britherbei Gn 26 VI 14 musi mi asis emokrat Sentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh Ginzelpreis 75 Heller Rebattion u. Berwaltung: Brag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Dienstag, 26. Juli 1938. England vermittelt in Prag Lord Runciman als Beobachter daß Man glaubt an friedliche Lösung Baris.( Eigenbericht.) Es beſtätigen fich die Nachrichten, baft England die Absicht hat, Lord Runciman als britischen Beobachter in die Tschechoslowakei zu entfenden. Dieser Plan wurde selbstverständlich mit der tschechoslowakischen Regierung besprochen, die nach den Unter redungen, die der englische Gesandte in Prag, wton, mit den zuständigen Stellen hatte, ihre Zustimmung gab. Es ist in Paris nicht bekannt, ob Lord Runciman die Rolle eines Beraters oder die eines Vermittlers zugedacht ist, jedenfalls scheint aber Chamberlain der Ansicht zu sein, daß die eindeutigen Friedensversicherungen Hitlers, die er durch Wiedemann empfangen hat, die Aussicht auf eine Annäherung der Standpunkte erhöht haben. Das will besagen, daß die Ratschläge zur Bereinigung des Konfliktes nicht einseitig erteilt werden sollen, sondern daß auch Berlin seine Ansprüche zu mäßigen hat. Die französische Regierung wurde von der Entsendung Lord Runcimans verständigt. In Paris ist man aber der Meinung, eine Lö sung sei nicht auf der Grundlage zu erzielen, die Berlin vorschwebt, nämlich auf der Annahme der sogenannten Mindestforderungen der SdP. Die Annahme dieser Forderungen würde der Selbständigkeit der Tschechoslowakei außerordentlich gefährlich werden. Außerparlamentarische Aus dem Inhalt: Pierre Cot: Kollektive Feigheit statt kollektiver Sicherheit Freischärler im Rücken der Japaner Neue Bestimmungen über die Waffenübung Sozialdemokratische Massenkundgebung Rückschlag Nr. 173 in der Weltwirtschaft Seit Monaten kann man die Beobachtung machen, daß die Konjunktur, die nach der gro ( Deutſchlands, begleitet ſein milßte und daß die uns m Ben Krise der Weltwirtschaft eingesetzt hatte, eine bebingte Nichteinmischung in diese Angelenheit von rüdläufige Entvidlung durchmacht. Wie bei jeder welcher Seite immer gesichert sein müßte. Diesbe des Kapitalismus muß man auch jetzt feſtaüglich habe London bei den deutsch- englischen Gestellen, daß sich die Schere zwischen Erzeugung sprächen gewisse Zusicherungen erhalten. und Verbrauch öffnet, daß die Produktion größer Tatsache werden, der die Aussicht auf eine Läsung der Frage gewähren würde und überdies es auch wahrscheinlich machen würde, daß der Konfiifts, stoff durch einen ruhigen, nicht überſtürzten Gang der Verhandlungen neutralisiert und die jeßige Spannung beseitigt werden würde. Den Vorgang stellt man sich in London Am 2. August Parlamentit als der Konsum. Ein deutliches Anzeichen das Statut erst später für ist der Rüdgang der Weltmarkt preise, der vom April 1987 bis April 1938 8. B. bei Kupfer 34 Prozent, bei Baumwolle 36 Prag. Das Tschechoslowakische Pressebüro Prozent, bei Stautschut 52 Prozent beträgt. Das erfährt von kompetenten Stellen, daß die Regie hat eine Schrumpfung der Kauftraft der Rohstoffrung der Republit dem Präsidium des Abgeord- länder zur Folge, was man insbesondere an der netenhauses vorschlagen wird, die nächste Plenar- Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Nordjigung auf Dienstag, den 2. August, einzuberu amerifa feststellen kann. Die geringe Kauffraft fen. Die Sigung des Abgeordnetenhauses wird der Agrarländer führt naturgemäß auch zu einem formalen Charakter tragen und nur zu dem Rückgang der industriellen Produktion der Welt. Swede einberufen werden, daß die Regierung in Nimmt man den Normal- Inder der Induſtries ihr dem Hause einige terminierte oder aus ande- Weltproduktion im Jahre 1928 mit 100 an, so ren Gründen dringende Entwürfe vorlegen kann. stieg dieser im Verlaufe der letzten Konjunktur bis Die geplanten Vorlagen, welche die Natio- zum ersten Vierteljahr 1987 auf 127,3, ist aber nalitäten Probleme lösen, d. i. die Novelle zu dem im ersten Vierteljahr 1938 auf 114.1 gefallen. Sprachengefet, das Nationalitätenstatut und die Auch der Welthandel liegt im Frühjahr 1938 um Nationalitäten- Selbstverwaltung in den territo- rund 13 Prozent tiefer gegenüber dem letzten Vierteljahr 1937.*) Gärung unter den österreichischen Soldaten Besonders bemerkenswert ist die Verschlech terung der Wirtschaftslage in den Vereinig en Staaten von Amerifa, deren Ins dustrieproduktion im ersten Vierteljahr 1938 um nicht weniger als 31.6 Prozent unter dem Vorjahresstand liegt. Die amerikanische Eisen- und Stahlproduktion verminderte sich seit Jahresfrist um rund 62 Prozent, die Automobilerzeugung sant seit dem ersten Vierteljahr 1937 um rund die Hälfte, die Bareinnahmen der Landwirtschaft sind im ersten Halbjahr 1938 um rund 500 Millionen Dollar, das ist um rund 13 Prozent niedriger als Verhandlungen Paris.( Eigenbericht.) Die Bertagung der parlamentarischen Beratung des Status das Prager Parlament wird entgegen den ursprünglichen Erwartungen am 2. August nicht das Stas tut, sondern andere Vorlagen zu beraten haben- bie Zustimmung der tschechoslowakischen Regierung rialen Verbänden werden in der nächsten Woche ist offensichtlich darauf zurüdzuführen, daß man, vorausgesetzt. derart vor, daß der ganze Fra- noch Gegenstand offizieller Verhandlungen mit unter der Mitwirkung des englischen Beobachters, borerst eine außerparlamentarische Uebereinstim mung zu erzielen versuchen wird. England wird dadurch Gelegenheit haben, sich von dem guten Willen der einen und der anderen Seite zu übers zeugen, bezw. die Abhängigkeit der SdP von Bers lin und das Maß ihrer Verständigungsbereitschaft festzustellen. Die Ergebnisse dieser unmittelbaren Wien.( Infa.) Die Eingliederung der Schinder berüchtigter deutscher Unteroffizier von Fühlungnahme Lord Runcimans mit der Sd werden für die weitere Haltung der Westmächte österreichischen Wehrmacht ins Reichsheer mit all der wütenden Mannschaft aus dem Fenster gezweifellos von entscheidender Bedeutung sein. In ihren Verschlechterungen bewirkt, daß sowohl das worfen. Das Schicksal der verhafteten Soldaten Baris ist man von dem guten Willen der tscheche Offiziersforps als Mannschaften eine ablehnende ist noch unbekannt. In der Wiener Trostfaserne zur gleichen Vorjahrszeit und die Lohnſummen in slowakischen Regierung überzeugt, man wünscht Stellung gegen alle neuen Maßnahmen beziehen. verlangte ein Soldat von einem deutschen Unter der Industrie lagen im ersten Vierteljahr 1938 aber, ebenso wie in London, eine Beschleuni Die Offiziere des bisherigen Bundesheeres muß- offizier eine menschliche Behandlung, die Antwort um rund 24 Prozent unter Vorjahresstand. Bes gung der Verhandlungen. Man wertet in Paris ten unter der Anleitung( Kommando) von deut- waren einige Fußtritte, worauf sich der Soldat sonders hervorzuheben ist auch, daß Großbris als besonders bedeutungsvoll den Umstand, daß fchen Unteroffizieren die deutschen Kommandos mit einigen Ohrfeigen revanchierte. Das Ergeb- tannien, das durch seinen mehr als fünf England sich aus eigener Initiative um europäische