et et en 19 19 Herrn ZNC Prof.Dr. Josef Pfitzner Znain Wilsonstrasse 14 27 NAIM motrat Zentralorgan ber Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh/ Ginzelpreis 75 Seller In Rebaltion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Mittwoch, 27. Juli 1938 Aus dem Inhalt: Industrieverschleppung durch SdP Late Aus der Kinderrepublik Zusammenbruch des Fremdenverkehrs Odol politisch Barcelona ist ruhig 11 as em 111 ESEE en, r en pie id the Ots де met MoRunciman soll friedliche Lösung erleichtern Nr. 174 Des Vermittlers Sendung Wenn man die politische Situation, welche durch die bevorstehnde Entsendung des Lord Runciman nach Prag entstanden ist, beurteilen will, muß man sich an die Vorgeschichte dieser Miffion und die Atmosphäre erinnern, aus der heraus diese Entsendung beschlossen wurde. Nach die Tschechoslowakei nicht überrennen fann und daß das sudetendeutsche Problem für das Deutsche Reich wenigstens vorläufig militärisch nicht zu London. Die mit großem Interesse erivats Frankreich und England einig Jine Initiative wie immer, die zu einer Beendis lösen ist. Hitler ist daher zu diplomatischen Mi.teln iite Unterhausdebatte über außenpolitiſche Fra: Der Ministerpräsident schließt sich der Würs sung der militärischen Operationen führen fönnte, surüdgelehrt und die Entſendung des Hauptgen hat Dienstag unter außerordentlicher Beteidigung des Königsbesuches in Frankreich durch ergreife. Falls die britische Regierung nicht ein mannes Wiedemann nach London, sowie die Unligung und sichtlicher Spannung stattgefunden. Sinclair an und sagt, daß er sich nicht an eine chreitet, dann gefchicht dies in biefem gegenwärterredung des deutschen Botschafters Dirdſen mit gische, französische, spanische und japanische Bot berartige Einigkeit aller Klaffen und Barteien igen Augenblick nur deshalb, weil sie überzeugt dem englischen Ministerpräsidenten zeigt, daß giſche, franzöſiſche, ſpaniſche und japanische Bot- erinnern fönne, wie sie sich bei dieser Gelegenhettit, daß der Augenblick für ein erfolgreiches Ein- Deutschland genau weiß, wo der Schwerpunkt der ſchafter, sowie der tschechoslowakische in Frankreich fundgegeben habe. Zum Großteil chreiten noch nicht gekommen iſt.“ muß es den Umstande zugeschrieben werden, Unabhängig von allen Regierungen ist er ausschließlich Berater und Vermittler dem 21. Mai hat Deutschland eingeſehen, daß es Scharfer Angriff gegen die Chamberlainpolitik im Unterhaus Auf der Diplomatengalerie befanden sich der belund der polnische Gesandte. Die ten jae lis rm ind gez lle Sille ift in ges bar ten ift wertvoll, aber eine Politif, die es den Dit. tatoren ermöglicht, ihre Macht baburch weiter ber eis ber ns tet, cis hes teb Fichs für das et Fort äf Qu ins ich nen ufs men ers wen. ers me, das uer ert. об der den Res den Bas Der wie ächs Teits der Slo's jeb ems Bes febl nen Tens nan Jedes Jahr und feber Monat bes Friebenswerk des Friedens. mitteleuropäischen Politit ist, nämlich in London. Das Bestreben Deutschlands geht zweifellos da Die Debatte eröffnete der Zum englisch- italienischen Uebereinkommen hin, auf dem Wege über London die Sudeten daß unsere beiden demokratischen Nationen jagte er:„ Wir können den Standpunkt, den wir deutsche Partei in ihren Forderungen zu unters liberale Oppositionsführer Sir Archibald durch gemeinsame Intereffen und gemeinsame hinsichtlich der Bereinigung der spanischen Fragen stüßen. Der Vorschlag, den die Vertreter Deutsch Sinclair, Ideale eng verbunden sind. ringenommen haben, nicht aufgeben. Andererseits lands in England gemacht haben, ist, wie aus der erklärte: Diese Einheit bildet für sich allein ein festes Boll bedauern wir fief die ständigen Verzögerungen glaubwürdigen Quellen nunmehr hervorgeht, der und wir unternehmen alles, was in unserer Macht gewesen, daß vier Großmächte, und zwar Engsteht, um die Abberufung der Freiwilligen aus land und Frankreich auf der einen, Deutschland Spanien zu erleichtern. Vorausseßungen des ſchlag machen ſollen, der geeignet wäre, den Friemit unser Fehler und Italien auf der anderen Seite, ſich mit der italieni tschechoslowakischen Frage befassen und einen Ver( Zwischenrufe und den Europas zu erhalten und zu festigen. Gegen diesen Vorschlag ist Frankreich aufgetreten, weil in dem Konzert der Mächte die Stimme der durch einen Berteidigungspalt verbunden ist. Aber Spanien noch nicht reif zu erhöhen, daß fie in immer weiteren den Bürgerkrieg in Spanien:„ Man braucht nicht ichen Regierung, daß die Der Miniſterpräſident ſprach ſodann über und es ist dies auch nicht die Gebieten der Welt die Freiheit vererst an die britische Regierung appellieren, damit pattes nicht erfüllt wurden. nichten, bak fie ihre Kriegsmaschine durch die sie die Bermittlung eines Waffenstillstandes oder Gelächter der Opposition.) Scherrschung fletterer Mächte martine durch die Grundlagen des Rechtes, der Geregtigleit und bes internationalen guten Glau- Zur ČSR: Die heikle Situation erfordert Geduld owjetunion gefehlt hätte, mit der Frankreich bens zu untergraben, auf benen allein ber. Friebe Politiken hechoslowakei zu. fprechen und sagte, daß es legen, bevor sie dem Abgeordnetenhause unter verstanden, weil es eine Entscheidung ohne H.n zu werden. breitet werden. Wenn es glüden sollte, zwischen zuziehung der Tschechoslowakei. d. h. ohne Zuden Sudetendeutschen und der tschechoslowakischen ſtimmung der tschechoslowakischen Regierung, Regierung noch vor der Unterbreitung des Statuts nicht wünschte. Deutschland konnte weder den im Abgeordnetenhaus zu einem gegenseitigen Ein- französischen noch den englischen Einwand respekvernehmen zu gelangen, so wäre dies offenbar die tieren. Die Außenpolitik des Dritten Reiches hätte beste Lösung. cinen schweren Stoß erlitten, wenn Rußland am Verhandlungstisch erschienen wäre und die TeilIch glaube nicht, daß es notwendig nahme der Tschechoslowakei hat Deutschland mit für die britische Regierung war, einen der Begründung abgelehnt, daß bei dieser es allzu starken Druck in der Richtung sprechung nur die Großmächte anwesend sein auszuüben, daß die tschechoslowa follen. Wahlen geben, aber fpäter ftellt fie uns vor die ohne befonderes Studium diefer Frage für die Wahl Krieg oder kapitulation. Wenn Bevölkerung in Großbritannien schwierig fei, zu es denen, die das Recht anderer Nationen be- einem gerechten Schluß zu gelangen, wo das Recht brohen, gestattet ist, sich zuerst die Quellen eines und Unrecht in den Differenzen zwischen der Landes nach dem anderen anzueignen und fie zu tschechoslowakischen Regierung und den Subeten beherrschenfo diejenigen Desterreichs, Spa- beutschen steht. Hier find wir uns wiederum nur niens, Chinas, der fchechoslowatei und allzu gut der Tatsache bewußt, daß hier alle EleDer Ballanstaaten – ut, wenn sich die zohe mente für die Verlegung des Friedens mit unGewalt als unbezwingbar erweist, dann kommt zählbaren Folgerungen gegeben find, falls in diedie Reihe auch an und und wir werden unaus- fer Angelegenheit nicht mit Mut gehandelt und sie weichlich zu der Wahl genötigt fein; entweder uns nicht mit der vernünftig möglichen Beschleunigung gegen unseren Willen in einen Krieg zu stürzen beraten werden wird. Deshalb haben wir in kifche Regierung das unternehme. Nachdem nun so der deutsche Plan auf eine oder in Ohnmacht, Elend und Sklaverei geriffen Uebereinstimmung mit der allgemeinen Politit was zu verstehen zu geben sie sich schiedsrichterliche Funktion von vier Großmähten und im Einvernehmen mit Frankreich alles unter- ständig bemühte, daß sie nämlich die gefallen war, tauchte der im übrigen auch elosti Es war einer der größten Erfolge des Mini- nommen, was in unferer Kraft stand, um eine vollste Möglichkeit und Gelegenheit schere Plan Englands auf, zwei Politiker nach sters Eden, daß er eine engere Verständigung friebliche Lösung dieses Konfliktes zu erleichtern! zu einer umfassenden und offenen Brag zu entsenden, einen Engländer und einen mit den Vereinigten Staaten erzielte, als irgend Chamberlain dementierte fobann die Gerüchte, Diskussion über alle Vorschläge, bie Franzosen, die sich an Ort und Stelle selbst ein ein anderer Außenminister seit dem Weltfriege. wonach die britische Regierung die Tschechoslowei Bild über die Lage machen sollten. Frankreich fie machen will, bietet. Die öffentliche Meinung in den Bereinig zur Eile gedrängt hätte und fügte hinzu, sie habe war aus prinzipiellen Gründen auf diesen Vorten Staaten war sich niemals der Gescher befürchtet, daß die tschechoslowakische Regieschlag nicht eingegangen, weil es seinen Gesandfahr, welche die Demokratie berung fich in ihren Unterhandlungen in dieser so ten in Prag hat, ihm dieser als Beobachter gedroht, derart bewußt, wie jest. Niemals heillen Angelegenheit nicht überftürse, in welcher Mit der Zeit erschien es zweifelhaft, daß es nügt und es nicht den geringsten Anschein erwecken hat ein anderer Präsident die Irrwege der Iso- es höchst wünschenswert wäre, daß die beiden ohne äußere Hilfe zu einem freiwilligen Einver- will, als ob es sich in innerpolitische Angelegenlierung so flar enthüllt wie der gegenwärtige Barteien nicht in eine Poſition geraten und außter- tschechoslowakischen Regierung kommen fönnte. England allerdings auch nicht, aber die englische nehmen zwischen den Sudetendeutschen und der heiten der Tschechoslowakei einmischte. Das will Präsident Roosevelt und Staatssekretär Sul, ftande wären, fich zu einigen. Die britische Regierung hat daher der tschechoslowakischen Regierung aber bie Tragödie besteht darin, daß während sich die Bereinigten Staaten von der Isolierung entfernen, Großbritannien ber 3folierung zustrebt. Sinclair Inüpft an den glänzenden Besuch des Königspaares in Frankreich an und bezeich net die englisch- französische Freundschaft als eine feste Friedensbastion. Großbritannien brauchi aber auch die Freundschaft mit Deutschland, Italien, Rußland und mit anderen Ländern überhaupt. Notwendigkeit eines Vermittlers ( Fortfehung auf Seite 2) Erfolgreiche katalanische Gegenoffensive Politit läßt sich niemals durch prinzipielle Erör terungen hindern, wenn die englische Regierung glaubt, durch einen, wenn auch ungewöhnlichen, Schritt zur Beruhigung der Verhältnisse beitragen zu können. Das ist auch wohl das Motiv, das der Entsendung Lord Runcimans zugrunde liegt. Die Auffassung, als ob der englische Lord irgendein fchiedsrichterliches Amt auszuüben hätte, dürfte sicherlich in erster Linie von England selbst zurückgewiesen werden. Wenn der englische Staatsmann Ebroübergang an mehreren Stellen 20 km vorgedrungen cine Funktion zu erfüllen hat, so ist es eher die eines ehrlichen Maklers- den Ausdruck hat man Barcelona.( Ag. Efv.) Im Ebrodelta| geht zum großen Teil in regelloſer Flucht zurüd. auf Bismard im Jahre 1878 anläßlich des Ber auf dem linken Flügel der fatalonischen Front Bur Stunde stehen die republikanischen Abteilun- liner Kongresses angewendet der seine guten feste am Montag eine forgfältig vorbereitete und gen in unmittelbarer Nähe der Hauptstraße Dienste anbietet, um eine Kriegsursache oder mit starken Kräften durchgeführte Operation der Candesa- Vinaroz, etwa 20 Kilometer von leß- besser gesagt, einen Kriegsvorwand aus Europa republikanischen Truppen ein. Sie traf auf einen terem Ort entfernt. Die einzige Eisenbahnlinie völlig unvorbereiteten Gegner und brach auf An- von Tortosa nach Castellon liegt unter dem Feuer erhalten. Bezeichnend ist, daß auch Deutschland zu beseitigen und der Menschheit den Frieden zu hieb den Widerstand. Die am Abend des ersten der Republikaner. Die von den Rebellen sofort von einem schiedsrichterlichen Amt nichts wissen Tages schon weit in das von den Rebellen befekte von der Teruel- Castellonfront herbeigerufene will. Weiter ist erwähnenswert, daß Frant: eich Gebiet vorgebringene Operation wirb fortgefekt. Flugwaffe hat vergeblich versucht, durch massiven seine Zustimmung zur Entsendung des englischen Jedoch möge fich niemand in unserem Lande Bisher trennte der untere Ebro die beiden Einsatz den kräftigen Vormarsch der Regierungs- Staatsmannes gegeben hat, jenes Frankreichs, an ober anderswo auch nur einen Augenblick einbil- Parteien. In der Nähe von Amposta im Ebro- truppen aufzuhalten. Als aber die feindlichen deſſen Bündnistrene nach den wiederholten Erben, daß wir, wenn wir uns auch um den Frieben belta etwa zehn Stilometer vom Mittelmeer, Flugzeuge an der Uebergangsstelle des Ebro einbemühen, bereit wären, für den Frieben auch die überquerten beim Morgengrauen die republikani- zugreifen versuchten, traten die feit langem bort flärungen seiner Staatsmänner nicht zu zweifeln ist. britische Ehre und die britischen Lebensintereffen schen Abteilungen in Gefechtsformation den Fluß in Stellung gebrachten, bisher forgfältig getarnAllerdings hat man mit der faschistischen und besesten fast lampflos die starke Flügelstel- ten Abwehrgeschüße der Republikaner in Tätigkeit Politik im allgemeinen, mit der nationalsoziaftiUnser Aufrüstungsprogramm schreitet rasch lung der Rebellen. Ein eingeschlossenes feindliches und vereitelten durch planmäßiges Sperrfeuerschen im besonderen so viel Erfahrungen gemacht. vorwärts, die bewaffnete Macht unseres Landes Bataillon mußte die Waffen streden, zahlreiches eine wirkungsvolle Aktion der feindlichen Flug- daß man wohl das Recht hat, unter allen Umtist von Tag zu Tag gewaltiger. Während uns diese Striegsmaterial wurde erbeutet, darunter mehrere ungeheure Straft als die Garantie verbleibt, daß Batterien. wir uns wehren können. Vergessen wir nicht ,, daß Ministerpräsident Chamberlain Inüpfte an die Worte Sinclairs an, daß allgemeine Uebereinstimmung mit dem Hauptzicle der Regierungspolitik besteht, den Frieden zu erhal ten und soweit als möglich die Ursachen dse Konfliftes zu beseitigen. Sins igt Caus ges, zu opfern.