Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erſcheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 75 Heller Rebaltion u. Berwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Berantwortlicher Redakteur: Rarl Rern, Prag 18. Jahrgang Mittwoch, 3. August 1938 Heute Ankunft Lord Runcimans Wenzel Jaksch London. Lord Runciman und Gemahlin find Dienstag nachmittag in Begleitung des ehemaligen Unterhausabgeordneten Peto mit der Eisenbahn nach Prag abgereift, wo sie heute antommen.delis distol ve gun Die Mitglieder des Gefolges Lord Runcimans, Mr. Ashton- Gwatkin, Mr. Stopford und die Stenotypistin Miß Miller, find gestern um 13.58 Uhr auf dem Brager Flugplatz in Ruzyně eingetroffen, wo sie vom ersten Legationssekretär der britischen Gesandtschaft in Prag Troutbed und Mr. Henderson von der britischen Gesandtschaft in Anwesenheit einiger Journalisten begrußt wurden. London. Das Interesse, das die britische Def- Jalle andern Probleme zurüd, es äußert sich aber auch fentlichkeit für die Mission Lord Runcimans an den in anderer, eindrudsvoller Weise. In Cowes hat in Tag legt, drängt in der Londoner Dienstagpresse der Heiligen Dreieinigkeits- Kirche während des Gottesdienstes, dem Lord Runciman beiwohnte, Reberend Patierson ein besonderes Gebet für seinen Erfolg gesprochen, ein Gebet für einen, der im Begriffe ift, nach der Tschechoslowakei au gehen, damit et erfolgreich sei in der Friedenssicherung in diesem Lande. Lord Runciman Aus dem Inhalt: Bilddokument zu einem Henlein- Dementi Die Erhöhung der Unterhaltsbeiträge Sozialdemokratischer Antrag zum Hilfsschulwesen Der siebente Tag der Ebro- Offensive 800 Nr. 180 Wir wollen den Frieden Zu Lord Runcimans Mission Wir würden unsere große Tradition als führer der Lebensinteressen judetendeutsche Friedenspartei verleugnen, woll- aller friedliebenden Sudeten ten wir Lord Runciman mit Stomplimenten und deutschen zu sein. Uns binden keine Befehle Beschwörungen oder aufdringlichen Ratschlägen aus dem Auslande und feinen fremden Machtempfangen. Er fei respektiert als Sendbote eines interessen haben wir zu dienen. In der innenpolis Weltreiches, in dessen Händen ein gutes Stück der tischen Betrachtung sind wir der Aufgabe entho Entscheidung über die Zukunft der menschlichen ben. geschehene Fehler zu beschönigen. Als eine Zivilisation liegt. In welchem Sinne der große Bewegung, die sich friedliche Aufbauziele gesetzt moralische und politische Einfluß Englands in die hat, fönnen wir nicht ohne bescheidenen Stolz von Waagschale der tschechoslowalischen Innenpoliti! uns behaupten, daß unsere engeren Interessen geworfen werden soll, ist eine Sache, die in erster mit dem Interesse des demokratischen Europa an Linie durch das Verantwortungsgefühl der briti- der Herbeiführung des nationalen Friedens in schen Regierung bestimmt werden wird. Sie hat der Republik absolut identisch sind. diese Verantwortung vor dem eigenen Lande und Leitartikel und Berichte der diplomatischen vor dem Forum der demokratischen Welt zu Mitarbeiter der Blätter behandeln Umfang und tragen. Schwierigkeiten der Aufgabe, vor die der Lord und feine Mitarbeiter sich gestellt sehen. Viel Glück". wie der„ Daily Herald" feinen leitenden Artikel überschreibt, ist der Wunsch, den England und mit ihm alle friedliebenden Nationen Lord Nunciman mit auf den Weg geben. Soweit also in den Grenzen menschlicher unzulänglichkeit ein objektiver Standpunkt zu finden ist, wollen wir, von möglichst vorurteilsfreier Betrachtung ausgehend, bei dieser außerordent Die Entscheidungen, die zu fällen sind, be- lichen Gelegenheit unsere Auffassung über die treffen vor allem das Schicksal unseres Landes Voraussetzungen zur Sicherung und aller seiner Bürger. Unser Recht zur Mitbe des Friedens in Zentraleuropa stimmung fann daher nach demokratischen Spiel- entwickeln. regeln überhaupt nicht in Zweifel gezogen wer., Financial Times" berichteten, daß Lord Run- den. Deshalb sei ohne taktischen Vorbehalt unsere Der Friede ist ein teures Gut aller Völker ciman am Montag eine Unterredung mit Chamber Meinung frei und offen kundgetan. Was wir zu und er ist nur zu retten, wenn alle mibe lain in Chequers gehabt habe. Diefe Meldung wurde sagen haben, sei nicht als Meinung einer Partei it i m me nden Faktoren für friedliche inavischen dementiert. Daily Telegraph" will wissen. daß auf Sitlers Wunsch die Vorbereitungen für ein berstanden, welche durch eineinhalb Jahrzehnte die Lösungen Opfer darbringen. Auch Busammentreffen stischen Wiedemann und Runci- führende Poſition in der sudetendeutschen Politi! Deutschland braucht den Frieden. Und die man am Freitag abgesagt wurden, weil anscheinend inne hatte und bei einer Normalisierung der Ver- große Mehrheit des deutschen Volkes- so glau Sitlers Ansicht sich stärke, daß die Kompromißhältnisse wieder die stärkste deutsche Partei im ben wir zu wissen ist von tiefer FriedenssehnDennungen Runcimans teine sonderlichen Erfolgs- Lande ſein wird; es iſt auch unit en bie 23 or t- Reidjes haben in der Hand, einen großen Be redliches Bemü sucht erfüllt. Die regierenden Männer des Dritten hen, in diesen historischen aussichten besiken. 