30 USTAV IN KSC Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Rebattion u. Berwaltung: Brag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Achse will dauernden Einfluß in Spanien Freitag, 1. Juli 1938 Durchsichtige Hetze gegen die ČSR Aus dem Inhalt: Die deutsche Spionage in den USA Die Abschlußtagung des Pen- Klubs Fischern untersteht Frick Die Nazis können nicht rechnen Erfolgreiche Betriebsausschußwahl in Dianaberg Nr. 153 Die Wirtschaft als Friedensfaktor aus: Präsident Dr. Beneš über soziale und wirtschaftspolitische Fragen London: Sir Robert Hodgson, der Donners- Paris. In der letzten Zeit versuchten der Prag. Die Technische Hochschule in Brag| Gelöbnis bedeute für den Präsidenten der Repus tag aus Burgos in London eintraf, hatte im Laufe Tschechoslowakei nicht wohlgefinnte Stellen ver- hat auf Antrag des Professoren- Kollegiums der blik nicht die Annahme einer neuen Verpflich des Tages eine längere Besprechung mit dem Bar- fchiedene Ereignisse und unbestätigte Nachrichten Handels- Hochschule, die einen Bestandteil der tung, sondern lediglich die neuerliche Betonung Tamentsunterstaatssekretär in Foreign Office in Frankreich wiederum gegen die CSR zu be- Prager technischen Hochschule bildet, dem Präsi- der Grundsäße, daß die Wirtschaftsbeziehungen nühen. Außer entstellten Nachrichten über den denten der Republik Dr. Edvard Beneš die ein Bindeglied keineswegs ein Hindernis zwischen Butler, über deren Inhalt in Withe Hall Still Sokolkongres wurden Gerüchte über Unterredun- Würde eines Ehrendoktors der Handelswissen den Staaten und Völkern ſein ſollen. schweigen bewahrt wird. Man will dem Eindruce gen und eine bedrohliche Spannung in der tsche- schaften verliehen. Die Promotion erfolgte Don- Dr. Beneš führte in seiner Ansprache u. a. nicht vorgreifen, den Lord Halifax und voraus- choslowakischen Regierung und in der politischen nerstag, den 30. Juni. sichtlich auch Chamberlain aus den Unterredun- und breiteren Deffentlichkeit, über die absichtliche Durch ein glückliches Zusammentreffen der Die Rationalisierung gen gewinnen werden. Verzögerung der Verhandlungen über das Na- Umstände, sagte der Rektor, kann dem Prätionalitätenstatut u. ä. verbreitet. Nur ein kleiner fidenten die Ehrenwürde eines Doktors von akaIn der Spanienpolitik wurden Donnerstag Teil der franzöfifchen politischen Deffentlichkeit demischen Funktionären verliehen werden, nach monatelangen Verhandlugen die Beratungen und der Presse schenkte solchen Nachrichten Gehör alle drei der Rektor, der Dekan und der Proabgeschlossen, was die Vorausseßung für die prak- und an informierten Stellen der Regierung und motor vor einem Vierteljahrhundert Mit- nalisierung nach dem Kriege ist zwar bereits über tiſche Inangriffnahme des formellen Rückleitungs- der Politik hegt man im Gegenteil unverändert arbeiter des Präsidenten an der Handelsafadeplanes war. Die Dienstagiibung des Bolltomitees volles Vertrauen in die Tschechoslowakei, ihre mie waren." soll nunmehr die Anfrage an die Mächte und die Entwürfe der Arbeitsplanung für die beiden mit der Rückleitung zu betrauenden Kommissi onen beschließen. Wird, was zu erwarten ist, eine solche Entscheidung gefaßt, so kann die Verwirklichung der Pläne sofort beginnen, wenn die Antwort der spanischen Regierung und Francos borliegt, an deren Zustimmung kaum gezweifelt wird. Inzwischen ist man in London der Ansicht, daß die spanische Problematit etwas verspätet ist, wenngleich ehe die Antwort Francos und der Bericht Sir Robert Hodgsons, des britischen Agen ten in Burgos, nicht genau bekannt sind, nur ein provſorisches Urteil möglich erscheint, Regierung und ihre Bevölkerung. In Paris hegt man das volle Zutrauen, daß die Tschechoslowakei ihren Minderheiten breite demokratische Freiheiten gewähren wird, allerdings soweit sie mit der Un abhängigkeit und der Souveränität des Staates vereinbar find. | Promotor Professor Dr. Mac et nahin vom Präsidenten der Republit das akademische Gelöbnis entgegen und sagte, daß dieses Gelöbnis die Verpflichtung enthalte, alle Kräfte aufzus wenden, um eine friedliche Zusammenarbeit der Menſchheit zu verbreiten und zu feſtigen. Dieſe3 Sandys kennt Geheimplan Dle Tagung des Privilegienausschusses der Luftabwehr Die in London einlangenden Berichte wolLondon.( Reuter.) Im Unterhause teilte des parlamentarischen Untersuchungsausschusses len wiffen, daß das Ziel Italiens und Deutsch- der Ministerpräsident Chamberlain mit, daß der vorliegen wird, lehnt Ministerpräsident Chamlands die Gewinnung eines dauernden Einfluf Privilegienausschuß sämtliche Umstände des Fal- berlain jede Erklärung im Namen der Regieses in Spanien ist und daß diese beiden Staaten les des Abgeordneten Sandys in Betracht ge- rung ab. die Aufteilung des Landes in wirtschaftliche In- zogen hat und zu der Ansicht gekommen ist, daß tereffensphären vereinbart haben. Der biploma- tatsächlich ein Fall eingetreten ist, wo die Privi- Minister Hore Belisha erklärt, daß das Dutische Mitarbeiter des„ Daily Herald" greift Tegien des Parlamentes verlegt wurden. Der Tument, das der Abg. Sandys befist, ein im heute die britische Regierung scharf an und be- Ausschuß empfiehlt jedoch nicht, daß jeßt Maß- April ausgearbeiteter Spezialplan der Verteidischuldigt fie, nichts getan zu haben, die Blockade- nahmen getroffen werden. Chamberlain ſchlägt gung ist. Dieses Dokument beinhaltete Angaben versuche an den spanischen Küften unwirksam zu vor, daß ein parlamentarischer Untersuchungs- über die genauen Dispositionen hinsichtlich der ausschuß eingesetzt werde, der die Erklärung des Geschütze, ihrer genauen Zahl und darüber, woAbg. Sandhs ihrem Wesen nach und die Schritte her diese Geschütze beschafft werden sollen. Es der zuständigen Minister behandeln und sich auch handelt sich um ein höchst geheimes Dokument. mit dem Gesetz über das Amtsgeheimnis und Die Frage, die der Abg. Sandys aufwarf, ließ dessen Anwendung im Falle von Barlamentsmit- darauf schließen, daß ihm nicht nur der GeheimBarcelona.( Ag. Efp.) Nachdem am Diensgliedern bei Ausübung ihrer parlamentarischen plan, sondern auch die später darin vorgenom fag die Republikaner in fühnem Sturmangriff die Funktionen befassen würde. Ehe nicht der Bericht menen Aenderungen bekannt sind. machen. Fortschritte der Republikaner bel Teruel Muela( den Bahn) von Carrion, eine Bergspike, von der aus diese Stadt hätte ernstlich bedroht werden können, erobert hatten, lag der Weg offen für eine weitere Offensive südlich der Straße Teruel Sagunto in nordwestlicher Richtung. Im | Nichts" ist in Oesterreich Tagung des Ministerrates geschehen! Prag. Der Ministerrat hielt seine reguläre Sigung am Donnerstag, den 30. Juni 1938, abends, ab. Der Vorsitzende der Regierung erstattete Bericht über die Verhandlungen des Minifterkomitees für politische Fragen und der Stellvertreter des Vorsitzenden der Regierung berichtete über die Verhandlungen des Ministerfomitees für wirtschaftliche Fragen. Sodann wurden folacnde Beschlüsse gefaßt: Von den Vorlagen für die Nationalversammlung wurde der Entwurf der Novellierung des Gesetzes über die Anforderung von Verkehrsmitteln für militärische Zwede genehmigt. Laufe dieser Kämpfe find die Rebellen von den Höhen 1196, 1181 und 1153 verjagt worden. Herr Gauleiter Burde I empfing in Wien Damit ist durch die Initiative der Regierungs die Auslandsjournalisten, um ihnen zu erzählen, truppen der Plan der Rebellen zunichtegemacht daß es in Wien leinerlei Ursache zu Beschwerden worden, vom Süden her den Bogen von Mora de gebe. Es sei nicht wahr, daß die alten Stämpfer" Rubielo zu forcieren. unzufrieden sind, vielmehr sei wahr, daß alle schön zusammenarbeiten. Die Judenfrage bereite Schwierigkeiten wegen der jahrelangen Berjudung Wiens. Aber es habe troßdem teine nennenswer ten Ausschreitungen gegeben. In Desterreich gebe es nur 3780 politische Häftlinge, von denen die Hälfte Juden feien, aber diese seien nicht wegen ihrer Abstammung, sondern politischer und Trimineller Bergehen wegen eingesperrt worden. Etwa 150 Juden seien nach Dachau gebracht worben. Schuschnigg gehe es gut, er werde anständig behandelt. Von der Frau, mit der er beisammenlebte, mußte er getrennt werden, weil der fromSchließlich wurden die auf der Tagesordme Herr Bürdet ein Konkubinat nicht dulden nung stehenden laufenden Verwaltungs-, Wirtfönne... Schufchnigg fönne nicht freigelassenschafts- und Personalangelegenheiten erledigt. Badegäste mit Maschinengewehren werben, weil Gerechtigkeit geübt werden müſſe; unter Schuschnigg seien dreizehn Männer gesetzbeschossen Das vom Gegner erstrebte Biel Sarrion, um von dort aus die Hauptstraße nach Mora de Rubielos zu befeßen, ist nun gescheitert. Die Nes bellen, denen es vorübergehend gelungen war, vom Süden und Südwesten her bis in die Nähe der Hauptstraße voraustoßen, find im Gegenan griff weit zurückgeworfen. Etwa fünf Kilometer nordöstlich der Einmündung des Villahermosa fluffes in den Mijares und nördlich davon bei Fanzara find heftige Rämpfe im Gange. Aber alle Uebergänge über den Fluß in diesem Abschnitt sind in unbestrittenem Besitz der Regie rungstruppen. liegen in Trümmern. Bisher wurden 44 Lote Bewilligt wurden die weiteren Mittel zur Fortsetzung der staatlichen Ernährungsaktion für Arbeitslose und Kurzarbeiter, der staatlichen Milchaktion für die Kinder arbeitsloser Familienerhalter und für die Brotzuteilung an Arbeitslose. Ich will vor allem auf das technische und wirt schaftliche Problem der Nationalregierung und die feit hinweisen. Die große Hauptquelle der Ratiodamit zusammenhängende Frage der Arbeitslosig uns hinweggegangen, aber trotzdem wurden ihre Auswirkunen im Produktionsprozeß sozusagen noch nicht ganz verdaut und andererseits wird der Ra tionalisierungsprozeß auf mehreren Gebieten, wenn auch im verringerten Maßstabe. fortgesezt. Wie als Ausdrud der technischen Entwicklung und des sie wissen, läßt sich der Rationalisierungsprozeß Fortschrittes nicht zum Stillstand bringen. Dies schichte der Menschheit der Fall. Die wirtschaftlichen und sozialen Krisen, die daraus notwendigerweise entstehen, zeigen nur, daß die Produktionstechnik schneller fortschreitet als die Steigerung der Mög lichkeit des Weltkonsums und als die Eingliederun der durch die Rationalisierung beschäftigungslos gewordenen Arbeitsfräfte in einen neuen normalen Prozeß. Auf diese Weise entstehen für uns Politiker und für die Fachleute auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet von neuem große faziale. wirtschaftliche und finanzpolitische Probleme, die eng mit der Frage zufammenhängen: Wie kann auf der einen Seite inftematisch zielbewußte und in wirtwar bei jedem technischen Nortschritt in der Ge schaftlich gesunder Weise der Standard der Volfsschichten gehoben und damit der allgemeine Konfum und neue Arbeitsmöglichkeiten gesteigert werden. und wie fann auf der anderen Seite diese schwierige aefunder Staatsfinanzen und aesunder ProdukSozial- und Produktionspolitik bei der Erhaltuna tionsbedingungen besonders in einem Staate be trieben werden, der sich bisher die individualistische und demokratische Bajis seiner Verfauna, seiner sozialen Struktur und seines Wirtschaftssystems bewahrt hat? Kollektiv- und Einzelrecht Es handelt sich bei uns darum, daß unsere Staatsfunit sowohl vom Standpunkt der Wethode als auch vom fachlichen Standpunkt iene Synthese zwischen dem Recht des einzelnen und dem Recht des Kollektivums zu finden versteht. Ihr Theoretifer und Fachleute habt es schwer, Euch über diese Shinthese zu einigen und uns in Eueren Doktrinen die Wege in die Zukunft zu zeigen und für uns Politifer ist es direkt schrecklich, uns in der Praxis aus dem heutigen Chaos der Bedürfnisse, Anschauungen und Leidenschaften des Tages zu zweckmäßigen, richtigen und politiſch tranfähigen Wirtſchafts- und Finanzmaßnahmen herauszuarbeiten. Ich glaube, daß in diesem Chaos und Kampfe gegenfäblicher Doktrinen und praktischer politischwirtschaftlicher Regime des heutigen Tages unser demokratisches Regime, das die evolutionären Bes dürfnisse unserer Gesellschaft aut begreift, und alles was die Zeit verlanat, rechtzeitia auf evolutionä rem und unblutigem Wege durchzuführen weiß, stets genug Mut befißen wird, die nottvendigen Entschetbungen zu treffen und daß es daher richtig, gut und für uns das beste Regime ist. Die Ueberwindung der Wirtschaftskrise Es taucht die Frage auf, ob die heutigen internationalen Schwierigkeiten nicht doch durch irgend eine neue wirtschaftliche Zusammenarbeit überwun den werden könnten. Nicht gerne möchte ich bor Ihnen in dieser Form die schwere und unlösbare Frage stellen, ob wir die beutigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Welt durch eine Lösung der vos litischen Probleme beseitigen oder ob wir die heutige politische Weltkrise durch die Regelung der wirtschaftlichen Brobleme beheben sollen. Wie aefant. man kann diese beiden Domänen nicht trennen und es ist nottvendig. parallel auf beiden Wegen forts auschreiten. Prag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. widrig gehängt worden. Bürdel würde es für rich- Milan Hodža sekte Donnerstag die BesprechunBarcelona.