( Beifall.) Ut 930 Der Vormarsch der Republikaner, die laues aut ist, die Straft eines Riesen zu besißen, daß fend Verstärkungen erhielten, wird in südlicher es aber eine Thrannei ist, sie au gebrauchen. und westlicher Richtung fortgefeßt. Der Feind waffe. Die Lage der im füdlichen Ebrodelta zwie fchen Amposta, Cap Tortosa und San Carlos de la Ravita stchaden feindlichen Truppen ist hoff nungslos. ständen kritisch zu sein und zu sagen, daß es sich Berlin nicht um die Freiheit der Sudetendeutschen handelt. Vor den Toren des Dritten Reiches liegt das italienische Südtirol, das Schicksal der Deutschen dort spielt für die Politik des Dritten Seite 2 Mittwoch, 27. Juli 1938 Mr. 174 Reiches nur eine untergeordnete Rolle. Berlin hat sich ihr nicht unterordnen und nicht gleichschaltet vor allem ein Interesse daran, die Tschechoslowakei lassen wollen. Wer für die Ideale der Demokrati aus ihren außenpolitischen Bindungen, die den eintritt und das tut, wie man insbesonder Vormarsch Deutschlands im Mai nach dem Pariser Königsbesuch und der Rede de haben, zu lösen. Als ersten Schritt dachtet englischen Königs dortselbst mehr denn je behaup Deutschland das Aufgeben des Verteidigungs- ten fann, auch England in hervorragendem Maß bündnisses der Tschechoslowakei mit der Sowjet-, der strebt einen wirklichen nationalen Friede union. Ebensowenig handelt es sich der Sudeten- an, der nur beruhen kann auf dem Grundsa deutschen Partei um den nationalen Frieden. Im der Gleichberechtigung der Nationen, die politis Gegenteil! Je ruhiger die Verhältnisse bei uns ebenso gilt wie wirtschaftlich. Gleiches politische ſind, desto mehr hat die SdP zu verlieren, je Recht und gleiche Möglichkeit zu leben, kulturell länger die Unsicherheit andauert, desto mehr hofft und wirtschaftsge alle Nationen fie zu gewinnen. Der SdP geht es um die Totalibietes und um die Ausschaltung aller jener, die wakei und des europäischen Frieden sein.ger Regierung im Intereffe des Friedens be- bolt refpettiert wird. zeichnet. Frankreich: ČSR- Souveränität bleibt selbstverständlich Paris. Die Bestätigung der Meldung, daß stimmung zu der britischen Vermittlung ausges die tschechoslowakische Regierung den englischen sprochen habe. Antrag auf eine Vermittlerrolle Lord Runcimane Für Frankreich, den Verbündeten der Tscheangenommen habe, hat in der französischen polichoslowakei, versteht es sich allerdings von selbs, tischen Oeffentlichkeit wie auch in der Presse einen bas bie Souveränität des tschechoslowa. d nichts analtung halt und Wese guten Eindruck hervorgerufen und wird als ein fifchen Staates nicht nur ideell und der Form nach, tät, d. h. um die Beherrschung des deutschen Ge- der Befriedung der Nationen in der Tschechoslo weiterer Beweis und eine weitere bes! boli refpettierten Geltendmachung Die ČSR im englischen Unterhaus ( Fortsetzung von Seite 1) daß eine Persönlichkeit mit den notwendigen Er fahrungen und Qualifikationen die Angelegenheit an Ort und Stelle überprüfe und sich, falls dies notwendig wäre, bemühe, jene Mittel aufzuzeigen, burch die die Verhandlungen zu einem erfolgreieiner Mäßigung empfinden. Mit Befriedigung haben wir gesehen, wie sich die tschechoslowakisch Regierung darum bemüht hat und wir sind aud glücklich, von der deutschen Regierung gleicher Die französische Regierung wird die ganze An amtlichen französischen Stellen wurde weitere Entwidlung fehr forgfam verfolgen und dem Berichterstatter des tschechoslowakischen die obersten Interessen der Tschechoslowakei nicht Breffebüros mitgeteilt, daß die französische Re- aus dem Auge verlieren, wobei sie sich vorbehält, gierung, die von dem Antrage sowohl aus London in die Verhandlungen durch allfällige Ratschläge wie aus Prag in Kenntnis gesetzt wurde, ihre Zus oder Vorbehalte einzugreifen. get to a gondos in be den Frieden brinHitler droht Unter diesen Umständen hat die britische Regierung darüber Erwägungen angestellt, ob es eine andere Modalität gebe, durch die sie zu einer Annäherung zwischen den Unterhändlern behilf- maßen die Versicherung erhalten zu haben die eine sehr delikate Angelegenheit, beren glüdliche lich sein könnte. Auf Ersuchen der tsjechoslowaki. diefer Tage erneuert wurde-, daß auch sie ein Erledigung ganunciman diese Leistung friedliche Lord mit Plebiszit- Verlangen? hat ständig wiederholt, daß in einer fo äußert vollbringen würde, wäre ihm nicht nur die Tiche= heiklen und schwierigen Situation Geduld not choslowakische Republit, ſondern es wären ihm alle wendig ist. Wenn wir nur irgendeine frieblich europäischen Nationen dafür dankbar. Anschließend sprach der konservative Abge Lösung dieser tschechoslowakischen Frage finder for steg würde ich felbft der Auffassung sein, dan menn fie noch etwas beffer wären, als The Chame if it in ber ichechoslowakei verlangen, wel der zu weiteren Bemühungen um allge. meine Befriedung und durchführbar ist, folange wir nicht überzeugt find, ßen werden. Er befütte, et Vereinbarung mit offen iſt- zu einer Befriedigung neuerdings berlain ſchilderte, noch immer dunkel genug feien. die nicht un- Die Mission Runcimans müſſe willkommen daß keine wichtige Ursache zu Differenzen oder werde gestattet werden, zu einer einem Konflikt unerledigt bleibt. der Prager Regierung zu gelangen. Er liebe nicht die von deutscher Seite verbreiteten Gerüchte über Truppenbewegungen, welche andeuten sollen, daß die Tschechoslowakei selbst der Angreifer fein chen Abschluß geführt werden könnten. Ein solcher Vermittler wäre aller. bings von der britischen Regierung unabhängig. Tatsächlich wäre er unabhängig von allen Regierungen. Ich kann, so sagte Chamberlain, nicht be. haupten, daß ein derartiger Vorschlag notwendigermaßen zu Weiterungen dieses Problems füh ren wird, aber ich glaube, daß er zwei wertvolle Ergebnisse haben kann: 1. Er wird in hohem Maße die breite öffentliche Meinung, insbesondere über die wahren Tatsachen dieser Angelegenheit unterrichten und 2. hoffe ich, daß die Fragen, die bisher unantastbar schienen, unter dem Einfluß eines folchen Vermittlers weniger aufregend, als wir glaubten, erscheinen werden. Die Debatte dann Morgan Jones, sie ches die London. Der Daily Expreß" berichtet aus Berlin, im Falle teine befriedigende Lösung der fudetendeutschen Frage innerhalb der nächsten Monate erzielt werden sollte, würde Hitler ein zu entscheiden hätte, jährigen Barteita s der Nationalsozialiſtiſchen in der Eichechoslowakei bleiben oder werden. Hitler werde daß es Henlein kaum wahrscheinlich mit dieser Frage beim dies. Partei in Nürnberg vom 5. bis 12. September auseinandersetzen. Die Abstimmung Für die 2 a bour Party sprach so- fönnte. Das komme ihm so vor, als ob Lämmer Löwen angreifen würden. Redner bekannte sich zu der Ansicht, daß jede Schwächung der britischen der ausführte, er bezweifle, daß sich die inter- Saltung, durch die im Mai ein größerer Zufam nationale Lage aufgeklärt habe. Hinsichtlich der menstoß vermieden wurde, zu einer VerschlechteTschechoslowakei fagte er, fie fei täglich bedroht. zung der internationalen Lage führen würde. Der Ton der Nebe des Ministerpräsidenten Chamberlain habe ihn überrascht. Man habe in den letzten Tagen den Eindruck gewonnen, daß der London.( Reuter.) Das Unterhaus lehnte Es ist offenkundig, daß ein jeder, der fich Wunsch, beſteht, auf die Eſchemollowakei einen mit 275 gegen 128 Stimmen den Antrag der Lidieser Aufgabe unterzieht, eine sehr schwierige, stärkeren Druck auszuüben, um zu einem Ueber- beralen ab, der zu der Debatte Anlaß gab und der verantwortliche und heifle Aufgabe auf sich einkommen mit den Sudetendeutschen zu kommen. die Herabsetzung des Budgets des Außenamtes nimmt. Die britische Regierung ist glücklich, von Die Leute in Deutschland seien sehr lärmend, vorsah. Lord Runciman( Beifall) das Versprechen wenn fie für die nationalen Minderheiten außer= erhalten zu haben, daß er sich dieser Aufgabe un- halb Deutschlands eintreten. Sie sollten aber lieterzieht, falls er des Vertrauens der Sudeten- ber für die nationalen Intereffen der Minderhei Die„ Times" zu Runciman deutschen versichert wird und ich hoffe, daß er ten in Deutschland eintreten und namentlich sich dieses Vertrauens ficher fein tann gleicher- gegenüber den Juden den Willen, ihnen zu helfen, maßen wie der Unterstützung seitens der tschecho- an den Tag legen. slowakischen Regierung. In Entgegnung auf einige Zwischenrufe sagte Chamberlain, daß Lord Runciman keineswegs ein Schiedsrichter, sondern ein Er. mittler und ein Vermittler fein und streben werde, mit allen Tat fachen bekannt zu werden. Abgeordneter Winston Churchill: Haben beide Parteien ihre Zustimmung gegeben? Chamberlain: Bisher ist von den Sudeten beutschen keine Antwort eingelangt. Er fügte hinzu: Wir haben die deutsche und die tschechoslowakische Regierung mit Nachdruck darauf verwiesen, wie tief wir die Notwendigkeit ☐ Zwischen Mann und 29 Kind Roman von Lili Körber London. Ueber die Vermittlung in Prag und über die Bestellung Lord Runcimans als Berater, wie über die britischen Bemühungen, einen Stillstand der Verhandlungen zu verhindern, schreibt der diplomatische Mitarbeiter der Times": Schiedsspruch durch Konferenz in London? London. Daily Mail" berichtet, die italienische Regierung habe angeblich Prag davon in Kenntnis gefeht, sie wünsche in keiner Weise in die Minderheitenprobleme verwickelt zu werden. Die Blätter berichten ferner, die britische Regierung plane anscheinend eine Konferenz in London zwischen den an dem tschechoslowakischen Problem interessierten Parteien. Dieser Konfe renz foll Lord alifar präfidieren und fie soll auf Grundlage der Empfehlungen Lord Runcimans einen Schiedsspruch fällen. Kundt zu Runciman Effen. Der Vorsitzende des parlamentarischen Klubz der Sdß, Stundt, gab der National- Beitung" auf ihre Anfrage hin eine Erklärung über die Stellungnahme der SdP zu der Betreuung Lord Runcimans. Stundt ertlärt darin: ,, Wir be grüßen jede Persönlichkeit, die in objektiver Weise die Lage studiert, um zu einer positiven Löſung beizutragen. Wichtig ist für das Sudetendeutschtum die Feststellung, daß der Betreffende nicht nur von der britischen Regierung, sondern auch von jeder anderen Regierung völlig unabhängig zu handeln beabsichtigt. Wir sind bereit, wie bisher Morgan Jones fügte hinzu, so sehr er wünschen würde, daß die tschecho flowakische Regierung mit allen Bisher hat sich die tschechoslowakische RegieKräften zu einer annehmbaren Eini rung gegen eine Vermittlung aus dem Grunde gung mit den Sudetendeutschen ge- gestellt, weil dadurch der Anschein erweckt werden lange, müßte es ihr doch erlaubt sein, tönnte, als seien die Sudetendeutschen als souveselbst zu entscheiben, bis zu welchem räne Körperschaft anerkannt worden. Diese Be Punkt es die Unabhängigkeit und denten der Prager Regierung sind durch die Art Integrität des Staates es erlaubt, der Bestellung Lord Runcimans zerstreut worden. jedem, der sich in objektiver Absicht für die Vers Zugeständnisse zu machen. Er ist ständiger Berater derhältnisse in der Tschechoslowakei interessiert, uns tschechoslowakischen Regierung. feren Standpunkt offen und ehrlich mitzuteilen Die tschechoslowakische Regierung legte besonderen und ihm in jeder Weise behilflich zu sein, die Vers Nachdruck auf die ausschließlich behältnisse in der Tschechoslowakei der Wahrheit ges raten de Funktion, bevor sie zustimmte.' mäß zu studieren. Dann tam der Konservative Mi Ine zu Worte, der Lord Runciman wünschte, er möge mit seiner Mission Glück haben. Es handle sich um Als sie endlich fertig war und löschen wollte, rief sie Franzl noch einmal an sein Bett: ,, Mutter, ist der Herr noch da?" Als er sich die Füße trocknete, tam sie mit einer Wie jeden Abend. Wie immer. Und doch war's ihr Lebtag auf ein Wunder, auf Krieg und ErdSchere, um ihn die Nägel an den Behen zu so schön, so schön, daß die Buben sie nicht mehr beben warten, um aus dem langweiligen Einerlei