Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Dienstag, 12. Juli 1938 Unter allen Umständen Georges Monnet an DSAP und ČSR solidarisch! Georges Monnet, der sozialistische Landwirtschaftsminister in den Kabinetten Léon Blum und Chautemps, weilte dieser Tage in Prag. Bei seiner Abreise hat er, unter dem Datum vom 10. Juli 1938, aus Prag einen handschriftlichen Brief an unseren Parteivorsitzenden Abgeordneten I aksch gerichtet. Dieses Schreiben hat in der Uebersetzung folgenden Wortlaut: ,, Aus Reichenberg und Gablonz zurückgekehrt, habe ich, ehe ich Euer Land verlasse, das Bedürfnis, Ihnen die Gefühle der Bewunderung auszubrücken, die wir, meine Freunde und ich, für die so ruhige und so entschlos fene Haltung unserer Genoffen von der Deutschen sozialdemokratischen Par tei in der Tschechoslowakei empfunden haben. Ich bin sicher, der Dolmetsch aller Demokraten Frankreichs und insbes sondere aller Mitglieder unserer Partei zu sein, wenn ich Ihnen die Dank barkeit ausspreche, die alle Freunde der Freiheit und des Friedens Euch entgegenbringen. Ihr stehet auf dem Vorposten der Weltdemokratie, die eben dank der Festigkeit der freien Bürger in der Tschechoslowakei einen großen Sieg über den internationalen Faschismus davongetragen hat. In diesen wirren Tagen habet Ihr die gänzliche Solidarität des fran. zösischen Volkes, die Euch unser großer Freund Léon Blum gewährleistet hat, auf Eurer Seite gehabt. Seid davon überzeugt, daß Ihr unter allen Umständen so wie im vergangenen Mai auch in Zukunft auf dieselbe Solidarität rechnen könnt. ... sepiowie idled " Freundschaft!" Spanien als Kriegsschule Geständnisse Reichenaus Georges Monnet. Aus dem Inhalt: Jaksch: Wir müssen durch! SdP wählt tschechisches Gemeindepräsidium Katholischer Antifaschismus marschiert Verwaltungsreform im Sechserkomitee Neue Attentate in Palästina Nr. 161 Das Gebot der Stunde: Sprachliche Gleichberechtigung Die tschechische Nation ist vor die große Aufsabe gestellt, das Zusammenleben mit den übrigen Völkern des Staates zu regeln. Soll das große Werk gelingen, muß die Lösung großzügig, sie muß, wie der Präsident der Republik sagte, definitiv sein. Seit Wochen steht das innerpolitische Leben| Man muß ernstlich die Frage stellen, ob eine des Landes im Zeichen der Verhandlungen der solche Bestimmung überhaupt ein neues Spra Regierung mit den tschechischen Koalitionspars chengesetz wert ist. Unserer Ansicht nach müßte teien und den Vertretern der Nationalitäten; mit eine neue gesetzliche Regelung der Sprachenfrage großen Erwartungen sieht die Bevölkerung aber den bestehenden Zustand von Grund auf auch das Ausland dem Ergebnis dieser Verhand- umgestalten. Bisher konnte man von einer wirklungen entgegen. lichen sprachlichen Gleichberechtigung nicht reden. Die tschechische Sprache ist die Staats-( offizielle) sprache, jeder Tscheche, gleichgültig, wo er lebt und wenn er der einzige Angehörige seines Volfes in einem Orte ist fann vor jeder Behörde seine Angelegenheit in seiner Sprache vortragen. Der Deutsche fann es nicht, er darf es nur in den Es ist bisher zu bezweifeln, ob das, was bis- Bezirken mit wenigstens 20 Prozent deutscher Beher von der neuen Regelung der Sprachenfrage völkerung. Die 40.000 Deutschen, die in Prag bekannt geworden ist, eine endgültige Bereinigung leben, haben nicht das Recht, bei Gericht oder dieser Frage darstellt. Bisher hatte der Ange- beim Magistrat ihre Sprache zu gebrauchen. Im hörige einer nationalen Minderheit das Recht, mit Parlament darf der Berichterstatter nur in tscheBehörden und Gerichten in seiner Muttersprachechischer Sprache referieren und die deutschen Wibezirk wenigstens 20 Prozent der Einwohner die auf deren deutsche Anfragen keine deutsche Antzu verkehren, wenn in dem betreffenden Gerichts- nister konnten ihren deutschen Parlamentskollegen ser Minderheit zugehören. Die wesentliche Neuerung auf sprachenrechtlichen Gebiete besteht nun darin, daß dieser Prozentsaz auf 15 herabgefeßt wird, so daß die Zahl der Bezirke, in denen auch deutsch amtiert wird, um zivci steigen würde. Reichswehr- Meuterer flüchten Ursache der Meuterei: schlechte Ernährungsverhältnisse wort erteilen. Deutsche mußten also mit Deutschen in tschechischer Sprache verfehren. Das kann man wohl nicht als Gleichberechtigung der tschechischen und der deutschen Sprache bezeichnen und eine wirkliche Regelung der Sprachenfrage tann nur in einer Herstellung dieser Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der beiden Sprachen bestehen. Jedes neue Sprachengesek, welches die Diskriminierung der deutschen Sprache nicht aufhebt, bedeu tet keine Lösung der Sprachenfrage. Hält man an der Einheitlichkeit des Staates und seiner Verso über die Grenze waltung feft, fo fann es nichts anderes geben als schlechte Ernährungsverhältnisse über die Grenze Baris. Das Blatt 2'Ordre" veröffentlicht ein„ deutsches Geheimdokument", das die Lehren betrifft, welche aus dem spanischen Bürgerkrieg gezogen werden können. Es handelt sich um einen Bericht, den General v. Reichenau den national- von Reichswehrsoldaten in Bayern erfahren wir sozialistischen Führern vorgelesen hat. Das Blatt noch nachträglich: hebt aus dem Dokument u. a. folgende Stellen als die typischesten hervor: Zu unserer Meldung über die Auflehnung bei der Truppe eine Rarität geworden, es gebe meist Fische, aber auch davon seien die verabreichten Portionen nicht genügend. Von den Soldaten, die gemeutert haben, sollen sich welche erschossen haben, um nicht in die Hände der reichsdeutschen Schergen zu fallen. Noch toller aber ist, was reichsdeutsche Deserieure über die Art, wie sie daheim über die Lage der Sudetendeutschen unterrichtet wurden, erzählen. Man folportiere im Dritten Reiche alldie völlige Gleichberechtigung der deutschen Spra che mit der tschechischen oder besser des deutschen Staatsbürgers mit dem tschechischen. Spanien ist heute unsere Kriegsschule. Das Mittelländische Meer ist sowohl für Frankreich als auch für England verloren. Dadurch, daß wir zwei Jahre hindurch auf dem Kriegsschauplatz Gelegenheit zu Versuchen im Kriegswesen hatten, wo wir unser Kriegsmaterial erprobten und unsere werden. Anlaß zur Auflehnung gab die ungenüs gemein, daß die Hauptnahrung der Sudetendeut schichte der Sprachenkämpfe kennt, weiß, daß die Soldaten Politik hat Italien bewiesen, daß der Mut die chen Man wird nun auf tschechischer Seite sagen, Zur Meuterei einer größeren Anzahl Reichsdas sei nicht möglich. Man könne nicht etwa in wehrsoldaten und Offiziersanwärtern fam es in Piset und Tábor, in Kuttenberg und Caslau, in Grafenwöhr in Bayern, wo gegenwärtig der MiPardubiz und Königgräß deutsch amtieren. Dazu litärübungsplaß erweitert werden soll. Nach den ist nur zu sagen, daß es doch möglich ist und daß vorliegenden Berichten sollen zu diesem Zwede die Tschechen es waren, welche die durchgängige mehrere Ortschaften evakuiert worden sein, die Doppelsprachigkeit der Behörden in Böhmen in jetzt von der Artillerie in Trümmer geschlossen der Monarchie verlangt haben. Wer die Gegende und Verpflegung der anderen Staaten ungewöhnliche Vorteile erreicht. Die Unzufriedenheit scheint so weit zu gehen, daß Reichswehr sei das Gerücht im Umlauf, daß bei Tschechen die Sprachenverordnungen, welche die Regierung Badeni 1897 erließ und welche die General Franco verdanken wir es, daß wir an den sich die maßgebenden Streise veranlaßt sahen, im den Sudetendeutschen die Ratten ein Hauptnah, Zweisprachigkeit in Böhmen und Mähren statuiers lebenswichtigen strategischen Linien Frankreichs Anschluß an die Meuterei die Truppen von Gra- rungsmittel geworden seien. ten, lebhaft begrüßten. Danach sollte die Sprache Diese Deserteure haben natürlich große fenwöhr abzukommandieren. und Englands festen Fuß faffen konnten. In der Mehrere Reichswehrsoldaten, darunter auch Augen gemacht, als sie sahen, daß bei uns an der Eingabe maßgebend sein für die sprachliche ein Offiziersanwärter, konnten über die tsche- besten Lebensmitteln genügend vorhanden ist. Erledigung( in allen Instanzen), es könnte also beſte Strategie iſt, und es hat außerdem gezeigt, choslowakische Grenze flüchten, wo sie sich zunächst Unwillkürlich sagten sich die Deserteure: Wa- ieder Deutsche oder Tſcheche im ganzen Lande in wie leicht sich Frankreich und England einſchüch- in den Wäldern verborgen hielten. Als fie fich rum ligt man bei uns so? Was seiner Sprache Recht finden, bzw. seine Angeletern lassen. Unsere Teilnahme am spanischen Krieg hatte absolut keinen schädlichen Einfluß auf die beffen versichert hatten, daß unsere Behörden nicht würden diese Soldaten von der Hitlerarmee erst genheit bei der Behörde erledigen. Die Tschechen Ronzentration unserer militärischen Kräfte für die an eine Auslieferung denken, stellten sie sich die- sagen, wenn sie wüßten, daß den Soldaten der betrachteten die Sprachenverordnungen Badenis Erfüllung unserer wichtigsten nationalen Ziele. fen. Gegenwärtig befinden sich 15 Mann in be- tschechoslowakischen Armee das Brot gar nicht zus als große Errungenschaft, der verstorbene Kramář Im Gegenteil, diefe Teilnahme hat unsere Armee hörblichem Gewahrfam in Tachau. Alle Flücht- gemessen wird, daß die Soldaten Brot erhalten, hat in seiner Geschichte der tschechischen Politik linge geben übereinstimmend als Grund ihrer so viel sie wollen, und daß eben neues Brot ge- Badeni als einen Freund der Tschechen gefeiert Meuterei die fch I echten Ernährungs. faßt wird, wenn das alte aufgegessen ist. Selbst- und die Stadt Prag hat nach dem Ministerpräsiverhältnisse bekannt. Nach den Angaben verständlich bekommen unsere Soldaten gutes denten von 1897 cine Gasse benannt. So sehr Schwere Kämpfe in Spanien empfanden die Tschechen die Festsetzung der Dopder Leute foll die Aufstandsbewegung einen grö- Brot, fein Kriegsbrot DRGM. pelsprachigkeit als Aft der Gerechtigkeit, als Bes Barcelona. In dem amtlichen Bericht dieser Mitteilung vorläufig nach mit Reserve beKeren Umfang angenommen haben, doch muß man Dieser Meldung wollen wir noch eine inter- friedigung ihrer nationalen Ansprüche. Es kann des Nationalverteidigungsministeriums heißt es u. a.: An der Ostfront befindet sich unsere Armee segnen, weil die Angaben der einzelnen Soldaten eſſante Einzelheit hinzufügen. Die bei Tachau im aber ein für die Tschechen noch zwingenderer BeWalde versteckt gewesenen Reichswehrangehörigen weis dafür geliefert werden, daß die Zweisprachig in einem erbitterten Kampf füdlich von Ar- Dazu wird uns aus dem Tachauer Grenz- sandten einen Kundschafter aus, der fragte, ivo feit in Böhmen und Mähren die gerechteste und ein Sozialdemokrat wohne. Als man ihm einen zweckmäßigste Lösung der Sprachenfrage ist. Einer heftigen Widerstand Leisten und mächtige Gegen- Nach den Schilderungen von reichsdeutschen bezeichnete, fragte der Reichswehrsoldat, ob die der bedeutendsten und kenntnisreichsten politischen angriffe unternehmen. Sonntag früh unternahm Deferteuren muß die Verpflegung der deutschen Geflüchteten ausgeliefert würden. Es scheint also, Borkämpfer der Tschechen vor dem Weltkrieg, der der Gegner sechs Angriffe gegen unsere Stellun- oldaten wirklich unter aller Kanone sein. Die daß die Sozialdemokratie in der Reichswehr gro- spätere Obmann des jungtschechischen Klubs im gen bei Fuenta de la Seo, wurde jedoch zurück. Brotrationen feien völlig unzureichend, Fleisch sei lßes Ansehen hat. Wiener Reichsrat und Minister Dr. Friedrich P ageschlagen. cák hat 1896 eine Broschüre herausgegeben ( ,, Stizzen zur Regelung der Sprachenfrage im Königreiche Böhmen"), in welcher er die Forde rungen der Tschechen in der Sprachenfrage auf Seite 22 und 23 zusammenfaßt. Es ist wahrhaf tig nüßlich, das längere Zitat aufmerksam zu Tesen! ungewöhnlich gestärkt." tano und Seura 8, wo unfere Abteilungen Madrid.( Havas.) Trok starken Verlusten dringen die Nationalisten an der Castillonfront weiter vor. Das Gelände ist für die Berteibigung der republikanischen Truppen günstig. In der Gegend von. Nules wurde das Vordringen der Nationalen aum Stehen gebracht. Beide Par teien bereiten sich auf weitere Kämpfe vor. Immer neue Flugmorde fehr auseinandergehen. gebiet geschrieben: Die Freiwilligenzurückziehung - ein Humbug 2ondon.( Neuter.) Der spanische Bot- daß die italienischen Natgeber des Hauptquartiers Die Sprachenfrage im Königreiche Böhmen schafter überreichte im Außenamt eine Note, in der Aufständischen auch weiterhin in Spanien fann daher nur auf Grund der wahren Gerechtigkeit ber behauptet wird, daß Italien nach den mit verbleiben sollen, jedoch nicht mehr in italieni- gelöst werden. Diese Gerechtigkeit beruht auf dem Sonntag morgens griffen fünf Dreimotor- General Franco gepflogenen Gesprächen aus fchen Uniformen, sondern in Ziviltle i- Prinzipe der Gleichberechtigungund Savoia Valencia an, wurden aber durch Flant- Spanien 10.000 Freiwillige, zum größtenteil dung. feuer u. rep. Jagdflieger auf 4000 Meter Höhe ta mpfunfähige Mannschaften getrieben und warfen wohllos Bomben ab, bon ber& r ante, zurüdziehen will, und bas General Pariani bel Hitler daß denen einige die Hafenviertel trafen. Verletzt der übrige Teil der italienischen Detachements in München.