1929 Die Kämpfe um Schang- ku- feng Japanische Befürchtungen vor russischen Luftangriffen Die Nachrichten, die aus dem Fernen Often lommen, widersprechen einander nue in einem Bunkte nicht. Es besteht kein Zweifel, baß die Rämpfe, um Schang- tu- jeng andauern und daß beide Bar. teien bestrebt sind, es in ihrem Befih zu erhalten aber es su gewinnen. Sonst aber gehen die Melbun gen über die Kampfhandlungen so weit auseinander, daß fie ein halbwegs sicheres Urteil vorläufig unmöglich machen. In diesem Augenblick ist aber die Lage auf dem Kampfplah nicht das Eritscheidende. Die einzige Frage von Bedeutung ist die nach den Folgen dieses Zusammenstoßes zwischen der Sowjetmacht und Japan, bie Frage, ob aus dieſem lokalen Zwiſchenfall ein Brand entstehen könnte, deffen Auswirkungen bann freilich unabsehbar wären. Es scheint heute, daß diese Gefahr nicht abwendbar ist. Auf der einen Scite hat auch die entschiedene Erklärung Litwinows, daß Sowjetrußland sich zu keinen Konzeffionen zwingen laffe, nur erneut bestätigt, daß ihm aggressive Absichten fernliegen, auf der andern Seite ist es schwer vorstellbar, daß Japan, in China schwerer fämpfend als es jemand erwarten fonnte, nun auch mit dem militärisch und geistig unweit stärkeren russischen Gegner anbinden wollte. Allerdings darf bei allen diesen Erwägungen nicht übersehen werden, daß, die Politik der japanischen Heerführer in ber jüngsten Vergangenheit schon wiederholt andere Wege gegangen ist als es in den Absichten der Bor. gesetzten in Tokio gelegen war. Auch gestern wieder Kämpfe Totio. Wie das Kriegsministerium mitteilt. griffen Sowjettruppen Dienstag abends erneut im Abschnitt von Tichanglufeng an. Die Kämpfe dauern nach diesem Bericht an. Dazu meldet das japanische Hauptquartier der Korea Armee, baß nach einer Bombardierung durch 15 Sowjetflugzeuge, die um 7.40 Uhr früh erfolgte, um 9 Uhr vormittags ein Bataillon, begleitet von neun Tants, den Angriff eröffnete, der abgeschlagen worden sei. Ebenfalls aus japanischen Kreisen stammt die Meldung, wonach am Montag in den Mittagsstun den 40 russische Flugzeuge einen Anflug auf Nordlorea und Tichanglufeng unternommen hätten, wobei die japanischen Positionen aus geringer Höhe mit Maschinengewehren beschossen worden seien. Gleich zeitig habe eine andere Estader die russisch- koreanische Grenze bombardiert. Auch die Eisenbahnstrede in Nordkorea sei von Flugzeugen bombardiert wor den, ohne ernstlich beschädigt worden zu sein. Schließlich wird ohne nähere Angaben über einen Anflug auf die foreanische Stadt Keito berichtet. Die Japaner behaupten, mehrere Bomber abgeschossen zu haben. Japanische Luftestabren sollen Montag vormit tags einen Demonstrationsflug entlang der mandschurisch- russischen Grenze unternommen haben. Elne Darstellung der Tass Moskau.( Taß.) Die sowjetrussische Preſſe agentur Taß hat an verantwortlichen Stellen fol gende Informationen über den Zusammenstos atvie schen sowjetrussischen und japanischen Abteilungen beim Chajan- See erhalten: Als am 29. Juli d. 3. eine japanische Abtei lung von der Höhe Bezemijenaja vertrieben wurde, trag zur gesamteuropäischen Befriedung zu leisten, indem sie zunächst aufhören, die benachbarte Tschechoslowakei außenpolitisch zu bedrohen und die Eristenzberechtigung dieser Nachbarrepublif, zumindest in propagandistischen Formen, in Zweifel zu ziehen. Sobald Deutschland die Grenzen der Tschechoslowakei respektiert, wird ein großer Teil der Schwierigkeiten einer Verständigung in der Tiefe von 4 Kilometer auf sowjeiruffisches zwischen Tschechen und Sudetendeutschen aus dem Gebiet ein. Nach einigen Stunden stießen hier Ab- Wege geräumt sein. Soweit wir das tschechische teilungen regulärer Sowjettruppen vor und ver- Wolf kennen, wäre es bereit, sehr wesentliche intrieben das japanische Militär aus dem Sowjet- nerpolitische Opfer zu bringen, wenn es dafür er gebiet. Es wurden beiderseits Verluste verzeichnet. höhte außenpolitische Sicherheit eintauschen könnte. Weder vor dem japanischen Einfall, noch während Die Berliner Machthaber haben es in der Hand, des Kampfes überschritten die Sowjetabteilungen die durch ihr Verhalten in den nächsten Wochen die mandſchurische Grenze, was ihnen einen Blanken angriff auf die japanischen Angreifer unmöglich machte. Moskau.