Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Karl Rern, Prag 18. Jahrgang Hitler war doch in Wien? Der Korrespondent des„ Evening Standard" meldet am Samstag: Sonntag, 26. Juni 1938 tionslager nach Norddeutschland geschickt, und zwar| in Gesellschaft von Juden, die sic früher selbst verfolgt hatten. Sobald die österrei chischen Nationalsozialisten sich auf Himmler be riefen, habe sich diefer unverzüglich gemeinsam mit Minister Goebbels nach Wien begeben. In Wien sei eine Konferenz hoher nationalsozialistischer Funktionäre einberufen worden, auf welcher die Gesamtlage in Desterreich behandelt wurde. Aus dem Inhalt: Schwere Konfliktsstoffe Lord Cecil in der ,, Ostmark" gegen Chamberlain Flammende Anklage gegen Hilgenreiner Schon wieder ein Mercedes für Henlein Kann Deutschland Krieg führen? Nr. 149 Zur innenpolitischen Situation Der Stand der Verhandlungen über die nationale Frage Trotzdem Nachrichten das Gegenteil behaup. ten, kann ich auf Grund bester Informationen faWir haben bereits darauf hingewiesen, daß der gemeinsame Ausschuß beider Häuser fommen gen, daß Reichskanzler Hitler diese Woche in Wien die Verhandlungen, welche zwischen der Regies wird. Dabei wird formal über zweierlei Dinge geweilt hat. Er traf dort am Samstagabend ein rung und den Vertretern der einzelnen Natio- verhandelt. Die SdP hat der Regierung ein und blieb bis Mittwoch, worauf er im Auto nach nalitäten über das sogenannte Nationalitäten- Memorandum überreicht, welches nun geprüft Berchtesgaden zurückkehrte. Anlaß zu seiner Reise Statut geführt werden, länger dauern werden, wird, auf der anderen Seite arbeiten die Erpers bildete der Umstand, daß die österreichischen Natio als man ursprünglich annahm, so daß voraus ten der Regierung an den betreffenden GesezNachrichten über die große Unzufriedenheit sichtlich das Parlament erst in der zweiten Hälfte entwürfen. Die Schwierigkeiten, die in der nalsozialisten hinter dem Rücken des Chefs der Ge- der österreichischen Nationalsozialisten verzeichnet Juli zusammentrefen wird und die parlamen- Materie felbft bestehen, werden sehr gut vom stapo Himmler und des Reichskommissars Bür. del in der vergangenen Woche eine Delega Berlin. Es ist wahr, sagt er, daß viele Desterrei- Teil des August in Anspruch nehmen dürfte. Der aufmerksamer beachten muß, als es sich um das auch der Reuter- Korrespondent in tarische Behandlung des Statuts auch noch einen„ Slovenský plas" charakterisiert, was man um so tion zu Hitler entfandt hatten, die sich bitter be cher den Anschluß bereits bedauern. Man ist der Apparat, der zu den Verhandlungen aufgeboten Blatt des Ministerpräsidenten handelt. Das Blatt schwerte, daß die deutschen Nationalsozialisten mit Ansicht, daß sich Hitler mit dem österreichischen wird, ist schon jetzt, vor der Parlamentsberatung, stellt einen großen Ideenunterschied zwischen ihnen, wie mit einem überwältigten Volk umgehen und nach Wien strömen, um alle Stellen für sich Problem befaßt und daß er im geeigneten Augen ziemlich kompliziert. Zunächst hat der Minister Regierung und SdP feft: blid einen seiner überraschenden Beschlüsse be- präsident allein mit den Vertretern der Sudeten m Anspruch zu nehmen, sowie daß die Gestapo, kanntgeben wird, die bei ihm so bekannt sind. Die deutschen Partei, der deutschen Sozialdemokraten welche den Dienst der ehemaligen österreichischen österreichischen Nationalsozialisten haben ihm be- und den Vertretern der anderen Nationalitäten Staatspolizei übernomen hat, mehr österreichischereits ihre Beschwerden vorgelegt, die aber nichts verhandelt, später ist an die Stelle des Regie Nationalsozialisten als Feinde des Regimes ver- enthalten, was einem manifestanten Protest gleich- rungschefs ein siebengliedriges Ministerkomitee fäme, da sie sich dadurch auf Gnade oder Ungnade getreten, dem fünf Unterhändler der SdP gegen der deutschen Gestapo ausliefern würden, die nichts überstehen. Dann wurde einem großen Koaliduldet, was irgendwie nach Revolte riecht. tionsausschuß Bericht erstattet, wozu noch später hafte. Tausende von Männer und Frauen befinden fich im Gefängnis oder wurden in die KonzentraBarcelona droht mit Repressalien nen sprechen lassen würde. Senden.( Reuter.) Das Memorandum der SdP weicht wesent lich von dem ab, was wir als annehmbar betrach ten. Man wird noch viel arbeiten müssen an der Annäherung der gegenseitigen Standpunkte und auch diese Arbeit wird nicht leicht sein. Wenn froßdem eine Plattform für die Verhandlungen gefunden wurde, muß man sich dessen bewußt sein, daß diese Plattform dünn wie erstes Eis ist und daß man sich auf ihr sehr vorsichtig bewegen muß. Der Venkov" beschwört zwar den Geist Švehlas und weist auf dessen Verhandlungsgeschick hin. Aber hier liegt die Situation doch anders, denn die beiden Verhandlungspartner agieren sozusagen auf zwei verschiedenen Ebenen, die demokratische und totalitäre Weltanschauung stehen einander gegenüber und hier einen Auss gleich zu finden, gehört zu den denkbar schwie rigsten Aufgaben. Was die Materie der Verhandlungen selbst Erflärung verbetrifft wenn man von dem Sdß- Memo Gegen Francos Helfershelfer/ Paris und London befürchten schwere Komplikationen London. Das Reuterbüro meldet aus gierung davon abbringen würde, derartige| Protestnoten antworten, sondern die Kanv. Paris: Die Meldung, derzufolge die spani- Schritte zu unternehmen. sche republikanische Regierung die franzöfifche und die britische Regierung dahin informiert Drohende Sprache Roms habe, daß sie sich zu Vergeltungsmaßnahmen nicht nur gegen national. Rom.( Tsch. P.-B.) Zu den Repreffalienspanische Städte, sondern auch gegen Drohungen der Valencia- Regierung wird in fremde Länder genötigt sehen könnte, hiesigen unterrichteten Rreifent erklärt, daß in welche die republikanische Regierung wenigstens einem solchen Falle Italien in der Tat nicht mit teilweise für die Bombardierungen in Spanien als mit verantwortlich ansicht, wird beſtätigt. Die franzöſiſche Regierung hat ohne 45.000 Mann autbart, in ber behauptet wird, daß bie republi. randum abjicht, welches eine Reihe unmöglicher Aufſtändischen hat eine offizielle Regierung der fanische Regierung auf den Flugplätzen in Va- und undurchführbarer, wohl auch nicht ernst ge= Eskadrillen vorbereite, die fremde, insbesondere gende Fragen: lencia, Cartagena und Rosas bereits Flugzeug- meinter Vorschläge enthält, ergeben sich folitalienische Schiffe beim Berlaffen von Häfen der Aufständischen angreifen sollen. 1. Die Sprachenfrage, d. H. die Abmilderung der bisherigen Härten des Sprachengesetzes, wobei, wie Národní Střed" zu wissen angibt, der Paragraph 2 des bisherigen Spra chengeſetzes in dem Sinn abgeändert werden wird, daß die erforderliche zwanzigprozentige Minderden Nationalität auf zehn Prozent herabgesetzt hat Franco seit April verloren heit für den Gebrauch der Sprache der betreffenwird. Auf diesem Gebiete sind also die Tschechen u Konzeſſionen bereit, weniger auf jenem der innern Amtssprache, wo noch große Schwierig feiten zu überwinden find. Berzug die Regierung von Barcelona in der nachdrücklichsten Weise zur Vorsicht gemahat und man kann der begründeten Meinung sein, daß auch die britische Regierung dasselbe tun London. Der Korrespondent des Daily von Deutschland verwendete Formulierung dieswird. Wenn sich die spanische Regierung zu Expreß" in Valencia meldet:„ Seitdem die Re- mal lautet ,, Anerkennung und Respektierung des bellen am 15. April bei Vinaroz das Mittelmeer Schweizerischen Wunsch es nach Neutralität“, Repressalien entschließen sollte, erachtet man s erreicht und so das republikanische Spanien in anstatt der Neutralität der Schweiz". Diese Unfür höchst unwahrscheinlich, daß sie Städte auf zwei Teile zerschnitten haben, hat es Franco terscheidung sei insofern von Bedeutung, als ein dem spanischen Festlande bombardieren lassen 45.000 Wann gekostet, um den befesten Küsten- halbamtlicher Kommentar anzudeuten scheine, daß würde, weil das ihrer Politik vollkommen wider streifen um 50 Meilen( 80 Kilometer) zu ver- die Verpflichtungen des Reiches davon abhängen, den aktiviſtiſchen Parteien vorgesehen und es sprechen würde."( Es käme also wohl nur die breitern. Die Regierungstruppen verteidigen ein daß die Schweiz eine Neutralitätskonzeption begroße Flotten- und Fliegerbasis Francos auf flaches Gelände, wo sie keinen anderen Schuts obachtet, welche sowohl Puher Insel Mallorca in Betracht, die gegen die Tanks und das Geſchünfeuer haben als blizität i'mont Preise und Dabei wird die Frage zu entſcheiden ſein, ob ber de facto in den Händen der Italiener ist. die schnell gezogenen Schüßengräben und wo sie litärische Verhalten in Kriegsum jeden Fuß Boden kämpfen." D. Red.) Seit dem 15. April haben sich mehr als 110.000 Freiwillige zur Armeeder An britischen amtlichen Stellen erfahren Republik gemeldet. Der Widerstand des diese Gerüchte keine Bestätigung. Nichts- republikanischen Bolkes ist somit nicht nur nicht destoweniger wird zugegeben, daß sie in den gebrochen, sondern er ist nicht zuleht durch die letten drei Tagen in London kursierten und auch verbrecherischen Angriffe der Rebellen und ihrer an amtliche Stellen gelangten. Es wird darauf Bundesgenoffen auf die Zivilbevölkerung und auf verwiesen, daß derartige allfällige Vergeltungs- die Schiffe und das Eigentum befreundeter Nationen zur höchsten Entfaltung gebracht maßnahmen große Gefahren in sich bergen morden. würden und daß sie auch ernste internationale Folgen haben könnten. Man glaubt, daß das Bewußtsein dieser Gefahr die spanische ReNeuer Kurs im polnischen Frontbericht vom Freitag zeiten umfaßt. mis 2. Die Proportionalität, d. H. der Anteil der einzelnen Nationen an den öffentlichen Stellen. Dies war schon in den Vereinbarungen mit handelt sich nun um die raschere Durchführung. Proporz für den gesamten Staat, länder- oder bezirksweise gilt. 3. Selbstverwaltung: in der Gemeindes gesetzgebung dürfte nicht viel geändert werden, mehr in der Bezirks- und Landesverwaltung. In den Bezirken sollen die Bezirksvertretungen mit einem gewählten Obmann an der Spizze einen Berlin. Der Reichsführer der SS und Chef größeren Wirkungsfreis erhalten, dasselbe gilt Der ,, Deutschen Presse" zum Nachdruck: der deutschen Polizei Himmler hat auf von den Landesvertretungen, die zu Landtagen Grund der Verordnung zum Schuße von Volt mit einer gewissen gefeßgebenden Tätigkeit aus und Staat sämtliche katholische Studenten- und gestaltet werden sollen. Mit dieser Frage befassen Akademikerverbände einschließlich aller Unter- sich auch die englischen Blätter ,,, Daily Expreß" gliederungen und angeschlossenen Vereinigungen berichtet, daß die autonome Selbstverwaltung aufgelöst. ven Grund auf umgestaltet werden soll. Zwei japanische Kanonenboote versenkt vantefront in glänzendem Gegenangriff den Ab- Zwei Barcelona. Um Mitternacht zum Freitag haben die republikanischen Truppen an der Lehang Rodoor im Abschnitt Villahermosa die Höhen 217 und 191 erobert. Die auf diese Legionärsverband Stellungen gerichteten Angriffe des Feindes mit chinefifchen Bombenflugzeugen verfenkte Sams Hilfe von Flugzeugen wurden völlig zurückge- tag vormittags auf dem Jangtse oberhalb Anting Warschau. Auf dem Kongreß des Legionär- fchlagen. Die Rebellen haben erhebliche Verluste zwei japanische Stanonenboote. Japanische Flugverbandes, der bekanntlich im politischen Leben erlitten. Rebellenangriffe in den Abschnitten 2a zeuge verfolgten die chinesischen Bomber, dodj Bolens eine große Rolle spielt, trat der bisherige Buebla de Valverde, Balloona und Onda wur- fonnten diefe vollzählig zu ihrer Baſis surd Vorsitzende Oberst Stoc zurück. Zu seinem Nach den gleichfalls gänzlich abgewiesen. Hintertüren in der deutschen Garantieerklärung folger wurde Verkehrsminister III rich gewählt. Schweizer Neutralität Ulrich ist aktives Mitglied der Organisation Barzewie", welche in der letzten Zeit eine bewertlos? sonders scharfe Stellung gegen die nationals sozialistische Propaganda unter der deutschen Minderheit in Polen eingenommen und vor kurs zum sogar die Auflösung aller nationalsozialisti schen deutschen Organisationen auf polnischem Gebiet verlangt hat. Hankau.( Neuter.) Eine Eskader von gegen die Hauptstadt der Provinz Tajuang begonnen. Nach heftigen Straßenkämpfen wurde auch die Stadt Linfang, wo sich ein wichtiger Flugplatz befindet, von den Chinesen besetzt. Die Verbindung mit Kanton unterbrochen fehren. nachdem fie in Luftkämpfen fünf der javanischen Verfolger über Wuhu abgeschossen hatten. Kanton.