ng, S fes nb in. Der en. Er: โร dhe 23. ita ma 1: e. at er 2. h. 3. JOGP35 , t 1 Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Giegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgangs Sonntag, 12. Juni 1938 Zwischenfälle in Warnsdorf Besitzstörung durch SdP- Ordner Gericht unter Druck zu setzen suchte, und Arbeiter, ohne diese zu befragen, zu diesen Demonstrationen a bommandierte, noch ein ausführliches Wort zu sagen haben, insbesondere, inAus dem Inhalt: Sammlungen für die Staatsverteidigung Kurorte- Elend in Ziffern Der Präsident an die Mittelschüler Erdbeben in Belgien Wohin Nr. 137 wieweit die Beſtimmungen des Terrorgefches auf führt der ,, Führer"? diefe Vorfälle zuzutreffen scheinen. Die Ereignisse des heutigen Vormittag Eden gegen Konzessionen Brag.( Amtlich.) Die Sudetendeutsche fand, daß Demonstrationen vor dem fozialdemo Am 26. Mai erschien in der„ Daily Mail" Bartei hat auf dem Burgwart" genannten fratischen Vereinshaus geplant find, trafen die haben weit über Warnsdorf hinaus großes Auf- ein Interview des Reporters Ward Price Grenzhügel bei Warnsdorf zu Wahlagitations. Partei und die freien Gewerkschaften die ent- fehen erregt. So erschienen noch während des mit Konrad Henlein, in dem Henlein Aeußerun zwedken ein mehrere Meter hohes Abzeichen SdP sprechenden Sicherungsmaßnahmen, um solche Verlaufes der Demonstration einige eng- gen gemacht hat, welche in direktem Widerspruch aufgestellt, welches sie durch ihre Mitglieder be- Demonstrationen wirkungslos zu machen. Diese fifche Journalisten in Warnsdorf, die mit der offiziellen deutschen Versicherung, daß wachen ließ. Freitag in der Nacht suchte die etwa Maßnahmen haben sich außerordentlich gut be- sich sehr eingehend über diese Vorfälle informier▪ Deutschland nicht im Traume an einen Krieg 50 Personen zählende Wache dieses Abzeichens währt und es ist zu keinerlei 3 wifchen- ten, insbesondere über das Verhalten und die gegen die Tschechoslowakei dente, standen. Tags eine Zufluchtſtätte vor der ungünstigen Witte- fällen gekommen. Der Schutz dieſes Arbeiter- Verhältnisse bei der Firma J. Kunert und Söhne. darauf brachte der„ Daily Telegraph" ein Zitat rung. Sie verschaffte sich Eintritt in ein nahe- eigentums lag vorwiegend in den Händen der Am frühen Nachmittag find in Warnsdorf die aus dem Prager Blatt" A- Bet",( das wegen der gelegenes Haus, dessen Eigentümerin Marie Ku- NW und der Plauertschen Belegschaft. Abgeordnete Kirpal- Aufsig, Abgeordneter Erwähnung jener Stelle aus dem Henleinbaczková ist und in dessen Inneres der Mieter Wir werden über die Maßnahmen der Kögler- Bodenbach und Senator Rey 3 1. Interview in Prag tonfisziert wurde) und der Auguſt Pietschmann die Anhänger der SdP ein- Industriebetriebe, in denen die Belegschaft zu Schluckenau eingetroffen, die sich an Ort und Daily Telegraph" fügte die Bemerkung hinzu, ließ. Die Anhänger der SdP füllten sämtliche diesen politischen Rundgebungen der Henleinpar- Stelle informierten und bei den zuständigen daß man an der Authentizität des Interviews Räume des Hauses, den Gang, das Stiegenhaus, tei, die durch Demonstrationen das unabhängige Stellen alles Notwendige veranlaßt haben. zivar im Hinblick auf die journalistische Ehre von die Halle und den Dachboden. Als die HausWard Price nicht zweifeln könne, daß es aber im besitzerin von der Sache erfuhr, entsandte sie Hinblick auf die reichdeutschen Friedensbeteue ihren Sohn Edmund Kubaczek, der Pietschmann rungen unglaubwürdig erscheine. Am gleichen aufforderte, alle fremden Personen zu veran Tage gab das Pressebüro der SdP ein Dementi laffen, das Haus zu verlassen. Pietschmann kam heraus, in dem gesagt wurde, daß die Unterhal jedoch dieser Aufforderung nicht nach. Edmund tung Henleins mit Ward Price fein Interview Rubaczek wollte eine Revision des Hauses durch darstellte, sondern nur eine freie und unautoris führen, stieß jedoch hiebei auf den Widersierte Wiedergabe einer Unterhaltumg", welche stand der dort verborgenen Anhänger der Sdp, Konrad Henlein mit Ward Price nach dem Be welche ihm drohten, daß er nicht mit London.( Reuter.) Anthony Eden ist übersp Niemand bestreitet die Wahrhaftigkeit des gräbnis der Toten von Eger hatte. Mister Wars heiler Haut davonkommen werde, zeugt, daß der Optimismus bezüglich der gegen Wunsches der gegenwärtigen Regierung, daß in Price protestierte gegen dieses Dementi in einem wenn er die Revision fortsehen werde. Kubaczek wandte sich deshalb an die Genwärtigen internationalen Lage trügerisch ist. Europa eine Beruhigung eintrete, dies darf aber Telegramm, das er am 27. Mai aus Marienbad Rubaczek wandte sich deshalb an die Gen In der Rede, die er Samstag in Leamington nicht auf Kosten unserer Lebensinteressen, unserer an Herrn Henlein schickte. barmerieſtation mit dem Ersuchen, daß die hielt, sagte er insbesondere, daß weder die poli- nationalen Ehre und unseres guten Namens und Nun hat Henlein am 28. Mai einen Brief Sicherheitsorgane einſchreiten und das Haus sei- tische noch die wirtschaftliche Perspektive zu einem auch nicht auf Kosten unseres Sinnes für ein an Ward Price geſchickt, in dem er sich entner Mutter räumen mögent. Die Polizeiwache, solchen Optimismus berechtigen. Wenn wir uns ehrenhaftes Spiel geschehen. Um einen solchen schuldigt, und dieſer bemerkenswerte Brief iſt am welche in das Haus der Kubaczková entfandt sere Freiheiten, und zwar ohne langen Preis wäre die Beruhigung weder wahr- Juni Daily Mail" im wurde, räumte das Haus und hielt 47 Perfonen rieg erhalten sollen, fuhr Anthony Eden fort, hafte noch eine dauernde und würde einfach nur gedruckt: an, welche sie vorübergehend in der Kaserne der dann müssen wir alle unsere nationalen Anstren- die fünftige wirkliche Beruhigung erschweren. Polizeiwache unterbrachte. Bei der Durchsuchung gungen in einem viel größeren Maße, als es bisder angehaltenen Personen wurden ein Bajo her geschicht, erweitern. nett, zwei offene Messer und ein Schlagring gefunden. Warnung vor trügerischem Optimismus an die Gewalt Wir müssen darauf vorbereitet sein, Widerstand zu leisten, denn, wenn wir das nicht tun werden, werden wir unsere eigene Selbstachtung und die Achtung der übrigen Völfer vor uns verlieren. Durch eine Politik der Konzessionen an die Gewalt kann eine zeitweilige Beruhigung, nicht aber ein dauernder Frieden erreicht werden. Wer vermeint, daß dies möglich ist, gibt sich einer ernsten Täuschung hin! Wir müssen eine Katastrophe abwenden. Das ist aber nicht anders möglich als durch unAuf Anordnung der vorgesetzten Stellen geheure und vereinigte nationale Anstrenwurde sogleich eine Untersuchung durch den Un- gungen, die groß genug sind, um den Völkern, tersuchungsrichter durchgeführt, welcher die Un- welche noch an die Politik der Stärke glauben, tersuchung auf Grund der 88 68, 83 und 99 des beweisen zu können, daß die Stärke eine Waffe Strafgesetes einleitete. Während der Unter- ist, die dem, der sie anwendet, keinen Nugen brinsuchungsrichter die Verhöre der angehaltenen gen kann. Anhänger der SdP vornahm, wurde am heutigen Morgen in Warnsdorf in einigen Fabriken die Arbeit eingestellt. Vor dem Gerichtsgebäude bildete fich eine Anfammlung der Einwohner, welche gegen Mittag auf etwa 1500 Personen anwuchs. Diese Menschenansammlung sah der allmählichen Entlaffung der einzelnen Einvernommenen aus dem Gerichtsgebäude zu, wobei sie sich darauf beschränkte, sie mit dem Gruße Steg Heil!" zu Bezirksgericht beendet und sämtliche Angehal- sozialen and wirtschaftlichen Organisationen sotenen entlassen. wie der Geldinstitute der Republik erlassen einen Von den 50 Mitgliedern der Wache der Aufruf an die Bevölkerung, aus Anlaß des Sdp, welche in dem Hause der Kubaczková Zu- Staatsjubiläums umfassende Spenden für den flucht fuchten, sprangen zwei Männer, als die Staatsverteidigungsfonds zu widmen. Polizei das Haus betrat, an der Rückseite des Hauses zum Fenster hinaus. Durch den An alle Bürger der Republik! ab „ Lieber Herr Ward Price! In Beantwortung Ihres Telegramms aus Marienbad und um jedes Mißverständnis zu zerstreuen, möchte ich feststellen, daß ich keinen Zweifel an der Richtigkeit der Wie. bergabe unserer Unterhaltung hege, wie sie in Form eines Interview am 26. Mai in der„ Daily Mail" erschienen ist. Ich gestehe, daß nach einer Mitteilung, die Ihnen von meinem Stabe gemacht wurde, Sie zu der Annahme berechtigt waren, daß ich Ihnen ein Interview geben wollte. Ich bedauere, daß das beiderseitige Interesse an unserem Gespräch nach einer langen Diskussion über die fonkreten Probleme des Augenblids zu einem Ueberblick über die theoretisch mögliche Entwicklung der subetondeutschen Frage führte. Ich unterließ sicherlich, Sie zu bitten, von der Veröffentlichung dessen, was ich Aufruf zu Sammlungen für die Staatsverteidigung sagte, abzusehen. Ich war in der Folge gezwungen, die Verantwortung für das Interview abzulehnen, Das Jubiläum des zwanzigjährigen Beweil eine öffentliche Diskussion dieser Sachen nicht Brag. Vertreter der Spikenorganisationen Jubiläums durch eine Spende für die Allgelungen über die Frage im Flusse waren. Wichtige meinheit zu feiern. Es wäre schön, wenn wir politische Erwägungen haben meine Partei gezwun zum Andenken an das Jubiläum Werke und gen, die Erklärung vom 26. Mai herauszugeben, Denkmäler der Kunst und Wiſſenſchaft, der Ge- die sicherlich weder Ihren guten Glauben noch den ſundheit und der sozialen Hilfe errichten könnten. der„ Daily Mail" betrifft. Ich bedauere aufs tiefste, Aber heute müssen wir alle Widmungen, durch daß" unverantwortliche und feindselige Zeitungen welche wir das Jubiläum der Republik ehren diese Angelegenheit zu Angriffen auf Ihre journa In dem Aufruf wird darauf hingewiesen, wollen, auf die Verteidigung der Relistische Ehre benützt haben. Sprung zogen sich beide Beinbrüche zu und blie- daß die ganze Welt heute die herrliche Lebens- publif fonzentrieren. Mit dem Ausdruck meiyer Hochachtung Wir wenden uns daher an alle Bürger der ben an der Stelle liegen, wo sie erst nach dem fähigkeit unserer Republik verfolge, die sowohl Konrad Henlein. Fortgang der Polizei mit den übrigen Angehal- von den Idealen der demokratischen Freiheit und Republik, welche hinter ihr stehen, welche hinter Die unverantwortlichen“ und„ feind tenen von einem Mitglied des städtischen Net- Verträglichkeit als auch von dem Willen beseelt den Idealen der demokratischen Freiheit, der tungskorps, der in dem Nachbarhause wohnt, auf- fei, den eigenen Staat und dessen Ideale nach nationalen, religiösen und sozialen Verträglich feligen" Zeitungen, die die Richtigkeit der Wiegefunden wurden. Es wurde erwiesen, daß beide außen und innen zu verteidigen. Das Symbol feit stehen, welche äußeren und inneren Frieden dergabe der Aeußerungen Henleins durch Ward Verleste mit der Polizei überhaupt nicht in Be- dieses Lebenswillens ist unsere Armee, auf und eine freundschaftliche Zusammenarbeit unter Price bezweifelten, waren jene, die die Erklä rührung gekommen sind und daß sie ihren Un- deren Bereitschaft und Mut wir uns verlaſſen den Nationen, die diesen Staat bewohnen, wün- rung der Preſſeſtelle der SdP tommentarlos fall durch ihre übereilte Flucht verschuldet haben. tönnen. Aber die Verteidigung des Vaterlandes schen und welche zur Verteidigung des Vater- brachten, dieser Erklärung mehr Glauben schentDie Arbeitseinstellung im Kunert- Betriebe ist nicht nur Sache der Armee. Das ganze Volk landes bereit sind, sie mögen alle ihre Jubiläums- ten und zu schenken vorgaben als der Veröffent erfolgte, wie wir erfahren, über indirekte Ber- muß von dem Willen zur Verteidigung des Frie- widmungen anläßlich des zwanzigjährigen Be- lichung des englischen Journalisten! Die nicht anlaffung des SdP- Abgeordneten Ma y. Von dens und des Vaterlandes durchdrungen und zu ſtandes der Republik auf den Fonds der Landes- nazistischen Zeitungen haben ja nicht einen den Meistern und sonstigen Angestellten wurde die Opfern für die Republik und vor allem auch für verteidigung konzentrieren. Wir fordern alle Augenblid lang bezweifelt, daß wahr war, was Anordnung ausgegeben, die Maschinen abzustel- die Armee entschlossen sein. Tausende kleiner territorialen Selbstverwaltungskörper, alle fultu- Brice berichtete, daß also Henlein wirklich das len und vor das Bezirksgericht zu marschieren. Bürger aus der Stadt und vom Lande, Arbeiter, rellen, ſozialen, wirtſchaftlichen Verbände, alle gesagt hat, was nachträglich der SdP unange= Hiebei wurde von den Angestellten erklärt, daß Beamte, Schulkinder bringen von allen Seiten, Unternehmungen, Geſellſchaftsklassen und Berufe, nehm war. Das wichtigſte aber ist, daß Henlein die Arbeit nicht früher wieder aufgenommen wie auf Befehl, Geschenke zur Verteidigung der alle Bürger, insbesondere die Wohlhabenden, aber in seinem Briefe an Ward Price selber zuwerde, bevor nicht die Inhaftierten freigelassen Republik, welche im Verhältnis zur Entsagung auch die minder Bemittelten auf, ihrem Bermögen gibt, daß er feinen Zweifel an der Richtigkeit werben. Die gleiche Aktion wurde in den Betrie- der Spender rührend und groß ſind. Ist es und Einkommen entsprechend und nach dem Aus- der Wiedergabe der Unterhaltung hegt, daß er ben Katovsky, Richard Koch, Johann Liebig u. Co., möglich, daß dieses Beispiel der Begeisterung mah ihrer Ergebenheit zur Republik ein Opfer also tatsächlich das gesagt hat, was Bard Brice Julius Winkler und Eduard Strache, Druckerei, nicht von allen Bürgern befolgt wird? Ist auf dem Altar des Vaterlandes zu seiner Vertei in Form eines Interviews, für das er sein Ges spräch mit Henlein halten mußte, in der„ Daily veranlaßt. Auf diese Weise fammelte