßen, denn man weiß in ganz Europa, daß sich Deutschland eine Wieders holung der Situation vom 21. Mai, die denselben Ausgang haben kann wie damals, nicht erlauben kann. Bleibt der Friede erhalten, dann werden die Gegensäße innerhalb der SdP selbst zum Ausbrud kommen. Die einen werden kein Kompromiß während die anderen den Versuch machen werden, wollen und alles auf die Karte Deutschland seßen, die SdP in die tschechoslowakische Politik doch irgendwie einzuschalten. Dieser Kampf wird ausgekämpft werden und die deutsche Sozialdemo fratie fann den Ausgang dieser inneren Kämpfe, die unausbleiblich find, ruhig abwarten. Sonntag in Preßburg stattgefunden hat, ein Begrüßungstelegramm gerichtet, wünscht also einer Bewegung Erfolg, die, wie wir gezeigt haben, auf dem Gebiete der Slowakei die flowva tische Amts- und Unterrichtssprache einführen und den Minderheiten nur diejenigen Sprachen rechte zusichern will, welche ihnen im Vertrage von St. Germain zugesagt worden sind. Wir haben auch dargelegt, warum dies die SdP ges tan hat. Konrad Henlein und der SdP handelt es sich vor allem um den Kampf gegen die DemoIratie, sie verbündet sich in diesem Kampf mit jedem, auch mit den ausgesprochensten Gegnern des Deutschtums. Der SdP handelt es sich nicht Man sieht also, daß die deutschen Vertreter um die Freiheit des Sudetendeutschtums, sondern in der Gemeinde Preßburg dem Herrn Sidor, um die Totalität und die Niederkämpfung der dem Busenfreund des Abgeordneten Karmasin Kämpferischer Hirtenbrief Demokratie, um die Aufrichtung der faschistischen und zugleich Verbündeten der SdP ein Dorn im Herrschaft, um die Niederknüppelung der arbei- Auge sind. Um den Kampf gegen das Deutschtum Die europäische Situation ist voll gefähr des Berliner Bischofs Berlin.( Savas.) Freitag früh wurde im tenden Klassen. In dem sonntägigen Umzug jener, au führen, eignet sich der Vertreter der flowali licher Spannungen. Deswegen muß die Demo" Berliner Diözesanblatt" aus Anlaß des Tages welche wie gesagt, den Starpathendeutschen nichts schen Volkspartei sogar ein bißchen die Blut- fratie gerüstet sein und wir müssen alles tun, um der katholischen Jugend ein Hirtenappell des Ber- anderes geben wollen, als die Minderheitenrechte ideologie des Nationalsozialismus an. Er sagt: die Verteidigungsfähigkeit der Tschechoslowakischen Es ist nötig die Hauptstadt in den slowaki- Republik zu stärken. Aber man fann immerhin mit liner Bischofs Conrad von Preysing veröffentlicht, von St. Germain, marschierte Abgeordneter Karschen nationalen Organismus einzugliedern, damit großer Genugtuung sagen, daß eine der gefähr in dem er die katholische Jugend auffordert, das majin mit, um so darzutun, daß die Sdp, wenn es gegen die Demokratie geht, sogar bereit ist, die Kreuz Christi trotz aller Verfolgungen des Nathosie mit der ganzen Slowakei lebt und daß in lichsten Klippen umschifft ist und daß die Aus. ihren Adern ein so gesundes und heißes Blut ſichten für die Erhaltung des europäischen Frie lizismus im Dritten Reich hochzuhalten. In dem Pariser Friedensverträge anzuerkennen. Mit welchen Leuten sich da die SdP verbin Appell heißt es: In den Augen der Welt iſt det, lehrt der Leitartikel des Slovák", des strömt, wie es in anderen unseren Städten und dens heute größer sind als vor vier Wochen. Je Gemeinden strömt. mehr das zutreffen wird, desto mehr wird die sude ebenso wie einst, das Kreuz das Zeichen der Blattes der slowakischen Volkspartei von Freiheit werden und die realen Lebensinteressen des tendeutsche Frage eine innerpolitische Angelegen Schmach und alle jene, die ein Teil von Chrifti tag, den 10. Juni. Da schreibt der Herr Karol Nachfolge find, müffen darauf vorbereitet sein, Sidor unter dem Titel„ Wir wollen ein slowaDeutschtums werden ihren Ausdruck finden. Heute daß sie zum Gegenstand der Verachtung und des tisches Preßburg!": ist die Vertreterin dieser wirklichen LebensinterSpottes werden. Es ist notwendig, daß wir von effen des Sudetendeutschtums die sudetendeutsche neuem lernen, dieses Kreuz zu tragen und wir Sozialdemokratie und es braucht gar nicht lange haben es auch schon gelernt." zu dauern, bis ein großer Teil der sudetendeutschen Deffentlichkeit einsehen wird, daß gerade die deut Daß der Herr Sidor die Deutschen mit den sche Sozialdemokratie für das Sudetendeutschtum Juden in einen Topf wirft, das ist wohl eine bes eine notwendige und lebenswichtige Bewegung sondere Delikatesse, die da die slowakische Bolts- darstellt. Von dieser Erkenntnis durchdrungen, sind partei ihrem Verbündeten, der Sdp, serviert. vir überzeugt, daß unsere Zeit kommen und die Die SdP schließt sich also mit den ärgsten Stunde schlagen wird, wo die sudetendeutsche SoBarcelona. Der 9. Juni 19 38 erlebte auch die Fiats neueste und stärkste Maschinen. die bisher größte Luftschlacht der Geschichte. Nund Die Luftschlacht wurde durch die Initiative Feinden des deutschen Volkes zusammen, nur zialdemokratie in entscheidender und fegensvoller 100 Flugzeuge trafen einander im engen Raum der republikanischen Geschwader erzwungen. Der weil sie reaktionär und Feinde der Demokratie Weise das Schicksal des Sudetendeutschtums mits nahe der Stadt Lucena an der Front Teruel- Gegner verlor einen Großbomber und neun Fiats, sind und sie ist bereit, um Verbündete gegen die bestimmen wird. Castellon, etwa 30 Kilometer nordwestlich von von denen zwei in der Luft zusammenstießen und Demokratie zu erhalten, eine deutsche Minderheil Castellon de la Plana im organisierten Massen- die übrigen abgefchoffen wurden. Die abgeschoffe brutal zu opfern, die Hunderte von Jahren in der fampf. 41 republikanische Jagdflugzeuge stießen nen Flugzeuge gingen mit ihrer Besatzung zu. Slowakei lebt und zur wirtschaftlichen und ful in gefchloffener Formation auf eine Flotte von grunde. Die Piloten und Beobachter der brei ver turellen Entwicklung dieses Landes ihr reblich 8 Großbombern der Nebellen mit 45 Fiat- Begleit- lorenen republikanischen Flugzeuge konnten sich Teil beigetragen hat. Der Verrat an den Deutflugzeugen. Die Großbomber waren viermotorige mit dem Fallschirm retten und wurden von den schen Südtirols hat sein Gegenstück gefunden im deutsche Ju 89, vom modernsten deutschen Typ, eigenen Truppen aufgenommen Schtver schlägt sich das slowakische Element und so auch unsere Partei in der Hauptstadt der Die größte Luftschlacht der Geschichte Die spanischen Republikaner siegreich Zum Schluß legt Sidor noch einmal gegen die Deutschen los und stellt sie den Juden gleich. Es ärgert ihn nämlich am meisten in Preßburg folgendes: Es sind dort Tschechen, auch Tschechoslowaken. Ihr habt Deutsche und Magharen und auch viel Juden. Merrat am Starpathendeutschtum, Diejenigen, welche am Sonntag ihre Stim men für die deutsche Sozialdemokratie abgeben, find jene, welche die Entwicklung beffer begreifen als die anderen, sie wird man einmal als pie Vorkämpfer und Bahnbrecher einer neuen Zeit des Friedens und des Zusammenlebens der Vöffer im Sudetenraum bezeichnen. Seite 2 , Weitreichende A Konzessionen" Jan Masaryk über das sudetendeutsche Problem Samstag, 11. Juni 1938. handel Dr. F& f I. Generalsekretär der Prager Handelskammer. Eine Darstellung der tschechoflowatischen Landwirtschaft und Agrarpolitit gibt Franco- Angriffe Mr. 136 sammlung besonders deutscher Flieger, Artilleri sten, Rüstungsfachleute in der Stärke von 15.000 zurückgeschlagen bis 20.000 ann, der gewaltige Ausbau der Dr. Ladislav Feierabend, und über die Tschechoslowakei als Reiseland berichtet schließlich näen schlug die Regierungsarmee am Freitag Barcelona.( Havas.) In den Pyre- Kriegshäfen und Arsenale usw. können nur erflärt werden. als Vorbereitungen des Krieges Dr. V. Párt I, der Leiter der Fremdenverkehrs- vier aufeinanderfolgende Angriffe der Franco- gegen Frankreich auch vom Süden her. So wird abteilung im tschechoslowakischen Handelsmini- Truppen auf die Stellung bei Piedras de Aolo zu- die vollkommene Umzingelung Frankreichs bor Eine Sonder- Beilage Tschechoslowakei" sterium, der freilich durch sprachliche Mi- rück und befestigte ihre Stellungen. Die Regie- bereitet. Und man versteht um so beſſer die Bes enthält die Juni- Nummer der führenden eng griffe bei den Ortsbezeichnungen rungstruppen bauten im Hochgebirge ihre Be- dingung Mussolinis, ein Freundschafts" abkom lischen Finanz- Zeitschrift The Banker". Sie als einziger die werbende Wirkung dieser tsche- festigungen aus, um den Vormarsch der feindlichen men mit Frankreich nur zu schließen, wenn es ihm wird eingeleitet durch einen Beitrag des Lonchoslowakischen Sonderbeilage des ,, Banter" be Abteilungen zur franzöfifchen Grenze zu verhin Spanien ausliefere. einträchtigt. bern. Das Henlein- Interview war echt! Eigenhändiger Brief des ,, Führers" an Ward Price die Verantwortung für das Interview lehnen, da schon damals offizielle Verhandlum. tschechoslowakischen Regierung gen mit der liefen.“ Henlein bestätigt also ausdrücklich die Rich tigkeit des Interviews, dessen In halt aweifellos mit einer ganzen Reihe von Schutzgesetz paragraphe n kollidiert. Der Brief ist also ein ganz hübscher Beitrag zu der Strafanzeige, die unlängst ein tschechischer Abgeordneter in dieser Angelegenheit erstattete, aber auch ein untrüg Schwächen ante der deutschen Luftwaffe doner tschechoslowakischen Gesandten Jan Masaryk, der besonders darauf hinweist, daß die Tschechoslowakei ein Land ist, das alle finanziellen Verpflichtungen, die es bei uns seit seiner Entstehung im Jahre 1918 übernommen hat, Die deutsche Luftwaffe wird von Vielen als pünktlich und ausnahmslos erfüllt hat. Das gilt das Rückgrat der deutschen Wehrmacht angesehen. nicht nur von den Verpflichtungen der tschecho= Obzwar noch nirgends konkrete Angaben über die slowakischen Regierung, sondern auch von denen Zahl der deutschen Luftfahrtzeuge veröffentlicht der einzelnen Industrieunternehmen. Und was Konrad Henlein hatte bekanntlich beim Beab- wurden, wird im deutschen Rundfunk von der von der Wirtschaft gilt, gilt auch von der Politik. gräbnis der zwei Toten von Eger dem englischen Furchtbarkeit dieſer Waffe oft gesprochen und da ,, 1918 fam die Tschechoslowakei als Kind der Journalisten Ward Price ein Interview gemit die Meinung von der Unüberwindlichkeit der deutschen Luftrüstung genährt. westlichen Demokratien zur Welt. Man sagt nicht geben, das wegen seiner allzu großen Offendeutschen Luftrüstung genährt. Aber schon in zuviel, wenn man behauptet, daß England unser herzigkeit hinsichtlich der wahren Ziele der SdP Spanien haben sich mancherlei Mängel der deuts Vater, Frankreich unsere Mutter und die Ver- bei uns tonfisziert und von der SdP in einem fchen Luftwaffe gezeigt und ein Ereignis der let einigten Staaten und Italien unsere Taufpaten gewundenen Kommuniqué als nicht für die ten Beit beweist neuerlich, daß in Goerings Luftwaren. Zwanzig Jahre lang haben wir uns ehr- Deffentlichkeit beſtimmt hingestellt wurde. Schon flotte nicht alles in Ordnung iſt. lich bemüht, unsere Eltern nicht zu sehr zu ents damals wurde berichtet, daß Ward Price sich Vor ungefähr vierzehn Tagen hat nämlich täuschen. Natürlich haben wir Fehler gemacht, diese Desavouierung nicht gefallen lassen werde. gemeldet, welche alles bisher Dagewesene in den Deutschland eine Massenfahrt deutscher Flugzeuge aber welches Kind und besonders welches, demoNun veröffentlicht er im..Daily Mail" eine tratisch erzogene Kind, macht sie nicht? Doch wir Darstellung, wonach er sofort nach dem Dementi Schatten stellen sollte. Am 22. Mai sprachen Marhaben immer die Ideale der individuellen Frei- der Sdp in einem Telegramm aus Marienbad schall Goering und der General der Luftwaffe heit hochgehalten und sind nicht bereit, fie aufzu- an Henlein dagegen protestiert habe. Henleinlicher Beweis für die„ ll n te r'd rü dung" Chriſtanſen im Rundfunk über die Bedeutung geben." Ueber das deutsche Problem in der Tiche antwortete in einem Privatbrief, in dem er zu der Sdp, deren Führer sich solche Dinge erlauben dieses Unternehmens und die deutsche gleichges choslowakei schreibt Masary!:„ Wir haben uns gibt, daß das Interview richtig abgedruckt Am schönsten beleuchtet der Brief aber die Fühüber die deutsche Luftwaffe. In fünfzehn verſchies kann, ohne daß ihm ein Haar gekrümmt wird. schaltete Presse war im vorhinein voll des Lobes entschlossen, weitreichende Konzeſſionen machen, und ich erkläre, daß unser guter Wille rer"-Eigenschaften Henleins. Ein Führer", der denen Städten starteten 290 Maschinen zu einem nicht bezweifelt werden kann. Das Problem ist einem fremden Journalisten in einer höchst ge- Flug rund um Deutschland- aber vom Ergebnis nicht leicht, aber wir paden es in allen seinen spannten Situation so sein Herz ausschüttet, des Fluges konnte man in den deutschen Blättern Schwierigkeiten an. Was wir heute brauchen, ist ohne sich gleichzeitig seiner Diskretion zu ver- nicht eine Beile lesen. Wie man nun erfährt, ein bißchen weniger Rat und ein bißchen sichern, findet anderswo wahrscheinlich nur in der wurde der Wettkampf der Flugzeuge in Wien mehr Vertrauen.... Vielleicht scheint es bekannten Frau Blaschte seinesgleichen... vorzeitig abgebrochen, denn nach Wien gelangten den Lesern, daß ich uns ein bißchen zu sehr gein der festgestellten Zeit bloß 65 Maschinen, das rühmt habe. Aber ich bin überzeugt, daß die sind etwa 17 Prozent. Eine Reihe von Flugzeu Tschechoslowakei nicht nur in Mitteleuropa, sondern in der Welt eine Mission hat." gen ist havariert, Piloten wurden schwer verivun det, viele Notlandungen mußten vorgenommen werden, darunter auch von der Maschine des Kommandanten des Fluges, Generals Christansen. ฮี บ war, und schreibt dann weiters: ,, Unsere Gespräche fanden in einer sehr gespannten Situation statt und zum Unglüc vergaß ich darauf, Sie zu orſuchen, den Inhalt unserer Gespräche nicht zu veröffentlichen. In der damaligen Situation mußte ich tag neuerdings bombardiert wurde, ist Freitag früh gefunten, ebenso der britische Dampfer sadore", der bei Castellon durch Bomben schwer beschädigt worden war. Donnerstag früh wurde im Hafen von Alicante auch der britische Dampfer„ Stan ray" von einem Wafferflugzeug Francos mit Maschinengewehren angegriffen, ohne daß jemand verletzt worden wäre. " Auch das„ Ergebnis" dieses Fluges zeigt, daß Deutſchland zwar in rasendem Tempo, dabei aber sehr überhaftet aufgerüstet hat. Inspiziert die Flugabwehr Der Kapitän des französischen Dampfers Dr. Beneš Brisbane", der Donnerstag von den Bomben aufständischer Flugzeuge getroffen wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Die Bedrohung Frankreichs Die britischen Seeleute Ueber die Wirtschaftspolitik der fordern energisches Einschreiten Tschechoslowakei schreibt Generaldirektor Dr. A. Basch einen Artikel, in dem er die Grundlinien London. Die Fliegerangriffe auf britische der tschechoslowakischen Wirtschaftspolitik und Sandelsschiffe in den spanischen Gewässern rufen ihre Zusammenhänge mit der Weltwirtschaft dars in britischen Marinekreisen Erregung hervor. legt, über die öffentlichen Schulden der Tschecho- M. W. Spencer, der Generalsekretär der Nationailowakei berichtet Finanzminister Dr. Ka Ifus, Ten Marinevereinigung, die 60.000 Mitglieder der wiederum die Innehaltung der vom Staate zählt, hat sich bitter beklagt, daß die britische übernommenen Verpflichtungen, die gesunde Flagge den Seeleuten keinen verläßlichen Schutz Währungs- und Kreditpolitik der Tschechoslo- mehr gewährt. Die britischen Seeleute rufen nach wakei betont. Eine statistische Untersuchung über einem Salisbury, Gladstone oder die Staatsfinanzen der Tschechoslowakei von Lloyd George, weil sie fühlen, daß diese Dr. Jan Kozák vom Finanzministerium er- Staatsmänner energisch einschreiten gänzt den Bericht des Ministers. František würden, wenn das Leben eines einzigen britischen Špička gibt dann eine Darstellung des tsche- Matrofen geopfert würde. Spencer fordert sogar Einem Artikel André Morizets im Pariser choslowakischen Bankwesens, Dr. F. Ben da be- ein Bombardement der Stadt Cadiz, des Saupt- Oeuvre" ist zu entnehmen, daß im gegenrichtet über die Entwicklung der tschechoslowalishafens für die Kriegsmaterialversorgung Francos. wärtigen Rebellenspanien allein im Norden und schen Industrie und ihres Erports. Dr. J. A. Nordwesten Flugpläke bei Vittoria, Lazarte, Bata vertritt in einem Artikel ,, Raum für Pamplona, Logrono, Alfardo, Tudela, Egea, Zas vierzig Millionen Menschen" seine Theorie, daß ragoza, Sarinena und Bujaraloz eingerichtet die Tschechoslowakei, besonders ihr östlicher Teil, Valencia. Am Freitag erfolgte ein neuer sind. Nur die beiden letztgenannten