et H t is 19 11, 211 et 1 ESTESERESE258 in St 18 m et 11, rd er SEARCHESE ie id he Is ie n 25228 Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutſchen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tſchechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früh Einzelpreis 75 Heller Rebattion u. Berwaltung: Brag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Rebatteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Donnerstag, 28. Juli 1938 Aus dem Inhalt: Keine Betriebswahlen in Oesterreich Wieder ein reichsdeutscher Deserteur Ein gefilmter Selbstmord Neuer Zwischenfall USSR- Japan Nr. 175 Rasches Tempo der Ebro- Offensive Das Nationalitätenstatut Fünfzehn Städte und Dörfer erobert Tausende Franco- Soldaten gefangen Tortosa.( Ag. Efp.) Auf der 150 RiloPrag. Die großangelegte Offensive der ist das bisher größte Offensivunternehmen der meter breiten Ebrofront fekten die republikani- spanischen Regierungstruppen an der Ebrofront republikanischen Armee. Auch bei Teruel wurde schen Divisionen auch am zweiten Tage threr findet in der ganzen Welt die größte Beachtung seinerzeit der Offensivstoß nicht in einer solchen Offensive ihren Vormarsch fiegreich fort. In ein- und hat insbesondere dort leberraschung hervor Breite unternommen, vor allem hatte jedoch noch zelnen Abschnitten konnte die Front bisher 20 bis gerufen, wo man geglaubt hat, die spanische Re- teine der republikanischen Offensivhandlungen eine 25 Kilometer vorverlegt werden, rund fünfzehn publik liege militärisch schon in den letzten Zügen. so große strategische Bedeutung. Franco ist nun Städte und Dörfer wurden erobert. Bon höchster Wieder einmal ist bewiesen worden, daß die Kräfte Bedeutung ist der Durchbruch der Republikaner im der Republik noch lange nicht erschöpft sind und gezwungen, seine ohnehin geschwächten Truppen an der Gastellonfront noch weiter zu dezimieren, Ebrobogen von Ganbefa. Er ist 30 Kilometer daß die bisher von ihr angewandte Taftit, den um einen Teil den Republikanern am Ebro ents breit und 20 Kilometer tief, und wird durch die Gegner durch eine geschickte, zähe Verteidigung zu Hauptstraße Tarragona- Ganbefa- Alcanis hal- erschöpfen, richtig war. Der Offensivstoß am gegenzuwerfen. Das kann nun aber dazu fühbiert. Längs und beiderseits dieser Straße find Ebro wurde in dem Zeitpunkt angesetzt, da sich die ren, daß die republikanische Front auch bei Cadie republikanischen Truppen bis in die unmittel Offensive der Interventionstruppen an der Castellon in Bewegung kommt und daß die dort an bare Nähe der Stadt Ganbefa, im Mittel- stellonfront totgelaufen hatte. Troß dem Einsatz greifenden republikanischen Truppen gemeinsam punkt des Bogens, vorgerückt. Sie stehen zur der mächtigsten Kampfmittel und ungeheurer mi: der Offensivarmee an der Ebrofront die Stunde( Dienstag 23 Uhr) im Norden, Often Truppenmassen konnten die Rebellen nur Schritt Francoarmee in eine Zange nehmen. Da Franco und Süden knapp zwei bis drei Kilometer vor um Schritt vorwärtskommen, und in den letzten seine besten Soldaten und sein ganzes Offensiv dieser Stadt. Die östlich von Ganbefa liegenden Stunden mußten sie infolge Menschen- und Mas material in diesem Raume konzentriert hat, läuft Höhen sind besetzt. Von hieraus beherrscht die terialmangels ihre Versuche, die stark befestigte er Gefahr, es bei einem Schließen der Zange u republikanische Artillerie die Stadt und ihre Rück- Front der Republikaner zu durchbrechen, über verlieren. Bemerkenswert ist, daß selbst die wärtsverbindung nach Alcanis- Baragoza. haupt aufgeben. Die llebermacht ihrer leicht diris Francozeitungen zugestehen, die Bevölkerung i Die von Ganbesa südlich parallel zum Ebro gierbaren Luftwaffe kommt den Rebellen aller dem von Francotruppen besetzten Ebrogebiet habe nach Vinaroz Castellon de la Plana führende dings auch im Kampfe gegen die republikanischen ben Republikanern geholfen. Die polis Hauptstraße ist mehrfach abgeschnitten, im Ab- Offensivtruppen am Ebro zustatten, doch konnten tischen und militärischen Folgen des neuen Offenfhnitt Binell, bei Tortosa und westlich von Am- auch die Franco- Flieger deren Vormarsch nicht fibstoßes der Republikaner sind vorläufig noch posta. Verstärkungen der Rebellen von der Castel- aufhalten. Die republikanische Offensive am Gbro nicht abzusehen. lonfront müßten den weiten Umweg über Morello machen, zumal da auch die einzige Eisenbahnlinie des Ebroabschnitts Amposta seit Montag unter dem. Feuer der republikanischen Truppen liegt. Non feu et better pligen liber her Gbroebene und dem strategischen Straßenkreuz 5 Kilometer nördlich von Fayon beherrschen die Republikaner Eine Erklärung des Außenministers Halifax weithin den Abschnitt in der Richtung auf Caspe. London. In Beantwortung von Anfragen Alle Versuche der feindlichen Flugwaffe, durch Bomben und MG- Feuer unseren Vormarsch auf- erklärte Lord Halifag im Oberhaus über die zuhalten, sind gescheitert. Unsere Flieger hatten Tschechoslowakei: Gelegenheit, ihr überlegenes Können zu zeigen. Die Offensive wird in allen Teilen der Ebrofront fortgefest. Am Montag haben die republikanischen Truppen an der Levantefront Angriffe auf ihre Stellungen El Carrillo und Rapalzador zurückgeworfen, wobei zehn MG, Breda, elf Maschinenpistolen der gleichen italienischen Fabrik, vier Mörser, 83 Gewehre und 23 Gasmasken erbeutet wurden. Villalba erobert Barcelon a.( Reuter.) Einem amtlichen Bericht zufolge haben die Regierungstrup ven ihren Vormarsch am Ebro- Fluffe fortgesetzt und die Stadt Billalba erobert. Im Laufe der Offensive an der Ostfront sollen die Regierungstruppen 4000 Gefangene gemacht haben. Vor Gandesa Für die Unversehrtheit der ČSR merksam zu machen, neue Anregungen zu ermöglichen etc. Ich hoffe, Ihnen ohne Vertrauensbruch sagen zu können, was Lord Runciman äußerte, als ich ihm seine Funktion dargelegt hatte. Er antwortete mir:„ Ich verstehe vollfommen, Sie ſeßen mich in einem kleinen Boot inmitten des Atlantischen Ozeans aus." Und ich sagte: ,, Das ist gerade Ihre Lage." Das politische Ministerkomitee hat den Entwurf des neuen Sprachengesetzes und des Natio nalitätenjtatuts genehmigt. Da diese Entwürfe bloße Verhandlungsgrundlage bilden, beschränken wir uns darauf, die wichtigſten Bestimmungen wiederzugeben, ohne uns vorläufig auf eine Stellungnahme dazu einzulaſſen. Im Nationalitätenstatut sind Bestimmungen zweierlei Art zu unterscheiden. Solche, welche bloß das geltende Recht bestätigen, und solche, in denen neue Gedanken verwirklicht werden. Darum wird in der Einleitung gesagt, daß das Statut erlassen wird, um die Bestimmungen des Nationalitätenrechtes au sammenzufassen und zu ergänzen. Uns interessieren natürlich vor allem die Ergänzungen. So entsprechen die Bestimmungen über die Feststellung der Nationalität. die in der Regel nach der Muttersprache bestimmt wird, im Wesen den bisherigen Vorschriften über die Volkszählung. Neu ist jedoch, daß geprüft werden muß, ob das Bekennt nis zu einer bestimmten Nation nicht aus eigennüßigen Gründen, zur Erlangung eines Vorteils erfolgt. Ein eigenes Hauptstück ist der Durchführung der Verfassungsbestimmung gewidmet, welche Entnationalisierung verbietet. Wer eine Person durch Gewalt oder gefährliche Drohung dazu zu bewegen trachtet, sich zu einer ans deren Nation zu befennen, wer als gesetzlicher Vertreter eine Person unter 18 Jahren zu einer anderen Nationalität anmeldet, als ihrer Muttersprache entspricht, wer zu diesem Zwecke die Entnationalisierung eine ihm anvertraute Person in eine fremdsprachige Schule schickt, wird wegen Verbrechens mit schweren Strafen bedroht. Aber auch die Entnationalisierung mit Mitteln ier Nötigung wozu auch Betriebsterror oder wirtschaftlicher Boykott gehört, sowie Bestrechung zum Zwecke der Entnationalisierung werden un ter Strafe gestellt. Die Bestimmungen über Kinder in fremder Pflege und über die Pflicht, Sinder, die vom öffentlichen Unterricht befreit sind, in ihrer Muttersprache zu unterrichten, entsprechen dem geltenden Recht. Zu den wichtigsten Anordnungen des Natio nalitätenstatuts gehört die gesetzliche Festlegung der Proportionalität. Die Betonung des Grundsaßes der verhältnismäßigen Vertretung in öffentlichen Körperschaften ist nur eine Wiederholung bereits geltender Bestimmungen. Eine Modifizierung der Vereinba rungen vom 18. Feber 1937 bedeutet cs dagegen, wenn vorgesehen wird, daß neue Angestellte von staatlichen Anstalten und Unterneh mungen, die ausschließlich einer bestimmten Nationalität dienen, vor allem aus den Reihen der Bewerber dieser Nationalität zu nehmen sind. Bei Neuaufnahmen im zivilen Staatsdienst sind die Bewerber grundsäßlich in dem Verhältnis aufzunehmen, das dem Bevölkerungsanteil entspricht. Dabei ist, je nachdem, für welches Gebiet der betreffende Personalstand gilt, entweder das Verhältnis im ganzen Staat oder im betreffenden Land, beztv. Obergerichtssprengel zugrunde zu legen. Wenn die Proportionalität in einem Dienstgiveig aus schwerwiegenden Gründen nicht hergestellt werden kann, ist dieses Mißverhältnis im Geiste des Gesetzes in einem anderen PersonalIm Laufe aller Ergebnisse der letzten Monate und Wochen war es die einzige Aufgabe der britischen Regierung, auf allen Seiten den Eindruck zu schaffen, daß es dringend notwendig ist, eine einvernehmliche Lösung eines Problemes zu erreichen, das sehr leicht den europäischen Frieden bedrohen könnte. Dieses Problem ist nicht neu, denn die Provinzen Böhmen und Mähren waren lange Zeit Nervenzentren Europas. In diesen Provinzen war der Kontakt zwischen Slaven und Deutschen sehr intim und es waren hier die Probleme ihrer Erziehungen sehr afut. Es gab tatfächlich im Mittelalter eine Zeit, da unter einem böhmischen König, dem späteren Karl IV., die Verschmelzung der flavischen und der deutschen Kultur realisierbar schien. Aber dieses Versprechen blich unerfüllt. Heute haben das Raffenbewußtsein und das Erstarken erregter nationaler Ideale, die durch den gewaltsamen Zusammenstoß mit einer die Welt in Erstaunen setzenden Barcelona.( Havas.) Vor Gandesa hat sich Philofophie noch mehr verstärkt werden, innerhalb eine heftige Schlacht entfesselt, in der es den re- alter politischer Grenzen einen noch schärferen publikanischen Truppen gelang, alle Nachbarhöhen Antagonismus geschaffen. Das Problem lautet dieses Ortes zu besetzen und den Feind um einige also: Innerhalb der politischen Grenzen und ohne Kilometer zurückzuwerfen. Die letzten Nachrich- Bedrohung der Unversehrtheit des tschechoslowaten besagen, daß die Schlacht in den Vorstädten tischen Staates mit friedlichen Mitteln einen Weg Gandesas wütet und daß die Regierungsstreit zu finden, auf dem der deutschsprechenden Bevöl träfte bisher 3000 Francoleute gefangen genom- terung wesentliche Rechte der Selbstverwaltung men haben. Gandesa ist etwa zwanzig Stilo( felfadministration) und gleichermaßen auch den meter vom rechten Ufer des Ebro entfernt und Bevölkerungsteilen, wie den Polen und Ungarn, liegt, wie das bereits eroberte Villalba, jenseits gewährt würden, die innerhalb der tschechoslowades Söhenzuges, der für die Francotruppen eine fifchen Grenzen leben und die tschechoslowakische natürliche Festung bildete. Staatsbürgerschaft besigen. Halifax wiederholte dann die Erklärung, die Flugmord In Tarragona der britische Ministerpräsident über die Mission Barcelona.( Ag. Esp.) Vier Junker- Wasser- Lord Runcimans abgegeben hat und sagte: Ich ber Regierung und der Öffentlichkeit begrüßt. Man Bezirfte und Gemeinden für die Erziehung, den flugzeuge, die Barcelona anflogen, wurden von bin in der Lage zu sagen, daß die sudetendeutschen glaube, daß er einen versöhnlichen Einfluß auf Stultus und für wohltätige Zwecke in einem beeinem republikanischen Jagdflugzeug in die Führer. diesen Gedanken günstig aufgenommen die tschechisch- fudetendeutschen Verhandlungen stimmten Verhältnis für die Minderheiten ver Flucht geschlagen bevor sie die Hauptstadt erreich- haben und ich hoffe daher, daß sich, ausüben werde, indem er als ehrlicher Waller wendet werden müſſen, ist bereits in unserer Verdie Hauptstraße von Tarragona 35 Sprengbom- öffentliche verdienstvolle und patriotische Aktion ein Kompromiß erleichtern würde. Welches immer auf den Vereinbarungen vom 18. Feber, wenn an= ben von je 100 Kilogramm ab und fünf Brand- fortseßen zu können. Zur Sendung Runcimans auch das Ergebnis seiner Miffion sein werde, so geordnet wird, daß die inländischen Staatsbomben, wodurch sechs Menschen getötet, 25 vers fagte Lord Halifax: Ich habe ihm und allen be- nehme man an, daß die Vorschläge der Regierung lieferungen möglichst so zu verteilen find, lest, acht Häuſer völlig und fünf, zum Teil zer- teiligten Personen ganz klar gesagt, daß er in fei- in ihrem wahren Wert gewürdigt werden, wenn daß Angehörige der einzelnen Nationalitäten nach ner Weise als Vertreter oder im Namen der bri-| dem Bevölkerungsschlüssel an der Gesamtsumme Zustimmung Barcelonas tischen Regierung handelt, noch daß wir irgendeine die Ansicht eines unabhängigen Beraters hinter Anteil haben. Bei Lieferungen von regionalem Verantwortlichkeit für die von ihm vielleicht ge- ihnen steht. Sollten die Verhandlungen zusam- Joder totalem Charakter ist bei sonst gleichen BeLondon.