( Reuter.) Ein Geschwader von 33 Japanische Truppen, die am Südufer des japanischen Flugzeugen bombardierte den SüdabJangtse bei Hsianschan ausgebootet worden schnitt der Eisenbahn von Hantau nach Sean waren, mußten nach scharfen Kämpfen mit den ton und richtete dort riesige Schäden an. Der chinesischen Verteidigern den Rückzug auf gesamte Verkehr wurde auf dieser Strecke einst die Schiffe antreten, wobei fie 3000 Tote weilen eingestellt. und Verletzte zurückließen. Im Norden der Provinz Schanft haben Tokio. Ter Kriegminister erklärte in Kyoto, London. Der Anerkennung der Neutralität der Schweiz durch Deutschland und Italien wird in der englischen Presse Aufmerksamkeit gewidmet. chinesische Truppen die wichtige Station an der daß die Friedensgerüchte unzutreffend ſeien; bielDer Berliner Korrespondent der Times" Tunpu- Eisenbahn, Sinkau, neuerlich besetzt und mehr sei Japan selbst für einen zehnjährigen berichtet, es habe viel Interesse erweckt, daß die von hier aus den Aufmarsch in der Richtung Krieg gerüstet. Cette 2 Vor ernsten Ereignissen Sonntag, 26. Juni 1938 Schwerer Konflikt zwischen in Oesterreich? Bürckel und Seyss- Inquart Für das chinesische Volk! aus. Nr. 149 rüften zum Auf ft an d. Bürckel fürchtet offenen Widerstand und sogar Mordversuche, die Polizei ist ganz offensichtlich mit dan österreichischen Angesichts der furchtbaren Not, in der sich ihre Familien in Nazis und Bürckel behauptet, daß nur ein Millionen von Arbeitern und großes Machtaufgebot des Dritten China infolge eines beispiellosen Angriffstrieges Reiches ernste Unruhen verhindern könnte. Die befinden, der nicht vor den ärgsten Kriegsmetho Anschlußbegeisterung ist vor der Praxis dahin- den- wie der planmäßigen Zerstörung offener Eine aufsehenerregende Meldung über die[ die Nenordnung in Desterreich und die solchem gefchmolzen, die verheißanen wirtschaftlichen Bor- Städte durch Luftbombardements- zurüdfchredt, Zuspigung der Verhältnisse in Oesterreich kommt Verdienst gebührende Macht wollen diefe Alt- teile sind unsicher und die Verfolgung der Juden brüden die Arbeitervertreter der verschiedenen, an aus London. Vor einigen Tagen, so berichtet reicher für sich in Anspruch nehmen. Die Folge hat das Gefchäftsleben in Wien ruiniert. Stadt der Internationalen Arbeitskonferenz von 1938 „ Daily Telegraph", ist es zu ernsten Zusamist tieferer aß der österreichischen Nazis und Land sind es müde, von den neuen Beamten vertretenen Staaten den Opfern des nicht zu rechtmenstößen zwischen dem Statthalter Dr. Sey- gegen ihre alten Freunde" als wider ihre Geg- aus Deutschland kommandiert zu werden. Drei fertigenden Angriffs ihre aufrichtige Sympathic 3nquart und dem Reichskommissär Bür- ner in ihrem Lande. Bürdel hat sich bemüht, die Monate nach der Einverleibung Desterreichs steht au Sie geben ihrer Entrüstung gegen den undel gekommen, weil Bürckel den Statthalter Ueberheblichkeit seiner Landsleute etwas zu brem-| Hitler vor der ernstesten Situation qualifizierbaren Angreifer und ihrem aufrichtigen immer mehr zur Seite schiebt. In einer Persos fen, aber ihre gelehrigen Schüler im Naziterror feit seinem Machtantritt." und dringenden Wunsch Ausdruck, daß nicht nur nalfrage kam es zu einem heftigen Wortivechsel bie Regierungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zwischen den beiden, was die Ursache ist, daß den Empfehlungen des Bölkerbundes Rechnung Senß- 3nquart eine Delegation österreichischer SA und Legionäre an den Reichskanzler Hitler tragen, um China zu Hilfe zu kommen, sondern daß im besonderen auch die organisierten Arbeiter entsandt habe, welche die Absetzung Bürcels for den chinesischen Arbeitern in größtem Umfang dern. In der bezüglichen Mitteilung des Wiener die Unterstützung gewähren, die sie leisten können, Korrespondenten des„ Daily Telegraph" heißt und in ihren Ländern die Initiative zu praktischen und wirksamen Maßnahmen zu diesem Zweck er. greifen. t u. a.: „ Die Situation scheint unhaltbar geworden zu sein, was daraus hervorgeht, daß eine achtgliedrige Delegation der früheren österreichischen Legion nach Berlin gereist ist und dort eine Audienz beim Reichsfanzler Hitler verlangt hat. Da aber der Reichskanzler nicht in Berlin weilt, haben die Delegierten bei führenden Pers sönlichkeiten der Reichskanzlei vorgesprochen. Die Delegation ist fest entschlossen, auch mit Adolf Hitler in Fühlung zu treten. Falls er nicht in der nächsten Zeit nach Wien fommt, werden sie ihm in Berchtesgaden einen Besuch abstatten. Die ehemaligen österreichischen Legionäre berlangen vor allem die Abberufung ReichskomLord Cecil verläßt Regierungslager Protest gegen die schwächliche Haltung Chamberlains in der Spanien- Frage London.( Reuter.) Viscount Cecil hat den Grafen Lucan, den Führer der Regierungsgruppe der Oberhausmitglieder, schriftlich ersucht, ihn im Hinblick auf die Rede des Ministerpräsidenten Chamberlain über die Bombardierung britischer Schiffe in Spanien nicht mehr als Regierungsanhänger zu betrachten. Ich bin der Ansicht", sagte er, daß ich Ihnen nicht chrenhaft gestatten kann, mich weiterhin, wenn auch nur dem Namen nach, als Anhänger der Regierung zu betrachten." Lord Cecil bleibt nach dem Austritt aus der konservativen Partei zunächst unabhängig. Lord Cecil hat seinen Entschluß in einem J Ministerpräsident Chamberlain wird MonBrief an Lord Lucan bekanntgegeben, in dem er tag auf eine lange Reihe von Anfragen antwor 1. a. schreibt: ten, die Freitag im Zusammenhang mit dem Spanienkrieg angemeldet wurden. " Ich fühle, daß das Verhalten Chamberlains nicht verteidigt werden kann. Die bombardierten Schiffe handelten bei ihren Handelsfahrten gesetzmäßig. Sie führten nur solche Waren an Bord, Für die Staatsverteidigung wurden am Freitag von 3370 Personen bar 5,479.167 Kč eingezahlt. Der Stand der Jubiläumssammlung beträgt damit 182,268.586 Kč. Der Brünner Stadtrat hat beschlossen, für die Staatsverteidigung einen Betrag von 3 Millio nen Kč zu widmen. missär Bürdels, der dem Reichsstatthalter Schß die zu führen sie nach den ihnen von der briti Konservativen Englands. Umso bedeutsamer ist bandes der amerikanischen Karpathoruſſen Dr. Inquart übergeordnet ist und zwischen denen es faſt täglich zu schweren Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen kommt." Ueber Hitlers Haltung zu Bürcel schreibt ber Daily Telegraph": ,, In London sei schon seit Wochen bekannt, bak in Desterreich Anarchie und Unordnung herrscht. Reichskommiffär Bürckels unhaltbare Situation hat fürzlich den Gegenstand einer Aussprache zwischen Bürdel und Adolf Hitler in Hinsicht." Die Begeisterung beim Teufel Auf Grund direkter Mitteilungen aus Wien schreibt W. N. Ewer im„ Daily Gerald" vom Freitag: ichen Regierung erteilten Weisungen berechtigt waren. Die auf sie ausgeführten Angriffe waren fcine zufälligen, sondern beabsichtigte, und auch wenn die Schiffe leck wurden, wurden sie von den Flugzeugen der Aufständischen noch aus Mas schinengewehren beschossen, in der Absicht, die Schiffsbesaßung zu verwunden oder zu töten. 57 Schiffe wurden überfallen und einige britische Untertanen getötet. Der Ministerpräsident gibt zu, daß diese Angriffe ungefeklich waren, daß in WirklichLord Cecil gehört zu den angesehenſten sein offenes Auftreten gegen Chamberlain, das die Opposition in ihrem Kampfe negen den allzu schwachen und zaudernden Ministerpräsidenten sicher start unterstüßen wird. Lord Cecil ist ein entschiedener Pazifist, aber Befürworter einer starken kollektiven Sicherheit. Im Jahre 1937 hat er den Nobel- Friedenspreis erhalten. Noch eine kritische Stimme: Der Vorsitzende der Regierung Dr. Hodža empfing Samstag den Generalsekretär des Vers Gerovsky, der ihm über seine Erfahrungen und Eindrüde während seines Aufenthaltes in Karpathorußland berichtete. Unifizierungsminister Msgr. Dr. Šrámek wird an den Laibacher Feierlichkeiten der jugoslawischen fatholischen Jugend und am Kongresse des flowe nischen Orels teilnehmen. Msgr. Šrámek wird bei dieser Gelegenheit der jugoslawischen Nation den Gruß der tschechoslowakischen Regierung übermitteln. London. Der frühere Unter- StaatsBerchtesgaden gebildet. Das Ergebnis dieſer Aus. sprache war die Ankündigung einer großangelegdet wurden, und dennoch lehnt er es ab, irgend sprach Samstag in Netherfears, wo er unter anten Reorganisation Desterreichs in politischer eine wirtschaftliche oder militärische Aktion einzu derem erklärte: Die Vermutung, daß wir einleiten, um britisches Leben und Eigentum zu fach nur durch eine Reihe von Konzeffionen die schützen. Alles, was er tut, ist Noten zu fenden, Ursachen der Reibungen befeitigen könnten, die welche erfolglos bleiben, denn es war jedem bald zwischen uns und den autoritären Staaten beklar und dies wird jetzt auch zugegeben, daß dem stehen, General Franco, feinen Anhängern und Verbün- Schwäche oder Wanfermütigkeit ift unbedingt falfch. Wenn wir deten in den Noten keine Folgen angedroht befunden sollten, so würden wir in der Welt mit wurden. Recht diskreditiert werden. Ich kann mich an kein Ereignis in der britiichen Gefchichte erinnern, mit dem diese jetzigen Ereigniffe verglichen werden könnten. Ich glaube nicht, daß irgend ein anderer britischer Ministerpräfident jemals eine solche Rede gehalten hat, wie die war, die Chamberlain hielt. Wie mir die Angelegenheit erscheint, kann diese Rede mit der britischen Ehre und der internationalen Moral nicht in Einklang gebracht werden." feit die getöteten britischen Untertanen er morfekretär im Außenministerium Granborne Cin staatliches Körpererziehungslager in Reorganisierung der griechischen Armee mit Hilfe englischen Kapitals ,, Der Plan eines neuen Hitlerbesuches in Wien, wovon dieser Tage soviel die Rede war, ist im letzten Augenblick aufgegeben worden. Man war fich nämlich flar barüber geworden, daß die unerläßliche Begeisterung nicht auf zubringen ist, ja sogar feindliche Kundgebungen gegen den Führer" zu befürchten wären. Es würde, sagte man sich, schlecht aussehen, wenn Griechenland beginnt mit der beschleunigten Hitler schon drei Monate nach seinem Triumph Modernisierung seiner Armee. Das veraltete nur unter startem Schuh einziehen Striegsmaterial wird verkauft und modernes befönnte, den man aber nicht entbehren könne. Die stellt. Es wurden zahlreiche Militärflugzeuge geArroganz und Herrschsucht der aus dem„ Alt- Lord Lucan antwortete, daß er diesen Ent- fauft; die Modernisierung der griechischen Kriegsreich" nach Desterreich geschickten Obernazis hat schluß, zu dem Lord Cecil kam, sehr bedauere, daß schiffe soll mit Hilfe englischer Kapitalshilfe ihre Pgs ungeheuer empört; wenig bewondert in er den Brief dem Lord Stanhope, dem Führer der durchgeführt werden, wie dies auch in der Türkei den ihnen fremden österreichischen Verhältnissen fonservativen Partei im Oberhaus, gezeigt habe der Fall war. Die Regierung genehmigte die haben sie dem ganzen donaudeutschen Volke ihre und daß dieser ihm geraten habe, den Brief dem Pläne zum Bau einer großen Waffenfabrik, der Verachtung fundgegeben. Die ganze„ Ehre" für Ministerpräsidenten zu übermitteln. noch heuer begonnen werden soll. Γ Zwischen 4 damit seine Schulfameraden nicht sahen, daß er sich mit einem Mädel traf.) Wittingau. Das Gesundheits- und das Acerbauministerium haben in unmittelbarer Nähe von Wittingau beim Opatowißer Teich mit einem Aufwand von über einer halben Million Kč ein Lager für die staatlichen Kurse für KörperNymburg abgehalten, doch erwies sich das dorerziehung errichtet. Die Kurſe wurden bisher in tige Terrain als zu flein. Die Bodenfläche des neuen Lagers in Südböhmen umfaßt etwa sieben Hettar und hat zum Teil einen jahrhundertealten Eichenbestand. Für die Unterkunft der Kursteilnehmer wurden 15 Blockhäuser für je acht Teilnehmer errichtet. Durchführungsverordnung zum Opiumgefeh. Die ischechoslowakische Regierung hat am Freitag den Ents wurf der Reierungsverordnung zur Durchführung des Opiumgejeges angenommen. Die Verordnung überträgt die Kontrolle der Erzeugung und des Handels bon Betäubungsmitteln den Bezirksbehörden und regelt im einzelnen die Durchführung dieser Kontrolle, die Art der Einlagerung und Bezeichnung, sowie die Details des Handels im großen mit Betäubungsmitteln etc. Sie verfolgt dabei den Zwed, daß Sendun gen von Rauschgiften immer nur in die Hand der berufenen Personen gelangen dürfen. Lehrer gesagt. Gewiß, zu Hause konnte er mit ,, Wieso denn wegen deiner Zukunft?" den beiden großen Brüdern nicht raufen. AllerJa, der Papa hat gesagt; ich joll lieber dings hatte er auch versucht, Werner Streiche zu Jeßt dachte er daran, daß er Werner auf mit Mädeln befreundet sein. Wo die mich immer spielen; wenn er ihn beim Schopf faßte, brüllte er einem Sodel zeichnen würde, Werner, der so ein- langweilen und du nur manchmal. Der Papa hat aus Leibesträften:„ Mich darfst du nicht hauen, gebildet war und schon heute den berühmten Mu- gesagt: Jetzt ist sie zwölf und er ist zwölf. Mann und Kind ich bin klein" und schlüpfte durch. Er müßte even filer spielte und den Erwachsenen dazu. Auf den Dann iſt ſie fünfzehn und er ist fünfzehn. Dann Roman von Lili Körber Genau so geht es auch den Erwachsenen. Und so schaut unsere heutige Welt aus, weil es so biele Menschen gibt, die den Räuberhäuptling spielen wollen, ganz wie Ihr Franz, ohne Verantwortungsgefühl für die anderen, die dann die Suppe auslöffeln können, während man selbst ungeschoren in der Heldenpose verharrt. Nein, gnädige Frau, ich fann das nicht als harmloses Lausbubenstüd werten, weil diese Lausbubenstücke uns zu teuer zu stehen kommen!" Was wollte der Lehrer damit sagen? Was hatte Franzl mit der Schlechtigkeit der Welt zu tun? Die Buben lasen Abenteuerromane und spielten Indianer, aber so ein Lehrer machte gleich aus einer Fliege einen Elefanten. Das war ja sein Beruf. Vielleicht hatte Franzl doch recht, daß er ungerecht war? Aber man durfte ihn nicht verstimmen. Sie