sind einiger noch ungeahnte Entwidlungsmöglichkeiten habe Fliegerangriff auf den Hafen von Gandia. maßen nahe der Stampffront. Alle die anderen und bei entsprechender moderner Organisation Bei dem Angriff am Tage vorher wurden sechs liegen von ihr 170 bis 350 Stilometer entfernt, eine Bevölkerungsdichte wie Belgien erreichen Bomben abgeworfen, die großen Schaden in einem dafür aber von der Südgrenze Frankreichs nur könnte. Ueber das Projekt des Oder- Donau- britischen Magazinsgebäude anrichteten und einen 20 bis 100 Kilometer. Trotzdem wird ständig an Das Innenministerium macht in einer amiKanals, der durch Mähren führen würde, schreibt spanischen Schoner versenkten. Berluste an Men- ihrer Erweiterung und Verbesserung gearbeitet. lichen Auslassung erneut darauf aufmerksam, daß D. Federer, Generaldirektor der Witkowißer schenleben wurden nicht gemeldet. Dies, zusammen mit der Errichtung befestigter die Bestimmungen über die Freiheit und Reinheit Stahlwerke, über die tschechoslowakische Kohlens Der britische Dampfer Thorpe haven", Lager und dem Einbau weittragender Geschüße der Wahlen strengstens beachtet werden müssen industrie Generaldirektor Dr. Krulis der am Pfingstmontag bei dem Bombardement möglichst nahe der französischen Grenze durch die und daß jede Verletzung dieser Vorschriften strengManda, über den tschechoslowakischen Außen- von Alicante schwer beschädigt und am Donners- deutschen und italienischen Techniker, die An- stens verfolgt und bestraft werden wird. 10 Dom Donaustrand ins Wunderland Immer neue Angriffe Der Präsident der Republik Dr. Edvard Beneš besuchte am Freitag in Begleitung des Ministers Machnik in der Umgebung von Prag übende Einheiten der territorialen Flugzeugab. wehr. Der Präsident der Republik zollte den übenden Einheiten Anerkennung für ihre fach. mit der Bereitschaft und der mustergültigen Dr. ganiſation der einzelnen Teile der Armee aus, die fich überall bei verschiedenen Gelegenheiten bewährten und eine wirkliche Garantie der Ruhe unserer ganzen Bevölkerung darstellen. Für die Wahlfreiheit wir waren schon ganz nahe und ich war begeistert geblich mit Tabak gefüllt und aus einem Blatt[ meistens wohlhabende Kaufleute. Also das ist der von der Schönheit der hohen Palmen, der großen gewickelt waren. Gut schmeckte sie nicht und nach echte Orient, ich bin in den Tropen, obwohl es, Bäume mit knallroten Blüten, den vornehmen zwei Zügen warf ich sie weg. Der Offizier lachte zu meinem Erstaunen, nicht heißer ist als bei uns Villen und Gärten auf den grünen Hügeln. Von und bot mir eine anständige englische Bigarette im Juli. Da sind die erotischen Landschaften und der Stadt sah man noch nicht viel, dies schien die an, die ich dankbar rauchte. Inzwischen waren wir Völker, von denen ich schon als Gymnasiast ges Vorstadt oder Sommerfrische zu sein. Jedenfalls angelangt. Ich verstand, daß dies A pollo träumt hatte. Werde ich hier mein Goldnuggett" gab mir der Koch, der mich ganz erstaunt an Bunder hieß und das Tor Indiens" war. finden? Es war der 23. September 1883 und ich ERZÄHLUNG VON TH. W. STEINER aloste und eine Menge zu sagen hatte, wovon ich Die Vizekönige landen und verlassen hier Indien, war inzwischen schon 19 Jahre alt geworden, ein nur ,, all right" verstand, ein üppiges Frühstück also auch ich! Ich verabschiedete mich von dem Mann, der schon etwas erlebt hatte! Vorläu zum Abschied und bedeutete mir in der Zeichen- Offizier mit Dant, gab dem Bootsmann einen fig stand ich beobachtend und nachdenklich da, ohne sprache, daß noch zwei Stunden Zeit wären, ehe ganzen Sous Trinkgeld und stieg die paar Stufen zu wissen, wohin. Da kommt ein Junge, braun Er könne mir nur den Rat geben, so ich ans Land gehen könne. Man sah schon den hinauf in das Zollamt. In einer Minute war ich und recht schmutzig, auf mich zu.„ Hotel, Sir? rasch als möglich wieder nach Europa zurüdzu Quai mit den Hafenbauten, allerdings noch dort fertig, mein„ Gepäck" wurde nur betastet Gut Hotel?" Ja, Kleider machen Leute! fahren, um so mehr, da ich weder Geld hätte ferne, aber je näher wir kamen, desto schöner und ich stand in der Straße, die allein schon vol- Sir" hat er mir gesagt, genau so wie die Manoch Englisch könne. Es wäre eine Dumm- war der Anblick, der mir unvergeßlich geblieben ler Interesse war. Diese Ochsenwagen, Lastträger, trosen am Schiff den Offizieren. Ich nickte beheit, unter solchen Umständen in Indien blei ist. Jetzt brüllte unsere Sirene, das Schiff blieb Passanten in ihren verschiedenen Trachten von jahend.„ Gharri Sir?" fragte er weiter und deu ben zu wollen. Das werde ich auf jeden Fall stehen und der Lotse, der Russe und mein Freund dreiviertelnackt bis zu engen Hosen und langen tete auf einen Wagen. Ich dachte an meine doch selbst probieren", sagte ich und dankte ihm kletterten in das bereitstehende Boot. Der Koffer Röcken, die Turbane verschiedener Formen und in 5 Francs und schüttelte den Kopf. All right. für seine Generosität, mir bis hieher gehol- wurde an Striden heruntergelassen, mein Freund allen Farben vom schmutzigen Weiß bis Brillant- Sir, come!" sagte er und nahm mir mein„ Gefen zu haben. Er drückte mir die Hand und flü- winkte mir, ich schwenkte meine neue Müße( mein rot. Da geht ein Wasserträger mit einem vollen päck" aus dem Arm und ging neben mir. Dieser sterte mir beim Weggehen noch zu: Ich lasse harter Sut schwamm schon längst im Bombayer Schlauch am Rüden, da trabt erstaunlich rasch ein Lärm, dieser Verkehr von allen möglichen Wagen, Ihnen einen anständigen Anzug unter Ihrer Hafen) und schrie meinen lezten Dank und Gruß. Bombay- Fiater, wie ich das Fahrzeug sofort be- Starren, Leiterwagen, gezogen von diesen höderigen Dede, damit Sie nicht einen gar zu armseligen Nach einer Weile fuhren wir langsam näher und nannte, vorbei. Die zwei Passagiere hocken mit Ochsen, von Pferden und Menschen. Dieses Bom Eindruck machen, wenn Sie ans Land tommen". warfen endlich Anker, noch ziemlich weit vom Eine halbe Stunde später tam er mit seinem Ufer. Vor mir lag Bombay und ein neuer Le gekreuzten Beinen auf den Sißen, der Kutscher bay ist ja eine richtige Großstadt. Da stehen Koffer wieder aus dem Mannschaftsraum. Ich bensabschnitt. ganz vorne, beinahe auf der Zugstange. Er treibt prächtige, droße Gebäude, mein Führer zeigt und die zwei kleinen herzigen Dechslein, die einen erklärt mir vieles, wovon ich leider nur sehr trollte mich hinunter mit schwerem Herzen und merkwürdigen großen Höder haben, nicht mit einer wenig verstehe." Market" verstehe ich aber doch Sorgen, was ich mit fünf Franken in der Tasche Peitsche an, sondern mit Schnalzen und Nufen, und bleibe vor Bergen von Bananen und anderen im fremden Lande anfangen solle.- Ach was! Etwas wird sich schon machen lassen, verhungern Bivei leine Ruderboote kamen heran und und indem er ihren Schwanz an der Wurzel ver- Obst stehen. Ich greife in meine Tasche, gebe dem tann man doch in einer Stadt wie Bombay ficher Matrosen ließen die Landungstreppe herab. Ich renkt, was für die armen Tiere doch sehr schmerz- Jungen die restlichen 4 Sous( 5 Franten muß nicht. Schlimmstenfalls gehe ich zum österreichi- hatte mein Gepäd" in Padpapier verschnürt und haft sein muß. Da kommt aber ein eleganter ich mir doch für das Hotel aufheben):„ Bring schen Konsul und erzähle ihm etwas!- Unter wartete auf eine Gelegenheit, einzuſteigen. Einer zweirädriger Wagen! Ein Europäer von Stopf zu Bananen" sage ich stolz. In fürzester Zeit habe meiner Dede fand ich einen herrlichen grauen An- der Offiziere wartete auch und als das erste Boot Fuß in schneeweißer Kleidung, mit Tropenhelm, ich sechs große, gelbe Bananen, die ich sofort aug, ein Paar elegante Halbschuhe, zwei Paar anlegte, winkte er mir, mit ihm zu kommen. Ich lutschiert selbst das kleine, aber prachtvolle Pferd, während des Gehens vertilge. So etwas Gutes feine Soden und eine Reisemüße. Ich war wirk- hatte mich schon von den wenigen Leuten, die ich während auf dem hinteren, schmalen Sit ein Ein- hatte ich noch nicht gekostet, das erste Gabelfrüh lich gerührt, wagte aber nicht, meinem jungen fennen gelernt hatte, verabschiedet und folgte ihm geborener, offenbar der Diener, in weißen Livree stück in Bombay bleibt mir stets in angenehmer Wohltäter nochmals zu danken, da ich fürchtete, gerne. Mein eleganter Anzug schien Eindruck zu und barfuß, sibt. Und diese zwei gestikulierenden Erinnerung. Nach einer guten halben Stunde der Herr würde ihn zwingen, alles wieder zurück- machen. Der Bootsmann, ein hagerer, halbnadter Männer, die vorbeigehen, in Ladschuhen und lan- gelangten wir zu einem stattlichen weißgetünchten zunehmen. Rasch leidete ich mich um, alles paßte Sterl mit einem schmutzigen Turban, grüßte unter- gen, weißen Röden mit einer eigenartigen Kopf- Haus in einem großen Garten, über dessem Gits ausgezeichnet, ich tam mir sehr vornehm bor; würfig, indem er mit der flachen Hand die Stirn bedeckung, einem Tschacho ähnlich, sind Parsees, ter die Legende: Hotel Parsee George" stand. ſelbſtbewußt ging ich in die Küche. Heute würde berührte. Kaum faßen wir, offerierte er uns 3is wie ich später erfuhr, ſind weniger dunkel als die ich weder Ted waschen noch Messing pugen, benn garetten, d. h. Kleine fomische Röhrchen, die an- sonstigen Eingeborenen und gebildeter. Es sind VI. ( Fortsetzung folgt), feit gic der Art hin hin Ri and dan 3111 fön gur die Sof fom ba Leu Gü Bea ften tau De nan W 1lni Tra ern aljo zähl wef Ind Sb deut arbe леб trie Silf geit die Ba um mög glei deu und Ger Dic Nor und 3" da die der i a de Ye Fr Te me Jo Be ge re St id ho G de d 23 b Sudetendeutscher 36 Meris 5.000 der r ers rieges wird bor Bes toms Mr. 136 ihm ffe It als ehen. er die iflicht 7 der d da= it der n in deuts = Tet= Lufts Emlich zeuge den Mar waffe itung chges Robes ſchie= inem ebnis ttern ährt, Wien gten - das zeus wuns mmen des nſen. zeigt. dabei ehr Ovard des Brag gab. ben fach. nheit Dr. aus, eiten Ruhe ami - daß nheit üffen Ceng der ce, 11115 und ges gett" d ich , ein läu ohne raun Sir? ute! Mas be deus meine ight, Ge iefer gen, igen om ehen und sehr doch eren dem muß ring abe fort utes üh mer nde Sten Bits and. Samstag, 11. Juni 1938 Zeitspiegel Deutschland kennengelernt! Brief an den Zeitspiegel Die betrogenen Ziegelelarbeiter Einer der Hauptschlager der SdP. war schon in Reichenberg, daß allein aus dem Bodenbacher seit je, die Arbeitslosen für die faschistische Ideolo- Gebiet 25.000 Arbeiter aufgenommen worden gie dadurch zu gewinnen, daß auf die Beseitigung seien, während es in Bodenbach wieder hieß, diese der Arbeitslosigkeit, auf die glänzende Lage der 25.000 seien von Reichenberg schon abgegangen Arbeiter und die Aufbauarbeit im Dritten Reiche Tatsache ist lediglich, daß vergangene Woche 28 hingewiesen wurde. Ziegeleiarbeiter nach Deutschland fuhren. Eine tapfere deutsche sozialdemokratische Arbeiterin aus der Umgebung Komotaus schreibt uns: An die Frauen! Seite 3 Unserer Partei verdankt ihr ener Wahlrecht, cure Wählbarkeit! Die SdP hat nicht eine einzige Frau kandidiert! Wir wissen sehr genau, daß aller Schmerz, alles Leid, alle Nächte voll Kummer und Schlaflosigkeit, die Krieg, Krise und Tage höchster politischer Spannung der gesamten Menschheit bereiten, euch Frauen doppelt und dreifach drücken! Denket an die Zukunft, helfet mit, die Schrecken eines Krieges in unserer Heimat zu bannen! Überleget wohl, verräter nennen sie uns Sozialisten, obzwar Ihr Mädchen! Ihr Frauen! Ihr Mütter! So kann es nicht weiter gehen!„ Volkswir nichts anderes getan haben als eben den Hitler- und Henleintaumel nicht zum Opfer zu fallen. Ein Martyrium im wahren Sinne des Wortes haben wir bisher erlebt. Man versucht mit allen erdenklichen Mitteln, lieren. Man behandelt uns als Eindringlinge, als Emigranten im Sudetendeutschtum, man versucht uns zu zwingen, durch ,, Sieg- Heil" Brüllen und DdP- Abzeichen unsere eigenen Ideale zu zerstören. Man gefährdet durch Terror und Druck die Arbeitsplätze unserer Männer. Man will uns mit Gewalt auf die Knie zwingen. Das kleine Dörfchen, in dem ich Ohne Zweifel sind viele Arbeitslose darauf Von diesen 28 Mann sind im Laufe der hineingefallen. Die ins Wahnsinnige gesteigerte ersten Woche 10 wieder zurückgekehrt. Statt der Rüstungsinduſtrie, die eine bessere Beschäftigung versprochenen Kollektivlöhne, die RM. 41. uns von dem übrigen deutschen Volk zu isoanderer Induſtrien bedingt, die Arbeitslager, wöchentlich betragen sollten, erhielten jie dann die mit Arbeitern überfüllten Gefängnisse nur MM. 27.-. Und statt des im Kollektivlohn and K.- 8., ferner, daß jeder Sozialist, auch wenn zugesicherten Affordlohnes von 50 Pfennig wurnur der Verdacht auf einen ruht, daß er es ſein den ihnen nur 29 Pf. gegeben. Zehn Mann fönnte, es ihm unmöglich macht, eine Beschäftis sind zurückgekehrt, um wieder das schredliche Los gung zu finden, hat viele Arbeitslose veranlaßt, eines unterdrückten",„ bon der Czechkarte die Mitgliedschaft der SdP zu erwerben, in der lebenden Deutschen" auf sich zu nehmen, statt im Hoffnung, doch ,, drüben" vielleicht Arbeit zu be- Lande der Sehnsucht aller Weißbeſtrumpften werfommen. Denn schließlich ist es kein Geheimnis, fen zu dürfen. daß diese Legitimation im Dritten Reiche als Paz, Leumundszeugnis und Arbeitserlaubnis ihre Gültigkeit hat. Vor einiger Zeit nun gab es in den deutschen Bezirken, in denen die Arbeitslosigkeit am stärk ften ist, große Aufregung. Werber waren aufgetaucht und suchten für die Ziegeleibetriebe in Deutschland Arbeitskräfte. Zahlen wurden genannt, die ins Phantastische stiegen. So hieß es Was ist mit den Kameraden Etrich und Haase? Wir haben bereits mitgeteilt, daß die beiden Unternehmer Etrich in Oberaltstadt und HaaseTrautenau um einen bis zu drei Monaten dauernden Betriebsstill stand ansuchten, also die Absicht haben, ihre Fabriken zu schließen. Die SdP hat den Arbeitern jahrelang erzählt, daß es die deutschen Sozialdemokraten gewesen seien, welche die deutsche Heimat in einen Induſtriefriedhof verwandelt hatten; nun, da die SdP die überwiegende Mehrheit innerhalb der deutschen Bevölkerung bejizt und angeblich jede arbeiterfeindliche Tendenz der deutschen Unternehmer bekämpft, werden die Fabriken genau so tie früher stillgelegt und die Arbeiter ohne jede Hilfe von seiten des Fabrikanten auf die Straße gestellt. Was ist das für eine Ordnung in der SOP? Gibt es da keine Disziplin" und machen die Kameraden Unternehmer, was sie wollen? Barum geht man denn nicht zur Kurzarbeit über, um einer breiten Schicht von Arbeitern die Lebensmöglichkeit zu bieten? Warum schreibt man in den gleichgeschalteten Zeitungen über diese für die deutschen Arbeiter so wichtigen Fragen kein Wort Die Zurückgekehrten berichten aber auch über die entschlichen Wohnverhältnisse, die ſie draußen antrafen, und über das Antreibersystem. Vermutlich werden auch die übrigen 18 bald versuchen, dem Paradies zu entfliehen und in die so gehaßte und geschmähte Republik zurüd kehren, um dann mit einer gewissen Erleichterung auf die Heilgrüße ihrer Kameraden von gestern enigegnen zu können:„ Ja ich bin geheilt!" F. wem ihr eure Stimme gebt! Behnet jene Partei ab, die euch nur zu Gebärmaschinen degrabiert, und bas ist die SDP. Kurkapelle auf dem Pflaster... Neue Klagen aus dem Riesengebirge lebe, ist fanatisiert größerer Verachtung faschistischen Staate ausgesetzt sein! Der könnte man als Sozialist kaum in einem Gruß aus Höflichkeit ist uns gänzlich abhanden gekommen, weil niemand es der Mühe wert findet, uns dafür zu danken. Höfliche Grüße unserer Jugendgenossinnen werden in einer Weise zurückgewiesen, die sich wörtlich nicht wiedergeben läßt. Man uns glatt verhungern lassen, sprechen von völliger Verödung vieler Hotels, wenn unsere Konsumgenossenschaften nicht Bauden und Pensionen. In Iohannisbad die Ermittlung der Wahrheit zu ermöglichen. Daß wären. Den Landwirten wurde verboten, wird jetzt die Kurkapelle entlassen die englische Presse sich ebenfalls in einem andes an uns Milch zu verkaufen. Vor- werden müssen, weil eben keine Kurgäste und das ren Sinne als der Wiener Sender über die Kundsläufig hat aber noch keiner den traurigen Mut gebungen geäußert habe, konnte durch ausführ aufgebracht, dieses Verbot durchzuführen. her auch die Gelder nicht da sind, um die Musiker liche Zitate aus dem„ Daily Telegraph", der Aber wenn es sein muß, werden wir auch auf zu bezahlen! ALPA Franzbranntwein lindert Kopfschmerz und stärkt bel Ermüdung Times", dem„ Daily Herald", der„ Daily Mail“ und„ New Chronicle" schlagend widerlegt werden. Wir begrüßen es, daß die Abwehrkam vagne unseres deutschen Senders gegen die Propaganda