( DNB) Der Reichstanzler wurde u. a. der britische Beobachter des Nicht die spanische Fremdenlegion eingereiht werden empfing Montag im Führerbau am königlichen einmischungsausschusses Albert Leman, 71 foll, wo diese Freiwilligen unter spanischem Na- Platz zu München den Oberbefehlshaber und GeJahre alt, an Bord des britischen Schiffs York- men eingefchrieben werden und die spanische neralſtabschef der italieniſchen Armee General hoben werden, wenn die Lösung dieser Frage eine Broot" im Hafen Uniform erhalten. Die Note behauptet ferner, Bariani. Gleichwertigteit der beiden Lan= dessprachen im Königreiche Böhmen, so daß jeder Böhme im ganzen Lande bei allen Gerichten und Behörden und jeder Deutsche im ganzen Lande bei allen Gerichten und Behörden in seiner Muttersprache ſein Recht suchen und finden kann und muß. Dieses Prinzip müßte unbedingt zum Gefeße er. gerechte genannt werden soll, Seite 2 Dienstag, 12. Juli 1938- Nr. 181 Auch Schweden nimmt Flüchtlinge auf Evian. In der Montag-Sitzung des Ausschusses für politische Flüchtlinge erklärte der fchlvedischc Delegierte Engzell,-ah sich sein Staat der Aufnahme einer bestimmten Anzahl von Zuwanderern im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten Schwedens nicht verschließt. Der Vertreter Paraguays erklärte, daß sein Staat zur Aufnahme arbeitsamer Einwanderer bereit sei, falls sich diese der Landwirtschaft widmen tvollen. Der schweizerische Delegierte Roth« mund stellte fest, daß die Schweiz Ausländer in einem Verhältnisse von ü Prozent Zuflucht gewährt und vom 12. März bis 1. April etwa 3000 bis 4000 österreichische Flüchtlinge ausgenommen habe. Eine natürliche Folge dieses Prinzipeö mühte sein, daß folgender Grundsatz definitiv zum Gesetz erhoben werde, nämlich der: daß im Königreiche Böhmen jeder Staats-, und Landerbeamte beider Landessprachen in Wort und Schrift vollkommen mächtig sein muh. ' Ich sage, nur jeder Staats- und Landesbeamte im Königreiche Böhmen muh unbedingt die beiden Landessprachen können, damit er im Lande, wo beide Landessprachen gleichwertig und gleichberechtigt sind, als Staats- und Landesbeamter wirken könne. Wer Staats- oder LandeSbeamter im Königreiche Böhmen werden will, soll unbedingt beide Sprachen erlernen, wer fie nicht erlernen will, der erwähle sich einen anderen Lebensberuf. Da» Petit, welches hier gestellt wird, ist ein gerechte» gegenüber beiden Nationane bei Landet. Es ist aber nicht nur eine, gerechte Forderung, sondern auch eine Forderung de» wirklichen Bedürfnisses und wird nicht nur die Richtigkeit in der?wdieatur, sondern auch die Schnelligkeit der EÄedigungen gang gewih befördern. Jede Eingabe, sei sie in der oder jener Sprache eingebracht, muß in derselbe« Sprache, in welcher fie eingebracht wurde., in alle« Instanzen bis zu ihrer endlichen und rechtsgültigen Entscheidung»erhandelt und entschieden werden. So erfordert die» nicht nur eine gerechte und richtige Judicatur in Gericht»« al» politischen Angelegenheiten, sondern die Durchführung diese» Grund« satze» ist auch zur gerechten Lösung der Sprachenfrage unumgänglich notwendig. Es muh daher unbedingt diesem Grundsätze im GesetzgebuugStvege definitiv Rechnung getragen werden gegenüber dem jetzigen faktischen Stande, der der Gerrchtikeit ganz gewiß nicht entspricht." Jeder Tscheche, der politisch interessiert ist, sollte diese paar Zeilen lesen und sollte heute dasselbe Gefühl fiir Gerechtigkeit aufbringen, von dem der Vorkämpfer seiner Nation 1896 erfüllt war. Es gilt jetzt, großzügig zu sein und den Fehler, den man mit dem geltenden Sprachengesetz 1920 gemacht hat, indem man es in der revolutionären Nationalversammlung ohne die Deutschen beschloß, gutzumachen. Die Republik und daS tschechoslowakische Boll würden dadurch in Europa moralische Eroberungen machen, die auch politisch für die Festigung des Staate» rind seiner Demokratie von unschätzbarem Gewinn wären. Verwaltunssreform im Sechserkomitee Prag.(Amtlich.)' Der sechsgliedrige KoalitionSauSschuß, der sich in den in der vergangenen Woche abgehaltenen Sitzungen mit den vom Ausschuß der politischen Minister und von den Fachexperten der Regierung auSgearbeiteten Vorschlägen zur Novellierung deS S P r a ch enge s e tz e S mit der Redaktion deSNationa- litätenstatut» beschäftigte, teilte daS Ergebnis dieser Beratungen dem Vorsitzenden der Regierung mit. Da die Vorbereitung der Vorschläge zur Lösung der Frage der nationalen Selbstverwaltung bei den Beratungen der Facherperten zu einer grundsätzlichen Redaktion deS gesamten Elaborates gelangt ist, wird dieses Elaborat den Mitgliedern de» srchSgliedrigen KoalitionöauSfchuffeS empfohlen» welcher in seiner Mittwoch stattfindenden> Sitzung die Behandlung dieser Frage aufnehmen wird. Für DienStag ist eine Sitzung de» politischen Ministerkomitees einberufen worden. Dr. MelBner bei Hodia Der Vorsitzende der Regierung, Dr. HodZa, kcnferierte am Montag mit dem Abgeordneten Dr. Alfred Meißner über einige Fragen, die mit den vorbereiteten Regelungen der Ratio« nalitätenverhältnisse in Zusammenhang stehen. Abgeordneter Dr. A. Meißner ist bekanntlich Mitglied des sechsgliedrigen Koalitionsausschusses, der gemeinsam mit der Regierung an der Vorbereitung der legislativen Projekte zur Lösung der Naiionaliiätenangelezenheiten arbeitet. Warnung an Hllnka Luhaöoviee. Im Rahmen der Manifeskatio- ncn für die Einheit der Tschechen und Slowaken erklärte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses M a l y p e t r, ohne die nationale Einheit der Tschechen und Slowaken gäbe eS keinen selbständigen tschechoslowakischen Staat. Er kritisierte dann die unverständliche Haltung der Hlinka- Partei. , Ter bekannte englische Publizist S e t o n Watson erklärte, er sei überrascht gewesen, daß ein Teil der slowakischen öffentlichen Meinung jenen Kräften und Strömungen gegenüber blind sei, die heute durch Europa gehen, und daß sie Parteikapital aus einer Lage schlagen wolle, die zu einer schweren Krise der Republik fiihren könne, nämlich durch die Forderung politischer und administmtiver Unmöglichkeften und durch da» Kokettieren mit jenen, die öffentlich diktatorische und totalitäre Methoden gegenüber Methoden der Freiheit und Demokratie favorisieren. 300 Millionen überschritten. Die Spenden für den JubilaumSfondS der GtaaiSverteidigung erreichten bi» einschließlich Samstag einen Betrag von 801,040.885 KL, die von 94.612 Pcr- ftncn eingezahlt wurden. DaS Ministerium für auswärtige Angelegenheiten macht aufmerksam, daß Parteienbesuche nur Dienstag und Mittwoch von 10 bi» 18 Uhr empfangen werden. Persönliche oder telephonische Urgenzen in Angelegenheiten ehemaliger österreichischer und nunmehr reichrdeutschcr Staatsangehöriger können au» technischen Gründen nicht beantwortet werden. bleue Bombenattentate in Palästina Jerusalem. In Haifa wurde am Sonntag in einen jüdischen Omnibus eine Bombe geworfen. Sieben Personen wurden verletzt. Zwei jüdische Hilfspolizisten wurden in Haifa beschossen und schwer verwundet. Eine zweite Bombe wurde an der gleichen Stelle geworfen, an der vor kurzem nach einem Bombenabwurf schwere Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern stattfanden, bei denen zahlreiche Personen getötet und verwundet wurden. In ganz Palästina sind an vieleit Orten Bomben geworfen worden, durch die eine große Anzahl von Personen verletzt wurden. Auch auf Züge wurden Anschläge verübt. I» Haifa, Tel Aviv, Jerusalem und Safed gilt nach wie vor daS AuSgehverbot. An vielen Orten in Nordpalästina wurden die Telephonleitungen unterbrochen. Zwischen Nazareth, Liberia und anderen Städten ist jedwede Verbindung unmöglich. Auch in Haifa, wo ununterbrochen Patrouillen die Straßen durchziehen, ist die Lage sehr gespannt. Zahlreiche Arbeiter jüdischer Fabriken wurden Montag bei der Heimkehr auS der Arbett im Osten von Haifa durch eine Bombenexploflon verletzt. Einer von ihnen ist seiner Verletzung bereit» erlegen, ein anderer erlag einem Dolchstoß. Kampf mit britischem Militär Montag vormittags kam e»-wischen Haifa und Nazareth zu einem Zusammenstoß zwischen einer großen Gruppe von Terroristen und einer englischen Wacheabteilung, wobei ei« britischer Offizier, sowie ein britischer Soldat, letzterer sehr ernst, verletzt wurden. Zwei Mitglieder der jüdischen Hilfspolizei wurden verletzt und eine» getötet. Frankreich empört über Mussolinis Drohungen Paris. Nicht nur die französische Linkspresse, sondern auch die nationalen Blätter, wie „L'Epoque",„Figaro" und„Jntransigeant" sind streng in der Beurteilung des Tones deS Vorworte», da» der italienische Ministerpräsident Mussolini zu der Aktensammlung de» Großen Faschistischen Rate» schrieb. Die französische Presse weist die Behauptung Mussolini» zurück, daß in Spanien französisch-russische Truppe« waren, ebenso wie seine weiteren Ausführungen über die Stärke und den Sieg Italien» und Deutschland» über diese Truppen. „Jntransigeant" fragt, wohin Mussolini mit dieser Schreibart ziele, und sagt: „Wenn der französische Ministerpräsident Dala- dier sich die Freiheit nehme, ein Zehntel dessen zu erklären, wa» eben der Dnce sagte, würde die gesamte italienische Presse sofort schreien, daß Frankreich de« Krieg will." „L'Epoyue veröffentlicht einen Artikel de Kerilli», der u. a. schreibt: Alle diese Kundgebungen Aiussolini» sind darauf abgestellt, schon nach einer gewissen Zeit eine ungewöhnlich gefährlichePstzchose hervorzurufen. Wir leben.in einer Zeit dauernder Zusammenstöße chaotischer Interessen, au» denen hie nnd da übertriebene Ambitionen» da» Verlangen nach Sieg«nd Träume» nach Hegemonie und Imperialismus auftauchen. Japan will Asten verschlingen» Deutschland Europa» Italien will die afrikanische Mittelmeerküste beherrschen. Die Taktik dieser Kräfte ist e», den geeigneten Moment abzuwarten» bi» unsere inneren Zwistigkeiten un» schwächen» und sodann die Risse zu prüfen» die sich in der französisch.englischen Achse«nd Front ergeben könnten. Sich diese Lage klar zu vergegenwärtigen» diktiert unS unsere Pfiicht» sowohl bei unserem innen- wie außenpolitischen Planen. Im„Figaro" schreibt d'Ortneffon: Ein Krieg könnte nicht entstehen» außer er wird durch verbrecherische Köpfe oder kollektiven Irrsinn hervorgerufen. Gegenüber einem solche» Angriff eine» Kopfe» ist e» immer möglich, daß wir hartbleiben. Gegen Unbesonnenheit, die noch wahrscheinlicher ist, müssen wir weise Uever- legung wahren. „Populaire" erklärt: Wir glauben nicht an Mussolini al» Ideologen. In Spanien hat Mussolini niemals etwa» andere» erstrebt, al» den Umsturz der politischen und militärischen Situation zugunsten seiner Expansion»- und Hegemo- nie-Pläne im Mittelmeer. Englands Minimalforderungen in Rom notiflzlert Donnerstag abends gab der englische Botschafter Lord Perth dem italienischen Auße«- niinister Grafen Ciano in einer längere« Unterredung da» Minimum der englischen Forderungen bekannt, deren Erfüllung zur Ermöglichung eine» beschleunigten Inkrafttreten» de» ita- lienisch-britifchenBertrage» erwartet wird. Außenminister lliano stellte eine Antwort nach Ueber- prüfung dieser Forderungen dnrch Mussolini in Aussicht. Worauf sich diese Minimalforderungen in ihren Detail» beziehen, ist noch nicht bekannt. Chamberlain bleibt schweigsam... London. In der Montagsihung de» Unterhauses versuchte die Opposition erneut— und wiederum vergeblich— vom Ministerpräsidenten eine Definition zu erhalten, welche Regelung in der Beilegung der spanischen Frage er al» hinreichende Erfüllung der Bedingungen fiir da» Inkrafttreten des englisch-italienischen Vertrage» ansehen will. Chamberlain erklärte lediglich, e» werde zu einer weiteren Diskussion Gelegenheit gegeben werden, sobald daS Datum de» Inkrafttretens von der Regierung festgesetzt sein wird. Der englische König leicht erkrankt London. Wie amtlich miigieilt wird, ist König Georg Vl. leicht an einer Magengrippe erkrankt und muß das Bett hüten. Man nimmt an, daß einige Tage der Ruhe, zur vollständigen Erholung auSreichen werden. Der für den Besuch deS Königspaare» in Frankreich in Aussicht genommene Termin vom 19. bis 22. Juli wird aller Voraussicht nach eingehalten werden können. 16 I Zwischen I Mann und Kind Roman von LIU Körber Ich bin nicht dazugekommen, bis heute nichtl Diese Woche— Sie werden es nicht glauben— diese Woche hatte ich mir vor- genominen. Sie auzurufcn. Sie stehen doch im Tclcphonbuch? Was machen die Kinder? Ein Bub und ein Mädcrl, nicht? Drei Buben? Fixlaudon! Ich habe nur einen in der Erinnerung, Wiesinger sagte, er hätte ein absolutes Gehör? Lassen Sie ihn ausbilden? Na, dann ist recht» ist recht!" Er betrachtete sie gerührt. Er war ein rüstiger Fünfziger mit Bäuchlein und graumeliertem Haarkranz. „Wissen's, gnä' Frau, daß ich da sitze und red' mit der Frau meines ehemaligen Freundes Wiesinger, das erweckt solche Erinnerungen, Ju- genderinncrungen in mir... Daß ich da sitze... warum sitzen wir eigentlich da? Wir könnten uns doch wo anders Hinsehen? In ein Cafe? Ich habe Zeit, ich möchte die Jugcnderinnerungen... Müssen Sie schon nach Hause? Wie schade! Darf ich einmal anrufen? Der Bub würde mich interessieren. Bei wem lernt er denn? Bei dem Veil- ckunstcin? Also in guten Händen ist Ihr Bub nicht, Pardon, Pardon, gnä' Frau, wenn ich so frei bin, so aufrichtig... weil der nichts kann, er hat einen großen Zulauf, ist aber ein vollständiger Charlatan... schade, schade um den Buben... Wie alt ist er denn? Na, höre« Sie, dann ist es aber die höchste Zett, daß er in die richtigen Hände kommt! Mein armer Freund Wiejingerl M betrachte es al»«reine tat pflicht, mich seines Sohnes anzunehmenl Er hat eine Lücke hinterlassen— als Künstler und auch als Mensch..."(„Dieselben Worte kamen in seiner Trauerrede vor", erinnerte sich Frau Martha.)