F 33 H 1, 13 in if es Sozialdemokrat Sentralorgan der Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Redaktion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Rarl Kern, Prag 18. Jahrgang Freitag, 29. Juli 1938 Ein Luft- Pakt- Angebot Hitlers an Chamberlain? Wiedemann neuerdings nach London Du kannst den Frieden gewinnen oder kaufen: gewinnen durch Widerstand gegen das Uebel, oder kaufen durch Kompromisse mit dem Uebel. John Ruskin Das grosse Ringen Nr. 176 i- Immer wieder gilt es, sich zu vergegen-| nose, im Anschluß an die Volksfrontperiode werde wärtigen, daß sich auf sudetendeutschem Boden nur in Frankreich ein neuer wuchtiger Ansturm der ein Teilkampf des großen Ringens um die Zu- realtionären Gewalten einsetzen. Die Entwic funft Europas abspielt. Wer das Problem nicht lung in Frankreich hat den Pessimisten nicht recht London. Ungeachtet der Tatsache, daß so- für eine europäische Befriedung" dar. Daraus im Zusammenhange mit der europäischen Mächte- gegeben. Die Sozialistische Partei mußte zwar, wohl London wie Berlin die Meldungen über schließt„ Evening Standard", Deutschland werde gruppierung und der Konstellation der Weltkräfte nicht zuletzt unter dem Eindruce der Kapitals den angeblichen Besuch Wiedemanns bei es so lange ablehnen, die qualitative Entwicklung sieht, muß zu falschen Schlüssen gelangen. flucht und gewisser wirtschaftlicher Panikerschei Chamberlain während des Wochenendes in seiner Luftwaffe zu begrenzen, als die Sowjet- Die europäische Lage ist dadurch charakteri- nungen, die Führungspositionen, der Regierung Chequers dementieren, veröffentlicht die eng- union ungebunden sei. Von französischer Seite fiert, daß sich gegenüber dem faschistischen Block, aufgeben, aber sie hat ihre große politische Posilische Abendpresse ausführlich Meldungen über werde der Einwand gemacht, ein europäischer der um die Achse Berlin- Rom gruppiert ist, all- tion in der Stadt und Landbevölkeruna ungedie mit diesem Zusammentreffen verbundenen Luft- Paft müsse es vermeiden, Deutschland prats mählich ein demokratischer Gegenblock heraustri- schmälert behauptet. VI um wurde nicht durch Pläne. Man rechnet damit, daß Hitlers Haupt- tisch in Mitteleuropa ein Uebergewicht zu geben. stallisiert, dessen Straftzentren Paris und London einen Mann des reaktionären Finanztapitals ab mann bereits Freitag in London eintreffen Baris erklärt, day, falls es zu einer Hilfe für sind und der über den mächtigen Rückhalt nicht gelöst, sondern durch Da la dier, einem Reprä werde. Angeblich handelt es sich dabei um ein feine mittel- und osteuropäischen Verbündeten nur der Sowjetunion, sondern auch der Vereinig- fentanten der republikanischen Witte, der als werAngebot Hitlers zur Aufnahme von Verhand gerufen würde, hiebei die Luftwaffe am geeigten Staaten von Amerika verfügt. Es wäre ver- fechter einer maßvollen, aber wehrhaften FrieIungen zur Begrenzung der Luftrüstunnetsten sei. fehlt, die großen taktischen Erfolge der faschisti- denspolitik im Lande allgemeines Vertrauen ge= gen. Nach englischer Auffassung lönnte aber Daher würde für Frankreich kein Arrange- ichen Mächte, die sie im abessinischen Krieg, in nießt. Die außenpolitischen Gefahren haben in ein solcher Luft- Paft nicht eher wirksam werden, ment, welches beispielsweise die Tschechoslowakei Spanien und in Desterreich errungen haben, ver- Frankreich den Zug zu einer Konzentration der bevor nicht alle Großmächte ihm entweder fleinern zu wollen. Andererseits aber hieße es den demokratischen Kräfte verstärkt. Obwohl Daladier der Gnade Deutschlands ausliefern würde, anbeitreten oder seine Bestimmungen anerkennen. gleichen Fehler begehen, die progressive Machtent- für seine Außenpolitik eine möglichst breite Basis Der Beitritt Frankreichs und Italiens wäre nehmbar sein! faltung der demokratischen Welt zu verkennen. auch unter Einschluß konservativer Gruppen zu jedenfalls eine praktische Notwendigkeit. In die Vor Jahresfrist noch fonnte man in Berlin die schaffen versucht, hat sich das Verhältnis zwischen sem Zusammenhang werde die deutsche Regierung Hoffnung hegen, daß Frankreich durch soziale Radikalen und Sozialisten eher gebessert als verwahrscheinlich auch die russische Frage zur Stonflifte gelähmt sei und, von einer Regierungs- schlechtert. Die Kommunisten fönnen zwar ihre Sprache bringen. Der französische und der trise in die andere taumelnd, Schritt für Schritt oft sehr umstrittenen Agitationsmethoden nicht tschechoslowakische Patt mit Rußland seine Großmachtstellung verliere. Auch von fozia- lassen, doch bisher unterwarfen sie sich in allen stellt in Berlins Augen„ das größte Hindernis listischer Seite hörten wir die pessimistische Prog- großen Fragen der Koalitionsdisziplin innerhalb der Volksfront. Selbst die heftigen Debatten über die Notwendigkeiten und Möglichkeiten demokratischer Solidarität gegenüber dem republikanischen Spanien konnten jenen Zerfall des französischen Voltes in einen Rechtsblock und einen Linksbloc nicht herbeiführen, auf den Hitler so lange svefu liert hat. Frankreich sammelt wieder seine Kräfte und sein Einfluß auf die europäische Politik ist im Wachsen. Lord Runciman kommt Mittwoch nach Prag London. Wie der Berichterstatter des Tschechoflowakischen Pressebüros beim Gefretariat Lord Runcimans feſtſtellen konnte, beabsichtigt dieser, am Mittwoch in Prag einzutreffen. Ueber eine Begleitung, respektive Mitarbeiter, welche ihn bei seinen Erfundungen in der Tschechoslowakei unters stüßen werden, wird von der obigen Stelle lediglich mitgeteilt, Lord Runciman nehme feinen eigenen Stab mit, ohne die Anzahl und Namen der ihn begleitenden Personen anzugeben. Die Nachricht des ,, Daily Telegraph", daß ihn u. a. R. 3. Stopford begleiten werde, wird indes auch von anderer gut unterrichteter Seite bestätigt. Der Landes- SelbstverwaltungsEntwurf der SdP übergeben Chamberlains Haltung ist die, daß die britische Politik einer allgemeinen, auf Verständigung aufgebauten Befriedung es nicht aus lasse, daß irgendein Punkt, welcher zur Stabilis jierung Europas beitragen könnte, ausgeschaltet verde. Wieder englische Schiffe bombardiert Zwel Todesopfer etwa ingelichen bleibt die Außenpolitik der konValencia.( Havas.) Donnerstag um 14.30 Uhr wurde Valencia von insgesamt 12 Franco Flugzeugen überflogen, die auf den Hafen und die Umgebung etwa 115 Bomben ben auf der and bir fich dann auf das englische Schiff„ ke llwyn" herab, von dem im Hafen gerade verschiedene Nahrungsmittel, wie Kaffee und Zuder, ausgeladen wurden, welche Ladung von der Nichteinmischungskontrolle bewilligt war. Zur Zeit des Angriffes befand fich die ganze Besatzung an Bord. Sie suchte Deckung, während rund um das Schiff Bomben einschlugen. Die ersten, die das Schiff verließen, waren der dänische Beobachter der Nichteinmischungskontrolle Wionell und ein chinesischer Kellner. Sie wurden, als sie den Landungssteg betraten, von einer Bombe getroffen und getötet. Auch drei Ma trofen wurden von Bombensplittern getroffen. Der britische Dampfer Stanleigh" wurde bei dem nachmittägigen Fliegerangriff auf. Valencia von einer Bombe getroffen. Es wurde niemand verletzt. fervativen Regierung Englands weiter im eigenen Lande und in der demokratischen Weltöffentlichfeit heftig umstritten. In der öffentlichen Meinung Englands haben jedoch im Verlaufe der letzten Jahre die aktivistischen Kräfte sichtbar an Vorsvrung gewonnen. Die Isolationisten sind isoliert. Der Pazifismus der Arbeiterpartei und eines Teis les der Liberalen gehört der Vergangenheit an. Die bittere Notwendigkeit einer machtvollen Aufrüstung, auf allen Gebieten zu Wasser, zu Lande und in der Luft ist in der englischen Politik Republikanischer Vormarsch schreitet fort itt nicht mehr unitten. Stur über die KraHeftige Kämpfe um Villalba bie gen des Aufrüstungstempos und des möglichen Einsatzes der gewaltigen Wehrkraft Großbritan niens wird noch diskutiert. Von fundamentalec Bedeutung ist die elementare Volfsströmung für Barcelona.( Ag. Exp.) Rund 500 zugunsten der Republik hat die Entmutigung un- ein enges Busammengehen mit Frankreich. In ter den Rebellen noch gesteigert. Franco- Erfolg. Prag.( Amtlich.) Das Komitee der poli- Quadratkilometer erobert, mehr als 5000 Getischen Minister setzte Donnerstag nachmittags unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Dr. Hodža die Beratung über die Fragen der Selbstverwaltung fort. Der Ausschuß der Legislativ- Experten befaßte sich gestern mit der Tertierung der Selbstverwaltungsentwürfe, betreffend die Bezirke und Gemeinden. Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes, Dr. Jaroslav Krejčí, überreichte Frankreich selbst waren die Sympathien für Engfangene gemacht, unabsehbares Kriegsmaterial land niemals größer als heute. Das hat sich in den Tagen des Königsbesuches in den Pariser erbeutet,- das ist das vorläufige Ergebnis der an der Estremadura- Front Straßen völlig eindeutig manifestiert. Alle faichigroßen republikanischen Offensive, die vor vier Tagen im Ebrobogen von Mora de Ebro begon= Madrid.( Havas.) Im Abschnitt von Estre- stischen Versuche, diese Annäherung der großen nen wurde. Der Naum zwischen Fayon im Norden madura sind die republikanischen Truppen unter westlichen Demokratien zu stören. sind gescheitert. und Cherta im Süden ist ausgefüllllt und bescht. dem mächtigen Druck des Feindes etwas zurückge- Gute Kenner der außenpolitischen ZusammenDie lehten Widerstandsnester der Rebellen, die gangen und haben sofort eine neue Verteidigungs- hänge vertreten die Auffassung, daß der Anlauf beim Vormarsch zurückgelaffen worden waren, find inie hinter Geſtpero, Campamarin und Monte- zu einem englisch- italienischen Abtommen ein durch die ständig nachrückenden Truppen liquidiert. zubio errichtet. Die nationalistischen Truppen Schachzug Mussolinis war, Frankreich und EngDie von Gandesa in südlicher Nichtung griffen La Sorena an, um gegen Cavera del fand im Streit um die Spanienpolitik zu trennen. nach Vinaroz- Castellon de la Plana führende Buen und Pueblo de Aleceor vorrücken zu fön- Die letzten heftigen Reden des italienischen Difgestern den Vertretern der Sudetendeutschen Par- Hauptstraße ist im ersten Teil im Bejiß der repunen. Der Feind wurde zurückgeschlagen und mußte tators werden mit Genugtuung als Ausdruck ſeitei den vorbereiteten Entwurf der Nationalitäten blikanischen Truppen, 8 Km. weiter beiẞinell aber. in seine Ausgangsstellungen zurückgehen. ner Wut über das Mißlingen dieses Planes ver bucht. Die großartige Demonstration der britischSelbstverwaltung im Rahmen der Landes- Selbst- mals durch fie abgeschnitten. Die 8 km. nördlim Die Einwände Barcelonas französischen Einmütigkeit, die anläßlich des engs von Gandesa liegende kleine Stadt Villalba, deren Einnahme irrtümlich bereits gestern gemeldet Paris. Die Noten, die von der spanischen lischen Königsbesuches in den Straßen von Paris wurde, ein Punkt von höchster strategischer Be- republikanischen Regierung der Pariser und der den Charakter eines Volksfestes annahm, wird Amtliche Feststellung beutung, ist vom Norden, Often und Süden ein. Londoner Regierung überreicht wurden, enthalten weder in den heute noch schwankenden Ländern, Das Tschechoslowatische Pressebüro teilt auf gefreist. Trots massiver Abwehr, die verstärkt die grundsätzliche Annahme des Planes des Lon- noch in den faschistischen Hauptstädten ihren EinGrund einer Information ſeitens maßgebender wurde durch die deutsch- italienische Flugwaffe, amtlicher Stellen mit, daß von gewissen Blättern haben sich die Regierungstruppen fiegreich bis fürzlich gebrachte Darstellungen des Inhalte der unmittelbar an die Stadt herangekämpft, deren nationalpolitischen Vorlagen tein wirklich er- Fall bevorsteht. Unter den Eindruck ihrer Niederschöpfendes Bild und keine Uebersicht bieten, weil lage haben die Rebellen ihre Operationen an der die Redaktion der Vorlagen noch nicht abgeschlossen Ternel- Castellonfront eingestellt und diese hat sich ist, denen nur der Ministerrat die definitive Form stabilisiert. Abgesehen von vereinzelten Kampfbon Anträgen an das Parlament geben kann. handlungen herrschte dort an beiden Tagen völ. Weder das politische Ministerkomitee noch der lige Paffivität. fechsgliedrige Parlamentsausschuß haben ihre Rebellen- Radio gibt. Niederlage zu verwaltung. Nach der Volksstimmung und der ziemlich doner Nichtinterventionsausschusses auf Abberu- druck verfehlen. kung der fremden Freiwilligen und Soldaten aus Spanien. Vorbehalte werden von der republifa nischen Regierung in Spanien in folgenden drei Punkten gemacht: einmischungsausschus festgesezt hat, sind nicht überlegener Fattor. Die Außenpolitik der Weſteinheitlichen Beurteilung der Lage durch führende Persönlichkeiten aller demokratischen Gruppen zu schließen, werden sich die demokratischen Mächte 1. Die Zahl der zur Räumung bestimmten ihrer wachsenden Kraft täglich mehr bewußt. Sie Bonen muß in einem bestimmten Verhältnis mobilisieren diese Kraft im Zuge ebenso einschneistehen zu der Anzahl der ausländischen Kämpfer dender wie umfassender Maßnahmen und fühlen in beiden Lagern. sich nicht nur wirtschaftlich und finanziell, sondern. 2. Die Kategorien, die der Londoner Nicht was noch wichtiger ist, auch militärisch als ein ( mächte wird nicht mehr von Panik diftiert, auch Hendaye.