( Ag. Esp.) Zehn italienische tig halten. Schuschnigg den Prozeß zu machen.gen mit den Bertretern der Deutschen sozialbebreimotorige Flugzeuge haben am Donnerstag, Mit der Kirche tomme man allmählich zu einem mokratischen Arbeiterpartei, dem Parteivorfihennach dem sie von Barcelona abgewiesen wurden, guten Einbernehmen, das vielleicht vorbildlich für den Abgeordneten W. Jaksch und dem Abgeorddie kleine Stadt Badalona in verbrecheris das Reich werden könne... neten S. Taub, fort. Für uns ailt jedoch hier das eine: Wir sind uns Beran fand Donnerstag im Abgeordnetenhause bewußt. daß wir sozusagen im Mittelpunkt dieses eine Sihung der Borfitenden der Koalitionspar- aufactvühlten Gurobas mit ſeiner wirtſchaftlichen teien und der Vorsitzenden der Abgeordneten- und politischen Kriſe ſtehen. Wir werden dieses Rinund Senatorenklubs diefer Parteien statt. Der gen mur dann bestehen, wenn wir selbst auf politi Sigung wohnten auch der Präsident des Ab- chem. wirtschaftlichen und finanziellen Gebiet so geordnetenhauses und der des Senates bei. In der start als mur möglich fein werden. Dieses Start Sigung erstatteten der Finanzminister und Gou- fein bedeutet für uns gerade im heutigen Reitbunt. verneur der Nationalbank Bericht über die Wirt- Breis einig und feit beisammenzuhalten und ausalle unsere Schichten ohne Unterschied um jeden fchafts- und Finanzlage und beantworteten ver- auhalten, tomme was da wolle. Mit unseren innefchiedene Anfragen, ren Differenzen tönnen wir uns wieder befaffen bis scher Weise bombardiert. Ganze Straßenzüge Die Breffevertreter müſſen die Märchen, die tag. Unter dem Vorſiße des Abg. Rudolf und 55 Berwundete geborgen. Auf die fliehenden ihnen ein Nazi- Paſcha erzählt, ruhig anhören. Bewohner und auf die am Meeresstrand Baden- Bürdels Erzählungen ändern an der Weltmeiden schoffen die Flugzeuge, die tief heruntergin- nung, gar nichts, an dem Abscheu sivilifierter gen, aus Maſchinengewehren. Der Außenminister Menschen über die Behandlung der Menschen eines bel Baho und andere Regierungsfunktionäre sind durch Ueberfall eroberten Landes, wie fie felt, bem Schidial von Granollers entging, ba auch Jahrhunderten nicht mehr üblich war, feit den eine schwere Bombe unweit des sehr belebten Seiten nicht mehr, da man für immer die BarbaMartiplanes einschlug rei überwunben zu haben glaubte, Seite 2 es uns besser gehen wird. Ich glaube, daß fest ſtehen und aushalten werden. Ich bin mir sicher, daß wir bereits in fürzester Beit, schon in den näch ſten Tagen und Wochen, für uns Tschechoslowaken und auch für unsere übrigen Nationalitäten unsere Nationalitätenfragen in gerechter und verständiger Weise lösen werden, daß wir unsere Wirtschaft und unsere Finanzen gesund erhalten werden, daß wir unsere gesamte ſtaatliche Struktur durch eine rich tige Nationalitäten. Sozial- und Kultur- Politif festigen und daß wir aus der heutigen Krise gestärkt hervorgehen werden. Gerechte Nationalitätenpolitik Wir wollen diese Fragen loyal regeln in gutem Willen gegenüber unseren Nationalitäten, wir wollen dabei auf beiden Seiten ein wahrhaft faires Freitag, 1. Juli 1938 Abschluß der Pen- Tagung Die abgeblasene Aktion Stürmische Endsitzung Daß vor dem 21. Mai im großen Nachbar Tande eine Aktion" geplant war, und daß die loyalen Sudeto- Nazis diese Aktion erwarteten, Mr. 153 Spiel spielen und wir wollen im Interesse unseres Der in der Emigration lebende deutsche Die deutschen Spione eigenen Staates und auch der internationalen zu Schriftsteller D. M. Graf beantragte, die Zenfammenarbeit bis an die äußerste Grenze beffen trale solle allen ihren Mitgliedern Legitimationen Das amerikanische Bundesgericht hat die gehen, was die Bedürfniffe, b die politischen Berhält mit Photographien ausstellen, welche beim Ueber Namen der Personen veröffentlicht, die in die niffe, Bedingungen und Möglichkeiten unseres Staa- schreiten der Grenze und im Verkehr mit den Be- große Spionage- Affäre in Amerika verwidelt tes gestatten. Ich bin mir auch sicher, daß alle unfere hörden überhaupt als Identitätsnachweis dienen sind. Es wird ihnen zur Last gelegt, den Plan verantwortlichen politischen Parteien in vollem Ein- würden. Namentlich die Schriftsteller in der Emi- eines amerikanischen Militärflugzeuges, das zu vernehmen, in gegenseitiger Loyalität und in abfolu- gration bedürfen dringend einer solchen Legitima- den schnellsten der Welt gehört, im Auftrage ter Solidarität gemeinsam an diesem verantwor- tion. Der Antrag wurde angenommen, ebenso ein Deutschlands gestohlen zu haben und das Buch tungsvollen Werke mitarbeiten werden. Wir wollen Antrag, der Kongreß möge die führenden Dr über die Radio- und Telegraphen- Prozedur der aber im Staate auch die volle Loyalität aller, Ord. gane der Föderation damit betrauen, Erhebun- amerikanischen Armee und Luftwaffe, das einen nung und Ruhe, Respekt vor dem Geseke und die gen über das Schicksal zweier österreichischer Geheimkode enthält, entwendet und nach DeutschWahrung des Rechtes der individuellen Fretheit und Schriftsteller zu pflegen, die ins Konzentrations- land verkauft zu haben. Der Staatsanwalt der freien Ueberzeugung. Ich glaube auch immer lager gebracht wurden. Schließlich wurde noch Lamar Hardy hat erklärt, daß der Fall rücksichtsnoch daran, daß es möglich ist, den europäischen zur Unterſtüßung der" Thomas Mann- Gesell- los aufgeklärt werden muß, und die ,, New York Frieden zu retten. schaft" zur Verbreitung unabhängiger Literatur Times" schreiben, daß die Spionage- Organiſa= aufgefordert. tion in deutschem Auftrage gearbeitet, aber augleich auch mit der japanischen Spionage in Verbindung gestanden habe. Von den beschuldigten achtzehn Personen sind alle bis auf vier aus den Vereinigten Staaten geflohen. Der Hauptbeschuldigte ist Dr. Ignaz Griebl, ein früherer deutscher Leutnant, der sich nach dem Kriege als Wiediziner in Amerika niederließ, amerikanischer Staatsbürger wurde, aber jest von Deutschland, wohin er flüchtete, nicht ausgeliefert wird. Griebl war Führer der amerikanischen Nazi- Organi sation. Die anderen Beschuldigten sind: Kapitän leutnant Pfeiffer, Chef des deutschen Geheimdienstes, Gustav Günther Rumrich, ein Spionageagent, der geständig ist, Kapitänleutnant Udo von Bonin, ein Spionage- Offizier des deutschen Luftfahrtministeriums, Stapitänĭeutnant Hermann Menzel, gleichfalls vom deutschen Luftfahrtministerium, ein Hamburger Einwohner namens Ernst Müller, ein Hamburger namens Sanders und ein gewisser Schmidt, Frau Jeſſic Jordans, die kürzlich als deutsche Spionin in Edinburgh verhaftet und zu vier Jahren Zuchtder wichtigsten deutschen Geheimagenten in Amehaus verurteilt wurde, Wilhelm Lonkowski, einer rita, der im Jahre 1935 flüchtete, Karl Schlüter, ein Agent des deutschen Luftfahrtministeriums, ein gewisser Herbert Haenichen, der sich in Deutschland aufhält, Theodor Schüß, ebenfalls in auf dem Dampfer„ Europa" des Norddeutschen Deutschland, Johanna Hoffmann, eine Friseuse Lloyd, Otto Hermann Voß, ein Flugzeugmecha nifer, der in einer amerikanischen Flugzeugfabrik arbeitete und dort verhaftet wurde, Werner Gudenberg, ein Flugzeugzeichner, der Lonkowski beim Photographieren des geheimen Flugzeugtyps geholfen hat, und Erich Glaser, der den Geheimkode für 70 Dollar mit Numrichs Hilfe an Deutschland verkauft hat. leber die Beratung, die über Durchführung oder Unterlassung dieser ,, Aktion" zu entscheiden hatte, weiß die Basler„ National- Beitung" zu melden, daß die interessierten Regierungen ziemin Berchtesgaden unter Hitlers Vorsiz erhielten. Teilgenommen hätten an dieser Beratung Hitler, nerale Brauchitsch, und Keitel und drei hohe GeGöring, Ribbentrop, Neurath, Goebbels, die Generalstabsoffiziere. Auf die Frage, wie lange sie für eine völlige Durchführung des Unternehmens brauchten, antworteten Reitel und Brauchitsch: mindestens drei Wochen. Entschiedene Verurtellung des Antisemitismus Bei der Schluß- Sitzung des Prager Pen- Inüßt. Der holländische Schriftsteller E. Stothat sich nachgerade überall herumgesprochen, wenn Klub- Kongresses tam es zu stürmischen Debatten man präzisierte nunmehr die Einstellung der auch der Großteil der sudetendeutschen ZeitungsTeser davon nur durch die Flüsterpropaganda, und erregten Auseinandersezungen. Sie began Mehrheit der Anwesenden, indem er sagte: Wir nen mit dem Vorwurf der polnischen Delegation, sind Menschen des Geistes, der Antisemitismus keineswegs aber aus den Blättern etwas erfahdaß sich die Pen- Vereinigung zu sehr mit Fragen aber ist eine Sache des Instinkts. Während Roren hat. Auch Wesen und Art dieser geplanten der aktuellen Politik beschäftigt. Die Polen for- mains, stürmisch bejubelt, erklärte, daß es der Aktion" find allgemein bekannt, ebenso auch, daß sie abgesagt wurde, nachdem die Tschechoderten eine Verurteilung dieses Verhaltens. Ge- Antisemitismus war. der Einstein und Freud gegen den polnischen Resolutions- Entwurf nahmen zwungen habe, die angestammte Heimat au ver- flowvalei rechtzeitig militärische llebungen in den mehrere Mitglieder des Pen- Klubs Stellung. lassen. Grenzgebieten veranstaltet hatte. Insbesonders Piérard, der in seiner Rede die Es kam zu einer leidenschaftlichen Debatte, Tatsache betonte, daß Raoul Auernhei in deren Verlauf, neben den andern Rednern, mer, einstiger Führer der Wiener Pen- Slub- Crémie ur betonte, daß er bisher hundertproGruppe, verhaftet und nach Dachau verschickt zentiger Franzose gewesen sei; da aber die Raslich übereinstimmende Berichte über diese Tagung wurde, obwohl er ſeinem gesamten Wesen nach fenfrage zu einer wesentlichen Frage des Seins gemäßigt und liberal war; eine Tatsache, die oder des Nichtseins werde, müsse er sagen, daß er jeden seiner Kollegen innerhalb des Pen- Klubs Jude sei. Romains bemühte sich vergebens, zwingt, sich auch mit Fragen der aktuellen eine Verſtändigung herbeizuführen. Als auch sein Politik auseinander zu setzen. Hierauf erklärte Vorschlag, die Stellungnahme Wells auf gleiche der Vorsitzende der Ben- Klub- Föderation Jules Art wie die der polnischen Delegation vorläufig Romains in wahrhaft salomonischer Weise, daß zu erledigen, nicht durchdrang, und Wells zu die Vereinigung den Einwand der polnischen Ver- einer Nachgiebigkeit nicht zu bewegen war, wurde treter in ernsteste Erwägung ziehen, aber den ein- die Sigung auf einige Minuten unterbrochen, um gebrachten Resolutionsentwurf nicht zur Abſtim- dem Präsidium, das auf diesen Kampf nicht vor- und fragte Neurath und Ribbentrop, ob bei so Hitler bezeichnete diese Frist als unmöglich mung bringen wolle. Damit gaben die polnischen bereitet war, die Möglichkeit zu einem Kompro- Tanger Dauer nicht ein englisch- französisches Ein Vertreter sich zufrieden. mißvorschlag zu geben. Von den Versammelten durch lebhaften. greifen befürchtet werden müsse, worauf die beis Applaus begrüßt und durch Erheben von den Nach dem Wiederzusammentritt der Mitglie- ben die eingetroffenen französischen und engliSizen geehrt, erschien nun G. H. Wells am der wurde ein Resolutionsentwurf verlesen, der fchen Erklärungen vorlegten. Göring habe darauf Vortragspult. In einer kurzen Rede erklärte er, im Wortlaut besagt, daß sich die Pen- Klub- Ver- verwiesen, daß er schon seinerzeit beim Einmarsch daß er den Standpunkt der absolutesten Mei- einigung gegen den aggreffiven und verfolgenden in Desterreich für die Durchführung der jetzt genungs- und Wortfreiheit vertrete. Obwohl er Antisemitismus der letzten Jahre mit allem Nach planten Attion gewesen sei. Hitler habe die Konselbst gegen den Antisemitismus und den Nassis- druck wendet und ihre Mitglieder verpflichtet, ferenz abgebrochen und den Militärs eine Stunde mus sei, würde er es beklagen, wenn man z. B. gegen ihn, wo immer und in welcher Form er fich Beit gegeben zu neuerlicher Beratung und Festeinem gewissen französischen Schriftsteller, der in auch zeigen mag, Stellung zu nehmen. Der stellung der Höchstdauer der siegreichen Durch der antisemitischen Literatur eine sehr große Rolle Entwurf, der eine scharfe Abkehr von Wells be- führung einer eventuellen Aftion. Aber schon nach spielt, verbieten wollte, seine Meinung vollfom- deutet und auch das Wort„ Antisemitismus" ent- zwanzig Minuten erklärten die Generäle, im men frei zu äußern, Piérard meinte in sei- hält, für dessen Aufnahme Crémieur sich lebhaft Hinblick auf die Ausbildung des tschechoslowatiBaris. Unter den Mittwoch veröffentlichten ner Antwort, daß es sich bei der Formulierung einsetzte, wurde zuletzt einstimmig ange- schen Militärs, die tschechoslowakischen Befestigun- Verordnungen der Regierung Daladier befindet G. Wells wohl um ein Mißverständnis handeln nommen. gen und die vermutliche russische Flughilfe sei sich ein Dekret, das die Todesstrafe für Spionage dürfte. Selbstverständlich stimme jedes einzelne Das Plenum nahm auch zwei andere bemer- fein rascher Erfolg zu erwarten und drei Wochen in Frankreich einführt. Das Dekret verweist auf Pen- Klub- Mitglied mit Wells bezüglich der Ge- kenswerte Resolutionen an. In der einen wird seien das Minimum dafür benötigter Zeit. Dar- das Beispiel anderer Staaten und hebt das Anwähr der Wort- und Meinungsfreiheit überein, die Bombardierung offener auf wurde die Aftion von Hitler abgeblasen. wachsen der Spionageberbrechen in Frankreich doch müsse man ebensosehr gegen die Art gewisser Städte verurteilt und der betroffenen So ungefähr mag es wohl gewesen sein. hervor. Streise protestieren, welche angesehene Schriftstel- Bevölkerung die Sympathie zum Ausdrud ge- Aber: abgeblaffen muß nicht aufgehoben sein! Ier aus der Gemeinschaft ausstoßen, weil sie das bracht. Die zweite Reſolution enthält einen Ap- Jetzt erst recht wird dauernde höchste BachſamUnglück haben, einer andern Rasse anzugehören. pell an die Regierungen und die öffentliche Mei- feit notwendig sein, wobei auch die diplomatische Doch glaube er, daß dieses Mißverständnis zwi- nung der Welt, den Frieden überall dort wieder Arbeit Deutschlands bei unseren kleineren Nachschen Wells und den Mitgliedern des Pen- Klubs herzustellen, wo er gebrochen wurde, und ihm dort sich sehr rasch aufklären lassen werde. In seiner zu feftigen, wo er bedroht ist. Der spanische und Gegenrede betonte jedoch Wells seinen radikal- der chinesische Delegierte, die das Wort ergriffen, liberalen Standpunkt, den man behalten müsse, dankten herzlich für diese Kundgebungen der selbst auf die Gefahr hin, daß er dem Gegner Sympathien. Zwischen 8 „ Wieso nicht mehr modern? Du siehst doch in der ganzen Welt..." Was geht mich die ganze Welt an, ich arbeite hier, und hier hat man mit der Barrikadenromantit aufgeräumt... Dir als abgebauter Mann und Kind Sozi pat bas natürlich nicht." Roman von Lili Körber „ Die Medea? Du? Ja, eigentlich ist es gar nicht so übel, ich glaube, du wirst eine ganz gute Medea." Sie warf ihm einen raschen Blick zu: Warum meinst du? Bin ich ein so unhar= monisches, unsympathisches Frauenzimmer?" Es sagte mühsam: Alma, du sprichst so su mir, als würdest du mich nicht schäßen." Sie blieb vor ihm stehen, zuckte die Achseln: „ Kannst du mir nicht sagen, was an dir besonders zu schäßen ist?" barn beobachtet werden muß. Die N.