erlernen. Mehrere Wochen mußten sie den be- nis find fünf Jahre Kerker für den Soldaten. In Jahre anhaltenden Aufschwung eine feste Stüße einer anderen Raferne besudelte die Mannschaft der Weltkonjunktur gebildet hat, nunmehr deutAngelegenheiten ümmert, und zwar unter aus tannten preußischen Drill über fich ergehen laffen, eines Zimmers in ihrer Wut über die unmenschliche Zeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung drücklicher Anerkennung der Bündnispflichten wurden fie von den Feldwebeln des preußischen liche Behandlung ein Hitlerbild. Der Zimmer zeigt. Tiefer liegt auch das wirtschaftliche Niveau Frankreichs in dem betreffenden Teil Europas. Die Militärismus gefchunden. Sie wurden in dieser fommandant ist flüchtig, die anderen sind ver- Frankreichs und Belgiens, und auch in der Tsche Zustimmung der tschechoslowakischen Regierung furzen Zeit in großem Ausmaß zu wütenden haftet. Aus einer Kaserne einer Provinzstadt erch of Iowa tei ist ein Rückschlag eingetreten. zur Entsendung Lord Runcimans wird der bri- Gegnern des Hitlerfaschismus. Noch viel stärker zählten Soldaten, daß es bei ihnen im Zimmer 3m ersten Viertel des Jahres 1937 betrug der tiſchen Regierung in einer amtlichen Note mit- tommt diese Gegnerschaft, die fich bei den Offi- nur einen Nazi gibt und der schimpft zusammen Industrieproduktions- Inder in der Tschechoslowageteilt werden. Im Zusammenhang mit den zieren meistens nur in zweideutigen Bemerkun mit ihnen über die neuen Verhältnisse. In dersel- lei 96.8, ein Jahr später nur noch 88.8. Die induenglischen Vorstellungen in Prag beurteilt man gen äußert, bei den Mannschaften zum Ausdruck. ben Kaserne find viele deutsche Soldaten, die strielle Entwicklung Großbritanniens und der : Paris die neuerliche Unterredung, die der bri- Tag für Tag müssen diese bis zur völligen Er- ihren österreichischen Kameraden Spottlieder auf Tschechoslowakei weist übrigens insofern gewisse tische Botschafter in Berlin, Henderson, mit dem schöpfung üben. Ausbrüde, wie Trottel, Schweine- bas Dritte Reich) lehren. Ein deutscher Soldat, Aehnlichkeiten auf, als der Rüdschlag insbesondere Baron Weizsäder am Montag hatte, als sehr hunde und sogar Fußtritte find feine Seltenheit, der sich bei den Desterreichern über das schlechte die Textilindustrie getroffen hat. bedeutungsvoll. die Ernährung hat sich bedeutend verschlechtert. Effen beklagte, erhielt deswegen drei Monate Wenn demnach von einem Rückschlag in der Dies und viele weitere Verschlechterungen bewir- Arrest. Die Unzufriedenheit der deutschen. Sol- Weltwirtschaft gesprochen wird, darf man nicht fen, daß es immer wieder zu Verzweiflungsaus- daten hat u. a. darin ihre Ursache, daß man ihnen glauben, daß eine ähnliche Krise bevorsteht, wie sie brüchen der geschundenen Soldaten kommt. So die volle Kriegszulage, die sie anfangs, als sie im Jahre 1929 über uns hereingebrochen ist. wurde in der Wiener Arsenalfaserne ein als nach Desterreich kamen, erhielten, entzogen hat. Einen großen Unterschied gegenüber 1929 bildet die Vorrats I age auf den Weltmärkten. Während 1929 die Vorräte unerhört überhöht den einzelnen politischen Parteien der Nationali- waren, sind sie diesmal geringer und üben daher täten, insbesondere mit der Sudetendeutschen Par- nur einen geringen Preisdruck auf den Weltrohtei, bilden. An diesen Verhandlungen werden die stoffmärkten aus. Die Entwicklung der Rohstoff Repräsentanten der Regierung und die Repräsen- preise in der allerjüngsten Zeit ist ein Beweis das tanten der Regierungsmehrheit teilnehmen. Diese für. Freilich ist die abisierte Refordernte in den Vorlagen werden dem Parlament erst nach die sen Verhandlungen vorgelegt werden, von denen angenommen wird, daß sie zu einer Annähe rung der Ansichten führen werden. Amtlich: Eine Anregung Prag. Zu den Nachrichten einiger ausländischen und hiesigen Zeitungen über die Anregung, Lord Nunciman nach Prag zu entfenden, erfährt das Tsch. P.-B., daß es sich in Wirklichkeit um die Anregung handelte, daß eine herragende britische Persönlichkeit nach Prag komme, welche die sudetendeutsche Frage an Ort und Stelle studieren würde. Ueber diese Anregung wurde erwogen, doch ist bisher keine Entscheidung darüber getroffen worden. Die Londoner amtlichen Stellen lehnen es ab, die Nachrichten zu bestätigen oder zu dementieren, daß ein Berater nach Brag entfandt werden könnte, der in Angelegenheit der Sudetendeutscher seine Hilfe anbieten würde. Aus. ländische Beobachter führen in Betrachtungen über diese Möglichkeit Lord Runciman für diese Funktion eines Beraters an. genkomplex von der tschechischen Regierung mit dem britischen Berater und mit der Sudetendeutschen Partei verhandelt werden würde, zu dem Zwecke, daß ein Kompromißantrag ausgearbeitet werde, der dann dem Prager Barlament vorgelegt werden könnte. Darauf würde dann London Verhandlungen zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland über einen Nichtangriffs patt vermitteln. Während der ganzen Zeit dieser Berhandlungen mußte fich Deutschland jeglicher Eingriffe und jeder Ein. flußnahme enthalten. Vereinigten Staaten das gehört zu den Un glaublichkeiten des Kapitalismus eine gewisse Gefahr. Diese besteht darin, daß die Getreidepreise auf den Weltmärkten sinken werden( bei uns ist das infolge des Getreidemonopols nicht möglich). Brag. Montag nachmittags um 16.30 Uhr so daß eine weitere Abschwächung der Konsum wurden die Beratungen des Ausschusses der politraft der landwirtschaftlichen Bevölkerung eintres Nach anderen Londoner Informationen des tischen Miniſter aufgenommen, die den aktuellen ten kann. Der entscheidende Unterschied gegenüber Tich. P.-B. aus verläßlichen Quellen sollte die bri- Fragen der Nationalitäten- Politik gewidmet wa- 1929 besteht jedoch auf den de re dit märften. Die konkrete Aufgabe Runcimans tische Anregung verwirklicht werden, falls die gegen ren und in denen die Anregungen und Bemerkun- Die Weltfrise des Kapitalismus hat ihre besonLondon. Montag Abend wurde, wie das Tsch. wärtigen Verhandlungen der tschechoslowakischen Re- gen des sechsgliedrigen parlamentarischen Koali- dere Verschärfung und ihre eigentümliche Charats P.