schneiden. Er schloß die Augen, er haßte es, wenn boykottierten. Das verdankte sie Dr. Geßler. Sie und der ungeliebten Tätigkeit herauszukommen." man an ihm herumtrabbelte. Aber er ließ es vergaß, daß auch die Verstimmung der Kinder Er beantwortete mit einem Lächeln Marthas geschehen, er konnte ihr die Anerkennung für ihr durch ihn hervorgerufen worden war und der erwartungsvollen Blick, der zu sagen ſchien: Benehmen nicht versagen. Geiger Bühler und die grüne Ente den Boden ,, Bitte, sprechen Sie weiter!" und fügte hinzu: für diese stillschweigende Versöhnung herbeige- ,, Wir leben im Zeitalter der Leidenschaftli führt hatten. Aber sie empfand das Bedürfnis, chen. Nur die Leidenschaftlichen erreichen etwas dankbar zu sein, sich auf jemand Freundlichen im guten wie im bösen. Alles Flaue geht unter. und Hilfsbereiten zu stüßen, und dieser Jemand Ihre Buben sind leidenschaftliche Naturen, fie nur ein Mann sein. werden immer wissen, wozu sie auf der Welt sind, fonnte Als He Dottor Gegler for dem Klabier ſah, werden sich nie untertriegen laſſen." auf dem eine große Photographie Gustavs stand, Sie hob den Kopf: spürte ſie aus, um das Bild wegzunehmen. and fit etwas wie Schuldgefühl und ſtreckte die ,, Lassen Sie doch," sagte er. Das ist Ihr verstorbener Gatte?" Er schwieg einen Augenblid ..Ja, Kind." ..Mutter, bitte, erinnere ihn, daß er mir ein Federmesser schenken wollte." ,, Wie kann ich das, Franzl? Du weißt doch, ,, doch, du kannſt ſagen:„ Der Franzl läßt ..Ja, nicht wahr," sagte Frau Martha lebhaft. Das sage ich auch immer, er müßte jüngere Geschwister haben." Sie hielt plößlich inne. Dr. Geßler hatte sie angesehen, und obschon sein daß es nicht geht." Blick ruhig und flar war, fühlte sie sich erröten. ,, Entschuldigen Sie, bitte, dürfte ich Sie um ein Sie grüßen und freut sich schon sehr auf das berfto.Die Buben sind ihm sehr ähnlich." " ,, Ja, Werner, der älteste." sie ,, Bei Werner und Robert stimmt es. Aber Franzl..." Er fragte leise: ,, Haben Sie Angst für ihn?" Sie niďte, Sie fühlte, wie ihre Augen sich mit Tränen füllten. Es war zu dumm, aber jest ,, Nein, auch Franzl, finde ich.. Am wenig- erst wurde es ihr bewußt, wie sehr sie um ihren ſten Robert. Der hat mehr von Ihnen mitbe- Jüngsten bangte. Sie schämte sich ihrer Schwäche kommen. Ein lieber Kerl," sagte er und mertte und wünschte nur, daß Dr. Geßler sie nicht be gar nicht, daß er ihr ein Stompliment gemacht achtete. Sie stand auf, machte sich an den Blumen hatte. ,, Warum quälen Sie ihn eigentlich mit den zu schaffen, der zarte Duft umfing sie wie ein alten Sprachen? Lassen Sie in doch ins Real- Trost. Sie hörte Dr. Geßler tiefe, weiche Stimme: ,, Vielleicht wird ihn das Leben lehren, sich gymnasium gehen, wenn er so eine Vorliebe für Mathematik und Zeichnen hat." mit dem zu begnügen, was er ist." Nun wußte sie auch warum sie geweint hatte: Das wäre meine Aufgabe, aber ich bin nicht gewachsen." wenig Geduld bitten, ich muß nur nach den Stin- Federmeſſer." flag foton fabe auf dern sehen." Ja, ich werde ihm sagen, daß du ihn grü,, Sümmern Sie sich nicht weiter um mich, ßen läßt." gnädige Frau," sagte Dr. Geßler warm, ich ,, und mich sehr auf das Federmesser freue, schaue mir noch das Photoalbum an." bitte, Mutterle?" Die lesten Tage hatte sie es so eingerichtet. Also meinetwegen, aber jetzt schlafe, ja?" daß sie ins Kinderzimmer kam, wenn die Bu- Sie beugte sich zu ihm, um ihn zuzudecken. Plößben bereits im Bett lagen, um nicht das und je- lich schnellte er auf, streckte die Hand aus und riß nes in bezug auf ihre Toilette beanständen zu ihr das Haar auf der Warze am Kinn aus. müssen. Sie fürchtete ihren Troß, fühlte in sich Au, Franzl, das tut doch wehl Und nun nicht die Straft, ihren Willen durchzuseßen. Heute stedst du das Haar in den Mund! Schäm' dich!" fügte sich alles natürlich. Sie erwischte Robert ge- Ach, Mutter, deine Haare schmecken Ich dachte, humanistische Bildung sei das rade, als er mit schmußigen Füßen ins Bett troch. so gut! und deine Warze ist viel schöner ohne Richtige für einen Buben. Meine Brüder sind Sie goß Wasser in das Schaff, er stieg langsam Saar. Das Haar hat sie nur verdeckt. Aber wenn beide ins humanistische Gymnasium gegangen, und unzufrieden hinein, aber er tat es doch. Die du sie nicht magst, kann ich sie dir tvegbringen. auch Gustav..." Und dann schwiegen sie eine Weile, denn was Mutter reichte ihm Seife und Waschlappen. Der Paul Reiter hat es mir gesagt: man nimmt„ Ja, aber heute sind andere Zeiten. Heute sie einander sagen wollten, war in ihnen noch ..Reib' ordentlich, hab' keine Angst, die Haut geht einen Seidenfaden..." spezialisiert. Wissen Sie, ich halte es nicht mit." Er rieb an seiner gerſe mit einer Morgen, Franzl, morgen, heute mußt du für ein großes Glück, daß he get the Als die Haustür eine halbe Stunde später Ihre Jungens so in tensive Interessen und so ausgesprochene Bega- hinter Dr. Geßler zufiel, und sie sich in ihr 8imsollte: In Vaters Arbeitszimmer saß der fremde Morgen hast du gesagt, Mutter? Also bungen haben. Wie viele Eltern zerbrechen sich den mer zurückziehen wollte, hörte fie Franzt rufen. Mann. Nein, es war nicht Bosheit von ihm, nur erlaubst du mir, daß ich dir die Warze wegbring, Kopf, wiffen nicht, was sie mit den Kindern an Sie flinkte die Tür auf. Steffi hatte vergessen, Sportgeist: wer hielt es länger aus, er oder die ja? Jetzt hast du doch dein Wort gegeben, nicht?" fangen sollen, wenn sie aus der Schule kommen die Gardinen zusammenzuziehen und der Mond Mutter? Aber merfwürdigeriveise wurde sie nicht Als sie schon an der Tür war, hörte sie noch: und zu nichts rechte Lust haben; lassen sie dann warf sein bleiches Licht auf Franzls Bett. Er saß nervös, wechselte sogar einmal das Wasser und Mutter, du hast vergessen, mir den letzten irgend einen Beruf ergreifen, bei dem sie die aufrecht da, sein mageres Hälschen lugte aus dem fagte borivurfsvoll: Du bist doch wirklich schon Gutenachtfuß zu geben." meisten Verdienstchancen haben, und mit fünfund- Sembausschnitt mit der roten Bordüre. au groß, Robert, um dich so zu vernachlässigen." Sie drehte sich nicht um. Sie war erschöpft. zwanzig Jahren sind's verpakte Eristenzen, die ( Fortseßung folgt.) Langsamfeit, die ihre Geduld auf die Probe feßen schlafen!" ihr i p b h G δ g t t d δ I b Sir. 174 Mittwoch, 27. Juli 1938 Leit« 3 Nächste Aufgaben des Parlaments Abgeordnetenhaus Die Regierung wird dem Abgeordnetenhaus in dessen nächster Sitzung, die für den 2. August proponiert ist, einige dringende Gesetzentwürfe vorlegen, welche die Kammer der weiteren Behandlung in den Ausschüssen zuführen soll. Es handelt sich vor allem um den Entwurf des S t r a h e n g e s e tz e S, der die Barschesten zusammenfasst und unifiziert, welche die Strassen im ganzen Staate betreffen. Ferner wird ein Gesetzentwurf über die Abänderung deSLehrergeseheS vorg-legt werden. Durch diesen Entwurf wird die BuS» gleichszulage für Bürgerschullchrer geregelt. Dem Abgeordnetenhaus wird auch ein Gesetzentwurf über den Unterhaltsbei« trag vorgelegt werden, durch welchen der Unterhaltsbeitrag der zum Militärdienst einberufenen Personen linear um 75% erhöht und gleichzeitig auch Personen gewährt wird, die selbständig erwerbstätig sind, sofern sie lein anderes Einkommen haben. Ausserdem wird die Regiening auch einige Regelungen wirtschaftlichen Charakters und einige internationale Abkommen vorlegcn, insbesondere da« Filmabkommen mit den Bereinigten Staaten von Amerika und dem Gekeh- eniwurf, durch den das Zusatzabkommen zum tschechoslowakisch-jugoslawischen Handelsvertrag geändert wird. Lenst In der nächsten Plenarsitzung des Senates der Nationalversammlung wurden zur Zuweisung an die Ausschüsse durch die Regierung folgende Entwürfe vorgelegt werden: Der Gesetzentwurf über die E r w e i- terung der Gültigkeit gewisse» Schulgesetze inKarpathorussland; ei handelt sich um die Erweiterung der Gültigkeit des sogenannten Kleinen Schulgesetzes auch auf das Gebiet von Karpathorussland. Eine weitere wichtige Borlage, die dem Senat der Ratio» nalvcrsammlung vorgelegt werden wird, wird der Gesetzentwurf über die Veräusserung gewisser staatlicher Realitäten in der Slovakei(Podürezovck) und der staatlichen Bergwerke in Pett» vald sein. Die dritte Vorlage schliesslich, welche die Regierung dem Senat der Nationalversammlung übergeben wird, wird der Gesetzentwurf über die Aenderung der bisherigen Vorschriften betreffend die Anforderung von Transportmitteln für militärische Zwecke sein. Ebenso wie für das Abgeordnetenhaus werden für den Senat einge Entwürfe handelspolitischer Art vorbereitet werden. Spar- und Kontrollkommission Der Ausschuss der parlamentarischen Sparund Kontrollkommission hat in der Montag- Sitzung unter vem Vorsitz des llbgeordnten Beran einen Bericht des Finanzministers Dr. KalfuS Uber die finanzielle Situation des Staates und über die Vorbereitungen zum Staatsvoranschlag für das Jahr 1939 entgegengenommen. Der Ausschuss beschloss, dass die einzelnen Mitglieder nach der Bndgetbehandlung durch die Regierung entsprechend den ihnen zugeteilten Referaten im Finanzministerium an die vorläufige Bearbeitung des Voranschlages für die Nationalversammlung schreiten, wie dies bereits Tradition dieses Ausschusses geworden ist. Der Präsident der Rrputlik empfing am 89. Juli den englischen Abgeordneten R. I. G Voothby. Landesprässdent Dr. Sobotka informierte sich in der abgelaufei en Woche in den Bezirken Falkenau a. Eger, Plan bei Marienbad und Bischofteinitz an Ort und Stelle über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Eine Statistik. Eine Statistik ganz besonderer Art veröffentlicht die neue tschechische Zeitschrift„Brannä Politika". In der Zelt vom 21. Mai bi» 21. Juli habe der reichsdeutsche Rundfunk seine«nicht immer erträgliche" Aufmerksamkeit 453mal der Tschechosloivakel zuqe- wendet. Im ganzen habe er 922mal versucht, die Nerven der Tschechoslowaken zu schwächen. 194- mal sei die tschechoslowakische Regierung oder der Staatspräsident schlecht kritisiert worden, 172mal sei versucht wovden, die tschechoslowakischen Behörden in ihrer Ehre herabzusetzen, 106mal sei die tschechoslowakische Armee beleidigt worden, 39ümal hätte der reichsdeutsche Rundfunk direkt für eine sudetendeutsche, in der Opposition stehende Partei agitiert, 34mal seien dir Bestrebungen der slowakischen und der polnischen Autonomisten gelobt worden und 81 mal habe man den Eindruck zu erwecken versucht, dass die Tschechoslowakische Republik von den Kommu- nichen beherrscht sei.(DND.) Llano nach polen? Warschau. Die montägigen Warschauer Abendblätter verzeichnen Gerüchte über die Möglichkeit eine» Besuche- de» italienischen Aussenministers Eiano in Polen. Der Besuch solle gegebenenfalls im Herbste d. I. stattfinden. Yon der„Kinderrepublik: Wir wollen leben!“ Dieser Tage wurde nach dreiwöchiger Dauer da» Reichs-Zeltlager der Kinderfreunde in Steinsdorf abgebrochen. Drei Wochen lang lebten 309 Rote Falken in ihren Zeltgemeinschaften und gestalteten das Lagerleben nach ihren Fallengeboten der Ordnung. Freundschaft und Solidarität. Eö war nach vier Jahren, wieder ein Zeltlager, das Falken aus allen Gauen des OrganisationSgebietcS vereinte und zur Bildung einer einheitlichen, grossen Gemeinschaft viel bei« stungen. Biel Neues lernten die Falken, das sie in ihre Heimatsgruppen heimbringen. Wenn auch das Wetter teilweise hinderlich war, so liess e» doch kein Trübsal auskommen. Rote Falken wissen ih. Leben bei jedem Wetter angenehm zu gestalten. Für die hungrigen Mägen— und sie waren in dieser gesunden Lust nicht unbescheiden— sorgten unsere fleissigen Köchinnen mit dem Küchendienst der Falken, für die gesundheitliche Unlust zum Kauf der Erzeugnisse dieser Fabrik hervorgerufen haben. Diese Massnahmen im tschechischen Gebiete sind aber wieder nichts andere» als der Widerhall des Terrors der— ganz besonders intensiv während der Wahlepochen— gegen alle Nichthen- lctnisten, also auch gegen die tschechischen Kaufleute und Erzeuger auügeübt wurde und noch wird. So wäre eS wieder in erster Linie die DdP« Bewegung, bei der sich die Arbeiter der Firma Lingner bedanken mühten, wenn der Lohn sich verringern oder ganz auSbleiben sollte. Ein Teil der«Dankbarkeit" müsste freilich auch der Firma selbst-»gewendet werden. lag der Freiheit am 6. und 7. August In Aussig S a m s t a g, 8. August, um 8 Uhr abend» Festabend in der Kurzweilmühle. Ausführende: 2-Bühne Teplitz-Schönau, Divadelni skupina„Severäk", Teplitz-Schönau. Eintritt tm Vorverkauf XL 8.—. Sonntag, 7. August, vormittags um halb 10 Uhr Manifestationszug durch die Masarykstrosse, Aoekhcstrahe und Teplitzerstrasse zum Markchlatz. Ilm 10 Uhr Kundgebung auf dem Marktplatze. Sprecher: Bun- deSobmann Hilke, Bodenbach Dr. Milde, Prag. Nach der Kundgebung marschieren alle auswärtigen Teilnehmer geschlossen auf die gerdinandt- höhe. Der Bezirkskonsuniverein verabreicht dort billiger Essen- Nachmittag« um 2 Uhr Konzert der R.