„Jawohl! Er war einer der wenigen, die niemals intrigierten! Wissen Sie, was das heißt, wenn ein Künstler nicht neidisch auf die Kollegen ist, ihnen Erfolge gönnt! DaS gibt'S nicht, daS gibt's überhaupt nicht. Da steht der Wiesinger allein da und hat darin keine« Nachfolger gefunden. Großzügig war er» ei« nobler Charakter und ein begnadeter Künstler!" Gerührt nahm er ihre Hand. Sie ließ sie ihm, sie dachte an Gustav. „Ich wer' anrufen, gnä' Frau", sagte er, „ich wer' anrufen und wer' mir da» Vergnügen machen... und laß' mir was von dem Buben Vorspielen. TvS wäre noch schöner, wenn der Sohn meine- Freunde» Wiesinger nicht ordentlich ausgebildet würde! Dieser Charlatan! Daß er in unserer Musikstadt überhaupt noch geduldet wird! Ja, gnä' Frau, so ist eS, Sie können mir glauben, ich bin nct neidig, aber was zu Vie! ist, das ist zu viel! Kennen Sie die Geschichte mit Apoll?" «Welche?" „Na die, wie er dieses Schlieferl. diesen Schweinehirten oder was er sonst war, zerrissen hat, wett er nicht spielen konnte? Der hatte sich angemaßt, mit Apoll in einem Wettbewerb zu treten. An Keckheit fehlt e» ja diesen Leuten nicht l Er trat also in den Wettbewerb. Apollo ließ ihn aber erst gar nicht den ersten Satz zu Ende spielen, er packte ihn und zzzdsk! aus war's l Aus Mr immer!" Bühler lächelt« triumphierend. „Zzzdsk! Fertig!„Spielt' nie einen Tropfen mehr", sagte der Goethe und hatte recht. Denn in der Moral ist der gute Wille alle», in der Kunst gar nicht»! Nicht»! So ein Zugereister, la»in Schweinehirt, der Beilchenstein» kommt daher und tvill bei uns in Wien Musik machen. Mit der griechischen Keckheit! Haben wir nicht genug bodenständige Musiker? Dass der Sohn meines Freundes Wiesinger... ich wer' anrufen. gnä' Frau! Wohin gehen Sie. gnä' Frau? Ich wer' mir erlauben. Sie bis zur Elektrischen zu bringen! Ich wer' mir erlauben, baldigst anrufen!" Bühler schien sehr aufgeräumt, er hielt Frau Martha am Ellbogen, sein rotes Gesicht leuchtete: „Ich freue mich so, freue mich aufrichtig, daß ich die Frau meine» Freundes Wiesinger... und gar nicht verändert haben sich die Gnädige, ganz im Gegenteil... Gehen die Gnädige manchmal ins Kaffee? Oder darf ich die Gnädige zu einer Heurigenpartie einladcn, ich kenn' in Grinzing einen Ausschank, der hat ein Weinderl. der ist schon tulli! Gnädige trinken net? Wie schade! Aber vielleicht überlegen Sie sich'S doch? Und wegen dem Buben werden wir mit einander reden, den übernehm' ich, den Sohn meines Freundes... da kommt Ihre Elektrische, gnä' Frau, also küß' die Hand, ich wer' mir erlauben..." Als sie in die Elektrische einstieg, sah er ihr nach, suchte sie mit den Augen, lüftete schwungvoll den Hut. Sie saß da, etwas verdutzt. Anrufen, erwürbe anrufenI, Gewiß, es war wegen Werner, ja, aber bisher hatte er sich gar nicht um Ihn gekümmert. War ihm nicht eingefallen. Plötzlich besann er sich auf seine Freundschaft mit Gustav... Nein, woran sie jetzt dachte! Abscheulich von ihr! Niemals fielen ihr früher solche Dinge ein, jetzt wurde jede Kleinigkeit bedeutungsvoll. Zum Beispiel, ob sie Dr. Geßler morgen anrufen sollte. Ganz dumm war sie geworden, hatte ihre Gelassenheit verloren, wußte nicht mehr aus und ein. Wie ausgewechselt waren die Buben, sie erkannte die lieben offenen Gesichter nicht mehr: die ironischen Blicke Werners, da» mürrische Schweigen Roberts und Franzl, verschlage« und verlegen zugleich!- Fredy und Grete schliefen noch nicht, Fred« reklamierte mit lauter Stimme Dante Martha. Sie saß auf seinem Bett, er zupfte ungeduldig an ihren Fingern, verlangte„eine recht schöne Geschichte". Er war ein Jahr jünger als Franzl, aber runder und kräftiger. Allerdings war Robert m seinem Alter bedeutend größer und stärker. Sie seufzte. Bis jetzt hatte sie mit Robert nie Scherereien gehabt. Schon die Geburt ging leicht, vielleicht weil sie sich in den letzten Monaten der Schwangerschaft so glücklich und ruhig fiihltc. Gustav arbeitete an einer Oper, die ihm viel Kopfzerbrechen machte, wenn er angerufcn wurde, winkte er knurrend ab:„Sag', ich bin nicht zu Hause!" Und wenn sich der Anruf nach zwei— drei Stunden wiederholte:„Zum Teufel einmal, sag' ihr, daß ich gestorben bin, sag' wa» du willst, ich brauche Ruhe, Ruhe!" tobte er und Fra» Martha strahlte. Aus dem Kinderzimmer kam Gebrüll: der zweijährige Werner hatte von seinem hohen Gessel aus die Schale Milch auf seine Foeundin, das fünfjährige Katherl geworfen, weil sie mit seinem Teddybären spielen wollte. Jetzt heulten beide. Steffi stürzte aus der Küche, Gustav aus seinem Zimmer, setzte sich voller Stolz seinen heulenden Sprössling auf die Schulter. Er war hoch und schlank wie ein junger Baum, lächelte zu dem Kind hinauf, das sich an seinen dunkelblonden Haaren festhielt und Keine freudige Rufe aussiiess. Es war FrÜhjcchr, die ganze Wohnung duftete nach Flieder. Flieder stand . neben ihren Bett nach der Entbindung. Da» Kind war nicht so schön, wie Werner gewesen war, ober kräftig und gut geformt. Und das Stillen tat ihr nicht mehr so weh wie das erste Mal. «Also doch kein Mädchen"» sagte sie eni- schuldigend zu ihrem Mann. Er tröstete sie lachend: „WlachtS nichts, daS Nächste dann.* ^Fortsetzung folgt)' Rr. 161 DienStaa, 12. Juli 1S38 Seite 3 Wir massen durch l Prachtvolle Festtage der Dux-Blllner Arbeiterschaft Ladowitz bei Dux stand am Samstag und Sonntag im Zeichen des AtuS-Bczirköfestes, womit gleichzeitig das 40jährige Jubiläum des AtuS-Ladowitz verbunden war. Tausende junge Menschen waren herbeigeeilt, um ihre ungebrochene Kraft zu demonstrieren; die treuen Frauen und Männer der Partei verbanden sich mit der Jugend zu einer erlebnisreichen Kundgebung. Am Samstag abends bewegte sich ein mächtiger Fackelzug von tausend Menschen durch die Stadt. Aus dem Platze' wurden schöne Tänze der Turnerinnen gezeigt. Ein Feuerleulenschwingen schuf den symbolischen Anüklang. Der Sonntag-Vormittag war den sportlichen Darbietungen gewidmet, während sich im Arbeiterheim 800 Funktionäre und Funktionärinnen der Partei zu einer Arbeitstagung versamnielten, in der Otto Pichl übel die politische Situation und unsere organisatorischen Aufgaben sprach. Nach der Mittagsstunde formierte sich ein gewaltiger Festzug, an den sich eine politische Kundgebung schloß, die von ungefähr 8000 Personen besucht war. Der Parteivorsihende Wenzel Jaksch hielt, von den Massen stürmisch umjubelt, eine Ansprache, in der er sagte: »Die Gesamtpaetei dankt allen Männern und Frauen für die herrliche Treue, die sie in den schwer- sien Stunden unsere« Kampfe« bekunde! haben. Diese« Wort gilt der Jugend und den Männern und Frauen der Bewegung. C« ist ein große« Glück, daß unsere Frauen Schulter an Schulter mit den Kampfgenoffe» stehen» denn in der Arieitersamilii taut sich die sestgesügte Zelle der sozialdemokratischen Kiunpffirmatlonen. Wir wollen in dieser Stunde feststellrn, daß kein Stein nach jenen geworfen wird, die durch Hunger mürbe gemacht, in da« gegnerisch» Lager gezogen wurden. Jenen Schmarotzern aber, die auf dem Rücken der Arbeiterklasse zu einer ge- DaS Wochenblatt der SS, das„Schwarze Korps*» beschäftigt sich in einem fünfspaltigen wutschnaubenden Leitartikel mit dem Pfarrer Busch aus Paplitz, Kreis Jüterborg-Lucken« walde, der von der Kanzel erklärt hat, daß er niemals im Beben einen Cih auf Hitler ablegen werde, und der sich auch geweigert hat, der„Nationalsozialistischen BolkS- wohlfahrt" als Mitglied beizutreten, was er durch folgenden Brief begründeter „Die Nationalsozialistische PolkSwohlfahrl untersteht einem christuSfremden und folglich chri- stutseindlichen Totalitätsanspruch. Alfred R o- s en berg al« der Ueberloacher der weltanschaulichen Erziehung der Bewegung und ihrer Gliederungen ist auch der dietbezügliche Ueberwacher der NSV. Dies allein sagt schon genug. Im Gegensatz dazu weih ich mich ausschließllch unter dem Totalitätranspruch Jesu Christi gestellt. Niemand kann zwei Herren dienen. Busch." Dieser kleine Landpfarrer, der seinen Mui bereits im Konzentrationslager büßen muß, Hal das Wesen des Nationalsozialismus richtiger erkannt als Herr Prälat Hilgenreiner, der vor vierzehn Tagen in seiner Rechtfertigungsschrift in der„Katholikenkorrespondenz" zu dem grotesken Schluß kam, daß zwar Nationalsozia, liSmuS im Sinne eines Rosenberg sclbstverständ- lich für einen Katholiken unannehmbar sei, daß c« sich aber für Henlein— trotz dessen deutlichen Bekenntnissen zu„d e r" nationalsozialistischen Weltanschauung— lediglich um‘eine politische Weltanschauung handle, die einwandfrei sei... Der„Deutsche Weg" in Holland weist nun Hilgenreiner nach, daß die alldeutsche Gesinnung z. B. in der Tschechoslowakei durchaus suchet waSmitderReligion zu tun hat, nämlich ihr zuwiderläuft. Möglicherweise ist der eben gemeldete Rücktritt HilgenreinerS von seiner Funktion als Bizeoffizial des kirchlichen Gerichtes in der Erzdiözese Prag bereits eine Folge dieser Desavouierung. Und daß beispielsweise der Hochmeister des Deutschen Ordens in Freudenthal» Dr. S ch ä l z k y, den demokratisch' bemühten Generaldirektor des Volksbundes Deutscher Katholiken in Böhmen, Emanuel Reichenberger» mit dem Borwurf, er sei„auf der Prager Burg" gewesen, zum Rücktritt zwingen wollte, beweist in einem weiteren Fall die Desorientierung gewisser hoher geistlicher Personen in der Frage der katholischen Auffassung des Staatsgedanken«. Mit Freude kann festgestellt loerden, daß seitens andererFührerderKirche daS Angesicht des Nationalsozialismus immer deutlicher erkannt wird. So wird man mit Genugtuung die scharfe Stellungnah nie des«Osservatore Romano" gegen die 60 Thesen hinnehmen, die im weltanschaulichen Unterricht der österreichischen Hitler- Jugend behandelt werden. Trotz der„Brücken« sicherten Existenz emporgeklettert sind, zeigen wir unsere ganze Verachtung. Jene politischen Buntspechte, die aus ihren Federn einen Klecks von jeder Parteifarbe haben, werden auch der Volksgemeinschaft kein Glück in da« Rest tragen. Sie werden ihre heutige Partei genau so verraten, wie sie die sozialistische Arbeiterklasse verraten haben. Hier aber zeigt sich in strahlender Gröhe die Reinheit der sozialistischen Gesinnung, welche in der Finsternis unserer Tage leuchtet. Wir werden niemals vergessen, daß die ärmsten Söhne unseres Volkes auch die treuesten Kämpfer der Partei gewesen sind. Ans die politische Situation übergehend er- Aärte Jaksch, daß Staat und Negierung in diesen Zelten große Pflichten haben. Mr werden unseren Teil beitragen, daß ein dauemder ehrlicher Fried» zwischen den Völkern auf der Grundlage demokratischer Gleichberechtigung hergestellt wird. Wir blei- len die Wächter des ehrlichen Friedenswillen« und der Freiheit der arbeitenden Menschen. Rach einigen herzlichen Wirten an die tschechischen Freunde in tschechischer Sprache schloß Jaksch mit einem überzeugenden Appell an jung und alt: Wir müssen durch! Und wir werden dnrchkommen, dafür bürgt un« da« Gute, da« wir vertreten, und die Erkenntnis, daß wir uns vor dem Faschismus nicht fürchten!" Die Ausführungen des Parteivorfitzenden wurden wiederholt von lebhaften Beifallskundgebungen unterbrochen. An deren Schluffe erhoben sich tausende Arbeiterfäuste zum Gruß und Gelöbnis. Pichl konnte die imposante Kundgebung mit einem kurzen Aufruf.schließen. Nach dem „Lied der Arbeit" marschierten die Teilnehmer aus den Festplatz die Darbietungen der Turnerinnen, Turner und Kinder, die Genoffinnen und Ge« iiüiicu bis in die Abendstunden vereinigten. Die Arbeiterschaft des Dux-Bilier Bezirkes kann auf ihre Festtage stolz sein. bauer"-Versuche JnnitzerS und WaitzenS stellt daS offizielle Organ des Vatikans fest, daß„jede der hier aufgestelltim Behauptungen eine ungeheuerliche Befchimpfimg der Kirche und Leugnung der ellemmtarsten christlichen Grundwahrheiten* sei. Der Blut-Theorie, der von den JnnitzerS und HilgenreinerS auf halbem Weg entgegengekommen werden möchte, wendet sich mit prächtiger Offenheit der Breslauer Erzbischof, Kardinal Bertram, entgegen. Auf dem St. Anna- berg sprach er vor 180.000 deutschen katholischen Männern anläßlich einer Wallfahrt: „Die Liebe Christi ist eS, die uns eint. Und wie ist diese Gemeinschaft ausgebout? R i ch t a u f der Gleichheit de» Blutes, denn im Blut liegt die Gefahr zum AuSbruch auü der Ge- meinschast, zur Selbstüberhebung und Selbstver» götternng. Gemeinsame« Blut ist keine Bürgschaft für lrbmülängliche Dreuegrmeinschaft." Nicht minder erfreulich als diese Aussprüche, die die antifaschistische Linie der katholischen Kirche zeigen, ist wohl auch die sich immer mehr in der demokratischen Richtung entwickelnde kirchliche Beurteilung der spanischen Frage. Hier ringen sich die Vertreter der Kirche immer mehr zu einer objektiven Haltung durch. In einem Interview des C. P.