Sozialdemokrat gentralorga« der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Mont»- täglich frSH/ Einzelpreis 75 Heller «edaktion».Verwaltung: PragXll.,Fochova62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Der Präsident für den Schuft der Bergarbeiter Heftige Teilkämpfe in Spanien Die Judenverfolgungen In Deutschland Um 110.000 Beschäftigte mehr 18. ZahrglMA Mittwoch, 22. Juni 1938 Nr. 145 Zustimmung Rußlands zu dem britischen Plan Rückleitung der Freiwilligen die nächste Etappe London. Offiziell wird milgelrilt, daß das Subkomitee des Richtinterventionsaus» schnffes am Dienstag de» britischen Plan über die Abberufung der Freiwilligen in seiner Gänze auch mit der Bestimmung über die Zuerkennung beschränkter Recht« kriegführender Mächte an beide Parteien in Spanien, ferner mit den Bestimmun- gen über di« Erneuerung der Land» und Seekontrolle und über die Entsen» düng von Beobachtern!» einige spanisch« Häfen einmütig angenommen hat. Dieser Plan wird noch einer letzten Revision, aber nur mehr vom technischen Virsichtspunkt, unterzogen werden. Dann wird er der Plenarsitzung des Richtinterventionsaubschusses vorgelegt werden, der unzwei» selbaft den Plan annehmen wird, über den dann mit dm beiden spanischen Parteien verhandelt »erden wird. Die Mitglieder deS Subkomitees werden nunmehr ihre Regierungen um Jnstruk» tionm in der Frage deS britischen PlanrS ersuchen. Das Ereignis deS TageS war die Erklärung, welche der Sowjetvertrrt«, der russische Geschäftsträger in London, Kasan, abgab. Sie lautet: »Die Sowietregierung bat sorgfältig die neue« Borschläge über die Seekontrolle geprüft, die Lord Plymouth als Kompromiß unterbreitet hat. Sie erachtet diese Vorschläge zwar nicht als voll befriedigend und ist der Anficht, daß ihre Anwendung keine effektive Kontrolle sichern wird. Da aber die letzten Bor» schkägeLordPkymouthS einen Schritt näher z« der Auffassung darstellen» die die Sowjetregie- rung stets hinsichtlich der Form der Seekontrolle eingenommm hat, ist sie bereit zu einem Kam. promiß und nimmt sie an." Hierauf wurde die Aussprache über die finanzielle Seite der Angelegenheit eröffnet, di« in der nächsten Sitzung des Subkomitees am Freitag fortgesetzt«erden wird. Damit ist der Weg zur Verwirklichung des britischen Planes der Freiwilligmrückleitung aus Spanim offen und die Fühlungnahme mit dm bei- bm Parteien in Spanien über dir Entsendung der internationalen FrelwilligenzählungS- und Rückleitungskommissionm kann demnächst begin- am. Diplomatische Londoner Kreise erwarten hier London. Bei der Beratung deS Budget- des Foreign Office stellte der Labour-Abgeordncte Roel Baker den Antrag, das Budget um 100 Pfund Sterling zu kürzen. Noel Baker wollt« da» durch die Aufmerksamkeit auf die Angriffe gegen den Völlerbundpalt und den Kellogg-Pakt lenken, zu denen eS in der ganzen Welt kommt, und auf die»barbarische Art der Durchführung dieser An» griffe, die eines Hunnen Attila würdig" sei. Minister llhamberlain erklärte, daß er de» Worten Bakers über die Schrecken des modernen llrieges zustimme. ES könne nicht scharf genug verurteilt werden, wenn irgend jeniand erklärt, daß es seine vorbedachte Politik sei, durch die Demoraliflemng der Zivilbevölkerung durch Bomben auS der Luft den Sieg an sich zu reißm.(Wie dies General Franco noch kürzlich ausdrücklich erklärt hat! D. Red.) Das sei unbedingt gegm daS internationale Recht, aber auch vom Standpunkt derer, die sie betreiben, eine fehlerhafte Politik. Er glaube nicht, daß vorsätzliche Angriffe auf di« Zivilbevölkerung den» Angreifer den Krieg gewinnen können. Ein allgemeines Ab- kommen Über diese Frage hänge aber von der all- gemeinm internationalen Atmosphäre ab. In der Frage der Bombenangriffe aus britische Schiffe in Spanien berief sich Chamber» lain auf die von Eden befolgte Politik, daß England einschreiten werde, wenn britische Schiffe auf hoher See angegriffen werden, daß man aber nicht garantieren könne, daß nach jedem Angriff ein britisches Schiff In der Nähe sein werde. Die britische Negierung habe den General Franco^ nicht im Zweifel darüber ge» lassen, wie sie über diese Angriffe denke. Aber es sei leicht siir die Opposition, die keine Verantwortung trägt, Anträge zu stellen, die einen allgemeinen europäischen Krieg Hervorrufen könnten. Die einzig befriedigende Lösung wäre die Be» «ndigung des spanischen Krieges. keine Tchwirrigkeittn und rechnen mit der Entsendung der Kommissionen im Laufe des Juli. In London hat da» Ergebnis der Lrrhand- lungen im Richtrinmischungsausschuß, da« nach dem Erfolg der britischen Politik in der tschechoslowakischen Krise als ein weiterer Erfolg der britische» Diplomatie erachtet werdm mutz, grotze Befriedigung hervorgerufrn, das auch von ausländischen diplomatischen Kreisen voll geteilt wird. Man rechnet insbesondere mit einer günstigen Rückwirkung auf das französisch-italienische Verhältnis und eine eventuelle baldige Wiederaufnahme der Berständigungsgrsprächr Paris—Rom. An offiziellen Londoner Stellen verlautet» daß dir britische Regierung überzmgt sei, daß di« französisch' spanische Grenze nunmehr für dm Transit von Waffen und Munition gesperrt ist. Grazlanl prüft die spanische Kriegslage? London. Der Korrespondent der„Times" in Rom erfährt, daß Marschall G r a z i a n i soeben nach Spanim entsendet wurde, um dort die Kriegslage zu studieren und der italienischen Regierung rinm Bericht über sein« Erfahrungen zu schicken. Die britische Regierung werde darauf achten» ob sich in einem bestimmten Zeitpunkte eine günstige Aussicht auf eine erfolgreiche Vermittlung ergibt, und werde dann mit größter Freude allein«der gemeinsam mit anderen Regierungen ihre guten Dienste anbietrn, um dieses jammervolle Ringen zu bemden. Paris. Das am Montag erfolgte fran» zösisch britische Abkommm über die Errichtimg einer dreigliedrigen intemationalrn Kommisiio» in I o u l o u s c, die damit betraut sein soll, evm- tuelle neue Luftbombardements offener Städte in Spanien zu untersuchen, wird in Paris als sehr wichtig angesehen und man erwartet, daß sowohl Italien als auch Deutschland der rchaffung dieser Kommission ihr« Zustimmung geben wird. Vas britische Aufrüstungs wunder London. sReuter.) KrirgSminister Höre Belisha erklärte in einer Versammlung der nationalliberalm Partei u. a.: In der Aufrüstung habe» wir Wunder geleistet und Großbritannien ist jetzt für die Verteidigung vorbereitet. Für die Rüstungen haben wir Beträge ausgegevrn, die fast eine Million Pfund Sterling pro Tag erreichen. Trotzdem haben wir für soziale Zwecke um 50 Millionm jährlich mehr aufgrwendet. Dies möge allfälligen Friedensstörern ei» Beweis sein, daß Großbritannien finanzielle, materielle und geistige Quellen besitzt, die unerschöpflich sind. Amerikanische Vorschläge zur Humanisierung des Krieges Washington.(Reuter.) Rach Mitteilungen aus Kreisen, die dem Staatsdepartement nahestehen, arbeitet Staatssekretär llordell Hüll an einem Programm» betreffend die Humanisierung des Krieges, dellen Hauptziel di« Einstellung des Lustbombardements auf die Zivilbevölkerung ist. Die Einzelheiten des Programms sind noch nicht bekannt. Obzwar Eordell Hüll noch nicht in diplomatische Verhandlungen mit den übrigen Staaten getreten ist, ist man der Ansicht, daß er nicht bis zur nächswn Kongreßtagung damit warten wird. kritische Flottenmanöver Weymouth. Dienstag vormittags sind aus dem hiesigen Hafen 80 Einheiten der britischen Haupt-Kriegsflotte zu Manüvern ausgelaufen, die der König, welcher vom Herzog von Kent und dem Admiral Sir Charles ForbeS begleitet wird, selbst leiten wird. Kommandoschisf ist da» Admiralschiff »Nelson". Warum? Berlin. Am Dienstag wurden in Deutsch» land alle französischen Tageszeitungen mit Ausnahme des„TenipS" polizeilich beschlagnahmt. Ungeheuere Budgetlasten Japans Tokio. Der japanische Finanzminister gab folgende Daten deS Staatsvoranschlages Japans für das Jahr 1038/1989 bekannt: Einnah» men 6328, Ausgaben 6002 Millionen?)en. In diesen Ziffern ist der austerordentliche Aufwand für die Armee nicht enthalten, welcher-1800 Millionen Jen betragen wird. Keine Dollar-Abwertung Washington. Finanzministcr Morgen« t h a u trat den Gerüchten über eine bevor» stehende Dollarenttvertung entgegen. Morgen» thau erklärte, das; diese Gerüchte von Spekulanten stamme», die Gold in der Hoffnung ange» kauft hatten, eS mit.gröherem Gewinne verkaufen zu können. Ec dementierte energisch, daß die Regierung derartige Absichten hege. Salzburger Erzbischof beim Papst Rom. Der Erzbischof von Salzburg, Waitz, ist vom Papst PiuS XI. j« Privataudienz empfangen worden. Friede in Spanien? Mehr als die Tschechoslowakei steht wie» dermil Spanien im Mittelpunkt der politischen Erörterungen. Nicht die militärischen Niederlagen der spanischen Regierungsarmee haben dazu geführt, sondern die Schwierigkeiten, die dem intervenierenden Italien aus dem Spanien-Abenteuer erwuchsen. England hat die Inkraftsetzung des italienisch-britischen MittelmcerabkommcnS mit der Abberufung der»Freiwilligen" aus Spanien junktimiert. Italien, das dieses Junktim nicht ernst zu nehmen geneigt war, sieht sich jetzt vor ungeheuren finanziellen und infolge der Mißernte auch vor CrnährungSschwierigkeitcn. Um über den Berg zu kommen, braucht der italienische Diktator britische Hilfe. Die kann er aber nur bekommen, wenn er die Voraussetzungen für daS Wirksam» werden deS britisch-italienischen Mittelmeerabkommens erfüllt. Nach fast zwei Jahren des spanischen Krieges ist vor allem der Faschismus in der Sackgasse. Und so werden wieder einmal Friedensschalmeien geblasen. Man spricht von einem Waffenstillstand, für dessen Zustandekommen der italienische Diktator sich bei Franco verwenden solle, von der Schließung der Grenzen und der Wiederaufrichtung der Kontrolle. Wir sind hinsichtlich der Bereitwilligkeit des Faschismus, die Intervention in Spanien aufzugeben, sehr skeptisch. ES ist möglich, daß Italien unter dem englischen Druck Truppen abziehcn wird. Aber schon wurde festgestellt, daß es nunmehr im Franco-Lager außer den deutschen Technikern auch deutsche Soldaten gibt! Es ist anzunehmen, daß Deutschland und Italien versuchen tverden, in Spanien ihre Rollen zu tau» scheu und solcherart die Welt noch einmal zu'betrügen. Der Faschismus hat in Spanien viel zu gewinnen und nach den Investitionen, die er sich im spaiiischen Kriege leistete, noch mehr zu verlieren. Der ganze Europa-Plan der faschistischen Politik wäre über den Hausen geworfen» wenn Franco nicht siegte, lind so ist anzunehmen, daß die faschistische Einmischung nicht aushören wird, wenn man ihr nicht durch ein straffes Kontrollsystem gründlich steuert. Durch die Abberufung der ausländischen Soldaten könnte nur die spanische Republik ge» tvinnen. Die Internationalen Brigaden sind militärisch längst nicht mehr entscheidend und schwächer denn je. Neue Freiwillige tverden nicht mehr angenommen. Die spanische Regierungsarmee ist vollkommen selbständig. Entzieht man scdoch der Franco-Armee die ausländischen„Frei- witligen", die mit 100.000 Mann eher zu niedrig als zu hoch geschätzt sind, so ist der Zusammenbruch der Franco-Front gewiß. Wird eS zur Erstellung eines internationalen Kontrollsystems komme»? Wird es gelingen, die Jnterventionstruppcn aus Spanien hinauSzn- drängen? Wird die englische Regierung genügend Willen und Energie ausbringen, die zu erwartenden BctrugSversnche der Faschismen unwirksam zu machen? Italiens Verhalten zeigt, daß die faschistische Blusspolitik eine Grenze hat. Dein Nationalsozialismus muß diese Tatsache auch in der spanischen Frage demonstriert werden. Den britisch-französischen Bemühungen, Spanien den Spanicril zu überlassen, muß auch jeder Freund der spanischen Republik gegenwärtig aufrichtig wünschen. Denn mit der Durchsetzung dieses Prinzips wäre der Sieg der spanischen Republikaner garantiert. Dieser Sieg scheint uns heute näher zu sein denn je. Gewiß: die Francotruppen haben, unter Einsetzung gewaltiger technischer Ucbermacht, wiederum einen ersolgreichen Osfensivstoß unternommen, der sie in den Besitz der Stadt Castelloi» de la Plana gebracht hat. Aber es ist merkwürdig, daß die Siege Francos schon nicht mehr mit der Versicherung, der faschistische Endsieg sei nahe, auSposaunt werden. Immer Ivieder hatte man den bevorstehenden Zusammenbruch der RegierungS- sront verkündet: nach dem Fall von Malaga, von Jrun, von Bilbao, Santander, Lerida und Terucl. Und immer wieder hat man sich getäuscht. Die spanischen Republikaner wehren sich trotz der Ivaf- fentcchnischcn Unterlegenheit mit einem Heldenmut ohnegleichen. Es ist nicht der Mut der Verzweiflung, der sie beseelt, sondern die Ueberzcu- gung, daß sie schließlich siegen werden. Diese Ueberzeugung ist auch unter der spanischen Zivil- bevölkerung allgemein. Zwei Tatsachen seien hier angeführt, dir diese Ueberzeugung beweisen. Die Zivilbevölke- Sprachengleichheit im praktischen Leben Sprachengesetz-Novelle im politischen Ministerrat Prag. Amtlich wird gemeldet: Dienstag um 17 Uhr ist der Ausschuß der politischen Minister zu einer Sitzung zusammengetreten in der er die Aussprache über die Frage» der Nationalitätenpolitik fortsetzte. Gegenstand der Aussprache bildete der Entwurf zur Regelung deS Sprachengesrtzesdervon denBertrrtern der beteiligte» RrffortS in interministeriellen Konferenzen auf Grundlage der vor einiger Zeit vom Ausschuß der politischen Minister angenommenen Grundsätze und Richtlinien angenommen wurde. Die politischen Minister nahmen an diesem Entwurf einige A e n d e r n n g e» vor. DaS Lprachrngesetz hat den Eharakter eines Verfass«»gSgesetzes. Deshalb wird seine vor- bereitet« Novellierung einen selbständigen legislativen Akt darstellen. DaS bedeutet, daß eS formal von dem Projekt deS Nationalitätenstatuts loögrlöst werden wird. Die Regelungen des Dpra- chengesetzeS» an denen gearbeitet wird, ergeben sich auv der Notwendigkeit, daS Sprachenrecht der Entwicklung der Sprachenpraxis derart anzupaksen, daß es den allgemein anerkannte» Grnndsnk über die Sprachengleichheit im praktischen Leben voll erfasse. im geeigneten Moment Friedensvermittlung Chamberlain verurteilt Angriffe auf die Zivilbevölkerung (Seite 2 Mittwoch, 22. Juni 1038 Nr. 148 Die Judenverfolgungen j n Deutschland Keine Möglichkeit der Auswanderung tuns von Castellon de la Plana hat sich gcwei« gert, in der Stadt zu bleiben. Sie zog es vor, Hab und Gut zu verlieren, statt Franco untertan zu werde». 