sich vor dem es möglich, daß reiche Bürger, Korporationen, bigung zu bringen. Es ist außerordentlich wichtig, daß wir in Mail" berichtete. Und das hat er nach der Bezirksgericht im Verlaufe des Vormittags eine Unternehmungen, Verbände beiseite bleiben, Menschenmenge von annähernd 1500 Per- wenn unsere junge Mannschaft entschlossen zur dieser ernſten Stunde unſere Solidarität, unseren fritischen Situation vom 21. und 22. Mai gez Waffe greift und die weniger Vermögenden mit Lebenswillen, unser Verhältnis zur Republik sagt und diese tritische Situation, Der ganze Borfall hat in Warnsdorf unge- ihren Spenden kommen? Ist es möglich, daß durch dieses Opfer bekunden, welches der Repu- die zu überwinden so viel Mühe der französischen heures Auffehen erregt. Die Geschäftsleute iemand auf den Schuß seines Lebens, feiner blik Hilfe bringt, aber welches vor den Augen und englischen Diplomatie nötig war, jene Situschloffen durch einige Stunden die Läden, wozu Freiheit und seines Eigentums, alſo auf Hilfe der ganzen Welt einen großen ſittlichen Wert tion, von der der franzöſiſche Außenminister fie von Kurieren der SP ausdrücklich aufgefor- wartet, aber selbst durch gar nichts hilft? Das haben wird und das Zeugnis ſeiner inneren Kraft fürzlich erklärte, daß man dem Krieg ganz nahe bert wurden. Da auch die Nachricht Berbreitung ist nicht möglich! begrüßen. Um 15 Uhr waren alle Berhöre beim der Selbſtverwaltungskörper, der kulturellen, ſtandes der Republik gibt die Gelegenheit dieſes ratiam war zu einer Beit, als offisielle Berhand fonen an. sein wird. war, wurde durch die Politik der Seite 2 Sonntag, 12. Juni 1938 Nr. 187 „Hier sah ich eine Armee von Kämpfern“ Ein Engländer Uber die sudetendeutsche Sozialdemokratie SdP ü c rb e t(i c f ii'h r f t Und nachdem Konrad Henlein(der allerdings das kritisch« Wochenende im Auslande verlebt hatte, aber doch zumindest nach den Ereignissen von ihnen er. fahren haben dürfte, also nicht sagen kann, daß er nicht weiß, warum die Einberufung von Reservisten und militärische Uebungen notwendig geworden waren) ganz klar erkannt haben m u ß, daß jede»theoretisch mögliche Entwicklung" der sudetendeutschen Frage, die zu einer solchen Spannung wie der vom 21. Mai führt, auch ein« gleiche internationale Situation zur Folge haben mutz, sprach er d o ch auf solche Art von solchen„Möglichkeiten"! Wo war, als er das sagte, das Verauüvor» tungsbewußtsein des„Führers"? Kann er sich darauf ausreden, er habe nicht gewußt, welche Gefahren für die sudetendeutsche Bevölkerung, für den Staat, für den Frieden die von ihm „theoretisch" ins Auge gefaßte„Möglichkeit" bedeutet? Er weiß ja, daß Europa schon dicht vor dieser Gefahr stand I Kein verantwortungsbewußter Führer darf mit solchen„Möglichkeiten" auch nur in der„Theorie" spielen, noch gar von ihnen als von ganz selbstverständlichen Erwägungen sprechen I Herr Konrad Henlein hat,«in paar Tage nach der Entspannung einer äußerst schwierigen und ungemein gefährlichen Situation, von einer Eventualität gesprochen, dir in sich schließt die Erneuerung jener Gefahr, die durch die Vorsichtsmaßnahmen der tschechoslowakischen Armee und durch die Entschlossenheit der französischen und englischen Regierungen gebannt wurde. Er war also— ganz nach einem sehr berühmten Muster— bereit, das sudetendeutsche und mit ihm dar ganze deutsche Volk und ganz Europa„herrlichen Feiten" entgegenzuführen I „2n der Folge" war er dann„gezwungen", die„Verantivortung" für dar Interview abzulehnen— aber gesagt hat er doch. waS Ward Vrice in der„Daily Mail" mitteilte, und deshalb bleibt die Verantwortung, mich wenn er sie nachher ablehnt, b e st e h e n! Denn jeder politische Führer ist für daö. waS er als Politiker sagt, verantwortlich, auch wenn er zufällig einmal nicht vorher seinem„Stab" seine Worte vorher zur Prüfung vorlegen konnte und so, aus seinem Herzen keine Mördergrube machend, den Mund übergehen ließ von dem, WaS das Herz übervoll ist. Die Verantwortung bleibt bestehen— und wäre das sudetendeutsche Volk derzeit kritischer Prüfung fähig, wären die SdP- Anhanger fähig, zu sehen, wohin ihr„Führer" sie führen will— sie zögen ihn jetzt schon zur Verantwortung! Wo der von diesem„Führer" gewiesene— ihm selbes von anderen gewiesene— Weg mündet, das haben wir am 2. und 22. Mai erlebt. ES ist also wahrlich kein„Wahlschlager", son- dern Ausdruck des sozialdemokratischen Verantwortungsbewußt» seins, wenn die deutsche Sozialdemokratie immer lvieder erklärt, daß die Sudetendeutschen, indem sie vor die Wahl zwischen der totalitären SdP und der Demokratie gestellt sind, auch z u wählen haben zwischen Kriegsgefahroder Friedens sichern» g. Bleibt I der Friede erhalten, dann wird das nicht das Verdienst der SdP sein und schon gar n.icht das ihres„Führers"! Wir haben bereits kurz über den Artikel Professor CroßmanS im„Daily Herald" berichtet und zitieren noch ein« Stelle aus dem Bericht unseres englischen Freundes, der gemeinsamen mit dem Parteiborsitzenden Abg. Jaksch eine Fahrt durch das sudetendeutschc Gebiet unternommen hat. Croßman schreibt: Ihr lest von den großen Siegen Henleins, und hier in England denken manche:„Nun, wenn die Deutschen cs wünschen, warum sollen sie nicht zum Dritten Reiche gehören?" Aber so einfach ist cS nicht. Bevor ihr euch entscheidet, müßt ihr euch fragen, w i e Henlein seine Siege erringt. Kommt also mit mir zu einer Wahlversammlung. Wir fahren mit Jaksch. dem Führer der Sozialdemokraten. Vor uns fahren zwei Motorradfahrer in der dunkelblauen Uniform der Republikanischen Wehr.„Warum diese Motorräder?" frage ich. Jaksch sieht mich fest an:„In diesen Gebieten müssen wir u»S selber schützen. Vorige Woche versuchte man meinen Wagen an einer einsamen Stelle im Walde aufzuhaltcn. Wir können das nicht riskieren, und die Polizei ist zu besorgt vor Zwischenfällen, um viel zu helfen." In Bensdorf, einem Textildorf an der Grenze, steigen wir aus und gehen durch«ine lange Doppelreihe von uniformierten Männern, die uns mit erhobener Faust grüßen. Wenn wir den Saal betreten, er. heben sich„Freiheit"-Rufe. Dann herrscht Stille, al« die Burscken und Mädchen mit den roten Fahnen einmarscbieren und die Trompeter de» sozialistischen Appell geben. Ich beginne zu verstehen, daß dies keine normalen Wahlen sind. Alle diese einfachen Männer und Frauen wissen, daß sie, wenn Henlein freie Bahn hat, ihre Zukunft und vielleicht ihr Leben aufs Spiel setzen, weil sie an dieser Versammlung teilnehmen. Heute sind sie auf der schwarzen Liste, nächste Woche können sie an der Mauer stehen, wenn Hitler kommt, von dem die Henleiner sagen, daß er früher oder später kommen wird. Jaksch spricht von dem Deutschland, das sie lieben.„Wir sind die letzten des deutschen Volkes", sagt er,„die noch den deutschen Geist am Leben erhalten. Alle anderen sind Hitlers Sklaven."... Nir habe ich den demokrati« Göring Inspiziert die Befestigungen von Kehl Paris. Der Straßburger Berichterstatter des „TempS" teilt mit, daß Marschall Göring in Begleitung zahlreicher Generäle am Samstag aus Karlsruhe überraschend in Kehl eintraf. Göring, der Paradeuniform trug,' besichtigte mit seiner Begleitung die kürzlich durchgeführten Befestigungen auf der Rhein brücke. Vom französischen llfer konnte der Marschall mit seiner Suite sehr gut beobachtet werden. ver Angriff auf Hankau schen Geist so stark gefühlt wie in dieser Versammlung. Die Schwankenden, die Opportunisten sind alle desertiert. Hier sah ich eine Arme« von Kämpfern, gewöhnliche Arbeiter und Arbeiterinnen, die allem anderen die Freiheit vorziehen. „Warum sind cs so wenige", frage ich Falsch. Die Antwort erhielt ich bei einer geheimen Gewerkschaftsversammlung in Karlsbad. Hier gab jeder in klarer, nüchterner Rede einen Bericht aus seinem Bezirk. Ein Banernvcrtreter sagt: „Viele sind übergelaufen. Nach dem Anschluß Oesterreichs glauben sie, daß Hitler unbesiegbar ist. England und Frankreich haben jahrelang untätig zugeschaut, uns ein Bauer muß an seinen Hof denken. Die Nazis drohen ihnen, daß sie ihre Häuser anzündcn werden. Außerdem sagt man ihnen, daß sie ihr Geld nicht von den Sparkassen bekommen werden, wenn sic nicht Mitglieder der Henlein-Partei werden. Was können wir tun?" Ein anderer sagt:„Wir haben Stimmen, aber wir können keine Kandidaten und keine Unterschriften bekommen. Da oben in den Grrnzge« mcinden wagen sie sich nicht öffentlich gegen Hitler zu bekennen. Viele haben Söhne, die in Deutschland arbeiten, und denen droht das Konzentrationslager. Das ist eine feine Volksabstimmung." Ich höre von Läden, die boykottiert werden, wenn sie nicht Hitler-Plakate aushängen, von Lehrer» und Richtern, die von ihren Kollegen mit Entlassung bedroht werden. Aber vor allem höre ich von dem Druck in den Fabriken. In einem Lande mit steigender Arbeitslosigkeit sind Arbeitsplätze kostbar. Aber die Fabriken nehmen nur Henlein-Leute. Zuletzt spricht ein Arbeiter aus Eger. Zwei Selbstmorde unter unseren Leuten seit der lebten Versammlung, berichtet er ruhig. Dann bricht seine Stimme:„Mein Junge kam braun und blau aus der Schule. Ich wollte protestieren gehe», aber er rannte mir nach und sagte: „Nun, wo sie mich geschlagen haben, sollen sic mich in Ruhe lasten." Keiner sagt etwas, und die Versammlung wird abgebrochen. bloße Beschießungen dirrch Geschütze oder durch Bombardierung von Flugzeugen aus vernichtet werden können. Daladler gegen Streikende Paris. Ministerpräsident Daladier teilte dem in der staatlichen Münze in Paris streikenden 600 Angestellten mit, daß die Regierung alle Arbeiter, die Montag nicht di« Arbeit aufnehmen, aus dem Dienst» und Arbeitsverhältnis auSge» schieden erachtet. Mastny beim Präsidenten Osusky nach Paris zurückgekehrt Prag. Der Präsident der Republik Dr. Edvard Benetz empfing SamStng den außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigte« Minister in Berlin, Dr. Mn st n h. Der tschechoslowakische Gesandte in Pari» Dr. Osusky ist SamStag nach zweitägigem amtlichen Aufenthalt in Prag nach Pari- zurückgefahren. Nächste Woche wird der Ministerpräsident die Verhandlungen mit den deutschen Sozialdemokraten, ferner mit den Vertretern der Uitgarn und Polen aufnehmen. Man rechnet damit» daß daS Nationalitätenstatut dem Parlament erst nach dem Sokolkongreß gegen Mitte Juli vorgelegt werden wird. Englische Beobachter In der Tschechoslowakei Paris. Die Nachricht, daß die tschechoslowakische Negierung zwei englischen Beobachtern die Bewilligung erteilt hat, sich an Ort und Stelle über den Wahlverlauf und über die Situation im Minderheitengcbiet ungehindert zu informieren, ist in Paris mit Genugtuung ausgenommen worden. An vielen Stellen wird bei dieser Gelegenheit dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß die reichsdeutsche Presse gerade in diesen Tagen die Kampagne gegen die Tschechoslowakei verdoppelt hat. Der Berliner Korrespondent der Agence HavaS meldet, daß die reichsdeutsche Presse von der Tschechosiowakci in Ausdrücken spricht, deren Schärfe nicht einmal währenddes Weltkrieges überboten wurde. Betriebsausschußwahlen In der Poldlhütte In der Poldihütte in Kladno fanden am Samstag die Betriebsausschußwahlen statt, bei denen der kommunistische Industrieverband acht Mandate lminuS eins), der sozialdemokratische Metallarbeiterverband vier Mandate(plus zwei), die nationalsozialistische Metallarbeitervereiniguz zwei Mandate(unverändert) und die Nationale Vereinigung ebenfalls zwei Mandate(wie bisher) erhielten. Auch in der Kablo-Fabrik in Kladno wurde der neue BeiriebSauSschuß gewählt. Die Kommunisten erhielten 8, die Sozialdemokraten und Nationalsozialisten je 2 Mandate. Senator Rhpar gestorben. SamStag nach- miftagS ist auf einer Prager Klinik der Senator der tschechoslowakischen VolkSpartei, Pater Jan R h b a r, im Alter von. 86 Jahren gestorben. Rhbar hatte auf der Reise nach Prag am 24. Mai im Zug einen Schlaganfall erlitten und muhte bewußtlos in eine Prager Klinik geschafft werden, wo er bis zu seinem Tode in Pflege blieb, ohne daß er das Bewußtsein auch nur zeitweise wieder erlangt hätte. General Keitel nach Budapest Budapest. Der Chef des Oberkommando» der deutschen Wehrmacht, General Keitel, trifft am 14. Juni in Budapest ein, um den bei den vorjährigen deutschen Manövcrn in Deutschland gemachten Besuch führender Persönlichkeiten der ungarischen Honvkd zu erwidern. Hankau. Die Japaner haben auf dem Jangtse-Fluß östlich von Wuhu 42 Kriegsschiffe zusaimnengezogcn, um vom Fluß aus einen Angriff auf die Stadt Hankau durchzuführen. Die japanischen Kriegsschiffe werden gezwungen sein, vorher eine ganze Reihe von Ver- teidigungShiirdernissen zu überwinden. Diese Hindernisse sind so beschaffe», daß sie nicht durch Bracke scheidet aus der Exekutive der SAJ. Abgeordneter Bracke, Paris, hat an die Exekutive der SAJ ein Schreiben gerichtet, in welchem er mitteilt, daß er sein Mandat als Vertreter der französischen Sozialdemokratie in der SA2 niederlege. Das Sekretariat der SAJ hat Bracke, der seit 1004 ununterbrochen als Mitglied oder Ersatzmann der zentralen Körperschaft der Sozialistischen Arbeiter-Internationale angehört hat, den Dank für seine Arbeit ausgesprochen. I ins IDunderland ERZÄHLUNG VON TH. W. STEINER mir und Ich und doch scheinen ein schwerer Fall zu sein. Ohne Geld, ohne Sprachkenntnisse Ivollen Sie ausgerechnet in British Indien einen Posten finden? Wenn Sie noch Uhrmacher wären, könnte ich Ihnen helfen, aber so ist es ausgeschlossen, daß Sie hier etwas finden. Am besten würs, Sie ging zu Ihrem Konsul und ließen sich nach Hause schicken. Und doch fällt mir da gerade ein, daß vor einigen Jahren ztvei deutsche Schlosser, die auch kein Wort Englisch konnten, in der Patronenfabrik unterkamen und sich gut behaupteten."