-Pressedienstes äußert sich der Erzbischof von Paris Kardinal B e r d i e r: „Zur Meinungsverschiedenheit der Katholiken in der spanischen Frage nimmt der franzö- sische Episkopat keine Stellung. Er bemüht sich, die Leidtragenden zu trösten. Wir haben alles, was in unseren Kräften stand, getan, um den unglücklichen Opfern dieses Krieges zu helfen." Und B e r n a- n o ö, der bekannte französische katholische Schriftsteller, dessen Sohn als Phalangist in den Reihen FraneoS gekämpft hat, betont in seinem neuen Buch, es gehe nicht an, den katholischen Gedanken auf seiten FraneoS vertreten zu sehen... Eine unglaubliche Sache haben sich die auf der Kandidatenliste der SdP gewählten Gemeindevertreter von Bruch geleistet. Bruch hat eine tschechische Mehrheit; die SdP hat bei den Wahlen zehn Mandate erhalten und hat, da die Gemeindevertretung 36 Mitglieder zählt, Anspruch auf den zweiten Vorsteher-Stellvertreter. Die SdP hat aber diesen Anspruch nicht angemeldet und die Folge davon war, daß zum Gemeindevorsteher und zu Stellvertretern durchwegs Tschechen gewählt wurden. Zum Vorsteher wurde der tschechische Nationalsozialist Forst gewählt, zum Bezirkskonferenz In Brüx Sonntag, den 10. Juli, fand in Brüx eine von 06 Delegierten besuchte Bezirks-Plenarkon- ferenz der Vertrauensmänner statt, die vom Vorsitzenden Zettl mit einem Nachruf auf Eduard Rieger und Otto Bauer eröffnet wurde. Bezirkssekretär Falb erstattete einen Organisationsbericht, aus dem hervorgeht, daß die Partei-Bezirksorganisation während der ganzen krisenhaften politischen Verhältnisse vom Herbst bis Mai nicht mehr als vier Prozent Mitglieder verloren hat. Seither ist nicht nur eine Stabilisierung eingetreten, sondern einzelne Orte haben Neuaufnahmen von Mitgliedern zu verzeichnen. Besonders bemerkenswert ist das Beispiel von Brandau, wo 24 Mitglieder gewonnen wurden. Der Redner beschäftigte sich dann mit den Aufgaben der Sozialdemokratie in den Gemeinden sowie mit dem Verhältnis zur SdP und zu den Tschechen. DaS politische Referat erstattete Dr. Emil Strauß (Prag), der einen eingehenden Bericht über die nationalpolitischen Verhandlungen erstattete, einen Ueberblick über die außenpolitische Lage gab und die Möglichkeiten der kommenden Entwicklung skizzierte. Die Konferenz nahm die Ausführungen des Redners mit großem Beifall entgegen und erklärte ihr Einverständnis mit der Haltung der Partei. Parteiberatung In Tachau Sonntag waren in Tachau die Vertrauensmänner der sozialdeniokratischen Bewegung versammelt, um zu den neuen Aufgaben der Partei Stellung zu nehmen. Willi W a n k a erstattete einleitend einen ausführlichen Bericht über die internationale Situation und die innerpolitische Lage, worauf Gebietisekretär AloiS Müller zu den besonderen organisatorischen Aufgaben der Gegenwart Stellung nahm. Ueber die beiden Referate wurde eine längere, von lebhaftem Jntereffe getragene Aussprache abgeführt, an der sich Müller, Neuzedlisch, Bär-LangendörflaS, Walch-Neudorf, Gerstner-Ta« chau, Bär-Tachau und Parisek-Josesihütte, beteiligten. AuS den Ausführungen der DiskuffionSredner ging der unerschütterliche Wille der sozialdemokrati« scheu Vertrauensleute hervor, in dem Kampfe der Partei für Freiheit, Frieden und sozialem Aufbau mir ganzer Kraft auSzuharren. Unter lebhaftem Beifall der ganzen Konferenz wurde dem Parteivorsitzenden Abgeordneten Jaksch der Tank für seine Arbeit ausgesprochen. DaS neu erwachte Interesse für die Arbeit der Parte: im Bezirke Tachau wird auch durch die Tatsache gekennzeichnet, daß mehr al« doppelt so viel Delegierte erschienen, als erwartet wurde. Die VertrauenSmännertagung in Tachau war für jeden Teilnehmer ein tiefes Erlebnis. var Prozentsatz Dr. Franzels Dem Leiter deS Prager VoltSbildungSvereinS „Urania", Dr. E. Franzel, scheint in jüngster Zeit nicht gerade viel daran gelegen zu sein, seine früheren Freunde nicht zu enttäuschen und weiter zu entfremden. Denn sonst hätte er kaum folgenden Brief an die Verwaltung des„Prager illustrierten Montag" geschrieben: Sehr geehrte Herren! Wir gestatten uuS uiitzuteilen, daß wir unser Kino-Inserat in Ihrem Blatte mit sofortiger Wirksamkeit einstellen. Wir wenden uns mit unseren Preffeanzeigen in erster Linie an die deutsche Oeffentlichkeit und müssen annehmen, daß Ihr Blatt, seiner Schreibweise nach zu schließen, keinen nennenswerten Prozentsatz deutscher Leser erfaßt. Hochachtungsvoll: BolkSbildungShauS„Urania", gez, Dr. E. Franzel Der Schluß Dr. Franzels auf den Prozentsatz deutscher Leser des genannten Blattes läßt leider annehmen, daß Dr. Franzel sich nicht nur sprachlich einer Ideologie nähert, die er früher, seit er politisch denken konnte, leidenschaftlich bekämpfte. Ob nun Franzel in gewisser Hinsicht zumindest so denkt, wie eS bei der SdP üblich ist, oder ob er sich„nur* so äußert, um den Geschmack der Gleichgeschalteten zu treffen, erscheint uns nicht als daS entscheidende und übrigens wird eS darüber wohl bald Klarheit geben. Wesentlich aber ist für uns, baß Dr. Franzel diesen Brief als Leiter der„U r a n i a" schrieb, und politische Bedeutung wird die Antwort auf unsere hier erhoben» Frage haben, ob die«U r a- ersten Stellvertreter der tschechische Nationalsozialist Broj, und zwar in der Stichwahl gegen den Kommunisten, zum zweiten Stellvertreter der tschechische Bürgerliche Samoniel. Hätte die SdP den Anspruch auf den zweiten Stellvertreter angemeldet, so säße im Gemeindepräsidium wenig« slens ein Deutscher. So aber ist das Gemeindepräsidium rein tschechisch, und zwar mit Hilfe der SdP, die angeblich die deutschen Belange so gut wahrt. Das Beispiel von Bruch zeigt, daß es für SdP-Leute auch andere Beweggründe ihres Handelns gibt, als hie Liebe zur Nation. Katholischer Antifaschismus marschiert SdP wählt tschechisches Gemeinde-Präsidium Henlelnleute verzichten auf den Ihnen gebührenden Vorsteher-Stellvertreter I r.ia" diesen Brief Franzels deckt. Die„Urania" hat nach wie vor sehr viele Mitglieder, die ihr Rückgrat vor der SdP nicht krümmen— Menschen, die ja auch ihre Vertretung im Kuratorium und im Präsidium dieses Instituts haben. Von der Antwort, die die„Urania" auf unsere Frage geben wird, wird das Urteil der Prager deutschen(und nicht nur der deutschen) Demokraten über dieses Volksbildungsinstitut abhäugen. Es tväre aber sehr wünschenswert, wenn man bei dieser Gelegenheit auch zu einem völlig klaren Urteil über die Einstellung Franzels gelangen könnte. Ueberwültigende Beteiligung am Atus-Fest In Türmltz . Das Arbeiter-Turn« und Sportfest de« Bezirkes Aussig, das diesmal zu einem Fest der Arbeiter ausgestaltet wurde, hatte eine Riesenbeteiligung zu verzeichnen. Im Festzug marschierten 8000 Teilnehmer, auf dem Festplatz waren über 10.000 Festgäste anwesend. Dem Festzug wurde von den deutschen und tschechischen Demokraten in Türmih ein überaus herzlicher Empfang bereitet. Die Gesichter der Henleiner, die in der Flüsterpropaganda von einer Beteiligung von 600 Personen gesprochen hatten,wurden immer länger, als der imposante Demonstrationszug mit den vielen Staats- und roten Fahnen in Türmitz einmarschierte. Das spalierbildende demokratische Publikum bereitete dem Festzug begeisterte Ovationen und marschierte am Schluß des Zuges mit in den Schloßpark. Auf dem Festplatz sprachen Bezirks« obmann Heinrich I e n t f ch für die Veranstalter. Abgeordneter K ö g l e r für den Parteivorstand der DSAP, für den Atus Bundesobmann Senator Heinrich Müller, für die Frauen Abgeordnete K i r p a l und den Dank und die Grüße an die Festteilnehmer und die Veranstalter der tschechischen sozialdemokratischen Arbeiterschaft verdolmetschte Bezirksvertrauensmann V a e e k. Die Begeisterung der Teilnehmer an dem DemonstrationSzug und dem Fest war unbeschreiblich. Die überaus starke Beteiligung übertraf bei weitem alle Erwartungen der Veranstalter; sie war bedeutend größer als während der wirtschaftlichen Hochkonjunktur. Du muflt es dreimal sagen... Konrad Henlein war— was man aber nicht etwa aus der SdP--Preffe erfährt— Samstag—Sonntag in München bei H i 11 er und hat damit innerhalb einer Woche Herrn Hitler den dritten Bes udi abgestattet. Na,„lovaler" kann man wirklich nickit sein! Sandys Zitierung vor den Staats* anwalt— ein.technischer Fehler* London.(Reuter) Das Unterhaus genehmigte Montag in offener Abstimung die Resolution, die der Ministerpräsident Chamberlain vorgelegt hatte und die fordert, daß das llnterhaus dem Bericht des PrivilegienauSschuffeS zustimme, der die Beschwerde deS Abgeordneten Sandys geprüft hatte. Zahlreiche Oppositionsredner und auch Winston Churchill kritisierten den KriegSmi- nister Höre Bclisha. Der Ministerpräsident erklärte, der Bericht deS PrivilegienausschusseS besage, daß daS Militärgericht einen technischen Fehler beging, ohne jedoch der Autorität deS Unterhauses absichtlich opponieren zu wollen. ..Fliegend« Schlachtschiffe" London.„Daily Erpreß" meldet, die britische Luftwaffe Habe eine Flotte„Fliegender Schlacht, schiffe" in Auftrag gegeben. Die neuen Flugzeuge stellten eine Weiterentwicklung der zur Zeit von der„Imperial Airways" benutzten Flugboote dar. Rumänisch« Waffenfabriken Im Bau London. Das Reuter-Büro meldet ans Bukarest: König Carol nahm eine Besichtigung mehrerer Waffen« und Munitionsfabriken vor. die in den Karpathen gebaut und eingerichtet tverden. Großen Eindruck machte auf den König die Schnelligkeit, mit der die Bauarbeiten sortschrei« ten. Wegen der unzugänglichen Lage dieser Betriebe mußten mehrere Nebenlinien der Eisenbahn und mehrere Straßen gebaut werden. Man hofft, daß Rumänien bald imstande sein wird, sich für den Kriegsfall eine hinreichende Ausrüstung für seine Armee zu schaffen. Die Betriebe sind von hohen Bergen so eingeschloffen, daß es für einen Feind sehr schwer wäre, sie anzugreifen und zu vernichten. Honvedminlster siegt Uber Hltlermann Budapest. Anläßlich der Neuwahlen im Bezirk Abadszalok wurde Honvedminister Rad mit 4467 Stimmen gegenüber dem rechtsradikalen Kandidaten M e s l o, welcher 3367 Stim- ulen erhielt, zum Abgeordneten gewählt. Japanische Kriegsschiffe versenkt H a N k a u.(Reuter.) Der chinesische Gr- neralstab meldet, daß chinesische Flugzeuge drei japanische Kriegsschiffe auf dem Jangtse bombardiert und versenkt haben. Seite 4 Georges Monnet leber Georges Monnet, dessen bedeut samen Gruz an die DSAP wir an der Spize der Blätter veröffentlichen, schreibt Walter Ko larz in seinem Buch„ Das Regime Blum" unter anderem: ... Monnet ist der hervorragendste Vertreter der jungen sozialistischen Generation, er ist die Dienstag, 12. Juli 1938 Spannender Flug um die Welt Der Ozean überquert O In Le Bourget gelandet Um 1.55 Uhr( WES) gab Hughes durch einen Funkspruch bekannt, daß er sochen NeuSchottland in Kanada, 647 Kilometer von New Work entfernt, überflogen habe und auf den Atlantischen Ozean zusteuere. Mr. 161 Warum die Atus- Mannschaft verlor Betrachtungen über die Spiele der UnionFußballer in Frankreich Unsere Union- Fußballelf nahm an einem Län Floyd Bennett.( Havas.) Der amerikanische Die Nachricht von der Landung Howard derturnier in Paris teil. Ueber die einzelnen Spiele Flieger Howard Hughes, der Sonntag abends um Hughes' verbreitete sich in Paris furz vor 17 Uhr wurde bereits berichtet. Unsere Vertretung blieb an 23.20 Uhr europäischer Zeit zur ersten Etappe und rief begreifliche le berraschung her letter Stelle. Die terzeitige Spielstärke der beteifeines Fluges um die Welt über den Atlantischen vor, denn das amerikanische Flugzeug wurde in liaten Länder folll nachfolgend behandelt werden: Der hohe Sieg der Russen 8: 0 und die knappe Ozean nach Paris gestartet ist, lenkt die hervor- Le Bourget erst gegen 19 Uhr erwartet. Daher ragende amerikanische Maschine ,, Lockhead XIV", befanden sich auf dem Flugplatz in Le Bourget laß zu einer abfälligen Kritit über unsere Verbands= Niederlage gegen Frankreich 4: 3 haben genügend Andie auf den Namen„ New York World Fair" um 16.50 Uhr, als am Himmel ein schwarzer vertretung im Kreise der Sportanhänger gegeben. ( New- Yorker Weltmesse) getauft wurde. Das Punkt erschien, der sich von Osten her näherte Diese Kritik wird von Unberufenen geführt, die weder Flugzeug ist mit zwei 1100 SP- Motoren aus und fünf Minuten später landete, nur weni- die Begleitumstände der Entsendung der Mannschaft gestattet. Die Besayung besteht aus fünf Per- ge 3 us cha uer, unter ihnen der Botschafter zu solchem Stampfe kennen, noch das geringste von den jonen, und zwar Hughes als Pilot, zwei Na- der Vereinigten Staaten William Bullitt, der Spielen gesehen und deshalb auch keine Kenntnis von vigatoren, Herry Conner und Leutnant Tho Vertreter des französischen Luftfahrtminister der Spielstärke der Gegner haben. Kein Mensch darf mas Thurlow, dem Bordfunker Sto d dort Oberst Francois und zwei französische Flieger. glauben, daß die ruſſiſchen Fußballer fontinentaler und dem Mechaniker Lund. Das Flugzeug ist Dem Flugzeug entstiegen die fünf Mann seiner Lung genommen, repräsentieren allererste Weltklasse Durchschnitt sind. Sie haben eine ungeahnte Entwid ein Geschent des Ortsnisationsausschusses der Besayung, die von dem Botschafter Bullitt herz- und find nach den heutigen Verhältnissen im ArbeiNew- Yorker Weltausstellung im Jahre 1939. lich beglückwünscht wurden. Der Botschafter führte tersport nicht erreichbar. Die bürgerlichen Spigen Howard Hughes führt Briefe mit sich, die an die sie dann in den Ghrensalon des Flugplazes, des vereine bei uns betreiben feinen so raschen, fultiStaatsoberhäupter aller Länder adressiert sind, sen Türen sogleich geschlossen und streng gehütet vierten Fußball wie die Russen. Sie verfügen auch in denen das Flugzeug landen wird, und die eine wurden. Der amerikanische Luftfahrtattaché be- nicht über die Schußkraft und sicherheit wie jene. Einladung zur New- Yorker Weltausstellung ent- sorgte eilends ein Abendessen für die Flieger. Was aber am meisten auffällt, war die ständige Be halten. Diese Weltreise des amerikanischen Flug Hughes und seine Kameraden haben den wegung der Mannschaft. Nicht der Spieler, der den zeuges stellt also eine Propaganda für die New- Ozcan von New York nach Paris in 16 Stunden Ball hat, diftiert den Aufbau, sondern das günstige Yorker Ausstellung dar. 35 Minuten überquert und damit die Flugzeit von selbst eine flüssige Kombination, durch welche der und vorteilhafte Postieren und Freistellen ergeben des Obersten Lindbergh um 17 Stunden unter- Gegner oft ratlos wird. Und noch etwas ist zu ers boten. Howard Hughes legte die 5825 Kilometer wähnen. Obwohl die Russen. einer wie der andere, lange Strede mit einer Durchschnittsgeschwindig- glänzende Techniker sind, gibt es fein Trippeln, fein feit von 353 Km. zurück. nußloſes Herumspielen, die ganze Mannschaft steht. Um das Flugzeug Scharten sich Mechaniker, im Spiel und ist bei der Abwehr ebenso zur Stelle wie die es untersuchten und seine Brennstoffvorräte beim Angriff. Daraus läßt sich erklären, warum