20.000 Einwohner verliehen vor dem Einzug der Francisten die Stadt und begaben sich in die Provinz Valencia. Nur einige hundert Bc- wohner sind zurückgeblieben.— Die Soldaten der 43. spanischen Regierungsbrigade, die in den Pnrenäen die Umklammerung durch eine faschistische Uebermacht gesprengt hatten und nach Frankreich geflüchtet waren, verlangte» geschlos- scn den Rücktransport nach dem republikanischen Spanien. Sie stehen bereits wieder an der katalanischen Front. So wie diese Soldaten und jene Zivilisten nicht an Uebergabe denken, denkt das republikanische Spanien auch nicht an einen Waffenstillstand Das republikanische Spanien kämpft um unveräußerliche Ideale. Es känipft um die Unabhängigkeit des spanischen Landes und um die Freiheit seiner Bürger. Diese Dinge sind kein Schacherobjekt. Die Behauptung, daß das republikanische Spanien kriegsmüde sei, ist insofern richtig, als es den Krieg überhaupt nicht gewollt hat. Den Krieg haben die anderen begonnen, die bereit sind, das Vaterland der Spanier ausländischen Eroberern auszuliefern. Ein Waffenstillstand— das würde bedeuten, die faschistischen Daterlandsverräter als Verhandlungspartner anzuerkennen und ihnen jene militärische Atempause zu gönnen, die sie»ach den mörderischen Verlusten der letzten Schlachten dringend nötig haben. In dem Ringen um Castellon haben die Faschisten mehr als 40 Prozent der eingesetzten Soldaten verloren und fast das ganze Ossensivmaterial verbraucht. Franco kann auf diese Art noch einige Schlachten gewinnen, aber er wird sich zu Tode siegen. Die Moral der spanischen Truppen und der spanischen Bevölkerung ist ungebrochen. An ihrem leidenschaftlichen Freiheitswillen würde jeder Versuch scheitern, mit den faschistischen Verrätern einen faulen Frieden abzuschließen. Die Regierung der spanischen Republik als Trägerin des freiheitlichen Volkswillens Hai auch gar nicht die Absicht, das zu verraten, wofür schon zehntausende spanischer Soldaten gestorben sind. Die Regierung und die republikanische Armeeleitung führen diesen Krieg als einen Abwehrkrieg unter möglichster Schonung der eigenen Truppen. Sie wissen, daß in der Ausdauer der Erfolg liegt und daß diese Ausdauer den Freiheitswillen auch in Franc o-Spanien immer mehr steigert. Schon hat der Rebellengeneral Qneipo de Llano erklärt, er möchte lieber Republikaner sein als italienischer Untertan. Wenn schon die Generale Francos so denken, kann über die Stimmung des Volkes kein Zweifel bestehen. Die militärischen Erfolge Francos— in Wirklichkeit Erfolge der ausländischen Jnterven- tionStruppcn— sind kein Beweis dafür, daß die spanische Republik verloren ist. Jin Weltkrieg standen die deutschen Armeen tief in Rußland, Rumänien, Serbien und Frankreich. Sie haben die meisten Schlachten gewonnen, aber doch den Krieg verloren. Auch der Defensivkrieg der spanischen Republikaner wird mit dem Siege der spanischen Republik enden, und zwar umso rascher, je gründlicher man dafür sorgt, daß über das Schicksal Spaniens nur die Spanier zu entscheiden haben. 19 Bimi Dnnaustrand ll ins IDunderland ERZÄHLUNG VON TH. W. STEINER Aber ein Tier von fernher zu erschießen, ist loohl eine Kunst, aber kein Beweis von Mut, denn, verzeihen Sie, Sahib, er kann ja nicht zurückschieben 1" Ich mußte im Stillen zugeben, daß er einigermaßen, wenn auch nicht ganz, recht hatte und meine Freude ivar ziemlich gedämpft. Etwas ärgerlich fragte ich ihn:„Hast du schon einen Bären mit dem Kukri erlegt?"„Freilich", war die Antwort,„wie wäre ich sonst verheiratet und Familienvater? Aber Sahib, ich will es Ihnen gern beweisen, wenn Sie mir den nächsten Bären überlassen, es ist noch einer in der Nähe, ich habe feine frischen Spuren an den Baumrinden gesehen. Die anderen SchiblogS sind doch im Camp geblieben, also können sie sich nicht beklagen."„Gut", sagte ich,„wenn du ihn bis v Uhr findest, gehört er dir." Inzwischen hatte er mit staunenswerter Geschicklichkeit dem toten Bären daS Fell abgezogen, hing eS an einem Baumast, um es später abzuholen, und stand auf. Schweigend gingen wir höher hinaus, der Shilari suchte Spuren im toten Laub und an jedem Baum. Plötzlich hob er den Arm, deutete auf einen Baumstamin, dessen Rinde ganz frische Krallenspuren zeigte, ging gebückt, auf die Erde starrend, abwärts, dann richtete er sich auf, lief so rasch, dab ich ihm kaum folgen konnte, weiter links, bis wir auf eine kleine Lichtung kamen, wo wir unter uns richtig den Bären gemächlich watschelnd daherkommen sahen. Der Shikari lockerte sein Kukri in der Scheide, nahm einen Der Leidensweg der Juden in Deutschland scheint, wie die«Basler Nationalzeitung" aus Berlin meldet, wenn nicht alles täuscht, seinem schnellen, wenn auch nicht schmerzlosen Ende ent» gcgenzugehen. Seit Tagen sind im ganzen Reich von den Parteiverbänden, zusammen mit der Polizei, umfangreiche Aktionen, in einer bisher nicht gesehenen Schärfe, gegen die jüdische Bevölkerung im Gange. Diese Aktionen erstrecken sich nicht nur auf öffentliche Lokale, Theater, Kinos, Cafks und Geschäfte, sondern zum erstenmal auch auf Privatwohnungen, wo in zahlreichen Fällen Haussuchungen vorgenommen wurden, die, je nach dem Ergebnis, zur Verhaftung des Wohnungsinhabers führten. Diese Aktionen werden, um in der nationalsozialistischen Terminologie zu bleiben,„schlagfertig" durchgeführt und erstrecken sich über daS ganze Reich. Der jüdischen Bevölkerung hat sich eine ungeheure Panik bemächtigt, da sie keine Möglichkeit sieht, dieser neuen antisemitischen Welle zu entgehen. Denn jede Möglichkeit, Deutschland zu verlassen, ist den Juden dadurch genommen, daß man ihnen die Pässe entzogen hat.— Die sogenannte legale Auswanderung ist an unvorstellbar komplizierte bürokratische Bedingungen verschiedener Art geknüpft, die Wochen und Monate in Anspruch nehmen. Daß diese außerdem an den fast völligen Verlust deS Vermögens gebunden ist, würden die deutschen Juden heute schon verschmerzen, wenn sie nur das Land verlassen könnte».— D'.: Tatsache, daß die Juden als ein„Erbfeind" verfolgt und aus der deutschen„Volksgemeinschaft" auSgerottei werden, während ihnen gleichzeitig beinahe sämtliche Möglichkeiten, daS Land zu verlassen, in ungeheurer Weise erschwert werden, bleibt daS Unverständlichste an der antijüdischen Politik des Dritten Reiches. Dabei darf man nicht etwa glauben, daß nur den reichen Juden die Auswanderung kompliziert wird: auch arme, völlig mittellose Inden, bei denen auch nicht der geringste Verdacht einer Vermögensverschleierung besteht, können nicht oder nur nach Erledigung eines ganzen WirrsalS von administrativen, finanziellen und sonstigen Voraussetzungen über eine der Grenzen. Und diese letzteren sind natürlich die ungeheuere Mehrheit. ES gibt gerade in Berlin, besonders in den nördlichen Stadwierieln, ganze Straßenzüge, die von Juden, meist Ostjuden, bewohnt sind, die in geradezu unvorstellbarer Armuv. ihr Leben fristen. Straßen, wie die Grenadierstraße, Dragonerstraße, Münzstraße usw. sind ausgesprochene Pro- letariervikrtel in des Wortes schlimmster Bedeutung. Die meisten der hier wohnenden oder besser hausenden Juden hätten nicht einmal genug Geld, um im Personenzug die nächste Grenze zu erreichen. DaS Schlagwort vom„reichen Juden" ist hier geradezu ein blutiger Hohn, und diese Berliner jüdischen Elendsviertel unterscheiden sich kaum von den ähnlichen in den jüdischen Provinzen Polens oder Rumäniens. Was die Reichsregierung für ein Interesse daran haben kann, diese Leute in Deutschland zurückzuhalten, bleibl ihr Geheimnis. Ein Geheimnis bleibt auch der Grund, aus welchem im gegenwärtigen Augenblick diese verstärkte antijüdische Aktion in Szene gesetzt wird. Da hier nichts zufällig geschieht, wäre es interStein auf und schleuderte ihn auf den Bären. Er traf ihn an der Flanke, doch war der Effekt nur ein Schütteln und leiser Brummen. Ein zweiter Stein traf ihn am Kops. Jetzt war das Brummen stärker und zornig und der Bär nahm Notiz von dem Shikari, der aufrecht in der Sonne stand, das blanke Kukri in der Rechten und sich anschickte, dem Bären enigegenzugehen. Dieser schien den Kampf sofort ausnehmen zu wollen, rannte den Berg herauf, und als er nahe kam, stellte er sich mit offenem Rache» auf seine Hinterbeine und fuchelte mit den Vorderpranken wie ein Boxer. Ich war Ivie hypnotisiert, laut- und regungslos wartete ich auf das, was jetzt kommen mußte. Da duckte sich der Gurkha und-sprang mit einem Schrei auf seinen Feind. Ein schwarzer Blutstrahl schoß empor und in der nächsten Sekunde kollerten Mensch und Bestie, sich anscheinend umarmend, den Abhang herunter. Jetzt erst fuhr mit der Schreck in alle Glieder und ich bereute tief, dem Eingeborenen die Erlaubnis zu diesem tolljühnen Stück gegeben zu haben, während ich den Abhang hinunter halb rannte, halb rutschte, um zu retten, was noch zu retten war. Doch noch ehe ich ganz angelangt war, stand mein Shikari langsam auf, lächelte mit zwinkernden Augen und sagte einfach:„So machen wir es, Sahibl" und wischte daS Blut erst von dem Kukri, dann auS seinen Augen. Meine Knie zitterten und ich mußte mich setzen.„Bist du verwundet? Du bist ja von oben bis unten voll Blut", fragte ich.„Nicht meins, oder nur von einigen Kratzern an der Schulter, wo er mir die Kleider zersetzt hat in seinem TodeSzucken." Der Bär lag, mit herausquellenden Eingeweide» da, während der Shikari mit einem feineren Messer geschickt und sorgfältig jede einzelne K-laue auslöste und sie dann in einem Zipfel seines Tuches einband.■— Ich hatte genug.—Als wir im Camp anlangten und ich daS Abenteuer zum besten gab, erntete ich die bittersten Vorwürfe wegen meines Leichtsinnes, denn, sagten sie, wäre dem Shikari etwas passiert, wäre er gar an den Ber« essant, die Hintergründe zu kennen. Ist die Version richtig, die hier umläuft, nach welcher eS der Reichsregierung darum gehe, eine große Diversion zu schaffen, um gewisse außenpolitische Miß. erfolge der vergangenen Wochen vor der öffentlichen Meinung zu verschleiern? Wie dem auch sei: Wir wohnen hier seit einigen Tagen einer menschlichen Tragödie von unvorstellbarem Ausmaß bei, die namenloses Leid über Tausende von wehrlosen Familien bringt. Prag. Die Montanistische Hochschule in Pti« bram hat dem Präsidenten der Republik Doktor Edvard Benes die Würde eines Ehrendoktors der Montanwissenschaften verliehen. Dienstag, den 21. Juni, fanden sich die akademischen Würdenträger dieser Hochschule auf der Prager Burg ein, um den PromotionSakt vorzunehmen. Der Präsident der Republik erklärte in seiner Antwort auf die Ansprachen u. a.: Die Natur hat unserem Vaterlande mineralische Reichtümer in reichem Maße beschert. Bereits im Mittelalter waren unsere Länder durch ihren Reichtum an Edelmetallen berühmt. Der Reichtum an Kohlenbecken und Kohlenförderung gab uns Exportmöglichkeiten. ES ist notwendig, daß wir unsere Gruben technisch auf daS vollkommenste ausbauen, in den Berg- und Hüktenbeiriebe» auf da« ökonomischeste wirtschaften und uns auf diese Weise auch weiterhin den Export in der schweren Weltkonkurrenz sichern. Nicht gering ist die Bedeutung unseres Erzreichtums, welcher die Entstehung großer Hüttenunternehmungen und der modernsten Unternehmungen der Eisenindustrie auf dem Kontinente begünstigt hat. Wenn Ihre Hochschule in diesem Zusammenhang ein wichtiger volkswirtschaftlicher Faktor ist, der öffentliche Güter zu schaffen half und durch die Erleichterung des Produktionsprozesses die Erhöhung des Wohlstandes aller unserer Bürger anstrebte, so verschließt sie sich auch nicht den sozialen Fragen, welche als empfindlicher Ausschlag in der Produktion und auf dem Arbeitsmarkt wesentlich In das komplizierte Getriebe der Staatswirtschaft eingreifen. Die Arbeitslosigkeit der arbeitenden Schichten in Ihren Be« schäftigungSzweigen,. die Lohnverhältnisse, die Arbeitszeit, da« Lebensniveau des arbeitenden Volkes, die Altera-, Kranken» und Invaliden- Verficherung, kurz alle Fragen, welche sich aus dem ArbeitSvcrhältniS zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie auS der rein menschlichen Forderung ergtben, daß dieses Verhältnis stets gehörig geregelt werde,— auf alle diese Probleme mutz Ihre Hochschule bedacht sein, muß sich mit ihnen befassen und um eine solche Lösung dieser Probleme bemüht sein, welche der Zeit und dem Staate entspricht und möglichst geringe Schwierigkeiten verursacht. AuS dem Komplex dieser Probleme hebe ich I insbesondere zwei Hera»-, über die Sie selbst Gelegenheit hatten, sich zu äußern, alS in öffent- ' kicher Diskussion die Ursache für Mängel gesucht Wundungen gestorben, hätte ich mich nicht nur vor den politischen Behörden zu verantworten gehabt, sondern wäre auch vom Gerichte verurteilt worden, den Hinterbliebenen Schadenersatz und eine entsprechende Rente zu bezahlen. Na„Ende gut, alles gut", aber auf Bärenjagd bin ich seitdem nie wieder gegangen. Und eine« schönen TageS erhielt ich einen Brief von meinem ältesten Bruder aus Prag, der mir eine gute Stelle in einer Fabrik im schönen Böhmerland anbot. Aufgeregt übersetzte ich den vollen Inhalt meiner Frau und fragte sie, ob sie bereit wäre, ihre Heimat mit meiner zu vertauschen.