sagte versöhnlich: Ich werde mit meinem Buben sprechen, Herr Lehrer, er wird es nicht wieder tun..." " Was hat er denn damit gemeint?", erfun unbedingt jüngere Geschwister haben, dann wäre Sodel würde er schreiben: Dem großen Künstler ist sie siebzehn und er ist siebzehn. Und dann iſt alles besser, seufzte Frau Martha. Dann wäre Werner Wiesinger in Dankbarkeit die Stadt das Unglück da." alles gut. Für Franzl. Und für sie auch. Wo Wien." Und dann noch ein paar gefügelte viele Kinder sind, erzieht eines das andere. Sie Worte", wie sich der Lehrer ausdrückte. Vielleicht digte sich Robert. selbst konnte das nicht. Sie hatte kein pädagogi- fand er sie im Friedrich von Schiller. Der sprach sches Talent. Wenn sie sich noch so viel Mühe immer in geflügelten Worten mit erhobenem Zei- ,, Wahrscheinlich, daß du mich wirst heiraten aab, die Knaben wurden schließlich nur, was sie wollen." gefinger. War ja auch im Zivilberuf Professor waren. Und sie kannte sie nicht einmal. Heute gewesen. ,, Na, dann kannst du deinen Vater beruhihatte sie von Franzl Dinge gehört, die sie nicht für möglich gehalten hätte. Was würde sie noch Hallo", drehte sich um und machte Miene, die zwei große Hunde an, die freſſen viel, ich kann Hier hörte Robert hinter sich ein lebhaftes gen. Ich heirate überhaupt nicht. Ich schaffe mir alles mit den Buben erleben? Was gab es noch Hand auszustreden. Dann besann er sich und nicht auch noch eine Frau miternähren." an verborgenen Kräften in ihren Seelen? nahm zögernd seine Müße ab. Er fand es zwar ziemlich überflüssig, ein zwölfjähriges Mädel als Dame zu behandeln, aber sa hatte ihm das leßte Mal gedroht, daß sie sonst seine Zeichnungen nicht anschauen würde. Das war die schlimmste Drohung. Und er wich der Gewalt. Mutter" hörte sie eine Kinderstimme und cine fleine Hand faßte nach der ihrigen. Da stand er vor ihr, den Ranzen am Rüden, das schmale reſige Gesicht emporgehoben. Sie mußte sich Rivang antun, um ihn nicht zu küssen das hatte sie von den beiden Großen gelernt, daß sie nicht vor den Schulfameraden gefügt werden wollten. Auf dem Nachhauseweg kaufte sie für Franzl cine Cremeschnitte zum Nachtisch. II. Rapitel. Serbus", sagte sa herablaffend. Sie hatte lange Beine, die kein Ende nehmen wollten, einen breiten Mund mit schiefen Zähnen und lebhafte schwarze Augen. " ..Wo hast du denn deinen englischen Dras chen abgelegt?" fragte Robert. Bei Onkel Adolf, wie immer. Du, ich habe Der Lehrer lachte furz und fast gehässig auf: Der Tiger mit dem Büchsenöffner ein Gedicht über sie geschrieben, daß muß ich dir „ Er wird es nicht mehr tun? Das ganze zeigen." Leben wird er es tun! Wenn einer gar nichts Robert stand am Johann- Strauß- Denkmal„ Ich muß ift, zum Führer, meint er, langt es noch immer!" Er lüftete kurz den Hut und entfernte sich, ohne ein Wort des Abschieds. War das ein galTiger Mensch Und so was ließ man auf inder los! Aber daß der Franzl so rauflustig war und fogar eine Art Führer! Das hätte sie nie und nimmer erwartet. Werner, ja gewiß, aber Franzl! „ Er hält sich schadlos in der Schule", hatte der und betrachtete mit fachmännischem Intereſſe die Robert. bir auch etwas zeigen" mein „ Ja, aber zuerst komm' ich. Ich bin eine Dame. Das mußt du dir endlich merken. Und außerdem muß ich dir sagen, daß ich von Rechts wegen mit dir nicht mehr verkehren darf." Geige, die der Walzerkönig unter dem Knie hielt und die Beugung der Hand, die den Bogen führte. Gestern hatte er den älteren Bruder zeichnen wollen, um ihn zu ärgern, und es war mißlungen. Das ist ja keine Geige, das ist ein Nudelbrett," triumphierte Werner und diese Bemerkung traf Robert tief, weil Werner recht hatte. Deswegen Bon höherer Stelle verboten. Wegen meiner bestellte er Isa in den Stadtpark-( und auch, Zukunft, weißt du." Robert schaute sie mit verständnislosen blauen Augen an. ,, Mich brauchst du nicht zu ernähren," sagte sa gereizt. Ich werde Nervenärztin, verdiene eine Menge Geld. Die Leute werden sich bei mir anstellen, so berühmt bin ich dann. Aber Hunde mag ich nicht, lieber ein Pferd. Ich laſſe mich für die Zeitung photographieren: ,, Die berühmte Nervenärztin und Herrenreiterin Isa Abel." Und deine abscheulichen Stöter werde ich zertrampeln.“ Meine Hunde lassen sich nicht zertrampeln, fie beißen deinem Gaul die Hagen ab." ,, Oho! Dann werde ich sie niederschießen. In der Zeitung wird stehen: ,, Die berühmte Her renreiterin und Nerbenärztin Isa Abel schießt die tollen Hunde Robert Wiesingers nieder." ,, Wenn du meine Hunde niederschießt, laß' ich mich von dir scheiden! Malheur! Dann heirate ich den Ontel Adolf!" ,, Der ist doch bis dahin uralt!" „ Macht nichts, der Onkel Adolf darf auch uralt sein! Du, Robert, ich möchte dich was fras gen, aber ich fürchte, du bist zu jung dazu!" Fortsetzung folgt) Nr. 149 Sonntag, 26. Juni 1038 Seite 8 Swtetadtarfwtee leitsaiead Hilgenreiner, der„Verführer“ Eine flammende katholische Anklage gegen den sudetendeutschen Glelchschaltungsprfilaten Prälat Hilgenreiner l>at bekanntlich beim Prager erzttsch ö fli chen Gerl» t eine Klage gegen ienen deutschen Benebiktinervater angestrengt, der kürzlich»an der Kanzel der Abteikirche EmauS In Prag den Prälaten beschuldigte, daß er durch die Gleichschaltung de» sudetendeutschen Katholtzi»mu» die katholische Jugend de« Neubeiden» tu m zufübre. Für diese Verhandlung nun stellt„Der deutsche Weg", eine in Holland erscheinende katholische Wochenzeitung, au» der Feder eine» Sachverständigen ein sehr umfangreiche« Plädoher zur Verfügung, da« wir ob seiner Bedeutung wenigsten» im Au«zug wieder- zugeben für notwendig erachten. ES heißt dort unter anderem: gleichgültig sein, wie man sich die praktische Entstehung eine» Staate» denkt. Wo er aber besteht, da liegt sein Wesen im Charakter der Rechtsgemeinschaft. Diese Rechte können vielfacher Herkunft sein, aber e» ist ihre Anerkennung eine Gewissenspflicht aller Staatsbürger. Wer diese Rechtsgemeinschaft auflöst und an ihre Stelle die Blutsgemeinschaft seht, der zerstört den Staat. Es könnte doch plötzlich etwa der polnischen Minderheit in Deutschland einfallen, sich auf ihre Blutsverwandtschaft mit den Bolen jenseits der Grenze zu berufen. Wird Adolf Hitler bereit sein, sie deshalb an Polen abzutre- ten? Und wenn er nicht dazu bereit ist, dann doch nur deshalb, weil er praktisch die Theorie leugnet, die er theoretisch vertritt. ... Mit Machtpolitikern dieser Art muß man bisweilen zusammenleben, wie denn manchmal nicht weit von sicheren menschlichen Wohnungen sich gefährliche Vulkane befinden. Niemand aber baut der glühenden Laba Kanäle zu den eigenen friedlichen Hütten hin. Ganz im Gegenteil verlangt hier eine gesunde Politik, daß man diese Lava der Zerstörung von den eigenen Häusern fernhält. Danken Sie doch Gott, daß er da» schöne, reiche Land Böhmen mit so sichtbaren Raturgrenzen gerade den neuheidnischen Landstrichen gegenüber versehen hat. Machen Sie dem Streit der Jahrhunderte ein Ende, der in diesem schönen Lande zwischen den verschiedenen Rationalitäten getobt hat. Verzichten Sie doch auf politische Kanäle, auf denen mit dem Neuheidentum auch jene Verzweiflung in Ihr Land dringt, von der heute gerade die geistigen Schichten in Deutschland ergriffen sind. Da» geistliche Gericht möge nun entscheiden. Die Augen der Welt sind auf euch gerichtet, hochwürdige Herren Richter. Die Welt wird euren Spruch erfahren, auch wenn er im Verborgenen gefällt wird... Nachdem in Oesterreich nicht nur der katholische Glaube, sondern auch die katholische Ehre geschändet worden ist, habt Ihr in dem Stücklein freien deutschen Raume-, den die Tsche« chosloivakische Republik gewährt, e» noch in der Hand, eine weithin schallende Stimme des gesamtdeutschen Katholizismus zu sein," Herr Dr. Janovsky— mit Maske Der wirtschaftliche Berater Konrad Henleins ist Herr Dr. Karl Janovsktz, früher Sekretär de« Deutschen Hauptverbandes der Industrie. Jahrelang hat Dr. Janovsktz in dieser Eigenschaft die Interessen der Industriellen vertreten, den Klasienkampf der Industriellen gegen die Arbeiter geführt und dafür gesorgt, daß die Profite der Unternehmer steigen und das Lebensniveau der Arbeiter herabgesetzt wird. Wenn man die frühere Beschäftigung des Herrn Dr. Janovsktz kennt, muß jedem anständigen Menschen die Zornesader schwellen, tuen» er hört, wa» der nun zum Kamerad gewordene Herr Dr. Janovsktz in der„Rundschau" vom 28. Juni unter dem Titel:„Finanzkapitalismus— ohne. Maske" schreibt: Ohne ausreichende Löhne, ohne anständige Behausung, ohne festgesetzte Arbeitsstunden, ohne Mutze für eine gedeihliche Weiterentwicklung de» Einzelnen und ohne entsprechende Aufstiegsmöglichkeit"für die Heranwachsende Geschlechterfolge, kommt der Arbeiter von seiner Maschine innerlich niemals mehr los, auch nicht während feiner Feierstunden. Das ist wohl die ärgste Heuchelei, die man in der„Rundschau" und in der gesamten Presse der SdP gelesen hat. Dr. Janovsktz hat, nachdem er jahrelang sein Hirn im Kampfe gegen die Arbeiter angestrengt hat, nun entdeckt, daß die Arbeiter ausreichende Löhne brauchen. Wir beneiden niemanden um die Naivität, der dem Herrn Dr. Janovsty dieses Bekenntnis glaubt. Diese Arbeitersreundlichkeit ist nur eine zeitweilige MaSke. die Dr. Janovsktz anzuziehen für zweckdienlich befunden hat. ES wird nicht lange dauern, diese MaSke wird fallen und die Oeffent» lichkeit wird wieder die kapitalistische Fratze des Herrn Dr. Janovsty sehen. In dem erwähnten Artikel, in dem Herr Dr. Janovsktz von frommen Wünschen für die Arbeiterschaft überfließt, hat er auch eine Entdeckung gemacht, daß der Marxismus„dem internationalen Finanzkapital und dem Spekulanten- tum zumindest verschämt die Mauer macht". Dasagt wohlgemerkt der ehemalige Sekretär jener Unternehmer, welche durch die seinerzeitige Spekulation mit der Reichsmark die sudetendeutsche Industrie vollständig heruntergewirtschaftet hat. Herr Janovsktz gebraucht da die Methoden des Diebes, der, um die allgemeine Aufmerksamkeit von sich abzulenken schreit: Haltet den Dieb! Diese alte Methode ist aber zu bekannt, um den Dieb nicht doch zu erwischen. Horch, horch! ein Mercedes 1 Da» Handelsministerium in Prag erhielt dieser Tage ein Gesuch Kourad Henle i n S um die Einfuhrbewilligung für einen neuen Mercedes-Wagen mit Radio, desien Wert mit 7 0.0 0 0 KL angegeben ist. Henlein gibt ckn, da» Auto tnm beit MercedeS-Benz- Werken geschenkt erhalten zu haben. Da» ist also da» zweiteAuto, da» Deutschland dem Führer der SdP zum Geschenk macht. Sozialismus der Tat! Au» Aussig wird uns geschrieben: Ihre Notiz ,',Sozialismus der Tat!" in der Ausgabe des „Sozialdemokrat" vom 2-1. Juni l. I., rückt die Demagogie der SdP-Forderung nach Bezahlung des 1. Mai in das richtige Licht. Auch dem Stadtrat in Aussig wurde durch einen im städtischen Bauamt bediensteten SdP-Funktionär der Antrag vorgelegt, den städtischen Bauhoföarbeitern für den 1. Mai einen Betrag zu bewilligen, und zwar für Ledige KL, 18.— für Verheiratete KL 20.— und für jedes Kind KL 2.—. Der Herr Ingenieur ist zugleich der Vorgesetzte der BauhosSarbeiter und so wollte er seinen„Sozialismus" auch persönlich auswerten; er hat nämlich auf alle anderen Arbeiter und Arbeiterinnen vergessenl Es hat sich bisher auch kein SdP-,.Sozialist" gerührt, um z. B. die SdP-Baufirmen zur Bezahlung der vertraglichen Löhne an die„Kameraden" Bauarbeiter zu Verhalten. Die„deutschsprechenden" Marxisten im SparkasienauSschuß mußten es durchsetzen, daß wenigsten» am Bau des neuen Sparkassengebäudes die höheren Vertragslöhne bezahlt werden, während die SdP-„Sozialisten" damit beschäftigt waren, den Bau mit Henlein- Plakaten und gemeinen Hetzbildern zu bekleben. Der SdP-,.Sozialist" des städtischen Bauamte» „Lasten Sie mich beginnen mit einem Hinweis darauf, daß der P r o z e ft, der hier geführt wird, von einer außer ordentlichen, geradezu i n- ternationalen Bedeutung ist. Gewiß steht hier eine religiöse Frage zur Diskussion. Aber es ist diese Frage mit Tatsachen des politi- kchen Lebens untrennbar verknüpft. Die ganze Welt horcht heute gespannt hin nach Prag. Leichter noch, als am spanischen oder am chinesischen Problem, kann sich am tschechoslowakischen innerhalb weniger Stunden ein neuer Völkerkrieg entzünden. Niemand wird leugnen, daß durch eine klare Absage an den Nationalsozialismus die katholischen Deutschen in Böhmen diesen Krieg erschweren könnten... ES wird für den kommenden Krieg eines Tages die k a» tholische Kirche verantwortlich gemacht werden, weil durch die politische Haltung der deutschen Katholiken in der Tschechoslowakei der AuSbruch dieses Krieges ermöglicht worden sei. Will jemand bezweifeln, daß es für das Dritte Reich doch sehr schwer wäre, sich in die inneren Angelegenheiten der Tschechoslowakei einzumischen, wenn gerade der deutsche VolkSteil die» ablehnte? Die Sozialisten, die e» tun, werden einmal behaupten können, daß sie doch der FriedenSidee ganz ander» gedient haben als die Katholiken. Da» sudetendeutsche Volk wird freilich zu dieser Anklage nicht mehr Stellung nehmen, denn diese» arme, irregeführte Volk, diese braven Arbeiter und Bauern, die sich von politischen Prälaten haben täuschen lasten,.werden ja die ersten Opfer des