„Da» möchte ich auch" rief ich.„Ich werde schon Englisch lernen, zum Konsul werde ich nur dann gehen, wenn ich sonst verhungern müßte." Er ließ den Wirt kommen, sagte(hm etwas und schon rannte der Diener und brachte mir mein Bündel.„Jetzt passen Sie mal gut auf. Ich lasse Sie in das„Strangers Home"(Fremdenheim) begleiten und werde mich bemühen, etwas für Sie zu finden. Sie werden im Heim ganz gut aufgehoben sein. Kommen Sie jeden zweiten Tag mich besuchen und schauen Sie sich auch die Stadt an. Vielleicht finden Sie jemanden im Heim, der Deutsch kann. Ihre Rechnung hier begleiche ich schon und da nehmen Sie meinen Trovenhut, tragen Sie ihn am Tage, sonst kriegen Sie noch den Sonnenstich mit Ihrer Reisemühe. Auf Wiedersehen l" Also ging ich mit dem Diener, nachdem ich herzlich gedankt hatte, durch die belebten Straßen, auf Schritt und Tritt Neues und Interessantes beobachtend, bis wir in das Heim kamen. Wieder«in schöner großer Garten, ein langgestrecktes Gebäude mit breiter Veranda und beim Eingang links ein Vorhang, auf dem„Office" stand. Wir traten ein, der Diener gab einen Brief ab an einen älteren Herrn, der mich einiges fragt«, das ich mit„Ka- nitverstan" beantwortete, nickte, worauf der Diener devot grüßte und fortging. Dann mußte ich einen ausgefüllten Zettel unterschreiben, zeigte mein Arbeitsbuch, worauf mich der freundliche Herr in ein große» Zimmer mit vier Betten führte und auf die Uhr schauend sagte:„Tea-five " Ich kam gern along ins Zwei Diener grüßten respektvoll und der Besit zer oder Direktor, ein Mann mit der sonderbaren Kopfebedeckung, lud mich ein, weiter zu kommen. Ich sagt«:„No English— German." Er lächelte sehr höflich und schien meinen Begleiter offen bar nach meinem Gepäck zu fragen. Tann führte er mich in den ersten Stock in rin sehr sauberes, geräumige» Zimmer, einfach möbliert, zeigte da» Badezimmer, sagte etwa» von^12 einem German Sahib und verlieh mich. nahm an, daß er meinen Träger bezahlte fragte mich, was ich jetzt machen solle, da da» Hotel sicherlich für einen Tag dreimal so viel kosten würde, al» ich Vermögen,hatte. Jedenfalls wusch ich mich gründlich im Badezimmer, ivenn auch ohne Seif«, und machte mich so respektabel wie möglich. Kaum war ich in mein Zimmer zu rück, klopfte es und der Diener lud mich ein, mit» zukommen. Wir gingen zu einem gedeckten Tisch im Garten,«he ich mich noch gesetzt, kam der Parser mit einem Herrn auf mich zu.«Sie sind Deutscher?" fragte der elegante Herr. Freude strahlend rief ich:«Jawohl, ich freue mich sehr, daß Sie deutsch sprechen, da ich mich mit diesen Leuten nicht verständigen kann." Er lächelte freundlich.„Sehen wir uns, wir werden unseren Lunch zusammen nehmen. Ich freue mich auch wie der einmal«inen Landsmann zu treffen. Was bringt Sie nach Indien?" Also ich erzählte, wäh rend die Diener da» Essen servierten. Er sah mich mehreremale groß an, ohne mich zu unterbrechen,.. datm sagt«r kopfschüttelnd:„MenschenSkind, Sie so clock com« along. 11 Mnnvonsmlrsml Parterre, wo in einem Saal ein langer gedeckter Tisch und Bänke standen. Ich zählte nur fünf Männer, die dort saßen und Tee tranken. Alle sprachen Englisch, grüßten höflich und redeten mich an, als ich mich gesetzt hatte und eine Taste Tee nnd einen Teller mit dünnen Butterbroten serviert bekam. Also so schaun die WohltätigkeitSan- stalten in Indien aus, direkt luxuriös I Schade, daß ich mich nicht unterhalten konnte; ich hatte so viel zu fragen, aber weder Deutsch noch Französisch verstand man an der Tafelrunde. Da kam ein ungefähr fünsunddreißigjähriger Mann herein, den die anderen sofort zu mir dirigierten, indem sie auf mich wiesen und„German" sagten. Er kam mit schnellen Schritten auf mich zu.„Sie sind Deutscher?"„Jawohl."„Na, Gott sei Dank, daß man wieder einmal reden. kann, das englische Kauderwelsch werde ich nie verstehen."— Er war Maurer, schon vierzehn Tage hier und ohne Hoffnung, trotz aller Bemühungen hier Arbeit zu finden. Heute vormittag war er. beim deutschen Konsul gewesen, der ihn vor allem anschrie, weil er das eiserne Kreuz, das er sich im Kriege 1870 bis 1871 verdient hatte, offen trug, während er „fechten" ging. Immerhin gab er ihm 20 Rupee» und das Versprechen, ihn mit dem«rsten deutschen Schiffe in die Heimat zu schicken. Ob mir dasselbe beim österreichischen Konsul blüht? Nach einer Woche schien es mir so, denn mein Uhrmacherfreund schüttelte bei jedem meiner Besuche nur den Kopf. Jetzt waren auch meine fünf Franken den Weg allen Geldes gegangen, denn Zigaretten bekam man nicht umsonst; ich mußte mich mit dem Gedanken vertraut machen, zum Konsul zu gehen. Noch«in«n Besuch bei meinem Gönner und wann wieder nichts ist— dann—. Al» ich zu ihm kam, lud er mich zum Sitzen ein und sagte mir folgende»:„Ich habe natürlich wieder nicht» finden können, aber Sie scheinen ein williger Bursche zu sejn, wir wollen den letzten Versuch machen. Ich gebe Ihnen heute«in«n Brief an die staatliche Patronenfabrik.in Kirke« mit. Morgen früh um 6 Uhr geht der Zug ab und kommt dort so um 10 Uhr an. Beachten Sie genau alle Sta- tionSname», damit Sie nicht vorbeifahren. Am Bahnhof dort fragen Sie den Weg zur S.A.A.F. und wenn Sie hinkommen, schicken Sie durch den Polizisten am Eingang Ihren Namen hinein. Sie werden, al» Europäer, bestimmt vorgelassen werde». Die erste Frage, die man wahrscheinlich an Sie richten wird wird sein:„Do you know English?" Darauf antworten Sie ja nicht„No", sondern„a little" und auf alle anderen Fragen mir immer„Ncs". Sollten Sie abgewiescn werden. WaS ich beinahe glaube, kommen Sie zurück, ich werde dann sehen, ob ich Sie bei mir beschäftigen kann. Natürlich nur mit sehr kleinem Loh», denn ich bin Anfänger und muß verflucht sparen. Sollten Sie aber angenommen werden und sich behaupte», erwarte ich, daß Sie mir diese hundert Rupees, wenn auch ratenweise, zurückzahlen." Damit reichte er mir eine Banknote.„Das könnte für den ersten Monat reichen, bis Sie Gehalt bekommen." Ich glaube, mir kamen die Tränen vor lauter Dankbarkeit und Glück über diese Güte eines mir wildfremden Menschen. Ich freue mich noch heute, daß ich im Stande hat, ihm das Geld in zwei Raten zurückzuzahlen. In steter Erinnerung an diesen Wohltäter habe ich nicht einen Landsmann,— cs waren deren einige, die meine Hilfe in Indien ansprachen— ohne nach Kräften zu helfen, abziehen lasten. Einer von ihnen, ein junger Tscheche, der mühselig Deutsch und kein Wort Englisch kannte, dürfte noch heute als wohlbestallter Lokomotivführer in Calcutta sein.— Am nächsten Morgen also war ich schon lang vor 6 Uhr am Bictoriabahnhof, von dessen Pracht ich direkt überrascht war. Ich habe in Europa keinen solchen Prachtbau al» Bahnhof gesehen. Marmorsäulen und-Wände, die Messingschalter wie Gold, der Fußboden Mosaik und so weiter k— Auch die vierstündige Reise war überwältigend schön und flößte mir großen Respekt vor den englische» Ingenieuren ein, di« diese Bahn über landschaftlich herrliche» Gebirge geführt hatten. (Fortsetzung folgt) Str. 137 Dr. cr. ten ria emt d. Ent Der tet ars as Die le m 11, Ent SEE EE 1s ic ie It e t e Sonntag, 12. Juni 1938 Scite 3 haliM 9 Heftige Angriffe Francos iMeil Sudetendeutscher Zeitspiegel Missglückter Störungsversuch Hat Krebs in Mährisch- Schönberg 300 SdP- Ordner müssen vor der Jaksch- Versammlung abzlehen Mährisch Schönberg.( Eigen- sammlung zu vereiteln, indem fie lange vocher bericht.) Die deutschen Sozialdemokraten hatten durch die Fenster und über einen Balkon in den für Samstag in den Fröhlich- Saal in Mährisch Saal eindrangen und ihn besetzten. Schönberg eine Wählerversammlung einberufen, für die der Parteivorsitzende Abgeordneter I a kich als Redner angekündigt war. Die SdP hatte noch am Vortag die Barole ausgegeben, dieser Verfammlung fernzubleiben. Trotzdem scheinen die radikalen Elemente die Oberhand bekommen zu haben, denn am Samstag wurde eine große SdP Rolonne zur Sprengung der Versammlung auf geboten. Die SbP- Leute versuchten, die Verjedoch den Saal vor Beginn der Versammlung Ueber Intervention der Polizei mußten sie wieder räumen und sie marschierten dann, 350 Mann hoch, unter Führung des Abge ordneten Nitsch und des Schriftleiters Hönig, der als Gegenredner erschienen war, ab. Unsere Versammlung, an der 700 Personen teilnahmen, nahm sodann einen glänzenden Verlauf. Kurorte- Elend in Ziffern Wie sich der Henlelnrummel auf den Besuch des Bäderdreiecks auswirkt Wie sehr die lärmende Nachahmung nazistis scher Methoden durch die SdP und die dadurch hervorgerufene gespannte Situation im Grenzgebiet den Fremdenverkehr und da besonders wie der den Besuch der Kurorte beeinträchtigt, geht deutlich aus einer Zuſammenstellung des Kurbefuches in den drei westböhmischen Kurorten hervor. Während z. B. in Karlsbad im Vorjahr in der Zeit vom 15. Mai bis 3. Juni 5374 Kurgäste angemeldet wurden, waren es heuer in der gleichen Zeit nur 2303! In Marienbad ging der Besuch im selben Zeitraum von 2294 auf 569, in Franzensbad von 1100 auf 510 zurüd. Das Minus gegenüber dem Vorjahr betrug also in Karlsbad 56.3, in Marienbad 77.9 und in Franzensbad 53.6 Prozent. suchen, geht hervor, daß gegenüber dem Vorjahr aus der Tschechoslowakei um 939, aus Deutschland um 2619, aus Oesterreich um 779, aus Polen um 127, aus den Vereinigten Staaten um 118, aus Ungarn um 117, aus England um 88 und aus Frankreich um 75 Personen weniger gemeldet waren. Nur Schweden weist ein Plus von 23 Personen auf. Es ist auffallend, aber sicher kein Zufall, daß aus dem Deutschen Reich allein um 3398 Rurgäfte weniger zu verzeichnen find, was bei einem Gesamtminus von 5270 einen Anteil von nicht weniger als 64.5 Prozent bedeutet. Es konnte eine Reihe von Fällen festgestellt werden, daß reichsdeutsche Kurbefucher von ihren zustänAus einer Aufstellung über die Staatszu-| digen Aemtern abgeraten wurde, nach Karlsbad gehörigkeit der Kurgäste, die Karlsbad heuer be- zu gehen! SdP- Terror in Fischern schon Henlein verziehen? Herr Hans Krebs, Oberministerialrat im Berliner Propagandaministerium, Reichstagsabges mung des Gaues dreimal dürft ihr raten, ordneter und Obergauleiter ohne nähere Bestim welcher ihm vorbestimmt ist! hat ein neues Buch geschrieben, das Kampf um Böhmen" heißt. Es ist, wie uns die ,, Leipziger Neuesten Nachrichepos". Leider kennen wir das Buch nicht und ten" versichern, ein schlicht geschriebenes Gelden müssen uns da ganz auf das Leipziger Blatt verlassen, das uns noch folgendes verrät: Die DNSAP( Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei) rückte in diesen schweren Jahren des Kampfes immer stärfer in den Vordergrund des Deutschtums in Böhmen, ihre führenden Männer wurden immer härteren Verfolgungen ausgesetzt, viele von ihnen verloren die Existenz, man ch er opferte fein Leben, aber nichts fonnte in diesen Kämpfern den Glauben an die große Mission für ihr Volt unterdrüden. Wie man sich erinnert, wurden die Strebs und Jung tatsächlich immer härteren Verfolgun gen ausgesetzt, so harten, daß der Herr Strebs sogar auf einem Schinakel von Aufſig aus seinen Weg ins gelobte, wenn auch damals verleugnete Land nehmen konnte. Herr Konrad Henlein, der, nehmt alles nur in allem, schließlich doch bloß so etwas wie Gauleiter ist, hat einmal in jenen Zeiten, als das Tarnen noch in Mode war, Herrn Krebs ob dieser seiner Flucht öffentlich seine Verachtung ausgesprochen, denn Henlein war es das mals geschienen, als wäre in dem Kämpfer Krebs der Glauben an die große Mission für sein Bolt unterdrückt worden. Hoffentlich hat es im fein Obergauleiter schon verziehen, wenngleich dem Verzeihen in den„ nationalsozialistischen Grundauffassungen des Lebens", zu denen sich Henlein bekannt hat, nicht gerade viel Plaz eingeräumt ist. Das Schicksal des Betriebes Rosenthal in Böhm.- Leipa Am 15. Juni findet in der Angelegenheit des Betriebes der Firma A. Rosenthal die dritte Ausgleichstagjaßung in B.- Leipa statt und noch konnte feine Einigung erreicht werden. Karlsbad. Samstag nachmittags wurde in Verfahren gegen alle an dem Ueberfall Beteilig Fischern, wo am Sonntag Gemeindewahlen ten wurde bereits eingeleitet. stattfinden, auf der Straße beim Sparkassenge- Bei der Einmündung der Bahnhofstraße in bäude ein sozialdemokratisches Wahlplakat aufge- die Masaryk- Straße in Fischern fam es ebenfalls stellt. Sofort war der Möbelhändler Stodner zu einem Menschenauflauf. Ein tschechischer PostDie aufopfernden Bemühungen des in zur Stelle und verlangte die Entfernung des Plas ler, der die schmähenden Zurufe uniformierter lates. Er wurde an die Polizei verwiesen, wa- SDP- Ordner zurüdwies, wurde im Nu umringt. B.