( Ag. Efp.) Allgemeine Ueber. genug präzis, 3. Die Bedeutung der Seekontrolle wird be- nicht von der Angst vor einer möglichen militäriParteien, welche die einzelnen Nationalitäten re- raschung hat es hervorgerufen, daß der Francopräsentieren, wurden nicht abgeschlossen. fender Salamanca am Montagabend den republi- tont und das Bedauern ausgesprochen, daß der schen Niederlage, sondern wesentlich von der Erfenntnis, daß die Zeit nicht mehr für die faschistiNournaliſtiſche Publikationen einzelner Teile der tanischen Vormarsch in den Bezirken Fahon und Plan nicht auch die Fliegerkontrolle einbezieht. Nationaliätenvorlagen und auch journalistische Asco nicht verheimlichte, der allerdings mit der Die Regierung des Generals Franco hat bisschen Machthaber arbeitet. Aus solcher Betrachtung Erwägungen über deren Inhalt fonnten nicht als„ Komplizität der roten Zivilbevölkerung diefer her auf den vorgelegten Vorschlag des Londoner lassen sich auch die Vorgänge ziemlich ruhig becrschöpfende und dokumentarische Informations- Ortschaften" begründet wurde. Diese offizielle An- Nichteinmischungsausschusses feine präzise Ant- werten, die sich zuletzt im Verhältnis zwischen quelle angesehen werden. Arbeiten bisher beendet und auch die meritorischen Verhandlungen mit den ertretern der politischen erkennung der Stellungnahme der Bevölkerung wort gegeben. Deutschland und England und zwischen England i 23 e I B 12 21 14 is n 11. it je 27 ie di 11. f 1 if -c 13 te E r al 1: 21 Scite 2 Freitag, 29. Juli 1938 Friedliche Lösung dauerhafter Lord Hallfax über die Aufgaben Runcimans London. In dem weiteren Teile seiner Ober- gegen jede Attion stellen würde, die- ob durch hausrede( wir haben den ersten Teil der Rede Störung eines verständigen Kompromisses oder bereits gestern veröffentlicht), ſagte Lord durch Unmöglichmachung einer anständigen und und der Tschechoslowakei abgespielt haben. Die Entsendung des Herrn Wiedemann nach London wird in erster Linie auf die Erkenntnis Hitlers zurückgeführt, daß er im August ebensowenig eine große militärische Kraftprobe wagen fann wie im Mai. Aus dem Empfinden einer schwächeren Position heraus ist, nach sehr maßgebender Beurteilung, in Berlin der Plan gereift, zumindest eine gewisse Zeitspanne der Außenpoli- a I i fag: tit durch Fühlungnahme und durch Verhandlungen mit England auszufüllen. In London wiederum herrscht das Bedürfnis vor, diesen möglichen Zeit gewinn nicht durch alarmierende Zwischenfälle im Wir haben das Gefühl, daß ein öffentlich tätiger Mann britischer Abstammung, durchdrungen von britischer Erfahrung und britischer Gesinnung, hier einen besonders wertvollen Beitrag leisten Str. 176 Keine tschechoslowakische Fahne im Breslauer Umzug! Als während des Sokoltongresses den Teilnehmern aus Deutschland und Desterreich vom Prager deutschen Gesandten aufgetragen wurde, im Festzug ihren Gruppen die reichsdeuts fche Flagge voraniragen zu lassen, verlangte die Gerechten Erwägung der Angelegenheit einen tichechische Oeffentlichteit, daß auch die sudeten Ausgleich bedrohen und den europäischen Frieden deutschen Turner, die sich am Breslauer Turnfeit in Gefahr bringen könnten." beteiligen, im Festzug die tschechoslowatische Fahne tragen müssen. Nunmehr erhielt der tiche Léon Blum: choslowakische Generalfonsul in Breslau von den judetendeutſchen Bereich gefährdet zu sehen. Unter tann. Die Gemeinschaft der britischen Völker jah Plebiszit ausgeschlossen! teilung, daß man die auslandsdeutſchen Turner Veranstaltern des Breslauer Turnfestes die Mits dieſen Umständen ist es mehr als unwahrscheinlich, sich immer und immer wieder vor das Problem daß die Entsendung des Lord Runciman nach gestellt, wie die Einheit eines Staates mit den ale Mitglieder des Großdeutschen Turnverbandes Paris. Léon Blum behandelt im" Popu- und nicht als ausländische Delegierte betrachtet. Prag einer britischen Option für die Berliner Er- verschiedenen Stämmen in Einklang gebracht wer- laire" die französisch- britische Tätigkeit in der Aus diesem Grunde werden im Festzug die aus: pansionspolitik nach Südosten gleichkäme. Freilich den kann. Und die britische Völlergemeinschaft ist Tschechoslowakei und beschäftigt sich insbesondere ländischen Flaggen nicht getragen werden. Von gibt es viele Engländer, und zwar nicht nur Ar- eines der hervorragendsten Beispiele der Einheit mit der Frage der Volksabstimmung der Deutschen dieser Verfügung sind neben der Tschechoslowakei beiterparteiler, die aus ihrem tiefen Mißtrauen zwischen den verschiedenen Stämmen. Das tiche in der Tschechoslowakei und lehnt eine solche Abgegen die Außenpolitit Chamberlains kein Geschoslowakische Problem ist vielleicht nicht jenen ftimmung mit aller Entschiebenheit ab. Es gibt ungarn, Polen, Estland, Litauen und Ruheimnis machen. Jede englische Regierung muß Problemen analog, die die britische Regierung zu im gegenwärtigen Augenblick fein Beispiel einer selbständigen Auftretens der sudetendeutschen mänien betroffen. Hingegen wird während des jedoch mit der öffentlichen Meinung des Landes lösen hatte, aber die britische Regierung hofft, daß Grenzrevision, die im Wege einer Volksabstim Turner am Samstag im Hermann- Göring- Stas rechnen. Von dieser Seite ist jedenfalls keine Ge- die Anwendung ähnlicher Grundfäße zur Auffin- mung der Minorität verwirklicht worden wäre" dion die tschechoslowakische Fahne aufgezogen fahr zu sehen. Mit Ausnahme einiger Preſſe dung eines Weges für die Stärkung der Grund schreibt Léon Blum und fügt hinzu:" Im Falle werden.( TND) leute, deren Beziehungen zu Berlin keineswegs bedingungen für die Zufriedenheit im Innern der der Saarabstimmung betraf die Abstimmung die nur ideeller Natur sind, hat sich bisher keine Tschechoslowakei und dazu führen kann, daß ganze Bevölkerung und war außerdem durch die Stimme für eine Aufopferung der Tschechoslowa Europa vor großen Aengsten bewahrt werden kann. Friedensverträge festgesezt. Man kann ohne jede kei oder der demokratisch orientierten Sudeten deutschen erhoben. Im Gegenteil. Nicht erst seit Davon, wie an dieses Problem herangetre- lebertreibung sagen, daß schon allein die Tatsache dem 21. Mai, aber seit diesem Stichtage ganz be- ten werden wird, hängt nicht nur das Intereffe der Durchführung einer Voltsabstimmung die sonders, sind die Sympathien für die tichechoslo- der Tschechoslowakei, sondern auch der Frieden ab Territorialbestimmungen der Friedensverträge rewatische Demokratie und die judetendeutschen und dieses Faktum berechtigt und zwingt unser vidiert, denn sie trennt die Minderheit vom Staate, dessen Teil sie ist. Freiheitskräfte im Wachsen begriffen. Chamber- Land und andere Länder, für seine Regelung lain, der sich wegen seiner wenig glücklichen Spa- Sorge zu tragen. Ich bekenne, daß eine Aendenienpolitik in arger Bedrängnis befindet, hätte rung gerecht und notwendig ist. Allerdings hoffen feinen leichten Stand, wenn er der Opposition in wir, daß sie mit frieblichen Witteln verwirklicht der eigenen Partei, die ganz offen mit dem Stand- werden wird. Es ist eine Lehre der Geschichte, vunft der Liberalen und der Arbeiterparteiler baß ein auf diese Weise erzielter Erfolg eine sympathisiert, eine neue breite Angriffsfläche bie- größere Aussicht auf Beständigkeit hätte als jede ten würde. Lösung durch Gewalt, welche unausweichlich mehr Probleme hervorzurufen geeignet wäre. Mahnung an Berlin und Prag Ein Präzedenzfall wäre übrigens höchst ernst und hätte fast un absehbare Folgen. Was würde Polen mit seiner deutschen Minderheit im Korridor von Danzig und in Preußisch Schlesien darüber denfen? Was gedächte Rumänien mit seiner ungarischen Minderheit zu tun? Was Jta= lien?" Aus solcher Einschäßung der außenpolitischen Lage haben wir keine Ursache, dem bevorstehenden Blum führt aus, daß eine Boltsabstimmung Besuch des Lord Runciman etwas mit Besorgnis übrigens die Situation nicht lösen entgegenzusehen. Wenn eine Partei des tschecho- Lord Halifax sprach den Wunsch aus, es werde. Wenn die Volksabstimmung in den flowatischen Parlaments über eine ehrliche eng- möge Runciman die Ausübung seiner Mission in deutschen Gebieten Henlein die Majorität brächte, lische Vermittlung sich freuen kann, so ist es zwei einer ruhigen Atmosphäre des Vertrauens er würde sie in den tschechischen Gebieten sich einfellos die deutsche Sozialdemokratie. Wir haben möglicht werden. Ich glaube, daß alle Intermütig für den Präsidenten und die Regierung bisher in opferreichen Jahren der Verständigungs- essenten in- und außerhalb der Tschechoslowakei aussprechen. Deshalb hofft er fest, daß diese idee gedient. Deshalb sind wir in der glücklichen alles tun werden, um bei der Schaffung dieser Frage, ebenso wie die Gerüchte über eine NeuLage, feine Fehler verteidigen zu müssen, die bis- Atmosphäre behilflich zu sein und so Lord Run- tralisierung der Tschechoslowakei verschwinden her begangen wurden, und unseren heutigen ciman seine schwierige Aufgabe zu erleichtern. werden und rät, man möge das Wert Lord RunStandpunkt ohne jedes äußere Diktat ausschließlich Wenn die Vermittlung glatt und erfolgreich vor cimans abwarten. von judetendeutschen Volfsinteressen ableiten sich gehen soll, dann ist es llar, daß je weniger zu können. Eine neue Phase des gewaltigen Refriminationen und Drohungen in der Presse Ringens um die Neuordnung Europas beginnt. oder anderwärts sein werden, umso leichter seine Wir werden auch in der neuen Phase unseren Plaz in der europäischen Friedens- und Freiheitsfront ausfüllen und, dessen sind wir gewiß, vor dem Urteil der Geschichte ehrenvoll bestehen! Blutige Unruhen in Rangoon Rangoon( Britisch- Indien). Die religiösen Unruhen, die vor drei Tagen hier ausgebrochen sind und sich schnell zu blutigen Zusammenstößen zwischen Budhisten und Muselmanen erweitert haben, wurden zwar von der Polizei und dem eilends alquirierten Militär eingedämmt, aber in den Vorstädten von Rangoon dauern die wütenden Kämpfe fort. Bisher war es nicht möglich, die genaue Zahl der Toten festzustellen, denn viele Menschen liegen noch unter den Trümmern der zerstörten Hütten. 90 Prozent der Verwundeten find Inder. Zwischen Die Mission Lord Runcimans Ihre Hintergründe und Aussichten... Die Bailer National- Zeitung" veröffentlicht in ihrer Folge vom 27. Juli einen intereſſan ten Artitel über die Entsendung Lord Nuncimans nach Prag. Wir zitieren zunächst jene Stelle, welche die Vorgeschichte der Wission des Lords er zählt. Es wird gesagt: Das Drängen und der eingebliche Druck auf Prag stellt sich dann als Anregung einer Umstellung der Verhandlungsweise heraus, wobei zur Sicher heit der biritische Berater eingeschaltet wurde, gewissermaßen als neutrale Ausgleichsinstanz. immer noch und immer wieder verhandelt wird In London legt man offenbar Wert darauf, daß und jedenfalls vorläufig keine Situation entsteht. bei der sich die beiden Verhandlungsparteien auf unvereinbare, endgültige Beschlüsse festgelegt haben. Nicht minder bemerkenswert ist, was das genannte Blatt über den Entwidlungsgang der englischen Vermittlung schreibt: Die Mission von Lord Runciman beweist, daß konflikt geegnüber isolieren oder gar vor den man in London sich keineswegs dem Minderheitsdeutschen Forderungen kapitulieren will. Mit der Entsendung eines amtlichen Beraters übernimmt England der tschechoslowakischen Regierung gegens über im Gegenteil eine folgenschwere moralische nach Sträften versuchen, eine Verständigung zuVerantwortung. Wohl wird sein Vertrauensmann stande zu bringen, aber mit den Ratschlägen, die er gibt, ist, soweit sie von der Prager Regierung befolgt werden, auch England selbst engagiert Es fann nicht wohl, falls die Einigung dennoch scheis tern, oder sich später als Gefährdung der Eristenz des beratenen Staates erweisen sollte, diesen seis nem Schicksal überlassen. Gerade deshalb wirt es andh feine Zugeständnisse vorschlagen, die später die Verteidigung des Landes namhaft erschweren fönnten. Die Schicksalsgemeinschaft, die es mit den Lebensinteressen und der Verteidigung Frankreichs auf Gedeih und Verderb verbindet, zwingt es dazu, auch den militärischen Ergänäzungsfattor Die Henleinpartei sollie das Statut bei Be- intaft zu erhalten, den der tschechoslowakische fanntgabe als unannehmbar erklären, die Ver- Eine Neutralisierung dieses Staatswesens würde Staat in einem allgemeinen Konflikt darstellt. handlungen abbrechen und eine Abstimmung über das weitere Verbleiben im Staatsverbande verjenen Faktor wertlos machen. langen. Damit wäre der Anlaß für eine neue heftige Agitation und Plebiszit propa= ganda gegeben gewesen, die zu unabsehbaren Der Präsident der Republik empfing am zwischenfällen hätte führen können. Wenn diese 28. Juli den finnischen Abgeordneten Cay SundNachrichten zutreffen, so hätte die plögliche englis ström und hierauf den ehemaligen Abgeordneten sche Eile eine sehr plausible Aufklärung gefunden. James Scott. Jerschrat- war denn das überhaupt möglich? Daß einer käme, der ihr im Leben beistand, zu ent scheiden half, wo sie ratlos wurde? Wahrscheinlich hatte Geßler auch mit Robert recht- warum zwang sie den Jungen Dinge zu lernen, die er später nicht brauchen konnte und die, wie es sich nun erwies, gar nicht zu denen gehörten, die ein gebildeter Mensch unbedingt wissen muß? Sie sah auf das andere Bett: da lag er auf dem Rücken, das Hemd vorne offen, die Decke zurückgeworfen. es war ihm immer zu heiß. Sein Ausdrud war intensiv, gespannt, vermutlich träumte er von etwas, das ihn interessierte von Tieren oder Briefmarken. Sie legte Franzl sanft ins Bett zurüd, dedte auch Robert zu und schloß die Vorhänge. 