Geschehen» sein. Die werden zwischen den Fronte» zerrieben werden, und wie immer die Sache auSgeht, so werden sie die Leidtragenden sein. Siegt Adolf Hitler, so kann ihnen nur da» Schicksal Oesterreichs zuteil werden, von dem selbst der Name auf der Karte getilgt wurde. Siegt aber die andere Seite, so wollen wir einmal sehen, wie e» dann um die Freiheiten eines Voltsteil» bestellt sein wird, der sich im entscheidenden Augenblicke gegen seinen Hcimatstaat gestellt hat... Dieser Prozeß hat auch aus einem anderen Grunde noch eine internationale Bedeutung. ES ist in der Tschechoslowakei noch möglich, daß Angelegenheiten dieser Art ohne den Eingriff staatlichen Terror» ihre gerichtliche Behandlung finden können... Dieser Prozeß beleuchtet blitzartig die freie Stellung, die der Katholizismus in einem modernen demokratischen Staatswesen genießt... Vielleicht empfinden unsere deutschen Katholiken diesen ihren Vorzug kaum... Wie werden sie einmal an diese Tage der Freiheit zu« rückdenken, falls der Terror hier normal werden sollte, wie im Norden und im Süden und im Westen von uns... Auch der Prälat Hilgenreiner wird nicht bestreiten, daß er tatsächlich der Hauptanwalt der politischen Gleichschaltung de» deutschen Katholizismus in Böhme» gewesen ist. Das liegt erstens in den Schritten, die er in aller Oeffentlichkeit vollzogen hat, und das hat er darüber hinaus ja auch selber bekannt. Ter Prälat Hilgenreiner hat sich besten gerühmt, daft er schon jahrelang dem Nationalsozialismus vorgearbeitet habe. Es braucht also nur die Frage beantwortet zu werden, ob in unserem Falle politische Gleichschaltung auch religiösen Charakter annimmt... Der Nationalsozialismus hat in« kraft seiner politischen Mission auch die weltanschauliche Sendung für sich in Anspruch genommen... Da, wo im Dritten Reich die Jugend politisch dem Nationalsozialismus gleichgeschaltet wurde, ist auch die religiöse Gleichschaltung mit einbegriffen worden... Es verbindet also der Nationalsozialismus selber das Politische mit dem Religiösen so, daft beides eine einzige Totalität ausmacht... Da Herr Henlein sich nach langer zweideutiger Haltung endgültig als Nationalsozialisten bezeichnet hat, kann kein Zweifel blstehen, daß seine politische sudetendeutsche Jugend genau so religiös gleichgeschaltet wird, wie die reichsdeutsche und die österreichische. Wer darum die politische Gleichschaltung eingeleitet hat, der muft auch al» der Initiator der religiösen bezeichnet werden. Der Benediktiner von Sankt EmauS hat recht. DaS wird auch bestätigt durch die Haltung so mancher Katholiken, Priester und Laien, in diejern Lande Wir. Es habest doch nicht unerhebliche Teile des sudetendeutschen Katholizismus die Gleichschaltung abgelehnt... Sie haben sich nicht politisch gleichgeschaltet, weil sie religiös frei bleiben wollten... Der Erzbischof von Prag hat den Beitritt katholischer Theologen zur Henleinpartei nicht gebilligt... Was der P a p st vom Nationalsozialismus denkt, hat sich erst jüngst in Rout gezeigt. Wäre nämlich in seinen Augen das Hakenkreuz nur ein politisches Abzeichen, es hätten Hakenkreuzsahnen genau so, wie die Fahnen anderer Nationen, ruhig die Kirchen RomS schmücken können. Pin» XI. aber sieht im Hakenkreuz da», was Adolf Hitler ebenfalls darin sieht, das Zeichen einer neuen Religion, die im absoluten Gegensatz und in offener Kampfstellung gegen das Christentum steht .«. Auch hat der Papst eS ausdrücklich erklärt, daft nach seinen Informationen der Nationalsozialismus, so weit er überhaupt kann, das Christentum aus der Erziehung der deutschen Jugend verbannt, daft er also mit der politischen Weltanschauung auch die religiöse aufzwingt... Wenn der Papst reckst hat, dann hat auch der Pater von St. EmauS recht, und wenn hier ein kirchliches Gericht der Klage des Herrn Prälaten Hilgenreiner Folge geben wollte, so möge e» sich be- wuftt bleiben, daß eS d e n P a v st s e l b e r verurteilt. Und nun Wende ich mich an Sie, verehrter Herr Prälat, und will einmal ganz vergesten, daß Sie auch Politiker sind. Ich werde einzig daran denken, daß Sie katholischer Priester sind, und da möchte ich Sie fragen: Ist es Ihnen unbekannt, wie nun Jahr für Jahr da» Kleid, da» Sie tragen, vom Nationalsozialismus mit Schmutz beworfen wird?... Erinnern Sie sich nicht an jene» Bild im„Schwarzen Korps", da» den Heiligen Vater darjtellte als Hirten nicht von Scktäflein, sondern i nm jtten von Schweinen? Unter diesen Schweinen war gerade Ihr Stand gemeint, denn an den Rücken dieser Schweine befanden sich Plakate mit der Aufschrift „Sittlichkeitsprozesse"... Und solche Schmudwaffer wollen Sie aus dem Wege einer politischen Kanalisienntg in die Herzen der sudetendeutschen Jugend leiten? Ist nie eine Stimme von deutschen Eltern zu Ihnen gedrungen, die davon erzählt, was aus ihrer Tochter in einem Hitler-Mädchenlager geworden ist, und wie sie zurückkam? Gerade dieses Land ist doch durch Jahrhunderte hindurch über allen Zwist hin irgendwie eine kulturelle Einheit gewesen und hat jedenfalls eine herrliche Kulturauf« gäbe. Wie leicht hätte man diese Jugend zur Staatstreue erziehen können, bot doch die Demokratie eine Möglichkeit, nach und nach eine gesunde Gleichberechtigung zu erreichen und war man doch wirklich auf dem Wege dazu. Und da meinen Sie nun im Nationalsozialismus vollenden zu können, was so viele christliche Generationen vorbereitet haben? Haben Sie doch Mitleid mit den prächtigen jungen Menschen dort und betvahren Sie sie als Priester Gottes vor dem Absturz in einen Rassismus. In wessen Namen tun Sie da» eigentlich? Wie kommen Sie als Priester Gottes dazu, sich mit den Feinden Gottes gleichzuschalten? Recht hat jener Pater von EmauS, wenn er Ihnen, einem berufsmäßigen Erzieher der Jugend, von der Kanzel Herah, zuruft, daft Sie mit Ihrer politischen Gleichschaltung die katholische Jugend um ihren Glauben bringen, also nicht ein Erzieher der Jugend sind, sondern ein Verführer. ... Die Blutsgemeinschaft des I Nationalsozialismus hebt die wahre VolkSgemein- sck-aft auf, weil sie den geistig-seelischen Charakter aller Gemeinschaft zwischen Menschen verkennt. ES schließt dieser Irrtum in sich die Umkehrung der Wertordnung im Menschen selber. ES kann von dieser Weltanschauung nicht verurteilt werden, wenn man im Namen der Blutsgemeinschaft nicht nur den Trägern fremden Blute», sondern auch denen des eigenen, die Menschenrechte abspricht. Ein Sklavenhalter, der au» Humanität seinen Sklaven ihre Unfreiheit philosophisch begreiflich machen wollte, müßte sie beglük- len mit dieser durch und durch unmenschlichen und unchristlichen Auffassung von der Nation al» Blutsgemeinschaft. Der Nationalsozialismus folgert au» der Tatsache der Blutsgemeinschaft der Nation aller Deutschen das Recht auf die friedliche oder gewaltsame Bereinigung aller Deutschen in eineni einziges Staat,■■ An uvd tür jjch kavn es Mit der Unlons-Verbandself nach Frankreich Rach grotzen Schwierigkeiten, die eine solche Reise bereitet sSammelpatz, Urlaub, Absagen im letzten Augenblick), trafen die Teilnehmer am Dienstag, den 21. Juni, mittag», in Eger ein. Bei den Fußballern herrscht freudige Stimmung. Nur die Aeiseleiiung teilt diese nicht ganz und lätzt auch keinen Optimismus höchsteigen. Die schwächere Mannschaft, da» Sinken de» Franken, mache» Kopf- schnierzen. * Tat letzte böhmische Bier wird verschluckt. Paß- und Gepäckkontrolle. Die Devisenbescheinigung fällt etwa» auf. Da aber unsere Futzballer nur mit kleinen Geldbeträgen aufwarten, ist auch da» bald vorüber. Die Grenzbeamten zeigen großer Entgegenkommen, so daft wir bald im direkten Wagen nach Pari» sitzen, mit Slotvaken, die nach Amerika auS- wandern, zusammengewürfelt. Ein bitzchen deutsche und tschechische Sprachkenntnisse— und schon ist eine lebhafte Unterhaltung im Gange. Die Leute haben Eltern oder sonstige Verwandte schon drüben. Eine Frau mit einem 17jährigen Sohn erzählt, daß ihr Mann vor 16 Jahren nach Amerika ausgewandert ist, nie in die Heimat zurückkam und sie nun nachkommen lätzt. Die Frau ist glücklich. Ein^jähriges Mädchen fährt zu den Eltern, die eS nie kaimte, da e» von Verwandten aufgezogen wurde. Ob allen das Schicksal so lächeln wird, wie sie sich eS verstellen? Wir gönnten eS ihnen vom Herzen! nacht» standen wir schon in Straßburg. Noch 8’j Stunden nach Paris! Nachtlager werden improvisiert. Jeder findet ein Fleckel, und wenn es im GepäckSnetz ist oder am Fußboden— Fußballer sind nicht wählerisch. m 5 Uhr ist freiwillige und unfreiwillige Tagwach. Getvaschen und in WichS gesetzt, erwarten sie nun Pari». Punkt 7 Uhr früh stehen wir auf dem Ostbahuhof in Paris. Niemand erwartet uns. Wir machen un» selbst auf den Weg. In knapp einer halben Stunde hat unser Kiubdolmetscher das Rätsel gelöst und uns ohne Zwischenfall zum Verbandshans geführt. Wieder Pech; die Amtszeit beginnt erst um ’,410 Uhr. Also die Koffer einstellen und ein kleiner Stundgang eingeschoben. ES gelingt uns ganz vortrefflich. Wir erklettern eine Anhöhe und haben einen schönen Rundblick auf Paris. Tann zurück, die Franzosen haben irrtümlich unser Telegramm für da» der Norweger gehalten, die um die gleiche Zeit eintresfen sollten. Sie sind ganz untröstlich und entschuldigen sich mehrmals. Im Taxi geht eS ins Hotel. Die Norweger sind schon hier. Alte Freunde begrüßen einander und tauschen Erinnerungen auS. Wir sind gut untergebracht und haben auch im Essen keinen Mangel. Noch eine Ueberraschung erleben wir: Brasilien, der Gegner unserer Nationalmannschaft in der Weltmeisterschaft, wohnte bis Donnerstag im gleichen Hotel. E» ist selbstverständlich, daß unsere Jungen» sofort nach Leonidas, deut Fußballartisten, und Domingo, dem eisernen Verteidiger, fragen. ES sind wirkliche, waschechte Neger, mit kohlschwarzen Köpfen. Sie verstehen unsere Neugier- und lächeln verschmitzt. Noch zwei Neger und drei Braune sind bei dieser überseeischen Mannschaft. Lauter kräftige und bewegliche Burschen. Abends trafen die Russen ein. Auch Spanier, Schweizer, belgische und holländische Leichtathleten und Schwimmer werden erwartet. Es ist ein großes internationales Sportfest und uns aufrichtig, daran teilnehmen zu er.«.. es deutsch-französischen Grenzstation. Rasch und ohnetwir freuen Autzändi War di» PaßlMjton erledigt. Um&11 Uhr l könne» Um 1 Uhr verließen wir Eger; von dort ging über Nürnberg, Stuttgart, Karlsruhe nach Kehl, der Scite 4 Sonntag, 26. Juni 1938 Tagesneuigkeiten Ein schmiede- eisernes Wort Drei Kinder ertrunken Die deutsche Sendung Mr. 140 am Sonntag und Montag Sonntag. in Aufsig hat sein soziales Herz ausgerechnet ant läßlich des 1. Mai 1938 entdeckt, während er früIn Valašská Bystřice kam es am Freitag zu her seine„ niedrigen" Bezüge öfter mit den„ vereiner Kindertragödie, welche drei Menschenleben hältnismäßig hohen" Löhnen der ihm unterstellten forderte. Einige kleine Kinder gingen Freitag Prag Wielnit: 10.00 Das Paradies des HerArbeiter verglich und einmal sogar eine mehrseinachmittags ohne Aufsicht zur Betschwa baden, zens, örfolge. 11.00 Schallplatten. 12.05 Presse. tige Eingabe an den Stadtrat gegen die zu hohen darunter auch die sechs- und achtjährigen Brüder 12.25 Konzert( Gesang: Herm. Helonius, Hans Bezüge eines Kollegen überreichte. Der Herr Ingenieur wußte auch bei Ueberreichung seiner EinGroßes Heil sollte den Karlsbader Schmiedes dan und Jaromir Vaněk und der siebenjährige Multerer, Cello: Grett Augustin, Klavier: M..3. Adámek. Beim Spielen im niederen Wasser fas Schubert und R. M. Mandée). 14.00 Bauernpredigt. gabe, oder sollte es wissen, daß diese Zulage durch meistern widerfahren. Einige wildgewordene men die Kinder einem Wasserwehr zu nahe, wurs 14.15 Arbeiterfendung. Franz Lehnert- Bodenbach die Aufsichtsbehörde gar nicht genehmigt wird, und Spießbürger, die sich zu Höherem" berufen füh liest Märchen. 18.00 Orcheſterfonzert( Gesang: den von der Strömung erfaßt und ertranken. wollte eigentlich nur ein kleines Feuerlein gegen Ten, als nur auch fürder simple Pferde zu be= Gertrud Sutter). 19.15 Nachrichten. 19.40 Sports schau. 20.00 Was der Sonntag brachte. 20.30 Prager die„ rote Rathauswirtschaft" anbrennen. Der schlagen und glühendes Eisen auf dem Amboi Stadtrat hat aber diesen SDP- ,, Sozialismus", zu bearbeiten, brachten in der am vergangenen Dar Pen- Klub tagt in Prag. Vom heutigen Gärten, Hörfolge mit Mufit. 22.30 Die Gärtnerin der am 1. Mai 1938 ein Trinfgeld geben wollte. Sonntag abgehaltenen Versammlung der Be- Sonntag an tagt in Prag unter dem Protektorate aus Liebe, fomische Oper von Mozart( Aufführung forrigiert und beschlossen, den demagogischen An- rufsgenossenschaft der Schmiedemeister des Be- des Präsidenten der Republik der 17. inter- des Prager Deutschen Theaters aus dem Waldsteingarten). trag abzulehnen, dafür aber allen bei der Ge- sirtes Karlsbad den Antrag auf Eingliederung nationale Kongreß der Pen- Klub- Föderation. Brünn: 14.45 Landw. 