- Leipa gebildeten Ausschusses zur Erhaltung rauf ein anderer SdP- Mann mit einem Hammer Durch das rasche Erscheinen der Polizei wurden des Betriebes, die von den Kreditorenvereinen das Plakat zerstörte. Die Sozialdemokraten, die jedoch Tätlichkeiten verhindert. Zur gleichen Zeit und den meisten Warengläubigern sehr unterdas Bild beschüßen wollten, setzten sich zur Wehr. maßten sich Henlein- Ordner Polizeigeſtügt werden, stoßen auf große Schwierigkeiten, in erster Linie bei einer Gruppe von Gläubigern, walt an und sperrten einen Teil der Straße Sofort bildete sich ein großer Menschenauflauf und des Fußweges für den Verkehr. Sie hatten welche nur bemüht ist, mit möglichst 45 Prozent und angesichts der Uebermacht mußte einer der sogar die Frechheit, auf Passanten, die sich ihren Quote die Angelegenheit zu liquidieren. Anordnungen nicht fügen wollten, einzuschlagen. der von dem Ausschuß ausgearbeitete und von Ob dieser Standpunkt richtig ist, oder ob Auch gegenüber der Konsumvereinsfiliale belästigEr wurde auf der Egerbrüde von entgegen ten uniformierte Ordner Passanten. Einigen den meisten Warengläubigern unterſtützte Plan, kommenden Henlein- Anhängern aufgehalten, nie- Tschechen, die an ihren Abzeichen erkenntlich welcher die Erhaltung des Betriebes vorsieht, bergeworfen und brutal mishandelt, worauf der waren, wurde von einem Uniformierten zuge wird die Zukunft sehr bald zeigen. auch diese Gruppe nicht besser befriedigen würde, völkische Mob sich anschickte, den Mann über das rufen, sie mögen sich dahin scheren, von wo sie geBrückengeländer in die Eger zu werfen. Nur da- kommen seien. Im Laufe des Nachmittags tam es durch, daß er sich mit aller Kraft widersetzte, noch öfters zu Reibereien und die ganze Atmowurde das Verbrechen verhindert. Das polizeiliche sphäre ist in Fischern bis zum Reißen gespannt. Sozialdemokraten die Flucht gegen Karlsbad er greifen. Aussiger Aerzte Jund Angestellten als Mitglieder aufnehmen, die bis jetzt in den aus völkischen Gründen so hassensrungsanstalten versichert sind! schalten sich gleichwerten Brager Privatbeamtenkrankenversiche So sehen die uneigennützigen Kämpfer für die Volksgesundheit aus! Der Ausschuß versprach in der seinerzei tigen öffentlichen Versammlung die Oeffentlich feit über seine Tätigkeit zu informieren und es wird sehr wissenswert sein, darüber Ausführ licheres zu erfahren. Die nächsten Tage müffen die Klärung bringen. Auch ein Opfer Barcelona. Der amtliche Bericht des Nationalverteidigungsministeriums besagt: Im Pyrenäenabschnitte unternahm der Feind, unterstützt durch 46 Flugzeuge, einen sehr heftigen Angriff, der jedoch von den republikanischen Truppen zurückgeschlagen wurde, die nur an einigen Stellen ihre Linien etwas berichtigen mußten. Der Feind verlor mehr als 1000 Mann. An der Ostfront gelang es dem Feinde, Pena Blanca und Gerro Montero östlich von Camarena zu befetzen. Er erlitt jedoch schwere Verluste. Immer neue Bombenflüge Alicante. Freitag um 18 Uhr bombardierten fünf Franco- Flugzeuge vom The Junkers den Hafen von Alicante und beschädigten fred". Dann warfen die Flugzeuge Bomben neuerlich das britische Schiff„ St. Wini. über dem Stadtzentrum ab. Saragoffa. Nationalistische Abteilungen sind Samstag in Albocacer einmarschiert. Italienisches Geschwader besucht Malta London. Ein italienisches Geschwader von drei Schlachtschiffen und vier Zerstörern wird, wie hier gemeldet wird, am 21. Juni Malta einen dreitägigen Besuch abstatten. nur mehr als Leiche geborgen werden. Der verantwortliche Maurerpolier Heidel wurde verhaf tet und ins Bezirksgericht eingeliefert. Beratungen ab sell der tschechischen Sozialdemokratie des Parteivorstandes der tschechischen Sozialdemo Freitag, den 10. Juni, fand eine Sigung fratic statt. Bemerkenswert ist aus dem Bericht die Mitteilung, daß Abgeordneter Dr. Meiner über die Beschwerden der deutschen sozialdemokratischen Vertrauensmänner, die sich über den Terror der Henleinanhänger bellagen, sowie über die Arbeitslosigkeit im sudetendeutschen Ges biete berichtete. Der Präsident der Republik empfing_am Samstag eine Delegation des gemeinsamen Auss schusses der tschechoslowakisch- jugoslawischen Wirts schaftskammer in Prag und der jugoslawischtschechoslowakischen Wirtschaftskammer in Belgrad. der Atus UNION ATUS UNION Das zweite Tausend neuer Mitglieder erreicht! Das zweite Taufend neuer Mitglieder erreicht! Die Werbeaktion hat trop des politischen Gefchehens oder auch vielleicht gerade deshalb sehr erfreulichen Erfolg gebracht. Bis Ende Mai sind sind. Auch die Kinderabteilung hat einen Zuwachs es 2080 Mitglieder, welche neu zu uns gelommen von 1250 Kindern zu verzeichnen. Durch diesen Werbeerfolg konnten die durch den wirtschaftlichen Drud verursachten Austritte von Mitgliedern mehr als wettgemacht werden, so daß der tats jächliche Zuwachs an Mitgliedern eintausend überschreitet. Wir rasten jedoch nicht! Die Werbeaktion wurde von der Verbandsleitung bis 30. Juni verlängert. Die Begünstigungen für neubeitretende Mitglieder bleiben bis dorthin in Kraft. Alle Ar beit auf die Werbung eingestellt und wir werden weitere Erfolge erzielen! Sympathiekundgebung Werte Genossen! der Flüsterpropaganda Die Krönung der Tätigkeit eines jeden Ein Bergarbeiter- Pensionist in einem fleis des SATUS- Schweiz sudetendeutschen Bürgervereines, ob er nun Ka- nen Erzgebirgsorte, ein armer Teufel natürlich), Von der Geschäftsleitung des SATUS Der Bezirksverein Aussig der deutschen narienvogelzüchter oder Aerzte in seinen Reihen wandte sich fürzlich an die zuständige Ortsgruppe( Schweizerischer Arbeiter- Turn- und Sportver Aerzte ist eine Organisation, der jeder Aussiger organisiert, ist es heute, dem Stammesführer in der„ Union der Bergarbeiter" mit der Bitte, man band) erhielt die Atus- Union nachfolgendes Arzt angehören muß, um Krantenfassenpatienten behandeln zu können, da der Verein alleiniger ich die Schaftſtiefel zu lecken. Und so verlas möge ſeinen Sohn in das dem Brüger Revierrat Schreiben: Herr Dr. Herzum zum Abschluß dieses wohlge- gehörende Ferienheim in Hohenstein aufnehmen. Vertragspartner für die deutschen Aerzte Aussigs lungenen Abends eine Erflärung, die etwa fol- Bald erhielt er auch das notwendige Formular Die Geschäftsleitung des Satus hat mit mit den Strankenversicherungsanstalten ist. Aus gendermaßen lautete: Die im Bezirksverein zugestellt, nach dessen Ausfüllung der Junge in diesem Grunde war der Verein bisher mit Recht Aufsig der deutschen Aerzte organisierten völtisch das Heim hätte gehen können. Aber da nun ant- wachsender Besorgnis die politischen Spannungen in Euerem Lande verfolgt, durch die die sozialistis streng darauf bedacht, seinen unpolitischen wirtgesinnten Aerzte begrüßen die Einigung des wortete der Mann in einem Briefe, dessen Orischaftlichen Charakter zu wahren, da faſt ſämt- Sudetendeutschtums unter der zielbewußten Füh- ginal uns vorliegt, daß er leider seinen Sohnchen Arbeiterorganisationen und nicht zuletzt auch die Atus- Union betroffen wird. liche deutschen Aerzte, ohne Rücksicht auf ihre rung Konrad Henleins und geloben ihm treue nun nicht fortschiden lönne, da er hört habe. daß jetzt in den Städten große Aufstände und Wir haben das Bedürfnis, Euch in dieser politische Einstellung. Mitglieder des Vereins Gefolgschaft. Unruhen sind". Erst später, bis wieder alles in schweren Situation die Versicherung unserer Symsind. Ordnung sein werde, werde er es..wagen" fön- pathie zu übermitteln, begleitet von dem herzli nen, aber vorläufig wiſſe man nicht, wie die chen Wunsche, die Atus- Union möge ihrer traditionellen Aufgabe auch in Zukunft gerecht werden Dinge ausfallen werden". fönnen. Als Schweizer wissen wir, daß sprachliche Grenzen nicht unbedingt auch politische Grenzen stellen, daß es sehr gut möglich ist, Wölfer verschiedener Sprachen ohne Na ch= teil in einem Staate zu vereinigen. flüstern derlei Blödsinn und beunruhigen brave ehrliche Menschen, die so aus purer Aengstlichkeit zu Schaden kommen. Schade, daß solchem Geflüster nicht energischer nachgegangen wird! Als gegen diese Ueberschreitung des AufObmann des Vereins ist Herr Dr. Her z u m. Unter seinem Vorsiz fand am 9. Juni cine gabenbereiches eines unpolitischen ärztlichen Monatsversammlung statt, die wert ist, daß man Wirtschaftsvereins berechtigter Einspruch erhoben wurde, erklärte Herr Dr. Herzum, daß eine solche Das mit den Aufständen hatte der Mann, jich mit ihr befaßt. Nach vielen Jammerberichten über die zu Erklärung aus Eriste nagründen abge- wie er schreibt, von den„ Butterleuten". Aber nehmende Unterdrückung und Benachteiligung der geben werden müsse, weil die Gelder, von denen nicht nur diese Butterleute", sondern alle mög= deutschen Aerzte und ihrer Organisationen durch die Aerzte leben, zum großen Teil von Mitglie lichen Menschen im Gebirge und im flachen Land ſein müssen. Wir können in unserem Lande feit die tschechischen Aerzte und deren Organisationen dern der deutschen Volksgruppe, deren Führer sowie durch die tschechischen Krankenversicherungs- Konrad Henlein fei, aufgebracht werden. Diese, anstalten, tam der Beschluß der Bezirkskranken- an die Grundfesten deutschen Aerztetums grei versicherungsanstalt Auffig zur Sprache, den fende Erklärung brachte jeden weiteren Einwand Pensionsversicherten besonders weitgehende Lei- zum Verstummen, so daß sich der Bezirksverein Bauunglück in Afch. Am Freitag ereignete fich stungen zu gewähren. Speziell den Familienver- gegen vier Neinstimmen dem Führer zu bei Kanalgrabungen zu einem Neubau in Asch ficherten soll lostenlos jede Sonderbehandlung er- Füßen legte. Herr Doktor Herzum und seine Gesin- ein Bauunglück, dem ein Menschenleben zum möglicht werden. Das würde die ärztlichen Wahrer deutscher Belange allerdings an ihrer nungs" freunde, alle Achtung! Ein solcher Grad Opfer fiel. Zu dem Neubau hatten zwei Arbeiter hat. Wir hoffen aber, daß es Euch gelingen wird, empfindlichsten Stelle treffen, weil nämlich bis- von Charaktertüchtigkeit, kombiniert mit so viel einen Kanalgraben auszuheben. Gegen halb 6 Guere Organisation intakt zu halten im Interese her Familienversicherte für besondere Behand- Geschäftstüchtigkeit! Das ist ja eine Eigenschaft, Uhr abends stürzte das durch den Regen auf der internationalen Arbeiterbewegung und nicht lung einen Zeilbetrag zuzahlen müssen. So welche Eingeweihte sonst als typisch artfremd, um gelockerte Erdreich plößlich zusammen und begrub zuletzt auch im Interesse des internationalen wandte sich denn Herr Dr. Herzum unter ein- nicht zu sagen jüdisch, bezeichnen. Aber hoffents die beiden Arbeiter unter sich. Während der Ar- Friedens. mütiger Bustimmung seiner Fraktionsfollegen lich ist Ihr Stammbaum in Ordnung! Sonst dagegen, daß die deutschen Bezirkskrantenvers wird es wohl nichts mit dem ersehnten Vorsik im jicherungsanstalten diejenigen deutschen Beamten Reichsverband der deutschen Aerztevereine, beiter Lichtenegger nur leichte Berlebungen davontrug, fonnte der 27jährige Josef Gruber nach mehr als einstündigen Rettungsarbeiten Andererseits können wir aus den jüngsten Geschehen die Wirkung einer Massensuggestion von Blut und Sprache". Aus den Zeitungsmeldungen über die Wahlen konnten wir entnehmen, daß die deutsche Sozialdemokratie große Verluste erlitten Mit Freundschaft! Für die Geschäftsleitung des SATUS: H. Tschäppät. Seite 4 Sonntag, 12. Juni 1938 Der Präsident an die Mittelschüler Gefühllose Arbeitskameraden. Samstag gegen 6 1hr früh geriet durch einen unglüdlichen Zufall einer von vier zur Arbeit fahrenden Radfahrern, Mr. 187 Ziehung der Klassenlotterle ( Ohne Gewähr.) Prag. Bet der Samstag Riehung der Klasse der 39. tschechoslowakischen Klaſſen. lotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 120.000 Kč 95.814. 50.000 Kč 13.714. 20.000 Kč 27.361, 81.269, 103.166. 10.000 Kč 9217, 26.264, 60.843, 82.580, 114.995, 5000 Kč 10.121, 20.445, 49.959, 72.225, 75.165, 83.171, 91.176, 97.637, 103.812, 105.853, 113.270, 114.511, 8.240, 13.171. 2000 Kč 828, 4718, 11.441, 29.826, 38.300, 41.631, 43.800, 53.303, 70.886, 72.188, 92.605, 94.130, 103.616, 115.448 usw. Brag. Samstag veranstalteten die Teilneh- freie Entwicklung und für ein glückliches Leben der 22jhrige ledige Jaroslav Čermák, auf einer mer an den IV. Mittelschulspielen, die im Rah eines jeden unserer Bürger. Ohne dieses würde Straße bei Chrudim unter ein mit Granitwürfeln I. men des Sokolkongresses stattfinden und an wel- Euer Leben schwer, unsicher, politisch erfolglos, beladenes Lastauto und wurde augenblicklich getötet. chen über 50.000 Studenten und Studentinnen fulturell wenig bedeutsam sein. Die freie Heimat Seine Kameraden ließen die Leiche aus allen Gebieten der Republik teilnehmen, einen ist einer der größten Werte, die das menschliche auf der Straße liegen und fuhren weiter. Manifestationsumzug, der vom Sokolstadion seis Leben hat; schäßet jie, schüßet jie, schüßet und ver- An der Unfallſtelle fand sich eine Gendarmerienen Ausgang nahm und sich zur Prager Burg be- teidigt sie unerschrocken und fest und verteidigt sie Patrouille ein, die den Tatbestand aufnahm. wegte, wo die Mittelschuljugend dem Präsidenten bis zum Tode. Hochwasser in Schweden. Gewaltige Ueber der Republik ihre Huldigung darbrachte. Euch alle, also auch jene, die Ihr anderer schwemmungen sind am Zusammenfluß des Nationalität seid und eine andere Sprache sprechet, Umeaelfs mit dem Vindelelf in Westerbotten verbindet ein Staat und eine Staatsflagge, unter( Nordschweden) aufgetreten. Das überschwemmte deren Farben Ihr in der Oeffentlichkeit auftretet. Gebiet hat eine Breite von sieben Kilometern. Die Sie ist Euer Schußschild, Symbol Eurer Freiheit Städte Sorgseli und Stöland stehen völund staatlichen Einheit. Haltet sie hoch, verratet lig unter Wasser. Militär und Polizei wurden nicht ihre Farben und verteidiget bis zum letzten zum Bau von Deichen aufgeboten. In der Umbeisammen hält. Arbeitet, bildet Euch, fürchtet lionen Baumſtämme, die in Gefahr sind, von den Atemzug die Idee, mit welcher diese Flagge Euch gebung der Stadt Unea lagern über acht MilEuch vor gar nichts und haltet hauptsächlich immer luten fortgeschwemmt zu werden. Ideale fest!" an der Verteidigung dieser unserer Ziele und Auf die Ansprachen antwortete der Präsident zunächst mit Worten an die Professoren. Dann wandte er sich an die Burschen und Mädchen und empfahl ihnen, Solidarität zu lernen, einer dem anderen zu helfen und schon von Jugend auf das Land zu ehren, in welchem sie geboren wurden und das ihre zweite Mutter sei.