t ic t's 0: a: C: Caf Der τία I." ofe Ic. 91. ta. ift beach ie= hrz 111, id nd im icht g ar. elli te: Daß 7?" ut: ste Jer. ve= በሮ ። Dic Die wir uch 1111, Die hin mir man , โง ein Dem ich, 30 Sozialdemokrat " AuD morbalush, de Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Rebattion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Freitag, 22. Juli 1938 Solidarisch wie am 21. Mai Das Ergebnis der Pariser Ministerbesprechungen Paris. Außenminister Bonnet empfing Donnerstag den tschechoslowakischen Gesandten Dr. Ofuský, den er eingehend über die Besprechungen der französischen Minister mit Lord Halifax unterrichtete. Der französische Minister des Auswärtigen bestätigte dem tschechoslowatischen Gesandten, daß der französische und der britische Standpunkt gegenüber der Tschechoslowakei, wie er bei der Londoner Konferenz im April dieses Jahres abgesteckt wurde und wie er kurz darauf in den Tagen des 21. Mai wirksam zum Ausdrucke kam und seit dieser Zeit andauert, unverändert ist. Beide Regierungen verfolgen mit voller Teilnahme die Entwicklung der Verhandlungen der tschechoslowakischen Regierung über das Nationalitätenstatut mit dem lebhaften Wunsche, daß dessen baldige Durchberatung und Verabschiedung die ersehnte Becruhigung der Verhältnisse in Mitteleuropa bringe. Prag und das europäische Gleichgewicht Berlin: fen, die Sudetendeutschen zu erbittern und dem Reiche Schwierigteiten zu machen. Dies sei eine Politit, die jeden Augenblid den Frieden Europas gefährden fönnte. Chamberlain über Wiedemanns Mission Aus dem Inhalt: SdP Enthüllte Pläne der SdP Hodža empfängt die Polen Ozeanflug Ost- West gelungen Papstrede gegen den Rassismus Erfolglose Angriffe Francos Rudolf Zeisel nach Brünn Bekenntnis Nr. 170 zur Demokratie Der Königsbesuch in Paris Paris erlebt stolze Festtage: Seit Dienstag London. Im britischen Unterhaus wurde weilt in den Mauern der herrlichen Stadt an der Donnerstag Premierminister Chamberlain Seine der Souverain des mächtigsten Weltreiches, vom Abgeordneten Fletcher über den türz- des britischen Imperiums. Das französische Volt Besprechungen mit Lord Halifar befragt. lichen Besuch Wiedemanna in London und dessen empfindet in seiner Gesamtheit, daß dieser Besuch, wie Léon Blum treffend schrieb, der Besuch der Chamberlain erklärte in einer schriftlichen ganzen britischen Nation ist". Der erste Besuch, Beantwortung, daß Wiedemann im Verlauf sei- den Georg VI. seit dem Antritt seiner Regierung nes Besuches in London informative Gespräche abstattet, gilt Paris und der französischen Repu hatte, aber nicht gekommen sei, um Erörterungen blit, der Festlandsmacht, der sich das britische über besondere Aspekte der politischen Probleme Reich eng verbunden fühlt. Es hat seit dem Ende zu führen. Die Gespräche haben jedoch Wiede- des Weltkrieges Zeiten gegeben, in denen Engmann infolge seines Kontakts mit autoritären land und Frankreich gesonderte Wege gegangen deutschen Kreisen in die Lage versetzt, die Ber- sind. Diese Zeiten sind vorüber. Seitdem die dy ficherungen zu wiederholen, die von der Berliner namischen", lies faschistischen, Mächte, Japan, tas gelung offener Fragen abgegeben worden find. hen, ist das Verhältnis der beiden Westdemokra Regierung über den Wunsch nach frieblicher Re- lien und Deutschland den Frieden der Welt bedro tien immer enger geworden. Es wäre unmög Militärparade vor Georg VI. Presse lich", sagte der König in seinem Trinkspruch im Versailles. Während der zweite Tag des Elisée- Palast, eine Epoche anzugeben, in wel Aufenthaltes des englischen Königspaares vor der unsere Beziehungen inniger gewesen wären". allem gesellschaftlichen Charakter hatte, trug der Diese Feststellung des Herrschers des britischen Donnerstag militärischen Charakter. Frankreich Weltreiches wird in den Herzen aller jener, welche vollte dem Oberhaupt des befreundeten Staates, Frieden, Glück und Wohlfahrt für eine von Strieg mit dem es in den letzten Wochen eine enge mili- und Tod, Zerstörung und Not bedrohte Menschtärische Freundschaft geschlossen hat, den heutigen heit ersehnen, Freude, Hoffnung und Zuversicht Stand seiner Armee und ihre moderne Ausrüstung hervorrufen. Es wird sich nicht so leicht ein Dilzeigen. Unter dem Oberkommando des Militärgou- tator finden, der es wagen wird, die beiden groverneurs General Villot nahmen an der Defiließen Mächte anzugreifen, die den Westen des Nonrung 50.000 Mann aller Waffengattungen teil. tinents beherrschen und in den Meeren aller Erd,, Nicht mit friedlichen Mitteln" London. Die Begleitumstände und Sinter London. Der diplomatische Korrespondent des Manchester Guardian" schreibt, in der Londoner Presse auch heute lebhaft diskutiert. gründe des Wiedemann- Besuches in London werden Deutschland versuche die Bedeutung des tschecho- Der Berliner Korrespondent der Times" meldet, ilowalischen Problems in britischen Augen zu vers daß der Besuch auch heute in der deutſchen Breffe dunkeln und darin liege auch der Zweck der nicht erwähnt werde. Es sei keine unvernünftige Mission Wiedemanns. Deutschland wolle England Theorie, die davon wissen wolle, daß Reichskanzler davon überzeugen, daß die Aussichten über eine pitler mit der Mission Wiedemanns in London beVerständigung zwischen Deutschland und England absichtigt habe, einen Wink zu geben, daß die frannicht gefährdet werden sollten durch sieben Mil- zösisch- englischen Beschlüsse über die fünftige Politit lionen Tschechen denn die deutsche Propaganda hinsichtlich der Tschechoslowakei für die Weiterent zählt die Slowaken zu den nationalen Minder wicklung der deutsch- englischen Beziehungen entschei heiten. Das Blatt verwirft entschieden diese Auf- bend sein werden. Das Selbstbestimmungsrecht für ſaſſung und erklärt, die Tschechoslowakei sei in die Sudetendeutschen werde als deutsche ihren gegenwärtigen Grenzen eine der Haupt- Interesse gefordert. Deutschland wünsche stüßen der gegenwärtigen europäischen Ordnung eine friedliche Lösung der sudetendeutschen Frage, und die Aufrechterhaltung ihrer Souveränität und glaube aber, daß die Sudetendeutschen mit friedſtaatlichen Unabhängigkeit innerhalb dieser Gren i en Wittein nicht zu ihrem Recht gelangen teile eine achtunggebietende Macht darstellen, von zen sei für das europäische Gleichgewicht wesents werben, solange nicht Großbritannien und Frank denen die eine mit der großen Beherrscherin des Ostens Europas und des Nordens Asiens, der lich. reich die Prager Regierung darüber aufklären, daß Jerufalem.( Reuter) Fünf Mitglieder der Sowjet- Union, berbündet ist und die beide mit ihr Interesse nicht als Unterstüßung unter allen Um- jüdischen Kolonie Kiriat Haroschet bei Haifa der Beherrscherin Nord- Amerikas, den Vereinigten ſtänden interpretiert werden darf. Solange dies univurden Mittwoch während eines Angriffes der Staaten, in Freundschaft leben. terbleibe, werde sich, so behaupte man in Berlin, Terroristen, die Brandbomben schleuderten und Die große Bedeutung der englisch- franzö die Prager Regierung mit propagandistischen Mit zwei Gebäude vernichteten, getötet. Bei den fischen Allianz, die in Paris neu und fester geteln zufriedengeben, die vielleicht dazu dienen, aus- Stämpfen famen auch mehrere Terroristen ums inüpft wurde, beruht für uns darin, daß es das ländische Sympathien zu erhalten, aber dahin wir- Reben. Aus Paris meldet das gleiche Blatt, daß Außenminister Halifag Frankreich die Zuficherung gegeben habe, daß England die feste Haltung, die sie in der mitteleuropäischen Politik in den Monaten April und Mai beobachtet habe, a u frechterhalten werde. Es seien verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für das tschechoslowakische Problem erwogen worden, doch scheine die Entscheidung für eine Politik des weiteren Abwartens gefallen zu sein. In der Zwischenzeit sollen neue Erfundigungen über den Stand der Verhandlun= gen mit den Sudetendeutschen eingezogen werden. MIßtrauen In Paris Baris. Sämtliche Informationen der Pariser Bläter über die politischen Beratungen zwischen Halifax, Daladier und Bonnet stimmen darin überein, daß mit Befriedigung volle Ein heitlichkeit in den Auffassungen über alle attuelle außenpolitische Probleme konstatiert wurde und daß das enge Einvernehmen in den luffassungen und über das Vorgehen der beiden Regierungen vertieft worden ist. In Pariser Linkstreifen ficht man in der Reife Wiedemanns ein Manöver Deutsch. lands mit dem Ziele, daß die vier Großmöchte. Wieder fünf Tote in Palästina Vor Kriegsbeginn Japan- USSR? Truppenmassierungen auf beiden Seiten Bündnis zweier großer und mächtiger Demokras tien ist. Während sich die faschistischen Staaten zum Glauben an Diktatur und Gewalt stets offen bekannt haben, haben wir gerade aus England oft gehört, daß es sich in keine ideologische Front eingliedern werde. Diesmal aber hat das Weltreich durch den Mund seines Königs ein tapferes und stolzes Bekenntnis zur Demokratie abs Tokio.( Havas.) Die zum fowjetruffi-| eine Aussprache über den Zwischenfall von gegeben. Unsere Bölfer", so sagte Georg,„ haben fchen Oberkommando entfandten japanischen Bar- Sungschun statt. Anschließend berieten Fürst die gleiche Anhänglichkeit an die Prinzipien der lamentäre, die eine Note mit den Forderungen Stonoje und Außenminister Ügati, Kriegsminister Demotratic, die dem besondern Genius der beinach Erneuerung des status quo ante in der Zlagati und Finanzminister teda über die von den Länder entspricht und sich an der gleichen An Gegend von Tschangtufen überbrachten, find bis- ter Regierung zu treffenden Maßnahmen für den hänglichkeit für die individuelle Freiheit inspiriert. her nicht zurückgekehrt. Japanische Kreise sind der Fall, daß Mosfau Tschantufeng nicht räume. 28ir sind stolz auf dieses politische Glaubensbe Auffassung, daß falls die Parlamentäre von den Achnliche Besprechungen fanden im Staatsbeirat tenntnis, das wir mit anderen großen Natiosowjetruffifchen Behörden hingerichtet oder gefan- unter Vorsitz von Fürst Stonoje statt, an dem auch nen gemeinsam haben". Die englische Regierung gengenommen werden sollten, die japanischen Be- die neuernannten Staatsbeiräte General Matsiu, wird den konstitutionellen Herrscher des Landes hörden sich für eine Aktion mit dem Ziele der der frühere Kommandeur des Schanghai- Ab- fein Wort sprechen lassen, das nicht der inneren Grenzbergen entscheiden könnten. Erneuerung des früheren Zustandes in den schnittes sowie der frühere Kolonialminister Ueberzeugung, dem leidenschaftlichen Wollen, dem Ohtani teilnahmen. sittlichen Ernst und dem Idealismus der Nation Aus Nordkorea wird gemeldet, daß vier Der Sprecher des japanischen Marinemini- entspricht und so ist das politische Bekenntnis des Deutschland, England, Frankreich und Italien einer Transporte sowjetischer Landtruppen aus Bladi- fteriums Admiral Noda erklärte in einer Jour- Königs genau so ernst zu nehmen wie sein Hins nalistenkonferenz, daß die Admiralität die Nachweis darauf, daß die Entente seit 1914 weder Regelung der Nationalitätenprobleme in ber Tiche. weſtok in der Richtung gegen die Poſſietbai gericht von Sowjettransporten in der Bossietbai erst ihre Straft noch ihre Lebensfähigkeit eingebüßt foflowakei patronisieren und auf eine politiche sehen wurden. Die Poſſietbai ist der Punkt an der aus der Presse erhalten habe, wo Sowjettruppen hat". Diese Erinnerung wird wohl verstanden Neutralifierung der Tschechoslowakei Sowjetküste, der dem Schauplaß des jüngsten konzentriert werden. Weber den sowjetisch- man- werden, diesseits und jenseits des Rheins. hinarbeiten sollen. Deutschland würbe hiefür einem Grenzzwischenfalles am nächsten liegt. westeuropäischen Luftpakt beitreten. England wolle dschurischen Grenzzwischenfall erklärte Admiral So ist der Besuch in Paris eine ManifestaZwischen Ministerpräsident Konoje und Noda, daß dieser bereits nicht mehr in die diplo- tion für den Frieden und die Freiheit.