„Warum nicht?" antwortete sie.»Hast du 24 Jahre meinetwrgen in meiner Heimat ay-ge- balten, will ich gerne 24 Jahre deinettvegen in deiner Heimat leben." Also akzeptierte ich sreudig noch am selben Tage den Posten und erregte am nächsten Tage durch meine Kündigung grobes Aufsehen in der ganzen Eisenbahnerkolonie. Mein lieber Direktor war sogar beleidigt und sagte mir, ich sei undankbar, und einiges mehr.— Doch die Würfel waren gefallen, meine indische Karriere war beendet und wohlgemut trafen wir die Vorbereitungen zur Heimreise. Der Klub gab uns zu Ehren einen großen Abschiedsabend, aber wirklich überrascht waren wir beide von dem Abschied, den uns daS Eingebornnen'Personal bereitete. Als wir zum Bahnhof kamen, war die kleine Plattform gedrängt voll von Arbeitern. Der Zug nach Kalkutta sollte drei Minuten Aufenthalt haben, aber sobald er ankam, stürzten sich die guten Leutchen auf ein leeres Abteil und verwandelten eS für uns in einen Blumenhain. Meine Frau und auch ich mußten uns bekränzen lassen und das Zugspersonal wartete pflichtvergessen gute zehn Minuten, bis auch die letzten SalaamS und guten Wünsche deklamiert und unzählig« Hände geschüttelt waren. Jndia, Fare wellt (Schluß.), Die„Times" veröffentlichen einen Artikel über die Ausschreitungen gegen die österreichischen Juden seit dem Anschluß: Das Blatt schreibt u. a.?„Tausende von Juden mußten Straßen fegen und die nationalsozialistischen Gefängnisse aufrämnen. Häuser reicher Juden wurden geplündert, und Zehntausende von Juden, deren Vermögen unter irgendwelchen Vortvänden beschlagnahmt wurden, sind arbeitslos geworden. Tag und Pacht wurden Verhaftungen vorgenommen, und jüdische Personen jeden Geschlechtes und jeden Alters wurden in Konzentrationslager gebracht. wurde. ES ist dies die Frage der Sicherheit der in den Gruben beschäftigte» Arbeiter und ihrer Gesundheit. DaS kürzliche Unglück auf der Grube „Nelson", welche- eine größere Zahl von unter- tagS arbeitenden Bergleutv» zum Opfer forderte, war für nnS eine Warnung und eine Mahnung, konsequent und mit aller Strenge bei den Arbeiten in den Gruben auf solche Sicherheits-Vorkehrungen zu sehen, welche sich auS den wissenschaftlichen Erkenntnissen und auS langjährigen Erfahrungen ergeben. Die in den JoachimSthaler Gruben arbeitenden Bergleute sind einer besonderen Krankheit auügesetzt, welche sich bei ihnen nach einer nicht langen Reihe von ArbeitSjahren äußert und den Charakter einer Lungentuberkulose trägt. Bisher ist eS nicht gelungen, dieser Krankheit Einhalt zu gebieten oder ihr in irgendeiner Weise z» begegnen. Auch hierin kann Ihre Hochschule initiativ eingreifen, ebenso wie ihr niemand daS Recht absprechen kann, ihr Urteil über eine Frage abzugeben, welche infolge dieser verschiedenen Erscheinungen kürzlich cunfgetaucht ist, nämlich über die Frage der Lerstaatlichung der Gruben. Dia Jubiläumssammlung Am Montag erhöhte sich der Stand der Jubiläumssammlung für den Staatüverteidi« gungSfonds um 16.7 Millionen Kö. Insgesamt wurden von 30.846 Spendern bereits 76.1 Millionen Kö bar eingezahlt. Die Präsidien der beiden Kammern der Nationalversammlung haben beschlossen, für den Staat»- Verteidigungsfonds 80.000 KC zu spenden. DaS Präsidium deS Abgeordnetenhauses hielt Dienstag eine Sitzung ab, in der u. a. auch über das Datum der nächsten Plenarsitzung deS Hauses beraten wurde. Als frühester Termin kommt der 12. Juli, ein Dienstag, in Betracht, wahrscheinlich wird da« Haus aber erst ein paar Tage später zusammentreten können, bis der Entwurf des Nationalitätenstatuts endgültig ausgearbeitet ist, DaS Präsidium befaßte sich dann mit einer Reihe administrativer Fragen. So wurde die Anschaffung eines Apparates zue Aufnahme der ParlamentSvcrhandlungen beschlossen, der während der Ferien montiert werden und im Herbst bereits in Aktion treten soll. Die ParlamentSrestauration wurde neu dem Restaurateur Musil vom Thomas-Keller vergeben. Der parlamentarische SparauSschuß befaßte sich am Dienstag in AMvesenheit der Minister Machnik und Tuänh mit der Vergebung der Telephonzentrale in Preßburg. Hierauf erstattete Finanzminister Dr. K a l f u« einen Bericht Uber den gegenwärtigen Stand der Staatswirl- schaft, über die Lage auf dem Geldnmrkt, sowie über die Vorbereitungen zur Zusammenstellung des Staatsbudgets für daSJahr 1939 und über die geplante Regelung der Wirtschaft in den staatlichen Ilnternehmungen in Pod- brezovä. In der NachmittagSsitzung wurden unter Beteiligung von Vertretern deS Nationalverieidi« gungSministeriumS, des Innen- und des Handelsministeriums sowie des Ministerratpräsidiums einige Fragen behandelt, die mit der Beschaffung und Verteilung sowie mit den Preisen der Gasmasken Zusammenhängen. Abg. Remci und Abg. Dr. Dolansky erstatteten einen Bericht über die Untersuchung einiger Steuer« und Einkommen-Angelegenheiten. Agrarischer„Beiler" konfisziert. Am Samstag verfiel„Beker", das Blatt der tschechischen Agrarpartei, der Konfiskation, und zwar deswegen, weil das Blatt In ungebührlicher Weise das Vorgehen der tschechischen Sozialdemokratie bei der Wahl des Bürgermeisters von Dux kritisiert hatte. Stoupal nicht mehr LandeSauSfchußbeisitzer. Jn der mährisch-schlesischen Landesvertretung teilte LandeSpräsident Cerny bei Eröffnung der Sitzung mit, daß der Beisitzer Viktor Stoupal, der bekannte Führer des rechten Flügels der Agrarier, auf die Mitgliedschaft in der Landesvertretung und im Ausschuß verzichtet habe. Das Motiv deS Rücktrittes soll uäberbürdung mit Arbeit in verschiedenen wirtschaftlichen Korporationen sein. Der Redakteur der„Lidovt Roviny", Hubert Ripka, hielt Dienstag im Königlichen Institut für Außenpolitik in London einen Vortrag, für den Schulz der Bergarbeiter Eine Rede des Staatspräsidenten Dr. BeneS Wr. 14» Mittwoch, 22. Juni 1938 Seite 8 fadeteMteutsite lefatdead Felde zieht; fürchterlich regt er sich(begreiflicher- weise) besonders über den Satz auf:„Im Jahre 1938 beginnt die Endphase des Kampfes der christlichen Zivilisation mit dem Heidentum". Das wird als eine Beleidigung der sudetendeutschen Katholiken angesehen— obzwar es doch gegen jene Sudetendeutsche, die wahre Katholiken geblieben sind, gar nicht geht! Aber Dr. F- L. nennt die tschechischen Katholiken, die sich über die davon- gelaufenen Christlichsozialen mit Recht christliche Gedanken machen, gar„K c tz e r r i ch t e r" und „Inquisitoren", dürfte aber kaum selber glaube», daß die Untersuchung damit abgeschlossen lverdcn könnte. In den Prozeß werden zur rechten Zeit die sudetendeutscken Christen selber sich wieder einschalten— und dann: wehe den frommen Gleichschaltern l Adam Heinrich, Eger, 65 Jahre Der erste Bürgermeisterstellvertreter von Eger, Adam Heinrich, ist am Dienstag 65 Jahre alt geworden. Aus WernerSreiith bei Asch stammend, steht er schon seit seiner frühesten Äugend in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung und hat in der Zeit seiner bisherigen Wirksamkeit der Partei, der Gewerkschaft, der Genossenschaft und auch den Kulturorganisationen in vielen Funktionen gedient. Besonderes Verdienst erwarb er sich um die Ernährung der Bevölkerung deS Egerlandcs während des Weltkrieges, viel hat ihm und seiner Schaffenskraft die Stadt Eger zu verdanken, der er ein umsichtiger Funktionär ist. To erfreut sich unser Jubilar weit über die Kreise der Parteifreunde hinaus der größten Wertschätzung; auch wir schließen uns den bereits dargebrachten Glückwünschen an und hoffen, daß es Adam Heinrich vergönnt sein möge, noch recht lange der Belvegung zu dienen. anstalten könne; mit der gleichen Berechtigung auch eine eigene Polizei von besonderen Qual, hätte auch nach dem 18. Feber 1937 eine solche täten mitgebracht. Volkszählung vorgenonunen werden können. Gründling einer aktivistischen Wochenzeitung In der Tschechoslowakei Senator Carl Kostka, der bisherige Bürgermeister der Stadt Reichenberg, tvird gemeinsam mit Waldemar Quaiser, dem früheren Generalsekretär des Deutschen Verbandes zur nationalen Befriedung Europas in Wien, in der nächsten Zeit eine fudctendeutsche Wochenzeitung herausgeben, die die politische Linie des AktiviSmuS fortsehen will.(DND) Karel Capek an die deutschen Hörer. Der Melniker Sender erhält insbesondere in der letzten Zeit Briese, welche die Zusammenarbeit der Tschechen und Deutschen befürworten. Eine der Leitung dieses Senders zugekommene Anregung ist so shmpathisch. daß sich die Leitung entschlossen hat. sie in die Tat umzusehen. Ueber diese Anregung wird Karel Capek Mittwoch um 19 Uhr 80 nach den Meldungen des Tschechoslowakischen Pressebüros im Prager deutschen Sender die deutschen Hörer informieren. „Der Aerzteverein bleibt unpolitisch." Zu dieser in unserer gestrigen Ausgabe veröffentlichten Notiz teilen wir»och mit, daß Dr. Hainburg, Brünn, zum ersten Vorsitzcnden-Stcll- vertreter gewählt wurde. erfreulichste dabei war: Soviel sozialistische» Jungvolk sah der Ort schon lange nicht. Das Blauhemd beherrschte da- Stadtbild und Hunderte junge Burschen und Mädels marschierten mit den Tausenden Männern und Frauen zur Kundgebung. bei der der Parteivorsihende I a k s ch und der SJ-Berbandssekretär K r e i n e r zur Jugend sprachen. ES brach der stärkste Beifall los, als der Redner erklärte, daß, solange ein sozialistisches Jugcndherz schlagen wird, eS eine freie, demokratische sndetendeutsche Jugendbewegung geben werde. Die Tage von Wigftadtl wurden für unseren jungen schlesischen Borposten wirkliche Ehrentage. 8J als Gast beim DTJ*Gautag In Ktinlggrätj Bei dem großen Gauturntag der tschechischen DTJ in Königgrätz nahm neben Hunderten deutschen Sozialdemokraten auch eine sehr starke Gruppe der SJ dcö Kreises Tratttenau teil, die in dem gewaltigen Manisestationsnmzug von der tschechischen Bevölkerung ohne Unterschied der Partei besonders stürmisch gefeiert wurde. Im Zeltlager der Teplltzer SJ beim Blllner Borschen Da» herrliche Wochenende benützten unsere Teplitzer Jugendlichen, um im schönen Land um den Biliner Borschen herum ein Zeltlager aufzuschlagen, da» dann auch wirklich ein großer Erfolg wurde. Bon überall her kamen die sozialistischen Jungen und Mädeln, um das Lager zu besuchen. Fried- Dort „Tota- wenig- stcnS soweit Herstellen, daß die hundertprozentigen Nazis während der Saison nicht von Juden »behelligt" würden, denn cS läßt sich denken, daß Juden im allgemeinen keine Sehnsucht haben werden, auSgerechet diese totale Badekur zu genießen. Was aber geschieht?»Die jüdische Gemeinschaft", eine Reichcnberger Monatsschrift, empfiehlt ihren Lesern, bei denen eS sich natürlich nurumJudcn handeln kann, den Besuch LiebwerdaS in einem Artikel, den zlveifellos die Badevcrwaltung beigestellt hat! Also im lOOprozentigen SdP-Dad sind Juden willkommen... Das nennt man Charakter! B8der*Angestellte gefährdet Die Einnahmen derStadtgemeindeKarlsbad sind infolge des schlechten Besucher so gering, daß vielleicht binnen kurzem nicht genügend Geld vorhanden sein wird, um die Gehälter und Löhne der städtischen Arbeiter und Angestellten zu bezahlen.— Da- Karlsbader Kurhaus der Wiener Krankenvcrsicherungsanstalt mußte dieser Tage geschlossen werden, tveil die österreichischen Angestellten keine Ausreisebewilligung erhalten und die Anstalt deshalb völlig leer stand. Liefet Hermann hingerichtet! Englische Blätter berichten, daß sich unter den vier am Montag in Deutschland Hingerichteten Kommunisten auch Liefe! Hermann befindet. Liefe! Hermann war schon mehr al» rin Jahr in der TodeSzellr. Sie ist Mutter eine» dreijährigen Kinde» und die ganze gesittete Welt beschwor den Reichskanzler Hitler in dringenden Aufrufen, Llesrl Hermann zu begnadigen. Aber im nationalsozialistischen Deutschland«erden zwar Raubmörder begnadigt» nicht aber politische „Verbrecher". Und so hat man denn die unglückliche Frau, nachdem man sie durch«in Jahr im ungewissen über Ihr Schicksal gelassen hatte, mit ttem veil hingrrichtrt. Da» Kind hat seine Mutter verloren und Deutschland ist um eine Schande reicher. Wo gibt e» in der ganzen Welt«in Regime, da» so bestialisch ist,wie da» nationalsozialistisch«? Die» ist gewiß: auch Liesel Hermann wird gerächt werden! Liebwerda und die Juden In Bad Liebwerda im Bezirk land gab es nur die SdP-EiuhcitSliste. ließe sich also, im Rahmen der Gesetze, die lität" beispielsweise in der Rassenfragc Blne außerordentliche Volkszählung? DND verzeichnet das Gerücht, daß cs im Zuge der Durchführung des Nationalitätenstatut» zu einer außerordentlichen BolkSzählung kommen solle. Man will auf diese Weise die genaue Zif fer der Angehörigen der einzelnen Volksgruppen feststellcn. Ein Teil der Koalitionsparteien stellt! Llano hat bei dem Gibraltarer Bankhaus Barllau sich gegen diese Absicht und betont, daß die Ergeb- ein großes Konto, auf das einer seiner Freunde nisse der letzten BolkSzählung hinreichend sind und immer Pfundbeträge einzahlte. Um Unruhen in- daß man nicht nach jedem politischen Ereignis folge der Aufdeckung dieser erbaulichen Dinge von größerer Bedeutung eine Volkszählung ver«' vorzubeugen, hat^ der Sonderkommijsär gleich Er soll die gesamten Sovereigneinnahmen