„ Gegenüber uns Aelteren", fuhr der Präsident fort, die unseren Staat erfämpften und in den ersten Jahren aufbauten, werdet Ihr die Aufgabe haben, unsere freie Republik weiter aufzu bauen und hauptsächlich sie zu erhalten. Die heutigen schweren Verhältnisse in der Welt zeigen, daß das nicht immer eine leichte Aufgabe sein wird. Das freie Vaterland, in dem Ihr geboren wurdet, Guere Freiheit und staat liche Unabhängigkeit, ist die Grundlage für eine Jagesneuigkeiten Bilanz der Kriege Die chinesischen Behörden haben folgende Bilanz über die japanischen Verluste in den ersten zehn Monaten des Angriffstrieges gegen China aufgestellt: Mobilisierte Soldaten 2,27 Millionen, wovon 30 Divisionen oder 600.000 Mann an den Fronten stehen; japanische Verluste der Landarmee 98,259 Tote und 277,500 Verletzte, bei der Marine 6200 Tote und 21,750 Verlegte, bei der Flugwaffe 700 Tote und 486 Verlegte. Kriegsausgaben 5300 Millionen Yen. Verlorene Kriegsschiffe 35, vernichtete Flugzeuge 629. Produftionsverminderung 22 Prozent. Nach der Huldigung beim Präsidenten begab sich der Zug durch den zweiten Burghof über den Kai und die innere Stadt auf den Altstädter Ring, we der Hauptstadt Prag eine Huldigung dargebracht wurde. Tornado zerstört ein Dorf. Wie aus Era bilene( Teras) gemeldet wird, verwüstete Samstag früh ein Tornado das benachbarte Dorf Clyde, wobei 18 Menschen getötet und 40 verlebi wurden. 25 Häuser sind zerstört worden. Man vermutet unter den Trümmern weitere Opfer, darunter auch einige Schulkinder. Die graublaue Fliegeruniform, die bisher nur als Ausgangsuniform von Gagisten getragen wurde, Gendarmerie- Aufgebot verfolgt wurde. Die Lei- wird in absehbarer Zeit bei unserer Flugwaffe allche lag seit einigen Tagen im Wasser und der gemein eingeführt werden, und zwar sowohl als Stopf war durchschossen. Bei der Leiche wurden Feld wie auch als Ausgangsuniform. Zur Felddie von dem Mörder geraubten Ausrüstungsge- uniform werden die aktiven Flieger ein leichtes blau genstände des erschossenen Gendarmen gefunden. graues Hemd und eine dunkelblaue Krawatte tragen. Aus diesen und anderen Merkmalen wurde die Identität Valos unzweifelhaft festgestellt. Der Mörder hat allem Anschein nach Selbstmord begangen. Ein Kind mit drei Händen geboren. In Cluj( Rumänien) gebar die Frau des Beamten Joan Batiu ein Kind, das an der linken Körperieite zwei Hände aufweist. Die eine dieser linten Hände hat zehn Finger. Als die Aerzte das Sind genau untersuchten, stellten sie fest, daß es 3 veierzen hat. Das eine dieser Herzen befindet sich links an der normalen Stelle, wäh rend das andere sich rechts unten in der Nähe des Magens befindet. Beide Herzen schlagen normal. Der Gesundheitszustand des Kindes ist befriediFerner haben die chinesischen Truppen an gend. japanischem Kriegsmaterial vernichtet: 381 Gra benmorser, 149 Kanonen, 246 Tanks, 2229 Die deutsche Sendung am Sonntag und Montag Sonntag. Prag- Melnik: 8.55: Konvent d. Salesianerin nen. 10.00: Deutscher Humor. 11.00: Symphonic Konzert( Sch.) 12.05: Nachrichten. 12.25: Orchester fonzert.( Mitwirkende: Rose Book und Rudolf Hart mann). 14.15: Arbeitersendung. 18.00: rih Tingsfest. 19.15: Nachrichten. 19.30: Die Rauber flöte, Over von Mozart.( Emanuel List) a. d. Pras bis 23.00: Tangmufit auf Schallplatten. ger Deutschen Theater. 22.15: Nachrichten. 22.30 Brünn: 14.05 bis 14.17: Landwirtschaftliche Sendung: Prof. Dr. Erhard Hilscher: Der Humus, seine Bedeutung und Erhaltung im Kulturboden. 14.17 bis 14.30: Landwirtschaftliche Sendung: Dis reftor Karl Sidel: Die genossenschaftliche Gemüse verwertung. 14.30 bis 14.45: Wolfslieder. Minvirtende: Anna Koza- Wizina( Sopran). Kris Ezernuschka( Gitarre). 14.45 bis 15.00: Fadhl. Sing. Subert Golda: Lernet Eure Heimat fennen! Wir wandern und erichauen unsere schöne Heimat. Montag. Das Wetter. Schönes und sehr warmes Wetter beschränkt sich nunmehr auf den östlichen und füdöst lichen Teil des Binnenlandes, während die fühle Brag- Melnif: 10.15: Schallplatten. 12.15: Ge Meeresluft in Begleitung von zahlreichen Schauern werbefunt. 18.00: Kinderstunde. 18.30: Böhmen und Gewittern bereits in das Gebiet der Weißen und das Abendland. 18.45: Unterhaltungsmusik. Karpathen gelangt ist. Im Böhmen wurden Samstag( Gef. Emmy Carpentier, Slav. R. M. Mandée). an einigen Orten, wo noch Regen fiel, bloß 14 Grad 19.00: Vt. Sabine Engel: Die Dichterin Maria verzeichnet; aus der östlichen Hälfte der Republit Stona. 19.30: Orchesterkonzert.( Dir. Rieger). wurden 28 Grad gemeldet. Die weitere Wetterent 20.15: Bericht über Gablonzer Glas. 21.00: llnwicklung ist etwas unsicher.- Wahrscheinterhaltungsmuiit, 22.00: Aus schönen Büchern( Seifiches Wetter von Sonntag: Wechselnd betere Szenen). 22.30: Tauamuiif. wölft, beträchtliche Tofale Wetterunterschiede und ver Brünn. 18.00 bis 18.15: Brof. Ferdinand Zitte: schiedentlich gewitterige Schauer; in Böhmen erneut Der Rechenstab im Dienite des Kaufmannes. 18.15 ciwas wärmer; in der Westhälfte des Staates, jedoch bis 18.20:: Schallplatten. 18.20 bis 18.35: Wilhelm tiefere Temperaturen als im Osten. Wetter Schubert: Etwas zur Entgeltfrage. usiichten für Montag: Bei weitlichem bis nordwestlichem Wind veränderlich, ſtellenweiſe Schauer, nur mäßig warm. a Paftwagen und 46 Flatgeſchüpe; erbeutet haben Erdbeben in Belgien die chinesischen Truppen 2140 Gewehre, 1237 Maschinengewehre, 101 Grabenmörser, 40 Kanonen und 85 Tanks. Die zweite Runde der Fußball- Weltmeisterschaft Die Rundfunkübertragung des Spieles gegen Brasilen beginnt um 17 Ühr. Es werden sowohl Libliz als auch Melnit Reportagen bringen. Ludl führt den Sturm. Obwohl Aenderungen im leßten Woment nicht ausgeschlossen sind, rechnei man mit nachstehender Elf: Planička; Burger, Taučit; Kostálet, Bouček, Kopecký; Riha, Simunet, Ludl. Nejedlý and Buč. Das Spiel in Bordeaux ausverkauft. Das große In Belgien und Westdeutschland sowie auch Arsenal parkende Automobile ohne sonstige er in Frankreich wurden Samstag mittags starte sichtliche Ursache gegen die Gehsteige fuhren. Dazu kämen nun noch die unzähliger. Opfer Erdstöße verspürt, deren Epizentrum etwa sechzig Nach den bisherigen Meldungen hat das dieses abscheulichen lleberfallstrieges auf chi Kilometer von Brüssel lag. In Lille entstanden Erdbeben in Belgien drei Todesopfer nesischer Seite, an der Front und in den in einem Stadtviertel an verschiedenen Gebäuden und zahlreiche Verletzte gefordert. In Gent wur immer erneut bombardierten offenen Städten, Mauerriſſe, in Paris stürzten auf einigen Säus den zwei Arbeiter von herabfallenden Steinen und die Milliardenverluste an wirtschaftlichen und fulturellen Werten, die durch die japanischen der Mauer des Sparkassengebäudes beträchtliche auf. In Cruyshauten wurde ein Mann auf einer fern Schornsteine ein. In Brüssel bildeten sich in fchwer verletzt. Einer von ihnen starb kurz darBombardements in China verursacht wurden. Risse. Von der Kongreßsäule im Zentrum der Baustelle durch eine einstürzende Mauer er- tet über die Trainingsvorbereitungen der Brasilianer Und die ganze Statistik ist längst veraltet, überholt durch neuere noch blutigere Kämpfe und noch Stadt stürzten mehrere Relief- Ornamente herab. schlagen. In Cortryck wurde ein Mann, der aus opferreichere Bombardierungen! In einer anderen Straße wurde ein Passant von dem Fenster schaute, auf die Straße geschleudert einer zusammenstürzenden Mauer schwer verleßt. und schwer verletzt. Und die Aktiven zu dieser furchtbaren Passivseite? Sie sind ausschließlich als Dividenden und Tantiemen in die Taschen einiger ja panischer RüstungsindustrieIIer geflossen! Die Bilanz dieſes Krieges iſt die Bilanz aller riege. Merkwürdig ist und bleibt, daß man dieses einfachste aller Rechenerempel den Völkern nicht beizubringen vermag. Die Witwe Matteottis gestorben Lugano.( Insa.) Wie der„ Libera Stampa" aus Rom berichtet wird, ist in einer dortigen Klinit Belia Matteotti, die Witwe des seinerzeit von bekannter Hand ermordeten italics In der Fassade des Justizpalastes in Gent bil- Die Pariser Sternwarte nimmt an, daß es dete sich ein großer Mauerriß. Aus vielen belgi- sich um plößliche unterirdische Bewegungen oder schen Städten wird berichtet, daß die Bewohner Erdrutsche größerenAusmaßes handelte. In Paris von einer Panit erfaßt wurden und fluchtartig wurde das Beben gerade um die Mittagsstunde die Häuser und Läden verließen. In Brüssel verzeichnet und dauerte zwölf Minuten, wurde wurde ein Mann aus Angst wahnsinnig und sprang vom Balkon auf die Straße, wobei er sich lebensgefährlich verlegte. Der Erdstoß wurde auch in der Londoner Vorstadt Woolwich verspürt, wo vor dem Die Ohrfeige A Von Martin Muráti nischen Sozialistenführers Giacomo Mat Ich saß in der Einsamkeit meiner Kaffeeteotti, nach längerer Strankheit gestorben. hausede und las Zeitungen. Da überraschte mich Nach der Ermordung Matteottis haben die Faſchi- die schöne, junge, dunkelhaarige Evy und weihte ſten ſeiner Witwe auch die beiden Kin- mich mit ihrer leidenschaftlich flagenden Stimme der weggenommen und alle Besuche, die in ihre Liebesaffäre ein. Belia Matteotti empfing, wurden von Agenten überwacht, so daß die Witwe in den letzten Jahren von der Außenwelt fast abgeschnitten war. Nun hat sie der Tod von ihrem stillen Märtyrertum erlöst. Der Entführer gesteht „ Lieber, guter, alter Freund, legen Sie, bitte, diese Zeitungsstöße weg. Sie haben noch Zeit genug, um zu erfahren, ob es zum Krieg fommt, bis Sie Ihre Einberufung bekommen. Baffen ie lieber auf, aber nicht wie bei einer Kinovorstellung, sondern konzentrieren Sie sich, denn ich möchte von Ihnen als altem, flugem Freund einen Rat. aber nur sehr schwach verspürt. Dagegen wurden aus Brüssel und Tourcoing, wo das Beben um 14 Uhr verspürt wurde, weit stärkere Erdstöße verspürt. Einige Personen sind dort leicht verletzt worden. Intereſſe für das Braſilienſpiel beweiſt der Umstand, daß das Spiel ausverkauft ist. Das Stade Munici pale faßt allerdings nur 22.000 Zuschauer. Brafilien Favorit, aber... Die Presse berich und der Tichechoslowaten. Bei der tschechoslowakischen Mannschaft wird die bessere Technit hervorge hoben, doch tadeln die Blätter die fehlende Schußtraft. Die Brasilianer, die vorläufig auch noch den Vorteil des trockenen und heißen Klimas genie sen, balten sich an feine Schablone, wechseln ununters brochen die Spielweise und sind dadurch enorm gefährlich. Die Preise glaubt an den Sieg Brasiliens, schließt aber auch die große Ueberraschung nicht aus. Durch eine Feuersbrunst wurde am Freitag das ganze Dorf 3 atliko win der Nähe von Lublin zer stört. Durch die Vernichtung der 112 Häuser sind 500 Personen obdachlos geworden. jah, daß der arme Ernst es war, der die Ohrfeige| Ja, so weit ist es mit mir gekommen. Ich befam. Dem armen Kerl fiel der Hut herunter. nehme mir immer wieder vor, ihn zu stellen, wenn Der andere, in großer Verlegenheit, entschul- ich auf ihn so lange im Kaffeehaus warte und digte sich: Verzeihung! Eine fatale Verwechs das kommt leider sehr oft vor. Ich beschließe, ihn lung" sagte er und hielt das Opfer stüßend zu besiegen, seine herablassende Ueberlegenheit mir beim Arm, denn es taumelte nur so nach der fräf- gegenüber abzuschaffen, doch das lange Warten tigen Ohrfeige. Das war alles. Ich wollte nicht, zermürbt mich. Ich denke ängstlich daran, ob er daß die beiden merkten, ich wäre Augenzeugin die nicht zu einem anderen Stelldichein ging, die ses unangenehmen Zwischenfalles gewesen. Män Frauen zwingen jich ihm ja geradezu auf. Wenn ner schämen sich solcher Dingedachte ich mir er dann tommt, sich mit seinem liebenswürdigen - und spät war es auch. Ich eilte daher heim, Lächeln setzt, einfach da ist und mich mit seiner doch er kam mir nach, versuchte alles zu erklären. Gegenwart fast umarmt und erdrückt, werden alle begleitete mich bis zum Haustor und war riesig Vorwürfe in mir stumm, alle Anklagen, alle Vornett und amüsant. Zum Schluß lachten wir schon fäße zerfallen. über den Vorfall. Ich blicke ihn nur an, höre ihm beglückt zu, Am nächsten Tag trafen wir uns in einem freue mich, daß er mir etwas erzählt, sich aufrichStaffeehaus. Er war unpünktlich, fast eine halbe tig und mit dem warmen Gefühl eines Mannes Miami. Der Chauffeur Franklin Pieree Stunde mußte ich auf ihn warten... Doch das um mich fümmert um mich kleines Mädchen, Mac Call hat endgültig gestanden, daß er den Ernst machte mir sechs Monate lang eifrig war nicht alles! Von diesem Tag an war es aus das aus mir durch ihn geworden ist. Und mich, fünfjährigen Knaben James Casha entführt hat. und forrett den Hof: so wie in den angenehmen mit meinem gemütlichen Dasein. der man sich immer nur mit Ehrfurcht genähert Der Chef der Spezialpolizeibrigade teilte den Romanen der guten alten Zeit; mit Blumen, Ich mußte mit ihm zu Bogfämpfen, mußte hat und die man jetzt mit wohlwollendem, kurzem Journalisten mit, daß Mac Call nach seinem Ge- Bonbons, Heiratsversprechen. Ein fluger und an langweiligen Schwimmwettbewerben teilneh- Streicheln abtut. Und noch dazu erleide ich die ständnis Jimmy Casha aus seinem Bettchen ent- stiller Junge. Aus seinen Augen las ich's heraus, men, bei seiner Chauffeurprüfung dabei sein, zum Qualen der Eifersucht. Und vom Heiraten spricht führt und ihm, um ihn am Schreien zu hindern, wie sehr er mich schäßt und verehrt. Er war auch Fußballmatch gehen, wobei mir vom langen er gar nicht! Und doch bete ich ihn an! Wie das Gesicht mit einem Tuch verhüllt habe. Call eifersüchtig. In stillen Gesprächen verbrachten Stehen die Füße fast lahm wurden, und andere bin ich unglücklich!" trug den Knaben in seine Wohnung, wo er fest- wir unsere Nachmittage in einer Konditorei, er ähnliche Vergnügungen mitmachen. Er behandelte" Schauen