-W.-K apelle Bodenbach aus der Ferdinand-Höhe. Eintritt frei! Um halb 2 Uhr Konzertstromfahrt nach Ezernosek und zurück. Teilnehmerin:«» Xi 0.— Kinder die Hälfte. Die Fe st kanzlet befinlet sich inr Schulhau» IV auf dem Schulplatz. Alle SamSwg» eintreffenden Gruppen hrwen sich dort zu melden, um gegen Erlag deS Betrage- die Eintrittskarten für den Festabend in Empfang zu nehmen. Massenquartiere sind in den Schulhäusern IH und IV am Schulplatz vorgesehen. Uebernachtungskarten sind in der Festkanzlei erhältlich— Der Fahrrad st and befindet sich im Hose der Schulhäuser NI und IV. Stellplätze für den Manisestationlzug: Alle Teilnehmer haben sich bi» spätesten» 9 Uhr vormittag» an folgenden Plätzen einzufinden: Bundeileitung, Gäste, uniformierte Teilnehmer(unterer Teil der Sandhöhestrasse); Radfahrer(Weissstrassc); Kreis II- Wesiböhmen, Krei» IV- Kvmotau, Kreis Va- Teplitz- Schönau(Theodor Körnerstrasse); Kreis VI- Bodenbach, Kreis VII- Rumburg (Baumgartenstraßc); Tschechische Teilnehmer(beim NärodnI düm. Grosse Wallstrasse); Krei» V- Aussig (Obere Masarykftrasse, Parkktrasse, Ohnsorggaske). Kinder sammeln sich bei den Schulen aus dem Tchulplatz und werden dann von den Kinderfreunden auf die Ferdinand-Höhe geführt. Bund prol. Freidenker. «n SdP-JugendfUrsorger schindet eine 13|8hrlge In Guttenbrunnbei Neubistritz wurde der H a u p t f u n k t i o n ä r der SdP-Orts« gruppe Adolf Pötsch! verhaftet und in» KreiS- gericht in Bndwei» eingeliefert. Pötschl hatte em ihm von der Jugendfürsorge anvertrautes 13jährigeS Mädchen wiederholt ge- schlechtlich missbraucht. DaS Kind Hal seine Angaben vor dein Gemeindeamt, bei der Gendarmerie und bei Gericht wiederholt. Italienisches Flugzeug übergegangen Valencia.(Ag. Esp.) Ein italienischer Militärpilot ist mit seinem Fiatslug- zeug zur Republik übergrgangrn. Die Soldaten eine» republikanischen Militärflugplätze» an der ZentrumSfront sahen zu ihrer-rohen Berwun- drrmlg plötzlich ein«! Fiat direkt heranfliegen und mit einem kurzen Manöver landen. Der Flieger sprang heraus, hob die Faust zum Gruh und erklärter„Ich bin zu euch übergogangen, um zusammen mit den Republikanern zu kämpfen, denn sie allein vertreten die Gerechtigkeit und da» Recht der freien Völker. Dieser italienische Armerflieger ist der Sergeant Giovanni S P i l e i. Ole Luftpiraterie In voller Blüte Valencia.(Ag. Esp.) Zweimal wurde am Montag der Hafen von Balenvia von Achsen- flugzeugen bombardiert. Eine Brandbombe zündete auf dem englischen Dampfer„Wellwlm", doch wurde da» Feuor bald gelöscht, obwohl die Luftpiraten dir» durch MG-Feuer au» geringer Höhe zu verhindern suchten. Auch beim zweiten Angriff wurden auf die„Wellwtzn" nrit„Erfolg" Brandbomben geworfen, wodurch beide Deck» beschädigt wurden. Gesunken ist e» nicht, weder von seiner Besatzung noch um» d« Dock«« wurde jemand verletzt. beim Essenholen trug. Das Programm des Lager» war sehr reichhaltig und brachte den Falken schöne Erlebnisse. Wanderungen in das Gebiet des Hohen Schneeberges, in die Tyssaer Wände und eine TageSpartie zu Schiff nach HerrnSkretschen und in die Böhmische Schweiz zeigte den Teilnehmern die Naturschünheitcn NordböhmenS. Die Teilnahme aller Lagcrinsassen an dem 1. ReichS- Falkentresfen liess sie den Massenaufmarsch der Arbeiterkinder miterlcben, die Teilnahme an dem „Tag deS KindeS" führte zur Verbrüderung mit den Kindern und der Bevölkerung des EulautaleS. Im Lager selbst veranstalteten die Falken eine ergreifende Gedenkfeier für die Begründer der Kindersreundebcwegung Anton Asritsch und Max Winter, sowie sür den verstorbenen Führer der österreichischen Arbeiterbewegung Otto Bauer, drei schön gelungene„Dorfabende", einige Sport«, Spiel« und Volkstanznachmittage, einen lustigen „Bunten Abend", mehrere BadeanSslüge, ein Lagerfest unter starker Teilnahme der Bevölkerung au» der Umgebung und eine Lager-Ab- schicdSfeier. Alle Veranstaltungen wurden durch die ganze Lagergemeinschast gestaltet und die einzelnen Delegationen wetteiferten mit ihren Lei- Elne sonderbare katholische Entschließung Die„Deutsche Presse" veröffentlichte Dienstag eine von etlichen sudetendeutschen katholischen Vereinen gefasste und gefertigte Entschliessung, die einerseits Gehorsamserklärungen für die Kirche und einen Aufruf zur religiösen VollScrziehung enthält, andererseits aber Ber- beugungen vor dem Ratio nalsozialis- m u S«nacht, indem vor allem behauptet wird, dass„heute die Katholiken nicht durch politische Schränken getrennt sind", und dann weiter, zwar nicht eindeutig, aber doch deutlich gegen jene„Elemente" polemisiert wird, die„Unr uhe und Miss» trauen u n tcrdie Katholiken tragen". Was den ersten Punkt anlangt, so ist festzustellen, dass diese katholische Behauptung g r u n d fa l s ch ist; denn niemals in den letzten Jahren gab es stärkere politische Schranken innerhalb der katholischen Welt al» eben jetzt; und dies gilt nicht zuletzt für das sudetendeutsche Gebiet, wo tausende Christlichsoziale mit der Gleichschaltung und dem Selbstmord ihrer Partei nicht einverstanden sind— ganz abgesehen von den unzähligen Katholiken innerhalb des demokratischen Lagers. Zwei Tage vorher hat doch üb(gen- die„Deutsche Presse" selber«Leserstimmen wiedergegeben, die vor der Nachahmung der Methode JnnitzerS warnen! Da der Nationalsozialismus der EdP, in die sich die Führer der Christlichsozialcn einreihten, von demselben Fleische ist toi» der preussisch-österreichische und da die„Deutsche, Presse" selber letzthin immer öfter und schärfer den 2 a mm e r und die T r a- g ö d i e des nazifizierten Oesterreich aufzeigt, muh sie de,, Vorwurf„Unruhe untz Misstrauen unter die Katholiken zu tragen", auf sich selber beziehen! Ucberwachung der„Republikaner" unsere gr« tvissenhasten Samariterinnen vom Lagerkranten- hau»„Unblutig". In einem grossen Wahlakt, dem ein heftiger Wahlkampf vorauoging, wurden die 21 Abgeordneten des Falkenparlamentcs gewählt, die sich in ihren Parlamentssitzungen mit dem Lager« Urogramm und Lagerleben beschäftigten. Auch die übrigen Funktionen einer Kinderrepubl'k waren da. So der SicherheitSministcr mit seiner Lagerwache. der ArbeitSmiiiistcr mit dem Arbeitsdienst. der Postminister mit seinen Dorf- bricsträgern, ein Lagerlonsum mit fleissigen Verkäuferinnen, ein Fundbüro für herrenloses Gut, sowie eine gut eingerichtete Lagerbibliothek. Die drei Dorfbürgermeister sorgten für ein geordnete- Leben in ihren Dorfgcmeinschaften„Freundschaft",„Rote Einheit" und„Mährisch-schlesi- scher Völkchen". Mit den Arbeiterkindern und unseren Genossinnen und Genossen deS EulautaleS, die unimmer bereitwilligst halfen, haben unsere Falken innigste Freundschaft geschloffen und sich nur schwer trennen können. Uebrigen» bekam die„Deutsche Presse" am selben Tage eine katholische Ohrfeisr von ihrem Bruder-Organ„Volk", das einen polemischen Leitartikel immerhin mit der Feststellung der„Tatsache" beginnt, „dass der revolmionäre Nationalismus mit all seinen gegenwärtigen aktuellen Problemen von Rasse, Blut und Boden, wie er sich im Nationalsozialismus ausgebildet hat und nun auch auf den Faschismus Lberzugreifen scheint, den katholischen Glaubensgrundsätzen widerspricht und daher vom Hl. Vater wiederholt verwarnt und verurteilt worden ist." Die„Deutsche Presse" belügt sich also selbst. DaS scheint uns so wenig christlich zu sein wie all das, was sonst der Papst verurteilt. Und die Strafe wird nicht auSbleiben. Odol— politisch Einer ZeitungSmeldung zufolge, hat die Firma Lingner, die Erzeugerin der O d o l- Präparate in Bodenbach, einen sehr starken Rückst a n g im Absatz ihrer Erzeugnisse auf dem tschechischen und slowakischen Markte zu verzeichnen, so dass einzelne Absatzgebiete überhaupt als verloren gelten können. Zu dieser Nachricht wäre nicht viel zu sagen, wenn cS sich nicht darum handelte, dass die Firma auch Angestellte und Arbeiter beschäftigt, sür die der Verlust von Absatzgebieten gleichzeitig Verlust von Lohn- und GchaltScinkommen bedeutet. ES muss aber auch die Frage aufgeworfen werden, ob es zu einem Aüsatzrückgang der Erzeugnisse kommen musste und welche Ursachen dem zugrun« delicgen. Angeblich sollen die Odoltverke der GdP- Bewegung gegenüber ein besonderes Wohlwollen an den Tag legen und dieser Umstand soll in den tschechischen und slowakischen Gebieten, in welchen 79 Prozent der Erzeugnisse abgesetzt wurden, die Seite 4 Starker chinesischer Widerstand am Yangtse Mittwoch, 27. Juli 1938 Der Fremdenverkehr im Juni Starker Rückgang gegenüber 1937 uni Mr. 174 Der herrschende Fürst Franz I. von Liechten stein ist Montag auf seinem Schloß in Feldsberg ( Mähren) gestorben. Prinzregent Franz Josef von Liechtenstein hat die Regierung des Fürstentums als Fürst Franz Josef I. übernom Die chinesische Gesandtschaft in Prag stellt den Blättern folgenden Bericht zur Verfügung: Der verheißende Beginn des diesjährigen unser Gebiet 765.900 Ausländer( i. J. 1987 men. Der Verstorbene wurde auf Schloß Liech Die Situation am mittleren Yangtse bleibt Reiseverkehrs, so wie er sich in den ersten Mona 909.900 und i. J. 1936 811.000) und 677.100 tenstein am 28. August 1853 geboren. In den im ganzen unverändert. Montag gelang es den ten des Jahres entwickelte und der die Erwartung tschechoslowakische Staatsbürger reisten über die Jahren 1894 bis 1899 war er östereichischer Ges Japanern nach mehrstündiger Artillerievorberei einer noch stärkeren Entwicklung als im vorigen Grenze( i. J. 1937 670.300, i. 3. 1936 fandter in Petersburg. Er siedelte abwechselnd ir Vaduz, Feldsberg in Mähren und Wien. tung in der Stadt Hufau 2000 Mann zu lan günstigen Jahre berechtigte, wurde durch die 626.700). den; ein chinesischer Gegenangriff unterbrach je außerordentlichen Verhältnisse jäh unterbrochen. Die Aufenthaltsdauer der Ausländer bei Niederländische Regierung liefert Emigran. doch ihre Verbindung mit den Bengtse belagern- Die Einreise der Ausländer zu uns ging im Juni uns im Juni d. J. betrug 430.600 Tage( im den Abteilungen. Den chinesischen Streitkräften d. 3. start zurück und auch die Dauer ihres Auf- Juni 1937 921.100 Tage), die der Tschecho- len an Deutschland aus. Friedrich Meister, ein gelang es auch Liufetschia wieder zu erobern. enthalies bei uns war fürzer. Die Zahl der Rei- flewaken im Auslande ungefähr 427.800 Tage Deutscher, der seit mehreren Jahren in Spanien Auf dem rechten Ufer des Vangtse eroberten die sen von Ausländern sant gegenüber dem Vor-( i. J. 1937 326.400 Tage). gewohnt hatte, war in den ersten Wochen des Aufchinesischen Streitkräfte das vor wenigen Tagen jahre um ein Drittel. Der Rückgang des Aufenthaltes der Aus- standes in Sevilla verhaftet worden und sollte verlorene gegenüber Mantang liegende Wankian. länder bei uns im Juni d. J. beträgt gegen- auf einem deutschen Schiff nach Deutschland zus Die Japaner versuchten Montag wiederum über Juni 1937 ungefähr 53 Prozent, rückgebracht werden. In Rotterdam fand er Ges durch den Pojang- See vorzubringen, um von dort einen umfassenden Angriff auf Siufiang zu uns die Zunahme des Aufenthaltes der Tschechoslo- legenheit, von der„ Herkules" zu entweichen. Er ternehmen, doch wurde ihr Versuch vereitelt. waken im Auslande im gleichen Zeitraum unge meldete sich am 4. November 1936 bei der Frem Chinesische Bombardierungsflugzeuge versenkien dabei ein Kanonenboot und beschädigten mehrere. In der Provinz Schanji kam es neuerlich zu Kämpfen, hauptsächlich im Norden bei Jitschen. Das dortige chinesische Oberkommando meldet, daß die Japaner hier wiederum Senf gas benügen. In der Proving Kiangſu befinden sich chine ſiſche Freiwilligenforps im Vormarsch auf die Hauptstadt Chinas Nanting. Shanghai.