so ergänzten. In den Tanks waren noch 1500 Liter wohl unsere Mannschaft, wie auch jene der Norweger vorhanden, so daß bloß 3000 Liter nachzufül- fagen: Die Hauptaufgabe aller Spieler ist es, das zu feinen Torerfolgen fommen fonnte. Die Ruffen len sind. eigene Tor zu schüßen und den Gegner zu feinem ErAls die amerikanischen Flieger den Ehren- folge kommen zu lassen. Darum find in gefährlichen falon verließen, war auf dem Flugplab bereits Momenten alle Spieler zur Verteidigung verpflichtet. eine ungeheuere Menschenmenge Die weitere Aufgabe besteht in dem Erzielen von versammelt, die ständig zunahm und die Flieger Torerfolgen. Dies jedoch nur immer unter Sicherung Um 14 Uhr englischer Zeit befand sich Hu- stürmisch aktlamiert. Der Polizeikordon wurde der eigenen Abwehr. Die Söhe des Erfolges ist ges 320 Kilometer von der irischen Nüfte ent- im Nu von Neugierigen, Journaliſten, Photogra- aielt, die Hauptſtärke auf die Verteidigung und nicht gleichgültig." Eine klare Auslegung, die darauf hin fernt. Er fliegt mit einer Stundengeschwindig- phen und Kinooperateuren durchbrochen. Die ame- auf den Angriff au legen. Die Ruſſen ſpielen bas feit von 360 Kilometer. ritanischen Flieger wichen jedoch den Ovationen W- System, das sie vollkommen beherrschen. Paris. Der amerikanische Flieger Howard aus. Sie schienen ziemlich ermüdet zu sein, vor Sughes, der Montag nach einem 16 Stunden 35 allem Hughes, der das Flugzeug gelenkt hatte. Minuten dauernden Fluge um 16.55 Uhr in 2e Die amerikanischen Flieger erzählen, daß sie Bourget landete, wurde vom amerikanischen Bot- ständig unter den ausströmenden Benzindämpfen Monnet hat in jahrelanger mühevoller schafter Bullit begrüßt. Die fünfgliedrige Be- zu leiden hatten. Sie mußten häufig Milch trinKräfteanspannung der französischen Nation einen fassung des Flugzeuges äußerte sich mit großer ten, um sich gegen die Folgen der Einatmung der Hektar Boden nach dem anderen zurüderobert. Befriedigung über den Verlauf des Fluges. giftigen Benzindämpfe zu schüßen. Im Jahre 1928 hat Monnet auf einer Fläche von 52 Heftar 1850 Zentner Getreide ernten können. .. Monnet betrachtete sein Gut als ein agrarwissenschaftliches Versuchsfeld, er führte bei sich alle Reformen ein, welche er später, durch die Landwirtschaftsgefeßgebung der Volfsfrontregierung, der Bauernschaft des ganzen Landes zugute kommen ließ. Er nahm sich besonders der Land- Daten arbeiter an. Zukunft der Partei, er gehört zu denen, die nach Blum im Volte das größte Ansehen genießen... Monnet, der Sohn eines höheren richterlichen Beamten, studierte am Institut agronomique, der höchsten landwirtschaftlichen Lehranstalt Frankreichs. Nach dem Kriege, in dem er es bis zum Artillerieoffizier gebracht hatte, wollte er seine landwirtschaftlichen Kenntnisse praktisch verwerten.... Er hatte sich vorgenommen, Neues zu schaffen und ein Beispiel zu geben, indem er einen weiten Landstrich im zerstörten nordfranzösischen Kriegsgebiete kultivierte... Um 3.20 Uhr MES befand sich das Flug zeug einem Funkspruch zufolge bereits über der Insel Cap Breton 1127 Kilometer von New York entfernt. Die Maschine fliegt mit einer Stun dengeschwindigkeit von 290 Kilometer. Wie die Radio- Meldungen vom Bord des Flugzeuges befagen, ist das Wetter fehr günstig und die Sicht außerordentlich gut. Jagesneuigkeiten für das Nicht- Interventionskomitee ,, Gazzeta del Popolo" Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang. Der Kaufmann Richard Reimer aus Komotau II fuhr mit seiner Gattin und seinem Freunde, dem Kaufmann Rudolf Otto aus Komotau, der Beamtensgattin Krummbügl und deren achtjährigen Tochter Margarethe in einem Auto auf der Straße Bie fonnte sich aber ein so fleißiger Agrogegen Saaz. Bei der Schießelizer Straßenkreu zung bog Reimer, der sein Auto selbst lenkte, nach nom in die Politik verirren? Eine winzige Ges ,, Die italienische Luftwaffe war mit mehr rechts ein. Hinter ihm kam der Motorradfahrer meinde, die kaum 25 Wähler zählte, machte ihn Intensität denn je tätig: in ganz kurzer Zeitalter Hubta, Ladierermeister aus Saaz gezum Bürgermeister. Hier erwachte in ihm die wurde im Gebiet von Tortosa eine Bomben- fahren, der anscheinend den gleichen Weg hatte Freude an administrativer Tätigkeit und an der last von mehr als 80 Tonnen abgeladen." und bog ebenfalls in die nach der rechten Seite Propaganda für den Sozialismus, dessen Grunds führende Straße ein. Sei es nun, daß er ausge,, Giornale d'Italia" säße ihn vom ersten Tage seiner landwirtschaftrechnet in der Straßendrehe dem Auto vorfahren lichen Betätigung an beherrscht hatten. In den... und so wie wir Franko jetzt gehol- wollte, oder aus einem anderen Grunde, er geriet sozialistischen Parteitreisen außerhalb des Depar- fen haben, werden wir ihm auch später mit mit feinem Motorrad in das rechte Hinterrad des tements Aisne war Monnet noch so gut wie unbe- den notwendigsten Mitteln helfen: mit unse- utos, wurde auf die Straße geschleudert und kannt. Während der Wahltampagne des Jahres rer wirtschaftlichen Unterstützung, mit der blieb tot liegen. Das Auto geriet durch den An1928 aber sprach es sich herum: in Soissons Arbeit unserer Techniker und jener unserer prall in den Straßengraben, überschlug sich und führt ein junger Mann eine großangelegte, schr Arbeiter..." wurde zertrümmert. Dabei erlitt die Kaufmannsgeschickte Propaganda, die er mit eigenen Mitteln gottin Margarethe Reimer innere Verlegungen, finanziert. Er hat zwar keine Aussicht, gewählt die Marie Krummbügl eine Verlegung des Kopzu werden, aber er rüttelt doch wenigstens die fe und eine Duetschung des linken Beines. Die Leute tvach. Groß war das Erstaunen, als Monanderen Insassen wurden nur leicht verletzt. Das net die stärkste Stimmenzahl von allen LinkskanMotorrad wurde ebenfalls vollkommen demoliert. didaten erhielt, und noch größer, als er im zweiten Wahlgang mit Inapper Mehrheit gegen einen Konservativen den Sieg davontrug und als einer der jüngsten Deputierten in die Kammer ein ziehen konnte. In der Politik brachte Monnet nicht weniger Mut und keine geringere Begeiste= rung auf als bei seiner persönlichen Arbeit als Landwirt. Somit dauerte es nicht lange, bis er cines der angesehenſten Mitglieder der sozialisti schen Parlamentsfraktion wurde.... Er ist überall dort zu finden, wo der französische Sozialismus und die Arbeiterbewegung der Aktivität und Initiative der Jugend bedürfen. Georges Monnet gründet in Frankreich zusammen mit seiner Frau Germaine Monnet- Fouchère, der Sekretärin der sozialistischen Kammerfraktion, die Bewegung der Noten Fallen... Auch das Jugendherbergswesen, das in Frankreich fast ineriſtent war und lediglich von einigen fatholischen Verbänden gepflegt wurde, findet durch das Ehepaar Monnet Förderung. Monnet nimmt an den ersten Versuchen zur Gründung einer Volksfront teil, er ist in der Weltfriedensbewegung tätig, er bereist die französischen Kolonien und berichtet dann in der Hauptstadt von seinen Eindrücken. Als Briand aus Genf zurückkehrt, wo er einen letzten großen Friedensappell hielt, steht Monnet an der Spize einer Manifestation der Pariser Arbeiter und wird gleich ihnen von den Gummiknüppeln der Polizei bearbeitet. ,, Der Angriffsplan auf Tortosa, vom italienischen Generalstab ausgearbeitet, wurde vom Generalissimus Franco unterstützt." ,, Popolo d'Italia" ,, Wir Italiener, die wir die Bedeutung des Legionsheeres des Generals Berti für den Ausgang der Schlacht am Ebro kennen und wissen, daß man nur dank ihm und nur durch ihn dahin gekommen ist, wo man heute ist wir Italiener grüßen stolz unsere Soldaten, die die wichtigsten Faktoren des Sieges gewesen sind." ,, Corriere della Sera" Fabriksbrand in Potschetzau 480 Arbeiter brotlos Die Norweger sind gleichfalls Anbeter des W Systems. Sie vielen es gut, aber noch lange nicht so eralt und flott wie die Nussen. Sie machen jedoch den Fehler, daß sie ständig nur mit vier Stürmern spielen, und das zu schablonenhaft. Jeder Angriff ist auf den weitvorgeschobenen Mittelstürmer zuge spist. Die Norweger beherrschen flaches und halbhohes Spiel, bevorzugen aber zum weitaus größten Teil das letztere. Im Kopfspiel sind sie hervorragend. Eine aufsteigende Entwicklung hat auch Frankreich genommen. Ueber das System, das sie spielen, bin ich mir heute noch nicht im Klaren. Ich möchte so sagen: Es ist unserem System angepaßt, erfordert jeden Mannes. Der Einsatz ist hart, aber nicht roh, hohe Spielweise und grenzenlose Aufopferung eines Stopfbälle sind keine Probleme für die Franzosen, dagegen mangelt es ihnen an präziser Fußarbeit. Sie find trop des 4: 3- Sieges feineswegs bor. Gie Mannschaft zu stellen. unsere Und nun unsere Mannschaft! Wir haben vorzügliche Spieler, die technisch gut beschlagen, aber eine Kämpfer. Mit unserem Flachspiel sind wir zwar wesentlich im Vorteil, aber wenn es nicht einschlägt, dann hinten wir hinten nach. Unsere Spieler find zu langsam und mehr als weich. Im Franzosens spiel verlor unsere Mannschaft, als die technisch besfere gegen einen aufopfernd und energisch spielenden Gegner. Diese beiden Eigenschaften fehlen unserer Mannschaft. Sie gehen durch unser Weichspiel- Sh stem gänzlich verloren, find aber im internationalen Verkehr unerläßlich. Für die Entwicklung unserer Bewegung sind die Erfahrungen von Paris von sehr großer Wichtigkeit. Unsere Spielweise muß umge stellt werden. Uns geht es genau so, wie unserer Nationalmannschaft. Wir leiden an derselben Krankheit wie diese, d. h. wir sterben in Schönheit. Es wäre grundfalsch, über die Spieler herzufallen. Die Fehler liegen in unserem Spiel in stem; es wird eine umfassende, systematische Aenderung der Spielweise nach den Weisungen der Verbandsspielleitung playgreifen müssen. Wir haben eben durch den Man gel an internationalem Verkehr viel verloren, fönnen aber bei gutem Willen aller beteiligten Kräfte viel G. E. Belohnung für Schüler: Kolonialreise. Das Schuljahr an den Mittelschulen wurde Montag durch eine feierliche Preisverteilung an der Sorbonne geschlossen. Dieser Feier wohnten der Präsident der Republit, der Unterrichtsminister und aufholen. andere zahlreiche Würdenträger bei. Die besten Schüler der einzelnen Mittelschulen in Frankreich Prag, später eine Stadt in Uebersee. Offerten sind erhielten Ehrenpreise. Der Kolonialminister ge- an die Deutsche nationalpolitische Arbeitsstelle, Prag währte allen Ausgezeichneten als Hauptpreis eine I., Křížovnická 3, zu richten. Gratisfahrt in die Kolonien nach Wahl des Schülers. Die tschechoslovakische Regierung erteilte als Preis eine Gratisfahrt von Paris nach Prag und retour und dem Preisträger für Mathematik außerdem noch einen Aufenthalt in Prag. Raadener Studentin in Desterreich verunglückt. Die 18jährige Ottavanerin des Kaadener Gymnasiums Liesel Papzien unternahm in Begleitung eines Mitschülers eine Radtour nach Deſterreich. Die Eltern der Studentin erhielten nun die Nachricht, daß ihre Tochter in 2: enz in folge eines Sturzes vom Rade einen Schädelbruch erlitten hat, dem sie erlag. Karlsbad. Sonntag mittag um 1 Uhr entstand dadurch, daß im überhitzten Raum der Schmelze Balken zu glimmen und zu brennen beBannen, ein großes Schadenfeuer in der Por: sellanfabrik J. S. Maier u. Co. in Boseschau bei Neurohlau. An der Brandstelle fanden sich neun Feuerwehren ein, um den Brand zu lokalisieren und zu ersticken. Zwei Gebäude, in denen die Malerei ,, Buntdruckerei und die Schmelze untergebracht waren, find ausgebrannt. Auch eine beträchtliche Warenmenge fertigen Porzellans wurde vernichtet. Der Gesamtschaden dürfte eine Mil- en lion übersteigen. Die Fabrik ist gegen Brandfchaden versichert. Durch den Brand werden für einige Wochen 480 Arbeiter arbeitslos. Elsenbahn- Unglück In Deutschland Fünf Tote ... Die sozialistische Partei ist die eigent liche Bauernpartei des Landes geworden, und daß ein Sozialist Landwirtschaftsminister wurde, war Berlin.( Havas.) Sonntag abends stießen fast selbstverständlich. Was Frankreichs Klein- in der Nähe von Rheinsberg in Mecklenburg zwei bauern erwartet haben, ist eingetreten: dieser Eisenbahnzüge zusammen. Fünf Personen, darsozialistische Minister hat für sie gesorgt wie nie unter der Führer des Triebwagens, wurden gejemand zuvor, er hat von ihnen alle Ungewiß- tötet und 14 verlegt, sieben davon schwer. Die heit genommen und ihrer Arbeit eine sichere Insassen des Wagens waren hauptsächlich BerGrundlage gegeben." liner Ausflügler, Das Wetter. Die Druckstörungen, die sich über Südost- Europa an einer ausgeprägten Wärmegrenze gebildet haben. erhalten bisher im Gebiete der Beskiden, der Tatra und der Karpathen noch immer das regnerische Wetter aufrecht. Unseren Gegenden wird weiterhin fühle ozeanische Luft zugeführt, so daß Montag nachmittags in den Niederungen der Repu blit meist mur 13 bis 15 Grad, auf den Bergen 5 bis 7 Grad verzeichnet wurden. Mit dem Westwind Wetter am Dienstag: Andauern der relativ fühlen rüden einzelne Regenzonen vor. Wahrscheinliches Witterung. In den böhmischen Ländern stellenweiſe Schauer. Im Karpathengebiet vorwiegend umzogen, jedoch allmähliche Abnahme der Regenneigung. Ueberall westliche bis nordwestliche Winde. Wetteraus sichten für Mittwoch: Noch keine wesentliche Besserung der Wetterlage. Beim Spielen erschossen. In Groß wöh ereignete sich Samstag nachmittags ein tragisches Unglück, dem das Leben eines Stindes zum Das heutige Programm Opfer fiel. Zur Familie Winkler kam eine Frau mit ihrem neunjährigen Buben zu Besuch. Wäh der deutschen Sendung rend die Erwachsenen sich in der Küche unterhiel ten, ging der Bub mit dem zehnjährigen Töchturs: Pfirsiche und Aprifosen. 