( Reuter.) Amtlich wird aus Moskau ge. meldet, daß die Japaner bei den Kämpfen an der sowjetrussisch mandschurischen Grenze in der Nacht nationalpolitischen Verhandlungen in Prag zu stören oder zu fördern. Diese fundamentale Tatfache wird gewiß weder der britischen Regierung noch Lord Runciman unbekannt sein. Opfer Auch die tschechische Politit schüße, 15 Wlaschinengewehre und 157 Gewehre ver- einen friedlichen aus dem Nationalitäten. loren haben. Die Sowjettruppen verloren 13 Tore Streit der Republit zu ermöglichen. Selbst dann, und 55 Verlegte. wenn in Berlin der böse Wille zur Störung der Das Präsidium des Obersten Sowjets der Sow- Prager Versöhnungsaktion noch klarer zu Tage die sie vorher besetzt hatte, konzentrierten die Japaner ietunion hat vier Mitgliedern der Grenzwache an der treten sollte, liegt es an den Parteien und den ihre Abteilungen in der Stärke von etwa einer fowjetrujfisch- mandschurischen Grenze den Orden des führenden Männern des tschechischen Volkes, diefer Tattit möglichst viele unanfechtbare Beweise Division auf der gegenüberliegenden Höhe Zaozer- Noten Sterns verliehen. ihres guten Willens entgegen zu setzen. Als naja, genannt Tichanlufeng", die auf sowjetFreunde des tschechischen Volkes sagen wir, daß russischem Gebiete sich befindet. Am 31. Juli um 3 1hr morgens eröffneten die japanischen Abteilun wirklich einschneidende Veränderungen in der gen unter dem Schuß von Artillerie einen plöblichen Tokio.( Havas.) Aus Furcht vor eventuellen Rechtsposition der Völker notwendig sind, um auch Angriff gegen die sowjetrussische Grenzwache und Luftangriffen haben die japanischfen Behörden der den gemäßigten Sudetendeutschen das Gefühl vertrieben sie von der Höhe Zaozernaja. Gleich- Breffe untersagt, die Wettervorhersage nationaler Existenzsicherheit und den Glauben an seitig eröffnete die japanische Artillerie das Feuer für gans Japan zu veröffentlichen. Nur den Morgen- wirtschaftlich- soziale Aufstiegsmöglichkeiten innerauf die nahegelegenen Höhen und auf die Straße blättern ift es geftattet, die täglichen Wetterberichte Halb der Republik zu geben. In solchen entschei hinter diesen Höhen, um den Vormarsch fotvjet für einzelne Gebiete zu veröffentlichen. Im mittleren dungsvollen Zeiten dürfen nicht die falschen Götrussischer Verstärkungen zu verhindern. Die von Teil Japans in der Gegend von Ofala wurden ver- ter des nationalen Preſtiges angebetet werden. Artillerie unterſtüßte japanische Infanterie rüdte schiebene Schuhmaßnahmen gegen eventuelle Luftan- Was das tschechische Volt seinen deutschen und anMANDSCHUKUO. SOWJETRUSSLAND UMEN WLADIWOSTON SCHAN FENC HUNSCHU YENKI EPOSJESD RASCHIN RASCHIN Junio KOREA Das Geblet von Hunschun Nervosität in Japan griffe getroffen. Auf der Börse fanden die Ereignisse starken Wiberhall und eine große Zahl der Börsenwerte büßten ein biß fieben Punkte ein. Insbesondere wurden Baumwolle, Runstfcibe und Spekulationspapiere in Mitleibenfchaft gezogen. dersnationalen Mitbürgern großzügig an gesicher wird es durch eine neue, friedliche Aufblüte des ter demokratischer Gleichberechtigung einräumt, Staates reichlich zurückgewinnen. Im Interesse des nationalen Friedens ist es notwendig, daß die tschechische Politik mutig alle störenden Remi riszenzen aus der Vorkriegszeit liquidiert und den Einer Melbung ber Agentur Domei zufolge Weg zum Ausbau der Republik in eine Heimat tagte am Montag eine Sonberkonferenz unter dem freier und gleichberechtigter Nationalitäten einWorks bes Kriegsministers General Itagaki, an der schlägt. Manche aktuelle Verlegenheit wäre abgeaud, zahlreiche hohe Militärkommandanten teilnahmen. Es wurde, wie Domei berichtet, beschloffen, an ber fowietruffifch- mandschurischen Grenze festzuhal ten. Ferner wurde befchloffen, keine Provokation her. pergurufen" und die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen. Auch biefe Nachricht, obwohl fic von ruffifchen Brabolationen fpricht, läßt wie andere darauf schlie. Zur friedlichen Entwirrung der Lage müss fen, baß man in Tokio Bedenken zu bekommen scheint. sen auch die Sudetendeutschen ihren wehrt worden, hätte die versöhnliche Stimme des demokratischen Sudetendeutschtums schon in frü heren Jahren die verdiente Beachtung gefunden; umso notwendiger ist es, diese Stimme heute nicht zu überhören. «eit, 2 Mittwoch, 3. August 1938 Nr. 18V Beitrag lei st en. Materiell können sie au» einem Erfolg Ser Verständigung-öd« nur ge- Winnen. Freilich aber mutz die Illusion geopfert werden, daß der Anschluß an das Dritte Reich oder die Zerstörung dec Republik ohne Krieg und ohne tödliche Gefährdung des Sudetendeutschtums erreichbar sei. Die Rettung Europador unabsehbarer kriegerischer Verwicklung fordert von den Sudetendeutschen da- Opfer der Entsagung auf nationalstaatlichen Zusammenschluß aller Deutschen, der nur um den Preis dauernder Verfeindung mit allen Nachbarvölkern erreichbar wäre. Sie tauschen dafür eine ehrenvolle und voraussichtlich dauernde Exi st e nz s i cherung ein. Sie können dem deutschen Muttervolti als Brückenschläger zur großen slawischen Welt unermeßliche Dienste leisten. Ein Sudetendeutschtum, welches in historischer Stunde für Frieden und Verständigung optiert, hätte damit die Sympathien aller friedliebenden Nationen des Erdballes erobert. Die Sudetendeutschen müssen darauf verzichten, den Machtinteressen des Nationalsozialismus zu dienen, wollen sie nicht selbst für sic hingeopfert werden. Nun aber drängt sich noch eine Erwägung auf. Die großen Demokratien des Westens wollen den Frieden in Zentraleuropa erhalten. England braucht für seine Empire-Politik den Rückhalt eine- friedlich geordneten Kontinents. Ist