2pulley IX. Rapitel. Der Spätherbstfächer Mission sein werde. Indem wir der tschechoslowalischen Regierung dringend empfehlen, generös und konziliant zu sein, erwarten wir mit Vertrauen, daß Deutschland die gleichen Ratschläge dort erteilen wird, wo es dies tun kann, damit die Angelegenheiten nicht in eine Sadnasse geraten, was unberechenbare Folgen haben könnte. In der Voraussetzung, daß diejenigen von aufrichtigen Absichten geleitet sind, die eine Lösung des Konflittes suchen, kann man ihnen nicht vorwerfen, daß die Fragen, die so eng die Zusammenseßung des Staates berühren, mit entsprechen der Vorsicht und mit Zustimmung der Beteiligten behandelt werden. Ein solches aufrichtiges Bestreben vorausseßend, ist die britische Regierung bereit, jede Silfe zu gewähren, die in ihrer Macht ist, und ich erachte es als meine Pflicht, ohne Umschweife zu sagen, daß die öffentliche Meinung unseres Landes sich rasch 31 hatte nicht mehr das Geld, Beziehungen zu pflegen, auch war sie immer abseits von Gustavs ges sellschaftlichem Verkehr gestanden. Sie besaß nicht die Gabe, endlos über Nichtigkeiten zu plaudern, wie andere Frauen, über Haushalt, Kleider oder Luis Mayer hatte sich hinter den ,, Telegra die Gewohnheiten des Mannes; sie ging saver phen" versteckt und beobachtete scharf die Drehs aus sich heraus, sie interessierte sich nicht für die tür. Einer mußte schließlich kommen, den er Angelegenheiten fremder Leute, übte keine Kritik brauchte: Geßner, oder Kesten oder Wowlačel. oder zum Teufel auch, die Alma Braun. Er hatte und nahm nicht übel. Nur über die Kinder sprach seinen neuen Kriminalroman nicht angebracht und jie gern, aber das interessierte niemand. Haupts Dr. Stern, der Hausarzt, beugte sich füchlich deswegen war die alte Frau Wiesinger faß nun da. Und von der Liesl mochte er sich nichts über das Grab, um ihm zuzureden, aber das er- mit der Wahl ihres Sohnes so unzufrieden ge= mehr ausborgen, sonst mußte er sie auch noch heis schreckte ihn noch mehr, war doch Dr. Stern in wesen: ein Künstler, der wie kein anderer auf raten. Schon jetzt begann sie mütterlich zu wer den letzten Wochen stets um den sterbenden Vater fremde Menschen angewiesen ist, müßte eine Geden. Wenn Frauen mütterlich werden, dann wol herum gewesen. Er brüllte wie besessen:..Ich will fährtin haben, die ein offenes Haus führt und len sie Mütter werden, dachte er und es kam ihm nicht tot sein!" Trauergäste eines neuen Be- die Sympathien von Kritikern, Mäzenen und der Gedante, daß er dieses faule Bonmot eigent gräbnisses tamen herbei, manche lachten, die Weihe Kollegen zu gewinnen versteht. Martha gab ihrer lich verwerten könnte, vielleicht sogar einige Male des Ortes war gestört und der arme Gustav WieSchwiegermutter recht, aber ihre Demut entwaff Sie war jetzt ganz still und ruhig. Nun in verschiedenen Fassungen. Na schön. Vorläufig singer vergessen. Aber als sie mit den beiden nete die alte Dame nicht, die sie insgeheim dumm wußte sie auch, daß der Konflikt, der sie die ganze aing ihm die Lieft auf die Nerven. Und er dankte Kindern und Dr. Stern im Auto saß- Dr Stern fand. Die ersten Jahre nach Gustavs Tod hatte Beit über gequält hatte, nicht existierte. Die Kin sich solche Empfindungen nicht erlauben, da er ihr mußte gleich mitfahren, um Roberts Fuß zu be sie die Entel im Sommer für einige Wochen zu der brauchten Dr. Geßler genau so wie sie, um Geld schuldete. Er hatte Gewissensbisse und nun handelnda fragte sie sich, ob nicht Gustav sich genommen, aber die Wildheit Werners, das der Buben selbst willen durfte sie ihn nicht auf- fie anrief, ſagte er, was alle Männer sagen, wenn fiel sie ihm erst recht auf die Nerven. Und wenn selber es so gefügt hatte, daß sie aus Sorgen um störrische Wesen Roberts machten sie trant", wie geben. das Kind den Schmerz um den Vater vergessen Und es war, als hätte diese Erkenntnis die fürlich war sie empört und hielt ihn für einen iie nicht mehr wollen: er hätte zu arbeiten. Nafonnte. Es war ein Glück für sie, daß sie sich sie Martha schrieb. Künftig wollte sie nur ihren niederhielt die Freude, daß sie von einem cinen eingeschriebenen Brief erhalten, in dem sie Menschen geliebt wurde, den sie Hundertprozentig das Geld zurückverlangte. Gewiß, er wollte das bejahen konnte, der nicht billiges Spiel wollte, Geld zurückzahlen. Aber vorläufig war er noch sich nicht vor Verantwortung drückte, der zuerst nicht so weit; wenn der Verleger so blöd war und an sie und ihr Wohl dachte von einem richtigen seine Handlung nicht spannend genug fand, dafür Mann also. fonnte er nichts. Mann und Kind Roman von Lili Körber gleich an Roberts Bett seßen mußte, um ihn mit Liebling, Frangl, bei sich haben. Sie berwöhnte effeln gesprengt, die die Freude in thren Herzen Schuften und Drückeberger. Heute früh hatte er ihn auch maßlos, versuchte ihn zu bestechen, indem jie Martha desavouierte, schmeichelte ihm; aber ihr Beifall, zu leicht und nicht ohne Hintergedanen gespendet war zu billig, ließ den kleinen Kühl, auch fehlten die beiden großen Brüder, mit denen er sich messen fonnte... bunten Bleistiften, Geschichten als ich und Tante Stanzi flein waren" und Schlössern aus Baustei nen ruhig zu halten". Kaum bemerkte sie, daß Wally inzwischen ihre sämtlichen Möbel umgestellt hatte, das Bett Gustavs war auf den Boden ge= tragen worden und sein Arbeitszimmer in einen indifferenten Salon verivandelt worden; Reseden Jetzt war er in ihren Armen eingeschlafen. im Schlafzimmer siegten über den Krantengeruch. Sie hielt sein Füßchen in ihrer Hand warm und Erst später fiel ihr das alles ein wie gut und herte auf den leisen Atem des Kindes. Sein Gegart konnte die oberflächliche Wally sein! Und ficht hatte einen ausgeglichenen Ausbruck, der dunn mußten die beiden Großen für die Schule Mund stand halb offen wie der hungrige Sinabel ausstaffiert werden, sie rechnete nach und fab zum eines Vögleins. Es fiel ihr fein Gedicht ein: ersten Male, wie sehr sie sich einschränken mußte. Leiber haben wir keine Kleider." Wie gut vers wenn es Mitternacht wurde. In den ersten Monaten brachten ihr noch Freunde, stand Dr. Geßler mit ihm umzugehen, so ruhig Ein sehr lieber Herr", nickte sie Martha Bewunderer Gustavs Sachen für die Kinder, au hatte er es hingenommen, daß er noch zu klein zu, zählte die silbernen Obstmesser ab, legte sie Weihnachten befam sie Lebensmittelförbe einmal fei, um Sti zu laufen. Wenn Geßler doch bei ihr auf den Plaß und erst dann begründete sie ihr Geflügel und Hasen von einer Jagd. Aber sie blieb zum ersten Male dachte sie daran und| Urteil: ,, Er hat mir zwei Schillinge gegeben." Im Speisezimmer brannte Licht- Steffi räumte das abgewaschene Geschirr wieder in die Niedeng- es war ihr Grundfas, nie eine unverrichtete Arbeit bis zum nächsten Morgen stehen zu lassen, und ihren Grundsäßen blieb sie treu auch Er seufzte. Noch vor einigen Jahren hatte er Geld wie Seu verdient. In Berlin. Er schrieb pointierte Stiggen mit weltanschaulichen Betrach tungen, die gingen wie warme Semmeln. In Wien zog sowas nicht, paßte nicht zum heiteren genius loci, der Weltanschauung nur verzeiht, irenn sie amüsant hervorgebracht wird. ( Fortsetzung folgt) 11 at te Я t di Te pr be al ft t ge be 2 er b bl ib In al ft St To Te n B 6 to HASHPRDEDRER Nr. 17« Freitag, SS, Juli 1SS8 Lette 8 faddßMituiStkte itÜShiitail Das verratene Südtirol Die hier reproduzierte Karte, die einen Aeberblick über die deutschen Siedlungsgebiete in Europa gibt, wurde zu nazistischen Propaganda« -wecken in der bedeutenden französischen illustrier« (en Zeitschrift„L'Jllustration" veröffentlicht. Die Aart«, aus der lein Plätzchen deutschen Gebietes übersehen ist, ist vom SdP-Abgeordne» ten K. H. F r a n k herauSgegcben worden, dessen Firmenzeichen auch inmitten der Karte prangt. Aber wo hat Herr Frank seine Firmentafel anbringen lassen? Seht nur genau hin I-Just die Stelle, an der S ii d t i r o l zu suchen wäre, ist schamhaft versteckt. Denn Südtirol ist von Hitler dem faschistischen, Italien„auf ewige Feit" preisgegeben worden und von diesem Kaufpreis der..Achse" wollen die Hakinger nun nicht einmal auf einer Landkarte etwas sehen lassen. Das wird, so erbärmlich und bezeichnend eS ist, doppelt verständlich, wenn mau die i ii n.g. st c n Nach» richten kennt, die aus dem verratenen Süd tirol kommen: Mit der italienischen Reise Hitlers setzte in Bozen und im übrigen„Alto Adige" eine r'esige Nazipropaganda ein: denn die Deutsch-Südtiroler hatten„gehofft", daß nun Hitler sie vom Befreier Mussolini befreien werde. Und die Prügelknaben der beiden Faschismen können es noch immer nicht glauben, da st sie verraten und verlauft wurden, viele von ihnen lausen nach wie vor mit dem Hakenkreuz herum und schreien „Heil Hitlerl", was ihnen aber von dessen italienischen Freunden vielfach Verfolgung und Schläge einträgt. Erss allmählich kommen sie so darauf, dast ihr Schicksal von Hitler und Mussolini „besiegelt" wurde. Eben dieses Südtirol beginnt aber setzt erst recht, der Apfel der Zwietracht zwischen dem Dritten Reich und dem faschistischen Italien zu sein und am Brenner hat die. Achse ein Loch. Was sagen die nicht völlig verblendeten Anhänger der SdP zu diesem historischen Faktum und zu dem Feigenblatt, mit dem K. H. Frank die nazistische Scham verbergen will? Ein zweiter Ward Price-Falll »DaIly Telegraph" veröffentlichte dieser Tage ein Interview mit Konrad Henlein. Sofort, wie im Falle Ward Price'S, liest die SdP dieses Interview in geharnischtem Tone dementieren. Die„Bohemia" stellt run fest, daß dar Interview von einer regelmäßigen Mitarbeiterin des Londoner Blattes, der sehr belannten amerikanischen Journalistin Paula Lecker stammt, die dem Prager Blatt dazu erllärt, daß sie da- Interview in Gegenwart mehrerer Zeugen hatte, dass Photographien von ihr und Henlein bei der Aufnahme diese- In» terviews Sonntag nachmittags im Kurpark von Franzeu-bad existieren, das? der Text deS Interview- einem Beamten dcö Presseamtes der SdP zur Billigung vorgelegt worden ist und daß an der Authentizität drS TrxtrS kein Zweifel fei. Eine gleiche Erklärung veröffentlicht der »Dail» Telegraph" in seiner Freitag-Nummer, Ivährend das gleiche Interview in einer noch umfangreicheren Textierung mit Photos im heutigen »Paris S o i r" veröffentlicht wurde. Politischer Einbruch Reichenberg.(Eigenbericht.) Der Generaldirektor deS Katholischen Bolksbundes, Reichenberger, machte, alS er dieser Tage von einer Auslandsreise zurückkehrte, eine bezeichnende Entdeckung. Seine Kanzlei tvar während seiner Abwesenheit gewaltsam e r- brachen und durch st öbert worden. Da Reichrnberger alS Repräsentant der nicht- gleichgeschalteten sudetendeutschen Katholiken gilt, scheinen diesem Einbruch politische Motive zugrunde zu liegen. Die Strafanzeige gegen unbekannte Täter wurde erstattet. Wegen Menschenraubs Bruder und Vetter verurteilt Auz Schnelzi f in Bayern war vor einiger Zeit der frühere Angehörige der s ozialdemo« k r a t i s ch e n Partei Deutschlands, Jos-.f Schmied, ein 33jährigcr Bauer, in die Tsch-- choslowalci geflüchtet. Er wohnte hier in Ober- Lichtenberg bei Winterbcrg bei seiner Tante Anna Jungwirth. Am 17. Juni wurde Schmied in der Nacht mit Gewalt entführt, unterwegs wurde er von den Entführern so geschlagen, das) er einige Tage später im Krankenhaus in Passau starb. Bon der Entführung wußten die Verwandten Schmieds, und zwnr sein eigener Bruder Johann Schmied und sein B c t t e r R. Jungwirth, die zur Rettung des Josef schmied nichts beitrugen. Ein Senat des KrciSgerichtcS in P i s e k verurteilte Johann Schmied und R. Jungwirth zu je s e ck> s M o n a t e n sHwerenKer- k c r S, Johann Schmied wird nach Verbüßung der Strafe auSgewiefen werden. SdP*Mann schießt gegen einen Waldhüter Dienstag gegen 4 Uhr früh kreuzte im Mönchsdorfer Revier die Dienstlvegc deS beeideten Waldhüters und Landwirtes H o- r ä k aus Nieder-Kalna der etlva 25 Jahre alte Hausbesitzer und bekannte SdP-Mann Stefan Fiedler. Fiedler, der ein Gewehr trug und aller Wahrscheinlichkeit nach gewildert haben dürfte, gab nun, anstatt den Aufforderungen Ho- räks nachzukommcn, aus seinem Gewehr zwei Schüsse gegen Horäk ab, die jedoch glücklicherweise nicht trafeii. Fiedler wurde verhaftet und der Gerichtshaft in Arnau eingeliefert. Eine bei ihm vorgenommene Haussuchung förderte neben vier Gewehren und zwei Pi st ölen auch allerhand andere von der SdP im politischen Kampfe sehr gern gebrauchte Waffen, wie Schlagringe, Boxer usw. zutage. Die Untersuchung wurde eingeleitet. Sommerfrischen— katastrophal „Für die Sommerfrischen", so berichtet die „Bohemia",„im deutschen Grenzgebiet in Südböhmen hat sich der heurige Sommer infolge der politischen Ereignisse geradezu katastrophal auS- gewirkt. Die in früheren Jahren aus Oesterreich, besonders aus Wien und Linz, die herrlichen Sommerfrischen SüdböhmenS aufsuchenden Sommergäste sind infolge der Devisenschwierigkeite» auSgeblieben, aber auch aus den großen Städte» des Inlandes sind die Sommerfrischler nicht mehr gekoinmen. Hingegen sind Heuer die tschechischen im Innern des Landes gci legene» Sommerfrischen und Badeorte geradezu überfüllt. In Budlveis sicht man jetzt häufig nur die auf der Durchreise aus Sachsen kommenden„Kraft-durch-Freude"»AutocarS, deren Jnfasien über die billigen Preise