„ Ein nicht a priori das deutsche Angebot ablehnen, erkläre Kriegsminister Jtagati fand Donnerstag früh matische Sphäre falle. freies Bolt feiert den Herrscher eines freien jedoch, fest entschloffen zu sein, bei einer eventuellen Voltes". Diese große Ueberschrift, welche der weiteren Entwidlung der Gespräche mit Deutschland " Populaire", das Organ der französischen Soim Geifte der reinen Tradition des herzlichen englischzialdemokratie am Tage des Eintreffens Georgs franzöfifchen Ein vernehmens vorzugehen. VI. in Paris an der Spitze des Blattes brachte, Hinsichtlich der Spanienpolitit feien fich die franzö spricht aus, was das französische Volt, auch die fischen und britischen Minister in dem Wunsche einig, französische Arbeiterschaft, empfindet und was daß das Werk des Nichtinterventionsausschusses von ihr hervorragender Führer so glänzend formuliert Erfolg gekrönt werden möge. Für die Inkraftsehung Rom. Nach Abschluß des Italienbesuches des die vollkommene Gleichheit der Auf hat. Frankreich und England wollen den Frieden, des englisch- italienischen Abkommens bleibe die Ne- ungarischen Ministerpräsidenten Imredy und des feffungen der beiden Regierungen festge- sie erstreben ihn heißen Herzens, sie werden alles gelung des spanischen Problems die Voraussehung. ungarischen Außenministers von Kanya wurde stellt. Zwischen den Bertretern Italiens und tun, um ihn den Völkern Europas- auch uns folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: Lebrun nach London Romprotokolle für Ungarn bindend Für Deutschland höfliche Worte " Ungarns ergab fich sowohl in politiſcher wie in zu erhalten. Aber sie lieben auch ihre Freiheit, wirtschaftlicher Hinsicht spontanes Einvernehmen auf die sie niemals verzichten und die sie mit jenen Während ihres Staatsbefuches in Italien darüber, die volle Gültigkeit der römi- Waffen verteidigen werden, die ihre Gegner Paris. Donnerstag abends wurde ein amt- haben von Imredy und von Kanya mit dem Duce fchen Protokolle von neuem zu bekräf- ihnen aufzwingen. Den Wettlauf in den Rüstun liches Nommuniqué verlautbart, in dem es heißt, und mit Außenminister Graf Ciano lange Unter- tigen, soweit sie die beiden Staaten betreffen. Die gen kann mit dem britischen Weltreich, das sich daß der Präsident der Republik Frankreich, Lebrun, rebungen im Geiste der Herzlichkeit gehabt, die Biele des Friedens und der Gerechtigkeit, von über alle Kontinente erstreckt und dem schier undie Einladung zu einem offiziellen Besuch in das Kennzeichen für die Beziehungen zwifchen den benen fich die Politik Italiens und Ungarns in erschöpfliche Hilfsquellen zur Verfügung stehen, England, die König Georg VI. an ihn richtete, beiden Ländern ist. Im Berlaufe dieser Befpre- Uebereinstimmung mit den Richtlinien der Achse weder das Dritte Reich noch das faschistische Itaangenommen hat. Präsident Lebrun und Gemah- chungen find in vielen Einzelheiten die verschie Rom- Berlin leiten läßt, bilden die tatsächlichen lien aushalten, ebenso wie die beiden Diktaturen lin werden ſich Anfang des nächsten Jahres noch benen Seiten der Beziehungen Italiens und Vorbedingungen für eine umfaffenbere und wirk- nicht über die Rohstoffe verfügen, die den Sieg vor Ablauf der im Mai endigenden fiebenjähri- Ungarns untereinander sowie mit den anderen fame Zusammenarbeit auf internationalem Ge- in einem Kriege verbürgen, den sie hervorrufen gen Präsidentschaftsperiode zu offiziellem Besuch Staaten und besonders mit denen des biet, die allen offensteht, die aufrichtig ein Wert würden. Die Weltdemokratie muß sich nur ihrer nach London begeben. Donauraum s geführt worden. Dabei wurde der Ordnung und des Friedens anstreben. Kraft bewußt werden. Sette 2 Freitag, 22. Juli 1038 Nr. 170 Eine verratene„Weisung“ aus Eger Was die SdP für den 20. oder 21. August plant Angesichts„schwerer Aufgaben",„schlagartige Amtswalterappelle" In allen Orten— Antreten mit„Habt Acht I" und„deutschem 2mh" Die SdP«Amtswalter in den sudetendeutschen Städten und,Dörfern Haben noch keine Ahnung, was ihnen für den 20. oder 21. August bevorsteht, denn die entsprechenden Weisungen aus Eger ergingen nur an die Kreis- und BezirkSlei« ter. Und Henlein und seine Unterkommandanten glaubten sich darauf verlassen zu können, daß niemand die streng geheinigehattenen Befehle verraten werde. Wenn aber schon die Amtswalter in den Orten und natürlich erst recht die SdP-Mit» glieder, die einfachen„Kameraden", nichts wissen — wir sind in der Lage, ihnen und der gesamten Oeffentlichkeit genauen Bescheid zu geben, denn vor uns liegt hie Weisung des HauptorganisationSamteS B 2SV8, Eger. 12. Juli. Betrifft: Prüfung der Organisation In diesem Dokument loyaler, demokratischer SdP-Gesinnung heißt rS zu Anfang unter anderem: „SU nächste Zukunft wird schwere Aufgaben und Kämpfe an uns herantragen, die ein H ö ch st m a ß an Schlagfertigkeit der Organisation von uns verlangen werden. Der Staad der gesamten Parteiorganisation ist unbedingt den durch den Mitgliederzuwachs und die Notwendigkeit künftigen Kampfe»gegebenen neuen Verhältnissen anzupassen. Es wird daher angeordnet, den gesamten OrganisationSapparat nach allen Richtungen hin zu überprüfen. Insbesondere muß die Kame- radschaftsordnung nunmehr endgültig ausgebaut und mit Leben erfüllt werden. Die gesamt« Amtswalterschaft ist zu diesem Zwecke ein« zusetzen." Inhal und Ton deS Dokuments verraten also schon hier, daß der sudetendeutsche Faschismus, ganz im Stil der SA und SS„durchgreifen" will, um sich zu einem bestimmten Termin für einen unbestimmten Termin vorzubereitenl Die«Weisung" ordnet sodann Organisationsbesprechungen an, die jeder Bezirksleiter mit sämtlichen chargierten Untergebenen abzuhalten habe, wobei aber den zum Bericht Kommandierten wörtlich zugerufen tzird^ Keine SdiönfarbereH Wahrscheinlich hat also der Generalstab In Eger mit den ziffernmäßigen und sonstigen Berichten über Mitgliederstand, Mitgliederzuwachs und Schlagfertigkeit der SdP-Gliederungen Erz fahrungrn gemacht, die sogar den TotalitätSlüq« nern zu bunt sindl Daher wird jetzt auch angeordnet:„Schwache Stellen sind ausfindig zu machen. Vielsagend ist aber folgender PaffuS der Weisung: Besonderes Gewicht ist zu legen auf die Aufstellung eines verläßlichen und blitzartig arbeitenden Nachrichtendienste»(Durchgabe mündlicher Anordnungen usw. bis zu den NachbarschaftSleiiern). Also wohl eine kriegerische Art von Vervollkommnung der Flüsterpropaganda! Bis zum 6. August müssen die Ortsleiter ihre Maßnahmen bee>ü»et haben, die vom 7. bis 18. August durch die Bezirksleiter zu überprüfen sind. Und: Bei diesen Ueberprüfungen ist der allerschärfste Maß st ab anzulegen. Zur Abstellung allenfalls immer noch auftretender Schwächen sind weitere 8 Tage Frist, bi» zum IS. August, zu getvähren. Am 2 0. oder 21.A«g«st sind in allen Ortsgruppen sämtlicher Bezirk« schlagartige AmtSwaltrrappellr avzuhalten,deren Richtlinien durch den BezirkSleiter erweitert oder verschärft werden können! Weiter heißt es dann, daß die Amtswalter den Termin diese» Appell» vorher nicht erfahren dürfen— wir haben ihnen die Sache erleichtert, sie wissen jetzt Bescheid... Und alle müssen antreten, auch die Amtsleiterinnen der Frauenschafti Amtswalter, die dem Appell ohne triftigen Grund fernbleiben, sind wegen Lauheit sofort zu entheben und durch haltungSmäßig straffere Kameraden zu ersetzen. Der Termin der Appelle wirdI den OrtSleitern erst am Abend vorher durch! Motorfahrer bekanntgegeben. Am 22. August haben dann die Motorfahrer die Berichte an die KreWelle zu befördern. Außerdem haben die Geschäftsführer alle untergeordneten„Dienststellen" zu kontrollieren, womöglich unangemeldet. S o n d e rw e i s u n g e n, die die SdP in nationalsozialistischer Reinkultur zeigen, sind dem Uka» als„Richtlinien über die Durchführung von Dienst-Appellen" beigegeben. Damit man sehe, wie zivil und demokratisch es bei Herrn Henlein zugeht, dessen SdP wahrhaftig mit einer Partei nicht da» Geringste mehr zu tun hat, fei dieser Armeekommandobefehl hier wörtlich wiedergegeben: Jeder Bezirksleiter soll eS sich zur Pflicht machen, wenigstens zweimal jährltq einen Appell seiner Ortsgruppen durchzuführen. Diesen Appell soll er möglichst selbst oder durch einen von ihm beauftragten Amtswalter abnehmen lassen. Dieser Appell findet in jede«'Ortsgruppe in der Dienststelle oder in einem geeigneten Versammlungsraum statt. Verpflichtend teilzunehmen haben sämtliche OrtsgruppenamtSwalter. Much die Amtswalterinnen der Frauenschaft.) Der Orttleiter läßt seine Amtswalter an- treten. Beim Eintreffen de» übrrgeordnetm Leiters»der dessen Stellvertreter kommandiert er„Habt Ach tl", macht einige Schritt» auf dm Ankommenden zu,» r ä ß t mit erhobener Hand und melde» die Anzahl der erfchimmm Amtswalter, sawle eventuell fehlend«»der mtschuldigtr. Der Bezirksleiter dankt, kommandiert «R u h e" und begrüßt jede« einzelnen der angetretenen Amtswalter durch Handschlag. Daraus wird Platz genommen und die A«l> walter berichten nun über ihre Arbeit, die Ergev- niffe ihrer Tätigkeit, bring« Anregungen«no äußrm Wünsche. Sie können bei dieser Gelegenheit auch freimütig, aber in sachlicher Form Kritik üben. Da Appelle grundsätzlich zur Ueberprllsung der Organisation abgehalten werden, hat der Be» zirkSleiter sein Hmiptaugenmerk darauf zu richten, ob alle erlassenen Anordnungen und Richtlinien auch vollstä^iig und gründlich durchgeführt werden. Bei dm Appellen sind mich möglichst neue Aufgaben zu stellen. Also die Kameraden Thargen einschließlich der Frauen haben wie auf dem Kas ernem- hof anzutreten, die Meldung wird etwa nach dell Vorschriften de» preußischen Dienstreglements erstattet und vielleicht gibt es noch einen Reservat-Befehl, der die freien Männer instruiert, in welchen Fällen der„dtütsche Gruß" mit„Heil Henlein!" und zu welchen Terminen er mit„$dl Hitler!" zu verbinden ist. Nach dem Kommando„Ruhe" oder„Ruht" au» dem Munde deS RegimentSchefS dürfen dann die Offiziere und Unteroffizierinnen sich sehen unv Rapport erstatten. Ms wackere deutsche Männer und Frauen dürfen sie— wa» bei solch demo« Vie politischen Verhandlungen Nach der Beratung der politischen Minister am Montag und nach ihrer Zusammenkunft mit dem Präsidenten der Republik am Dienstag wurde der Entwurf über die S e l b st Verwaltung inS interministerielle Verfahren zurückgeleitet. Die Vertreter der legislativen Ab- teilmigen der einzelnen Ministerien haben sich nun unter Vorsitz des politischen SektionSchesS im Ministerratspräsidium, Dr. Cäha, zusammengesetzt, um die notwendigen Veränderungen durchzuführen bzw. die Ergänzungen vorzunehmen. Dadurch ist in den Arbeiten des Eechserausschus« ses der Koalition, an den die ganze Vorlage geleitet wird, eine Verzögerung eingetreten. Der Sechserausschuß hatte ursprünglich den Plan, diesen Cesetzenttvurf bis Donnerstag durchzuarbeiten, damit den politischen Ministern bis Ende der Woche Zeit bleibe, ihrerseits zu dem nun so abgeänderten Entwurf Stellung zu nehmen. Da» ist nun nicht mehr möglich, der SechserauSschuß hat sich bisher erst mit der Landesverwaltung, aber noch nicht mit der BezirkSverivaltung befaßt. Das wird erst Ende dieser Woche geschehen, dann werden die Verhandlungen darüber im politischen Ministerkomitee beginnen und voraussichtlich noch die ersteu Tage der nächsten Woche in Anspruch nehmen. Die Regierung befaßt sich außer mit den nationalpolitischen Vorlagen noch mit einer Reihe von anderen Gesetzentwürfen, die gleichfalls dem Parlament in der Sommersession noch vorgelegt werden sollen. Dazu gehören das Ermächtigungsgesetz, worüber wir bereits berichtet haben, das Budget für 1039, das mit äußerster Sparsamkeit zusammengestellt werden soll, und schließlich der Gesetzentwurf über die Errichtung von Arbeitslagern, welche, wie ein tschechisches Blatt meldet, den hauptsächlichen Zweck hüben werden, Arbeiten zu vollführen» die in das Gebiet der Staatsverteidigung gehören. Zu diesem Gesetzentwurf wird noch auSfiihrlich Stellung zu nehmen sein, da ja damit wichtige kratischem Korpsgeist natürlich besonders erwähnt werden muß— sogar Kritik üben, aber wohl etwa so, wie das in einer Offiziersversammlung oder bei einer Manöverbesprechung unter Wilhelm II. oder Adolf l. statthaft wäre. Auch die„n e u e n Aufgaben" erinnern lebhaft an das Exerzierreglement und Uebungsgelände. Und so also denken sich die Herren von Eger die Aera„schwerer Aufgaben", die sie sich für August und di» wetteren Monate vorgenommen haben und innerhalb deren der 20. oder 21. August al» erster Probe-Alarm-Tag vorgesehen ist— oder, wie nun anzunehinen ist, vorgesehen war. Denn jetzt werden sie sich wohl auf einen anderen Termin umstellen müssen. Aber daS sind sie ja gewöhnt. Nichtsdestoweniger wird e» Wohl heute in Eger etliche lmige Gesichter geben, wenn man dort lesen wird, daß die DSAP so genau über die volkSgemeinschaftlichen Geheimpläne unterrichtet sind. Wa» aber sagt die t s ch e ch o s l o w a k i« s ch e Regierung und was sagt man in P a- r i S und London zu Geist und Form dieser Appelle, die doch gewiß ahnen lassen, wie eS um die Freiheit und Demokrafie im sudetendeutschen Gebiete stünde, wenn das Wirklichkeit würde, was man sich in Berlin—Eger unter Autonomie vorstellt! Interessen der arbeitenden Schichten berührt werden. Das Datum der Einberufung des Parlament» steht immer noch nicht fest. Einerseits glaubt man, warten zum üssen, bis sich alle maßgebenden Faktoren über die nationalen Gesetze geeinigt haben, andererseits ist man aber der Meinung, daß das Parlament eventuell vor der Behandlung der Nationalitätengesetze sich mit anderen Fragen, vor allem mit denen wirtschaftlicher und militärischer Natur beschäftigen könnte. Wie die Dinge sind, ist jedoch kaum mit einer Einberufung deS Parlaments vor dem 1. August zu rechnen. Vie Polen del Or. Hodia Prag.(Tsch. P.-B.) Die interministerielle Kommission der legislativen Experten, welche an der Textierung der Entwürfe über die Nattona- litäten-Selbstverwaltung arbeitete, hat ihre Arbeiten erst spät nach Mittwoch-Mitternacht beendet. Ihr Elaborat wurde Donnerstag vormittag» dem Präsidium de» Abgeordnetenhauses für den Bedarf des sechsgliedrigen KoalitionSauSschuffeS übergeben, der vom Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses Malypetr für nachmittag zu einer Sitzung einberufen wurde. Zu den Beratungen de» sechsgliedrigen KoalitionSauSschuffeS über die Kompetenz und die Zusammensetzung der Organe der Nationalitäten-Eelbswerwaltung in den Verbänden der LandeSselbstverwaltüng werden die Mitglieder der Kommission der legislativen Experten zu dem Zwecke zugezogen werden, damit sie dem Koalitionsausschuß alle erforderlichen Erläuterungen zu ihrem Elaborate geben können. Donnerstag vormittag» setzte die Regierung ihre Fühlungnahme mtt den politischen Vertretern der einzelnen Nattonalitäten fort. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Hodja empfing eine viergliedrige Delegatton des Verständigungsausschusses der polnischen Parteien, welche diesmal au» dem Abg. Dr. Wolf, Pastor Berger vom Polenverbmde in der TSR, au» Professor B a« dura und Götze von der polnischen sozialistt« schen Partei bestand. 2V I Zwischen| Mann und Kind k Roman von LIII Körber W „WaS ich Ihnen sagen wollte, liebe Frau Wiesinger", begann die Prohaska fast geheimnisvoll und berührte mit ihrer dicken Hand Frau WiesingerS Arm— Marthas Hände lagen noch immer unter dem Tisch.„Lassen S' den Buben net zu dem Hofer gehn. Der Hofer hat einen schlechten Lebenswandel. Ich sag' nix, wann einer ledig ist, kann er schon Damenbekanntschaften haben, aber doch nicht heute die und morgen die. Und Gott weiß, waS die da oben bei ihm treiben, unsereiner hat ja ka Ahnung von solchen Dingen. Und das Kind schaut sich das alles mit an, das ist ka Beispiel für an Buben net..." Jetzt war Werner zu Ende. Frau Martha hielt den Atem an.„Den zweiten Satz", hörte sie Bühlers Stimme. O, das war gut, da» war sehr gut, sie hatte sich sagen lassen, daß man sich bei einer Prüfung oft schon mit. einigen Takten begnügte. Sie grübelte darüber nach, wie der Tonfall Bühlers gewesen war, herablassend, ermunternd oder gar... anerkennend? «Ich sag' net, wenn einer ledig ist, hörte sie Frau Prohaskas Stimme.„Aber was z'viel. is, das i» z'viel." Sie machte eine Pause, dann sah sie Frau Martha voll an: „I weiß net, Frau Wiesinger, ob's Ihnen bekannt is, daß der Robert an dem Hofer feine Adresse Briefe bekommen tut?" „Wie schön er spielt", jubelte eS in Martha, «noch nie hat er so schön gespielt, er fühlt, daß er dem Bühler gefällt, o mein Werner!" „Was z'viel iS, das iS z'viel", meinte Arm Prohaska.„Einen so jungen Burschen zu verführen! Wie mir der Hausmeister da» erzählt hat, hab' ich mir g'sagt, das muß ich der Frau Wiesinger erzählen, eh' eS zu spät iS... «Ich weiß, Frau ProhaSka", sprach Martha mit gefalteten Händen.„Robert hat mir von dem Brief erzählt. Er hat ihn an die Adresse HoferS kommen lassen, weil er nicht wollte, daß Werner davon weiß." „Ach!" kam eS enttäuscht,„ja, dann«,." Frau Prohaska sah Martha forschend an, sie erwartete, daß diese ihr sagen würde, von wem der Brief eigentlich war. Aber Martha schwieg. Bon diesem Augenblick an weihte ihr Frau ProhaSka, die in ihr«inen Ersatz für Fräulein Horvat zu finden gehofft hatte, eine ttefe Antipathie.„Wann st« glaubt, daß sie wa» Bessere» iS", sagte sie später drohend zum Hausmeister,„da irrt sie sich sehr. So viel wie sie bin ich schon lange. WaS ist sie schon? Gar nix iS sie." Jetzt erhob sie sich mtt sauer-süßer Miene. „Ja, wann'S so is, Frau Wiesinger, dann ist'S allerdings was anderes. Wann Sie's für richtig finden, daß Ihr Bub Briefe an eine fremde Adresse bekommt... ich hab's gut gemeint... ich hoch mir g'sagt, genug Unglück haben wir im Hause g'habt mit der armen Horvat... ich hab's gut gemeint,'tschuldigen Sie die Störung.. ,* «Ja, ja, ich danke Ihnen, liebe Frau Prohaska", sagte Martha strahlend,(sie hatte die Stimme Bühler» gehört:„Jetzt das Vivace.") —„Ich danke Ihnen herzlich, liebe Frau Prohaska. Ich werde Herrn Hofer danken. Ich werde meinem Buben sagen... ich werde Herrn Hofer sagen..." „Die ist ja narrisch", zuckte Frau ProhaSka innerlich die Achseln.„Da wundert man sich, daß die Buben kein Benehmen haben, über die Stiegen umeinandrennen." Sie seufzte. Sie hätt' das so gern mit Fräulein Horvat besprochen, nun war sie tot. Und der Hausmeister ließ auf seine Parteien nicht» kommen. Frau Martha machte ein paar Schritte zur Tür, ungeduldig, gleich war Werner zu Ende, sie wollte nicht, daß Bühler die ProhaSka noch traf. Frau Prohaska verstand, daß Frau Wiesinger sie lo» werden wollte, wenn sie auch den Grund nicht ivußte, ihre Antipathie verwandelte sich in Haß, den Haß des kleinlichen Menschen für jenen, von dem er annimmt, da er sich für etwas Besseres hält. Frau Martha begleitete sie hinaus und kehrte gerade in dem Augenblick ins Speisezimmer zurück, als Bühler, und hinter ihm der feucrrore Werner, aus der Tür traten. Auch Bühler war rot und animiert. Er nahm einen Sessel, drehte ihn gehässig um, setzte sich rittlings darauf und sagte mit feindlichem Blick auf Martha: «Also so ist eS.".(Das„liebe, gnä' Frau" lieh er diesmal aus.)„So ist es. Man ist die Witwe eines Mannes, der in der Musikwelt den besten Namen hinterlassen hat. Man hat die besten Beziehungen, aber man findet es überflüssig, sich mit jemand zu beraten, man schickt den Buben zu dem ersten besten Pfuscher und überläßt da» Weitere dem Schicksal, nicht?" „Herr Bühler," stammelte Martha,„Herr Bühler!" „Bühler werde ich genannt," sagte der Geiger.„Und wie stehe ich jetzt vor meinen Kollegen da?"—„Warum hast du uns den Buben deines Freundes nicht früher hergebracht, du alter Esel," werden sie mir mit Recht sagen. Wie steh' ich da? Ich habe Konzerte, Stunden, ich arbeite auch noch für mich— das tut hier nicht» zur Sache— ich kann mich nicht um die ganze Welt kümmern, ich kann einem Buben nicht nachlaufen, weil ich gehört habe, er sei musikalisch; musikalisch ist bald einer, in Wien überhaupt ist jeder musikalisch, ich bin ein schlichter Geiger und nicht der liebe Cott und ich kann nicht erraten, daß irgeno- wo im HI. Bezirk einer heanwächst, der.... Na schön, es ist zu früh, dich zu loben," wandte er sich streng an Werner.„Du kommst morgen um 11 Uhr zu mir— wart' mal, nein, da» geht nicht. Uebermorgen. Uebermorgen kommst du in die Akademie um 10 Uhr. Und bringst die Geige mit. Ja, das ist mir gleich, daß du Schule hast, das ist uninteressant, deine Schule, schade um die Zeit. Genug des grausamen Spiels. Und den Veilchenstein schmeißen Sie raus," er drehte m>t einem Ruck seinen Sessel Frau Math« zu,„ja, das ist mir egal, sagen Sie, Sie hätten kein Geld mehr, die Stunden zu bezahlen, nein, halt, er wird Ihnen Vorschlägen, den Buben umsonst zu unterrichten, tat, ich auch, sagen Sie ihm, der Bub sei krank geworden oder nach Amerika gefahren. ... Löffeln Sie das nur aus, WaS Sie eingebrockt haben, löffeln Sie das aus..." Er warf Martha einen strafenden Blick unter buschigen Brauen zu. Jede Jovialität wat von ihm gewichen. Er ging ins Borzimmer. „Also übermorgen um zehn," sagte er zu Werner.„Pünktlich, pünktlich, sonst bin ich nimmer da. Und den zweiten Satz mußt du gedehnte: spielen, das ist dix kein Hopsaffa, kein Foxtrottel. Uebrigens spielst du auch die anderen Sätze schlecht, na egal, wirst schon umlernen. Die Hauptsache, daß du Dienstag pünktlich bist und der'Grieche hinausfliegt. Leb' Wohl, Gustav, wie heißt du eigentlich? Werner? Na, schön. Küß' die Hand, pflichtvergessene Mutter, fervus, Gustav." Die Tür schlug hinter ihm zu. «Mutter!" rief Werner und barg den Kopf an ihrer Schulter. Sie fühlte, daß er weinte. VHI. Kapitel. Andreas Hofer Frau Abel reichte dem Schaffner ihren Fahrschein und wandte sich mit freundlichem Lächeln Martha zu: „Nein, daß man sich so zufällig in der Elektrischen trifft, liebe Frau Wiesinger, das ist wirklich ein Zufall! ,(Fortsetzung folgt) Nr. 170 Freitag, 22. Juli 1038 «eite 8 „Gebt den arbeitslosen Deutschen Arbeit** Im nationalsozialistischen„A—Bet" lesen wir in einer Betrachtung über unsere grobartige Versammlung im Karlsbader Schützenhau» unter anderem: „Weder in den Gemeindewahlen, noch auch— um so weniger— im organisatorischen Leben hat Henlein die deutsche sozialdemokratische Partei in einer Weise bedroht, daß deren Existenz gebrochen worden wäre. Im Gegenteil. Wir haben schon mehrere riesenhaste Kundgebungen der deutschen Arbeiter in der allerletzten Zeit gesehen. Aber dar, war wir Mittwoch, den 20. Juli, in Karlsbad sehen konnten, hat auch einen eingefleischten Skeptiker in der Meinung befestigen müssen, dab diese Partei richt nur leb t, sondern, dab sie eine grobe Zulun f t vor sich hat. Mindesten» 8800 Arbeiter sahen wir in dem vollgepfropften Saal. E» sind Leute, die dem Hen« leinterror in den Fabriken preisgegeben sind. Bor Betreten de» Saales werden fie von„Ordnern" kontrolliert. Eie werden aufgeschrieben und photogra« pbiert für die schwarzen Liften. Eie sehen mehr auf» Spiel, als die Verachtung ihrer vom Nazismus wahnsinnigen Volksgenossen. Und doch kamen sie. Abg. Jaksch, dessen meisterhafte Rede den deutschen Mitbürgern eindrucksvoll die Unterschiede der beiden Weg« aufzuzeigen verstand, auf denen sich der Nazismus und die Demokratie bewegen, konnte die Versammlung zu einer nicht endenwollenden Huldigung für die F r e i h e i» tenderRepubik und die Unabhängigkeit derTschechoslowakei hin- reitzen... Die deutschen Arbeiter werden mit un» das Vaterland verteidigen, wenn e» angegriffen wird, denn sie wisien, dah sie ihr Brot und ihre Heimat verteidigen. Ein Krieg wäre der Untergang del sudetendeutschen Gebiete». Es gibt einen einzigen Ausweg au« dieser Situation. Und dieser besteht darin, den arbeitslosen Deutschen Arbeit zu geben. Wird diese» Problem gelöst, wird auch mindestens die Hälfte der sudetendeutschen Frage gelöst sein." Scherbensammler Henlein Die SdP, durch deren gewissenlose Propaganda es zur Ueberschreibung des Petschekbesihes besitze» an den Zivno-Konzern kam, betätigt sich nun als„Retterin" des deutschen Arbeitsplatzes. Sie veröffentlicht ein« Erklärung, in der sie zum Ausdruck bringt, dah, solange eine Sicherung des deutschen Arbeitsplätze» in den ehemaligen Pet« schck-Unternehmungen nicht erzielt sei, kein SdP« Mitglied ein Mandat in den Verwaltungsräten des Syndikat» annehmen dürfe. Erst zerschlägt die SdP da» Porzellan, dann tut sie sich etwas darauf zugute, die Scherben zu sammeln... Für Verbesserung der Lage der dffentlldien Angestellten Die Arbeitsgemeinschaft der Organisationen der öffentlichen Angestellten verfolgt sorgfältig die Entwicklung der ivirtschafllichen und der politischen Lage im Zusammenhang mit den Ver- hältnisien der öffentlichen Angestellten und arbeitet zielbewußt an deren Verbesserung unter Unterstützung der Koalitionsparteien. Diese ihre Bestrebungen dokumentierte sie in einer Beratung mit den Vertretern der ExekutivauSschüsie der politischen Parteien, welche Donnerstag, den 21. Juli, vormittags im Parlament unter dem Vorsitz des Abgeordneten H. Bergmann stattfand, der in seiner einleitenden Kundgebung die materiellen Verhältnisse der öffentlichen Angestellten charakterisierte und die auf Abhilfe und Besserung abzielenden Forderungen derselben hervorhob. Die Vertreter der politischen Parteien— die Abgeordneten Dr. O. Suchh für die Republikanische Partei, Dr. Boh. Svörät für die sozialdemokra« tifche Arbeiterpartei, Dr. Josef Patejdl für die nationalsozialistische Partei, Dr. I. Karas für die Volkrpartei, Anton Chmelik für die Nationale Vereinigung, toeiter Direktor Äräsa für die Ge- wcrbepartei und Sekretär Dr. R. Wiener für die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei sprachen sich zu den Forderungen der öffentlichen Angestellten im positiven Sinne aus und erklärten, in voller Uebereinstimmung anläßlich der Budgetberatungen zusammenarbeiten zu wollen, damit der gute Wille, den Staatsangestellten zu helfen, auch zum Ausdruck komme und die Berhältnisie der Angestellten, vor allem die GehaltSverhält- niffe, so geregelt werden, wie die» die ernste Situation deS Staates erfordert.— Das Präsidium der Arbeitsgemeinschaft wurde vor dieser Beratung vom Innenminister Dr. I. Eernh empfangen und informierte ihn über die dringliche Notwendigkeit der Regelung der Urlaubsverhältnisse und der Einrechnung der Militär-Präsenz- dienstzeit und etwaiger bereits vorher geleisteter Dienste bei solchen Angestellten, denen bisher nichts davon eingerechnet wurde. Im einzelnen wurde sodann mit den zuständigen Referenten des Innenministeriums verhandelt. Nun wartet die Arbeitsgemeinschaft auf einen Empfang beim Vorsitzenden der Regierung, Dr. HodZa. Deutscher Direktor der Zentralsozialversiche- rungsanstalt. Der bisherige Direktor-Stellvertreter der Zentralsozialversicherungsanstalt Dr. Riedl ist zum Direktor ernannt worden. Der neue Direktor ist Deutscher, stammt aus dem Arnauer Gebiet, war lange Jahre leitender Beamter der Gllterverwaltung in Bilin und kam dann zur Zentralsozialversicherung, wo er vor etwa zehn Jahren Vorstand der Jnvalidenabteilung wurde. Seit drei Jahren war er Direktor-Stellvertreter. Dr. Riedl genießt den Ruf eines gewissenhaften, obsektiven und sozial fühlenden Beamten. Lesefrüchte über die Verfälschung des Christentums durch Gleichschaltung Die katholische Selbsterkenntnis scheint mit Riesenschritten vorwärtszuschreiten; zunächst zwar noch nicht recht in der Tat, wohl dbtt im Gedanken und im Wort. Aber im Anfang war ja da» Wort! Derzeit steht am Anfang unter anderem folgendes: „Wie konnte e» so weit kommen, dah dal Christentum so offensichtlich an Einfluß verloren, daß der Kirche Christi die Seelen in so erschreckend großer Zahl entglitten, daß die Stimme der Kirche in der Welt kaum noch gehört wird? Zunächst die grundsätzliche Antwort: E» gehört zum Wesen de» Geschöpfe», daß«» versagen kann. Also kann auch der Christ, ob Priester oder Laie, da er Geschöpf ist, versagen." Da» scheint uni so recht auf die Innitzer und Hilgenreiner zu passen. Desgleichen bie»:- „Man wollte um jede» Preis mit der übrig« Welt konkurrier«.. Denn: „Der Christ geht notwendig