der reichsdeutschen Sender begonnen hat und hoffen, daß sie gegen alle Propagandamärchen geführt werden wird, auch wenn nicht zufällig das Preßbüro selbst Gegenstand der Angriffe ist. und warum wird auch bei der Propaganda für die„ Man muß das Volk beschwindeln" Erst in der 12. Auflage des Buches„ Me in Kampf" unterblieb der Satz: Gemeindewahl von der SdP nichts dazu gesagt? Die Arbeit in den Fabriken ist weit wichtiger als Konrad Henlein, von dem man nicht genug reden und schreiben kann. Also wenn schon Ordnung in den Gemeinden", dann aber auch Ordnung in den abriken! Für die deutschen Arbeiter sind die Fabriken wichtiger als die geschmückten Paläste der Fabrikanten, daher mehr Aufn. ert samkeit den Betrieben und weniger den Herrschaftssiten der Unternehmer! Bürgermeisterwahl in Tetschen ,, Der Deutsche hat keine blasse Ahnung, wie man das Volk beschwindeln muß, wenn man Maſſenanhänger haben will." Nun, Sudetendeutsche, lasset Euch nicht beschwindeln, rennet nicht selbst ins Unglück! Seit wann kennt der Mensch Erdöl? Zur Vorgeschichte des Petroleums würde Die Arbeitersendung Melnik bringt in dieser Woche: ner). Sonntag, 12. Juni, 14.15-14.30: Die Mittwoch, 15. Juni 13.40-13.45: Arbeitsmarkt 18.20-18.40: Hauswirtschaft, Volkswirtschaft, Weltwirtschaft( Dr. Elsa Goder crmann- 18.40-18.45: Soziale Infor. die Milch verzichten. Man hat uns sozialistischen Frauen den Vorwurf gemacht, den durchfahrenden Militärautos mit Ovationen gehuldigt zu haben. Nun, wir haben zwar keine Ursache, uns den Soldaten persönlich zu nähern, aber auch durchaus keine Ursache, Frau und der Humanitätsgedanke( Ruth Körden Verteidigern unseres demokratischen Staates nicht freundschaftlich gegenüberzutreten. Man müßte stählerne Nerven haben, um sich dau ernd zu beherrschen. Man muß erleben, daß vor einem a usgespuckt wird! Man könnte Bogen um Bogen über derartige Erlebnisse füllen. Aber die Saat wird Donnerstag, 16. Juni 14.15-14.30: nicht reifen. Arbeiter, Sozialisten! Harren Ein Freiheitstraum vor 90 Jahren( Josef of a wir aus in dem Kampf um unser Sein und bauer). Nichtsein! Wir wollen mutig die Parole der Freitag, 17. Juni 18.35-18.45: Aftuelle spanischen Freiheitskämpfer übernehmen: schn Minuten. „ Lieber stehend sterben, als knieend leben!" Vielleicht liegt die Zeit in nicht so weiter Ferne, wo im Sudetendeutschtum Knospen sprießen und über unseren Feldern neue mationen. leuchtender denn je die roten Freiheitsfahnen Darum benußen Sie den Krafiquell Alpa- Franz wehen werden! Der Präsident der Republik empfing Freitag am 10. Juni den Professor Charles R i st aus Paris und den ehemaligen Militärattaché in Belgrad Oberst Ma I ý. däische Tafel, auf der auf einem Grunde von Harzpech die Figuren einer Jagd sich abheben. Mitteilungen aus dem Publikum. Erfolg hat, der mehr aushält, als die anderen. branntwein. Wenn Sie die Haut mit Alpa einreiben, fühlen Sie sich wie elektrisiert und zu neuen Taten bereit. Das ist ein Beweis für die wohltuende Wire fung von Alpa. Alpa beschleunigt den Blutkreislauf und läßt die ermatteten Nerven wieder aufleben. Fragen Sie Ihren Arzt! 100 Medikamente hergestellt, für die die Indikationen aus grauer Vorzeit herzuleiten sind. Das Pech fand dann vielfache Verwendung Eine besondere Rolle spielte das Pech von als Mörtel, um die Ziegelsteine zusammenzuhal jeher in der Kriegskunst. Schon von den Babyten. In einer indischen Ausgrabung sind Stadt- loniern wird berichtet, daß sie an den Mauern ruinen aus der Zeit um 3000 vor Christi gefun- einer belagerten Stadt Reijigbündel mit Teer geden worden, bei denen das Mauertverk gegen die tränkt aufschichteten und dann anzündeten. Diese Feuchtigkeit einen Anstrich von Pech erhalten hat. Technit wurde von den Römern vervollkommnet Im zweiten Jahrtausend vor Chriſti war seine und bis ins Mittelalter vielfach benutzt. Das Verwendung zur Bedeckung von Terrassen, zur Ausgießen siedenden Bechs auf anstürmende StrieDichtung und Ausschmierung von Wasserleitungen ger war eine beliebte Berteidigungsmaßnahme, die und zum Straßenbau schon allgemein. Auch in Heute in den Flammenwerfern Auferstehung feiert. Palästina fand das Erdpech schon sehr frühzeitig Anscheinend von Konstantinopel ging dann Verwendung. die Verwendung von Brandpfeilen aus. Dazu Erst relativ spät haben die orientalischen wurde schon das Destillat des Rohöls, das PetroVölker entdeckt, daß das Erdöl auch brennbar ist. Teum, verwendet. Die Araber lannten die DeVielleicht kannten allerdings die Priester schon stillierung des Petroleums schon lange, ein gries dieses Geheimnis. Gewisse Tempelfunde lassen chischer Architekt soll dann den Türken die Hersteldarauf schließen, daß bei den Feueranbetern das lung beigebracht und die Brandpfeile hergestellt brennende, aus Erdspalten herausquellende Del haben. Luß diese Waffe besonders im Seekrieg in hohle Säulen geleitet wurde, aus denen dann gegen die hölzernen Schiffe eine sehr bedeutende die geheimnisvolle Flamme als ewiges Feuer her- Rolle spielte, iſt belannt, ouslohte. Unter der Aufsicht des Herrn Rat Brab Yec der Bezirksbehörde in Tetschen, fand am Das Erdöl und seine Produkte nehmen heute Freitag, den 10. Juni, die Bürgermeisterwahl in einen so breiten Raum in der Industrie und im Tetschen statt. Die SdP besezt alle drei Bürger- gesamten kulturellen Leben ein, daß sie aus dem meisterstellen. Zum Bürgermeister wurde Herr Wirtschaftsleben gar nicht mehr wegzudenken jind. Josef John, zum ersten Stellvertreter Arthur Als einer der wichtigsten Rohstoffe wird das PeBeisler, zum zweiten Stellvertreter Dr. Prade troleum zum Angelpunkt des Aufbaues der Ingewählt. Die Sudetendeutsche Partei entsendet dustrie im Frieden und im Kriege. Der Besitz reiter folgende Vertreter in den Stadtrat: John von ergiebigen Petroleumquellen ist eine Frage Karl Leopold, Kreibich Robert, Totsche Hugo, von höchst machtpolitischer Bedeutung, und daran Seemann Gustav, John Emanuel, Ing. Leo hat auch bisher die Möglichkeit der Künstlichen Dušet. Von unserer Partei wurde Genosse Herstellung mencher Erdöle nicht viel geändert. Da es in den verschiedensten Teilen der zivi Grund, von den tschechischen Genossen Alois to 3 a l, und von tschechischer nationalsozialisti- liſierten Erde Petroleum gibt, wäre es verwunſcher Seite Herr Pelitan gewählt. Genosse derlich, wenn die Menschen nicht schon frühzeitig Grund gab die Erklärung ab, daß er sich vorbe- den Wert dieses Dels erkannt hätten. Eine aus halte, gegen die Wahl aus formalen Gründen giebige und vielseitige Verwendung blieb allerdings erst der Neuzeit vorbehalten, die nicht nur die großen Lager erschloß, sondern vor allen Dingen erst die Eigenschaften dieses Rohstoffes, seine Die Phönizier gewannen das Erdöl sicher Buſammenſegung, feine Verarbeitungsmöglichkeit aus dem Toten Meere; es ist nicht unwahrscheinDie gestrigen Nachmittagsmeldungen des und damit die Brauchbarkeit der verschiedenen lich, daß Erdpech einer ihrer wesentlichen Handelsartikel war. Es wurde damals auch in Aegypten Produkte wissenschaftlich erforschte. Senders Prag- Melnit wurden mit einer entschie Die erste Anwendung des Petroleums scheint für die Einbalsamierung, oder genauer, zur Imden ironischen Antwort auf die Behauptungen prägnierung der die Mumie umgebenden Wickel und Binden gebraucht. des Wiener Senders von der angeblich falschen eine medizinische gewesen zu sein. Im nahen Berichterstattung des tschechoslowakischen Preß- Orient, der Wiege europäischer Zivilisation, gab büros über die Preßburger Kundgebungen einge- und gibt es verschiedentlich Delteiche. Die Nomaleitet. Die Behauptung des Wiener Senders, daß den sollen nun dieſe Flüſſigkeit bei Hautertran- Verwendung. Es wurden damit magische Zeidie Hlinka- Kundgebung auf alle nichtischechischen tungen ihrer Tiere verwendet haben und, als sie chen an die Türen und auf die Hausschwellen ge= Teilnehmer einen größeren Eindrud als die die gute Wirkung erfuhren, das Mittel auch beim malt, es wurden Bildnisse von Feinden hergestellt und angezündet, es wurden Waffen damit geweiht Hodza- Kundgebung gemacht habe, wurde durch Menschen versucht haben. Ein sicheres Dokument über die Verwertung und anderes mehr. In engem Zusammenhang Bitieren von deutschen Zeitungen aus Preßburg widerlegt, wobei auch darauf hingewiesen wurde, von einer aus dem Erdöl gewonnenen aſphalt- mit der Magie stand die weit verbreitete Verwendaß die Entfernung von Wien nach Preßburg ja ähnlichen Masse beißen wir etwa vom Jahre 3500 dung der Erdölprodukte zu Heilzwecken. Bekanntnicht zu groß sei, um den Wiener Kritikern nicht vor Chrifti. Aus dieser Beit gibt es eine chal- lich werden noch beute aahlreiche und wirksame Einspruch zu erheben. Rundfunk- Abwehr beginnt Auch zu magischen Zwecken fand die Mass: Eine sehr seltsame Erscheinung berichtet Hannon aus Karthago. Die Seefahrer wurden afrikanischen Küste mächtige Feuer aufleuchteten. einmal furchtbar dadurch erschreckt, daß längs der Es ist anzunehmen, daß es sich dabei um durch Blitzschlag oder sonstigen Zufall in Brand geratene offene Erdöltümpel gehandelt hat. Auch von der ethymologischen Seite kann man auf ein großes Alter der Erdölkenntnisse schließen. Das Wort„ Naphtha" ist entweder hebräischen oder persischen Ursprungs. Ebenso scheint das Wort„ Asphalt" nicht griechischen, son dern persischen Ursprungs( asfaltu) zu sein. Das französische Wort für Teer„ bitume" stammt allerdings erst aus dem lateinischen„ bitumes". Dr. E. J. Seite r SamStag, II. Jnni 1938 Nr. 138 ÄMsnemg^eiteN' Es gibt nur eine Regierungeform, die keine guten Schriftsteller hervorbringen kann, und diese Regierungeform iet der Faschismus. Denn der Faschismus ist eine von Schreiern verbreitete Lüge. Rin Schriftsteller, der nicht lügen will, kann unter dem Faschismus nicht leben oder arbeiten. E. Hemingway (In dem Buch„The writer in a changing World") Schon Im alten Athen war, ihr könnt cS glauben,„Her Jud schuld". Am Niedergang des Hellenentums war er schuld. An allem Lberhauvt. Denn wie könnten sonst Staaten zugrundcgegangen, Kulturen abgestorben, Böller in anderen aufgegangen sein, ivenn nicht durch die Schuld der Juden? Also ist es erwiesen, daß der Jud an allem schuld ist. DNS ist nicht etwa nur eine agitatorische Phrase! Ja, früher einmal, da konnte man, den Antisemitismus verhöhnend, noch glauben, ihn des Widersinns zu überfiihren, ihn geradezu tödlich lächerlich machen, wenn man ironisch fragte: „Wer ist schuld?" und selber ebenso antwortete: „Dec Jud!"— Jetzt hat sich die deutsche Wissenschaft dem Antisemitismus ergeben, und nachdem sie dies getan, sich prostituiert hatte, durfte sie sich keiner bemächtigen. Vielleicht könnte man sagen, sie treibe mit ihm Unzucht, wäre nicht daS, was man für gewöhnlich unter„Unzucht" versteht, was man als Nazi-Spießer daninter versteht, nämlich die gesunde Sinnlichkeit, viel zu menschlich, als daß man sie mit dem widerlichen Tun deutscher Wissenschaftler vergleichen dürfte. Das Ergebnis der wissenschaftlichen Beschäftigung antisemitischer Wissenschaftler mit dem Antisemitismus ist jedenfalls ein scheußlicher Wcchselbalg. So etwa- kommt dabei heraus, wie das, worüber in den„Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für die Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik" berichtet wird. Auf der letzten Tagung der Gesellschaft wurde auch ein Vortrag gehalten — aber das soll wörtlich zitiert werden: „Hans Gossen, Berlin: Die Ursachen des Niederganges der antiken Wissenschaft. Der Vortragende versucht, den Nachweis zu erbringen, daß Sokrates Jude gewesen sei. Er stützt sich dabei vor allem auf die Eharakteristerung des Sokrates in den Komödien des Aristophane»." Aber sonst weiß man doch allerlei über den Sokrates! War er nicht ein destruktives Element, ha? Hat er nicht die Jugend verdorben und mußte er nicht deswegen zum SchirlingS- becher verurteilt werden? Muß ein Mensch solcher Art nicht Jude gewesen sein? Und muß er, wenn er Jude war. nicht schuld sein am Niedergang des alten Hellas, an der Ueberwindung zuerst durch Alexander und dann durch die Römer? Der Jud ist schuld gewesen schon vor mehr als zweitausend Jahren! Die deutsche Wissenschaft sagt eSl Militärflugzeug verunglückt Am Donnerstag, den 9. Juni, um 19 Uhr, nahm die Besatzung eines Militärflugzeuges in der Umgebung von Brünn Schießübungen auf ein Schleppziel vor. Hiebei geriet das Flugzeug ins Trudeln und havarierte. Die beiden Mitglieder der Besatzung, Beobachter Gefreiter-Aspiraut Josef Jankovhch und Pilot ZugSflihrer Alois Ta- lärek, kamen umS Leben. Gefreiter Jankovhch war 23 Jahre alt und stammte aus Rovensko bei Se- nica, ZiigSführer Talärek war 28 Jahre alt und stammte aus Poruba bei Freistadt. Der Mörder des Chauffeurs PruSa —rb— Wie bereits berichtet, wurde Mittwoch mittags auf der Staatsstraße bei Dichovice der Taxichauffeur Prüöa von einem vorläufig unbekannt gebliebenen Fahrgast erschaffen, der sich dann selbst erschoß, als er keine Möglichkeit zum Entkommen sah. Schwierigkeiten bereitete die Feststellung der Identität des Mörders, bei dem drei verschiedene Personalausweise gefunden wurden. Alle drei Dokumente erwiesen sich als gestohlen. Durch daS Zeugnis der rechtmäßigen Inhaber der AuSweiSpapiere wurde festgestellt, daß eS sich um den 28jährigen Ferdinand Sech o v f k h handelt, dessen Lebensgeschichte recht bemerkenswert ist. S e ch o v s k h zählt zu dem in der heutigen Zeit unheimlich häufigen Typus dcS jugendlichen Verbrechers au» „guter Familie". Sohn eines Professors, trieb er sich bald nach Abschluß seiner Schuljahre unstet herum und wurde mehrfach beanständet. Die Hoffnung, daß er durch die Zucht des Militärdienstes gebessert werden könnte, erfüllte sich nicht. Nach kurzer Militärdienstleistung desertierte er aus dem Lager Milovice von seinem Regiment und lebte seit dieser Zeit, ständig vagabundierend, von Diebstählen und Bettel. Seine kriminelle Laufbahn beschloß dieser hoffnungslos Entgleiste durch den Mord an dem unglücklichen Chauffeur. Zehn Schulkinder vom Zug verletzt. Auf der Strecke Deutsch-Proben—Novö Zämky stieß Donnerstag um 14 Uhr auf einem ungeschützten Bahnübergang bei Kilometer 13 der Personenzug Nr. H07 mit einem Mit Schulkindern besetztes Wagen Der schwimmende Kerker auf der Donau Erschütternder Bericht des amerikanischen Journalisten Knickerbocker Der bekannte amerikanische Reporter H. R. Knickerbocker, dessen Reportagen aus Mitteleuropa die berechtigte Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich gezogen haben, berichtet neuerdings über daS Schicksal der 67 jüdischen AuSgewiesenen, die vorläufig an Bord des französischen Schleppdampfers„Guycnne" eine Unterkunft gefunden haben— eine Unterkunft, die in Wirklichkeit eher einer Kerkerhaft gleicht. Die Flüchtlinge wurden bei Nacht und Nebel aus ihren Wohnungen geholt, wobei man ihnen nicht einmal die Mitnahme der notwendigsten wärmenden Kleidungsstücke gestattete. Wenn hie und da ein SA- Mann ein Ange zudrückte und dem Flüchtling gestattete. seinen Ueberzieher oder Winterrock mit- zunehmen, so bedeutete dies eine besondere Gnade. Tie AuSgewiesenen wurden in Booten auf der kleinen Insel gegenüber dem slowakischen Ort Dkvin ausgesetzt. Der Kapitän des erwähnten französischen Dampfers erbarmte sich der armen Menschen und gestattete ihnen, sein Schiff, zu bewohnen. Eindrucksvoll schildert Knickerbocker die entschlichen VcrzweiflungSszenen, die sich unter den für vogelfrei erklärten Menschen begaben. ES befanden sich mehrere über 80 Jahre alte Leute unter ihnen und viele Kinder. Für den seelischen Znstmch dieser armen Menschen ist der Hinweis des Reporters bezeichnend, daß sich K i u d e r i n dieDonanstürztennnddortdenTod suchten» Die Selbstmordversuche wurden vereitelt. Heute sind noch die 67 AuSgewiesenen vollzählig an Bord des französische» Schiffes und werden notdürftig durch Gaben ihrer Glaubensgenossen auS Preßburg am Leben erhalten. WaS Knickerbocker über die Lebensführung dieser bc« klagenSlvcrten Opfer des Rassenwahns berichtet, ist Ivahrhaft entsetzlich. DaS Fürchterlichste ist die absolute Unsicherheit, in der diese armen Menschen schweben, denen kein Staat den Zutritt auf sein Gebiet gestatten will rind die auf ihrem schwimmenden Kerker auf unabsehbare Zeit ein Leben führen müssen, das diese Bezeichnung > kaum verdient. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Sam«tag«Ziehung der l. Klasse der 8g. tschechoslowakischen Klassen« lotter» wurden nachstehende Gewinste gezogen: X« 120.000.—: Nr. 95.814. Kfi 20.000.—: Nr. 103.166. K« 10.000.—: Nr. 26.264, 60.843, 114.995. K£ 5000.