17.35 Das lebensläng meinde, ihren Anstalten und Betrieben beschäf- in die Front Konrad Henleins" ein. Es zeigte Bum Kongreß find 204 Teilnehmer aus dem liche Nind, Lustspiel von Robert Neuner. tigten, in Tag- Schicht oder Wochenlohn stehenden sich jedoch, daß sie damit bei der Mehrheit der Ausland, durchwegs bedeutende Persönlichkeiten Montag Arbeitnehmern einen Urlaubszufchuß in der Höhe Schmiedemeister keine Lorbeeren ernteten. Der der Literaturivelt und Kulturarbeiter, gemeldet. von 50 Prozent des während des vertraglich ge- Antrag wurde nicht nur abgelehnt, sondern Besonders zahlreich sind die Delegationen aus 12.15 Vortrag Dr. Bacher über Donau- Rhein- und regelten Urlaubes zustehenden Lohnes zu bewil- es wurde sogar beschlossen, die Berufsgenossen Großbritannien( 27), Frankreich)( 22), Jugo- Donau- Oder- Kanal. 18.00 Kinderstunde. 18.25 ligen. Der Zujduß ist für 1938 im Juni, für die schaft weiterhin als unpolitische und nur wirt- fiawien( 33), Bulgarien( 17), Bolen( 13), on Schallplatten. 18.45 Vortrag Abt. Dr. Profov: Die weiteren Jahre immer zum 1. Mai auszuzahlen.ſchaftliche und fachliche Ziele verfolgende Orga- Belgien( 10), aber auch aus einer Reihe weiterer Weltfirche in ihren Beziehungen zu den Völkern. Das kann den nationalsozialistischen Vertretern niſation beizubehalten. Ja, ein waderer europäischer, insbesondere osteuropäischer, sowie 19.00 Unterhaltungsmuſic( Walter Simmlinger). der..judetendeutschen Volksgemeinden" und den Schmiedemeister, der früher der Gewerbepartei überseeischer Staaten. Für Deutschland sind von 19.30 Orchesterfonzert. 20.00 Der Raub der SabiUnternehmerkameraden zur Nachahmung wärm- angehörte und wohl oder über die Mitgliedschaft der sogenannten Londoner Grupppe sechs Teil- nerinnen, Lustspiel von Schönthan und Kadelburg. in der SdP erworben hatte, soll den Gleichschal- nehmer gemeldet. Nach dem Begrüßungsabend 21.30 3. S. Bad): Goldbergvariationen( Cembalo: stens empfohlen werden. tungsagitatoren zugerufen haben: hängt im Gesellschaftsklub wird Montag um 10 Uhr E. Laylo). 22.00 Aus schönen Büchern( Rab. Taeuch auf mit euren Führern!"- Es in der philosophischen Fakultät der Karls- Unis. Demel über Barock im judetendeutschen Gebiet gore: Es war ein König). 22.40-23.00 Vortrag ist uns nicht befannt, ob einer von den gleichge- versität die feierliche Eröffnung des Kongresses und Wirtschaftsrelief von Dr. Adler. schalteten und geschmiedeten Schmieden und unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten ihren Führern auf diese Aufforderung positiv Dr. Hodža stattfinden. reagierte. SdP- DenunziationsKartothek Eine polizeiliche Haussuchung im SdP Sefretariat in Reichenberg förderte unter anderem eine Kartothek zutage, die sämtliche Wiener Sokol- Jugend Personen enthielt, die entweder als„, n zuverlässig" oder der SdP„, feindlich gefinnt" bezeichnet wurden. Sie enthält die genauen Daten der im Bezirk wohnenden Tschechen, deut fchen Demokraten und Kommu n iſt en sowie der Journalisten, Grenzlandfunktionäre und politisch nicht organisierten Personen. Neben dem Lichtbild eines jeden ist seine wirtschaftliche Situation, politische Meitung und Dauer feines Aufenthaltes im Grenzgebiet genauest registriert. Die Karthothek sollte dazu dienen, sich sofort dieser Leute zu versichern, wenn ,, der Tag" geTommen wäre. in Prag eingetroffen Brag. Nach anfänglicher Verweigerung der Ausreiseerlaubnis wurde dem Wiener Sokol" die Teilnahme am Prager Kongreß doch erlaubt. Samstag nachmittags fam hier die erste große Delegation, die Jugend, in einem Sonderzug an. von einem nach vielen Tausenden zählenden Spalier wurde sie bei ihrem Marsch durch die Stadt begeistert gefeiert. Der Massenzustrom der Solol- Jugend hat Samstag bereits die Stadt wie verwandelt. Während der Fahnenschmuck auf den Straßen und Häusern immer reicher wird und die an allen wichtigen Stellen angebrachten Lautsprecher eine Neuerung für Prag die Meldungen Ein Störenfried. Amtlich wird gemeldet: der Kongregleitung wiedergeben und die Straßen Am 20. Juni 1988 wurde durch die Polizeidire!- mit Marschmusik erfüllen, ziehen fast pausenlos tion in Brür Franz Oswald, 53 Jahre alt, die ankommenden Gruppen der Sofol- Jugend, Schmied, wohnhaft in Brür, Nr. 403, wegen die allein 64 Sonderzüge erforderte, von den Störung des Gemeindefriedens verhaftet und in Bahnhöfen in die Quartiere. Troß der ungedas Gefängnis des Kreisgerichtes in Brür eingeheueren Frequenz besonders im Zentrum der Tiefert. Der Genannte hatte, indem er am Stadt wickelt sich aber alles reibungslos und bis20. Juni 1938 zwei Soldaten anspudte und sie her ohne einen ernsten Unfall ab. beim Vorbeifahren mit unanständigen Gesten bes Teidigte, sich einer strafbaren Handlung schuldig gemacht. Durch Ausrufe, die er gegen sie gebrauchte, machte er sich einer Beleidigung der Nation schuldig. Aufnahmen in den staatlichen Baudienst. Das Landesamt in Prag nimmt für den staatlichen Baudienst bei den volitischen Behörden in Böhmen eine fleinere Anzahl technischer Hilfsbeamten mit Hochſchulqualifikation, Ingenieure der konstruktiven Verkehrs, wasserwirtschaftlicher oder kultureller Richtung auf. Gesuche sind zusammen mit den BeLegen bis 15. Juli d. 3. an die Adresse des Landesamies in Prag XVI, 3borovjfá 27, zu richten. Informationen erteilt die Abt. 35 des Landesamtes in Prag II, Na poříčníc Právu. Roosevelt- Kurs Pilsner Jubiläumsausstellung eröffnet Bilsen. Am 25. Juni vormittags wurde in Pilsen die 6. Jubiläums- Ausstellung feierlich eröffnet. An dem Eröffnungsakt nahmen als Vertreter der Regierung Handelsminister Rudolf Mlčoch, Fürsorgeminister Ing. Nečas und Senatspräsident Dr. Soukup teil. Ein Mord verhindert Vor einigen Tagen berichteten wir über die Verhaftung eines angeblichen Professors B.- Stamniz, die in der Station Rabstein erfolgte und deren Gründe zunächst nicht bekannt wurden. Nun wird uns dazu folgendes mitgeteilt: Der Mann, er heißt& reibich, ist keineswegs Professor, legte sich aber diesen Titel bei. Er hat auch einige Semeſter Hochschulstudium hinter sich. Bei seiner Verhaftung wurde bei ihm ein förmliches Arſenal von Dingen gefunden, die gewöhnliche Menschen sonst nicht mit sich führen. So trug er einen geladenen Revolver, ein Rasiermesser, einen Strick mit Schlinge, eine Düte Pfeffer und einen Holzprügel bei sich. ,, Wir wollen feinen Krieg!" Am 24. Mai 1938, in einer Zeit wo die Kriegsheße der faschistischen Presse gegen die Tschechoslowakei besonders start war, erschienen am Brüdenbergschacht in Zwidau zivei Kohlenwagen auf der Hängebant, die die Aufschrift trugen:„ Wir wollen keinen Krieg, nieder mit den Faschisten." Der Aufseher auf der Hängebank ließ die Aufschrift abwaschen und die beiden Wagen beiseite schieben. An der Art der Stohle, mit der die Wagen beladen waren, versuchte die Verwaltung festzustellen, aus wel= chem Revier sie kamen. Doch wurde die Untersu chung der Angelegenheit von der Betriebsleitung so weit wie möglich geräuschlos behandelt. Die Losungen sollten sich nicht herumsprechen. In der Belegschaft aber wurden sie doch bekannt und liefen mittels der Flüsterzeitung wie ein Lauffeuer von Mann zu Mann. Die von der Betriebsleitung und der eingesetzten Gestapo geführte Untersuchung hat aber für sie zu keinem Erfolg geführt. 50.000 Kč gestohlen. Der Franziska Pöbisch aus Klösterle wurden aus ihrer Wohnung 50.000 Kč Bargeld gestohlen. Die Brürer Fahndungsgendarmerie forscht nach den Tätern. Prag- Melnik: 10.15-11.00 Schallplatten. Brinn: 18.00 Dr. Kürschner: Vortrag über Kaffee, Dr. Fr. Neubauer: Vortrag über Scheidung im Kirchenrecht. lung, daß ihr Mann an Herzschlag gestorben sei. Zehn Minuten nach der Uebermittlung dieser Nachricht brachte ein Auto schon den Toten. Jetzt stellte sich heraus, daß Kloſen bisher im Saarbrückener Untersuchungsgefängnis war. Die Pozei wollte die Aufbahrung des Toten in der Wohnung der Familie verhindern, jedoch die Frau und die Verwandten setzten die Genehmigung der Aufbahrung in der Wohnung durch. Bei der Deffnung des Sarges waren alle Familienange hörigen von heftigſtem Schreck erfaßt. Der Tote, bis zur Unkenntlichkeit abgemagert, war nicht mehr u erkennen. Eine Gesichtshälfte war blau angelaufen. Der Tote hatte sich die Unterlippe fast abgebiffen, und mehrere Verlegungen am Kopf wiesen darauf hin, daß der Kamerad Klojen den qualvollen Mißhandlungen bei den Verhören zum Opfer gefallen ist. Klosen gehörte nie einer politischen Partei an. In der Vorhitlerzeit war er langjähriges Mitglied des freigewerkschaftlichen Bergarbeiterverbandes. Im dichten Nebel stürzte Samstag in der Nähe von Folkestone ein Kampfflugzeug der bri tischen Luftwaffe ab. Die beiden Insassen fanden dabei den Tod. Der Erbe, der sich selbst suchen sollte. Kürzlich ging durch die Tagespreise die Nachricht, daß die Verlassenschaft nach dem einzigen Sohn des belannten Pilsner Mäzens August FoderDer neue russische Eisbrecher J. Stalin" hat maher, Wilhelm Fodermaayer, abgehandelt wird. in der Ostsee eine Versuchsfahrt unternommen. Das Siebei wurde von der einstigen Größe des Vermögens der Familie Fodermayer, über die große brängung von 11.000 Tonnen und wird von drei Schiff ist 106 Meter lang, bejizt eine Wasservers Zahl der Nachlaßaften sowie darüber geschrieben, daß für die erste Tagiayung, die zum Zwede der Dampfmaschinen mit einer Gesamtleiſtung von über Ergänzung des weitverzweigten Stammbaumes den schweren Bedingungen der Schiffahrt in den 10.000 Pferdefräften getrieben. Das neue Schiff ift der Familie Fodermayer in Anwesenheit von mehr Polargewässern noch besser angepazt als der Eisals 60 Verwandten abgehalten wurde, ein eigener brecher ,, Strassin", der nunmehr an die zweite Stelle Saal gemietet werden mußte. Es zeigte sich, daß tritt. Die Namen dieser Erbberechtigten waren durchnur einige wirklich Erbansprüche stellen können. Ein neuer Flug um die Welt. Der befannte USA- Flieger Howard Hughes teilte der Presse mit, wegs bekannt, doch mußten bei einigen erst die Anschriften beschafft werden. Schließlich blieben daß er beabsichtigt, einen Flug um die Welt zu unternehmen. Die notwendigen Lizenzen für die nur die Anschriften zweier dieser Erben unausAtlantifüberquerung habe er bereits von der Regiegeforscht, und zwar der Brüder Karl und Hermann Boß, von denen nur festgestellt werden konnte, daß rung erhalten. Hughes will den Rekord des vor zwei fie nach Deutschland verzogen sind. Daher wurde Jahren verunglückten Wilch Poſt verbessern. Der die Zentraldirektion der reichsdeutschen Rundfunk- Start ist für Ende nächſter Woche angeſetzt, auf dem gesellschaft ersucht, die Brüder Voß im Rundfunk Floyd Bennet- Flugplay. Der Flug geht zunächst nach aufzufordern, sich zu melden. Dieser Tage tam Paris. Hughes nimmt drei Begleiter mit. die Zuſchrift des Direktors des reichsdeutschen Erfolglofe Angriffe auf den Nanga Parbat. Es Rundfunts, in welcher dieser mitteilt, daß es nicht nötig sei, die Brüder Voß durch den Rundfunk zu suchen, da der eine von ihnen, nämlich Hermann Boß, er selber sei. Sein Bruder Karl lebt in Hamburg. Neudeutscher Sportgeist. Ein Leser schreibt bestätigt sich, daß die deutsche Nanga Parbat- Erpedition durch neueingetretene Schneefälle gezwungen war, in das Hauptlager abzusteigen. Das Abflauen der Lawinentätigkeit wird abgewartet, che ein neuer Aufstieg unternommen wird. wird fortgesetzt Washington. Präsident Roosevelt erstattete Freitag abends in einer Rundfunkansprache einen Rechenschaftsbericht über die von seiner Regierung während der kürzlich beendeten KonVor längerer Zeit hatte er die Bekanntschaft greßtagung geleisteten Arbeit. Die Rede ist durch mit einem Bodenbacher gemacht, der ihm eine die Verteidigung aller Programmpunkte des Versicherungspolizze auf 120.000 Kč für den Opfer der Berge. An der Eiger- Nordwand In der Nähe von Archangelst ist bei AusschachNew Deal charakterisiert und bildet einen An- Fall des Ablebens übergeben hatte. Dieſe Poz bei Grindelwald stürzten zwei 23jährige Italie- tungsarbeiten eine prähistorische Lagerstätte entdedt griff gegen die Gegner, welche für die defaitisti- lizze scheint die Triebfeder zu dem Mordentschluß ner aus der Provinz Vicenza bei Refognoszies worden. Scherben von Tongefäßen, Speerspizen, sche Stampagne während der letzten Session des gewesen zu sein. S re i bi ch vereinbarte mit rungsversuchen vermutlich während eines Ge- Fisch- und Vogeltnochen sowie ein fossiler Frosch Stongresses verantwortlich sind. Der Präsident zwei anderen Personen, den Bodenbacher nach witters ab. Eine Leiche konnte geborgen werden. wurden zutage gefördert. hat keinen neuen Vorschlag gemacht, aber den Rabstein zu laden, um ihn dann im Walde zu Flugpostzuschläge werden aufgehoben. In festen Entschluß mitgeteilt, sich durch die Ereig überfallen und zu töten. Offenbar sollte ein nisse vom Wege nicht abbringen zu lassen. Der Selbstmord vorgetäuscht werden. Der eine seiner uns: Ich unterhielt mich mit einem Bekannten Brüssel wurde am Samstag die europäische FlugPräsident gab zu, daß die Regierung ebenso wie Belfer ging aber, statt nach Rabstein zu fahren, über die Niederlage Schmelings. Da sprang uns postkonferenz, an der Delegierte aus 26 Staaten die Unternehmer und die Arbeiterschaft gewisse zur Striminalpolizei und deckte den furchtbaren ein in der Nähe stehender Nazi in die Rede und teilnahmen, nach dreitägiger Dauer beendet. Nach Fehler begangen haben, die die gegenwärtige Plan auf. Die Polizei verständigte sofort die geiferte in hysterischer Erregung: Schmeling ist einer eingehenden Aussprache wurde der Entwurf Depression hervorgerufen haben, und er forderte Gendarmerie in B.