( Reuter.) Der spanische Botschafter machten Anregungen übernehmen. Seine Auf- menbrechen, was in offiziellen Kreifen kaum er- dingungen den lokalen oder regionalen Offerenüberreichte im Außenamte eine Note seiner Re- gabe besteht darin, die öffentliche Meinung nicht wartet wird, dann werde es jedenfalls klar werten der Vorzug zu geben. Unternehmer, die durch gierung, in der die Bustimmung zu der Entsen- nur unseres, sondern vieler anderer Länder zu dung einer britischen Kommission nach Spanien informieren und, was wichtiger ist, als Vermitt den, ob die Haltung der Sudetendeutschen Partei tionalitäten zum nationalen. Frieden beitragen, zweds Untersuchung der Bombardements offener ler aufzutreten, um die beiden Parteien einander zu intransigent oder die tschechoslowakischen zu sollen berücksichtigt werden. Bewerber, welche gea Städte ausgesprochen wird. anzunähern, auf unrichtige Auffassungen aufs geständnisse zu unzureichend waren. gen die Bestimmungen des Nationalitätenstatuts ten. 20 Minuten später warfen sie auf Rambla, fiir Lord Runciman ein guter Weg öffnet, um seine stört wurden. Klärung Lord Runciman der Verantwortlichkeit London. Die Times" melden aus Brag, die Bestellung Lord Runcimans werde von anb auszugleichen. Dieser Grundsaß soll analog auch für die territoriale und Interessen selbst= verwaltung gelten. Der Grundsaß, daß die Aufwendungen der nd er Пе le ift 11 es ER er 12 is er 18 t, is es b 5= ir er rt f= 13 14 ch E チェ en 1. e, s er t. 5 er 11 10 er ie cr B 51 GEFED 7 t, D Seite 2 Handeln, in ihren Unternehmungen Betriebsterror| treiben oder dulden, sollen von Lieferungen ausgeschlossen werden. Der Grundsaß der Proportiv Luftabwehr. Donnerstag, 28. Juli 1938 1. Daß die Vormundschaft, die GroßbriWas Runciman nicht kann Nr. 175 Der ,, Manchester Guardian" schreibt harte Nuß sei tschechoslowakischen Regierung zu gebenden Rates. Niemand vielleicht dürfen. Denfein unb bie beutsche Bestiert werden weiter, müssen jedenfalls eines genau bedenken: Wern sie auf voller Autonomie bestehen und es ablehnen, vernünftige Konzeffionen zu machen, wird Lord Nun. ciman gezwungen sein, der britischen Regierung zu melben, daß die tschechoslowakische Regierung nicht für einen Zusammenbruch verantwortlich ist. Ein französisches Interview mit Minister Nečas Blums Vorbehalt: Keine Totalität biete fel bie Art bes ber tidedeflemekilde nalität bezieht sich allerdings nicht auf Liefe Baris. Der ehemalige Miniſterpräsident| Stelle von Gleichheit zu fordern, ihnen das Recht der über die Lage informiert fei, erwarte eine wahre rungen, welche an sit a at Ii che Unternehmungen géon Blum befaßt sich im Leitartikel des soziali- su erteilen, sich im Schofie des tschechoslowakischen oder bauernde Lösung. Es bestehe leiber genügend Grund für die Annahme, daß die deutsche Regierung oder Unternehmungen mit überwiegender se aitischen Populaire" mit der britisch- französischen Staates einer ausländischen Großmacht unterzupitalbeteiligung des Staates Tätigkeit in der Tschechoslowakei, besonders in den ordnen. Frankreich habe auch keinen Grund an- felbft nicht wirklich an dem Glück und Wohlstand ber vergeben werden und auf Lieferungen für die Maitagen, wo, wie der Verfasser schreibt, gerade sunehmen, daß die heutige englische Tätigkeit Subetendeutschen, sondern an der Erweiterung ihrer diese Tätigkeit und der energische englische Schritt außerhalb der Linie der gemeinsamen britisch- eigenen Expansionswünsche in Südosteuropa inter. effiert ist. Das Blatt meint, es wäre wünschenswert Der Schule sind zwei Hauptstücke gewid in Berlin wahrscheinlich den europäischen Frieden franzöfifchen Tätigkeit erfolgen würde. gewesen, wenn Chamberlain gestern nicht nur hervor. met. Das eine setzt fest, daß Schulen für Angehö- gerettet haben dürfte. Aus der Mission Lord Nucimans seien vorgehoben hätte, daß in der Sache nach Friedenssiche. rige anderer Nationen unter denselben Bedingun Nach einer energischen Ablehnung des Pla- derhand nur zwei Folgerungen zu ziehen, 3 rungen nicht nur die britische Ehre und Lebensinter. gen zu errichten sind, wie für Tschechen und Slo- nes einer Neutralisierung der Tsche- benen gratuliert werden muß: effe, sondern auch die Ehre und das Lebensinteresse waken. Das andere enthält Rahmenbestimmungen choslowakei befaßt sich Leon Blum mit der zu der über die& ch u I a u to n o mi e, die durch fünftigen Mission Zord Runcimans. Er meint, tannien vernommen hat, gegebenenfalls auch Regierung, heißt es gleichnationale Orts- und Bezirksschulräte, sowie die französische Regierung habe sich, wenn sie auch Würgschaft und Garantie einschließt, und durch Errichtung von nationalen Sektionen und die britische Initiative billige, Großbritannien 2. daß die Hoffnungen auf ein friebliches Verwaltungsjenaten in den Landesschulräten ver- nicht durch Entsendung seines Beobachters oder wirklicht werden soll. Die Regelung der Einzel- Vermittlers angeschlossen, damit eine britisch Einvernehmen wachsen, oder genauer gefagt: das heiten wird einem Geſetz über die Landesschulräte französische Delegation nicht den Anschein einer Risiko einer Gewalttat wird geringer. überlassen. Art von Arbitragegericht erwecke, vor das PräsiGleichfalls nur Rahmenbestimmungen ent- dent Benes und Konrad Henlein gestellt würden, hält das Statut über die territoriale beide gleichberechtigt, und dessen Gutachten den Selbstverwaltung. Ueber die Grund- Charakter eines Gerichtsbeschlusses hätte. Lord säge der geplanten Regelung: Wiederherstellung Runciman werde also allein reisen und die Misder Landtage mit einem gewissen Recht zur Ersion eines halbamtlichen Beraters bei der tschecholassung von Normen und mit Gliederung in natio- ilowalischen Regierung haben. nale Surien, haben wir schon berichtet, doch ist die Es dürfe nicht verhehlt werden, daß die tscheMedigierung dieser Bestimmungen noch nicht choslowakische Regierung, wenn sie einen Berater akzeptiert, wie sie es mit mutiger Klugheit tut, Ein abschließendes Hauptstück regelt die fich vergegenwärtigt, es werde ziemlich schwierig Maßnahmen zur Kontrolle der Durch sein, dessen Rat abzulehnen oder nicht zu beführung. Eine wichtige Neuerung bedeutet es, folgen. Das Schicksal der Tschechoslowakei und in daß 50 Abgeordnete oder 25 Senatoren das Recht vieler Hinsicht auch das Schicksal Europas hinge erhalten, ein Gesetz wegen Verfassungswidrigkeit nunmehr von dem Urteil eines Menschen ab. Dies vor dem Verfassungsgericht fei ernst, aber Frankreich habe keinen Grund, an an zu fechten, jedoch nur binnen ſechs Mo- der Unparteilichkeit Lord Runcimans zu zweifeln. naten nach seiner Kundmachung. Es habe keinen Grund, zu fürchten, daß dieser Was das Sprachenrecht anbelangt, bewährte Demokrat daran dächte, die Sudeten so ist über das Ausmaß, in welchem der Pro- deutschen dem gemeinsamen Gesetz der Demo aentia, der für die Zulassung einer Sprache tratie zu entziehen, für sie Privilegien an vor Behörden und Gerichten maßgebend ist, noch nicht entschieden. Im Verkehr mit Gemein den, die eine andere als tschechische Amtssprache Runciman Hüter haben, soll in der Regel nur diese Sprache verwendet werden. Die innere Schulverwaltung soll in der Unterrichtssprache erfolgen. Wichtig ist, daß sich die Bestimmungen des Sprachengesetzes über den Sprachengebrauch der Behörden nun auch auf it a at Ii che Unter nehmungen und Anstalten beziehen sollen. In der neuen Verordnung zum Sprachengeset soll nicht nur die Qualifikation der Beamten in der Staatssprache, sondern auch in anderen Sprachen geregelt werden. Der par la mentarische Sprachengebrauch soll selb= ständig durch eine Abänderung der Geschäftsordnung geregelt werden. vollendet. Ebenso würdigt Pertinar in dem unabhängi gen Blatt L'Ordre" indem er den Charakter der Mission Lord Runcimans analysiert, den neuen Beweis des Willens der tschechoslowakischen Regierung zu einer Versöhnung, det sie dadurch In Fortsetzung seiner Artikelferie über die geliefert hat, daß sie den britischen Vorschlag an- Tschechoslowakei schilderte Louis Lévy im„ Ponahm. Pertinar; führt aus, daß die tschechoslowa pulaire" dieser Tage einmal seine Eindrüde tische Regierung mit Recht glaube, daß England, in Gablonz und sodann veröffentlichte er ein ausdas heute die volle Verantwortung übernahm, führliches Wirtschafts- Interview, das ihm Für. die Gleichberechtigung in der Tschechoslowakei ins forgeminiſter Ing. Ne č a s bewilligte. Am Schlug rechte Geleise bringen und eine Autonomie für Siefes Gespräches tam der Minister auf die Polidie Sudetendeutschen als unmöglich ablehnen til zu sprechen und der Populaire" gibt darüber werde. Wenn Lord Runciman der Auffassung u. a. folgende wörtliche Aeußerung Nečas' wieder: " Die Tschechoslowakei kämpfte schon in der Hitlers vom„ Volt" zuneigen sollte, dann wäre dies das Ende des tschechoslowatiſchen Staates. Bergangenheit und wird, wenn es notwendig iſt, Ebenso, wenn er zwecks Beseitigung des heiklen auch in der Zukunft kämpfen für den Frieden, für Problems der Außenpolitik, der Armee und der die Demokratic, für die Verteidigung der bürger. Staatspolizei an eine volle Neutralisierung des lichen und der Menschenrechte und für die Frei. heit. Und dies nicht nur in ihrem eigenen Inter. tschechoslowakischen Staates denken sollte. effe, sondern auch in jenem Europas. Wir sind uns dieser so schwierigen Aufgabe und unserer Verantwortlichkeit bewußt. Wir wollentei. tun, um ihn zu vermeiden. Wir wollen den Frie nen Krieg und wir werden unser möglichstes London. Die dem ehemaligen Außenden und die Verständigung mit allen unferen Nachbarn und wir wünschen von ganzem minister Eden nahestehende Dorkshire Post" Herzen, daß die anderen Nationen ebenso eine schreibt, die Entsendung Lord Runcimans sei nicht ,, Daily Heral d" schreibt in seinem Leit- Verständigung wollen. Aber wir können nicht auf als Ergebnis des Gespräches 3ischen Wiedemann und Halifax anzusehen, sondern bereits artikel: Die Tschechoslowakei hat die Bewunderung unsere Grenzen verzichten; unter allen Umstänvor diesem in London ausgedacht worden. In der demokratischen Welt gewonnen, weil ihre Regie den werden wir unseren Verpflichtungen gegen einem Leitartikel des gleichen Blattes heißt es rung sehr bemerkenswerte Qualitäten gezeigt hat, unsere Verbündeten treu bleiben. Wir können u. a., es bestehe allgemeine Uebereinstimmung nämlich: 1. Vernunft bei der Erwägung der Forde- ebenso wenig verzichten auf die demokratische Form mit Chamberlain in seiner Auffassung, daß es rungen der Minderheiten und 2. Mut angesichts einer unferes Staates. Es gibt keinen anständigen und ein wichtiges Ergebnis der Mission Runcimans der ernstesten Bedrohungen ihrer Integrität. Wenn loyalen Tschechoslowaken, der diese Prinzipien auf. sein sollte, die öffentliche Meinung allgemein sich aber die Tschechoslowakei auch sehr bemüht, ver- geben könnte." über die wahren Fakten des tschechoslowakischen nünftig zu sein, so bedeutet das nicht, daß die Opfer Problems zu informieren. Man erwartet zuver ihrer internen Einheit, wenn sie vernünftig und ge fichtlich, fchreibt bas Blatt, baf Lord Runciman, rechtfertigt find, nicht bringen kann. Wenn ein. Rai wenn sich die Notwendigkeit ergeben sollte, nicht von größtem Werte ist, darf kein Versuch unternom zögern werde, zu erklären, bis zu welchem men werden, sich direkt in Fragen einzumischen, welche Rio de Janeiro. Das Nationale Sicherheits- Punkte feiner Ansicht nach die Angebote der zu dem innerpolitischen Bereich der tschechoslowaki tschechoslowakischen Regierung die äußerste schen Regierung gehören. Desgleichen darf lein Grenze dessen erreicht haben, was mit der Auf- Awang in außenpolitischen Fragen ausgeübt werden. rechterhaltung der Integrität und politischen Unabhängigkeit des Staates vereinbar ist. Urtell gegen Vargas Feinde der tschechoslovakischen Integrität oder dem Fehlschlag der Mission Runcimans zu tun ai deute darauf hin, daß Hitler nicht bereit fei, habe. Das Blatt meint, der Gang der Ereigniffe feit einen europäischen Krieg zu provozieren und der Tschechoslowakei seinen Willen aufzuzwingen. nahm Mittwoch, den 27. b. M., unter Führung Der technische Ausschuß beider Häuser unters bes Heren Miniſters 3 für öffentliche Arbeiten Dost a let, der Vorsitzenden der technischen Aus. schüsse Abg. Ko se und Senator Winter, sowie des Generaldirektors der Elbe- Dampfschifffahrtsgesellschaft Herrn Ing. Sa na če t, auf dem Dampfer Dr. Eduard Beneš" eine Erkurs sier denft der„ Daily Herald" insbesondere auch an sion nach Vran und besichtigte hier die Stau den tschechoslowakisch russischen Patt und meint, es anlage, die Schiffschleußen und das Kraftwerk. dürfte fein Einfluß geltend gemacht werden, um die Während der Fahrt nach Vran wurden die Teil. Tschechen zu überreden, ihre Allianz mit Rußland nehmer der Exkursion von Fachleuten des Arbei aufzugeben. Die gegenwärtige und fünftige Sicher. tenministeriums über die Bedeutung und die techheit der Tſchechoslowakei darf nicht vermindert, son- niſche Seite dieſes gewaltigen Bauwerkes infor dern soll bergrößert werden, desgleichen die Busammiert. Von Seite des Klubs der deutschen Abgemenarbeit Rußlands mit dem Rest Europas, wenn ordneten und Senatoren nahmen die Mitglieder ein ständiger und wirklicher Friede gesichert werden des technischen Ausschusses Senator Grünaner und Abgeordneter Krejči teil. gericht verhandelte am Dienstag wegen des Ueberfalls auf den Präsidentenpalais in Rio de Janeiro vom 11. Mai 1938. Von den 22 Angeflagten wurde nur einer freigesprochen. Der An- ,, News Chronicle" meinen, die wirk. führer der Aufständischen, Leutnant Fournier, liche Schwierigkeit bei der Regelung angesichts der wurde zu zehn Jahren und der Marineschüße Car- dauernden versöhnlichen Saltung der Tschechen liege valho wegen Erſchießung zweier Wachtposten des darin, daß hinter Henlein und feiner