10.30-11.00 SchallPrag- Melnik: 10.15 Für die Frau: Einfoch terchen Winklers auf den Dachboden spielen. Dort blatten. 18.00 Ausschnitte aus Symphonien großer fand er ein altes Flobertgewehr. In der Meinung, Meister( Orcheſterfonzert). 18.45 Aus dem tschechos e3 sei nicht geladen, legte er es auf das Mädchen slowakischen Kulturleben( Vortrag Prof. Stech über an. Es löste sich ein Schuß, der das Mädchen Barodfest). 19.00 Schallplatten. 19.30 Reportage tödlich traf. Nach wenigen Stunden starb es im aus der alten Münzstadt Kremnik. 20.10 SeldenTetschener Krankenhaus. lieder( Der Cid). 20.30 Kammermusit.( Prager Quartett.) 21.10 Elbefahrt, Sörfolge. 22.30 bis Freie Stelle. Bu zweijährigem Kind wird ein 28.00 Tanzmusik( Schallplatten). möglich Absolventin einer Frauenberufsschule oder Sozialinformation. Dr. Hedwig Kreisler: SchutzKindermädchen im Alter bis zu 25 Jahren, wo- Brünn: Deutsche Sendung. Arbeitersendung: einer ähnlichen Anstalt, gesucht. Dienstort zunächst impfungen des Arbeiterlinde, Landwirt. Nr. 161 DienStag, 12. Juli 1938 Leite 6 'ÜoffcAUHrtMftaft nnd SogicUpoßtife Die SdP ruiniert die sudetendeutsche Wirtschaft Konrad Henleins böses Gewissen Ziehung der Klassenlotterle Mine®etoäjr.). Prag. Bei der Montag- Ziehung Lu ll. Klasse der SS. tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: mo.voa»« Los Nr. 108.655. 80.000 KO Los Nr. 46.643. 80.000 KO Los Nr. 78.882. 10.000 KO Las Nr. 6610. 5000 KO die Lose Nr. 8937, 80.733, 33.513, 46.034, 102.057, 102.248. 2000 KO die Lose Nr. 14.477, 15.706, 18.374, 30.451, 59.115, 67.500, 76.452, 82.064, 84.607, 93.774, 109.238, 100.648. Im Blute von 30V Mädchen gebadet. In Eachtice bei PieStany begannen unter der Aufsicht Professor StLpänS aus Prag Ausgrabungsarbeiten zur Auffindung des Grabes der Schloß» Herrin von Eachtlce, Elisabeth Bathory, welche nach einer Legende Svv junge Mädchen Hinrich» tcn ließ, um in deren Blut zu baden und auf diese Weise jung zu bleiben. DaS Trab wurde bisher nicht gefunden, doch werden die Arbeiten fortgesetzt. Atgestürzt. Ein Bruder des Gouverneurs von Rom, Don Mario Tolonna, ist bei einem UebungSflug mit einem Touristenflugzeug, das aus 700 Meter Höhe in den Tiber gestürzt ist, zusammen mit einem der besten italienischen Fluglehrer um» Leben gekommen. Weltrekord im Dauerflug. Der vor zehn Tagen von zwei Deutschen aufgestellte Weltrekord in. Dauerflug für Zweisitzer-Gleitflugzeuge wurde heute von einem Piloten und einem Ingenieur der britischen Luftwaffe in Dunstable (Grafschaft Bedford) überboten. Die Flieger bleiben vom SamStag Morgen 4 Uhr 9 Minuten bis Sonntag Morgen 2 Uhr 20 Minuten, also 22 Stunden 11 Minuten in der Luft. Die bisherige britische Begleitung für Zweisitzer-Gleitflugzeuge betrug 9 Stunden 48 Minuten. Jagd auf Gangster. In der Nacht auf Man» tag wurde auf der Terrasse eines Kaffeehauses in Lanner durch elf Schüsse der Pariser Gangster Henry Marguin, bekannt unter dem Namen Dkdk le Parisien, getötet, der vor zwei Jahren in Pari- den Gangster Stefani, der Mitglied einer Konkurrenz-Bande war, erschoß. Die Täter dieses BerbrechenS, die in einem Automobil in der Rich» wng nach Nizza flüchteten, konnten bisher trotz der Bemühungen der Gendarmerie nicht gefaßt werden. Die Gendarmerie errichtete auf der Straße bei Saint Laurent eine Barrikade und gaben auf das herankommende Auto einige Salven ab. Der Wagen wurde getroffen und verbrannte. Die Attentäter entkamen jedoch und halten sich in Nizza verborgen. Aus Nizza wird gemeldet, daß zwei Aütomobilisttn, die auf der Straße eine defekte Pneumatik reparierten von einem vorbeifahrenden Aufo erfaßt und getötet wurden. ES wird angenommen, daß es sich um daS Auw der verfolgten Mörder handelte. Kritik a« Hitler» Bauwut.(JTF.) Die An» tundigung de» Bau» immer neuer Verwaltung»» Paläste wird in Deutschland heftig kritisiert.„Die Menschen fragen... woher denn da» Geld kommen soll und wie sich die„hohen Herren" die Finanzierung der riesigen Bauten dächten. Sie sagen weiter... e» würden zwar prächtige Verwaltungsgebäude errichtet, aber keine Wohnungen", berichtet der„Angriff", die Tageszeitung der Deutschen Arbeitsfront(am 4. Juni, Rum» mer 133) wütend. WeltkriegSgranate explodiert. In der Nähe von Görz explodierte eine aus dem Weltkrieg stammende Blindgängergranate, die von mehre» ren Personen gefunden wurde. Durch die Explosion wurden drei Personen getötet. Zwei Schwerverletzte stacken kurze Zeit darauf im Krankenhaus. Die Personen, die das Geschoß gefunden hatten, hatten versucht, es aufzumacheu und zu entleeren. International« Schularbeit. In Genf tagte soeben der BeratungrauSschuß für die internationale Annäherung auf dem Gebiete der Unterrichts in modernen Sprache», sowie der Kultur(Comitt con- sultatif pour l'enseignement deS principe- et de» faitS de la Cooperation intelektuelle). Die Sitzung leitete Professor Gilbert Murray aus Oxford, dessen kürzlicher Brief in der„Times" über die bedrohte Tsche- chostowakei die Weltöffentlichkeit im entscheidenden Augenblick stark beeindruckte. Immer wieder deutsche Flieger über schwedischem Gebiet. DaS schwedische Regierungsorgan „socialdemokraten" teilt mit, daß deutsche Flugzeuge Freitag nachmittag» in niedriger Höhe die Scheren bei Misterhult, etwa drei Meilen nördlich der Stadt OSkarshamn an der Ostküste überflogen haben. Die deutschen Flugzeuge wurden von mehreren Personen beobachtet, die berichten, daß die Flieger längere Zeit die Insel Oerrö umkreisten. ES besteht kein Zweifel über die Natio- natlität, da die Flugzeuge sichtbar große Hakenkreuze trugen. Die Unfall,iffern steigen in Nazi-Deutschland. lJTF.) Die vom deutschen Arbeitsministerium her» auSgegckencn„Amtlichen Nachrichten für Reichsversicherung" veröffentlichen(am 26. Mai)«ine lieber« sicht über die Zunahme der Unfallhäufigkeit in der deutschen Unfallversicherung seit 1031. Auf je 10.000 Versicherte wurden im Jahr« 1081: 378 Uns fälle gemeldet, im Jahre 1982: 889, 1988: 888, 1084: 441, 1986: 472, 1988: 604 und«n Jahre 1987: 686 Unfälle. Bon 1982, dem letzten Vor- Hitler-Jahr, bis 1087. stieg die Unfallhäufigkeit um SS Prozent!. So wird im Dritten Reich angetrickent Wie aus Berlin gemeldet wird, hat Konrad Henlein an die Reichsdeutschen eine Aufforderung erlassen, sie mögen ihren Urlaub in der Tschechoslowakei verbringen, um so ihrer Pflicht den Sudetendeutschen gegenüber nachzukommen. Es wird da gesagt, daß insbesondere die sudetendeutschen Bäder durch die militärischen Maßnahmen de» 21. Mai und durch den Boykott feindlicher ausländischer Propaganda einen schweren Schaden erlitten haben und daß viele Unternehmungen dadurch vor dem Ruin stehen. Herrn Konrad Henlein scheint das böse Gewissen zu plagen. Die sudetendeutschen Bäder sind leer, aber nicht wegen der Militärmaßnahmen vom 21. Mai, die wieder rückgängig gemacht worden sind und die die Sicherheit im Grenzgebiet nicht vermindert haben, sondern cB Ivar die Hetze, welche die SdP gegen alle Andersdenkenden entfaltet hak. Herr Konrad Henlein hat sich zu seiner Rede, in der er sich zur nationalsozialistischen Weltanschauung bekannte, zu der sich aber nicht alle bekennen, welche die Absicht haben, im sudctendeutschen Gebiet sich einer Kur zu unterziehen, gerade Karlsbad ausgesucht und es ist schon so, daß Kurgäste, wenn sie Heilung von ihren Leiden suchen, nicht gerade gern politische Reden hören, in denen zum Haß und zur Verachtung aller Andersdenkenden aufgefordert wird. Mit der feindlichen Propaganda, welche den Besuch der sudetendeutschen Kurorte schädigt, ist wohl die Propaganda der reichsdeutschen Sender gemeint, welche allerhand Greuel« nachrichten fabrizieren, wonach es im sudetendeut« schen Gebiet drunter und drüber geht. Die SdP hat wirtschaftlich das Grenzgebiet schwer geschädigt und es wird ihr nicht gelingen, diese schwere Schuld, welche sie am sudctendeutschen Volk begangen hat, von sich abzuwälzen. Die SdP ist ebenso schuld an dem Boykott der sudetendeutschen Jndustrieerzeugnisse, der in Amerika eingesetzt hat, und der insbesondere im Herbst und Winter Elend und Hunger über das ohnehin durch langjährige Krise geschwächte sudetendeutsche Gebiet bringen kann. Mit dieser Erscheinung beschäftigt sich an leitender Stelle die »Konsumgenossenschaft", welche feststem, daß e» sich sowohl um einen Boykott tschechischer Erzeugnisse durch Deutsche als auch deutscher Waren durch Tschechen handelt. ES war ein sehr gefährliche» Beginnen, al» die SdP die Parole auSgab, der Kamerad solle nur beim Kameraden kaufen, und eS hat die Stellung der sudetendeutschen Industrie außerordentlich erschwert, al» der Deutsche Haupwcrband der Industrie ein Bekenntnis zu den politischen Zielen der Sudetendeutschen Partei abgab. Durch den Boykott andersnationaler Waren wird die gesamte Wirtschaft des Landes geschädigt. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Die Folgen für unser sudetendeutsches Volk können furchtbar sein, aber auch die Wirtschaft des tschechischen Volkes würde Schaden leiden. Die Zeche würden— wie immer— die ärmeren Bevölkerungsschichten bezahlen. Man muß sich also gegen die Boykottparolen wenden und jeder Deutsche muß im wahren Jnteresie seines Volkes für ein erträgliches Neben- und Miteinandcrleben mit unseren tschechischen Landsleuten eintreten. Dir rmpfindlichrn Schäden, die«nsere sudetendeutsche Industrie bereit» zu verzeichnen hat» beweisen, daß di« im deutschen Gebiet unsere» Staates erzeugten Waren einen ganz beträchtlichen Markt unter der tschechischen Bevölkerung zu verlieren haben. Allen Verantwortlichen erwächst also die ernste Pflicht, gegen die Boykott-Tendenzen im eigenen Volke aufzustchen. Die SdP, welche mit diesem Boykott den Anfang gemacht hat, hat dadurch die Gefahr einer neuen Wirtschaftskatastrophe für das Sudetendeutschtum heraufbeschworen. Ein konkreter Fall, wie furchtbar sich die Hetze, welche die SdP ausübt, an Arbeitern rächt, kann man daran ermessen, was in Theresiental bei Arnau vorgefallen ist. Dort befindet sich eine Kunstseide-Fabrik, deren Leiter in der letzten Zeit Angriffen ausgesetzt war, die ihren Niederschlag auch in Versammlungen der SdP gefunden haben. Einem der leitenden Männer dieser Fabrik wurde eS unmöglich gemacht, sich in Theresiental anzu- siedeln und ein Wohnhaus zu bauen. Daraufhin hat die Direktion des Unternehmens beschlossen, den Sitz der Gesellschaft nach Prag zu verlegen. Diese Verlegung der Firma bedeutet für viel« Angestellte deS Betriebe» die Entlassung und für die Gemeinde Hermannseifen den Verlust von Umlagen von miitdesteiiS 60.090 Kronen pro Sahr. So macht die SdP in den Gemeinden Ordnung!. Sie bringt die Menschen ums Brot und die Gemeinde um den grüßten Teil der Einnahmen. Der Fall Theresiental zeigt ebenso wie die Schädigung der Kurorte und die furchtbaren wirtschaftlichen Folgen des Boykotts, daß die SdP wirtschaftlich für da» Sudetendeutschtum ein Fluch ist. Mögen auch die Massen des Sudetendeutschtums da» heute nicht einsehen, so gilt auch hier daS berühmte Wort ZolaS: Die Wahrheit ist auf dem Marsche, und nicht» wird sie anfhaltenl Deutsche Sozialdemokraten gegen die Schädigung der sudetendeutschen Wirtschaft Mr. Mac Gaffin, der Londoner Korrespondent de» amerikanischen Konzerns„Associated Preß", der mehr als 1800 amerikanische Zeitungen bedient, besuchte am SamStag von Prag aus Im festlich geschmückten Steinersaal des VolkShauseS in Prag, wucke am Montag, der 14. Internationale Metallackeiterkongreß, bei dem 18 Länder vertreten sind, eröffnet. In vier Sprachen leuchten von den Wänden die Auffchriften „Für Freiheit, Demokratie und Sozialismus", die das Leitmotiv de» Kongresses find. Hampl:„Die Demokratie der Welt ist bedrohtl“ Abg. L a m p d. der im Namen des tschechoslowakischen MetallarbeiterveckandeS den Kongreß eröffnete, vertvieS auf die allgemeine Aufmerksamkeit, die der Tschechoslowakei in letzter Zeit zuteil geworden ist und sagte,«S wäre uns lieber gewesen, wenn sich diese Aufmerksanckeit auf die 20 Jahre de» Bestehens unserer Republik verteilt hätte. Der Internationale Metallackeiterverband hat schon vor vier Jahren den Beschluß gefaßt, seinen nächsten Kongreß in Prag abzuhaltcn, und die ausländischen Delegierten wissen wohl die Bedeutung der Tschechoslowakei zu würdigen. Die Angriffe gegen unser Land bezwecken den Sturz deS letzten Pfeiler» der Demokratie östlich de» Rhein». Mit ihr zugleich ist hie Demokratie der Welt bedroht, über sie. hinweg, würd«,der deutsche Faschismus bi» zum Schwärzen Meere Vordringen? Niemand darf also hoffen, ist dieser Situation auf fremde Kosten die eigene Ruhe erkaufen zu können. Die. Arbeiterschaft der Welt weiß, daß auf unserer Seite die Freiheit, die Wahrheit und die Gerechtigkeit ist. Der Aufstieg de» arbeitenden Menschen kann mit brutaler Gewalt verlangsamt und gehemmt werden, die freien Gewerkschaften aber sind sicher in der Überzeugung, daß der Endsieg unser sein wird. Kaufmann:„Wir werde» uns wehren I“ Als zweiter Eröffnung»r«dner ergriff Franz Kaufmann vom Jnternafionalen Metallarbeiterverband in Komotau da» Wort, um den Kongreß namens der sudetendeutschen Mctallackeiter zu begrüben. Sie kommen, sagte er, in einem sehr ernsten Augenblick. Entscheidungen von schwerster Bedeutung für daS Schicksal der Demokratie stehen bevor. Wir sudetendeutschen Arbeiter stehen schon heute mif dem von den nördlichen Feinden unserer Demokratie au»- ersehenen Kriegsschauplatz. Wir stehen in einem Kampf auf Tod und Lcken. Alle Kräfte der Reaktion haben sich zu einer Front gegen die freien Gewerkschaften zusammen geschlossen. Den ausländischen Freunden, die über die Äahlziffern Henlein» erstaunt sind, muß gesagt werden, daß Henleins Bewegung ein Abklatsch und«In Werkzeug