- Kamniß und diese nahm den feige überfallen und hinterrücs mit Nierenschlag eines Abkommens über die Aufhebung der Surtage daher die drei Fattoren zu größerer gegenseitis feinen Herrn, als er in Rabstein den Zug ver- niedergeschlagen worden, wie ein Kind auf der für die Flugpostbeförderung einstimmig angeger Zusammenarbeit auf. ließ, fest. Straße. Der schwarze Hund soll sich nach Deutsch- nommen. Dieses Uebereinkommen wird nach Rati land getrauen, wenn er nicht feig ist, dort werden fizierung durch die Regierungen der beteiligten sie ihn zusammenrichten, daß er in keinen Sarg Staaten mit 1. August 1939 in Straft treten. mehr paßt!" So ist es in Wirklichkeit. Sie brau chen ein ganzes Reich dazu, um einen Neger zu sammenzurichten, daß er in keinen Sarg mehr paßt". Deswegen ist das Dritte Reich auch so tapfer den Juden gegenüber. Das gehört zum neudeutschen Sportgeist! Es steht außer Zweifel, daß ohne, die Anzeige des einen feiner Mithelfer der furchtbare Flüchtlingskonferenz am 6. Jull Plan gelungen wäre. Streibich hatte den Boden Paris. Am 6. Juli tritt in Evian lesbacher veranlaßt, mit ihm zu fahren und dieser Bains, einem französischen Badeort am Südufer fuhr auch bis Bensen mit. Dort sollte der eine des Genfer Sees, die Internationale Konferenz Komplice zusteigen. Dieser aber war mittlerweile zusammen, die mit der Ausarbeitung eines inter- zur Polizei gegangen und hatte die Anzeige ernationalen Statutes für politische Flüchtlinge stattet. Als er in Bensen nicht zustieg, scheint betraut ist. Bisher wurden aus 27 Staaten De- Kreivich den Entschluß gefaßt zu haben, die AusTegierte gemeldet. Deutschland wurde führung seines Mordgedankens zu verschieben und nicht eingeladen, Italien hat die Ein- veranlaßte den Bodenbacher, wieder zurüdzufahYadung abgelehnt. Die Regierung der Vereinig- ren. Auch sein zweiter Komplice dürfte im leßten ten Staaten hat einen Vorschlag angekündigt, Augenblic vor der Tat zurückgeschredt sein, wonach als politische Flüchtlinge nicht nur Per- denn er war nicht, wie verabredet, in Rabstein sonen zu betrachten wären, die Deutschland aus angekommen. politischen oder rassischen Gründen bereits verFreibich, der ein Sd P.- Mann ist, Lassen haben, sondern auch solche Personen, die wurde dem Kreisgerichte in B.- Leipa eingelie fert. Wie es heißt, soll er bereits gestanden haben. dies erst zu tun wünschen. Neue Abkühlung? Auf dem Festlande herrscht noch sehr warmes und heiteres Better mit örtlichen Gewittern vor. Der Luftdruck über Mitteleuropa sintt jedoch nunmehr start, da sich das Störungszentrum, das seit einigen Tagen über Schottland lag, über die Nordsee zu verlagern beginnt. An seiner Rückseite strömt vom Nordwesten her tühlere Luft au, Ermordet! Unlängst wurde der Bergarbeiter die sich in den nächsten Tagen voraussichtlich auch Klosen in dem saarländischen Dorf Lauterbach über Mitteleuropa ausbreiten wird. Im Gebiet plöblich von der Straße weg verhaftet. Der zwei- der Republit wird es am Sonntag vorerst noch heiter undvierzigjährige Arbeiter, der verheiratet und und warm bleiben; aber vielleicht schon in den Nachzwei Kinder hat, hatte sich nichts zuschulden mittagsstunden dürfte sich die Getpitterneigung berkommen lassen. Troß eifriger Nachforschungen der stärken und nach den Gewittern ein Temperaturrüd Familie fonnte sie nie erfahren, in welchem Ge- gang eintreten. Wetteraussichten für Montag: In den westlichen und mittleren Teilen des Staates fängnis oder Konzentrationslager Klosen festge- wechselnd bewölft mit Gewittern oder Schauern, nur halten wurde. Am Pfingstsamstag erhielt plöß-, mäßig warm. In der Ostslowakei und in Karpatho lich die Frau durch die Gendarmerie die Mitteis rusland no beiten, ich wo Rotalgewitter. JJr. 14» Soiintnfl, 26. Jünl 1938 Seife K'* Aus aller Welt Ozren Cekic, der Bärensingcr. In der Nähe der bosnischen Stadt Lu)la lebt ein Bauer namens Ozren Lokic, dessen Spezialität im Fangen lebender Tiere besteht. Im vorigen Winter überwältigte er einen Wolf, der sich bis in sein Gehöft verirrt hatte, im Ringkampf. Ebenso gelang es ihm, im Hühnerstall einen Fuchs am Genick zu packen und nachher in einen Käfig zu sperren. Seine eigentlichen Rekorde aber fallen in dieses Jahr. Im Vtärz brachte(Sofie es fertig, auf offenem Felde in einem vielbestaunten Wettlauf mit einem Hasen diesen einzuholen und an den Löffeln heimzubringen, tvährend er fehl sein Meisterstück vollbracht hat: er hatte wider Willen im Walde eine Begegnung mit einem jungen Bären, der den Bauern angriff. Cokie' Axt befand sich ander Reichweite, so daß er auch diesmal auf seine starken Arme angewiesen war. Es gelang ihm, den Bären von hinten zu umschlingen und ihn dann einige Male so heftig mit dem Kopf gegen eine Fichte zu stoben, bis da- Tier bewußtlos war. Man kann sich das Erstaunen der Bauern au-malen, als Cokic mit dem nun gefesselten Bären über dem Rücken in dar Dorf einzog. Der Rapport deS Kapitäns G. W. de Lang. 87 Jahre nach den» Verschwinden dec.^Jeanette" ist der Rapport ihre- Kapitäns G. W. de Lang von russischen Polarforschern auf der Henriette-Jnsel aufgefunden worden. Diese Nachricht wurde an» 16, Juni nach Moskau gefunkt, und die Moskauer Behörden haben angewiesen, daß das Dokument unter den allergrößten BorsichtSmabnahmen hierher gebracht wird, um es nach Möglichkeit zu rekonstruieren. Denn in den kupfernen Behälter, in dem der Kapitän den Rapport verschloß, ist Wasser einge- drangen und die Schrift ist kaum noch zu lesen. Damit ist nach mehr als einem halben Jahrhundert ein Geheimnis der Polarmeere enträtselt worden, das die Zeitgenossen außerordentlich erregte. Die„Jea- Umstand von entscheidendem Einfluß auf die sich aus der Bilanzanalyse ergebenden Tatsachen sein kann. Die Bilanzsumme stellte sich per 3V. April 1988 auf 16.096.98 Mill. Peseten gegenüber nur 6989,8 Mill. Pes. vor AuSbruch de» Bürgerkrieges. Die Zunahme beträgt somit 9108 Mill. Pes. AuS der Bilanz geht zunächst hervor, daß die Goldreserven eine Verminderung um rund 600 Millionen Peseten erfahren haben. Man kann diese Tatsache au» der Bilanz genau kontrollieren. Der Notenumlauf ist von etwa 8482 Mill, in 1936 auf 9212 Mill. Pes. in 1988 gestiegen. In diesen beiden Posteck zeigen sich die Folgen des Krieges besonders deutlich. Die Erhöhung der Staatsschuld auf 9.160 Mill. Peseten zeigt ebenfalls deutlich die Wirkung, bzw. die Kosten deS Kriege». Klar und deutlich geht au» der Bilanz hervor, daß die Finanzierung der Kriegskosten de» demokratischen Spanien» au» eigenen Kräften erfolgt ist und ferner, daß die republikanische Regierung auch au» finanziellen Gründen in der Lage ist, für ihre gerechte Sache noch lange Zeit zu kämpfen. IMbwirfocftaft und SogiolpaliM reich, den Kampf der republikanisch-demokratischen Armee finanzieren. Nun hat der Finanzminister der Regierung von Barcelona, Mendez Aspe, die Bank von Spanien(Banea d'Espana) ermächtigt, zum erstenmal seit Ausbruch der Feindseligkeiten ihre Bilanz zu veröffentlichen. Der Gouverneur der Bank, Nicola» d'Olwer, hat dieser Ermächtigung Rechnung getragen und die Bilanz veröffentlicht. Die Aufstellung der Bilanz stieß naturgemäß auf große Schwierigkeiten, da ein erheblicher Teil der Filialen der Staatsbank in dem von Franco beschien.Gebiet liegen. Es blieb daher nichts andere» übrig, al» in diesen Fällen die lebten Vorkriegszahlen heranzuziehen und zu BergleichSzwecken zu benutzen. Da die wichtigsten Bank- und Jndustriebezirke Spanien», so vor allem Madrid, Valencia und ganz Katalonien, sich in Händen der demokratischen Regierung befinden, ist nicht anzunehmen, daß dieser Rendezvous der Wracks des Nordmeeres Jan Mayen, das„Paradies" des Nebels und der Seehunde Ueberefnkommen mit Deutschland Prag. Die Verhandlungen über die Regelung dcö Warenaustausches zwischen der Tschechoslowakischen Republik und Deutschland, welche seit dem 17. d. M. geführt wurden, endeten mit einem Uebereinkommen. Im Laufe der Berhand- lungen kam e» auch zu einer Aussprache über grogen der Zolltarife, welche zu einem späteren Zeitpunkte werden fortgesetzt werden. Ueber den Termin und den Ort dieser Verhandlungen werden leide Parteien eine Vereinbarung treffen. 01» Beschäftigung der Baumwoll* Spinnereien Wie bereits mehrfach berichtet, verzeichnen die Baumwollspinnereien tvährend der letzten Monate einen sinkenden Auftragsstand. Hiezu erfährt der DNA., daß sich im April d. I. die Aufträge au» dem In- und Ausland gegenüber der gleichen Vorjahrszeit um 26 Prozent auf cnva 14(i. B. 19) Millionen Kilogramm verminderten. Im März d. I. betrug der AuftragLstand noch rund 14.7 Millionen Kilogramm. Wa» die Verläufe nach dem Ausland betrifft, so hat die tschechoslowakische Industrie in Holland und auf den skandinavischen Märkten mit der verschärften Konkurrenz Belgien», Frankreich» und Englands zu kämpfen. Der Absatz in Rumänien wird erschwert durch die ungenügende Erteilung von Einfuhrbewilligungen. Eine Besserung in der Garnindustrie ist vor allem von einer Klärung der politischen Lage und dem Abschluß der Han« delrvertragLverhandlungen mit' Deutschland abhängig. Angesicht» des stagnierenden Absätze» wird auch die Erzeugung eingeschränkt. Im April wurden nur ettva vier Millionen Kilograinm Baumwollgarn erzeugt, gegen 4.3 Millionen Kilogramm im Vormonat und 8.8 Mill. Kilogramm im Vorjahr, die Zahl der beschäftigten Arbeiter hat sich auf 18.300(i. B. 19.300) Personen verringert. Oer Stand der deutsch-englischen Wirtschaftsverhandlungen wird in Londoner Wirtschaftskreisen nicht ungünstig beurteilt. Natürlich ist man sich über die Schwierigkeiten der Materie im klaren. Verschiedene Andeutungen von englischer Seite lassen darauf schließen, daß England eine Anwendung von Zwangsmaßnahmen, die noch in der vorigen Woche von der englischen Presse als unumgänglich bezeichnet wurden,, nicht mehr mit der gleichen Entschiedenheit Ins Auge gefaßt. Bon englischer Seite dürfte ein deutsches Entgegenkommen hinsichtlich der englischen Garantie der österreichischen Anleihen erwartet werden, das sich auf die Klärung der gesamten Auslandsverschuldung beziehen würde. Dar Goldschatz der Bank von Spanien (Dr. iß. H.) Seit Ausbruch des spanischen Bürgerkriege» werden von den Presseorganen der krancofreundlichen Länder die verschiedensten Nachrichten über die Finanzierung der demokratischen Armee verbreitet. So wurde behauptet, daß einzelne demokratische Länder, vor allem Frank- MTB Oslo. Es gibt nicht viele Schiffe, die auf Jan Mayen anlegen. E» hatte wenig Zweck, diese auf der Mitte zivischen Norivegen und dem Polarkreis liegende öde Felseninsel anzusteuern, und eö tväre auch zu gefährlich. Die Nebeltaseln der Seeleute verzeichnen für Jan Mayen nur zwei Tage im Jahr, an denen der Nebel dünner als drei Zehntel ist. Allerdings sind die» keine vollständigen Tage von morgen bis abends, sondern 48 Stunden, die sich auf eine ganze Reibe von Tagen verteilen. Völlig ncbelsreie Tage hat Jan Mayen seit Menschengedenken nicht mehr gesehen. Am dichteste» und undurchdringlichsten werden die Ian Mayen-Nebel Ende Juli und Anfang August. Wenn man die Dickflüssigkeit einer durchschnittlichen Erbsensuppe mit„10" bezeichnet, so darf man diejenige de» Jan Mayen-Nebel» in die- 'er Zeit getrost mit„9" registrieren, ohne zu übertreiben. Die Insel ist dann au» fünfzig Meter Entfernung überhaupt nicht zu sehen. Auch im Juni und Anfang Juli gibt e» aber schon zahlreiche Tage, an denen die Nebel die kleine Insel vollkommen verbergen. Riffe und unterseeische Gebirge Aber selbst an säst nebelsreien Tagen ist c» kaum möglich, auf Ian Mayen zu landen. Bor dem Südkap liegen sieben Riffe, die sich unterseeisch weit vorschieben und jede» Näherkommen an die Küste zu sicherem Selbstmord machen wür« den. Nur an der Ostküste gibt e» einige schmale Felseinbuchtungen, die sich als Landungsplätze eignen, und die Schiffe, die nabe an ihnen vorbeifahren, haben an relativ klaren Tagen einen herrlichen Anblick. Ein riesiger Lavabrocken steigt steil au» dem Meere zu Gebirgshöhe empor, und die in ihn eingesprengten Ocker- und Kupferadern lassen ihn in der Polarsonne in allen Farben de» Regenbogen- aufteuchten. Auf den Gipfeln liegt ewiger Schnee, weiter unten dehnen sich große Felder grüner Moose aus, und auf den breiten Felsdünen tummeln sich Zebntansende arktischer Seevögel aller Gattungen, Größen und Farben, die den exotisch-unwirklichen Eindruck des Gesamt, bilde» noch verstärken. nette" wurde am 8. Juli 1879 auf die Suche nach dem großen Polarforscher Nordenskjöld ausgesandt. Da» Schiff verließ San Francisco und toar bereits Ende August am Kap Koljutschimsti. Aber Nordenskjöld hatte mit der„Vega" das Polarmeer durch die Beringstraße wieder verlassen; er hatte nichtgeringere» gefunden als die berühmte Rordostpas- sage. Die„Jeanette" entdeckte nun auf ihrer Fahrt zwei Jahre später im März und im Mai 1881 zwei Insel», die Jeanette und Henriette getauft wurden. Im Juni 1881 ging dar Schiff unter, und nur zwei Matrosen konnten sich retten; sie berichteten, daß Kapitän de Lang einen genauen Rapport auf der Henriette-Jnsel zurückgelassen habe, aber seit