—: Nr. 49.959, 91.176, 97.687,103812, 114.511. zusammen. Von den Kindern wurden zehn verletzt. Der Vorfall wird untersucht.(Amtlich.) AuS Rache die Aerztin erschossen. In Budapest drang Mittwoch spät nachts in die Wohnung der Assistentin der Augenklinik, Dr. Klara I n c z e, ein junger Mann ein, der mit einem Rcvowcr die Aerztin und deren dort weilende Freundin in Schack hielt. Der Unbekannte erklärte, daß er die Aerztin erschießen werde, weil le vor einem Jahre sich geweigert habe, auf der Klinik seine unheilbare Augenkrankhcit zu behandeln. In diesem Augenblicke läutete die Woh- nnngSglockc. Als die Assistentin sich erhob, gab der junge Mann auS nächster Nähe drei Schüsse auf sie ab. Alle drei Schüsse trafen und töteten le auf der Stelle. Der Täter beging dann Selbstmord. Die Untersuchung ergab, daß der Täter der 18jährige beschäftigungslose Sohn eines pen- lonierten Eisenbahnbeamten ist und Ludwig Laszlo heißt. Sein Opfer sollte nächste Woche ihre Hochzeit mit einem Professor der Budapester Hochschule für Körperkultur feiern. Ein nicht alltäglicher Prozeß, in welchem ein Millionär wegen Stromdiebstahls zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde, fand vor de.m Berufungsgericht in Kalkutta seinen Abschluß. Der Stromdiebstahl geht bis auf das Jahr 1926 zurück. Im Jahre 1988 wurden die Stromverluste für die dortige Elektrizitätsgesellschaft so erheblich, daß sie drei besonders ausgebildete Fachleute zur Feststellung des Diebes anstellte. Erst im folgenden Jahre wurden einige Gebäude lokalisiert, unter denen sich auch ein Kino befand, die dem Angeklagten gehörten. Man fand dann auch alsch zeigende Elektrizitätsmesser im Kino und in einigen anderen Häusern vor. Die Gesellschaft erstattete die BetriigSanzeige und der Millionär wurde nun zu der erwähnten Gefängnisstrafe verurteilt. Eine Ehrung Oberst LawrrneeS. Oberst Lawrence,„Lawrence of Arabia", ist schon zu Lebzeiten so etwas Ivie ein englischer Nationalheld gewesen. Der Autor der„Sieben Säulen der Weisheit" wird nun dadurch geehrt, daß das kleine Häuschen in Dorsethire, wo Lawrence seine letzten Lebensjahre verbrachte, zum englischen National, eigcntnm erklärt worden ist. ES wird in Zukunft zur öffentlichen Besichtigung offen stehen. DaS Ende deS ElefantenjägerS. Der bekannte Elefantenjäger Charles Roß, der im Gebiet von Rhodesia(Südafrika) 816 Elefanten erlegt hat, ist von seinem 817. Opfer getötet worden. ES hatte daS Tier durch vierzehn Schüsse verletzt, als es ihn im Busch bei Krouchi zertrat. Bestrafte Eitelkeit. Auf ungewöhnliche Art bat rin amerikanischer Richter vor kurzem im Staate New Kork eine Warenhaus- Diebin bestraft, die aus Eitelkeit drei Paar Seidcnstrümpfe gestohlen hatte. Der Polizeirichter verurteilte nämlich daS junge Mädchen dazu, e i n Jahr lang ausschließlich dicke schwarze W o l l st r ü m p f e zu tragen und sich wegen der Durchführung dieser„Strafe" dcS öfteren bei der Polizei zu melden. Neuer U-Boot-Borstoß zum Nordpol? Der In Leningrad eingetroffene amerikanische Polarforscher W i l k i n S erklärte in einer Unterhaltung mit Journalisten:„Ich möchte die wissenschaftliche Oeffentlichkeit der Sowjetunion Mit meinem Projekt einer neuen unterseeischen Expedition im zentralen Polarbecken bekannt machen. Bekanntlich war die Erfahrung der ersten unterseeischen Expedition nicht von Erfolg gekrönt, da daS Unterseeboot diesem Ziele imgenügend angepaßt war. Für die neue Expedition wird ein Unterseeboot gebaut, daS für eine langwierige Arbeit unter dem Els geeignet ist. Die Besatzung wird auS sieben Personen bestehen— zwei Ingenieuren, zwei Gelehrten, zwei Steuerleuten und einem Funker. Für mich ist die Meinung der Sowjet- Polarforscher über die auf meine Initiative hin ausgerüstete unterseeische Expedition zum Nordpol von großem Interesse." Wölfe Überfallen spielende Kinder. In Ostpolen beginnen jetzt häufig Rudel hungernder Wölfe aufzutauchen. Bei dem Dorfe Luniniec überfiel ein solches Wolfs-Rudel eine Gruppe spielender Kinder in. der Nähe des Dorfes und fügte ihnen ernste Verletzungen zu« Bei einem Zusammenstoß de- Remorqueurs „Occan Cock" mit dem Danrpfcr„Nicholson" auf der Themse in der Nähe von Tilbury sank der Remorqueur. Vier Besatzungsmitglieder werden vermißt. Dir Flammrnzeichrn der Wahrheit. Bekanntlich steht da- Sektenwesen in den USA nach wie vor in größter Blüte, und religiöser Aberglaube aller Art vermischt sich in höchst seltsamer Weise mit einer Propaganda, die nach europäischem Geschmack alle» andere als dem hohen Zweck angemessen betrachtet werden würde. Di« verschiedenen Priester und Prediger kommen auf die merkwürdigsten Ideen, um Eindruck auf die Gläubigen zu machen. Den Rekord aber dürfte Reverend Irving Moon aufgestellt haben, der die entscheidenden Sähe seiner Predigt mit„Flammenzeichen der Wahrheit" untermalt. DaS ist wörtlich zu verstehen, die Gemeind« sicht diese Jlammcnzeichen und ist überzeugt, daß die „Kirche" des Facher Moon die allein selig machende ist. In ihrer Einfalt aber weiß die Gemeinde nicht, daß Reverend Moon ihnen lediglich ein physikalisches Experiment vorführt, da» man bereit» in der ersten Stunde über Elektrizität auf jeder Mittelschule lehrt: er stellt sich auf einen isolierten Schemel, läßt von einem Funken-Induktor Elektrizität durch seinen Körper jagen, die au» den Spitzen seiner Finger in feurigen Büscheln entweicht.,. Die Rache der Stenotypistin. Miß Gladh» Johnson in London war zwei Jahre lang Sekretärin und ist dann von ihrer Firma au» angeblich nichtssagenden Gründen entlassen worden. Si» beschloß, furchtbare Rache zu nehmen. LOOmal an einem einzigen Tage telephonierte sie da» Geschäft an und hängte sofort ab. sobald sich dort jemand meldete. Die Kunden konnten beim besten Willen die Firma nicht erreichen, da die Leitung immer beseht war. Der„Spaß" hat die erfindungsreiche Gladys genau einen Penny gekostet. Sie brachte es nämlich fertig, in der Tclcphonzclle, aus der sie daS Gespräch gerade führte, den Automaten abzuhängen, bevor noch da» Geldstück hineingefallen war; sie bekam eS also regelmäßig wieder. Die Sache kam herau», al» sie zufällig auf einem Postamt bei dieser Operation beobachtet wurde, und jeht klagt ihr früherer Chef gegen sie wegen Geschäftsschädigung, und die Poswerwaltung wegen Betrug. Die türkische Völkerwanderung. Die türkische Regierung betreibt mit Eifer die sogenannte Repatriierung der Ballantürken, ein Vorgaiq, der durch- ans al» Völkerwanderung zu bezeichnen ist, wenn man die große Zahl der hiervon Betroffenen in Betracht zieht. Die Balkantürken sind diejenigen Be- völkerungSteile de» ehemaligen osmanischen Reiche», die in den früher eroberten Ländern zurückgeblieben waren, auch nachdem die OSmanen selbst ihre Balkanpositionen hatten räumen müssen. Insgesamt handelt er sich um rund zwei Millionen Menschen. ist in Bulgarien ansässig; 480.000 entfallen auf Rumänien und 450.000 auf Jugoslawien. Nur in Griechenland ist die Austauschumsiedlung— Millionen kleinasiatsscher Griechen werden gegen Millionen in Griechenland lebender Türken umgesiedelt— schon restlos durchgeführt, und zwar unmittelbar nach den» Ende de» griechisch-türkischen Kriege». Ta» RücksiedlungSproblem ist für die Türkei in mehrfacher Hinsicht recht schwer: die Neuankömmlinge müssen sofort SicdlungSland, LandwirtschaftSgeräle, Saatgut und«in Anfangskapital erhalten und sorgfältig auf dünn besiedelte Gebiet« verteilt loerden. Hierfür hat man namentlich Thrazien auSersohen. Vor allem aber haben die Rückwanderer die„türkischen Sitten" viel treuer bewahrt al» die bisherigen Einwohner der Türkei. Die Männer tragen noch den Fez, die Frauen den Schleier; die Vielehe ist noch in Gilltig- kelt und der Koran oberstes Gesetz, alles Dinge, dir die kemalistischcn Reformen schon abgeschafft haben. Ferner müssen die zwei Millionen erst lesen und schreiben lernen. Bisher kennen sie ja nur da» arabische Alphabet, lind außerdem entsteht eine Fülle internationaler Probleme, die mit den betroffenen Staaten durch Sonderkonventionen geregelt werden müssen(WaS meistens schon geschehen ist). Andererseits hat die Türkei den unleugbaren Vortest, ihr« Einwohnerzahl schnell zu vermehren, ihre Grenzgebiete mit zuverlässigen Siedlern zu besehen und die Sprachen« und VolkSgrcnzcn zu vereinfachen und damit einen möglichen Zündstoff für zukünftige Konflikte zu beseitigen. Herczka leitet da» Brastlienspiel. Donnerstag nacht» tagte die SchiedSrichterkommission der Fisa unter Vorsitz von Dr. Bauwen» und nahm die Schiedsrichterbesetzungen für die zweite Runde vor. Nachstehend die Besetzung: Tschechoslowakei— Brasilien in Bordeaux. Schiedsrichter Herczka, Ungarn; Linienrichter Scarpi, Italien, und Delasale,, Frankreich; Ungarn— Schweiz in Lille: Barlassina, Italien; Schweden— Kuba in Antibes: Krist, Tschechoslowakei; Frankreich— Italien in Pari»: Darrt, Belgien. Schlechtere» Wetter. Kühle, au- dem Westen gegen das Binnenland strömende Meeresluft veranlaßte am Freitag in Deutschland vielfach regnerische» Wetter. Die Verschlechterung beginnt nunmehr nach Böhmen einzudringen, wo verschiedentlich Schauer austreten. Weiter gegen Osten und Süd« osten dauert noch überall daS schöne und sehr warme Wetter an; in Ungarn wurden Nachmittag 88 Grad verzeichnet. AuS einem mäßigen Druckhoch über dem Ozean wird in den nächsten Tagen der Zufluß kühler Luft gegen daS Festland anhalten.— Wahrscheinliches Wetter von SamStag: In den böhmischen Ländern und in der Westflowakei wechselnd, zeitweise stärker bewölkt, vielerorts Gewitter und Rcgensälle. bei westlichen Winden kühl. Im Gebiete der Karpathen zunächst im ganzen schön und heiß, später vereinzelte Gewitter.— WetterauSsichten für Sonntag: Etwa» unbeständig, im ganzen jedoch von Westen her erneut verringerte Bewölkung. Auch im Karpathcngebiet etlvaS kühler. Winde auS westlicher Richtung. Das heutige Programm der deutschen Sendung Prag-Melnlk: 10.18: F. d. Frau Vt. ü. Säua- ling»pflege. 10.80 bi» 11.00: Sch. 12.00: UnterHal- tungSmusik. 14.00 bis 14.26: Jugendstunde. 18.00: Konzert de» Arbeitersängerbundes au» Aarlsbad. 18.60: Schallplatte». 18.45: Der Bäderzug, Report. 19.80: Blasausntett. 20.00: SympH. Konzert. 22.30 bis 23.00: Tanzmusik ans Marienbad. Brünn. 17.30 bis 17.80: Overnarien Mitwirkende: Jan Kiberon(Tenor), am Klavier Bbilivv Beran.. 17.50 bi» 18.00: Direktor Karl Meixner: Gute» Deutsch. Der Brief deS Gewerbetreibenden, ll. Teil. SprengstUcke den Uber SUdfrankrelch abgeworfenen Bomben Französische Soldaten mit Splittern der Bomben, die von Franco-Flugzeugen über Frankreich • abgeworfen wurden. Seite B 6 Nr. 136 ber Ten 812, auf in llios nen bar Das cher 10 tgut auf hat Tem en" ner die tig die Sen. ind ra ille men den Ins cil, ngs und ind tag ifa die mor. xas n; nts as e= ert, Een n tis hr ich id= me ad em h r is id, nd ete if. ür on im er да า โร 0: d. rt. 30 irs bb er: Samstag, 11. Juni 1938 Wenn das Verbrechen geschähe..Hammten auf, qualmenber Raud erfüllte bas ze * Tal Schachaufgabe Nr. 395 Wahnsinnige Schmerzensſchreie übertönten das Schach ins Volk rafende Dröhnen das Stahlgewitters, Brände und verdeckte die Sonne und da zog ich wieder Tetschen und Bodenbach- oder war es AussigReichenberg Karlsbad...? das niemand malen und niemand ahnen kann, der seine grauenhafte Wirklichkeit nicht sah. Frieden lag wieder über dem Tale... Dann schwand der Sput, das furchtbare Bild, In die Zeit vor zwei Jahrzehnten führt mich| müden Schritten, tief gebeugt unter der Last der durch Rovereto. Nein, nicht durch Rovereto, durch die Erinnerung zurück. Wir fuhren von der Gör- Rüstung, stumm weiter. Der Kriegl zer Front durch Krain, weit hinauf, die Tiroler Grenze entlang, passierten Innichen und dann andere Orte, die die Wunden des Krieges trugen. Sonnenschein. Aus dem jungen Grün der Bäume Ueber dem blühenden Elbtal liegt gleisender Nicht weit von einem Bahnhofe ſtand ein fünf- und Gärten grüßen schmucke Häuser von den Hän stödiges Hoteles standen noch deſſen Ruinen. gen, und unten im Zale drängen sich die Bauten Die glaslosen Fenster gondelten leise in den zusammen, da liegt Tetschen, drüben Bodenbach, Angeln, das Dach fehlte, handbreite Riſſe liefen die hohen Schornsteine der Industrien rauchen träumt mit wachem Auge in der Stunde schredlich Ein furchtbarer, quälender Traum, ge= vom Giebel bis zum Sockel, die Zwischenwände im und in den gewaltigen Hallen der Křižit- Werke naher Gefahr, war verflogen. Das Unheil ging Sinnern waren eingestürzt, aus den Frontmauern und anderer Fabriken regen sich hunderte Hände, vorüber, noch einmal vorüber. Es war ein Spiel waren ganze Stücke auf die Straße geschleudert schaffen Werte und die Menschen denken gewiß mit dem Feuer. Aber es wird weiter gespielt von worden, der Bau drohte jeden Augenblick einzu- auch bei der Arbeit an ihr Gärtchen beim kleinen Sasardeuren und Abenteurern, und junge Menstürzen. Das Ganze war, wie man uns sagte, Sause, an ihr Stückchen Feld, an ihre Kinder, mit das Werk einer einzigen schweren Granate, der Volltreffer einer italienischen Batterie, die kilometerweit von dem Orte stand und deren Bedienung gar nicht sah, wohin die Geschosse fielen. denen sie nach Arbeitsschluß ins Grüne wollen; denken an den Ausflug am Sonntag: hinaus in den Wald, auf die Berge! oder sie denken an die traute Stube, in der sie am Abend ausruhen und sich glücklich fühlen. Bild des Friedens, schöne Heimat, schönes Land! Von Vladimir Tyle, Nestersitz. Schwarz: Kd5, Db5, Tb3, d8, Lc6, Se1, Be4.( 7) a b c d e f g h 8 7 6 5' 2 1 abcdefgh 8 15, g6.( 12) Matt in zwei Zügen! Lösungen sind bis längstens 14 Tage nach Erscheinen der Aufgabe an Wenzel Scharoch, Drakowa 32, Lösungszug zu Nr. 392: Tc5- g5! ( Die Nebenlösung nach De7- g5 wurde richtiggestellt.) Lösungen sandten ein: Tepper Franz, Karlsbad: fchen singen von Kampf und Sieg und vom schar fen Schvert. Eine mißbrauchte, betrogene, ges schändete Jugend taumelt ins Verderben. Sie hat den Krieg nicht erlebt oder in einem Alter erlebt, da ihr das Grauen nicht bewußt wurde. Für fie Weiß: Kg4, Dh3. Ta7, b6, La8, d4, Sa3, e2, Bc3, d3; ist er ein romantisches Abenteuer, ein heroisches Erlebnis, eine Art sportlichen Wettkampfes, diese In das herrliche Bild versunken, hatte ich Jungen freuen sich der Wunden und der Toten des eine Vision. Ich weiß nicht, wie es fam, aber Feindes" und begeistern sich an den Heldentaten plößlich sah ich Rovereto, jenes Rovereto, wie ich des Freundes und indessen verröcheln an den Post Modian, einzusenden. es vor 20 Jahren in einer blitz- und donnerzers Fronten ihre Väter, ihre Brüder und eines Tages rissenen Gewitternacht fah. Die Luft war erfüllt fommen auch sie an die Reihe und ihre Müt vom wahnsinnigen Heulen der Granaten. Vulter, ihre Schwestern, Kinder. Ihre Wohnungen, fane sprangen aus der Erde, geweckt durch die die Stätten ihrer Kindheit, zerstäuben in den Einschläge zentnerschwerer Fliegerbomben, Sta Explosionen der Geschosse und blühendes Land mine stürzten und brachen im Sturze mitten ent wird Wüste, denn die Front ist überall und ein Tetschen; Rotsch Manfred und Tröster Kurt, Kleinvei, die Häuser sanken reihenweise in Staub und Hinterland wird es nicht geben. priesen; Pichrt Wenzel, Bergesgrün; Kühl Josef, LaRauch zusammen, in den Gärten und Feldern Wenn das Verbrechen geschähe, würde jede dowitz: Hübler Anton, Aussig: Koukal Franz, Praglafften ungeheure Trichter. Menschen Män- Stadt, jedes Dorf ein Rovereto werden, wie wir Strašnice; Mildorf Adolf und Thünert Max, Tischau; ner, Frauen, Kinder rannten, sinnlos schreiend, es vor zwanzig Jahren sahen. Die heute jingen Habl Erwin, Kreusche Franz, Freundi Anton, Lohmulberzweifelt hin und her, wurden in den Explo- und von Kampf und Sieg schwärmen, würden er ler Hans, Holfeld Otto, Schindler Robert, sämtlich fionen der Granaten und Bomben in die Luft ge- fahren, daß man nicht ungestraft mit dem Feuer Nestersitz; Schmidt Rudolf und Schmidt Karl, Klein„ Alles aussteigen!" So, also: Es geht los! fchleudert, blieben zerfekt, formlose blutige Masse, spielen darf. Und einmal wird Gericht gehalten priesen; Nitsch Rosa, Trupschitz; Schöpka Josef, Dux; Nun wußten wir auch, daß die Station Calin den zersplitterten Aleſten der Bäume hängen, werden über jene, die eine ganze Generation ver- Havel Franz, Modlan; Klötzig Rudolf, Jungman, Kat: Tiano hieß und daß dort, wo es ununterbrochen wurden in Schutt und Trümmern begraben. gifteten und die Welt in Brand setzten.. E. A. blizte, links, hoch oben am Berge, Folgaria lag. Die Fahrt ging weiter. Bei Nacht mit abgeblendeten Lichtern. Eintönig stampfte die Maschine, ratterten die Räder, und wenn der Zug hielt, hörte man ununterbrochenes Grollen, das nie