seiner eigentlichen Kraft verlustig, wo er dem Christentum Ziele steckt, die mehr einer Verfälschung al» einer Bewährung seiner Wahrheit gleichkommen." Oder gar: „So komntt es dazu, daß wir nicht nur der Welt und den Heiden Christum zu predigen haben, sondern zuerst den Christen selbst und un ter dm Christen vornehmlich denen, die so leicht Gefahr laufen, in der äußeren Tätigkeit Christus die einzige Quelle ihrer Kraft zu vergesien." Und schließlich: „Da» ist die Verantwortung Europa» gegenüber ven Heidmvölkem. Alle», wa» die strengen Vordeutungen Christi irgendwie abschwächen möchte, wa» den Christen au» der lebendigen Mitte de» vollen christlichen Leben» auf da» sumpfige Grenzland»wisch« Gut und Bös« abdrängen möchte, alle», war langsam zu einem Minimalismus führt, Wal den schlechten Durchschnitt der Masse begünstigt, kurz aller, was nach K o m- p r o m i ß mit den Auffassungen und den P r a k- tiken der„Welt" au»sieiht, da» alle» ist höchst verdächtig und muß auf die Dauer ein lebendinges Christentum erstick«." Diese frommen Lehren stammen au» einem kürzlich in Salzburg erschienen«, von Bi. Christmann stammenden Buch.Lebendige Einheit", mit der wohl die Totalität in» Katholische überseht Werden sollte. Wir selber bekommen solche Bücher nicht oft in die Hände und sind also, wie in diesem Falle, auf die teilweise Wiedergabe durch die „D e u t s ch e P r e s s e"(16. Juli 1088) angewiesen, die sich damit ein ungewollte» Verdienst um die Durchleuchtung solcher Christen erwirbt, wie beispielsweise Prälat Hilgenreiner einer ist... Oer Terror In Reichenberg Der Pariser„Populaire" widmete in den letzten Tagen in zlvei Artikeln.Loui» Lkvy» seine besondere Aufmerksamkeit dem Terror im Reichenberger Gebiet, da» er al» eine der Bastionen Konrad Henlein» bezeichnet. Lövy bringt ganz ausführliche Daten über die wirtschaftliche und soziale Situation, indem er eine Unterhaltung reproduziert, die er mit dem Zentralgewerkschafts- Sekretär Weigel in Reichenberg hatte. Alle die Fortschritte, die in der Republik auf sozialpolitischem Gebiete erzielt wurden, werden hier besonder» unterstrichen und mit Freuden wird festste« stellt, daß die deutschen freien Gewerkschaften keine nennenSlverten Verluste infolge der Gleichschaltungswelle erlitten. Aber der„Populaire" gibt auch weiten Raum den Klagen unserer Reichenberger Vertrauensmänner darüber, daß die sozialistischen Arbeiter zu wenig geschützt sind und daß die bestehenden Gesetze nicht immer angewendet werden. Im übrigen gibt LSvy seiner Bewunderung Ausdruck über die ausgezeichnete Haltung auch unserer Reichenbevger Genossen, die voll Vertrauen an eine Neberwindung der Schwierigkeiten glaben.„Wenn die Regierung sich festzeigtund wenn Frankreich und England hinter un» stehen, wird Henlein die Partie verlieren." Ein zweiter Aussatz über Reichenberg ist dann durchweg» den Terrorerscheinungen gewidmet, die insbesondere in den letzten Wochen gerade in den Reichenberger Betrieben auftraten. Wa» den Boykott anlangt, so wäre e» von Nutzen, wenn die Käufer„dirigiert" würden. Denn e» gibt ja doch demokratische, tschechische, jüdische Unternehmungen, welche die sozialistischen Arbeiter anständig behandeln und bei denen die ausländische Kundschaft nun erst recht einkaufen müßte.— ttebrigen» beschäftigt sich der„Populaire" an anderen Stellen sehr ausführlich und eindeutig mit der neuen Hetze, die da» Dritte Reich gegen die Tschechoslowakei entfaltet. Heimkehr aus dem Dritten Reich Eingekerkert, mißhandelt and schließlich Uber die Grenze geworfen Merkwürdige Erfahrungen machte der Tischlergehilfe I. Palme aus OberhennerSdorf bei Rumburg im Dritten Reich, wohin er im Jänner d. I. gegangen war. Wi^.„A-Zet" berichtet, fand ihn die Grenzwache auf dem Gelände eines Frier« hofeS, dessenMauer gerade dieStaatSgrenze bildet, in jämmerlichem Zustande auf. Palme wurde in» Krankenhaus gebracht, wo er berichtete, daß er in Zittau von der Gestapo angehalten und ins Gefängnis gesetzt wurde. Nach langer Haft brachte man ihn in eine sächsische Grenzgemeinde, wo er den Gendarmen übergeben wurde. Diese führten ihn bis zur Grenze, also eben zu der genannten FriedShofSmauer und warfen ihn ohne weiteres über die Mauer in den Friedhof, wo der arme Teufel liegen blieb. Bei ihm wurden verschiedene Aufzeichnungen— offenkundig amtliche Falsifikate— vorgefunden, wie auch ein Bild des Präsidenten Masarnk und ein Stück einer Karte. Man hat„driiben" offenbar einen Mann gebraucht, der die Rolle des»verdächtige« Tschechen" zu spielen hatte, ungeachtet dessen, daß Palme ein Deutscher ist. Objektiv festgestellt ist, daß der Heimkehrer eine Menge Hiebnarben auf dem ganzen Körper auf- wieS. Ferner wurden am rechten Handgelenk Spuren von JnjektionSeinstichen konstatiert. Er ist der erste nicht und Fälle dieser Art scheinen sich gerade in letzter Zeit beträchtlich zu mehren. ES werden ihrer allerdings noch viel, viel mehr sein müssen, ehe allen Verblendeten die Augen aufgehen. Die Kolporteurln mit Steinen beworfen I Die Kolporteurin der„Z u k u n f t" in T a- ch a u, Marie H o l l i ck. wurde am Dienstag, den 10. Juli, als sie die Zeitung den Abonnenten zustellte, mit Steinen.beworfen. Ein Stein traf sie am Rücken und verletzte sie. Zwei Burschen konnte sie erkennen. Die Strafanzeige gegen die beiden und die übrigen unbekannten Täter wurde erstattet. Einer dieser Burschen heißt Nebelacker. Sein Vater war früher Sozialdemokrat, dann Kommunist, wieder Sozialdeinokrat, bis er schließlich bei den Christlichsozialen, Nationalsozialtsten und zuletzt bei der SdP landete. Nette Geschichten Der Gendarmerie ist es im Verein mit der F a h n d u n g S st e l l e in Eger gelungen, eine Serie von Diebstählen aufzuklären und die Diebe hinter Schloß und Riegel zu bringen. Dabei ergab sich, daß viele Hehler mit den Dieben zusammen arbeiteten. Die Diebe waren gesprächig und gaben ihre Hehler preis. Im Gebiete von Haid-Neu st adtl sollen in diese DiebstahlSafsäre etwa 80 Personen verwickelt sein. Darunter befinden sich auch S d P l e r, welche Funktionen in der Partei bekleiden. Ein Werk der Verständigung und des Friedens So darf man die Bemühungen nennen, welche die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit mit Unterstützung des Roten Kreuzes und im Verein mit der Schulleitung von N o v h H r a d e c(Neu-Königgräh) für da» Zustandekommen einer Feri«aktion sudetendeutscher Arbeiterkinder verwandte. Allein au» dem Bezirke Braunau nehmen an dieser beachtenswerten Aktion SV Kinder teil und 6 Kinder sind aus Reichenberg. Am Samstag, den 16. Juli, fanden die seit etwa zwei Wochen gehegten Hoffnungen der Kinder,«inen Teil der Schulferien gemeinsam und mit Hilfe von Menschen zu verbringen, denen der Verstän» digung-gedanke kein leerer Begriff ist, ihr« Erfüllung. Lachend und singend zogen die Kleinen zur Bahn und in froher Fahrt ging eS bis nach Königgräh, wo die Kinder bereits von einem Autobus am Bahnhof ertvartet wurden und mit dem sie in das-Heim, da» eine schöne Schule in Novh Hradec ist, gebracht wurden. Und wieder kamen die Kinder, von denen viele kaum in ihrem Leben einmal in einem so wunderschönen Bett geschlafen hüben dürften, nicht au» dem Staunen heraus, denn in drei Schulklassen standen wunderschöne neue Betten mit Matratzen und der sonst dazu gehörigen Einrichtung, welche die Frauenliga in Prag mit bedeutenden Mitteln angeschafft hatte. In einem großen und lichten Eßsaal werden gemeinsam die Mahlzeiten eingenommen und die kräftige und gute Kost ist nicht zuletzt der Anlaß für die geradezu prächtige Stimmunng, die sich unmittelbar nach der Ankunft feststellen läßt. Hier, so sagen sich die Reisebegleiter, wird keinem Kinde da» Heimweh ankommen und bald schallen frische Kampflieder, wie sie jene Kinder au» dem Sudetenland zu singen wissen, die entweder in den Rotfalkengruppen oder im AtuS aktiv tätig sind, empor. Für die tschechische Schulleitung wurden die Kinder durch den dortigen Direktor in tschechischer und deutscher Sprache in herzlichster Weise willkommen geheißen. Wir glauben schon heute versichern zu dürfen, daß der Wunsch des Herrn Direktors, daß da» Gemeinschaftswerk in Erfüllung gehen wird. An diesen Kleinen, die zumeist schon im persönlichen Erleben den Haß, der heute nicht nur von Nation zu Nation bewußt von bestimmter Seite geschürt wird, verspür«, sondern den sie auch von Angehörigen der eigenen Nation dulden und ertragen müssen, werden alle Versuche der Verhetzung abprallen, denn sie erfahren durch das praktische Beispiel, daß es auch in der tschechischen Nation viele liebe und gute Menschen gibt. So wird auch diese mit bedeutendem Aufwand in materieller Hinsicht durchgeführte Aktion ihren Teil dazu beitragen, um deutschen Kinde« und darüber hinaus auch ihren Eltern und einer weiteren deutschen Oeffentlichkeit zu beweisen, dah durch guten Willen Wege gefunden werden, die ein gutes Zusammenleben der beiden Völker in Böhmen erreichbar und möglich manchen. Spenden für di« StaatSvrrteidigung. Der DonnerStag-SpendenauSweiS des LubiläumSfondS für die Nationalverteidigung gibt den Zuwachs der Spenden mit 6.4 Millionen Kä an, wodurch sich der Gesamtstand der bereits effektiv eingezahlten Spenden auf 876.6 Millionen KL erhöhte. Die Zahl der Spender ist um 2777 auf 120.806 Personen gestiegen. Unerhörte Nazifrechheit Aus WuSleben(Gerichtsbezirk Pfraumberg) wird uns berichtet: An einem Tage der Vorwoche erschien der Bauernstandesvertreter aus U j e st in WuSleben, ließ einige Bauern und Häusler zusammenrufen und erklärte ihnen, daß nunmehr der„Landwirtschaftliche Verein"(der landwirtschaftliche Einrichtungen und«in stattliches Vermögen besitzt) aufgelöst ist und daß Einrichtungen und Vermögen an die SdP übergehen. Wer der SdP angehört oder beitritt, wird Anspruch auf die Benützung der Einrichtungen haben. Alle anderen erklärte.er.ihrer bisherigen Mitgliedsrechte für verlustig.-Eine gleich« Erklärung gab er über die örtliche V i e h- Versicherung ab. Als ihm einer der anwesenden Häusler sagte, daß Einrichtungen und Vermögen allen bisherigen Mitgliedern gehören und die SdP nichts dareinzureden habe, da überdies der Vorgang völlig ungesetzlich sei, erklärte der Herr LauemstandeSvertreter, daß Berlin«tscheidet. Er hielt dann noch eine kurze Ansprache an den neugegriindeten Nährstand und seine Ordnung und verwies darauf, daß sich alle Bauern untec- zuordnen haben. Höher geht die Frechheit wohl nicht mehr! Ein Ortsfremder kommt im Auftrage der SdP und erllärt einen unpolitischen, rein wirtschaftlichen Verein für aufgelöst, beschlagnahmt da» Vermögen und die Einrichtungen deö Vereine» und antwortet auf einen Protest ganz keck: Berlin entscheidet. Wollen unsere Behörden diesem frechen Treiben noch weiter zusehen? Herrn Mraseks totsichere Totalltat Im Brünner„Tagesbote" schließt ein Herr Mrasek seinen Aufsatz über die Vorbereitung der Wallenstein-Festspiele in E g e r mit folgenden Bemerkungen: Eger gleicht einer fröhlich aufgescheuchten, ertvartungSfrohen Stadt. Abends ist auf der Bahnhofstraße großer Bummel,„A-B" würden die Brünner sagen. Schmucke Dirndlkleider, Jungturnerkleider, Wadenstrümpfe herrschen vor. Wer ander» gekleidet geht, ist ein Fremder. Totsicher.... Da Herr Mrasek ein Urgermane ist, wäre eS immerhin möglich, daß er den Unterschied von todsicher und totsicher gar nicht kennt. Todsicher bedeutete nämlich immerhin nur, daß Leute, die eben keine Wadenstrümpfe tragen, so sicher wie der Tod„Fremhe" sind. Aber vielleicht kann der Mrasek deutsch und wollte mit dem„t" hart noch ganz etwa» andere» sagen. Und auf jeden Fall: wer also in Eger 1088 auf.Friedrich Schiller sich nicht mit Wadenstrümpfen, Dirndlkleid und Faschistentracht vorbereitet, ist ein„Fremder"— so denken jene Mraseks, die dort ganz bestimmt(todsicher) die berufensten, totsicheren Kulturträger sind. Rudolf Zelsel— Direktor In Brünn Der Ausschuß der Brünner deutschen demokratischen Theatergemeinde hat in seiner Sitzung vom Donnerstag RudolfZeisel zum Direktor des deutschen demokratischen Theaters in Brünn bestellt. Zeisel war durch neun Jahre Direktor des Mähr.