- 3." verweist in diesem Zusammenhang auf die Prophezeiung des französischen Blattes L'Ordre": ,, E3 ist nicht ausgeschlossen, daß Ungarn bald im Mittelpunkt der europäischen Interessen stehen wird." liebe nur dich, wenn du willst, schmeiße ich sie alle hinaus, sogar den Michael..." " Sogar den Michael", echote es dumpf im Doftor, er füßte ihre Brust und verstand nicht mehr recht, wer Michael war. Nur ihre schöne Ilangvolle Stimme spürte er wie einen elektrischen Strom, der ihn durchfuhr, sah ihre Augen, an ihn verloren, ihren Halbgeöffneten, bereiten Mund... Alma gab sich ihm hin, wie sie sich jedem Mann hingab, so, wie man sich einem wundertätigen Bilde nähert, von dem man Heil und Erlösung evivartet. Es war das Ringen mit einem Gott, dem sie das große Wunder der Liebe abtrogen wollte, das einzig gültige Wunder, das allen Sinn des Lebens bedeutet... sie öffnete sich wie im Gebet, voll Sehnsucht nach der hinüberheben sollte in eine Beglüdung, hinter Wärme, die er ihr gab, die sie in heftigen Wogen der es nichts mehr gab als Auflösung in einem füßen Tod... Er sah sie lange an, seine blauen Augen waren ganz dunkel, endlich sagte er leise: „ Du hast recht, es ist an mir nichts zu ⚫schäßen." „ Unharmonisch bist du, vielleicht ist es geschlug die Arme um ihn und versteckte das Gesicht Plötzlich brach sie vor ihm in die Knie, rade dein Reiz..." in seine Handflächen. Er fühlte ihre Tränen auf " Ach geh... ich bin gar nicht so unharmo nisch, nur weil du mich... Mizi, tommen Sie den Händen. her, laufen Sie hinunter, holen sie Suchen mit ,, Albert, Albert, verzeih' mir," schluchzte sie, Crême, Obsttarteletten, Orangen, Schinken und ich habe es nicht so gemeint. Du kannst ja nichts noch irgend ein Tier in Aspit. Aber rasch... dafür, du kannst ja nichts dafür,"- er wußte rasch wie der Wind. Sprechen sie mit niemandem eigentlich nicht, was sie meinte." Albert," weinte im Geschäft, ich muß bald gehen. Rasch. Rasch sie, fahren wir weg, fangen wir von vorne an, Rajch." fahren wir nach Italien, willst du, bitte, bitte, Dr. Geßler sagte: fahren wir weg." " Interessant, daß die Medea jetzt gegeben„ Und Medea?" wollte er fragen, aber es wird. Sie ist tatsächlich aktuell. Eine wirksame war unmöglich, diesem Ausbruch von Schmerz Propaganda gegen die Mischehe. Die fremde und Leidenschaft mit Logit entgegenzutreten. schwarze Frau, die wohl die Sinne aufpeitschen Und ganz insgeheim war es ihm so, als ob sie fann, aber über den Mann nur Unglück bringt auch jezt, troß aller Echtheit, doch irgendwie und schließlich dem blonden bodenständigen Mäd- ihre Medea probte. Aber ihr heißer Mund chen weichen muß, das es in seiner teuflischen und ihre Tränen auf seinen Händen machten ihn Bosheit verdirbt. Es iſt Wasser auf die Mühle schwach, er hob sie auf seine Anie, sie weinte gewisser Streise..." weiter, den Kopf dramatisch zurückgeworfen, den " Ach geh', überall siehst du deine alberne Körper an seine Brust gepreßt, die roten Schuhe Sie streckte sich in der Badewanne aus, bePolitif." „ Ich sehe sie dort, wo sie..." „ Aber geh'. Das ist langweilig auf die Dauer. mit dringender Inbrunst: Und auch nicht mehr modern." hatte sie in einem schwungvollen Bogen in eine Ede des Zimmers geschleudert, sie wiederholte Albert, ich liebe nur dich, glaube mir, ich Dann war es wieder nichts gewesen als das gewöhnliche Gesellschaftsspiel, eine sportliche Betätigung mit Risiko für den weiblichen Partner. Er suchte sein Zigarettenetui im abgelegten Rock und sie brauchte ihre ganze Willenstraft, um ihm nicht zu sagen, daß er eigentlich langweilig und es nicht dafür gestanden sei. Einmal hatte sie es ihm gesagt, damals, am Anfang, als sie noch die Hoffnung hegte, daß es anders würde... Ach was! Sie richtete sich mit einem Ruck auf, lief ins Badezimmer, stieß mit der steirischen Bofe zu sammen, die das Teetablett brachte... wenn man keine höheren Ansprüche stellte, so war es ganz nett... man fühlte sich wohl nachher... und das andere, die IX. Symphonie in der Liebe, die gab es vermutlich nur für Begnadete... trachtete ihre langen beweglichen Zehen, die Albert Geßler nie beachtet hatte, die schlanten Beine und die Rundung der Schenkel und sprach vor sich hin die Worte der Medea, die ihr in Todesstrafe für Spionage In Frankreich Amnestle in der Türkei Ankara. Das Parlament nahm Mittwoch das Gesetz über eine allgemeine politische Amnestie an und genehmigte der Regierung Vollmachten, nachdem der Ministerpräsident über die innere und äußere Politik eine Erklärung abge= geben hatte. letzter Zeit immer schwersterlich vertrauter geworden war: „ Laß uns die Götter bitten um ein einfach Herz, Gar leicht erträgt sich dann ein einfach Los..." Albert Geßler begleitete Alma ins Theater und schlenderte dann langsam die Straße zum Café Museum hinunter. Er dachte daran, wie seltsam eigentümlich es sei, daß er, der niemals ein Don Juan gewesen war, nun von einer Frau zur anderen ging und diese zweite, die Frente, näher und vertrauter empfand als Alma, die er soeben in seinen Armen gehalten hatte. Konnte er etwas dafür? Sie war jung und amüsant gewesen, schien unbeschwert, flog auf ihn... er wünschte sich nichts anderes, auch sie nicht, ranen das Bedürfnis bekamen nach Stabilisierung, nach es ihm, bis- ja bis sie beide älter wurden und einem gemeinsamen Leben, nach Kindern... Wenn Alma ihn brüstierte, wenn sie mit Michael und anderen flirtete, so war es nur, weil er ihr nicht das zu geben vermochte, wessen sie bedurfte. Er konnte es nicht, konnte sich bei ihr nicht gehen lassen, ihre Unberechenbarkeit schreckte ihn ab. Er hatte beständig das Gefühl, aus eisig talter Luft in tropische Hiße zu kommen. Er fühlte sich zu müde für diese ständigen Wechselbäder. Und freute sich im Frühjahr, als sie ein Sommerengagement auswärts betam. Aber dann, in Pörtschach, sehnte er sich nach ihr. Er fand nur sehr schiver Anschluß. Er war jetzt nicht imstande, um Frauen zu werben oder auch nur auf ihre Werbungen einzugehen. Er war am Ende seiner Kraft. Er konnte nichts mehr hergeben und auch nichts mehr nehmen. Hinter ihm lagen vier Fünftel seines Le= bens, drei davon hatte er in einer Welt verlebt, die zusammengebrochen war. Heute ging er den alten Trott, wie ein müdes Pferd. Svital, Privatpatientinnen. Fortseßung folgt.)] Nr. 153 Freitag, 1. Juli 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Sorgen" um das sozialdemokratische Grundmandat Die Nazis können nicht rechnen Wir haben uns schon mit den sonderbaren| 169 Wahlgemeinden 23.091 Stimmen erhalten. Rechenkünsten der Zeit" auseinandergesetzt, die Da die Bezirke dieses Wahlkreises, wie sich jeder zweimal den Versuch unternommen hat, der deut- mann aus dem statistischen Gemeindelegiton jchen Sozialdemokratie die Senatsmandate weg überzeugen tann, über 600 Gemeinden zählen, zudividieren. Auf unseren Nachweis, daß sie sich ist wiederum nicht verständlich, warum die verrechnet haben, sind die Herren verstummt. deutsche Sozialdemokratie nicht auch hier das Indessen hat die Sache die befreundete ,, Sude- Grundmandat erhalten sollte. tendeutsche Tageszeitung", die ja eine alte Tra dition in der Sozialistenvernichtung hat, nicht schlafen lassen und gemäß der alten faschistischen Propagandaerfahrung, wonach eine Meldung um so glaubhafter ist, je mehr sie sich von feststellbaren Tatsachen entfernt, tischt sie uns nun die überraschende Mitteilung auf: ,, Sozi machen kein Grundmandat mehr, wenn es zu Parlamentswahlen käme." Wir wissen nicht, welche arteigene Mathematit eine vorsichtshalber nicht näher bezeichnete Prager Stelle" angewendet hat, um dieses Ergebnis herauszubekommen, für unsere Leser aber, denen die einfachen Rechenoperationen noch ver traut sind, stellen wir folgendes fest: Die deutsche Sozialdemokratie hat im Wahlkreis Böhmisch- Leipa allein am 12. Juni 21.457 Stimmen erhalten. Wenn sie also in einem Bruchteil der Gemeinden soviel Stimmen erhielt, wobei die Ergebnisse zweier Wahlsonntage gar nicht mitgerechnet sind, bei denen z. B. nur in Aussig über 3000 sozialdemokratische Stimmen abgegeben wurden, so ist nicht einzusehen, warum sie bei allgemeinen Wahlen, bei denen überdies gewisse Methoden des Wahlter rors nicht anwendbar sind, das Grundmandat in diesem Wahlkreis nicht ,, machen" sollte, wie die ,, Sudetendeutsche" so geschmackvoll sagt. Jm Wahlkreis Karlsbad hat die Sozialdemokratie bei den letzten Gemeindewahlen in Bürgermeisterwahl po zugedacht hatte. Um ihn seelisch zu zermürben, hat man ihm die Briefe seiner Familie nicht ausgehändigt, obwohl sie sich nur mit pecsönlichen Angelegenheiten befaßten. Der Untersuchungsrich ter im Landesgericht in Dresden weigerte sich, die Angaben Elsters über erfolgte Mißhandlungen ins Protokoll aufzunehmen und meinte, daß ein paar Ohrfeigen nichts schadeten und nicht der Rede wert seien. Die deutschen Behörden haben die Untersuchung, obwohl eigentlich gar nichts zu untersuchen war, ne un Monate Iang hingezogen und als das Oberlandesgericht in Dresden endlich am 14. Mai 1938 die Einstellung des Verfahrens beschloß, ging Elster immer noch nicht in die Freiheit. Erst am 23. Juni wurde er in Bodenbach den tschechoslowatischen Grenzbehörden übergeben. Seite 3 Der Staatsverteidigung- Fonds Bis zum 28. Juni( Dienstag) hat der Jubiläumsfond für die Staatsverteidigung Spen den in der Höhe von Kč 177,463.841.00 zu ver zeichnen. Im Laufe des Montags kamen also 14,739.000 kronen neu hinzu, die von 3841 Spendern gewidmet werden. Die Zahl der Spender hat damit 58.159 erreicht. Unter den bereits eingezahlten Beträgen wird im letzten Bulletin auch die Spende des Präsidenten der Republif, 100.000 Stronen, angeführt. Neuer Senator. Als Nachfolger des Senators der tschechischen Volkspartei Jan Rýpaz wurde B. Brož aus Mistek in den Senat berufen. gen diesen zwei Schüsse aus einem Revolver ab, die aber fehlgingen, worauf auch der Wachmann bon der Waffe Gebrauch machte und den Kasseneinbrecher durch einen Kopfschuß niederstreckte. Der Schuß hatte den sofortigen Tod des Kassen2. K. einbrechers zur Folge. Die Behauptung, daß nach den geltenden Wahlvorschriften alle Stimmen der Sozialdemokratie auf die anderen deutschen Parteien aufzuteilen wären und daher restlos der SdP zufielen, wäre aber sogar dann unrichtig, wenn die oben registrierten Ergebnisse vollständige Er- Nach der Einstellung des Verfahrens sagte gebnisse wären und die Sozialdemokratie, wenn ein Gestapo- Beamter zu Elster:„ Es ist schon gees zu Parlamentswahlen fäme, wirklich fein gen manche das Verfahren eingestellt und der BeGrundmandat mehr machen" sollte. Denn nach treffende freigesprochen worden, aber was dann derselben Wahlordnung werden die Stimmen tommt...!" Besonders bezeichnend für die sef Bittner aus Theresienstadt in den Anlagen einer Partei, die wenigstens in einem Wahlkreis Rechtsverhältnisse in Deutschland ist, daß Elster 20.000 Stimmen erhalten hat, im zweiten der in allen Stulturstaaten übliche EntschädigungsStrutinium berücksichtigt. Das ist aber, selbst bei anspruch für unschuldig erlittene Untersuchungsbloßen Teilwahlen, in zwei Kreisen der Fall ge- haft aberkannt wurde. Man geht wohl in der wesen. Es wird sich also bei den Parlaments Annahme nicht fehl, daß die Gestapo den un wahlen keineswegs die hundertprozentige Stim- schuldig Verfolgten nach der Einstellung des Vermeneinheit des Sudetendeutschtums für die SdP" fahrens deshalb nicht sofort freigelassen hat, weil herausstellen, wie die Sudetendeutsche" träumt, er sonst die Möglichkeit gehabt hätte, gegen dieganz abgesehen davon, daß sie in ihrer Groß- sen unerhörten Beschluß Rechtsmittel zu ergrei zügigteit Stimmen und Mandate zu verwechseln fen, die ihm in seinem Heimatstaat zur Verfügungen erlegen. Als Ursache der Tat werden beliebt. Der wahlgeometrische Rechenschieber", den die Sudetendeutsche Tageszeitung" dem Parteivorsitzenden 3 a tsch andichtet, befindet sich also in ihrem eigenen Besiz. Unsere parlamentarische Vertretung ist aber selbst für den Fall gesichert, daß das Sudetendeutschtum weiter in einem geistigen Zustand verbleibt, in dem ein so großer Teil des Volkes Stimmen von Mandaten, Teil resultaten von Gesamtresultaten und Freiheit von Totalität nicht zu unterscheiden versteht. 