ausießende Donnern der Front. Im fladernden Lichte der Abschüsse sahen wir die Konturen der Berge. Langsam, sehr langsam fuhr der Zug. Das Grollen war stärker geworden und wurde häufig von dröhnenden Donnerschlägen unterbros chen, dann und wann schoffen gelbe Flammenbündel aus der Erde. Wieder hielt der Zug. Wo sind wir? wurden Fragen laut. Niemand beant wortet sie. Das Grollen und die Donnerschläge waren betäubend laut geworden. Die Abschüsse klikten vor uns, hinter uns, rechts, links, und manchmal erschreckend nahe. Im Finstern traten die Kompagnien an. Als wollte der Himmel das Inferno noch steigern, brach ein Gewitter los. Das Krachen des Donners vers einte sich mit dem Dröhnen der Abschüsse und Einschläge und die Blike des Himmels fuhren zur Erde, indes die Granaten im blendenden Blitz der Abschüsse den Schlünden der Geschütze entwichen. In strömendem Regen, die Zeltbahnen über die Stahlhelme gezogen, stapften 600 Mann hinaus, cinem ungewissen einem fast gewissen Schidjal entgegen. Wir kommen in eine Stadt. In das, was einmal eine Stadt war. Jeßt war es eine Wüste, ein Ruinenfeld. Berfeßte Häuser, aufgewühlte Straßen, finster, unheimlich gähnten die schvars zen Schlünde der zerstörten Schaufenster, Baum stümpfe ohne Laub, ohne Aeste, verbogene und zerrissene Eisenzäune einst gepflegter Gärten, ein cinziges Bild wüster, erbarmungsloser Zerstörung. Wir waren fast dankbar, daß die Nacht das Schreklensbild verhüllte, und waren wütend über die Blizze, die es jede Sekunde neuerlich beleuchteten. Wie heißt der Ort, dieser schrecklich zerstörte. gemordete Ort? Roveretol Rovereto? Bist du gescheit? Ja doch; es war Rovereto, die Zierde des Etschtales im südlichsten Tirol. Wer hat diese blühende Stadt, diese Perle Tirols, das alljährliche Ziel Tausender, so graus jam zerstört? Die Ztaliener? Die Desterreicher? Wer? Beide? Ach, Unsinn: der Krieg! Ein im Kriege altgewordener Soldat schreit das Wort in den Disput der Kameraden und marschiert mit| Vom Schaf zum Anzug Von Peter Breuner Wenn dir jemand sagt:„ Tu Schaf!" sei froh, denn das Schaf ist ein mutiges, fluges und sensibles Tier. Seine Urheimat ist wohl Ajien. Von dort traten seine paarzehigen Hufe dann über die ganze Erde. ( ③ Copyright P.I.B. Box 6 Copenhagen Adamson und der Einbrecher 10 Betel Wilhelm, Arnsdorf b. Tetschen; Schöffel Anton. Schöbritz; Dinnebier Emil und Amler Rudolf, Richter Heinrich, Strache Rudolf, Strache Karl, sämt lich Groß- Priesen; Berger Josef, Kleinaugezd; Ulbert Rudolf, Proseditz, Heute gibt es in diesen Ländern mehr Schafe als heute noch. Nur daß an Stelle der alten handauf der ganzen übrigen Welt zusammengenommen. geschliffenen Scheren Schermaschinen getreten Der Mensch nahm das Schaf zu sich in sein sind. Bei furzwolligen Merinoschafen findet nur Haus. Keineswegs nur der Wolle wegen. Es eine einzige Schur im Jahr statt( Ende Mai bis diente ihm vorerst als Nahrung. Er aß sein Mitte Juni). Bei der langivolligen Abart gibt Fleisch, er fäste seine Milch. Einmal, in grauer, es noch eine zweite Schur im September(„ Winarauer Vorzeit hat ein Weib dann den erſten terwolle"," Sommerwolle"). Faden aus Schafhaar gedreht und damit hat es begonnen.. CpsinoM Partie Nr. 155 Gespielt zu Amsterdam 1938. Abgelehntes Königsgambit, Weiß: Spielmann Schwarz: van Schelting 1. 02-04 07-05 2. 3. 12-1417 Sg1-13 c2- c3 Lf8- c5 47-46 Sg8-16 5. 6. Die allereinfachste Methode. ohne besondere Komplikationen das ungefähr gleiche Spiel zu erreichen. 14Хе5 d6xe5 d2- d4 Dieser Zug hat den Vorteil. daß er noch wenig in der Praxis gespielt wurde. e5Xd4 Lc5- b4+ Lb4xd2+ 0-0 7. c3xd4 8. Lel- d2 9. Sb1Xd2 10. Lf1- d3 c7- c5! Schwarz beabsichtigt nach erzwungenem d4- d5 das Feld e5 mit seinem Springer zu besetzen. Positionell ist dieser Gedanke wohl richtig, doch versagt Schwarz im weiteren Partieverlauf in Punkto Taktik. 11. 12. d4- d5 0-0 13. Dd1- c2 14. Tal- e1 Lc8-4 Sb8-47 T18-68 Dd8- c7? Uebersicht das nachfolgende schöne Bauernopfer, welchem Schwarz nach erfolgtem Abtausch auf 13 ausweichen konnte, 15. d5- de! 16. 17. e4- e5 Telxe5 Schwarz resigniert schon auf 17, Txe5, folgt 18. Sc4 und auf 17. Dc7Xd6 Sd7X05 Te8- d8 LX13 folgt zuerst TXe8+. 18. Ld3-04 e7- a6 19. Sd2-05 20. 21. Dc2Xe4 Sf6x+ 4 Lg4X13 Tf1X13 und Schwarz gibt auf, Mit einer Figur weniger ist allerdings jeder Widerstand vergeblich. Nach Anmerkungen von R. Spielmann. Stoff. Hier stedt das Geheimnis. Es ist chemischer Natur, nicht ein Produkt der Leistung. England bezieht einen großen Teil seiner Stoffe aus der Tschechoslowakei oder aus anderen Ländern, appretiert sie dann selbst und liefert sie jetzt als echt englische Ware" zurück an die Erzeuger und an die ganze Welt. Die abgeschorenen Vliese werden nun noch- Wenn ein Stoff fertig gewebt ist, wird er mals gereinigt, sortiert und in Strähnen zusam auf verschiedene Weise„ behandelt". Bei man Es gibt viele Arten und Gattungen Schafe mengebunden. Tann wird in Spinnereien mit chen werden die Härchen geschoren oder weggeDas Schaf ist ein Höhentier. Es geht bis unter den Hausschafen. Die wichtigste ist wohl Maschinen( früher waren es surrende Spinnräder sengt, bei dicken Mantelstoffen hingegen wird die zu 6000 Meter hoch und steigt nur herab, wenn das Merino, spanischer Abkunft. Sein Name von der Art Dornröschenz) der Faden gesponnen. eine Seite fünſtlich aufgerauht. Dann wird der der Schnee seine Nahrung bedeckt. Das Schaf ist ist so entstanden, daß im Mittelalter die Schafher- Wenn erst der Faden da ist, sind wir ein Stoff appretiert und zum Verkauf angeboten. Er gewandt und vermag auf unwegsamstem Gelände den des Südens auf ewiger Wanderschaft begrif- qutes Stück weitergekommen. Der Faden ist das kommt in die zahllosen Verkaufsläden der Welt. zu leben. Erst war es in Freiheit, zog durch die fen waren. Eigene Beamte, der Merino mayor Grundelement des Webens. Er wird auf große Die Welterzeugung der Wolle beträgt 1.67 Gebirge Asiens, Tibets, Persiens. Lebte, fämpfte, und merino menor, hatten die Aufgabe, die Weide- Spulen aufgespult, dann werden die Spulen über- Millionen Tonnen. Ein Schaf gibt im Jahr paarte sich für sich selbst. Später wurde es ein pläße unter diese feinwolligen Wanderschafe zu einander geschichtet( gebäumt). Jetzt kommt das zwei bis sechs Kilogramm Wolle her. Haustier des Menschen. In den Küchenabfällen verteilen. Leimen der Fäden, das aus Gründen der Halt- Noch einmal das Schaf, von dem wir ausder Schweizer Pfahlbauten finden sich Ueberreste Nach Deutschland kam der erste Schaftrans- barfeit unerläßlich ist. Nun werden die Längs- gingen: Es ist leider von sehr empfindlicher Gevon Schafen, die allerdings dem Aussehen nach von port 1765, nach Desterreich 1775. fäden, genannt die Kette", verschiedenartig ge- fundheit. Milzbrand, Maul- und Klauenseuche den heute bekannten Arten sehr verschieden sind. Die ältesten gewebten Stoffe wurden in hoben und gesenkt, damit durch den Zwischenraum und Pocken haben Riesenherden verwüstet. Dann Aber die Abbildungen auf den ägyptischen Dent- ägyptischen Grävern des vierten Jh. vor Chr. ge-( ach") der Querfaden(„ Schuß") von einem fam Pasteur, fand den Erreger, impfte die Tiere mälern stimmen mit unseren Schafen ganz über- funden und dienten zum Einhüllen von Mumien. Schiffchen hindurchgeführt werden kann. Das ist mit abgetöteten Stulturen( dies, noch ehe Menschen Aus dem Jahre 1400 vor Chr. stammen die ersten das Prinzip. Früher wurde das alles von fleißi- geimpft waren!), befämpfte die Krankheiten. Wie ist das heute? Dem männlichen Schaf, dem Widder, wur- ornamentierten Stoffe, ebenfalls ägyptischen Ur- gen Fingern verrichtet. Weben war eine HausMan geht in einen Laden und wählt einen den übernatürliche Kräfte zugemessen. Alte Astro- sprungs. Obwohl die Griechen und Römer eine frauenpflicht. Im Jahre 1808 hat der Weber Joseph Maria Stoff aus. Man befühlt ihn mit den Fingern. logen stellten ihn, der kostbarer war als andere reiche Bebekunst entwidelten, ist nur wenig er= Symbole( wobei zweifellos an die wertvolle Wolle halten geblieben. Die große, nicht mehr unter- Jacquard die erſte brauchbare Webmaſchine ge- Man freut sich seiner Farbe. Da läßt man fich gedacht wird!), auf einen besonderen Plaß im brochene Folge der Weberei beginnt erst im vier- baut. Man hat ihm kein Denkmal gesetzt. Ge ein Stück abschneiden. Man geht zum Schneider. Tierkreis. Jaſon 30g aus, das goldene Wlies( ein ten bis siebenten Jahrhundert nach Chr. mit den sollten durch ihn viele brotloz werden, aber das„ D, welch schöner englischer Stoff!" schnuppert der Schaffell) zu erringen. Später zog das Schaf primitiven Arbeiten der Koptischen Kunst. Zur wußte er nicht. Er war ein ganzer Kerl. Als er bewundernd. So wie nur ein Nachmann schnup= ſelbſt aus. Groberte die Welt, mittels seiner gleichen Zeit begann der Aufstieg der herrlichen ſtarb, wurde sein Leichnam geöffnet und die Zunge pern kann, der das„ echt Englische" nicht fühlt, Wolle, liek gigantische Industrien und Handels- byzantinischen Webekunst, die zum Teil vom Islam untersucht. Sie war von einem dicen Fell hauch- sondern riecht. Ein Anzug wird gebaut. Du häuſer entſtehen, ſandte bauchige Schiffe über die übernommen wurde. Die Weberei des Mittel- dünner Wollfädchen verbrämt. Damals erfuhr gehst Sonntags damit aus. Die Mädchen lächeln dich an, weil du so gut darin aussiehst. Woher Meere, schuf Reichtum und Elend. Es verlor alters, die Wirterei“ von Wildteppichen und man zum ersten Mal, was Weben hieß. Die meisten Wollwebereien gibt es in Eng ist er, der Anzug? seine Freiheit, herrschte aber dennoch. figürlichen Szenen wurde zum Ursprung der spä land. Englische Stoffe" sind weltberühmt. Da= Vom Schaf ist er gekommen. Und es hat ter hochentwickelten Gobelinkunst. Zum Weben gehörte Wolle. Die kam von bei ist es interessant au wissen, daß die Güte und viele Jahrhunderte gebraucht, ehe er so glatt, schön, oberer, führte auf der lleberfahrt sieben Schafe den Schafen. Das fell wurde noch an Sörper Schmiegſamkeit der engliſchen Ware weder auf knitterfrei und dauerhaft zu werden vermochte, mit sich. Die Indianer verehrten das Schaf als vor der Schur gründlich mit Hilfe verschiedener eine besondere Wollqualität, noch auf irgendeine wie er heute ist! heiliges Tier ob seiner Seltenheit. Später wurde Mittel gereinigt, in der Sonne getrocknet und spezielle Webart zurückzuführen sind. Die„ Apein. Nach Amerita und Australien wurde das Schaf von Europa eingeführt. Cortez, der Er" Sei selbst ein Schaf! Also flua und tabfer.) es zahlreich in den Staaten und in Australien. dann abgeschoren. So macht man es im Prinzip pretur" der Engländer ist das Besondere, nicht der Und fich das ein. Abktirzungen: Dt. Sdg.- Deutsche Sendung Na. Nachrichten OK. Orchesterkonzert- Sch.= Schallplatten TM. Tanzmusik UM. Unterhaltungsmusik- Vt.= Vortrag. Inland Rundfunk der Woche Prag- Melnik an allen Wochentagen:( Dir. Rieger). 20.15 Ber. ü. Gablon6.15-8.00 Morgensendung. 12.30 Na.zer Glas. 21.00 UM. 22.00 Aus schö12.45-14.00 Sch.- Konz. 14.00 Börse. nen Büchern( Heitere Szenen). 22.30 19.15-22.15 Na. 22.00 Na. Dichterin Maria Stona. 19.30 OK.[ beiterfk. Aktualitäten. 18.20 OK. 19.15| taler Orgelfabrik. 18.05 Liederkonz. Vt. ü. Alice Masaryk. 19.25 Kinder- 18.30 Arbeiterfk. 18.40 Vt. ü. Berufschöre. 19.45 Vt. ü. T. G. Masaryk v. krankheiten in der Grubenindustrie, Dr. Škrach. 20.00 Aus einem Toten- 22.15-23.00 Sch.- Potpourri. haus, Oper v. Janáček( nach Dostojewski). 22.15 Sch. TM. a. Prag an allen Wochentagen: 6.15 Prag: 12.10 Sch. 12.45 Mil. Konz. Morgensendung. 8.00 Schulfunk. 9.45 Kaschau. 13.50 Arbeitsmarkt. 14.10 Sicherheitsdienst. 10.00 Frauenfunk. Sch. 16.15 OK. 18.10 Arbeiterfk. Vt. 11.55 Landw. 13.50 Industrie. 16.00 u.ü. Leben d. poln. Arbeiter. 18.20 Konz. d. Postangestellten. 19.25 UM a. Mähr. Ostrau. 20.10 UM. 20.30 Gleichberechtigung, Hörsp. nach Roman v. Jesensky( a. Kaschau). 21.15 OK ( Werke v. Fučík) a. Preẞb. 22.15 Sch. 22.35-23.00 Cellokonz.( Cello: G. Jarosevici). Sonntag, 12. Juni: Prag- Melnik: 8.55 Konvent d. Salesianerinnen. 10.00 Deutscher Humor. 11.00 Symph. Konz.( Sch.) 12.05 Na. 12.25 OK( Mitw. Rose Book u. Rolf Hartmann). 14.15 Arbeitersdg. 18.00 Frühlingsfest. 19.15 Na. 19.30 Die Zauberflöte, Oper v. Mozart( Emanuel List) a. d. Prager Dt. Theater. 22.15 Na. 22.30-23.00 TM( Sch.). Brünn: 10.00 Frauenfk. 13.50 Belehrende Lektüre. 16.45 Vt. ü. Jugoslavien. 18.00 Dt. Sdg. Ferd. Zitte: Hilfsmittel d. Kaufmanns, W. Schubert: Urlaub u. Bezahlung. 18.35 Arbeiterfk. Vt. ü. Kosten der Sozialversicherung. 19.25 B'asmus. 21.15 Konz. d. Brünner Konservatorium's. Dienstag, 14. Juni: Prag: 9.00 Orgelstücke v Klička. 9.15 Arbeiterfk. Vt. ü. Lager junger Arbeiter. 9.30 Vt. ü. Berliner Handwerksausstell. 9.45 UM, 10.25 LiteraMähr. Ostrau: 18.10 Dt. Sdg. Artur. 11.00 UM. 12.25 Popul. Konz. beitersdg. Leo Zeisel: Vt. ü. Lassalle, 14.05 Sch. 14.15 Report. v. Ruderren- Kinderstube". Liederzyklus v. Musnen. 15.30 UM. 16.00 OK. 16.30 Alte sorgski( Ges. Betty Frankenberger). Mus.( OK u. Chor). 17.00 Uebertr. v. 19.25 UM. 20.10 UM. Sokolstadion. 18.30 Ballettmus.( OK). 19.10 Aktualitäten. 19.20 Kabarett a. Kaschau. 20.30 Vt. Dr. Zdeněk Wirth ü. Barock. 20.45 Volkslieder. 21.40. Prag- Melnik: 10.15 F. d. Frau: Vt. Dvořák: Symph. D- dur( a. Brünn). ü. Diät. 10.30 Dt. Lied- u. Klav.- Mus. 22.25-23.30 Sch. ( Ges. Renate Görling, Klav. Gerta Resek). 11.10 Schulfk, 12.10 Sch. 12.45 Brünn: 14.05 Dt. Landw. 17.45 Dt. OK. 18.00 Neue Lieder v. Křenek Sdg. Volkslieder( Ges. Alma Koza( Uraufführung). 18.15 Lebendes Wizina), Kammermus. 21.10 Dvořák: Tschechisch. 18.45 Sch. 19.00 ZwieSymph. D- dur. gespräch Ernst Křenek u. Dr. Fr. Mähr. Ostrau: 9.30 Arbeiterfk. Ju- Schramm ü. d. Uraufführung d. Oper gend tritt an, Hörszene. Karl V." 19.30 Romantische Ouvertüren( OK). 20.10 Heldengesänge. 20.30 OK. 21.30 Auf Schlössern, Hörf. v. Mühlberger. 22.30 TM. Montag, 13. Juni: Prag- Melnik: 10.15 Sch. 12.15 Gewerbefk. 18.00 Kinderstd. 18.30 Böhmen und das Abendland. 18.45 UM ( Ges. Emmy Carpentier, Klav. R. M. Mandée). 19.00 Vt. Sabine Engel: Die Ausland Sonntag, 12. Juni: Deutschlandsender: 9.45 Reger: Klavierkonz. F- Moll. 10.25 UM. 12.00 Konz. 16.00 UM. 18.00 Vt. ü. Ostpreußen. 19.10 UM. 20.00 TM. 22.30 UM. 1.05-2.00 Mus. a. Hambg. Berlin: 10.00 UM. 12.00 UM. 14.00 Sch. 16.00 Ber. ü. Handwerksausstell. 16.20 UM a. Saarbrücken. 18.00 UM. 20.00 OK. 23.30 UM. 1.00-3.00 HändelKonz. a. Stuttg. Breslau: 9.00 Chorkonz. 10.00 UM. 12.00 UM a. Berl. 15.30 Heitere Theater- Hörf. 16.00 OK. 18.00 Heitere nordd. Hörf. 19.30 UM. 22.30 TM v. Dtschl.- Sender. 24.00-3.00 Musik aus Hamburg. Leipzig: 12.00 UM a. Berlin. 14.00 Sch. 16.00 OK. 20.00 Bunter Abend. 22.30 UM v. Dtschl.- Sender. 24.00 bis 3.00 Musik aus Hamburg. Wien: 9.00 Sch. 12.00 OK. 14.00 Sch. 15.30 Brahms: Trio f. Klav., Violine 11. Waldhorn Es- Dur. 16.00 UM a. Saarbrücken. 1f.00 Botan. Vt, 19.10 Mus. a. d. Steiermark. 20.00 StraußWalzer. 22.30 TM v. Dtschl.- Sender. 24.00-3.00 Musik aus Hamburg. Beromünster: 17.00 Kammermusik. 18.00 Vt. 18.25 Bach- Std. 19.00 Vt. 19.20 Lieder. 20.05 UM. 20.35 Frühlings- u. Sommerlieder. 20.55 Hörspiel. Straßburg: 17.00 Fußball- Weltmeistersch. a. Paris. 19.00 OperettenSch. 19.45 Dt. Nachr. 20.30 Dialektspiel. 21.30 UM. 23.00 TM. Mailand: 17.00 UM. 21.00 Lustspiel. 21.40 Mil.- Konz., dann TM( bis 23.55). Warschau: 16.30 Lieder von Béranger. 17.00 Klavierkonz. 18.00 OK. 20.05 Sch. 21.00 Heiterer Abend. 22.00 UM. Prag: 12.45 OK a. Preßb. 14.10 Sch. 16.15 UM. 16.45 Vt. ü. Pensionsversicherungsansprüche. 17.00 Mil. Konz. 17.40 Jugoslav. Chorlieder. 18.10 Ar20.45 Deutsch- franz. Austauschkonz. a. Paris( Dir. Inghelbrecht). 22.30 Kammermusik. 23.00 Mus. a. Wien. 24.00 bis 20.00 Mus. a. Köln. Berlin: 12.00 OK a. Hannover. 14.15 UM. 15.35 Sch. 17.00 Musik. Stimmungsbilder. 18.00 OK. 20.00 UM. 21.00 OK. 22.30 Mus. a. Köln. 24.00 bis 3.00 Konz. a. Frankf. Breslau: 12.00 Konz. a. Leipzig. 14.00 Sch. 16.00 UM. 19.10 Hörf. a. d. Zoo. 22.30 Kammermus. 24.00-3.00 Mus. a. Köln. Leipzig: 12.00 OK. 14.00 Sch. 15.30 Kammermus. 16.00 UM a. Breslau. 18.20 V. Musikfest i. Bad. Elster. 19.10 Gitarrelieder v. Weber. 19.30 Histor. Hörf. ü. Tabak, Tee u. Kaffee. 20.30 Konz. a. Paris. 21.30 Sch. 24.00-3.00 Mus. a. Königsberg. Wien: 12.00 Konz. a. Hamb. 13.15 UM. 14.10 Operettenmel.( Sch.) 15.30 Brahms: Variationen u. Fuge ü. Thema v. Händel. 16.00 OK a. Frankf. 19.25 Tosca, Oper v. Puccini( a. d. Staatsoper). 22.30 OK. 24.00-3.00 Mus. a. Köln. Beromünster: 17.00 Kammermusik. 17.40 Bizet- Konz, 18.00 Kinderstd. 18.30 Vt. 19.55 Jodellieder. 20.20 Hörspiel. 21.25 Chronik. 