direkt nach Burgos leiten. Schwere Angriffe der tschechischen gegen die Sudeten* deutschen Katholiken In den»Polednl Lidovi Listy", dem Blatt der tschechischen BoUSpartei, beschäftigt sich dessen Chefredakteur 2an S ch e i n o st mit den Verhandlungen über das Nationalitätenstatut und schreibt: Die Tschechoslowakei wird ein demokratischer Land bleiben. Die Vorteile der demokratischen bürgerlichen und kulturellen Freiheiten dürfen auch jenen Deutschen nicht vorenthalten werden, welche — auch wenn sie Henlein gewählt haben—doch von ihm durch ihre katholische Weltanschauung geschieden sind. Das Aationalitätenstatut wird als Beweis der ängstlichen Gerechtigkeit unseren Deutschen gegenüber herauSgegeben werden. Gut! Aber dieser Gerechtigkeit darf nicht einmal dar deutsche katholische Bolt beraubt werden, dessen Kulturbedürsnisse und Erziehung dem nazistischen Geist der Henleinpariei nicht z»m Opfer gebracht werden dürfen. Wenn wir diesen Grundsatz verletzten, würden wir auf der Jagd nach der Gerechtigkeit nur eine neue grobe Ungerechtigkeit begehen. Deswegen werden die tschechischen Katholiken und die tschechoslowakische BolkSpartei auf der Wacht seinl In dem Artikel wird auch noch gesagt, daß eS nach dem Verschwinden der deutschen christlichsozialen Partei keine deutsche. Partei gibt, welche die katholischen Jntercffeit schützt und daß hier der tschechoslowakischen BolkSpartei die Ausgabe erwachse, die Rechte der deutschen katholischen Bevölkerung zu wahren. All dies ist natürlich den unsterblichen Ueberresten der deutschen Christlichsozialen sehr, sehr unangenehm und die„Deutsche Presse", die jetzt die Aufgabe übernommen hat, ihre Leser nicht katholisch, sondern esdcpistisch zu machen, schnaubt vor Wut. Dr. F. L. zitiert im dienstägigen Leitartikel mit Todesverachtung das erwähnte tschechisch-katholische Blatt, daS gegen das„Neuheidentum" der„Sekte" SdP zu Begeisternder Arbeitertag In Wlgstadtl Am vergangenen Sonntag fand in Wigftadtl in Schlesien«in Arbeitertag statt, der sich zu einer gewaltigen Kundgebung der schlesischen Sozialdemokratie gestaltete. Eine Woche nach der von der SdP verkündeten Totalität Henlein» bewiesen tausende Männer und Frauen, Burschen und Mädchen, der gesamten Oesfentlichkeit, daß sie nichts von Henlein und seiner SdP wissen wollen. 2m Festzug marschierten mehr al» 4 0 0 0 Menschen und die imposante Teilnahme der SJ und der AtuS-Augend gaben ihm mit den vielen roten Fahnen und Transparenten ein eindrucksvolles Bild. Mit stürmischem Jubel wurde der Vorsitzende der Partei Abg. I a k s ch, empfangen, ebenso die anderen Gäste, die ebenfalls das Wort ergriffen: der finnische Abgeordnete Caj S u n d st r ö m und der Berbandssekretär der SJ Josef Kleine r-Prag. Außerdem nahmen auch Vertreter der politischen und der Militärbehörde teil. Die Rede Jakschs, die sich mit den großen Aufgaben der Gegenwart beschäftigte, wurde mit Begeisterung ausgenommen, ebenso die Ansprachen der anderen Gaste. Die Leitung der Kundgebung lag in den Händen unseres tapferen Wigstadtler Bürgermeisters Karl Mader. Diese Veranstaltung, in derem Rahmen die Jugend zu Wettkämpfen antrut und ein frohes Gemeinschaftsfest stattfand, wurde zu einem Ehrentag der schlesischen Sozialdcmolratie und zu einer trotzigen Kampfansage an die sogenannte„Volksgemeinschaft". Terror gegen Keufleute Der„Pr. M." berichtet, daß in Nordböhmen häufig in Läden Kunden erscheinen, sich irgendeine Ware vorlegen lassen, prüfen, nach dem Preis fragen und zwischendurch gesprächsivcise an den Geschäftsinhaber die Frage richten, ob er Mitglied der SdP sei. Fällt die Antwort verneiend aus, wird der„Kunde" plötzlich kühl, legt die Ware hin und erklärt,-daß er unter diesen Umständen seinen Bedarf anderswo decken werde. ES handelt sich, wie einwandfrei festgestellt wurde, um»Kunde»", die von der SdP-L eitung geschickt wurden. eine sonderbare Unmöglichkeit Laut einer au» Böhm.-Leipa datierten Meldung wurde dem Sudeie n deutsch e n Sängerbund aus Stuttgart mitgeteilt, daß die Fahrt seiner 17.000 Mitglieder. die Anfang Juli an dem Liederfest nach Stuttgart teilnehmen sollten,„mit Rücksicht auf die politischen Berhöltnisse unmöglich" sei; lediglich eine Abordnung der sudetendeutschen Sänger werde in Stuttgart empfangen werden! Wie klingt dieses rcichsdeutsche„Unmöglich" den an so ganz andercÄläugc gewohnten Henlein- Sängern in die Ohren? Was sagt dazu die „Zeit"? W e S h al b dürfen die Herrschaften nicht nach Deutschland? Welche„politischen Verhältnisse" sind da gemeint? Herr Hitler, dunkel ist der Rede Sinn! Aber, wie uns dünkt, gerade nicht unangenehm für die Demokratie und deren Bestrebungen. Wil umm HiwtenquMk Das dritte Reichszeltlager unserer Äindersreunde wird Montag, den 27. Juni, beginnen. 400 Falken, aus Schlesien und Mähren, aus Ost- und Weitböhmen, aus Nord« und Südböhmcn werden drei Wochen ihrer Ferienzeit in schönster sozialistischer Gemeinschaft verbringen, werden nach den Geboten ihrer Belvegung in„Ordnung, Freundschaft und Solidarität" leben. Auf einer großen Waldwiese bei Steinsdorf im Eulautale, am Fuße des Hohen Schneeberges, umrahmt von dem dunklen Grün der Fichtenwälder und mit einem herrlichen Ausblick in das Eulautal, lverden kommenden Montag an die 40 Großzelte aufgeschlagen werden und ihre Bewohner für drei Wochen aufnehmen. Die große Lagerküchc, eine Waschanlage, da»„Lagerspital" etc., sind bereits aufgebaut, da» Stroh für die Strohsäcke liegt bereit. Dienstag, den 2V. Juni um 8 Uhr abenderfolgt die feierliche Eröffnung der Kinderrrpu- blik. Die folgenden Tage dienen den letzten Proben für dal große Falkeufestspiel zum 1. Reichö- saUentressen in Bodenbach, an dem alle Lagerbewohner geschlossen teilnehmen. Die zweite und dritte Woche sind der Erholung und der Falkenarbeit gewidmet. In vielen «N e i g u n g s g r u p p e n", wie Wairdern, Geländekunde, Singen, Volkstanz, Spiel und Sport, Wandzeitung, Basteln, Erst« Hilfeleistung, Photo, Musik, Zeichnen, Falkenzirkus usw. werden die Falken voneinander und miteinander lernen, um neue Kenntnisse in ihre Gruppen mitzunchmen. Sonntag, den 10. Juli, findet ein Lagertest statt und am Sonntag, den 17. Juli, beteiligt sich das ganze Lager an einem Fest der Arbeiterschaft des Eulau-Tale». Die dritte Kinderrepublik wird wieder«in große» Erlebnis für ihre Bewohner werden und die Freundschaftsbande enger knüpfen. Wir wünschen unseren Roten Falken: Frohe Fahrt und gutes Gelingen! Merkwürdiges um Quelpo de Llano Gibraltar.(Ag. Esp.) In Algeciras wurden am Montag elf Zollbeamte hingerichtet unter der Beschuldigung, Gelder unterschlagen zu haben. Sie verteidigten sich dainit, daß sie die Gelder an General Oueipo de Llano geschickt hätten und beriefen sich vergeblich aus dessen Schutz. Infolge dieser Hinrichtungen sind am Dienstag Unruhen entstanden. Bei dem Zollschupfen, wo gewöhnlich die deutschen Kriegsschiffe anlegen, explodierte , eine Bombe. ES wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. In La Linea ist ein Sonderkommissär der Burgosrcgierung eingetroffcn, der sofort die Leitung des Zollamtes übernommen und mehrere feiner Beamten verhaftet hat. Die Ursache ist, daß von den Pfund Sterlings, die Einrcisende aus Gibraltar zu einem willkürlich niedrig festgesetzten Kurs in Franco-PesetaS umwechseln müssen,'der größte Teil nach Sevilla an die Verwaltung Oueipo de Llanos abgeführt worden ist. . Die Zolleinnahmen La LincaS, die ebenso behandelt wurden, betragen rund 3000 Pfund pro Woche(426.000 KC). General Oueipo de ein neuer ExzeB der geistigen Unterwelt Die Brünner SdP ist durch den Beschluß des Brünner Stadtratc», da» Schauspielhaus der demokratischen Echauspielergruppe zur Verfügung zu stellen, in die höchste Aufregung geraten. Einige SdP-Leute, die sich kühn al» die „Vertreter des Brünner Deutschtum»" bezeichnen, haben in Telegrammen an den Staatspräsidenten und den Ministerpräsidenten gegen jenen Beschluß protestiert. Außerdem legte die SdP beim LandeSpräsidcnten C e r n h gegen den Beschluß de» Stadtrate» Verwahrung ein mit der Behauptung, die Erteilung der Konzession an die demokratische Schauspielergruppe würde„von der gesamten deutfchcn Bevölkerung Brünn» als Förderung der bolschewistischen Kulturtendenzen aufgefaßt werden." Jnzlvischen wächst die demokratische deutsche Theatergemeinde in zufriedenstellender Weise. Und wenn die SdP vor Wut zerspringt: in Brünn wird nicht nur Theater der national- sozialistischen Unterwelt, sondern auch deutsches, nämlich demokratisches Theater gespielt werden! Sozialistische Jugend in Bewegung Verbandsvorsitzender Willi Wanke spricht zu den Delegierten der mührlschen SJ-Krelskonferenz- Verbandssekretär Josef Krelner bei den schlesischen Jugendlichen Der vergangene Sonntag brachte eine Reihe von Veranstaltungen der Sozialistischen Jugend, die den Beweis lieferten, daß das sozialistische Jungvolk auü den härtesten Kämpfen der lebten Zeit innerlich gefestigt und geschlossen hervorge- Migcn ist. Weder der mit so ungleiche» Mittel» gcsiihrte Gemeindewahlkampf noch die Lockungen des GleichschaltungSbcamtcn der deutschen Jung turner vermochte» unserer herrliche» Jugend irgendwie Abbruch zu tun. Ucberall konnte sich Freund und Feind davon überzeugen, daß eö noch eine wahre freiheitliche sudctendeutschc Jugend bewegung gibt, die eS ablchnt, sich von einem Dr. Krautzberger kommandieren zu lassen. 01« SJ-Krelskonferenz In Sternberg AuS dem gesamten mährischen Kreis waren die jungen Funktionäre der Bewegung gekommen, um zu hören, was ihnen Abg. ZIschka über die politischen und der neue Vorsitzende des Soziali stischen JugendverbandeS Willi W a n k a über die kommenden Aufgaben des Verbände» zu sagen batten. Die beiden Referate, die im Mitielpunkt der großen Tagung standen, lösten bei den Jungen und Mädeln stürmische Begeisterung auS Jeder, der von dieser Konferenz heimging, wußte, daß die mährische» sozialistischen Jugendlichen in die sem ungleichen Ringen, in da» sie gestellt wurden, sich al» junge, sudetendcutsche Freiheitskämpfer auch in Zukunft bewähren werden. Freie Jugend im roten Wlgstadtl Wigftadtl, der alte schlesische Arbclterort er- lchte am letzten Sonntag eine seiner kraftvollsten Kundgebungen der letzten Jahre, lind wa» da» Seite 4 Mittwoch, 22. Juni 1038 Nr. 145 Aufs Neue in den Krieg! Teile-er 43. spanischen 9lcgienino$bibi)ion, die sich iit den Pyrenäen bi» nach Frankreich -urchgekämpft hat und von dort auf den spanischen Kriegsschauplatz zurückkehrte NAeslremMiten. ttektize IsIIIeümpfe In Lpsnien Madrid.(HavaS.) Wie doS Stational- Verteidigungsministerium meldet, spielten sich am Montag an der Ostfront heftige Kämpfe ab. Ein Angriff auf Burrian wurde von den RegierungS- truppen zurückgeschlagen. NegierungSabtrilungen baden üasa del Gordo besetzt.— Die Kämpfe im Süden von Castellon dauern an. Die Truppen de» General» Franco, die von den republikani» schen Truppen bi» an den MijarcS-Fluß hinter Billareal, drei Kilometer nach Norden zurückge- drangt wurdm, versuchtm eine» Angriff zwischen Billareal und der Meeresküste. Al» sie bei Al- maroz den Mijare» überschritten hatten und zur Bieeresküste vordrangen, rmternahmen die revu» blikanischen Truppen über Burriana, neun Kilometer südlich von Castellon, einen Gegenangriff. In der Provinz Teruel unteranhmen im Abschnitte von Puebla de Valverde die bereits seit drei Wochen im Berglirnde der Sierra Camarena blockiertr» Franco-Abteilungen wiederholte Ausfälle und besetzten einige umliegende Höhen. Die RcgiernngStruppen räumten die üasa del Gordo. Tie Positionen sind im wesentlichen unverändert. Die Interventionisten rühmen sich Nom.(Havas.) Die italienische Presse meldet bedeutsame Siege der italienischen Legionäre an der spanische» Front bei Nio Argelita und Erfolge der i t a l i e n! s ch e n Fliegern» der Ostfront. Bon den Baleareninseln kommende Flugzeuggeschwader bombardierten Balencia, Carthagena. Denin und Gandia, den Flughafen Dan Bineente bei Alicante und den Bahnhof in Almenara, wo überall große Schäden verursacht wurden. Alle Gewerkschaften In die Regierung Barcelona.(Havas.) Der Bereinigte Ausschuß der Rationalen ArbeitSvereinigung iCNT) und der Allgemeine Arbeitsverband (UGT) baden einen Antrag aus Angliederung dieser beiden großen Gewerkschaftoorganisatione» an die Regierung von Balencia angenommen. Unruhe In Marokko Tanger.(Ag. Esp.) Reguläre deutsche Truppen werden in Rebellen-Marollo untergebracht, um nach Bedarf an die Franco-Front geschickt zu werden. In Tetuan, Larrasch, Tauen, Artila und Alcazar sind deutsche Pionierabteilungen bei den Kasernenneubauten nach Berliner Anweisungen beschäftigt. Der Eingeborenenstamm der Anhera ist empört über den Plan der Rebellen, ältere und jüngere Eingeborene in einer„Herka", das ist eine marokkanische Truppenformation. zu vereinigen und an die Front zu schicken. Tie Eingeborenen von Uebela und des Rif weigern sich, diesem Aufruf Folge zu leisten und bezeichnen den Krieg Franco» und seiner Verbündeten al» eine Mörderei. Die Rc- bellenbehörden befürchten einen allgemeinen Aufstand.— Bei der Abfahrt eines SoldatenzugeS aus Tetuan warf sich die Mutter eine» marokkanischen Soldaten vor die Lokomotive, die ihr beide Beine absuhr. Daraufhin ereigneten sich in der Stadt stürmische Demonstrationen, die sich übrigen» jeden Tag beim Eintreffen der Verwundeten— und der Abfahrt der Frontzüge wiederholen. Gibraltar.