( Reuter.) Die Japaner melden die Einnahme von Riufiang. Hiczu verlantet aus chinesischer Quelle, daß die Japaner bei dieser Aktion 200.000 Mann vorzüglich von Der heurige Juni weist im Vergleich mit dem gleichen Monat der letzten fünf Jahre fähr 31 Prozent. Im 1. Halbjahr 1938( 1937, denpolizei, wurde aber verhaftet. Nach neun Mo1936) beträgt die Aufenthaltsdauer der Ausmillionen Tage und die der Tschechoslowaken im erlaubnis, die regelmäßig verlängert wurde. Im länder bei uns ungefähr 2.29( 2.60, 2.04) naten Saft bekam er eine vorläufige Aufenthalts. Auslande ungefähr 1.32( 1.116, 1.37) Millio- Mai dieses Jahres wurde er plötzlich wieder vernen Tage. haftet, niemand wußte weshalb. Kürzlich wurde Sonstigen Auslandes waren zurückhaltend. Der holländische Bagger ,, Karimata", der nach den Millionenschäßen der im Jahre 1799 untergegangenen englischen Fregatte Cutine" sucht, hatte Montag den ersten Erfolg zu verzeich nen. Mit großen Stüden des Bugs der„ euing tamen die erste Goldmünze, ein spanischer Dukaten, und mehrere Silbermünzen an die Wasseroberfläche. den schwächsten Reiseverkehr aus. Die gesamte Aufenthaltsdauer der Ausländer bei uns ging im Juni um mehr als die Hälfte der vorjährigen Aufenthaltsdauer zurüd. Der Aufs enthalt der Ausländer bei uns bleibt im Juni weit hinter dem Aufenthalt im Juni der vorigen Sahre seit des Jahres 1934 zurüd, in welchem mit der systematischen Grenzerhebung des Reiseverkehrs begonnen wurde. Dagegen war der tscheDer Rückgang der ausländischen Reisenden choslowakische Reiseverkehr über die Grenze im Juni bedeutend und erreichte im Vergleich mit au uns betrifft namentlich die Reichsdeutschen, Meister über die Grenze geleitet und in Emmerich dem gleichen Monate des letzten Jahrfünfte ein Desterreicher und Ungarn. Auch viele Länder des erschossen. Maximum. Der Aufenthalt der tschechoslowakischen Prag weist im Juni während der FeierReisenden im Ausland nahm im Juni derart zu, daß er zusammen mit dem unerwarteten Rüd- lichleiten vor dem Solol- Kongrez, laut Meldung 218.700 Gäste aus( die hier übernachteten), da gang des Aufenthaltes der Ausländer bei uns eine durchaus ungünſtige Bilanz des zwischen ben 9800 Ausländer. Die größeren Städte weifen im Juni einen Besuch von 341.500 Persostaatlichen Reiseverkehrs verursachte. Die Feierlichkeiten vor dem Sofol- Kongreß erhöhten den nen aus. inländischen Reiseverkehr und trugen so zur wirtschaftlichen Belebung bei, die Prag zugute fam. Der Badeverkehr, insbesondere in Böhmen, im Fernen Osten mit Ausnahme von Poděbrad leidet unter dem Rückgang der ausländischen Besuche; am schwerTokio. Die beiden japanischen Unterhänd- ften betroffen sind namentlich die Weltkurorte. ler, die vor acht Tagen vom japanischen Abschnitts- Die Grenzerhebung im Juni d. J. verzeich kommandeur zum sowjetrussischen Grenzkommando net einen Zugang von 134.800 Ausländern auf entfandt worden waren, um Vorschläge und Forsunier Staatsgebiet und einen Abgang von derungen zur Räumung Tschantufengs zu über 116.500 Personen. Ins Ausland reisten im glei bringen und zunächst zurückgehalten worden den Monat 143.200 tschechoslowakische Staatswaren, find Dienstag zurückgekehrt. Die japanische Presse erblickt in der Freilassung der Unterhändler eine weitere Entspannung der Lage an der Fliegern und Kriegsschiffen unterstützte Infanterie eingesetzt haben. Die Chinesen seyten nur sehr schwachen Widerstand entgegen. Weitere Entspannung Grenze. Neue Zusammenstöße zwischen Japan- USSR? Tokio.( Reuter.) Unverbürgten Nachrichten der japanischen Presse zufolge soll es am 22. d. M. zwischen japanischen und 200 sowjetrussischen Soldaten, als lettere das mandschurische Ufer des Ussuri betreten wollten, zu einem Zu sammenstoß gekommen sein. Die sowjetrussischen Soldaten wurden im Gefecht zur Rückkehr auf Die Bade und sonstigen klimatischen tschechoslowakischen Kurorte besuchten im Juni 70.400 Personen( i. V. 99.200). Der Rüdgang der ausländischen Gäste ist allgemein, in großem Maße sind hauptsächlich die westböhmischen Weltkurorte betroffen, die heuer im Juni nur 30 Prozent oder 25 Prozent, ia fogar unter 20 Prozent des vorjährigen Auslandsbesuches ausweisen. In diesen Bädern ist auch der inländische Besuch gegenüber dem Vorjahre um die Hälfte gesunken. Auch die mähangehörige und 133.400 fehrten zurüd. Gegenischen und flowakischen Bäder weisen einen stars über Juni 1937 bedeutet dies einen Rückgang en Rüdgang der ausländischen Besucher aus. der Reisen von Ausländern zu uns um ungefähr Engegen stieg der inländische Besuch in der Slo30 Prozent, und eine Zunahme von 8 Prozent wafei, während er in Mähren und Schlesien un vnserer Reisen ins Ausland. In der ersten Jah- gefähr um 20 Prozent schwächer ist als im Vorreshälfte 1938 tamen zu uns oder reisten durch jahre. Jagesneuigkeiten ihre Boote gezwungen. Die Presse erwähnt nichts Die Leichenschänder von Verlusten. Riesenexplosion in Mukden Meldungen aus Mukden bestätigen, daß dort am 23. Juli einige Explosionen erfolgt seien, bei denen Munition im Werte von einigen Millionen Yen vernichtet wurden. 47 Tote in Haifa Saifa.( Reuter.) Bei dem Attentate in Haifa am Montag wurden insgesamt 47 Personen getötet, und zwar 43 Araber und vier Juden. Verwundet wurden im ganzen 52 Personen, und zwar 41 Araber und elf Juden. Jerusalem. Die Regierungskrise in Das mastus ist durch den Eintritt von zwei neuen Kabinettsmitgliedern in das bisherige Kabinett beseitigt worden. Nachträglich verlautet, daß der syrische Staatspräsident den Rücktritt des Gesamtfabinetts verweigert hat. Jerusalem. In der Nähe von Tiberias sind zivei Juden erschossen aufgefunden worden. Explosion verhindert Jerusalem. Die Polizei entdeckte Dienstag auf dem Gemüsemarkt in der Altstadt eine 25 Kg. schwere Bombe mit Zeitzünder, die sie beseitigte und dadurch die Wiederholung einer schrecklichen Explosion verhinderte. Das heutige Programm zu Die Nazis haben sich nicht damit begnügt die Ermordung des Bundeskanzler doll feiern: sie haben auch die Mörder gehrt und werden ihnen Denkmäler bauen. Die Ehrung geschah just an dem Tage, an dem der Stellvertreter Hitlers eine Rede hielt, die von Friedensbekennta nissen nur so triefte. Slettern abgeglitten und hatte die beiden anderen bei seinem über 100 Meter tiefen Sturz mit gerissen. Revolverattentat auf Gouverneur Winship wur Attentat in Portorico. Bei dem erfolglosen den zwei Personen getötet, ein Oberst der Natio nalgarde und ein Nationalist, der mit 4 anderen, die später verhaftet wurden, am Attentat betei ligt war. Auf den Gouverneur wurden aus der Zuschauermenge etwa 15 Schüsse abgegeben. Ueber 30 Personen wurden verwundet. Reisen Sie mit der Eisenbahn bequem, und darum in der 2. Klaffe; sie ist nur um ein Drittel teurer als die 3. Klaffe. Die Istambuler Juden beschlossen den Boys tott der Restauration des vornehmsten 3stams buler Hotels Tokatlian", u. zw. sowohl des inmitten der Stadt in Pera gelegenen Betriebes wie der Sommerfiliale in Therapia am Bosporus. Anlaß hiezu gab der Umstand, daß der Eigentümer Madowitsch, ein früherer Oesterreicher, der durch den Anschluß Reichsdeutscher wurde, jeden Sonntag die deutsche Flagge hißt. Das Unters nehmen zählte hauptsächlich reiche Juden zu seinen Gästen. Das Benediktinerstift Admont( Oesterreich) Herz- und Lungentrante müssen vorläufig hat einen tommissarischen Verwalter feine Gasmasken faufen. Die bisher im Handel erhalten. Ohne seine Zustimmung fönnen feinerlet üblichen Typen von Gasmasken sind für Herz- Abmachungen in rechtsgültiger Form mit der und Lungenkranke unbrauchbar, weil sie bei dieſen Abtei getroffen werden. Die Sammlungen und große Atmungsbeschwerden hervorrufen. Auf der die Bibliothek des Stiftes bleiben bis auf weiteres anderen Seite drohte jedoch auch diesen Kranken geschlossen. Im Gotthardt- Gebiet sind drei schweizerische Touristen erfroren. Strafe, wenn sie sich nicht bis zum vorgeschrieEin Höhenrekord. Der Sowjetflieger Grodbenen Termin eine Gasmaste beschafften. Nun= gianffi erreichte auf einem leichten Sportflugzeug mehr hat das Innenministerium angeordnet, daß neuen Typs eine Höhe von 7390 Meter, in der In Graz aber haben die Braunen noch ein Herz- und Lungenfranke nicht zu bestrafen sind. er eine Stunde und neun Minuten verblieb. Den übriges getan: dort haben sie auf das Grab des wenn sie vorderhand keine Maske laufen. Es wer- vorläufigen Messungen zufolge hat Grodzianifi nach den Feberkämpfen vom Jahre 1934 hinge den nämlich Versuche gemacht, eine Gasmaske damit den bisherigen Höhenrekord des franzöſirichteten Parteisekretärs Stanet einen Kranz speziell für diese Stranten herzustellen. In diese schen Fliegers André Japy um mehr als 2000 gelegt, auf deſſen Schleife die Worte ſtanden: Masten wird durch eine besondere ballonartige Meter überboten. Auch dein Tod war nicht umsonst!" Vorrichtung, die vom Träger der Gasmaske selbst Wahrscheinlich haben die Nazis die Hoffnung, in Betrieb gesetzt wird, ununterbrochen daß sie mit einer solchen Geste die österreichischen Luft in die Maske eingepumpt werden. Arbeiter mit dem Nationalsozialismus versöhnen Versuche stehen vor einem günstigen Abschluß fönnen. Aber diese Arbeiter wissen, daß Stanet, und sodann werden die Herz- und Lungenkranken Weissel und Wallisch, daß alle die Tapferen, die sämtlich mit diesem Typ ausgerüstet werden. im Feber 1934 ihr Leben ließen, nicht für den Nationalsozialismus gestorben sind, sondern im Stampfe gegen ihn. Sie waren für ein freies, ſelbständiges Desterreich, und ihr Vaterland fiel nur deshalb in die Hände der Braunen, weil Dollfuß und seine Nachfolger ihnen den Weg bereitet haben. Man hatte die österreichischen Arbeiter zum Kampfe gezwungen, und sie fämpften gegen die Verräter der österreichischen Freiheit, gegen die Vernichter der Demokratie, ohne die Desterreich gegen den Nationalsozialismus wehrlos war. Der Vorstand des tschechoslowakischen Jugend. ausschusses teilt mit: Mittwoch, den 3. August, reift eine 25gliedrige Delegation des Jugendausschusses zum Wettonare nach New 9orf. Die Delegation besteht aus Vertretern sämtlicher Gruppen der politisch organisierten tschechoslowali. schen Jugend. Außer dem Kongreß wird die Delega tion auch sämtliche Zentren der Landsleute in den Vereinigten Staaten besuchen und eine Vortrags tournee veranstalten. Das Protektorat über den Ju gendkongreß haben u. a. der Erzbischof von Dorf. der rumänische Ministerpräsident Miron Christea, Admi ral Byrd. Lord Cecil, der Präsident der franzöſiſchen Kammer Herriot und der Außenminister Dr. Krofta übernommen. Allein aus diesen Einzelheiten acht hervor, daß gewisse Nachrichten, die der Tage durch unsere Preise gingen, nicht den Tatsachen entsprechen. Bolnische Segelflieger landen bei Kaschau. Bet Kralau veranstal Einführung der Charge des Stabsfähnrichs. Nach einem Befehl des Präsidenten der Republik wird die militärische Rangliste wie folgt geändert: II. Rottmeister: Stabsfähnrich, Fähmich, Stabsrottmeister, Mottmeister. Die Nangdienstdistinktionen bestimmt der Nationalverteidigungsminier. Der Befehl irat sofort in Straft. Blitz erschlägt Rinder. Dieser Tage ging bei der Gemeinde Deutsch- Motra in Karpathorußland ein starkes Gewitter, begleitet von Hagelschlag, nieder. Der Blizz schlug in eine weidende den dennoch haben die branneniacenfisdieren Mindvichherde ein und tötete drei Stück. Das Viehtraut wurden Segelfliegerfonkurrenzen bera soci Feberkämpfer zu ehren". Wüßten cs die gehört Landwirten, die ie vor geraumer Zeit 156 die tschechoslowakische Grenze u. landeten bei Kaſchau. Tapferen, sie würden sich im Grabe umdrehen. Schafe eingebüßt haben, die ebenfalls auf der Nach Erledigung der Paß- und der Rollformalitäten der deutschen Sendung berbie Lebenden wissen, daß es den Nazis Weide im Gebirge vom Blik getroffen wurden. wurden die beiden Flieger vom Aeroflub belirtet. nur darum zu tun ist, mit billigen Gesten über Phototelegraphie. Das Prager Hauptpost- Am nächsten Tage traf aus Polen ein Motorflugzeug Prag Melnit: 10.15-15.11 Schallplatten. ihr Wesen hinwegzutäuschen. Während sie Kränze amt errichtet die erste phototelegraphische Sta- und wieder nach Bolen zurüdbrachte. Die Verab ein, welches die Segelflugzeue ins Schlevvtau nahm 13.50 Arbeitsmartt. 18.00 Slavierfonsert( Dr. Sturt auf das Grab Stanefs legen, halten sie tausende tion, die Bilder, Photos, Schriftstücke, Pläne schiedung in Kaschau war sehr herzlich. Behr), Beethoven; 15 Variationen und Fuge Sozialisten im Gefängnis, schicken sie einen telegraphisch nach den meisten europäischen LänEroica- Variationen). 18.20 Arbeitersendung. Dr. Sozialdemokraten nach dem anderen aufs Schaf dern und auch nach den Vereinigten Staaten über- Wetterverfchlechterung bevorstehend! Bei star Else Goder- Hermann: Praktisches und bequemes fot, füllen sie die Konzentrationslager mit Sozial- mitteln wird. Die Station wird Phototelegram Dienstag nachmittags in den Niederungen ganz fer Sonnenstrahlung erreichten die Temperaturen Wohnen. 18.40 Sozialinformationen. 18.45 Neue demokraten an. me nicht nur mit öffentlichen, sondern auch mitoitteleuropas 28 bis 32 Grad. Hingegen wurden in Bücher, 19.00 Operetten- Duett( Geſ. Abele Baum Die Schande des Nationalsozialismus läßt privaten Phototelegraphenstationen austauschen. Frankreich, wohin vom Ozean her fühlere maritime und Hans Ritter). 19.30 Französische Ballettmusit sich nicht mit Kranzschleifen zudecken. Und doch Der frühere Gesandte Desterreichs in London Luft vordringt, nur mehr 18 bis 20 Grad verzeichnet ( Orcheſterfonzert). 20.30 Wie werden Lebensmittel sind unsere Menschen nicht umsonst gestorben: ihr Baron Frankenſtein, der fürzlich die englische und stellenweiſe fällt dort Reagen. Die kühlere Luft fonserviert( Report. aus der Untersuchungsanstalt Heldentum ist ein Interpfand des Sieges über die Staatsbürgerschaft erworben hat, wurde von mit einer vorübergehenden Wetterverschlechterung für Lebensmittel). 