21.30 OK. Brünn: 13.50 Industrie. 16.45 Vt. ü. Gesch. d. tschech. Politik. 17.40 Vt. ü. Čapek. 17.50 Lieder zu Worten v. Kvapil v. J. Jindřich. 18.00 Dt. Sdg. Arbeitersdg. Sozialinf. Ferd. Jurda: Gegenwartsprobleme d. Sozialvers. Mähr. Ostrau: 10.15 Blasmus. 12.00 Landw. 16.45 Aus den Memoiren eines Eisenbahnangestellten. 18.05 UM. Mittwoch, 15. Juni: Donnerstag, 16. Juni: Prag- Melnik: 10.00 Report. v. Fronleichnamsprozession. 11.00 Symph. Konz.( Sch.). 12.05 Presse. 12.25 Konz. ( Ges. Rolf Hartmann, Klav. R. M. Mandee u. R. I. Schubert). 14.00 Landw. 14.15 Arbeitersdg. 18.00 Erlebte Geschichte. 19.00 Polit. Wochen schau. 19.15 Na. 19.30 Sch. 19.45 Sportber. 20.00 Das verwunschene Schloß, Operette v. Millöcker. 22.15 Na. 22.35-23.00 TM( Sch.). Prag: 8.20 Arbeitersdg. Prof. E. Prag- Melnik: 10.15 Schulfunk. 10.35 Svoboda: Persönl. u. internationale Sch. 12.15 Vt. ü. Briefmarkenausstell. Moral. 9.00 Orgelkonz.( Sch.). 9.30 in Prag. 18.00 Jugendstd. 18.20 Arbei- Popul. Konz. 10.00 Literatur. 10.30 tersdg. 18.40 Sozialinform. 18.45 UM Walzer. 11.00 Schwed. Lieder. 11.30 ( Ges. Else Frischler). 19.00 A. neuen Atterberg: Symph. G- moll auf Büchern. 19.30 Heimische Volksmus. schwed. Volkslieder( a. Preßburg). ( OK), 20.00 Die Wunderkur, schles, 15.30 OK a. Kaschau. 17.50 UM. 18.30 Volksstück v. Heger. 21.00 Karl V. OK. 19.10 Aktual. 19.20 Ber. v. SokolTeils aus d. Prager Dt. Theater). 22.35 Feuilleton a. Brünn. 21.15 Geistl. Mus. Oper v. Křenek( Uebertragung des 2. fest. 19.35 Blasmus. a. Ostrau. 21.05 bis 23.00 TM( Sch.). d. 17. u. 18. Jh.( a. d. Loretto- Kloster). 22.20 Sch. Prag: 12.10 Sch. 12.45 OK a. Kaschau. 13.50 Arbeitsmarkt. 14.10 Sch. 16.15 UM a. Ostrau. 16.45 Vt. ü. Mexiko. 17.00 Popul. Konz. a. Ostrau. 18.20 Buntes Progr. 19.15 Polit. Aktualität. 19.25 Popul. Progr.( OK). 21.15 Constanza und Fortessa, Singsp. v. Fux( a. d. Waldsteingarten). 22.15 St. Wenzels- Melodram v. Zelenka( a. d. Waldsteingarten). Brünn: 10.00 Literatur. 12.25 Buntes Progr. 14.05 Dt. Landw. 14.20 Sch. 17.35 Dt. Sdg. Dr. Festa: Abgründe ü. Brücken zwischen Völkern, Ing. Marady: Aetna- Fahrt, Die Braut von Messina, Trauerspiel v. Fr. Schiller. 21.05 Sommer- Feuilleton. 21.15 Hörf. ü. Groß- Meseritsch. Mähr. Ostrau: 8.20 Arbeiterfk. Brünn: 12.00 Landw. 13.50 Arbeits- Aktualitäten. 8.35 Sch. 17.35 Neue Bümarkt. 14.10 Landw. 18.0 Dt. Sdg. Ge- cher. 17.45 Sch. 18.00 Dt. Sdg. Anton dichte f. d. Jugend, Vt. Dr. Kocau-| Aichs Kammerchor. 19.35 Mil. Konz. rek ü.-Verjüngungsmethoden. 19.35 20.15 Popul. Konz. Das Bureau für gute Einfälle, Komödie v. Gehri. 20.30 Mozart- Grieg: Fantasie und Sonate C- moll f. 2 Klaviere. Mähr. Ostrau: 16.15 UM. 16.45 Vt. ü. Fütterung d. Säulinge. 17.00 Popul. Konz. 17.30 Report. a. d. FreudenLeipzig: 14.00 Sch. 15.20 Sch. 16.00 UM. 18.20 Lieder. 19.15 Hörf. m. Mus. 20.00 Schmeichelkätzchen, Hörfolge m. Musik. 22.20 Quartetto di Roma spielt. 23.00 TM a. Hambg. 24.00 bis 3.00 Musik aus Wien. Freitag, 17. Juni: Prag- Melnik: 10.15 Balettmus. ( Sch.). 12.15 Prakt. Lebensphilosophie. 18.00 Moderne Klaviermus.( Sonate v. V. Ullmann). 18.10 Vt. J. Eger, 20.00 OK. 22.15 Zigeunermusik. 23.25 Jazz. Moskau- Komintern: 19.00 Konzert. 21.30 Na. 23.00 Deutsch. Progr. Donnerstag, 16. Juni: Wien: 13.30 OK. 14.10 Sch. 15.30 Deutschlandsender: 13.15 UM. 14.00 Klav. u. Ges. 16.00 UM a. Leipz. 20.10 Sch. 15.15 Hausmus. 16.00 UM. 18.00 UM v. Dtschl.- Sender. 22.30 OK. 24.00 1. 20.00 OpeBeromünster: 18.00 Wanderlieder. OK a. Hannover. 24.00-2.00 Mus. a. 18.15 Vt. 18.35 Slav. Musik. 19.15 Danzig. Ständchen. 19.25 Vt. 20.00 Fidelio, Berlin: 12.00 OK. 14.15 UM. 15.35 Oper v. Beethoven. Sca. 16.50 Klaviermus. 18.00 UM. 19.10 Mailand: 17.15 Sch. 21.00 Siberia, Sch. 20.00 OK a. Wien. 22.30 UM a. Oper v. Giordano. Stuttg. 24.00-3.00 OK a. Stuttg. Zittau: Qualität sichert Absatz. 18.20 Sportber. 18.35 Arbeitersdg. 18.45 Heitere Volkslieder. 19.00 Vt. Dr. Bacher ü. Donau- Oder- Kanal. 19.30 Vt. Martin Grill: Besuch in Eichwald. 20.00 Kammermus. 20.40 Anekdoten v. H. v. Kleist. 21.00 Symph. Konz.( Dir. Schick, Solist: Hellwig). 22.30-23.00 TM( Sch.). Prag: 12.10 Sch. 12.45 OK. 14.10 Sch. 16.15 UM a. Ostrau. 17.00 Vt. ü. psychotechn. Prüfung d. Studenten. 17.15 Kammermus. d. 17. u. 18. Jh. ( a. d. Prager Czernin- Palais). 18.20 UM. 19.15 Sokol. 19.35 OK. 20.30 Ihr Glück, Spiel v. I. Hilbert. 22.20 Sch. 22.30-23.00 Streichquartett v. A. Moyzes. Brünn: 12.00 Landw. 13.50 Sozialinform. 14.10 Landw. 18.15 Dt. Sdg. Frauenfk.( Vt. ü. Schnellküche), Ing. Freising: Der vorgeschichtl. Mensch auf dem Boden Brünns. Mähr. Ostrau: 16.15 UM. 17.00 Feuilleton. 18.10 Dt. Sdg. Nach der Matura, Report. a. d. Mädchenrealgymnasium. 20.30 Herren. Schausp. v. Horáková. Samstag, 18. Juni: Prag- Melnik: 10.15 F. d. Frau: Vt. ü. chines, Schönheitspflege. 10.30 Sch. 12.10 Lieder v. Mozart. 14.00 Jugendstd. 18.00 Wie es begann, Sch.- Allerlei. 18.45 Hörf. ü. Orgelbauer in ( Ges. Käthe Slyn, Rolf Hartmann). Jägerndorf. 19.30 Blasmus. 20.00 UM 22.30-23.00 TM( Sch.). Prag: 11.05 Blaskonz. 12.10 Sch. 12.45 OK a. Kaschau. 13.50 Arbeitsmarkt. 14.10 UM a. Brünn. 16.10 UM a. Prẞbg. 17.40 Sch. 18.05 Arbeiterfk. Unterhaltung junger Menschen. 18.20 UM 19.25 Revue a. Brünn. 21.15 Serenade a. d. 17. u. 18. Jh.( a. d. Waldsteingarten). 22.15 Sch. Brünn: 12.00 Landw. 13.50 Indu strie. 14.10 UM. 17.05 Report. a. GroßMeseritsch. 17.35 Märsche a. Sch. 17.45 Schülerchor. 18.00 Dt. Sdg. Heimische Komponisten( Ges. Hans Ritschel, Klav. Marianne Sperl- Kurz). 18.35 Sch. 19.25 Buntes Revueprogr. Mähr. Ostrau: 17.40 Vt. ü. Beamten- Betriebs- Ausschüsse. 18.00 Kinder aus Sosnova b. Freudental singen. 18.20 Arbeiterfk. Vt. ü. walachische Arbeiterjugend. 18.35 Sch. | Konz. 16.00 OK a. Danzig. 19.10 UM. 20.50 Das tote Herz, Hörsp. v. Bauer. 22.30 TM a. Leipzig. 24.00-3.00 Mus. a. Königsberg. Beromünster: 17.00 OK. 18.00 Sch. 18.35 Med. Vt. 19.10 Schubert- Sonate. 19.55 Der Graf v. Luxemburg, Operette v. Lehar. 21.25 Lieder. bis 3.00 Traumbilder, volkst. Konzert. rettenmus. 18.sik. 23.00 17.15 OK, 18.30 Konz. d. böhm. NoWarschau: 16.00 UM. 17.00 TM. 18.10 Cello- Sonaten v. Bach u. Händel. 19.00 Lieder v. Schubert u. Brahms. 19.20 UM. 20.00 Symph. Konz. 22.25 bis 23.00 UM. Budapest: 12.05 Balalajka. 13.30 UM. 17.00 Alte ungar. Lieder. 18.25 Jazz. 20.00 OK. 21.45 Sch. 23.10 Zigeunermusik. Moskau- Komintern: 18.00 Konzert. 19.00 Konz. 21.30 Na. Mittwoch, 15. Juni: Deutschlandsender: 12.00 Musik a. Danzig. 14.00 Sch. 15.45 Gigli singt Straßburg: 17.15 Blasmus. 18.00( Sch.) 16.00 UM. 18.15 Violinmusik. Konz.( Werke v. Casadesus). 19.30 20.15 Blasmusik. 22.30 Kammermusik. Sch. 20.30 Hörspiele: Diagnose, 23.00 UM a. Wien. 24.00-2.00 Musik Pascal u. Chopin. 22.00 Mandolinen- aus München. Konz. Mailand: 17.15 TM. 21.00 UM. 22.00 Violinsoli, dann TM( bis 23.55). Warschau: 16.00 Lieder zur Laute. 17.00 TM. 18.10 Poln. Klavierkonzert. 18.35 Gesang. 19.30 Mus. a. Filmen. 21.10 UM, 22.00-23.00 Sch. Budapest: 12.05 Ges. u. Cello. 13.30 Zigeunermus. 17.30 OK. 19.00 Zigeunermus. 20.00 Torquato Tasso, Schauspiel v. Goethe. 21.45 Jazz. 23.10 Sch. Moskau- Komintern: 18.00 Konzert. 21.30 Na. Budapest: 12.30 OK. 14.00 Sch. 15.45 Zigeunermus. 17.00 Klaviermus. 18.10 UM. 19.30 Chorkonz. 21.40 OK. 22.40 Jazz. 23.35 Zigeunermus. Moskau- Komintern: 17.30 Fest- Dienstag, 14. Juni: konz. 21.30 Na. Montag, 13. Juni: Deutschlandsender: 12.00 Musik a. Dresden. 14.00 Sch. 15.15 Beliebte Tenöre( Sch.) 1600 UM. 19.10 UM. Nachrichten in deutscher Sprache ( außer Sonntags) Deutschlandsender: 14.00 Sch. 15.15 TM( Sch.) 16.00 UM a. Stuttg. 18.00 Schumann- Schubert- Konz. 18.20 Sch. 19.10 UM. 20.10 UM. 21.15 Symph. Konz. 22.30 Kammermus. 23.00 TM a. Köln. 24.00 Traumbilder, popul. OK a. Wien. 1.05-2.00 Volksmus. a. Wien. Berlin: 15.00 UM. 16.00 OK a. Königsberg. 18.00 UM. 19.10 Sch. 20.00 Symph. Konz. d. Berl. Philh. 21.00 Solisten- Konz. 22.30 TM a. Hambg. 24.00-3.00 OK a. Stuttg. Berlin: 12.00 Konz. a. Stuttg. 14.15 UM. 15.35 Sch. 16.50 Schubert: Quintett C- Dur. 17.40 Vt. ü. Badebräuche. 18.00 UM. 10.10 UM. 20.00 OK. 21.30 22.30 UM a. Breslau. 24.00-3.00 Konz. Nußknacker- Suite von Tschaikowski. aus Frankfurt. Leipzig: 13.15 Konz. a. Stuttg. 14.00 Sch. 15.10 Vt. ü. Waldbäume. 16.00 UM v. Dt.- Sender. 18.20 Kammermusik. 19.10 Tänze d. Völker. 21.30 UM. 24.00-3.00 Mus. a. München. Wien: 12.00 Konz. a. Stuttg. 14.10 Sch. 15.30 Mus. f. Violine u. Klavier. 16.00 UM v. Dtschl.- Sender. 19.10 UM. 21.10 Beethoven: Streichquartett G- Dur. 22.30 OK. 24.00-3.00 Musik a. München. Beromünster: 17.00 UM. 17.25 Mus. a. galanter Zeit. 18.00 Kinderst. 18.30 Schifferklav.- Konz. 19.10 Schubertlieder. 19.55 Vt. 20.15 Tschechoslovak. Klaviermus. 20.50 Lieder. 21.45 Medizin. Vt. Breslau: 13.15 UM. 14.15 UM a. Berlin. 16.00 UM v. Dtschl.- Sender. 18.20 Schöne Stimmen( Sch.) 20.10 TM. 22.30 UM a. Stuttg. 24.00-3.00 Musik aus Danzig. Leipzig: 12.00 Konz. a. Frankf. 14.00 Sch. 15.20 Kammermus. 16.00 Sch. 19.10 Symph. Konz. 20.45 Kabarett. 22.30 UM a. Stuttg. 24.00-3.00 Mus. a. Danzig. Straßburg: 17.00 Dt. Kulturbericht. netts a. Paris. 20.00 Salambo, Oper v. Reyer a. Paris. Mailand: 17.05 Violinsoli. 21.00 Operette, dann TM( bis 23.50). Warschau: 16.00 UM. 17.00 TM ( Sch.) 18.10 Klavierkonz. 19.00 KinIderlieder. 19.25 Poln. Mus. 21.10 Operette. 22.00-23.00 Alte Mus.( Sch.). Budapest: 12.05 Klav. u. Ges. 13.30 OK. 17.30 Zigeunermus. 18.30 Lilly. Operette v. Hervé. 20.50 Jazz. 21.45 OK( Dir. Prof. Dohnanyi). Moskau- Komintern: 17.30 Oper. 21.30 Na. Samstag, 18. Juni: Wien: 12.00 OK. 14.10 Sch. 15.00 Deutschlandsender: 12.00 UM aus Bergmannssagen. 16.00 OK.17.10 UM. Königsbg. 14.00 Sch. 16.00 Bunte Melodien a. Frankf. 18.00 UM. 20.00 v. Dtschl.- Sender. 20.00 UM. 22.30 UM a. Stuttg. 24.00-3.00 Musik aus Schöne Melodien. 22.30 Kammermus. Danzig. 23.00 TM a. München. 24.00-3.00 UM 19.15 Vt. ü. Nansen. 21.10 Hörsp. 20.50 Beromünster: 18.00 Vt. 19.10 Sch. a. Breslau. Konz. 22.10 Sch.. 21.00 Lustsp., dann TM( bis 23.55). Mailand: 17.15 Lieder u. Duette. Warschau: 16.15 TM( Sch.) 18.00 Solistenkonz. 19.00 Hörsp. 19.45 UM. 21.00 Operettenkonz. 22.00 Polnische Kammermusik. Budapest: 12.30 OK. 15.30 UM. 17.15 Jazz. 22.00 OK. 23.10 Zigeunermusik. Flötenkonz. 18.50 Ungar. Lieder. 21.15 Moskau- Komintern: 19.00 Konzert. 21.30 Na. Freitag, 17. Juni: Berlin: 12.00 OK a. Wien. 13.15 UM a. Wien. 14.15 Sch. 16.00 Bunte Melodien a. Köln. 18.00 UM. 19.10 Thomas Beecham dirigiert( Sch.) 21.00 Walzer. 22.30 TM. 2.00-3.00 UM a. Stuttgart. Breslau: 12.00 OK a. Wien. 13.15 UM a. Wien. 16.00 Bunte Mel. a. Köln. 18.20 Wanderung durch den Zoo. 18.35 Sch. 20.00 Bunter Abend. 22.30 TM. 24.00-3.00 UM. Leipzig: 12.00 OK a. Wien. 13.15 UM a. Wien. 16.00 Bunter Nachm. a. München. 18.15 Schöne Stimmen ( Sch.). 19.10 UM. 20.00 Alpen- Melodien a. Wien. 22.30 TM a. Berlin. 2.00 bis 3.00 UM a. Breslau. Deutschlandsender: 12.00 Musik a. Hambg. 14.00 Sch. 15.15 Kinderlieder. Wien: 12.00 OK d. Wiener Sinfoni16.00 UM a. Leipzig. 18.00 Klavier- ker. 13.15 UM. 14.10 Klassiker d. Wiemusik. 18.25 Sch. 19.10 Kabarett a. ner Operette( Sch.) 20.00 Aus unseren München. 20.20 UM. 21.00 Seine Frau, Alpen, Melodienfolge. 22.30 UM. 24.00 die Sekretärin, Komödie v. Reichardt. bis 3.00 UM a. Breslau. 22.30 Kammermus. 23.00 TM. 24.00 bis 3.00 UM. Nizza. Beromünster: 18.10 Vt. 18.30 UM. 19.55 OK. 20.15 Chorges. 20.35 HörBerlin: 12.00 Konz. a. Saarbr. 14.15 szenen. 21.40 Volkstümliches. 22.20 UM. 15.35 Sch. 17.00 Rumän. Musik. TM. 18.00 UM. 19.10 Sch. 20.00 Humor. Straßburg: 17.00 Kammermus. 17.55 Dichtungen. 21.00 Tenor u. Ballerina, Report. v. d. Feier in Verdun. 18.45 Arien u. Balettmus. 22.30 TM a. Leip- Sch. 20.30 Mil.- Konz. 21.30 Konz. a. zig. 24.00-3.00 Mus. a. Frankfurt. Breslau: 12.00 UM. 14.00 Sch. 16.00 OK. 18.20 Die Sprechstunde, Hörszene. 19.10 UM. 20.20 Moderne Mus.( OK). Mailand: 17.15 Klaviersoli. 21.00 23.00 TM a. Leipzig. 24.00-3.00 UM. Warschau: 16.00 Sch. 17.00 TM. UM. 21.20 Lieder a. Warschau. 22.15 18.10 Kammermus. 19.00 Gesangskonz. Leipzig: 13.15 UM a. Saarbr. 14.00 19.30 Chorlieder. 21.10 OK. 22.10 bis 23.55 TM. UM. 15.40 Vt. ü. Amazonas. 16.00 UM. Ueberraschungen. Warschau: 16.00 OK. 17.00 TM. 18.00 Vt. ü. Baukunst d. Altertums. Straßburg: 17.15 UM. 18.30 MusikVtr. 19.30 Konz. a. Rennes. 20.30 OK. a. Paris. 7.55 Luxembg. 8.20 Straßbg. 10.05 Brünn. 12.30 Prag- Melnik. 13.40 LuBreslau: 14.15 UM a. Hambg. 15.30 xembg. 13.55 Brünn. 14.00 Preßbg. 18.15 Moskau. 18.45 Brünn u. Preßbg. Kinderlieder. 16.00 Kammertrio alter 19.00 Luxembg. 19.15 Prag- Melnik. Instrumente. 18.00 Vt. Der Schmuck 18.10 Klavierkonz. 19.00 Poln. Ges. 19.10 TM( Sch.). 20.00 Walzer aus 19.45 Beromünster. 20.00 Straßbg. im Leben d. Völker. 18.30 Lieder. 19.30 Poln. TM( Sch.) 20.00 Symph. Dresden. 22.35 TM. 24.00-3.00 Musik Konzert. 20.00 Ein Glockenton vom Meeres22.00 Moskau. 22.15 Prag- Melnik 1. Luxembg. 22.50 Bukarest. 23.00 Mos- grund, Hörf. v. Prugel. 21.15 Lausitzer Budapest: 12.05 Zigeunermus. 13.30 Wien: 12.00 UM. 13.15 OK, 14.10 kau. Baudenmus. 24.00-3.00 Mus. a. Wien, Sch. 17.30 Ges. u. Klav. 18.15 UM. Aus Wagners Opern. 15.30 Paganiniaus Köln.. Mailand: 17.15 Sch. 21.00 Der Rosenkavalier, Oper v. R. Strauß; dann bis 0.30 TM. Budapest: 12.05 OK. 13.30 Sch. 17.30 OK. 18.45 Chorkonz. 20.00 Festkonzert. 21.30 Zigeunermus. 21.30 Klaviermusik. 23.10 Jazz. Moskau- Komintern: 17.30 Uchertragung. 18.00 Konz, 21.30 Na. Wr. 13« SomStag, 11. Sun« 1038 «elfe 7 Nach der Reinigungskur B. B. Paris. Wenn bisher gewisse Iweifel auf der Politik der französischen sozialistischen Partei lasten konnten, so hat der Kongress von Roimn die Wirkung eine- reinigenden Gewitters aiiSgeübt. Die Partei erscheint seht in ihrer Ge« samthcit als das, was ihre Führung immer gewesen ist, als ein verantwortungsbewusster, von Realismus erfüllter, Faktor der französischen Politik, welcher die grosse Tradition des Sozialismus IaureS'scher Prägung in sich trägt, aber der Romantik der Barrikade in allen ihren Spielarten eine deutliche Absage erteilt. Die sozialisti« sitze Partei hat sich in Royan von jenen Pseudo« revolutionären befreit, welche die Partei kompromittierten und deren Aktion hemmten, die sich auf dnö praktisch Erreichbare im Innern und nach Aussen zu Gunsten eine- starken, würdigen Verhaltens der Nation«insehte. Im vollen Um« fange hat sie jetzt jenes innere Gleichgewicht zu« riickcrlangt, das ihr nach der neosozialistischen Spaltung vom Dezember 1933, bei der der rechte Flügel amputiert wurde, manchmal verloren gegangen war. Damals handelte eS sich um dest Abgang von Opportunisten, unter denen sich jedoch crnstzunehmende, gereifte Politiker befanden, die in der Geschichte des französischen Sozialismus nicht wenig bedeutet hatten. Die Pivertisten hingegen sind zu einem Teil politischer Flugsand, zum andern, Elemente, die von jeher der Partei fremd waren und eher ihren Platz bei Anarchisten oder Trotzkisten gehabt hätten. Nur dank der weitgehenden innerparteilichen Demokratie vermochten sie so lange bei den Sozialisten Unterschlupf zu finden, von denen sie sich auch jetzt in ihrer Mehrheit freiwillig trennten, ohne durch ein AuSschlussdekret gezwungen zu sein. Dar Zentral« organ der Partei vermag darum in diesem Verhalten keine wirkliche politische Aktion zu erblicken, sondern nur einen„Lausbubenstreich", von der Art jener wie sie von Marceau PivertS Anhänger, wir erinnern an die Demonstration vor dem EenatSgebäude, die Protestversammlung gegen dir republikanische Regierung, wiederholt durchgeführt worden waren. Während«S die ausgelockerten Verhältnisse bei der französischen Rechten ohne weitere- ermöglichen, neue Parteien ins Leben zu rufen und selbst Parlamentarier zu finden, welche sich ihnen anschliessen, ist ein ähnliche- Beginnen auf der Linken zu einem sicher«:' Misserfolg verurteilt. Es musste rin Ereignis von solchem Ausmasse wie die russische Revolution eintreten, um gewisse Rückwirkungen auf die Par« teienzusammensehung der französischen Linken auSzuüben. Dutzende von Gruppen, die unter den verschiedensten, lockenden Firmierungen neben die beiden grossen Arbeiterorganisationen treten wollten, sind seit Kriegsende gescheitert, mag ihr Start auch noch^so hoffnungsvoll, gewesen sein. Dazu kommt, dass im gegenwärtigen Augenblick da» BedürfniS für eine proletarisch-extremistische Opposition weniger denn je besteht, denn objektiv vermag sie durch ihre antinationale, antimilitari« siische Einstellung doch nur die Sache der ausländischen Faschismen besorgen, die darauf lauern jede Schwäche Frankreichs au-zunützen. Die verhängnisvolle Rolle der Pivertisten