(Ag. Esp.l Am vergangenen Sonntag kamen zahlreiche Ausländer, besonders Deutsche, zum Stierlampf nach Algeciras. Nachher besetzte ein Teil von ihnen die Stadtkommandantur und ein deutscher Offizier wurde als Kommandant eingesetzt. Ahsoluta Mehrheit für de Valera Dublin. Die endgültigen Ergebnisse der Wahlen für das irische Abgeordnetenhaus laufen: De Valera 77(bisher 60) Mandate, CoSgrave 45(48), Arbeiterpartei 0(13), llnabhängige 7(8) Mandate. De Valera hat daher im neuen Dail eine absolute Mehrheit von 16 Stimmen. Milderung des Juden-Erlasses für Ausländer Berlin. Zu der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April d. I. hat Neichüwirtschaftsministvr Funk eine Durchführungsverordnung erlassen, derzu- solgc Juden fremder Staatsangehörigkeit von der Anmeldepflicht nur ersaht werden, wenn sie ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt im Reichsgebiet haben. Sie haben alsdann ihr gesamtes inländisches Vermögen bis zum 30. Juni anzumelden. Diese neue Durchführungsverordnung stellt bereits einen gewissen Rückzug vor den energischen Interventionen Englands und Amerikas dar. Ursprünglich sollten nämlich alle Juden ausländischer Staatsangehörigkeit, also auch die, die ständig im Ausland wohnen, ihren deutschen Besitz anmelden und dem Herrn Göring für seinen Vierjahresplan zur Verfügung stellen. Nunmehr wird die Anmeldung auf diejenigen ausländischen Juden eingeschränkt, die ständig in Deutschland leben und somit als Steuer-Inländer auf- zufassen sind. Auch damit dürften sich aber England und Amerika nicht zufrieden geben. Zwischenfall auf dem Kinderspielplatz Gestern war ich Zeuge einer aufregenden Szene, von der ich berichten will, weil es mir scheint, als hätte sie allen,'die nicht dabeigewesen sind, viel zu sagen. Ein Spaziergang führte mich an einem Kinderspielplatz vorbei, der dicht beseht war von kleinen Buben und Riädchen, die teil» im Sande, teils miteinander ihre harmlosen Spiele spielten. Ring» herum sahen zahlreiche Frauen ans den Bänken, die mit noch kleineren Kindern, mit Handarbeiten und mit Unterhaltungen beschäftigt waren. Es war da» typische geruhige Bild eine» friedlichen Winkel» im Grohstadtleben. Ich freute mich noch an diesem Anblick und hatte nicht die Absicht, mich länger aufzuhalten, al« meine Aufmerksamkeit durch einen plötzlichen Vorfall erregt wurde. Ein großer Bursche, er mochte wohl an die zwanzig Jahre sein, rannte quer über den Platz. Er stieb mehrere Kinder um und warf sie in den Sand, er schien sinnlos einherzutoben und ward im Nu von den aufspringenden Frauen umringt, die sich schreiend dazwischenwarfen, um ihre Kinder vor einem Menschen zu schuhen, der entweder wahnsinnig geworden schien oder gar die furchtbarsten Absichten hatte. Man schrie durcheinander, nach der Polizei, man ritz den Jüngling zurück, er war ein wilder Knäuel empörter Frauen, in den ich mich ebenfalls mischte, um den Wünstling beim Genick zu nehmen und den besorgten Frauen männlichen Schuh angedeihen zu lassen. Im nächsten Augenblicke jedoch schon geschah etwas Erstaunliches. Der junge Diensch sprang auf eine Bank und begann seinerseits in die Menge der Frauen hineinzuschreien. Er hatte nur wenige Worte hervorgebracht, als bereit» vollkommene Ruhe eintrat und die Frauen und auch ich ihm^uhig zuhörten. Dieser scheinbar sinnlos gegen die spielenden Kinder tätlich gewordene junge Mann hielt nämlich eine regelrechte Rede, eine der seltsmnsten Ansprachen auf öffentlichem Plahe, die ich je gehört habe. Ich kann seine Worte nicht wiedergeben wie sie gesprochen wurden. E» ging aller zu schnell und wer hätte auch daran gedacht, sich in einem Augenblick Notizen zu machen, der mehr nach notwendig werdender Tat auSsah. Es bleibt mir also nicht» übrig, als etwa in meinen Worten wiederzugeben, wa» dieser Mensch dort zu ettva 80 Müttern, Kindermädchen usw. sprach. Er sagte ungefähr folgende»;„Ich will gar nicht» von euren Kindern, er ist ja auch keinem eNva» Ernstliche» geschehen, ich wollte euch alle nur einmal ettva» fragen. Ich bin hier gelaufen gekommen und habe ein paar von euren Kindern in den tveichen Sand geworfen. Im nächsten Augenblick habt ihr euch wie die Wilden auf mich gestürzt, um eure Kinder zu verteidigen. Sagt einmal: lest ihr eigentlich Zeitungen? Witz ihr, dab in jeder Minute, die ihr hier mit euren Kindern im Frieden siht und spielt, In Spanien und in China und wer weih, ob nicht morgen auch bei euch, Tausende von Bomben abgelvorfen werden auf Kinder und Frauen und Kranke und Greise, dah in jeder Minute Tausende getötet lverden? Ihr habt gegen mich nach der Polizei gerufen, ihr hättet mich möglicherweise in Stücke gerissen, wenn ich einem eurer Kinder ettva» Ernstliches getan hätte. Ich wollte nur eure Aufmerksamkeit erregen. Ich wollte euch nur diese Frage vorlegen: wa» tut ihr, um ein Ende zu machen mit dem Mord, der iiber die Erde rast, ohne dah die Völker aufstehen und dazwischen« fahren? Man entrüstet sich auf Papier. Man sendet eine hübsche und höfliche Protestnote, die in einen japanischen, italienischen oder deutschen Papierkorb fällt, und dann seht man sich wieder zu Tisch und läht alle» gehen wie es geht..." So ettva hatte der junge Mann gesprochen. Und er hatte recht, lieber« legt e» einmal. Allel. W. B. Vas Militär beim Sokol-Kongreß Mittwoch, den 6. Juli, werden im Prager Stadion im Rahmen der Vorführungen des Sokol-Kongresses starke Gruppen unserer Wehrmacht üben. Auch die rumänische und die jugo- lowischr Armee werden durch je 300 Mann vertreten sein. Ta» Programm sieht'das Auftreten motorisierter Einheiten sowie Proben der militärischen Leibesübungen und der Ausbildung vor, dir von Infanterie, Artillerie und Dragonern vorgeführt werden. Die rumänischen und jugoslawischen Gäste lverden Gewehrübungen, erzieherische Spiele und Volkstänze zeigen. Unsere Flieger werden n. a. unter Führung des Oberleutnants Novak Proben von Gruppen» Akrobatie zeigen. Dann treten 3000 Man» zu Gewehriibungen an. Dragoner und Artilleristen werden Reiterreigen vorsührcn. Den Abschluß wird ein Desilö aller militärischen Gruppen bilden, daü in der Lust von einer Gruppe von 160 Flugzeugen eröffnet werden wird. Fähren-Unglück In Polen Warschau. Bei dem Dorf Orla kenterte in der Mitte de« Bug-Fluffes eine mit 30 Personen besetzte Fähre. Sämtliche 30 Personen sind ertrunken. Die Leichen konnten bisher noch nicht aufgefunden werden. Der morsche Boden de» Schisses war eingebrochen. Ter Bug ist an. dieser Stelle sehr tief und weist zahlreiche gefährliche Wirbel auf. Durch die Katastrophe hat die Hälfte aller männlichen Bewohner des Dorfes Orla den Tod gefunden, das insgesamt 60 Familien zählt. Vie Nazi-Spionage in Amerika New Aork.(Reuter.) Die große Federal« Jury hat bekanntlich 18 Personen wegen des Verdachte- der Spionage zugunsten Deutschlands angeklagt. Der Staatsanwalt sagt in seinem Berichte, daß die Initiatoren dieser Spionage- Bewegung in Deutschland bleiben, von wo au» sie mit den Agenten in den Bereinigten Staaten wie anch mit den Besatzungen der zwischen deutschen und amerikanischen Häsen verkehrenden Schiffe Verbindung unterhielten. Die Angeklagten werden einer Verschwörung beschuldigt, deren Zweck eS war, Deutschland geheime Informationen über da- Flugwesen, die Marine und die Küstenverteidigung der Vereinigten Staaten zu geben. Von den Angeklagten befinden sich vier in Amerika in Haft, und zwar die Friseuse Hoffmann, die auf einem Ozeandampfer beschäftigt war, der Sergeant der amerikanischen Armee Rumrych, der im Jahre 1035 desertierte, der amerikanische Fliegersoldat Glaser und der Flugmechaniker Otto Voß, 13 weitere angeklagte Per' sonen befinden.sich in Deutschland, darunter zwei Funktionäre des Reichskriegsministeriums und die beiden Flüchtlinge Giebl und Gudcnberg. Die 18. Angeklagte ist eine gewisse Jeffie Gordon, die am 16. Mai in. Schottland wegen Spionage zu vier Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde. Eine gehelmgehaltene Explosionskatastrophe Hamburg.(Insa.) Einem Brief au» Norddeutschland entnehmen wir: In einer»ordwest- dcntschen Hafenstadt ereignete sich vor mehreren Wochen eine furchtbare Explosionskatastrophe, über die erst heute berichtet werden kann. Seit Anfang des Jahres wurden unter Sicherung durch SS mit scharf geladenen Gewehren geheimnisvolle Umladungen von Kistengütern unterschiedlicher Größe durchgeführt. Schon die Anrollung dieser. Kisten deutet auf ein Geheiinnis: Tie kamen nicht über den Bahntransport, sondern durch Autofernverkehr an, wobei der Transport sich ausschließlich auf die Nachtstunden beschränkte, lieber das Wdher und Wohin dieser Kisten war nichts zu erfahren, da die Autosignäturen offensichtlich frisch umgeschrieben waren. Traten die i ausgesuchten Ladearbeiter ihre Arbeit in grauer Erklärung Zu den in unserer Zeitschrift am 8. August, 11. August, l3. August, 22. August, 24. August, 28. August, 28. August, 11. September und 14. Oktober 1037 veröffentlichten Artikeln erklären wir, dah alle in diesen Artikeln enthaltenen, auf Herrn Willi Schlamin, Schriftsteller in Prag bezüglichen beleidigenden Behauptungen, insbesondere diejenigen, daß er ein Trotzkist, ein Schädling und Feind der Arbeiterschaft u. ä. wäre, unbegründet waren und daß wir ihm nicht» vorwersen können, was mit der politischen und persönlichen Ehre eine» demokratischen Schriftstellers unvereinbar wäre. Wir widerrufen daher alle beleidigenden Behauptungen und beleidigenden Ausdrücke und leisten ihm hiedurch volle Genugtuung. Die Redaktion der„Roten Fahne*. Morgenstunde an, standen die Wagen schon am sogenannten Sperrlai, von Chauffeuren und Begleitern war nichts zu sehen. Eine» Morgen» ereignete sich beim Verladen der Kisten auf Elektrokarren eine Explosion, und wenige Sekunden eine zweite, lieber die näheren Umstände des Unglücks gibt cs keinen Bericht. Die fast gleichzeitig erfolgten Explosionen ereigneten sich am Sperrkai und bei einem Güterauto, das am Stadtrand stehen geblieben war. Bon den Umladern find nur drei schwer verwundet am Leben geblieben. 21 Arbeiter fanden den Tod. Kai und Transportschiff find schwer demoliert worden. Am Stadtrande ist ein Lagerhaus und ein vorstädtisches Dreifamilienhaus in Trümmer gegangen, die Bewohner unter sich begrabend. Die Zahl der Opfer an dieser Stelle ist unbekannt geblieben. Tic SS-Bcwachung de» Spcrrkai» und der nahen Werft, verstärkt durch auswärtige SS-Mannschaften, zog um die Unglücksstellcn schnell einen Kordon und begann in aller Eile die Aufräu- mungSarbeiten. Tödlicher Unfall in Rcstomitz. Beim Abdruck der Nestomiher Zuckerfabrik kam eS am Montag vor Mittag zu einem tödlichen Unfall. Eine etwa einen Zentner wiegende Traverse stürzte auf den 43jährigen an der Abbruchstelle arbeitenden russischen Emigranten Wasiil Litwinow untötete ihn auf der Stelle. Die Leiche Litwinow» wurde in die Leichenhalle de» Friedhofes in Mosern übergeführt, wo sie obduziert werden wird. Flugunglück bei Warschau. In der Nähe dcr ' Stadt Piaseczno(20 Kilometer südlich Warschau) stürzte ein Flugzeug ab, da» meteorologische Messungen durchsührte. Der Pilot und zwei Insassen der Maschine sind um» Leben gekommen. Der Pilot war an» dem stürzenden Flugzeug gesprungen, sein Fallschirm öffnete sich aber nicht. Zwei Bergsteiger abgestürzt. Im Totengebirge(Kärnten) stürzten Montag zwei junge Linzer Bergsteiger, der 20jährige Walter Steinleiter und der 18jährige Josef Zicill, in eine etwa 60 Meter tiefe Schlucht ab. Beide tvaren auf der Stelle tot. Flugzeugunglück in Chile. Ein Douglar» Flugzeug mit vier Mann Besatzung ist in Chile seit Sonntag früh verschollen. Nach diesem Flugzeuge der Gesellschaft.Panagra", da» sich auf dem Fluge nach Arica befand, wurde von zehn Flugzeugen bisher vergeblich gesucht. Oel aus Kohle auch in England. In einer Untersuchung, welche über die Gewinnung von Lei durch Kohleverflüssigung und deren Bedeutung für die britische Kohleindustrie und Verteidigung angestellt wurden, wird die Errichtung von zwölf Unternehmen dieser Art in den britischen Notstandsgebieten befürwortet. Borgeschlagen werden eine hydrogenetische, sechs synthetische und fünf Karbonisierungsanlagen mit niederen Temperaturen. Nach den Intentionen de» Berichte» sollen jedoch die definitiven Entscheidungen über die Errichtung dieser Anlagen dem noch zu errick- tcnden Kohleverflüssigungsamt überlassen werden. Die Kosten der Anlagen werden auf fünf Millionen Pfund für die hydrogenetische, 11.4 Millionen Pfund für die synthetische und 1,280.000 Pfund für die übrigen Anlagen, insgesamt also aus 17,650.000 Pfund Sterling veranschlagt. Turck diese Unternehmen würden jährlich 2.7 Millionen Tonnen Kohle verarbeitet, 0200 Arbeiter neu eingestellt und 4750 Arbeiter in den Verflüssigungsanlagen beschäftigt werden. Sommerliche Temperaturen. In Mitteleuropa herrscht letzt unter der Einwirkung eine» Hochdruck- gebiete» heitere» Wetter. Nur mehr in der Nähe von Gebirgskämmen hat die Bewölkung Dienstag nachmittag» etwa» zugenommen. Die Temperaturen erreichten an zahlreichen Orten die sommerliche Höbe von 28 bi» 28 Grad. Auch in Nord-Afrika herrscht große Hitze. Einige Stationen in der Sahara meldeten nachmittags Temperaturen bi» zu 45 Grad im Schatten.— Wahrscheinliche» Weiter von Mittwoch: Vorwiegend heiter, trocken und sehr warm.— Wet- terauSsichten für Donnerstag: Andauern de» heiteren Wetter». Pas heutige Programm der deutschen Sendung Prag-Melnikr 10.15—11.00 Schallplatte». 12.15 Gust. Merz: Sonne, Wasser. Luft. 13.50 Arbeitsmarkt. 18.00 Jugendstd. 18.20 Arbeitersendung. 18.40 Sozialinform. 18.45 Unterhaltungsmusik lGes. Wilma Kürer, Klav. R. I' Schubert). 10.00 Reue Bücher. 10.30 Jubiläum, Einakter v. Tschechow. 