damals habe man dieses Dokument nicht auftinden können. Bor der Mitte der Ostlüste steht der im Jahre 1920 von der norwegischen Regierung errichtete Leuchtturm auf einem' mitten aus dem Meer aufsteigenden kleinen FelSblocki der einer Tiara, wie sie die Herrscher in Jndochina tragen, täuschend ähnlich sieht. Dahinter dehnt sich zwischen dem Eierberg und einem spitzen Cap eine breite, tiefe Bai au», in der die wenigen auf Jan Mayen an» legenden Schiffe einen ausgezeichneten Hafen finden. Die Treibholz-Bal Dieser natürliche Hafen heißt die Treibholz- Bal. Die Unmengen von Treibholz, die sich hier vor allem in den Sommermonaten anstauen, kommen aus Sibirien. Die Meeresströmungen tragen sie aus den Ufergebieten des Ob und der Lena hierher» und die Bai sieht dann wie ein riesiger Friedhof aus, auf dem sich alle Wracks de» Nordmeere» ein Rendezvous geben, von den Resten gescheiterter Schiffe und den vom Meeressturm fortgeschwemmten Bäumen der sibirischen Urwälder bis zu den Skeletten der Wale. Auch die Baumstümpfe und Schiffstrümmer, die auf ihrer langen Reise vom Meerwasser blendend weiß gewaschen werden, sehen wie Knochen au» und erinnern an die Skelette vorsintflutlicher Ungeheuer. Beerenberg, die kleinste„Stadt" der.Welt Hinter dieser Bai stehen auf einer 20 Meter emporsteigenden Felsplatte drei kleine Häuschen au» rotgestrichenem Holz mit lembtend weißen Dächern, einer großen norwegischen Flagge und der hohen Antenne einer Funkstation. Sie bilden die„Hauptstadt" der kleinen Insel: Beerenbcrg — die kleinste Stadt der Welt, in der nur sechs Menschen wohnen. Bi» zum 8. Mai 1929 war Jan Mayen überhaupt unbewohnt, abgesehen von den zahlreichen Robbenfängern, die auf ihr anlegten und unter den Hunderttausenden von Seehunden und Seelötven so ungeheure Verheerungen anrichteten, daß sie bi» auf einige Herden von einigen hundert Tieren auSgerottet sind und die norwegische Regierung sich veranlaßt sah, zum Schutz der wenigen llcberlebenden ein strenge» Jagdverbot zu erlassen. An deni genannten Tage jedoch»ahm Nor' wegen die bisher herrenlose Insel feierlich in Besitz, unterstellte sie der neugebildeten Präfektur Svalbard(Spitzbergen) und gab ihr ihre ersten vier Bewohner: einen Meteorologen, einen Elektrotechniker, einen Physiker, der den Seismographen bedient, und einen— Koch. Inzwischen sind noch zwei Radiotcchnikcr zur Bedienung der Funkstation hinzugekommen. Diese sechs Menschen, die alle sechs Monate mit Lebensmittelvorräten auf ein halbes Lahr versehen werden, sind wohl die einsamsten der Welt. Ihre Aufgabe ist ebenso vielseitig wie ver- antwortungSvoll. Sie versehen sämtliche im Nordmeer kreuzenden Schiffe von Stunde zu Stunde mit Wettervoraussagen und genauen Berichten über Auftauchen und Kurs von Eisbergen. Sie registrieren und übermitteln selbst die unscheinbarsten Schwankungen der fast ununterbrochen tätigen Vulkane der Inseln und des Meeres der angrenzenden Breitengrade. Und sie üben außerdem auch»och Polizeigewalt aus: zum Schutz der wenigen hundert Robben, die von den Riesenherden des vergangenen Jahrhunderts noch übrig geblieben sind, nachdem im Rekordjahr 1886 auf Jan Mayen allein Wer 90.000 Seehunde erlegt wurden. Im vergangenen Jahr waren die sechs Ein- samen von Jan Mayen acht Monate hindurch von jeder Verbindung mit der Außenwelt abgeschnitten und mußten ihre Vorräte durch eifrige Seevögeljagd und Fischerei strecken, um nicht zu verhungern. In diesem Jahr wird es kaum anders werden, da die über der Insel liegenden Nebel schon in den letzten Maitagen die dichtesten Neu« ftmdland-Nebel übertrafen. Die norwegische Regierung hat sie infolgedessen durch den letzten Proviantdampfer, der Anfang Mai in der Treibholz-Bai anlegte, mit erhöhten Rationen versehen lassen. Moderne Robinson». DaS portugiesische Vermessungsschiff„Speranza" ist soeben von einer langen Reise in der Antarktis zurückgekehrt und hat die Kunde von dem seltsamen Abenteuer deS seit zwei Jahren verschollenen Walsischfänger»„La Roche" milgebracht. Die„Speranza" stieß im Nebel etwa 100 Meilen südlich von Australien auf eine auf den Karten nicht verzeichnete Insel und war überrascht, dort neben den Eingeborenen europäische Matrosen anzutreffcn. ES handelte sich um die Besatzung de» genannten WalsischfängerS, der vor anderthalb Jahren an der Rüste dieser Insel unterging. Der Kapitän der„La Roche" berichtete, daß sie von den Eingeborene» freundlich ausgenommen wurden, die noch nie ein Schiff gesehen hatten. Um so rätselhafter war eS, für ihn zuerst, daß in der Eingeborenensprache; die die Schiffbrüchigen nicht verstanden, einige Brocken englisch festzustellen waren. Die Eingeborenen haben«Inen Mythos, wonach vor Hunderten von Jahren ein weißer Gigant auf die Insel verschlagen wurde. Der Kapitän der Roche" ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß da» ein SchisfbrÜchiger von der Karavelle von Sir Francis Drake gewesen sein müsse, die 1877 in diesen Breiten untergegangen ist. Kann Deutschland Kries führen? Unter dem Titel„Der große Nazi-Mythus" veröffentlicht der Außenpolitiker der„Daily Herald", W. N. Etoer, einen Artikel über den Stand der Rüstung Hitler-Deutschland», der zu dem Schluß kommt, daß„das Deutschland von 1988 militärisch, organisatorisch und wirtschaftlich nicht in der Lage ist, einen größeren Krieg zu wagen." W. N. Ewer schreibt: „Militärisch gesehen, ist Deutschland» neue Armee nur drei Jahre alt. Die geheimen vormilitärischen Maßnahmen der vorhergehenden Jahre waren kein Ersatz für die Wirklichkeit. Fünfzehn Jahre lang hat Deutschlands Jugend keinen Militärdienst geleistet. Noch jahrelang wird sich diese klaffende Lücke in den Reserven beim Vergleich mit Deutschland» Nachbarn bemerkbar machen. Noch ernster ist die Lücke bei den Offizieren. Gewiß hatte die Reichswehr unverhältnismäßig viele Offiziere von bewundernswerter Qualität. Aber für d.ie Armee reichen sie nicht aus und sind ohne Erfahrung in der Führung einer großen Armee. Auch im Hinblick auf das Material ist die Lage nicht, wie sie fein sollte. Rur die Luftwaffe ist eine Ausnahme. Aber wenn auch niemand die Bedeutung der Luftwaffe unterschätzt, so kann doch keiner erwarten, daß sie bei all ihrer großen Ueberlegenheit von sich aus entscheidend sein wird. Außerdem ist die Munitionsversorgung auf Kosten anderer nicht weniger wichtiger Faktoren geschehen, zum Beispiel der Eisenbahnen. Einer der größten Trümpfe Deutschland» in den Jahren 1914—1918 war sein Eisenbahn- System und dessen Organisation. 1914 war Deutschland imstande, täglich 600 Truppenzüge über die Rheinbrücken zu senden. Falkenhayn» Verschickungen ganzer Armeen von einem Kriegsschauplatz zum anderen waren klassisch. Heute kann sich da» deutsche Eisenbahnsystem mit der Vorkriegszeit weder in der Organisation noch im Material vergleichen. Die Unfallstatistik gibt einen deutlichen Beweis für die wachsende Unzulänglichkeit. Aber es handelt sich nicht nur um die Eisenbahnen. Heute ist der Krieg nicht nur eine Sache der Armeen. Alle industriellen, landwirtschaftlichen, finanziellen und administrativen Kräfte der Nation müssen eingesetzt werden. Und auf keinem dieser Gebiete ist da» Deutschland von 1938 für eine große Anspannung geeignet. Gewiß hat da» Genie Schacht» in der Wirtschaft Dinge geleistet, die unmöglich schienen. Aber der Preis dafiic mußte gezahlt werden. Die Knappheit an Rohstoffen und die Verwendung von. Ersatzstoffen haben einen Rückgang in Qualität und Quantität gebracht. Das ständige Gcgeneinanderarbeiten unzulänglicher, arroganter und oft auch korrupter Parteibeamter hat auf die Versorgung schlechten Einfluß gehabt, schlimmer, als man sich e» gewöhnlich vorstellt. Die Unterernährung hat sich auf die Leistungsfähigkeit der Arbeiter auSgewirkt. Der Verlust fähiger Juden hat seine Wirkungen. Nazi-Deutschland hat keinen Walter Rathenau. So ist, alles in allem, Deutschland» Industrie weit unter dem Durchschnitt. Die deutsche Geschicklichkeit und Arbeitskraft hat die Maschine trotz titanischer Schwierigkeiten im Lauf gehalten. Aber sie kann kaum die FriedenSnotwendigleitcn erfüllen: das Sinken des Lebensstandards beweist e». Die deutschen Generale machen sich keine Illusionen dariiber. Deswegen denken sie in den Begriffen deS„Blitzkriege»": an einen Sieg mit ollen Mitteln durch einen entscheidenden Schlag, emen knock-out in der ersten Runde. Aber die Technik des Blitzkriegs ist äußerst schwierig. Sie erfordert den höchsten Grad der Leistungsfähigkeit in der ganzen Armee: eine perfekte Maschinerie, die sich ohne Versagen in der Höchstgeschwindigkeit bewegt. Der Glaube an den Blitzkrieg istgeschwunden. Spanien und China haben Gründe zum Zweifeln gegeben. Und noch mehr gab Oesterreich. Der Einmarsch war eine Art Generalprobe. Es gab keinen Widerstand. Aber die deutsche Armee vollführte alle Bewegungen, und tatsächlich wurde bis zum letzten Augenblick die Möglichkeit eine» Widerstandes in Betracht gezogen. Da» Resultat war sehr entmutigend. Trotz aller Ruhmredigkeit war die ganze Operation in Wahrheit ein völlige» Fiasko. Statt engster Zusammenarbeit gab e» Durcheinander und Konfusion. Die Maschine versagte. Zu ihrer Enttäuschung bemerkten die Generale, daß ihre neue Armee nicht einmal genügend organisiert und geübt war, um solch eine verhältnismäßig kleine Operation gegen einen angenommenen Feind auszuführen. So ist e» nichts mit dem Blitzkrieg, aus dem einfachen Grunde, weil die deutsche Armee nicht imstande ist, ihn durchzuführen. Die deutsche Armee und das deutsche Volk sind heute nicht in der Lage, einen größeren Krieg, sei e» ein Blitzkrieg oder ein anderer, ohne Aussicht auf Niederlage und Zusammenbruch zu beginnen. Es wäre töricht, Nazi-Deutschland zu unterschätzen. Aber e» zu überschätzen und e» — wie es viele tun— als die mächtigste Militärmacht, welche die Welt je gesehen hat, zu betrachten, ist einfacher Unsinn. Scite 6 nside ens SaPrager Zeitung Auto gestohlen. Vorgestern abends wurde zwi schen 6 und 8 1hr einem gewissen F. K., wohnhaft derzeit in einem Gasthaus in Prag IX., cin vier jißiger Tairawagen der Marte M- 2572 gestohlen, der mehrere Dokumente enthielt. Der Wagen ist grün angestrichen. Der Schaden beträgt 20.000 Kč. Auto fährt in Auslagsscheibe. An der Ecke Hooverstraße Hybernergasse stieß vorgestern abends ein Kraftwagen, den der 35jhrige Techniker Vinzenz Luňát aus Zizkov unter der Aufsicht des Chauffeurs Franz Jahoda lenkte und der auf dem frisch gespristen Pfaster ins Schleudern geriet, gegen die Auslagsscheibe der Modenfirma Klement, die es zertrümmerte. Diebei wurde der 28jährige Elektro monteur Alois Novotný aus Žižkov, der vorbeiging, zu Boden gestoßen. Er wurde mit einigen Rißtvun den auf die Klinik Schloffer gebracht. Das Automobil wurde gleichfalls beschädigt. Zusammenstoß. Bei der Wagenhalle in Wos fowig stieß gestern nachmittags der 48jährige Karl Lesef auf seinem Rade gegen das Auto des Kaufs manns Hans Thorich aus Rychnov und wurde zu Boden geschleudert. Die Rettungsgesellschaft brachte ihn mit einigen Rißwunden und einer schweren Ges hirnerschütterung auf die Klinik Jirafet. Alle Bücher beforgt die Bücherstube 3642 ,, Sozialdemokrat" cs unter der Würde" des Burgtheaters wäre und so weiter. Die Nazi- Stückwahl geht eben selbst dem treuesten Bublifum auf die Nerven. Eines dieser Burgtheaterstüce anno 1938 führt den Titel:„ Ein Deutscherlügt nicht". Ein Spaßvogel schrieb auf der Anschlagsäule darunter:„ Weh dem, der doch!" Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. [ eine touristische Ausstellung der Kleinen- Entente Staaten eröffnet werden, die dem reisenden Bubli- Sonntag 21.15: Im Waldsteingarten: Gärtnerin fum alle touristischen Möglichkeiten der Tschechoslos aus Liebe( bei schlechtem Wetter im Neuen Theater). wakei. Rumäniens und Jugoslawiens veranschauli chen wird. Spielplan der Kleinen Bühne. Sonntag Die Ausstellung der Wettbewerbs- Entwürfe 8 Uhr: Zuviel Familie, volkstümlich. für die Adaptierungen des Altstädter Rathauses im Saale der Lehrlingsfachschule' in Prag XI., Ede Italská Ulice u Rajské zahrady( Eingang von der Italská) ist vom 29. Juni bis 17. Juli täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Der Film Ausflugszüge. Die Staatsbahnen veranstalten einen 21tägigen Seuraufenthalt in Karlsbad für Kč 1370.-, einschließlich Fahrpreis für Schnellzug, lanische Reißer( der eigentlich hinter den SchlagDer Sender im Panzerwagen. Dieser ameri Autobus vom Bahnhof zur Stadt und zurüd. Unterseilen" heißt) bedient sich der modernststen technischen bringung, Verpflegung, drei ärztliche Untersuchungen, Wittel und der zeitgemäßesten Sensationen. Schade Gepäckbeförderung. Trinkgeld und Versicherung. Ans nur, daß alles das im Film doch schon nicht mehr meldungen wenigstens zehn Tage vorher unter An- neu ist: der waghalsige Reporter, die großzügigen gabe von Kč 100.