287.000 Kč, hauptsächlich in Form von Lebensmittelscheinen zur Verteilung. Die Arme nin Teplitz- Schönau fürforge acigt von Jahr zu Jahr eine SteiAm Donnerstag wurden in Teplitz- Schönau aerung( 1984: 577.000 Kč, 1937: 889.000 Kč). die neuen Bürgermeister und Stadträte gewählt. Für Investitionen in den Schulen wurden aufgeBürgermeister wurde der Oberlehrer Franz 1936: 207.000 Kč, 1987: 755.000 Kč. wendet 1934: 149.000 Kč, 1935: 189.000 Kč, Czermat, erster Stellvertreter Dr, Leo Pia- Der gleichgeschaltete„ Teplitz Schönauer čovský. Wie schon die Namen, beweisen, ge= hören beide der SdP an. Zum zweiten Stellver- Anzeiger" bemerkt hiezu, daß nunmehr ein treter wurde der deutsche Sozialdemokrat Josef neuer Geiſt" in die Teplißer Gemeindeſtube Lent gewählt. Für die Wahl des zweiten Stell- einziehen werde! vertreters hatten gekoppelt: die deutschen Sozialdemokraten, die Kommunisten, die tschechische Wahlgruppe und die Jüdische Partei. Sie werden Ordnung machen! Fischern untersteht Frick! In Fischern wurden am Donnerstag die Bürgermeister und die Stadträte gewählt. BeDer bisherige sozialdemokratische Bürger- zeichnend war, daß der SdP- Ortsleiter und meister Rusiy empfing am Tage vor der Kon- Listenführer afelbauer fehlte, ebenso zwei ſtituierung der neuen Stadtvertretung noch ein- weitere SdP- Stadtvertreter. Das läßt auf die in mal die Vertreter der Ortspresse und gab eine der SdP noch immer tobenden Kämpfe schließen. Uebersicht über die geleistete Arbeit. U. a. erflärte er: Feber 1934: 4.9 Mill. Kč schwebende Schuld. hunderte unbezahlte Rechnungen im Rentamte, rüdständige Schuldzinsen und Annuitäten, 1.6 Mil lionen Kč Defizit im Voranschlag. gung gestanden hätten. Wohnung nach Neudet gekommen, die er vor zehn Vor einigen Tagen ist Elster wieder in seine Monaten auf einen Tag, wie er glaubte verlassen hatte. Er fand seine Frau frant und fiech vor, während seine Kinder in alle Richtungen zerstreut sind. Vater von acht Kindern tödlich verunglückt Mordversuch aus Eifersucht und Selbstmord im Leitmeriter Stadtpark. Mittwoch in den frü hen Morgenstunden schoß der Fleischergehilfe Jodes Leitmerizer Stadtpartes gegen seine Geliebte, die Verkäuferin B. Hynek aus Leitmeriß mit einem Revolver. Er gab erst gegen das Mädchen, das nur leicht verletzt wurde, einen Schuß ab und richtete dann, als das Mädchen zu Boden gefallen war, die Waffe gegen sich. Beide Personen wurden blutend von der Polizei aufgefunden und ihre Ueberführung in das Allgem. Krankenhaus in Leitmeriz veranlaßt. Bittner ist den Verlet3wistigkeiten aus Eifersucht vermutet. Das Mäd chen, deren Verlegungen nicht lebensgefährlich sind, konnte hierüber noch nicht gehört werden. Das Leben endet im Polizeiarrest. Im Leitmerizer Polizeiarrest erhängte sich mit ſeinem Leibriemen der 62jährige invalide Wagnergehilfe Josef Bittner aus Czalojizz bei Leitmeriz. Bittner war seit Jahren arbeitslos; das wenige Geld, das er durch Musikmachen erwarb, setzte er in Branntwein um. Am 23. März war Bittner wegen öffentlicher Gewalttätigkeit und gefährlicher Am 29. Juni ereignete sich auf der Bezirks- Drohung verhaftet worden. Er wurde wegen diestraße von Magdorf nach Schneeberg u. ziv. im ses Verbrechens am 15. Juni in Leitmeritz un Revier Christiansburg ein furchtbarer Unfall. ter Anrechnung der Untersuchungshaft zu einem dessen Opfer ein 53jähriger Arbeiter aus Eulau. Monat schweren Sterkers verurteilt und infolge namens Hugo Lohre, Vater von acht Kindern Strafverbüßung aus der Haft entlassen. Am 25. wurde. Auf der Straße werden gegenwärtig Aus- Suni abends wurde Bittner von der Leitmerißer besserungsarbeiten vorgenommen. Lohre half dem Staatspolizei in der Elbschloßstraße im volltrunBezirksstraßenwärter Frisch aus Mardorf einen fenen Zustande aufgelesen und ins Polizeiarrest Handwagen von rückwärts ſchieben. Auf das gebracht, damit er dort vorerst einmal feinen Warnungssignal eines Motorradfahrers lenkte Rausch ausschlafe, sodann sollte mit ihm das ProFrisch den Wagen nach links, während Lohre an- tokoll aufgenommen werden. Bei der letzten Bijite scheinend das Signal überhörte und sich erst beim der Arreste um 11 Uhr nachts fand ihn die Wache 3iveiten Signal gegen die Straßenmitte umdrehte, bereits leblos vor. 2. S. wobei er von dem Motorrade erfaßt und zu Boden geschleudert wurde. Der Lenker des Motorrades und sein Mitfahrer tamen ebenfalls zum Sturze, ohne sich jedoch ernstlich zu verlegen, ebenso wurde das Rad nur leicht beschädigt. Lohre hatte schwere Verletzungen erlitten und sollte in das Tetschner Krantenhaus übergeführt werden. doch erlag er noch während des Transportes den Verlegungen. Erfolgreiche Betriebsausschußwahl Kein Sieg der SdP Zum Bürgermeister wurde mit 25 Stimmen ( die Sop hat 27 Stadtvertreter) der städtische Brunnenmeister Josef Heinrich gewählt. Zum ersten Stellvertreter der frühere nationalsoziali stische Stadtrat Franz Schüller und zum Aus Dianaberg wird uns berichtet: zweiten Stellvertreter der deutsche Sozialdemo- Am 26. Juni wurde in den Westböhmischen irat Karl Fled. Forstbetrieben der Betriebsausschuß gewählt. Die SdP war siegesgewiß, sie wollte bei diesen Wahlen die„ Roten" vernichten. Gnadenweise hatte sie der sozialdemokratischen Liste zwei Mandate zugestanden. Wie groß muß ihre Enttäuschung nehmen mußte, daß die Sozialdemokraten vier Es wurden u. a. gepflastert: die Eichwalder falls eine Erklärung ab, in der es von Angriffen und die Sdß nur drei Mandate erhielten. Straße, die Durer Straße, die Bahnhofzufahrtsstraße, die Hansastraße; viele fleinere Straßen, gegen die Regierung und den Staat wimmelte. insbesondere an der Peripherie der Stadt, erhielm Schlusse erklärte er, daß die SdP- Fraktion ten neue Straßendeden. Derzeit sind in Arbeit: in der Gemeinde nach der deutschen die Graupner Gaſſe, der Marktplatz und die Lange eich gemeindeordnung arbeiten Gaise. In den nächsten Tagen erfolgt die Aus- werde. wechslung des Pflasters in der Gartengasse, in der Forstgasse und in einem Teile der Dammstraße. Für den Herbst sind noch folgende Straßen vorgesehen: ein Teil der Eichwalder Straße, die Weststraße, Schulgasse, Drehscheibe. Steinbadgasse und Neubadallee. Die erforderlichen Beträge liegen aum Großteil bereit. Juli 1938: Die schwebende Schuld ist abgetragen, die Rechnungen werden laufend bezahlt, lei nerlei Rückstände an Zinsen und Annuitäten, der Als Fled im Namen der sozialdemokratischen Voranschlag ist ausgeglichen, etwa 1 Million Ke Graftion eine Erklärung abgab, wurde er von für Inveſtitionsarbeiten bereitgestellt. ansehnliche den Henleinleuten wiederholt unterbrochen, wo Senfung der Gemeindeschuld, bedeutende Vermeh bei sie riefen:„ Hinaus mit dem Burschen! Er rung des Gemeindevermögens durch Anfäufe und hat hier überhaupt nichts mehr zu suchen!" gewesen sein, als sie die Tatsache zur Kenntnis Investitionen. Der neugewählte Bürgermeister gab eben Er war in Deutschland gefangen Am 24. August 1937 besuchte der Arbeiter Anton Elst er aus Neudet im Grage birge Verwandte in Johann- Georgenstadt in „ Kriegsbrot" in Italien Wie dem Londoner ,, Daily Herald" aus Rom berichtet wird, hat Wussolini angeordnet, ange= strengte Versuche zur Verbesserung der Qualitär des italienischen Brotes zu unternehmen, das infolge der schlechten Ernte in letzter Zeit immer schlechter geworden ist. Mussolini hat die Anordnung erlassen, weil er vertrauliche Berichte über die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Qualität der beiden wichtigen Nahrungsmit tel, Brot und Spaghetti, erhalten hat. Für den 2. Juli hat Wussolini in den Palazzo Venezia eine Sigung einberufen, die unter seinem Vorjiz über eine verbesserte Methode der Brotherstellung, insbesondere über eine neue Mischung beraten soll, die das Brot und die Spaghetti schmackhafter machen soll. Zugleich sind die Syndikate in der Provinz angewiesen worden, noch vor dem 15. Juli öffentliche Versammlungen einzuberufen, in des nen das neue Weizen- Programm der Regierung dem Volke erklärt werden soll. Es soll darauf hinSdP als Feindin der deutschen Schule. Nach gewiesen werden, daß um der italienischen Autarder Auflassung der Rothauer Eisenwerte sind tie willen die Italiener bereit ſein müſſen, in viele deutsche Arbeiter nach Liskovec in Schlesien Jahren mit schlechter Weizen- Ernte schicchteres gekommen, mitten in das tschechische Gebiet. Den Brot zu essen. Außerdem sollen die Syndikate deutschen Sozialdemokraten in Liskovec gelang Ueberwachungskommissionen einsetzen, um die es, die Errichtung einer deutschen Min Weizenvermahlung und die Brotbäckerei zu beaufderheitsschule durchzusetzen und so sichtigen. ihre Kinder dem deutschen Volte zu erhalten. Die Listovecer Schule wird durch einen Elternausschuß betreut, der alljährlich ein Schulfeſt veranDie Rückkehr eines Italienischen Spitalschiffes Nom.( Insa.) Einem Brief aus Messina Ankunft eines italienischen Spitalschiffes: entnehmen wir folgende Schilderung über die ,, Am 5. Juni traf aus Malaga kommend Kanaliſierungen wurden vorgenommen: in der Sachsen, wo er am gleichen Tage- wahrschein staltet. Dieses Schulfest machten die Henleinleute Graupner Gasse, Sandgasse, Lange Gasse. Leit- lich auf Grund von Denunziationen aus hiesigen merizer Straße, Biliner Straße. Gottfried- Keller- Nazi- Streifen von der Gestapo ber unmöglich, mit der Begründung, daß bei dem im Zeichen der Boltsgemeinschaft!- heuer Straße. Eichwalder Straße. Neudörfler Flur u. a. haftet wurde. Die Familie konnte zunächst Fest Politik getrieben werde. Daraufhin sind die Erbauung von vier Volkswohnhäusern mit über den Verbleib ihres Ernährers nichts erfah- Sozialdemokraten aus dem Elternausschuß aus die Principessa Mafalda" mit Verwundeten, Bandelsatamis ngen, u gewerblichen Gortbil ren. Erſt auf die energische Intervention des tsche- getreten. Der gleichgeschaltete Lehrer an der 64 billigen Wohnungen. Aufbau und Ausbau der bungsschule( chem. Elektrotechnikum). innere Aus- choslowakischen Konsuls in Chemniß hin konnte Listovecer Schule sagte, die deutschen Kinder gestaltung der meisten anderen Schulgebäude( Be- festgestellt werden, wo sich Elster befindet. Als aus Listovec tönnten ja nach Frydek in die Teuchtungsanlage in der Realschule. Ofen- und Grund der Verhaftung wurde später eine Bestäti- Schule gehen, was wohl heißen soll, daß er die Kaminanlage in der Fachschule, umfangreiche gung für die illegale NPD konstruiert. Wie halt- deutsche Minderheitsschule in Listovec für überAdaptierungsarbeiten in der Volts- und Bürger- los diese Anschuldigung war, geht daraus hervor, flüssig hält. schule am Schulplatz usw. daß Elster endlich in den letzten Tagen frei= Noch einige Ziffern aus verschiedenen Ver gelassen werden mußte, ohne daß waltungsgebieten. Für die städtische Arbeitsman ihm hätte den Prozeß machen können, weil Iofen fürsorge wurden 3 Millionen Kč Blinden und Verstümmelten aus dem Krieg in Spanien hier ein. Um die Verstümmelten und Blinden der Bevölkerung zu entziehen, wurde be fohlen, die Ausschiffung dürfe erst um Mitternacht erfolgen. Nur die Angehörigen der Zurückgekehrten durften von weitem zusehen. Die Gemeindewachmann erschießt Raffeneinbre Frauen begannen zu weinen, als sie die Schwercher. In der Nacht zum Mittwoch gegen halb 1 1hr verwundeten auf Bahren heraustragen sahen, als überraschte in der Gemeindekanzlei in Brnian bei die Krüppel mühsam auf Strücken daherhumpelTheresienstadt der Wachmann Wenzel Travničel ten. Viele Frauen wurden ohnmächtig. 310 den unter dem Namen„ Kasseneinbrecherkönig" Schiververwundete wurden ins Militärspital in Dem ganzen Sachverhalt nach ist anzuneh bekannten Kassentnader Anton 3 a hradni Messina gebracht; die Erblindeten wurden nach beiten wurden als Notſtandsarbeiten im Sinne der men, daß man von Anfang an wußte, daß Elſter čet aus Melnit, als dieser eben versuchte, eine Bari weitertransportiert, die übrigen Verſtümproduttiven Arbeitslosenfürsorge durchgeführt( das nie etwas mit der KPD zu tun hatte, aber da er in der Kanzlei aufgestellte Panzerkasse zu öffnen. melten wurden in der Kaserne untergebracht. Bauamt allein weift 60,000 Arbeitstage aus). Die als Sozialdemokrat bekannt war. mußte er das Der überraschte Kasseneinbrecher wehrte sich gegen Den Angehörigen wurde bisher nicht gestattet, Bettelablöseattion brachte im Jahre 1937 fchon Martyrium auf sich nehmen, das ihm die Geitas die Festnahme durch den Wachmann und gab ge- die Verwundeten zu besuchen, aufgewendet; eg konnten weit über 1 Million einfache Mittagessen und mehr als 1½ Million Bortionen Brot( au je 20 Defagramm) ausgegeben werden. Die große Zahl der oben angeführten Artroß aller Bemühungen kein stichhältiges Anklagematerial zustande zu bringen war. Seite 4 Freitag, 1. Juli 1938 Nr. IW l > < I I i i r i t r t i i > l r i i i < i i 1 i 1 i ) > i i t 1 < 1 i i V f i und mit und sind Sie Elsenbahnunfall jugoslawischer Sokoln Donnerstag passierten mehrere Sonderzüge mit jugoslawischen Sokoln die Stadt Brünn. Die Gäste wurden nicht nur in den Stationen, sondern auch auf der gangen übrigen Strecke von der Bevölkerung begeistert begrübt. Leider ging die Fahrt eines dieser Züge nicht ohne«inen Unfall ab. Zwischen den Stationen Zideniee und Obkany kreuzte der Sonderzug etwa um 14 Uhr 30 mit einem Perfvnenzug, wobei sechs winkende jugoslawische Sokoln durch den Zug in der Gegenrichtung an den Ungern verletzt wurden. Sie wurden zurrst von dem die Exkursion begleitenden Arzt behandelt und in der Station Zwittau in daS Krankenhaus gebracht. Sie werden mit einem späteren Zug nach Prag kommen. Rckordrinnahmen während de- Sokolkon» gresseS. Die Prager Gaststätten und vor allem die Automatenbuffets weisen während des Sokol» Kongresses bisher noch nicht erreichte Rekordum» Ätze auf. In den zwei renommiertesten Prager Wirtshäusern wurden am 29. d. M. nicht weniger als zweitausenddreihundert Matz Bier ausgeschenkt. Die meisten Kaffeehaus» und Gaststät» tenbesitzer beschlossen, ihrem Personal während des Kongresses den doppelten Lohn auszuzahlen. Auch die Geschäfte, namentlich der Textilwaren» und Modehandel, erzielten hohe Umsätze.