Sie, Eva", sagte ich, als ich endstellte, daß Jimmy bereits tot sei. Dann trug er war immer pünktlich, tam immer als erster zum mich von oben herab, wie ein kleines Mädchen, gab lich zu Worte tam," Sie baten mich um Nat. die Leiche in ein Didicht, wo sie später auch ge- Stelldichein. Wir machten auch gemeinsame lange mir auf die Wangen einen Kuß, mehr dem Ohr Schicken Sie morgen diesen Ihren Herrn Ernst zu funden wurde. Nach pauſe zurüidgefehrt, begann Spaziergänge... und am Ende eines solchen zu, was immer so pridelnd wat, flopfte wohlwols mir. Ich werde mit ihm įpredjen." er durch die Poſt die Drohbriefe abzusenden, in Spazierganges, an einem Frühlingsabend, verab- lend auf meine Schulter, streichelte meine Haare,„ Ernst? Den habe ich seit sechs Wochen nicht denen er ein Lösegeld forderte und die er noch schiedeten wir uns unter den Arkaden der Oper meinen Kopf und sprach gleich darauf von anderen mehr gesehen. Seit dieser Ohrfeige sahen wir uns vor der Entführung abgefaßt hatte. da tam es zum ersten Kuß, den ich ihm Dingen. Beim Tanz preßte er mich viel zu fest ja nicht mehr wieder!" schnell gab, als ich in seine gütigen, hellen Augen an sich. Wie? Haben Sie denn die ganze Zeit nicht Selbstmord eines fünffachen Mörders. Bei fah. Ernst tüßte mich mit bebenden Lippen, etivas Ich sah, daß die Frauen ihm nachsahen. Ich von Ernst gesprochen?" der ungarischen Gemeinde Gerjen in der Nähe zu lange, dann umarmte er mich heftig, es war muß gestehen, ich wurde eifersüchtig, und die„ Aber! Bat ich Sie denn nicht um ein wenig von Kalocsa wurde aus der Donau eine Leiche schon sehr spät, ich mußte zum Abendessen nach Eifersucht verminderte meine Willenstraft ihm Aufmerksamkeit und Konzentration? Ernst... geborgen. Es handelt sich um den Mörder von Hause. gegenüber, steigerte aber meine Zuneigung Der arme Junge! Natürlich war nicht von ihm Fottö, Stefan Valo, der am Pfingstsonntag einen Als wir in entgegengesetter Richtung davon- und heute bin ich schon Hals über Kopf und beide die Rede, sondern vom anderen, der ihm damals Gendarmen und vier Einwohner der Gemeinde eilten, hörte ich hinter meinem Rüden das Ohren so in ihn verliebt, daß mir Hören und die Ohrfeige gab. Adieu, Sie verstehen auch nicht erschoffen hatte und seither von einem großen Schallen einer Dhrfeige. Ich drehte mich um und Sehen vergeht. biel von Frauen!" " 187 e ber assen. = 4.995, 5.165, 3.270, 3.300, 2.605, ag crins onics Efters Sarts Frühs ber Bras 2.30 liche nus, den. Di üffe vir Bers Ing. Wir Ge men fit. e). ria r). Ins Oci te: 15 Im zen ohl ment net er, cf, Be zi p b. er ch 3. B. $ d f 11 r 11 Str. 137 Studenten, Partei und Staat Ein Hochschüler schreibt uns: Unlängst fam ich in eine fleine deutsche Stadt im Grenzgebiet. Zur Zeit herrscht dort verhältnismäßig Ruhe und Ordnung. Aber vor den Sicherheitsmaß nahmen der Regierung trieben die Nazis dort tros starker tschechischer Minderheit denselben Unfug wie anderswo. Man schilderte mir ein zeine Erzeffe und als ich meine Verwunderung darüber ausdrückte, da es so etwas früher in der Stadt nie gegeben hatte, antwortete man mir: „ Ja, das haben vor allem die Studenten hier eingeführt. Die waren auch die ersten, die weiße Strümpfe trugen und die anderen richteten sich nach ihnen.“ Sonntag, 12. Juni 1938 bis zu dem ihnen gebührenden Hundertsas twürde auf lange Jahre hinaus eine fühlbare Abhilfe geschaffen werden. Alle diese Maßnahmen müß nicht von einer kleinlichen Bürokratie sabotiert ten mit großzügigem Schwung durchgeführt und oder verzettelt und dadurch um ihre Wirkung gebracht werden. Die dafür aufgebrachten Beträge sind ebenso wichtig, wie die zur Staatsverteidi gung verwendeten, denn sie helfen uns, obtvohl jie verhältnismäßig flein find, Freunde im In land und im Ausland zu gewinnen und beiseis tigen das wirkliche Unrecht und damit die Lebensgrundlagen der staatsfeindlichen Heße der Sdp. steht darin, der planmäßigen chauvinistischen Die zweite Aufgabe des Staates aber be Verheßung und Politisierung der Hochschulen entgegenzuwirken. Seit Jahren bekämpfen wir unter dem Schuß der Lehrfreiheit planmäßig in einen Klingel von Universitätsprofessoren, die ihren Vorlesungen die demokratische Staatsform herabjeßen und lächerlich machen, den Gedanken der Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen bekämpfen und alles tun, um der Aufwih lung nationaler Leidenschaften Vorschub zu lei ſten. Diese Herren tragen ein gerüttelt Maß Schuld daran, daß das judetendeutsche Volt heute am Rande der Katastrophe steht. Sie trus gen zuerst verstedt und heimlich, dann immer offener die Politik in die Hörsäle der deutschen Die Intelligenz ſetzt sich hauptsächlich aus Universität, von vorsichtigen Anspielungen bis fleinbürgerlichen Schichten zusammen. Sie bez sum offenen Bekenntnis zur nationalsozialisti trachtet die Politik aus derselben Stammtisch- schen Weltanschauung und zum Hitlergruß zu perspektive wie das gesamte Kleinbürgertum. Beginn der Vorlesungen. Diese Herren waren Es muß einmal ausgesprochen werden, daß unsere Arbeiter politisch viel reifer sind als die sudeten= deutsche Intelligenz. Viele Arbeiter haben das Vorurteil, daß ein„ Studierter" doch auch von politischen Dingen mehr verstehen muß als ein Nichtakademiker. Dem ist nicht so. Ich würde jedem politisch geschulten Arbeiter wünschen, sich mit eigenen Ohren überzeugen zu können, welch Hier wird an einem kleinen Beispiel eine Tatsache aufgezeigt, der vielleicht sowohl unsere Bartei als auch insbesondere unser Staat mehr Rechnung tragen müßte. Studenten, Lehrer und Professoren, Aerzte und Advokaten, ja jogar Pfarrer, kurzum das, was man als Intelligenz bezeichnet, haben die Katastrophenpolitik der SdP nicht nur unterſtüßt, sondern waren viel fach, fowohl in den Städten als auch am Lande ähre ersten Förderer und Wegbereiter. Was ist der Grund für diese Entwicklung? Seite 5 nie zu sprechen, wenn es galt, Ausschreitungen seinheitlichen, freien, unpolitischen Organisation von Nazis zurückzutveisen, sie waren aber auch des Zentralverbandes der Versicherungsangestell nicht zu sprechen, wenn vernünftige sozialstudens ten sich jedoch der DGV bemüht. linken Studentenverbänden erhoben wurden. Sie stalt, welche bedeutende Versicherungsgeschäfte in tische Forderungen gestellt wurden, falls sie von Nach unseren Informationen lam diese An haben nichts, aber auch gar nichts zu tun mit den tschechischen und nichtarischen Kreisen hat, diesem judetendeutschen Lebensinteressen, sie waren alle Ersuchen des DOV mit auffallender Bereitwillig vor 1983 anders und ihre Interessen Konzen feit entgegen, obwohl sie ansonsten für Eriſtenz trieren sich meist auf sehr persönliche Dinge, wie fragen ihrer Angestellten nicht ein solches Vers einen Lehrstuhl im Dritten Reich.( Siche San ſtändnis bewies. Nicolo.) Wie wir erfahren, hat der Direktor der Pra alles, was von deutschen Universitätsprofessoren fowicz, sogar schon den Brief für den DSV un Es ließe sich ein Buch schreiben, wollte man ger Filiale dieser Versicherungsanstalt, Herr Lobfesthalten. Die Tätigkeit hat Früchte getragen. soll, daß die Direktion bereit ist, einen Kollektivan Faschisierung der Hochschulen geleistet wurde, terschrieben, in dem schriftlich wiederholt werden Will der Staat nicht einen Fremförper in sich vertrag mit dem DSV abzuschließen. selbst aufziehen, dann muß er diesen Umtrieben nahmen sein müßten, um wirkliches Unrecht an ein Ende bereiten. So großzügig, wie die Maß der sudetendeutschen Intelligenz zu beseitigen, so energisch müßte auch der volitischen Vers hesung dieser Intelligenz ein Damm entgegen gesetzt werden. Dabei ist zu bedenien, daß in Das Fürsorgeminifterium gibt demnächst eine diesen Kreiſen jedes Zurückweichen und jedes offizielle Publikation unter dem Titel„ 20 Jahre Kompromiß als Schwäche ausgelegt wird, daß soziale Fürsorge in der Tschechoslowakischen Resie nur eine entschiedene Sprache verstehen. Nur publik" heraus, die auch in deutscher Sprache ers wenn der Staat die beiden vorgezeichneten Aufscheinen wird. Die Publikation wird neben einer gaben restlos erfüllt, kann verhindert werden, daß eine Generation des Gasses und der Gewalt historischen Uebersicht einen Ueberblick über die aufwächst, der es über kurz oder lang gelingen Organisation und den Stand der sozialen Für kann, die Katastrophe, die von den Völkern dieses forge und offizielle Statistiken aus allen Berei Staates vor kurzem fast wie durch ein Wunder chen der Sozialverwaltung bringen. Den Text abgewendet wurde, doch herbeizuführen. Volkswirtschaft und Sozialpolitik lindiſch- naive Ansichten z. B. die große Maffe Rüstungen der SdP- Studenten über politische Probleme hat. Es ist eine der wesentlichen Aufgaben unserer Partei, diese Erkenntnis, die vielen unſerer Genoſſen mangelt, durzuſeßen, das Vorurteil, die Akademiter müßten in politischen Dingen maßgebend sein, zu brechen und dadurch das Selbstbewußtsein unserer Arbeiter stärken. Radikalisierung zu Auf der anderen Seite wird es aber unsere Aufgabe sein, der Intelligenz mehr Aufmerkſamfeit zu schenken. Hat doch ihre Proletarisierung im Verlauf der letzten Kriſe wesentlich zu ihrer -im fleinbürgerlichen Sinne -beigetragen. Da ſie ſich mit ſozialiſtiſchen Gebankengängen nie beschäftigt hat, hat sie das Vertrauen auf die eigene Kraft, das eine der Hauptvoraussetzungen der Demokratie ist, verloren, ist vollkommen ratlos und glaubt sich nur dadurch retten zu können, daß fie fich„ dem Führer“ und den„ neuen geistigen Strömungen" blind unterstellt. Dabei wäre es die historische Aufgabe der Intelligenz, dieſe geistigen" Strömungen auf ihren Gehalt verstandesmäßig zu untersuchen und zu erkennen, daß sie nicht neu, sondern sehr alt sind, und dem Volk den Weg der Vernunft zu weisen. Daß nicht sie diese Aufgabe erfüllt, sondern die Arbeiterschaft, beweist wie berechtigt der Führungsanspruch der Arbeiter im öffentlichen Leben ist. Da aber die Intelligenz praktisch noch immer für einen großen Teil des Voltes maßgebend und beispielgebend ist, wird es in der nächsten Zeit mehr denn je notvendig sein, ſozialistische Ideen und Lösungen an sie heranzuiragen und ihr zu zeigen, daß auch ihre Lebensfragen so wie die des ganzen Volkes durch den Sozialismus gelöst werden können. Im Augenblick aber noch viel wichtiger ist das hier aufgezeigte Problem für den Staat. Wir haben vor kurzem in unserem Zentralorgan auf die unhaltbaren Zustände auf unserer Iniversität in Prag hingewiesen. Andererseits vernachlässigt der Staat getvisse lebenswichtige Fragen der jungen deutschen Intelligenz in un verantwortlicher Weise. Durch die hemmungslose, vom Staat nicht behinderte Agitation auf der einen Seite und der Nichtbeachtung lebensnotwendiger Forderungen andererseits erzieht der Staat- man möchte fast sagen mit Gewalt -Gegner des Staates. und Konjunktur In seinem Bericht an die Internationale Arbeitskonferenz widmet Direktor Butler einen großen Abschnitt der sozialen Entwicklung im vergangenen Berichtsjahr. Wir entnehmen diesem Rapitel: als 283 Millionen, in Mähren für 171 Millio nen, in der Slowakei für 72 Millionen und in Karpathorußland für faſt 11 Millionen. Insge samt wurden Arbeiten in der Gesamthöhe von fast 537 Millionen Kč ermöglicht, bei denen 57.500 Arbeiter Beschäftigung fanden. Herrichtungen von Staatsstraßen in Südmähren Was wird wohl unsere Oeffentlichkeit zu Anglo- Elementar sagen? dieser Orientierung der Versicherungsanstalt 20 Jahre soziale Fürsorge werden zahlreiche Bilder und Diagramme ergän zen. Der Preis der Schrift beträgt 20 Kč ( brosch.). Da nur eine beschränkte Anzahl von Exemplaren gedruckt werden wird, empfiehlt es fich, Bestellungen bald( an die Adresse des Für sirgeministeriums in Prag II., Paladého nám. 4) vorzunehmen. Der Schuldendienst der österreichischen Konversionsanleihe Die Landesbank teilt mit: Die Vertrauensmän ner der öfterreichischen staatlichen garantierten Kon versionsanleihe 1934/59 teilen mit, daß bisher die Monatsabzablung zum 1. Juni 1938 für den Schuldendienst dieser Anleihe nicht eingezahlt wurde. Die Mittel, welche die Vertrauensmänner bereits erhal ten haben, genügen zur Auszahlung der am 1. Juni 1988 fälligen Zinsen, so daß die an diesem Tage fälligen Stupons in gewohnter Weise ausgezahlt wer den konnten. Der Reservefonds in der Höhe dreimonatiger Zinsen vom ursprünglichen Betrag der Anleihe bleibt unberührt und man kann ibn für den Fall verwenden, daß die Verpflichtungen nicht eingebaten werden. Die Vertrauensmänner haben bereits 6 Monatsabzablungen auf den Betrag erhalten, der für die Amortisation in dem am 30. November 1938 abschließenden Verwaltungsjahr erforderlich ist. Diefe Nach den üblichen Merkmalen der Erzeu gung, der Preise und des Handels war der a IIIm Bereiche der mähren schlesischen Bezirke gemeine Stand der Lebenshaltung höher als Iglau und 3naim werden im laufenden zu irgendeinem Zeitpunkt seit 1929. Daher ist Jahr im Rahmen der genehmigten Straßenbaus die Frage berechtigt, wieweit dieſer wiederkeh- programme Herrichtungen von einer Reihe von rende Wohlstand auch dem Arbeitnehmer Staatsstraßenabschnitten mit einem Gesamtauf zugute kam. Wie entwvidelte sich die Arbeitsmarkt hand von 1,000.000 Kč durchgeführt werden. lage? Kam der Fortschritt in einer Verkürzung Davon entfallen als Anteil auf den Bezirk Iglau der Arbeitszeit und Verlängerung der Freizeit 760.000 Kč, 3naim 240.000 Kč zum Ausdrud? Welchen Anteil hatten die Löhne Die vorgesehenen Herrichtungen sind vor und Lebenshaltung an der Aufwärtsbewegung wiegend leichte Straßenbeläge mit Ausnahme Anzahlungen wurden bereits teilweise zum Anlauf der Preiſe und Gewinne? In welchem Umfang taatsfrage bifchen auf be metrichen von Schuldverschreibungen verwendet, bie gemäß der wurden die Verluste, die die Sozialversicherung Staatsstraße zwischen Stammen und Dürre, wo Beſtimmungen der Generalschuldverschreibung amorwährend der Krisenzeit erlitten hatte, wieder mit einem Aufwand von 540.000 Kč eine mittel- tifiert werden sollen. Weiters wurden die Bedingum gutgemacht? Welche Fortschritte waren in der schwere Straßendecke im Einſtreifverfahren her- aen der Generalfduldverschreibung infofern nicht Verbesserung der Wohnverhältnisse, der Ernäh- Beſtellt wird. rung, der allgemeinen Lebensbedingungen zu verzeichnen? Die Suche nach einer Antwort auf diese Fragen dürfte die Elemente zur Beurteilung der gegenwärtigen Entwicklung der Sozialpolitik und zur Festlegung der Nichtung, in der sie sich mei ter zu entwickeln hat, liefern. Im Iglauer Bezirk werden außerdem nachstehende Brüdenbauten an Staats straßen durchgeführt werden; eine Ueberfahrtsbrücke über die Bahnstrede Znaim- Iglau mit einer veranschlagten Baukostensumme von Kč Tosigkeit beitragen. Weiperter Industrie gut beschäftigt eingehalten, als auf Rechnung der Vertrauensmänner bei der österreichischen Nationalbant ab 30. April 1938 fein( Frtrag aus den verpfändeten Staatseinnahmen bezahlt wurde. Die Vertrauensmänner haben einen entschiedenen Protest aeaen die Nichteinhaltung eingelegt und die Angelegenheit dem Ausschuß der der Bedingungen der Generalschuldverschreibung Garantieitaaten aur Kenntnis aebracht. milien, die einen Ferientausch oder Ko st platz im tschechischen Gebiet wünschen. Anmeldung für Jahrestausch- und Kostpläbe ins tschechische Ge-4773 240.000.