in den hiesigen Gasthöfen hoch erfreut und verwundert sind." Vorbildliche Opferbereitschaft sozialistischer Jugendlicher Eine Schar von Mitgliedern des Sozialistischen Jugendverbandes ans dem Bühmerwalde hatten ihr Sommerlager in B r a n d e i s a. E., in einem Heim der tschechischen s'rldcmokrati- scheu Jugend, aufgeschlagen, dabc! eine deutsche und tschechische Jugendgeineinschaft.rrickitcnd, die in der Zeit der nationalistischen Verhetzung der deutschen Jugend den Grundstein zu einer glücklicheren Zeit legt. Diese armen Burschen deutsche. und tschechischer Zunge haben nun als AuS- di ihrer Verbundenheit mit dem Kampf um»die Demokratie eine Sammlung veranstaltet, die 280 Kt einbrachte. Von diesem Betrag wurden je die Hälfte dem StaatsverteidigungS- f o n d S und der»Gesellschaft der Freund« deS demokratischen Spanien S" überlviescn. TaS Beispiel ist der Nachahmung wert! Unverblümt Herrn-Henleins„Z e i i" brachte am 28. Juli folgendes Heirat--Inserat: 37jährige Sudeten deutsche, Blondine, selbst. Schneiderin, gute Hau-fr., sucht ernste Bekanntschaft eines intell. reich-deutschen Witwer». Kennw.:»Für dein«Heimat mein Herz." Also eine von jenen, die aus ihrem Hitler- Herzen keine Mördergrube machen. Gemelndewahl war Volksentscheid Die SdP läßt nun auch in ihrer Gemeinde« irrbcit die Maske fallen, die sie bis zum Abschluß der Wahlen aufgesetzt hatte. Die Parole:»Wählt die Männer Konrad HenleinSl", der man bei großer Nachsicht noch eine gewisse Betonung deS Charakters der Gcmeindcwahl zubilligen konnte, wird nun offen erseht durch die Behauptung, daß es sich um einen»Volksentscheid" handelte. So hat es der»Kreissach- waltcr für Selbstverwaltung" in Troppau auf einer. Tagung der SdP-Sclbstverwaltcr erklärt. Als die Sozialdemokraten diese. Auffassung, der SdP früher feststcllten, wurden sie dafüx beschimpft. Die Meinung der SdP über die Arbeit der SclbsWcrwaltungSkörper in der d e m o k r a t i- s ch e n Tschechoslowakischen Republik ist so»loyal" wie ihre ganze sonstige Haltung,- Sie heißt: Her st o 1 lnng her n erH enalio» z i a l i st i s ch e n Totalität. Außer der Betonung, daß man die Gemeinden mit dem Äe« dankcngut des Nationalsozialismus erfüllen werde, beseitigt man auch die ganze bisherige Grundlage demokratischer Entscheidungen durch die Feststellung,„daß die Gemeindearbeit nicht im Zeichen der Mehrheitsbeschlüsse, sondern der Einheit stehen werden." Außerdem soll die neue Gemeindevertretung auf dem Grundsatz von Führung und Befolg» schäft geleitet werden. Diese Dinge sind unS nicht neu. Wir haben noch nie eine andere Auffassung von der SdP gehabt, aber cS kann den Herren, den Führern und der Gefolgschaft, gesagt werden, daß di« sozialdemokratischen Grmeindrvertreter dafür sorgen werden, daß die Genieinden im Golste der demokratische» Verfassung unserer Republik arbeiten iverden. Der verlassene Döhmerwald Wer einmal den Böhmerwald entdeckte und einige Wochen dort verbrachte, an seinen dunklen Seen rastete, die steilen BcrgcSgipfel erklomm und don dort aus die unendliche WaldeScinsamkcit erblickte, der wird immer wieder zurückkchrcn, denn ihn läßt dieser wunderbare Landstrich nicht mehr lo». So erklärt es sich auch, daß der Böhmerwold alljährlich von vielen tausenden Menschen besucht wird. TaS war bisher alle Jahre so, Heuer hat es sich geändert: Der Böhmerwold ist leer. Leer von Eise»stein bis B.- K r u m a u. Verzweifelt sind die Gastwirte, ratlos die immer Sommergäste habenden Privatleute. Vielleicht können die nachfolgenden Zeilen mit erklären, weshalb der Fremdenverkehr so außerordentlich stark zurückging. Wir kehren im größten Bergreichen- Heiner Gasthaus als die einzigen Gäste ein. Der Kellner sagte, daß im vorigen Jahr durchschnittlich 60 Mittagessen im Tag auSgcgeben wurden. Heuer tagelang nicht eine einzige Portion. Auf die Frage, Mer daran die Schuld trägt, antlvortete er: Die Volitik. Da in Bergreichcnstein eine Henlein- Einheitrliste bestand, und die SdP-Hetze außerordentlich hochging, kommen die bisherigen Baste nicht mehr zurück. Es waren dies hauptsächlich Tschechen und Juden. Die Reichsdeutschen, die einmal einen beträchtlichen Teil der Besucher stellten, tveoden nicht hereingelassen. » Ein lieblicher Ort ist K u s ch w a r d a. Es regnete in Strömen, als wir dort ankamen. Verzweifelt lchaute der Gasttvirt auf den Himmel, ob jich das Wetter nicht bald ändere, noch ver^veifelter blickte et auf den staatlichen Omnibus, dem keine Gäste entstiegen. Interessant ist, daß nicht nur die Tschechen und die Juden dem Böhmerwold ierubleibc», sondern auch die S u d e t e n d« u t s ch e n s e l b st. ESwird also daSdeutsche Gebiet von den Deutschen selbst boykottiert. Hier haben bisher keine Aufrufe der SdP etwas genützt, die bedrängten Kameraden werden ganz einfach nicht unterstützt. Dafür hat eine Deutscher au» Prag, der sonst jedes Jahr Äuschwarda besuchte, dem Gastwirt geschrieben, er möge mitteilen, tvieviel llnterstände und Soldaten e» dort gibt. Man sieht, ti gibt Sommergäste mit sehr merstvürdigcn Wünschen. Der Ausgangspunkt schönster Wanderungen im südlichen Böhmerwald ist Wallern. Alljährlich war e» überflutet von Ausflüglern und Sommergästen, die sich die alten Holzhäuser anschauten und Andenken kauften. Wer heut« dort weilt, glaubt nicht mehr in einer Stadt unsere» Staate» zu sein. Die nazistische Kleidung beherrscht di« Straßen. Die Demokraten, vor allem die sozialdemokratische Arbeiterschaft hat sich bei den Wahlen hervorragend geschlagen. Konrad Henlein ließ seinen erhobenen Arm gleich wieder sinken, al» bei seinem Anfentüalt in Wallern di« Bewohner der ersten Straße, die er passierte, ihn mit einem kräftigen»Pfui!" begrüßten. Sommergäste gibt e» nur im sozialdcmokrati- fchen Sporthotel, die anderen Hotel» sind leer. Die einzigen SdP»Au»slügler sind deutsche Jungturner, die aber selbst kochen und nur in den Jugendherbergen nächtigen. Für die Gastwirte bleibt nichts übrig. Der Weg aus den Dreisesselberg führt über Tusset und Neutal. ES war erhebend, zu sehen, daß in Tusset ganze Scheunenwände mit sozialdemö- kratischen Wahlplakaten beklebt sind. Wer lveiß, was «s bedeutet, in diesem Gebiet treu zur roten Fahne zu stehen und noch zu plakatieren, der weiß', wo 1 wahre» Heldentum daheim ist— über den Dreisesscl i berg führt di« Grenze. Freudig erwidern di« deut« i scheu Turner das»Heil Hitler" der dort in„GomS- ledernen" und„Grüß-Gott-Hosenträgern" herum spazierenden reichsdeutschen Grenzbeamten, die sich die AuSfratschelung der Besucher und deren nationalistische Verhetzung zum Ziel gesetzt haben. Nobel, wie sie einmal sind, wechsel» sie eine Reichsmark, die bei un» mit 5 bis 6 Kronen gekauft werden kann, mit 13 ldceizchn) Kronen um. Interessant war e» in N e u o f« n, wo wir auf die Frag« nach dem nächsten Gasthaus von eineni biederen Böhmerwäldlcr die Antwort erhielten: „Dort hinten ist ein gemischtsprachige- Hotel. Der Mann ist ein Deutscher und die Frau eine Tschechin. Wenn daS genügt, können Sic hin- gchen." Die wirtschastszerstörend« Wirkung der SdP- Politik kann man daraus ersehen, daß man z. B. in dem netten, kleinen Böhmerwaldstädtchen Friedberg an allen Straßenecken die Aufschrift anbrachte:„Deutsche, kauft nur bei Deutschen!" Daß di« Konseguenz daraus nur die sein kann, daß auch die Tschechen z u T s ch c ch« n l auf Erholung geben,"eht den TdP-Leuten nicht ein. Ein dort ansässiger Gast sagte in einem Gespräch zu einer Wirlin, die ihrem Erstaunen Uber das Ausbleiben der Prager Ausdruck gab, daß ihn dies nicht wundere, denn wer hat schon Lust, sich anflegeln zn lassen l Ans ihre Bemerkung:„Ja, e» ist doch bei un» ganz ruhig" antwortete er:„Denken Sie nur daran, was es da in der letzten Zeit gab." Jetzt nocki findet man in diesem Orte die Auslagen gewisser Geschäfte, mit Henleinbildern und SdP- Fähnchen geschmückt. Gelungen sind die mannigfachen erzieherischen Aufschriften, die man in der Umgebung von Friedberg finden kann, z. B.:»Wer sich den Baum als Ziel des Frevels wählt. gewiß nicht zu den Menschen zählt." War soll man aber zu jenen Menschen sagen, die sich sogar den Menschen zuni i Ziel ihres Frevels wählen, wie es die SdP in ihrer I rassischen und nationalistischen Hetze tut? Liebreizend ist da» Gebiet von H ohenfurth und Rosenberg. Gäste gibt«S keine. Wer hat auch schon Lust, die den Hitlergruß verwendenden Gastwirte zu sehen und offene antistaatliche Arbeit zu beobachten? In der Nähe des Hohenfurcher Stifts unterhielten sich zwei deutsche Turner in ihrer charakteristischen Tracht. Wovon sprachen sie?„Wir haben den Auftrag erhalten, raschesten» eine /Reihe von wichtigen Punkten zu photographieren." Für wen photographiert werden soll, braucht man nicht mehr zu fragen. DaS sind einige kleine Beobachtungen, die allerdings manche Schlüsse zulasscn, die lauten: Seit der Verkündung der henleinistischen Totalität in de» deutschen Gemeinden wurde der Fremdenverkehr erschlagen. Die sudetendeutschen Henleinkaineraden sabotiere» selbst da- eigene Gebiet, denn sie fahren nach Deutschland. 31.000 Sudetendeutsche halten sich in Breslau aus und boykottiere» die»„Kameraden". Deutschland läßt durch seine Grldsperre und Au-reisrschwierigkeitrn dir Reich-deutschen und Oesterreicher, die einmal einen großen Teil der Besucher des Böftmerwaldro stellten, nicht über die Grenze. Die Schuld trägt die-SdP, denn erst.seit Ger Volksgemeinschaft haben Haß und namenlose Ber, giftung ihre» Einzug gehalten. Henlein hat gewonnen, das Geschäft aber verloren. ES gibt nur eine Konsequenz aus dieser Erscheinung: Die Sudetendeutschen inüffen Henlein samt .'iner SdP verlieren, nm Existenz und Fremden» I verkehr wieder zu gewinnen. rg. Seife 4 Freitag. SS. Juli 1038 Nr. 17« ^-eÄMÜA^eiten. es gelang, den Angriff zurückzuschlagen, wobei die Terroristen graste Verluste erlitten. 18.80 Sport- 18.35 Arbeitersdg. Aktuelle zehn Minute«. Vt. ii. Erwachsenenbildung. (Ges. Holger Brunigard, Vierter«In schwerer Unfall bei Kunert Mittwoch, kurz nach 7 Uhr früh, kam es im Betriebe Kunert wieder zu einem schweren Unfall, bei dem der 26jährige Elektromonteur Max Stolle aus Warnsdorf zu schwerem Schaden kam. Stolle geriet bei seinen Arbeiten mit der rechten Hand in die Hochspannungsleitung und zcz sich schwere Verbrennungen zu. Er wurde d Krankenhause eingeliefert, wo Brandwunden des schwersten Grades festgestellt wurden. Die Ursache dieses Unfalles ist noch nicht aufgeklärt. Es ist der Nachteil der heutigen Flüchtlinge, dast sie sich bis zur Unsichtbarkeit in der Welt verklüch- tigen. So Iverden sie übersehen, und das menschliche Herz bleibt unaufgerusen. Die österreichische Flücht« lingSlvelle, die sich schrecklich an einem Steindamm mitten in der Donau, an einem FelSvlateau an der jugoslawischen Grenze brach, bat der Sache einen graste» Dienst erwiesen. Obne diese furchtbare Sicht» barkeit, ohne die 7000 Wiener Selbstmorde wäre Evian vielleicht nie zustande gekommen. Der Dichterzug der Exilierten ist unendlich. Dichter und Verbannung, dar gehört zulmnmen wie ein Reimpaar— denn tvo ist der Dichter zu Hause? Ovid starb in der Verbannung am Schlvar- zen Dteer an geborchenem Herzen. Dante war fremd unter dem gastlichen Dach der Adelsburgen im Alpennin, von deren Söller er das unweite, nie verwundene Florenz mit der Seele suchte. Ueberall ist Heimat, beschwichtigte er sein trostloses Leid, wo Sonne und Sterne scheinen. Chateaubriand seiner Rückkehr gewist, ertrug unbeschreiblicher Hungerelend in der herbstlichen Nebelwüste Londons. Heine genoß da? Pariser Exil und würzte er mit bittersüßer Wehmut. Heute mündet ein stattlicher Literatur-Strom in Rußland: der andere, bürgerliche in den angelsächsischen Ländern und dritte, größte, im Verstummen und Elend. Diesen Strom versucht eine amerikanisch-englische Kulturgründung unter der Leitung der Prinzen Hubertus Löwenstein aufzusaNgen. Die aus der deutschen Sprache Vertriebenen sollen üch An 3000 Wiener Hausgehilfinnen brotlos I Wien. Man rechnet damit, dast am 1. August durch Inkrafttreten der Nürnberger Gesetz e über die Beschäftigung von arischen Hausgehilfinnen in jüdischen Haushalten etwa 2000 bis 8000 Mädchen brotlos werden. Man hofft, diese Hausgehilfinnen im Altreich beschäftigen zu können, da dort nach„Mädchen für alles" rege Nachfrage herrsche,« kln Imam ermordet Beirut.