e« unbescheiden zu verlangen, daß auch die westlichen Demokratien einen praktischen Beitrag de- sudetendeutschen Problem- leisten? Die Leben-probleme unsere- Volke- erfordern ebensosehr politische wie ökonomische Lösungen. In großen Teilen hat c- sich der Gewaltlehre de- Nationalsozialismus zugewendet, weil es fürchtete, als industrielle- Exportvolk in diesem kleineren Binnenland keine Zukunft zu haben. Der Glaube allerdings, daß die sudetendeutschen Exportindustrien in der autarken Krieg-Wirtschaft Großdeutschland- besser gedeihen würden, beruht auf tragischen Irrtümern. Es gibt nur einen Weg, die werktätigen Massen der Sudetendeutschen von diesem Irrglauben zu befreien; indem ihnen aufdemVodende- tschecho slowakischen Staates die Aussicht auf umfassende«> Wiederaufbau ihrer wirtschaftlichen und sozialen Daseinsgrundlagen eröffnet wird. In dieser Richtung hat die deutsche Sozialdemokratie immer wieder wohldurchdacht« Vorschläge erstattet. Diese Bemühungen sind aber in den letzten Jahren zumeist an der Tatsache gescheitert, daß der Staat alle seine Mittel für die gewaltigen Aufgaben der nationalen Verteidigung zusammenraffen muhte. In den durch die Krise sehr devastierten sudetendeutschen Industriegebieten wären großzügige öffentliche Arbeiten erforderlich, billige. Kredite für die Exportindustrien, ferner besondere Maßnahmen zur Förderung neuer Jndustriegrün» düngen. Wenn aber die politische Unsicherheit noch einige Monate andauert, dann wird die wirtschaftliche Seite de- sudetendeutschen Problem- durch weitere Kapitalsflucht und Exportstockung bi- zur Unlösbarkeit verwirrt. Die gerechteste politische Lösung wird auf den Ruinen einer zu- sammengebrochcnen Wirtschaft keine Beruhigung mehr bringen können. Darum sollte nach unserer Meinung die politische und di« wirtschaftlich-soziale Befriedung der Sudetendeutschen gleichzeitig in Angriff genommen werden. Dazu sei hier ein konkreter Vorschlag erstattet. Die Regierungen von Paris und London mögen erwägen, ob nicht eine eng lisch-französisch-amerikanisch«. Hilfsanleihe für die-ökonomisch-soziale Sanierung der Sudetengebiete, garantiert durch den tschechoslowakischen Staat, ein entscheidender Beitrag ziirMefferting der Lage sein könnte. Da« Dritte Reich könnt« nicht längep die sudetendeutsche Not all Vorwand für seine agrcsstv« Politik mißbraucht». Die gemäßigten Sudetendeutschen würden neu« Hoffnung schöpfen. In den Hütten unsere- tüchtigen und fleißigen Volke- hielte neuer Lebens« Das Parlament wieder vertagt Prag. ES bestand bi- vor kurzem die Absicht, mit der parlamentarischen Behandlung de- Nationalitätenstatuts Anfang August zu beginnen. Die außenpolitischen Ereignisse, die, zur Entsendung Lord Runciman- nach Prag führten, änderten sedoch auch di« für die parlamentarisch« Behandlung de- Nationalitätenstatuts getroffenen Dispositionen. Au- diesem Grunde wurden dem Abgeordnetenhaus, das am 2. August nach längerer Pause zusammentrat, lediglich solche Vorlage» überreicht, die mit dem Nationalitätenstatut nicht zusammcnhäng«n. Da» Statut selbst wird erst nach der BcrmittlungSarbeit de- Lord Runciman der parlamentarischen Behandlung zugeführt werden. Da- Abgeordnetenhaus vertagte sich nach einer Sitzung, die nur 23 Minuten dauerte, auf unbestimmte Zeit. In Koalitionskreisen ist man der Ansicht, daß da» Parlament am 24. August wieder zusammentreten werde, doch ist eS wahrscheinlich, daß der Wiederzusammentritt noch viel später erfolgen wird. Nach der Eröffnung der Sitzung leisteten zunächst die Abgeordneten Arthur Nickel au» Weißkirchkid und Josef K ü r b e l au» Winterbcrg den Abgeordneteneid. Diese beiden EdP»Abgeordneten bekamen da- Mandat der früheren Abgeordneten Otto Liebl und Ludwig Wagner, die gegen die Führung der SdP in Opposition standen. Gleichzeitig teilte der Vorsitzende Malypetr mit, daß der SdP-Abgeordnete Benno Fischer in einer Zuschrift vom S. Juli mitgeteslt bat, er begebe sich seines Mandat». Nach der Zuweisung einiger Vorlagen an die zuständigen Ausschüsse wurde die Sitzung geschlossen. Sozialdemokratischer Antrag zum HllfSschulwesen Prag. Die sozialdemokratischen Abgeordneten Irene Kirpal, Hladkh und Genossen brachten einen Antrag ein, der di« Verbesserung de- Gesche» über die Hilfsschulen verlangt. Nach diesem Antrag soll die Höchstzahl der Kinder in einer Hilftschulklafle 18 betragen. Wird diese Zahl überschritten, so ist«ine zweit« Klass« mit einer zweiten Lehrstelle zu errichten, bei mehr al» 30 Kindern wären drei Klassen und drei Lehrstellen einzurichten usw. In der Begründung wird darauf hingewiesen, dah schon im alten Oesterreich die Höchstzahl der Kinder in einer Hilst- schulklaffe mit 18 festgesetzt war und daß schwach befähigte Kinder einer besonderen Betreuung bedürfen. Da auch die Hhchstschülerzahl an den Volks- und Bürgerschulen herabgesetzt wurde, sei eine analoge Maßnahme im HilsSschulwesen gerechtfertigt, um so mehr, al» die finanziellen Erwägungen, die früher zur Festsetzung einer Höchstzahl von 20 führten, angesichts der