14 bird Die in bris ets biti biel arts ächs Pfitzner Saofrat Wilsonstrasse Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Ende orde ein Sonntag, 24. Juli 1938 tun iger arte des des ber tib, des Orge inde und das Be Ann Cend riös und iegt if cine ben an bon its, 710 die en tes. tel alt ten 4646 1 n die ten. die er atte der ers Jils Izt. деп, ms Dem den nits fich ens Tas nfs fich Dent, fich Wir und Ind 500 Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Rebattion u. Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Aus dem Inhalt: Spanische Kampffronten wieder erstarrt Katholische Stimmen gegen den Faschismus Jllegalität der SdP Vier Militärflugzeuge abgestürzt Wetterkatastrophe 1602 in der Slowakei Nr. 172 Selbstverwaltung durch Landtage Zur politischen Lage England und Frankreich wollen friedliche Lösung- Keine klare Stellungnahme Berlins geführt werden, gehen ihrem Ende zu. Der von Prag. Nach den Ministergesprächen in Paris, die vornehmlich die tschechoslowakische Frage betrafen, wendet sich die politische Aufmerksamkeit wieder den Verhandlungen in Prag zu. Der englische Gesandte in Prag, Newton, der schon am Mittwoch und Donnerstag der vergangenen Woche wichtige politische Gespräche mit den Regierungsstellen geführt hatte er war am Mittwoch vom Präsidenten der Republik und am Donnerstag vom Vorsitzenden der Regierung empfangen worden, unterrichtete am Samstag den Ministerpräsidenten über das Ergebnis der Pariser Gespräche, das eine leichte Entspannung der internationalen Situation als möglich erscheinen läßt. Am gleichen Tage hatte der Ministerpräsident eine kurze Unterredung mit den Bevollmächtigten der Sudetendeutschen Partei. Diese Unterredung bezog sich nicht auf den Inhalt der Vorlagen, sondern auf den Gang der Verhandlungen. Es ist anzunehmen, daß der englische Gesandte die Prager Regierung zu einem weiteren Entgegenkommen ermuntert hat, doch wird von einflußreichen Stellen verfichert, daß die in den Gesetzesvorlagen enthaltenen Zugeständnisse an die nationalen Minderheiten sehr weit gehen, nicht nur was die Sprachenfragen, sondern auch was die Verwaltungsreform betrifft. Landtage statt Landesvertretungen Besonders Interesse erregen die bis jetzt bekannt gewordenen Bläne für die Reform ber Verwaltung. Das erste Hauptstück der Gesehvorlage ist in feinen Grundzügen schon fertiggestellt und umfaßt die allgemeinen Nicht linien. Durch das zweite Hauptstück, das nun bearbeitet wird, wird vor allem die 2an de 8verwaltung auf ganz neue Grundlagen gestellt werden. Die bisherigen Landesvertretun gen werden durch Landtage erscht werden, bie wahrscheinlich, in Abänderung der Berwal. ingsreform aus dem Jahre 1927, zur Gänze burch freie Wahl zusammengesetzt werden und eine ganze Reihe von Aufgaben übernehmen sollen, die bisher in den Bereich der 3 entra 1. ämter gehörten. Durch die Schaffung der Landtage mit den entsprechenden Hilfsinstitutionen wird ein ausgebautes System der nationalen Selbstverwaltung geschaffen werden, daß im Zusammenhang mit der Reformierung der Sprachengeschgebung und der Durchführung des Beamtenproporzes allen Nationalitäten freie Entmidlung fichern soll. Die entscheidende Woche beginnt Die die innerhalb der Regies rungstoalition über die nationalpolitischen Geseze den Koalitionsparteien eingesetzte Sechser- Ausüberbrachten Vorschläge des Reichskanzlers Hitler schuß hat das Sprachengeses, das Nationalitäten auch den Vorschlag enthalten habe, daß über die Statut und das Gesetz über die Selbstverwaltung sudetendeutsche Frage eine gemeinsame Konferens mit Ausnahme jener Bestimmungen durchberaten, zwischen England, Frankreich, Deutschland und die sich auf die Bezirksverwaltung beziehen. Der Italien abgehalten werden solle. Diese Information Rest wird den Gegenstand der Beratungen in den sei aber an zuständigen Stellen dementiert worden. ersten Tagen der nächsten Woche bilden. Das Elaborat wird dann noch einmal vor das politische Kabinett tommen, das auch einige andere Aende Prag wird nicht ausgeliefert rungen in dem ganzen Kompler von Gesezen Die Meinung der französischen Presse durch beraten wird, so daß dann die Gesamtheit Paris. Die französische Preffe intereffiert fich der Vorlagen,( wenn man von der Regelung der lebhaft für das Gespräch des deutschen Botschafters laments- Präsidium beraten werden dürfte) fertig Sprachenfrage im Parlament absieht, die im Pars in London mit Ministerpräsidenten Chamberlain und für den Vorschlag des Botschafters, nach Lon- vorliegt. Dann werden die Verhandlungen mit den Vertretern der Nationalitäten beginnen; wieviel don eine Konferenz der vier Großmächte zur Rege lung des Minderheitenproblems in der Tschecho- werden, kann man naturgemäß nicht sagen. Auch Zeit diese Verhandlungen in Anspruch nehmen slowakei einzuberufen. Einige Blätter sehen darin den ersten Versuch Deutschlands, die Festigkeit der der Tag der Einberufung des Parlaments steht noch nicht fest, jedenfalls wird man sich auf eine französisch- britischen Freundschaft, die durch den Parlamentssession gefaßt machen müssen, die mehr London.( Meuter.) Im Hinblick darauf, Pariser Besuch des englischen Königs gestärkt wurde, als einige Tage in Anspruch nehmen wird, denn erschienen sind, die über die Zusammenkunft Leiters des unabhängigen Blattes der Mitte, den sich außer mit den nationalpolitischen Gefeßen daß in der Preffe durchaus irrige Informationen zu prüfen. Das ist insbesondere die Meinung des die beiden Häuser der Nationalversammlung wers zwischen dem Ministerpräsidenten Chamberlain Ordre", Emil Buré, der schreibt: noch mit dem Entwurf eines Ermächtigungs- Ge und dem deutschen Botschafter von Dirdsen um- Welches wird die Zukunft der herzlichen fezes, eines Gesetzes über die Arbeitslager, eines laufen, kann mit absoluter Zuverlässigkeit erklärt Freundschaft sein, die eben so glücklich erneuert anderen über den Schuß der Währung und eines sagt Reuters diplomatischer Kor- wurde? Dies wird die Politik ber Londoner Regie- über die eiserne Getreidereserve befassen müssen. werden respondent daß der deutsche Botschafter in rung gegenüber der Tschechoslowakei zeigen. Eine Voraussage über die Gestaltung dieser innereiner freundschaftlichen Unterrebung vor Urlaubs- Wenn Ministerpräsident Chamberlain, sei es auf politischen Verhandlungen läßt sich auch deswegen schwer machen, weil die Verhandlungen sich in den HANASTOLEN LAKlebten Tagen vom innerpolitischen wieder auf das außenpolitische Gebiet verschoben haben. Chamberlain hat Vertrauen Verschärfung USSR- Japan Mandschurische Soldaten gefangengenommen Es ist zweifellos, daß sich in der letzten Woche Hitler in die Verhandlungen einzuschalten vermann Wiedemann, nach London geschickt, der, wie fucht hat. Er hat seinen Adjutanten, den Hauptder außenpolitische Mitarbeiter des„ Daily Herald", Ewer, in seinem Blatte berichtet, den englischen Staatsmännern gegenüber erklärt hat. wenn England mit Frankreich eine neue Entente proklamiere, würde das in Deutschland als ein Moskau.( Tak.) Aus Chabarowsk wird| hafteten bemächtigte sich die Sowjetpatrouille auch gemeldet, daß nach Informationen vom 21. Juli eines Maschinengewehres, fünf japanischer Mauzwei mandschurische Motorboote auf dem Ufuri- fergewehre und mehr als 1000 Schuß Munition. Fluß in der Nähe des Dorfes Widnoje bei der Sowjetinsel Faingow eingetroffen sind. Dies ist Sfinting.( Havas.) Nach japanischen Berich eine Grenzverletzung. Auf der Insel wurde eine ten tam es an der sowjet- mandschurischen Grenze Gruppe von sechs mandschurischen Soldaten ge- zu einem neuen Zwischenfall. Etwa 60 ruſſiſche Verschließen der Tür aufgefaßt werden. Die landet; sie feuerte auf ein Sowjetmotorboot, das Soldaten sollen auf eine Gruppe von zehn man- Tschechoslowakei würde daraus den Schluß ziehen, eben an der genannten Insel vorbeifuhr. Die dschurischen Zivilisten geschossen haben. Die russi- daß sie eigenmächtig die Regelung der nationalen Sowjetgrenzwache nahm alle fechs mandschuri- schen Soldaten befanden sich an Bord dreier schen Soldaten fest, von denen zwei bei der Patrouillenboote auf dem Fluß Usuri im Gebiete Schießerei verlegt worden waren. Außer den Ver- der Provinz Sinfiang. Frage vornehmen könne und das würde, so habe Wiedemann nach der Information Ewers anges deutet, für die internationale Situation bedenkliche Folgen" haben. Einen direkten Erfolg hat die Attion Wiedemanns, wie der Königsbesuch in Paantritt neuerlich die friedlichen Absichten Deutsch-| diese oder jene Art, dem Reichskanzler Hitler eine ris und die aus diesem Anlaß gehaltenen Trintlands versicherte und erklärte, daß seine Regie- Beherrschung der Tschechoslowakei gestatten würde, sprüche bezeugen, nicht gehabt und der Versuch Ueber den Fortgang der Verhandlungen rung eine freundschaftliche und zufriedenstellende könnten Frankreich und England Deutssland and Deutschlands, die Engiander noch vor dem Kös über das Nationalitätenstatut teilt das Tich. Lösung der fudetendeutschen Frage begrüßen feinen Selfern, die sich die Niederlage Frankreichs nigsvſuch in Paris einzuſchüchtern oder wenig V.-B. u. a. folgendes mit: würde. Der Ministerpräsident gab dem Bot- und Englands zugeschworen haben, feinen Wider. stens vorsichtig zu machen, ist nicht gelungen. Das Der Ausschuß der politischen Minister, der be- schafter bestimmte Zusicherungen betreffs der stand leisten. Ihre historische Aufgabe wäre zu Ende. Dritte Reich hat daraufhin einen neuerlichen Vorreits Montag nachmittags zusammentritt, wird sich guten Dienste, die die britische Regierung dauernd Ich kann nicht glauben, daß dies der britische Pre- stoß unternommen, indem es nach dem Königsbezunächst mit den Anmerkungen befassen, die der sechs- in Prag leistet. Den Informationen des diplo- mier nicht spüren würde. In der Türkei, in Ru- such den deutschen Botschafter in London beaufgliedrige Koalitionsausschuß zu den Entwürfen be- matischen Korrespondenten des Reuterbüros zu- mänien und in allen osteuropäischen Ländern betragt hat, mit den Vertretern der englischen Retreffend die Novelliſierung des Sprachengefeßes und folge wurde weder von der einen noch von der fämpft England die wirtschaftlichen Pofitionen, die gierung zu sprechen. Der Besuch hat wohl den zum Entwurf des Nationalitätenstatuts gemacht hat. anderen Seite ein tonkreter Vorschlag gemacht, dort Hitler eingenommen hat. Will England in fei- Bwved gehabt, den Engländern klarzulegen, daß Gleichzeitig wird er sich mit den Anmerkungen be- noch wurde über eine neue Anregung diskutiert. nem Handeln folgerichtig sein, kann es unter diesen die Tschechoslowakei im Intereſſe des europäischen fassen, die der sechsgliedrige Koalitionsausschuß dem Umständen nicht die Tschechoslowaken Hitler aus. Friedens der SdP große Konzessionen machen Projekt der Nationalitäten- Selbstverwaltung ange- Diplomatischer Hochbetrieb liefern; die Tschechoslowaken, die Verbündeten, die müsse. Es soll dabei von deutscher Seite auch der fügt hat. Der Ausschuß der politischen Minister| Paris. Ter französische Frankreich nicht verlassen kann, ohne fein gegebenes Gedanke einer Viermächte- Konferenz, das ist einer Außenminister wird dann sofort die Beratungen über den Umfang Bonnet empfing Samstag den tschechoslowvalischen Wort zu brechen und ohne für immer feine Diplo. Konferenz Deutſchlands, Italiens, Englands, und die Abgrenzung der Kompetenzen aufnehmen, Gesandten Osusty, den er über die leßten Un- matie zunichte zu machen." Frankreichs, geäußert worden sein, die sich mit der welche ben Selbstverwaltungsorganen, ben Landtagen terredungen mit dem britischen Außenminister Unbestimmtes aus Berlin tschechoslowakischen Frage zu befassen hätte. Es ist und allen übrigen Instanzen und Institutionen der Lord Halifar; und über die Unterredung inforzu bezweifeln, insbesondere nach dem, was man Nationalitäten Selbstverwaltung tagativ vorbehalten mierte, die der deutsche Botschafter in London von Dem Tſch. P.-V. wird aus Berlin berich aus Frankreich hört, daß eine solche Konferenz mit fein follen. Diese konkreten Verhandlungen, bei Dircksen mit dem britischen Ministerpräsidenten tet, daß die Kombinationen der ausländischen diesem Verhandlungsgegenstand zustande kombenen es fich um eine Koordinierung der Kompe- Chamberlain hatte. Außerdem empfing Bon- Presse über den Besuch des Hauptmanns Wiede- men wird. tenzen der zentralen Staatsverwaltung und der net den sowjetrussischen Botschafter, sodann den mann in London und über die die Unterredung Selbstverwaltungsinstitutionen handelt, machen ein- französischen Botschafter in Berlin, Francois des deutschen Botschafters von Dircksen mit dem Hitler versucht das alte Spiel, das auch Kongehende Beratungen erforderlich und werden deshalb Voncet und den Botschafter der Vereinigten britischen Ministerpräsidenten in Berlin an amt- rad Henlein lange getrieben hat, nämlich die Englängere Zeit brauchen. Es wird ihnen deshalb der Staaten Bullit. länder zu gewinnen. Der Versuch des direkten überiviegende Teil der kommenden Woche gewidmet lichen und nicht- amtlichen Stellen außerordents liches Interesse erregt haben. Dieses Interesse abgesandten Hitlers, den Königsbesuch in Paris Sowohl in den focben abgeschloffenen Be- London. Die Aussprache Chamberlains fönne in manchen Fällen sogar als eine nervös au torpedieren, ist mißglückt, und in Paris wurde ungewöhnlich feierlich vom König von England ratungen, als auch bei den Beratungen, die vor- mit Herrn von Dircksen wird von der gesamten ablehnende e atti on charakterisiert werden. selbst die Verbundenheit der beiden Westmächte bereitet wurden, nahm und nimmt die Regierung Londoner Preffe mit lebhaftem Interesse lommen. Man verwerfe die Auslegung der westeuropäischen proklamiert. Der Trinkspruch des englischen Köständig auf den Inhalt des Memorandums ber Su- tiert.