Gefolgschaft das nationalsozialistische Deutschland stehe. Niemand, Palastes zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Die meint das Blatt, weder Tschechen noch Deutsche, tün übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen nen Chamberlains Versicherung akzeptieren, daß die zwischen drei und acht Jahren. britische Regierung offiziell nichts mit dem Erfolg soll. Zwischen 30 die heitere Wurstigkeit des wirklichen Künstlers. jabernein, ich fann mir nicht vorstellen, daß| Vater gleich, sein Wert konnte nur in Tönen Sie zog ihn fest an sich ach, sie wußte, daß ich weiter leben soll, ich bin mit allem zu fortgesezt werden. Nach einer Weile bat er leise: sie, nur sie die Schuld an allem trug. Hatte sie Ende..." Mann und Kind Roman von Lili Körber ,, Mutter, ist der Herr weg?" „ Ich möchte Werner noch einmal sehen." ständig vergessen zu haben. Martha telepho Er schien seine beiden anderen Kinder voll nierte in die Schule, eine Stunde später trat der die ihn vielleicht wer weiß? wieder ans Haus, ,, Wie gut, daß ich das Honorar aus Amerika zehnjährige Werner ins Krankenzimmer, die an sie gefesselt hätte. Als Mittel zum Zweck hatte nicht ausgegeben habe. Nun hast du zu leben. Augen aufgerissen vor Schred und Neugier. sie das Stind ersehnt, und nun war das Leben, wenn auch sehr bescheiden. Noch einige solcher Gustav erhob sich in den Kissen, streckte die Arme das sie ihm geschenkt hatte, ihm selbst Mittel zum ihr doch nicht empfangen wie die anderen, voll Sie wagte nicht zu fragen, womit er zu Ende hingebender Liebe, sondern zweckhaft- sie wäre, sein Atem ging schwer. Nach einer Weile wollte Gustav die erwünschte Tochter schenken, sagte er: Zweck geworden: er vermochte es nicht, unmit- ter nach dem Buben aus, zog ihn gierig an den telbar zu erleben, nur ichbezogen, jede Arbeit Hand auf den Kopf. Wenn du das mitangesehen und jeder Mensch dienten nur als Prüfstein seines hättest, Martha- in Philadelphia- Blumen eigenen Wertes, als Beweis, daß er so viel taugte, habe ich bekommen wie eine Primadona, eine wie sie und vielleicht mehr. Heute ein liebes- große Lira aus gelben Rosen..." bedürftiges Kind, morgen ein Narr, ein Proß. ein Charlatan, oder, wie sein Lehrer gesagt hatte, em ,, Führer". Da famen vom zweiten Bett ruhige Atemzüge, blondes Mondlicht verfing sich im hellen Schopf des schlafenden Roberts. Ja, dem Ja, Franzl, aber warum schläfst du nicht, es ist so spät?" Du hast mir keinen Gutenachtfuß gegeben, Mutter." Sie beugte sich über ihn und zum erstenmal fiel es ihr auf, wie sehr Franzl dem verstorbenen Vater ähnelte. Merkwürdig, daß Dr. Geßler das sofort bemerkt hatte. Ja, es war Gustav, aber verwässert, verdünnt, von einer Hilflosigkeit, die war alles gesichert, alles natürlich, auch die nicht mit dem Kindesalter zusammenhing. Gu stab stand fest in der Welt verwurzelt, auf nie schlechten Noten, die er bekam. Die Meinung der manden angewiesen und stets spendend- Glück Herren Lehrer über ihn interessierte ihn nicht sonderlich, die Niederlagen, die er haben konnte, oder Schmerz. Franzl war ein Schwamm, der von Zärtlichkeitt, von Beifall lebte, unruhig, empfind- reichten an seine eigene Substanz nicht heran. lich. Sie hielt ihn auf den Knien, sie spürte ihn wie bei Werner, wie bei Gustav. Als Gustav im fcum, ein Hauch, seine Nermahen lagen wie Jäs Sterben lag, war alles von ihm abgefallen, was den um ihren Hals. Ganz aufgezehrt war das nicht zu ihm gehörte. Sie hatte sich mit der Mearme Kind, aufgezehrt von seinem überkindli- dizin über ihn gebeugt, da nahm er ihren Stopf chen, übermenschlichen Stampf mit den beiden wischen seine Hände: Ich habe dir nicht viel Glück gegeben, großen Brüdern, die für ihn ein höheres SchickMartha!" sal bedeuteten, aus dem er ausgeschlossen war, Sie stammelte: Nein, nein," sie wußte von dem vergeblichen Kampf des Dilettanten nicht, was sie sprach, fürchtete sich, in Tränen gegen das Talent. Ach, und wenn er nach außen auszubrechen, der Löffel zitterte in ihrer Hand, hin mehr würde als die Brüder wie er als Schulbub bessere Noten bekam, wenn er eine er schluckte die Medizin, sagte lächelnd: bessere gesellschaftliche Position erreichte und ein ,, Na, die nüßt auch nicht mehr." befferes Ginfommen, dant seinem Fleiß und seis ,, Aber wie kannst du so etwas sagen," wollte ner Geschicklichkeit diese Dilettanten sind doch sie protestieren, die Stimme versagte fast.., Es alle viel geschicter als wirkliche Talente des geht dir heute schon besser..." vegen blieb er doch der Vetrogene, betrogen um Er machte eine Bewegung. Laß' das, das schöpferische Glüd, um die ewige Jugend, um Martha. Ja, ich fühle mich heute etwas besser Ja, Gustav, ja, du haft mir die Zeitungsausschnitte geschickt..." Ach was, Zeitungsausschnitte... getobt haben die Leute... die fühlen Amerikaner, die sich für ihre Dollars die größten Berühmtheiten leisten können und auch leisten... die haben ge= spürt, was in mir steckt... und nicht richtig rauskonnte, bis zuletzt nicht... Martha, glaube mir, ich habe dich gequält, aber nur, weil ich überall was gesucht habe, das mir hilft, dieses Große aus mir herauszulösen... eine Geburts helferin habe ich gesucht, Martha... und nun..." Er machte eine hilflose Geste. " die Schultern zu sich. Die Pyjamaärmel glitten zus rück, die abgemagerten Arme, die sich um den Jungen schlossen, erinnerten an irgendeinen graufigen Totentanz:" Der Tod und das Kind." Mit fieberglänzenden Augen forschte er im Ges sicht des Behnjährigen, als wollte er fragen: " Bist du meines Erbe wert? Wirst du das vollenden, wofür ich gelebt habe?" Und der Kleine fühlte, daß er diesen schrecklichen Blick des Ster benden aushalten mußte, er sentte die Augen nicht. Aber draußen vor der Tür überkam ihn ein Schüttelfrost, er brach in den Armen der Mutter zusammen... Drei Tage später, am Friedhof, ging er an ihrer Seite still und ernst wie ein Erwachsener, Legte seinen Arm um die Weinende, gab den Trauergästen still die Hand. Aber gerade, als der Geiger Bühler seinen schö nen, eindrudsvollen Nachruf hielt, brüllte irgend wo unten eine Kinderstimme auf: der sieben. schlichen, war einige Schritte weiter in ein frisch jährige Robert hatte sich unbemerkt wegges Fuß verstaucht. Jetzt schrie er aus Leibeskräften geschaufeltes Grab gefallen und hatte sich den vor Schmerz und Angst. Bühler schloß im be schleunigten Tempo:" Lieber Wiesinger, lieber diese wurden Martha, versprich mir, daß du Werner ausbilden läßt, auch wenn es dir noch so schlecht geht. Er muß Musik machen, sonst wird er ein Taugenichts. Ich kenne das, versprichst du mir das?" „ Ja, Gustav, ja, aber du wirst noch ge- Sollege, ruhe sanft!"" nger, lieber sund..." " Ich danke dir, Martha." von der verzweifelten Stimme des dicken Buben übertönt:„ Aul Aul Mein Fuß! Ich will nicht Er schloß die Augen, ermüdet. Sie wartete. tot sein! Ich will nicht tot sein!" Als der Toten daß er auch über die zwei Jüngeren etwas sagte, aräber hinunter wollte, um ihn zu holen, schrie er aber er schwieg. Sollte nicht auch Robert als noch lauter. Maler ausgebildet werden? Ach, das war dem ( Fortschung folgt.) 22282022 it b g D D 5 reibt dhen eicht ahre genb ung ber hrer ter. vert bors dhe. ter. effe den t ca ern men, unt icht S bie 30= üde 118 üre โป oli ber Der: der ift, für er. rei. ter. find ret i. ſtes ric Sem cine auf Fin. gen nen orm inh uf. ers ing ten Uss et, ff auf urs erf. ils cis ch or дел Der er en ſe: 50: Der die er. me en นะ en en D." Jes n: II= te en hm Der וווב nit Die id. دة d= es ich en en e er en en dit er Rr. 175 Donnerstag, 28. Juli 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Bauern, was habt ihr durch die Gleichschaltung gewonnen? Durch die Schuld der SDP wurde eine für bie bäuerliche Bevölkerung weittragende Entschei bung verhindert. Sie hat das Recht verwirtt, noch über unzulänglichkeiten der tiche cho Iowa fis den Agrarpolitit zu la gen. big aussichtsloser Stelle kandidiert. Sie stehen abseits und ihre wertvollen Kräfte find lahmgelegt. Das ist die Bilanz, die also mit einem großen Verluste für die Bauern abschließt. Viele gestellt haben. Aber noch ist es nicht zu spät, von ihnen dürften es sich wohl ganz anders vorDie Dinge können noch geändert werden. Befinnt euch, Bauern, und erkämpft end die verlorengegangene Waffe der politischen Selb. ständigkeit, der eigenen Entschlußfähigkeit wieber zurüd! Das heutige Programm ✓ Scite 3 der deutschen Sendung Brag Melnik: 10.15 In der Beerenzeit, Hörs spiel von G. Lerch. 18.00 Balladen von Carl Loewe ( Gesang Magnus 18.20 3ng. b. Sederſen, Sabier Nit. Strauſs). Saaz: Notwendigkeit der ten. 19.00 Politische Wochenschau. 19.30 SchramBuchführung in der Landwirtschaft. 18.45 Schallplat melfonzert( Gesang Ferry Löring). 20.00 Die Pfingstorgel, Bauernkomödie von Alois Lippl. 21.30 28.00 TW( Schallplatten). Kammermusit( Prager Streichquartett). 22.30 bis beitsmarkt. 18.00-18.15 Arbeiterfendung. 18.15 bis 18.20 Schallplatten. 18.20-18.35 Franz Fürst: Burgen in der Umgebung Brünns. 2. Teil. Im 8wittawa- und Jgiawatale. Brünn: 13.50-14.00 Arbeitersendung: Ar. Mähr. Ostrau. 18.10 Margaret Strauß liest aus ihrem Buche ,, Drehbühne des Lebens". Heitere Grammophonrevue: ,, Mifrophon im Badeanzug" von Japan- USSR Bem die deutsche Geschichte etwas zu deutschen Gebiete konnte der Plan einer Refagen hat, wer die eindringliche Sprache der gierungsneugestaltung nicht durchgeführt werden. Jahrhunderte versteht, der ist von allen Zweifeln frei und weiß: Wer sich seiner Waffen berauben läßt oder wer sich seiner Waffen freiwillig begibt, darf fich nicht wundern, wenn er mit diesen Waffen geschlagen wird. Läßt Du Dir, deutsches Bauerntum, die stärkste Waffe unjerer Beit, Deine politische Selbständigkeit, Noch gibt es eine demokratisch e, S. Müller. Deinen politischen Willen, Deine politische freiheitliche, bäuerliche Be Kraft nehmen, dann wundere Dich nicht, wenn Noch eins wollen wir nicht übersehen: Jahr wegung der Sudetendeutschen, Du auch im Jahre 1935, jo wie vor 410 Jah- sehntelang haben bäuerliche Vertrauensmänner ben Bentralverband der beut Neuer Zwischenfall ren, Deinen berechtigten Kampf, den Du um an dem Ausbau des landwirtschaftlichen Genos chen kleinbauern und Häusler Deine Eriftens au führen gezwungen bist, ver- senschaftswesens und der bäuerlichen Kredit in Prag. Er war bisher ein treuer Sachwal Iterft. institute gearbeitet und sie zur Blüte gebracht. ter bäuerlicher Interessen, er fämpft auch jetzt Tokio.( Havas.) Das Außenministerium bes Die neuen Leder machen sich nun breit, schieben mit Entschiedenheit für die Erfüllung der Forstätigt, daß sich am 21. und 22. Juli an der die alten, bewährten Amtswalter zur Seite und berungen des deutschen Landvolkes. Der Ver- sowjetrussisch- mandschurischen Grenze etwa 120 machen Genoffenschaften und Raiffeisenlassen der band besißt wertvolle, gut ausgebaute Selbst Stilometer füdlich von Chabarowsk am Ufer des SdP dienstbar. Den gegen die Gleichschaltung hilfe- Einrichtungen. Er bietet allen Landwirten Ussuri- Flusses ein ernster Zwischenfall ereignete. sich wehrenden bäuerlichen Gemeindevorstehern freiheitlicher, demokratischer Gesinnung, allen. Etwa zwanzig mandschurische Soldaten wurden und-räten wurde vor der Gemeindewahl die die sich enttäuscht von der SdP abwenden und am 21. Juli auf dem Fluß von drei russischen gleiche Stellung vie früher versprochen, falls sie die fachliches, aufrichtiges Wirten für das deut- Kanonenbooten überfallen, die nach dem Angriff sich der SdP anschließen. Viele haben den Ver- iche Bauerntum unseres Staates wollen, eine fofort verschivanden. Die mandschurischen Solda sprechungen Glauben geschenkt und wurden neue Heimstätte. Bauern, überlegt nicht lange, ten wurden wahrscheinlich mitgenommen. Der dann entweder überhaupt nicht oder auf vollstän- schließt euch an! amtliche Bericht über den Zwischenfall vom 22. Juli erklärt, daß 1500 sowjetrussische Soldaten eine fleine Insel gegenüber dem Dorfe Hiintung besetzten, daß etiva 150 Soldaten den Fluß überquerten und in Ssintung und in das benachbarte Der Abgeordnete der sozialistischen Partei Dorf Jaolingtse eindrangen, wo sie einige Wohn Frankreichs, L'eveber, der bei der großen häuser niederbrannten. Um 21 Uhr verließen sie Weipert.