-Ostrau«r deutschen Theaters. Seite 4 Deutsche Schweiz deutsch nicht mehr deutsch Schweizerische Kritik an Henlein Genf. Die Regierung des Kantons Zug beschloß, ihre Beratungen fernerhin nicht mehr in schriftdeutscher Sprache, sondern in dem sogenann= ten ,, Schwierdütsch" abzuhalten. Dieser Beschluß wird allgemein dahin ausgelegt, daß er eine der intensiv gepflegten Bestrebungen sei, die Verschiedenheit des deutschen Schweizertums von dem rassisch und kulturell aufgefaßten Deutschtum zu beweisen und auf diese Weise die pangerma nische Propaganda zu paralysieren, die auch die deutschsprechenden Schweizer in den Begriff der deutschen Nation einbezieht. Nach den Proteststimmen der sozialistischen und liberalistischen Presse wendet sich nunmehr auch das katholische Tagblatt der romanischen Schweiz,„ Courriere de Genève" gegen die Henlein- Broschüre„ Wir wollen als freie Menschen unter freien Menschen wohnen", auf deren Umschlag auch die deutsche Schweiz in den von der deutschen Nation bewohnten Raum eingezeichnet ist. Ein anderes bedeutendes katholisches Blatt, das„ Bajler Volksblatt", das bereits früher die sudetendeutschen Christlichsozialen angegriffen hat, befaßt sich neuerlich mit der„ Gleichschaltung der sudetendeutschen Katholiken" und schreibt u. a.: Durch zwei Jahrhunderte forderte man Treue zur katholischen Partei, die als Wächterin des fatholischen Gewissens bezeichnet wurde. Und nun hat sich diese Partei selbst aufgegeben und ist zu Hitler übergegangen. Der Kleine Mann ist verwirrt und es ist kein Zufall, daß es den Anschein hat, als würde bereits zum Rüdzug geblasen. An die Adresse der sudetendeutschen Katholiken schreibt das Blatt:„ Die ganze Welt sieht auf Euch. Ihr habt Euch selbst in diese Lage gebracht, aus der es faum noch einen Ausweg gibt. Das, was bei Euch geschehen ist und noch geschieht, muß dem europäischen Katholizismus, besonders dort, wo deutsch gesprochen wird, eine gesunde Lehre fein." Erfolglose Angriffe Francos Freitag, 22. Juli 1988. Nr. 170 Das englische Königspaar nach dem offiziellen Empfang durch den französischen Staatspräsidenten Jagesneuigkeiten Café Dachau Das gibt's seit Neuestem in Wien. In der Stadt, die früher Lebens- und Genußfreudigkeit irgar beim„ Schwarzen" noch in irgendwelche Ozeanüberfliegung von Ost nach West Montreal. Das britische Flugzeug ,, Mer cury", das Mittwoch abends um 8 lihr in Joynes ( rland) zum Fluge nach Amerila aufgestiegen ift, ging am Donnerstag nachmittags um 4.20 Uhr auf dem St. Lorenzstrom in der Nähe von Boucherville bei Montreal nieder. Von hier aus wird die Mercury" gegen sechs Uhr nach New Meuchelmord Nr. 170 Ein Tag der Gewitter und Wolkenbrüche war der gestrige Donnerstag für Prag. Er war einer der ärgsten Tage dieses unerfreulichen Som mers. Ohne daß eine längere Hißeperiode oder auch nur ausgiebigerer Sonnenschein vorausge gangen wäre, entluden sich über Prag im Laufe des Nachmittags und des frühen Abends zwei außerordentlich heftige Gewitter, die von Wolkenbrüchen begleitet waren. Die Feuerwehr hatte schweren Dienst, da eine ganze Reihe von Sellern und Kellerwohnungen unter Wasser gesetzt wurden. Die Wetterbeobachtungsstation auf dem Flugplatz von Ruzyně verzeichnete eine Niederschlagsmenge von 18.6 Millimeter in der Stunde! Nach Meinung der meteorologischen Fachleute steht die abnormale Witterung dieses Sommers mit dem in diesem Jahr auftretenden Sonnenfledenmaris mum in Zusammenhang, das in den nächsten Tagen seinen Höhepunkt erreichen wird. Daß die Sonnenflecken auf die Erde eine verhängnisvolle Wirkung ausüben, ist heute schon weit mehr als eine bloße Theorie. Diese Wirkung äußert sich nach Meinung mancher Gelehrter nicht nur in bezug auf die Witterung und die Natur im allgemeinen, sondern beeinflußt insbesondere auch das menschliche Nervensystem in verhängnisvoller Weise, so daß sie gefährlichen Massenpsychosen Vorschub leistet. Schwerer Unfall zweier Achtzigjähriger bei Leitmerik. Auf dem Hofe des Landwirtes Rudolf in Borel av war eine Fuhre Grünfutter hereingebracht worden. Plötzlich scheuten die Zugtiere und wollten mit dem Wagen durchgehen. Den rasenden Tieren stellten sich zwei 80jährige Frauen entgegen, um jie aufzuhalten. Die eine Frau stürzte, wurde von der Wagenschleife auf einen spizzen Stein geschleudert und an den Schläfen erheblich ver legt. Die andere Greisin fam unter die Räder des Wagens und erlitt drei Rippenbrüche. Beide Berlebte wurden nach erster Behandlung mit dem Sanitätsauto dem Bezirkskrankenhaus Tepliz- Schönau zugeführt. Aerztliche Rezepte mit der Schreibmaschine. Die Leferlichkeit der ärztlichen Rezepte war wiederum der Gegenstand von Verhandlungen zwi schen den Apothekern und ärztlichen Organiſationen. Es wurde nunmehr eine Kammerfundmachung ausgegeben, die den Aerzten in Erinnerung bringt, daß ihre Vorschreibungen unbedingt leserlich abgefaßt sein müssen. Dort, wo mit der Handschrift teine entsprechende Leserlichkeit erzielt werden fann, sollen die Aerzte die Schreibmaſchine verDichter Eisenbahnverkehr in der Tschechoslo. flowakei verkehren auf einem Kilometer täglich durchschnittlich 26.84 8üge. Sie steht damit gleich binter Frankreich, wo ein täglicher Durchschnitt von 27.4 Zügen erreicht wird. An erster Stelle steht Belgien mit 45.45 Zügen, dann erst folgen England mit 43.73, die Niederlande mit 42, die Schweiz mit 41.28 und Deutschland mit 38.77 Zügen. Erst nach der Tschechoslowakei tommen Italien, Desterreich, Polen, Spanien etc.( DND) Der Papst über den Rassismus Castel Gandolfo.( Havas.) In einer Rede, die der Papst vor 200 Geistlichen und Angehöri- ein Café Beethoven und ein Café Mozart beher- Das Flugboot Mercury", das von Irland gen der katholischen Jugend Italiens aus der bergt, trägt jest ein Lofal bewußt, zynisch, sadi- nach Kanada flog, hat die bisherigen Rekorde für Dieihe der Katholischen Aktion hielt, verurteilte er stisch den Namen des fürchterlichsten aller Kon- den Ost- Westflug über den Atlantik gebrochen. den Rassismus durch folgende Worte: In Wahr- zentrationslager! Ja, es ist nichts so gemein, daß 13 Stunden und 29 Minuten nach dem Start in heit könnte man sagen, daß auf den Glaubens: artifel vergessen wurde, der sagt: Credio in accle- nazi- Gehirn es nicht ersinnen fönnte und Irland überflog die„ Mercury" die Nordſpike wessen Phantasie nicht davor zurückschredt, mag Neufundlands. Die Durchschnittsgeschwindigkeit siam catholicam.( Ich glaube an eine allgemeine ich ausmalen, wie im Café Dachau, sicherlich betrug etwas weniger als 150 Meilen in der wakei. Nach der internationalen Statistit gehört universelle und keineswegs rassistische oder natio- Treffpunkt hochqualifizierter Menschenquäler, Stunde. Für den Flug von Foynes( Irland) die Tschechoslowakei derzeit zu den Ländern mit naliſtiſche und keineswegs ſeparatiſtiſche aber Arrivierte und Rozbuben am Stammtisch beisam nach Montreal benötigte das Flugzeug etwas mehr dem dichteſten Eisenbahnverkehr. In der Tschechokatholische( allgemeine) Kirche. Es ist etwas Ab- menjißen und gemütlich über die Pein plauschen, als 20 Stunden. stoßendes in dem Geist des gesteigerten Separa- die der oder jener, von ihnen nach Dachau bes Das Flugboot..Mercury" traf in New York tismus und Nationalismus, der gerade deswegen, fördert, vielleicht( und hoffentlich) eben jest dort um 21.08 1hr ein. Die reine Flugzeit betrug weil er nicht christlich ist, damit so endet, daß er ausstehen mag. Ein blutiger Komödienschreiber 22.31 Stunden. Das Flugzeug legte eine Strede nicht menschlich ist. hätte nichts Sinnfälligeres erfinden können, als von rund 4867 Kilometer zurüd. was die tragische Wirklichkeit hier zur Belustigung der einen, zur Demütigung der anderen und zum Entfeßen aller europäisch Dentenden erBarcelona.( Ag. Esp.) Seit fünf Tagen ist fann. Und so wenig es vorstellbar ist, daß selbst an einem Konsumlagerhalter der Feind im Abschnitt der Straße Teruel- Sader brutalste italienische Faschistenkopf auf den In der vorwiegend deutschen Ortschaft NieZweckmäßige Verkehrsschulung. In einem gunto, nordwestlich von Ragudo, zwischen Bars Einfall fäme, etwa ein Kaffeehaus in Rom zu der- Nemaus im Bezirke Königinhof wurde Diens- Park in Tottenham( England) wird ein kleines Lacas und Viver blockiert. Unter Einsatz frischer den Liparischen Inseln" zu benennen, so sehr tag Wenzel Brich, der Lagerhalter der Straßenneß nur für Kinder eingerichtet. Die italienischer Regimenter versuchte er am Mitts muß man sich vorderhand daran gewöhnen, daß Königinhofer Konsumgenossenschaft Vorlech" er- Kleinen dürfen dort ungestört ihre Miniaturfahrwech südöstlich nach Viver und weiter auf Se- aus Wien, der Stadt der Lieder, ein Sonder- mordet aufgefunden. Der Mord war offenbar schon räder und Autos lenken, um ſo ſpielend das richgorbia vorzubringen. crerzierfeld jenes preußischen Humors" gewor- am Samstag begangen worden. Da der Ermor- tige Verhalten in belebten Straßen zu lernen. den ist, den zum Beispiel Wilhelm II. an den Tag dete mehrfach die Absicht geäußert hatte, zwei Der Angriff der Rebellen brach völlig zuſammen. Um sich der Wirkung des schweren legte, wenn er bei Tiſche mit wehrloſen Offizie: Tage Urlaub zu nehmen, um in Prag einen an- halb 11 Uhr brach in der von den Vikaren P. HaTrommelfeuers zu entziehen, räumten die repu- ren feine berüchtigten Scherze trieb! Nun aber: deren Bosten zu suchen, fiel es zunächst nicht auf, nát und P. Vincenz bewohnten Villa in Kremsier blikanischen Truppen befehlsgemäß die vordersten es kommt der Tag, an dem Dachau in Bayern als die Verkaufsstelle des Konsums am Montag ein Brand aus, der sich auch auf die benachbarten Stellungen. Als aber nach einer zwar intensiven, und Café Dachau in Wien unter den Jubelrufen geſchloſſen blieb. Dienstag erschien der Direktor Stanoniter- Häuſer ausbreitete. Der Feuerwehr doch größtenteils ins Leere gegangenen Artillerie- befreiter Menschen niederbrennen werden! gelang es, den Brand innerhalb zweieinhalb vorbereitung von mehreren Stunden der Feind Stunden zu lokalisieren, so daß nur die Dachdie Stellungen für sturmreif hielt und zum stühle dreier Häuser vernichtet wurden. Der Sturm überging, wurde er durch die auf ben Schaden ist bedeutend. Die Ursache des Brandes Höhen von Ragudo aufgestellten republikanischen wird untersucht. Geschütze in direktem Schuß nicbergefämpft und durch die im Gegenstoß vorgehenden republikanische Infanterie zurüdgeworfen. Tagung der politischen Minister Prag. Das politische Ministerkomitee trat Donnerstag nachmittags unter dem Vorsiz des Ministerpräsidenten Dr. Hodža zusammen und behandelte Fragen der Nationalitätenpolitik. Das heutige Programm von Leo Tödlicher Unglücksfall Im Warnsdorfer Kunert- Neubau der Genossenschaft in Nemaus, der davon wußte, daß Brich den geplanten Urlaub abgesagt hatte. Als die Türe von der Gendarmerie geöffnet wurde, fand man im Keller den jungen Lagerhalter tot auf. Er war durch einen schweren Sieb Mittwoch, den 20. Juli, ereignete sich in der gegen den Hinterkopf getötet worden. Es handelt fünften Abendstunde im Kesselhausneubau der sich zweifellos um einen Raubmord, da ein BeFirma Kunert ein tragischer Unglücksfall, dem ein trag von 4000 Kč aus der Kasse fehlt. Offenbar wußte der Täter in den Räumlichkeiten gut Be Arbeiter zum Opfer fiel. Der bei der Ersten Brün- fcheid, da er den Aufbewahrungsort des Geldes ner Maschinenfabrik als Hilfsarbeiter beschäftigte ohne jedes Suchen fand und feinerlei Unordnung 43 Jahre alte Karl Plišek transportierte eine im Laden verursachte. Die Gendarmerie verfolgt etwa 80 Stilo schwere Sauerstoff- Flasche im Vor- mehrere Spuren und hat einen Landstreicher festhause des ersten Stockwerkes, rutschte auf dem genommen, der der Tat verdächtig ist. glatten Zementfußboden aus und fiel zu Boden. Dabei stürzte die Flasche auf Plišek. Er erlitt schwere inere Verlegungen, die einen überaus starten Blutverlust zur Folge hatten und starb nach kurzer Zeit. Plišek stammt aus Roſtalowiß, Bezirk Jičin. Betriebsunfall Nazistische Kreuzschändung vor einer Prager Kirche Brand in Kremsier. Mittwoch abends um Zweiter Weltjugendkongres. Anfang August begibt sich eine etwa zwanziggliedrige Delegation des tschechoslowakischen Jugendausschusses in Prag, ber fast alle wichtigen politischen wie unpolitischen Jugendorganisationen in der Tschechoslowakei umfaßt, nach New York, um an dem dort stattfindenden zweiten Weltjugendkongreß teilzunehmen. Deutsch- tschechischer Jugendaustausch. Der inter nationale Jugenddienst, Prag II, Voršilská 2, Telephon 46780, sucht noch Jahresaustauschpläße für 84 tschechische Kinder in deutschen Gegenden. Familien, die ihre Kinder auf Tausch oder gegen Bezahlung ins Tschechische geben wollen, werben ersucht, sich ehestens anzumelden, damit ihrem Wunsche noch entsprochen werden kann. Sämtliche Prager Blätter verzeichnen entrüstet einen vandalischen Provokationsaft offenbar nazistischer Provenienz. In der Kirche von Prag- Nusle hielt einer der bekanntesten Vertreter Ernennung in der Zentralfozialversicherungs. der katholischen Lidová strana, Monsignore Thli- auftalt. In der Vorstandssitung der Zentralsozial net, gewesener Stadtverordneter, Ortsbürgermei- versicherungsanstalt vom 20. Juli wurde der bis ster und Landesbeisiber, einen Gottesdienst ab. herige Direktorstellvertreter JUDr. Ing. Adolf R i eals nach dessen Beendigung die Gläubigen die del zum Direttor der Anstalt ernannt. Stirche verließen, fanden sie auf der Kirchentreppe Winde nahezu aufgehört. Ueber Mitteleuropa ver der deutschen Sendung Brag Melnik: 10.15 bis 11.00: Schallplatten. 12.15: Vortrag Norbert Walter: Was der Deutsche von der tschechischen Preise wissen muß. 18.00: Mufifalische Reise in den Orient( Schallplatten- örfolge von Dr. Nettl). 18.20: Sportorafel. 18.35: Arbeimit tödlichem Ausgang tersendung: Aftuelle zehn Minuten. 18.45: Dozent Dr. Sitte: Zwiegespräch über Atome und Atomaer= Die Baufirma Fischer führt gegenwärtig im trümmerung. 19.00: Lieder von Hans Pfigner( Ge- Betriebsgelände Aushebungsarbeiten in der Gro- ein Strigifir liegen, das in barbarischer Weise ,, be- Das Wetter. Der Zufluß fühler ozeanischer Luft fang Elſe in). 19.30: Luſtige Paddelfahrt, Sören Chemischen in Aussig zur Herstellung eines arbeitet" war. Der Chriftusfigur waren die Arme gegen das Festland hat bei allgemein schwachem folae. 20.00: Der fibele Bauer, Dherethe bout Dr. Betriebsgebäudes aus. Donnerstag früh waren abgeschlagen und die Kreuzbalten mit Halenkreu- läuft jedoch eine ausgeprägte Grenze zwiſchen fühler Netti: Mozert und Casanova. 