„ Daily Telegraph" schreibt in einem Bericht politischen Redakteure, daß die deutsche Regierung nigs war nicht nur ein Bekenntnis zum Frieden, detendeutschen Partei Bedacht. Gleichzeitig hat die feines diplomatischen Mitarbeiters, man glaube zu eine Viermächtekonferenz und einen tschechoslowa sondern auch zur Freiheit und Demokratie. Und Regierung daran gedacht und tut dies auch icht, daß wissen, daß Dircksen mit Chamberlain die Frage der tisch- deutschen Nichtangriffspalt im Sinne habe, der Königsbesuch war nicht nur eine Entfaltung in gleicher Weise, wie sie allen Parteien der ReRe- Schaffung einer Basis für eine Regelung der was mit Vermutungen über eine ins Auge gefaßte von Brunt, sondern auch eine Entfaltung von gierungsfoalition Gelegenheit gegeben hat, alle An- deutsch- tschechischen Kontroverse erörtert habe. Es Es Jeschränkung der Luftrüftung verknüpft wird. Von Macht der beiden Staaten; die militärische Parade träge und Entwürfe durchzuberaten, welche die Re- fei bekannt, daß Wiedemann Halifar genaue Ver- allen diesen Informationen werde in Berlin ge- war einer der Höhepunkte der Pariser Festtage. gelung der Nationalitätenfragen betreffen, diese ficherungen darüber gab, daß Sitler eine friedliche fagt, daß sie entweder Kombinationen oder bloße Bemerkenswert war auch die herzliche Begrüßung, Möglichkeit in uneingeschränktem Maße auch allen Lösung dieser Angelegenheit anstrebe. Das Blatt Gerüchte feien, deren Ziel es sei, die tschechoslo- die der König bei seiner Rückkehr durch das engOppofitionsgruppen gewährt werde. berweist auf die Meldung, wonach die von Dirdjen walische Frage zu verdunkeln. lische Bublifum erfuhr. In dieser Herzlichkeit fam werden. Keine Vierer- Konferenz! Leite 2 Sonntag, 24. Aull 1938 Nr. 172 Vicht allein die traditionelle Verehrung»um Aus« druck, die das Königshaus In England genießt, sondern die Zufriedenheit der öffentlichen Meinung Englands mit dein Ergebnis der Zusammen« lunft König Eduards mit dem Oberhaupt der französischen Republik. Die Festigung der Entente zwischen England und Frankreich kann auch nlchi ohne Einfluß auf die Machtverhältnisse in Mitteleuropa bleiben. Beide Mächte wissen, daß sie| mit der Tschechoslowakei sich selbst verteidigen und alles das, was ihren Völkern teuer ist: ihre Wohl« fahrt, ihr Glück, ihren Frieden, ihre Freiheit. Die nationalsozialistischen Staatsmänner und die FUH« rer der Sudetendeutschen Partei mögen das»Halt* nicht vergessen, das ihnen vor jetzt gerade zwei Monaten zugerufen wurde. ES gibt Millionen in Europa, die heute von derselben Entschlossenheit erfüllt sind wie damals. Irreführung Das'„Aussigcr Tagblalt* vom Freitag hat eine Londoner Meldung über einen angeblichen Artikel des AußenpolitikcrS de-»Daily Herald", 92. W. Ewer unter dem Titel»Eindrücke eines englischen Marxisten" veröffentlicht. In dieser Meldung wird behauptet, daß„das marxistische englische Blatt, das sich bisher durch besonderschroffe und unfreundliche Haltung gegenüber dem Deutschtum hervortat, nunmehr durch seinen Be« richterstatter sich von den wirtschaftlichen Maßnahmen,"die sich gegen das Sudetendeutschtum auS- ivirkcn, überzeugen lassen mußte." Auch habe Ewer behauptet, daß die Deutschen auch in Gegenden, in denen sic die große Mehrheit haben, sprachlich nicht glAchgestellt seien, daß in rein deutschen Städten fast jeder Beamte ein dorthin versetzter Tscheche sei usw. Diese»Londoner Meldung" ist eine grobe Irreführung der Leser. ES ist völlig unwahr, daß der»Daily Herald", das Blatt der englischen Labour-Party, jemals eine unfreundliche und schroffe Haltung gegenüber dem Deutschtum einnahm. Seit 1918 tritt der»Daily Herald" und sein Anßenpolitiker N. W. Ewer für eine gerechte Beurteilung begründeter deutscher Beschwerden und für eine Revision der Fehler des Versailler Vertrages ein. Besonder» der deutschen Minderheit hat sich das englische Sozialistenblatt immer angenommen, und gerade N. W. Ewer war eS, der im»Daily Herald" auf die Notwendigkeit, die Beschwerden der Sudetendeutschen zu prüfen, wiederholt hingcwicsen hat. Das genaue Gegen« teil der vom»Aussiger Tagblatt" behaupteten Tatsachen ist lvahr: daß 92. W. Ewer infolge der Gleichschaltung der sudetendeutschen bürgerlichen Parteien und des Henlein-TerrorS im sudetendeutschen Gebiet nachdenklicher geworden ist. Nach seinem Besuch in Prag anläßlich des Eokol-FesteS schrieb Ewer(in einem von uns kürzlich zitierten Artikel»Sokol und Sudeten"), daß sich an den Tschechen, die ein Volk von Granit sind,»jede» Möchtegern-Diktator die Zähne ausbrechen wird". »Die gegenwärtige Situation" schrieb Ewer mit Bezug auf das Verhältnis der Tschechen und Sudetendeutschen»ist auf die Dauer unmöglich. Dies» beiden swlzen Völker, die tausend Jahre in demselben Lande gelebt haben, müssen dazu kommen, als Freunde miteinander zu leben". Und am 21. Juli, also einen Tag vor der»Londoner Meldung" des»Aussiger TagblattS"» erschien im»Daily Herald" eine Betrachtung N. W. EwerS über den Stand der Verhandlungen über das Nattonalitä- ten-Statut in der Tschechoslowakei, in der Ewer von den Befürchtungen der SdP, daß man ihnen das Statut aufzwingen wolle, schreibt:»Ich glaube, daß diese Befürchtungen grundlos sind, Präsident Beneä und Dr. Hodja bemühen sich beide um ein freiwilliges Einvernehmen, wenn eine Einigung zu haben ist. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie versuchen werden, die sudetendeutschen Führer zu überrumpeln. Und ich weiß, daß sie beide zu möglichen Verbesserungen de» Gesetzes im Parlament bereit sind, wenn die Abgeordneten der SdP sich bemühen, eine konstruktive Rolle in der Diskussion zu übernehmen." Das sind also die wirklichen Eindrücke de»»englischen Marxisten", der seit jeher für eine gerechte Behandlung der Minderheiten eiugetreten ist, der aber gerade deshalb die Gefahr der SdP«Politik für den europäischen Frieden und die deutsche Minderheit selbst erkannt hat und weit davon entfernt ist, der Gerüchtemacherei der SdP kritiklos zum Opfer zu fallen. Spanische Kampffronten wieder erstarrt Die Kriegswoche vom 16. bis 23. Juli Barcelona.(Ag. Esp.) Primärer Kampfabschnitt der vergangenen Woche war und ist die Levantefront zwischen Villastar, südlich von Te- ruel 119 Kilometer weit bis zum Mittelmeer bei Rules. Seit 10. Juli ist der Feind auf dem Ost- skügel dieser Front bei Tale»—Artana—RuleS blockiert, seit 18. Juli auch auf dem Westflügel von Billastar bis zur Straße Terucl—Sagunto. Alle seine unter stärkstem Materialeinsatz und völliger Nichtachtung der blutigsten Verluste unternommenen Versuche, von beiden Flügeln auf Segovbia und Sagunto vorzudringen, sind gescheitert. Nicht minder gescheitert ist der Rrbcllcnplan, durch forcierte Operationen auf den Flügeln den »m Zentrum der ausgedehnten und unwegsamen Front stehenden republikanischen Divisionen«in vernichtendes Sanna zu bereiten. Diese von der deutschen Schule bevorzugte KampseSart. die schon oft genug in der Geschichte zu totalen Niederlagen geführt hat, setzte der republikanische Generalstab durch überlegene Strategie matt. Auf dem Ostflügel, von der vom Feind zerstörten und von den revublikanischcn Kräften vor 18 Tagen al» nutzlos aufgcgebenen Stadt Nulo» über Artane-TaleS bis SuareS, ist nicht genügend Raum vorhanden für ein Abfangen eines gegnerischen Stoßes in die Tiefe. Hier mußte starr verteidigt, oft genug durch Offensivschläge operiert werden. Die republikanischen Truppen, die auf ihrem äußersten Flügel durch das Meer gesichert sind, haben ihre Aufgabe mit vollem Erfolg gelöst. In diesem Abschnitt, in dem der Gegner die schwersten Verluste erlitten hat, behaupten und beherrschen die republikanischen Truppen unbestritten die Lage. Die Hügelkette de» Bal de Uxo, die Berge nördlich des EspadanmassivS, da» obere Secotal bildeten die drei nächstliegenden Ziele der feindlichen Offensive— nicht ein einziges Ist erreicht. Auf dem Westflügcl hatte der Feind vor allem seine Kräfte an und beiderseits der Straße Teruel—Sagunto gesammelt. Die wiederholt unternommenen frontalen Angriffe sind immer wieder im republikanischen Feuer zusammengebrochen, ebenso Versuche, unter Einsatz frischer italienischer Divisionen durch«in IlmgehungSmanö» ver vom Süden und Südwesicn her die Straße bei Biver zu forcieren. Zwar war es dem Gegner am 21. Juli gelungen, durch Neberraschung bi» in die Nähe von ToraS vorzustoßen, er wurde aber sofort durch Gegenangriff in seine Ausgangsstellung zurückgeworfen. Seit einer Woche marschiert der Feind im Abschnitt Teruel—Sagunto auf der Stelle. Nirgends ist e» ihm gelungen, die republikanischen Verteidigungslinien zu brechen. Im Zentralabschnitt, der nur durch seine Verbindung mit den Flügeln größere Bedeutung hat, führte da» republikanische Oberkommando eine Frontverkürzung durch, dit vor allem die Sicherung und Stärkung der Flügel zum Ziele hatte. Dies« schwierige Operation, die höchste Anforderungen an Führung und Truppen stellt, wurde reibungslos und ohne Störung durch den Feind beendet. Seine Versuche, durch massive Flugangriffe Ausbau und Vollendung des republikanischen Festungsgürtels um Valencia und Sagunto zu verhindern, gaben der republikanischen Flugwaffe Gelegenheit zu glänzenden Lustsiegen, ost genug gegen starke Uebermächt. Mehr als 29 seindliche Fluzeugc sind in diesem Abschnitt in den letzten Tagen abgeschosscn worden. Nugangrlff auf Valencia Bolencia.(HavaS.) Drei Fluzeuggeschwa» der der Aufständischen bombardierten Samstag vormittag verschiedene Stadtteile. Die Flugzeuge warfen insgesamt etwa 100 Bomben ab, die nur geringen Schaden anrichtcten. Keiner der im Hafen befindlichen Dampfer wurde getroffen. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt, doch wurden bisher keine Opfer an Menschenleben gemeldet. Kirche und Flugmord Die Anklage eines Katholiken Pari-.(Ag Esp.) Auf der Wcltkonferenz für den Schutz der spanisch-republikanischen Kinder sprach der berühmte katholische Schriftsteller Jost Bergamin. Er führte auS: „Der spanische Kulturkampf hedeutct, das spanische Boll zum Selbstmord aufzufordern. Aber daS spanische Volk hat keineswegs die Absicht, sich selbst umzubringen, was sein heroischer Kampf und Widerstand gut genug beweist. Al- gläubiger Katholik und als Spanier protestiere ich vor der Welt gegen die Massenmorde an Unschuldigen, gegen die Hekatomben von Kindern durch die fremden Flugzeuge in Spanien. Ich protestiere laut gegen die von Häuptern der katholischen Kirche oft versuchte«Rechtfertigung" dieser Kinderschlächterei mit dem„Argument", sie seien„Rote". Sind denn Kinder verantwortlich, kann man denn Kinder als ,Moie" bezeichnen, um Massenmorde zu entschuldigen? Welche Schande für uns Gläubige, daß unsere Zivil, bcvölkerung und ihre Kinder durch Bomben vernichtet werden, die die Kirche gesegnet hatk Man vergleiche damit, was die Spanische Republik zum Schutz der Jugend und zur Erziehung der Kinder tut, gerade auch jener, deren Eltern in- Rebellengebiet gegangen sind und ihre Kinder zurückgelassen haben i Heute wird um die Zukunst de- spanischen Gewissen» mit dem Mut der spanischen Kinder gespielt. Es muß alle» in» Werk gesetzt werden, um die spanischen Kinder zu schützen.* Der Präsident der Republik empfing am 23. Juli den Nationalbankgouverneur Dr. Karel Engli-, 27 I Zwischen| Mann und Kind Um sechs Uhr klingelte es wieder— diesmal wurde die Tür auf und zugeschlagen, gleich darauf erkannte sie Werners Schritt. Um sieben deckte sie den Tisch für fünf Personen. Dr. Geßler setzte sie neben sich. Lange überlegte sic, welcher von den Buben an ihrer anderen Seite, Geßler gegenüber, seinen Platz haben sollte. Sie entschloß sich für Franzl, er war der Zugänglichere. Sie holte da» Silberbesteck ihrer Mutter, faltete die Servietten, stellte eine Blumciivase neben dem Brotkorb. Dann setzte sie sich ans Fenster und sah auf die leere Gasse hinaus, es dämmerte, die Tage wurden kürzer. Sie stand lange am Fenster, ganz gegen ihre Gewohnheit, es war still im Zimmer, die Uhr tickte regelmäßig. Es schien ihr unmöglich, eine Arbeit in die Hand zu nehmen. Sie sagte sich:»In einer Stunde iverde ich wissen, ob er gekommen ist. Wenn sie doch vorbei wäre. Ich muß ruhig sein, ich werde doch arbeiten." Sie ging in» Zimmer, wühlte in ihrem Flickkorb, nahm die Stücke auseinander, legte sie wieder zusammen.»Daß man sich immer so wegen dieser Männer quält, und sie können meist gar nicht» dafür, wir verlangen- sie sollen so sein wie wir. Eine Frau hätte mich bestimmt angerufen, schon au» Neugier, schon um zu fragen, was ich Werner gesagt habe usw." Sie schob den Flickkorb weg:»Nein, ich will keine Männer mehr in meinem Leben haben, ich will nicht wieder warten müssen, ewig warten, darin besteht doch die Liebe für eine Frau. Ich will meine Ruhe haben»tnb meine Kinder, ich bin auch zu alt dazu." Draußen läutete es.»Wieder ein Bettler,* dachte Frau Martha gehässig.„Auch die Bettler quälen mich, täuschen mir etwas vor, ich weiß doch, ich weiß, daß er es nicht sein kann." Sie hörte die Haustür zuschlagen.„ES geht mich nichts an," sagte sie,„daS Mädchen von GillerS komm» wieder einmal, um sich etwas auszuborgen:„Frm> Hofrat läßt grüßen und bittet um ein Ei." DaS ist sie, ich erkenne ihren Schritt. «Bitte hier links," hörte sie Steffi sagen. Sie saß still vor ihrem Flickkorb, die Tischlampe warf einen kreisförmigen Fleck auf die weiße Wäsche, was war da- nun, fragte sie sich mühsam, ein Tischtuch oder ein Hemd?