( Eigenbericht.) In der Bertrauensmännerbersammlung in Eger als Gast das mandschurische Ufer, von wo sie von efton 500 Nacht auf Mittwoch hat ein reichsbeutscher Sol- anwesend war, schreibt in der Beitung ,, Le Rappel mandschurischen Soldaten verdrängt wurden, die dat in Zivilkleidern die Grenze bei Bärenstein du Morbihan( Lorient) in einem Artikel über sie von allen Seiten angriffen. Der Kampf dauerte überschritten und sich mit seinen Papieren fofort feine Eindrüde in der Tſchechoslowakei auch einige etiva fünf Stunden. Eine Nachricht über die Verbei der Gendarmerie in Weipert gemeldet, die ihn Beilen über die deutschen Sozialdemokraten. In luste ist bisher nicht eingetroffen. Die mandschu auf höhere Weifung Mittwoch vormittags dem bem Artikel, der betitelt iſt: In der Tschechoslo- rischen Behörden überreichten am 23. Juli auj energischen Protest. Das japanische Außenministerium nimmt einstweilen eine abwartende Halfung ein, und spricht sich nicht über den Ernst des Zwischenfalles aus. So Gustavad er im Rundfunk 1935. Drei Jahre später gab das deutsche Bauerntum seine politische Selbständigkeit auf. Vier Monate find seither ins Land gegangen und gar man cher Landwirt dürfte sich in dieser Zeit öfters gefragt haben: Was haben wir dur.) unsere Gleichschaltung, durch das Aufgeben unserer jelbständigen Bauernbewegung gewonnen? Eine Latsache springt vor allem ins Auge: Um Gustab Hader, den umjubelten und begeistert gefeierten Führer, ist es sehr, sehr still getvorden. Und ähn lich steht es mit den übrigen gleichgeschalteten Herren Abgeordneten, Amtsivaltern u. a., die im So Wieder ein reichsdeutscher Deserteur eine große Rolle spielten. Sind all die Fragen, die wert tvaren, allsonntäglich in einigen großen Reden behandelt zu werden, für die auf parlamentarischem Boden gestritten wurde, sind so alle durch die Gleichschaltung gelöst worden? Ah nein! Die Lebensprobleme der Bauern bestehen weiter boch ihre Vertreter dürfen nicht darüber reden! Dazu sind nun andere beſtimmt, gung ihres großen Bedürfnisses nach Geltung Soldat stammt aus Schlesien und diente bei einem und Avancement biel, viel wichtiger ist als die bayerischen Regiment, das feinen Standort an der Bertretung der Interessen der Bauernschaft. tschechoslowakischen Grenze hat. Einen kurzen Die Bauernschaft hat ihre politische Selbstän- Urlaub nach Dresden benützte er dazu, fich Zivilfleider zu verschaffen und ins Ausland zu flüchten. bigkeit aufgegeben und damit auch die Mög= Er gab an, daß die Behandlung der Soldaten lichkeit ihrer Bertretung. unmenschlich und die Verpflegung sehr schlecht sei. Die Bauernschaft gehört heute einem politischen hin und wieber in etwa vierzehn Tagen gab es Gebilde an, in dem nicht die Interessenvertretung etwas Fleisch, sonst meist Gemüse. Der Mannder Bauern eine entscheidende Aufgabe ist, son- fchaft habe sich eine tiefe Verzweiflung bemächtigt dern die bäuerlichen Belange als eine der lebten und der Selbstmord werde von vielen als der einBerpflichtungen betrachtet werden. Die SdP zige Ausweg angesehen. In seinem Regiment fei möge sagen, was sie der Bauernschaft zu bieten eine förmliche Selbstmordepidemie ausgebrochen, hat und was sie in den Jahren ihres Bestandes im letzten Jahre hätten nicht weniger als zehn für fie getan hat! Sie wird wahrlich in große Solbaten freiwillig ihrem Leben ein Ende beBerlegenheit kommen. Doch noch mehr: Die Bauernschaft hat sich durch die Gleichschaltung einem sehr unsicheren reitet. Schidsale anheimgestellt. Die Führung der Sd Die Gläubigen rufen lann nicht selbst etnscheiben, ihre Handlungen werden von Berlin aus diftiert und richten nach Abwehrkampf" sich nach den Bedürfnissen des Dritten Reiches. Unter diesem Titel veröffentlicht die ,, Bohes Die außenpolitischen Biele des deutschen Faschis mia" einen aus Stom datierten Leitartikel, in mus sind gegen die Tschechoslowakische Republik dem..." unter anderem folgende bemerkensgerichtet. werte Feststellungen macht: Lob der DSAP Keine Betriebswahlen Ich will vor allem meine ergebene Solidarität und meine Hochachtung für unsere Bruder partei in der Tschechoslowakei, die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei, zum Ausdrud bringen. Die deutschen Sozialdemokraten sind dort in zweifachem Sinne eine Minorität: einmal als Deutsche und einmal als Sozialisten. Sie stehen in Oesterreich unter der Führung eines belvundernswerten Mannes, unseres Genossen Wenzel a isch und( ITF) Die Nazis wagen nicht, in Desterführen gegen die Henlein- Demagogie einen reich Betriebswahlen durchzuführen. Sie wiſſen, tapferen, leidenschaftlichen, umsichtigen und liugen auf welche Art bei der„ Voltsabstimmung" am Rampf. Die deutschen Genossen wollen aus ganzer 10. April 99.73 Prozent Ja- Stimmen erreicht Kraft einen Krieg verhindern, der sie vor die wurden und fürchten, daß Betriebs- Wahlen zu Deutschen, ihren Brüdern nach Masse und Kultur die Nazi- Sozialreaktion, gegen die Nazi- Antreischreckliche Notwendigkeit der Wahl zwischen den Protestdemonstrationen der Belegschaften gegen einerseits, und dem demokratischen und sozialen berei, gegen den Lohndruck und gegen die TeueIdeal andererseits stellen würde, dem sie sich lei- rung werden könnte. In Oesterreich werden desdenschaftlich verbunden fühlen. Troß ihrer Nieder- halb einfach betriebliche Arbeiter- ,, Vertretungen" lage bei den Gemeindewahlen fühlen sie sich nicht von der Nazi- Partei ernannt. als Besiegte. Sie fämpfen mit Opfermut und„ Die Vertrauensräte... werden( in Oestermanchmal sogar mit gutem Humor. Ich hoffe aus ganzem Herzen, daß ihre Zähigkeit mit dem Triumph der Gerechtigkeit und der Gleichheit siegen wird, und ich möchte schließen mit dem ergreifenden Ausruf Wenzel Jalich's, den er Samstag abends an 1500 Genoffinnen und Genossen in Eger in einer begeisternden Bersammlung richtete: Der Kampf ist schwer, aber ber Gieg wiro imön sein!" reich) bis auf weiteres durch den Gauleiter der NSDAP oder dessen Beauftragten gebildet". stellt der Neichsarbeitsminister Seldte( am 14. Juli) im Neuen Wiener Tageblatt" fest. Der Führer des Betriebes( d. H. der Unternehmer) hat im Einvernehmen mit dem Obmann der NSBO( Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation) dem Gauleiter oder seinem Beauftragten geeignete Gefolgschaftsmitglieder für die Berufung als Vertrauensmänner vorzuschla gen... Soweit bereits Gefolgschaftsangehörige von politischen Hoheitsträgern als Mitglieder des Vertrauensrates berufen worden sind, was in weitem Umfang geschehen ist, bleiben sie auch weiterhin im Amt und bilden nun mit dem Führer des Betriebes zusammen den Vertrauensrat". Bis Mitte Juli wurde in Oesterreich der Vertrauensrat" direft nannt( Boltsstimme", 1. Juli 1938). " Merer= Zwei Araber hingerichtet Jerusalem. In der Nacht auf Mittwoch umEs schwebt über unseren deutschen Bauern die ,, Gegen den übertriebenen Nationalismus große Gefahr, daß ihr mit ihrem Schweiße getränkter Boben zum Schlachtfelde wird, auf sprach vor kurzem der Papst, und mögen ihm die bem bas grausamste Menschenmorden der neuen italienischen Rassenthesen den Anlaß gegeEine mysteriöse SdP- Geschichte. Am DonWeltgeschichte fich vollzöge, der Boden vollkom- ben haben, so meinte er mit seinen Worten feimen verwüstet würde und vielleicht für fehr esfalls etwa nur Italien allein. Die Worte des nerstag oder Freitag der Vorwoche wurden bei lange Zeit nicht mehr die Grundlage der Er. Papstes, abgewogen und diplomatisch, deuten die Breitenbach Schuhe, Stiefel und Wäsche Scheu nur an, unter der so mancher seiner alles in sehr desolatem Zustande von Deutsch nährung hunderttausender fudetendeutscher Getreuen zittert, und je einfacher die Getreuen land nach der Tschechoslowakei herübergepascht. Landwirte und ihrer Familien sein könnte. sind, desto simpler erscheint ihnen die Situation: Die Gegenstände wurden im Gasthaus Felsen Die Bauernschaft hat ihre feste Der Antichrist geht um. Das ist das feller" in Breitenbach aufbewahrt. Von dort politische lattform berlassen Wort, das du hören kannst, immer wieder und in wurden sie mit einem Karlsbader Auto abgeholt, und sich auf einen Beg begeben, ben verschiedensten Sprachen, von Geistlichen und daß einem tschechischen Fleischer gehören soll. der schnurgerade in den Abgrund Laien, von Pilgern und den Menschen, die Ita- Der Chauffeur ist jedoch ein Henleinmann. Anführt. liens Kirchen füllen... Eine unvorstell- geblich soll der Fleischer von diesem Transport Und selbst wenn durch das zielbewußte Bus bare Erbitterung gegen alle jene ist nichts gewußt haben. Die Sachen sollten wahr jammenwirten aller Friedensträfte diese furcht vorhanden, die, Diener Gottes dem Kleid nach, scheinlich in ein Arbeitsdienstlager in der Nähe bare Katastrophe von unserem Lande abgewendet den Worten, den Geboten Christi zuwiderhandeln von Karlsbad gebracht werden. Das Auto wurde werden könnte, bleibt der große Verlust, den die oder zuwiderhandeln wollen an dieser Erbit- aber von der Finanzwache beschlagnahmt, ebenso zingelte Militär mehrere Stadtviertel von Nablus Sd durch die Verhinderung einer neuen Agrar- terung fann niemand vorbeiſchen, der hier, im die Ladung. Wie man hört, mußte der Fleiſcher und nahm Haussuchungen nach Waffen vor. Anpolitit verschuldete und der gerade für die deutsche Zentrum des Kirchlichen Menschen spricht, die aus meiſter ſofort 7000 Kč Strafe erlegen, außerdem scheinend verliefen diese Haussuchungen ergebnisLandwirtschaft schwer wiegt. Seit Jahren wird aller Herren Ländern mehr oder weniger gläubig soll die Sop an Straf- und Bollgebühren 18.000 los. Ein arabischer Hilfspolizist wurde durch) ein zäher Stampf gegen die Politit der tschechi- sich versammeln. Sie fragen sich und die Kč erlegt haben. Der Wirt ist wegen dieser Messerstiche schwer verwundet. In Jerusalem wurſchen Agrarpartei geführt, durch die die Inter- anderen, wie die Kirche dem Ansturm Sache verhaftet worden, ebenso der Chauffeur. den Dienstag zwei Araber, in Affo einer und effen der Mehrzahl der bäuerlichen Bevölkerung standhalten will und werde, der neuerAngestelltenjugend auf Urlaub. Die gebung Mittwoch zwei Araber durch den Strang hins und der Wiehzüchter keine Berücksichtigung finden. dings immer spürbarer wird, sie kontrollieren die der Urlaubskultur unter den arbeitenden Men- gerichtet. Sie waren wegen Waffen, bzw. MuniAls im Jahre 1985 die tschechischen Agrarier im Mittel der Kirche, und indem sie feststellen, daß schen, besonders unter der Jugend, gehört zu dem tionsbesizes vom Militärgericht zum Tode verLandwirtschaftsausschuß vereinsamt dastanden es nur geistige Mittel gibt, seelische, wenn man so selbstverständlichen Aufgabentreise einer gelvert- urteilt worden. und die Forderungen der bäuerlichen Bevölkerung will, wird eine tiefe Erregung spürbar; fchaftlichen Berufsvereinigung. Der Allge anerkennen mußten, sprangen ihnen die Henlein- nicht etwa nur bei den Einheimischen. Nirgends meine Angestellten Verband Rei Runciman kommt nächste Woche bertreter bei. Und immerwährend wurde die besser kann man diese Erregung studieren als in chenberg, der seit Jahren Jugend- UrlaubsLondon. Das Reuterbüro erfährt, daß sich genleinpartei als das Reserve Rom, wo sich Kleriter und Laien aus aller Welt fahrten organisiert und Erholungswochen durchbataillon ber Agrarier gegen die treffen. Aber auch die fachliche Ruhe, der sie im führt, hat in diesem Jahre seine bisherige wert Lord Runciman wahrscheinlich im Laufe einer übrigen Regierungsparteien bereitgehalten, für Vatikan begegnen, überträgt sich nicht auf sie; im volle Arbeit auf diesem Gebiete fortgefeht. Dies- Woche nach Prag begeben wird. ben Fall, daß diese einen neuerlichen erfolgver Gegenteil, je sachlicher, ruhiger, scheinbar erhaben mal wurde die Sommer- Urlaubsathon durch ein sprechenden Borstoß gegen die Agrarpartei unter sich der einzelne Würdenträger zeigt, desto un- Jugend- Beltlager am irschberger See Spenden für die Staatsverteidigung. Der nehmen würden. Trotzdem waren im März ruhiger wird die Masse der Besucher. Biele ihrer eiweitert. Das Urlaubs- Zeltlager nahin am bieses Jahres bie Dinge soweit gediehen, daß Gläubigen beftürmen die Kirche, den Abwehr- 17. Juli feinen Beginn. Die Großfahrt des All- Arbeitsausschuß des Jubiläumsfonds für die eine unmittelbare Veränderung im Landwirt tampf nicht zu verfäumen, und oft scheint es, daß gemeinen Angestellten- Verbandes für seine Ju Staatsverteidigung weist Dienstag, den 26. Juli, schaftsministerium bevorstand und ein Vertreter die Kirche entschlossen sei, ihn zu führen, nicht voll gend führt heuer nach dem Inselstaate Däne einen Gesamtstand des Fonds von 397,079.901 wahrer bäuerlicher Interessen Landwirtschafts- Sast und aufgeregter Beweglichkeit, nicht mit mart. Die gemeinsam mit dem dänischen Bru Kč auf. Seit Montag hat sich der Fonds um minister werden sollte. Durch die von der Sb tönender Rede und figem Erivischen dieser oder derverband organisierte Durchführung verbürgt 2.888.805 K erhöht. Die Zahl der Spender ist um 1662, auf 140.208 Personen angewachsen. inszenierte politische Verwirrung im judeten- jener guten Gelegenheit, aber doch ihn zu führen." ein äußerst interessantes Urlaubserlebnis. = Seite 4 Donnerstag, 28. Juli 1N38 Nr. 175„ Wir wollen nicht vergessen I Der Monat Juli dc» Jahres 1918— das Vierte Kriegsjahr— bleibt allen, die ihn miterlebten, im Gedächtnis. Drei Laib Brot pro Monat für eine Person,% Kg. Mehl wöchentlich sollte jeder zugeteilt bekommen— in Wirklichkeit wurden diese Rationen nicht eingchalten. Denn, anstatt der 4980 Mzt. erhielt die Stadt Prag blon 1080 Mtz. pro Monat. Darum entfiel aus eine Person nicht einmal ein ganzes Viertel Kilo Mehl. Kartoffeln aab es— soweit keine Störungen in der Zufuhr eintraten— im Juli 1918 nur ein halbes Kilo pro Kopf. Milch gab es leine, Fleisch gab«S keins. Auf 16 Soldaten entfiel beim Kader ein Brotwecken. Das war der Krieg tm Hinterland. Trr Jahrgang 1918 kommt Heuer zur Assentierung. Es werden nicht viele sein. In der letzten Juliwoche 1918 wurden 67 Geburten und 2 0 0 Todesfälle in Prag registriert. Aber auch von den damals in der Stadt Prag geborenen Kindern starben noch viele vor Erreichung des ersten Lebensjahres. DaS waren die Kriegsopfer de» Hinterlandes. Zu allem Jammer und zu aller Not kam dann noch die Grippeseuche. Die Tischlermeister verlangten für Särge— Lebensmittel, die Totengräber wollten gegen Geldlohn nicht begraben. Indessen starben die Menschen massenhaft. Hunderte Leichen täglich lagen in der Totenhalle des OlSaner Friedhofs. Sie fanden weder Totengräber noch einen Sarg. Pionierabteilungen der Prager Garnison«nützten zu den Beerdigungen der Toten kommandiert werden. Wir, die wir au« eigener Erinnerung den Krieg 1914—1918 kennen, wir bleiben den Rest unseres Lebens fanatische Kriegsgegner. Erinnern wir alle jene Sudetendeutschen, die den damaligen Krieg und seine folgen vergessen oder ihn nicht miterlebt haben, an den Juli 1918, damit auch sie iu den kriegsschwangeren Julitagen deS Jahre« 1938 Kriegsgegner werden, auch wenn man ihre Hirne noch so sehr mit der Parole eines„Befreiungskrieges" verwirren will. „Rate Grenzwacht“ Juli und August sind die Monate der SJ* Kreiszeltlager. Diese Zeltlager nehmen einen erfolgreichen Verlauf. Unser Bild zeigt einen Teil des Zeltlagers, das die so* ziallstische Jugend des Kreises Karlsbad in Rothau errichtet hat Der Egerer Vorfall vor Gericht Pilsen. Dienstag fand vor dem DivisionS- aericht in Pilsen die Berhandlung gegen den Polizeiwachmann Fr. Koranda statt, der in der Nacht vom 21. Mai in Ausübung des Wacht« diensteS auf der Stratze zwischen Franzensbad und Eger auf Georg Hofmann und Nikolaus Böhm, die auf seine Aufforderung mit ihrem Motorrad nicht anhielten, au« dem Dienstgewehr schoß. Die Berhandlung wurde fristlos vertagt; e« werden noch weitere Zeugen einvernommen werden. Die weitere Berhandlung wird direkt am Tatort abgehalten werden. Der Spaziergang zwischen Himmel und Erde Auf dem Sims des siebzehnten Stock- Werkes New Aork.