verringerten Dchülerzahl nun wegfallen. Das Ziel de» Antrages sei eS, die Auslassung von HilsSklassen zu verhindern. mut Einzug. Oie Weltdemokratie' hätte sich « durch eine solche Tat angesichts«ineS gefährlichen Unruheherds nicht nur als Ratgtzber, sondern auch .als Helfer bewährt. Dieser Vorschlag sei am Tage>ee Ankunft Lord Rnncimmi« zur Diskussion gestellt. I Er entspringt unserer tiefen Sorg« um die Zukunft der Sudetendeutschen und unserer Bereitschaft, der Sache des europäischen Friedens zu dienen I Besserstellung der BÜrgerschul-Lehrer Prag. Die Regierung unterbreitete dem Abgeordnetenhause einen Gesetzentwurf, durch wellhen da» Lehrevgesetz abgeändert wird. An den Bürgerschulen herrscht- dauernder Mangel an wissenschaftlich vorgebildeten Lehrern mit Reifeprüfung für Bürgerschulen, obwohl an Volksschullehrern Ucbcrfluß herrscht.' Im Mnjsen Staate gibt c» noch nicht ein Fünftel qualifizierte Lehrer für Bürgerschulen. Di« Hauptursache für diesen Mangel muß man aber darin suchen, daß den Lehrern bei dem Uebertritt von der Volksschule zur Bürgerschule nur eine unbedeutende Erhöhung de» Gehaltes gewährt wird, nämlich bloß 780 Xe jährlich und bei den älteren Lehrern 1080 XL jährlich und daß dieser Betrag noch um eine Reih« von Abzügen vermindert wird, so daß in manchen Fällen für den Lehrer aus der Ernennung an eine Bürgerschule überhaupt kein materieller Vorteil entsteht. Deswegen soll durch das vörgeschlagcne Gesetz die erwähnte UebergangSzulage auf jährlich 2400 XL erhöht werden. Für die Handarbeitslehrerinnen(Haushaltungskundc),. die in dieser Hinsicht ebenfalls schlecht gestellt sind, wird erst durch diesen Entwurf«ine UebergangSzulage in der Höhe von 1200 XL jährlich eingeführt. Qualifizierten Vertretern der wissenschaftlichen Lehrer an den Bürgerschulen, die bisher keine Entschädigung für die Vertretung erhielten, soll eine Substitutionszulage von jährlich 1800 XL gewährt werden. Für die Vertreter der Direktoren und Schulleiter soll«in« Entschädigung für die Leitung der Schule in Höhe von 70 Prozent der Direltorenzulagcn gewährt werden. Durch das neue Gesetz soll auch die Unzukömmlichkeit beseitigt werden, daß bei der Unterbrechung des Dienstes an der Bürgerschule die Zeit, die schon im Dienste an einer Bürgerschule verbracht worden war, bei einer Neuernennung verloren geht. WaS von den wissenschaftlichen Lehrern gesagt wurde, wird auch für die besonderen Religionslehrer gelten. Da» Ziel des Gesetze» ist e», die Bürgerschulen mit ordentlich qualifizierten Lehrern zu versehen, die besonder» deshalb notwendig sind, weil man von der Durchführung des Gesetze» über die Sprengel-Bürgerschulen eine bessere Entwicklung der Bürgerschulen erwartet. ein neues StraSengesetz Prag. Di« Regierung hat am 2. August dem Abgeordnetenhause das neue Strahengesetz vorgelegt. Im Motivenbericht wird ausgesührt, daß die uneinheitlich« Organisation de» Straßenwesens Anlaß zur Vorlage der Gesetzentwurfes ist. In der Tschechoslowakei werden vier Kategorien von Straßen unterschieden: Staat»-, Lande--, Bezirks- und Gemeindestraßen. Durch den Zusammenschluß der Länder Böhmen, Mähren-Schlesien, Slowakei und Karpathorußland zu einem Staatsganzen sei die Unifizierung de» Straßenwesen» in diesen einzelnen Ländern not« ’ Klubsitzung j der deutschen Sozialdemokraten Prag. Der Klub der Abgeordneten und 8e« natoren der Deutschen soziasiiemokratischen Ar- t beitcrpartci hielt unter dem Vorsitz des Abg. Dr. c C z c ch«ine Sitzung ab,li um zu den aktuelle» t Problemen Stellung zu nehmen. Der Partei- , Vorsitzende Jak sch erstattete einen Bericht über I den gegenwärtigen Stand der nationalpolitische» I Verhandlungen, den Abg, Taub durch einen Bericht über Beratungen de» Parlamentspräsidiums ergänzte.. Nach einer regen Debatte, an der K i r p a l, Dr. C z« ch, Hackenberg, Dr. Heller, Dr. Wiener und K r e j L i teilnahmen, faßte Dr. C z e ch das Ergebnis der Aus« ' spräche zusammen, worauf der Klub di« entspre« , chenden Vorkehrungen für die parlamentarische Beratung der nationalpolitischen Vorlagen faßte. wendig geworden. DaS Straßennetz sei zu revidieren und zu ergänzen. Der Gesetzentwurf sieht Bestimmungen über die Deckung des Kostenaufwandes für Straßenbauten und-Umbauten vor, enthält Enteignungsbestimmungen, Richtlinien für die Straßenpolizeiordnung usw. Erhöhung der Unterhaltsbelträge Prag. Dem Abgeordnetenhaus wurde ein RegierungSgesetzentwurf vorgelegt, mit welchem die Vorschriften über den Staatsunterhaltsbeitrag geändert und ergänzt werden. Diesem Entwurf zufolge soll der bisherige Staatsunterhaltsbeitrag für die Angehörigen der zum Militärdienst einberufenen Person um 78 Prozent erhöht werden. Diese Erhöhung' soll bereits die Zeit vom 21. Mai 1938 betreffen. Durch die neue Stilisierung de» Gesetzes wurde ausgedrückt, daß Anspruch auf den Unterhaltsbeitrag die Angehörigen dec«inüe- rufenen Personen ohne Rücksicht darauf haben, ob der Einberufene, von dem ihr Unterhalt wesentlich abhing, vor Antritt de» Militärdienstes im Angestelltenverhältnis