„Ich muß gehen," dachte sie und rührte sich nicht. Da klopfte eS an der Tür: „Gnä' Frau, der Herr ist da." Dr. Geßler sah etwas verlegen auf. als sie hereintrat, in der Hand hielt er einige Dahlien. Helle Freude schoß ihr in- Herz, so lange hatte ihr niemand Blumen geschenkt. »O wie schön sie sind!" bewunderte sie. Er schien erfreut:„2a, gefallen sie Ihnen? Denken Sie, sie heißen Andreas Hofer." Er lachte auf, als wäre es besonder» beglückend, daß diese Blumen Andreas Hofer hießen. „Ich geb' sie ins Wasser, gut? Entschuldigen Sie, Herr Doktor, bitte nehmen Sie einstweilen Platz." Sie nahm die schöne rote Base, lief in die Küche um Wasser. Durch die Tür bemerkte sie Franzl» neugierige- Näschen. »Franzl!" rief sie plötzlich übermütig, „willst du nicht ins Arbeitszimmer gehen und dem Herrn Doktor Gesellschaft leisten?"„Arbeitszimmer" nannte Gustav den Raum, wo das Klavier stand und er nicht gestört werden durfte.„Warte mal Franzl, komm einmal her!" Sie zerrte den Buben in» Zimmer, zog aus dem Schrank,«ine frische Matrosenbluse, fuhr ihm durchs Haar. „Zeig' mal, wie du ausschaust, bist du auch schön?" Sie küßte ihn. Er schlang den Arm um ihren Hal-: „Der Tintenfleck am Daumen will nicht weg, der Ekel!" Sie lachte: es war doch nur eine Ausrede, damit sie ihm die Hände wusch: «Na, komm her, wo ist der Bimsstein? Und Rvbert? Wo ist Robert?" „Ich wasch' mich schon," brummte eS au» dem Badezimmer. Frau Martha rief:»Steffi, bitte stellen Sie die Blumen ins Wasser," und wusch Franzl die Hände, führte ihn dann in den Salon, wo Dr. Geßler interessiert ein Photoalbum anschaute.„DaS ist mein Jüngster," stellte sie vor, stolz wie eine Königin. Dr. Geßler schüttelte Franzl die Hand wie einem Erwachsenen, Uopfte ihm auf die Schulter, legte ihm dann die Hand auf den Kopf. Es war, al» nähme er von dem ganzen Buben Besitz. „Na, so hab' ich mir dich vorgestellt,* sagte er,„du weißt gar nicht, wieviel mir deine Mutter von dir erzählt hat." „Ich bin im Sommer um drei Zentimeter gewachsen," meldete Franzl. „DaS ist brav von dir. Du wirst bald ein ganz großer Bub werden." „Ich bin fast so groß wie Robert, da» ist mein älterer Bruder," berichtete Franzl.„Aber in der Klaffe bin ich nicht der Größte." „Darauf kommt es doch auch nicht an," meinte Dr. Geßler. „O doch," nickte Franzl.„Ein Mann mutz groß sein. Wie hoch sind Sie?" „Ich weiß e» nicht genau. Ueber ein Meter siebzig, schätze ich." „Ich schätze Sie auch so. Aber wenn Sie einen Augenblick warten wollen, hole ich einen Zentimeter und werde Sie messen." Dr. Geßler lachte und schien von der Idee begeistert. Aber Frau Martha schüttelte den Kopf, „Franzl, du bist wirklich zu keck. Und außerdem werden wir gleich essen." Bekenntnis zu den gemeinsamen Idealen Die Scblaßkundgebungen des Königsbesuchs Pari».(Havas.)' Beim Abschuß de» Besuch«» de» britischen Königspaare- in Frankreich sandte ÄS, nig Georg VI. an den Präsidenten Lebrun«ine au» Calais datierte Depesche, in der eS heißt: „Wir werden nie den überaus herzlichen und warmen Empfang durch die französischen Männer und Frauen vergessen. Ich sehe darin einen neuer- Nchen Beweis teS Bande» herzlicher Freundschaft, die ich für gegenseitig halte, einer Freundschaft, die seit langem unser« beiden Länder verbindet, die gestützt ist auf gemeinsame Ideale, die ausschließlich aus die Anfrrchtrrhaltnng eine» gerechten und dauernde» Frieden» gerichtet sind." Präsident Lebrun antwortete u. a. folgende»: „Ich bin glücklich, der französischen Regierung und der französischen Siatton die Worte, die Euere Majestät am Ende dr- unvergeßlichen Besuche» geäußert baten, verdolmetschen zu können. Die fron- zösische Ratto» hat fat einmütiger Begeisterung ihre erhabenen Gäste empfangen und Ihr Besuch bleibt In deren Gedächtnis etngeprägt al» die höchste Weite jener Bindungen, die unser« leiben Staaten, die dieselben Prüfungen durchgemacht haben und Im Geiste de» Ideal» der Freiheit die gemeinsame» Bestrebungen für eine allgemeine gedeihliche Entwicklung und den Frieden sortsehen, verbinden." Verbotene Sympathien Eigenartiges Verhalten nun demokratischen Spanien „Lidovt Noviny* machen darauf aufmerksam, daß Freitag abend» in Prag die Gesellschaft der Freunde de» demokratischen Spanien einen Abend anläßlich de» zweiten Jahrestage» des Ausbruch» de» spanischen Bürgerkrieges veranstalten wollte, daß aber dieser Abend abgesagt werden mußte. Die» geschah aus dem Grunde, weil die Gesellschaft nicht die Bedingungen der Behörden anzunehmen berett war, die Redner des Abend» mögen sich in ihren Kundgebungen nicht gegen die ausländische Intervention in Spanien wenden und nicht allzu scharf gegen die Franco- Generale reden.„Diese ängstliche Rücksichtnahme", so schreibt das Blatt,„auf diejenigen, welche di« Vernichtung der spanischen Demokratte anstreben, ist in der Tat eigenarttg. Es ist tatsächlich unbegreiflich» daß man sich dagegen stellt, daß die tschechoslowakischen Demokraten wenigstens ihre Sympathien den kämpfenden spanischen Demokraten aussprechen, wenn sie ihyeN schon nicht anders helfen können al» mit dem Ausdruck aufrichtiger Teilnahme an den heldenmütigen Kämpfen, welche sie nicht nur zur eigenen Verteidigung, sondern auch zur Verteidigung aller anderen bedrohten Demokratien führen. In letzter Zeit macht sich überhaupt an einigen unserer Stellen eine bemerkenswerte Abneigung gegenüber dem republikanischen Spanien bemerkbar. Wir erachten e» all notwendig, auf diese Dinge aufmerksam zu machen, welche nicht im Einllang stehen weder mit der Ehre und Würde,"noch mit dem tatsächlichen Interesse der tschechoslowakischen Demokratie. Un» kann da» Schicksal der spanischen Demokratte nicht gleich« I gültig sein, weder au» prinzipiellen, noch au» beideutenden taktischen Gründen." „Ich will ihn nur messen,* sagte Franzl und lief hinaus. Dr. Geßler lachte noch immer, er hatte Helle Augen. Martha entschuldigte sich und ging in die Küche, um nachzusehen, ob Steffi den Aufschnitt schön aufgelegt hatte. Als sie zurückkam, blieb sie starr vor Verwunderung: Dr. Gehler hielt Franzl, der einen Zenttmeter an seine Schläfe drückte, auf dem Arm. Vor ihm kniete Robert und preßte das andere Ende des Zenttme- ter» an sein Knie.„Laß' los," sagte er zu Franzl. Dr. Geßler stellte den Jungen auf den Boden. „Ein Meter vierundsiebzig," meldete Robert. „Bitte zum Essen," strahlte Frm: Martha. Werner kam herein als die anderen schon bei Tisch saßen. Er verbeugte sich etwas mürrisch vor Dr. Geßler, daS schuldete er seinem Prestige. Ansonsten war sein Widerstand gegen„den Doktor" erlahmt. Weil di« Mutter so patent gewesen Ivar, den Bühler herzubringen und weil sich morgen sein Schicksal enffchied. Er satz still und geistesabwesend da.„Nur noch 14 Stunden rechnete er,„nur noch dreizehn und ein halb!" „Haben Sie die Blumen gebracht?" Franzl wie» auf die Dahlien auf dem Tisch. „Denk' dir, Franzl," sagte die Mutter,„sie heißen Andrea» Hofer." „Sind sie au- Tirol?" fragte Franzl.„Waren Sie schon in Tirol, Herr Dokwr? Ich war einmal in Innsbruck, als ich klein war, es ist schon lange her. Aber ich kenne das Gedicht: Zu Mantua in Banden der treue Hofer war." Wenn Sie es nicht kennen, werde ich eS Ihnen aufsagen." „Iß' jetzt, Franzl," msschte sich die Mutter ein. „Ich möchte die Speckschwarte haben, Mutter. Wissen Sie, Herr Doktor, ich kann auch dichten. Ich hab' der Mutter zum Geburtstag ein Gedicht gemacht und eine Zeichnung dazu. Zeichnen kann ich auch. Mutter, zeig' doch dem Herrn meine Zeichnungen, die ich dir geschenkt habe." (Fortsetzung folgt.) «r. 172 Sonntag, 21. Juli 1238 Seite 8 Nachmachen I Das kleine Wirt e rüg Pütt bei Elboaen Hai«Ine prächtige DTAP-Organisation, di« em« >nal als ein Beispiel für viele besonders, genannt sein möge. Ihr neuer Lokalvertrauensmann, Rudolf Schmidkunz, dessen Bild wir hier vrr- össentlichcn, hat jetzt innerhalb zweier Tage dreizehn neue Mitglieder für die Partei geworben. Gchmidkunz ist Flci- schergehilfe im Konsumverein Chodau. WinterSgrün ist eine Gemeinde mit rund 1000 Einwohnern und hat eine der besten Lokalorganisationen de« Bezirke«. Wir haben zur gelt dort 08 männliche und 41 weibliche Mitglieder, so daß man annchmcn känn, die Möglichkeiten zur Werbung seien beinahe erschöpft. In WinterSgrün sind die meisten Arbeiter im Bergbau und In der Kaolinschlemmcrei beschäftigt. In der Kaolinschlemmerei herrscht härtester Terror gegen unsere Genossen, so daß ein Erfolg bei einer Werbung noch höher gewertet werden mutz. KWWWWWW I I I Objektives Stimmungsbild aus Oesterreich „Die Mehrheit unzufrieden**—„Weltskandal**—„Anders vorgestern" Wir lesen, daß die völlige Gleichschaltung Oesterreich«, „nicht reibungllo» und ohne geivisse Härten, die vielfach Verbitterung Hervorrufen, vor sich geht." dass e» „mit der Zufriedenheit vorläufig nicht gerade glänzend autsiehtl Man spricht ganz offen, daß die Mehrheit der Oester reicher unzufrieden ist." daß ferner „vor allem die Katholiken unzufrieden sind... Untergeordnete Stellen tragen den Claubeneabsall in die Bewegung hinein, Sll- Mnner, Jugendführer- und-Führerinnen werden zum Abfall aufgefordert und mit Ausschluß bedroht, der Jugend vielfach keine Belegenheit zum SonntagrgotteSdirnft gegeben,— rühmliche Ausnahmen bestätigen die Regel,— kein öffentl. Beamter darf seine Kinder in eine katholische Schul« schicken, hohe kirchliche Feiertage, die selbst unter der Marxistenherrschaft gehalten werden konnten, wurden am Vortage mit einem Federstrich verboten und sogar die bereitgestellte Musik am Morgen de« Fronleichnamitage« abgezogen..,. Die Katholiken kamen den neuen Verhältnissen trotz W a r n u n» genmit dem denkbar gröhtenBertrauen entgegen.. Und weiter: „Unzufrieden sind die Bauern sowohl wegen verschiedener, für Oesterreich nicht sehr glücklicher Eingriffe, al» auch wegen de» plötzlich eingetretenen Mangel« an landwirtschaftlichen Arbeitskräften, die auf und davon gingen, um sich dem Arbeitsdienst anzuschließen oder Mädchen« Schnelllurse für braune Pflegerinnen zu besuchen und sich dem Dienste in den Spitälern zu widmen, au» denen die Barmherzigen Schwestern allmählich vertrieben werden. Unzufrieden find die ö f f e n t- lichen Ange st eilten einschließlich ehemaliger Illegaler. wie man mit den Beamten umgeht, da« ist wohl rin Weltstände!; keiner ist seine» Posten« und seiner Existenz sicher, auch wenn er in seinem Leben gar nicht» verbrochen hat. Geheime Angaben irgendeine» Partei- genofien sind maßgebend. Wie oft kommt el vor, daß ehemalige Illegale solche öffentliche Angestellte ohrfeigen und schlagen— selbst im Bureau und in der Schule! Dazu kommen noch die willkürlichen verhafwngen, die böse» Blut erregen. Unzufrieden ist die I n d u st r i e, die sich auf die Dauer trotz mancher Hilfe wohl kaum wird halten können. Unzufrieden sind auch teilweise die Arbeiter, für die wirklich viel geschieht. Wer in Oesterreich wohnt, merkt aber zu seinem Erstaunen, wie der unterirdische Kommunirmu» zunimmt und wi« die Internationale Wied« auf den Straßen gesungen wird. Unzufrieden sind die ehemaligen „Nationalen", die sich die deutsche Gesin- nungtfreihelt im nationalsozialistischen Staate ander» vorgestellt hatten, trotzdem sie wissen konnten, wie e» den Deutschnationalen im Dritten Reiche ergangen war. Und dieIuden? lautet stet» die Nachfrage! Da» ist Wohl ein eigene» Kapitel in Oesterreich! Dort haben die Juden viel am Volke, an seiner Kultur und Wirtschaft gesündigt— mehr al» anderdwo I Da» mag«» erklären, daß die Behandlung der Juden dort auch besonder» bru» talund ungerecht war und ist. Und die vielen Kommissare. Diese sind ein wahrer Krebrschaden der Bewegung. Ueberall findet man Kommissar«, die sich entweder selbst einsetzten oder von Organen der Bewegung eingesetzt wurden, die sich selbstherrlich benehmen und teilweise wir die Pascha« wirtschafte«, fremde« Hab und Gut für sich und ihre Familien verwenden. Und die vielen Gerüchte über Oesterreich? Wa» ist Wahre» daran von den O h r f e i g e n, die Bürckel von den eigenen Leuten bekommen Katholiken gegen die „Wölfe Im Schafskleid“ Zu den Beweisen katholischen Erwachen« im sudetendeutschen Gebiet gehört auch folgende«: In einer jüngstvergangenen Nacht wurde von Unbekannten in Rumburg in Briefkästen, Haustüren und Fenster die letzte Nummer de« „H a u s b l a t t e« für diekatholische Kirchengemeinde Rumburg" gelegt, di« zu diesem Zwecke mit einem sehr bemerkenswerten Leitartikel.