20.00 Konz. d. Tschech. Philharmonie a. d. Smrtanasaal(Dir. La Rosa Parodt. Cello: Enrico Mainardi). 22.00 Anekdoten v. H. v. Kleist. 22.30 bi» 28.00 Tanzmusik. Brünn. 18.00— 18.85„Mittsommer", Hörfolge von Dr. Han» Holländer. Mittwoch, 22. Juni 1938 Seite k b) und S&MfyMk dem Straßenfonds qc« Europas Südosten als Nahrungsmittelproduzent werden Untergrundher» in einer Gesamtlänge gegen gegen Mai 37 mehr um. uin« Männer. Frauen. zusammen Bemerkenswert ist die Entwicklung der Siedlung der Tschechoslowakischen Republik im Außenhandel Südosleuropas. Es entfielen auf die Tsche- LebenSmiticln und leben- Prozente» der Gesamt« erbarmungswürdigem Zustand. Nach dem Gutachten der Sachverständigen ist es nur einem Zufall zu verdanken, daß sie mit dem.Leben davonkam. Da» Geschoß hat die Leber gestreift und ist nahe am Rückgrat stecken geblieben. Bis heute kätm sich die unglückliche junge Frau nicht ohne fremde Hilfe bewegen. Die psychiatrischen Sachverständigen bezeichnen den Angeklagten als' völlig zurechnungsfähig. Das Bewetsverfahren erhärtete im ganzen die Ausführungen der Anklage. Der Schwurgerichtshof legte' den Geschworenen eine einzige Schuldsrage vor, lautend auf bad Verbrechen des nicht vollendeten Raubmordes. Der Verteidiger hatte zlvei weitere Eventualfragen beantragt, und zwar auf dar Verbrechen der schweren Körperbeschädigung und auf da» Vergehen gegen die Sicherheit de» Leben». Die dahingehende» Anträge de» Verteidiger» wurden von dem Schwurgerichtshof abgelehnt. Die Geschworenen bejahten die ihnen vorgrlegte Schuldsrage, worauf d« Schwurgerichtshof den Angeklagten zu achtzehn Jahren schweren Kerker» verurteilte. Die Herrichtung von Staatsstraßen Im Rahmen der genehmigten Programme für die Herrichtungen dcx Staatsstraßen aus den Mitteln des Straßenfonds kominen im Jahre 1938 in den Bezirken P i l s c n, P l a n bei Marienbad, Leitmerih und S ch l a n Straßenbauarbeiteit mit einer bewilligten Kosten» summc von 2,9-16.790 KL zur Durchführung. Von diesem Betrage entfallen auf die Bezirke Pilsen 290.900 KL, Plan 630.000 KL, Leitmc- ritz 888.700 KL und Schlan 868.000 KL. Der für Herrichtungen im Bezirke Pilsen bestimmte Betrag betrifft die Pflasterung des Stra« ßendurchzuge» Vodüany—Elbogen a. E. in Pilsen, deren tatsächliche Baukostensumme durch einen W i e n auSprobiert worden sei. Der Angeklagte zuckte die Achseln, wie bei' allen weiteren kuriosen ^Widersprüchen, in die er sich verwickelt und die ihm der Vorsitzende in sarkastischer Weise vorhielt. Die Hauptzeugin, die schwer angeschossene Frau Ludmilla Teytz, erschien vor dem Schwurgericht in ÜOprozentigen Beitrag aus deckt wird. Im Bezirke Plan richtungen und Walzungen von 7290 Meter durchgeführt werden. In den Bezirken Leitmeritz und Schlan kommen Unterbauherrichtungen sowie doppelte und dritte Straßenanslriche in einer Gesamtlänge von 21.386 Meter zur Ausführung und außerdem die Errichtung eine» Teppichbelage« im Bezirke Schlan auf der Staatsstraße Schlan—RevnlLov zwischen den Ortschaften Schlan—Turiany und bei Revnk» Lov in einer Länge von insgesamt 1000 Meter. Da die VorbercituugSarbcilcn beendet sind, werden in der allernächsten Zeit die Herrichtung»- arbeiten selbst in Angriff genommen werden, wodurch zu einer Linderung der Arbeitslosigkeit in diesen Gegenden bcigetragen wird. Oer Lebenshaltungsindex Der Index der Lebenshaltungskosten in Prag, der vom Statistischen Staatsamt auf Grundlage der Borlriegspreise(Juli 1914= 100) ermittelt wird, hat sich Mitte Mai gegenüber dem Vormonat bei der Arbeiterfamilie um 0.1 Prozent, bei der Beamtenfamilie um 0.3 Prozent erhöht. Preisverschicbungen erfolgten in der Gruppe der Ernährung. Hier verteuerten sich Schweinefleisch(um 4.3 Prozent), Butter (um 8.6 Prozent), Eier(um 9.1 Prozent) und einige Gemüsearten(bis um 25 Prozent). Verbilligt haben sich dagegen Schweinefett(um 3.6 Prozent) und Selchtvarcn(um 7 Prozent). Der Gruppenindcx für Ernährung hat sich bei der Arbeiterfamilie um 0.3 Prozent, bei der Beam- tcnfamilie um 0.6 Prozent erhöht. Die Gesamt- indizes der Lebenshaltungskosten im Mai d. I. betragen im Vergleich mit April(Zahlen in der KlamiNer): Bei der Arbeiterfamilie in geschützter Wohnung 686(685), in ungeschützter Wohnung 770(769); gewogener Durchschnitt 745(744); bei der Beamtenfamilie 748.(746). Der NahrungSmittclindex im Durchschnitt für den ganzen Staat ist in der mittleren Mai- lvoche gegenüber dem Vormonat von 713 auf, 723, d. i. um 1.4 Prozent, gestiegen. Dieser verhältnismäßig beträchtliche Anstieg wurde nahezu ausschließlich durch die sehr starke saisonmäßige Verteuerung von Gemüse und Aepfel verursacht. 1,518.123 885.165 Der Kampf um die Arbeitszeit Genf. Der wichtigste Gegenstand, mit dem sich die Internationale Arbeitökonfcrenz in ihrer heurige» Session beiaßte, ist die Verkürzung der Arbeitszeit. Diese Frage war bisher Gegenstand harter Kämpfe zwischen den Delegierten der Arbeitgeber und der Arbeiter. Heuer wurde der Konferenz ein Kviiventionsciltwurf unterbreitet, der die Zusammenarbeit der Staaten bei der Einführung von Statistiken über die Arbeitszeit und die Entlohnung in den Hauptzlveigcn der Industrie und der Landwirtschaft behandelt. Die Konferenz hat diesen Könventionsentwurf mit 125 Stimmen angenommen.' Sie beschloß ferner mit 126 Stimmen, auf die Tagesordnung der nächsten Tagung im Jahre 1939 die Frage der Ar- bcitsvcrhältnisfe, der Antvcrbung und Unterbringung von Saisonarbeitern etc. zu sehen. Die Verwaltungskommission für die Anwendung der Konvention wies auf die Bedeutung der Lösung der Frage hin, bis zu welchem Maße Staaten durch Arbeitskonvcntioncn gebunden bleiben, die aus der internationalen Arbeitsorganisation ausgeschieden sind. Es handelt sich um Italien, dar 20 Konventionen unterzeichnet hat, um Deutschland mit 17 Konventionen und um Nicaragua mit 30 Konventionen. Ole Schulden-Verhandlungen London.(HavaS.) Zu der Ankunft dec deutschen Finanzdelegation bemerkt„Notos Chro- niclc": es sei offensichtlich, daß Deutschland zu einem größeren Entgegenkommen bereit sei, als die Rede des Reichswirtschaftsministers Dr. Funk. in der Vorwoche angedeutet habe. Dieser Standpunkt Deutschlands sei bedingt durch die Befürchtungen vor der Einführung des Kompensationssystems. DaS Blatt schreibt weiter, die Hauptsache sei nunmehr zu wissen, ob Deutschland annehmbare Vorschläge unterbreiten wird. Es wäre nämlich unmöglich, in die Frage der österreichischen Anleihen auch die Frage der Dawes- und Aounganleihe einzubeziehen und so ihre Inhaber zu opfern, um Kompensationen für die Besitzer der österreichischen Anleihen zu erreichen. gestellt ist, diesmal ein anderes gewesen sei. Bei seinem letzten Besuche in dem Geschäft de» Juwelier» Teytz habe cS sich um eine Schachtel gehandelt, die ec kurz vorher auf der Straße gefunden habe und die er mitgenonnnen habe, ohne eine Ahnung zu haben, was das Paket enthalte. Männer.» Frauen., zusammen. April 38 mehr gar nicht ander« sein, als daß an der GesamtauS- suhr dieser Länder die Lebensmittel und lebenden Tiere einen verhältnismäßig hohen Anteil haben. Die Ausfuhr von den Tieren betrug in ausfuhr: . 2,408.288 ,.. 109.635, ... 58.730. (Penfionsversicherte)' . 134.962 . 62.783 in der Spälenü, in welchem Laden meisten» die Gattin des GeschnfiSinlinlicrs tätig Ivar. Dreimal erschien der Angeklagte dort unter der Vorspiegelung, daß er sich ein Goldkettchen zu einem aus Papiermacht angefertigten Totcnschädet machen lassen wolle. Tabei widmete er aber den Auslagescheiben und den sonstigen Schmuckstücken, die in dem Laden auslagen, eine so auffallende Aufmerksamkeit, daß der Inhaber de» Geschäfte» Argwohn schöpfte. Am 1. April d, I. kam Janeiek zum drittenmal in da» Geschäft de» Rudolf Teytz, nachdem er durch die Schaufenster festgestellt hatte, daß sich bloß die Gattin des Juweliers, Iran Ludmilla Teytz, im Laden befand. Frau Ludmilla Teytz, die den verdächtigen Kunde» bereit» oom Sehe» kannte, war mißtrauisch, als dieser nach allerlei Reden ihr ein Paket in Verwahrung geben wollte. Der Angeklagte hielt diese» Paket in so auffallend gerader Richtung, daß die Frau au» Instinktivem Schrecken zurücktrat. Gleich darauf krachte ein Schuß und Frau Teyh brach, in den Unterleib getroffen, zusammen. Ihr im anstoßenden Hinterzimmer befindlicher Gatte stürzte in de» Laden, worauf der Angeklagte die Flucht ergriff. Er wurde in« desse» bald festgenommen. Der Sachverhalt erscheint also völlig eindeutig. Der Angeklagte ist offenbar kein Mann, der sich ohne weiteres ergibt. Nach seiner Verhaftung erklärte er zunächst da» ganze für einen unbegreiflichen Zufall. Er habe das Paket, in welchem der Revolver verborgen war, auf der Straß« gesunden uyd keine Ahnung gehabt,- daß in dieser Schachtel-eine solch« mörderische Waffe verborgen sei. Auf die Frage de» vernehmenden Polizeibeamten und später auch de» Untersuchungsrichter», was denn eigentlich indem stet» gleichen Paket, da» er bei seinem dreimaligen Besuch in dem betreffende» Geschäft bei sich trug, gewesen sei. antwortete er zunächst, daß sich in diesem Paket geräucherte Schweinsohren befunden hätten. Eine teuflische Mordwaffe Bei näherer Untersuchung zeigte sich, daß das Paket ein raffiniert ausgeklügeltes Mordinstrument war. E» handelt sich, wie sich bei der Vorführung dieses corpu» delicti ergab, um eine Schachtel etwa in den GrößenauSmaßcn eine» Buche» im Quartformat. Jg dieser Schachtel befand sich eine acht« fchüsstge Armeepistole, die nach dem Gutachten der Waffensachvcrständigen in tadellosem Zustand war und auch auf weitere Entfernung lebenigekährliche Verletzungen Hervorrufen konnte. An der rechten Seite der Schachtel, die mit allerlei abgelegtem Etoffzeug auSgefüllt Ivar, war ein Loch auSgcbohrt, durch welcher die maskierte Pistole abgcdrückt werden konnte. Der ganze Apparat ist teuflisch raffiniert konstruierf. Zwei widersprechende Verteidigungen Bei der Hauptvcrhandlung rückte der Angeklagte mit einer überraschenden neuen Aursage heran». Er gab zu» daß in dem Paket eine Pistole enhalten gewesen sei. Er gab auch zu. geschossen zu haben. Es habe sich aber beileibe nicht um einen Angriff Diese außerordentlich aufschlußreichen Ziffern lehren zweierlei. Erstens: Der prozentuelle Sjnteil her Tschechoslowakei ist seit 1929 beträchtlich, zurückgegangen. Am stärksten ist der Rückgang der tschechoslowakischen Wareneinfuhr auS Ungarn. Diese bezeichnende Entwicklung im süd» osteuropäischen Raum findet im wesentlichen ihre Erklärung darin, daß schon 1029 unsere Warenausfuhr nach diesen Staaten die Einfuhr weit übertraf. Diese Länder waren also für unsere Waren viel bessere Kunden als wir für die ihren. Trotzdem begann die Tschechoslowalei in den Kri« scnjahren im Zuge ihre» neuen agrarwirtschast- lichcn Kurses ihre Wareneinsuhr aus den südosteuropäischen Ländern einzuschränken. DaS löste Gegenmaßnahmen au», deren Wirkung durch die Wirtschaft»-, WährungS- und Finanzkrise, noch erheblich verschärft wurde. Jedenfalls wurde unsere Ausfuhr von Jndustriefertigwaren in diese Länder ein große« Stück znrückgeworscn, was sich für unsere Jndnstriearbeitcrschaft gerade in den deutschen Gebieten in einem unheimlichen Anwachsen der MasienarbeitSlosigkeit auswirfte. Da nun die Tschechoslowakei schon vorher weit weniger Ware auS Südosteuropa bezogen hatte als sie dahin auSführte, konnte sie nicht überall ihre Wareneinkäiife im gleichen Ausmaße einschränken, wenn sie nicht diese Handelspartner, die ihr noch immer einen Ausfuhrüberschuß brachten— auch 1937 wieder!— völlig vor den Kops stoßen wollte. So läßt denn diese Uebersicht zweitens erkennen, daß gegenüber 1929 im vergangenen Jahre der tschechoslowakische Anteil an der GesamtauSsuhr deS südosteuropäischen OstenS, mit Ausnahme Ungarns, gestiegen ist. Es ist dazu die Feststellung zu machen, daß bei einer weniger einseitigen Ausrichtung unserer WirtschaftS- und teilweise auch unserer Handelspolitik auf die agrarischen Jntercsien es möglich wäre, die Stellung der Tschechoslowakei in Südosteuropa weiter zu stärken. Darum auch liegt der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen unseres Staates zu den Nahrungsmittelproduzenten Südosteuropas im Bolls- und im gesamtwirtschaftlichen In« teressek Die Beschäftigtenzahl um 110.000 gestiegen Bei den 295 Krankenversicherungsanstaltcn, welche der ZSBA unterstehen, waren im Mai versichert: a), nach dein Ges. 221/21(Arbeiter) Ä■■ e■■ ■■• gegen April 38 mehr um. gegen Mai 37 mehr um.. nach dem Ges. 117/26| ■■ . 107.695 .. 1362, .. 