(DND) Präsident Roosevelt unterzeichnete Donnerstag einen FiinfjahreSplan, der umfangreiche Maßnahmen zur Flußregulierung und Verhinderung von Ueberschwemmungen im unteren Stromgebiet des Mississippi vorsieht. Mit dieser Unterzeichnung erhält die in der letzten Kongreßsitzung angenommene Borlage, durch die ein Gesamtbetrag von 38S,5 Millionen Dollar. zur Verfügung gestellt wird, Gesetzeskraft. Zwölf Bergarbeiter abgrstürzt. In einem Silberbergwerk in der Nähe von Kobe(Japan) stürzte infolge SeilbrucheS der Förderkorb ab, wobei zwölf Bergarbeiter ums Leben kamen. Banderbilt gestorben. Im Alter von 82 Jahren.starb F. W. Banderbilt, Direktor von zwei» undzwanzig nordamerikanischcn Eisenbahngesellschaften. Der Verstorbene war ein Enkel Cornelius Banderbilt, des bekannten amerikanischen Eisenbahnpioniers. I» Palästina kam eS Mittwoch lviederum zu Zwischenfällen. In Liberia wurde in einen Gaal, in dem eine jüdische Hochzeit gefeiert Wurde,, eine.Bombe geworfep. Sieben.Personen PrlesterprozeD In Oesterreich Der 49jährige Pfarrer Franz Krenn all» Wald-Neukirchen wurde Mitttooch vom Rieder Schöffensenat nach geheimer Verhandlung wegen des Verbrechens der Schändung und der Verführung zur Unzucht zu sechs Monaten schweren verschärften Kerkers verurteilt. Der Staatsanwalt meldete Berufung wegen zu geringer Strafe an. Ole BrUder QLHe hingerichtet Die Gebrüder Walter und Max Götze Donnerstag in Berlin hingerichtet worden, tvaren am 24. Juni vom Sondcrgericht in Berlin zum Tode verurteilt worden. Sie haben in der Zeit vom November 4984 bis zum Jänner 1988 zahlreiche Raubüberfälle auf Kraftwagen, Tankstellen und Stationskassen der Reichsbahn verübt. Dabei haben sie von den Schußwaffen rücksichtslos Gebrauch gemacht und mehrere Per» onen schwer verletzt. Walter Götze hat ferner einen Polizcibeamten und einen Arbeiter ermordet. Die Verurteilung war auf Grund eines Ge eher erfolgt, das tvährend des Prozesses rückwirkender Kraft erlassen worden war Todesstrafe für Autofallenräuber Vorsicht. 300.000 Häuser in Japan unter Wasser Die Hochwasserkatasttophe in Mittcljapan erweist sich immer mehr als eine Naturkatastrophe großen Umfanges. DaS Jnnenministeriuni gibt jetzt bekannt, daß diese 120 Todesopfer und mehrere hundert Verletzte gefordert hat. lieber 800.000 Häuser seien überflutet, 104 Brücken "eien fortgeschwemmt. In allen Teilen des Landes hätten sich 107 Erdrutsche ereignet. Vor allem sei die Stadt Tokio von der Naturkatastrophe schlver betroffen. Die Schäden gehen in die Hunderte Millionen Fen und sind die größten seit den letzten 60 Jahren. Dazu wurde in Tokio noch ein kurzer Erdstoß verspürt, der die Panik unter der Bevölkerung erhöht hat. Spanien den Spaniern 1 Madrid.(Hs.) General Casado, der frü» her Professor der Taktik an der Kriegsschule war und nun daS Oberkommando der republikani» scheu Armee an der Mittelfront innehat, empfing den HavaS-Korrespondenten, dem er er« klärte: Ich spreche heute abends im Rundfunk zum spanischen Volke und ich bemühe mich, alle Spanier zu überzeugen, daß eS unbedingt not» wendig ist, eine einheitliche nationale Front gegen die Beherrschung.Spaniens durch Ausländer zu schaffen. Wir kämpfen nicht gegen die Spanier, die heute unsere Feinde sind, die aber morgen unsere, Mitarbeiter bei dec Erneuerung Spanien- sein werden. Wir kämpfen nur gegen die Fremden^, die spanische- Gebiet beherrschen. Wir. wollen vorerst die Fremden au- Spanien vertreiben und. dann mit unseren StammeSbrü» Famlllentragödle bei Laun In Smolnice im Bezirk Laun kam er am Dienstag abends zwischen dem 68jährigen Kleinlandwirt Franz Bulandr und seinem 88jährigen Schon Johann zu einem Streit. Der Vater ging schließlich mit erhobener Faust auf den Sohn los, wogegen dieser ihn am Halse packte. Plötzlich brach der alte Bulandr in die Knie und wurde ohnmächtig. Der erschrockene Sohn legte den Be« wußtlosen auf ein Sofa und gab ihm einen kalten Umslag. Dann fuhr er, in der Meinung, daß der Vater sich"inzwischen erholen werde, mit der Mutter aus daS Feld hinaus. Als er gegen 10 Uhr abends zurückkehrte und der Baier noch im» mer kein Lebenszeichen von sich gab, schleppte er ihn, im Glauben, daß er tot sei, auf den Boden des Hauses und hängte ihn, um einen Selbstmord vorzutäuschen, in eine vorher»dort angebrachte Schlinge. Gestern früh erstattete er bei der Gen» darmerie die Meldung, daß er den Bater, der über die Nacht fortgeblieben sei, nach langem Suchen am Boden aufgehenkt gefunden habe. Er wurde daraufhin einem scharfen Kreuzverhör unterworfen, in dessen Verlauf er nach vielstündi« gern Leugnen die Mordtat eingestand und ihren Hergang in der beschriebenen Weise schilderte. Die am Tatort erschienen« Gerichtskommission stellte fest, daß der Tod de- alten Bulandr erst durch das Aufhängen eingetretcn sei.'— Johann Bulandr und seine 68jährige Mutter Mari«, die die Darstellung des Sohnes bestätigte, wurden verhaftet und dem Bezirksgericht in Louny eingeliefert. Das heutige Programm der deutschen Sendung Prag-Mel«»: 10r45—11.00 Schallvlatten. 12.15 Vortrag V- Hertberg: Die Kunst im täglichen Leben. 18.00 Lieder von Isidor Stögbauer nach Texten von H. Watzlik. 18.10 Vortrag Rud. Bert über Ilmschulmm von Arbeitslosen. 18.20 Sportberichte- 18.85 Arbeitersendung. Aktuelle zehn Minuten. 18.45 Vortrag E. R. Kollwib: Der Sternenhimmel im Juli- 19.00 Unterhaltungsmusik(Ges. Emma Carpcntier). 19.80 Am Fuße des Allvaters.e mähr.-schief. Bäder.) 20.00 Orchesterkonzert.(Dir. Dr. Karl Nowak.) 21.00 Drei Mädchen beten um einen Mann, Hörspiel aus dem Böhmerwald von Ernestine Tutzinger. 21.45 Lieder auS dem Erzgebirge von Anton Günther.(Ges. Dr. Herm. Ehm.) 22.00 Kammermusik mit Gesairg(Gesang Katharina Hoffmann.) 22.30—23.00 Tanzmusik. Brünn. 18.30—18.45: Magister Bert Schulz: VerwendungSwrmen der Arzneipflanzen. Luftsdiufcraum Im Bergesinnern In England werden gcgcMvärtig Versuche gemacht, um einen möglichst wirksamen Schutz gegen Luftangriffe zu erzielen. Dabei hat man gefunden, daß Schutzräume im Bergesinnern die größte Sicherheit bieten. Aus unserem Bild sicht man den Zugang zu einem derartigen Bcrsuchsluftschuhranm am Hang eines Berges bei dem Dorf Cuxton(Kent). lang Redakteur der zahmen und lahme:?„Neuen I dern am Aufbau des neuen Spanien zusanunen» Freien Presse" sein können! Aber er war ein an- s arbeiten. ständiger, gerecht denkender Mensch. Er war Feuilletonist und Erzähler, hat sich mit der Dra matisierung seines Romans„Gottlieb dient der Gerechtigkeit" auch als Bühnenautor mit Erfolg versucht. Sein letztes Werk war ein Buch über Wien, eine begeisterte Schilderung der Stadt, die er so sehr liebte und der dieser„Jude" inniger verbunden war als alle Nazi. wurden verletzt. Der an der Nordgrenze Palästinas errichtete Drahtverhau wurde an zahlrei» chen Stellen von Freischärlern zerstört. DaS Abkommen über den polnisch-litauischen Eisenbahnverkehr wurde beiderseitig ratifiziert. Die polnische Gesandtschaft in Kaunas hat gestern mit der Ausgabe von Paßvisa nach Polen begonnen. Todesopfer der Hitze. Die Hitzewelle hast in Budapest wieder drei Todesopfer gefordert. J.r den letzten Tagen mußten die Sanitätskolonnen in über 100 Fällen von Hitzschlag Hilfe leisten. Ein Zusammenstotz zwischen einem Auto und einem Motorradfahrer erfolgte Donnerstag, den 80. Juni, in der für derartige Unfälle recht günstigen Kreuzung Dresdner Straße—Lessingstraße in Bodenbach. Das Motorrad wurde hiebei stark beschädigt, mn Auto wurden die Scheinwerfergläser zertrümmert. Der Motorfahrer wurde leicht verletzt. Batermord. In der Ortschaft Smolnice be: Laun ereignete sich eine fürchterliche Mordtat,, al» deren Täter der 80jährige Jan Du land er und seine 68jährige Mutter verhaftet wurden, dies« unter dem Verdacht der Mitschuld. Nach 28stündigem Verhör gestand Jan Bulander, daß er seinen leiblichen Vater im Verlauf einer hitzigen Auseinandersetzung erwürgte und ihn dann, um einen Selbstmord vyr-• zutäuschen, auf dem Dachboden aufhing. Mutter und Sohn versuchten auf jede Weise den angeblichen Selbstmord des alten Mannes glaubhaft zu machen, doch ergaben die Leichenbcfchau und der Sektionsbefund die unzweifelhafte Tatsache, daß ein Mord vorliegt. Es ist in dem Dorf allgemein bekannt, daß in dieser Familie trostlos« Verhältnisie herrschten. EStz kam immer wieder zu schweren Auftritten und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Ehegatten, wobei sich der Sohn auf die Seite der Mutter stellte. Schließlich gipfelte das traurige Familienleben in der Movdtat vom 27. Juni. Allem Anschein nach handelt«S sich um ein vorbereitetes und von der 68jährigen Mutter der Mörders ange« st'ftetcS Mordkomplott. Mutter und Sohn wurden dem Launer Kreitgertcht eingeliefert. Die Untersuchung gcht weiter. Sechs Sonderzüg« südslawischer Sokakgiftr. Donnerstag langten auf dem Prager Wilsonbahnhof sechs Sonderzüge südslawischer Sokoln aus allen Teilen des jugoslawischen Königreiche- an. ES handelte sich um Delegationen an- Belgrad, Agram, Laibach, Cisti, Marburg, Split und Suiak, also aus den altserbischen, kroatischen, slowenischen und dalmatinischen Gebieten der südslawischen Staates. Tags vorher waren di« bulgarische» und wolhynisch- tschechischen Sokoln eingetroffen. In den letzten 24 Stunden verzeichnete die Station Pardubitz di«. Durchfahrt von 224 Sonderzügen, die Ausland»gast« nach Prag beförderten. Preise der GaSmaSkm. Zu den in der letzten Zeit in der TageSpresie veröffentlichten Meldungen teilt daS Handelsministerium mit, daß bisher k ein e Maximalpreise für Gasmasken, und zwar weder allgemein noch bezüglich bestimmter Thpen verlautbart wurden. Die Pressemeldungen beruhen offenbar auf Informationen, die sich auf die Ertvägung stützen, daß über die Angelegenheit verhandelt wird, jedoch nur soweit eS sich um einige der gangbarsten VolkSlypen der Gasmasken handelt. Verrechnung des Getreides d.rr landwirtschaftlichen Arbeiterschaft Böhmens im Juli 1988. Nach« den: für den Monat Juli die Aufkaufspreise nicht kundgenwcht werden, gelten für den Monat Juli die Aufkaufspreise, welch« für den Monat Juni Geltung hatten und zwar beim Weizen 166 K£, beim Korn 141.60 Kä, bei der Gerste 128.50 XL. In dem Preise für Weizen ist der in der Kundmachung der Getreidegesellschaft angeführte Abschlag, welcher 4 XL ausmacht, nicht enthalten. Um diesen Abschlag kann der AuskaufspreiS für Weizen herabgesetzt werden, wenn sich die Parteien nicht miderweitig einigen. Rriset in der 2. Klasse! Sie ist nur um ei« Drittel teuerer als die 8. Klasse. 862. ES wird noch wärmer. Am wärmsten ist«S bisher im Ostteil des Binnenlandes; in Karpathoruß- land stieg die Temperatur nachmittags auf 88 bis 84 Grad C. In Rumänien bis auf 87 Grad an. In der Westhälfte Mitteleuropa-, wohin Mittwoch etwas kühlere ozeanische Lust«ingedrungen war, wurden gleichzeitig 24 bis 27 Grad C. verzeichnet. Aber auch hier dürften die Temperaturen erneut ansteigend da der Zufluß von Meeresluft einstweilen unterbrochen ist. Wahrscheinliche- W etter(F reitag): Im ganzen schön und sehr warm. Einzelne lokale Wärmegewitter möglich. W«t t e r a u S s t ch t e n für SamStag:^ Keine größere Aenderung. Bielleicht etwas ver« stärkte Gewitterneigung. Neudeutsche Kirche .... und als Buße für Ihre Sünden beten Sie drei„Führer unser" und lesen zehnmal„Mein Kamps",^t.Mricmne", Karis,),.• Briefe aus Wien Wer Freunde oder Vevwandte in Wien hat, Bekannte, an die er sich in dieser österreichischen Leidenszeit mit Sorge erinnert, der erlebt eine befremdliche, erschütternde Erscheinung. Die Menschen sind in Stummheit verfallen, eine gräßliche Lähmung hat sie ergriffen, die Lähmung der Todesangst, der Panik hat sie befalle». Sie schweigen, sie schreiben nicht. Und wenn man mit Briefen bombardiert— und dann versucht man cs mit Karten. Die Briefe sind vielleicht nicht angekom- men, es heißt, daß die Zensoren, wenn sie nicht Zeit haben, sie zu öffnen, sie ganz einfach vernichten lassen. Aber die offenen Karten wirken harmlos oder sind zumindest leichter von den spähenden Augen zu überfliegen. Wenn man die Freunde endlich aufgerüttelt hat, dann vermögen sie nur zu stammeln. Wirrer, unzusammenhängendes Zeug, aus dem kein Mensch klug werden kann, in das man erst einen Sinn hineintragen nmß. Man hat sich nach Dr. 1. erkundigt. Aber „Dr.£. ist nicht mehr zu sprechen!" heißt es da. Was heißt das— nicht mehr? Verhaftet, ge» tötet? Hat er Selbstmord begangen? Oder ist er auSgewandert? Furchtbares„nicht mehr" furchtbar der Schleier, der darum liegt I „In unserer schönen festlichen Stadt hat man keine Zeit und Lust, Besuche zu machen..." Soll das heißen, daß man es nicht wagt, auf die Straße zu gehen? O furchtbarer Hohn, der solche Andeutungen in Worte kleidet wie„festlich" und„schön", die vom Frühling sprechen und vom sonnigen Himmel... und dann wieder:„Ich bin sehr stark und warte auf einen Freiplatz im Sanatorium"! So viel hat man schon gelernt von dieser gräßlichen Rätselsprachc, daß da» heißen soll, daß der Schreiber auf seine Verhaftung wartet. Aber warum? Was liegt gegen ihn vor? Und wenn er dann verstummt— was ist mit ihm geschehen, wohin hat man ihn gebracht? Müßiges Fragen! Die da drinnen wissen es ja selber nicht. Einer verschwindet— wohin? Für wie lange? Wo hält die Willkür ihn zurück, wann wird sie ihn aus den Klauen lassen?