oder ob er selbständig erwerbstätig war. Für di« Staat-Verteidigung. Der Jubi- läum-fondr der Staatsverteidigung erreichte gemäß dem Ausweis des Arbeitsausschusses am Montag, den 1. August, 411,818.438 XL und weist gegenüber dem SmnStag einen Zuwachs um 2,727.118 Xi auf. Die Zahl der Spender hat sich um 2836 auf insgesamt 181.681 Personen erhöht. Di« Erleichterungen im Exekution»- und Konkursverfahren. Das Präsidium des Bera- tungSauSschuffe» in Angelegenheiten de» Geldwesen» in Prag hat über die Situation verhandelt, Ivie'sie' sich stach Ablauf dir Wirksamkeit der Regierungsverordnung Nr. 77/1936 Slg. d. Ges. u. vdg. darstellt, durch die Erleichterungen für Arbeitslose und Gewerbetreibende im Exekutionsund Konkursverfahren festgesetzt waren. Alle Kategorien des Geld» und Bankwesen» werden aufgefordert, in Fällen, wo es sich um Schuldner handelt, die bisher Erleichterungen genossen, und ohne Bedrohung ihrer Existenz ihre Schuld gemäß der Vereinbarung nicht bezahlen können, den Schuldnern im Rahmen der Möglichkeit entgegenzukommen und damit so wie vor der Herausgabe der Bestimmungen zum Schuhe der Arbeitslosen und Gewerbetreibenden ihr Verständnis zu beweisen für die schwierige Situation der sozial schwachen Schichten. 35 I Zwischen I Mann und Kind ' Roman von Llli Körber■ Frau Martha ging aus dem Perron auf und ab und warf sich vor, daß sie nicht an das Wiedersehen mit der Schwester dacht«, sondern daran, wa» sie morgen kochen sollte, war nicht ärmlich und doch nicht zu teuer wäre. Er ging doch Wohl nicht gut an, für die Schwester ein Schnitzel abbraten zu lassen, während die Kinder und sie selbst sich mit Linsen und Kartoffeln begyügten. Nein, dann müßt«» sie schon alle Schnitzel essen. Sie rechnete nach, WaS dar kosten würde. Und diese Woche kam gerade die Mehrausgabe, da» Telephon für zwei Monate, im August wurde nicht abze» lesen. ES War eine Gchiväche von ihr, daß sie da» Telephon nicht aufgab, aber sie brächte eS nicht fertig. So«in Tratsch mit Wally hätte ihr schön öfter» Wohl getan, und schließlich, wenn man sich sonst nicht» gönnte... Eine Unruhe ging durch die Bahnhofshalle, Bahnbeamten, Träger und Publikum nahmen die Posituren vonTheaterbesuchern an, wenn der Vorhang aufgebt, pompös und triumphierend federte der Expreß in elegantem Bogen dem Perron zu... ES ist etwa« Eigentümliches um die Psychologie deS Reisenden. Tag für Tag schlägt man mit unnützen Gesprächen und unnützen Gedanken die Stunden tot, aber im Zug oder auf dem Dampfer wird plötzlich jedem Müßiggänger die Zeit kostbar. Eine Verspätung von zehn Minuten bringt ihn zur Raserei, so eine Eile hat er anzukommen, obschon er, auch an Ort und Stelle angelangt, nicht» andere» tun wird, al» im Zug: Essen, Zeitungen lesen, sich unterhalten, nur daß er auf der Fahrt mehr Abwechslung hat: er sieht eine neue Landschaft und neue Gesichter, kann alte Witze erzählen, die seine Bekannten schon gehört haben. Doch daS Schönste beim Reisen: eS gibt selbst dem gelangweiltesten Sterblichen Sinn und Ziel, dazu einer bestimmten Stunde fahrplanmäßig erreicht werden muß. Er hat eine Aufgabe zu erfüllen: anzukommen. Und er kann eS kaum erwarten, bei der Ankunft drängt er sich zur Tür, um ja der erste zu sein, steigt über Handkoffer, stößt andere Zielhungrige beiseite, brüllt:„Trägers", vorwärts stürmend wie ein Jockey beim Rennens Im Mitropawagen war es luftiger, heute fuhr der überwiegende Teil de» Publikum« dritter Klaffe, vereinsamt schaukelte die samtbeschlagene erste Klasse mit einem einzelnen Passagier, einem Ausländer aus einem valutastarken Lande, den die Wartenden am Westüahnhof anstarrten wie einen Kinostar. „Marthai" StanziS blonder Kopf beugte sich aus dem Touptfenster. Sie war noch/ immer behend und jung in ihrem braunen Reisekostüm, sie sprang auf den Perron und umarmte die Schwester mit jener anmutigen, unmittelbaren Lebhaftigkeit, die ihr stet» alle Herzen gewonnen und in Frau Martha immer das quälende Gefühl erweckt hatte, selbst plump und schwerfällig zu sein. „Martherl, wie geht es dir? Träger, wo sind Sit? Gott, ich habe vergessen, auf seine Nummer zu schauens Wa» machenden» diese Leute da? Warum kommen sie nicht heraus? Ach, richtig, hier, gibt es Bahnsteigkarten l Also weißt du, wegen der paar Groschens Na, und da» ist wieder einmal Wien! Wie au-gestorben, wenn ich an London denke... Hast du schon«in Auto, Martha? Passen Sie auf, daß der Schranktofier nicht herunter« fällt, Ehaufieurl" Sie hatte noch immer mit keinem WoÄ'nach den Kindern gefragt. Sie sah durch» Fenster dir Mariahilferstraße, feierte gerührt Wiedersehen, immerhin die Heimatstadt; und Martha blickte verstohlen auf den Taxameter. Natürlich, sie mußte dar Auto bezahlen. Schon drei Schillinge. Gewiß, man mußte ein Auw höben, wenn Stanzi so viel Gepäck hatte. Also wollte sie lange bleiben... Stanzi wandte ihr lächelnde» Gesicht Martha zu, strich ihr über den Arm und sagte: «Ich freue mich, dich wiederzusehen, Mar« therll" von den Kindern noch immer keine Silbe. „Wie-geht er deinem Mann?" fragte Martha. „Ach ja. Er arbeitet und arbeiwt und arbeitet. Weißt du, wenn ein Mann älter wird, ist er grauenhaft, dann ist ihm sein Beruf die Haupt, fache. Er sagt, er arbeitet für mich. Mer ich qlaube er nicht, dar ist nur eine faule Ausrede. Na, und dann kommt e» eben wie et kommen muß." „Wie muß e» denn wmmen?" „Ach, ich erzähl dir da» ein andermal, vielleicht... Ich habe allerhand Probleme,-weißt du... deswegen bin ich eigentlich nach.Wien-ac- lommen. Rein, ich erzähle dir da» spätes Hast du auch jemand? Nein? Also da» begreife ich nicht, da der chmk Gustav schon so lang« wt list... Immer nur chitdenHindern?" Endlich'hatte-sie die Kinder erwähnt, Meb aber nicht dabei.'