-B. meldet, von gutunterrichteter Seite erklärt, gierung mit der sudetendeutschen Partei scheiterationsausschusses zu den Vorschlägen des Ausschus- teristik erfahren durch den Zusammenbruch der in daß Lord Runciman sich bereit erklärt hat, und falls die tschechoslowakische Regierung ihre Zu- ses der politischen Miniſter betreffend die Löſung ternationalen Kreditwirtschaft. Diese Gefahr ist die Funktion eines Beraters bei den Verhandlun ſtimmung erteilt bezw. falls sie selbst eine Einladung der Novellierung des Sprachengeſetzes und einer heute nicht vorhanden. Die internationale Vers gen über die Lösung der deutschen Frage in der an einen britischen Berater ergehen ließe. Das ist ganzen Reihe von Fragen der Nationalitäten schuldung ist seit 1929 starf zurüdgegangen. Nach Tschechoslowakei anzunehmen. Die Tätigkeit des so zu verstehen, daß eine Verwirklichung der An- Politik geprüft wurden, die in einem legislativen der Statistit des amerikanischen Schabamtes ist britischen Beraters soll, wie man jezt erklärt, regung nicht in Frage käme, falls die gegenwärtigen Gesamtwert, in dem sogenannten Nationalitäten- die Kapitaleinfuhr nach USA, d. h. die Rückzah= statut der Tschechoslowakischen. Republik, zusam lungen von Kapitalien, größer als die Kapital nicht etwa erst nach einem eventuellen Scheitern Verhandlungen einen positiven Abschluß finden. der jezigen Verhandlungen, sondern sofort eins Was den Standpunkt Frankreichs anbetrifft, mengefaßt sind. ausfuhr, d. h. die Neuverleihung von Kapital. setzen, und zwar gerade deshalb, damit man dem wird in Londoner politischen Streisen behauptet, daß Der Montag- Vormittag war weiteren Bes Für 1937 allein wird dieses Saldo der Vereinig Scheitern der Verhandlungen und eventuellen es gegen den britischen Vorschlag feine Einwendun- ratungen mit den politischen Parteien gewidmet. fritischen Situationen, die auf diese Weise ent- gen erhebe, falls einige Voraussetzungen erfüllt Der Vorsitzende der Regierung empfing eine D. leſtehen könnten, zuvorkommt. Auf die Weiſe würde. wären. Es iſt ſelbſtverständlich, daß dieser Schritt nation der Slovatischen National- Partei und den ein für die britische Politit typischer Schritt zur von der Neutralität aller Großmächte, also auch Sdp- Abgeordneten Kundt. *) Eine Reihe der hier angeführten Ziffern ist einem ausführlichen Bericht der Reichs- Kredit- Ge sellschaft( Berlin), entnommen. «Seite 2 Dien»«»,. 28. Juli 1038 Nr. 173> ten Staaten auf 812 Millionen Dollar geschäht. Ebenso überschreiten in England die Riickznhlun- gen von ans Ausland gegebenen Krediten die Neuverleihungen. In den Jahren 1036-38 haben diese Rückzahlungen nach einer Berechnung von Robert KinderSleg 188 Millionen Pfund betragen, denen nur 112 Millionen Pfund Neuverleihungen gegcnÜberstehc». Obwohl also nut einer neuen Krise von den Ausmatzen jener von etwa 1030-34 gegenivärtig nicht gerechnet werden kann, müssen alle Matznah- mcn getroffen werden, um den Rückschlag in der Weltwirtschaft zu überwinden. Mit großer Initiative ist auch jetzt Präsident Roosevelt vorgegangen. Seine Maßnahmen erstrecken sich:.auf 1. verstärkte Verflüssigung der Kreditmärkte, ko daß Industrie und Landwirtschaft billige Kredite bekommen. 2. direkte Ankurbelung durch öffentliche Ausgaben. 3. den Versuch einer Belebung der privaten Wirtschaft. 4. Steuererleichterungen, um die Wirtschaft zu fördern. Auch in der Tschechoslowakei müßten eine Reihe von Maßnahmen getroffen werden, um so mehr, als durch die. Politik der SdP, die alle Rücksichtnahme auf die Wirtschaft und die Lcbensintcressen der arbeitenden Bevölkerung im sudctcndeutschen Gebiet vermissen läßt, die wirtschaftlichen Verhältnisse im deutschen Grenzgebiet eine fühlbare Verschlechterung erfahren haben. Auch bei uns müssen öffentlich» Jnvestittoneü in großem Matze unternommen werden. Es sei nur an den Antrag der tschechischen und deutschen Sozialdemokraten im Parlament erinnert, der angcnomtnen, aber noch nicht durchgeführt wurde Md dessen Durchführung nun zu betreiben wäre. In den monatelangen Verhandlungen, die über die nationale Frage geführt lverden, sind die wirtschaftlichen Maßnahmen, die erforderlich wären, etwas in den Hintergrund getreten, und cs wäre nun Zeit, nicht nur an die politischen, sondern auch an die wirtschaftlichen Bedürfnisse des sudetcndeutschen Gebietes zu denken. Neben de» öffentlichen Arbeiten, die im deutschen Gebiet unternommen werden müßten, gibt e» auch Möglichkeiten einer industriellen Belebung sowohl durch Förderung des Exports auf auch durch Anlage von neuen In« jduftrien. Da» bedarf allerdings einer politischen Beruhigung, die so wie in der Weltwirtschaft alS auch in der Wirtschaft der Tschechoslolvakei, insbesondere im sudetendeutschen Gebiet, sich günstig auSwirkcn würde. Netas Im Rundfunk Minister für soziale Fürsorge Ina. N-^Las hielt am Sonntag. im RundfMk eine Rede, in welcher er an die Kundgebung des verstorbenen Präsident-Befreier» T. G. Masaryk zum z:hn- jährigen Staatsjubiläum im Jochrc 1028 un- knüpfte, in der dieser betonte, daß die tschechische Frage eine Weltfrage darstelle und daß der Staat Weltpolitik treiben muß, daß aus der Politik jeglicher Chauvinismus auf beiden Seiten ausgeschlossen werden muß und daß nicht nur den Deutschen, sondern auch den anderen Minderheiten die demokratische Gleichberechtigung zuteil, werden soll, daß aber jeder, der die gleichen Rechte verlangt, Ouch die gleichen- Pflichten loyal erfüllen und die Gesehe und die Verfassung respekti-ven muh, den mit denen,. die grundsätzlich gegen die Republik und gegen di« Demokratie.sind,..ist..»in Uebereinkommen nicht möglich. Die Demokratie gelte aber nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaftend in. der Sozialpolitik-und die Humanität sei keine Philantropic oder Almo- scntum, sondern finde in der Entschlossenheit ihren Ausdruck, durch di« Gesetzgebung jedem Bürger einen anständigen Lebensunterhalt zu ermög- lichen. auf die Grundmauern niederbrannten. Autos, die von den Exzedenten in der Stadt oder in der Umgebung überrascht wurden, wurden überfallen und zertrümmert. Für ganz Haifa wurde eine Verordnung«lassen, durch die allen Einwohnern ohne Ausnahme verboten wird, die Häuser zwischen 7 Uhr abends und 6 Uhr früh zu verlassen. Alle nach Haifa führenden Wege wurden verbarrikadiert und sind betvacht. Die Telephonverbindung mit dem Binnenland ist unterbrochen. Ueber ganz Haifa wurde der Belagerungszustand verhängt und starke Militärpatrouillen, die ständig durch die Stadt marschieren, haben eine ver« hätnismäßige Ruhe hergestellt. ES kam zur Verhaftung einer Reihe von Juden, die im Verdachte stehen, Angriffsabsichten zu haben. In Jaffa haben die Araber den Generalstreik zum Zeichen des Protestes gegen das Dorgehen der Sicherheitsorgane eröffnet. An der Grenze zwischen Jaffa und Tel Aviv kam«S Montag zu zahlreichen Gewalttaten, wobei rin Araber durch einen Revolverschuß getötet wurde. Starke Militärpatrouillen bewachen den Rayon beider Städte, um Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern zu verhindern. Britische Flugzeuge patrouillieren in dem gesamten Gebiet, dessen Bevölkerung höchst erregt ist. Deir letzten Meldungen zufolge setzt die Polizei die Nachforschungen nach den Urhebern des heutigen Attentates fieberhaft fort. Die Ergebnisse der Nachforschungen werden jedoch streng geheimgehalten. ES «st lediglich bekannt geworden, daß der Mechanismus der Bombe sehr genau war. Mit Rücksicht auf den AuSnahmSzustand in Haifa wurde eine Verfügung erlassen, daß sämtliche Schiffe, die Montag in Haifa vor Anker gehen sollten, in Tel Aviv anlegen müssen. Infolge de» Attentates kam es in Nordpalästina und im Gebiete von Tiberias zu Gewalttaten, bei denen drei Juden getötet und sieben schwer verletzt wurden. Nach amtlichen Meldungen wurden Montag in ganz Palästina 30 Araber und drei Juden getötet und 46 Araber und 14 Juden verletzt. vürzerlcriessrustand in Palästina Haifa. schen Geschäften in Brand steckte, von denen vier bis markt wurde Montag vormittag» eine