- eine Brüde über den Iglaufluß mit einer Baukostensumme von 950.000 Kč und eine Oberflächlich gesehen, gibt die gegenwärtige Brücke über dem Fabritsschleppgeleise im Kilo Mitteilungen aus dem Publikum. Lage des Arbeitsmarktes, wenn man die Weltmeter 79.663 mit einem Aufwand von Kč 200.000.-. als Ganzes betrachtet, Grund zur Befriedigung. Deutsch- tschechischer Jugendaustausch. Der InDie Durchführung dieser Arbeiten wird internationale Jugenddienst, Prag II, Voršilská 2, Dennoch kann man sie keineswegs als vollkommen gesund bezeichnen. Verschiedene der Ursachen, die erheblichem Maße zur Linderung der Arbeits- empfiehlt nunmehr rascheste Anmeldung jenen Fadie Arbeitslosigkeit während des Weltkrieges auf ein Mindestmaß verringerten, liegen auch heute vor. Deffentliche Gelder, meist aus Darlehen stammend, werden hemmungslos für Rüstungen Der durchschnittliche Beschäftigungsgrad der biet werden ständig in Vormerf genommen. Deutschen ausgeschüttet. In manchen Ländern hat bereits Industrie von Weipert ist zur Zeit zufriedenstel- Beamten, Lehrer, Professoren-, Förster- und ähn ein Kampf zwischen Fabrik und Kaserne um die Tend. Gut beschäftigt ist die Bosamenten bzw. lichen Familien( möglichst mit Stindern), die ein verfügbaren Menschenkräfte eingesetzt. Die Be- Wirkwaren- und Gummiflechtinduſtrie. Das schechisches Kind über die Ferien gegen dürfnisse der Zivilbevölkerung müssen hinter dem gleiche gilt von der Kabelindustrie und der Ver- 3 ahlung aufnehmen möchten, fann noch Rüstungsbedarf zurücktreten. Der Außenhandel edelungsindustrie, wobei Weipert zugute tommt, entsprochen werden. Zu den Jugendfahrten zu Fe wird den Bedürfnissen der Landesverteidigung daß die Firmen durch verschiedene Umstellungen rialsprachkursen nach Nord- und Südfrankreich finden geopfert. Auf diese Weise mag zwar vorüber sehr vielseitig geworden sind, was eine leberwin noch einige Teilnehmer Aufnahme. gehend die Arbeitslosigkeit eher belämpft als ver- dung der Konjunktureinbrüche wesentlich erleich In Trauerfällen finden Sie alles, was Sie mehrt werden, gleichzeitig aber wird der Same tert. Eine ausgesprochene Hochkonjunktur hat die benötigen Stleider, Mäntel, Kostüme, Blusen, einer künftigen Verschlechterung der Arbeitslage Kotonſtrumpfindustrie von Weipert zu verzeich Schlafröde in allen Preislagen und für jede Figur Liegt dem Staat wirklich an einer grund ausgesät.... Früher oder später, wahrscheinlich nen, die durch vier Firmen vertreten ist, die schon fertig auf Lager bei Busch, Prag, Příkopy( Mitte legenden Dauerlösung auf lange Sicht, dann muß aber schon recht bald, wird man die Ausgaben für feit geraumer Zeit ausnahmslos voll beschäftigt des Grabens), Eingang nur innen im Hauſe, im er zivei Aufgaben hinsichtlich der deutschen Stu- Rüstungszwecke einschränken müffen. Sollte dies find. Die in der Wirtwarenindustrie führende 1. Stod. Auch mittags geöffnet. Telephon 246-17. denten erfüllen. Er muß erstens ihre berech in einem Zeitpunkt geschehen, wo der allgemeine Firma war eine zeitlang schwach beschäftigt, tigten Forderungen erfüllen. Es ist sicherlich an- Geschäftsgang stodt, so würde die Einschränkung weist aber in den letzten Tagen wieder einen ges Die Adlerbande in Nesselfled ist ungeachtet zuerkennen, daß seit heuer volle Gleichberechti- der Regierungsaufträge, verbunden mit einer in ſteigerten Auftragseinlauf auf. Weniger gut be- ihrer Lage im Grenzgebiet für Sommerfrischler zu gung in der Stipendienverteilung eingetreten ist, den Jahren des Rüstungsfiebers angewachsenen schäftigt ist die Papier- und Pappeprägeindustrie, empfehlen. Es bestehen keinerlei Einschränkungen in freilich erst nach jahrelangen Bemühungen von öffentlichen Schuldenlaſt, eine Striſe hervorrufen, die zur Zeit bei einer Kapazitätsausnüßung von der Bewegungsfreiheit der Gäſte. 4858 deutscher sozialdemokratischer Seite. Aber das wie man sie sich schlimmer nicht denken kann. Nur 50-60 Prozent hält. Beim Export, namentlich Ihr Wunsch ist erfüllt! Von einem erstklassigen ist noch nicht alles. Der Neubau der Deutschen ein Tor kann daher an dem gegenwärtigen, ver- nach den USA, wirkt sich in der allerletzten Zeit Universität muß endlich begonnen werden, wie es hältnismäßig günstigen Beschäftigungsstand eine ungünstig die Tatsache aus, daß die Tschechoslo Mineralwaffer wird verlangt, daß es im ursprüngder Präsident der Republik schon für 1937 in ungemischte Freude haben. Selbst soweit eine ge- wakei im Brennpunkt des internationalen politis lichen Naturzustande hygienisch einwandfrei gefüllt Aussicht gestellt hat. Soll sich der deutsche Stu wisse Befriedigung gerechtfertigt ist, wird sie verschen Interesses steht. Das gilt vor allem für die wird. Schon aus diesem Grunde wird Mattoni's Gießhübler in der Originalflasche bevorzugt, denn dent in Prag wohlfühlen, to muß für die deutsche bittert durch die bange Sorge um die Zukunft und Perlentaschenerzeugung.( DNB.) nur diese leistet die Gewähr, das verlangte MineralUniversität, die gegenvärtig in einer großen An- sollte daher nicht von umfassenden Vorbeugungswasser in ursprünglicher Qualität zu bekommen. zahl von alten, in jeder Beziehung unzulängsmaßnahmen abhalten, durch die allein den Allen Kennern und Anhängern von Mattoni's GießKichen und weit von einander liegenden Gebäu- drohenden Gefahren zu begegnen ist... hübler wird daher die neue, Kleine Originalflasche den, zum Teil sogar in Privathäusern untergeDie sogenannte Gewerkschaftsorganisation Mattonis- Piccolo" mit% Liter Inhalt sehr willbracht ist, ein neues modernes Gebäude geschaf= DSV., die ein Bestandteil der sudetendeutschen kommen fein! Die Mattoni- Piccolo bietet jedem die fen werden, das genügend Raum besitzt und allen Partei und demnach einer ausgesprochen politie Möglichkeit, auch nur ein Glas des Köstlichen Anforderungen Rechnung trägt. Daneben möge Seit Beginn dieses Jahres wurden an Bei- fchen Organisation ist, wandte sich in diesen Tagen Mattoni's Gießhübler in Originalbrunnenfüllung auch die Studentenfürsorge weiter ausgebaut werden, denn in sozialer Hinsicht gibt es für die trägen zur produktiven Arbeitslosenfürsorge be- offiziell an die Direktion der Versicherungsanstalt überall und immer zu einem mäßigen Preise zu deutschen denten noch sehr viel zu tun. Was willigt: in Böhmen 17 Millionen, in Mähren Anglo- Elementar( an den Direktor Worel in trinken. Sein großer Gehalt an natürlicher Kohlenwäre, ist die planmäßige 12 Millionen, in der Slowakei 3 Millionen und Reichenberg) zweds Abschlusses eines Kollektiv säure, sein reiner, erfrischend prickelnder WohlSchaffung von Arbeit für die arbeitslosen Hoch- in Karpathorußland zirka 1 Million, zuſammen vertrages für die Angestellten dieser Anstalt, welche geschmack und sein Gehalt an wertvollen Mineralien ſchulabsolventen. Durch die Aufnahme einer 33 Millionen. Es wurden dadurch folgende Inve- bisher überhaupt nicht Mitglieder des DOV sind haben ihm seinen Weltruf als erstrangiges Gesundgrößeren Anzahl Deutscher in den Staatsdienst stitionsarbeiten ermöglicht: in Böhmen für mehr und wegen deren llebertrittes von der bisherigen heitsgetränk verschafft. aber Für 57.000 Arbeiter Beschäftigung durch produktive Arbeitslosenfürsorge Protektoren der Henleinleute in der Anglo- Elementar 4710 Seite S „Sozialdemokrat" Sonntag, 12. Juni 1938. Nr. 137 Aa-ee Zeit««- Wieder eine Mnttertragödie. Zwei Lage nach der dreifachen Tragödie einer Mutter und ihrer Kinder versuchte wieder eine Frau, sich und ihren zwei Kindern daS Leben zu nehmen. Freitag in den SpäinachmitlagSstunden sprang die LV Jahre alte Frau deS Angestellten ft. B. mit ihrer fünfjährigen Tochter Hana und ihrem zweijährigen Sohn Franz au» dem Fenster der im zweiten Stock befindlichen Wohnung auf den Hof. Erst der zurückkehrende Mann fand die Bewußtlose, welche die Kinder in den Armen hielt. Diese scheinen so vor dem Schlimmsten bewahrt worden zu sein. Zwar hat da« Mädchen innere Verletzungen und der Zunge einen Beinbruch erlitten, der Zustand der Kinder ist aber nicht lebensgefährlich. Das Befinden der Fran aber, die eine schwere Gehirnerschütterung und einen Bruch des Rückgrats erlitten hat, läßt wenig Hoffnung auf ihre Rettung zu. Das Motiv ihrer Tat sollen häusliche Zerwürfnisse sein. Wieder ein Straßenbahnzusammenstoß. Beim Brückl stieß Samstag früh infolge falscher Weichenstellung ein Straßenbahnwagen der Siebener-Linie, der in die Nationalstraße fuhr, mit einem Schleppwagen eine» in entgegensetzter Richtung fahrenden 23er-Wagens zusammen. Der Schleppwagen wurde beim Zusammenstoß aus dem Geleise geschleudert und die Fenster der linken Seitenwand zertrümmert. Beim anderen Wagen wurde gleichzeitig ein Fenster zerschlagen und der Schntzrahmen beschädigt; verletzt wurde niemand. ArbeitSunfall. Beim Schieben einer Asphaltkochmaschine fiel aus dent Masarykkai der 28jährige Arbeiter Anton M r l i t au» Prag VII., so unglücklich hin. daß ihm die Maschine den linken Fuß überfuhr. Er wurde aus die Klinik Jiräsck gebracht; der Fuß dürfte amputiert werden müssen. Protest« gegen die Prager Wahlen. Zwei der man» datSlas gebliebenen Gruppen, und zwar die volkSpar« iriliche Opposition Zelenka» und der„Bürgerliche Verband" Hurt» haben Proteste gegen die Gemeinde« wähl überreicht. Die Entscheidung hat die LandeS- bebörde zu fällen. Zelenka erhielt am 22. Mai 1217 Stimmen, Hurt gar nur 812. Garden Party im CzerninpalaiS zugunsten der Kinder im Erzgebirge und in Äarpathorußland. Unter dem Protektorate und in Anwesenheit von Frau Hanna Benesovä. Da» glanzvolle Programm wird bei jedem Detter am Dienstag, den 14. Juni, Lurchgeführt. Beginn 18 llhr. Gummi-Radreifen für die Postwagen. Die Post verwendet für die Paketzustellung in Prag rund 200 Postwagen, die ihren reichlichen Anteil an dem Straßenlärm haben. Die Postverwaltung hat sich daher entschlossen, die Wagen mit Gummiradreifen versehen zu lassen und bestellte bereit» 40 Garni- «uren, die bis Ende Juni in Verwendung kommen werden. ErzgebirgShilfe. Am Dienstag, den 14. Juni, findet um 18 Uhr unter dem Protektorat und der persönlichen Teilnahme von Frau Hanna BencSovä, der Gattin de» Präsidenten der Republik, im Garten des CzerninpalaiS eine G a r d e n Partv statt, deren Reinertrag der Hilfsaktion für bedürftige Kinder im Erzgebirge und Karvathoruß- land zufließt. Das reichhaltige musikalische und tänzerische Programm. Tombola, Büfett und Publi- kumstanz machen diese» Gartenfest, das bei jedem Weirer staitfindei,'zu einem geselljchafttichen Ereignis ersten Range» und zu einer vorbildlichen Manifestation der völkerverbindenden Zusammenarbeit und Hilfe für bedürftige Kinder— für die, die sich selbst nicht zu Helsen vermögen. Reklamationen nur noch bis Montag, Telephon 64108. Die AuSflugSzüge der Staatsbahnen veranstalten vom 18. bi» 26. Juni eine Sondererkurston zur Einweihung der Almen in Karpaiborußland für 640 XL und vo— 18 bis 26. Juni Erkursionen in die Beskiden für 820 X», in die Hobe Tatra für 840 XL. in den Böbmerlvald kür 400 XL und„Wanderungen durch m« Slowakei" kür 640 XL. Anmeldungen und Informationen im Basar der AuLilngSzüge der Staatibabnen neben dem Wilionbahnhof, Tel. 88888. Kunst und Wte&m Zweierlei Maß Hau» Rothe, der zeitgenössische deutsche Shakc- speare-Uebersetzer. hat da» Lustspiel, da» wir alr „M aß für Maß" kennen, in„Zweierlei Maß" umgetauft. Da» bedeutet etwa» völlig andere», fast da» Gegenteil; nicht; wie Du maßest, so sollst Tu gemessen jwerden, sondern: man kann so und man kann ander» messen. Zweifellos kommt„Maß für Biaß" der heiteren Grundführung und Lösung der ShakespeareschenFabel, die doch eben die eine» Lu st, spiele» ist, näher; aber da doch durchaus auch die Idee vom zweierlei Maß, nämlich vom strengen und sewsigerechten und vom ethischen und gerechten, in deni Stück zum Ausdruck kommt, muß man Rothe» Abkehr vom Altgelvohnten nicht durchaus verdammen; iind man inuß e» auch nicht hinsichtlich der weiteren Uebersetzung, die wohl manches zu verdeutlichen und zu vergröbern scheint und damit wiederum öfters und ohne Bedenken an den Stil rührt, aber Handlung und Sinn aktualisiert, ohne den klassischen Gesetzen allzu initreu zu werden. Jedenfalls ist es hier, allerdings dank einer ausgezeichneten Aufführung, gelungen, Shakespeare geradezu überraschend lebendig werden zu lassen. Wie ungemein modern wirkt doch vor allem dieser Statthalter Angelo, den seine Hemmungen und Verdrängungen zu Irrtümern, zu Mißbrauch der Macht, zu Derbrechen in der Gesinnung und Grausamkeit führen! Wie hoffnungsvoll klingt das Wort, daß das Böse vielleicht nur dazu da fei, um da» Gute erst voll sich entfalten zu lassen, und daß in den gesellschaftlichen Krisen, die die Geschichte der Menschheit kennzeichnen, manchmal die Rechtschgf« senheit völlig verloren gehen könne, ehe sie wieder, auf höherer Bckhn, neuzuerstehen vermöge. Gewiß: bei Shakespeare verhindert ein guter Geist, daß die Verbrechen, die der Statthalter sinnt, Wirklichkeit werden. Dennoch läutert, erhebt, ergreift die Fabel: 1. 