de» deutschen Faschismus ist. E» geht nicht um den Schuh einer Minderheit, e» geht darum. Rechte zu erlangen, die eS dem Dritten Reich ermöglichen, sich in der Tschechoslowakei ein Sprungbrett zu schaffen. Man darf weiter die reich-deutschen Propaganda- und Terrormethoden, die zur Anwendung kacken, nicht vergessen. Nur so konnte eS gelingen, auch den Gewerkschaften Mitglieder abspenstig zu machen. Aber die Ereignisse vom 20. Mai, der drohende Einmarsch und die exakte Abwehr, haben dem Faschismus die erste Niederlage gebracht. Wir Arbeiter aus dem Grenzgebiet haben nun da» volle Vertrauen zu diesem Staate und seinen Mitteln, einen Uckerfall zu verhindern. Die tschechoslowakische Arbeiterschaft. welcher Nation sie auch angehört, wird ihre Pflicht erfüllen. In allen Länder» möge nian wissen, daß in unserer Republik eine mutige und ziim äußersten Widerstand entschlossene Arbeiterschaft lebt. Der Gruß der IAA und des IGB Nach der mit starkem Beifall aufgenommenen Ansprache Kaufniann» ergriff als Vertreter de» Internationalen Arbeitsamtes S t a a l das Wort zu einer Würdigung der Beziehungen zwischen den freien Gewerkschaften und dem Internationalen AckeitS- ämt, dessen Arbeit vor allem unter internationalem Gesichtspunkt betrachtet werden muß und den Ackei» lern in den sozial am wenigsten fortgeschrittenen Ländern ani meisten zugute kommt. Der Internationale Metallarbeiteckund hat die Bestrebungen zur Verkürzung der AckeitSzeit immer dankenswert unterstützt. Und diese Frage bleibt, auch wenn Differenzen hinsichtlich deS Tempo» in den einzelnen Ländern bestehen, doch auf der Tagesordnung. Für den IGB legte dann Tayerle ein Bekenntnis zu den Zielen der freien GewerkschaftSbetoegung ab. Die Reaktion dl« Gegend von Leitmerih, Böhmifch-Leipa und Haida, um die Verhältnisse an der Sprachgrenze und im sudetendeutschen Gebiet auS eigener Anschauung kennen zu lernen. Mr. Mac Giffin hatte Gelegenheit, in Auscha und in Haida mit sozialdemokratischen Vertrauensleuten zu sprechen, die ihn über die politische und wirtschaftliche Lage ihres Gckietes eingehend informierten. In Haida machten unsere Vertrauensleute den amerikani» schen Gast mit der Lage der sudetendeutschen Glasindustrie bekannt und wiesen ihn darauf hin, daß ein genereller Auslandsboykott sudetendent« scher Industrie-Erzeugnisse nicht im Interesse der Demokratie liegt: gerade eine weitere Besserung deS AckcitSmarktcS im sudctendeutschen Gebiet werde den Standpunkt der Sozialdemokratie unterstützen, daß die Krsse mit wirtschaftlichen Mitteln und nicht mit nationalem Kampf zu über- Ivinden ist und daß wirtschaftliche Hilfe von den demokratischen Großmächten kommen kann, während Hitlers und Mussolinis Autarkie- und I KricgSpolitik der sudctendeutschen Industrie wie bisher so auch in Zukunft nur Schaden bringen wird. Diese verantwortungsvolle Argumentation machte auf den amerikanischen Berichterstatter starken Eindruck. spannt alle Kräfte gegen nn» an. Die Arbeiter in den fteien Gewerkschaften haben immer der Kultur dienen wollen, und sie wissen, daß man nicht durch backarische Gewalt zur Kultur gelangen kann. Der Internationale Gewerkschaftsbund weckt da» Weltge- wtssen, um eS auf die Gefahren de» Wettrüsten» und der Gewaltpolitik aufmerksam zu machen, er wendet sich auch gegen nationale VorhcrrschaftSiordenmgen, denen die Partei Henlein» dient. Wir wissen, daß e» keinen Rückfall in» Mittelalter geben wird, daß die Ideen der Demokratie siegen werden, und sind überzeugt, daß die internationale Gewerkschaft»bewegung zu gemeinsamer Verteidigung bereit ist. Der Gericht des Sekretariats Nachdem da» Präsidium de» Kongresse», da» au» Hampl(Tschechoslowakei), Little(Großbritannien).Chevalme(Frankreich) undSven- s s o n(Schweden) besieht, gewählt worden war, erstattete der Sekretär de» Internationalen Metall- ackeiieckunde», Illg« Bern einen ausführlichen Bericht über die Enttvicklung de» Bunde» in den verschiedenen Ländern. Besondere Beachtung widmete Illg den Verhältnissen in den Vereinigten Staaten, die nun auch dem Internationalen Gewerkschaftsbund angehörcn, aber deren Gewerkschaftsbewegung durch den Kampf zwischen Berufs- und Jntnsstriegewerk- schäften überschattet ist, zu dem man von mißerhalb keine Stellung nehmen kann. In Großbritannien hat daS System der BcrufSgewerkschaften viele Erfolge zu verzeichnen. In Frankreich haben di« Gewerkschaften in den letzten Jahren Erstaunliche» erreicht, aber e» drohen Gefahren von einem Syndikalismus, der nur den Kampf mit der Bouraeoiste, nicht aber den gegen den Faschismus in den Mittelpunkt stellt. DaS erschütternde spanische Beispiel zeigt, daß die Ziel« der Gewerkschaften nur in einer Demokratie zu erreichen sind, die sich friedlich entwickeln kann und daß mau dem FaschiSmu» rechtzeitig vockeugen muß. Die Situationen der Schweiz ist ähnlich wie in der Tschechoslowakei: beide» kleine Länder, die der Faschismus bedroht, in beiden Ländern aber ist die Äckeiterschaft und mich ein großer Teil de» Bürgertum» entschlossen, licker da» Leben zu opfern, al» sich vom Faschismus versklaven zu lassen. Nach einer Betrachtung über die schwierige Situation in den osteuropäischen Ländern, die nie die Segnungen der Demokratie genossen haben, würdigte der Redner schließlich die skandinavische Arbeiterschaft al» Beispiel für ein« erfolgreiche,,innerlich geeinigte und zur internationalen Solidarität naib Kräften beitragende Bewegung, in der auch die Metallackeitcr- schaft eine feste Stütze hat. Rumänische Exportprämien auf Weizen. Tie Regierung hat die Einführung einer Exportprämie auf Weizen in der Höhe von 10.000 Lei pro Waggon beschlossen. Diese Prämie wird für die Ausfuhr nach Ländern mit freier Devisenbewirtschaftung für die Zeit voni 15. Juli bi« 14. September gewährt. Nazi-Unternehmer pfeifen auf Frauenschntz-Ve» ftimmungen.(MF.) In der deutschen keramischen Industrie werden Arbeiterinnen heute zu den schwersten Arbeiten gezwungen. Die von den Nazi» zerstörte freie Gewerkschaft hatte durchgeseht, daß in Brennhäusern keine Frauen beschäfttgt werden durften. Heute müssen„in den Ofenkolonnen Frauen gemeinsam im Gruppenakkord mit den Männern arbeiten", berichtet der„Angriff", die Tageszeitung der Deutschen Arbeitsfront(am 1. Juli in Nr. 168). „Bon dem weiblichen Körper wird gleiche Leistung wie vom Manne verlangt, und da» bei einer Entlohnung, die etwa 40 Prozent unter dem Lohnsatz de» männlichen Hilfsarbeiters liegt." Im Juni 1988 hat da» ArbeitSministerium di« ÄewerbeaufsichtSbe« amten wenigstens beauftragt, dagegen einzuschreiten, daß in der grob« und feinkeramischen Industrie Arbeiterinnen„in den Oofen und mit dem Tragen schwerer Lasten beschäftigt werden".— Jetzt— zwei Jahre später— berichtet der„Angriff":„Biele Be- trickSführer haben«S bisher nicht für nötig gehalten, ihre Betriebe«mf den Erlaß des ReichSarbeitSmini- sterS vom Juni 1988 hin zu überprüfen, geschweige benn Verbesserungen zu treffen, oder Mißstände abzustellen." Die Nazi-Unternehmer pfeifen auf die Frauenschuhbestimmungen. Eröffnung des Internationalen Metallarbeiterkongresses in Prag Scite 6 Aus aller Welt Das„ erwachte" Deutschland trinkt mehr. Eine interessante Tatsache ist, daß in Deutschland seit dem Machtantritt des Abstinenten Hitler der Konsum von Trinkspiritus steigt. Im Jahre 1932-33 betrug der Verbrauch an Trinkspiritus in Deutschland 468.000 hektoliter, 1933-34 545.000, 1934/35 603.000, 1935/36 653.000 und 1936/37 727.000. Der Verbrauch war also im Jahre. 1936/37 um 259.000 Seftoliter oder um 35 Prozent höher als im letzten Jahre der Weimarer Republif. In der Tschechoslowakei hincegen betrug der Verbrauch 1933 150.000 Sefto " Sozialdemokrat" Prager Zeitung Trager Ausbau des Scharka- Parks Dienstag, 12. Juli 1938 Nr. 161 Eier Vorral für den Winter in hervorragender Güte durch Garantol In Garantol halten sich Eier über Jahr 120 her. Kč 3: im Juli und August jeden Samstag und Sonntag Autocar- Ausflüge von Prag über Melnik nach Die Prager Presse" schreibt: Die Arbeiten an Hirschberg- Thammühl- Wartenberg- Hamder Schaffung eines großen Naturparts, der das mer am See. Der erste Autocar( 47 Size) fährt ganze Scharfa- Tal mit seinen romantischen Schön- jeden Samstag um 14.30 Uhr vom Bralicfi- Bart Garantolvertrieb": Wenze! Müller, Tetschen heiten umfassen soll, sind in der letzten Zeit weiter beim Museum ab. Ankunft in Hirschberg um 16.30 fortgeschritten und haben eine wesentliche Erweite Uhr, in Hammer am See um 17.30 Uhr. Der trächliche Unkenntnis der örtlichen Verhältnisse an rung erfahren, die diese Gegend zu einer Schens zweite Autocar( 32 Size) fährt Sonntag früh um den Tag gelegt hätten. Er habe also in dem redwürdigkeit Prags machen würden. Die Staatliche 7.00 Uhr vom selben Standplaß über Melnit- lichen Willen, ihnen den Weg zu weisen, sich der Regulierungsfommission hat neue Pläne für die Aus- Dauba- Hirschberg nach Thammüht( Ankunft 9.00 liter, 1937 158.400 Sektoliter. In den tschecho- gestaltung dieses Gebietes des Nordwestens von Prag ühr). Rüdlehr beider Autobusse nach Prag am& üsse bedienen müſſen, da ſeine Arme von rechts ſiowakischen Zahlen ist auch der Verbrauch zur ausgearbeitet, welche den Gedanken, hier ein Retrea Sonntag um 21.15 Uhr. Der erste Autocar fährt und links festgehalten waren. An Einzelheiten könne Erzeugung von Lifören, Parfüms und Effenzen tionszentrum der Hauptstadt sondergleichen ins Leben von Hammer um 18.15 Uhr, von Wartenberg um er fich allerdings mit Rücksicht auf seine Betrun inbegriffen. Der Mehrverbrauch beträgt daher zu rufen, fonsequent verfolgen. Das ganze Tal er 18.20 Uhr, von Hirschberg um 19.00 Uhr und von fenheit nicht mehr errinnern. Die Zeugen bemühten nur fünf Prozent. Auf den Trümmern der deut streckt sich westwärts von Podbaba an der Moldau bis Thammühl um 19.15 Uhr ab, der zweite Autobus von sich feineswegs, den reumütigen und zerknirschten idjen Demokratie hat also auch König Alkohol zum Felsen Dichban in einer Länge von fait 8 Milo Thammühl um 19.15 Uhr, von Hirschberg um 19.30 Angefagten überflüßig zu belasten. Der Richter vers seine Herrschaft aufgerichtet. meter und bietet Gelegenheit zu einem mehr als hr. Die Rüdfahrtfarte fostet nach Hirschbergurteilte den Angeklagten unter Zubilligung aller eindreiviertelstündigen ununterbrochenen Spazier Thammühl 45( Kinder bis zu zehn Jahren 25) Kč, mindernder Umstände zu der Minimalstrafe von gang entlang des in zahllosen Windungen verlaufen- bis Wartenberg- Hammer 60( 35) Kč. Die cin den Scharfa- Baches und eventuell zu Slettertouren. fache Fahrt fostet nach Hirschberg- Thammühl 25 einem Monat, bedingt auf drei Die stellenweiſe ſteil vom Tal aufsteigenden Felsen( Kinder 15) Kč, nach Wartenberg- Hammer 35 I a h r e. und Berglehnen mit einer interessanten Flora, eine( Kinder 25) Kč. Reisegepäck wird umsonst beför Reihe von alten Gehöften, weiters der das ganze dert. Kartenvorverkauf( numerierte Size) und InJahr wasserreiche Bach mit einem kleinen See und formationen an der Autobuskaffe im Basar beim zivci romantisch gelegenen Mühlen machen diese Ge- Wilsonbahnhof( Telephon 39490). gend für Erholungszwecke der Großstädter besonders geeignet. Aus diesem Grunde wird das ganze Gebiet unter Naturdenkmalschutz gestellt. Die neuents worfenen Regulierungspläne ändern die früheren Projekte in dem Sinne, daß eine Reihe von Flächen an den minderſteilen Berqlehnen, die früher zur Verbauung mit Familienhäusern oder Gartensiedlungen beſtimmt wurden, nun gleichfalls unter Naturbents malichuß mit der Beſtimmung gestellt wurden, daß sie unverbaut bleiben müssen. Dadurch wurden neue weite Flächen für den Naturpark gewonnen und das romantische Bild dieses einzigartigen Tales zwed mäßig ausgebaut. Gerichtssaal Er zeigte den Weg mit den Füßen Prag. rb Die Anklage gegen den 42jährigen Gastwirt Josef K. lautete auf das Verbrechen der öffentlichen Gewalttätigkeit, dessen sich der Angeflagte im Sinne der von Staatsanwalt Dr. R adechovsky vertretenen Anklage am 12. Feber auf den Bahnhof in Nakoniß schuldig gemacht hat, wo er mit zwei Mitgliedern der bewaffneten Bahnwache nicht eben sanft verfuhr. Der Vorfall begann damit, daß der Angeklagte, sichtlich schwer angetrunKunst und Wissen Jushny- Gastspiel in der„ Urania". Nach vierjähriger Abwesenheit tritt in der nächsten Woche der berühmte Direktor des Kabaretts Der Blaue Vogel" erstmalig als Schauspieler in der Operette Danfe schön, es war bezaubernd"( Tert Paul organ, Minjit Sennhofer), in der Irania auf. Neben Jushny wirken mit: Christa Abel, Otto De wald, Satharina Mattern, Reg. Pirk von der Wies ner Scala etc. Starten 6-24 Kč. Urania! Sport- Spiel- Körperpflege Die Leiden der Aale. Der berühmte und viel genannte englische Tierschutzverein ist wieder einmal mit einer geharnischten Klage vor das Gericht ge tieten, und der Richter W. J. H. Broderid war so fassungslos über die Argumente, daß er seine Ent scheidung bis zur Einholung eines zoologischen Gut adjiens aufschob. Es handelte sich um die Leiden der Aale, und angeflagt war ein sehr berühmter Gastwirt aus Euston Road, Mr. Peter Tennison. Das chrenwerte Mitglied des Tierschutzvereins, das die Klage gegen ihn erhob, stellte seine Graujamfeit gegenüber den Aalen als geradezu unüberbietbar doi. Tennison briet nämlich die Aale vor den Augen seiner Gäſte; die Fische wurden bei lebendigem Leibe zerschnitten, und zwar, um die Sache nech entsetzlicher zu machen, vom Schwanze ab. Man Töpfte sie nicht etwa, um sie möglichst schmerzlos auf die Pfanne zu bringen, sondern alle fonnten sehen, wie der Kopf mit dem verstümmelten Rumpf entsetzlich zuckte. Als der Klagevertreter dieses Für Spanien. Samstag, den 16. Juli, um grauenhafte