(HavaS.) Aus der palästinenst« schen Stadt Akri traf die Meldung ein, daß der Imam der dortige» großen Moschee, Scheik Ab- durahiin, Mittwoch abends aus dem Hinterhalt erschossen wurde. ES ist dleS schon daS zweite Attentat auf muselmanische Geistliche in der letzten Zeit. Bor kurzem wurde auf ähnliche Art der Imam der Omarov-Moschee in Jerusalem ermordet. In I a f f a bildete sich Mittwoch ein Demon« strationSzug von zunächst 150 Frauen, die zum Distrikt-Kommissar zogen und einen Protest wegen der Vorfälle in Haifa überreichten. Auf dem Rückzüge versuchten Polizei und Militär die Demonstranten zu zerstreuen. Es kam zu schtveren Zwischenfällen, bei denen sieben Araber, davon vier schtver, verletzt wurden. angelsächsisch ansiedeln, d.h. über die Mutteriprache hinweg sich an den größten Svrachkreis wenden. So könnte, was als Fluch und Erstickungstod beabstch- 'igt war, sich in Segen wandeln. G Letztes aktuellstes Stadium des Flüchtlingsproblems: Nichts mehr von Sentiments, von Barmherzigkeit und persönlicher Hilfe, lieber dem unsichtbaren Zug der Vertriebenen arbeiten die K o n seren z e tt, verteilen das„Sachmaterial" an die Koinmisslonen. die Bürokratie derFlücht» lingsfrage beginnt sich einzuspielen. Und wichtiger noch: Der Flüchtling wird ein volitischeS und ökonomische» KompensationSobsekt. Man bietet dem AuStreiber eventuell eine Gegenleistung, falls er sich menschlichen Argumenten halbwegS aene'gt zeigt. Der Flüchtling wurde durch Lord Halifax in die politische Verhandlung eingeschaltet Man benützt daS FlüchtlingSvroblem als eine Art Probe und Bewährung des Anstand» und der Menschlichkeit. Ein Mi- ninnim wenigsten» muß von Deutschland geleistet werden, sonst gibt e» auch in der großen Politik kein Vertrauen. st In früheren Zeiten waren die FlüchtlingSströme geschlossener, kompakter, sichtbarer. Die plöb'ich hereinbrechenden Katastrophen fegten die Fliehenden brutal vor sich her: e» war ein kopfloser Herdenaufbruch in eine Richtung, die Ansteckung der blinden Panik. Heute arbeitet die Austreibung mit gründlichster Snftematik. sie läßt sich Zeit und möchte die Vernichtung ohne Aussehen vollenden. Und man ist etwa» peinlich berührt, wenn die Welt oiese Vernichtung dennoch wahrnimmt. Früher sah man den FlüchtlingSjammer in seiner konkretesten Gestalt: Karren und Planwagen angefüllt mit Frauen und Kindern, mit der Habe und den Habseliakeiten. Der Flüchtling durfte das Seine mitnehmen. ES gab so etlvas wie ein Jsnll des Flüchtlingselends.(Hermann und Dorothea!. Die erste und einzige Regung war: Helfen. Barnrherzig- keit. Da» Flüchtling-Problem war eine private Angelegenheit von Mensch zu Mensch. Die heutigen Flüchtlinge sind fast unsichtbar, die Dkaffenzüge haben sich in tausende von Einzelschicksalen aufgelöst, die in alleLän- der und Weltteile auSeinanderlausen, oder sich in den Konzentrationslager» und in den Tod verlieren. Au der Reformation war eine Fluchtlinie, die von Tiro! nach Ostpreußen führte— die vertriebenen protestantischen Bauern— schon außerordentlich und abenteuerlich. Lafahette war in der französischen Revolution einer der ersten Anierika-AuSivander-.r. Der flüchtige Freiherr von Stein, von Napoleon aus Preußen vertrieben, fühlte sich in Petersburg„am Ende der Welt. Frau von Staöl verzweifelte, als sie vierzig Meilen von Paris verbannt wurde. Die Verbannung rechnete noch mit der Bannmeile. Heute sind den Vertriebenen Mozambique, Madagaskar. Bolwien geläufige Begriffe und eine große Hoffnung. „Gib dem Herrn die Hand, er ist ein Flüchtling". sagte eine Mutter zu ihrem Kind, als der vertriebene Göttinger Professor Grimm die hessische Grenze überschritt. Wo ist heut das Gefühl für die nienschliche Würde und Hoheit der Verfolgten und Schutzlosen? Rettungsmedaille für eine Katze. Die Stadtverwaltung von Buffalo hat feierlich die Goldene Rettungsmedaille an eine Katze verliehen. Die Katze hatte ihre Jungen, insgesamt sechs Stück, nacheinander aus einem brennenden Hause herausgeholt. Die Feier fand in Anwesenheit der Mitglieder des Tier- chutzvereinS und anderer Abordnungen statt, und die Medaille wurde dem Tier vom Bürgermeister von Buffalo selbst umgehängt, phiert, Nikotin— ein Heilmittel. Die allgemeine Vorstellung, daß Nikotin ausschließlich schädlich ist, und daß man sich bei Genuß von Zigaretten lediglich eine Nikotinvergiftung holen kann, dürfte durch die Ergebnisse eines soeben in Portsmouth stattgefunöenea AerztekongresseS stark erschüttert werden/ Aus diesem Kongreß wurde ein Referat über die Heilwirkung von Nikotin, und zlvar in Form von Nikotinsäure, gehalten, au» dem hervorging, daß die Anwendung diese- Mittels ganz erstaunliche Ergebnisse zeitigt. Insbesondere sind in der letzten Zeit Versuche zur Heilung der Lepra mit Nikotinsäure gemacht worden und eS hat sich hermiSgestellt, daß die Behandlung jedenfalls vielversprechend ist, auch wenn man natürlich in einem so frühen Stadium der Experimente ein endgültige» lkrteil noch nicht abgeben kann. Ueber- haupt soll Nikotin ausgezeichnete Dienste zur Behandlung von Hautkrankheiten leisten. DaS Wetter. In der kühleren Meeresluft, die von Südwesten her über Frankreich, Holland und Deutschland gegen daS Binnenland vordringt, bilden sich einzelne Gewitterzonen auS, die besonder» im Rheinland und Frankreich von ergiebigeren Regenfällen begleitet werden. Die kühlere Luft erwärmt sich jedoch bei ihreni Fortschreiten rasch, so dast die Gewittertätigkeit abgeschwächt wird. Bei uns werden Gewitter nurmehr stellenweise verzeichnet und die Temperaturen verbleiben andauernd über dem Normalwert. Es ist daher zu erwarten, dast noch in den nächsten Tagen daS günstige Sommerwetter keine wesentliche Aenderung aufweisen wird.— Wahrscheinliches W c t t e r F r e i t a g: Wechselnde. stellenweise verstärkte Bewölkung mit Neigung zu Gewittern oder Schauern, und zwar besonder» in der Nähe von GebirgSkämmen, NachmittagSiem- peraturen in den böhmischen Ländern um 25 Grad, im Osten noch wärmer. Südwestwind.— Weiteraussichten für Samstag: Andauern der günstigen und warmen Sommerwetters mit lokalen Gewittern. Einbrecherplatte in Kremster festgenommen. Der Gendarmerie in Kremster und Hulin ist e» nach dreiwöchigen Nachforschungen gelungen, die Täter scstzunehmen, die am Abend des 8. Juli d. I. aus der Wohnung des Oberlehrers I. R., Jos. Pijl in Kremster Einlagebücher, Wertpapiere und Bargeld zusammen in der Höhe von 160.000 KC geraubt haben. Sie wurden ferner, überführt, die„Rupa"«Filiale in Kremster au»« geraubt und bei dem Landwirt Jos. LaLik in LudSlavice bei Hulin Schmucksachen gestohlen zu I haben. Die gefährlichen Kassenräuber Jan Borät I au» Dolni Beöva, Josef Suläk aus Hulin und i Anton Stibor aus Okrokoviee sind bereits in die, Haft des Kreisgerichteö eingeliefert worden. Am Dienstag wurden durch die Gendarmerie von Kremster die Verhaftungen fortgesetzt. ES wurde' nämlich festgestellt, dast die Bande zwei weitere\ Helfer hatte, u. zw. den 80jährigen Schuh« machevgesellen Ant. Vyskoiil und den 26jähri- gen Elektrotechniker Plenik auS Kremster., Sin Heiratsschwindler. In die Haft deS Be-; zirkSgerichteS Petschau wurde der 63jährige Emil Kromp au» Karlsdorf bei Schildberg eingeliefert,■ gegen den eine Untersuchung wegen HeiratS-, schwindel läuft. Er hat sich al» Aloi» Neumann' ausgegeben und der Adele Hoöek in Frhdek 35.000 KC, der Stefanie Prochäzka aus DärfleS bei Mähr.-Trübau<15.000 KL und der Hausgehilfin Elisabeth Größt in Brünn 11.700 KL entlockt. Statistik der Zensur. Einer Korrespondenz entnehmen wir: Vom 1. Jänner bis 12. April d. I. wurden insgesamt 262 Konsiökationen ausgesprochen. Von ihnen entfielen 30 oder nicht ganz 11.5 Prozent auf sudetendeutsche Blätter. Um ei» besseres Bild über den nationalen Anteil ; an den Zensuropfern zu gewinnen, wollen wir von den Konfiskationen der kommunistischen Blätter absehen. Der Anteil der sudetendeutschen Presse wächst dann auf 28.6 Prozent. Bis zum 1. Mai 1038 wurden insgesamt 1.052 periodische Druckschriften— wie der amtliche Ausdruck lautet— konfisziert, unter ihnen waren 630 tschechisch, 280 deutsch, 47 ungarisch, 42 polnisch usw. DaS Schicksal in Gestalt deS Zensor» schein! also über Deutsche nnd Tschechen, Koalition und Opposition, gleich unerbittlich zu walten. Für den Schutz der Frau und Mutter. Die Internationale der offenen Tür(Open deer International) setzte Donnerstag ihre Beratungen mit der Behandlung zweier Resolutionen über die Population unter Berücksichtigung deS Arbeitsrechtes der Frau und über den Schutz der Gesundheit der Mutter fort. Die erste Resolution beruht auf dem Prinzip, dast die Frau das Recht habe, frei über ihr Recht auf Mutterschaft zu entscheiden. Gewisse Tendenzen der Gegenwart könnten sie In ihrem Rechte auf Arbeit und Erwerb schmälern. Die ODI wendet sich gegen den Ausschluß der Frau auS der ErwerbStätigkeit. In der zweiten Resolution wird gefordert, daß die Frau während der Schwangerschaft wie ein eine gewisse Zeit arbeitsunfähiger Arbeiter behandelt werde. Drei Ingenieure gaSvergiftet. Ln Manchester erlitten Donnerstag morgens drei Ingenieure, die Kanalarbeiten in zehn Meter Tiefe ausführen wollten, schwere Gasvergiftungen, an deren Folgen sie kurz nach ihrer Bergung starben. Autounglück in Oberitalien. Auf der Siinp- lin-Strecke geriet ein mit neun Personen besetzter Kraftwagen in einer Kurve ins Schleudern und stürzte mehr als fünf Meter über einen Abhang hinab. Drei der Insassen wurden aus dem Wagen In einen Bach geworfen und ertranken, vier weitere erlitten Verletzungen. Die Vandalen. Die Nationalsozialisten haben das Denkmal für Frau Schuschnigg, die seinerzeit bei einem Autounfell ums Leben gekommen ist, in die Lust gesprengt, Das heutige Programm der deutschen Sendung Prag-Milnikr 10.15—11,00 Sch. 12.15 Helmut Miller: Vt. ü. aufschlußreiche Sagen._18.00 Hans Multerer singt Lautenlieder, orakel. 18,45 Dr. Moucha:' 19.00 Dänische Lieder Klav. Fr. Holekek). 19.80 Fahrt ins Blaue, Hörf. v. Jos. Kühnel. 20.00 OK(Dir. R. M. Mandl«, Ges. Magnus Andersen). 21.80 TM a. Hotel Torso, Mariebad. 22.30—28.00 Moderne Musik(Ges, Alexa..'.ra Leviektz, Klav. Friedrike Schwarz). Brünn: 18.00—18.20„Frage an das Schick- sal". Eine kleine Komödie..ur den achtziger Jahren von Arthur Schnitzler.(Funkbearbeitung: Ba»a Hochmann. Regie: Vaöa Hochmann. 18.20—18.85 Konsul Heinrich Biberle: Perlenfischer und lager. Mähr. Ostrau: 18.10 Dr. Jos. WechSberg: Glauben und Aberglauben im Orient, Arbeiterchor a. Witkowitz,(Dir. K. Weliszewski.) Der ewige Flüchtling Im Mittelalter suchte der Verfolgte ein Kirchenportal zu erreichen: wenn es ihm gelang, rechtzeitig den Ring der Türe zu fassen und sich daran festzuhalten, war er fürs erste gefeit und geboraen. So viel Kirchentüren, al» nötig lvären, gibt es heute gar nicht, ganz abgesehen davon, daß sie keinen Schub mehr gewähren. Den» wie der Verfolger beschossen ist, würde er sich nicht scheuen, die Hand abzubauen, die sich an die Kirchenklinke klammert. Danzig (JTF) Da» Züricher„Volksrecht" schreibt: „Der schweizerische Bölkerbundkommissar Dr. Burckhard in Danzig... verschließt tapfer die Augen vor allem Terror und aller Grausamkeit der Nazi, läßt Gewalttat über Gewalttat wortlos vor sich gehen, muckt nicht, streicht sei» schandbar hohes Gehalt ein und l ä ß t s i ch im übrigen von den Nazi feiern und mit Orden schmücken. Vor einigen Tagen hat der Danziger Obernazi Greiser, ein ganz berüchtigter Gewaltmensch, dem Herrn Bnrckhardt das Verdienstkreuz erster und zweiter Klasse, sowie da» große Ehrenzeichen des Roten Kreuzes der Stadt Danzig übergeben als wirklich verdienten Lohn für da» Gewährenlaffen der braunen Soldateska, die heute unter diesem eigenartigen Völ- ierbnndlommissar freie Bahn hat. Jetzt mucken sogar die Schweizer Katholiken auf. 2m katholisch-konservativen Blatt Zürich» lesen wir u. a.: Diese Auszeichnung hat in Kreisen der Danziger Katholiken seltsam berührt, hat doch der Genfer Völkerbund der Unterdrück>ng und RechtloSmachung der Minderheiten in der Freie» Stadt, besonders auch der Katholiken, vcll« kommen untätig zugeschaut I... Es ist ein merkwürdiger Zustand, daß die europäische Oesfentlich- keit vom Dasein eines Völkerbundkommiffars in der cntrecheteten.Freien Stadt" nur mehr anläßlich dessen Auszeichnung durch die Natior al« sozialisten erfährt. Das ist eine Schande für die Schweiz".— Nicht nur für die Schweiz. Den Außenminister Englands, Frankreichs und Schwedens übertrug der Völkerbund die Kontrolle über den Freistaat Danzig. Keiner von shnen schritt ein, als sich dec mit dem Schutz der Unterdrückten in Danzig beauftragte Kommissar von den Mördern des Eisenbahners Hanö Wiech- mann mit Orden schmücken ließ. Camill Huysmans, Vorsitzender der belgischen Deputiertenkammer und Bürgermeister von Antwerpen, spricht in einer Otto Bauer-Gedenkfeier. L8Bt Hitler Bürckel fallen? Der„Daily Herold" berichtet aus Wien, daß dort die Meinung herrsche, Bürckel werde bäld sein Amt als StaatSkommiffar fiir Oesterreich verlieren. Diese Meinung wurde durch die auffällige Tatsache bestärkt, daß Bürckel bei den Feiern für die wegen des Dollsußmordeö Hingerichteten Juli-Putschisten nicht in Erscheinung trat, obwohl Bürckel gerade von" seinem dreiwöchigen Urlaub nach Wien zurückgekehrt war. Nicht Bürckel, sondern Gauleiter Globotschnit hielt die Ansprache an die 200„Veteranen" deS Putsche», nicht Bürckel, sondern Seiß-Jnguart hielt die Rede an die Amtswalter, in der er sagte, daß alle, welche die Partei-Einheit stören, ausgeschlossen würden. Während Bürckel» Abwesenheit von Wien, so berichtet der„Daily Herald" weiter, wurde er von Major Klausner vertreten, dem Führer der österreichischen Nazis während der Illegalen Zeit. Und gerade Klausner war es, der an der Spitze der Opposition gegen Bürckel stand und Bürckel» Verordnungen entgegenarbeitete nnd Maßnahmen durchführte, die Bürckel- Anweisungen widersprachen. Daß Bürckel sich bei den Putschisten-Feiern im Hintergründe hielt, sei auf Wunsch der österreichischen Nazis geschehen. E» wird erwartet, daß Bürckel» Mission in Oesterreich Ende nächsten Monats als beendet erklärt werden toird. Bürgerkrieg in Palästina Bombenwürfe und Schießereien überall Ierusalr m.