-, im Basar der Ausflugszüge der Gangster, die entführte Journalistin und die große Tschechoslowakischen Staatsbahnen neben dem Wil- Verfolgung mit Luftschiff, Flugzeugen, Autos und sonbahnhof. Telephon 383-35. Kunst und Wissen ,, Gärtnerin aus Liebe" gestrotzt voll Maschinengewehren. Aber was in solchem Rahmen an Effekten zu haben war, das hat der Regisseur Robert Rosson entschlossen benüßt: wir sehen den RadioReporter( der bei den Zeitungsreportern wegen fei nes Tempo- Vorsprungs verhaßt ist und von ihnen mit Gangster Methoden bekämpft wird) auf das Dach eines brennenden Gebäudes lettern, um mit dem Taschen- Mitrophon einen aufregenden Hörbericht au liefern, wir sehen eine Räuberbande die Journalistin, die einst die Braut und nun die feindseligste Stonfurs Dr. Treifter& Co. Am 14. Jänner 1775, nach der Münchener Ur rentin des Reporters ist, bei dem Versuche, einen aufführung seiner finta gardiniera"( die heute leberfall auf einen Goldtransport mitzuerleben, von im Waldstein Garten in Szene geht), schrieb Moden Räubern verschleppt werden, und wir erleben Reichenberg, Färbergasse 21 sart an seine Mutter: dann die aufregende Befreiung dieser Dame, die ihre ,, Gottlob, meine Oper ist gestern in Szene ge- Retter mit der Koffer- Sendestation, die sie dem Vortrag Jules Romains in Prag. Anläßlich gangen und so gut ausgefallen, daß ich der Mama Reporter geraubt hat, zu Hilfe ruft. Und damit auch des Prager Kongresses der Pen- Klubs wird ihr Vor- den Lärm unmöglich beschreiben fann. Erstens war das Innenleben nicht fehle, gibt man dem Zuschauer sisender, der Autor des Romanzyklus Menschen das Theater so acitrost voll, daß viele Leute wieder zu verstehen, daß der Reporter und die Journaliſtin auren Willens". Jules Romains, in Prag einen aurüd haben müssen. Nach jeder Arie war allezeit bei aller Berufsfeindschaft einander lieben, auf eine Vortrag über das Thema„ Der Autor und seine ein erschreckliches Getöse mit Stlatschen und Viva recht zänkische Art allerdings, die noch das happy end Gestalten oder Schriftsteller und Politit" halten. maestro- Schreien. Ihre Durchlaucht die Kurfürstin schwanthaft macht. Das ganze wird flott gespielt, mit Der Vortrag, der vom Prager Klub..Přitomnost und die verwitwete, welche mir vis- a- vis waren. Lee Trach und Diana Gibson in den unproveranstaltet wird, findet am 1. Juli um 20 Uhr in fagten mir auch. Bravo. Als die Oper aus war, so blematischen Hauptrollen. -cis-> den Klubräumen der Přitomnost" in der Pensionsanſtalt statt. 0 RODISFORTER Ennntan. 26. Juni 1938. Nr. 149 $ Willst Du sparsam sein kauf im Aso ein Wochenprogramm. Da am 26. Nuni das Sommerlager anfängt, werden von dieser Woche an die einzelnen Gruppen nicht eigene Heimabende haben, sondern es wverden gemeinsame Gruppenabende jeden Dienstag um 20 Uhr im Par teiheim abgehalten. 28. Juni, Parteiheim, 20 Uhr: Die Rede Dr. Preiß' auf der Tagung des Industriellenverbandes. Arbeiter Abstinenten- Bund, Ortsgruppe Brag, Dienstag, den 28. Juni, um 8 Uhr abends im Barteiheim Generalversammlung. Urania- Kino Premiere ,, Die falte das billige.rein natürl. KRISTALLQUELL ideer, Ziedile, Balfenſtein! viden Mineralwasser MATTONI A.G. Besondere Nachtzüge während der Sokoltage. Ilm auch dem Publikum außerhalb Prags den Besuch) der Fest- Szene des Sokolkongresses zu ermöglichen, werden in der Nacht vom 26. zum 27. Juni, vom 3. zum 4. Juli und vom 5. zum 6. Juli die lebten Nachtpersonenzüge von den Prager Bahnhöfen erst um ist nichts als geflatscht und Bravo gerufen worden, 0.30 Uhr abgefertigt werden. Der Zug Nr. 2423 bald aufgehört, bald wieder angefangen und so fort. nach Zdice und der Zug Nr. 1809 nach Schlan fah- Nachher bin ich mit meinem Papa in ein gewisses ren an den genannten Tagen vom Wilsonbahnhof in Bimmer gegangen, wo der Kurfürst durch muß, und Brag fahrplanmäßig aus. werden aber in Smichov habe Sr. Durchlaucht dem Kurfürsten und den Hohei bis 0.30 1hr balten. Besucher, die von der Strede ten die Hände gelüßt, welche alle ſehr gnädig waren. Brag- Ratovnik kommen, fönnen den Zug Nr. 500. Seute in aller Frühe ſchidt Se. Fürstlichanaden Abfahrt aus Dejvice 0.27 1hr, benüben. Bischof von Chiemsee her und läßt mir gratulieren, daß die Oper bei Allen so unvergleichlich ausges fallen ist." Ausstellung Unser Barod in der Buch- Illu. ftration. Im bica elia alebesle mentinum 3, einem der größten Prager Barod Räume, wurde socben die Ausstellung Unser Barod in der Buch- Illustration" eröffnet, welche aus Beſtänden der National- und Universitäts- Bibliothek zusammengestellt wurde. Die Ausstellung gibt einen leberblick über die Beziehungen der Barock- Juustra tionen zu unserer Kultur. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintrittspreis Kč 1.50. Siebei ist täglich um 11, 12, 15, 16 und 17 Uhr Gelegenheit zur Besichtigung der größten und charatteristischen Prager Barod- Räume, des Barod Saales, des Mozart- Museums, des Mathematit Saales und des Lesesaales der Bibliothel gegen eine Eintrittsgebühr von 1 Kč geboten. Touristische Ausstellung. Am 10. Juli wird auf dem neuen Ausstellungsgelände( Radiomesse) Das Wiener Burgtheater weist, wie uns berich tet wird, seit Monaten, noch nicht dageweſenen schlech ten Besuch auf. Kürzlich mußte der alte Treßler vor den Vorhang und die achtzehn Leute, die sich im Parkett versammelt hatten, nach Hause schiden, weil Vereinsnachrichten Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker. Dienstag, den 28. Juni, findet um 10 1hr vormit tags im Karolinum die Promotion des Genossen Sturt Steinhart( Freistadt) zum Doktor der Philosophie statt. Alle Genossen finden sich mit roten Nellen ein. Bad Kunnersdorf BEIOSCHITZ- NORD BOHMEN. SCHÖNE STRANDBADANLAGE WALDREICHE UMGEBUNG DAS MOOR MXANCHEN UNVERGLEICHLICHE HEILERFOLGE. lisch, Vespermann, Mouse gegen King- Kong" und 149 Uhr. Lucie Eng2, 4, 6, Montag: Unvergeßlicher Film„ Der Zinker" mit Szafall, Hörbiger, Diehl, Rafp! 6, 9 Uhr. Mitteilungen aus dem Publikum. Welche Vorzüge hat ein rein natürliches Mine. ralwaffer? Rein natürliche Mineralwässer werden im unveränderten Naturzustande hygienisch einwandfrei gefüllt. Schon deshalb liegt es im Interesse des Konjumenten, sich zu überzeugen, daß auf der Etikette „ Die Baugenoffenschaft für Bank und Spar- der Mineralwasserflasche niemals die Bezeichnung Kaffenbeamte, Brag VII, 9. G. 1390, häit Mon- rein natürlich" fehlt, welche nach den gesetzlichen tag, den 27. Juni, um 20 Uhr, im großen Saale des Bestimmungen nur den wirklich rein natürlichen Mis Handwerkervereines, Prag II., Smečky 22, ihre neralwässern zukommt.- Vielfach wird dies vom XXVIII, ordentliche Vollversammlung ab." 4881 Stonsumenten zu ſeinem eigenen Schaden nicht genügend beachtet. Die Vorzüge der rein natürlichen Mineralwässer bestehen außer in der ärztlich ſett Jahrhunderten anerkannten Heilwirkung noch darin, daß die rein natürliche Kohlensäure innig an die mineralischen Bestandteile gebunden ist. Im Gegens satz zur fünstlichen Kohlensäure wird die rein natürTiche Kohlensäure nur langsam frei und verursacht daher weder Blähungen im Magen und Darm noch Herzbeschwerden. Jeder wird daher einem rein natürlichen Mineralwasser den Vorzug geben, besonders Rodisforter Sauerbrunn so billig ist. Rodisforter dann, wenn der Preis desselben wie z. B. beim auch Rodisforter ,, Kristallquell" genannt, wird im Sauerbrunn, wegen seines fristallklaren Aussehens unveränderten Naturzustande gefüllt, ist wohlschmeckend und bekömmlich und reich an eigener, rein natürlicher Kohlensäure. Der Rodisforter Kris stallquell wurde bereits im Jahre 1859 als Heilquelle lichen Mineralwassers, ist sehr billig und für seine erklärt, besitzt daher alle Vorzüge eines rein natürQualität bürgt der Name Heinrich Mattoni A. G. 4710 MOOR-, KOHLENSÄURE-, FICHTENNADELBÄDER PROSPEKTE DURCH KURVERWALTUNG KONZERTE TENNISPLÄTZE KEGELBAHN gerade diensttuenden Beamten neu besetzt und ift so bis auf unsere Tage erhalten geblieben. Als Napoleon mit dem Gedanken einer Truppenlandung in England umging, mochte er immer hin noch einen gewissen Sinn gehabt haben. Weniger verständlich ist es jedoch, daß auch während der englisch- französischen Waffenbrüderschaft des seinen aufreibenden Dienst in unerschütterlicher Weltkrieges der Flottenwächter von Winchelsea Würde weiter bersah und daß er auch heute, ws sich beide Mächte wiederum zu engstem Zusam mengehen entschlossen haben, niemand daran zu denken scheint, die dreimalige tägliche Ausschau nach der französischen Flotte für überflüssig zu Wald- Sanatorium erklären. 600 Jahre Flottenwache Der Flottensucher Dieses Amt besteht heute gerade sechshun= von Winchelsea dert Jahre. Es datiert nämlich seit dem Jahre 1338, in der der hundertjährige Krieg zwischen MTV London. Jeder Staat versucht heute. England und Frankreich ausbrach. König Eduard jich vor den Gefahren fünftiger Kriege zu schüßen. III. von England, Sohn einer Tochter Philipps Luftabwehr, militärische Jugendausbildung und des Schönen von Frankreich, versuchte damals, ähnliche Einrichtungen werden bis zur höchsten den Balois die französische Krone streitig zu Vollkommenheit fultiviert. Der Mann, der täglich dreimal am Strande von Winchelsea in der Graf machen. Die Folge davon war ein Krieg, der schaft Susser auftragsgemäß den Horizont mit mehr als hundert Jahre dauerte, der Jungfrau cinem mittelalterlichen Fernrohr nach der fran- von Orleans zu ewigem Ruhm verhalf und erst zösischen Flotte absucht, gehört jedoch nicht in den lange nach ihrem Tode sein Ende fand. Bereich der Landesverteidigung, sondern einer Das Waffenglück in diesem Feldzuge war wohl einzig dastehenden welthistorischen Groteste. großen Schwankungen unterworfen, und mehr als Ein alter Mann namens John Barden einmal schien es, als ob die angegriffenen Fran zosen den Spieß umdrehen und die Engländer auf John Barden in Winchelsea ist heute 72 Jahre ihren eigenen Inseln angreifen würden. alt, aber er steht immer noch im englischen StaatsUm dies zu verhindern, richtete König dienst. Vor zwei Jahren hat er das Jubiläum Eduard III. an der gesamten englischen Stüſte in seiner 50jährigen Beamtentätigkeit gefeiert. Diese furzer Entfernung voneinander ständige Wachts Feier war aber weitaus bedeutungsvoller als an- posten ein, die zu genau festgesetzten Tageszeiten dere ähnlicher Art, denn John Barden ist nicht das Meer abzusuchen hatten, um das eventuelle John Barden ist föniglich- großbritannischer nur in den Vereinigten Königreichen Großbritan- Nahen französischer Kriegsschiffe zu sichten und Staatsbeamter und bezieht in dieser Eigenschaft nien und Nordirland, sondern in der ganzen Welt dann sofort Alarm zu schlagen. Das war damals ein Jahresgehalt von 1 Pfund Sterling der einzige Vertreter seines„ Dienstzweiges". leichter verfügt als durchgeführt, denn Fernrohre 2 Schilling 6 Pence, die ihm pünktlich in monat Sein Dienst sieht recht merkwürdig aus, und gab es noch nicht. Das Fernrohr wurde zweiein- lichen Zahlungen aus dem Etat des War Office diejenigen, die ihn dabei beobachten, könnten leicht halb Jahrhunderte später von Kepler und Galilei überwiesen werden. auf die Idee kommen, der alte Mann leide an konstruiert. einem eigenartigen Spleen. Einer dieser Wachtposten befand sich nun auch John Barden spaziert nämlich täglich drei- am Strande von Winchelsea in der Grafschaft malum 8 Uhr früh, 12 Uhr mittags und Suffer. 6 Uhr nachmittags in Gehrock, Zylinder und mit einem altertümlichen Regenschirm bewaffnet, an den Strand von Winchelsea, besteigt einen urEinfach vergessen! Gehalt wie vor 600 Jahren! Das Allermerkwürdigste an der ganzen Sache Dr. Schweinburg, Zuckmantel Schlesien ist aber, daß auch das Gehalt dieses einzigartigen Erstklassige, physikalisch- diätetische Heilanstalt Beamten und die Hilfsmittel, mit denen er seinen für innere, Nerven- u. Stoffwechsel- Krankheiten Dienst" versieht, im Laufe dieser 600 Jahre Mäßige Pauschalkuren unverändert geblieben sind. 1 Bfund Sterling Lausch- und 4646 Kostplätze Auch das Fernrohr, mit dem er die See beobachtet, ist das gleiche, das schon für seinen Vor- für Ferien und Schuljahr in guten tschechischen gänger Anfang des XVII. Jahrhunderts ange- Familien und Pensionate vermittelt Jugenddienst, schafft wurde. Er darf laut Dienstvorschriften lein Prag II, Voršilská 2. anderes benußen, und auch die Art, auf die er dies vorsintflutliche Telestop in seiner dienstfreien Als dann die Feindseligkeiten zwischen Eng- Zeit aufzubewahren hat, ist ihn in seinem Regles Derlanget überall ein vorsintflutliches Fernrohr hervor und späht Wachtposten wieder eingezogen. Durch das büro- Eine derartige militärische Groteske ist wirkdann eine Viertelstunde lang auf die See hinaus, fratische Versehen irgend einer Kanzlei wurde der lich nur im erzkonservativen England möglich. Wie um in Erfüllung seiner Dienstpflichten nach Posten von Winchelsea dabei aber übersehen. Er lange sie noch weiterleben wird, weiß niemand. der französischen Flotte Ausschau zu halten. bestand also weiter, wurde nach dem Ableben des Edward Wetter. alten, halbverfallenen Ausguck, zieht umständlich land und Frankreich ihr Ende fanden, wurden die ment genau vorgeschrieben. 4679 Dolkszünder! Bezugsbedingungen: Bei Ruftellung ins Saus oder bei Bezua durch die Bost monatlich Kč 17. bierteljährig Kč 51.- halbjährig Kč 102. ganzjährig Kč 204.-- Inserate werden laut Tarif billigit berechnet. Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telegrapherdirektion mit Erlak Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Braba 25. Druderei:..Orbis". Drud. Verlags- u. 8eitungs- A.- G. Braa