kam bei den Kongrehdebatten hinreichend zum Vorschein. In ihrer Stellungnahme zur internationalen Lage offenbarten die Delegierten der»Revolutionären Linken" eine völlige Unkenntnis der Situation, wobei ihnen auch die Veränderungen entgingen, welche infolge der nationalsozialistischen Machtergreifung in Europa eingetreten waren. Sie zeigten sich als Pazifisten um jeden Preis ähnlich übrigens wie gewisse vereinzelte Erscheinungen auf dem äussersten rechten Flügel der Partei. Der französische Sozialismus von seinen destruktiven Elementen befreit, vermag sein innerpolitische- Prestige bedeutend zu steigern, denn dir Parteiführung ist in Zukunft nicht mehr ge- wisscn Zufallsabstimmungen au-geliefert, welche die unheilvollsten Rückwirkungen auf die Gesamtlage de- Staate- haben konnten. Die politische Einsicht, verfochten von den repräsentafivsten Persönlichkeiten der Bewegung, geht al- Siegerin au- allen Auseinandersetzungen von Rohan hervor. Der von Lion Blum in einer staatsmännischen Rede vorgezeichnete Weg wird die für die Partei richtunggebende Marschroute. Keine Koali« tionS- und Regierungspolitik um jeden Preis will man betreiben, sondern nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Ersten- in jedem Falle, tvenn die gesellschaftliche Entwicklung um ein bedeutende- Stück nach Vorwärts getrieben werden kann, sodann, wenn da- Land vor aussenpolitischen Gefahren steht und dritten-, wenn die Bedrohung auf innerpolitischem Gebiete es erforderte, dass»l« Sozialisten einen Teil der Staatsgewalt in ihre Hände nähmen. Diese Konzeption zeigt sehr wohl, dass man die politische Wirklichkeit über den Doktrinarismus stellt, wobei Lion Blum mit grossem Nachdruck an das Beispiel der italienischen und der deutschen Sozial- demokratie erinnerte. Rohan bedeutet einerseits Verzicht auf jede- Abenteuer, andererseits aber doch auch eine Aktivierung der Parteikräfte, denn cs kann sich nicht darum handeln, dass die französischen Sozialisten von nun ab eine tateplose Tolerierung gegenüber dem Kabinett Dgladier praktizieren wollen. Nach den Kongressbeschlüssen sollen zwei Fragen schon in allernächster Zeit in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt werden; zwei Problem«, die jedem Sozialisten am Herzen liegen: die bisherige Handhabung der Nichtinter- vcntlonspolitik im spanischen Konflikt und die Reform des Senates. In der gesäuberten Partei werden gewisse Widerstände und Meinungsverschiedenheiten übrigblpiben, vor allem durch da- Wcitcrbestchc» der im Ganzen loyalen und gesunden Opposition Jean ZyromskiS, welche jedoch wie in der Vergangenheit nur dazu beitragen wird, die Vitalität deS französischen Sozialismus zu steigern. Da- Hauptergebnis des Parteitages ist die Bestätigung jener französischen Redensart, wonach ein« Vettere Subventionen kür LtreVen» lind Brückenarbelten Im deutschen Gebiet Da- Ministerium für öffentliche Arbeiten hat folgende weitere Staatsbeiträge bewilligt: Dem Bezirke Mäbrisch-Schönberg wurden 1,485.000 XL für den Bau der Bezirksstrasse Goldenfluss—Ober-Ullersdorf in einer Länge von 6573 Meter mit einem Kostenaufwande von 1.650.000 XL bewilligt. Im Bezirke Römer st adt wurde durch die Bewilligung eine- Staatsbeitragei von 140.000 Xi der Bau der Bezirksstrasse Doberseik—Friedrichsdorf in einer Länge von 1562 Meter, voranschlagt auf 850.000 Xi, sichergestcllt. Dem Bezirke W a g st a d t wurde ein Staatsbeitrag von 880.000 Xi für den Bau der BezirkS- ftrasse Klimkovice—Bkekina in einer Länge von 8554 Meter mit einem Kofteiworanschlage von 1,100.000 Xi und für den Bau der DezirkSstrasse Klimkovice— Starck Bilck in einer Länge von 2860 Meter voranschlagt auf 897.000 Xi, ein Staatsbeitrag von 65.000 Xi bewilligt. Weiter- wurde dem BezirkeTrovvau ein Staatsbeitraa von 150.000 Xi für den Bau der Bezlrklftrasse Gross-Glocker-dorf-Haltestelle in einer Länge von 2740 Meter, voranschlagt auf 750.000 Xi. und zum Umbau der Bezirksftrasse Trovväu— Fulnek im Stadtdurchzime Trovvau in einer Länge von 1078 Meter. voranfchla"t auf 400.000 Xi. «In Staatsbeitrag von 410.000 Xi bewilligt. Alle diese Bauten, mit Ausnabme des letztgenannten Baue», welcher sobald als möglich veraeben werden soll, wurden bereits begonnen, sie werden heuer fortgesetzt werden. In der Sektion für Bauten Nichtstaat« kicher Brücken hat da- Ministerium für öffentliche Arbeiten durch Bewilligung von Staatsbeiträgen ermöglicht: Im Bezirk« Römer st adt den Dau der Brücke über die Mobra in^riedland a. M. mit einem Kostenvoranschlage von 480.000 Xi mittel- eines Beitraget in der Löhe von 40 Prozent bi- 190.000 Xi; imB«, zirkeWaastadt den Bau der Brücke über die Oder bei Sladkck Tira, voranschlagt auf 700.000 Xi, mittel- einer Unterstützung von. -0 Pro-ent bis höchstens 280.000 Xi: und dem BezirkeL eschen den Bau der Brücke über die Koftelnice bei Zihla giit einem Bauaufwande von 100.000 Xi mittel» einer Unterstützung von-0 Prozent bi- zu 40.000 Xi. Die Gesamtauswände der so ermöglichten Bauten erreichen alko 1,280.000 Xi und die zugehörige Summe der Staatsbeiträge 510.000 Xi. Au^-rdem werden soeben beschleunigt weitere Staatsbeiträge verbandelt, und zwar: dem Bezirke Römer st adt zum Baue der Brücke über die Mobra i*t km. 18.00 der Bezirksstrasse Kriegsdorf—Neurod«, voranschlagt auf 400.000 Xi. dem Bezirke Iäaerndorf zum Baue der Brücke rber den Ramselbach in Grossraden mit einem Ko« stenvoranschlaae von 150.000 Xi und der Stadt Ostrau zum Bau der Brücke über die Ostravica. vor- anfchlagt auf 1,500.000 Xi. also Beittäge zu Brük« Geschichten aut den»Schwarzen Bergen* Da» Königreich Montenegro ist verschwunden, aber die Montenegriner sind geblieben; und sie sind immer noch so eigenartig und merkwürdig wie früher. Der Montenegriner ist recht treffend al- Mischung zwischen geizigem Scholten, prahlerischem Gascogner und Hungerleider charakterisiert worden. Im Berlage der»Sedma Sila" in Belgrad erschien ein montenegrinisches Anck» dotenbuch, au- dem wir folgende Geschichten entnehmen, die für die Bewohner der»Schwarzen Berge" charakteristisch sind. DI« Flotte Im September 1912 lief ein k. u. k. Minenboot den Hafen von Bar(Antivari) an. Mrgud Milutinovic, damals ein junger Bursche, heute Gemeindevorsteher von Podvisje, war zum ersten Male an- Meer gekommen. Er hauste droben im Karst und hatte noch niemals einen Kahn, geschweige denn ein Schiff gesehen. »Habt Ihr noch mehr solche Schiffe?" fragte Mvgud einen der herumlungernden Matrosen. »Natürlich I" »Wieviel?" »Hunderte. In Pola, in Cattaro, in Si- benik... Da- ist aber erst di« Hälfte. Die anderen sind in China, in Japan, auf dem Ozean..." ,,Fabelhaft! Und kommen die Schiffe nie zusammen?" »Niel Äusser wenn Krieg ist." »Aber Euch greift doch keiner ani" »Das nicht. Aber weyn, sagen wir, einem Matrosen hier etwa- passiert, dann sagt er e- dem Kapitän, und der Kapitän sagt eS dem Admiral, und der Admiral sagt es dem Kaiser, und dann gibt«S Krieg!" mal doch jene Recht bekommen müssen, welche wirklich Recht haben, was diesmal nicht nur im Jutcrcffc des eigenen Landes gewesen ist, sondern auch zum Nutzen de- gesamten demokratischen Europa, dem in Frankreich«in Hort der Freiheit erhalten bleibt, von keiner parteipolitischen Kurzsicht gefährdet, von keiner mangelnden Stabilität in seiner Führung bedroht. kenbauten, die insgesamt auf 2,050.000 Xi voranschlagt worden sind. Da- Ministerium hat ferner dem Bezirke D a u b a«inen Staatsbeitrag von 228.000 Xi für den Bau der Bezirk-strasse Schel«s« u—Z imor in einer Länge von 2807 Meter, voranschlagt auf 760.000 Xi, bewilligt. Mit dem Bau soll baldigst begonnen werden. Weiter» hat«S durch die Bewilligung eine» Staatsbeitrage» von 875.000 Xi den Bau der Bezirk»itrasse T«t s ch« n—S> errn» kreischen in einer Länge von 2166 Meter, mit einem Kostenvoranschlage von 8.500.000 Xi. ermöglicht. Dieser Bau ist bereit» begonnen worden und wird heuer sortgeführt werden. In der Sektion für Bauten nichtstaatlicher Brücken bat da» Ministerium für öftentlich« Arbeiten dem Bezirke K l a t t a u zum Bau der Brück« über die Angel in Neuern, voranschlagt auf 800.000 Xi. einen Staat-beittag von 80 Prozent bi» zu 90.000 Xi bewilligt und verhandelt über di« Be vor weltbekannte Inhalatorium, einzigartig zur Heilung der erkrankten Atmungsorgane In BAD LUHACOVICE.» Vulutn Hl« Pnipeku dank di» Mmmltaf. willigung eine- weiteren Beitrage- zum Bau« der Brücke über die Angel in Borovy mit einem Kostenvoranschlage von 700.000 Xi. Herstellungsarbeiten auf Staats* Straßen In nordböhmischen Bezirken Im Bereiche der nordböhmischen Bezirke Teplitz-Schönau, Titschen und Böhmisch-Leipa werden im laufenden Jahre im Rahmen der genehmigten Bauprogramme die HerstellungSarbei- ten für die Staatsstrassen mit einem Gesamtaüf- wande von 5,864.000 Xi durchgeführt tverden. Für die HerstellungSarbeiten in den einzelnen Bezirken sind folgende Beträge bewilligt: Polttscher Bezirk T e v l itz- S ch ö n a u 1.850.000 Xi. voli- rischer Bezirk T e t s ch e n 1,985.000 Xi, politischer Bezirk Böbmisch-Leiva 2.985.000 Xi. Schwere Beläae werden mit einem Aufwande von 2,790.000 Xi. mittlere und leichte Beläae mit einem Aufwande von 3,074.000 Xi durchgeführt werden. In den genehmigten HerstellungSarbeiten sind unter anderem mich die Pslastenmaen der Staatsstrasse Eisenstein—Tcplitz in einer Länge von 2758 Meter bei Settenz und weiter» bei Brüx in der Richtung gegen Hawran in einer Länge von 1150 Meter enthalten. Die Borbereitungsarbeiten für die Inangriffnahme dieser HerstellungSarbeiten sind bereitbeendet, so dass in der allernächsten Zeit mit den Arbeiten begonnen wird, um die Arbeitslosigkeit in den oben erwähnten Bezirken zu mildern. Im Bezirke Tevlid-Schönau wird au Im nächsten Augenblick hatte der Mätrose ein paar saftige Ohrfeigen. Tumult, Verhaftung, Verhandlung. Berühmt ist die Verteidigung MrgudS geworden: »Ich wollte einmal die ganze k. u. k. Flotte auf einmal sehen!" Die Kaneerven Die Montenegriner sind immer hungrig, und sie sind e» auch immer gewesen. Wenn c» wieder einmal Krieg mit den Türken gab, dann teilte der König seiner Armee, Mann für Mann, je ein Brot auS; ein zweites Brot bekamen sie als Belohnung, wenn der Krieg gewonnen war. Im Jahre 1908 aber schickte Zar Nikolaus an König Nikita ein« ganze Schiffsladung mit Konserven. Gebrauchsanweisung:„Nur im Kriegsfälle zu benutzen!" Monatelang lagen die Konserven im Magazin, und die Montenegriner schlichen um sie herum. Sie murrten; eine Revolution drohte. Nach sieben Monaten entschloss sich Nikita zu einem Telegramm nach Petersburg: »Krieg erklären oder Konserven freigeben!" Leiter Wunsch Ivo aus Piper lag im Sterben, umgeben von seiner Familie, die ihm, traditionsgemäss, den letzten Wunsch erfüllen wollte. Lange zögerte Ivo; dann sagte er: »Ich würde sehr gern noch einmal ein Stück Speck essen." Noch länger zögerten die Verwandten. Endlich seufzte der älteste von ihnen: „Herrgottnochmal, ein Stück Specks Wie gern würden wir das auch noch einmal essen!" Ivo bekam seinen Speck nicht. Speck ist im armen Montenegro eine seltene Delikatesse. Warum sind die Montenegriner mager? Klassisch ist der Ausspruch König Nikita? geworden, mit dem er die Frage des französischen keeüttanstolr öer Deutschen dem Bau« der Brücke über den Mühlgraben in Brür gearbeitet, welcher einen Kostenaufwand von 275.000 Xi erfordert. Im Bezirke Böbmisch-Leiva wird der Bau der Brücke auf der Staatsstrasse über den Jung« ferttbach bei Niemes mit einem Kostenaufwande von 210.000 Xi durchgeführt. Äusser den oben angeführten Arbeiten werden noch die Pflasterungen der staatlichen Durchgangsstrassen in den Gemeinden mit einem Kostenautwande von 1.286.000 Xi durcbaefübrt. für welche rin Staatsbeittaa von 1,102.000 Xi. d. i. 90 Prozent der tatsächlichen Gesamtkosten, bewilligt wurde. Handelskammern urgieren Export* förderung Der handelspolitische Ausschuss der Zentrale der tschechoslowakischen Handel»« und Gewerbe« kammern hielt am 9. Juni 1988 eine Sitzung ab. Da der bisherige Stand der Exportförderung keineswegs befriedigt, wurde beschlossen, das Präsidium der Zentrale zu ersuchen, dass die Präsidenten der Kammern unter Beteiligung der Generalsekretäre in einer Audienz beim Vorsitzenden der Regierung auf die Notwendigkeit einer raschen Verwirklichung von Massnahmen zu Gunsten der tschechoslowakischen Ausfuhr hinweisen. Die Löhne der Waldarbeiter In Deutschland sind selbst in der Zeit der Hochkonjunktur noch niedriger al» in der Krisenzeit und im demokratischen Deutschland. 1933 schrieb der nationalsozialistische»Landarbeiter":»Deutsche Land« und Waldarbeiter! Wir wissen, dass bei Euch die Not am grössten ist. Wir wissen ferner, dass Eure Löhne die schlechtesten und niedrigste» deS ganzen Volke- sind." ES folgen die vielen Versprechungen. Was daraus wurde, zeigen die Stundenlöhne in den Staatüwaldungen. Wir nehnien die h ö ch st e Lohngruppe I. In dieser betnigen die Löhne in Pfennigen: Preussen.■ 1929 ... 68 1982 *55 1938 52 Bayern.. ... 65 ’ 53 51 Mecklenburg. ... 57 51 48 Hessen.. ... 73 58 54 Anhalt.. ,.. 71 57 55 Braunschweig »»,"0 57 55 Württemberg ... 70 50 50 Sachsen.. ... 76 56 56 In der Zeit, in der die Gewinne au» der staatli« chen Waldwirtschaft enorm gestiegen sind, wurden die Löhne der Waldarbeiter fast überall beden« tend gekürzt. Auch der Stücklohn lvurde geschmä- lert. Während dieser 1929 mit 25—80 Prozent über dem Stundcnlohn lag, wurde diese Spanne von den Nationalsozialisten auf 20 Prozent her« abgeseht. Gesandten beantwortete, ivarum alle Montenegriner so entsetzlich mager seien: »Dick kann man nur von fremden Sorgen werden. Wir haben unsere eigenen." Krankendllit Wenn der Montenegriner den Arzt ruft, ist der Fall schon fast hoffnungslos. Aber Schuto aus Zub ging doch einmal nach Cetinje und holte den Doktor, denn feine Mutter war schlver krank. Der Arzt wanderte einen halben Tag über sonnverbrannte Felsen, kam nach Zutz, sah sich die Alte an und nahm Schuto beiseite: »Also: Sorgsam pflegen. Wenig essen. Nur gelegentlich ettvaS saure Milch und ettvas Hühnerbrühe geben— sonst nicht, gar nichts, wenigstens eine Woche lang!" »Hundesohn, elender! Für den Rat bekommst du keinen Groschen. Wenn wir hier saure Milch und Hühnerbrühe zum Essen hätten, wäre sie ja doch nicht krank geworden!" Montenegro ohne Krise Ein Belgrade« Journalist befragte die montenegrinisch« BolkSmcinung über die Krise. Al» erste interviewte er eine Grossmutter aus Cetinje. »Krise? Ich glaube nicht daran. Als ich sung war, da war der einzige, der in unseren: Stamme ein Hemd hatte, der Bojvode Mitjun, und das trug er auch nur am Feiertag, und wenn er zum„Goschpodar" in den„Schenat" gerufen wurde, und manchmal verborgte er e» auch an den Bojvoda Jovan, der kein- hatte. Wer heute? Schau mich an! Ich hab' ein Hemd am Leibe und eins zu Hause in der Truhe, und meine Tochter hat auch zwei, und mein Enkel hat auch ein», und jeder von uns,— da lartn doch keine Krise sein!". Seite 8 Prager Zeitung " Sozialdemokrat" Neue Straßentafeln. Die Prager Stadtverbracht, sich mit der energischen Majorin auf einen waltung hat den Beschluß gefaßt, den Hausbesißern Betrag von 8000 Kč auszugleichen, den sie in Maten aufzutragen, die bereits bestehenden Vorschriften über abzuzahlen versprach. Sie stellte auch einen Schulddie Bezeichnung der Häuser, die bisher vielfach ver- fchein auf 8000 Kč aus. nachlässigt wurden, strikt einzuhalten. Jedes Haus schild muß neben der Hausnummer auch die Zahl des betreffenden Stadtviertels angeben. Vorläufig ist für Tafeln, die nicht genau den Vorschriften ents sprechen, aber ihnen annähernd entsprechen, eine gewisse Duldungsfrist eingeräumt. Eine Neuerung für die innere Stadt bedeutet die Bestimmung, daß in diesem Stadtrayon die Straßen danach unterschieden werden, ob sie parallel zur Moldau verlaufen oder in der Querrichtung. Die mit dem Fluß gleichlaufen den Straßen werden vom Süden her numeriert, wobei die linke Straßenseite mit den ungeraden und die rechte mit den geraden Zahlen versehen wird. Bei den quer zur Richtung des Flusses liegenden Straßen beginnt die Zählung der Häuser vom Fluß ufer an, d. h. für die Straßen des linken Moldaus ufers vom Often, die auf dem rechten Moldauufer befindlichen vom Westen her. Für größere Pläge sind besondere Tafeln in weiß- blauer Farbe vorge fchen. Die Führung der Geschäfte beim Brager Magiftrat war Gegenstand eines Wettbewerbes, welcher Vorschläge für eine praktischere und ökonomische Re gelung bringen sollte. Die Ausschreibung erfolgte genau vor einem Jahr, am 11. Juni 1987. Inner halb der gestellten Frist liefen 27 Arbeiten ein, die von einer Fachkommission geprüft wurden. Die Vorschläge wurden in drei Gruppen geteilt. Die erste enthielt die allen Wettbewerbsvorschriften entspre chenden Arbeiten, die atveite jene. awar nur teil weise entsprechen, aber wertvolle Anregungen geben, die dritte alle übrigen. Den ersten Preis von 15.000 Kč erhielt eine Arbeit von Dr. J. Sudec und A. Chvojka über die Reorganisierung des städtischen Arbeitsvermittlungsamtes. Weitere Preise awischen 7000 und 500 Kč wurden 18 weiteren Projekten zuerfannt, Die Ausflugszüge der Staatsbahnen veranstals ten eine Sondererfurfion zur Feier der Weihe der Bolonien in Karpathorußland vom 15. bis 26. Juni für Kč 640.- Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhofe, Tel. 38835. Gerichtssaal Ein Erbschaftsstritt ( Oberstes Gericht.) wechselseitigen Erkennen und der Vertiefung der fulturellen Beziehungen beiträgt.- Der Gröff Samstag, 11. Juni 1938. Nr. 136 nungsfeier folate eine Besichtigung der Ausstellung. Volksbildungshaus Urania welche das ganze Sinsty- Palais einnimmt und außer zahlreichem photographischem Material eine große Menge schönster Erzeugnisse der bulgarischen Volkskunst- Stidereien, Teppiche u. dgl. sowie Jfonen, Schmudſtüde, Voltstrachten und andere Ge genstände von folkloristischer Bedeutung enthält. Festfonzert im Fürstenberg- Garten am 16. Juni, 9 Uhr. Nachtserenade. Eintrittspreis: Kč 10.-, für Abonnenten Kč 6.- Jeder Abonnent hat Anspruch auf zwei ermäßigte Karten. Diese find aber nur im Vorverkauf täglich an der Tagesfaffe zu erhalten. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag halb 8: Peripherie, B 1. Sonntag halb 8: Die Zauberflöte, Gastspiel Kammersänger Emanuel Lift, A 1.- Montag: geschlossen. Dienstag halb 8: Die Cfardasfürstin. Abonnement aufgehoben. Mittwoch 7 Uhr: Stari V., Festbor ſtellung für den Verband der deutschen Journalisten in Böhmen, Uraufführung, B 2. Donnerstag 8: Peripherie. C 2. Freitag halb 8 Uhr: Frauen in New York, Abonnement aufgehoben. Samstag Uhr: Carmen, B 2. Sonntag: Ein Sommer nachtstraum, im Waldsteingarten. Ehe sie aber noch zu der Abzahlung kam, ber starb auch die Frau Majorin. Damit war die Sache aber feineswegs erledigt gang im Gegenteil. Die Frau Majorin hatte drei Erben, von denen einer im Nachlaß der Erblasserin jenen Schuldschein fand und schleunigst jene 8000 Kč einflagte. Da aber seit Ausstellung des Schuldscheines mehr als drei Jahre verstrichen waren, wies das Bezirksgericht die Klage ab, indem es sich der Ansicht des Beklagtenvertreters Dr. Emil Hartmann anschloß, daß es sich um eine Geschäftsschuld handle, die nach drei Jahren als verjährt angesehen werden müsse. Das Kreisgericht bestätigte in zweiter Instanz das Ersturteil, worauf der geldfüchtige Erbe Revision an das Oberste Gericht einlegte. Das Oberste Gericht wies die Revision mit folgender bemerkenswerter Begründung ab: Der Erbe habe bestenfalls das Recht gehabt, für sich ein Drittel des strittigen Betrages zu verlangen, da Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag insgesamt drei Erben vorhanden find, von denen die halb 8: Zweierlei Mak. Erstaufführung. Sonn beiden anderen keinerlei Ansprüche geltend gemacht tag 8: Liaison, volkstümliche Vorstellung. haben. Auf die ganze Summe hätten nur alle drei tag: geschlossen. Dienstag 8: Zweierlei Maß. Erben gemeinsam flagen dürfen. Da ein Drittel der Mittwoch 8: Zuviel Familie, volkstümliche Vorstel eingeklagten Summe aber nur 2666.66 Kč ausmache, lung.- Donnerstag 8: 3weierei Maß. Freitag: bestehe überhaupt keine Möglichkeit, die Revision an geschlossen. Samstag halb 8: Zweierlei Maß. das Oberste Gericht einzulegen, da bei Beträgen unter 5000 Kč bei zwei gleichlautenden Urteilen der unteren Instanzen der weitere Rechtsmittelzug ausgeschlossen sei. Erblich belastet ( Jugendgericht.) Prag. rb Vor dem Jugendgericht, dem OGR Dr. Svoboda präsidierte, stand ein 15jäh riger Bursche unter Anklage der Verfehlung der öffentlichen Gewalttätigkeit, begangen durch Be fchränkung der persönlichen Frei heit". Der 15jährige Bursche hatte gemeinsam mit einem 13jährigen Komplicen ein 14jähriges Mädchen überfallen und an ihr unzüchtige Handlungen vorzunehmen versucht. Der 13jährige, der im Sinne un feres Strafgeseves noch nicht strafmündig" ist, wurde einer Erziehungsanstalt überstellt. Der 15jährige, der einen außerordentlichen Zhnismus an den Tag legte, schien wenig mildernde Umstände für sich zu haben. Erst bei Sonstatierung seiner Lebensgeschichte ergab sich, daß dieser junge Bursche, er ist Pflasterlehrling, der Sohn eines schweren Trinkers ist, der sich gegenwärtig im Irrenhaus befindet. Ferner wurde aus den Alten festgestellt, daß auch ein Bruder seiner Mutter als schwer Geistestranter in Anſtaltsbehandlung ist. Schließlich maßte das Gericht feststellen, daß der 15jährige an Syphilis erkrankt ist nicht etwa ererbier, sondern erworbener und seit einigen Monaten in BehandBrag. rb Ein gewisser Prager Trafikant knüpfte vor etlichen Jahren eine intime Bekanntschaft mit einer Majorswitive an. Die beiden Leutchen waren miteinander bekannt geworden, da sich beide als begeisterte Büchter der ,, Som bu cha" erwiesen. Tung steht. Man erinnert sich wohl noch an den Reflamehumbug, Das Jugendgericht brach nach diesen Feststel der mit diesem angeblich so wundertätigen Schvammlungen die Verhandlung ab und verfugte die gerichtsgetrieben wurde, der u. a, auch verjüngende Wirkun- ärztliche Untersuchung des Geisteszustandes des Angen haben sollte. geflagten. Kunst und Wissen Vereinsnachrichten Mon Masaryk- Volkshochschule Prag II., Klimentská 4. Wir gestatten uns, Sie zu dem am Montag, den 13. d. M., stattfindenden Konzert Gesang vom rollenden Globus von Hans Schimmerling einzuladen. Der vollständige Titel dieses Werkes ( Text von Josef Luitpold) lautet: 1. Teil: Europa zwischen gestern und morgen 2. Teil: Von Jappa bis Jedo. 3. Teil: Der schwarze Bruder. 4. Teil: Das Lieb ,, Ueberall". Mitwirkende: Maria Siegmund und Walter Windholz: Gesang, Josef Luitpold: Einleitende und verbindende Worte, Hanns Schim. merling: Am Flügel. Bei der Brünner Uraufführung fand das Werk begeisterte Aufnahme und wurde von der in- und ausländischen Bresse glänzend besprochen. * Eintritt: Kč 3.-, 10.-(( Mitglieder: Kč 3.- bis Kč 8.-). 1 Fahrt nach Dobřič zum Gauturn Filme in Prager Lichtspielhäusern Am. " feit der DTI am Sonntag, den 12. d. M. Wir treffen uns alle pünktlich Urania- Kino: Millionär." Friedl Ezepa, Hers um 7 Uhr früh am Smichover Bahn- mann Thimig. ATUS Adria: See- Kadetten." Am. hof. Kosten tour- retour Kč 5.60. Alfa: Ducháčet schafft alles." Vlasta Burian. Tic. Aussia Bezirksturnfest: Wir bitten Apollo: Die Tänzerin und der Diplomat." PRAG alle Mitglieder, die nach Aufsig zum Karin Hardt. D. Avion: Die schwarze Kaval Bezirksturnfest mitfahren wollen, es rechtzeitig in lerie.". Trenker. Ital. Bajkal: Der öffentliche den Turnstunden oder beim Turngenossen Schrader Bräutigam." Am. Beránek: Husaren heraus." in der GEC zu melden. Für die aftiven Mitglieder 2. Slezak. Tsch. Fénix: Eine tolle Geschichte." fostet die Fahrt mit Autocar tour- retour 10 bis Am. Flora: Das nadte Modell." L. Rainer, W. 12 Kč. Die Nichtaktiven müssen 35 Kč bezahlen. Wir Powell. Am. Hollywood:„ Die Beichte der Mute fahren am Samstag, den 18. Juni, um 13.30 Uhr ter." Slowakisch. Hvězba: See- Kadetten." Am. von der Smečky 27( Haus der Typograficka beseda) Julis: Die schwarze Kavallerie." 2. Trenter. ab. Ital.- Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen. Ortsgruppe Brag. Samstag, den Kotva:„ Das Lied der Liebe." M. Dietrich. Am. 11. Juni. Treffpunkt 4 Uhr Smichos Lucerna: Eine tolle Geschichte." R. Montgomery. ver Bahnhof. Fahrt nach Revnic. WanMetro: Seine rechte Hand." Am. derung zur Hütte. Uebernachtung. Sonn- Baffage: Dannert und ihre Liebhaber." D. Pid. In unserer Hütte im Brdywald haben Sie sch. tag Badetour nach Třebaň. Führung Praha: Vater Kondelit und Bräutigam Bejvara." - Radio: Nacht in Flammen." V. Francen, jetzt einen herrlichen Wochenendaufenthalt. Hütten- Fr. Staut: Dante, Mister Moto." Am. dienſt Stelzig. Auskünfte jeden Freitag von 6-18 Světozor: Vor Liebe wird gewarnt." Anny Ondra. Uhr im Verein deutscher Arbeiter, Smečky 27, TeleD. Veletrhy: Im Hafen des Glücks." Heinrich phon Nr. 27727. George. D.- Alma: Tarzans neue Abenteuer." Am. Beseda:„ Tarzans neue Abenteuer." Am. Carlton: Die falsche Kaye." Tsch. Illusion: ..Die Dorfaristokratin." Tsch. Lido II:„ Dante, Mister Moto!" Peter Lorre. Am.- Louvre: Heirat nur aus Liebe." Am. Maceška: Danke, Mister Moto!" Am. Roxy: Die Sechzehnjährige." L. Dagover. D.- Tatra: ,, Marietta." M. Eagerih. D. Valdek:„ Das nackte Modell." 2. Rainer, W. Powell. Am. Kinder= freunde Alle Falken treffen sich Samstag um 4 Uhr auf der Seßinsel. Kommen unbedingt notwendig. Vorbereitung zum Kindertag. Wie immer dem auch sein magdas traute Zusammenleben fand ein jähes Ende durch den Tod dee Trafilanten. Die untröstliche Frau Majorin hatte nichts Eiligeres zu tun als gegen die Erbschaftsmasse ihres entschlafenen Freundes eine Slage auf 11.000 Kè einzubringen. Ihre Forderung begründete sie damit, daß sie dem Verstorbenen zu Lebzeiten Geld ge- Eine bulgarische Ausstellung in Prag Im liehen habe, hauptsächlich aber damit, daß sie gemein Gebäude der ethnographischen Abteilung des Ratiosam mit ihm Stombucha" hergestellt und in diese nal- Muſeums im Stinsky- Garten in Prag, wurde nügliche Produktion ein ziemliches Stapital investiert gestern eine Ausstellung Bulgarien, Land und hält sich bestens empfohlen habe. Die Witte des Trafikanten wollte natürlich Leute", die unter dem Protektorate des Königs nicht bezahlen, revidierte aber ihren ablehnenden Boris III. und des Präsidenten der Republic Dr. Die erste Dampfmolkerei und Käserei Standpunti, als ihr die Majorin andeutete, daß sie Edvard Benes beranſtaltet wurde in feierlicher den Finanzbehörden Anzeige erstatten würde, daß Weise eröffnet. Durch diese Ausstellung, ſo ſagte der Verstorbene unbefugterweise sich der gewerbs- Minister Dr. Franke in seiner Eröffnungsrede, gemäßigen Erzeugung der Kombucha gewidmet habe. Tangte man nach langer Zeit wieder zu einer bedenDieses Argument schmedie zwar einigermaßen nach tenden tschechoslowakisch- bulgarischen Manifestation, Erpressung, aber die Witwe hielt es doch für ange- die durch ihren Charakter in hohem Maße dem Bahnhof- Restaurant Eger Georg Eberl Genossen! Millionen Tiere auf der Wanderung Ein unenträtselbares Geheimnis der Zoologie MTP New York. Noch vor 80 Jahren Tebten in den amerikanischen Prärien zwischen dem Mississippi und den Rody Mountains Millionen Bisons. In unübersehbaren Herden, die noch im Jahre 1871 ganze Eisenbahnzüge zum Stehen brachten, wanderten sie im Herbst nach dem Süden und im Frühling wieder nach dem Norden zurüd. Heute leben von ihnen in den Reservaten nur noch dürftige Neste, insgesamt etwa 4000 bis 5000 Stüd. Die übrigen sind den Jägern zum Opfer gefallen, die hier unentschuldbaren Raubbau getrieben haben. Ebenso verschwinden heute auch die großen Antilopenherden der afrikanischen Steppen am oberen Kongo gab es vor 50 Jahren noch Herden von 30.000 Stück und die gewaltigen Robbenherden der Arktis. Auf der Insel St. Paul lebten früher eine Million Bärenrobben, die heute bollkommen ausgestorben sind. Solche Millionenheere lassen uns ahnen, daß in der Urzeit, bevor der Mensch durch die unberührte Natur schritt, sich ein geradezu unermeßlich reiches Tierleben entfaltet haben muß. 20 in Gratzen, Böhmerwald empfiehlt ihre erstklass. Erzeugnisse Beachten Sie die Schutzmarke! & Ihr müsset unaus gesetzt für die Verbreitung unserer Zeitung agitieren. Setzt euch überall für unsere Partelpresse ein. In das Heim des Arbeiters gehört die Arbeiterpresse. Darum, Genossen und Genossinnen agitiert! Auf den Westman- Inseln bei Jsland gibt| tende Tiere festgestellt hat. Ein anderer Beobach es Riesenkolonien der Eissturmvögel, aber noch ter sah an der Westküste Südamerikas, bei Condichter bevölkert sind als die Vogelberge und cepcion, Verkehrtschnäbler, die auf einer Strede Brutinseln Lapplands, auf denen Millionen und aber Millionen von Möwen und Seeschwalben, Scharben und Kormoranen, Alten und Lummen, Eiderenten und Bachstelzen nisten. Die Vogel- Insel Laysan Auch im Stillen Ozean gibt es Inseln, auf deren Züge vor 70 und 80 Jahren manchmal tilometerweit den Himmel verdunkelten. In Wisconsin, Tennessee, Kentucky und Michigan vernichteten sie ganze Weizenernten. Dann kamen die Taubenpiraten". Sie stellten Neße auf und streuten Weizen und Hafer als Köder aus. Wenn die Tauben einfielen, schlugen sie sie einfach mit Stöden tot. In Eimern und Fässern, in Säden und Kübeln wurde die Beute gesammelt. Zehn Millionen wurden jährlich in die Städte geschickt; ebenso viele blieben liegen und verfaulten, wenn denen sich die sonst weit über das Meer schweifennicht das Wild sie fraß, oder man fütterte mit den Vögel zur Brutzeit in unübersehbaren Schaihren Kadavern die Schweine. Zuleßt blieb nur ren zu versammeln pflegen. Die westlich von noch ein einziger Schwarm übrig, der über dem Hawai liegende Insel Layson ist die berühmteste Michigansee in einen dichten Nebel geriet. Die unter ihnen. Eine amerikanische Militärmission, unglüdlichen Tauben flogen tagelang hin und die sich fürzlich zu Vermessungszwecken hier aufher, fanden aber keinen festen Boden und fielen hielt, sah die Insel aus der Ferne, vom Schiff schließlich erschöpft ins Wasser, das nach und nach aus, von ungeheuren Vogelschwärmen wie von ihre Zeichen zu Tausenden ans Ufer spülte. Heute dichten Wolfen umhüllt. Man kann, so schreibt sind diese Wandertauben ausgestorben; nur in sie in ihrem Bericht, dort nirgendwo den Fuß hineinigen zoologischen Museen fann man noch aus- sezen, ohne auf brütende Vögel zu treten. Höhgestopfte Exemplare sehen. lenbrüter unterminieren den Boden, der unter jedem Schritt durchbricht. Viele Vögel nisten außerdem unter den Sträuchern, die einen oben, andere dicht über der Erde. Ununterbrochen kommen neue Gäste angeflogen, die sich erst einen Brutplaß suchen müssen und deren Scharen das Onze Jahr hindurch wie schwarze Rauchwollen Die Vogelherden von Schottland und Lappland In der Wildnis, auf dem Meer, auf einſamen Klippen und Inseln kommt es noch heute zu ungeheuren Massenansammlungen von Tieren. Auf der Felseninsel Baß an der Ostküste Schottlands nisten alljährlich 75.000 Paare des Tölpels, eines großen Schwimmvogels, dessen Eier und Junge die Eingeborenen mit größter Lebensgefahr von den steilen Felsenküsten heruntermen Die Wanderungen der Tauben Zu den lesten ganz großen Tierherden gehören die nordamerikanischen Wandertauben, holen. über der Insel liegen. von zwölf Kilometer ein dunkles, breites Band bildeten. Bei Tasmanien wurde ein dichtgedrängter Zug von Sturmvögeln beobachtet, die anderthalb Stunden lang in einer Breite von 300 Meter und in einer Höhenschichtung von 50 bis 80 Meter vorüberflogen. Ihre Zahl wurde auf weit über 150 Millionen geschäßt. Fledermäuse, Quallen, Krebse Fluge, wohl aber in ihren Winterquartieren Fledermäuse finden sich allerdings nicht im ebenfalls oft in riesigen Herden zusammen. So wird die Zahl der in der Solma- Höhle in Teras tagsüber ruhenden Fledermäuse auf über 30 Millionen geschäßt. Auch in Zentralafrika und einigen Inseln Polynesiens gibt es solche Fleder maushöhlen. Auf alten Seekarten waren häufig große Sandbänke eingezeichnet, die später nicht mehr zu finden waren. Erst viel später kam man dann darauf, daß es in Wirklichkeit Riesenscharen frei schwimmender Wanderquallen gewesen waren. Solche Quallen, vor allem die sogenannten Staatsquallen, werden manchmal zu Millionen an den Strand geworfen, wo sie bann verfaulen und weithin die Luft verpesten. Die Insel der Pinguine Bekannter sind die Riesenwanderungen der Krebse, Heringe, Dorsche, Lachse, Robben, DelAuf den Inseln um den Südpol hausen phine, Wale, Garneelen, Heuschrecken, Borkens unübersehbare Herden von Pinguinen, von denen fäfer und anderer Tiere, aber den Gesetzen, durch Abbott auf den Faltland- Inseln einmal auf die sie bestimmt werden, ist die Wissenschaft bis25.000 Quadratmeter Bodenfläche 50.000 brü- her noch nicht auf den Grund gekommen. Bezugsbedingungen: Bei Ruftelluna insaus oder bei Bezua durch die Post monatlich Kč 17. vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102 ,. Zarif billigit berechnet.- Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Poſt- u. Telearavbendirektion mit Erlak Nr. 13.800. VII/ 1930 ganzjährig Kč 204.-- Inferate werden la bewilligt( Kontroüpoftamt Braba 25.- Druderei:..Drbis". Drud. Verlags- u. Beitungs- A.- G. Braa. J