Bombe ge worfen. Nach einer Reuter-Meldung wurden 3i> Personen getötet und 48 verletzt. Die Bomben- explosion fand ungefähr an derselben Stelle statt, wo schon am 7. Juli ein Attentat verübt worden war. D« Anschlag hat unter der Bevölkerung zu ein« Panik geführt. Der Verkehr in den Straßen ist lahmgelegt. Die Bombenexplosion hat in der ganzen Stadt eine große Erregung verursacht. An verschiedenen Stellen kam rö zu Zusammenstößen, bei denen rin Jude getötet und viele Personen verletzt wurden. Patrouillen von Matrosen durchziehe«« dir Stadt. In den letzte» drei Tagen wurden insgesamt 1500 Personen verhaftet. In der Nähe von Nazareth sind zwei Araber erschossen aufgefundrn worden, am Berge Karmel bei Haifa ein Jude. Außerdem brachen in Haifa Montag neun Brände aus. Haifa befindet sich jetzt im Be lagerungszustand. Den letzten Meldungen zufolge wurden durch Steinwürfc mehr als 50 Personen verletzt und 6 getötet. SamStag explodierte in einem Kraftwagen der vor einem der eleganten Kaffeehäuser von Tel Aviv stand, eine Bombe. Sieben Personen wurden verletzt. Kairo. Meldungen aus Palästina zufolge seien in Haifa jüdische Geschäfte und Warenhäu ser in Brand' gesteckt worden. Bier Warenhäuser seien bereit- von den Flammen zerstört worden. Sämtliche Straßen nach Haifa seien gesperrt und die Telephonverbindungen mit dem Innern des Landes unterbrochen. In Jaffa sei Generalstreik auSgerufen worden. Die Zwischenfälle in der Zone zwischen Jaffa und Tel-Aviv nehmen immer mehr zu. Ein arabischer Fußgänger sei durch Re volverschüsse getötet worden. Haifa.(Reuter.) Die Nachricht von der Ex« plosioir einer Bonche auf dem Marktplatz von Haifa verbreitet sich rasch; im ganzen Lande kommt es z«« BergeltungStaten, besonders aber in Haifa, wo die erregte Menge eine Reihe von jüdi« Einrückung schon nach sechs Stunden I In der Sammlung.der Besetze und Verordnungen erschien die Regierungsverordnung vom 15. Juli über die Aenderung und Ergänzung der Wchrvorschriften. Die neu« Verordnung bezieht sich insbesondere auf die Bestinunungen über die Ableistung der Waffenübungen sowie auf dic EinbcrufungSkarten und den Amtsweg bei der Zustellung dieser EinberufungSkarten, ferner auf die Präsentierung der nach dein allgemeinen Einrückungstermin assentierten Wehrpflichtigen, aus Gesuche um vorzeitigen Antritt de» Präsenz- diensteS, aus Gesuche um Aufschub der Waffenübung, wo das NationalverteidigungSministerium Personen, die dauernd in« Ausland wohnen und d, i 32. Lebensjahr überschritten haben, von der Ableistung der Wassenübung überhaupt entheben kann. Versäumt eine Person die Wassenübung infolge Erkrankung ununterbrochen durch mehr als 14 Tage oder mit Unterbrechungen durch mehr als 28 Tage, hat sie die Wassenübung in der nächsten UebungSpcriode fortzuschen. Versäumnisse durch Krankheit bis zu 14 Tagen werden nicht ersetzt. Dauert die Versäumnis länger an, ist die ganze Zeit sofort nach Schluß der Wassenübung zu ersetzen. Reservisten und Ersatzreservisten «verden zu Waffenübungen mit EinberuftingS- karten einberufen, die für Mannschaftspersone«« auch als Fahrschein gelten. Der Antritt der Wassenübung lautet in der Regel auf einen be- stimmten Tag, ausnahmsweise auf Sofortantritt. Neu ist die Bestimmung, daß bei Sofortantritt der Waffenübung der Einberufene s p ä t e st e n S sechs Stunden nach Zustellung der Ein- berusungskarte sich zu seiner Truppenformation zu begeben hat. Die Verordnung ist am Tage der Kundmachung in Kraft getreten. Spenden für die Staat»v«t«idiguns. Der Jubiläumsfonds für die Staatsverteidigung erreichte gemäß dem Ausweis des Arbeitsausschusses am SamStag, den 28. Juli, KC 891,803.522.—, er hat sich also seit Freitag uin KC 8,005,144.— erhöht. Die Zahl der Spenden stieg um 2707 auf insgesamt 138.808 Personen. 88 j Zwischen| Mann und Kind Roman von LUI K 8 r b• r M „Später, Franzl, jetzt sitzen wir doch beim Essen. Und du erzählst dem Herrn Doktor gar nicht, daß auch Robert zeichnen kann." „Ja, der ist aber vier Jahre älter als ich," kogte Franzl unbeirrt.„Und dichten kann er nicht. Hören Sie, Herr Doktor:„Leider haben wir keine Kleider, sagte einst ein Bögelein." Das ist das Gedicht von mir.„Leider haben wir keine..." „Du gib' acht, fetzt stoßt du mich mit den Füßen," knurrte plötzlich Werner.„Er kommt ganz aus dem Häuschen, wenn ihm zufällig je- niand zuhört." Werner sprach es in die Luft, aber doch irgendwie zu Dr. Gehler. „Das ist mein großer Bruder, ein neidiger Kerl," erklärte Franzl.„Der ist fast doppelt so alt wie ich, zweimal acht«nacht sechzehn und er ist fünfzehn und einhalb. Deswegen macht er sich so Patzig." „Ich werde dir bald zeigen, wer sich patzig macht!" „Hören Sie, Herr Doktor," rief Franzl triumphierend,-„jetzt droht er mir, da» ist kein Kunststück einein Kleinen zu drohen, das kann jeder. Dabei habe ich im Aufsatz„sehr gut" und er nur„genügend". Wissen Sic, er hat einen Aussatz geschrieben:„Was du ererbt von deinen Vätern hart, erwirb es, um es zu besitzen". Wissen Sie, Herr Doktor, warum„hart"? Ein Bub hat e» so von der Tafel abgelesen. Er hat sich geirrt." „Fra««zlk" stammelte die Mutter verzweifelt, „willst du nicht ein paar Radieschen?" „Ich will kein ParadieSchcn, sondern ein Höllchen," sprach Robert nachdenklich. «Sie müssen wissen," fuhr Franzl fort,„es heißt„hast", aber ein Bub, da» ist der Holubek, er hat ein Motorrad, da» ist der Freund von Werner, Werner ist«nein großer Bruder, der da sitzt..." ,«Holubek ist nicht mein Freund," zuckte Werner die Achseln. „Nein, er ist sein Freund, er nimmt ihn auf die Hutschen hinten auf dem Motorrad, sie fahren herum, statt in die Schule EU gehen." (Die Mutter hörte erschrocken zu— woher der Kleine das alle» wußte?)„Dieser Holubek hat auf der Tafel..." „Franzl, ich glaube, er ist Zeit, daß du zu Bett gehst," spielt« die Mutter ihre letzte Karte au». „Nein, heute ist Feiertag, wir haben Besuch," sagte Franzl» er fühlte sich scheinbar durch die Anwesenheit Dr. Gehler gestützt.„Ueber« Haupt geht die Uhr vor." „Sie geht um sieben Minuten nach," berichtigte Werner.„Und außerdem bist du schläfrig. Wenn einer so viel redet, ist er schläfrig." „Ich habe noch Hunger," erklärte Franzl. „Mutter, darf ich einen Apfel essen? Herr Doktor, Men Sie von dem Wilhelm Tell gehört, wie er von dem Kopf seine» Buben einen Apfel äh* geschossen hat? Der Lehrer hat«» un» erzählt. Unser Lehr« ist ein Ekel, er kann mich nicht au»- stehen, obschon ich so gut lerne." „Erzähle nicht immer, was du kannst," sagte die Mutter streng.«Herr Doktor, bitte, noch etwa» Weintrauben? Robert, da» Telephon läutet." Wie einfach war plötzlich alle» geworden. «Mutter, die Tante Wally." Irgendwo in Frau Martha regte sich ein Gefühl der Peinlichkeit. Ach ja, Hans Kandier! Ader heute erschien er ihr nur komisch. Daß sie solche Kleinigkeiten tragisch nehmen konnte! Ihre Stimme war so froh und klingend, daß Wally sie fragte:„Was hast du denn heute?" Als sie zurückam, hielt Dr. Geßler FranzlS Zeichnungen in den Händen und der Bub stand vor ihm und sagt« auf: „Leider haben wir keine Kleider. Sagte einst ein Bögelein. Das andre spricht: Du dummer Wicht. Die Menschen haben Pelz und Hut Und haben's ninmier gut." '„Aber das ist doch wirklich sehr lieb," lobt» Dr. Geßler.