20.55 Von Prag 1: Konzert der nationalsozialistische Barbarei. Die Leichenschän- König Georg VI. in den britischen Freiherrnstand nicht ausgeschlossen, daß fie bereits Mittwoch auch breitet sich allmählich auf das Festland aus. Es ist tschechischen Philharmonie( Dir. Isa Strejči). 21.55 dung wird nur neuen Haß gegen die Braunen erhoben. Böhmen erfassen wird. Vorles.„ Es war einmal ein König" von Rab. Wahrscheinliches Wetter Tagore. 22.30-23.00 Tanzmusit( Schallplatten). Der französische Botschafter in Berlin Fran- Mittwoch: In den mittleren und östlichen Teilen Brünn: 18.00 bis 18.15 Arien von Georg çois- Poncet wurde zum Großoffizier der Ehren- des Staates Andauern des heißen Sommerwerters. Friedrich Händel. Mitwirkende: Augusta Korschon Iegion ernannt. In Böhmen vorerst heiter und sehr warm, später sta( Sopran), am Klavier: Hanns Schimmerling. bom Westen her Runahme der Bewölkung und Gewit Auf der Südwand der Marmolata i den In Deutschland verboten. Die englische terneigung. Wetteraussichten für Donners 18.15 bis 18.25: Schallplatten. 18.25 bis 18.85: Dolomiten sind drei italienische Bergsteiger des Presse meldet aus Berlin, daß„ New Chronicle" tag: 3n den böhmischen Zändern wechselnd bewölft, Direttor Starl Meigner: Gutes Deutsch. Der Brief Akademischen Alpentlubs ums Leben gekommen. auf unbeſtimmte Zeit in Deutschland verboten stellenweise Gewitter oder Schauer, etwas fühler. des Gewerbetreibenben. 2. Zeit, Wahrscheinlich war einer von der Gruppe beim wurde. Südwestvind, im Osten heiter und sehr warm. ipecken. Bergsteigertod I 3 d απ re 80 te id de 81 ic ic ft Ii m b 23 at b er g T G ไป 28 8 li L b H g 2 a G b 23 B h t 11 11 te Er 9 HO: M FREE 11, is er 11. 18 el })= s 8. er en r; en 5) t et er and 3 גוב Der en ifi 00 d. cift es Die t fi. a. en 78s 114 men ita cht rch 11. Bet vei all. ell et. Un hm abs ar zen NA in me net uft ift uch ter len r3. ter its 8. Ift. Ker. Nr: 174 Barcelona ist ruhig Von Klaus Mann Freunde in Paris hatten uns mit Warnungen reichlich bedacht.„ Unterlaßt die Reise nach Spanien! 3hr tommt zu spät, es ist fast alles verloren, Ihr werdet nur die Auflösung und das Chaos finden!" Das waren nicht Leute, die aus bösem Willen sprachen; es waren Menschen unserer Gesinnung aber entmutigte. Wir glaubten ihnen nicht, und wir reiſten. Immerhin waren all die dunklen Prophezeiungen, die wir auf den Weg mitbekommen hatten, nicht eben geeignet, unsere Stimmung unbeschwert und gar zu optimiſtiſch zu machen. Gleich an der Grenze begriffen wir, wie sehr die entmutigten Freunde sich irren. Die ersten spanischen Soldaten, mit denen wir zu tun bekommen, haben Gesichter und einen Blick, wie sie die Glieder einer schon fast geschlagenen Truppe niemals zeigen könnten. Es gibt eine heiter selbstbewußte Gelassenheit, die nur aufbringt, wer jeiner Sache und der Zukunft seiner Sache durchaus ficher ist. Mittwoch, 27. Juli 1938 der. Die Stimmung, die herrscht, hat ebenso wenig mit Lethargie zu tun, wie mit Nervosität. Man geht den Geschäften und den Vergnügungen nach. Die Vergnügungen sind reduziert, und die bescheidenen Lustbarkeiten wie die Geschäfte können jeden Augenblick schrecklich unterbrochen werden durch ein neues Bombardement. Man gewöhnt sich baran. Neben einem der niederträchtig verwüsteten Säuser gibt es ein gutbesuchtes Café, wo nachmittags und abends zum Tanz aufgespielt wird. Vor allen Cafés und Bars ſizen viele Menschen. Die Kinos, auch die Theater ſind voll. Die Frauen, sorgfältig geschminkt, legen Wert darauf, hübsch auszusehen, auch wenn ihnen in der nächsten Stunde vielleicht das Dach über dem Kopf zusammenkracht. Man gewöhnt sich an alles: an das monotone Grauen der Bombardements; an die ungenügenden Vertehrsmittel die Autobusse, die Trambahnen sind überfüllt: wie schwere Trauben hängen die Men schenbündel zu allen Seiten über das Gefährt hin aus;- an die komplette Dunkelheit der Stadt zur Nacht; schließlich sogar an den Lebensmittelmangel. Am meisten leiden die Männer wohl darunter, daß es teine Zigaretten gibt. Ein Pädchen„ Camel" und Tona hatte ich die Gelegenheit, mich mit del Vayo Man erhält für und ſeiner Gattin 1 ſcheiten und anmutigen Dame aus Tordentlich ge 100 Reichömark( Noten) führlich zu unterhalten. Der Mann, der in einer höchst dramatischen und prekärin Situation für die die Beit, erst eine Viertelstunde über gemeinsame äußere Politit seines Landes verantwortlich ist, fand alte Freunde zu plaudern, und dann mit Leidenschaft und Direktheit seine Ansichten über die Zufunft Europas Reichsmark( Münzen) 100 rumänische Lei. 100 polnische Zloty 100 ungarische Pengö 100 Schweizer Franken 100 franzöfifche Francs 1 englisches Pfund. 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire. 100 holländische Gulden 100 ingoslawische Dinare Scite 5 Kč 568. 745.19.45 548.50 648.50 668.50 82.45 144.37 28.95 170.40 1599.64.80 die nun so innig miteinander zusammenhängen- darzulegen. Das Resumee seie Wir sind Franco überlegen; denn bei unsern Trupner Betrachtungen war: wir geben nicht nach. pen ist die bessere Moral. Mit uns sympathisieren die großen Maffen in jenen Gebieten des Landes, über die Franco jest herrscht. –„ Sie sind dessen dann, als Herr Bila die Antriebsmaschine durch sicher?" fragte ich ihn. Und er antwortete mir: den bekannten SdP- Funktionär Günter- WarnsIch weiß e 3."„ Dieser Krieg fann noch lange dorf verkaufen ließ. Die freigewertschaftlich orga dauern, und niemand bemißt, welche Folgen er nisierten Arbeiter demonstrierten dort gegen die wir ihn. Franco, die Italiener und die Deutschen bringen wollten. noch haben wird", sagte er.„ Schließlich gewinnen SDP- Funktionäre, die sie um die Arbeitsplätze liener und die Deutschen wird Franco niemals geit ergänzt werden können, ersieht man also werden nicht Spanien regieren. Ohne die Sta Aus diesen wenigen Angaben, die noch jeder= regieren können- und mit ihnen erst recht nicht." deutlich, wer die Induſtrie verschleppt und wer die Schriftsteller. Es ist der Typus des attivistischen, Es sind durchwegs SdP- Leute, welche die fudetenDel Vayo sieht aus wie ein Professor oder ein Wiedereröffnung stillgelegter Betriebe verhindert. fittlich entschlossenen, nicht mehr- steptischen Intel deutschen Arbeiter um den Arbeitsplak bringen. Tefbuellen, wie wir ihn etwa auch in der Tschecho flowatei an der Macht sehen. Ohne daß del Vayo persönlich an Beneš erinnerte, gemahnt er doch als " fagte Ich hatte mir von Anfang an vorgenommen, meine Urteile und Impressionen achtsam zu kontrol lieren. Wozu es leugnen: man ist Parteiman ist leidenschaftlich Partei in dem großen Kampf, von dem der spanische Bürgerkrieg nur ein Teil ist. ein halbes Pfund Butter: das sind zur Zeit die er Typus an den Präsidenten der EER – von dem ich Bariei fein muß aber nicht Blindheit und Verblen. leſenſten Kostbarkeiten in Barcelona... Uebrigens ihm übrigens mit besonderer Sympathie und Bebung bedeuten. Im Gegenteil: man beobachtet wohl sehen die Menschen im Durchschnitt doch noch sehr wunderung sprechen hörte.„ Wir nehmen am Schid. am wachsamsten und am schärfsten, wenn man mit viel besser aus, als sie es etiva in Deutschland dem ganzen Herzen beteiligt ist. Gewiß: als ich den während der letzten Kriegsjahre taten. Vor allem al der Tschechoslowakei den stärksten Anteil", erſten jungen Leuten in den Uniformen der Spa- find sie unvergleichlich besser gekleidet. Man hat hier er." Das Leiden, von dem wir heimgesucht sind, hat nischen Republik begegnete, begrüßte ich sie mit Er- feineswegs damit aufgehört, großen Wert auf den Sinn für internationale Solidarität in den uns nicht egoisch gemacht im Gegenteil: es hat griffenheit, wie man Freunde begrüßt. Aber gerade Eleganz zu legen. Die Auslagen der Meidergebreiten Massen bei uns getvedt. Ich habe mit vielen und zumal solche, die sich in einer geschäfte zeigen noch immer sehr hübsche Dinge: Hem- Soldaten an den Fronten gesprochen: die meisten fährdeten Situation befinden sieht man doch sehr den, jeidene Pyjamas, auch Anzüge. Die Etalage haben mehr politischen Instinkt und mehr Kenntnis sorgfältig auf ihren Zustand an. Man prüft ihre wirkt beinahe friedlich. Das große Ladenfenster aber Mienen, ob sich die Spuren der Niedergeschlagenheit, ist mit Papierstreifen beklebt, damit es dem Luftdrud gezeigt als mancher Abgeordnete. Alle fragen sie die Verzerrungen der Nervosität, des Widerwillens, eher standhalte, wenn in der Nähe eine Bombe troffen, die mir versichert haben: und wenn der mich nach der Tschechoslowakei. Ich habe Leute geder Verzweiflung in ihnen finden. Keine Spur von fällt... Krieg morgen bei uns zu Ende ist, und übermorgen all dem gab es bei den jungen Leuten, die zum gilt es, Frankreich gegen den gleichen Feind zu vers Gruße die Faust hoben und dabei, halb trozig, halb teidigen: wir sind wieder dabei. Iuftig, ein wenig Tachten. Freunde .. Wir wollten nicht mit dem Flugzeug nach Barcelona. Vom Flugzeug aus sieht man nichts. Zwischen der französischen Grense und Barcelona liegt ein breites Stüd spanischen republikanischen Landes. Wenn man es im Auto oder Autobus durchquert, bekommt man den ersten Eindruck von Uebrigens hatte man uns in Paris und anders wärts mancherlei Uebertreibungen aufgetischt, was die Zerstörungen in Barcelona betrifft. Die Ueber treibungen sind überflüssig; die wirklichen Schäden find gräßlich genug. Zum Beiſpiel ist es unrichtig, daß das Hotel Riz„ nicht mehr steht". Es war von einer Bombe lädiert worden; ist renoviert und wie der in Betrieb. Das gleiche gilt vom Hotel Colon, von dem man uns auch erzählt hatte, es sei ein Es sieht noch immer recht statt„ Das ist erstaunlich", sagte del Bayo noch, wenn man bedenkt, was das Ausland, was Europa uns angetan, wie falt es uns im Stich gelassen hat. Die psychologische Folge bei unseren Leuten könnte Vers bitterung, Haß gegen das Ausland sein. Das Gegen teil ist zu fonstatieren. Man ist im politischen Dens ten geschulter geworden, das viele Leiden hat flüger gemacht, man begreift den Zusammenhang der Er den Dörfern, den Straßen, den Menschen. Wanielleicht nicht mehr lange... Ein Theater eignisse..." hat zum Beispiel wieder einmal die Gelegenhet, recht grenzenlos zu erstaunen über die heitere Vers geßlichkeit, die vitale Bähigkeit, den biologischen Leichtsinn des Menschen. Das Leben geht weiter, und sei es noch so furchtbar bedroht... Ettva zwanzig oder fünfundzwanzig Kilometer hinter der Grenzy toutmen mir burch die erſte Drtſchaft, welche die Zerstörungen durch ein Bombardement wie offene Wunden zeigt. Nicht anders denn eine offene Bunde tlafft das Haus, das ein schtverkalibriges Geschoß vom Dachstuhl bis in die Grundfesten auf gerissen hat: wie auf schaurige kleine Bühnen blidt man in die bloßgelegten, nadten Bimmer, denen die Borderwand und Teile der Seitenwände fehlen; schamlos und melancholisch zeigen sie eine Intimität, die ehemals dem Fremden verborgen blieb- Reste von Mobiliar; Feßen einer Tapete; an einer Wand ist sogar ein Bild hängen geblieben; niemand nahm fich wohl die Mühe, es wegzuschaffen; hier haben Menschen gelebt und sich geliebt, und Kinder ge habt; dann ist eine breiige Masse aus ihnen ge worden; der Sohn des italienischen Herrn Ministers präsidenten, ein vielversprechender Jüngling in seis ner Art, hat erklärt, es sei sehr amüsant, auf Menschen zu zielen; es sei ein sublimer Sport, spanische Frauen und Kinder, die weder ihm nach seinem Herrn Vater eigentlich viel Böses getan haben, zu hegen wie Rebhühner oder wie Kaninchen... Ich dem ersten von den vielen klaffenden Häusern, England größter Bijouterieabnehmer der Tschechoslowakei. England ist einer der größten Importeure von Bijouterie. Im ersten Halbjahr 1938 führte es Bijouterie für 518.063( i. V. 507.512) Pfund ein. Größter Lieferant ist die Tschechoslowakei, die nahezu die Hälfte der EinVorjahr jogar noch leicht auf 248.638( i. V. fuhr stellt. Heuer hat sich der Absatz gegen das 241.216) Pfund gebessert. Den zweiten Blak nimmt Franftreich ein, das aber mit 128.254 ( 189.433) Pfund leicht unter Vorjahrshöhe blieb. Dagegen erzielte Deutschland mit 123.596 ( 116.111) Pfund bessere Exportergebnisse. Verstaatlichung in der Türkei. Nach der Erwerbung einiger wichtiger Eisenbahnlinien hat der türkische Staat soeben auch die Elektrizitätswerte von Istanbul erworben, die sich in Händen ausländischer Kapitalisten befanden. Der Kaufpreis beträgt 11 Millionen türkische Pfund, zahlbar im Verlaufe von 20 Jahren bei 5 Prozent Verzinsung. Wie verlautet, wird in der nächsten Zeit auf ähnliche Weise auch die Verstaatlichung der Straßenbahngesellschaft, der Untergrundbahn und des Gaswerkes erfolgen, die sich ebenfalls im Besize fremder Kapitalisten befinden. in der Nähe des Colon wurde vormittags getroffen, während die Schauspieler probierten. Das Entfebliche schlug sie, während sie vielleicht gerade eine Todesszene übten oder einen zärtlichen Dialog... barmherdige„ ermürbungstechnit", bieber inter- Gie perben nem inferer Städte an unh Der Minister del Vaho- ein Mann, in dessen Wesen Sumanität und Entschloffenheit, fittliches Die kürzeste Patho3 und Sinn für die Realität sich vermischen sagte mir noch: Sehen Sie sich doch die Menschen auf den Straßen unserer Städte an Alle sind sich einig darüber: die ruchlos uns nationale Faschismus der Stadt Barcelona gegenüber anwendet, bewährt sich nicht. Der einfache Mann bestätigte mir, was der Außenminister del Vayo mir sagte: in allen Schichten der Bevölkerung wächst, durch die unaufhörlichen, schaus rigen Bombardements der Wille zum Widerstand, die Erbitterung und der Troß. sehen: mit welcher Würde tragen sie das Unsagbare! Ich werde immer stolzer darauf, ein Spanier ausein!"