0542. ganze sei nur eine„amerikanische Reklame", .Humbug". Bei seinen früheren Einvernahmen hat der An- goslawien von 3,728.000 auf 3,082.000 Stück geklagte behauptet, daß das Paket, dessen Identität gestiegen. Auch in Bulgarien, Griechenland und bei stinen mehrfachen Besuchen einwandfrei seit« i Albanien hat der Rinderbestand zugenommen. Ganz auffällig stark ist die Vermehrung des Schweinebestandes. Bon 1020 zu 1086 hat er zugenommen: in Ungarn von 2,582.090 auf 3,176.000 Stück, in Rumänien von 2,412.090 auf 2,970.000 Stück, in Jugoslawien von 2,675.000 auf 2,982.000 Stück und in Griechenland von 276.000 auf 624.000 Stück. Für Bulgarien ist der Schweinebestand nur für 1929 mit 1,002.000 Stück angegeben. In der Tschechoslowakei wurden 1086 3,226.000 Schweine gezahlt, gegen nur 2,776.000 Stück 1929. An Schafen weist Rilmänien mit rund zwölf Millionen Stück den höchsten Bestand auf. Es folgen Jugoslawien mit 9.2 und Griechenland mit 8.2 Millionen Stück im Jahre 1986. Der Schafbestand der Tschechoslowakischen Republik betrug im gleichen Jahre 547.000 Stück. So sind also Ungarn, Rumänien, Jugosla- loien, Bulgarien und Griechenland die Getreide- und Fleischkammern Europas, aus denen die anderen Staaten die zur ausreichenden Nahrungsmittelversorgung ihrer Bevölkerung unentbehrlichen Zuschüsse beziehen. Es kann darum auch v» DiiDC situ(wer uciiewc niCDi uin einen unnrtTT I«non«non......,£ auf die Fra» Teytz gehandelt. Er habe lediglich die^0-9 im Jahre 1986 im ganzen ebenfalls eine Aufmerksamkeit auf seine Notlage lenke» wollen,.wie Zunahme erfahren. In Ungarn ist zwar der Rm- es alternde Filmschauspicler zu tun pflegen". Da» dcrbestand von 1,819.000 Stück auf 1,749.000 ein Stück gesunken, aber dafür ist er in Rumänien von 4,172.000 auf 4,327.000 Stück und in In« »er Revolver In der Schachtel Achtzehn Sehre für„amerikanische Reklame“ «r,g rb— Montag wurde vor dem Ptager I Von dieser denn doch zu törichten Aussage ist der Schwurgericht die auf mehrete Tage berechnete Ber« Angeklagte inzwischen in der vorgeschilderten Art ab» Handlung gegen den 48jährige» Buchbinder S t a n i- gewichen. Wie die Geschworenen seine neue Bertei- llav Janekek eröffnet, der des mchtvollcndeten digung beurteilen werden, wird sich noch zeigen, verbrechens de» meuchlerischen Oi-otoalca Wlckarsvi-Ucha «aubmorde» angeklagt ist. Die Verhandlung«rotesKe Wiaersprucne (titel GR Dr. Maretek, die Anklage vertritt Der Angeklagte behauptet, in Rußland, Jia- Staatsanwalt Dr. I ei i n e k, Die Verteidigung hat(lien und Frankreich gekämpft zu haben. Den in Lr. Otto Kraus übernommen. Der erste Prozeß- Frage stehenden Revolver habe er von Verdun mit« tag gestaltete sich überaus interessant, ganz abgesehen(gebracht. Der Vorsitzende hielt ihm vor. daß diese dwon/daß da» in Frage kommende Vkordinstrument angebliche KriegStrophäe erst im Jahre 1026 in eine einzigartig« Zierde de» Polizeimuseum» bil«...«.-ju.-*>-—>>— or.,..r Jen wird. Der Sachverhalt Der Angeklagte ist zweimal wegen Kuppelei vorbestraft. Er betrieb in Zijkov sein Gewerbe in einem (leinen Laden, indessen er in der Nacht verschiedenen Prostituierten„zur Betreibung ihre» unzüchtigen Ge werbes Unterschlupf gab", wie der Wortlaut des Ltrafgesetzc» lautet. Der Angeklagte ist verheiratet und hat Wei Kinder. ES ging ihm nicht besonder» gut und so entschloß er sich offenbar, sich da» ihm ewig fehlende Geld auf gesetzwidrige Art zu erwirke». Durch Zeugen ist festgestellt, daß er verschie dene kleine Juweliergeschäfte, aber mir solche, die Frauen innchatten, durch längere Zeit systematisch belauerte. Seine besondere Ausmerksamkeit widmete er Seine besondere Aufmerksamkeit widmete er®' c Länder des europäischen SüdostenS Hadem kleinen Jmvcliergcschäft des Rudolf Teyh ven an der Nahrungsveriorgung Europas hervorragenden Anteil. In ihrer Wirtschaft überwiegt der agrarische Sektor bei weitem. Ungarn, Jugoslawien, Ruiuänien und Bulgarien find Länder mit einer sehr reichen Viehzucht, während in Griechenland und Albanien eigentlich nur die Schafzucht eine größere Bedeutung erlangt hat. Sie sind aber nicht nur Vieh-, Fleisch» und Fettlieferanten Europas und auch außereuropäischer Länder, sondern infolge ihrer ausgedehnten Getreidewirtschaft auch Getreide» und Mehllieferanten. In einer Zeit, in der in einer ganzen Reihe von Länder» die Wirtschaft ausgeprägten politischen Zwecken untergeordnet wird und noch im Frieden den Charakter der Kriegswirtschaft hat annehmen müßen, rücken die agrarischen lieber» schußländer näher in den Mittelpunkt des wirt- schaftlichen und des politischen Interesses. Jene Länder, die Zuschußgebiete für agrarische Lebensmittel sind, bemühen sich, ihre wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu den NahrniigSmittellicseranten zu intensivieren. DaS geschieht nicht nur, um die unbedingt notwendigen Mengen für die lausende NahrungSmittewersor- gung des Volkes sicherzustellen, sondern auch um sich für eine geänderte politische Lage die Nah» rungsmittelquellen zu sichern. Unter dieser Blick- richtimg hat. sich die wirtschaftliche Stellung deS europäischen SudostenS gehoben, auch vom Standort des Bolkell der Tschechoslowakischen Republik auS gesehen. Wohl ist unser Länd in den letzten Jahren in der Weizenversorgung autark geworden, aber um einer ausreichenden NahrungSmittelvcrsor- gung willen kann sie nicht aus die Einfuhr von Fleisch, Fett und anderen agrarischen Erzeugnissen verzichten. DaS größte und damit auch das in der südosteuropäischen Agrarwirtschaft führende Land ist Rumänien. Seine Wirtschaft befindet sich, wie die der anderen Staaten im Stadium einer stärkeren Industrialisierung, doch wird die landwirtschaftliche Produktion noch aus lange Zeit hinaus die industrielle und gewerbliche Produktion an Bedeutung weit übertreffen. Diese Feststellung gilt erst recht von Ungar», Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland und Albanien. Obwohl in der landwirtschaftlichen und in der Nahrungsmittelproduktion dieser Länder beträchtliche Verschiebungen zu verzeichnen find, ist doch die gesamte Getreideernte in allen südosteuropäischen Ländern zusammen im Jahre 1986 größer gewesen al» 1 9 2 9, Auch der V i e h b e st a n d, der für die Fleisch- und Fettvcrsorgung entscheidend ist, hat in den südosteuropäischcn Staaten im Vergleich 1036 Ungarn,, e a a 59.1% Rumänien, ■ a B 41.5% Jugoslawien. a a. 47.6% Bulgarien. a a f 50.8% Griechenland a a. 34.7% Albanien.. ■• 48.2% ckwslowakei in Prozenten der Ein- und Ausfuhr des betreffenden Landes: kn Prozent der in Prozent der Gefamtrinfuhr Gesamtausfuhr 1929 1937 1929 1987 Ungarn 21.5% 6.2% 16.4% 8.5% Rumänien 13.6% 10.8% 6.2% 8.1% Jugoslawien 17.5% 11.1% 6.4% 7.9% Griechenland 3.4% 1.9% 1.1% 4.1% Bulgarien 0.0% 4.0% 4.8% 5.5% Mau erhält für KL 100 Reichsmark.,.». 668.— Markmünzen.,,». 865.— 100 rumä»ifche Lei»,.> 18.85 100 polnische Zloty..,-. 541.50 100 ungarische Pengö>. 603.50 100 Schweizer Franken... 660.50 100 französische Franc-«.. 82.20 1 englisches Pfund..-. 143.75 1 amerikanischer Dollar.». 28.80 100 italienische Lire.... 163.40 100 holländische Gulden..• 1595.— 100 jugoslawische Dinare... 64.80 100 BelgaS....... 488.50 100 dänische Kronen 638.— 100 schwedische Kronen..<• 738.— Scitr n Sozinlkemokrat" Mittwoch, 22. Juni 1V38. Rr. 14k Aus aller Welt Dir Fern-Setzmaschine. Eine neue Erfindung, die da- ganze Zeitungswesen revolutionieren kann, ist jetzt in Cbarlotte, int Staate Nordkarolina, anspro- bicri worden. Es handelt sich um eine Fern-Setz- maschine, die von einem gewissen Bafford L. Areen erfunden wurde und auf Kosten eines Kapitalisten aus Charlotte, Curtis Johnson, gebaut worden ist. Green sah in New Fork an der Tastatur dieser Maschine, die sich nickt wesentlich von einer Schreib- masckinentanatur unterscheidet. Die Linotype-Setzmaschine in der Redaktion einer Zeitung in Charlotte wurde mit der Wohnung des Erfinders durch eine elektrische Leitung verbunden und setzte automatisch die Zeilen, und zwar sieben Zeilen pro Minute. Technisch scheint das Problem der Fern-Setzmaschine tatsächlich gelöst zu sein. Ihre praktische Verwendung stellt aber andere Fragen auf; es gibt lein Manuskript, das in der Redaktion nicht vorher zugerichtet oder korrigiert werden mühte; es dürfte billiger sein, dies von der Maschinenniederschrift innerhalb der RedaktionSräume zu tun als. von einem Fern-Satz. Dagegen kann die„Tele-Linotype", wie Green feine Erfindung, genannt hat, außerordentlich wichtig für die Durchgabe von eiligen Nachrichten sein, die von der Agentur direkt in den Satz gegeben tverden können. Der„lebende Buddha" noch seinem Tode bestohlen. Vor dem Gericht von Schanghai wird ei in Kürze- zu-einem-Prozeß- kommen, der für die ganze Deutsche Volksschule In Dejwltz verstaatlicht Tie bisherige pr.iuaje Deutsche Volksschule in Prag XIX wurde verstaatlicht. Bisher gab es in Prag sechs deutsche Völks- uud vier deutsche Bürgerschulcu niit-zusammen 50 Klasse«. Vom kommenden Schuljahr-augcfangcn wird das Prager Deutschtum elf staatliche deutsche Schulen mit 54 Klassen hesitzcn, Zur Erziehung des Kleinkindes. Erziehung! Wieviel Sorgen und Kopfzerbrechen bereitet sic ost den Eltern, die verantwortungsbewußt, ihr Kind recht gut leiten möchten. Bis gegen das dritte Lebensjahr gebt c§ meist ganz gut- Dann kommt fast bei allen Kindern die bekannte Trobpcriode und nun hänfen sich die Schwierigkeiten, mit denen die Eltern, besonders die Mütter zn kämpfen haben und die auch dem Kind einen Teil seiner glücklichsten, sonnigsten Kinderzeit rauben. Dem Kleinkind fehlen heute hauptsächlich zwei Tinge, die seine Erziehung so unendlich erleichtern. Tas Auswachsen innerhalb einer größeren Kindergemeinschaft und die richtige Beschäftigung. Jede Mutier mehrerer Kinder weiß, wie sehr Kinder einander erziehen. Nur in der Gemeinschaft mit Seinesgleichen lernt das Kind all das, was es Im sväiercn Leben so sehr braucht: Einordnung und Unterordnung unter die Gesetze der Gemeinschaft, selbstverständlichen und freiwilligen Gehorsam, Verträglichkeit,-Selbstverleugnung, aber auch sich in seinem Reckt andern gegenüber zu behaupten und sich zn wehren- Nur in der Gemeinschaft lernt es seine Kräfte und Fädigkeiten richtig einznichätzen, es wird gleicherweise vor Selbstüberhebung wie vor Minder« wertigkcisgefühlen. bewabrt. Tie wirklich verständige Mutter sollte daher ihr Kleinkind unbedingt schon vor der Schulzeit in den Kindergarten schicken,. Hier gewöhnt er sich leicht und gern in die Gemeinschaft ein, lernt spielen und kick beschäftigen. Alle altklugen, unselbständigen kleinen Sonderlinge, Nichtesser und Ouälgeisterchen, werden bald wieder zn frischen, fröhlichen, natürlichen Kindern. Die Mutter, die während der Kindergarteiizeit mit Ruhe alles besorgen kann, wobei sie das Kind sonst doch oft stört, wird es mit auSgernhien Nerven wieder in Empfang nehmen und sich nun erst richtig an ihm freuen. Auch dem Kind wird die Mutter nun mehr bztzeuten, als wenn sie stündlich in seiner Nähe weilt. Tas schafft eine Harmonie zwischen Mutter und Kind, die, fick in der ganzen Erziehungsarbeit unendlich günstig auS» wirkt.— Kindergärten in Prag: Prag I T., Stkpan« >ka 8; Prag VII., Schnirckova 1378: Prag VIII., Pnmaiorskä 212; Prag X., Komenkkkbo 1; Prag XIII.. Palackkbo 21; Prag XVI., Pkemyslova 2V; Prag XIX., 111. Närodni obrany 82. Verschärfte Preiskontrolle während des Sokol- Kongresses. Der Magistrat gibt bekannt, daß im März und April die Preise der Lebensmittel In den Ganaewerbebetrieben und die Zimmerpreise in den Hotels kontrolliert und registriert wurden. Eine Er-| hobnng dieser Preise während de- Sokol-KongresseS l und vor den Kongreßtagcn wird als ungerechtfertigte Vertenerung betrachtet' und bestraft werden. Tabei schließt der Magistrat nicht au-, daß auch in solchen Fällen da- Verfahren eingeleitet wird, in welchen die im März und Avril verlanaten Preise schon eine l ungerechtfertigte Verteuerung bedeuteten. Trinkgeldablöse während de« Sokol-KongrellcS. Nach langen Verhandlungen zlvischeu der Genossenschaft der Gastwirte und der Gehilfenschaft ist eine Teileinigung betreffend die Trinkgeldablöse während der Sokol-Tage zustandegekonnncn. Grundsätzlich avgeschafft und durch einen BcdienungSzuschlag von zehn Prozent, ersetzt wird daS Trinkgeld nur ans dem Stadion selbst. In den andere» Betrieben bleibt es Arbeitgebern und Arbeitnehmern überlassen, sich in demselben Sinne zu einigen. Ucbcrall, wo der BcdiennngSzuschlag eiugcführt wird, muß dies sichtbar,im Gastlokal angekündigt sein. Die Genossenschaft empfiehlt ferner ihren Mitgliedern. an den Haupttagen in jenen Betrieben, die eine besonders starke Frequenz aniweisen, den Angestellten den doppelten Lohn zu zahlen. Fast 600.000 Mensche» haben von Freitag bis Smustaa bic Prager Bahnhöfe passiert. Nach dem Bericht der Ttaat-babndirektion sind 808.128 Passagiere in Prag eingetroffen und 277.878 haben die Stadt verlassen. Neben der Abfertigung von zweiten und dritten Garnituren der fahrplanmäßigen Züge sowohl ans der Fahrt nach Prag als auch zurück wurden 84 Sonderzüge eingerciht. Tamit bat der Tag der Sokoljugend sogar die Hauptlage des Sokolkon- relles im Jabre 1032 übertroffen, denn damals betrug die Gcsamtfreqnenz 284.800, diese Woche aber 286.000. Ten stärksten Andrang verzeichnete diesmal der Bahnhof Smickov, den am 19. Juni mehr als 32.000 Personen passierten. Diese Rekord- aniordernnaen an das Personal und den Wagen- vark bot die Bahn ohne Weser tlicke Störung gemeistert. Sie bebals sich dort, wo er nickt anders ging, mit der Einstellung von gedeckten LastwaggonS. die mit Bänken auSgestattet und nachts auch beleuchtet wurden. IvußtloS liegen. Die RctlungSgesellschaft brachte ihn auf die Klinik Jiräsck. Ein rabiater Liebhaber. Gestern niittagS wurde die 27jährige Bedienerin Franziska PaSat in ihrer Wohnung in der Fochstraße 180 plötzlich von ihrem früheren Liebhaber, dem 33jährigen Aushilfsarbeiter Anton Nistnec au« Zijkov, überfallen, mit dem sie vor längerer Zeit die Beziehungen abgebrochen batte. Nc'mcc stach dse Pasat mit einem Messer zweimal in die rechte Brustseite und in den Schenkel und ergriff die Flucht. Die Verletzte wurde auf die Klinik Jirä» sek gobracht; Römer wurde am Abend verhaftet. Dir Eltern blinder oder schwachstchtiger Kinder werden vom Institut für die Erziehung blinder Kinder sHradsckin) aufmerksam gemackt. die Kinder im staatlichen Krankenhaus in Vraa XH„ untersuchen zu lassen, was jeden Mittwoch und Freitag des Monates Juni von 8 bis 1 l Uhr möglich ist. Fachmännischen Rat in bezng auf Behandlung und Erziehung erteilt unentgeltlich llniverkitätsdozent Dr. Josef Jankü. der Vorstand der Angenabteilung im staatlichen Krankenhaus von Kräl. Binohrady Pavillon 6. Sonderpistsckalter anläßlich der Internationalen Postwertzeichen-Ausstellung. In den Tagen von 26. Juni 1088 bis 4. Juli 1038 werden vier besondere Postschaltcr des Postamtes Praha I. errichtet werden, und zwar zwei im„Närodni düm" in Prag Xls und je einer im Landwirtschaftlichen Kiiltur- Palaite in Prag XU und lvom 27. bi» 29. Juni) in> Feuerwebrhau» in Prag XU. Filmvorführung Freitag, den 24. Juni, um 8 Uhr abends, Im Pnrteilikim, SnieSkn 22(Handwerkrrvcrcin) Filmvorführungen. Ed werden u. a. gezeigt: Aufnahmen vom Jnbiläumdkongres? der tschechischen Sozialdemokratie, vöm England-Lager der Roten Falken, Prag im Wechsel der Jahreszeiten, Paris, Zürich, Elsaß, das Elbtal nsw. ES laden ein Os» Kinderfreunde JCwist und Wteaw Totalitäre Statistik Die„3 e i t" brachte am 17. Juni einen Artikel sunter dem Zeichen jh> über„Deutsches Schrifttum im tschechischen Kleid", in dem sie an Hand der„paar Bändchen Heber» setzungSlitcratur von 1988 bis 1987" über die bisher geleistete Arbeit auf dem Gebiet der tschechisch-deut- schcn Kuliurbeziehungen zu Gericht sitzt. Um sich recht sachlich zu gebärden, wird da folgende Statistik angeführt: aus dem Deutschen seien ins Tschechische übersetzt worden: 1988: 6 Werfe, 1934: 7, 1938: 8, 1986: 9. 