„Sehr lieb, Franzl. Hast du noch mehr Gedichte?" „Leider nicht," sagte Franzl,„aber wenn Sie wollen, mache ich Ihnen auch eines mit einer Zeichnung. Möchten Sie vielleicht ein Auto haben? Oder ein Hau»? Ich habe für die Mutter ein Haus gezeichnet, das, werde ich ihr schenken, wenn ich groß bin." „Was du willst. Und loas soll ich dir schenken?" „Mir?" Die Augen des Buben blitzten auf. „Warten Sie, ich«nuß mir überlegen, was ich mir am«neisten wünsche. Ich glaube ein anständige» Taschenmesser, und einen Photoapparat und Skier." „Franzl, du bist aber unbescheiden!" rief die Mutter. „Also, ein Photoapparat ist für den Winter gar nicht»," meinte Dr. Geßler.„Und Skier—< wäre es nicht besser, lvenn du mit Schlittschuhlaufen anfingest?" „Aber Werner läuft Ski," sagte Franzl vorwurfsvoll. Na ja, aber du hast doch selbst gesägt, daß Werner fast doppelt so alt ist al» du, nicht? Skiläufen ist sehr anstrengend für so einen kleinen Kerl." Maus tschechische■ Selbstverwaltungs-Organisation , In Pilsen fand Sonntag der konstituierende Kongreß einer neuen Organisation der Gebiets-Selbstverwaltung des Lande» Böhmen statt, an dem zahlreiche Vertreter von Bezirken, Städten und Gemeinden teilnahmen. Bürgermeister Abg. Pik begrüßte den Kongreß und betonte, daß die Stadt Pilsen die Anregung zu einer einheitlichen Organisation der Selbstverlvaltung gegeben hat. Auf dem Gebiete der Selbstverwaltung dürfe es keine parteimäßigen Spaltungen geben» die Bevölkerung muß gemeinsam al» vorbildliche» Ganzes auftreten. Obermagistratsrat Dr. Saftk au» Prag referierte hierauf über; di« Leitung uns die Aufgaben des Böhmischen' Landesverbandes der Gemeinden, Städte und Bezirke. Landesau»« schußbeisther MachäLek berichtet« Wer die Aufgaben der Selbstverwaltung unter den gegenwärtig gen Verhältnissen, worauf Sekretär Netolickh über die sozialen Aufgaben der Selbstverwaltung sprach. Zum Vorsitzenden dev Verbände» wurde Professor Al. Zipek-Prag, zu Stellvertretern wurden Abg. Stüla-Prag, Dr. Jekäüek-Prag und Abg. Oliva gewählt. Zum Vorsitzenden der Gemeindesektion wurde LAB. MachäLek, zum Vorsitzenden der Städtesektion wurde Bürgermeister Soumar-Ta- bor und der Bezirkssektion LAB. Smejkal gewählt. Für die SelbstverwaltungSbraintenschaft wurde de« Zentraldireltor der Stadt Pilsen Dr. Kkij in den Ausschuß gewählt. Osusky bei Bonnet Pari». Außenminister Bonnet empfing Montag abends dei« tschechoslowakischen Gesandten Dr. O s u s k h, mit dem er hauptsächlich die Folgerungen aus den Pariser Gesprächen Lord Halifax' mit Daladier und Bonnet in der vergangenen Woche lind ihre praktischen Beziehungen zu den aktuellen Fragen und Ereignissen besprach. Newton bei Hodia Prag. Der Vorsitzende der Regierung, Dr. Milan HodZa, empfing lvtontag vormittag» den britischen Gesandten in Prag, Newton. Oslo-Gruppe für Frieden und Völkerbund Kopenhagen. Die Konferenz der sieben Außenminister der Oslo-Gruppe hat Sonntag mittag ihre Arbeiten beendet. Ueber da» Ergebnis der Konferenz heißt es in einer amtlichen Verlautbarung u. a.i Die sieben in Kopenhagen vertretenen Länder sind bereit, aktw an allen internationalen Bestrebungen für ein« Versöhnung mitzuwirken, beseelt vom Geiste der Unabhängigkeit gegenüber den verschiedenen Mächtegruppen. Sie werden die Bestrebungen für den Abschluß einer internationalen Abrede» für Beendigung del Rüstungswettlauf» unterstützen, insbesondere ein Abkommen über di« Probleme der Luftbombarde- inent». Die Regierungen der sieben Länder werden ihre Teilnahme an der Arbeit de» Völkerbünde» weiter fortsetzen. Die Minister verabredeten die Fühlung untereinander zur Erörterung von Fragen gemeinsamen Interesse» aufrecht zu erhalten. Jir Verbindung mit der bevorstehenden Versammlung des Völkerbundes werden sie«ine Zusammenkunft abhalten. „Ich bin sehr kräftig," sagte Franzl,«diese» Jahr nehme ich auch keinen Lebertran mehr." „Gewiß, ein schwacher Bub kann doch auch nicht Schlittschuhlaufen." „Der Eintritt am EiSlaufplah kostet aber Geld," meinte Franzl,„und wir müssen sparen." „Also darüber reden wir einmal allein unter vier Augen. Und als Volksschüler wirst du doch auch Ermäßigung bekommen." «Franzl," sagte die Mutter und zeigte aus die Uhr.„ES ist zwanzig nach ,.." Franzl stand ungern auf.„Und Robert?" fragte er. Er reichte Dr. Geißler die Hand. „Also, leben Sie Wohl, es hat mich sehr gefreut." (Diesen Satz hatte er oft von der Mutier gehört.)„Und wenn Sie mir wirklich ein Taschenmesser schenken wollen, bitte mit einer doppelten Klinge. Vielleicht ist auch ein Korkenzieher dabei. Und wegen der Schlittschuhe muß ich e- mir überlegen." Dr. Geßler hielt ihn mit beiden Amen fest: „Schlaf Wohl, mein Bub!" An der Tür drehte sich Franzl um: „Kommst du bald, Mutter?" Werner erhob sich: „Ich habe noch zu arbetten, Mutter. Entschuldigen Sie, Herr Doktor." „Ich glaube, wir sitzen gemütlicher im Arbeitszimmer," schlug Martha vor und stand auf. „Robert, es ist besser, du gehst auch zu Bett, sonst gibt Franzl keine Ruhe. Wenn er nur einschläft," wandte sie sich besorgt zu Dr, Geßler. „Er war so übermütige Es ist furchtbar, daß er sich immer so produzieren muß. Der Lehrer hat sehr über ihn geklagt." „Und dabei ist er ein reizende» Kind," lächelt« Dr. Geßler,„sehr aufgeweckt, nur machen ihn die beiden großen Brüder unsicher.* 8 Fortsetzung folgt.). 5. つど 3. τα 11 er は t. n HEE r. en HE en ag his rs ets er ng g en. Sug Des ein Des ten Don ers Den ine TeB uch ber 1." ter och uf ?" nd. t." ges 112 ten das mir men nts Ars uf. ett, eins Ier. Ser hat Täs hen Mr. 173 Dienstag, 26. Juli 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Grandioser Verlauf des Teplitzer Bezirksarbeitertages Tausende demonstrieren in Kleinaugezd Der Bezirk Teplitz hatte schon viele Jahre fein solches Fest! Das war die allgemeine Mei nung der Funktionäre über den am Samstag und Sonntag in der fleinen schmuden Gemeinde Kleinaugezd abgehaltenen Bezirksarbeitertag des Parteibezirkes Teplitz- Schönau. Kleinaugezd wird seit dem Jahre 1910 von den deutschen Sozialdemokraten in mustergültiger Weise verwaltet. An der Spizze steht der Bezirksvertrauensmann der DSAP, der Glasarbeiter Anton Lippert als Vorsteher. Es ist erstaunlich, wie sauber und nett der Ort hergerichtet wurde; gepflasterte Straßen, schöne moderne Wohnhäuser, eine herrliche Schule, gepflegte Anlagen und ein Sportplay, ein idealer Bart, durch den Fleiß der Arbeiter entstanden, ale stolzes Besißtum der Gemeinde! Ordnung! Sier ist sie! Arbeiter haben sie geschaffen! Dazu haben sie noch Schulden abgestattet und leiten heute eine finanziell gut fundierte Kommune. Die Arbeiter und Angestellten des Bezirkes Teplitz- Schönau statteten Kleinaugezd einen Dant ab, den es wirklich verdient. Nach den Wahlniederlagen stolze Festtage, die alle Erwar tungen übertrafen. Wen erhob nicht das stolze Gefühl: Wir sind innerlich gesund! Wir sind stärker und härter geworden! Im Festort Fahnen, Transparente, geschmückte Häuser; auf dem Festplatz zehntausende