22.00: Schallplatten. einige Arbeiter mit dem Verladen des ausgehobe- zen und allerlei politischen Schlagworten be- Luft im Norden und wärmerer Luft im Süden des Hakenkreuz gehören. Der Vorfall, grenze treten in Deutschland und in einem Großteil ( Viol.: S. Berger. Klavier: Friederife Schwara). werden auf einer provisorischen fördert, die auf schlechtem Untergrund hergestellt der von allen Blättern ohne Unterschied der Ein- der Republik zeitweise Regenfälle in Begleitung von Brünn. 18.00 bis 18.08: Prof. Leo Redendorf: war, tippte er stellung aufs schärfste verurteilt wird, hat nament: Gewittern auf. In den Alpenländern und in Ungarn Sportbericht. Aftuelles aus dem Sportleben. 18,08 kg ben 33jährigen Arbeiter B o If, aus lich in tschechischen fatholischen Streifen die größte wurde dagegen bei meiſt ſchönem Wetter Donnersta bis 18.23:..Bestrafter Geis". Eine Sage vom Schloß und riß Wahr Buchlau von Franz Fürft. 18.23 bis 18.35: Prof. Türmik mit sich. Wolf lam unter den Hunt Erbitterung hervorgerufen und wird wohl auch nachmittags 26 bis 29 Grad verzeichnet. Aſp. Rudolf Kröpvel: Wesen und Methodil des und das Erdreich zu liegen. Obwohl seine Arbeitskameraden sich sofort mit Erfolg um die Befreiung des Verunglückten bemühten, ist er seinen schweren inneren Verlegungen erlegen. Sie schmiert, die 22.30 bis 23.00: Moderne fudetendeutsche Musit nen Bodens auf Muldenhunt bes der Leute vom eisernen ideologischen Arsenal Binnenlandes. In der Nähe der erwähnten Wärme Schachspiels. Mähr. Oftrau. 18.10: Dr. Borger: Erfältung im Sommer. Klavier- Stonzert Gerta Sermann. unter den deutschen Katholiken einen Eindrud hinterlassen, der er so manchem gleichgeschalteten Kirchenmann den Dienſt am Hafenkreuz einiger maßen verleiden dürfte. scheinliches Wetter Freitag: In den böhmischen Ländern im Südwesten etwas verringerte Bewölkuna, tagsüber ein wenig wärmer. Sonst bei schwachem Wind feine wesentliche Aenderung. fichten für Samstag: Wetterentvidlung unsicher, Wetterauss e 1 ט Nr. 170 Immer neue Mordmaschinen Freitag, 22. Juli 1938. Die erste Walfisch- Ausstellung der Welt. Wallace in Tanganyika. Die Polizei von Dar- Man erhält für On Oslo wurde eine große industrielle Ausstellung e- Salam hat nach langem Suchen einen eingebore Im reichsdeutschen ,, Militär- Wochenblatt" gibt eröffnet, an die auch eine Walfisch- Ausstellung nen Einbrecher festgenommen, dessen Methode einzigOberst Blümmer einen ,, Technischen Rundblick", dem Die u. a. entnehmen: Seit dem Weltkriege dauert angeschlossen ist. Es ist dies die erste Ausstellung artig ist und eigentlich in einen Wallace- Roman yedieser Art in der Welt. Auf der Ausstellung wird hört. Dieser Mann vom Stamme der Mtamba hat ver Kampf zwischen Bombardierungsflugzeugen und die Geschichte des Walfischfanges dargestellt; auf nämlich seine Einbrüche erst dann unternommen, Flugabwehrivaffen an. Je größer die Geschwindig- Karten sind die wichtigsten Fanggebiete und ähn- wenn alle Bewohner eingeschläfert waren. Dies erteit, Steigfähigkeit der Bomber und die vernichtende liches bezeichnet. Es gibt hier auch einige Erem- reichte er dadurch, daß er durch ein Bambusrohr ein Straft der Flugbomben wird, um so wirkungsvoller plare von Walfifche, von denen einer, ein neun unbekanntes Gift in Pulverform in die Zimmer hinwerden auch die Abwehrwaffen. In der letzten Zeit Jahre altes Tier, 77 Tonnen wigt. twurden in den Vereinigten Staaten Versuche mit Flugabwehrbatterien gemacht, die einen hohen Er folgs- Prozentsatz auftviesen. Die Treffergenauigkeit wurde durch genaue Abhörapparate erzielt, die selbst tätig das Geschütz einstellten. Eine neue Flugabwehrwaffe wurde in Italien, in den Vereinigten Staaten und wahrscheinlich auch in Frankreich erprobt. Es handelt sich um ein Flugzeug mit einem automatiſchen, durch Preßluft bebrenten Bombenwerfer, der zehn bis fünfzehn Würfe in atvei Sefunden ausführen kann; die Bomben has ken ein Gewicht von 20 bis 30 Kilogramm und sind mit Zeitzündern versehen, die die Bombe nach ungefähr 100 Meter Bahn erplodieren lassen. Ein soldes Flugzeug fliegt den feindlichen Apparaten entaegen, freuat in ungefähr 100 Meter Höhe über thnen und läßt seine Bomben fallen. Ein direfter Treffer ist nicht erforderlich, es genügt, wenn die Bombe in einer Entfernung von 40 Meter vom Flugzeuge explodiert, das infolge des Luftdruces zum Absturz gebracht wird. Die Angriffs- Panzerwagen werden weiter bervollkommnet. In Italien werden Flammenwerferwagen, die man schon in Abessinien mit Erfolg verwender hatte, als ständiger Typ eingeführt. Aus dem Fiat- Ansaldo- Wagen wurde das Doppelmaschinengewehr entfernt und durch einen Flammenwerfer erjetzt; der Brennstoffbehälter wurde im rückwärti gen Teil des Wagens eingebaut. Jedes TankbatailTen und jede Tanfabwehrkompagnie bei der Division erhält einen Bug Flammenwerfertants. Neu fon struiert wurden bei leichten Tanks Flammenwerfer in Beitragen. Dieser zweirädrige, vom Tank gezo gene Beiwagen, kann im Terrain eine bedeutende Geschwindigkeit entfalten. Das hat den Vorteil, daß der Tank mit Maschinengewehr ausgerüstet bleibt und der Beitwagen einen größeren Brennstoffborrat cufnehmen kann. Die Beiwagen können auch zur Vernebelung oder zur Verbreitung von chemischen Kampfstoffen verwendet werden. Ungarns Banken werden fudenrein". Der Präsident der Ungarischen Kommerzialbank" Philipp Weiß und dessen Stellvertreter Johann Teleczky, sowie der Generaldirektor dieser Bank, Emil Stein, find zurüdgetreten. Zwei der Zu ridgetretenen sind Juden und werden durch Kas tholifen ersetzt werden. einblies. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Wieder eine Betriebsverlegung schaftlich unheilvoll gewesen ist, trägt immer wei- warten sein. Die Hetze der Sdp, die schon bisher wirt tere Früchte. Wie gemeldet wird, hat die Firma Böhmisch- Krumauer 100 Reichsmark( Noten) Reichsmark( Münzen) 100 rumänische Lei.. 100 polnische Zloty 100 ungarische Rengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs 1 englisches Pfund. 1 amerikanischer Dollar. 100 italienische Lire. 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare. 100 Belgas Seite Kč 563..750.. 19.60 547.50 643.50 668.50 82.70 144.37 29.05 170.40 . 1599.64.80 490.Schlachten einstellten. Dadurch stiegen die Fleischpreise in Budapest um 20 bis 25 Heller und es drohten Störungen in der Fleischversorgung der Hauptstadt. Schon zivei Tage darauf gab das Außenhandelsamt bekannt, die Lieferungen nach Deutschland würden wieder aufgenommen... Das terroristische Auftreten der ungarischen Nazi war nicht spontan, sondern von deutschen Hintermännern aufgezogen. Auf die ungarischen Boltsintereſſen nahmen sie hierbei wenig Rücksicht; denn die aus unbezahlten Lieferungen an Deutschland entstehenden Verluste müssen die ungarischen Bauern und Steuerzahler tragen. Ausfuhr nach Sowjetrußland wieder auf eine Besserung der im letzten Jahre getrübten Handelsbeziehungen von Dauer schließen läßt, wird abzuDieser günstigen Entwicklung steht eine VerMaschinenpapierfabriken ringerung unserer Warenausfuhr nach anderen Ignaz Spiro und Söhne A.-G. ihren Sit von Staaten gegenüber. Sie ist am stärksten bei den Böhm.- Krumau nach Prag verlegt und dies dem Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo sich ein Steueramt in Krumau mitgeteilt. Für die Stadt Ausfuhrrückgang von 128 Millionen Stronen er Böhm.- Krumau bedeutet dies wirtschaftlich einen gibt. Nach Desterreich hat der Warenerport um fast furchtbaren Schlag, nämlich den Entgang von hundert Millionen Kronen abgenommen. Auch nahezu der Hälfte ihrer Gemeindeumlagen. nach Frankreich, Holland und der Schweiz verEbenso trägt sich die Nestomiser Buderraffinerie geichnet die Tschechoslowakei eine nicht unbeträchtmit der Absicht, den Siß diejes großen Unterneh- liche Berminderung ihres Exports. Zur Prager Herbstmesse wieder Photo- Kinomens von Aufsig nach Prag zu verlegen, was für Optit". Die feit 1935 im Rahmen der Prager die Stadt Aussig gleichfalls einen großen EntOptit" wird auch zur kommenden Prager MesseHerbstmesse stattfindende Fachmesse Photo- Kinos in den Gemeinden", so lautete die Wahlparole gang an Umlagen bedeutet. Macht Ordnung veranstaltung( 2. bis 11. September) durchge der SdP an den drei Wahlsonntagen im Mai und Wenn die Ueberleitung des Kapitals, schreibt führt werden. Dieser Fachmesse, welche unter dem Juni. Die Ordnung, die in den Gemeinden her- die Hospodářská Politika", und die Verlegung steht, wurde diesmal ein ganzer Traft im vierten Protektorate des Verbandes der Photohändler gestellt wird, bedeutet ihre Verarmung, die borderhand nur der Leitungen der Betriebe aus Ursache davon ist die nationale und Rassenheze dem Sudetengebiet andauern sollte, würde dies Stockwerke des Messepalastes vorbehalten. Das der Sudetendeutschen Partei. die Verarmung der betroffenen Ortschaften und Ausstellungsprogramm der heurigen Veranstal tung wird diesmal erstmalig durch eine Drogistendie Herabsetzung des Lebensstandards der SudeUneinheitliche Ausfuhrentwicklung tendeutschen bedeuten, namentlich wenn sich die gruppe ergänzt werden. Beltdepression auf manchen Märkten verschärfen ,, Herabsetzung des Lebensstandards der Sudetendeutschen" Tschechoslowakei im ersten Halbjahre 1988 noch für die sudetendeutschen Gebiete die WiederherObwohl die Gesamt Warenausfuhr der sollte. Es muß daher die erste Etappe einer Hilfe glei.en Vorjahrszeit liegt, weist doch der Export Mentalität der Nachsucht sein, die in dem unsinni um rund 200 Millionen Kronen über der der stellung der Ruhe und die Liquidierung einer nach einer ganzen Reihe von Ländern im Ver- gen Wirtschaftsboykott ihren Ausdruck findet. gleich zum ersten Halbjahr 1937 einen Rüdgang Man muß es aufs schärfste verurteilen, wenn auf. Die tschechoslowakische Ausfuhr nach ihren manche Blätter, wenn auch nur zwischen den Zeibedeutenden Abnehmerländern betrug: len, eine solche turzsichtige Politit empfehlen. Das Intereffe des Staates ist in dieser Sache ganz klar. Deutschland Desterreich Polen Ungarn. Rumänien Belgien Frankreich Holland Schweiz Jänner bis Juni 1938 1937 in Millionen Kronen $ 850.9 720.2 .. 367.0 . 119.3 . 131.3 . 241.2 432.7 105.5 93.1 285.2 Jugoslawien 312.9 Bulgarien 36.7 Großbritannien . 124.7 523.8 .. 157.6 227.4 237.5 28.3 115.0 457.0 236.4 244.9 . 198.4 221.5 Dänemark 32.6 36.5 Norwegen Schiveden. Rußland Türkei China 75.6 87.0 . 167.9 170.0 . 140.1 40.2 142.7 24.1 241.4 84.4 Britisch- Indien.. 78.5 84.8 Aegypten 41.4 48.9 Südafrika 69.0 Vereinigte Staaten. 383.4 62.9 515.4 Zusatzvertrag in der Tannwalder Textilindustrie Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten Höherer Zuckerverbrauch. Der Zudervers brauch des Inlandes betrug in den ersten neun Monaten der laufenden Zuckerkampagne 286.187 Tonnen. In der gleichen Zeit der vorjährigen Der Mehrverbrauch ist sicher in erster Linie auf Kampagne wurden 271.145 Tonnen verbraucht.. Den gestiegenen Heeresbedarf zurückzuführen. Kohlenförderung im Ostrauer Gebiet über Vorjahrshöhe. Im ersten Halbjahr 1938 betrug die Steinkohlenförderung im Ostrauer Revier 6.07 Millionen Tonnen. Sie war damit um 3.6 Prozent höher als im Vorjahre, wo sie nur 5.86 Millionen Tonnen betragen hatte. Im Amtsblatt der Tschechoslowakischen Republit Nr. 167 vom 22. Juli, das soeben erschienen ist, ist eine Kundmachung des Ministeriums für soziale Fürsorge veröffentlicht, wonach ein Zuhöhere Schutzölle für chemische Erzeugnisse? japvertrag zum Kollektivvertrag für die Textilin Die Unternehmer der chemischen Industrie fordern dustrie im Gerichtsbezirk Tannwald für verbind die Erhöhung der bestehenden Schutzölle für die lich erklärt wird. Der erste Vertrag wurde bereits Einfuhr von chemischen Erzeugnissen. im November 1936 für verbindlich erklärt, im April 1938 wurde ein Zusatzvertrag über eine Die Markenbutter gut eingeführt. 41 Moleinmalige Aushilfe vereinbart, sowie der ur- kereien, die sich der Erzeugung von Markenbutter sprüngliche Vertrag bis 30. April 1939 verlän- angeschlossen haben, konnten vom Feber 1937 bis gert. Mit der neuen Kundmachung des Ministe- Ende Mai 1938 233.000 Kilogramm Markenriums für soziale Fürsorge tritt nun der Zusatz- butter absetzen. Die Attion soll verstärkt werden. bertrag für alle Betriebe in Kraft, für die der Dividende. Die Meva A. G. in Prag bereits früher verbindlich erklärte Kollektivver- teschloß, für 1937 eine Dividende von 9 Prozent trag gilt. auszuzahlen. Der Ertrag der Tabakernte. Die Tabakernte Die ungarischen Agenten Hitlers in der Slowakei und in Karpathorußland ergab Budapest.