(HavaS.) In ganz Palä- andere Bande unternahm einen Angriff auf die stina gehen die Ausschreitungen weiter und neh- jüdische Kolonie Moknean bei Haifa. Die Kolo« men nach und nach den Charakter eines wirklichen nisten riefen Polizei und Militär herbei, so daß Bürgerkriege» an. In Haifa fährt die arabische I Bevölkerung fort, jüdische Geschäfte anzuzünden, im jüdische» Viertel Bomben zu werfen und jü dische Passanten zu mißhandeln. Biele Straßen sind vollkommen unpassierbar. So haben z. B. dir Araber die Straße Nablu»—Jerusalem I» acht Kilometer Länge vernichtet. Auch die Straße Tel Aviv—Jerusalem wurde Mittwoch an einigen Stellen unterbrochen. Einige Wagen wurden über fallen. Ein in einem Autobus fahrender Jude wurde in den» Augenblicke betreten, al» er in der arabischen Stadt Ramleh eine Bombe werfen wollte. Der jüdische Nationalrat hat einen Aufruf veröffentlicht, daß sich Freiwillige in Tel Aviv ver sammeln und eine Bürgergarde zum Schutze des Gebiete» von Saron bilden solle«. Die erste Gruppe dieser Garde hat bereit» ihren Patrouil- lrndienst ausgenommen. Da» im Zentrum der Stadt Betlehem gelegene Postamt wurde von einer Bande von 150 Terroristen überfallen. Die Eindringlinge töteten drei Beamte und plünderten die Post..— Eine ers Lets an Be Die er. die on und fine Er ten em Con al jes 18 cis ind lich ein ers Bes die nd Den im fich Bes Cen bie ors Den ine Is ch= ng 13 d, tis Jes 3 els 00 rts cit. 18. rd, rf. ée, 10, ef. Ed. Cen ša 35 8: Jor Mr. 176 Ein Flugzeug entfeffelt einen Ballon. Bei Nebungen durchschnitt ein Flugzeug die Bodenleine eines mit zwei Beobachtern besetzten Fesselballons. Während das Flugzeug ohne Unfall landen konnte, wurde der Ballon vom Winde in der Richtung nach den Argonnen abgetrieben. Der ab= getriebene Feſſelballon ist in der Nähe von Reims, etiva drei Kilometer von Voussiers gelandet. Ein Beobachter wurde verletzt, der andere lam ohne Schaden davon. Flugzeugunglüd in Frankreich. In der Nacht auf Donnerstag ist an der französischen Küste in der Nähe von Saint Rambert d'Albon ein Mili tärflugzeug in Flammen gehüllt, abgestürzt, aus bejjen Trümmern fünf Leichen geborgen wurden. Flugzeugabsturz in Belgrad. Auf dem Belgrader Flugplaß ist Donnerstag der Pilot der amerikaniſchen Luftwaffe Hauptmann d. R. Ma ons Gordon, tödlich abgeſtürzt. Er wollte einer Kommiſſion der jugoslawischen Wehrmacht den neuesten Typ Fiset& 10" der amerikanischen Jagdflugzeuge vorführen. Das englische Flugboot Mercury", das vor rund einer Woche von Irland über Montreal nach New York geflogen ist, ist Mittwoch in Southampton gelandet. Das Flugzeug hat für jeinen Rüdflug die Route über die Azoren ge wählt. Auf der gesamten Strecke hat das Flug zeug eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 Meilen innegehalten. Japan gegen europäische Kleidung.„ Tokio Ojati Shimbun" meldet, daß die Regierung beabjichtige, eine Stabinettsorder vom Jahre 1877 aufzuheben, wonach alle Staatsbeamten im Dienste in europäischer Sleidung zu erscheinen hätten. Die Aufhebung dieser Anordnung sei, so meint das Blatt, angesichts der Rohstofftnappheit durchaus gerechtfertigt, um so mehr, als sie in einer Zeit erlassen worden sei, in der abendländische Sitten übernommen worden seien. Insbesondere soll nunmehr der weitere Anlauf europäischer Kleidung verhindert werden. Faschistischer Bildersturm in Belgien. Eine Gruppe von ungefähr 50 jungen Leuten, die wie es scheint zur nationalen Legion gehören, stürmte in Brüssel in das Gebäude, in welchem die von den Sozialisten veranstaltete antifaschi stische Ausstellung stattfindet. Die Ausstellungsstände wurden geplündert. Zwei Personen wurden verwundet. Es wurden keine Verhaftungen vorgenommen. Freitag, 29. Juli 1938 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Veränderungen In der Ausfuhr Anteil der Schwerindustrie steigt, der der Fertigwaren sinkt gegen die volfsbeglückende Stahllegierung, daß sic zu vielfachen Erkrankungen in der Bevölkerung führe und es wurde statistisch nachgewiesen, daß seit der Verbreitung dieses neuen Zahnersatzstoffes die Zahnfleischerkrankungen im Reich beträchtlich zugenommen haben. Mit dem Gesamtumfaß im Außenhandel der Tschechoslowakei liegt auch die Ausfuhr im ersten Halbjahr 1938 höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Innerhalb der Ausfuhr hat sich jedoch die Veränderung, die seit Jahren andauert, auch Ersatztreibstoffverbrauch der Welt in diesem Jahre weiter fortgesetzt. Der Anteil der Schwerindustrie wird immer höher, während der der Fertigwarenindustrie sintt. Vergleichen wir den prozentualen Anteil der einzelnen Indu ſtrien an der Gesamtausfuhr im ersten Halbjahr 1988 mit dem ersten Salbjahr 1929, jo fällt die beträchtliche Verschiebung, die seither eingetreten ist, sofort auf. Es betrug der prozentuale Anteil an der Gesamtausfuhr: Jänner bis Juni 1988 1929 in% der Gesamteinfuhr Eisen und Eisenwaren.. 17.6 Metallwaren Maschinen. 7.9 3.2 2.9 3.8 2.4 Baumivollivaren 6.9 15.6 Wollwaren 5.1 10.7 Flachs, Hanf, Jute. 2.6 8.7 Seidenwaren 3.5 2.8 Konfektion 3.7 2.7 Glas und Glaswaren 6.7 6.4 Leder und Lederwaren. 5.3 8.3 Papier 3.4 2.3 Tonwaren 1.9 2.7 1.8 1.7 5.8 4.8 2.8 Holzwaren Kohlen Zuder 9.2 4.6 Getreide und Malz... 4.6 Der Anteil der Eisen- und Metallindustrie ist demnach erheblich gestiegen. Die Gruppe: Eisen und Eisenwaren, Metallwaren und Maschi ren hatte im ersten Halbjahr an der Gesamtauss fuhr einen Anteil von 17.8 Prozent, im ersten balbjahr 1988 ist dieser Anteil auf 29.9 Prozent gestiegen. Dagegen hat sich in derselben Vergleichszeit der Anteil der verschiedenen Branchen der Textilindustrie ohne die Konfettion von 32.3 Prozent auf 18.1 Prozent ermäßigt. Empfindlich ist auch der Rückschlag des Leders und der Lederwaren und der Tonivaren. Auch der Anteil der Zuckerausfuhr an der Gesamtausfuhr weist einen starken Rückschlag auf. Viele Erkrankungen durch neue Zahnersatzstoffe 660 Milliarden Kč für Arbeitsbeschaffung. Nach einer amti. Verlautbarung haben die amer. Bundesbehörden und Einzelstaaten seit 1932 nahezu 22 Milliarden Dollar für Notstandsarbeiten zwecks Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Wiederbelebung der Wirtschaft verausgabt. Im ganzen zeigt diese Uebersicht, daß die Einziehung von Goldmünzen in Deutschland. Ausfuhrbesserung, die erfreulicherweise zu ver Dienstag wurden zivci Verordnungen veröffent- zeichnen ist, doch der Schwereisenlight, monadj im gesamten Leutidjen Steidl of abs and ber Metallinduſtrie auton the reſin lieferung der noch in Privatbesiz befindlichen warenindustrie ist von ihr nur in gänzlich unbeGoldmünzen in und ausländischer Währung in friedigendem Umfang erfaßt worden. die Wege geleitet wird. Auf Grund der ersten Werordnung werden die alten Goldmünzen zu 10 und 20 Mart außer Kurs gesetzt. Die zweite Verord nung bestimmt, daß alle außer Kurs gesetzten inländischen Goldmünzen, wie auch ausländische Vor Jahresfrist wurden im Reich neue ZahnGoldmünzen der Reichsbank bis zum 1. Septem- erfasstoffe verordnet. Es sollten in Hinkunft feine ber anzubieten und zu verkaufen sind. Edelmetallegierungen mehr Verwendung finden, Gold aus Meerwaffer. Die Agentur Domei was mit dem allgemeinen Rohstoffmangel im Zumeldet, daß im Zentralforschungsinstitut des Fifammenhang steht. Es wurde unter den Dentisten im Reich eine großzügige Propaganda für eine nanzministeriums der dort tätige Dr. Hiroshi Stahllegierung in die Wege geleitet. Bir svollen Suzuki ein neues Verfahren der Goldgewinnung daran erinnern, daß dieje Stahllegierung durchaus aus Meerwasser entdeckt habe. Die Maiji- Bergwerksgesellschaft habe bereits eine Million Yen nichts Neues ist, fie fand schon während des Weltin die Ausbeutung dieser Erfindung gesteckt. Das trieges in der altöſterreichischen und deutschen Gewinnungsverfahren erfolge auf elettrolytischem Armee Verwendung und mancher KriegsteilnehWege. mer wird sich noch mit Schaudern daran erinnern, wenn er nicht noch heute dank dieses vortrefflichen Sam und Sadie, die Flohstars. Zum ersten Male werden im Film dressierte Flöhe mitspielen. Bahnersatzmittels von einer Krankheit heimgesucht ist. Claudette Colbert dreht im Augenblick den Film Nun wurden aber vor furzem auf einem " Zaza", und darin wirten Sam und Sadie, zwei Dentistenkongreß in Magdeburg Stimmen laut berühmte Flöhe aus einem noch) berühmteren Flohzirkus in New Port, mit. Die Tiere sind mit besonderem Flugzeug nach Hollywood transpor tiert worden und werden von Fachleuten, die sonst naturgeschichtliche Stulturfilme drehen, photog'aPeter Man erhält für Scite 5 Kč 100 Reichsmark( Noten) 568.Reichsmart( Münzen) 795.100 rumänische Lei 19.35 548.50 100 polnische Zloty 100 ungarische Vengö. 100 Schweizer Franken 100 französische Frans 1 englisches Pfund. 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire.. 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas. 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen 638 50 668.50 82.45 144.37 . 28.95 170.40 1599.64.80 490.638.738.kündigen Vertrag troleum Times" veröffentlichte eine sehr inter( Dr. W. H.) Die englische Zeitschrift..Befaßtreibstoffen der Welt in den Jahren 1937 essante Uebersicht über den Weltverbrauch an Erund 1936 und fügt dieser Betrachtung eine Bes rechnung über den Schaden, der durch Plusfall Polnische Bergarbeiter von Steuern, Importabgaben usw. Hierbei zu verzeichnen ivar. Der Gesamtverbrauch der Welt an leichten Motortreibstoffen belief sich im Jahre Warschau. Die Bergarbeiter- Organisatios 1937 auf 89.15 Will. Tonnen gegen 82,25 Will. nen Polens haben den bestehenden KollektivverTonnen im Vorjahre. Von dieser Menge ent- trag gekündigt. Sie verlangen eine zehn profielen nur 2,83( 2,39) Will. Tonnen auf Erzentige Lohnerhöhung. saßtreibstoffe, u. ziv. auf Benzol, Alfohol, synthetischer Benzin und Delschieferbenzin. Die U.S.A., der größte Oelverbraucher der Welt ( mit 61 Mill. Tonnen in 1937), ersetzte Naturbenzin nur mit 387.000( 347.000) Tonnen Benzol. In den anderen nichteuropäischen Erdteilen wurden im vergangenen Jahre nur 131.000( 106.000) Tonnen Benzol zum Erjat hafte Baubewegung hält vor allem in Böhmen weiter an und übersteigt das vorjährige Niveau von Benzin herangezogen, während der Gesamts verbrauch dieser Erdteile an leichten Motortreibeträchtlich. stoffen 13.78( 12,04)) Mill. Tonnen betrug. Exporthilfe. Nach dem Bericht des Wirt Erjagtreibstoffe spielten somit in den nichteuros fchaftsausschusses für den Fonds für Versicherung päischen Erdteilen eine sehr geringfügige Rolle. von Erportkrediten wurden im zweiten Quartal 1938 227 Versicherungsanträge genehmigt. Der überwiegende Teil der begehrten Garantien und der ausgezahlten Entschädigungen entfällt auf Induſtrieunternehmungen des nördlichen und westböhmischen Grenzgebietes. Tschechoslowakische Wirtschaftsnachrichten Die gute Bausaison dauert fort. Die lebs Anders verhält es sich mit Europa. Der europäische Gesamtverbrauch an leichten Motor treibstoffen erreichte im vergangenen Jahre insgesamt 14,34( 13,54) Will. Tonnen. Hiervon entfielen auf Ersaßtreibstoffe 2,31( 1,93) Mill. Tonnen. Diese Menge setzt sich aus 933.000 Gute Getreideernte. Nach den vorliegenden ( 503.000) Tonnen synthetischem Benzin, Berichten ist bei der diesjährigen Ernte bei Weis 825.000( 747.000) Tonnen Benzol, 510.000 zen und Gerste mit guten Heftarerträgen zu rech ( 646.000) Tonnen Motorenalfohol und 39.000 nen. Für Roggen werden die Erträge etwas ( 36.000) Tonnen Oelſchieferbenzin zusammen. ichwächer sein. Die Ersatztreibstoffverwendung in den europäis schen Ländern ist sehr unterschiedlich. Der weits aus größte europäische Velverbraucher wroß britannien deckte nur 8,1% seines Konsums an leichten Motortreibstoffen mit Ersatzprodukten. In Deutschland waren es dagegen nicht weniger als 54,5%. Wie teuer diese Delautartie ist, geht daraus hervor, daß die Delautarties Beitritt zum internationalen Waggonfartell? Die tschechoslowakischen Waggonfarbilen führen zur Zeit Verhandlungen über ihre Eingliederung in das internationale Waggonkartell. Der Beitritt dürfte schon in nächster Zeit erfolgen. Steigerung der Galanteriewaren- Ausfuhr nach England. Die tschechoslowakische Ausfuhr von Galanteriewaren aus Zelluloid, Knochen und Horn nach England hat sich von 11.320 Pfund ersten Halbjahr des laufenden Jahres erhöht. Start gestiegene Verbrauchssteuer- Einnah men. Gegenüber dem Juni 1937 haben sich im gleichen Monat d. J. die Verbrauchssteuern um rund 40 Millionen Stronen oder um 21.3 Prozent höht. Die Umfaß- und Zugussteuereinnahmen stiegen um 22,1 Prozent. " Neue Aktiengesellschaften der Agrarier. In Prag wurde die Petarola". Handel mit Mahlund landwirtschaftlichen Produkten A.-G. mit einem Kapital von 700.000 Kč errichtet. Die ſtaaten im Jahre 1937 an Steuern, Importsit um erſten Halbjahr 1937 auf 24,437 Bfund im Ten usw. insgesamt 46,97 Millionen Pfund Sterling( ca. 6,6 Milliarden Kč) verloren. Von dieser gewaltigen Summe entfielen allein auf Deutschland 31,59 Mill. Pf. Sterl., auf Frank reich 9,16 Will. und auf England 3,71 will. Pfund Sterling. Die verbrauchte Erfaßtreibstoffmenge im vergangenen Jahre hätte durch Aufwand von nur 14 Will. Pfund Sterling mit erstklassigem Benzin ,, erfest" werden können. Aus diesen Ermittlungen ergibt sich die A.-G. wird den Handel mit landwirtschaftlichen große Unwirtschaftlichkeit der Delautartie. Es Mahlprodutten, Malz und Bier im großen betreiist jedoch nicht daran zu zweifeln, daß das laus ben. In Tejč wurde die Slowakische Mühlenfende und die folgenden Jahre weitere Fort- A.