Fähnchen, große rote Banner, weit ins Land leuchtende Parolen: Es ist eine Ehre, So zialdemokrat zu sein! Am Samstag abends strömten die Massen zusammen; aus allen Dörfern famen sie, um teilzunehmen an der Abendfeier. Die Staatshymne erklang, die Flagge der Republik stieg, von Scheinwerfern beleuchtet, auf dem hohen Maſt in den nächtlichen Himmel.. Wacht auf Verdammte dieser Erde! Die rote Fahne der Partei erhob sich über den Massen. Stürmischer Jubel begleitete diesen feierlichen Aft. Nun sprach Hegenbart, der Sekretär des Bezirkes. Dank und Gruß an die tapferen Freiheitskämpfer... Ihr habt euch gut geschla gen. Heute beweisen wir unsere Kraft und Stärke. Dann trat ans Mitrophon der Senator des Wahlkreises Dr. Carl Heller Stürmisch begrüßt, führte er aus: Unsere Feste waren stets Kampftage. In erhöhtem Maze gilt das von den Festen in dieser jezigen so ernſten und bedrohten Zeit. Sie sind der Ausbrud der Verbundenheit und der Kampfentschlossenheit der Arbeiterschaft. Der Gegner steht flar vor uns. Es ist der Faschismus. Das Wesen des Faschismus besteht aber in der Aufrechterhaltung der fapitalistischen Wirtschaftsordnung, die sich durch die aufsteigende Arbeiterbewegung bedroht gefühlt hat. Seite 3 Japanischer Vorstoßeval bei Hukau Hankau.( DNB) In der Nähe von Ku ang find am Sonntag einige Tausend Japaner am Westufer des Bojangjees an Land gegangen. Weitere achttausend stehen mit über hundert feln wir daran, daß, wenn es zum Kampfe kommt, Tanks am Ostufer des Sees bereit, um in der Nähe unsere Sache siegen wird. Dann aber wollen wir nach von Hutau zu landen. Wie weitere Nachrichten der uns so aufgenötigten Pause- unser hohes Biel, besagen, antern zur Zeit etwa fünfzig japanische die große Idee im Auge wieder an den Neubau Kriegsfahrzeuge auf dem Yangtse in anmtitel unserer Wirtschaftsordnung herangehen und, nachdem barer Nähe des neuen Operationsgebietes, mit wir das gleiche Recht der Völker gesichert haben, auch deren Eingreifen im jeden Augenblick gerect.net um das gleiche Recht der arbeitenden Menschen wird. Zur Vorbereitung der Landung bombarfämpfen, denen nur die Demokratie und der Sozia dierte eine große Anzahl japanischer Flugzeuge liemus die Sehnsucht nach einer sozial gerechten und die chinesischen Stellungen am Yangtse bis Kulassenlosen Gesellschaft au stillen vermag. Das ist der Sinn der heutigen Kundgebung, in deren Geiste Tage lang, wobei ein Fluggeschwader das andere tiang flußaufwärts ohne Unterbrechung zwei wir, unsere prächtige Jugend voran, morgen wieder ablöste. Das Bombardement der stärkeren chine Die Kundgebung eröffnete Hegenbart mit in den Kampf ziehen werden. Unser Leben ist hart, fischen Befestigungen wurde durch japanische einem Dank an die Soldaten der Partei für den aber was wäre es ohne die befreiende Idee des So- Striegsfahrzeuge unterstützt mit dem Erfolg, daß bravourös geführten Wahlkampf und mit aner- zialismus! Ihr gehört unſer Herz, ihr unser letter sämtliche chinesische Befestigungen zum Schweigen fennenden Worten für die Aufbauarbeit in Klein- Atemaug. gebracht und ihre Besagungen aufgerieben wirs augezd. den. Dann begann die Landung der Truppen. Eine nach Kiutiang marschierende Kolonne hat bereits am Montag nachmittags die Nähe von Siufiang erreicht. wig Czech, der es sich hatte nicht nehmen lassen, von Brünn nach Kleinaugezd zu kommen. Immer wieder grüßten ihn die Massen mit erhobener Faust. Freiheit! Freundschaft! Dr. Czech hielt die Festrede. Immer wieder von lebhaften Beifallsfundgebungen unterbrochen, umriß Czech die gegenwärtige politische Situation und zeigte auf, welche Aufgaben wir zu erfüllen haben. Sein Appell flang in folgendem Bekenntnis aus: Die Massen stimmten begeistert in das GeLöbnis ein, damit auch dem Manne Dant fagend, der durch ein Menschenalter im Dienste der Bewegung stand und soviel für die arbeitenden Menschen geleistet hat. Der Nachmittag war ausgefüllt mit sports lichen Darbietungen des Atus und der M, mit Wir wissen, was auf dem Spiele steht und daß Spielen und Gruppen der Falken, die Jugend es um unser Schicksal, um das Schicksal der Bewe tummelte auf dem weiten Rund, ein Konzert ungung, um das Schicksal der Demokratie und der Frei- terhielt die tausenden Gäste. Es war ein erhebenheit, um unser Land geht. Keinen Augenblid awei- der, ein stolzer Tag des Teplitzer Bezirkes! Leser sagen der„, Deutschen Presse Gegen den Nationalsozialismus und gegen Gleichschaltung halb ungern veranlaßt, Leser- Briefe zu zitieren, Die Deutſche Preſſe" ſieht sich halb gern. in denen dem ehemals christlichsozialen Organ applaudiert wird, weil es leßthin eine deutliche Schwenkung gegen den Nationalsozialismus Wirken und Auswirkungen in Desterreich. In machte, allerdings vorläufig nur gegen dessen verschiedenen Briefen, deren Inhalt und Ton die Haltung der Deutschen Presse" in den leztvergangenen Monaten durch die Blume schärfstens verurteilt, heißt es da unter anderem: .., Ich beglückwünsche die Schriftleitung zum Leitartikel vom Sonntag. Viele Leser haben direkt aufgeatmet. Endlich wieder einmal etwas Katholisches. Man will ein katholisches Blatt haben, das zu den Ereignissen in katholischem Sinn Stellung nimmt... Daß die nationalsozialistische Weltanschauung für Ratholiken ganz erträglich sei, barf ein Katholisches Blatt feinen Lefern nicht ein reben." die Wahrheit 66 Saargebiet gemacht hat und was dann nach der Abstimmung geschah: Viele Geist I i che, die sich altiv am Abstimmungskampfe für Deutsch land beteiligt hatten, mußten sogar vor Bürdel nach Frankreich flüchten. Freischärler Im Rücken der Japaner Die chinesische Gesandtschaft in Prag stellt den Blättern einen Bericht über die gegenwärtige Lage auf den Kriegsschaupläßen zur Verfügung, in der es über die Freischärler Kämpfe heißt: In den letzten Wochen war an der gesamten Front eine erhöhte Tätigkeit der irregulären chinesischen Abteilungen zu beobachten. Im Norden der Proving Siangsu lämpfen in den irregu lären Truppenverbänden gegen 300.000 Mann und ähnliche fleinere Abteilungen wurden auch in den Provinzen Schantung, Hopei und Sijuan sowie an der mandschurischen Grenze und haupts fächlich in Mittelchina organisiert, wo eine halbe Million Freiwilliger unter den Waffen steht. In Mittelchina fonzentriert sich der Kleinkrieg südlich So wie die österreichischen Katholiken die schwer ihrer Basis in Lungtan aus angreifen. Diese von Nanting, wo die chinesischen Freiwilligen von ften Enttäuschungen erleben, so würden auch Abteilungen wurden in der letzten Zeit auch mit wir vor Enttäuschungen nicht bewahrt bleiben. Flugzeugen ausgerüstet. Die irregulären AbUnsere Losung mußte im Frühjahr nicht lau- feilungen belagern die Stadt Hantschau, in der ten: ,, wir brauchen nicht katholischer sein als sich eine starke japanische Besatzung befindet. Das Inniper! Unsere Losung hätte lauten müssen, Ziel der Angriffe der chinesischen Freiwilligenso katholisch wie Faulhaber, Galen, Abteilungen sind jedoch Schanghai, Peiping, Preysing und die anderen Bischöfe, so tatho- Tientsin und Taijuan sowie alle chinesischen lisch wie der Papst." Städte, in