2. 3. Vecdn&nacfitichten G 4804 F, a •K 9 M ATTONI A G. Klub„Die Tat". Mittwoch, den 18. Juni. 20 Uhr, großer Saal Handwerkerverein, Ve SmeLkäch 22, Vortrag Dr. Bohuslav ELer, Vizebürgermeister der Stadt Brünn:„Die Rolle und die Aufgaben der tschechischen Arbeiterbewegung in der Frage der nationalen Ausgleiche»." keine menschliche Verirrung so entsetzlich, daß es nicht ein Erwachen gebe! Bei Shakespeare überwiegt in der Grundhaltung der chrtsüatholische Gedanke; aber wa» an diesen: ewig ist, haben wir im Humanismus, in der Menschlichkeit, in demokratischer Geisteshaltung sich fortentwickeln gesehen. Und wie tief muß man sich vor dem Dichter beugen, dessen jede» Wort heute geschrieben sein könnte! Wie gesagt: die Aufführung(in der Kleine n B ü h n e) ist vortrefflich, einer der literarischen und theatermäßigen Höhepunkte der Spielzeit. Wiederum, und fast noch stärker al» sonst, überzeugt Julius Gellner» Regie durch ihre Einfühlsamkeit, durch ihr sichere» AhnuugSvermögen für Melodie und Harmonie, für Zwischentöne und Tempo-Schattierungen, und: durch ihre Liebe zur Sprache. Nicht allzu oft hören wir ausnahmslos so schön sprechen, wie e» in diesem Falle geschieht: da» Wort immerzu al» Fleisch und Kleid des Gedanken» und der Empfindung. Die darstellerischen Leistungen sind auf das Prächtigste aufeinander abgestimmt— der ganze Abend weist auch nicht eine einzige Jehl« oder Minderleistung auf. Leo Siedler stellt seine Haltung, sein untadelige» Wesen und seine so warm und männlich klingende Stimme auf das Glücklichste in den Dienst de» milden und klugen Herrscher» und des helfenden, edlen Ordensbruder», da» so schlver zu Bewerkstelligende, in fleckenloser Reinheit nicht unglatchwürdig zu werden, gelingt ihm mühelos. Gleiche» gilt von der herzbewegenden Isabella Svakstlattan Ein amerikanischer Film vom Leben der Seekadetten hat natürlich mich werbende Absichten und Ehrfurcht vor den militärischen Traditionen.— aber wie wenig Pathos, Romantik und Abenteuer zeigt er im Vergleich zu Filmen ähnlicher Art, die in Europa gemacht werden! Dieser Hollywood-Film deutet Regie hat der Film, der selbstverständlich auch seine Liebe»- und Eifersuchtsgeschichte und eine Beinahe« Tragödie eine» Sohne» enthält, der für die Ehre seine» Vater» eintritt, eine sehr wirksame Form erhalten. da» Milieu ist sehr lebendig dargeftellt, die Massen- und Sportszenen sind brillant ausgenommen, und die Darsteller der drei im Mittelpunkt der Handlung stehenden Kadetten(Roland Kann g. Jame» Stewart und Billie Burke) sind in ihren jugendlichen Rollen sehr nett.—ei»— Eine nVrrisehe Geschichte Nirgend» versteht man e» so gut wie in Hollywood, in einer scheinbar nur spassenden Filmhandlung eine ernste Tendenz unauffällig unterzubringen— oder umgekehrt eine ernsthafte Handlung mit so viel Spässen zu umgeben und zu durchsetzen, daß sie wie ein' Amüsierschwank aussieht, mit dem man da» Publikum eher locken kann, al» mit einem Film, der sich bedeutend gibt.. Der Film, den man hier„eine närrische Geschichte" genannt hat, heißt eigentlich.Lehen, lieben, lernen",— und wenn der hiesige Titel auf die komischen Einzelheiten de» Handlungsablaufs deutet, weift der ursprüngliche Name datauf hin, daß e» sich nicht nur um Komik handelt. DeNn die närrische Geschichte von dem Maler. der durch Zufall die richtige Frau und durch noch groteskeren Zufall den Entdecker seiner eigen« immerbin an, daß e» in der Schule der werdenden See-Offiziere auch Roheiten und Ungerechtigkeiten, daß e» dort auch Karriere-Streber und schlechte Kameraden gibt, und da» Ueberraschende ist: es gibt in dem ganzen ftim keine Szene auf einem Schiff, denn die Schulung der Seekadetten spielt sich im Hörsaal und auf dem Sportplatz ab. Das Rugby, jenes schlachtenartige amerikanische Fuß- und, Handballspiel, scheint dabei eine Rolle zu spielen, die ein Europäer schwerlich ermessen kann: in diesem Film wenigsten» hängt aller Schmerz und alle Freude, aller Stolz und aller Edelmut der Kadetten irgendwie mit dem AuSgang der Rugby-Spiele zusammen, vor allem vom Ausgang de» großen Kampfe», den die amerikanische Marine mit ihrem größten Feinde, der— amerikanischen Armee fuhrt. Unter Sam Wood» Urania-Kino Da» Wiener Lustspiel„Millionäre" mit Ezepa, Tbimig, Albach-Retty, Imhoff, Abel, Carl etc. Aktualita! Heute 2, 4, 6,>,19 Uhr. Montag: Unvergeßlicher Film„Der Haupt« mannvonKöpenick" mit Mar Adalbert! willigen Kunst findet, aber dann, vom Ruhme verführt, die Kunst dem einträglich routinierten Handwerk opfert und erst zur Besinnung kommt, al» ihn die Frau und der Freund seiner BohSme-Zeit verlassen,— diese Geschichte verbirgt hinter ihren schwankhaften und zuweilen groben Wendungen ein Bekenntnis zum echten Künstlertum, und au» manchen Szenen klingt e» wie ein leiser SehnsnchtSseuf- zer jener Künstler in Hollywood, die gleich dem Maler in diesem Film luxusliebende Routinier» geivorden sind. Man mag daran Anstoß nehmen, daß eine ernsthafte Tendenz in groteske» Gewand gekleidet wurde.— aber der Vorteil ist, daß so die Gefahr gefühlvollen Kitsche» umgangen wurde. Und die grotesken Einfälle sind unter George F i d« maurice S Regle recht flott geraten, auch die Darsteller sind gut. besonder» Rosalind Russell und Robert Montgomery in den Hauptrollen, die bei aller Ausgelassenheit nie plump werden und deshalb mich die ernsten Szenen des Film» zu ihrem Rechte kommen lassen.—ei»— Festkonzert im Fürstenberg-Garten am 18. Juni I) Uhr. Nachtserenode, Werke von Bizet, Nicolai. Smetana. Weber-Berlioz, Johann Strauß. SuppL. Solisten Üoty-Preger. Dirigenten: Schick- Rieger. DaS Orchester de» Deutschen Theater». Preis: XL 10.—. Verkauf täglich. Jeder Abonnent hat Anspruch auf zwei ermäßigte BilletS zu Xi 6.— im Vorverkauf. „Karl V." verschoben. Da Paul Ludikar an einer Bronchitis erkrankt ist. muß die Urausführung von Kkenek» Oper um eine Woche, auf Mittwoch, den 22. Juni, verschoben werden. Die Vorstellung findet auf demselben Buchstaben(B 2) statt! Karten mit dem Aufdruck 18. Juni, gelten für den 22, Juni. Festvorstellung„Ein SommernachtStraum" im Waldstein-Gartcn am 19. Juni. Vorverkauf an der Tageskasse'und in den bekannten Vorverkaufsstellen. Preise: XL 10.— bis 86.—. Für Abonnenten 25 Prozent Ermäßigung! Wochenspielplan de» Deutschen Theater». Sonntag halb 8: Die Zauberflöte, Gastspiel Kammersänger Emanuel List, Al.— Montag: geschloffen.— Dienstag halb 8: Die CsardaSfürstin. Abonnement aufgehoben.— Mittwoch halb 8 Uhr:„Die Fledermaus".(Abonnement aufg.)— Donnerstag 8: Peripherie. C 2.— Freitag halb 8 Uhr: Frauen In New Kork. Abonnement aufgehoben.— SamStag 7 Uhr: Carmen, B 2.— Sonntag: Ein Sommernachtstraum. im Waldsteingarten Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag 8: Liaison, volkstümliche Vorstellung.— Montag: geschloffen.— Dienstag 8: Zweierlei Maß.— Mittwoch 8: Zuviel Familie, volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag 8: Zweierei Maß.— Freitag: geschloffen.— Samstag halb 8: Zweierlei Maß. Marion W ü n s ch e». die übrigen» in Inge Waern und Lux Rodenberg(al» Marianne undLulia) saft ebenso überzeugende Leiden-genossin- ttett hat. Alfred Löhner als Angelo ist in jedem Zuge interessant, eine zeitlose Gestalt, übrigen» von hoher Künftlerschaft in der Gestaltung de« Dramatischen und der schlvierigen Uebergänge. Padle s a k al» Claudio hat Jugendfrische. Schwung und austvallende» Gemüt. Köstliche Figuren sind As ritsch al» der Frechling an» der Goffe und Götz al» der Filou au» der Reihe der oberen Zehntausend. Friederich Richter gibt dem EScalu» alle gebotene vornehme Würde. Volker,dem Kerkermeister erfreuliche Schlichtheit und Redlichkeit. Tra» b a u e r ist ein erschreckend echter Galgenvogel, Lotte Stein eine Frau Wüst, wie sie im Polizeibuch steht. (Beamte, Lehrer, Förster u. ähnl.), die ein tschechische» Kind gegen Zahlung über Ferien aufnehmen, werden um Adreffenangabe ersucht. Jugenddienst, Prag II., VorSilskä 2. 4679 Dr, Frantttek Hviid’älek, Für die Richtigkeit der Ausfertigung der Leiter der Kanzleiabteilung: Stöpins. Wochenprogramm. 14. Juni: Par« g teiheim, SmeLky, 19 Uhr, Gruppe M Prag II: Volkrsozialismus. 20 Uhr, ■ Gruppe Prag I: Arbeiterbewegung 1 W im Nachkriegsösterreich. Heim der FVSA, Spälenä, 20 Uhr, Gruppe Prag VII: Zeitschriftenreferat.— 15. Juni: Barieiheim, SmeLky, 20 Uhr, Gruppe Prag XII: Prof. Czuczka: Die Entstehung de» Kapitalismus. Mitgliederversammlung de» deutschen Aktionsausschusses des EinheitSverbandeS der Privatangestellten Dienstag, den 14. Juni, um 19 Uhr im Ver« bandshau» Prag, II, Na Zborenci 18. Referent Sed« lak: Die kommenden Aufgaben des Aktionsausschusses. Referent Dr. Munk: Maßnahmen zur wirtschaftlichen Belebung.' Motel Matfiaus, JTeuem Schöne Fremdenzimmer— Gute Küche| ff Getränke— Billigste Preise TBL. 83 Daneben noch Winner. Costa und Stadler in gut gezeichneten Episoden. Der volle Raum der Kleinen Bühne war diesen Abend lang von ununterbrochener Aufmerksamkeit und stärkstem Miterleben gefüllt; ei gab viel Beifall und dennoch beinahe zu wenig für dar künstlerische Verdienst. L. G. Im Namen der Republik I Das Kreiszivilgericht in Prag Abt. X hat unter dem Vorsitze des G. R. Dr. Frant. Hvlttfälek und im Beisein der Gerichtsräte Dr. Milo» Wirth und Dr. Emil Skopal als Richter im Rechtstreite der Nagenden Partei der Vclkonäkupnl spoM- nost druistev, zapsand spolefienstvo s ruCcnlm obmezenym in Prag U, TCflnov 3, vertreten durch JUDr. Frant Kraus, Advokaten in Prag n, Lützowova 21, gegen die beklagte Partei Dr. Harry Kiepe tAf, verantwortlichen Redakteur der Zeitschrift Prager Tagblatt bi Prag n., PanskA 12, prot. Firma Mercy Heinr. Sohn, Buchdruk- kerel und Verlag in Prag II, PanskA 12. Rudolf Keller, Herausgeber der Zeitschrift Prager Tagblatt in Prag H., PanskA 12, vertreten durch Dr. Felix Wellemin, Advokaten in Prag H., Washingtonova 15, wegen unlauteren Wettbewerbs(peto 10.000.— KC), wie folgt, an Recht erkannt: I. Die Beklagten sind unter Exekution schuldig zu unterlassen, daß in der Zeitschrift Prager Tagblatt die Angaben verbreitet oder wiederholt werden, daS die Genossenschaftsbetriebe weniger qualitative Margarinarten erzeugen und in den Handel bringen, durch welche sie im Handri unterbieten, wozu ihnen die Steuer- und Gs- bUhrenorleichterungen verhelfen. n. Die Beklagten sind schuldig auf eigene Kosten in der Zeitschrift Prager Tagblatt binnen 14 Tagen unter Exekution diesen Widerruf in deutscher Sprache zu veröffentlichen:„widerruf. Wir erklären, daß die in der Nachricht der Zeitschrift Prager Tagblatt vom 22. Dezember 1988 enthaltenen Behauptungen darüber, als ob die Genossenschaftsbetriebe weniger quallta- tiveMargarinearten,durch welche sie unterbieten, erzeugen und in den Handel bringen würden, wozu ihnen die Steuer- und Gebührenerleichterungen behilflich wären, unwahr sind. Wir widerrufen daher die erwähnten Behauptungen. Der verantwortliche Redakteur der Zeitschrift Prager Tagblatt Dr. Harry Klepctäf, der Eigentümer der Zeitschrift Prager Tagblatt Meroy Helnr. Sohn und der Herausgeber der Zeitschrift Prager Tagblatt, Rudolf Keller. HI. Die klagende Partei ist berechtigt, aufKo- aten der Beklagten, die die Summe von 1000.— Kt nicht überateigen dürfen, das Urteil ohne Entscheidungsgründe in den Zeitschriften„Prager Presse", und„Sozialdemokrat" deutsch innerhalb eines Monats vom Tage der Rechtskraft dieses Urteils zu veröffentlichen. IV. Die Beklagten sind schuldig zur ungeteilten Hand der klagenden Partei die ProzeBkosten in der Höhe von 2088.88 KL binnen 14 Tagen unter Exekution zu bezahlen.*a In Prag, den 21. Dezember 1986. h. S. »Ile»eforst Sie Bücherstube«u Dr. Srtifter&<£o. Reicherrberg, Färbergasse 21 Elngesendst Ck X 20/3« URTEIL' Wald-Senator lum Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt .für innere, Nerven- u. Stoffwechsel-Krankheiten Mäßige Pauschalkuren iw Mr. H. igboscb/oüt/ 00m Thtrmla Palace Haiti In Pitlyam „Der Artl predigt Diätkost, aber der Krank» will nach»el'.iem Buept sali werden. Zwischen beiden Problemen den goldenen Mittelweg su wählen, ist die Kunst de» Hotelier» in Bad Pielyan, Fühlt man»Ich in»einem Hotel wohl, dann sind 30% der Gesundheit wieder• gewonnen.“ BezUa» bediNgUNaen: Bei Zustellung iniSau» oder bei Bezug durch die Post monatlich KL 17.—, vierteljährig XL 61.—, halbjährig KL 102,—, ganzjährig KL 204. Inserate werden lau» Tarik Misst berechnet.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung det Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post« u. Telegraphendlrektion mit Erlaß Nr. 18 800/VH/1980 brivWad.(Kontrollpostaatt Praha 28.— Druckerei:„OrbiS", Druck«, Verlags« u. Zeitungr«A.-G. Prag.