-G. mit einer Million Kč Sapital gegründet. schritte auf diesem Gebiete zeitigen werden, da Sie wird ein Mühlenunternehmen errichten, und die Ersatzstoffwirtschaft lediglich aus wehrpolis sich mit dem Verkauf von Mahlprodukten bes tischen Gründen und zum geringeren Teil zweds fassen. Unterstützung der Landwirtschaft( Alkohol- Weizen Weltrekordernte. Die Welternte in erzeugung) gefördert wird. Eine Eindämmung Weizen wird vom Landwirtschafts- Ministerium bziv. Zurüddrängung dieses kostspieligen Autar der Vereinigten Staaten auf 4200 Millionen tievergnügens wäre nur durch eine weitgehende Bushel berechnet. The sind 475 Millonen Bushel Sicherung des Weltfriedens möglich. mehr als im Vorjahr. Sonnenstrahl weckte und du hobst dich schlaftrunfen aus den Kissen, da erinnerte dich ein sanftes Schnurren an deiner Seite, daß du, obwohl die Mutter zur Arbeit gegangen war, nicht allein warst. Dein Peter stand buckelnd auf und rieb den Kopf an deiner Wange, Und doch wurde er dein erster großer Schmerz! Reich an Leid war damals die Welt: Draußen an den Grenzen des Reiches verbluteten die Väter im Eisenhagel der Fronten, daheim aber lebten die Frauen und Kinder von Kartoffelschalen und Speisen, für die man erst neue Namen erfinden mußte, so gut waren sie. Und als endlich das Morden zu Ende ging da zog der Tod in das Hinterland und pfückte die schlecht ernährten Menschen wie mürbe, überreife Früchte. Die wohlfeile Einrichtung der Maſſengräber fand so auch noch im Hinterland eine Seimstatt. Kannst du dich noch erinnern an den gelieb= Simultanpartien Flohrs in USSR. In Moskau ten Gefährten deiner Kinderjahre? spielte am 14. Juli der tschechoslowakische Meister unter Zeitkontrolle in einer Simultanproduktion. Er war ein kleiner, schwarzhaariger Kerl mit Gegen acht erstklassige Spieler fonnte er ein Spiel geschmeidigen Gliedern und grün- grauen Augen. gewinnen, vier Partien endeten remis und drei Var- Als man ihn in euer Haus brachte, war er kaum tien verlor Flohr. Eine leichtere Aufgabe batte er ein paar Wochen alt, schrie kläglich nach der veram 15. Juli im Stlub Centrosojus au lösen, wo von Torengegangenen Mutter und tapste auf unbe36 Partien nur awei remis endeten. Die übrigen geholfenen Pfoten durch das Zimmer. wann Flohr. Eine sehr interessante Produktion wurde am 16. Juli im Hofe der Pioniere" veranstaltet. Später gewöhntet ihr euch aneinander. Er Nach siebenstündigem Spiele siegte Flohr in 25 Bar- wurde dein liebster Spieltamerad und treuester tien, remisierte viermal und verlor elf Bartien. In Freund, der dich deiner kleinen Eigenheiten wegen dieser Produktion waren gegen Flohr 40 Kinder im nie verlachte und nie böse von dir sprach, wie es Alter von 12 bis 17 Jahren abgetreten. Der für die manchmal des Nachbars Jungen taten. jungen Schachisten mehr als chrenvolle Erfolg zeugt Er war ein hübscher Bursche; in seinem gefür das hohe Niveau der sowjetrussischen Spieler. Ein Kriegsmarine- Flugzeug schmuggelt Tavat. schmeidigen Schreiten lebte die ganze Grazie des In Toulon ist man einer sehr peinlichen Schmuggel- Kaßengeschlechts. Wenn er sich zum Sprung auf affäre auf die Spur gekommen, in die auch einige einen erdachten Feind duckte, spürte man in seinen Damals hing auch dein Leben an einem FaMarineoffiziere derividelt sein sollen. Die Durchfüh- Sehnen die gefesselte Kraft seiner wilden Vorrung des Schmuggels dürfte allerdings einzigartig fahren; dann wurde er ein kleines, schönes wildes den. Seit Wochen hattet ihr von Speisen mit den sein. Man beobachtete nämlich, wie ein Wasserflug- Tier. Du fonntest vicles mit ihm tun, doch munch- neuen Namen gelebt, so fand die Krankheit einen zeug vom Kreuzer„ La Galissonnière" wiederholt mal erinnerten dich seine nadelſcharfen Krallen bereiten Boden. Die Mutter ging mit rotgeränderfatapultiert wurde und Cap Penat überflog. Da daran, daß jedes Spiel seine Grenze hat. In ten Augen umher. Besseres Essen" hatte der Uebungen zu diesen Zeiten nicht angefebt waren, ging seinen Adern schlummerte unausgelöscht die Wild- Doktor verordnet, aber vergeffen hinzuzufügen, man der Sache nach und stellte zum größten Erstau- heit seiner Vorfahren. nen fest, daß dieses Striegsmarineflugzeug an einer Er hatte ein schwarzsamtenes Fell mit einem bestimmten Stelle des Cap Penat regelmäßig ein weißen Stern auf der Brust, wenn du da abends Balet abwarf. Ein Auto wartete in der Nähe, dessen leicht darüberhin strichst, tnisterte es leise auf, die Insassen das Paket aufhoben und damit davon fuhren. großen dunklen Augen schauten dich rätselhaft und Dian konnte sie jest stellen, und man fand in dem fragend an, und es war, als spräche aus ihnen Balet größere Mengen geschmuggelter Sigarren und eine frembe, ferne Welt. Sigaretten. Oft geschah es des Morgens, daß dich ein ivoher man es nehmen sollte. Du lagit und wußtest nicht mehr viel von der Welt, da gab man dir hoffnungsvoll und vorsichtig die zarten, würzigen Speisen, die dich kräftigen und retten sollten. du dich langsam ins Leben zurück; vielleicht war es der Glaube, vielleicht war es das andere, das dich gerettet hatte. Und wirklich fardest -Es dauerte lange, bis du wieder die Dinge beim richtigen Namen nennen konntest. Erst dann merktest du, daß Peter fehlte, und keiner wußte zu sagen, wohin er gekommen war. Tage- und wochenlang suchtest du ihn in allen Räumen des Hauses. Die Mutter sah dir mit verbissenem Gesichte zu und wagte doch nicht, dich vom Suchen abzuhalten. Dann schautest du durch Zufall in des Nachbarn Kohlenkeller und fandest das zum Trocknen aufgespannte samtschwarze Fell mit dem weißen, sternförmigen Fleck, den du so gut kanntest... Du konntest nicht verstehen, warum der Nachbar deine Anschuldigungen so gleichmütig hinnahm und die Mutter nur mit halben Worten darauf antwortete, Heute wirst du es begreifen. daß das fleine, geschmeidige Stückchen Leben enden mußte, um dich zu retten. Heute kannst du die ganze Wahrheit ers fahren, denn du hast inzwischen gelernt, daß es auf dieser Welt noch viel schlimmere Dinge gibt als den Tod einer Kleinen Kaze. Satte diese Welt mit ihren großen Räumen nicht Plaß für euch beide? Warum muß immer das Leben des einen ers fauft werden durch den Tod des andern? Der Kleine Peter hatte große, grünlich und rätselhaft schimmernde Augen, die dich oft fragend anschauten. Du hast sie längst vergessen. Doch die Frage steht... Und ihre Antwort ist unser aller Schicksal! Martin Grill. Seite 6 Vor Nachahmung wird gewarnt! Von Josef Wechsberg Das merkwürdigste Postami der Welt befindet sich in Pondichery, Französisch- Indien. Es ist wie die Postämter aller Tropengebiete von zehn Uhr morgens bis zehn Uhr abends geöffnet. Erinnert sich jemand um Mitternacht, daß er für einen dringenden Brief nach Nordindien keine Marken hat, so kann Klopft an den Schalter, an dem man tagsüber Briefmarken verkauft. Ein verschlafener Einheimischer öffnet ihm und folgt ihm, ohne jedes Zeichen der Unfreundlichkeit, die gewünschten Marken aus, aber um den doppelten Preis. Wagt man eine Bemer fung zu machen, so wird einem der Schalter vor der Naje zugehauen und man steht nun im finſteren Vorraum, ohne Marken. Man flopft nochmals schüch tern auf den Beamten. Nach langem Hin und Her entschließt er sich, die Marlen auszufolgen. Aber " Sozialdemokrat" Prager Zeitung ulzu ob ni mognutab ,, Jetzt wird es ernst..." heilſchwangere Gegenwart ihre düsteren SchatLeßten Nachrichten gefolgt sind, wird's bald ernst mit dem Abschied von diesem, den Prager Deuischen einit veites Zuhause", dem Conti". So wollen auch wir von einem Stüd Alt- Prag" Abschied nehmen und uns dabei in alte Zeit zu rüdverseßen. Das„ Conti" stirbt im Alter von 53 Jahren!.. " Servus! Wo stedst du denn die ganze Beit?"" Ich? Natürlich im„ Conti", komm mit!" Wir gehen über die Treppe und sind in den geliebten Räumen. Angeräucherte Wände, alle Freitag, 29. Juli 1938. Nr. 176 ausgefüllt zurückstellen. Jede Veränderung bei den einzelnen Wietern ist nach Ausfüllung des Fragebo gens zu ändern. Wer den eingesandten Fragebogen auszufüllen unterläßt oder unrichtige Angaben macht, wird mit einer Strafe bis 500 Kč, bei Nichts einbringung mit Arrest bis zu einem Monat bedroht. Vom Schlachtfeld der Arbeit. Auf einem Neubau in der Chradní ulice in Michle erlitt Donn auf uns alle wirft, weil Träumen und Phi- tag, den 23. Juli, vor 5 Uhr der beim Materia's Troß des Dementi, das vor einigen Wochen losophieren in einer Zeit der Bombergeschwader aufzug beschäftigte 32 jährige Arbeiter Jaroslas in einer Prager Zeitung veröffentlicht wurde, über Spanien und China, der Giftgase über Ab- Anderlik aus Michle NC 205 eine schwere Verlegung, hören die Gerüchte" um die Auflaffung des ältes bessinien, dem ständigen Provozieren friegslüster Als er im dritten Stock den Aufzug betrat, um sten Prager deutschen Kaffeehauses„ Continental" ner Mächte ein Ding der Unmöglichkeit sind. So einen Schubkarren Sand abzufahren, ri'ß das er ins Poſtgebäude gehen, das unverhoffen ist nicht auf. IInd- da jest feine, S woh bath muß auch das" Conti" in feiner alten Geſtalt Aufzugsfeit und der Arbeiter stürzte mit dem verschwinden! Es wird ja wiedererstehen" in Aufzug in den Schacht. Er wurde in schwer verlezGestalt der Neuzeit, den gegenwärtigen Verhält- tem Zustand in die Klinit Schloffer eingeliefert, niſſen angepaßt: als modernes Kaffeehaus in wo ein Bruch des Rüdgrates und schwere innere Prag, wie so viele andere. Vielleicht mit der glei Verletzungen festgestellt wurden. Anderlik wurde un djen, eleganten Ausgestaltung wie so viele andere, Krankenhause in Pflege belassen. Der Vorfall wirs mit moderner Malerei, die bei bemerkbarem untersucht. Rauchanjas gleich renoviert wird, unpersönlich, wie fast alle modernen Kaffeehäuser einer Groß- Sommerzeit Einbruchzeit. In Brag XII stadt, eine traditionslose Vergnügungsstätte für ſtatteten dem Maler Mato ušla ungeladene Gäfte illustres Publikum. Aber auch das ist ein Blick nachts einen Besuch ab. Sie erwiesen sich als ,, Aunt. in den Zeitspiegel es wird gerade darum tenner" und nahmen außer Kleidung eine ein gut besuchtes und einträgliches Lofal sein** wertvolle..Stradivarigeige"( 10.000 Kč) mit. Berufskollegen dieser bisher nicht ermittelten Täter vollbrachten einen Raub in Prag I ufová 20 bei der Uhrenfirma luz. Sie fuhren mit einem Auto vor den Laden und manipulierten an dem Motor, den sie laufen ließen. Der Lärm des Motors deckte den Lärm, den der eine Täter durch Einschla gen der Auslagescheibe verursachte und d so konnte er eine Menge Gegenstände aus der Auslage stehlen. Nach vollbrachter Tat stiegen sie wieder in den Wagen und fuhren davon. Der Schaden soll beträchtlich sein. Linie 13 fehrt wieder. Um die Straßenbahn linien 3 und 14 zu entlasten, wurde eine neue Linie beschlossen. Sie wird in Prag XIV eingeführt und 1200 Meter zurücklegen. Die Bewohner des Villen viertels beim Wasserwerk in Krč, im neuen Teil von Nusle und Pankrác erhalten damit eine gute Verbindung. Die neue Linie führt die Nummer 13. Der zweite Teil der Prager Barock- Ausstel lung" wurde eröffnet. Sie enthält Kunstwerke aus Böhmen des 17. und 18. Jahrhunderts und befinder sich im Gebäude der Landesvertretung( unweit des gebung von Pondichery wohnen, zu telegraphieren.ldem man alles tamm= diesmal kosten sie das Zweieinhalbfache ihres Wertes. Es iſt auch zwecklos, Freunden, die in der Um Der Telegraphenboie ist ein stoischer Inder, der Telegramme nicht einzeln austrägt, sondern nur, konnte. Die verschiedenen„ Couleurs", Studen Rings um die Moldau. Die schönen Kaiwenn er einen ganzen Haufen hat, damit es dafür ten, die freien Geister".( das waren ehemals die spaziergänge erfahren nach einem fast fertigen steht". Er läst also Depeschen, die zur Beförderung Schriftsteller), die Börsenmenschen, die„ Alles- Regulierungsplan der Stadt Prag- wesentliche aus Europa einen Tag gebraucht haben, unter Um- Lesserwisser" aus den verschiedenen Büros und Erweiterungen des linken Ufers, und zwar von ständen fünf bis sechs Tage in seiner Tasche liegen, Verlaufsläden, die harmlos oder bösartig plau- Holešovice bis Troja und Hodkovičky, nach Süden so daß die letzten zehn Kilometer fünfmal so lange dernden Weibchen und Weiber eine bunte Ge- bis 3lichov, im Osten von der ,, Kramář- Villa" bis zur Beförderung brauchen wie die ersten 12.000. Er- sellschaft. Da wir viele Stunden oft tagelang zu den Maniny. Neuri Kilometer entlang der fahrene Kolonialen schiden deshalb ihre Diener alle und abends bis spät nachts in unserem„ Conti" Moldau werden die Prager Spaziergänge unterzwei Tage in die Stadt, um die Telegramme vom weilten( unsere Privatbude war düster, talt und nehmen können, das sind gute zwei Stunden zu Austräger natürlich gegen ein Trinkgelbab muffig) fannten wir alle und alles, was da die Fuß. Das Ufer gegenüber wird gleichfalls er zuholen. alten Stühle des„ Conti" bevölferte. Es gab weitert: von Hodkovičky bis Podol, von der Karlsfriedliche und stürmische Zeiten im„ Conti". brüde bis zur Insel Štvanice. Park- und WasserZeiten, da man, die Nase an den Fensterscheiben, sportanlagen werden erstehen und ein schöner mit Unwillen den„ Wolferianern und Schöneria- grüner Rasen wird das Auge erfreuen. nern" zusah, zusah wie die alten Herrn" entlang dem Graben ihre Jünger in bunten Kappen" dirigierten. Es gab Tage, da sich die tschechische Bevölkerung Prags diese ständigen Provos In Birma produzieren sich die Schlangenbe schwörer auf freier Straße. Mitten zwischen den Passanten stellen sie ihren Schlangenforb auf und beginnen, ihre monotonen Flötenlieder zu spielen. Die Kobras friechen über die Straße, kaum einen Meter von den neugierigen Zuschauern entfernt. 