„Mein Bruder ist wieder gesund" heißt, irgend ein Gefängnis hat ihn wieder entlassen. Ohne Begründung, wie man ihn ohne Grund weggeholt hat. Man hat sich abgelvöhnt,„warum" zu fragen— eS gibt keine Antwort darauf. Und daß die„drinnen" nicht die Wahrheit sagen, nicht erzählen, wa- geschah und wie eS geschieht— weiß man denn nicht, daß eS verboten ist, Greuelmeloungen zu verbreiten? Was aber ist die Wahrheit aus dieser Stadt anderes als ein Greuel? Briefe aus Wien... Nicht nur die Juden schreiben so— sie, die ohnedies schon alles ver» loren haben, können ja nicht mehr viel verlieren. Jeder bebt, jeder fürchtet„in die Zone des Verdachtes zu geraten"— wie eS in dieser gräßlichen neuen Terminologie heißt, die diese einst so heitere, leichte Wiener Sprache erfaßt hat. Der ehemalige Sozialdemokrat, der Mann der Vaterländischen Front, der Katholik, der Legitimist— keiner ist vor dem Terror sicher, jeden hat die Panik erfaßt. Nicht zuletzt die alten PG. Man mißtraut ihnen, die sich um die Frucht ihrer Hoffnungen enttäuscht sehen und entsetzt sind vor dem Terror, dem sie zur Herrschaft verhalfen haben. Vielleicht ist für die Stimmung der Wiener Nazis ein Brief bezeichnend, den einer von ihnen in einer dieser Anwandlungen von Verzweiflung schrieb: „Wir beneiden die Juden," heißt es da»„die können doch wenigstens fort. Für uns aber ist jeder Weg versperrt. Wir müssen in der Hölle bleiben, die wir uns selbst angezündet haben".. t Warum Auemhelmer verhaftet wurde Wie bereits berichtet wurde, ist der Wiener Schriftsteller Roaul Auernheimer im Konzentrationslager Dachau gestorben. Ueber den Tod Auernheimers wurde auch im Pen-Klub gesprochen. Ueber die näheren Umstände, die zur Ber- hastung des bekannten österreichischen Schriftstellers führten, erfahren wir folgende Einzelheiten. Als im Vorjahre, kurz vor Weihnachten, die Einfuhr aller österreichischen Bücher ins Reich gesperrt wurde und die Wiener zuständigen Stellen sich veranlaßt sahen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, soll Auernheimer einen Plan vorgeschlagen. haben, der die Unabhängigkeit des deutschsprachigen Verlagswesens außerhalb des Reiches festlegte, indem die deutschsprachige» Verleger der Tschechoslowakischen Republik, Hollands, der Schweiz und Oesterreichs sich zusammenschließen sollten, um so wirksamer den Konkurrenzkampf mit dem reichsdeutschen Buchhandel aufnehmen zu können. Es war für diesen Zweck bereits ein Buchpropagandafilm in Borbereitung, der in den nördlichen und westlichen Staaten verbreitet lverdcn sollte. Bon diesem Vorhaben hatte jedoch die Gestapo sogleich Kenntnis erhalten und die Reichsregierung sprach bei der damaligen österreichischen Regierung vor und erreichte, daß man das Projekt fallen ließ. Nun teilt man uns aber mit, daß nicht Auernheimer d«r Urheber jener Aktion war, sondern daß man ihn wieder besseres Wissen damit belastete/um ihn in Haft nehmen zu können. Auernheimer war alles andere als ein „Radikaler".— wie hätte er sonst viele Jahre Nr. 153 Ich bitte euch! Freitag, 1. Juli 1938 Seite 5. erhebe deine Stimme gegen die Kriegsforbs in Atus- Verbandself gegen Japan! Bolt von Südamerifa, schäße deine rebo Gaumannschaft Straßburg 3: 1( 3: 0) lutionären Traditionen und erlaube nicht, daß Geld mehr als' Freiheit und Wahrheit wird! Das Volt meines eigenen Landes, die Söhne und Töchter der amerikanischen Revolution bitte ich, an der Neugeburt der Freiheit zu arbeiten, die uns unser großer Befreier Abraham Lincoln verheißen hat, und darauf zu sehen, daß die Regie rung des Volkes, durch das Volk und für das Volt, nicht von der Erde verschwindet. Ein Aufruf Upton Sinclairs an die Völker Auf der Rückreise von Paris wurde am 28. Juni in Straßburg noch dieses Freundschaftstreffen Upton Sinclair, der berühmte amerikanische verweigern, Waffen zu ihrer Verteidigung zu ausgetragen, welches nach ſchönem und abwechslungsSchriftsteller, hat an alle größeren Zeitungen der faufen. reichem Spiel einen erfolgreichen Abschluß fand. Ob englisch sprechenden Welt einen Artikel mit der wohl die Spielstärke der Elsässer ihrer VerbandsAn alle Arbeiter und Erzeuger, der Hand Bitte um Veröffentlichung gesandt, in dem er sich und des Hirns, wo immer meine Worte sie erreis Spielart das technische können unserer förperlich. mannschaft nicht viel nachstand, kam durch die faire leidenschaftlich gegen die Gefahr des Faschen, richte ich die Bitte: Duldet nicht, daß diese schwächeren Mannschaft voll zum Ausdruck. Das schismus und gegen die Gefa h= Verschwörung gegen Gerechtigkeit und MenschenEdenverhältnis von 9: 8 besagt, daß der Kampf nie ren einer falschen Neutralität recht weiter triumphiert, Volt von Frankreich, er- Ich bitte das aufgeklärte und wahrheitslie- einseitig war. Wir storten durch Schmid( Elfwendet. laube nicht, daß die spanische Grenze verschlossen bende Bolf der ganzen Erde, seine Stimme in die meter). Otta( Kopfball) und Mattausch nach schönem wird! Bolt von Britannien, verhindere ben Han ser Kriſe vernehmen zu lassen und die Welt wis- Durchbruch. Die Elsässer verwerteten einen Edball del mit Hitler, der die kleinen Völker Europas sen zu lassen, daß moralische Werte hier schlechte Platzverhältnisse, hohes, schlecht gepfleg zu ihrem Ehrentreffer. So wie in Paris waren auch aufopfern will! Volf der Sowjetunion, hilf dabei, etwas in den menschlichen Angetes Gras, was für die Anwendung der flachen der Welt den Unterschied zwischen Erzeugern und legenheiten gelten, daß eine Regierung Spielweise ein sehr starkes Hemmnis bildete und mit Ausbeutern klarer zu machen und warum die Zu- von Gangstern nicht das letzte Schicksal unserer tem sich unsere Spieler nie ganz abfinden konnten. funft bei den Erzeugern liegt! Volt von Asien, Zivilisation sein wird und sein soll." Das Spiel hinterließ bei den rund 2000 Zuschauern den besten Eindrud und war seit dem Ümsturz in Deutschland das erste internationale Treffen. In diesem Aufſak ſagt Sinclair:„ Vor fünf Jahren habe ich den Faschismus als„ Kapitalis mus plus Mord" definiert. Das war die Wahrheit. Das Klassenprivileg, das von einer Revolte gegen das Massenelend bedroht wurde, schuf sich eine neue Macht zu seiner Verteidigung. Aber nun sehen wir eine weitere Entwicklung: die neue Macht wird stärker und tödlicher als ihr Schöpfer. Der Gangsterismus hat die Welt ergriffen, und auch die Kapitalisten werden von ihm beherrscht. Bei Ausbruch des Weltkrieges nannte ich den preußischen Militarismus die ,, Bestic mit dem Ingenieursgehirn". In den 25 Jahren, die seitdem vergangen sind, hat diese Be ſtie ihre Technik vervollkommnet. Sie erlaubt feine Opposition mehr, weder geistige noch moralische; sie fegt sie mit Methoden hinweg, die seit den Tagen der Inquisition und der Bartholo mäus- Nacht in Europa unbekannt waren. Sie begnügt sich nicht damit, die Arbeiter zu Stlaven zu machen, sie nimmt ihre Kinder und vergiftet ihre Seelen, macht sie zu kleinen Teufeln, die mit Gewehren spielen. Sie hat Anti- Moralismus und Anti- Humanismus zur Religion erhoben, und führt mit ihr einen Kreuzzug gegen die fünf Erdteile. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Deutsche Deutsche Arbeiter unter Kriegsrecht Im Laufe von einigen Wochen erfuhr die soziale und rechtliche Stellung der Arbeiterschaft in Deutschland eine Veränderung, die alles weit hinter sich ließ, was die ersten Jahre des nationalsozialistischen Regimes gezeigt hatten. schen Parteistellen abhängig, ob ein Arbeiter einen bestimmten Arbeitsplatz bekommt oder nicht. Die Arbeitsdienstpflicht verallgemeinerte diesen Grundsaß. In nicht allzu langer Zeit wird jeder ner Beschäftigung und seines Arbeitsplayes nicht deutsche Arbeiter und Angestellte in der Wahl seiarbeit Verurteilte. freier sein als in anderen Staaten der zu StrafDie Gastgeber benüßten auch die Gelegenheit, uns mit ihren politischen Auffassungen bekanntgu machen. Sie sind über die Verhältnisse im sudeten deutschen Gebiet sehr genau informiert, schäßen unseren Kampf gegen den Faschismus und haben nur den Wunsch, daß wir ausharren mögen. Interessant war auch eine Exkursion in den Konsumbers ein Straßburg. Ein Riefenunternehmen mit eigenen Ragerräumen, eigener Brot- und Zuderbäderei und gewaltigen Stellereien für Wein und Bier. Eine feine Rundfahrt zum Rhein, zur Grenze und durch die Heimat zurüdgelehrt. Sie hat sich sehr gut gedie Stadt beschlossen diesen interessanten Vormittag. Unsere Mannschaft ist am Mittwoch abends in halten und vor allem durch ihr diszipliniertes Auftreten und technisches Können Anerkennung gefunden. Die vollkommene Militarisierung Deutsch- und Gehältern. Zwei Verordnungen, die bisher Nun greift man erneut nach den Löhnen lands und seiner Wirtschaft konnte sich nicht das mit begnügen, jede ausgegebene Mark ausschließ- durften, ermächtigen die Regierung, eine Kon- hinderung des Fachgruppenvorsißenden der Vorvon der deutschen Presse nicht behandelt werden stellten statt. Der Tagung präsidierte in Ver lich unter dem Gesichtspunkt der Kriegsvorberei- trolle der Löhne und Gehälter der Arbeiter und sißende des Internationalen Bundes HallsWie kann das geschehen? Wie kann das tungen zu betrachten; auch die Autartisierung Angestellten zu kontrollieren und Höchstgrenzen worth. Anwesend waren Vertreter der zustän Böse von Triumph zu Triumph schreiten? Die und die Hand in Hand mit ihr gehende erzwun- für sie zu bestimmen. Schon vor einiger Zeit digen Organisationen aus der Tschechoslo Antwort ist, daß die privilegierten Klassen lieber gene Ersatzstoffwirtschaft finden in nichts anderem wurden österreichische Firmen gezwungen, die wat ei, aus Schweden, Norwegen, Polen, Engdie Bivilisation zugrunde ge ihre Begründung als in der planmäßigen Vor- Löhne herabzusehen, damit sie nicht die in land, Holland, Belgien, Dänemark, Frankreich, hen lassen als ihre eigene Ausbeutungsmacht bereitung des Kriegszustandes. Als Versuchs Deutschland geltenden Säße überschreiten und Rumänien. Nach Genehmigung des durch den opfern wollen. objekt für die Bewährung neuer Stoffe, die in der Anreiz beseitigt wird, Arbeit in Desterreich Sekretär Spid mann vorgetragenen Tätig Das Ergebnis ist, daß der Patriotismus ein andern Ländern Schritt für Schritt im Kleinen zu suchen oder doch trotz des Verbotes Lohnauf- teitsberichtes referierte Kollin( Tschecho Betrug geworden ist: Die Klasse ist mehr gewor- und auf Kosten der Industrie erprobt werden, besserungen zu verlangen. Jezt werden allgemein Iowa te i) über„ Die wirtschaftliche und so den als das Land, und in jeder Regierung intri- muß hier ein ganzes Bolt herhalten. Auf seinem die Lohn- und Gehaltssäße so weit gesenkt wer- ziale Lage der Bant- und Versicherungsangeſtellgiert man mit den anderen Regierungen, um das Rüden vollzieht sich die von Göring befohlene den, als es den staatlichen und vor allem den ten in den einzelnen Ländern unter Berücksichti Volf niederzuschlagen, es zu verraten, die Zivi- Umstellung, ohne Risiko für die Produzenten, Rüstungsbetrieben Görings notwendig erscheint. gung der Auswirkungen der Wirtschaftstrise und lisation selbst zu verraten. Deshalb sind die Geld- welchen der Absatz trotz der geringen Qualität Göring kann die Konkurrenz besser zahlender, Gesetzgebung". Zu dem ausgezeichneten Vortrage lords von Frankreich bereit zuzusehen, wie und der höheren Preise vom Staate garantiert weil gute Kräfte brauchender Betriebe nicht sprachen Vertreter der verschiedenen Organisatio Deutschland die Pyrenäen befestigt und Italien wird. brauchen. Durch dekretierte Lohnherabseßungen nen, worauf Leitfäße für die künftige Tätigkeit sie von Afrika abschneidet und eine Gegenrevolusollen der Privatindustrie die qualifiziertenräfte angenommen wurden. Im Wesentlichen gipfeln tion die französische Demokratie zerstört. Desabspenstig gemacht werden, zum Schaden dieser die Forderungen im Folgenden: Vertraglich ga wegen sind die britischen Tories bereit, zu ristieArbeiter, aber auch zum Schaden der Industrie, rantierte Stabilität des Dienstverhältnisses( Deren, daß die Lebenslinie des Empire abgeschnitderen Leistungen von der Geschicklichkeit und dem finitivum), Einführung und Ausbau der Gehaltsten wird und daß Deutschland in zwanzig JahWissen dieser Arbeiter abhängen. schemen, aufgebaut auf dem Prinzip der automa ren den Weltkrieg gewinntes ist ihnen lieber als das Risiko des Sozialismus, der auf Hitler wahnsinn dem deutschen Arbeiter auferlegt: Nicht. Bierfach ist jetzt die Last, die der Rüstungstischen Vorrüdung, Pensionsberechtigung. und Mussolini, wenn sie den Krieg verlieren, wahnsinn dem deutschen Arbeiter auferlegt: Nicht sicher folgen wird. nur als Steuerträger muß er beitragen, er büßt Raa en als Vorfißender( Norwegen) und als Baren mehr zu zahlen hat, indem er immer dafür auch, indem er für alle lebenswichtigen Beisitzer: Bronner( Holland), Georges cu( Rumänien), Boulanger( Frankreich), Everling( Belgien), MeIIer und Su sicky( Tschechoslowakei). Für England wird ein Vertreter nachträglich namhaft gemacht Man kann die Zukunft nur ahnen. Aber wir sehen heute, daß das tapfere und wahrhaft demofratische Volk der Tschechoslowakei in Gefahr ist, den Wölfen vorgeworfen zu werden und das Schicksal auf sich zu nehmen, das es vor ein paar Wochen abgewehrt hat. Die Wölfer Ungarns, Rumäniens und der Balfanstaaten, Dänemarks, Hollands und der Baltischen Staaten, alle zittern sie vor der Lawine. Im Fernen Osten breitet sich das Gift aus. Kein Land Südamerikas ist frei von ihm. Und selbst in meinem süßen Land der Freiheit" haben wir in unserem Staatsdepartement