■-.-j i i„Was jst denn dq»? Ich habe piraessm. Dpi Verkehcsbüro? Warum bleibt er Plötzlich stehen? Ach, eine-Hreuzunä,' Endlich estit Kreuzung. Warum bist du eigentlich nie zu mix nach London gekommen, Martha, da» ist nicht nett von dir. D-rt hättest du bestimmt jemanden gefunden. Hier sind die-Männer langweilig! d«nkn nur an sich und habe» kein Geld..." _„Drei Schilling, fünfzig," dachte' Fran Mariya,..das,axht nicht, warum soll ich, sie nicht bitten, dach Auto felbsrzu zahlen? Für sie ist es «ine Kleinigkeit. Aber sie wird mich auSlachen, lute die Leute am Westbahnhof, die sich die Bahnsteigkarte.ersparen wollten... Daß ich so eitel bin... Immer, immer bin ich schlecht und dumm mit ihr... vier Schilling... da» kann ich nicht zahlen, ich habe kein Recht, für sie so viel auszugeben, wenn die Kinder Wintersachen brauchen..." Der Chauffeur öffnete den Wazenschlag: «Soll ich den Hausmeister rufen, gnä' Frau, wegen dem Gepäck?" Wer Steffi kam schon di« Treppe heruntergelaufen und landete am Wagen, gerade als Frau Martha zögernd die Tasche auffchloß und da» Portemonnäie herauSzog. „Küß d' Hand, gnä' Frau," sagte sie zu Stanzi.„Gut gereist? Gnä' Frau müssen vier Schillinge für da» Auto zählen und noch ein Trinkgeld dem Chauffeur geben." „Ach sa, natürlich, Marcha, laß' dar, ich habe österreichische Schillinge. Gott, war für komischer Geld, mit einer Heiligen drauf, bei uns in England..." -> Also so ganz hatte sie di« Kiwder nickt vergessen» denn sie brachte ihnen Geschenke mit. Sie kniet« vor ihrem Schrankkoffer in Marthas Zimmer, da» diese ihr abgetreten hatte— für diese Zeit wollte sie in» Kinderzimmer übersiedeln, zu Franzt, Robert sollte bei Werner schlafen. Stanzi fiagie nur flüchtig:„Mach' ich dir nicht zu große Umstände, Martha? Sonst geh' ich in» Hotel, sag' e» mir aufrichtig, e» spielt wirklich keine Rolle.." Und wieder war Frau Martha feig gewesen, albern feig. Wgpum nicht einfache sagen:„Ja, licbeStänzi, wenn e» bei dir wirklich-kein- Rolle !spielt, dann..." Aber sie beteuerte erschrocken: „»Nein,-- nein,' ich freue mich, dich bei mir zu haben/" und verachtete sich und kam sich erbärmlich vor,'.-..‘■; (Fortsetzung folgt).' T Ses Dr. Len eis ber en en fts an Dr. ils 18. es dje te. Fes e= Its ts ür in m rf g 1 1. ai EEEEEEE 1, Eg ..nbnb. Mr. 186 Der siebente Tag sive der Ebro- Offensive Tortoso.( Ag. Efp.) Die Ebro.Offensive entwickelt sich planmäßig. In fiebentägigen Kämp. fen sind die republikanischen Divisionen etwa 35 Kilometer tief in das vom Feind besetzte Gebiet Mittwoch, 3. August 1938 Sudetendeutscher Zeitspiegel Seite 3 instoßen und haben von Cherta im Süden bis Henleins Tischgespräche Arbeit zu Berle gegangen sind und wie ver- mit dem Strieg zu leugnen und nun leugnet er zum Abschnitt von Fayon im Norden eine neue durchgehende Front von 40 Kilometer Breite gebildet. betveisen, wie verantwortungsbewußt sie bei ihrer nung widerrufen, um dann abermals die Drohung Noch ist die Affäre des Henlein- Interviews antwortungslos die SdP ist. Was soll man von wieder, geleugnet zu haben. Zeigt das nicht aufs mit dem englischen Journalisten Ward Price in einer Parteiführung halten, die den Empfang| neue, daß Henleins Politik nicht von ihm, sondern Die feindliche Gegenwirkung hat sich in den Erinnerung, das vom„ Stabe" der SdP demen einer ausländischen Journalistin durch den Füh von einer anderen Instanz bestimmt wird? Weil lehten beiden Tagen an zwei Punkten organisiert: tiert wurde, weil es die Aeußerung enthielt, daß rer" am Eingang feines Hauses hinterher für eine das so ist, sind die Gespräche, die Herr Henlein bei Gandesa im Mittelpunkt des Ebrobogens und die fudetendeutsche Frage zu einem Striege führen zufällige" Begegnung erklärt, und was soll man im Schatten Wallensteins in Eger führt, nur unauf dem nördlichen Flügel der Front zwischen könnte, das aber auf den energischen Proteſt Ward von einem Führer" halten, der mit ausländischen verbindliche Tischgespräche, die immer die Möglich Journalisten Tischgespräche" führt, deren Inhalt teit offen lassen, daß man's nach Tische wieder anPrices hin von Konrad Henlein in einem eigenFayon und Pobla de Mafaluca. Die Lage der Stadt Gandesa iſt hoffnungslos geworden. Die händigen Entschuldigungsbrief dann doch bestätigt mehrere Zeitungsspalten füllt, zu denen er sich ders liest. Die ausländischen