33-11 der Bändiger in seinem Beruf ein Star is, so haben sie ihre Giftzähne und es ist schon oft vorgekommen, daß eines der gefährlichen Tiere nach ihm schnappie. In diesem Falle gibt es zwei Möglichkeiten: entiveder stirbt der Zuschauer oder er hat Glück, kommt mit dem Leben davon und wird bestraft. Weshalb hat er sich so nahe zu den Schlangen ge stellt? Für sein Leben ist er verantwortlich und nicht bielleicht der Schlangenbeschwörer. Birma zeichnet sich auch sonst durch mancherlei Merkwürdigkeiten aus. Dort arbeiten nur die Frauen, während die Männer sie zum Markt begleiten, ihnen die Taschen tragen und im übrigen den Tag faulensend an irgend einer Straßenede verbringen. Dafür raven Die Brauen ein Brivileg: fie- und nur ſie dürfen rauchen. In den Straßen der Stadt trifft man überall die stolz aufgerichteten Gattinnen, mit den Cheroots", langen, starten Bigarren im Mund; und hinterher schleicht still, ohne Zigarre der Gatte. Zu der schwersten Arbeit in Europa gehört der Bergwertsberuf, wobei die sizilianischen Schwefels bergwerte besonders berüchtigt sind. Die schwerste und entschlichste Arbeit der Welt dürfte der Reisanbau sein, wie er in den Plantagen Indochinas betrieben wird. Der Reis muß ständig unter Wasser stehen; die anamitischen Kulis arbeiten auf den einem See gleichenden Feldern bis über die Knie im Wasser und über ihrem Kopf brennt die versengende Sonne tationen nicht ruhig gefallen ließ. 3a, vann war für Augenblicke das Bild auf dem Graben verändert. Damals währten die Gegenkundgebungen der tschechischen Bevölkerung immer so lange, bis Graben räumte. die altösterreichische Polizei angerückt tam und den Doch ich wollte ja von dem„ Conti" erzählen. Von dem alten, gemütlichen„ Conti", dem Zentrum des damaligen Prager Geistes und Unacistes. Dem Treffpunkt der Politiker und Sozialisten, wie Viktor Adler, wenn er in Prag war, und seiner Freunde, von Dichtern und Philosophen, Billardkünstlern und Schachmataderen, sturen alten Herren", ungezogenen Und im Süden von Prag. Vor allem wird das Plateau von Pankrác für öffentliche Zwede Verwendung finden. Ein großes Sportzentrum wird geſchaffen. Deftlich bietet das breite str& er- Tal 4 Stilometer lang geeigneten Raum für Sportanlagen. Das wird ausgenüßt, acht große Sportpläße werden auf diesem Territorium er stehen. Für die Straßenbahn, die die Ausfügler an das Endziel führen wird, wird eine 25 Meter breite Straße gelegt. Sie stellt den Abschluß einer großen Ringkommunikation dar, und zwar den dritten Ring an der Peripherie rings um Prag bis nach Vysočany. Die Ausflugszüge der Staatsbahnen veranstalten vom 6. bis zum 14. August Wochenausflüge in die Hohe Tatra für 680 Kč, a40 Kč, vom 6. bis zum 16. Auguſt& at pagerlebenimslowakischen Paradies Füchse", Fußballspielern. Eine bunte Gesellichaft fand sich ein und das war das mert- thorußland 590 Kč und ein Eintagsausflug würdigte vertrug sich. Jeder say an seinem in die Macoch a am 7. August 180 Kč. AnmelStammtisch, es war als herrsche über allen eindungen und Informationen im Referat der Ausfluszüge neben dem Wilsonbahnhof. Telephon Geheimvertrag:" In diesem unseren zweiten 883.35. Heim last Friede walten!" " Vorbereitungen für die Wehrerziehung. Das Dann kam eine böse Zeit. Die Zeit, da der Militärreferat der Stadt Praa hat Geist Schönerers und Wolfs zum beherrschenden an fämtliche Prager Häuser Fragebogen für Mieter Geist eines Nachbarlandes wurde, Unduldsamkeit geschickt, die von den Personen unterzeichnet werden müssen, die der Wehrerziehung unterliegen. Geistigkeit zur Emigration zwang. Wo kann ich bürger ohne Unterschied des Geschlechts, die zwis jede andere Gejinnung verfolgte, die deutsche Auszufüllen haben sie: Tschechoslowakische Staatsdich sprechen?"" Im Conti" war die Antwort schen 1878 und 1924 geboren wurden; von Personen des Emigranten, wenn er sich noch einen fleinen wie vorstehend geboren, die dauernden Wohnsis in Schwarzen" leisten konnte. Da saßen sie, die wah- der Republik haben, sich aber weder mit der tschechoren Deutschen, still und voller Heimweh. Manch- slowakischen, noch mit einer anderen Staatsbürgers fliegen infiszieren jeden Europäer, der so tollkühn mal aber, wenn sich Albendschatten in das noch un- fchaft ausweisen können; von Ausländern, soweit fie ist, in diese grüne Hölle zu gehen. Die Kulis arbei- beleuchtete„ Conti" schlichen, träumten sie und nicht das Recht der Exterritorialität genießen. Der ten zwölf, manchmal auch vierzehn Stunden täglich: idätte" Conti träumten sie und Gragebogen muß binnen einer und dafür belommen sie weniger Cents, das sind von Dittatur und Terror befreiten Heimatland. ausgefüllt dem Hausbesizer zurückgestellt werden, der äcuatorialer Breiten. Ein Dunst von Fieber liegt über den filometeriveiten Kanälen und die Moskitodrei bis vier Sou, im Tag! ** In Saigon gibt es im Eingeborenenbiertel eine Nun sind auch sie verschwunden, verschivun Straße, auf der die luguriösesten Geschäfte ihre Ver- den wie viele der Freunde des" Conti", weil die faufsräume haben. Sie heißt ,, Weg der Seide" und nimmt in der anamitischen Kaufmannschaft die Stel Tung einer Rue de la Pair, einer Kärntnerstraße ein. Trozdem haben die noblen Geschäfte keine sehr noblen Prinzipien: man ist gezwungen, in den Geschäften etwas zu laufen, wenn man hineingeht und fauft man nichts, so muß man eine Pauschalgebühr entrichten fürs Anschauent ihn an das Militärreferat der Stadtgemeinde abgibt. Personen, die zur Zeit der Ausfüllung dieser Fragebogen nicht in ihrem Wohnsitz weilen, müssen sich fie beim Militärreferat holen und binnen drei Tagen Waldsteinpalaſtes). Auch viele hiſtoriſche Dokumente sind zu sehen, besonders aus dem Bauernstand. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 13 Uhr geöffnet, es gilt die Eintrittskarte, die für die Gesamtausstellung..Prager Barod" ausgegeben wurde. Prags Zeitungsverkäufer gelten als Gewerbe. treibende. Der Prager Magistrat hat verfügt, daß die Prager Zeitungsverfäufer als Gewerbetreibende zu gelten haben und hat sie bereits aufgefordert, einen Gewerbeschein zu lösen. Um diesen Gewerbeschein, der 500 Kč fostet, haben 180 Händler angesucht, doch wurden vorderhand nur 80 bewilligt. Gleichzeitig verfügte der Prager Magistrat, daß jeder Beitungsstand nur 1 × 2 Meter groß sein und feine Zeltbedachung baben dürfe, um dadurch das Straßens hild nicht zu stören. Auch darf der Stand nicht höher Beitungsverfäufer einen Gewerbeschein befißen müfals 1.20 Meter sein. Die Verfügung, daß die fen, wurde von den Kolporteuren felbft angeregt, da fie und ihre Stände bisher nur von der Polizei stillschweigend aeduldet wurden und dadurch jederzeit die Möglichkeit eines Verbotes des Straßenverkaufes von Zeitungen bestand.( DND) Vereinsnachrichten Ortsgruppe Prag. Sonntag. 31. Jult. von der Hütte im Brdywald Wanderung zu den Stromschnellen Stěchovice, Vi fovice. Führung Stelzig. Hüttendienſt Lauer. Derlanget überall Dolkszünder! auf beiden Seiten aufgestapelt. Der Spiegel habe, so Die Geldwechsler von Singapore find geriebene| cin Kimono. Andere einen tadellosen Cut, eine wird einem erklärt, den 3tved einer Sicherheitsvor- Burschen, Sooft ein großer Dampfer im Hafen an- todellose Melone und an den Füßen die„ Ghetas", richtung... Ob die Direttoren der Bant bei ihren tommt, sperren sie ihre Büros mit dem Hinweis auf gewöhnliche Holzpantoffeln. Warum gehen sie nicht Transaktionen auch mit dem Spiegelgold" rechnen? irgendeinen großen chinesischen, mohammedanischen, alle im Kimono? Sie würden dann ebenso zierlich Bei den großen Gastmählern, die die Amphy- buddhistischen oder christlichen Feiertag, um den sie und charmant wirken wie die japanischen Frauen. In trions aus dem Reich der Mitte ihren Freunden nie verlegen sind. Da auch die Banken von Singa- der japanischen Herrenmode zeigen sich die Fehler geben, find Menus mit vierzig Gängen teine Selten- pore um die Mittagszeit schließen, sieht man keine allzu rascher Assimilation. In Nambodga werden in der Nähe von Pnom- heit. Es gehört viel Raffinement dazu, ſich durch die logicznie eben erwähnten Geldwechsler. Natürlich Abteilungen: für Männer und für Frauen. Traurig, Möglichkeit, sich gangbares Geld zu verschaffen. Eine Die Kinos in Sobé haben zwei streng separierte Penh die Ruinen von Angfor- Vat gezeigt. Ein Gang sen Berg von Delikatessen durchzueffen. Denn durch diese tote Stadt, deren Tempel und mächtige lehnen darf man nichts: das bedeutet eine Beleidi- fönnen sie wechseln, aber nur aus besonderem Ents nicht wahr? Aber nicht umsonst ist Japan das Land Gebäude verlassen und öde liegen, als wären die gung des Hausherrn. Nach dem Essen ist es Sitte, gegentommen, da heute doch ein großer Feiertag sei der Butterfly. Kommt also zu zweit in das moralische Menschen daraus vor einer Stunde geflohen, gehört sich das Geficht mit einem heißen, nassen Tuch abzu- und mit einem Agio, das sich zwischen 30 bis 50 Stino, und kauft zwei Karten, so führt einen ein diszu den größten Eindrüden des wundersamen Fernen wischen. Daran wäre nichts Unangenehmes, wenn Prozent erstreckt. Unter diesen Umständen kann tret lächelnder Billeteur auf die in trautem Dunkel Litens. Baghaft und scheu tritt man in einen der jeder Gast sein eigenes befäme; aber es ist ein und Singapore die teuerste Stadt, nicht nur des Aequa- licgende Galerie. Wenn man sich umschaut, bemerkt, Tempel; in dem mystischen Halbdunkel verspürt man dasselbe, das von Gesicht zu Gesicht geht... tors, werden... Singapore ist übrigens die Stadt man, daß auf der Galerie nur Liebespaare figen... einen Hauch von Ewigkeit. Der Priester, der als In den Straßen von Kanton sieht man oft der Straßenbahnkontrollore. Fast in jeder Station Nur eines darf man in Japan nicht; photogra Führer auftritt, glaubt den europäischen Touristen junge Männer, die eine chinesische Zeitung in der verlangt ein Strecken-, Linien- oder Distriktskonphieren. Mit einem Kodak an Land zu gehen, grenzi noch etwas besonderes bieten zu müssen. Er dreht Hand halten und damit anscheinend zum Beitvertreib trollor die Fahrkarte zu sehen. Man hatte nämlich schon an Verwegenheit und das Knipsen harmlosester einen an der Wand versteckten Schalter und im durch die Luft fuchteln. Alles weitere geht schnell, bemerkt, daß die Straßenbahn bei steigender Objekte bedeutet einen Schritt zum Verbrechen. Viel Nu flammen die hundert Lampen des Lusters vor schr schnell. Einige Passanten bleiben stehen, es ent- Frequenz rapid sinkende Einnahmen aufwies. Teicht ist dieser so romantische Park, den man vor dem dem Altar auf... Japanische Lampen", fügt er hinzu, steht ein Wortwechsel, die Gruppe vergrößert sich. Schwarzfahren ist auch auf ein Grad nördlicher Objektiv hat, ein geheimes Munitionsdepot. Vielleicht wir haben sie sehr billig bekommen". Wo ist die Tumulte und in wenigen Sefunden hat sich die Breite ein beliebter Zeitvertreib. sind diese Tempeltore, die ,, Toris" strategisch wichtige Stimmung von Angfor- Bat? Auf immer ver schönste Balgerei entwickelt. Was ist geschehen? Ganz Jm Universitätsviertel von Zolio sieht man auf- Objekte... Wanderer, der du nach Japan gehst, lasse schwunden. einfach: eine Zeitung durch die Luft zu schwenken und fallend viele Studenten mit dicken, schwarzen Harold- den Kodat zu Hause! Sonst kann es dir so ergehen In der tiefen Panzerkammer der Bank von die Vorübergehenden auf sich aufmerksam zu machen, Lloyd- Brillen. Ist denn jeder japanische Student wie einem jungen französischen Freund, ter ſeine China in Schanghai, wo die Goldbarren neben- gilt als politische Demonstration und die Gegner, die astigmatisch? Nein, wird einem gesagt, aber Brillen zwei reizenden japanischen Freundinnen vor ihrem einander liegenin geringerer Zahl und weniger wahrscheinlich in ihren Taschen die entgegengesetzten gelten in Japan als Zeichen von Gelehrsamkeit, auch Bambushäuschen in Yoshiwara photographierte, um eindrucksvoll als in Ballſtreet und der Banque de Parteiblätter haben, reagieren fofort auf dieſe Hers Fensterglasbrillen. Die Japaner, denen man in wenigstens ein Andenken zu haben. Er wurde festge, France macht man eine überraschende Entdeckung: ausforderung. Wohin käme man Trams und der Straßen begegnet, machen überhaupt einen nommen und ,, wegen verdächtiger Umtriebe und Ges gegenüber den Schränken mit den Goldbarren steht Untergrundbahnen der europäischen Großstädte, wenn merkivürdigen Eindruck. Ihre Kleidung erinnert in fährdung des Nationaleigentums" zu achtundvierzig ein großer, meterhoher Spiegel. Und im ersten der bloße Besiz einer Zeitung eine politische Demon- vielem an die Tenue von Clowns: manche tragen die Stunden Arrest verurteilt. Augenblick sieht man das Gold in imposanter Menge stration bedeuten würde? gestreifte englische Hose, einen Girardihut und dazu Bezuasbedina una en: Bet Buitelluna insaus oder bei Bezug durch die Boit monatlich Ke 17. vierteljährig Kč 51- halbjährig Ke 102. ganzjähru Kč 204- Inserate werden la Tarif billigst berechnet. Nüdstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Boit u Telearaubendirektion mu Eriak r. 13 800 VII/ 193" bewilligt( Kontrollpostamt Braba 25.- Druderei: Orbis". Drud. Verlags- u. Beitungs- A... Prag. S 2 fe it ei in ti un be fa be G ge ge tei G be Gr an Ti na id bie ift bo 03 jed Ar We Pa pra Jo Na Er eri qu