Bild vor dem Gericht schilderte, wurden 5 Uhr nachmittags auf dem Spielplaze DTJ- Atus louie„ Pfui"-Rufe im Saal gehört. Richier Bro- auf der Hevinsel( gegenüber dem Winterstadion) derid aber schien ungerührt. Er wandte ein, daß nel fest. Für Unterhaltung sorgen: Die Arman ja auch Krebse und Summern bei Tebendigem beiterturner, die sozialistische Jugend, der Deutsche Leibe ins kochende Wasser werfe, und daß das nach Jugendbund u. a. m. Vergnügungszeite aller Art, ten, gegen ein Uhr früh im Rakonißer Bahnhof hat mit den ersten Spielen eingesetzt und ergaben wie: Schießbude, Wettangeln, Wurfballwerfen, erschien und Zutritt zu den Wartesälen verlangte. englischem Gesetz nicht verboten sei. Wieder wurde Zombola, hinderede, Buffet. Eintritt Ke 8. aus Da er jich mit feiner Fahrkarte ausweisen fonnte, se la d no stand in Turin Juventus durchwegs die erwarteten Ergebnisse. SK. ein Sturm des Protestes laut, aber der Richter schließlich Steuer. Deutsche Sektion der Gesellschaft verweigerte ihn der Diensthabende den Zutritt, wor gegenüber und wurde nach tapferem Widerstand mit konnte beim besten Willen nicht einsehen, warum es der Freunde des demokratischen Spanien. auf der Angetrunkene einen Erzeß begann, der solche 4: 2( 2: 2) geschlagen, wobei die Italiener erst in die Aale besser haben sollten als die Krebse. Wie Bäderschreck verhaftet. Dieser Tage wurde in Ausmaße annahm, daß die Eisenbahnwache gerufen den letzten fünf Minuten ihren Erfolg sicherstellen gejagt: er vertagie die Verhandlung. Prag der langgesuchte Dieb, der die westböhmischen werden mußte, die ihn mit sanfter Gewalt an die tennten. In Bufare st gewann der einzige unga sturorte unsicher machte, in der Perſon des 42iäh- frische Luft ſeßte. Eiwa drei Stunden erging ini beni ila 5: 4( 3: 3) und Ra þið Bufarejt vische Vertreter Ferenc baros gegen Ris rigen Hans Wilhelm Baruch aus Berlin verhaftet. Baruch hat einer Dame, die er in Karlsbad kennen hofes, wobei sich ihm in sein benebeltes Gehirn der schlagen. In Prag erzielte Montag Slavia sodann der Angeflagte in der Umgebung des Bahn- wurde in Ge nu a vom FC mit 3: 0( 1: 0) ge= gelernt hatte, ein Halsband und einen Ring im Gesamtwerte von 12.000 Reichsmart aus der WohGedanke festsetzte, daß ihm eigentlich ein schredliches Prag gegen Ambrosia Mailand einen nung gestohlen, einer andern einen Brillantring im Unrecht und eine schwere Beleidigung geschehen sei. Refordjieg von 9: 0( 2: 0)!! Die Staliener wurden Werte von 1500 Kč herausgelockt und eine Reihe Er kehrte alſo neuerlich in das Bahnhofsgebäude auf dem durch Regen aufgeweichten Boden burch weiterer Betrügereien in Marienbad und Karlsbad zurück und begann einen Strawall, worauf er aber das genaue Kombinationsspiel Slavias in Grund berübt. In Brag hatte er einen ähnlichen Betrug mals von der Bahnpolizei abgeführt wurde. Da er und Boden gespielt und haben für das Rückspiel versucht, an dessen Vollendung ihn jedoch seine Verhaftung hinderte. Der Schmud aus dem ersten Diebten gegen die Beine und das inum sich schlug und die Wachorgane mit Fußtrit feine Chancen mehr. wurde in Brag gefunden. Der Dieb wurde nachterte i I bedachte, wurde er diesmal auf die PoBantras gebracht. Die Transatlantik- Uhr. Das Problem einer genauen Uhrzeit auf den Transatlantikdampfern ist gar nicht so einfach zu lösen. Die Zeit verschiebt jich immer mehr, je weiter ein Dampfer von Europa eder von Amerika entfernt ist, und der Unterschied beträgt fünf bis sechs Stunden, je nachdem, welche Häfen diesseits und jenseits des Atlantik angelaufen werden. Bisher wurden die Uhren auf den Dampfern erst am letzten Tage der Reise reguliert, damit die Passagiere, denen die Zeit des Einlaufenstahl im Ankunfshafen bekannt ist, jich danach richten können. Auf der„ Normandie" sind aber jetzt automatische Transatlantit- Uhren eingebaut worden, die sich selbsttätig regulieren; solche Uhren gibt es in ider Kabine. Regelmäßig um elf Uhr abends wird die Uhr entweder verlangsamt oder beschleunigt, je nach der Richtung, in der das Schiff fährt. Zwischen elf und zwölf legi der Zeiger nicht 60, sondern 120 Minuten zurück bzw. er bleibt auf 11 Uhr stehen. Auf diese Weise zeigt er nach Mitternacht auf jeden Fall die richtige Zeit des nächsten Tages an. Dieses System hat sich beſſer bewährt als die ursprüngliche Verrichtung, wonach die Uhr jede Stunde entweder fünf Minuten nachging oder fünf Minuten schneller ging. Der Ausgleich erfolgte dabei natürlich nach zwölf Stunden ebenso gut, aber das hatte die Unbequemlichkeit, daß die Tageszeiten immer unpintilich angezeigt wurden, was insbesondere für den Beginn der Mahlzeiten, des Kinos oder anderer Ver anstaltungen unvorteilhaft war. Ein hinkendes Alibi Das Testament, das wing Bellone auffeßte, nachdem ihm sein Arzt mitgeteilt hatte, daß er noch höchstens ein Jahr zu leben habe, verfügte über ein Vermögen von insgesamt 15.000 Dollar. Irving setzte 12.000 Dollar seinem Bruder aus, cinem Krüppel, der vor acht Jahren durch einen Autounfall das rechte Bein verloren hatte. Die restlichen 3000 Tollar bekam der einzige Freund Vellones, George Bryan, der ihn schon seit MoAuto tötet Radfahrer. Gestern früh stieß der Chauffeur Franz Se o zis et aus Stuchelbad auf dem wege nach Gbell mit dem Rad des 19jährigen HandTungsgehilfen Ladislaus Sifán zusammen. Sitán, der aus dem Siz geschleudert wurde, blieb auf der Stelle Stelle tot liegen. Die Leiche wurde ins Institut für gerichtliche Medizin gebracht, Kožisek der Führerschein entzogen und das Verfahren eingeleitet. Tschechoslowakische Bergarbeiterkinder aus Belgien in Brag. Montag traf um 18 Uhr am Wilsonbahnhof in Prag eine Gruppe von 78 tschechoslowa liſchen Kindern aus Belgien ein. Es handelt sich zu meist um Kinder von Bergarbeiterfamilien, die zivei Tage lang als Gäste der Hauptstadt in Prag verbleiben und dann am Lande untergebracht werden. wo sie die Ferien verbringen werden. Zur Begrüßung der Stinder hatten sich am Bahnhof 11. a. Vertreter des Roten Kreuzes eingefunden. lizeiwachstube abgeführt. Unterwegs benahm er sich feineswegs besser und die beiden Bahnpolizisten, die ihn rechts und links festhielten, waren froh, als sie mit ihm schließlich auf die Wachstube angelangt waren. Die zweite Runde im Mitropacup Das Qualifikationsturner Der Teplitzer FK, dem man gegen den schwächsten Vertreter in der Konkurrenz, A. Kas ich a u, einen Erfolg troß seiner elenden Spielverfassung zugetraut hatte, mußte sich auf eigenem Plage mit einem 2: 2( 2: 1) begnügen. St. Lieben, das gegen Bafa 3lin in Prag 3: 3 spielte, behält weiter die Führung mit neun Punkten aus fünf Spielen gegenüber Bata mit sieben Puntten. Der Einzelrichter, vor dem Josef K. der öffentlichen Gewalttätigkeit angeklagt war, vernahm eine der furiosesten Verteidigungen, die jemals bei Fäl= len dieser Art vorgebracht wurden. Der Angeklagte Sonstige Fußballergebnisse. Gr a 3 Tis: gab zwar zu, da er sich„, möglicherweise" des einge- Svarta Karlsbad gegen Sportbrüder Eger 4: 2 klagten Delites schuldig gemacht habe, berief ſich aber( 2: 1), DFC gegen DSV Aſch 3: 1( 0: 0). einmal auf seinen alkoholisierten Zustand und dann ar Is bad: Nyk gegen DSst Faltenau 3: 1 und hauptsächlich darauf daß die Fuß-( 2: 1). Komota u: DIN gegen Spy. Botritte, die er so freigebig austeilte, gar nicht denbach 0: 0.- Sa a z: DEV gegen VfB. Teplis 10: 2( 2: 1). A uiiig: Sportbrüder Schret als Fußtritte gemeint waren, sondern als„, w oh I- fenstein gegen Sportbrüder Brüg 3: 3( 2: 1). & e me inte as inte" an feine Colorie; Auf& ci i mer i B: DSV gegen DIN Auffia 4: 3 die erstaunte Frage des Richters erläuterte Josef K.( 4: 1). GabIon 2: BEN gegen Reichenber Autocars nach Hirschberg und Kummer am diese Verteidigung dahin, daß die beiden Bahnpoli- per F 6: 2( 2: 2). Trautenau: DEV geSec. Die Staatsbahndirektion in Prag veranstaltet zisten in Rafonik fremd gewesen seien und eine bergen DS Gablonz 1: 0 abgebrochen wegen finanziellen Auseinandersetzungen. B.- L ci pa: DSV gegen Warnsdorfer F 3: 3( 2: 1). meisterschaften, die in Prag fast unter Ausschluß Die Tschechoslowakischen Jugend Schwimmder Deffentlichkeit vor sich gegangen sind, brachten gute Durchschnittsleistungen, besonders im Freistil. Bei der männlichen Jugend holte sich in der Geamivertung der SPK. Breßburg mit 98.5 Punf ten den Titel, während bei der weiblichen Jugend der Prager EPK wieder erfolgreich- 58 Punfic blieb. Bellone wohnten in einem Teile des Staates Ken-| Boden reichte, bereitete es dem Krüppel keine tucky, der zu den am schwächsten besiedelten Ge- große Schwierigkeit, sich über das Fensterbrett zu bieten der nordamerikanischen Union gehört. Das schwingen. nächste Kreisstädtchen, Appleville, war zwei MeiTen entfernt. Bryan begleitete den Bruder seines Freundes bis zu dessen Häuschen. Dann fehrte er wieder zu dem Kranten zurück, gab ihm das gewohnte schmerzstillende Pulver und ging dann selbst schla= fen, nachdem er sich überzeugt hatte, daß der Stranke in tiefen Schlummer gesunken war. Bryan war sichtlich erschüttert, als Wilson ihm von seinen Beobachtungen erzählte. Offen bar hatte der einbeinige Bruder den Kranken getötet, um das Erbe sofort antreten zu können. Wilson führte noch eine kurze HausdurchDie Europa- Meisterschaft im Gehen über die ſuchung durch, dann begab er sich zu dem Häuschen des Krüppels hinüber, und Bryan war über- 170 Stilometer lange Strede Rund um den Gen Als am Morgen die Haushälterin Jervey zeugt, daß der Einbeinige nur als Mörder ver- fer See" gewann der Franzose Cornet in 18:21 naten aufmerksam pflegte. Für den Fall, daß der fam, um das Frühstück für die beiden Männer zu haftet werden würde. Aber schon nach einer hal- Stunden. Krüppel ebenfalls sterben sollte, war das gesamte lochen, schlief Bryan noch. Nachdem sich Frau ben Stunde fehrte der Sheriff allein zurück und Leichtathletik- Wettkämpfe wurden am Sonning Vermögen Bryan zugedacht. Jerven davon überzeugt hatte, öffnete sie die Tür, legte Bryan Handschellen an. Bryan konnte nicht von den Sportlern und Sportlerinnen des Dritten Irvin Bellone las das Testament den beiden die in das Zimmer des Kranken führte. Zu ihrem lange leugnen. Er gestand, daß er sich selbst zwei Reiches durchgeführt. Die Sportler waren in Kö Männern vor, die es betraf. Er wußte, daß sein Entsetzen sah sie, daß Irving Bellone tot war. Strückstöcke verfertigt hatte, um den einbeinigen nigsberg gegen Polen mit 105: 73, in Hamburg geBruder stark verschuldet war und dringend Geld das große Nissen, das noch über seinem Gesicht Bruder seines Opfers zu belasten. Da sie beide en Holland mit 93:87 und in Frankfurt gegen die Schweiz mit 108: 50 Punften erfolgreich. Die brauchte. Trotzdem war er nicht gefaßt darauf, lag, verriet, daß er im Schlafe erstickt worden die gleiche Schuhgröße hatten, konnte er auch die Sportlerinnen gewannen in Rotterdam gegen die daß der Krüppel von ihm, dem Todkranten, sofort war. einfache Fußspur leicht vortäuschen. Sofort nach Holländerinnen mit 57:40 Punkten. einen Vorschuß von tausend Dollar verlangte, um Nun weckte die Haushälterin Bryan, der so- seiner Tat hatte er die Krücken verbrannt; die Der amerikanische Tennisweltmeister Budge, besonders dringlichen Verpflichtungen nachkommen fort die Polizei verständigte. Der Sheriff Wil- Asche fand sich noch im Kamin, deſſen Ziegelwände der mit seinem Landsmann Malo an den tschechozu können. Irving lehnte das Anjinnen ab. Er fen, der mit seinem Gehilfen Kennedy aus Apple- nach warm waren. Wäre der Krüppel hingerichtet flowakischen Tennismeisterschaften teilnahm, ge ergänzte durch ein Kodizill nur noch seine Test- ville fam, fand ziemlich eindeutige Spuren. Ein worden, dann hätte Bryan die ganze Erbschaft wann das Endspiel im Männer- Einzel gegen Hecht willigen Verfügungen, daß sein Bruder Univer- Fenster im Zimmer des Kranken, das zu ebener antreten können. 6: 1, 6: 4, 6: 4 und das Männerdoppel fiel an das salerbe werden solle, für den Fall, daß Bryan Erde lag, war geöffnet worden. In der Nacht Nur durch einen Zufall war der Einbeinige amerikanische Paar Budge- Mato, das Hecht- Drobný sterbe. hatte es leicht geregnet. Der Shiriff fah in der einem Juſtizmord entgangen. Als er schon zu DeTV- Mitglied Heim- Müller. 6: 3, 7: 5, 9: 7 schlug. Im Frauen- Einzel siegte dat Einige Minuten später entfernte sich der aufgeweichten Gartenerde Spuren eines Fußes, Hause angelangt war, glitt er auf der Holztreppe, Krüppel, der sich nur mit Hilfe von zwei Strücken begleitet von jenen charakteristischen Eindrücken, die zur Mansarde seines Häuschens führte, aus Binders und kehrte in seine kleine Villa zurück, Kreisrunde feuchte Flecke im Mordzimmer verrie- fonnte nachweisen, daß er koine Reservekrücke bedie ungefähr eine Viertelmeile vom Hause seines ten, daß der Mann mit den Krücken auch in das saß, und Wilson hatte ihn hilflos auf der Treppe Bruders entfernt lag. Die beiden Häuser waren Mordzimmer eingedrungen war. Da das Fenster, liegend angetroffen. Der Mörder hatte aber die die einzigen im weiten Umkreis, denn die Brüder wie es im Ausland vielfach üblich ist, fast bis zum Spuren zweier Krücken hinterlassen Bezugsbedingungen: Bei Rustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poſt monatlich Kč 17. vierteljährig Kč 51.- halbjährig Kč 102. ganaiährig Kč 204.-- Inserate werden laut Tarif billigit berechnet.- Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telegraphendirektion mit Erlak Nr. 18.800/ VII/ 1980 bewilligt( Kontrollbostamt Braba 25.- Druderei:.Orbis". Drud. Verlags- u. Beitunas A.-G. Baa. vom Strantenlager feines die zwei Krücken im weichen Boden hinterlassen. und zerbrach- dabei eine der Striden. Verlanget überall Volkszünder