(HavaS) Dienstag nachmittags stieg ein junger Mann aus einer reichen Familie namens John Ward aus dem Fenster seine« Zimmers in einem Hotel auf der 6. Avenue im 17. Stockwerk und ging auf dem 38 Zentimeter breiten Sims hin und her. Dieser sonderbare und gefährliche Spaziergang lockte auf der Straße eine große Zuschauermenge an. Der junge Mann, der wie es schien, den Verstand verloren hatte, rauchte bei seinem gefährlichen Spaziergang eine Zigarette. Es wurde die NettungSpolizei und einige Feuerwehrzüge herbeigerufen, deren Anstrengungen eS aber nicht gelang, den Mann zu veranlassen, von dem Sims herunterzusteigen. Die Feuerwehr versuchte den SimS mit einer Leiter zu erreichen, doch drohte Ward, sich vom SimS auf die Straße zu stürzen. Deshalb sperrte die Feuerwehr die Straße ab und spannte ein Netz entlang der ganzen Fassade des Hotels zwischen dem 18. und dem 16. Stockwerk. In der Straße hatte sich eine so große Menschenmenge versammelt, daß 200 Polizisten nicht genügten, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Der halsbrecherische Spaziergang wurde auch gefilmt. In dem Augenblick, da die Polizisten Ward vom SiinS in das Netz werfen wollten, zündete sich der junge Mann die letzte Zigarette an und sprang neben dem Netz auf die Straße, wo er msi zerschmettertest Glic- dern tot liegen blieb. Alle Gasmaskentypen sind gleichwertig Prag. Obzivar bereits einige Mate von kompetenten amtlichen Stellen erklärt wurde, daß die Gasmasken aller zugelassenen Tvpen gleichwertig find, tauchen in der Presse Meldungen auf, die den Wert der sogenannten BolkSgaSmasken als Schutzmittel in Zweifel ziehen. Zu diesen Nachrichten wird amtlich mitgeteiü: Die Gasmasken dürfen nur nach den amtlich genehmigten und festgesetzten Typen hergestcllt werden. Bevor sie in den Verkauf gelangen, wird jede Maske amtlich überprüft. Die Ileberprüfung de« Typen und Erzeugnisse wird von Organen der Militärverwaltung nach denselben Grundsätzen durchgeführt. die für die militärischen Gasmasken geltei«, Alle Gasmasken, sowohl die sogenannten VolkSgas- maSken, al« auch die teueren Typen, müssen bec de« ileberprüfung Bedingungen entsprechen, die im Ber- gleich zu anderen Staaten zu den strengsten geboren. Die Gasmasken aller zulässigen Typen find daher soweit sie mit dem Stempel deS überprüfenden amtlichen Organes versehen sind(militärisches chemisches Institut), praktisch gleichwertig und bieten einen verläßlichen Schutz gegen alle bekannten chemischen Kampfstoffe. Ein Meteorit. Dienstag durchflog das Firmament in nordöstlicher Richtung ein riesiger Meteorit, der nach der Behauptung der Haydcuer Sternwarte der größte war, der je in dieser Gegend gesehen wurde. Der Meteorit hinterließ eine große Menge blauer und roter Funken und ver» schwand zwischen dem Sternbild des Großen Wagens und dem Polarstern. Bernard Shaw beging Dienstag seinen 82. Geburtstag ohne jegliche Festlichkeit. Seine Frau erklärte telephonisch dem„Daily Telegraph" übet Anfrage, Shaw meine, es sei eher Anlaß für Beileidsbezeigungen, denn für Glückwünsche. Eine Balkanreise LanSburyS. Der gewesene Führer der englischen Labourpartei G. Lansbury loird Mitte August mit zwei Begleitern nach Sofia reisen. Bon Sofia aus begibt sich Lansbury nach Bukarest, Belgrad und Budapest, von wo er wieder nach London znrückkchrt. Wieder ein Selbstmord in Oesterreich.'In Boitsberg in Kärnten verübte Dienstag der Be- zirksinspeltor der Gendarmerie Adam Almacher Selbstmord. Dvr Inspektor wurde nach dem Anschluß vom Dienst suspendiert und sollte sich vor dem LandeSgcricht wegen Mißhandlung eines Nationalsozialisten verantworten. „BolkSfeind" Krylcnko. Der ehemalige Volkskommissär und Generalprokurator der SSAll, Krylenko, der im Jänner d. I. seiner Funktionen enthoben wurde, ist von seinem Nachfolger Wifchinsky als«Feind des Volkes" bezeichnet worden. Wifchinsky beschuldigt Krylenko und mit ihm auch die Juristen PaschukaniS und Scheliapow, daß sie die Sowjetjustiz sabotiert hätten. Um die Bundesmeisterschaft 1938 der Arbelterfußballer So wie alle Jahre trete» auch Heuer die Vertreter der Kreise zu den Känwfen um die Bundesmeisterschaft an. L« sind die« die Vereine, die auf Grund ihrer sportlichen Erfolg« und Disziplin den Meistertitel in ihre» Kreisen erklimmen konnten. Im zweiten Kreis ist noch ein Ausscheidungsspiel zwijchen Aussig-Kleische und Warnsdorf um den Kreismeister notwendig. Dieses ivird am Sonntag, den 81. Juli in Warnsdorf ausgeiragen. Die Borrunden-Spicle' um die Bündesmeisler- schaft beginnen am Sonntag, den 7. August. Den Teplitzcr Kreis vertritt der Ä S K T i s ch a u. Gegner ist der Sieger au» dem Spiel vom 31. Juli in Warnsdorf. Das Spiel findet voraussichtlich im Teplitzer Bezirk statt. Ta» Schlußspiel uni die BundeSmeisterschasl 1988 ist auf den 21. August festgesetzt und wird je nach dem Standort de» Kreismeiiterü In Karlsbad oder Falkenau abgehalten. Auch hier ist der Kreismeister noch nicht feststehend und die Entscheidung liegt zwischen Fischern und Falkenau. An die sportllebende Arbeiterschafti Die Gleichschaltung deS bürgerlichen Fußball- Verbandes mit den nationalsozialistischen Turn- und Sportorganisationen ist ein Beweis dafür, daß wir Arbeitersußballer seit Jahren den richtigen Weg gegangen sind, wenn wir unS von dem sogenannten „neutralen" Fußballsport abgesondert haben und eine eigene Fußballbewegung mit offenem Bekenntnis zur sozialistischen Gemeinschaft geschaffen haben. Der Wert der Arbeiter-Fußballbewegung— wie der Arbeitersportbewegung überhaupt— muß nun auch bei der Arbeiterschaft volle Würdigung finden. Air verlangen von der sozialistisch eingestellten Arbeiterschaft:„Unterstützet die Veranstaltungen unserer Bewegung, besuchet nur die Sportplätze der Arbeitersportler I" Gebt eure Jungen» zu un«, sie finden die gleiche Möglichkeit, Sport zu betreiben, ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, faschistischen Einflüssen zu unterliegen. Wir haben die finanziellen Mittel Nicht zur Verfügung wie die Gegner, nur mit großen Opfern eines jeden Einzelnen erhalten wir die Bewegung. ringen um unsere Existenz. Helfet mit, in dieser politisch und wirtschaftlich schweren Zeit unsere Bewegung zu festigen und auszubauen l Der BundeSfußballauSschuh der AtuS-Union. Flugzeugabsturz in Britisch.Kenya. Wie aud Nairobi gemeldet wird, flog Mittwoch früh«in Postflugzeug der Wilson-Airways kurz nach bent Start bei Kisumu(Kenya) gegen einen Hügel Die vier Besatzungsmitglieder wurden getötet. Dir Maschine ging in Flammen auf. Ueterschwimmung der Ostsee. Die-Schwimmerin.Jenny KammerSgaard startete Mittwoch um 18.88 Uhr von Gjedser, um nach Warnemünde zu schwimmen. Sie rechnet damit, die Strecke je nach den StrömungSverhältnissen in einer Zeit von 28 bis 48 Stunden zurücklegcn zu können. Volkszählung in der USSR. Der Rat der Volkskommissare der SSSR hat beschlossen, eine Volkszählung in der SSSR burchzuführen, und zwar mit dem Stichtage vom 17. Jänner 1939. Die Zählung in den Städten wird in den Tagen vom 17. bis 23. Jänner, die Zählung auf dem Lande in den Tagen vom 17. bis 26. Jänner durchgeführt werden. ES dleibt wannt Kühlere ozeanische Luft, die Mithvoch früh über da» Gebiet der Republik vorgedrungen ist, erwärmt sich rasch bei ihrem Fortschreiten gegen Osten. Die Bewölkung löst sich auf. In Böhmen ist eS zwar gegenüber Dienstag um 8 bis 7 Grad kühler gewesen, aber Gewitter oder Schaue« treten nur vereinzelt auf. In den übrigen Ländern der Republik wurden neuerlich 80 Grad verzeichnet. Sehr hohe Temperaturen meldeten'in den lebten Ta- gen auch die Stationen in Nordafrika, und zwar Maxim« von 40 bis 48 Grad im Schatten und Racht- minima von 26 bis 80 Grad.— Wahrscheinliche« Wetter Donnerstag: Wechselnd bewölkt bis ziemlich heiter, sommerliche Temperaturen, örtliche Gewitter, und zwar besonders in den östlichen und mittleren Teilen des Staates, Südwestwind.— Wetteraussichten für Freitag: Andäuern bei heileren und warmen Wetters. Grenzlandskizze II Von Ferdinand Enzlin So ein Dorf ist trotz seiner Begrenztheit gar nicht abzusehen, gar nicht auszuschöpfen; gleichwie der Quell des Lebens, einer Arche vergleichbar, in die sich dar gerettet hat, was es an unsterblichen Typen gibt, die unsere persönlichkeitSmor- dcnde Zeit zueäckgelassen hat. Man mutz sie nicht näher kennenlernen, man entdeckt das, sowie man in den Kreis des Dorfes tritt. ES sind streng abgegrenzte Individualitäten— mit der Grenze der Hauses, mit der Grenze des Feldes ist eine hohe Mauer aufgerichtet, wie sie Kaiser Han 220 vor Christus um das Land China errichten ließ. Aber selbst diese Mauer nützte nichts gegen den Einhruch der Gewalt, des unseligen AuSbreitungS« drangeS, der immer noch mehr erraffen möchte. Und selbst der Heiland, der erst zweihundertzwanzig Jahre nach jenen mauerbauenden Chinesen in der Welt erschien, vermochte nichts gegen das Unmenschliche im Menschen, wie sich immer wieder erneut erweist. Wir gehören auf unserem Dorf mit zur Welt, wir werden mit in den Wirbel der neuen Zeit hineingezogen, wie sollte-«s anders sein? Di« Zwangspolitik spukt aus jedem Winkel» sie trägt ihre Falschheit und Hinterhältigkeit in jeder Haus, in jeden Stall. Aber ich sage mir, daß das wahre Leben, das gute Leben doch zuletzt Sieger bleiben muß. d«A was ms eisgehLmmext wird, was täglich aus dem Radio von jeyseits der Grenzen unserer Republik zu uns dringt, trifft nur die Wand unseres Gehäuses. Das Inwendige sieht anders aus. Man kann eS im Stall sehen. Das Leben um des Lebens willen, das Leben der großen Gottessabrik. Was wird da iviedergetäut, gelegt, gegackert, gegrunzt und gemeckert! WaS Großartiges ist das, was überwältigend Lebendiges. Hierher pilgere, Mensch, und lern« den Frieden kennen I Da hat sich die Schacke schnufend ins Unterstroh gelegt, sie schnuft tief und schwer und sieht sich mit ihrem weit ausgemachten Kuhblick um. Du hast den Kopf voll der neuesten Nachrichten, die du hn Wirtshaus gehört hast. Da hat sich der eine oder andere heim Biere erhitzt und Ganber-Karl Mit seinem flotten Hütchen ist wieder tüchtig gegen Demokratie und Freiheit losgezogen, du hast das und jenes dagegen gesagt und ihr seid euch tüchtig in die Haare gekommen— aber nun steht vielleicht auch er in seinem Stall. Das fährt einem so durch den Kopf, wenn sich die Schacke umsieht. Sie liegt seitlich, den mächtsgen Unterleib seitlich gelagert, das Euter überprall und fest. Sie stöhnt auf, denp in ihrem Leib ist ein großes Rumoren, ein gewaltiges Stoßen. Heute Nacht geht es sicher noch los. Man merkt es auch daran, daß sich der übrigen Tiere eine gewisse Unruhe bemächtigt, sie drücken sich zusammen! machen Platz, beginnen aufgeregt zu werden, zu stampfen und mit den Ketten zu rasseln. Dabei lassen sie sogar für kurze «Augenblicke das Wiederkäuen, Man hat Salzfaß, Oel und Stricke zur Hand und nichts ist mehr wichtig, al» die Kuh und da» Kalb, das sie zur Welt bringen wird. Hand und Unterarm schniiere ich mir mit Oel ein, halte der Schacke den Schwanz zur Seite, rede ihr gut zu, während ich mit Hand und Arm in ihr Inneres fahre. Langsam und vorsichtig tasten meine Finger im Leib der Tieres sich vorwärts, sachte greife ich ein wenig abwärts in der schöpferischen Dunkelheit. Ich spür« einen Widerstand — es sind die Pfoten des Kalbes und ein kleines Stück weiter hinter der Kopf. Die Schacke hat feuchtes Fell bekommen, aber das Kalb liegt recht und so wird alles gut gehen. Ich warte stumm. Mit eins krümmt sich die Schacke zusammen— und schon schieben sich zwei Hitschen heraus. Die Stricke habe ich schon zur Hand und mache sie an den kleinen Pfoten fest, die unbeweglich und naß aus dem Muttertier ragen. Ich mache die Knoten fest und beginne zu ziehen. Indem ich mich gegen die Stallwand stemme, ziehe ich an dem Strick, an dem ein Kalb hängt. Der Schweiß tritt mir auf die Stirn, die Schacke stöhnt und muht laut und schmerzvoll—• da kommt schon, aus den Pfoten ruhend, die rosa Zunge herausgereckt, der Kopfl Es ist der gleiche Kops, den die Schacke jetzt mit angstvollen Augen aus mich richtet. Jetzt brauche ich nicht mehr viel nachzuhelfcn. Schon hängt das junge Tier halben Leibes aus der Mutter heraus. Hängt wie tot, sollte'man meinen. Ich nehme den leblosen, naßwarmen Leib auf die Arme und zieh« noch ein klein wenig, dann sinkt er sachte zu Boden. Alme: nicht und bewegt sich nicht. Eine Kinderhand voll Salz stopfe ich ihin in die Schnauze— eS wartet einen Augenblick, dann beginnt eS zu spucken, spuckt daS Unfreundliche aus und denkt, Ruhe zu haben. Aber da setzt der Atem ein, das Leben beginnt! Mit Stroh wird eS sauber abgewischt und nach rückwärts in den Verschlag getragen. Ein Ochsenkalb kommt zum Fleischer, aber«in Kuhkalb kann nach zwei Jahren selbst soweit sein, ein Muttertier zu werden. Und immer so weiter, solange«S Gott gefällt. Die Schacke beruhigt sich, fängt wieder mit dem Wiederkäuen an und in zwei Stunden oder noch früher wird da» Neugeborene auf wackligen Beinen im Verschlag stehen. Und so ist das wahre Leben. Ich meine darum, daß der Bauer ein schlechtes Objekt ist für jegliche Scharfmacherpolitik. Nicht vielleicht, weil ihn seine Wesensart, nicht als tauglich dafür erscheinen ließe— welcher einsache Mensch kann so ohne weiteres der Phraseologie des neuen Ungeistes widerstehen I— als vielmehr darum, weil seine Beschäftigung eine durchaus natürliche ist. Wenden wir un» dem Natürlichen zu, sowerden sich un» andere Erkenntnisse mitteilen. Mir werden sehen, daß das Gefühl in die Brust des Menschen eingesenkt ist,'auf daß er eS gebrauche im Sinne des Allmenschlichen, das der Natur entstammt. 