^klare Sicht!" au»« gestattet war. Wir zitieren aus diesem Aufsatz— Redakteur der„HauSülätter" ist der Dechant von Rumburg. Friedrich Fischer— da« Folgende: „Bon Wölfen im Schafskleid sprach die Bergpredigt. Da» Schafskleid ist heute aber nicht zeitgemäß. Eher die Wolf»maSke. ES will scheinen, als zeige man viel möhr Gereiztheit, als man besitzt.... Plato» Ausspruch, die Weisen sollen Herrscher sein, Ist eine alte, aber durchaus noch nicht überholte Weisheit." Wen das Blatt in der„WolfSmaSke" sicht und nicht als Weisen betrachtet, dürfte kaum jemandem al« zweifelhaft erscheinen. Zumal eS später heißt:> Da« eine wird der Katholik nicht träumen dürfen, nämlich, daß Ihm der Kampf um seine christliche Weltanschauung erspart bleibt... Populär ist stet» nur der, in dem die große Masse ihre Eigenschaften in hervorragendem Brade der- körpert sieht. Darau» erklärt sich leicht, daß wahrhaft tugendhafte Menschen selten in weiten Kreisen eigentlich volkstümlich sind... aber schließlich werden diese Dummen doch obenauf kommen, weil da» Gute einmal doch überdaSSchlechte siegen muß. Und noch deutlicher wird der Sinn de« Artikel« aus folgendem Passus: „Und e» war ein sehr deutscher Mann (Friedrich Schiller), der mahnt«: Mach et wenigen recht, vielen gefallen ist schlimm! E» zeugt sicherlich nicht von gefestigter Wesensart, wenn man sich verpflichtet fühlt, immer mit den Wölfen zu heulen...An Propheten ist kein M a n g e l in unserer Zeit. Biele find gar zu laut. haben soll, von der heimlichen Anwesenheit Hitler« in Wien, der Ordnung gemacht haben soll, von der Meuterei der Illegalen in Wien, von der Behandlung Schuschnigg» usw.? Alle dies« Gerüchte haben wohl ihren Urgrund in dem plötzlichen Geschehen, da» über Oesterreich kam, aber auch in der hermetischen physischen und aeistigen Abschließung Oesterreich» und in der unglaublichen Gleich« s ch a l t u n g der Press,, für die nicht die gering st«Pressefreiheit besteht." Wir haben auSfUhrlich zitiert. Au« einem „Marxisten"»Blatt, au« einer„Emigranten"« Zeitung, au» einer„jüdischen Quelle"? Keine Spur! Wort für Wort ist da« der samrtägigen „Deutschen Presse" in Prag entnommen, dem ehemaligen Zentralorgan der Deutschen christlichsozialen P a r t e i, die sich gleichschaltete, gerade als und weil Oesterreich„befreit" wurde. Ein Vierteljahr hat genügt, um die Begeisterung der«Deutschen Presse" für Hitler-Oesterreich in Empörung und Entsetzen zu verwandeln! Werden di« sudetendeutschen. Katholiken endlich die richtige Erkenntnis aus dieser Lehre ziehen? Die Kraft derStimme soll den Wert der Gründe übertönen. Wir wollen al« Katholiken weder Eigenbrötler noch Sllaven der Tageömei- nung sein. Ein Rundfunkbericht ist un« eben ein Bericht, wie e» Zeiwn»g- oder Drahtberichte sind. Und Bericht und Wahrheit sind oft genug recht verschiedene Dinge." Auch sonst enthält die zitierte Nummer der katholischen Hausblätter manche mehr oder weniger offene Wendung gegen den„Antichrist". Die Abwehraktion der Christlichsozialen nimmt also jedenfalls bereits etwa« greifbarere Formen an! 9lleealitöt der SdPI Aus Tachau wird uns geschrieben: Wer annehmen wollte, daß die SdP bestrebt ist, wirklich einen annehmbaren innerpoli« tischen Ausgleich mit den Tschechen zu suchen, dem sei unter anderem mitgeteilt, daß eine Umstellung des Parteiapparates der SdP auf Illegalität zu verzeichnen ist. Am Donnerstag, den 21. Juli, wurden in Tachau allein eine Anzahl illegaler Versammlungen abgchalten. Diese Versammlungen fanden statt In einer herrschaftlichen Ziegelei an der Straße Tachau—UllierSreith, im Nonnenkkostör, in einer Scheune am Weinzierl, In der Werkstatt des Tischlers Stadtlcr, im Betriebe der Holzfirma Baier und eine in einem un« unbekannten Lokal. Wer sich Im Rahmen der bestehenden Gesetze bewegt, braucht nicht zur Illegalität zu schreiten. Welche dunklen Dinge werden also da vorbereitet? Die Regierung möge über diese neueste Wendung in der Politik der SdP nicht gleichgültig hinweggehen l FS sperrt eine StraBe abl Die SdP wird immer anmaßender. Am 20. Juli vormittags sperrte die FS im Auftrage der SdP die Bezirksstraße Tachau—Plan an den OrtSeingängen von Wittingrcith ab und lieh weder Fuhrwerke noch Fußgänger pasiieren. Wer sich den Anordnungen der SdP nicht fügen wollte, wurde mit Gewalt zurückgehaltcn. Anlaß zu dieser Maßnahme bot ein Begräbnis im neuheidnischen Kultur de« Dritten Reichkai Aufklärung fUr Hilgenreiner In Rom Flugbl&ter gegen die Rassenhetze Rom.(Havas.) In den römischen Pfarrsprengel» wurde ein Flugblatt verteilt, welche« offensichtlich auf die kürzliche offiziele Erklärung in der Rassenfrage Bezug nimmt. In dem Flugblatt heißt eS u. a.: „Die Kirche wünscht, daß die Gläubigen über»ine neue Art von Götzendienst informiert werden, welcher da« christliche Europa i« höchsten Grade mit Gloubensabsall und Barbarei bedrohe. Für den Christen hat der Mensch nicht deshalb Wert, weil er groß, schön und blond ist, sondern wegen des Adel« seiner Geel«. Die neue Glaubenslehre des Blute« kann nur Haß, Krieg und Verfolgung säen." l.ohnerhShung für mexikanische Olarbeiter Mexiko.(Havas.) Da« mexikanische Amt für Petroleum hat mitgeteilt, daß infolge der günstigen Lage der Petrolrumindustrie die Ar- beiterlöhiie erhöht werden können. Insgesamt wird diese Erhöhung 440.670 Peso« monatlich betragen. Dreizehn Juden ermordet Jerusalem.(Reuter.) In den letzten zwei Tagen wurden in Palästina insgesamt dreizehn Juden bei verschiedenen Anläßen ermordet. Mehrere Juden wurden verletzt. Ein britischer Soldat ist seinen Verletzungen erlegen. englische Küste gesichert London.(HavaS.) Die kombinierten Manöver an der englischen Küste der Nordsee sind Samstag nachmittag zu Ende gegangen. In dem amtlichen Kommuniquö der Admiralität wird der volle Erfolg der Manöver festgestcllt, die gezeigt hätten, daß die RüstungSmaßnahmen an dieser Küste genug wirksam sind, um jeden Angriff ab« Zuschlägen. bilder aus dem Riesensebirge 1938 Tas Riesengebirge'macht in diesem Jahre den gleichen Eindruck wie die übrigen sudetendeutschen FremdenverkehrSgeviele: leere Bauden, fast leine Fremden und die unsinnigsten Flüstergerüchte. Am 1. Juli fuhr ich über Johannitbad—Petzer in dar Riesengebirge. Urlaubsbeginn für viele und kein Gedränge auf der Fahrt von Starä Pala nach Trautenau? Al« ich vor Jahren an diesem Tage die gleiche Strecke fuhr, waren di« Züge und Autobusse überfüllt, zu einer Zeit al» die wirtschaftliche Lage bedeutend schlechter war und die Zahl der Arbeitslosen ein Mehrfaches von jetzt betrug. In Petzer überraschte uns ein Gewitter und wir mußten in einem Kaffeehaus Zuflucht nehmen. Zwei Gäste saßen darin. Auf meine Frage, wie e« mit dem Besuche in diesem Jahre ausschaue, bekam ich die Antwort, die ich noch öfter« hören sollte:„Fast keinBesuch, nur die N a t u r f r e u n d e« hük te ist gut besetzt". Die großen, schönen Bauden machen einen traurigen Eindruck. Große saubere Speisesäle, Hunderte von netten Zimmern— zur Mittagszeit sieht man hie und da einen Gast in den großen Räumen. Wo e« nur Halbweg« möglich war, versuchte ich mit Einheimischen in« Gespräch zu kommen. Jedesmal stellte ich die Frage, warum denn in dieiem Jahre der Besuch so schwach fei. Fast durchlveg» bekam ich folgende Antworten zu hören: di« Reichsdeutschen können nicht kommen, weil da« Grenzgebiet besetzt ist, die Gudetendeutschen sind verarmt und können«« sich nicht mehr leisten, in da« Gebirge zu fahren und die Tschechen getrauen sich nicht an die Grenze.— ES war mir nicht schwer, diese sicherlich. von einer zentralen Stelle erfundenen und verbreiteten Behauptungen durch Tatsachen zu entkräften. Bon einer einzigen Frau hörte ich auf meine Frage die Antwort, daß der schwach« Vesuch in diesem Jahre nicht verwunderlich sei, denn wie könne man verlangen,„daß Tschechen und Juden, die man beleidigt und bekämpft, zu un» auf Sommerurlaub kommen und das Geld herbringen?" Die deutschen Lehrer hatten in Trautenau eine Tagung,»ach der einige Trupps Lehrerinnen und Lehrer das Gebirge durchwanderten. Auf dem Wege zur Juchsbergbaude überholte ich eine solche Truppe. Sie marschierten in Reih und Gl-ed, auSgerichtet, vorn stramm die Jüngeren, hinten etwa» müde die Aeltcren, und sangen einige Male da» Lied mit dem Refrain: „Und lammt der Feind in« Land herein und sollt'- der Teufel swenn Nazi« unter sich sind, dann singen sie swtt Teufel: Tscheche) selber sein, e« ruhen unsere Stutzen nicht, bis daß dar Auge bricht." Einen älteren Lehrer, der nicht so recht mitkonnte und ettvaS nachhinkte, fragte ich, wie er al» Pädagoge dieses Lied singen könne. Er gab mir keine klare Antwort, stotterte verlegen. Al« ich ihn gar noch fragt«, wen er sich al» Feind, der ins Land kommt, »erstelle.und Westen Auge brechen werde, da machte er einen ganz kläglichen Eindruck. Ich ließ ihn laufen. Er schloß sich seiner Kolonne wieder an und erzählte vermutlich von seiner Begegnung. Die Kolonne machte einen Augenblick halt, dann formierten sich die Jüngeren und brüllten demonstrativ das Lied nach einmal. Armes deutscher Volk, deren Kinder solchen„Pädagogen" auSgeliefcrt werden sollen. BedauernSwer« te« Fremdenverkehrsgebiet! Beim Aufstieg auf die Schneckoppe vermengten wir un« mit einem Ausfluge 12 biS ISjätzr iger reichsdeutschen Kinder. Sie stammten au» Bre-lau und waren in einem Ferienheim im reichrdeutschen Teile de» Riesengebirge« untergebracht. Mein Wanderkolleg«, der den preußischen Dialekt gut beherrscht, mischte sich unter die Kinder. Un» fiel auf, daß die Kinder ununterbrochen schimpften. Sie hätten Durst und bekämen nicht» zu trinken. Um%7 Uhr früh hätte» sie eine elende Schle'm- suppc bekommen(ei war J02 Uhr!), seither nichts mehr. Sie schimpften schrecklich ans ihre Lehrer, die den Ausflug'führten und a» der Spitze marschierten Ein ungefähr 12jährige» Mädchen sagte wortwörtlich zu meinem Kollegen:„Dal ist ja der reinste K i n d e r m o r d". Kein Hörfehler, einige voll un- serere Gruppe haben die Worte deutlich gehört. Auf dem Rückwege von der Schneekoppe begegneten wir einem lluSsluge der.Kraft durch Freud e"-Organisation, die von ihren, mit großen Armbinden versehenen Führern auf die Schncekcppe geschleppt wurden. Thpische Proleten. Eine ältere Frau tonnte sich drücken und kehrte am Fuße der Koppe in einem böhmischen Aasthause ein. Mich interessierte ihr Berhalten. Anfang» war sie verschüchtert ängstlich sdo» ist überhaupt der typische Eindruck aller Reichsdeutschen, die sich erst kurze Zeit auf dem Boden unseres Staates aufhaltcn). Lispelnd bestellte sie Esten und Getränke. Gesprächig wurde sie erst, al» sie mit großem Wohlbehagen gegessen hatte. Ich mußte ihr mehrcccmal bestätigen, daß es solch weißes Brot und so gute» Elsen nicht nur an der Grenze gebe. Beim Weggehen fragte sich noch! einmal, ob dar gute Esten nicht doch nur an der Grenze so„arrangiert" werde. Sie ließ sich jedenfalls noch eine große Portion«inpacken. Hie und da trifft man doch einen Ausländer im Grenzgebiete. Wenn es sich nicht um einen beauftragten Funktionär von drüben handelt, kann man im mer da» gleiche hören:„Et sieht ja ganz anders au», al» unsere Zeitungen über die Tschechoslowakei schreiben." Ein Preuße erwiderte mir auf meine Fruge, ob er auch dafür sei, daß da» sudetendcutsche Gebiet angeschlosten werde, unter vier Augen: „Ehrlich gestanden, ich bin nicht dafür. Wohin soll ich dann gehen, wenn ich Ruhe, freie Luft und billig ein gute» Essen genieße» will." Ucber die Kcilbaude ging ich nach Spindler« mühle. Der Weg führt steil talwärts. Bor mir ging eine Familie mir große» Rucksäcke». Sie machten halt und holten das mitgebrachle Frühstück au» den Rucksäcken, die rund gepackt waren. Ein Rucksack entglitt den Händen eine» Kinde» und kollerte einen Abhang hinunter. Talaufroärt» fuhr ein kleines Mili- tärfuhrwerk mit zwei Soldaten. Ein Soldat iah den kollernden Rucksack, sprang flink wie ein Wiesel nach und holte ihn zurück. Er war ein Tscheche. Dem Manne mit einer SdP-Nadcl übergab er den Rucksack, und, soweit ich beobachten konnte, bekam der Soldat nicht einmal ein Wort de» Danke» dafür, EL hätte dem SdP-Manne ja nicht in» Konzept gepaßt, do» da lautet,„tschechisches Militär stört den Fremdenverkehr". Eine herrliche Einrichtung ist die Naturfreundehütte am Lenzenberge bei Petzer. Wer e» sich nur halblveg» leisten kann, dem sei ein Urlaub in dieser neuen, sauberen, gut bewirtete» Baude wärmstens empfohlen. In 1200 Meter Höbe, in landschaftlich schönsten Gebiete und im Kreise Gleichgesinnter kann er neue Kräfte für die Kämpfe des Alltage» schöpfen. Er kann aber auch mit dazu beitragen helfen, däß da« Riesengebirge bald wieder ein bessere« Bild zeigt. R. St. ©die 4 Sonntag, 24 Juli.1838 Nr. 172 Ein Ungliickstag der Luftwaffe Vier Flugzeuge an einem Tag abgestUrzt D-estteuigkelkn Konsequent Inkonsequent Folgerichtig sprunghaft und widersprnchsvoll — so ist der Faschismus; diese sonderbare Eigen- schaftüinischnng ist ihm eingeboren und erhöht seine Gefährlichkeit schon deswegen, weil es oft sehr schwer ist, einen Schluß zu wagen, ob in diesem oder jenem Falle und zu diesem oder jenem Zeitpunkt die sture Konsequenz faschistischen Denkens den Lauf der Ereignisse mitbestimmen werde oder aber seine Sprunghaftigkeit, seine Inkonsequenz, seine Neigung zu Widersprüchen. Es ist noch gar nicht so lange her, daß Mussolini erklärte, der Anschluß Oesterreich» würde den Sieg Italien» im Weltkrieg illusorisch machen; das hat den Duce aber nicht gehindert, den»Führer" in Oesterreich gewähren zu lassen. Und derselbe Duce hat einmal mit Emphase kundgetan, das; der Rassismus für Italien einen Wahnsinn darstelle; und eben jetzt hat sich auf Geheiß Mussolini» ebendieser Rassismus auch in Italien etabliert! Warum? Weil sich jetzt vom Brenner südwärts die Achse so biegt, wie Hitler cs will? Möglich. Aber sicher ist eben nur, daß cs kein Faschistenwort gibt, an da» man glauben darf. Da» werden auch noch Hitler und Mussolini selbst in gegenseitiger Erfahrung zu spüren bekommen l Derzeit soll jedenfalls Cavour, der Begründer des Königreiches Italien, von seinem Denkmal in Turin herab verwunderte Augen machen, denn diese» Denkmal steht im ehemaligen Ghetto von Turin, au» dem ein freies Italien die Juden her« «ulSführte. Und der erste BertrauenSinann Cavour hieß Artom und war ein Jude. Flugzeugabsturz In der Bukowina Zwölf Tote Warschau. Ein Verkehrsflugzeug der polnischen Luftfahrtgesrllschaft„Lot" ist Freitag auf der Strecke Warschau—Bukarest in der Nähe de» Dorfe» Stulpikany im Bezirk Kimpolung(Bukowina) abgestürzt. Sämtliche Insassen wurden getötet. Wie bekannt wird, befanden sich an Bord neun Fahrgäste und drei Mann Besatzung. Die Katastrophe wurde durch ein heftiges Gewitter verursacht. Unter den Opfern befinden sich u. a. der japanische Kapitän Waka, der japanische Militärattacht in Warschau Kapitän Koro, der rumänische Kapitän ÄoneScu, der Kommandant des Flugplatzes in Czernowitz, ferner Jng. Fcrnic, der Leiter der Fliegerschule in Czernowitz, die beiden rumänischen Aerzte Bodca und Nus» senbaum und schließlich vier höhere polnische Offiziere. Das Flugzeug wurde von einem der heften polnischen Piloten, Kotrba, gelenkt. Zur Untersuchung ist auf dec Unglücksstelle eine technische Kommission der polnischen LuftfahrtSministcriums mit Flugzeug eingetroffen. Vetterkatastrophe In der Slowakei Kascha». Freitag zwischen 2 und 3 Uhr ist über Bardejov und Umgebung ein Wolkenbruch niedergegangen. Binnen wenigen Minuten über- schlvcmmtcn die Wasiermasscu auS den Gebirgsbächen den ganzen unteren Stadtteil Bardejov, Ivo an einzelnen Stellen das Wasser bis zu einem Meter hoch in die niedriger gelegenen Wohnhäuser eiudraug. Auch die ganze Eisenbahnstation wurde überschwemmt. Ter auf den Feldern und in den Gärten angerichtcte Schaden ist sehr groß. Auf der Strecke Prc-ov—Bardejov wurde die Brücke in Kilometer 28,4 unterspült. Der Verkehr wurde unterbrochen, die AuSbesserungSarbei- ten werden längere Zeit in Anspruch nehmen. Auch ein Umstekgverkchr ist vorläufig noch nicht möglich. Zu den RcttungS- und Bergungsarbeiten wurde in Bardejov Militär eingesetzt, daS insbesondere auf dem Bahnhofe und Umgebung Prag. SamStag vormittag» stiessen bei Me- donice in der Slowakei drei Jagdflugzeuge zusammen. Die Flugzeuge flogen in einer dreigliedrigen Staffel und an» bisher ungeklärter Ursache, wahrscheinlich infolge eine» heftigen Windstöße», stieß ein Flugzeug mit dem führenden Flugzeuge zusammen. Flieger-Leutnant Frantiöek S p i L k a benützte seinen Fallschirm und konnte sich retten. Fliegrrleutnant Jan K r ä l und Fliegrrleutnant Front. F o l t n S benützten au» unbekannter Ursache ihre Fallschirme nicht und kamen in den Trümmern ihrer Maschinen um» Leben. Fliegerleutnant Jan Kräl stammte au» Schönbrunn, Bezirk Mähr.