- Das sagte er ganz einfach und fast ein weniggeniert. Aber irgend ein Buden in seinem Gesicht, auch irgend etwas in seinem Blid verriet den großen Ernst seiner Worte. Frau del Vayo, die Schweizerin, Gleich während meines ersten Tages in Barceniďte. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Industrieverschleppung Unter Mithilfe von SdP- Leuten im Deutſchen Textilverband, Liebig und Richter an der Spike, verhinderten die Aufnahme dieses Betriebes. vergeſſe das Bild nicht: neben dem Klaffenden Gaus einer verhinderten Induſtrieverschleppung. Serr Senleinleute erhalten. In Wirklichkeit aber sieht Vor wenigen Tagen meldete die Zeit" von pläße bringen würden, die Unterstützung aller beren Anblid wir ertragen müſſen in diesem Laude Mazig in Raſpenau bei Friedland, Bezirksleiter es anders aus. Die Kameraden und Voltsgenossen hatte ein Töpfer feine Ware ausgelegt – runde der SbP, hatte eine gut vorbereitete Demonstration von 200 SDP- Leuten geführt, welche die Schüsseln und Teller, ziemlich weit auf die Straße hinaus. Da standen die Weiber und feilschten um Fabritsausschrotung in dem vormals Hermann Der Betrieb Simon in Haindorf einen Topf. Ihre Kinder hielten sie an der Hand. Pollats Söhne gehörenden Unternehmen in Dörfel bei Friedland angeblich verhinderte. In Wahr- sollte gleichfalls wieder aufgenomen werden. Auch Die Straße von der Grenze nach Barcelona heit verhält es sich so, daß der Betrieb Pollat schon in diesem Falle bemühte sich die Union der Textil ist gut. Sollte sie stellenweise lädiert gewesen sein, vor einem Jahrzehnt stillgelegt wurde und daß die arbeiter, die Wiederaufnahme dieses Betriebes zu so hat man den Schaden doch gleich wieder behoben. Maschinen nicht durch Juden und Tschechen, son- erreichen. Die Bezirksbehörde gab ihre Zustim Der Autoverkehr ist dünn; es herrscht Knappheit an dern durch waschechte SdP- Leute verkauft wur- mung, die SdP- Kameraden im Deutschen TextilWagen wie an Benzin. Die meisten Automobile, die den. So hat, wie der Freigeist" meldet, uns begegnen, sind von Militärpersonen besetzt. Vor uns fährt eine Zeitlang der Wagen des Schweizer Konsulats... Die schöne Straße führt auch am Meer entlang; wir schauen neidisch den Badenden zu, es gibt ihrer viele, man möchte mit ihnen sein, denn die Siße ist lästig. Auf einem Bahngeleise steht und ist bei diesem Geschäft nicht verarmt. Aus ein ganzes Regiment von Burschen in Badehosen; den verschleppten Arbeitspläßen wurden repräsen sie lachen und winken uns zu. Es sind die Matrosen tative Autos, die heute zum Zeichen der Voltsvon einem Kriegsschiff, das in der Nhe liegt. Manche verbundenheit ihres Besizers stolz mit dem SdP von ihnen haben zum Badekostüm die Matrosen- Wimpel geschmückt sind. Die Gebäude in Dörfel müße aufbehalten: so stola scheinen sie auf ihren mit der Dampfmaschine und den verrosteten KesBeruf... seln gehören dem Reichenberger Altmaschinenhändler Adalbert Rohn, gleichfalls ein SdP Mann. Vor allem aber muß man sagen, daß es der Funktionär des Deutschen Turnvereins Jahn in Reichenberg, Ingenieur Böhmer, viele Hunderttausende Kilogramm von Textilmaschinen ins Ausland verschachert die Kameraden Textilindustriellen selbst sind, welche die Volksgenoffen Arbeiter um die Arbeitspläge bringen. verband protestierten gegen die Wiederaufnahme und verhinderten sie. Der Bezirksleiter Maßig mit seinen Getreuen demonstrierte nicht, auch dann nicht, als dieser Betrieb ausgeschlachtet wurde. Man hat der Bevölkerung nicht verraten, da es auch im Falle Simon nicht Tſchechen oder Juden waren, die aus der Vernichtung dieser Spinnerei, die einmal 300 Menschen Brot und Arbeit gab, Nußen zogen, sondern daß es wieder ein SPAnhänger war, der den Betrieb ausschlachtete. Herr Tschentte aus Neustadt, ebenfalls ein SdPMann, tann genau Aufschluß darüber geben, wer Herr Pech ist, der die Demontage und den Verfauf dieser Maschinen bei Simon finanzierte. Preibisch- Raaz, Dittersbach. Dort sißt ein Herr Bila als Liquidator. Sein Name läßt schon auf ,, urgermanische" Abstammung schließen. Wer zu ihm in die Kanzlei kommt, dem fallen zuerst die Beitrittserklärungen für den Bund der Deutschen auf. In Barcelona gilt das Erstaunen nicht den tragischen Bügen, die das Antlig dieser Stadt betommen hat: die tragischen Büge können nicht fehlen, da schon soviele Leiden dieser Stadt und ihren Menschen zugemutet wurden. Das leztemal, als ich sie sah-- gerade ein paar Wochen vor Ausbruch der Eine Viertelstunde vom Demonstrationsobjekt in Generalsrevolte war sie heiter. Das Wunder ist, Dörfel entfernt steht ein tompletter Betrieb daß sie sich von dieser Seiterfeit noch etwas be- Seinrich Müller, ustung. Seit zwei wahrt hat- tros allem. Freilich, es ist eine Jahren bemüht sich die Union der Textilarbeiter, Herr Bila ist Funktionär in der völkischen Beetwa trobige Seiterfeit geworden... Der Ausdrud die Wiederaufnahme dieses Betriebes zu erreihen. wegung und ein bekannter Nazi. Er verkaufte bon gelassener Selbstbewußtheit, den ich bei den Die Bezirksbehörde hat zur Eröffnung dieses Ve= die Produktionsmaschinen im Betriebe PreiSoldaten an der Grenze hatte tonstatieren dürfen: triebes sogar ihre Zustimmung erteilt. Man müß- bisch. auf unzähligen Gesichtern von Männern und Frauen te annehmen, daß solche Bemühungen, die unge Aber auch dort hat Magig nicht gegen die Verin den Straßen von Barcelona finden wir ihn wie fähr 200 Menschen wieder an ordentliche Arbeitsschleppung demonstrieren lassen, nicht einmal Kurzgeschichte D. L. Faltis Ein gewisser Jüngling begab sich mit groBen Hoffnungen auf den Weg der Schriftstellerei. Er wurde belehrt, die bedeutsamite Schule für einen fünftigen Romanschriftsteller sei das Schreiben von Sturzgeschichten. Doch wurde ihm nicht gejagt, wie lang diese Kurzgeschichten ſein sollen. Er glaubte, das wevde wohl von der Größe des Ausmaßes abhängen, das ihm der Redakteur einer Tageszeitung, an den er empfohlen worden war, in der Zeitung einräumen wird. Ja, er hatte auch wirklich anfangs gar nichts dagegen, daß der Redakteur jede seiner Erzählungen um die Hälfte fürzte. Nein, man fann doch nicht sagen, er habe nichts dagegen ge= habt. Er litt darunter. Da er aber ein armer Student war, nahm er diese Kürzung, die gleichzeitig eine Kürzung des Honorars war, resigniert hin. Doch die Kürzungen und Korrekturen der Sturzgeschichten wurden dem Redakteur bald lästig, der den Jüngling recht hart anging, er liefern, denn die Zeitung wäre nicht dazu da, möge doch endlich die kürzesten Kurzgeſchichten um... usw., usw. Der Jüngling bemühte sich, er opferte viel von allem, was ihn beseelte a schreiben, er rang sich zur Schilderung knappster Art durch, sein Talent wellte, er selbst ging äußerlich und innerlich mehr und mehr ein. Einmal schrieb er eine zweiseitige Sturzgeschichte. Er schrieb sie unter Tränen, er brachte sie, völlig ge=. brochen, in die Redaktion. Der Redakteur las sie durch." Nun, das ist ein merklicher Fortschritt", sagte er gnädig. Aber bringen Sie mir jie nächstens noch um etwas fürzer!" Der arme Jüngling ging ganz verstört in sein färgliches Heim. Er schrieb folgende Kurg geschichte: " Es war einmal ein junger Mann, der ein großes literarisches Wert schreiben wollte. Sein unglück aber war, daß er nicht die kürzeste Kurzgeschichte zustande brachte. Da verfiel er auf die Idee, daß er die kürzeste Kurzgeschichte damit verwirkliche, indem er sein Leben freiwillig vertürzt. So tat er auch. Schluß." In dem Begleitbrief an den Redakteur stand: Geehrter Herr Redakteur! Diese Geschichte ist vielleicht nicht schön, aber dafür wahr. Vielleicht ist sie auch genug furz. Stürzer kann ich es nicht mehr. Das Honorar überweisen Sie an meine Quartiersfrau als Beitrag zur Deckung der Begräbniskosten. Ihr auf ewig ergebener..." Leider wurde nicht einmal diese Geschichte in ihrem Wortlaut abgedruckt. Sie wurde umgearbeitet und in die Nachrichten über Brände. Sterbefälle und Unfälle eingereiht. Es geschah aber, daß ein gelvisser berühmter und vermögender Schriftsteller über das vernichtete Leben des jungen Talents einen dreibändigen Roman schrieb, wodurch er noch berühmter und noch reicher wurde. Schluß. ( Uebersetzt von Ofa.) Seite 6 " Sozialbemokrat" Der Bauer im Zuchthaus zu D. Von Fritz Hoff Mittwoch, 27. Juli 1938. Nr. 174 Trager Zeitung Kurzgeschichten des Lebens Der Zufall führte mich vor vielen Jahren in| ,, freie" Mannschaft fand, die ein Wettspiel gegen die kleine Stadt D., die, unweit der Mündung in Buchthäusler ausgetragen hätte. den Rhein, im Lahntal gelegen ist. Es gibt interessante Bauwerke aus dem Mittelalter dort, einen berühmten Hochaltar in der großen Kirche, und das Haus eines bedeutenden Mannes, der in D. gelebt und gewirkt hatte, ist gegen geringes Entgett zu besichtigen. Auch ist der Wein, den sie im Lahntal ziehen, nicht zu verachten. Hoch über der Lahn und dem Städtchen aber liegt, mächtig und weit in das Tal hinaus wuchtend, die alte Burg, einst der Horst von Raubrittern, die den durch das Lahntal ziehenden Kaufmannszügen auflauerten. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts nun wurde Burg D. in ein Zuchthaus umgewandelt, in dem die von den Gerichten in Rheingau und Westerwald abgeurteilten schweren Verbrecher ihre Strafen abbüßten. Wir waren auf dem Weg zu den Arbeits- Prager Alltag sälen, als plößlich ein fürchterliches Geschrei er scholl. Ich zuckte zusammen und sah dann dem Direktor fragend an. Der war bleich geworden. Er blickte zu mir hin, als wollte er sagen:„ Es ist doch nicht meine Schuld, daß der Mann so schreit!" Das Geschrei kam aus dem Flügel, in dem die Büros lagen. Wir gingen eilends in jener Richtung. Sind Ihre Beamten vielleicht... Ich sprach den Satz nicht zu Ende. Der Direktor verstand mich. Mißhandlungen?" ſagte er.„ Ausgeschlossen! Ich habe meine Beamten fest in der Hand, die kennen meine Ansichten und billigen sie. Aber es tommt manchmal vor, daß ein Gefangener einen Tobsuchtsanfall erleidet, vor allem in der ersten Zeit des Hierseins. Kommen Sie, wir wol len schauen, was ist. Ich habe nichts zu verbergen." Mit dem tam auch schon ein Beamter auf uns zu, hob die Hand an die Müße und bat den Direktor, in die Aufnahme zu kommen. Das Geschrei brach nicht ab. Es hing über uns, und die dumpfen Gänge gaben es in verstärktem Echo von überall her zurück. Es war bedrückend und peinigend, und unwillkürlich fuhr ich mit den Fingern zwischen Hals und Hemdtragen entlang. In der Aufnahmekanzlei standen zwei Juftizwachtmeister mit verlegenen Gesichtern. ,, Was ist das für ein Lärm?" frage der Direktor böse. Nun gab es sich, daß der Direktor dieses Buchthauses, der Regierungsrat F., ein Studienfollege meines Vaters gewesen war. Dies fiel mir ein, als ich am Abend in der breiten Stube des Gasthofes..Zum goldenen Adler" mit einigen Städtern beim Lahnwein saß und die Rede auf das Zuchthaus kam. Der Regierungsrat war nicht sehr beliebt bei den Bürgersleuten; er sei zu milde, hieß es, und zu sehr den modernen Ideen Augeneigt. Man empfand allgemein die Tatsache, daß das Zuchthaus den Namen der Stadt trug, als etwas Belastendes, und man sprach auch nicht gerne davon. Man war aber, einhellig, unter anständigen Menschen der Meinung, daß in einem Zuchthaus ein strenges Regiment am Plaze sei, und daß man hier mit Sumanitätsduselei nicht weiter fäme. Einer der Bürger, mit denen ich zu sammensaß, ein breitschultriger, derber Mann, Die Beamten lächelten alle. Ein Neuer". machte sich vor allem lustig darüber, daß der Di- fagte dann der Schreiber ,,, er ist im Baderaum." reftor lezthin ein Bad habe einbauen lassen; Wir gingen hinüber zum Bad. Der Direk er selbst könne jich solchen Lurus nicht leisten, tor öffnete die Türe. Das Gebrüll, das nicht abs meinte er, und nun solle er seine Steuergroschen gerissen hatte, war nun dicht bei uns. Auch hörten hergeben, damit die Spizbuben auf seine Kosten wir zwei Männerſtimmen, eine besänftigend und in der Badewanne sigen könnten. An diese Erivä- die andere schimpfend. Gleichzeitig brauste Was gungen fnüpfte er solche allgemein- politischer fer in die Wanne, das Gebrüll war laut und Natur, und ich stand denn