31 28 uf 8 en A. 55 555# 28 Nr. 175 Einsturz in einer Fabrik 3m Im Kopenhagener Vorort Vesterbro stürzte in einer Fabrit für Radiozubehör eine 50 Zentner schwere Stanzmaschine aus dem ersten Stockwert in das Erdgeschoß. Mit den einbrechenden Decken Donnerstag, 28. Juli 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik und Werinnen in die Tiefe geriffen. Diejenigen, stehen zu den freien Gewerkschaften und Böden wurde eine Anzahl von Arbeitern und Sudetendeutsche Papierarbeiter die sich im Erdgeschoß befanden, wurden unter Arbeiterinnen den Trümmern begraben. Im ganzen wurden etiva 30 Personen verleßt. Das Fabriksgebäude iit auf polizeiliche Anordnung wegen drohender Einsturzgefahr geräumt worden. Das Unglück brachte den dichtbewohnten Borort in größte Aufent 85 in m regung. ft ic ad 18 t! nd ir en and is er er ch ir NASCETRES er r. fe er et in re 195 16 in nt I ie 1s ch ie in u EE er че 10 9. It m er ie i, 11 13 EI t. 。 23 I! et 1, де 11 d 11 it r 11 ce f. e 3 3 11 c B Schönheitskönigin als Lotterlegewinn Die australische Stadt Winton ist noch jung; ite ist erst vor 25 Jahren begründet worden und wird dieſes Jubiläum in Kürze feierlich begehen, denn sie ist recht hübsch gewachſen in diesem Vierteljahrhundert. Es mag sein, daß der kuriose Einfall, den die Stadtväter von Winton zu dieſer Arbeiterentlassungen bei der Firma Schiel Man erhält für 10 Reichsmark( Noten) Reichsmark( Münzen) 100 Seite 5 Kč 568.775.100 rumänische Lei 19.35 100 polnische Sloty 548.50 100 ungarische Pengö. 638.50 in 100 Schweizer Franken 100 franzöüsche Francs 668.50 82.32 144.37 28.95 170.40 1599.64.80 490.638.738.in Römerstadt. Bei der Firma Schaffen. Ea 1 englisches Pfund. 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 ingoslawische Dinare 100 Belgas 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen Soeben ist die erste Folge eines neuen demo- vurden Verhandlungen wegen Wiedereinstellung kratischen deutschen Wochenblattes Sudeten eines Teils der Entlassenen aufgenommen, die deutscher Zeitspiegel" erschienen. Wir entnehmen aber noch nicht abgeschlossen sind.( DND) ihr folgende Notiz: Gurkenkonservenindustrie stößt auf russische Die völlischen und die christlichen Gewerk- Konkurrenz. Die Konservenindustrie verzeichnet schaften wetteifern in großmäuligen Siegparolen. für die abgelaufenen Monate ein recht flottes InWenn man ihre Preſſe lieſt, hat man den Ein- landsgeschäft. Unter der Regide des Exportinstidruck, daß neben diesen Auch- Gewerkschaften futs haben einige Konservenfabriken auf den ausetwas anderes nicht mehr existieren fönne. ländischen Märkten Fühler ausgestreckt, wobei Wie uns berichtet wird, bietet die Papier- gleichfalls gewisse Erfolge zu verzeichnen waren. bilanz mit Deutschland während des ganzen. Millionen Dinar gestiegen ist. Die Handelsindustrie ein sprechendes Beispiel für die Wahr Die Erzeuger von Gurlenkonserven beklagen jedoch Jahres 1937 brachte für Jugoslawien ein Pasheitsliebe" der völlischen und chriftlichen Propa die steigende russische Konkurrenz, die besonders fivum von 331.1 Millionen Dinar. Das Paffivum ganda. Im deutschen Sprachgebiet der Republif in lezter Beit auf dem englischen Markt vordringt des diesjährigen ersten Halbjahres ist um 31.3 eriſtieren 20 Papierbetriebe mit gewählten Be- und beeinträchtigend auf die tschechoslowakischen Millionen Dinar höher als jenes des gesamten triebsausschüssen. In diesen Betrieben find an Gurkenkonservenfabriken einwirkt.( DND) Gewerkschaften vertreten: Der Fabritarbeiterverband, der christliche Fabrits- und Bauarbeiterverband, der kommunistische Industrieverband der Chemiearbeiter, die Deutsche Arbeitergewerkschaft Mandate: die Stadt mit traditionellen Vorurteilen nicht be- und der Teutschfreiheitliche Allgewerkschaftliche lastet ist. Wie dem auch sei: zu dem Jubiläum ist Verband. Die Betriebsausschußmandate verteilen eine städtische Lotterie veranstaltet worden, die sich auf diese Gewerkschaften folgendermaßen: einzigartig in der Welt dasteht. Es gibt nur einen einzigen Gewinn in diefer Lotterte, und nicht ein Fabritarbeiterverband. 112 in 29 Betrieben mal Trostpreise, und dieser Gewinn ist ein junges Christlichsoziale Mädchen, und zwar die Schönheitskönigin von Stommunisten Winton, tugendreich und aus guter Familie. DAG jizen. • 3 in 2 3 in 2 6 in 4 " 3 in 1 Betrieb Nein, jie wird beileibe nicht als Stlavin ange- Arbeitnehmer- Gewerkschaft boten, sondern vielmehr muß sich der Gewinner Deutschfreiheitliche.. 5 in 1, verpflichten, sie sofort zu heiraten. Nur unter die Daraus ergibt sich, daß die Gewerkschaften, fer Bedingung wurden die Loſe verkauft, und die das größte Geſchrei haben, darunter die ausnahmslos an Junggesellen. Der Absaß war TAG, eine verschwindend kleine Position bereigend, und bis jest mußte man 300.000 Lose bruden, denn aus ganz Australien sind Anforderungen gekommen. Allerdings wird dem glücklichen Gewinner nicht nur die Braut versprochen, fendern auch eine kostenlose Wohnung im besten Stadtviertel von Winton und eine Wohnungseinrichtung. Die Stadt macht dabei aber den eigent lichen Hauptgewinn, denn zu allem Ueberfluß sind die Lose auch sehr teuer. Eineinhalb Millionen Kč für den Negus. Bei der Gerichtsverhandlung über die Berufung des ehemaligen abessinischen Kaisers Haile Selassie gegen die britische Gesellschaft ,, Cable& Wireles Std." wurde die genannte Gesellschaft zur Zahlung von 10.000 Pfund Sterling an den Eykaiser von Abessinien verurteilt. Diesen Betrag schuldet die Geſellſchaft dem Erkaiſer noch aus der Zeit vor der Offupation Abessiniens durch Italien. Ber der ersten Verhandlung war der Anspruch Haile Se loffies abgelehnt worden mit der Begründung, daß die Angelegenheit nicht unter die Kompetenz des betreffenden Gerichtes falle. Weitere Umfiedlung von Türken. Nach dem Abkommen, das die türkische Regierung uniängst mit der jugoslawischen Regierung betreffend die Umjiedlung der Türken aus Jugoslawien nach der Türkei abgeschlossen hat, sind ähnliche Verhandlungen auch mit der rumänischen Regierung eins geleitet worden; die Verhandlungen mit der bulgarischen Regierung haben gute Fortschritte zu verzeichnen. Man glaubt, daß heuer in die Türkei gegen 12.000 Türken aus Rumänien und gegen 10.000 Türken aus Bulgarien übersiedeln wer den, die Hauptsächlich in Türkisch- Thrazien an gesiedelt werden sollen. Der Export von Lederwareh gestiegen Die Leder- und Lederwarenindustrie tann für die ersten fünf Monate des laufenden Jahres über eine günstige Entwicklung der Warenausfuhr berichten. Der Lederwarenerport gestaltete sich im Jänner bis Mai im Vergleich zum Vorjahre in folgender Weise. Es betrug die Ausfuhr: Sattler und Riemerwaren Taschnerwaren.... sonstige Lederwaren Lederschuhe... Lederhandschuhe Jänner bis Mai 1938 1937 in Millionen Kronen 0.1 0.1 4.4 2.5 2.2 2.7 116.6 68.0 .148.6 ... 67.5 net. In diesem Falle dürfte sich dann der tschecho slowakische Ledererport auch im weiteren Verlauf des Jahres günstiger entwideln. Die Weltförderung in Steinkohle Auslandsintereffe für die Prager Herbsteffe. Prag. Dem Prager Meffeamt gehen in Lester Zeit bereits Anmeldungen ausländischer Käufer für die vom 2. bis 11. September statt findende Herbstmesse zu. Aus Europa liegen Anmeldungen namentlich aus England, Deutschland, der Schweiz vor; ferner haben Besucher aus Belgien, Holland, Schweden und Litauen ihre AnUebersee; Stäufer aus den USA, Kanada, Kofunft angezeigt. Beachtlich ist das Interesse in lumbien, Indien, Tunies und Westafrika haben sich bereits gemeldet. Warenhaus- Einkäufer sind vorderhand aus England, Kanada, der USA und der Schweiz avisiert. Die Tschechoslowakei in der jugoslawischen Ausfuhr an erster Stelle. Die jugoslawische Einfuhr aus Deutſchland war in der erſten Hälfte des heurigen Jahres um 80 Prozent größer als die jugoslawische Ausfuhr nach Deutschland. In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres wies Jugoslawien im Handelsverkehr mit Deutschland ein Passivum von 182.3 Millionen Dinar auf, das heuer im gleichen Zeitraum auf 364.2 vergangenen Jahres. Im Juni d. J. nahm die. Tschechoslowakei in der Ausfuhr Jugoslawiens mit 22.24 Prozent die erste Stelle ein; Deutschland steht mit 21.52 an zweiter Stelle. In der Einfuhr nach Jugoslawien steht die Tschechoslowafei mit 12.54 Prozent an dritter Stelle Deutschland mit 31.33 Prozent und England mit 13.73 Prozent. Ueberstundenarbeit für das Jahr 1937. Das Statistische Staatsamt veröffentlicht in der soeben erschienenen Nr. 45 seiner ,, Mitteilungen"( Jahrgang XIX 1938) statistische Daten über die Ueberstundenarbeit im Jahre 1937. Diese Daten sind in drei Tabellen zusammengefaßt, von denen die erste die Ueberstundenarbeit nach Gewerbeklassen sowie Monaten und die zweite nach Ländern und Spren= geln der Gewerbeinspektorate behandelt. In der dritten Tabelle ist die Zahl der belvilligten Ueberstunden nach Inspektoraten und Ländern in Kombination mit den Gewerbeflassen gegliedert. Die Schlußtabelle erfaßt die Entwicklung der Ueberstun denarbeit vom Jahre 1921-1937. Preis 1 Kč. Jn Kommission bei der Buchhandlung Bursit u. Kohout, Prag II, Václavské nám. des Ostens, vor allem den russischen HerrschaftsAm Kreuzweg Europas formen und Geistesrichtungen, nie übereinstimmen fonnten. Das Buch, das unter diesem Titel in engli Ohne nationalistisches Pathos, ohne Ver scher und französischer Sprache„ At the Croßroads schweigen der ausländischen Anregungen, die in of Europa" und„ Au carrefour de l'Europe") der tschechoslowakischen Geschichte eine so große aus Anlaß der Prager Pen- Club- Tagung heraus Rolle spielen, und auch mit einer objektiven Dis gegeben wurde, ist weit mehr als eine der vielen Tussion der problematischen Kapitel der tschecho= Propagandabroschüren und politischen Situations flowatischen Geschichte( der Hussitenzeit und dann berichte, die in legter Zeit über die Tschechoslo- der Wahl eines Habsburgers zum böhmischen Ron den großen Warenkünden unſerer Lederindu- schichtlichen Umriz der demokratischen Idee in ber des Geistes und der Geſchichte der Tschechoslowalei erſchienen sind. Das Buch will einen ge- hönig) ist es ben gelungen, ein Bild strie weisen nur die Vereinigten Staaten von Nordamerika einen Rüdgang der Einfuhr tschecho- ichechoslowakei geben"- geſchichtlich im Sinne wakei zu geben, das jeben ehrlichen Leser davon flowakischer Lederwaren auf. Dagegen hat sich die einer tausendjährigen politischen und geistigen überzeugen wird, daß der Anspruch der TschechoEinfuhr tschechoslowakischer Lederschuhe und Leder- nige, über die Václav Chaloupecký schreibt über Entwicklung. Von der Zeit der Fürsten und Stö flowakei auf Respektierung ihrer Unabhängig handschuhe nach Großbritannien start erhöht. Die( von 3. L. Hromádka beschriebene) Reformas Welt gerechtfertigt ist. Wenn der deutsche Leser teit und Sympathie bei den Demokraten in aller Wenn die vor kurzer Zeit eingetretene Beſſerung tionszeit bis zu dem ersten Jahrhundert der Habs- einen Einwand nicht unterlassen kann, dann ist es der Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten burgerherrschaft, das Frantiset Hrubý schildert, der, daß die schicksalshafte, durch die geographische fortdauert, so wird mit einer erneuten Exportsteigerung für Lederwaren nach Amerika gerection und ihres in der Schlacht am Weißen Berge er Přemysliden- Zeit begonnene deutsche Koloniwird die Entwicklung der tschechoslowakischen Na Lage des Landes gegebene und durch die schon in verlorengegangenen Staates dargestellt, und der fation bedingte Beziehung der tschechoslowakischen Geist der neuen, nach dem Weltkriege wieder un- und der deutschen Nation in diesem Buche nicht abhängig gewordenen Tschechoslowakei, der Geist genügend hervorgehoben ist. Mag sein, daß die der modernen Republik. wird dem Leser in einer Verfasser das Problem, weil es allzu aktuell ist, Abhandlung Albert Pražáts über den Geist der nicht diskutieren wollten( die geschichtlichen VorUnter dem allgemeinen Rückschlag, der feil modernen tschechoslowakischen Literatur nahege- aussetzungen haben sie keineswegs unerwähnt_geeinem Jahre die Weltwirtschaft erfaßt hat, hat in bracht, die sich mit der gesamten Entwicklung lassen), mag sein, daß die deutsche Nation in ihrer den letzten Monaten auch die Weltförderung von dieser Literatur seit der tschechoslowakischen Re- heutigen Verfassung