-Schönberg» Fliegerleutnant Frank. Folty» au» der Gemeinde Raduä, Bezirk Troppau. Beide waren 23 Jahre alt. Dir Ursache de» Unglücke» wird von einer Mlitärkommission untersucht.(TRO) schwierige Arbeiten leistete und insbesondere die durch angcschwemmte Holzmasicn blockierte Brücke über den Lukavici-Bach freilegte, so daß das Wasser abfließen konnte. Auch zwischen Bardejov und Raslavice Ist die Eisenbahnstrecke an einer Stelle in der Länge von etwa einem Kilometer unterspült und mußte für den Verkehr gesperrt werden. TvS Hochlvaffer hat in Bardejov nicht nur Baumaterial, sondern auch mehrere Schweine sowie Geflügel und Haustiere mitgcrissen. Die jetzige Hockwaffcr-Katastrophe übertrifft in ihrem Ausmaß beiweitem die letzte Elemcntarkatastro« phe, von der Bardejov im Jahre 1035 betroffen wurde. Autounglück in Südböhme». Freitag nachts stieß auf der Staatsstraße bei Plana an der Lufchnitz das Personenauto de» KausmanneS Polak au» Sudomikice in rascher Fahrt gegen einen Schutzpfeiler der Eisenbahnubcrführung. DaS Auto wurde vollkommen zertrümmert und alle vier Insassen wurden verletzt. Zwei junge Frauen aus Prag, deren Namen bisher nicht festgestellt werden konnte, wurden in ohnmächtigem Zustand geborgen, ihr Zustand ist hoffnungslos. Posiik erlitt eisten Beinbruch und zahlreiche Verletzungen. Der vierte Insasse, der Handelsvertreter Hofmann auS Täbor, wurde am Kopfe schwer verletzt. Alle vier Insassen wurden in Täborer Krankenhaus eingeliefert. An der IlnfallSstellc hat sich eine Gerichtskommission und eine Gendarmeriestreife eingefunden. Todesurteil gegen Gendarmen-Mördrr. In Wel» wurde SamStag nach mehrtägiger Verhandlung da» Urteil im Prozeß mit den Mördern de» Gendarmen Josef Winkler aus Groß-Kuf- hau» gesprochen. Der Hauptangeklagte Raimund Hobel wurde zum Tode verurteilt. Die Mittäter, der eigene Sohn de» Ermordeten, Josef Winkler und dessen Frau Therese, wurden zu 20 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Ueber 50.000 unerledigte Einreisegesuche. Beim Prager LandcSamt liegen derzeit 54.000 Gesuche um die Einreisebewilligung au» Oesterreich. An die Erledigung der Gesuche ist vorderhand nicht zu denken.(DND) Spenden für die StaatSverteidigung. Der Zuwachs der Spenden an den Jubiläumsfonds für die Nationalverteidigung wird in dem SamStag auSgcgcbenen SpendenauSwciS mit 0,885.657 KL angegeben, wodurch der Betrag der bereits eingczahlten Spenden auf 387,808.378 KL gestiegen ist. Die Zahl der Spender hat um 2144 Personen zugenommen und beträgt jetzt 118.811. „Denkt an Abessinien!" Mehrere Kadetten der zur Zeit im Dubliner Hasen zu Besuch weilenden italienischen Schulschiffe wurden in der Nacht auf Freitag in den Straßen der Stadt von Prag. SamStag um 8.45 Uhr kam e» bei B o r«k zur Havarie eine» Militärflugzeuge». Bei einer Linkskurve rutscht, da» Flugzeug über den Flügel ab und stürzte zu Boden. Beim Aufschlagen ans den Boden geriet da» Flugzeug in Brand und verbrannte. In den Trümmern de» Flugzeuge», kam Flieger.Oberleutnant Milo» R v», der da» Flugzeug gesteuert hatte, um» Lehen. Flieger- Oberleutnant Miloi Rh» war der Bruder dr» ZugSführer-Piloten Blasttmil Ry», der am 23. v. M. bei dem Flugzeugzusamnienstoß in Prag, Ra Hkebrnkäch, um» Leben kam. Rationalverteidigungsminister Fr. Machnik hat den Eltern der beiden Flieger eine eigenhändige Zuschrift ge- sandt, in welcher er ihnen da» tiefe Mitgefühl für seine eigene Person sowie im Ranie» der Armer zum AuSdrucke bringt.(TRO) Gruppen funger Leute angesallcn, welche sie mit dem Rufe verfolgten:„Denkt an Abessinien!" Die Polizei mußte zum Schuhe der italienischen Kadetten einschreiten und sie an Bord ihrer Schiffe bringen. Ei» Versuch, den Kanal zu durchschwimmen, wurde Freitag von dem 24 Jahre alten Engländer Fcarnleh Wheatcroft unternommen. Wheat« croft, der Freitag früh um 0 Uhr 80 Minuten vom Kai Griz.Nez(Frankreich) gestartet war, mußte nach acht Stunden dreizehn Meilen vor der englischen Küste, seinen Versuch wegen starken Winde» und schweren Seegänge» aufgeben. Di« russischen Eisbrecher im Polarmeer. Im zentralen Polarbaffin, wo die Eisbrecher„Sadko", „Sedow" und„Malygin" driften, ist e» bedeutend wärmer geworden. Jin Ei» sind große Sprünge. Auf der Oberfläche bemerkten die Matrosen der driftenden Schiffe wiederholt Seehunde, Nar- vale, auch Enten und Möven. Auf den Schiffen wird die gesellschaftliche Arbeit und der politische Unterricht fortgesetzt. Schachturniere werden durch' geführt. Regelmäßig werden die Radioübertragungen vom Festland über die internationalen Ereignisse und da» Leben de» Sowjetlandc» angehört. Die in voller Ordnung gehaltenen Sch'ffe driften weiter in gebrochener Linie. Anfang Juli drifteten die Schiffe nach Süden, später in nordwestlicher Richtung. Am 10. Juli war„Malygin" 81 Grad 14 Minuten nördlicher Breite und 137 Grad 8 Minuten östlicher Länge. Verfilmte russisch« Gefchichtr. Der sowjetrussische Film ist bekanntlich schon seit langer Zeit in einem Sinne historisch geworden, in dem auch europäische und amerikanische Filme sich mit historischen Stoffen beschäftigen. Die Zeiten, in denen hiswrische Stoffe ausschließlich die Geschichte der Revolution bedeuteten— der Höhepunkt war der„Potcmkin"«Film— sind lange dahin. Der sotojetrussische Film beschäftigt sich mit der russischen Geschichte und greift auf Ereignisse zurück, die das Zarenreich begründet oder großgemacht haben. So wird jetzt ein ztveiter Film über da» Leben Peter» de» Großen gedreht, in dessen Mittelpunkt die historisch getreue Rekonstruktion der entscheidenden Schlacht bei Poltawa steht, wo die Russen im Jahre 1700 die Schlveden besiegten. Außerdem ist ein Film begonnen worden, der da» Leben de» Aationalhelden de» frühen russischen Mittelalter», Alexander Newski, behandelt; auch hier wird eine entscheidende Schlacht rekonstruiert, und zwar die Winterschlacht auf dem vereisten Peipu»-Sce im 13. Jahrhundert. Ein staatlicher Kur» für Rhythmik. wird vom 12.bir 28. August d. I. in Nhmburk veranstaltel. zu dein sich Lehrer. Proessoren und Pereinsinstruk- teure. die auf diesem Gebiete arbeiten, amnelden können. Der Staat gewährt den Zuaelassenen umsonst Unterricht, Nachtlager und einen Beitrag zu den Fahrtspesen bi» zu 80 Prozent. Anmeldungen, bc- Das heutige Programm der deutschen Sendung Sonntag r Prag-Melnik: 8.50—10.00 Gottesdienst aut der Anna-Kirche in Pilsen. 10.00 Fahrt nach Orplid, litcr.-mus. Hörfolge. 11.00 Symphoniekonzert. (Schallplatten.) 12.05 Presse. 12.45 Konzert.(Besang: Lila Alexander und Josip BatistiL, Violine: R. Köckert, Klavier und Cembalo: Dr. Ernst Latzko.) 14.00 Bauernpredigt. 14.15—14.80 Arbeiters«, düng: Franz Munk: Angestelltentreffen in Pilsen. 18.00—18.20 Orgelmusik.(Robert Prokesch-Rcichen- berg.) 18.20—18.50 Schallplatten. 18.50 Bratschenmusik(Ant. Krafft). 10.15 Nachrichten. 10.80Kammermusik. 20.00 Sportbericht. 20.15 Die alte Operette, Hörfolge.(Leitung: R. M. Mandö, Mitwir, kende: O. Dcwald, Aerti Kuthan und Rud. Bandler.) 21.15 Symphoniekonzcrt(Dir. Br. Pleier). 22.15 Nachrichten. 22.80 Tanzmusik au» dem HotelKö- nigSvilla, FranzenSbad. 28.00—28.80 Schallvlatten. Brünn: 17.85 Dr. Lilli Fried-Polatschek: Tie Prokop-Basilika in Trebitfch,„Maria heiratet". Hörspiel 18.50 Deutsche Nachrichten. 10.45 Hörfolge Über historische Bäume. Montag. Prag-Melnik: 10.15—11.00 Schallvlatten. 12.15 Prof. Ziak: Vortrag über Gesuche in Steuerangelegenheiten. 18.00 Unterhaltungsmusik(Schallplatten). 18.45 Vortrag Dir. Möhler: Die Geschichte de» Kreuzberge» bei Staab. 10.00 Heitere Bolks- lieder(Gesang: Gerda Redlich, Klavier: Gerta Rese). 10.80 Schallplatten. 10.45„Ein zärtlich Lied sing ich dir"(Gesang: Bilma Kürer und Rolf Hartmann, Klavier: R. I. Schubert). 21.00 Orchesterkonzert(Dir. H. G. Schick). 22.00 Au» schönen Büchern.(Au» Traven»„Der Karren".) 22.80 Schall, platten. 22.40—28.00 Vortrag über Prager Sehent- würdigkeiten. Brünn: 18.00 Josef Perlet: Wald in Gefahr, F Jurditkch: Heimische Dichter. 18.85 Arbeiterfunk. Vortrag über aktuelle Forderungen der Privatangestellten. Mähr.Ostraur 18.10 Arbeiterscndung und Opernmelodien. stätigt von der Organisation oder der Schulbehörde, sind bi» zum 4. August 1088 an die Adresse: Dr. Eduard Riedl, Prag-Strahov, Masarhk-Stadion. einzusenden. Eröffnung de» Sonntag»dienfte» auf der Luftstrecke Prag—Zürich. Am Sonntag, den 24. Juli, eröffnet die Tschechosiowakische Luftverkehr»-Ges (CLS) den Sonntaglbetricb auf dem Abschnitt: Prag—Zürich und zurück ihrer Strecke Prag- Zürich—Genf—Marseille, die im übrigen täglich außer Sonntag» beflogen wird. Der Abflug von Prag erfolgt um 10.45 Uhr, an Zürich um 18 Uhr, zurück: ab Zürich um 14 Uhr, an Prag um 18 Uhr 15 Min. Staatübaulolterir. Die amtlichen Ziehungslisten über die am 1. und 2. August stattfindende Ziehung der Staattlose zur Unterstützung der BautätigHit werden von der Direktion der Staatsschuld in Prag IH.. Malosiranskö mim. 2. auSgegebcn und können gegen Einsendung von 1 KL per Stück und 20 Heller des Portobetrages(Drucksacke) durch die Post bezogen werden. Dortselbst sind zu demselben Preise auch die Ziehungslisten der vorigen Ziehungen sowie auch die neue Restantenlisle Nr. 14(für die Jahre 1022—1087) zum Preise von 8 KL und 50 Heller de» Portobetragcs(Drucksache) zu bekommen. Die Bestellungen können bereit- jetzt erfolgen. Da» Wetter. Unter dem Einfluß einer seichten Störung über der Odermünduna traten SamStag nachmittags in der Rordilowatei und in Karpaida- rußland stellenweise noch Gewitter oder Schauer aus. In den böhmischen Ländern hat sich-er Himmel teilweise ausgeheitert und die Temperaturen stiegen«n den Niederungen überall über 20 Grad an. Tie Luftdruckverteilung Mer dem Festland« ist jedoch noch nicht stabilisiert und infolge dessen blecht die weitere Weiterentwicklung bei un» noch verdälrnis- mäßig unsicher.— Wahrscheinlicher Wetter Sonntag: Wechselnde, in den Tage-stmchen stellenweil, zunehmende Bewöllung. vereinzelte Gewitter oder Schauer nicht ausgeschlossen, NachnlittagStemperatu- ren um 20" bis 25 Grad, ruhig oder leichter Nordwind.— Wetteraussichten für M o n t a g: Keine durchgreifende Aenderung de» WitterungScharaktcr« Grenzlandskizze I Von Ferdinand Enzlln Die Leute oben auf dem Kamm des Gebirges, sind den: Kern des Lebens am. nächsten und das kommt nicht zuletzt vom Wind, der fast ohne Unterbrechung über da» Land fährt, der Wind, der Sonne bringen kann oder Wolken, je nachdem. ES heißt auf der Hut sein, soll der Erde was abgcrungen werden, e» heißt hinauszulau- sche» und mit wachsamem Ohr auf die Natur zu hören— bewußt oder unbewußt ist gleichgültig — allein ihr Tun bringt die Menschen vor andere Ergebniste, läßt ihre Gedanken anders gehen. Der Wind ist es. nichts weiter. Und auch viel Unerklärbares bringt er mit sich, viel« Fragen wirbelt, er ank in unS, Fragen nach der Mühsal unseres Daseins und gar mancher ist darüber zum. Zweifler geworden.' Heute pfeift er aus Nord, von drüben, von Deutschland herüber. Er sauft direkt auf mein Fenster zu, gqnz deutlich kann ich ihn durch die Rit- z.-n spüren, jetzt, da ich an meinem Tisch sitze und hinaüöhorche. Ja, e» ist der Nord, den ich so gut kenne. Aber gehe ich die Straße hinunter, an all unfern schiefen und. steis feuchten Hütten vorbei, am Kaufmann, am Schneider, an der rotangestri- ckenen Post, dann koyimt bald der Bäcker-Emil. Immer noch pfeift der Nord,. Aber jetzt mit einpeitscht der Sturm nicht mehr mein Gesicht,' ich kann aufrecht gehen, muß nicht, keuchen, gar nicht. Ich mußwur fehen, daß ich nicht vornüber stürz? — urplötzlich packt mich der Sturm von rückwärts. Das ist immer so an dieser Stelle der Straße. Sie macht keine Wendung, keine Senkung oder Steigung, es ist einfach ein Wunder, daß an dieser Stelle stets der Wind von der entgegengesetzten Seite konunt. Da» dauert aber nur drei bis vier Schritte und dann fährt der alte, wilde Nord wieder auf mich zu. Wir haben uns hier oben alle Mühe gegeben mit unserer Aufgabe, wir haben in der Erde gewühlt, haben gehackt, geackert, gesät, geeggt und boffen, daß der Hafer gedeiht und im Preis steigt bis zum Herbst. Ja, was ist das mit der Kartoffel für eine Schinderei! Wer achtet schon groß darauf. Da wird aufgepflügt, gehackt, Furchen gezogen und die Saatkartosfeln Stück um Stück (von einigen Zentnern jede einzelne in die Handl) in di« Erde gelegt. Dann kann noch vielerlei passieren. Nur von dem einen— es kann frieren im Herbst. Dann stehen wir im eisigen Nebel, einge- Kiillt in vielerlei Kleidern und' hacken gefrorene Erde auf. Wir holen fünfmal soviel heraus au» der guten Mutter Erde, fünfmal soviel, al» wir hineingaben. Für einen Zentner fünf! Sie hängen an der Wurzel, geschwisterlich vereint, gleichwie an einem Nabelstrang. Wir frieren, schinden uns, bi» in die Haarwurzeln kalt und holen sie aus der Erde nach mancherlei Mühen. Ja, aber es ist noch weit hi» dahin, ein Sommer liegt jetzt noch dazwischen. Was kann alles kommen! Zuviel Regen, zyviel Sonne, zuviel Frost, Wßernt«.oder Krieg ,.'