Leute, die offen mit der Reaktion sympa= thisieren. Mit Zustimmung unseres Präsidenten benüßen sie ein heuchlerisches Neutralitätsgefeß als Mittel, die demokratisch gewählte Regierung von Spanien zu erwürgen und ihr das Recht zu Das Verbrechen von Dr. Mortimer Collins Röntgenstrahlen als Mordwaffe MTP New York, im Juni. An einem der friedlichsten Forellen- Angelpläße der Alleghanies, in der Nähe des Ortes Low Hills, erschienen vor einigen Wochen drei Detektive der Bundespolizei, um den einzigen Kurgast des einzigen Hotels von Low Hills, Dr. Mortimer Collins, zu verhaften. Dr. Collins spielte erst den Ueberraschten, zog dann aber plöslich einen Revolver, um auf seine Gegner zu schießen. Diesen gelang es aber, den Arzt durch einige Jiu- Jitsu- Griffe unschädlich zu machen. Inzwischen hat in Cincinnati, wo Dr. Collins bisher gewohnt hat, bereits der Strafproaeß gegen ihn stattgefunden, und jetzt wartet der Arzt in der Todeszelle auf die Entscheidung des Gouverneurs, dem er ein Gnadengesuch unterbreitet hat. Nach anfänglichem Leugnen hat Dr. Collins alles gestanden und den Geschworenen ihr Amt wesentlich erleichtert. Die Arbeiter, welche durch den Umsturz ihre gewerkschaftlichen Freiheiten und Rechte verloren haben und dann nach und nach immer mehr auch in ihrer Lebenshaltung verkürzt wurden nach amtlichen Berichten sant die Kauftraft ihres Lohnes seit 1933 um sechs Prozent konnten sich zunächst wenigstens der Hoffnung hingeben, als Einzelpersonen ungehindert und frei zu blei ben. Nicht lange aber! Als die Preise stiegen und sie für ihren Lohn immer weniger erhielten, gleichzeitig aber für alle möglichen Zwede immer häufiger und immer mehr beisteuern muß ten, versuchten sie, Lohnbewegungen durchzuführen. Gegen eine der freien Gewerkschaften beraubte Arbeiterschaft genügte ein einfaches Mittel: Lohnforderungen wurden verboten! Niedrigere Löhne ermöglichten die Erzeugung von mehr Kriegsmaterial, also mußten die Arbei ter ihren besonderen Anteil an der Rüstung auf sich nehmen, denn Kanonen für das Heer sind wichtiger als Butter für die Arbeiterkinder. schließlich, indem ihm zu alledem auch noch der Minderwertigeres für sein Geld erhält und ohn gefürzt wird. Eine freie Arbeiterschaft ließe ich das nicht gefallen. Um die Rüstungen zu ſichern, wird also der deutsche Arbeiter nicht nur feiner gewerkschaftlichen, sondern auch seiner perfönlichen Freiheiten beraubt. Ohne es auszusprechen, hat der Nationalsozialismus den Arbeiter schon unter Striegsrecht gestellt. Internationaler Bund o iverden. Sparmaßnahmen der französischen Bahnen Paris. Der Abgang im französischen Eisenbahn- Transport beträgt für das erste Halbjahr drei Milliarden Frank. Die Eisenbahnverwaltung Auch die freie Wahl des Arbeitshatte ersucht, die Transporttarife um 20 Prozent plages hörte auf. Zwangsverschidungen erst zu erhöhen, der Minister für öffentliche Arbeiten der Bergarbeiter, dann der gelentte Arbeitseins Bern. In Fortsetzung der Fachgruppentas ter entschieden, daß die Abgabe von Eisenbahn hat jedoch im Einvernehmen mit dem Finanzmini fat" in der Metallindustrie und im Baugewerbe gungen fand am 28. Juni 1938 die der Bankfahrkarten von 12 auf 2 Prozent herabgeſetzt machen es von der Gnade der nationalſozialiſti- Versicherungs- und Büroange werden wird. Diese Maßnahme wird jedoch nur gebracht. Er dachte daran, wieder zu heiraten, doch wollte sich seine Frau nicht von ihm scheiden Gatten, deigte sich sehr besorgt und behandelte lassen. Er selbst spielte weiter den aufmerksamen sie auch, als sie im Herbst 1937 an einer Hautfrankheit litt, die zwar entstellend, aber feines wegs gefährlich war. Anfang Dezember 1937 starb sie dennoch. Dr. Collins selbst stellte den Totenschein aus und gab als Todesursache Herzschwäche an. Wenige Wochen später heiratete er Margit MacGuire. Es scheint, daß Margit sehr bald nach der Hochzeit den wahren Charakter ihres Mannes erkannt hat. Sie schrieb an ihre Verwandten, mit denen sie sich übrigens wegen ihrer schnellen Heirat überworfen hatte, daß sie ihren Schritt bereue, denn Collins fei brutal und geldgierig das volle Verfügungsrecht über ihr großes ererbtes Vermögen eingeräumt. Die Unstimmigkeiten in der jungen Ehe schienen sich aber nach einiger Zeit zu geben. Mortimer ist rührend; er überhäuft mich mit Aufmerksamkeiten", stand jetzt in den Briefen. Im Sommer des vorigen Jahres lernte Dr. Margit ertrantte im Feber 1938. Ihr Mann Collins, der etiva dem landläufigen Typus des stellte gemeinsam mit einem hinzugezogenen schönen Mannes" entspricht, in seiner Ordina- Kollegen die Diagnose: eine harmlose Geschnvulst. tion die 18jährige, außerordentlich reiche Mar- Er behandelte seine Frau ſelbſt; die Geschwulst git MacGuire tennen. Das Mädchen war wegen ging zurück. Ende Mai war Margit tot. Dr. einer Heinen Blutvergiftung zu ihm gekommen, Collins schien sich den Tod seiner zweiten Frau die er auch nach kurzer Zeit heilen konnte, aber außerordentlich zu Herzen zu nehmen. Er drohte auch nachher besuchte sie ihn oft. Es scheint, daß mit Selbstmord, konnte durch seine Freunde nur sie ihm sogar selbst eine Liebeserklärung gemacht schwer beruhigt werden und ließ sich endlich dazu hat, doch verhielt sich Dr. Collins vorläufig noch bestimmen, in einem kleinen Gebirgsorte fern abwartend, da er selbst mit einer älteren Frau von Cincinnati erst einige Wochen seine Nerven berheiratet war, die er ein Jahrzehnt zuvor 341 zu schonen. wegen ihres Geldes geheiratet hatte. Dieses Jest alarmierten die Verwandten die Geld hatte Collins inzwischen im Spiel durch Staatsanwaltschaft und Tentten den Verdacht der Privatangestellten etwa eine halbe Milliarde erbringen. Daher auf Collins. Innerhalb weniger Monate waren wurde beschlossen, weitere Sparmaßnahmen auf nacheinander seine beiden Frauen gestorben, und den Bahnen durchzuführen, insbesondere was das fährlichen Krankheiten behandelt hatte. Beide Laufe des heurigen Jahres in den Ruhestand trezwar nachdem er sie selbst wegen an sich unge- Personal betrifft. 15.000 Eisenbahner, die im Leichen wurden eghumiert. Bei der ersten konnte ten, werden nicht ersetzt werden. nichts mehr festgestellt werden. Bei der Autopsie von Margits Körper ergab sich aber eine starte Bersetzung der Gewebezellen, die nicht allein durch die natürliche Verivesung des Körpers erflärt werden konnte. Landarbeitermangel in Schweden Kopenhagen. In Kopenhagen fand in den letzten Tagen eine Beratung der Vertreter Schwe Während Dr. Collins noch nichtsahnend in dens, Norivegens, Dänemarks und Finalands Low Hills Forellen angelte, hatten die Sachvers statt, die sich mit den landwirtschaftlichen Arbeiständigen bereits herausgefunden, daß der Kör- tern befaßte. Während Schweden im Vorjahre per der damals noch lebenden Patientin einem an landwirtschaftlichen Arbeitern Mangel litt, starken Bombardement mit Röntgenstrahlen aus hatten die übrigen Staaten, besonders Dänemark gesetzt worden war, zweifellos in der Absicht, die und Norwegen, einen Ueberfluß an landwirtFrau umzubringen. Aber Zeugen waren hier- schaftlichen Arbeitern. Es wurde konstatiert, daß bei nicht amvesend, und in den Tagebüchern des Schweden im Bedarfsfalle freie Arbeitskräfte aus Arztes fanden sich auch nur nichtssagende Ein- den übrigen nordischen Staaten übernehme: tönnte. Angesichts der Situation, die sich in der tragungen, deren Sinn der Staatsanwalt zivar sehr richtig detuete, die aber allein zur Ueber letzten Zeit entwickelt hat, scheint es jedoch, daß führung des Verbrechers nicht genügten. Es nunmehr eine Reihe von Arbeitskräften infolge blieb jetzt nur übrig, die Verhaftung anzuordnen der verschlechterten Abſatzmöglichkeiten für Holz, und den Mann zum Geständnis zu atvingen; dies die sich übrigens in letzter Zeit auch in Norwegen gelang. th zeigen, Schiveden verläßt. Man erhält für Collins gab die Tat auch sofort zu und ließ auch keinen Biveifel barüber, daß er auch seine erste Frau auf die gleiche Weise mit viel zu lange dosierten, nicht abgeschirmten Röntgenstrahlen absichtlich in der Weise behandelt hatte, um ihren vorzeitigen Tod durch Gewebezerfall herbeizu führen. Unter diesen Umständen konnten die Geschworenen ein einstimmiges Schuldig" sprechen und das Gericht das Todesurteil fällen. Die Motive für die Tat sind nicht ungewöhnlich: Bereicherungssucht und Widerwillen gegen die nur thres Gelbes wegen geheirateten Frauen. Neuartig, selbst für Amerita, ist die Mordivaffe: der Röntgenstrahl. 100 Reichsmart Markmünzen 100 rumänische Lei 100 polnische Bloth 100 ungarische Pengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs Kč 638.835.19.35 546.50 618.50 663.50 82.30 143.75 28.80 163.40 15971 englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare... 64.80 Scite 6 Prager Zeitung Kooptierungen in der„ Urania". Das KuraSozialdemokrat" sich am gleichen Ort etwas später ereignete. Der dann doch noch einen Teil seines Programms ab solvieren konnte. Die Revue, als deren Verfasser außer Trent- Trebitsdah ſtameren mus deren Musik von fifalische Begleitung am Doppelflügel die Herren Neumann und Winter nit liefern und in der die Damen erbert, Seinigg Mann, torium der ,, Urania" hat in seiner Sizung vom 30. 24jährige Tischlergehilfe D. Fizer wurde gleichfalls hlreichen RolFreitag, 1. Juli 1938. Nr. 153 Vereinsnachrichten Ortsgruppe Prag: Samstag, den 2. Juli. Wanderung zu unserer Hütte ..Demokrat" im Brdywald. Sonne tag Wanderung über den Brdywaldfamm. Führung Liewald. Ausfünfte von einer Unterströmung erfaßt und verschwand len mitwirken, nennt sich selbst belanglos, sie ist ein jeden Freitag von 6 bis halb 8 Uhr im Verein unter den Wellen. In diesem Fall glüdte aber die loser Bilderbogen fleiner Stimmungsbilder mit deutscher Arbeiter, Smečth 27. Telephon 27727. Bergung des bereits Bewußtlofex. meist wienerischem Ginschlag und komödiantischen Juni acht neue Mitglieder tooptiert. Es sind dies Prot. mersbach, Dr. Walter Becher. Dr. Nadler, die Professoren P fine r, Ernst Swoboda und Karl M. Swoboda, Sekretär Das Smetana- Museum hat eine besondere Aus- Buspigungen eine einfache Sommerunterhaltung, Ernst Pa u I und Dr. Mäthe viene 1. Nach erſtellung„ Smetanas Wert im Ausland" vorbereitet. 8 der ein so forgenſchwerer Auftakt wie der bes folgter Stooptierung wählte das Kuratorium noch drei In dieser Ausstellung find Dokumente über Auffüh- geftrigen Abends wenig vaßt. Als er ſchließlich doch neue Präsidialmitglieder, und zwar Oberdirettor rungen von Kompositionen von Smetana aus allen auftrat, erivies Trent- Trebitsch in einer Szene, in Anton Kieje wetter. Prof. Dr. Josef Pfi- fünf Erdteilen zusammengetragen. Die Ausstellung der er ein ganzes Rundfunkprogramm mimt, daß ner und Prof. K. Mr. Swoboda. Dem Präsidium ist mit den übrigen Sammlungen des Museums er ein Komiler und Kabarettist ist, der auch einer der„ Urania" gehören nunmehr an: Dir. Otto täglich von 8 bis 19 1hr zu besichtigen. Für Ge- Belanglosigkeit zum Erfolge verhelfen kann. Die Arnstein. Dr. Bacher, Prof. Dr. Ing. meinschaftsbesuche von mindestens 30 Teilnehmern Aufnahme beim Publikum war durchwegs herzlich. Brein I, Optifer Deutsch, Prof. D. Frantl. ist das Museum auch bis 22 ihr zugängig. Melanie Gener, Prof. Dr. obfner, Oberdirektor Kiefe wetter, Prof. Dr. Lieb u 8. Die Sparkassen Groß- Prags( die Böhmische Direktor u jt i g, Prof. Dr. Pfißner, Ober- Sparkasse. Brager städtische Sparkasse und Weinber lehrer Scholz. JUDr. Steiner, Dr. Strauß. aer Sparkasse) halten ihre Amisräume am DiensProf. K. M. Swoboda und Prof. Ed. 28 in tag, den 5. Juli 1938( Chrill und Method) und am ter. Der Wahlvorschlag stüßie sich auf einen einstim- Mittwoch, den 6. Juli 1988( Susgedenktag) sowohl in der Hauptanſtalt, als auch in allen Expofituren migen Präsidialbeschluß. geschlossen. Nenorganisation des Prager Luftschutes. Der Brager zivile Luftschutz wird einer umfassenden Reorganisation unterzogen. Zum Leiter soll der Vorstand der Sofolgemeinde. Dr. Klinger, ernannt wer den. Zum 25jährigen Jubiläum des Jedlička- Institutes wird in der tschechischen Presse auf die wenig erfreuliche finanzielle Situation dieses in seiner Art einzigartigen Institutes hingewiesen, das seinen Aufgaben nur dank der Schenkungen und Legate von Menschenfreunden gerecht werden kann. Wie das Gerichtssaal Eine zerrissene Schwimmhose - 500 Kronen ( 3ivilbegir! sgericht) -cis= Was wäre, wenn", die Lachrevue mit Willy Trenk- Trebitsch. Urania. Täglich 8 Uhr. Der Film Der König amüsiert sich Nach einem Lustspiel von Caillavet und Flers hat Louis Verneuil das Manuskript die jes Films geschrieben, das heißt also: es hat ein Trio der routiniertesten Pariser Komödienschreiber die Pointen geliefert, um föniglich zu amüsieren. Es gehört nicht zu der Art dieser Komödienschreiber, reue Einfälle beim Erfinden der Handlung zu haben. Was man hier sieht, ist oft schon dageive= fen: ein operettenhafter Königsbesuch in Paris, der amouröse Verwicklungen, ein Ministerium in Unordaung und einen Deputierten, der vom königlichen Gait zweimal gehörnt wird, zu Miniſter- Ehren bringt. Man ärgert sich eine Weile, daß dieser Deputierte, ein„ Roter" und" Demokrat", als tomiſch vlumper Barvenü dargestellt wird, schwerreich na türlich und ziemlich dumm, aber auch das gehört zur Mode und Machart der durchschnittlichen franzöiiichen Komödien Produktion, und da ein konservati ver Marquis noch lächerlicher gemacht wird. die fremde Majestät ebenfalls fomisch erscheint( ja auch ein Erzbischof, den der hiesige Uebersetzer aber mit höflichem Schweigen behandelt hat), und da der demokratische Deputierte einmal Gelegenheit