denen sich japanische Besatzungen be finden. Die letzten Säße gibt die Deutsche Preffe" selber im Fett- und Sperrdruck wieder. Damit polemisiert sie, wenn auch zunächst nur erst ge wiſermaßen im Brieffaſten", mit Prälat Hilgenreiner. Und da i Tokio weicht vor Moskau zurück Tokio. Auch in den am Montag aus dem furzem zu allen Aeußerungen und Handlungen Grenzbezirke Schangfeng einlaufenden Nachrichten ..... Wir haben vom 13. März ange- Silgenreiners Ja und Amen sagte, beginnt die wird die Lage an der mandschuriſch- ſowjetraffiwußt, wie die Entwicklung in Deutsche Presse" so zugleich auch gegen ihre schen Grenze als„ ,, ruhig und entspannt" beurteilt. Desterreich sein wird, weil wir wußten, eigene jüngste Vergangenheit zu fämpfen. Sof- Ein an die Grenze entfandter japanischer Stabswie Bürdel im Saarland vorgegangen ist. Belanni fentlich bleibt sie, unter Vorantritt Kluger Leser, sind die Versprechungen, die er den Katholiken im auch Siegerin gegen sich selbst! Völkische Bäder- Propaganda Fest=" ofizier gibt eine Bestätigung der fortschreitenden Beruhigung. Sowohl die Truppenbewegungen, wie die Befestigungsarbeiten seien eingestellt. " Klagenfurt.( TNB.) Der Stellvertreter Hitlers, Rudolf Heß, führte Sonntag bei einer Gedenkkundgebung für die Toten, die auf österreichischer Erde ihr Leben für Großdeutschland bahingaben", u. a. aus: Das Deutsche Reich bente nicht daran, etwa zwangsiveise fremdes Velfstum deutschem Volkstum einzuverleiben, aber während alle Staaten Europas die Unterle= [ ger" und„ Wallensteins Tod" aufgeführt. Leiter Am Sonntag kam es in Franzensbad dieser Festspiele ist Dr. Mode 3, der fünftige zu einem bezeichneneden Zwischenfall. Der Sdp- Direktor des völliſchen Theaters in Brünn Vor wenigen Tagen starb in Deutschland Emil Abgeordnete 23 o II net veranlagte die seit den Egerer Schillerfestspielen" soll nad einer Ehrung der Dollfuß- Mörder Kirdorf, ein Grozindustrieller am Rhein. Schon im nahme des Franzensbader Anwaltes Dr. Spizer Erflärung des Herrn Dr. Modes, ein zweiJahre 1928 schloß Adolf Hitler mit Emil Kirdorf mit der Behauptung, dieser hätte vor penlein tes Bayreuth" hervorgehen... einen Bund. Kirdorf gab ihm ungezählte Millionen ausgespuckt, der sich an diesem Tage in Marien- Ein Feuerwehrmann tödlich verunglückt. für seine Zwecke und Hitler verzichtete auf alle sozia- bad aufhielt. Dr. Spizer gab vor der Polizei die Die Feuerwehr in Niedereinsiedel len Grundlagen seiner Partei.Er stellte sich restlos eidesstattliche Erklärung ab, daß er zu Unrecht führte am Sonntag in den Morgenstunden eine in den Dienst des Kapitalismus. beschuldigt werde und wurde daraufhin freige- lebung durch, bei welcher der 38jährige TischlerDen gleichen Vorgang sehen wir bei uns. Was lassen. Vor und nach diesem Zwischenfall gab es meister Friedrich Schneller durch einen Sturz dort Hitler und Stirdorf, ist bei uns enlein und einen ,, Entrüstungssturm" der SDP- Leute in den aus fast acht Meter Höhe vom Gerätehausturm es wolle fein deutsches Volkstum aus seinen GrenLiebieg. Die betrogenen Arbeiter werden sehr Straßen Franzensbads, der samt dem Vorfall tödlich verunglückte. Das Unglück geschah beim zen mehr verlieren. Durch die Wiedergewinnung bald einsehen, welchem Irrtume sie verfallen sind. Die auf die größtenteils jüdischen Kurgäste so depri- Abseilen. Das den Feuerwehrmännern zur Verfü- Desterreichs für das Reich habe kein fremdes Volk SdP hat nach den Gemeindewahlen einen zweiten mierend gewirkt haben soll, daß etliche von ihnen gung stehende Seil hat dem Stürzenden schwere un fein fremdes Land in Europa und auf der großen Sieg errungen. Ein erheblicher Teil des Berg- jich zu sofortiger Abreise entschlossen. Verlegungen beigebracht. Schneller wurde ins Welt Schaden erlitten. Ein Strieg, der blühende wertebesizes in Nordböhmen ist in tschechische Hände Bezirkskrankenhaus nach Nirdorf eingeliefert wo Gefilde zur trostlosen Wüste mache und Milübergegangen. Diese Tatsache, welche deutsche ArbeiDas Prager Montagsblatt" geht in andere er aber noch Sonntag gegen Mittag seinen Ver- lionen Menschen hinschlachte, würde nur einen tee Brot und Griſtenz koſten wird, hängt innigſt zu| Hände über. Unter feinem bisherigen Heraus- Tebungen erlag. Schneller ist verheiratet und hin- Sieger fennen, sagte Heß, den Bolschewismus, sammen mit den Methoden der SdP. Unsere Auf- geber und Leiter, Egon Fischer, hatte das terläßt seine Frau mit zwei unversorgten Kingabe ſteht flar vor uns. Ruhige Nerven bewahren und Blatt in der letzten Zeit eine mit seiner Tradition dern. Die Ursache dieses Unglücksfalles soll in genen wären, nie das große Ziel aus dem Auge verlieren! Nie und seiner personalen Zusammensetzung in argem ciner schadhaften Leine zu suchen ſein. Wien. Vor dem Gebäude des ehemaligen mals dem Faschismus die geringste Widerspruch stehende nazifreundliche Politik geKonzession ma che n! Und niemals das macht, die aber die SdP nicht abhielt, ein eigenes beth Weber aus Kaiserswalde machte sich mit Sturz vom Nade. Die 36 Jahre alte Elifa Bundeskanzleramtes auf dem Ballhausplaß wurde Montag nachmittags das Gedenken des 25. Juli große Ziel, das unserer Bewegung Kraft und Montagsblatt ins Leben zu rufen die dritte 1934 begangen. Vor der Turnhalle in der SiebenSchwung gibt, aus dem Auge verlieren, den Sozialis- Prager deutsche Montagszeitung! Die Aussichten ihrem Fahrrad auf die Tour nach Zeidler. sterngasse versammelten sich die Angehörigen der mus! Und endlich stets die Verbundenheit mit den für das Fischer- Blatt wurden immer trüber. In der Serzentinstraße oberhalb der ersten Kurve SA- Standarte 89, die damals in den MittagsArbeitern der anderen Nationen in und außer dem Stürzlich entzog er sich ihnen durch einen mehr- stürzte sie mit dem Rade und blieb schwer verletzt stunden den Angriff auf das Bundeskanzleramt Lande bewahren! Im Kampfe für den Sozialismus, monatlichen Aufenthalt im Ausland. Und nun hat liegen. Der zur ersten Hilfeleistung herbeigerufene und den Wiener Sender durchgeführt haben, zum die Demokratie und die Internationale werden wir sich ein Käuferkonsortium für das Blatt gefun- Arzt aus Zeidler veranlaßte die Ueberführung der Erinnerungsmarsch. Der festliche Bug beden; es besteht größtenteils aus Männern der wegte sich zum Ballhausplaß, wo die damaligen Nun folgten die Uebungen der Re- Rota", bzw. der„ Bohemia", die höchlichst daran Schwerverletzten in das Krankenhaus nach Schluk- Teilnehmer in der nunmehrigen Reichsstatthalpublikanischen Wehr, Straft und interessiert ist, den Druck- Auftrag des Prager tenau. Montag, den 25. Juli, um 8 Uhr früh, ist terei von Dr. Seyß- Inquart, Gauleiter Globoč Disziplin ausstrahlend, und ein Tanzreigen Montagsblatt" nicht zu verlieren, zumal die Elisabeth Weber den erlittenen Verlegungen er- nit sowie von Vertretern von Staat, Partei und unserer Turnerinnen in ihren weißen Kleidern. Rundschau" nach Aussig übersiedelt und auch die legen. Die Ursache des Sturzes wird untersucht. Wehrmacht erwartet wurden. Das rote und blaue Licht der Scheinwerfer be- Zeit", die jetzt gleichfalls bei der Nota" ge= leuchtete ein hinreißendes Bild. Feuerkugeln und druckt wird, vielleicht kein bleibender Stunde ist. Raketen beschlossen die kurze, aber eindrucksvolle Zunächst wurde von den neuen Männern ein ProEröffnungsfeier, an der Tausende in tiefer Er- visorium geschaffen, innerhalb dessen ein„ Bohe mia" Redafteur das Montagsblatt redigieren Am Sonntag Mittag marschierten die Jun- wird. gen und Alten zum Aufstellungsplatz. Ein riesiger Zug bewegte sich durch den Drt. Fahnen, Mujit. Das Grau des Atus, das Blau eine Deputation unserer tschechischen Freunde, ein prachtvolles Bild. Am Haupteingang stand der Abgeordnete des Teplizer Wahlfreises, Dr. Ludsiegen! griffenheit teilnahmen. Barcelona nimmt an Oesterreichs Fahne in Paris Paris. Zu Ehren des ehemaligen österreiLondon.