. Denn da waren nicht wenig Zeichen seit Wochen und. Wochen.‘ Es wird viel geredet von Krieg bei uns oben. Wer weiß, was sie in den Weltstädten erhandeln, wo die Herren schon mit ihren Taten find, wenn wir erst zu denken beginnen. Vielleicht wird jetzt, da ich hier sitze und schreibe, schon geschossen, vielleicht fahren sie schon Kanonen an. Mehr als einmal sehe ich mit Beunruhigung drüben, jenseits der Grenze der Republik, eine Fahne aufziehen. Da zögere ich einen Augenblick in meinem Herzen. Kommt dann einer vorbei an meinem Haus und sei es der Gauber-Karl, der weit und breit als ein Hoffer der Freiheit geehrt ist und mit dem ich mich sonst nicht ins Diskutieren einlasse» so frage ich selbst ihn: Du, Karl, gibt» Krieg?— Warum? Du fürchst dich wohl? Er bleibt stehen. Er ist nicht groß, durchaus kein Gewaltiger von Körperlichkeit, aber was Fixe» in feinem Oberkörper, eine geiviffe Wendigkeit im Gehaben und ein Blitz jeder Blick. Ortsleiter nennen sie ihn. Er trägt ein Steirerhiitchen mit einer flotten Feder, Röhrenstiefel und weit auSgebogte Reithosen. Er ist so eigentlich ein. Feschak, wie man zu sagen pflegt. Ja, aber auf politischem Gebiet hat er was weg! Ein Redner ist er, da kommt unsereiner nicht mit. Denn er hat so sein Gesetz und darin ist viel die Rede von Juden, Emigranten und Demokraten und wir brauchen keine Freiheit, sagt er. Bei Gott, daS sagt er, ich kann cs beschwören. Ich meine, daß man da njchts erwidern kann. Mer man sollte nicht glauben; daß eine solche Ansicht so um sich greifen kann. Bon unfern sechshundert Einwohnern sind mehr als zwei Drittel, di« ihre Frei« heit fördern, Gegner der Freiheit; die«in mensch liches Recht fordern, Gegner der Menschlichkeit, wenn ihr sie so hört in einer fremden Zunge reden... Aber daS sind sie nicht, daS sind nickt sie, die auf den Feldern stehen, die in die Gruben einfahren, das Meterholz um Heller für den Grasen oder Fürsten, dem der unendliche Busch gehört, auf ihren Schultern vom Platze rücken, dorthin, Ivo eS sich der Oberförster auSgedacht hat. Dasind sie nicht, die sich ängstlich oder gläubig versammelt haben und hingedrillt werden auf etwas, was sie»unser Recht" nennen und da» jeder einzelne zu fordern daS Recht hat mit allen Mitteln. mit Unterdrückung der Meinung anderer, mit Ausinärschen, mit ausgeschrieben werden auf einer Liste, wenn man nicht in die Versammlung kommt. Ein Roter, saaen sie, ein toter Mann, wenn... WaS, wenn? Sie blinzeln schlau und wackeln mit den Köpfen, die Kämpfer für Unfreiheit, die Wilden, Rasenden— unendlich Gutmütigen, die sich mit jedem Juden verbrüdern würden, mit jedem Demokraten liebäugeln, denen jeder Emigrant recht ist, wenn sie auf den Feldern stehen, wenn sie den Samen streuen im sinkenden Abend, mit ruhigen, ein wenig feierlichen Schritten am Horizont hingehen und mit weiten Bewegungen, als erfüllten sie eine heilige Handlung, aussäen im Namen de» Herrn... An der Buche steht der Gaul vor dem Pflug und hebt den Kopf. Er wiehert nicht, er hebt nur den Kopf unbläht di« Nüstern ein wenig und schnuppert friedlich in den gewaltigen Abend, der auf das Grenz« dorf niedersinkt. Nr. 172 Sonntag, 24. Juli 1038 Sette tf Dichterrevolte gegen Goebbels Der„Neue Vorwärts" bringt- unter Vorbehalt folgenden bemerkenswerten Bericht wieder, den jüngst ein skandinavischer Journalist ins Ausland mitbrachte, versichernd, daß einer seiner Berliner Freunde da» betreffende Ereignis persönlich miterlebt habe. In Berlin selbst verbreitete sich die Geschichte wie ein Lauffeuer. Sie bildet dort— vor allem in Intellektuellen«Kreisen — das Thema erregter Flüstergespräche: Goebbels hatte kürzlich wieder einmal deutsche Autoren zu einem„Kameradschaftsabend des Schrifttums" ins Propagandaministerium eingeladen. Die Stimmung dieser Abende pflegt meist reichlich unter dem Gefrierpunkt zu liegen, schon weil der Kreis der Gäste recht uneinheitlich zusammcngefügt ist. Neben ausgesprochenen Btubodichtern, die ihren„Ruhm" nur der braunen Meinungsmache zu danken haben, sitzen Leute, die sich lediglich verhaßtem Zwang beugen, wenn sie die Goebbelei mitmachen. Jedes Wörtchen. daß geäußert wird, wird vorher ängstlich und mißtrauisch auf die Goldwaage gelegt... Man saß also wieder an solch einem ,,Ka« mcradschaftSabcnd" beisammen. Etwa hundert Menschen waren zugegen und Goebbels präsidierte höchstpersönlich. Er hielt eine liebenswürdige Ansprache, in der er die Gäste begrüßte, in üblicher Weis« betonend, wie gut und herrlich es den„wirklich deutschen" Schriftstellern im Dritten Reich gehe, während die Republik ihnen nur Schmach und Not bereitet habe. Denn in der „Systemzeit" vermochten ja bekanntlich nur jüdisch-bolschewistische Asphaltliteraten Geltung zu gewinnen..» Der Applaus, der dem Goebbels für seine Darlegungen zuteil ward, war auffällig schwach. Die gleiche Rede hatte er am gleichen Platz schon x-mal gehalten und jedesmal hatte dann hinterher einer der Gäste das Wort genommen, um in devoter Weise dem hohen Hausherrn zu danken für all das, was er den deutschen Dichtern Gutes getan. Aber diesmal meldete sich niemand. Lange», betretenes Schweigen folgte. Schließlich stand Hans Kyser auf und begann zu reden. Was er, von plötzlichem Bckennerdrang gepackt, da unerwartet herauösagte, ließ die Anwesenden vor Schrick erstarren. E» habe ihn sehr gefreut— sagte Kyser— zu hören, daß es den deutschen Schriftstellern heute so gut gehe. Er zweifle auch gar nicht daran, da» dem wirklich so sei. Er selbst freilich müsse von seinen persönlichen Erfahrungen ausgehen und die seien äußerst trübe. Unter, der Zeit der Sy« stemherrschaft habe er, obwohl er doch kein Jude und kein Kulturbolschewist sei, sich nicht beklagen können. Sein Schassen habe Anerkennung gefunden, sowohl in geistiger wie in marieller Hinsicht. Die Honorare wären, güt.. Heute dagegen, habe er. schwer um» bloße tägliche Brot zu kämpfen, keine Anregung und Förderung werde ihm zuteil, ja er muffe sagen, daß er regelrecht Not leide.«■ Die Zuhörer saßen wie versteinert vor Schreck. Josef Goebbels starrte verzerrten Gesichts vor sich hin, vor Wut zitternd. Als Kyser geendet hatte, stand bereits ein Uniformierter vom Stabe des Hausherrn neben ihm und forderte ihn durch eine Geste auf, mit» zulommcn. Kyser wurde abgeführt. Die Zurückbleibenden saßen in eisiger Erstarrung. Kein Gespräch kam in Gang, eBwohl einige Patentnazis sich schließlich lärmend bemühten, so zu tun, als sei nichts vorgefallen«.. Krampfhaft wurde der„Kameradschaftsabend" wcitergefiihrt. Endlos schlich die Zeit dahin... Da begann an den Tischen ein Blatt Papier die Runde zu machen. Unterschriften wurden ge« sammclt. Und plötzlich stand Ernst Jünger auf, jenes Papier in Händen haltend, und begann vorzulesen. Jünger, der als Autor nationalistischer KriegSbücher früher von den Nazis hoch geschäht wurde, gilt längst seiner„Stahlhelm"-Gesinnung wegen als oppositionsverdächtig. Das Schriftstück, das er verlas, lautete ungefähr so: '„Die Unterzeichneten bitten um die Freilassung ihres Freundes Hans Kyser. Sie werden den Raum nicht eher verlassen, als bis Hans Kyser zu ihnen zurückgekehrt ist." lieber vierzig der Anwesenden hatten den Mut gehabt, dieses Schriftstück zu unterzeichnen. Einige Beamte vom Propagandaministerium eilten hinaus, um ihren Herrn und Meister, der sich bereits zurückgezogen hatte, vom Borgefalle« ncn zu unterrichten. Stunden vergingen. Keiner der Unterzeichner machte Miene aufzubrechen. Auch von denen, die nicht unterschrieben hatten» blieb ein Teil anwesend. ES wurde kaum noch gesprochen. Man wartete, wartete; Schließlich ging die Tür auf und Hans Kyser kam zurück. Er war von der Gestapo, bei der er bereits gelandet war, plötzlich auf Goebbels' telephonische Order hin freigelassen worden. Geschichtliche Funde in Georgien. Bei den Ausgrabungen der alten Grabstätten im Polster Rayon von Georgien wurden 1228 antike Gegenstände gefunden, darunter künstlerisch bemaltes Tongeschirr aus dem elften Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, eine prachtvoll, erhaltene Trinkschale aus reinem Gold, ein goldener Halsschmuck von hochkünstlerischer Ausführung, eine goldene Hirschfigur und ein silberner Becher. Diese archäologischen Funde geben zu der Vermutung Anlaß, daß auf dem heutigen Terri- tcrium des Palsker Rayons sich einst, der Mittelpunkt einer hochentwickelten' Kultur befand,, von deren Existenz bisher noch»WS belangt Vax- IWfcAwwhdUft und» Wirtschaftliche Fölsen der SdP-Hetze Weitere Betriebsverlegung— Verkaufegerüchte um Weinmann Wie die„Wirtschaft" berichtet, verlegt die WarnSdorfer Baumwoll« und Leinenweberei F. und R. Löwy ihre» Sih von Warnsdorf nach Plumenau bei Protznih, wo mit der Errichtung eines modern eingerichteten Fabrikgebäudes bereits begonnen wurde. Diese Betriebsverlegung erfolgt aus ähnlichen Gründen wie die bisherigen und zeigt die ganze Gefahr auf, welche durch die SdP-Hehe hervorgevufen wird. Noch alarmierender find Gerüchte, die im Anschluß an die Transaktion Zivnobank-Petschet verbreitet werden und denen zufolge verlautet, daß auch die Familie Weinmann in Aussig bereit sei, ihre maßgebliche Beteiligung am Westböhmi- schen Bergbau-Aktienverein in Aussig und an der Dux-Bodenbacher Eisenbahn abzustoßen. Auch die Weinmannwerke sollen von einem Konsortium übernommen werden, dem u. a.«ine tschechische und eine deutsche Großbank angehören sollen. WlrtschaftsverhanMngen ÖSR—Ungarn abgeschlossen Budapest.(MTJ) Die zwischen den Handels« delegationen Ungarn» und der Tschechoslowakischen Republik am 7. Juli d. I. in Budapest aufgenomme- nen Wirtschaftsverhandlungen wurden SamStag abgeschlossen. Die Arbeiten der Delegationen bezogen sich auf die Prüfung der EnNvicklung de» gegenseitigen Warenverkehr», auf die Feststellung der notwendigen Korrekturen und den Abschluß der entsprechenden Abmachungen. Der einschlägig« Text wurde feiten» der Leiter beider Delegationen paraphiert. 395 Millionen für Arbeitsbeschaffung in der Schweiz Unter dem Druck der Verhältnisse hat sich die Schweizerische Regierung entschlossen, einen Kredit von fast 400 Millionen für Arbeitsbeschaffung zu bewilligen. Als im Frühjahr 1937 von der Arbeiterbewegung ein Kredit von 800 Millionen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gefordert wurde, bekämpfte man die Kriseninitiative mit den .Schlagworten„Staatsbankrott" und„Inflation". Der jeht in Aussicht genommene Kredit verteilt sich wie folgt: Militär und kriegswirtschaftliche Vorräte 193 Millionen, Eidgenössische Projekte für Arbeitsbeschaffung 37 Millionen, Beiträge an kantonale Projekte 90 Millionen, Ausbau der Al» penstraßen 38 Millionen,-'Bodrnverbefferungen, Wasserbauten, Waldarbeiten 20 Millionen,'wirtschaftsfördernde Maßnahmen 20 Millionen. Ueber die Finanzierung herrscht noch Unklar« Helt, und es verlautet, daß die Mittel aus einer Umsatzsteuer aufgebracht werden sollen. Die Schweizerischen Gewerkschaften stehen hingegen auf dem Standpunkt, daß zunächst di« 18 Milliarden unversteuertes Vermögen ersaßt werden sollen und daß weiterhin noch 600 Millionen Franken Aufwertungsgewinn der Nationalbank zur Verfügung ständen. Ei» Kommentar zum Regrrhgrseh. Die Deutsche Hauptstelle für WohnungS- und Sied- lungsfürsorge hat, um den deutschen Interessenten die Kenntnis des Inhaltes und der Tragweite des sonst schwer verständlichen sogen. Regreßge- seheS zu erleichtern, eine deutsche Ausgabe der Erläuterungen der Referenten des Ministeriums für soziale Fürsorge zu diesem Gesetze herausgegeben. Die deutschen Gemeinden und Baugenossenschaften, aber auch Einzelpersonen, die mit staatlicher Unterstützung in Form der Bürgschaft nach den BauförderungSgesehen von 1919 bis 1984 gebaut haben, werden in ihrem eigenen In» teresse, um ihre Rechte wahren zu können, auf diesen Regrehkommentar mifmerksam gemacht, der zum Preise von 20 KL— Mitgliedre haben Ermäßigung— bei der Deutschen Hauptstelle für WohnungS« und Siedlungsfürsorge in Prag H„ Närodni 10, bestellt werden kann. Berdoppekte Galanterie-Ausfuhr nach England. England hat im ersten Halbjahr 1938 die. Bezüge an tschechoslowakischen Galanteriewaren aus Zelluloid, Knochen, Horn etc. stark, erhöht. Es importierte au» der Tschechoslowakei für 24.488 Pfund gegen 11.820 Pfund i. B. Die Zunahme ist um so bemerkenswerter, al» die Kon« kurrenzländer Frankreich und Deutschland den BarjahrSabsatz nicht behaupten konnten. Rückgang der Konkurse. Die Besserung der wirtschaftlichen Lage findet in der Statistik der Ausgleiche und Konkurse ihren Niederschlag. In den ersten sechs Monaten ergibt sich fast durchwegs sowohl für die Ausgleichsverfahren al» auch filr die Koillurfe eine niedrigere Zahl al» in der gleichen Vorjahrszeit. Konkurse Ausgleiche Jänner •• 1988 56 1987 54 1938 58 1987 .71 Feber■ ■ ■ 88 71 68 70 Marz, ■ ■ 62 72 60 76 April. ■ • 44 61 54 96 Mai■ • 55 66 85 81. Juni. V W 42 61 62 84 Für da» erste Halbjahr 1938 find demnach 297 Konkurseröffnungen festzustellen, während -hre Zahl in der gleichen Borjahrszeit 875 betrug. Ausgleichsverfahren gwb e» Heuer insgesamt 882 gegen 486 im ersten Halbjahr 1987. Auch die Summe der Passiven hat sich bei den Konkursen erheblich verringert, während sie bei den Aus« gleichSverfahren eine wesentliche Zunahme aufweisen. Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten 40 öffentliche Großbauten. Im Juli wurden von den Aemtern und öffentlichen Körperschaften weitere 40 Großbauten, und zwar 20 Gebäude, neun Bauten und Rekonstruktionen von Straßen, sechs Wasserleitung»- und Meliorationsbauten, drei Brückenbauten und zwei Straßenbauten im Nahmen der staatlichen Förderung der Jnvesti- ttonstätjgkeit vergeben. ■ Rückgang bft Schweineeinfuhr, Die Schwei«- neeinführ ist von 95,777 Stück im ersten Halbjahr 1987 auf 84.740 Stück in der gleichen Zeit de» laufenden Jahres zurückgegangen. Die Fetteinfuhr hat von 54.000 q auf 64.886 q zugenommen. Die Exportkonsunktur in Eisen. Tic Ausfuhr von Eisen und Eisenwarcn machte im Jahre 1929 7.9% der tschechoslowakischen GesamtauS- fuhr au», im ersten Halbjahr 1938 dagegen 17,6 Prozent. Neue» Zwangssyndikat in der Textilindustrie. Das Syndikat der tschechoslowakischen Stopf-, Strick« und Häkelgarnerzeuger in Warnsdorf hat die Anerkennung als ZwangSsyndikat beantragt. Erhöhung der Rahrungs' und Genußmittelpreis«. Der vom Stattstischen Staatsamt errechnete Großhandelspreis-Index ergibt für die Nah« rungs- und Genußmittel am 1. Juli gegenüber dem 1. Juni eine Steigerung von 716 auf 728 (Juli 1914 ist 100)« Ein dringliches Gesetz. E» ist ein Gesetz>tn Vorbereitung, das wirksame. Maßnahmen gegen die- Kapitalflucht vorsieht.■ Durch.dieses soll die Ausfüllung der bestehenden Lücken erfolgen. Bulgarische Unzufriedenheit mit nazideütschen AeschäftSmethodrn. Wie die bulgarische-Presse berichtet, herrscht in Bulgarien mit den von Nazideütsch« land gehandhabten Geschäftsmethoden große Unzufriedenheit. So hat Deutschland die gesamte diesjährige Erdbeerernte Bulgarien» ausgckauft und zum größten Teil nach England Weiterverkaufs. Obwohl Deutschland von England die bulgarischen Erdbeeren in guten Devisen bezahlt bekam, bezahlt er die bulgarischen Erzeuger in entwerteter Mark oder durch Lieferungen von au»„Ersah" hergcstevten Waren. In scharfen Worten tuenden sich die bulgarischen Zeitungen gegen diese AeschästSmethoden Deutschlands, da» sich als Zwischenglied im bulgarisch« englischen Handel eingeschaltet hat.(th) Der Rückgang des deutschen Schulwesens In Polen (O. E.) Wiederholt ist im Laufe der Lahre über die Schließung deutscher öffentlicher und privater Schulen in Polen berichtet worden. Ein genaues Bild über die Entwicklung geben die nachfolgenden, von zuständiger deutscher Seite veröffentlichten Zahlen über die Entwicklung und den Abbau des deutschen Schulwesens. Im Schuljahr 1922/23 gab cs in ganz Polen 1550 Volksschulen mit deutscher Unterrichtssprache, die von 93.214 Kindern besucht wurden. Im Schuljahr 1929/80 betrug die Zahl der deutschen Schulen nur noch 768 und die Schülerzahl 62.700. 1984/85 verminderte sich die Zahl der deutschen Volksschulen auf 490 und die der Schulkinder auf 55.700. Im Schuljahr 1936/87 sanken di» Zahlen weiter auf 428 Schulen und 40.700 Kinder. In dem vorangeführten Zeitraum sind von de» deutschen Volksschulen nur 27.6 v. H. erhalte« geblieben. Bon der Gesamtzahl der 428 deutschen Volksschulen im Jahre 1036/87 waren nur 185 staatliche Schulen, 243 dagegen Privatschulen. Auf die einzelnen Landesteile verteilte sich die deutsche Schulzahl wie folgt: Mittelpolen 84 Volksschulen und 12.200 Kinder, Ostpolen 30 Schulen mit 2000 Kindern, Westpolen(einschließlich Ostoberschlesien) 226 Schulen mit 22.300 Kindern und Süd« und Südostpolen 88 Schulen mit 4200 Kindern. Aus diesen Volksschulen mit deutscher Unterrichtssprache gab eS im Schuljahr 1030/37 noch 159 Schulen mit deutscher und polnischer Unterrichtssprache, die von 33.900 Schulkindern besucht wurden. Volksschulen mit polnischer Unterrichtssprache und Deutsch al» Unterrichtsfach gab es in ganz Polen 68. Die Zahl der Vorschulen mit deutscher Unterrichtssprache betrug in dem angeführten Schuljahr 54 mit 1800 Kindern, Eine ähnliche Entwicklung hat da» höhere. Schulwesen, zu verzeichnen. Im Schuljahr 1929/30 gab es in Polen 29 höhere Schulen mit 7700 Schülern, 1036/37 gab cs nur noch 17 mit 2600 Schülern und 14 Schulen alten Typs mit 500 Schülern. Deutsche Berufsschulen bestanden im Schuljahr 1934/35 vier.mit 100 Schülern und im Schuljahr 1936/37 fünf mit 200 Schülern. Die deutschen Schulen werden teils vom Deutschen Schulvcrband, teils vom Schulverein, teils als konfessionelle Schulen von den deutschen evangelischen Gemeinden erhalten. Die nüchternen Zahlen, die O. C. hier anführt, sprechen nichtsdestoweniger eine deutliche national-kulturelle und politische Sprache. Sie zeigen unwiderleglich, wie rücksichtslos man in Polen wie in Deutschland über den Berliner Pakt von 1986 hinweggcht. Und schließlich dürften diese Tatsachen gerade in der Zeit der nationalpolitischen Verhandlungen in der Tschechoslowakischen Republik auch allgemeines europäisches Interesse finden« Vie Narbe Bon sr. Rolf Der Abend war über die Reich-Hauptstadt hcreingebrochen. Ein leichter Regen fiel auf Straßen und Dächer herab. Direktor Kerner legte die Zeitung beiseite. Er hatte den Vergnügungsanzeiger durchgesehen und sich für den„Wintergarten" entschieden. Im Programm waren einige ausgezeichnete Kunstkräfte angekündigt. So etwas mußte er sich unbedingt ansehen. Der Platzanweiser riß Kerner den Kontrollabschnitt der Karte ab. „Erste Reihe Mittel Ein Programm gefällig?" „Geben Sie Herl" Kerner gab dem Mann ein Geldstück, nahm das Programmheft und begab sich auf seinen Platz.. Der guschauerraum war schon dicht gefüllt, auch die Plätze neben Kerner waren schon besetzt. Kerner schlug das Heft auf. Er blätterte es durch. Plötzlich zuckte er zusammen. Als fünfte Nummer war ein Auftreten des amerikanischen Meisterschützen Tom Hasting vorgesehen. Als crdiesen Namen laS, tauchten blitzschnell wieder die Geschehnisse des Jahres 1927 vor ihm auf. Er war damals Buchhalter in einer Textilfabrik. Die Jahresbilanz brachte große Unstimmigkeiten zutage. Ihm Vlleb nichts übrig, als in» Ausland zu fliehen. In Brüssel wurde er mit einem Deutschamerikaner, Tom Hasting bekannt. Er hatte ihm .bald alles erzählt und Hasting wußte auch Rat. All Bord eine» Frachtcndampfers träte« sie dir Ueberfahrt nach New Aork an. Von dort wollten sie nach Kanada und dort ihr Glück als Goldgräber versuchen, ittn Anfang verfolgte sie daS Unglück, aber eines Tages stießen sie auf große Goldvorkommen und binnen wenigen Woche» hatte jeder soviel, daß er ohne Arbeit ein ruhiges Leben verbringen konnte. Doch das genügte Kerner nicht, der Ehrgeiz kam wieder in ihm auf, er wollte allein den ganzen Teil besitzen. In einer Nacht gelang eS ihm unbemerkt Hasting» Teil an sich zu bringen und er machte sich davon. Seither hatte er nie wieder etwas von ihm gehört und jeht tauchte er in Berlin auf. Kunstschühe, ja, das mußte Tom Hasting sein, denn schon damals in Kanada hatte er gezeigt, daß es für ihn nichts gab, das er nicht traf. Nur noch eine Nummer, dann kam Tom Hastnyfi Kerner>var nicht imstande, den Vorgängen auf der Bühne zu folgen. Er dachte nur an Tom Hasting. Wenn er von ihm gesehen wurde, so war er seiner Rache sicher. Eine Möglichkeit gab es noch: Der Kunstschühe hier war mit dem Mann, den er kannte, gar nicht identisch. DaS ließ sich schnell feststellen, denn Tom Hasting hatte etwas, das ihn von hunderten unterscheiden mußte, eine breite blutrote Narbe, die sich über daS rechte Auge zog. Das Nummermädchen zeigte die neue Nummer an. Der Vorhang ging auf, auf der Bühne waren einige Apparate aufgebaut, auf einem Tisch lagen Gewehre und Revolver. Die Kapelle spielte einen schneidigen Marsch. Ein Mann in Eowboyuniform betrat die Bühn,. Ein eisiger Schrecken durchfuhr Kerneri Ueber dem rechten Auge des Schützen bemerkte ec eine breite Narbe, E» war Tom Hatzi nxfi „Meine Damen und Herren 1" begann der Kunstschühe, nachdem die Musik abgebrochen war, „Ich zeige Ihnen heute einige Kunststücke mit verschiedenen Gewehren und Revolvern. Ich mache Sie aufmerksam, daß ich nur scharfe Munition verwende!" Bei diesen Worten waren Hasting» Augen auf Kerner gerichtet 1 Er nahm ein Gewehr und lud eö. Der Lauf war auf Kerner gerichtet/ Dieser war weiß geworden, der Angstschweiß trat ihm auf die Stirn. „Er hat mich erkanntl" dachte er sich.„Und jetzt will er sich rächen. Er wird losdrücken und mich treffen. Ein Unglücksfall, wird cs nachher heißen!" Weiter vermochte Kerner nicht zu denken, er verspürte einen heftigen Stich in der Herzgegend, dann fiel er lautlos zu Boden. Er wurde herausgetragen. Der Thcaterarzt konnte nur noch den eingetretenen Tod durch Herzschlag feststellen. Die Vorstellung ging weiter 1 Nach seiner Nummer ging der Kunstschühe in seine Kabine. Seine Frau erwartete ihn. „Was war denn los vorhin?" „Ich glaube ein Mann ist ohnmächtig geworden. Jetzt müssen wir uns aber tummeln, du weißt doch, daß wir heute bei Müllers eingeladen sind!" „Ja, aber zuerst mach dir mal die Narbe über dem Auge weg. Nächstens kannst du sie überhaupt Iveglassen, es glaubt ja so kein Mensch, daß sie echt ist!" An der Tür klopfte eS. Ein Boy trat ein. „Dieses Paket wurde für Sie abgegeben!" Er gab dem Kunstschühen ein Päckchen. Ein Briefchen lag dabei: „Für Herrn Thomas Mayer, Kunstschütze, Berlin."... V Seite 6 ,,Sozialdemokrat' Sonntag, 24. Juli 1938. Nr. 17» 9 Kunst und Wissen Wir empfehlen das dr-hung-n in der Minute machen kann. Ta- Modell Sterne" m » den zuständigen Luftfahrt!behorden Vorgeführt^! njxht zurückstehen. E- werden— einstweilen—! gteitworte Erich Juhnl ^LLtt0vl^ WELTRUFdurchQUALITÄT richtiggestellten ständigen Wählrrver- werden auf allen Gemeindeämtern in vom 23. Juli biö 31. Juli aufgelegt Eine groß« Rolle spielte der verbilligte Tarif. Er veranlagte viele Kleinbetriebe(Geschäftsleute und Handwerker) zur Anschaffung von Tekepbonappara« ten. Begrüßenswert ist, daß auch sech- Schulen in Prag Telephonverbindung haben. Prager Trlephonnetz wird immer dichter. Die Statistik zeigt 8014 neue Telephonstationen auf, etwa 1OOO wurden in Privatwohnungen errichtet. Mitteilungen aus dem Publikum. To wie die Natur ihn uns gibt, so fließt Mattoni'g wirsfhübler in Ihr Gla»! Die technisch vollkommene Quellenfassung garantiert nicht nur eine h>)gienisch einwandfreie Füllung, sondern auch den ursprünglichen Naturzustand mit dem Maximum«i natürlicher Kohlensäure. Darin liegt der Weltruf von Maktoni'S Gießhübler als erstrangiges Gesundheit!' getränk! 4710 Das Indische Geheimnis Wer etwa- von Indien zu sehen erwartet, wird von diesem Film au- Hollywood enttäuscht. Dir Mordgeschichte, die er erzählt, könnte ebensogut ia jedem anderen Lande spielen und sie spielt sich iibri« gen- zwischen Europäern ab. Zu ihrer Ausklärung erscheint ein Detektiv von Scotland 8acd und ein spin« tistische- Medium, dessen Berdunkelung-übungen viel zur Erleuchtung des Detektivs beitragen, der hart« näckig die heimliche Tochter des Mediums verdächtigt, weil alle Indizien gegen sie sprechen, am End« aber einsehen must, daß sie nicht die beiden Morde begangen hat, denn in Detektivfilmen ist immer em relativ Unverdächtiger der Mörder. Die anderen tun auch hier wieder alle-, um sich desto verdächtig« zu machen. Der Film ist als eine Sache für starke Nerven angekündigt, teils wegen der grusligen Szenen, die e» zu sehen— oder richtiger: infolge bei spiritistischen Dunkels nicht zu sehen gibt, teil! ab« auch wegen der Geduld, die nicht nur der Detektiv, sondern ebenso der Zuschauer bei der Lösung bei Mordfalle- ausbringen muß. Da der Regisseur George B. Seih olle Knalleffekte und schaurigen Umstände de- Film- mit einer Mischung von freiwilligem und unfreiwilligem Humor vorgebracht hat, kann, wer dazu in Stimmung ist. den Film all verschrobene Belustigung empfinden. Unter den Darstellern trägt Aon Whikty al- Medium einiges dazu bei, während Lewis Stone als Detektiv wie immer sehr seriöt ist und auch Elissa Land!. Madge Evans und Edmund Lowe sich alle Mühe geben, ernsthaft erregt und ergriffen zu erscheinen.—eil— 60 gut Ungerichtete Zimmer- Erstklassiges Restaurant- Ältestes Haus am Platze Mäßige Preise OH gezeltet, Großstädter kommen an seine Tür, die ihn um Salz, Wasser und Streichhölzer bitten. Denn sie haben trotz aller unmöglichen Dinge, die sie.mitführten, doch gerade jene wichtigsten vergessen. Und die Hausfrau, die alles mögliche haste sonnen wollen, sieht sich über die Wohltätigkeit der himmlischen Strahlen bitter enttäuscht, Die Vorhänge verblassen, die Tapete verliert um die Bil« derrahmen herum die Farbe, die Butter schmilzt, das Wasser wird lau, überall summen Fliegen, und die Kompottschüsseln sind von Wespen umschwärmt. Man muß die Läden schließen, dem Tageslicht, auf das man sich so gefreut haste, den Einlaß verwehren, muß dunkel machen und künstlich jene Dämmerung schaffen, aus der man sich an langen Winternachmittagen in.einen strahlenden Sommer hinein sehnte. Der Mensch hat die unglückliche Veranlagung, immer nur das Vergangene oder dar Künftige zu lieben, niemals das, was ist. Abwechselnd hofft und bedauert man. Aber wer könnte sich ohne Hemmung und ohne Kritik dem hingeben, was eben im Verlauf gegenwärtiger Stunden sich begibt. Das wäre die wahre Lebenskunst. Wir aber wünschen uns Acpfcl in der Kirschenzeit und Schneeglöckchen, wenn, per Jasmin Mht. vier Taucherausrüstungen angeschafft, u. zw. zwei schwer« und zwei leichte. Die schwere TaucherauS- rüstung ermöglicht da- Unterwassersein bi- zu zwei Stunden, die leichte eine halbe Stunde. Ins Riesengebirge. Die AuSflugSzüge der Staatsbahnen veranstalten einen achttägigen Aufenthalt im Riesengebirge um K6 420.—. Abfahrt SamStag Wilfonbahnhof 14.2V Uhr. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilson- bahnhof. Tel. 8878V. wie eine welke Schöne hinter ihrem Schleier. Da betrachtet eine Dame im Spiegel kritisch ihren Teint, der nicht braun, sondern rot wird. Auch findet sie das direkte Licht höchst unvorteilhaft für ihre Wangen und ihre Augen. Eine andere jammert über Schmerzen. Sie kann die Hitze nicht ertragen. Der leichte Stoff ihres Sommerkleides zeichnet die etwas zu vollen Körperformen unvorteilhaft ab. Aber wie soll man diesen Fehler durch Bewegung, durch Gehen abstellen, wenn jeder längere Weg sterbensmüde macht. In der Stadt schmolz der Asphalt. Das war nicht schön. Aber auf dem Lande trocknet die Erde aus. Der Städter klagt über das Radio des Nachbarn, das ihn hindert, die Fenster offen zu halten. Im Winter hatte man das wenigstens nicht gehört. Frost ist zwar auch nichts Angenehmes, aber jedenfalls nicht mit Lärm verbunden. Wer aber auf dem Lande den Sommer verbringt, klagt über die Menge der Früchte, die zu pflücken sich nicht lohnt, weil die Arbeitskräfte zu teuer sind. Lieber läßt man das Obst abfallen und verfaulen. Und die Kirschen scheinen ohnehin nur für die Vögel zu wachsen.. Der Weise, der das ganze Jahr auf dem Lande verbringt, seufzt seinerseits. Auf den Straßen sind Spaziergänger, in den Wäldern wird Tanke schön, eS war wirklich sehr nett bei diesem Premieren-Äbeud in der„Urania-. Viktor Kelemen- musikalische- Lustspiel mit dem„bezaubernden- Titül erwie» sich al» ein launiger, sauberer und humoriger Einfall, dem auch Herzlichkeit, Wärme und sogar nützlicher moralischer Erziehung-willen nicht äbzusprechen sind. Ernst S e n n h o f e r hat zu den ungekünstelten Gesang»texten Fritz Jahn» eine recht gefällige Musil geschrieben(die er zusammen mit Dr. Kurt Behr am Doppelflügel exerzierte) und die Regie Paul G o r d o u S hatte für eine ungemein lieben-ivürdige Ausführung gesorgt, die man all freundliche Oase in der Wüste der Prager sommerlichen Theaterlosigkeit herzlichst begrüßen darf. Persönlichkeit-wert erhält der Abend vor allem durch I. I u s h n y, der einem Psycho-Analytiker überzeu- gcnde professonale und dabei weltmännische Haltung, geistige Ueberlegenheit, gefühlsbetonte Skepsi-, originell trockenen Humor und überdies durch seine Natürlichkeit reizvollen russischen Akzent gibt. Evelyn B a r r i ng brilliert al- keck-frivole» Slubenkätzchen mit anständig-bürgerlichem Familien-Willen, Otto Dewald leiht einem so eitlen wie talensterten Schauspieler und Flirt-Charmeur starke darstellerische, mimische und tänzerische Beweglichkeit. Christa A b b e l macht al» dumme- Gänschen gute Figur, Robert Pirk mimt glaubwürdig einen Dollar-Millionär und Arthur Roner zieht sich mit Anstand au» der Affäre einer Rolleu-llebernahme in letzter Stunde. Ta- Publikum unterhielt sich ausgezeichnet und spendete allen Mitwirkenden reichen Beifall. l.«. betonte, daß er den v in seinen Diensten gehabt habe, und dar Cook einer| der geschicktesten Mechaniker der Welt sei. Dieser Lob hat nun aber die französischen Mechaniker in Har- nisch gebrächt, denn e» scheint, daß die Arbeiten von einem der Chesmechaniker der„Air France" durchge- sührt wurden, einem gewissen Pierre GoaScuen. Dieser ist interviewt worden und hat ganz genau erzählt, wie er, von Hughes selbst ständig beobachtet, die un- gcheuer schwierige Reparatur in Rekordzeit vollendete., E» ist anzunehmeu, daß man Hughes bitten wird, selbst zu sagen, wem er den glücklichen Start in Le Bourget zu verdanken hat. Sizilianische Familienehre. In Palermo hat fich ein Sensation-prozeß gegen den Vater und den Bruder eine- jungen Mädchen- au- bester Familie abgespielt, die beide zu lebenslänglichem Zuchthaus wegen Morde- verurteilt worden sind. Die Berkün»: düng de- Urteils Hai im Zuschauerraum erregte De- monstrationeu hervorgerusen, und da- GereichtSge- bäude mußte polizeilich geschützt werden. Die Bor- geschichte diese» Prozesse» ist ebenso tragisch wie ro- i mantisch. Marcellin« Maltese ist lüjährig von ihren' Eltern in ein Pensionat in Rom geschickt worden.! Obwohl in den römischen Pensionaten sehr strenge Vorschriften herrschen, gelang e» dem jungen Mäd-\ eben, öfter» auSzugehen, und bei dieser Gelegenheit lernte sie den Studenten Paolo Tossi kennen und lieben. Die kleine Marcellina war so einfallsreich wie andere junge Mädchen auch. Sie hatte eine Freundin in Neapel, und sie bat ihre Eltern flehentlich um Erlaubnis, bei dieser eine Woche verbringen zu dürfen. Die Freundin fälschte einen EinladungS- brief ihrer Eltern, und Benjamin Maltese, der Baier, gab daraufhin die Erlaubnis zu der Reise. Aber diese ging nicht nach Neapel, sondern Marcellina verbrachte mit ihrem Paolo acht schöne Tage irgendwo in der Campagna. Zu den Ferien kam sie nach Hause nach Palermo. Auch Tossi kam dorthin, und die jungen Leute waren so unvorsichtig, daß sie sich einmal von dem Bruder von Marcellina, Carlo Maltese, überraschen ließen. E» kam zu einem furchtbaren Krach, Marcellina erklärte, Tossi werde sie heiraten, aber sie mußte auch gestehen, daß sie schwanger sei. Am gleichen Abend bestellte Carlo den Studenten zu einer Auisprache an einer entlegenen Stelle de» Strande». Hier stach er ihn nieder. Ganz ruhig kam er nach Hause, berichtete dem Baier, und beide Männer führten nun da» Mädchen zu dem toten Geliebten. Hier wurde Marcellina fürchterlich verprügelt, Baier und Bruder banden sie an die Leiche Paolo» und warsen beide in» Meer. Sie wurden wenige Tage später wieder an die Küste angetrieben. Der Jkaru».Traum vor der Verwirklichung? Der Kapitän Lucatii au» Fiume hat ein neue» Flugzeug erfunden, dar, wenn e» sich bewährt, die Verwirklichung des JkaruS-Traume» der Menschheit dar- slcllen würde. Es handelt sich um ein ganz kleine», motorloser Flugzeug, da» wie ein Segelflugzeug> auSsieht, aber einen Propeller besitzt, der durch Pedale wie beim Fahrrad bewegt wird. Die Uebertra- gung ist so stark, daß der Propeller bis zu 1400 Um« werden, die da» Geheimnis seiner Konstruktion sorgfältig hüten. Doch meldet der„Popolo di Noma", daß die Persuche befriedigend verlausen seien und daß die Erfindung ohne Zweifel die allergrößte Bedeutung in militärischer Hinsicht haben würde, da der Apparat jedenfalls der Infanterie erlauben würde, wenn auch nicht Laugstreckenfliige durchzuführen, so sich doch mit einfacher Muskelkraft über den Erdboden zu erheben und aus diese Weise schnell vor« wärtSzukommen. „Rassenschande" auch im Ausland strafbar. Aus Berlin wird berichtet: Da» Gesetz über den Schutz de» deutschen Blutes gilt auch für Deutsche im Auslände. Ta» Reichsgericht hat in den letzten Tagen eine Entscheidung gefällt, derzufolge ein reich-deutscher Staatsbürger auch daun straffällig ist, wenn ec sich im Auslande der„Rassenschändung" schutdig gemacht hat. In dem, konkreten Falle, um den es sich hier gehandelt hat, brachte ein deutscher Fude eine arische deutsche Staatsbürgerin auf seine Kosten in» Ausland, wohin er ihr nachsuhr und wo er dann mit ihr außereheliche Beziehungen hatte. Nach der Entscheidung de» großen Strafsenate» de» Reichsgericht» müssen deutsche Gerichte auch in einem der- äriigen Falle ein Strafverfahren einleiten, da die inkriminierte Handlung dem Sinne und dem Zweck de» Gesetze» über den Schutz deutschen Blute» zu- wtderläuft. Wie schön, wenn alles anders wfire... Während der größeren Zeit des Jahres ruft man den Sommer herbei. Man wünscht, er möge nie verschwinden, man nennt ihn mit den zärtlichsten Namen, zählt alle seine Vorzüge auf, seine Feste, die Poesie seiner Geburt, den Glanz seiner Gegenwart, die Majestät seines Sterbens. Endlich hört er auch auf alle die sehnsuchtsvollen Ruse, erfüllt die Wünsche— sieht eben genau so aus, wie man ihn immer herbeiwünschte. Der Sommer. Die Landschaft leuchtet, der Fluß flimmert, sanfter Schatten schlummert wie ein ruhendes Tier unter den Bäumen, sonnendurchglühte Blumen hauchen Düfte au», Früchte reifen im Obstgarten, Sonnenvorhänge senken sich wie orangene Lider übet die offenen Fenster, man bleibt bis spät abends im Gärten, und die Düfte der Nelken und der blühenden Linden sind knapp an der Grenze der Erträglichen für unsere zarten Nerven.- Alles ist, wie wir's erträumten. Aber wo bleibt die Dankbarkeit? Wo ist dal Entzücken der Erfüllung eine» lange gehegten TraumiS? Da klagt einer über Staub. Er klebt am Wagen, und die Karosserie, auf die man so stolz war, sieht aus Aus«Iler Walt Wer rettete den Hswurd-Hughes.Flug? Die amerikanischen Rekordflieger hatten bekanntlich eine einzige Panne während ihre» phantastischen Fluge». Al» sie in Le Bourget gelandet waren, stellte es sich heran-, daß der Apparat repariert werden mußte, und die herbeigerufenen französischen Ingenieure waren übereinstimmend der Meinung, daß die Re paratur mindesten» zwölf Stunden in Anspruch neh men würde. Howard Hughe» war außer sich, denn em solcher Ausenchalt konnte den ganzen Rekord in Frage stellen. Man ging sofort an die Arbeit, und Militär holte dringend die notwendigen Werkzeuge und Ersatzstücke zusammen. Tatsächlich war die Re paratur auch in genau 8S4 Stunden beendet, und Hughe» konnte wieder starten. Nun hat der ameri kanische Botschafter Bullitt össentllch erklärt,! s 600t- d-r d-m amerikanischen Luft-Büenfeld" DaS^uVstcht'seit"dem Urania-Kino „DaSgroßeAbenteuer" mit An-1 dergast, Echönhal», Susa, Fiedler, Waldau, Odemar, Steinbeck, Richt«!"Spannend und humorvoll! 2. 4. 6, 110 Uhr.— Montag:„NeueParade au» Großmutter» Kino! Be- Dle Wählerverzeichnisse neuen aufl Die zelchniffe der Zeit werden. El versäume niemand, darin Einsicht zu nehmen. Wald-Sanatorium Dr. SchwMiuy, Juckmanld Schlesien Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für innere, Nerven- u. Stoffwechsel-Krankheiten Mäßige Pauschalkuren B e z u g» b ed i n g u n g e n: Bei Zustellung inSöouB oder bei Bezug durch die Post monatltch Kd 17.—, vierteljährig Kö öl—, halbjährig Kä 102,—, ganzjährig K£ 204.—— Inserate werden la u Tarik billigst berechnet.— Rückstellung von Manuskr,pten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Polt- u. Telegravhendirektion mit Erlaß Nr. 18.800.'VH/1980 . bewilligt..(Kontrollvoltamt Praha LS.— Druckerei; JÖrbil", Druck«. BerlagS» u. ZeitunaS-A.-G. Cutt, Hotel„DAX“ Bratislava, Stefanikstraße 31 3 Minuten vom Bahnhof 4883 Bürgerliches Haus, Menü Kä 6- Neurenovierte Fremdenzimmer von Kä 10'-an Junge Arbeiterin aus Weftböhmen, welche durch die Gleichschaltung existenzlor geworden ist, sucht eine Stelle al» WMi ober WImiW in Prag. Anfragen an die Administration d. Blatte». Bad Luhaiovice Die Unterschlagungen deS Bankbeamten Je- täbrk erregten in der Leffentlichkeit großes Aufsehen und es meldete sich al» Geschädigte noch eine Witwe, die angibt, an Jekäbek eine Forderung von 80.800 Kä zu haben. Gegen drei weitere „Gläubiger" wurde die Anzeige wegen Wucher i erstattet. Jetäbck wurde nach Pankrah ringe« iliefert. RrurS ersteht— Altes muss fallen! Wieder i verschwindet ein Stück Alt-Prag. ES ist das Haus Uin der Langen Gasse„li Mazänkü". Es trug die« [fen Namen nach seinem Besitzer, Joh. Georg Ma« rÄ» Botschaft unwrsteht der W6unbeth Tragisch war der Tod sein-S sechste Mann der Rekordmannschaft- gewewn s-'- E- srüher-n Besitzers, deS berühmten R-chtSgel-hrt-n habe da» Gelingen der Reparatur ermöglicht.Bull,« Martin Fruwein von Podol. Fruwein fiel seinen betonte, daß er den Sergeanten bereits in Moskau Gegnern nach der Schlecht am Weißen Berg zum Opfer. Zum Tode verurteilt, stürzte er vom Turm in den Schloßgraben. Da» Urteil aber„mußte vollzogen werden" und sv„richtete" man seinen Leichnam. Auf dem Weißen Berg wurde der tote Fruwein gevicrteilt. Jetzt wird da» alte Hau» demoliert, e» birgt aber noch eine Sehenswürdigkeit: ein Madonnenbild mit dem Jesükind. Das wird abgetragen und in die Sammlung historischer Werke cinvcrlcibt. Prag» Fauna um eine Reugeiurt reicher. Wenn auch das niedliche, possierliche Dingelchen, das da kürzlich das Licht der Welt erblickte, nur ein— Aefschen ist, so bereitet eS vielen Menschenkindern große Freude und seiner Affenmutter viel Sorgen. Die läßt ihren Sprößling nicht aus den Armen und die Zuschauer im„Zoo" im Vrsovirer Havltöekpark bestaunen diese Mutterliebe. Der„Kleine Tiergarten" ist voll des Gezwitschers exotischer Vögel, richtige Bären sind zu sehen und Troja hat auf diese Art — wenn auch keinen großen— so doch einen Konkurrenten. Au» der Prager Gemeindestute. Die letzte Sitzung de» Prager Stadtrate» erledigte 118 Ansuchen um Bewilligung de» HeimatLrechte» auf Grund zehnjährigen Wohnsitze» in Prag. 88 Bau-Angelegenheiten wurden verhandelt, ferner wurde dem Primator Dr. Zenkl die Ermächtigung gegeben, zweck» größter Beteiligung an den Sammlungen für den Wehrfond all« erforderlichen propagandistischen.Aktionen durchzuführen. Ein Vorschuß für den Ankauf von Ga»ma»ken für Angestellte und Pensionisten der elektrischen Unternehmungen und für den Ankauf von weiteren Ga»ma»ken wurde bewilligt.— Bi» jetzt sind noch die ulten Stadträte in Tätigkeit. Gegen die Maiwahlcn wurden von verschiedenen Seiten Proteste erhoben, u. a. auch von den Kommunisten, die gern den ersten Primator-Siellverireter gehabt hätten. So mußte noch in der letzten Sitzung der alte Stadtrat tagen, aber gleichzeitig erlosch an diesem Tage die Frist zur Ueberreichung der Einwände. gegen die Wahl der Stellvertreter und so dürsten die ordentlich gewählte neue Stadtvertretung und ihre Bollzugsorgane demnächst ihre Funktionen au»üben können. ArbeiiSlosenstatistik von Prag. In der Vorwoche gab es 7418 Arbeitslose. 1047 Personen erhielten die staatliche, 8801 die städtische und staatliche und 418 Personen die städtische Unterstützung. „Das Bltftädter Rathaus und feine Denkwürdigkeiten." Diese Auistellung(veranstaltet vom Rat der Hauptstadt Prag unter Mitwirkung des Städtischen Archiv» zur Feier de» 600jährigen Bestehende» Altstädter Rathauses) ist täglich von 9 bi» 17 Uhr geöffnet, des Eintritt frei. Die Ausstellung befindet sich in Prag I. Hysovä tk. 20, Elam-Gallas» Palai». Prager Feuerwehr erhält Taucherausrüstung. In anederen europäischen Großstädten existieren be-