betommt, den Patriotismus" der französischen Realtion beim richtigen Namen zu nennen und am Ende - wenn auch ohne eigenes Butun- einen günsti gen Handelsvertrag zustande bringt, bemerkt der be luftigte Buschauer, daß es sich nicht um eine tendengen in dessen Namen eine Forderung auf Schmer- mit politischen Figuren handelt, das auf diese Art zensgeld und Sachschaden geltend machten. Wie sich die alte Weisheit" Cherchez la femme" zum tausendbei der Verhandlung ergab. war die Forderung auf sten Male variiert. Der Wiz der Sache liegt in der Schmerzensgeld völlig hinfällig, da überhaupt keine Unzahl von Wizen, die hier gemacht werden, in der Wie Prag sein Aussehen änderte. In den leiz- Mörperverlesung nachgewiesen werden fonnte. Die fomischen Verquidung von offiziellem und privatem ten siebzehn Jahren wurden, wie aus einer Arbeit als Vertreterin ihres fleinen Sohnes auftretende Zeben, von politischem Theater und unpolitischen des Prager städtischen Statistikers Dr. K. Müller Mutter beanspruchte um so energischer die Bergü Stanbälchen, und der Regisseur Pierre Colom= hervorgeht, 20.183 Neubauten aufgeführt, zu denen ung des angeblich angerichteten Sachschadens, näm- tier hat sein Möglichstes getan, die vielen Dialog22.575 Umbauten älterer Bauten kommen. Einge- lich für die Beschädigung der Kleiber". Pointen auch durch sichtbare Somit heiter zu ergänrissen wurden in dem genannten Zeitraum 1727 alte die fie mit 500 Kč bezifferie. Da aber der Chaufen. Gespielt wird mit Laune und Charme: Victor Häuser. Im Jahre 1921 hatte Prag 19.044 Säuser feur nachweisen fonnte, daß der Junge nur mit und 166.732 Wohnungen. Zum ersten Jänner wird einer Schwimmhose befleidet wurde, wies das Geein Stand von 38.680 Häusern und 290.669 Woh richt die Klage ab. nungen ausgewiesen. In diesen 17 Jahren wurden 9201 Wohnungen aufgelassen und 127.779 neu geschaffen. Prag( rb) In einem Prager Außenbezirk er W. E. St." feſtſtellt, reichen die Beiträge und Spen- eignete fich folgender Vorfall: an einemt heißen Tag den sämtlicher böhmischen Gemeinden, die überhaupt tummelten sich etliche Jungen um einen städtischen einen Beitrag für diese Anstalt ausgeworfen haben, Sprizenwagen, um sich auf diese echt jungenhafte zusammen genommen, gerade zur Erhaltung eines art eine Erfrischung zu verschaffen, indem sie sich Pfleglings aus. Die Mitgliedsbeiträge des von den Wasserstrahlen treffen ließen. Ein MietVereines, der das Inſtitut erhält, deden die Kosten auto, das hinter dem Sprizenwagen fuhr, erfaßte für zwei Pfleglinge, die Beiträge der Bezirks mit dem Kotflügel einen der Jungen und ivarf ihn jugendfürsorgen für deren drei. Der Beitrag der zur Seite. Da das Auto in langsamem Tempo fuhr Arbeiter- Unfallversicherung sichert die Erhaltung von und der Chauffeur den Wagen auf der Stelle ab vier Pfleglingen, die Subvention der Stadt Prag bremsen konnte, fam es zu feinem ernſten Unfall. reicht für 15 Pflegefinder hin. Die Beiträge der Der gewissenhafte Chauffeur bemühte sich, den angeEltern fönnen fünf Pflegefinder erhalten. Die Wert- fahrenen Jungen festzustellen, der indessen schnell das stätten beschaffen durch Verkauf der von den Pfleg- vonlief. Ein Körperschaden war ihm nicht entstane lingen erzeugten Waren und Artikel die Mittel zur ben. Wie sich der Chauffeur durch mehrere Zeugen Erhaltung von zwanzig Pfleglingen. Aus den Mit bestätigen ließ. war der Junge nur mit einer teln des Vereines wird der Unterhalt von 21 Kin Schwimmhose bekleidet gewesen. dern bestritten, aus der Staatssubvention der Unters halt von 25 und durch wohltätige Spenden erfchei nen 41 verfrüppelte Kinder in diesem Heim versorgt. Der Verein, der sich die Erhaltung dieſes Inſtitutes zu seiner Aufgabe gemacht hat, zählt nur 628 Mitsitrenat, durch welche die Eltern des betreffenden Jun- ziöse Satire, sondern um ein bloßes Komödienſpiel glieder, obwohl der Jahresbeitrag mur 10 Kč beträgt. Da eine Erweiterung der Gebäude als unaufschieb bare Notwendigkeit erscheint, steht der Verein vor sehr schweren Aufgaben für die nächste Zeit. Zwei Opfer der Moldau. Unveit der Holleschowißer Bara- Brüde ereigneten sich vorgestern zwei Unglüdsfälle. Obwohl das Baden an diesem Ort Nach einiger Zeit wurde indessen gegen den uiolenter und den Besizer des Wagens, der nach den Bestimmungen des Gesezes für alle Schäden mitverantwortlich ist, eine Schadenersatzklage angeKunst und Wissen verboten ist, pflegt doch die Umgebung der Baya- Was wäre, wenn... Brüde von einem zahlreichen Badepublikum besucht zu werden. Es ist bekannt, daß die Moldau dort in Die Aufführungen der Trent- re= folge von Wirbeln und Unterströmungen besonders bitsch Revue in der Urania" schien unter schr gefährlich ist. Das erste Opfer ist heuer der 20- ungünstigen Vorausseßungen zu stehen; nach mehre jährige Elettrotechniker Miroslav Staß, der, obwohl ren Verschiebungen begann sie gestern abends nach ein guter Schwimmer, offenbar von einem Wirbel einstündiger Verspätung mit einer Absage des Haupterfaßt wurde und unter der Oberfläche verschivand. darstellers Willy Trent- Trebitsch, der sich auf einen Seine Leiche fonnte bisher nicht aufgefunden werden. durch die ihm gemachten Schwierigkeiten verursachten Glimpflich verlief ein weiterer Bade- Unfall, der Zusammenbruch berief, im Laufe des Abends, aber Das Geheimnis der weißen Güterwagen Francen, den man bisher nur in ernsten Rollen fannte, spielt den halb barbarischen, halb verfüh rerisch eleganten König mit frohem Eifer, auch in der Komik sehr dekorativ, der Komiker Raimu macht aus dem gehörnten Abgeordneten eine lächerlich lebendige Bürgerfigur, und die beiden Frauen, die hier auf erotischem Wege Politik machen, die lustige Ehefrau und die luge Geliebte des Abgeord neien, werden von Elvira Popescu und Gaby Morlah vorzüglich dargestellt, mit einer erstaun lichen Eleganz noch in den grotestesten Situationen. -eisUrania- Kino Der Hermann Löns- Film Dahinten in her Seide" mit Speelmans, Stüwe, Silde Weißner und der Musik von Künefe. Aftualita. 6, 49 Uhr. Montag: Unvergeßlicher Film: ,, Schatten der Londoner Nächte" mit Hans Albers. sellschaften ebenso- mit einer Ausnahme. Es gab| Wagen von der Beförderung seiner Fische auseine Sonkurrenzfirma, die auch in den Hundstagen schloß, hatte seine Gesellschaft mit einem Schlage Sport- Spiel- Körperpflege ASK„ Wacker" Pihanken- Teplitz trägt zum Wochenende in Prag zwei Freundschaftsspiele aus, und zwar Samstag, den 2. Juli, gegen„ Ia via" Biztov in Bitov, gegenüber der Sendeſtation, Anstoß 47 Uhr abends, und am Sonn tag, den 3. Juli, gegen S Lieben in Lieben, Anstoß halb 11 Uhr vormittags." Wader" Pihanfen stellt eine gute Mannschaft, darunter auch den linken Flügel, der jetzt in Paris mitwirkte. Wir crsuchen die Prager Parteiöffentlichkeit, diese beiden Spiele zu besuchen. DFC Prag spielte am Donnerstag gegen S Nusle und verlor 3: 4( 1: 3). Der Teplitzer FK setzte seine„ Pechserie" im Qualifikationsturnier um den Aufstieg in die Liga am Donnerstag in 3lin fort, wo er vom E Bata 3: 6( 1: 3) geschlagen wurde. Urania- Kino, Klimentská 4. Fernsprecher 61623. Der Hermann Löns- Film: Dahinten in der Heide mit Speelmans, Stüwe, Hilde Weihner und der Mausit von Künefe! Attualita! 6, 49 Uhr. Montag: Unvergeßlicher Film: Schatten der Londoner Nächte Mit Hans Albers. VOARS ZONDER Du hilfst mit scheinbar Kleinstem am Großen bauen, wenn Du immer und überall nur Volkszünder verlangst! warmen Farben gefragt. Es sind Schwarz und Not, die viel mehr Hiße absorbieren, wie jeder Fradträger an einem heißen Sommernachmittag sofort zu seinem Leidwesen feststellen kann. " Dunkle Bauweiſe" empfiehlt sich in allen Gegenden, in denen das Klima nicht besonders warm ist. Dunkel sind die Eisenbahnwagen auf Gebirgsſtrecken, Schiffe, die nach Kanada fahren und Kaffeehäuser, deren Besucher nicht in einer instinktiv als„ kalt" empfundenen Umgebung frieren wollen. Die Industrie der kalten Farbenie dische verladen und dennoch keine teine Verluste mehr durch verdorbene Fische. nennenswerten Verluste gehabt hatte. Coughlin Coughlin schied bald darauf aus der Firma trieb ein wenig Wertspionage. Er verkleidete sich aus und begründete mit einem Ingenieur zusamals Arbeiter, schlich um die Laderäume herum und bemerkte etwas, was vielleicht keinem anderen auf die inzwischen viele Nachfolger gefunden hat. Die men die erste amerikanische Farbenberatungsstelle, MTP New York. Im Sommer 1908 wurde gefallen wäre: die Konkurrenzfirina benußte für Wissenschaft der falten und der warmen Farben Ronald Coughlin von der Buchhaltung in die Ver- den Fischtransport ausschließlich weiße Güter- hat heute ein Anwendungsgebiet, das große Teile jandabteilung eines Fischtarnsport- Unternehmens wagen. der Wirtschaft und des Handels umfaßt. Alle Bein San Francisco verseßt. Die Firma schickte Tag Schon am nächsten Tage machte Coughlin rufe, die mit leicht verderblichen Waren zu tun für Tag einige Waggonladungen frischer See einen Versuch. Er pacte Seelachse in zwei Güter- haben, kommen heute ohne die angewendete Far- Es ist eigenartig, daß die Menschen den Unfische in die Städte des Mittelwestens. Die Fische wagen und adressierte sie an dasselbe Ziel. Er benwissenschaft nicht aus. Die Bananendampfer terschied zwischen kalten und warmen Farben gelagen auf Eis, damit sie den bis zu 48 Stunden ſelbſt fuhr mit der Sendung mit. Er saß, neben aus Westindien sind ebenso hell gestrichen wie die fühlsmäßig sehr genau erfassen, obwohl sie nedauernden Transport einwandfrei überstehen soll- den Eisblöcken und den Fischen, im einen Wagen; Eisdielen, die Delgesellschaften haben längst teine wwöhnlich keine Ahnung haben, daß eine weiße ten. Dennoch war der Fischversand in den heißen ein Gehilfe begleitete den zweiten. Beide Män- schwarz bemalten Tants mehr, da Experimente Deckenbemalung um ein paar Grade kühler als Juli- und Augusttagen immer ein großes Risiko. ner hatten Thermometer vor sich. Die Sonne bewiesen haben, daß die Del- und Benzinber eine dunkelrote ist. Der physikalische deckt sich meiManchmal ging alles glatt; an anderen Tagen brannte mit ungewöhnlicher Stärke. Coughlin dampfung aus den Sicherheitsventilen bei Tants itens mit dem pſychologiſchen Eindruck, und die war die Hälfte der Sendung schon auf dem Trans- hatte den Güterwagen mit dem dunklen Anstrich, von schwarzer Farbe rund hundert mal so groß Auswertung dieser Tatsache für alle Gebiete des port verdorben. Wieder an anderen Tagen kam der Gehilfe einen weißen Wagen als Aufenthalts- ist wie bei solchen, die weiß angemalt sind. Auto- öffentlichen und privaten Lebens bildet die Zufein Fisch in genießbarem Zustande an. Coughlin ort gewählt. Und diese Neise legte den Grund zur fabriken gehen dazu über, diejenigen Wagen, die kunftsaufgabe der Industrie der kalten und warverglich die Temperaturen an den fraglichen Ta-" Industrie der kalten Farben". Guim Süden des Landes abgesezt werden sollen, hell men Farben. gen, konnte aber zu keinem Ergebnis kommen. Das Während nämlich Coughlin nach einigen zu ladieren, damit die Roisenden nicht vor Hibe Sie hat mit Vorurteilen aller Art zu kämpThermometer hatte immer eine nahezu gleiche Stunden neben dem Eis so zu schwißen anfing, umkommen. Unsere Aepfel reisen weiß" ist der fen, und eine ihrer wichtigsten Vorschläge ist soHöhe gehabt. Immer war die Entfernung gleich daß er sich den Rock ausziehen mußte, und wäh- Slogan einer großen falifornischen Obsterportge- gar noch fürzlich vom Kriegsdepartement abgegroß, der Zustand der Fische bei der Verladung rend sein Thermometer auf 32 Grad Celsius sellschaft, die hiermit darauf hinweisen will, daß lehnt worden: ein Beratungsbüro für Farben gleichmäßig gut, und die Kälte des Eises blieb sich emporkletterte, holte sich der Gehilfe bei 16 Grad ihre Früchte viel weniger als andere der Gefahr hatte vorgeschlagen, die Soldaten in den Südstaadoch auch immer gleich. Wagentemperatur einen Schnupfen. Während des Verderbs ausgesezt sind als die anderer Ge- ten mit hellen oder sogar weißen Uniformen ausDie Gesellschaft erlitt empfindliche Verluste. Coughlin schließlich von dem Gestank der faulen- sellschaften. Rimmer nach der Südseite werden zurüsten. Das Kriegsdepartement hatte aber feſtIm Innern des Landes gingen die Preise für die den Fische fast ohnmächtig wurde, war im weißen hell gestrichen, und ein ganzes Heer von Farben- gestellt, daß eine solche Tracht den Grundregeln Seefische in die Höhe, da genügende Quantitäten Güterwagen kaum ein Fischgeruch zu verspüren. ingenieuren ist ständig damit beschäftigt, den ge- über die traditionelle Soldatenbekleidung zuwinicht verfügbar waren. Im September 1908 ver- Des Rätsels Lösung war gefunden: die Fische eigneten Anstrich für alle möglichen Dinge heraus- derlaufe. Die Soldaten dürfen also auch in den darben zwei Drittel aller Sendungen. Wie Coug wurden schlecht, weil sie nicht in weißen Güter- aufinden. heißen Garnisonen von Neu- Merilo weiter in Hlin feststellte, ging es den meisten anderen Ge- I wagen reisten. Und als Coughlin die farbigen Ebenso wie die talten werden aber auch die ihren dunklen Uniformen leiden. Bezugsbedingungen: Bei Ruftellung ins Haus oder bei Weaua durch die Poſt monatlich Ke 17. vierteljährig Kč 61.-, häßbjährig Kč 102,-, ganzjährig Kč 204.- Inserate werden laus Tarif biliait berechnet.- Nüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten- Die Beitungsfrantatur wurde von der Poste u. Telegrabbendirektion mit Erlak Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt( Kontrollvostamt Braba 25.- Druderei: Orbis". Drud. Verlags- u. Beitunas-.- G. Tzaz.