auch bald auf, wünschte furchterregend, etwas fiel um; es war ein wüster eine angenehme Nachtruhe allerseits und begab Lärm. Der Raum war mit Wasserdampf ange= mich zu Bett. füllt, und nur undeutlich sahen wir einen großen nadten Mann, den zwei Uniformierte vergeblich zu halten versuchten, der eine, wie gesagt, ichimpfend, und der andere, qütlich zuredend. Am nächsten Vormittag stieg ich den steilen Felsen zur Burg hinan, nachdem ich mich vorher telephonisch angemeldet hatte, und der Direktor ließ mich auch bald vor. Er war ein smpathischer älterer Herr, mit leicht angegrauten Schläfen, flugen Augen und einer hohen Stirne, und er freute sich über das Interesse, das ich an seiner Arbeit nahm. Es fämen nur wenige Besucher, fagte er, die nicht beruflich dazu verpflichtet seien, und sonstige Anteilnahme sei, wie gesagt, gering. Ein Unterton von Bitterkeit schwang mit, als er dies sagte; und es war ja nicht weiter verwun derlich, daß man seinen modernen Bestrebungen in dieser verrohten Zeit nur wenig Verständnis entgegenbrachte. Er war durch und durch, wie das Gespräch gleich ergab, Anhänger und Verfechter des modernen Strafvollzuges, der seine Aufgaben nicht so sehr in der Bestrafung als in der Besserung der Gefangenen sab und er setzte seine Theorien auch in die Praxis um, soweit ihm nur von oben dazu freie hand gelassen wurde. Meine Bitte, seine Arbeit sehen zu dürfen. erfreute ihn, und er erbot sich, selbst die Führung zu übernehmen. Wir begannen unsere Wanderung durch das unheimliche, fast mittelalterliche Gebäude. Nicht ich war es, der den Direktor auf Fehler und Mängel hinwies( es wäre mir unhöflich erschienen), sondern er machte mich aufmert fam: pier müßte ein großer Lichtschacht gebro chen werden, denn in den Gängen ist es zu dun fel, und meine Gefangenen hungern nach Licht." Oder, mit einer refignierenden Kopfbewegung: ..Seit drei Jahren verlange ich einen Kredit für den Einbau von Wasserspülungen in die Zellenflosetts es ist kein Geld dafür da." „ Er will nicht baden, Herr sagte der eine Beamte und lächelte will nicht." Lassen Sie ihn gehen, Schmidt!" antwortete der Direktor und lächelte auch.„ Versuchen wir es morgen noch einmal." Ich verstand immer noch nicht recht, was eigentlich los war. den Barmherzigen Schwestern in Prag III. wird er Aufnahme finden, bis er sich einigermaßen wieder erholt. Was aber dann? Ueber dem Krčer Wald liegt Stille. Noch sind Alles ist friedlich in der Vorstadt und der Polis die Ausflügler nicht eingetroffen, der große Strom aiſt in Rivil heute dienſtfrei- fährt feinen ergießt sich erst nach dem Mittagmahl ins Freie. Sprößling im Kinderwagen ſpazieren. Man ficht Nur vereinzelt hört man Siniſtern und Knaden im ihm die Freude über die Vaterschaft so richtig an, Geſträuch das sind die„ Frühaufftcher". Da auch das Kind lacht einige Male herzlich. Da stören lagert ein Pärchen weltvergeffen, nur mit sich be- laute Rufe: Saltet ihn!" den Frieden. Als erster schäftigt, beachtet die Umgebung nicht weiter. Stringt rast unser Polizist auf und davon verlassen steht crfchredt auf, als Stimmen laut werden:„ Da hängt der Kinderwagen! Es dauert ein Weilchen, dann doch einer!" Ja, da hängt einer und feine Belebungs- kommt der Vater im Laufschritt wieder zurück. Et versuche nüßen mehr. Er ist schon einige Stunden hat den Bösewicht" erwischt. Einen noch ganz jun tot. Niemand hat davon etwas bemerkt, niemand ge- gen Burschen, der mit ſeiner Beute per Rad das ahnt: faum einige Minuten entfernt, faßt ein Un- Weite fuchen wollte. Unser Polizist hat ihn einem glücklicher den ihn gutmütig übers ganze Gesicht: Nana, Kindchen, Tegitimieren fönnte, nichts hinterläßt er der Mittvelt Dummerchen, Vater ist doch wieder zurüd, wer wird als Anhaltspunkt für seine letzte Handlung. Er muß denn gleich so heulen!" Dann bedauernd zu den viel gelitten haben, der arme junge Mensch, daß er Umstehenden: Der andere, das war auch fait noch aus dem Leben scheidet, bewußt unbekannt und un- ein Kind...!" erfannt bleiben will. to Baum zu nichts Leben nächsten Kollegen im Dienst übergeben. Jetzt lacht er wieder Auch über den Prager Straßen liegt Sommer glut. Da schvantt einer ganz verdächtig und findet nur schwer das Gleichgewicht. Sich so am hellen Tag zu betrinken!" brummt ein gutmütiger Alter und schaut kopfschüttelnd den Gehversuchen des jun gen Menschen zu. Also! Da liegt er nun, das hat er davon..!" Der Schwankende ist plößlich umge, BAD LUHAČOVICE 15 erfrischt das Herz, beruhigt die Nerven. Das mährische Paradies. Verlangen Sie Prospekte durch die Badeverwaltung. fallen, bleibt liegen, wird von Neugierigen umringt Der Alte neigt sich über ihn, dann sagt er mitleids boll: Nein, der ist nicht betrunken, der ist ohnmäch tig. Schauts Leutchen, wie schlecht der Arme aus ficht!" Die Rettung wird verſtändigt der Arzt kon statiert: Völlige Erschöpfung!" Da liegt er nun, blaß, und noch immer bewußtlos. Er wird gelabt, fommt zu sich. Es ist ein 31jähriger Schmied, sei I angem arbeitslo 3, fcit Tagen ohne richtige Nahrung. So irrte er durch die Straßen Prags, bis er vor Erschöpfung zusammenfiel. Bei Mehr Bänke an den Aussichtsorten Brags, wie überall an Orten, von denen man einen Ueberblid über Prag gewinnen fann, werden jetzt auf An trag des Primators Dr. Benflaufgestellt. Solche Ruhepläße fehlten nicht nur an diesen besonderen Ors ten, sondern auch an den Ufern der Moldau, in den Anlagen der Leina", auf dem Gradschin u. a. Nun werden auch da eine größere Anzahl Bänke aufge stellt, sehr zum Nußen jener, die über den Sommer in Prag bleiben müssen und Erholung in den Anlagen suchen. Die Wirtschaftspolizei der Stadt Prag. Die Brager städtische Polizei bekommt in der nächsten Reit eine neue Aufgabe. Schon ist die Reorganisas tion vorgeschritten und bald werden in Prag Polis zisten zu sehen sein, die sich von den übrigen durch ein Band von Orange- Farbe an den Uniformaufs schlägen unterscheiden werden. Diese Polizisten sind beauftragt, Kontrolle über die Preise in den Prager Geschäften zu üben. In Brünn ist diese Kontrolle bereits eingeführt und bewährt sich vorzüglich. Ein feltener Unfall. Daß viele Verkehrsunfälle find, wobei Menschen und Tiere bedroht wurden, ist alltäglich. Weniger oft fommt es vor, daß ein ferd in einen eller fällt. Das ges schah fürzlich in Prag I, Rybná ul. Das Pferd war eingeschirrt und stürzte samt Gespann in einen alten Seller. Nach längerer Bemühung gelang es der Feuerwehr, das Pferd aus seiner Versenfung au befreien. Warum der nackte Mann eigentlich so brüllte, war mir nicht recht verständlich, und auch der Direktor begriff es nicht gleich. Der Mann am Leben blieb, war ein Wunder. Der Bauer[ den Tobsuchtsanfall irgendwie erklärlich erscheis schrie einfach, feine Worte, sondern wie ein ver- wurde in einer Verhandlung, an der er wie nen ließ. Auf die Fragen, die man ihm in der leßtes, zorniges Tier. unbeteiligt teilnahm, zu lebenslänglichem Zucht Aufnahmelanzlei gestellt hatte, hatte der Gefans Direttor!" haus verurteilt. Er hatte sich faum verteidigt, gene zwar brummig, aber forrett geantwortet, dabei ,,, er auch dem von Gerichtswegen bestellten Anwalt und widerstandslos hatte er die Zuchthauskleis nur ausweichende und stereotype Antworten ge- dung entgegengenommen und sich den Kopf sche geben und immer wieder erklärt: Das is mei ren lassen. Warum er also gebrüllt hatte: es blieb Sach! Das is halt so gekomme!" Die Vorhal| unerklärlich. Vielleicht war ihm erst im Bad richtungen des Präsidenten, daß doch gerade er als tig zum Bewußtsein gekommen, daß er nun für Stirchenältester so etwas am allerwenigsten habe immer hinter Zuchthausmauern sei? Aber das tun dürfen, machten keinen sichtlichen Eindruck war kaum denkbar, denn als er hörte, daß er auf ihn. Er lehnte es ab, gegen das schwere Ur- nicht baden müsse, war doch sein Geschrei sofort teil Berufung einzulegen und schien überhaupt verstummt. seinen Frieden mit sich und den Menschen gemacht zu haben. In der Untersuchungshaft darauf machte der Zuchthaus direktor mich befonders aufmerksam war der Bauer friedfertig gewesen, hatte sich allen Anordnungen widerspruchslos gefügt. Das Gutachten des Gerichtsarztes, der ihn auf seinen Geisteszustand untersucht hatte, lautete:..Beschränkt, aber völlig zurechnungsfähig und der Schwere seiner Tat voll bewußt." Der Nackte hörte urplößlich auf, zu brüllen; es war grotest, wie das Geschrei abbrach, so unvermittelt, und in den Ohren dröhnte es noch einen Augenblick lang nach. Wir gingen aus dem Baderaum hinaus und in des Direktors Arbeitszimmer hinüber. Dort gab Regierungsrat F., nachdem er selbst einen kurzen Blick hineingeworfen hatte, mir die Afte über den Neueingelieferten zu lesen. Es war ein Bauer aus dem Westerwald, 52 Jahre alt und bis dahin unbescholten. Er hatte eine Magd geschwängert, hatte erst, mit grausam- primitiven Mitteln, eine Abtreibung Umso unerklärlicher war das Verhalten in der Frucht versucht, und dann, eines Abends, der der Badestube. Auf dem Transport zum Zucht Magd hinterrücks mit einer Art mehrere haus hatte sich, wie das Befragen der beiden Schläge auf den Kopf versetzt. Daß die Magd Justizwachtmeister ergab, nichts ergeben, was Die Gefangenen, von denen sich nur einige wenige in ihren Bellen befanden, grüßten ihn mit cinem Respekt, dem eine gewisse Vertraulichkeit nicht fehlte. Der Direktor seinerseits hatte für jeden ein paar freundliche Worte und mit einem der Gefangenen unterhielt er sich mehrere Minus marat ten lang über die Frage, ob Ameiseneier ein besseres Fischfutter Leien als irgend ein Produkt mit einem langen lateinischen Namen. Der Gefangene, wie ich später hörte, ein wegen wiederHolter schiverer Körperverlegung bestrafter Bau-| ernknecht, hielt zwei kleine Goldfische in einem Aquarium, und er beklagte sich darüber, daß es den Fischen an Licht mangele; der Direktor sah mich, als er dies hörte, mit einem Blick an, der zu sagen schien:„ Sehen Sie!" Im Weitergehen erläuterte Regierungsrat. sein Prinzip, die Gefangenen nach Möglichkeit sich selbst betreuen zu lassen. Es gab beispielsweise eine Zuchthauszeitung, von den Ges fangenen selbst geschrieben, redigiert und ge= druckt. Es gab eine Bibliothek, deren Zusammenstellung und Ergänzung den Gefangenen überTassen war, und die, wie mir ein Blick in den Katalog zeigte, die modernsten Autoren enthielt. Im Hofe des Zuchthauses war ein schöner Fußballplay, und der Direktor bedauerte nur, daß die Insassen ständig untereinander spielen mußten, weil sich bei den herrschenden Vorurteilen keine| Zärtliche Liebe Als ich am Nachmittag weiterfuhr, beschäf tigten sich meine Gedanken lebhaft mit dem Baus ern; dann vergaß ich ihn unter neuen Eindrücken, und erst einige Wochen später wurde ich wieder an ihn erinnert, als ich nämlich einen Brief von Regierungsrat F. erhielt. Er sei, so schrieb er, mir noch eine gewisse Aufflärung schuldig: über das seltsame Benehmen jenes Bauern in der Badestube. Arbeitsübers lastung habe ihn gehindert, mir eher zu schreiben. Der Bauer habe gleich an jenem Tage noch vers langt, daß der Zuchthauspfarrer zu ihm komme, ein Verlangen, das überrascht habe, denn bis das hin und seit seiner Verhaftung habe der Bauer jeden geistlichen Beistand hartnädig verweigert. Den Zuchthauspfarrer nun habe er gefragt, ob das Baden denn keine Todsünde sei, und der geistliche Herr habe ihm das schnell ausreden fönnen. Daß er sich vor Gott schwer schuldig gemacht habe durch die Abtreibungssache und den versuchten Mord, das fand er lange nicht so schrecklich wie die Möglichkeit, sich durch das Bas den gegen Gottes Verbot zu versündigen. Der geistliche Herr habe ihm diesen Gedanken, wie gesagt, ausgeredet, der Bauer habe sich am nächs sten Tage bereitwilligst baden lassen und sei seitdem so friedfertig, wie er es laut Bericht in der Untersuchungshaft gewesen sei. Uebrigens habe er, der Direktor, so schloß der Brief, vor wenigen Tagen von der vorgesezten Behörde die Mitteilung erhalten, daß er demnächst, unter Verseßung in die nächsthöhere Ges haltsstufe, pensioniert werde. Er gehe nicht fehl in der Annahme, daß das mit seinen modernen Auffassungen vom Strafvollzug in Zusammens hang stehe, denn diese Auffassungen verüble man ihm schon lange. Insbesondere habe man die Einrichtung eines Baderaumes gar nicht gebilligt. und er zweifle nicht, daß das Gebrüll des Bauern der letzte Anstoß zu seiner Beseitigung ges wesen sei. Kauft Dolkszünder! -Inserate werden lau Beauasbedingungen: Bei Ruftellung ins aus oder bei Bezug durch die Bost monatlich Ke 17.- vierteljährig Kč 51.-, halbjährig Kč 102. ganzjährig Kč 204.Tari billiaft berednet. Rüditellung von Wianusert pten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- u. Telegraphendirektion mit Erlak Nr. 18.800/ VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpostamt Praha 25.- Druderei: Orbis". Drud, Verlags- u. 8eitungs-.- G. Staa.