leider nicht als Beispiel für Steinfohlen gelitten. Die Förderziffern liegen in naissance um die Wende des 18. und 19. Jahr den westlichen Geist Europas zu verwenden ist. den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres hunderts beschäftigt. Für die Nicht- Tschechoslo- aber es wäre gerade von einer Darstellung der durchwegs niedriger als in der gleichen Zeit des waken, für die dieſes Buch gedacht iſt, iſt es eine tschechoslowakischen Demokratie zu wünschen, daß Vorjahres. Die Gesamtförderung erreicht nicht ausgezeichnete historische Einführung in das We- fie die Frage nicht außer acht ließe, ob eine Zus einmal die Höhe von vor zwei Jahren. Es betrug fen und Schicksal der Tschechoslowakei, vorbild- sammenarbeit der Tschechen und der Deutschen, Steinkohle gelitten. Die Förderziffern liegen in lich in seiner Knappheit, die alles Wesentliche her- die im Laufe der Geschichte immer wieder mit tragischen Konflikten endete, nicht unter einer Voraussetzung möglich gewesen wäre und möglich sein würde: unter der Voraussetzung, daß auch die Deutschen den Geist der Demokratie entfalten und Es ist demnach gegenüber dem Vorjahre eine Natürlich will das Buch kein bloßes Lehrbuch bewahren. Ließe sich nicht am Beispiel der Zeit Ein Geschenk an die Deutschen. Das ,, Reichs- Minderförderung von 56.6 Millionen Tonnen und mehr als eine historische Lektüre sein. Am Starls IV., als Deutsche und Tschechen gemeinsam gesebblatt" vom 26. Juli veröffentlicht eine Verord- oder um annähernd 10 Prozent zu verzeichnen. Streuzweg Europas", der Titel des Buches, zeigt, auf Prager Boden an der Entfaltung des Humanung über die Einführung eines allgemeinen polizei- Den größten Ausfall in der Steinkohlenförderung daß es darum geht, die Bedeutung der Tschecho- nismus wirkten und die deutsche wie die tschechische lichen Inlandsausweises, der die Bezeichnung ,, Kennlarte" trägt und am 1. Oktober 1988 in Straft tritt. haben die Vereinigten Staaten gehabt. Sie för- flowakei für die Welt darzustellen, und die glän- Kultur in Böhmen reiche Früchte trug, ließe sich derten in den ersten fünf Monaten 1937 196 zend geschriebene Einleitung Karel Capets, die, nicht an der Tatsache, daß die Tschechen Verbün Dieſe„ Kennfarte", die Paßbild, Fingerabdruck und Millionen Tonnen, in der gleichen Zeit des lau- von der geographischen Lage des Landes aus- dete des fortschrittlich- reformatorischen DeutschPersonalbeschreibung enthalten wird, können alle fenden Jahres nur 135 Millionen Tonnen. gehend, seine Sendung als Brücke zwischen Ost- land waren und einen protestantischen deutschen deutschen Staatsangehörigen mit Wohnsitz oder dau Im Gegensatz zur Steinkohlen- Weltförde- und Westeuropa aufzeigt und von der tausend König gegen die Habsburger einsetzen wollten, erndem Aufenthalt im Reichsgebiete vom vollendeten 15. Lebensjahr ab erhalten. Dabei bestimmt der rung ist die Welt förderung an Braun- jährigen Tradition der tschechoslowakischen Unab- ließe sich nicht selbst am Beispiel der im Zeichen fohle auch 1988 weiter gestiegen. hängigkeit und der geschichtlich begründeten De der Toleranz stehenden Regierung des Kaisers Reichsinnenminister, welche Gruppen von deutschen Betrug ſie in den ersten fünf Monaten 1986 88.2 mokratie der tschechoslowakischen Nation spricht, Maximilian, die auch für die Tschechen eine Staatsangehörigen und in welchem Umfange diese Millionen Tonnen, so stieg sie in der gleichen Zeit gibt dem ganzen Buche seine Richtung: es will freundliche Episode der Habsburgerzeit war, und Gruppen dem Kennkar tena wang unter es vorigen Jahres auf 99.6 Millionen Tonnen die Behauptungen, daß die Tschechoslowakei ein ließe sich nicht schließlich an dem Einfluß der deutliegen. Nur wenn die Person und die deutsche Staats- und erreichte 1938 die Höhe von 106.5 Millionen fünstliches Nachkriegsgebilde sei, durch die histo- schen Aufklärung und des deutschen Klassizismus angehörigkeit des Bewerbers einwandfrei festgestellt Tonnen. Die Tschechoslowakei, die neben Deutsch- rischen Tatsachen widerlegen, und es will die auf die geistige Entwicklung der tschechischen sind, darf die Kenntarte ausgestellt werden. land und Rußland zu den bedeutendsten Brauns europäische Notwendigkeit einer demokratischen Nation zeigen, daß zwischen fortschrittlichem Der ewige Jude". In der Halle des ehe maligen Wiener Nordwestbahnhofes wurde mit den Vorbereitungen für die Ausstellung„ Der evige Jude" begonnen, die in der kommenden Woche eröffnet werden soll. Zu dem Material, das bereits in München gezeigt wurde, fügen die Wiener Behörden noch eine eigene Abteilung der Ostmark hinzu. Jänner bis Mai 1938 1937 1936.. in Millionen Tonnen 498.7 545.7 506.8 vorhebt, wertvoll auch durch die beigegebenen zeitgenössischen Illuſtrationen und vor allem durch die kurzen Auszüge aus wichtigen geschicht lichen Urkunden. Das Baby als Pfand. In der städtischen Ent- fohlenländern der Welt gehört, weist im laufenden Tschechoslowakischen Republik beweisen. Der Deutschtum und den Tschechoslowaken, die mit bindungsanstalt von Chicago tam die Frau eines Jahre einen leichten Rückgang der Förderung auf. Geist der tschechoslowakischen Demokratie" heißt Recht auf ihre alte demokratische Tradition hinBeamten, Alice Bruce, nieder. Nach acht Tagen durfte das Schlußkapitel Ferdinand Peroutkas, das weisen können, keine Feindschaft und keine Furcht sie die Klinik verlassen- aber das Baby mußte daNeuerlicher Abbruch einer Textilfabrik in zweite stilistische Glanzstück des Buches, das eine der Unterdrückung zu bestehen braucht? Man verbleiben. Mr. Bruce konnte nämlich die Gebühren nicht nochlit. Die Textilfabrit der Firma Franz Saneh entschiedene Absage an panslawistische Romantit mißt die Hervorhebung dieses Gesichtspunktes in bezahlen und die Leitung der Anstalt nahm turzer in Rochlik wurde auf Abbruch verkauft. Mit den ist und an den Beispielen Havličeks und Masaryks dem Buche ,, Am Kreuzweg Europas", gerade weil hand das Kind in Pfand. Mr. Bruce.holte einen Demolierungsarbeiten wurde bereits begonnen. und mit dem Hinweis auf den Geist der goldenen dieser Gesichtspunkt das historische Schicksal und Polizisten, während die Mutter weinend im Auto Die Fabrit, die im Jahre 1888 errichtet worden Mitte", der die moderne tschechoslowakische Demo- die gegenwärtige Bedrohung der Tschechoslowakei draugen wartete, aber der Schußmann erhielt keinen ist. stand schon seit längerer Zeit unbenüßt. Nach tratie auszeichnet, den Nachweis führt, daß die erst völlig erhellen könnte und weil von ihm aus Ginlaß, und das Baby bleibt solange dort, bis Bruce Abbruch der niederen" Hanehschen Fabrit die Tschechen Slawen westlichen Geistes, westeuro- sich zeigen ließe, wo die positive Möglichkeit der päischer Kultur- und Lebensform sind, die ihre tschechoslowakischen Demokratie liegt, am KreuzAnregungen aus der Philosophie und der Politit weg Europas einer besseren europäischen Zukunft Westeuropas geschöpft haben, und mit den Lehren entgegenzugehen. seine Schulden bezahlt oder bis ein Richter das Vor- Firma hat in Rochlik noch eine zweite Fabrik gehen der Anſtaltsleitung als ungeſehlich erklärt, befinden sich im Orte elf Textilbetriebe, von denen wofür aber feine Präzedensfälle vorhanden sind. acht im Gange sind.( DND), G. Seite S Sozialdemokrat" Donnerstag, 28. Juli 1938. Ne. Auf Sardellenfang In der Adria Dalmatinische Küste— Sonne— tiefblaue» leuchtendes Meer— das sind Begrisse, deren märchenhafte Schönheit man ausgekostet haben must, un, den Charakter, vou Land und Leuten ganz erfassen zu können, die von der Wiege bis zum Grabe stet» von Ebbe und ftlut, stets von Sonne und Wind,-stet» von allen guten und bösen Launen des Meere» begleitet sind. Die naturgegebene Nahe der See bedingt selbstverständlich den Lebensunterhalt der Küstenbewohner. So-ist denn gerade der Fischfang und alles, was damit znsnmmenhängt, eine ergiebige und interessante Quelle, das romantische und harte Leben der bischer und ihrer Familien in ihre, ganzen südliche», Ursprünglichkeit und Vitalität leimen zu lernen. Wollte man Vergleiche ziehen mit den Fischersleuten der nördlichen Meere— es wäre dies ein schwieriges Beginnen! Grundverschieden ist die Lebensweise, die Sitten und Gebräuche, vor allem aber die Art des Fischfangs. Es dürfte nicht allgemein bekannt sein, daß die schmackhaften Sardellen, die aufs Butterbrot gestrichen, ein vorzügliches Abendessen ergeben, in der Adria beheimatet sind. Speziell das Gebiet entlang des Kiistenstreifcns bei Split(dem ehemaligen Spalato) und die((einen vorgelagerten Inseln sind sehr ertragreich. ES hängt dies allerdingt oft mit der Jahreszeit nnd dem Anftrete» der Sardellenschwärme zusammen, ob der Fana ergiebig auSsällt. Aehnlich verhält sich die Sache in dem— geographisch gesprochen— gegenüber, liegenden Küstengebiet von Italien, von wo man allerdings eher mit Sardinen und Aalen als mit Sardellen de» Weltmarkt beschickt. Als ich, im Fuge einer Ferienreise durch daS südliche Dalmatien, auch die kleinen Inselgruppen vor Split aufsuchte, die sich in der Näh! der berühmten„Blauen Grotte" befinden, unte, anderem auch das reizendeHvar, mit seinem stilvollen Kloster und Campanile, mit seinen trotzigen Seefestungen(laut Bericht der Eingeborenen noch ans Napoleons Feiten stammend, beschloss ich, mi, Leben und Treiben der dort ansässigen Fischex mal näher zu betrachten. Die Gelegenheit bot sich schon am nächstfolgenden Tage. Ein alter Fischer, den ich beim Nctzeslicken beobachtet hatte nnd mit dem ich ein Gespräch anknüpste, lud mich ein, den Nachtsang mitznmachen. Tenn die Sardellen werden in de» Nacht gefangen. Doch davon später. Nach einem untvahrscheinlich schönen und heissen Sonunertage scheint endlich langsam, lang, sam der riesige rote Ball am Firmament in» Meer zu versinken. Dian erwartet geradezu daS Aüszischen de? feurigen SonnenradeS ist dir Flut zu vernehmen— aber eS geschieht nichts derglei- chen. Allmählich wird Meer, Himmel, die weissen Wölkchen von einem wundervollen roten Schleier umhüllt: alles ist ein einziges Feuerwerk— seltsam märchenhafte, unwirkliche Szeneriel Ggnz verzaubert erlebt man diese einzigartige Harmonie, ein Rausch von Sonne und Meer. Rasch fällt mit dem Sonnenuntergang die Dämmerung ein. Ich finde mich anf dem Wege zum Hasen kaum mehr zurecht in dem Gewirr von winkligen Gässchen, brüllenden Kindern und riesigen ausgespannten Fischcrnctzen. Dabei besteht noch eine kolossale Hitze und ein penetranter Geruch von Fischnetzen nnd Fischtonnen. Besonders letztere stehen überall dort, wo nian sie am tvenigsten vermutet. Ich gelange zum Hasen. Dort glüht förmlich die Lust: die Steine, die den ganzen Tag von der grellen Sonne beschienen werden, strahlen nun unerbittlich die ansgestapelie Glut in die Nacht. Kein ergnickendes Lüftchen weht vom Meer— totale Windstille! Trotzdem geht eS äusserst lärmend und lebhaft zu und recht bunte südliche Hasenbilder rollen vor meinen Augen ab. Es war höchste Feit, lieber ein schmales Brett, daS vom Quai zur Fischerbarke führte, sollte ich ins Schiff balaneieren. Schaudernd empfahl ich meine Seele allen Heiligen und meinen Körper den Fischen. Trotzdem gelangte ich ohne Hilfe— wieso weist ich nicht— glücklich an Deck. In einem miserablen Italienisch begrüstte ich den Schissspatron(die Fischer verstehen hier fast alle italienisch). Es gab alle Hände voll zu tun, Netze wurden geordnet und ein Austenbordniotor am Heck angebracht, ferner wurden sehr starke Lampen nut einen, grellen Licht entzündet— endlich war alles bereit. In unserer Barke, die zieinlich geräumig war und an deren Masten sehr bunte geflickte Segel schlaff tvegen der Windstille herunterhingen, waren beieinander: der alte Fischer, sein Sohn Tonio und noch drei dunkelhäutige Männer, die offenbar, mich eingerechnet, die Besatzung vorstellten. Sechs solcher Barken befanden sich im Hafen und stachen nun auf ein gemeinsames Feichen in die See. Unser Motor stampfte zuerst ziemlich stark, aber schliestlich beruhigte er sich und arbeitete für den Rest der Fahrt sehr brav. Neun Uhr abends wars, als unsere Barken eine nach der anderen langsam die Haseneinsahrt passierten und da- freie Meer anstrebten. Während des Dahingleitens durch die- silberne Flut, die das Mondlicht tausendfältig glitzernd an kleinsten Wellen brach, versuchte man mir den Präser Chronik der Freude und des Leids „Annen-Tag" auf den Prager Märkten. Lustig war eS und bunt. Originell der Umzug von Markt zu Markt, der Blumenschmuck in den Markthallen, das Konzert der Prager Polizisten auf dem Kohlmarkt. Besonders reges Treiben in der Prager Groh-Markthalle(Rytitslä), da überwog auch die Fahl der„Annen". Bis in die Abendstunden wurde getanzt und die Marktfrauen— sonst hinter ihren BerkaufSläden behäbig wirkend— waren springfidel und tanzten fleissig mit. In Erfüllung der Tradition besuchte Primator Zenkl daS Fest und wurde stürmisch begrüht. Auf der Weinberge, in der Fochstrahe 110, ging es weniger lustig zu. Da hatten die Bewohner die Polizei alarmiert. Der russische Emigrant Ivan H o r l o v sei mit einer Hacke bc- tvassnet und bedrohe jeden, der sich nähern will. Ivan Horlov ist wenig beliebt bei den Nachbarn, leider betrinkt er sich zu oft und randaliert dann immer. So auch an diesem Tage. Wirklich fand ihn die Polizei in keinem erfreulichen Zustand. Ivan tobte, schimpfte, drohte auch den Amtöor- ganen mit der Hacke. So wurde die nächste Instanz, die Feuerwehr, alarmiert. Bielleicht beruhigt ein Wasserstrahl den Tobenden. Nein, auch der half nicht. 