1937: 6 Werke. Die amtliche Statistik lautet jedoch etwa» ander«; danach wurden übersetzt: in» Tschechische: 1032: 182, 1983: 101, 1984: 122. 1985: 98. 1936:141; ins Sloivakische: 1982: 7. 1933: 16. 1934: 13, 1982: 6. 1986: 11. Die Daten für 1087 liegen noch nickt vor, sie dürften jedoch kaum wesentlich von den Zahlen der verflossenen Jahre abwcichcn. Dieser ettvar ausfallende Ilntcrschicd zwischen den beiden Statistiken wird begreiflich laber auch dann nur zum Teil), tvenn man in Betracht zieht, daß die„Zeit" nur Autoren auSdemDrit« t e n Reich oder„absolut einwandfreie" alte Autoren zur Kenntnis nimmt. Aber auch da wird er mit den Tatsachen nicht so genau genommen: daß Iltitz'„Ter Eroberer" in über 5000 Eremvlaren tschechisch erschienen ist, daß Kuhnerts: „Paganini" und Manfred Schneiders„Goya", Heinrich Hausers„Ein Mensch lernt fliegen" und Schweizers Bücher aus Afrika tschechisch vorliegen, wird Warnung vor Betrügern. Die Sammelaktionen für den StaatSverteidigungskondS wurden in letzter Zeit von verschiedenen Personen mißbraucht, die in Prag Abzeichen zum Kauf anbieten und vorgaben, daß der Ertrag der StaatSvertcidigung zugute kommt. ES wird aufmerksam gemacht, daß diese nicht bewilligte, vielfach eigennützige Tätigkeit von Einzelpersonen mit der offiziellen Aktion für den Jubi- läumssonds zur Verteidigung deS Staate» nichts gemein bat. In den Liftschacht gefallen. Der 54jährige Arbeiter Franz Hotovcc aus Holleschowitz reinigte gestern in der Rarpsengasse in Prag I einen Aufzug. wobei er das Gleichgewicht verlor und vier Meter tief in den Liftschacht stürzte. Er blieb mit einem Bruch des linken Schenkels, einem Bruch des Schlüsselbeins und einer Gehirnerschütterung be- schanchaft Verschtviegen. Bon Kaestner, der ja„drüben" geblieben ist, werden„Emil und die Detektive" angeführt, von seinen drei Romanen, deren einer sogar tschechisch verfilmt wurde, nnd den vier weiteren Kinderbüchern, die tschechisch vorliegen, hat der Kulturrefcrent der„Zeit" noch nicht» vernommen! Er weiß zwar, daß Fallada»„Bauern, Bonzen, Bomben" übersetzt sind(dafür kennt er jedoch da« Original nicht, sonst hätte er es nicht unter dem tschechischen Titel rückübersetzt als„Die Bauern empören sich" anführen können), er hat irgendwo von einer Uebersetzung au» Claudiu» gelesen lwobei er jedoch gerne vergißt, daß e« die„Freimaurergesänge" sind), aber die Schriftsteller Wieland. Börne und Bürger betrachtet er anscheinend nicht al« Deutsche. Und er verschweigt, daß gerade in den letzten Tagen..Der Ackermann von Böhmen" und„D i e I u d e n b u ch e" der Drost-HiillShof tschechisch herauSgegeben wurden— denn da» würde doch nicht gut in die Leitmelodie der „Zeit" vom tschechischen Deutschenhaß passen. ES ist begreiflich, daß der„Kulturrefercnt" den Katholiken Herwig mit dem Freiheitsdichter H e r- w e g h, den er ganz bestimmt nickt kennt, verwechselt," c» ist aber unbegreiflich, weshalb er von Ansätzen zur Uebersetzung von R. M. Rilke spricht, wo doch bereits der„Kornett Rilke", die„Sonetten des OrfenS", der„Laurich» Brigge" und drei weitere Gedichte vorliegen. Beimißt verheimlicht die„Zeit" ihren Lesern die großen tschechischen Bücher-Erfolg« der lebten Jahre: Bruno Frank: Cervantes(16.000 Ercm- vlar«), Glaeser:„Der letzte Zivilist"(10.000), Werfel:„Die 40 Tage"(10.000), Arnold Zweig und Stefan Zweig, Thoma- Mann nnd Heinrich Mann(„Die Jugend Heinrich I V." erschien eben in 10.000 Eremvlaren), Leonhard Frank, A. Thoma», Kafka, Brod, Brentano, Heiden, Kesten, Docblin(„Die Fahrt in» Land ohne Tod" erschien in 12.000 Eremvlaren). Mehring, Wassermann. Wochrle. K. Krau». Schicke!«. Fcuchstvanger, Roth, Ludwig usw., aber ebenso üe« tvußt verschweigt sie die tschechische Ausgabe der Werke Siegmund Freuds und die G o e t h« Ausgabe, die eine der besten und umfangreichsten Goethe» Übersetzungen überhaupt vorstellt. Und da» Register hat weitere Löcher: der ahnungslose Leser der„Zeit" darf nicht erfahren, daß tschechische Kinder die Jugendbücher von Wendler, Matthiesen, Han« von Stucken und Steuben kennen, er darf nickt wissen, daß der„M ü n ck h a u s e n" und Chamisfok ,.S ch l e in i h l" als slowakische Kinderbücher vorliegen, er darf nicht» von den tschechischen Ausgaben der Briefe Beethovens und Mozart» erfahren I Man sagt, Lügen batten"kurze Beine— der „Kulturbericht" der„Zeit" hinkt auf beiden Füßen. Bincy Schwarz. Scheidende Sängerinnen. Gestern abends verabschiedete sich„Harriet H e n d e r», als Marie in der„Verkauften Braut", vom Publikum des Prager Deutschen Theaters, dem sie durch mehrere Jahre al» eine der beliebtesten Sängerinnen angehörte; die junge Künstlerin betreute das lyrische Jach in ernstester und sympatischester Weise, die Ge- pstegihcit und Ausgeglichenheit ihrer Stimme, und ihre eminente Musikalität hinterlassen positive Eindrücke, so daß man sie— die Gründe ihre» Abgang» sind nicht ganz durchsichtig— ungern von un» ziehen sieht.— Vor wenigen Tagen nahm auch R i a Stevens, die jugendliche Altistin de» Ensenibte», als Carmen, Abschied. Ria Steven»' Gesang»-- und darstellerische Begabung sanden in den Jahren ihre» Prager Wirken» allgemein hohe Anerkennung, in sehr vielen Partien stand sie im Vordergnmd unserer Oper niit ihrer Geltung. Darüber, ob und wie diese Lücke ausgesüllt werden soll, ist unü nicht« bekannt.— Mit Spielzeitschluß scheidet auch Frau Cuno, die Hochdramatifche schon nach Jahresfrist au« dem Prager Deutschen Theater. In diesem Falle war unschwer vorau-zusagen— und wir hatten daS auch vorweg sestgestellt— daß diese Dame den Ansprüchen. die man in diesem Hause auch gerade an draniatische Sängerinnen zu stellen gcioohnt ist, nicht werde entsprechen können. NichtSdeftotveniger sei auch ihr für redliche» Bemühen gedankt.— ES ist anzunchmrn, daß in> übrigen nur unwesentliche Personal-Aenderungen in der Prager deutschen Oper eintrctcn werden. Heute 7 Nhr Uraufführung„Karl V.", Over von Kkenek in 25 Bildern(B2). Titelpartie: Lu- dskar. Dirigent: Rankl, Regie: Schramm. buddhistische Welt eine Sensation bedeutet. Der »lebende Buddha" ist nämlich nach seinem Tode von zwei LhamaS bestohlen worden. Der»lebende Buddha",' der Tadschi-Lhama, flüchtete bekanntlich seinerzeit au» Tibet nach China und verstarb im März in der internationalen Konzession von Schanghai. Er batte a»f seiner Flucht Juwelen und Wertsachen au« dem Besitze de» tibetanischen Kloster» mitgenommen, deren Wert gar nicht abzuschätzcn ist, weil sie nie Juwelieren in die Hände gekommen sind. Man weiß nur, daß sie in 16 Stahlkassetten verpackt waren und au» wunderbaren Perlenketten, Brillantdiademen, kostbaren Jade-Armbändern, Platinringen und anderen Schmuckgegenständen bestanden. Auch sollen einige Goldbarren dabei gewesen sein. Bei seinem Tode verfügte der Tadschi-Lhama, daß die Juwelen von seinen beiden Sekretären, die ebenfalls LhamaS waren und ihn auf der Flucht begleiteten, tvieder nach Tibet gebracht werden sollten. Aber die internationale Polizei entdeckte bei einem chinesischen Juwelier einige Gegenstände, die ztvcifcllos au» diesen! Lhama-Schatz stammten, man durchsuchte da» Hau», in dem die beiden Tibetaner lebten, fand die Stahlkassetten leer und verhaftete sie daraufhin unter der Anklage, den Schmuck gestohlen zu haben. Tiere ahnen- da» Erdbeben voraus. Während det Erdbeben-, das vor einigen Tagen ganz Belgien, Frankreich-und England betroffen hat, hat man im Zoologischen Garten von Berchem sehr merkwürdige Feststellungen gemacht, die eindeutig darauf schließen lassen, daß gewisse Tiere da» Erdbeben vorau»- geahnt haben müssen. Einige Minuten, bevor der Szene au« dem FUm„Der Sender i« Panzerwagen" Wochenspielplan dr» Reuen Deutschm Theater». Leute, Mittwoch, 7 Uhr:..Karl V". B 2. — Donnerstag, halb 8 Uhr:„Große Liebe". Gastspiel Adrienne Geßner, neuinszeniert, CI.— Freitag halb 8: Peripherie, D.— SamStag halb 8 Uhr: Große Liebe, Gastspiel Geßner, B 2. Sonntag 21.15: Im Waldsteingarten: Gärtnerin au» Liebe(bei schlechtem Wetter im Neuen Theater). Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, Mittwoch, 8'/,: Zweierlei Maß.— Donnerstag 8 Uhr: Die unentschuldigte Stunde, volkstümlich. — Freitag: geschlossen.— Samstag 8 Uhr: Da» Ministerium ist beleidigt, volkstümlich.— Sonntag 8 Uhr: Zuviel Familie, volkstümlich. 8p»rt-8pi«t-Xbrp«tv|kt-e Probeturnen des 6. Kreises der Atus*Unlon Sonntag sanden in Aestböhmen Probeturnen für da» Krei»-Kinderturnfest statt. Der 1. Bezirk verband seine Probe mit einem Wandertresfen, in deni herrlichen Tüppelsgrün trafen sich über 500 Kinder und 1000 Erwachsene. Die Kinder Probien die Freiübungen für da» Krei»«KinderturNfest, besonders gefallen hat die Kinder-Sondervorsührung, 200 Kinder werden diese Fahnenübungen in Karlsbad am 2. und 8. Juli zeigen. Äußerem veranstaltete der Bezirk einen Jugendappell, an welchem 110 Jugendturner und Jugendturnerinnen teilnahmen. 17 Zelte boten der Jugend Unterkunft,«ine Angelobung der Vereinsjugendleiter wurde durchgeführt.»...... Der 2. und 8. Bezirk(Eger, Graslitz) führten das Probeturnen al» UebungSstunden durch. Im G r a»l i tz e r Bezirk wurde eine Kinder-Sonder- vcrführnng mit Kugelschwingen geübt, welche sehr gefallen wird. Der Egerer Bezirk legt sein Hauptgewicht anf eine Sondervorführung auf Barren. Eine große Veranstaltung war das Bezirkttu r n f e st des 5. Bezirke« in Schlaggenwald, in welches das Probeturnen eingebaut war, und gleichzeitig das 80jährige Bestand-fest des Ortsvereines gefeiert wurde. Der Festort wurde bereits Samstag durch die dreifache Anzahl der vorgemeldeten Gäste überrascht, Ersatzmas- scnlager mußten für die bi» spät in der Nacht eintreffenden Abteilungen geschaffen werden. Ein überfüllter Festabend sand statt, im Nahmen diese« Abends wurden die Gründer des Ortsvereine» geehrt, welche nunniehr 80 Jahre treu zur Bewegung stehen. 95 Wettkämpfer stellten sich dem Kampfgericht, hervorragende Leistungen wurden gezeigt. Sportler und Sportlerinnen führten leichtathletische Wettkämpse durch, die gute DurchschnittSleistuugen ergaben. Gleichheit Weiskirchlitz spielte am Sonntag in Laun gegen den dortigen Stak-Mcister und gewann verdient mit 4:8(2:2). erste Stoß einsehte, begannen die Löwen kläglich zu brüllen, die Rinder, Bisons, Gazellen, Hirsche.und Antilopen begannen wie wild in ihren Gehegen ber- umzulauscn, tvobei sie auffallenderweise sich um sich leibst drehten, als ob sie schtvindelig Ivärcn. Selbst dar Rhinozeros wurde aufgescheuchi- Die großen Raubkatzcn warfen sich gegen die Gitter, als ob sie sich unbedingt befreien wollten. ES herrschte eine solche Erregung unter den Tieren, daß die Direktion sich sogar veranlaßt sah, sämtliche Wachmannschaften zu alarmieren, um die entsetzten Tiere wenn irgend möglich zu beruhigen. Die Erregung dauerte etwa eine Viertelstunde, und die Tiere wurden sofort nach dem Beginn deS Erdbebens wieder ruhig, war höchst auffallend war. Ebenso auffallend ist die andere" Tatsache, daß diese. Erregung fast ausschließlich die Raubkatzcn und Rinder ergriffen hatte, dazu noch manche Vögel, wie zum Beifpiel die Pfauen, die' fürchterlich zu schreien begannen. Dagegen blieben die Affen und die Bären vollkommen ruhig.-- Sensation bei einer Kunstverstrigrrung. Bei einer Kunstversteigerang' in der Galerie Moro sini in Rom, kam eS zu einer unerwarteten Sensation. aber nicht-etwa wegen der hohen-Angebote. Zur Versteigerung standen 854 Gemälde, die-aus der berühmten Sammlung Pergola stammten und sowohl von asten, Meistern wie von modernen Künstlern herrührten. Mitten in der Auktion erschien die Polizei und beschlagnahmte kurzerhand sämtliche 854" Bildet,.' denn man hatte im letzten Augenblick festgestellt, daß sie sqmtlichst gefälscht waren, und. zwar-nicht nur'die Bilper. selbst, sondern auch alle Dokumente, die ihte'Echtheit beweisen sollten.. Bezugsbedingungen: Bet Zustellung tnSSau» oder bei Bezug durch die Post monatlich KS 17.—, vierteljährig AS 51.—, halbjährig K8 102.—, ganzjährig K8 204.—— Inserate werden kam Lari! billigst berechnet.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungrfrankatur wurde von der Post« u. Telearaphendirektion mit Erlaß Nr. 18 8005711/193') bewilligt-(Kontrollvoltamt PrLha 25.— Druckerei:„OrbiS", Druck». Verlags, u. ZeirunaS-A.-G. Prag.->--