( Havas.) Wie Preß Associa- chischen Bundeskanzlers Dr. Dollfuß wurde Montion" meldet, hat die spanische Regierung den tag unter starter Beteiligung im Dominikaner Die Festspiele in Eger, die in den letzten Plan zur Freiwilligen- Abberufung, der ihr vom floster ein Gottesdienst gelesen. Auf dem che Jahren sich zu einer SdP- Angelegenheit entwvits Nichteinmischungsausschuß übermittelt wurde, maligen österreichischen Konsulate in Paris, wo felten, wurden für dieses Jahr am vergangenen angenommen. Die spanische Regierung hat ledig- nunmehr die Kanzlei für die österreichischen poliNach seiner Ansprache gab es einen Aufmarsch lich eine Reihe geringfügiger Einwendunen ge- tischen Flüchtlinge amtiert, wurde die ehemalige Wallensteinscher Truppen" auf dem Markiplaß macht, welche Einzelheiten dieses Planes be- österreichische Staatsflagge neben der französischen und dann wurden im Burghof Wallensteins Las treffen. Trifolore gehißt. Seift 4 DienStag, 2«. Juli 1938 Nr. 178 Levantefront bleibt stabil Biver.(Ag. Esp.) Nachdem bereits vor zehn Tagen der frontale Angriff längs der Straße Teruel-Sagunto über Barracas hinaus in der Richtung auf Biver-Scgorbia im Feuer der republikanischen Truppen zusammcngebrochcn Ivar, versuchten die Rebellen hintereinander zwei Operationen, die den Zweck hatten, die Riegelstellung der Republikaner durch Umgehung Vorstand zurückzleben. da er bei den„Einiaunol- Verhandlungen" DFB—DDL desavouiert worden sein soll... Sonstige Fuhvallergetnisse. Neudek: DA) gegen DSV Saaz 4:2(8:0),— Komata«: DFK gegen Schwalbe Brüx 7:1(8:0).— Bei, peri: DSK gegen Karlsbader FK 2:3(2:1).— Pardubitz: SK gegen AFK Kalin 7:8(8:0), Röchlitz: DFK gegen DSV B--Leipa 8:4(1:2), Jägern darf: SD gegen DSK Fttudenthas 8:2(4:1).—Preßburg: ESK gegen Gami- sonSteam 9:1(4:0). Ein Fußballspiel ohne BolkSgemeinschaft— aber mit Gendarmerie fand am Sonntag in Pölitz a. E- zwischen dem dortigen bürgerlichen Klub und einem Scticnzer Verein statt. Der„Kampf" ging um die.Erstklassigkeit" und die fiel durch ein 8:8 an die Gäste. Da» gefiel den Volkrgemeinschastleni von Pölitz nicht und versuchten daher den Schiebt, richter und die Seitenzer Spieler zu verprügeln. Herbeigerufene Gendarmerie machte.Ordnung" aus dem gleichgeschalteten Fußball-Walhall. Die tschechoslowakischen Schwimm-Meisterschas. ten, die im Schwimmstadion am Prager Bor- randow au-getragen wurden, endeten in der Pereinsklassifikation mit dem Doppelersolg de» Preßburger Bar Kochba, welcher bei den Männern mit 196 und bei den Frauen mit 109 Punkten den Ee- samftieg davontrug. Bei den Frauen konnten Mi Rekorde verbessert werden, und zwar über 200 Mei« Brust durch Karvele»(Bar Kochba, Preßburg) in 8:18.8 Min. und über 4X100 Meter Freistil durch EPK Prag in 5:27.6 Min. Die sudetendnitschen Schwimmer und Schwimmerinnen batten et vorge- zogen, nicht zu erscheinen und dem Staat-meister i»> Springen,. Leikert(Teplitz), war da» Breslau« Turnfest wichtiger. Der Schwimm-Wettkampf Polen—Finnland in Warschau endete mit dem Siege der Polen mit 91:82 Punkten. Di» Leichtathletik-Meisterschaften von Böhm« gelangten in Bölhn.-Brod zur Aurtragung und siegte in der Klubwertung Sparta Prag mit 116 vor Slavia Prag mit 106 Punkten. E» wurden wohl gute, aber wenig beachtbare Ergebnisse erzielt, von denen der Hammevwurf de» Slavianer» Elia» mit 50.07 Meter erwähnenswert ist. Die tschechoslowakischen Rudermeisterschafte» auf dem Wittingauer.Welt"-Teich brachten dm Brünner Ruderverein und der Prager Regatta Erfolge. Die Leitmeritzer.Germania" hatte ihre Test« nähme im letzten Ai^eiiblick ohne Angabe von Gründen abgesagt. Der Brünner Ruderverein gewann die Meisterschaft im Vierer ohne Steuermann vor EBK Prag und.Brünn" Brünn und Regatta Pro» siegte im Skiff für Neulinge vor KV Äelnit und Dierk Prag. Die Stiffmeistcrschaft gewann Bria (SK Raudnib) und der Achter wurde vom KV Rei« nik vor dem Brünner Ruderverein und TDK Brünn gewonnen. Bei den TrnniS-Meifterschafte« der Tschrche- slowokei in Tabor besiegte im Männer-Einzel Drob« ny mit 2:6, 6:4, 4:6, 6:2, 6:8 Roderich Menzel. DavIS-llup. Jugoslawien gewann gegen Belgien 8:0 imb Frankreich verlor gegen Deutschland in Berlin 2:8. Richt Viel Aufheben» damit zu mache«. Bit Deutsche SchiedSrichtervereinigmur im DFB hat beschlösse».„vorläufig" leine Schiedsrichter für Ligaspiele zu nominieren. Verlanget überall Volkszünder Einst war, so erzählt eine uralte Sage, ein großer Stein, der in ztvci Hälften zerfiel, aut denen Mann und Frau— Bruder rind Schwester — wurden. Die Schwester sehnte sich nach einem Kinde, und sie war klüger als der Bruder. Sie 'zeigte ihm den Weg zu einer Höhle, too er ein Mädchen finden Iverde. Jnztvischen war sie aus Ilmtvegen rasch dorthin gelaufen und hatte sich das Gesicht mit Rutz eingerioben, so daß der Bruder sie nicht erkannte und darum zum Weibe nahm. Seit diesem Tage mutz jedes Tai>alweib tätowiert werden. Nur bei den im äußersten Südasien der Insel wohnenden Stämmen der Ami und Dunum tverden die Frauen nicht tätowiert. Dafür rauchen sie Zigarren, und zwar nach einem streng durchgeführten, ebenfalls auf religiösen Vorstellungen beruhenden Klaffensystem, so daß man das Alter jeder Frau ziemlich genau an der Dicke ihrer Zigarre erkennen kann. Außerdem kauen sie, ebenso wie die Männer, Betelnüffe, die den Zähnen eine siefschwarze, der Zunge und dem Rachen eine blutrote Färbung geben. In der Mitte jede» ihrer Dörfer steht eine Hütte auf ganz hohen Pfählen. Es ist da» Knabenhaus, in dein die Jünglinge M Dorfes vom dreizehnten Lebensjahre bis zum Tage der Heirat die Nacht zubrlngcn müssen, um mit keinem Mädchen in Berührung zu kommen. So leben auf dieser seltsamen Insel, die im 14. und 16. Jahrhundert den Stützpunkt der Pi«, raten bildete,-Jahrtausende alte Traditionen unmittelbar neben den modernsten Erscheinung!!»- men der japanischen Zivilisation. Kirmin Z«.» u yS.b ed i n aunaen: Bei Zustellung in-Sau» oder bei Bezua durch die Pott monatlich KL 17.—, vierteljährig KL 81.—. halbjährig KL' 102.— aanziäbria KL 204-»„l-ra,- w-rv-n wm Ton» billigst betechnet,— Mückstelluna von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.—Die ZettUngrsrankatur wurde von der Post« u. TelegrÄMrekrion mit'Erlaß»t18J00fvff/1980 I. bewilligt-(Äontrollvostamt Praha 25.— Druckerei;^OrbiS", Druck«. Verlags« u. ZettunaS«A.«G. Prag,