( Insa) Die ungarische Nationals im vorigen Jahre insgesamt 14,04 Millionen bank hat vor einigen Tagen die Ausfuhr Kilogramm. Den 4764 Pflanzern wurden dafür Schweinefetten nach Deutschland einstellen lassen, von lebenden Schweinen, Schweinefleisch und 65,03 Millionen Kronen ausgezahlt. Kleinhandel will Export organisieren. Nach Das Bevölkern des britischen Imperiums. Das britische Oberhaus beriet Donnerstag über die britische Auswanderung nach den überseeischen Gebieten des Reiches auf Grund des vor wenigen Tagen veröffentlichten Berichtes des Beratungskörpers für die Uebersee- Auswanderung. Die Debatte eröffnete Lord Snell( Labour) der u. a. sagte: Es besteht keine vitale Notwendigkeit, daß dieser Teil des Imperiums vollkommen mit unseren Leuten bevölkert werde, aber es ist notwen= dig, daß er mit Menschen bevölkert wird, die assis miliert werden können und die gleichen Ideale hegen und an Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit glauben. Wenn wir in absehbarer Zeit nicht imstande sein werden, das Imperium zu bevölkern und es auf dem Gebiete der Verteidigung autark zu machen, dann wird es von jemand anderem be= völkert werden. Der Erfolg in dieser Frage hängt jedoch mehr davon ab, in welcher Weise die über- Unter den Staaten, nach denen die tschechoslowa seeischen Länder diese Menschen anziehen, als tische Warenausfuhr gesteigert werden konnte, ste da die aus früheren Lieferungen entstandenen dem Vorbild großer industrieller Unternehmungen davon, was von unserer Seite getan werden kann. hen Deutschland und Großbritannien an der Schulden Deutschlands zu hoch angewachsen sind. beschäftigt sich der Zentralvat der Kaufmannschaft Die Bevölkerung der Welt. Im Durchschnitt Spize. Auch die Exportzunahme nach Polen und Drei Tage später erschien eine Gruppe ungarischer mit der Zentralisierung des Erportes der klein-. der letzten fünfzehn Jahre hat die Weltbevölfe- Ungarn ist angesichts der bestehenden Wirtschafts- Nationalsozialisten in den Schlachthäusern von gewerblichen Erzeugnisse. Es soll damit eine rung jährlich um 1.4 Prozent zugenommen. Nach beziehungen erfreulich zu nennen. Ganz aus dem Budapeſt und setzte teils durch Irreführungen, Steigerung sowohl der Qualität als auch der den letzten Berechnungen betrug sie im Jahre Rahmen fällt die Erhöhung des Erports nach teils durch terroristisches Auftreten durch, daß die Preise der zum Export bestimmten Waren er1936 2100 Millionen Köpfe. Für das Jahr China und nach der Türkei. Ob die Zunahme der Großhändler und Schlächter die Einkäufe und das reicht werden. 3 t 1910 wurde die Weltbevölkerung mit 1600 Milft 11 s r il EFFEREE ווי זו: TA A. m s lionen angegeben, ſo daß sich in rund 25 Jahren eine Vermehrung um 500 Millionen Menschen ergibt. Evian und die politische Emigration greift darüber hinaus und zählt nach Tausenden ning Emigranten wären. Man sieht schon daraus, im fatholischen und auch im protestantischen La- wie schief eine solche Unterscheidung ist und wie ger, im nationalen Lager, unter Stahlhelmern und unmöglich es ist, die politische Emigration als BaDer Mann, der die meisten Sprachen der Welt Mitgliedern der Schwarzen Front, ja sie umfaßt gatelle zu behandeln. Man könnte statt zwischen spricht. Professor Harold Schütz, der ichst in London ( Aeropreß) Die Ergebnisse von Evian ver heute auch nicht wenige oppositionelle National- der nicht- jüdischen und jüdischen unterscheiden lebt und früher in Frankfurt wirkte, dürfte der Mann mögen einen starken Steptizismus, der sich auf ſozialisten. Die Unterscheidung zwischen der jüdi- zwischen der politischen( ganz gleich, ob jüdisch ſein, der die meisten Sprachen der Welt spricht. Es mehr als fünfjährige Erfahrungen gründet, nicht schen und der nicht- jüdischen oder, sagen wir bes- eder nicht) und der wirtschaftlichen Emigration. handelt sich überhaupt um eine Familie von Sprach zu beseitigen. Dennoch ist nicht zu verkennen, daß ser, politiſchen Emigration ist an sich schon recht Aber auch diese ist nicht einheitlich. Dort gibt es genies, denn schon sein Vater beherrschte 12 Spra- das Problem unter dem Eindruck der letzten Er- unglücklich. Sie kann fast als eine Konzeſſion an nicht wenige, die keineswegs flüchteten, sondern sich den und ſein Ontel 20. Er selbst aber tennt 290 eignisse im Reich und der anarchiſchen Rustände in den Nationalsozialismus und feine Terminologie legal abmeldeten, Reichsfluchtsteuer zahlten, mit Sprachen, die er den Sprachengruppen nach im Laufe Desterreich, insbesondere auf grund der Initiative betrachtet werden. Gibt es nicht unter der politi- einem Passierschein der Gestapo das Land ver der Beit erlernte. Es iſt intereſſant, daß ihm am Roosevelts und der Aktivität der nord- und süd- schen Emigration gleichfalls jüdiſche Emigranten, ließen. Von ihnen fühlt sich ein Teil nicht als schwersten das Erlernen der indischen und tautasi- amerikanischen Vertreter, unter denen insbeson- die nicht als Juden, sondern als Sozialdemokra- Emigranten, betrachtet sich auch nicht solidarisch schen Dialekte und der Eskimosprache fiel, von den dere der Repräsentant Columbiens angenehm auf ten, Kommunisten, parteiloſe Sozialisten oder mit ihnen und ihren politischen Zielen, will als europäischen Sprachen das Ungarische und Bastische. fiel, zum ersten Male mit weit größerer Energie Demokraten, als Pazifiſten und als parteiloſe Auslandsdeutscher gewertet werden, geht auf die angepakt worden ist als bisher, so daß man er freie Schriftsteller verfolgt wurden. In einer Bro- deutschen Konsulate und erhält seinen deutschen Die Handelsflotten der Welt. Obwohl Groß- warten kann, daß sich das Tempo doch ein wenig schüre, die über das Hilfswert an den Emigran- Paß. Dazu kommt aber neuerdings in steigendem britannien die größte Seemacht ist, hat es als ein- beschleunigen und die Pflicht zur Hilfe über ten berichtete, wurde bereits eine solche Unterschei- Maße ein Riesenheer von jüdiſchen Flüchtlingen, siger Staat weniger Handelsschiffe und Tonnage als Egoismus und Bürokratismus siegen wird. Eines dung gemacht, dann aber überwiegend von der die zwar ganz unpolitisch sind, aber vor Terror im Jahre 1914. Troßdem steht seine Dampfschiff aber muß befremden. Im Gegensatz zu den ersten jüdischen Emigration gesprochen, als sei die Emi- und Zwangsmaßnahmen flüchteten und nur das fahrt, wie die in Lloyds Regiſter Boot veröffentlich- Tagen der Konferens ist später und zwar ohne aration ein spezifisch jüdisches Problem. Das nackte Leben retteten. Die Unglücklichen aus Wien ten Statiſtiken zeigen, noch immer an der erſten Widerspruch nur noch von der jüdischen Emi- führt dann leicht zu der Anschauung, als sei auch und dem Burgenlande sind ein Beispiel dafür. Stelle der Welt. Länder mit beträchtlicher Steige- gration gesprochen worden, gleich als ob es teine der Nationalsozialismus im Grunde nur deshalb Man sieht also, wie sehr man einerseits zwischen rung ihrer Handelsschiffahrt find Japan, Deutſch politische Emigration gebe, als ob diese unwesent- bekämpfensivert, weil er die Juden verfolge, und Notleidenden und solchen, die nur den Sitz ihrer land, Norwegen, Holland, Panama, die britischen Do- lich sei und nur eine Art Anhängsel darstelle. Dem als sei gerade der Massismus die entscheidende Tätigkeit verlegen, nuancieren muß, anderseits minions, Italien und Schweden. Länder mit bedeu- muß aufs schärfste widersprochen werden. Diese Eigenschaft des Faschismus und Rechtsradikalis- aber die politische Emigration nicht ausschalten tenden Verminderungen ihrer Handelsschiffahrt sind politische Emigration reicht zahlenmäßig nicht an mus. Dann fann man sich nicht wundern, wenn darf. Die Reaktion auf den Antisemitismus- darf die Bereinigten Staaten von Nordamrita, China und die jüdische heran. Gewiß. Sie umfaßt heute aber auch im Ausland immer häufiger die Frage zu nicht sein, alles andere Elend zu negieren und nur alle sozialen Schichten und alle politischen Lager hören ist, warum denn dieser oder jener emigriert die Juden als hilfsbedürftig anzusehen. Das liegt des deutschen Voltes. Sie beschränkt sich nicht nur fei, obwohl er doch gar nicht Jude sei. Als ob nicht nicht im Sinne der Einberufer von Evian. Wo sich auf Sozialdemokraten, Kommunisten und sozialis auch Otto Wels und Otto Straffer, Brüning und aber solche Tendenzen, gleich aus welchen Motiftische Splittergruppen, wie SAP und Troßlisten, Treviranus, Thomas Mann und Heinrich Mann, ven, einschleichen, muß darauf hingewiesen werden. auch nicht auf Demokraten und Pazifisten, sie Scheidemann und Sollmann, Imbusch und Rausch-] Spanien. Für Preffefreiheit in Bolivien. Infolge eines Barlamentsbeschlusses, der der Regierung das Recht der Pressekontrolle auspricht, hat der bolivianische Finansminister Palacios feinen Rüdtritt erklärt. Scite 6 Schweizer Eindrücke ,, Sozialdemokrat" Trager Zeitung Wenn man aus einem Lande kommt, in dem die Demokratie entschlossene und mutige Verteidiger fin det, in dem aber auch sehr starke Kräfte am Werke sind, der Demokratie und ihren Einrichtungen mit Unterſtügung und auf Geheiß eines faschistischen Manifestationsabend für Spanien. Freitag, teftiv- von dem Mädchen verständigt konnte Nachbarlandes, sei es auch unter Preisgabe des euro den 22. Juli, veranstaltet die Jugendkommiſſion den Mann festnehmen. Ob er Näheres über den päischen Friedens, den Todesstoß zu versetzen, ist der Gesellschaft der Freunde des demokratischen führte, wird die Polizei erst feststellen. Mörder weiß oder warum er so auffällige Reden ein wenn auch nur furzer Aufenthalt in der Schweiz. Spanien in der Tschechoslowakischen Republik um ein Erleben im wahrsten Sinne des Wortes. Man halb 8 Uhr abends in der Lucerna einen großen bekommt einen Anschauungsunterricht über die Mög= lichkeit friedlichen Zusammenlebens mehrererNationen Manifestationsabend. Alle Freunde und darüber, welch felſenfestes Vertrauen auf die der spanischen Republik werden zur Teilnahme Sieghaftigkeit der Demokratie die Menschen dieses aufgefordert. Eintritt Kč 2.20, für Studenden Landes( nicht nur die Arbeiter) beseelt. und Arbeitslose Kč 1.10. Gleich beim Betreten Schweizer Bodens hat der Demokrat ein Gefühl innerer Beruhigung und äußerer Sicherheit. Nicht als ob man in ein Eden des Sozialismus käme, denn auch der Schweiz drückt der Kapitalismus mit seinen üblen Begleiterscheinungen den Stempel auf. Und diese mit dem Herzblut eroberte Freiheit haben die das Land bewohnenden Völker bis heute als ihr höchstes Gut erkannt und bewahrt. Sie werden dies auch in Zukunft so halten. Für das Trinkgeldunwesen. Die Prager Hoteliers lehnten in ihrer letzten Beratung die Regelung der Trinkgelder durch Anrechnung von Prozenten ab, iie sind mit der jetzigen( unwür digen) Art der Trinkgeldverabreichung einver standen. Gut, daß darüber letzten Endes andere Instanzen zu beschließen haben, die hoffentlich gegenüber den Kellnern und anderem Personal im Gastgewerbe, das auf Trinkgeld angewiesen ist, sozialer empfinden. Freitag, 22. Juli 1938. Nr. 170 Urania- Kino Das große Abenteuer" mit Andergaft, Schönhals, Susa, Fiedler, Richter. Montag: Unvergeßlicher Film! Neue Pas rade alter Sterne". Conférence Erich Juhn. stellte, daß der Andächtige die Spenden und Weih gefchente, die unterhalb dieser Altarfigur aufbewahrt worden waren, hatte mitgehen lassen. Es war eine Auguft. Der Aufforderung der Prager Verkehrs- eigene Unvorsichtigkeit und Frechheit den SicherheitsRegistrierung der Führerscheine bis Ende ansehnliche Beute. Vorläufig erwischte man den Dieb nicht, doch lieferte ihn später der Zufall oder die polizei, die Führerscheine zur Registrierung vor- behörden in die Hände. Nachdem er bei einem vers zulegen, Teisteten erſt 15.000 Inhaber Folge. fuchten Hauseinbruch nochmals hatte entkommen fönTas veranlaßte die Polizei zur Kundmachung, nen, stahl er gelegentlich eines weiteren Einbruches daß Führerscheine, die keinen Registriervermerk einen Anzug, den er durch einen Mittelsmann bei tragen, ab September ungültig einem Jahrmarkt als Gelegenheitskauf öffentlich ans find. Die Fahrer werden aufgefordert, in der bieten ließ. Der Zufall wollte es, daß dieser Mittels. noch gültigen Registrierfrist( Ende August) ihre mann gerade dem Beſtohlenen in die Quere lief, Scheine registrieren zu lassen. Dazu benötigen sie der fein Eigentum sofort erkannte und Lärm schlup Der Mittelsmann führte die Gendarmen in das außer dem Führerschein den Meldebogen und das Gasthaus, wo sich der Angeklagte nach seinem mühevollen Tagewert mit einem Glas Bier erquidte und Die Ausflugszüge der Staatsbahnen veranstal- wartete, bis ihm sein Agent den Erlös für den geten achttägige Aufenthalte im Riefengebirge für 420 ftohlenen Anzug bringe. Kč influsive Verpflegung. Abfahrt jeden Samstag von Prag- Wilsonbahnhof um 14.29 Uhr. Anmeldun gen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 38385. Militärbuch. Kunst und Wissen Jushny Premiere heute in der Urania. mit Jufhnh, Christa Abbel, Evelyn Barring, Dewald Dante schön, es war bezaubernd" Pirt und Otto. Beginn 8% Uhr. Starten 6-24 Kč. Urania- Kaffe. Gerichtssaal Die Schweiz ist ein Klassenstaat und es lebt in ihr auch der Klassentampf. Dieser Kampf kommt hier sogar sehr deutlich zum Ausdruc, weil es feine Einfacher Diebstahl oder IndustriespioVerfälschung durch nationale Spannungen gibt. Die nage? Klarheit darüber sucht die Prager Polizei Schweiz ist ein Nationalitätenstaat und dennoch gibt zu ermitteln, der die Anzeige einer Autoberaues dort feine nationalen Gegenfäße, von einem na bung in Prag II.( Riegrovo nábř.) erstattet Honalen Kampfe gar nicht zu reden. Das iſt für einen wurde. Der Täter öffnete ein Auto gewaltsam, aus der CSR zugereisten besonders eindrucksvoll. nahm diverse Geschäftspapiere, auch DepositenDas Volk der Schweizer weiß eben in seiner weitscheine an sich, andere Schriften ließ er im Wa gen, hingegen bemächtigte er sich auch einer wert überwiegenden Mehrheit, daß die Freiheit der Gesinnung, des Handelns und der Selbstgestaltung des vollen Patentschrift. Die Auswertung dieses Pa staatlichen und gesellschaftlichen Lebens sein unvertentes fann einige Hunderttausende einbringen. äußerliches schwer erfämpftes, aber höchstes Gut, Allerdings für den gewöhnlichen Dieb hat es durch nationalen Kleinkrieg nicht gefährdet werden teinen Wert und deshalb wird angenommen, darf. Der Schweizer fann weder nationalistisch füh- daß es sich vielleicht um eine Industriespionage len, noch denken.