2m Gegenteil, Ivan schleppte Möbelstücke vor die Türe und gab nicht nach. Da entschlost sich der Kommandant zu einer Radikalkur: Tränengas lvnrde in die Wohnung geleitet. Im Nu hörte das Toben auf, Ivan schleppte die Barrikaden wieder weg, Luftsehnsucht hatte ihn ersaht, die Wirkung des Gases war zu schlimm. Ganz zahm ging er mit den Polizisten zur Wachstube. Der Polizeiarzt untersuchte ihn. Ivan tobsüchtig? Ach, tvol Er sei ganz normal und— Fortsetzung folgt bei Gericht. Die Neugierigen aber? Sie weinten jämmerlich, nicht aus Mitleid mit Ivan, nein, sie hatten eine Ladung Tränengas bekommen und das Taschentuch erwies sich viel zu klein. Ivan Horlov schläft seinen Rausch inzwischen aus. Bokivij Iarolimek aber, unbe« kannten Wohnorts, fährt in der Strastenbahn durch die Fochovä. Erst fällt er nicht auf, ist ruhig, da mit einemmal beginnt er zu toben, bedroht die Mitfahrenden. Man will ihn beruhigen— es nützt nichts, der Arme tobt weiter, linier grasten Schwierigkeiten bringt ckan ihn aitS dem Waste». Niemand weih, was in einem irren Hirn vorgeht, Iarolimek wendet sich plötzlich, läuft gegen den Bäckerladen Fochovä 184 und zertriimmert die Auslagescheibe. Erst die RettungSgesellschast kann den Tobenden bewältigen, schafft ihn in daS Krankenhaus. Begünstigt die Hitze die Anfälle der Geisteskranken? Wahrscheinlich. Denn auch im Riegerpark, versteckt zwischen Gebüschen, fand man einen etwa 30jährigen Mann, der über sich keine Auskunft geben konnte. Er weist nickst, wie er heisst, wo er wohnt, auch nicht, wie lange er sich im Gebüsch aufhielt. Er redete irre und mutzte gleichfalls in eine Anstalt gebracht werden. Zuwachs an neuen Gewerben in Prag. 2m Prager Gewelbekammergebiet zählt man im heu- jrigen Jahre gegenwärtig den grössten Zuwachs an »euerrichteten Gewerben, nnd zwar 1095. Die Arbeiterunfallverstcherung meldet für Prag: 5298 Unfälle, davon 2088 entschädigte. KriegSplan. des„NachtfangeS" klar zu machen. Man geht dabei wirklich sehr schlau und strategisch vor. Die sechs Barken, deren Netze verein.igt den Fang aufzunehmen haben, bilden einen grosten Halbkreis, wenn sie an einem bekannten fischreichen Platz angelangt sind. Ihre grosten Netze, die mit Korkstücken versehen sind, werden langsan, mit Hilfe von Bleigetvichten ins Meer versenkt und ergeben so fest miteinander verbunden ein riesiges halbkreisförmiges Fangnetz, dem kein armes Fischlein zu entgehen vermag. Durch die grellen Positionslaternen lverden die Fische ange- lockt; nun treten die Barken wieder unter Beibehaltung ihrer Formation langsam den Heimweg an. Erst im Hafen wird dann daS Netz au« dem Wasser gehoben und die Masse der winzigen Sardellenfischlein wird dann entweder gleich an Ort und Stelle kunstgerecht behandelt, eingesalzen und sofort in die bereitstehenden Tonnen geschafft. Seltener kommt der Fang zur Verarbeitung erst in Fabriken. Während dieser langatmigen Erklärungen, die mir von dem alten Fischer und dessen Sohn erteilt wurden, kamen wir unserem Fiele langsam näher. Wie ich bemerkte, hatten sich die Fahrzeuge nicht allzuweit von der Küste entfernt; anscheinend sind dies eben fischreichere Stellen. Einfach wunderbar war eS nun, sich ein bisschen auf den Rücken zu legen und die angenehme Kühle, hie durch die Fahrt auf dem Meere bedingt war, zu geniesten und den Anblick des südlichen Abendhimmels, der 37 Kisten Seife im Werte von 20.909 XL entwendeten unbekannte Täter qn« dem Magazin des Sokol-Stadion(Strahov). Es ist Seife der Marke„Drei Männer"; vor Ankauf wird gewarnt. Die AuSflugSzüge der Staatsbahnen veranstalten täglich zum 21 tägigen Bäderanfenthalt in Karlsbad, Marienbad, Franzensbad und St. Joachims- thal Einzel« und Besellschastssahrten zum Pauschalpreis von 1870 XL einschliestlich voller Berpflegung, Trinkgelder, Versicherung usw. Anmeldungen und Informationen im Referat der AuSflugSzüge neben den, Wilsoubahnhof, Telephon 888.85. JCuwat und Wisse» Jushny-Gastspiel in der ,,Urania" prolongiert.(„Danke schön, eS war bezaubernd.") Täglich 149 Uhr. Karten 6—24 XL. Uraniakafse. Urania-Kino Heute letzter Tag„DaS grosse Ab e-n« teuer" mit Andergaft, Schoenhal», 6 und 140 Uhr. Aas aller wett Die Nachkommen der Beunty-Rebellen rufe« um Hilfe. Eine gewisse Dir«. Dorothy D. Hall, eine Rundfunkamateurin, hat mit ihrem Apparat eine Botschaft aufgefangen, die von der Pietairn-Insel im.Pazifik herkam. Auf dieser Insel hatten sich im Jahre 1780 nach der berühmten Revolte auf der „Bounty" die aufständischen Matrosen auSgeschifft. Sie sind dort geblieben, tveil sie nicht mehr nach England zurüchkehren dursten, wo sie die strengsten Strafen erwarteten. Sie haben sich mit den Eingeborenen vermischt, aber es gibt heute noch 215 direkte Abkommen der Meuterer. Sie befinden sich nun in groster Not. An sich legen eine. Anzahl von Schissen, insbesondere Postdampfer, auf dem Wege von den Fidschi-Inseln an der Pictairn-Jnsel an. Doch ist dort seit einigen Monaten Typhus ausgebrochen, und die Kapitäne vermeiden darum, die Insel anzulaufen. Dies hat zur Folge, dast die notwendigsten Medikamente, aber auch Konserven und andere Lebensmittel zu fehlen beginnen. ES gibt auf der Piteairn« Insel einen einzigen kleinen, von einem Bastler gebauten Sender,'und mit diesem wurde der Hilferuf in die Welt gefunkt und in Amerika zufällig aufgefangen. Mrs. Hall hgt die Botschaft durch Vermittlung der englischen Gesandtschaft an die Behörden auf den Fidschi-Inseln weitergeleitet, und diese haben bereits ein Kriegsschiff mit dem notwendigen Material nach der Insel Pictairn gesandt. Ein Liliputaner-Staat in der Puhta? Auf dem diesjährigen Liliputauer-Kongrest, der in der nächsten Feit in Budapest stattfindet, hat der ungekrönte König der ungarischen Liliputaner, Julius Gont, die Absicht, die Schaffung eine» autonomen Liliputaner- Siaates vorzuschlagen. Die Liliputaner, deren man heute in der ganzen Welt etwa 80.000 zählen kann, sind in Ungarn relativ am häufigsten; auf 20.000 Einlvohuer kommt ein Liliputaner. Julius Gont selbst ist ein sehr angesehener, wenn auch ein sehr kleiner Mann, denn er misst gerade 79 Zentimeter. Er ist aber Besitzer eine» eiuzigartigeu Warenhauses, in dem ei sämtliche Gebrauch-gegenstände in den Masten der Liliputaner gibt, Miniaturbetten und ebensolche Schränke, winzige Kissen und Decken, und Kensektion, deren Modelle allesamt unterhalb eine» Meier» liegen. Sämtliche Angestellte diese» Geschäft ti'-t sind ebenfalls Liliputaner, und Gont kämpft seit von Milliarden funkelnder Sterne übersät war. Drollig ist der riesengrosse Mond— er wandert so rasch im Süden, dass auf photographischen Aufnahmen eine Belichtung von 1 Vi Minuten schon den Mond als ein-Helle» Band auf dem Bild erscheinen lassen. Unser Bestimmungsort ist erreicht, die Motore hären mit ihrem Brummen auf und in der plötzlich einsetzenden Meeresstille tvickelt sich der Fang programmgemäss ab. Im Halbkreis aufgestellt, versenken die Barken ihre Netze verbunden ins Meer— keine leichte Arbeit bei dem schweren Gelvicht. Ferner must man dabei noch darauf achten, dass die Netze langsam und regelmässig abrollen, sonst besteht die Gefahr des Einreistens und damit die Gefahr, einen Teil der Beute zu verlieren. Auch ich helfe mit. Wo man helfen kann, soll manS tun! Mit der Heimreise begann nun die eigentliche Siesta der müden Fischer. Die Fahrt ging überaus langsam vor sich und so hat man reichlich Feit, ausgiebig zu essen und zu trinken. Auch ich nehme am Mahle teil: noch selten hatS mir ko aut geschmeckt. Es gab wunderbare gebratene Fischstückchen, an kleinen Hölzern aufgespiestt, ferner delikaten geräucherten Schafskäse, irgendein Weizengebäck dazu— und Proseko! Proseko, du Perle Dalmatiens, wundervoller Wein, der sanft durch die Kehle plätschert wie Wasser und alles schwere vergessen lässt. Wir trinken gemeinsam aus den üblichen, dickbäuchigen Strohslaschen, denn Gläser gibt- nicht! Aber eS film« la Prager Lichtspielhäusern Adria 1„Die Matrosen kommen." F. Aftain, G. Rogers. Ä.— Alsa:„DnchäLek schasst alles.' V. Burian. Tsch.— Apollo:„Die glücklichste Ehe der Welt." Moser. Andergast. D.— Avion:„Indisch,: Mysterium." L. Stone, M. Evans. A.— Fl»«: „Der Triumph des Detektivs Bill." A.— Hollywees: „ST. u. i. FeldmarschaU." V. Burian. Tsch.— Hvkzda:„Indisches Mysterium." A.— Julis:„Die Drei-Gros chen-Ope r." G. SB. Pabst. D, — Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Journale, Grotesken, Reportage»,— Kawa:„Der Musterdiener." Charles Laugt- ton. A.— Metro,„Karriere mit Hindernissen.' Alice Jaye. A.— Praha:„Geheimnisvolles Flugzeug." R. Keith. A.— Staut:„Scotland gart befiehlt." Lorette Aoung. A.— Svktozor:„Der König amüsiert sich. G. Morlay. Fr.— Beletrti: „Ekstase." Hedi Kierler. Tsch.— Alma:„Fra Diavolo." Laurcl und Hardy. A.— Belvedere:„Tat grobe Abenteuer." Schönhals, Andergast. D.— Carlton,„Flucht vor dem Tode." Homolla, Pennet. A.— Illusion:„Drei im Kreis." A.— Lido II; „Sherlock Holme»." Han» Albers. D.— Tatra: die Zeit der Liebe." I. MacDonald. A.)— Maretka: „Scotland Aard befiehlt." A.— Olympier„Tie Hochzeit-nacht." Anna Sten. A.— Pertthn; „Der Weg in» Ungewisse." BarthelmeS, A.— Ropn „Shelock Holme»." Han» Albers. D.— Tatra: „Musik für Madame." Nino Martini.— U Bejvodt: „Freunde au» dem Jenseits." C. Bcnnet. A.— Baldek:„DaS grosse Abenteuer." D. Jahren dafür, dast die Keinen Leute ein„bürgerliches" Leben führen. Er ist ein erbitterter Gegner ihrer Zurschaustellung und verlangt ein gesetzlich» Verbot ihre» Auftreten» in der Oeffentlichkeit. Sein Plan geht dahin, in der Pustta ein kleine» Territorium zu, erhalten, auf dem eine diesmal echte Ji< liputanerstadt gegründet werden soll, in die lediglich Liliputaner Zutritt haben, und in der sie in Ruh, leben können. Die erste Zeitung JnnerarabienS. In Kairo ist die erste Nummer einer neuen und einzigartigen Zeitung eingetroffe», die in Hadramaut im Inneren Arabien» erscheint. Hadramaut ist ein Territorium, da» nördlich der englischen Besitzuim in Aden gelegen ist, und da» bisher al» da» wildeste Land gang Arabiens galt. Erst in der letzten Zeit wurde auch Hadramaut„pazifiziert", und zwar vornehmlich durch den Einsatz englischer Flugzeuge, die den dortigen Beduinenstämmen Respekt beibrachten. Die Herausgabe einer Zeitung in diesem Gebiet ist das erste sichtliche Zeichen einer Zivilisation im modernen Sinne. Freilich wird diese Zeitung nicht gedruckt, sondern mit der Hand geschrieben. Denne cs gib in Hadramaut weder Dnickereien noch Vervielfälsi« gungSapparate. Er hat auch wochenlang gedauert, bi» da» Blatt über Bagdad nach Kairo kam. E» ist arabisch niedergeschrieben und enthält nur eine einzige Nachricht von allgemeinem Interesse: diese betrifft die Expedition von Miss Freya Stark; die gemeinsam mit zwei anderen Engländerinnen im vorigen Jahr in die südarabischen Berge aufgebrochen Ivar. Die„Zeitung van Hadramaut" meldet, dast es ihnen gut ginge. Wie ost da» Blatt erscheint, ist unbekannt. Hühnereier auf Briefmarken. Die bulgarische Regierung hat einen neuen Sah Briefmarken herausgegeben, in denen durch hübsche Bilder für die Landesprodukte geworben wird. Da» schönste dieser Bilder ist wohl auf der 50 Stotinki-Marke zu sehen. Es stellt zwei sichtlich zufriedene Hennen, eine schwarze und weisse, neben ihren Eiern dar. Es dürste sich um den ersten Fall handeln, dass Hühner und Eier auf Briefmarken erscheinen. Bei den Sammlern erfreut sich dieser Wert auch einer derartigen Beliebtheit, dass nahezu sämtliche Exemplare der Dkarke schon in den ersten Tagen vergriffen waren, während die übrigen Werte— beispielsweise die Weintrauben- und die Mais-Marken— auch heute noch reichlich zu haben sind. MTP schmeckt auch so. Nach dem Mahle beginne ich dem aufgeregten Treiben im Wasser aufmerksam zuzuschauen. Unglaublich, wie schnell diese zahllose» Scharen von Fischlein zu den Lichtern hinschiessen und von diesen angelockt in ihr Verderben eilen. Während der halben Fahrt nehmen diese Fischschwärme keineswegs ab, eher noch zu! Ein phantastischer Anblick. Langsam beginne auch ich müde zu werden. Ist eS der ungewohnte Proseko— ist es das leise Geräusch de» Meeres und der Segel, die sich unter der leicht einsetzenden Brise gebläht haben. Die Lider fallen mir zu. Halb im Schlafe höre Ich noch die Stimmen der Fischer leise ein altes Volkslied summen. Tief schlief ich bis in den Morgen hinein. So versäumte ich leider den Sonnenauft gang! Ich bedauerte dies zwar nachher, aber so em guter Schlaf am Meere hat auch seine Wonne. Im Hafen angelangt, verabschiedete ich mich freundlichst von meinen Schiffersleuten und noch jahrelang nach dieser Ferienfahrt erinnere ich mich mit grossem Vergnügen und Freude dieser so eindrucksvollen Meeresfahrt. Eine stille Sehnsucht ergreift mich manchmal nach dem abwechslungsreichen und doch ruhigem Leben der Fischer. Sie wissen nichts von Unruhe und Hass, nichts vom Lärm der grosten Welt. Gelassen leben sie ihr Leben der Arbeit und Pflicht. Vielleicht besucht einer meiner Leser einmal dieses wunderschöne Fleckchen Erde und Meer: er grüste Tonio und seine Leute/ er sage ihnen — ich beneide siel v e« b x n 0 u n a e n:® e* Anstellung tnSÄauS oder bet Bezug durch die Post monatlich XL 17.—, vierteljährig XL 51.—, halbjährig Xi 102,—, ganzjährig XL 204.—— Inserate werden kam wm billigst berechnet.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.—Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post» u. Teleoraphendirekiion mit Erlass Nr. 18.809,'VII/1930 bewilligt- tKontrollvostamt Praha 25.— Druckerei;„OrbiS". Druck». Verlag»- u. ZeirunaS-A.-G. Prag.,