( Immer mit der Betonung, daß handelt. die Ausnahme die Regel bestätigt.) Den das Land bewohnenden Deutschen, Franzosen und Italienern Kč 20.000.- im Mülleimer! Tas flingt nicht ist die demokratische Freiheit glaubhaft, ist aber wahr. Eine Frau St. B. leerte des Landes einigendes Band. Sen überflüssigen Inhalt ihres Täschchens in den Jeder Deutsche wird sich schwer hüten, gegenüber Mülleimer. Man kann sich ihren Schred vorstel Prag. rb Der 58jährige Uhrmacher Alois einem Angehörigen einer anderen Nation ein Belen, als sie allerdings viele Stunden später at Ie fonnte aeſtern das Jubiläum seiner viernehmen an den Tag zu legen, durch das dieser sich bemerkte, daß unter diesen weggeworfenen sigsten Sirafe begehen. Sein Gewerbe betreibt er verletzt fühlen könnte. Das gilt natürlich auch in Dingen ihre wertvolle Brosche war. Ein Anden- allerdings seit vielen Jahren nicht mehr; er vagajedem umgekehrten Falle. Jeder fühlt sich eben fen und tunstvolle Arbeit, Platin mit Brillanten bundiert jetzt in allen Teile: des Landes, begeht flei und Smaragdstein im Werte von Kč 20.000. Die hat auf diese Art seine ansehnliche Strafliste zusamnere und größere Diebstähle und Betrügereien und rau suchte vergebens unter den Papieren in dem mengebracht. Diesmal hatte er sich wieder einmal Mülleimer- die Brosche war verschwunden. wegen dreifacher Diebstahlsanklage vor dem StrafVerdächtigt werden nach Meldungen der Poenat Mareček zu verantworten. lizei drei Männer, die an diesem Tage die Mülleimer nach Altpapier untersuchten. Sämt liche Juweliere und Pfandleihanstalten wurden verständigt. nicht schlechtweg nur als Schweizer sondern als freier Bürger eines freien unabhängigen Staates. Für einen Nationalismus findet sich in der Schweiz kein fruchtbarer Boden. Für den mit barbarischen Mitteln vorgehenden deutschen Nationalsozialismus hat der Schweizer nur glatte Ablehnung und Verachtung übrig. Das spiegeln deutlich auch die Auslagen der Zeitungsverfäufer und Buchhändler wider, die eine ganz andere, nämlich eine nichtnazistische Aufmachung haben, ganz im Gegenſaz zu den Verhältnissen bei uns. Die Schweiz zeichnet sich sehr durch Reinheit und Sauberkeit in jeder Hinsicht aus. Das trifft eben auch auf die Buchhandlungen und Zeitungsverschleiße 31. Rund um den Kindl- Mord. Wieder mußte die Polizei einen Mann verhaften, der durch sein Benehmen auffällig wurde. Er ging mit einem Mädchen in das Haus, wo die Kindl ermordet wurde, führte ganz sonderbare Reden, so daß das Mädchen Angst bekam und ihm weglief. Ein DeKorsen- Vendetta, fünfter Akt Gangster- Mord an der Côte d'Azur Ein frommer Beter In der Ortschaft Smečna gibt es eine Schloßfapelle, wo auf dem Hauptaltar die Figur eines Jesulindleins aufgestellt ist. Vor dieser Figur kniete nun eines Tages ein unbekannter Mann, sichtlich in inbrünstiges Gebet versunken. Er hob die gefalteten Hände gen Himmel, neiate in Berfnirschung sein Haupt bis zum Altar, murmelte halblaute Worte der die übrigen Frommen an ihm ihre rechte Freude hatAndacht und benahm sich mit einem Wort so. daß ten. Nach langer Andacht verließ der fromme Mann die Kapelle. Die Erbauung der Zuschauer wich aber bald einer jähen Ernüchterung, als der Staſtellan festZu leugnen gab es angesichts dieses Sachvers haltes nichts und Herr Satle ist ein viel zu acivicater Kriminalfachmann, als daß er sich durch nubiofe Ausflüchte um den mildernden Umstand des reus mütigen Geständnisses" gebracht hätte. Er gestand also alles und akzeptierte auch die über ihn verhängte Strafe von fünfzehn Monaten schwes ren erter 3. " Vereinsnachrichten Ortsgruppe Prag. Sonntag, 24. Juli, Wanderung von unserer Hütte im Brdywald durch Bojov- Tal, Mechenice zum Badeplatz der tschech. Arbeitertouristen. Führung Ploz.Hütendienst Schaffer. Genoffen! Genoffinnen! jeber Betriebsversammlung Getvertschaftsversammlung, Genossenschaftsversammlung, Wählerbersammlung, Frauenbersamulung. politischen Versammlung, Versammlung oder Sigung einer proletarischen Organisation follt Ihr für die fozialdemokratische Parteipresse intenfibfte Werbearbeit leiften. Urania- Kino, Klimentská 4. Fernsprecher 61623. Das große Abenteuer Mit Andergast, Schönhals, Susa, Fiedler, S. Richter. Spannend und humorboll. Die Schweizer Demokratie achtet die Persönlichfeit, die Nationalität und die politische Ueberzeugung, Ecke standen, sie schreien um Hilfe, die Polizei ist. Aber man blieb unter sich. Die rächende Hand welch Letztere mit genau der sich notwendigerweise trägt den Kadaver fort. Einige Minuten später der Justiz darf den Korsen die Vergeltung nicht ergebenden Konsequenz gegenseitig von jeder Seite fennt man den Namen des jungen Mannes. Es ist aus der Hand nehmen. Als Stefani, Jean- Paul, verteidigt, oder bekämpft wird, allerdings in geis der 1908 geborene André Henri Marguin. Die der natürlich verhaftet wird, vor Gericht kommt, stigem Ring e n. Man vergleiche damit den Polizisten blicken sich ernst an. Es ist der Mann, findet sich wieder kein einziger Belastungszeuge. rüpelhaften Kampf bei uns, der mit Politik schon der vor fast einem Jahre auf dem Montmartre Alle Welt, Polizei, Staatsanwaltschaft und das nichts mehr gemein hat, wo Terror, gesellschaftliche MTP Paris, im Juli. Es ist elf Uhr abends. einen gewissen Stefani erschoß. Seine Freundin Milieu", wissen, daß er es gewesen ist. Es nüßt Aechtung, Schlagringe und andere unveräußerliche Auf den überfüllten Staffeehaus- Terrassen der hat als Entlastungszeugin ausgesagt, daß es sich nichts, er muß aus Mangel an Beweisen freigeRüstzeuge nazistischer Prägung als politische Kampf- Lurushotels in Cannes ist die ganze elegante Welt damals um Notwehr handelte, Marguin wurde sprochen werden. mittel gelten. Glückliches Schweiz! Beneidenswerte aus Frankreich und aus aller Herren Länder ver- wieder freigelassen, da sich kein einziger BelaAber nun kommt der dritte Att. Stefani Menschen. sammelt. Es ist Hochsaison, und die Menge der ſtungszeuge fand. Die ihn hätten belasten können, will das Grab seiner Frau auf dem Friedhof von Nationaler Frieden und mit Fleiß betriebener Promenierenden ist unübersehbar. Sie haben ihn jetzt selbst gerichtet. Das ist Korsen Thiais besuchen. Es ist der erste Weg, den er nach gemeinsamer wirtschaftlicher und sozialer Aufbau An einem kleinen Tischchen sißt ein junger, Ehre, und der Mord in Cannes ist der fünfte Att seiner Entlassung aus dem Gefängnis macht. Hier sichert dem Stunstschaffen eine treffliche Heimstätte. gut aussehender Mann. Er weilt bestimmt zu den einer phantastischen Vendetta, die genau seit Weih- lauert ihm Foata hinter einem Grabstein verborDie Gesangskunst und das Musikleben sind besonders Ferien an der Côte d'Azur, denn er ist nur mit nachten 1934 dauert und bis jetzt vier Tote ge- gen auf. Es fommt zu einer wüsten Schießzerei, bei der Arbeiterschaft hochentwickelt und werden von einem leichten Sweater und einer Flanellhose be- fordert hat. Die Sache begann mit jener Schießerei in Ein anderer Korse namens Paleschi bleibt auf der wieder mit großkalibrigen Parabellum- Revolvern. Fachmännern vielfach gefördert und unterstüßt. Von tleidet, an den Füßen trägt er weiße Strandschuhe. den gesanglichen Leistungen der Arbeitersän- Es kann ein Graf oder ein Student ſein, ein dem sehr bekannten Montmartre- Lokal„ Die tote Strede. Foata wird von Totengräbern mit einem ger der freien Schweiz hat das letzte vom 8. bis Gigolo oder ein junger Kaufmann. Aber es ist Ratte", das Jahrzehnte lang ein Wahrzeichen der Holzkreuz niedergeschlagen. Wir schreiben Früh10. Juli in Zürich stattgefundene, von 5000 Sängern ein Mörder. Place Pigalle war und nach diesem Vorfall poli- jahr 1936. und Sängerinnen besuchte Bundessängerfest schönes Er zahlt seinen Apéritif, er steht auf und zeilich geschlossen wurde. Schon der erste Aft dieZeugnis gegeben. Welcher Geist über den ganzen geht langsam um die Hotels herum. Dahinter fer korsischen Angelegenheit hat viel böses Blut Veranstaltungen schwebte und den Menschen inne- liegt, feine zwei Minuten entfernt, der Boulevard gemacht. Denn er spielte sich zu einer Stunde ab, wohnt, zeigt wohl am besten der Schlußsaß des drei- Carnot, wo die Autobushaltestelle ist. Der junge zu der es für den Montmartre hellichter Tag iſt mal aufgeführten Chor- und Orchesterwerkes Mann sieht auf die Uhr, der Autobus, der ihn- um zehn Uhr abends. Da waren viele Besucher Jemand". Es ist der Geist, der bei der Eidesleistung nach Juan- les- Pins bringen soll, wird erst in in der" Toten Ratte", Stammkundschaft, aber über dem Rütli schwebte, der aber hier Tausende zehn Minuten kommen, er hat Zeit, und er auch zufällige Passanten. Zu dieser Stammkund und Abertausende von Menschen beseelte, als aus schlendert langsam. Hier, an der Rückseite der schaft gehörte ein gewisser Angelo Foata. Er stand 800 Kehlen, vom Orchester begleitet, zündend in Hotels, ist es um diese Stunde ganz einsam. mit seiner Freundin Madeleine Keusch an der schönen Akkorden die Worte erschollen: Keine fünfzig Meter von der Haltestelle ent- Thete, und zwischen beiden stand ihr Kind, der fernt parft ein großer schwarzer Hotchliß- Wagen. neunjährige François. Plöglich, ohne daß die geAm Steuer fibt ein eleganter Mann, auch daß er ringite Auseinanderseßung vorangegangen war, eine weiße Schirmmüße trägt, läßt noch nicht er- fnallten fünf Schüsse. Alle drei wurden verwun= det, das Kind tödlich. ,, Es geht durch alle fünf Rontingente, es geht um die Erde ein einziger Schrei: Rettet den Menschen, rettet den Menschen, rettet die Welt vor der Barbarei!" Nun wird es anderthalb Jahre dauern, bis der vierte Aft kommt. Foata ist inzwischen, da er Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Das ist bürauf frischer Tat festgenommen wurde, zu sieben gerliche, aber nicht korsische Gerechtigkeit. Foata hinter den Zuchthausmauern kann die Vendetta nicht mehr ausüben, so vollstreckt sie ein anderer. Jean- Paul Stefani, der Chef aller stolzen Kors ſen vom Montmartre, wird am 11. August 1937 niedergeschossen. Wie gesagt, es ist Notivehr. Der Täter heißt André- Henri Marguin. Täter heißt André- Henri Marguin. Was mag er den Herbst, den Winter und dieses Frühjahr über getrieben haben? Auf dem zu sehen, und fennen, daß es sich um einen Gang ajatten, goata wußte, wer geſchoffen hatte. Er wußte Montmartre jedenfalls var er nicht auf der Ben eines Hauses, steht ein anderer Herr. Er raucht es besser als die Polizei, und er wußte es sofort. er dürfte sich alle die Monate lang vor der Venruhig seine Zigarette. Auch er hat wohl Zeit. Es war der ungekrönte König der torsischen Gang- detta sorgfältiger verborgen haben als je vor der Und weil der Mensch sich zur Menschlichkeit nur Der junge Mann aus dem Café biegt um die ster vom Montmartre gewesen. Jean- Paul Ste- Polizei. Er wußte zweifellos, was ihm bevorstand. in der Freiheit entwideln und entfalten kann, geht Ede. Der Herr im Schatten wirft seine Zigarette fani. Der war nun freilich sofort entflohen, aber Er wechselte viel von Ort zu Ort, zuletzt war er dem Schweizer seine Freiheit über alles. weg, tritt sie aus, greift in die Tasche. Der Dritte fein Bruder Etienne Stefani, den konnte man fin- an der Riviera. Und hier in Cannes hat ihn das Menschlichkeit und Freiheit gehören zusammen, am Steuer läßt den Volant los, macht eine Be- den. Und man fand ihn in seiner Bar in der Rue Schicksal ereilt. wegung, greift ebenfalls in die Tasche. Fontaine, und zwanzig Minuten später war die Die Polizei fucht die Mörder. Es ist ziems Es ist elf Uhr 10. Zwei Minuten später liegt Rache geübt und Etienne Stefani eine Leiche. Es lich gleichgültig, ob sie sie findet, denn auch der Daß der Nationalismus die Menschen in den der junge Mann, von elf Schüssen aus einem steht bis heute nicht fest, ob Foata selbst der Rä- Tod von Marguin wird eines Tages gerächt werWahn versehen kann, freiwillig und anscheinend mit großen Parabellum- Revolver und einer kleineren cher war, oder andere Mitglieder seines Korsen- den, und dies umso blutiger, je schärfer die Ver Begeisterung die zweite Variante selbst zu wählen, Pistole buchstäblich durchbohrt, tot auf der Straße. Stammes. geltung des Geseßes für seine Mörder sein wird. das kann der Schweizer nicht begreifen und wird Der Hotchtig ist davongesaust. Die Schüsse haben Nun war der Krieg erklärt, und der Mord M. R. es auch nie verstehen. zwei Augenzeugen alarmiert, die an der nächsten von Cannes beweist, daß er noch nicht zu Ende Bezugsbedingungen: Bei Ruſtellung ins Haus oder bei Bezua durch die Poſt monatlich Kč 17.- vierteljährig Kč 61.-, halbjährig Kč 102. ganzjährig Kč 204.-- Inserate werden laut Tarif billiaſt berechnet. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfran? atur wurde von der Post- u. Telearabbenbirektion mit Erlak Nr. 18.800/ VII/ 1980 bewilligt( Kontrollpostamt Braba 25. Druderei:..Orbis". Drud, Verlags- u. Beitungs- A.- G. zaa. wie Barbarei und Kerkerketten. 233. g H be it F tr fa ha na ich bei tet djo 23 mi ibn üb Mi but life fan στο tuel to llar beri En dhof fche Aer ben fich unr Oleg 1 iche runt verf boll dru Reg ber terr ftat D swei Agen eine ben ten. fbrid Jeru war, berb ein g unter fcher Gra berſt zeitg