Journalisten haben nun republikanischen Truppen haben ihre Linien vom werden mußte. Die Affäre hat sich nun wieder aber nicht bekennt, wenn er nicht durch Beweise Often her bis an die ersten Hänfer vorgeschoben. holt: die amerikanische Journalistin Baula Lec dazu gezwungen wird? Man muß den Eindruck schon ihre Erfahrungen im Umgang mit Herrn Die Hauptstraße Gandesa- Alcaniz, der einzige I er hat den judetendeutschen Führer in Asch auf gewinnen, daß es sich hier um einen Führer" Senlein. Wir wollen hoffen, daß diese Erfahrun Weg, auf dem die Nebellen bisher noch hatten gesucht und dann bei den Egerer Festspielen ein handelt, der sich scheut, auf irgend etwas festgegen auch Lord Runciman vorsichtig machen Berstärkungen heranziehen können, ist praktisch längeres Interview mit ihm gehabt, in dem Herr bie Drohung sofort geleugnet. Er hat die Ableug-„ Tischgespräche führen wird. legt zu werden. Er hat mit dem Krieg gedroht und werden, wenn er seinerseits mit Herrn Henlein unbenutzbar geworden, nachdem die Republiktrupven beiderseits der Straße und in geringem Abftand von ihr bis 8 Kilometer westlich von Gandesa vorgedrungen sind und die Straße unter Feuer halten. Zur Niederkämpfung der Rebellen im Abschnitt Gandesa haben in den lehten 48 Stunden die republikanischen Bomber viel beigetragen. Von besonderer Heftigkeit war die Gegenwirkung der Rebellen im Raum zwischen Fayon und Poble de Masaluca. Nach schweren Kämpfen, die seit Sonn, tag früh tobten und an einem Teil des Montags noch andauerten, ist der Widerstand des Feindes gebrochen worden. Die strategische Schlüsselstellung der Nebellen beim Friedhof von Pobla ist im Sturm genommen nnd der Vormarsch nach Westen fortgefekt worden. Die erfolggekrönte Ebro- Offensive hat die Teruelfront entlastet und das wird von den Nepubliktruppen planmäßig ausgenügt. Längs und beiderseits der Straße Teruel- Sagunto haben fie ihre Linien vorgeschoben und im Abschnitt des Fluffes Guadalaviar wurden durch mit großem Elan durchgeführten Angriff der gleichnamige Ort sowie Griegos und Fios den Rebellen entrissen. Diese drei Orte bedeuten in der Hand der Repu blikaner eine schwere Bedrohung der feindlichen Stellungen von Teruel und ihrer rüdwärtigen Verbindungen. Die Operation wird fort gefekt. Hodgson wieder in Burgos Burgos. Der englische Agent Hodgson ist Montag abends nach mehrwöchentlichem Ausenthalt in London wieder in Burgos eingetroffen. Berliner USA- Botschafter nach Prag und Warschau Berlin. Der Washingtoner Korrespon dent des DNB meldet: Nach der Rückkehr... Der SdP und der gleichgeschalteten Presse wird es keine Freude bereiten, daß viele SdP Arbeiter, die der Lüge vom„ Arbeiterparadies" Deutschland Glauben schenkten und nach dort gingen um Arbeit zu finden, nun enttäuscht wieder in die vielgeschmähte Republik zurückkehrten, bzw. zurückkehren wollen. Dieser Tage erst berichtete der„ Sudetendeutsche Zeitspiegel" von einem Dankschreiben dieser enttäuschten Arbeiter an den Generalkonsul in Hamburg, in dem sie mitteilen, daß sie sich glücklich schätzen, wieder in der schönen Heimat angekommen zu sein und ihre Bereitschaft erklären, jederzeit mit erz und Sand für unsere ESN als ganze Männer einzustehen". Aber selbst in ihren frampfhaften Versuchen, diese Tatsachen zu verwischen, passiert der gleich geschalteten Presse doch manchmal ein Malheur. So schrieb die Reichenberger Zeitung" vom Freitag, daß es den einzelnen Arbeitern so ziemlich freigestellt ist, wie lange sie täglich arbeiten wollen... 60 Wochenstunden sind gang und gäbe." Wir wissen, daß in Deutschland Wirklichkeit verpflichtet ist, noch mehr als 60 nichts freigestellt ist und daß der Arbeiter in Stunden schwerste Straßenarbeit zu machen. dies zu verlassen ist, auch die Ablehnung, die sie Für die Heimkehrer entscheidend, das ParaSudetendeutsche bei den reichsdeutschen ArWieder eine Wirtshausrauferel Henlein zur Abwechslung erklärte, er könne die Versicherung geben, daß uns niemals ein Krieg An der Levante- und Estremadurafront war dazu dienen wird, das sudetendeutsche Problem zu der Montag recht ruhig, nicht zum wenigsten inlösen, welche Schwierigkeiten sich auch ergeben folge der Abziehung von Francotruppen an die mögen." Und auch von der Forderung, ein Pleale Ebrofront. biszit zu veranstalten, ist Henlein in diesem Interview entschieden abgerückt. Der Inhalt des Interviews war also von dem des Ward- Price Interviews recht verschieden, das Nachspiel war aber dasselbe. Die SdP hat wieder und fast Prag.( Amtlich.) In Lubenz im Bezirke Lu mit denselben Worten wie damals dementiert. Sie diß faßen Sonntag, den 31. Juli, im Gasthause des hat geleugnet, daß ein Interview überhaupt statt- Adalbert Wilhelm einige Ortseinwohner, unter ihnen gefunden habe. Es habe sich, wie die Zeit" schrieb, ein gewisser Lerch, der die Anwesenden mit vernur um die freie Wiedergabe eines zufälligen schiedenen Scherzen unterhielt. Lerch begann sich mit Tischgespräch s" gehandelt. Aber Herr Hen- einem anwesenden Unteroffizier zu unterhalten und lein hat seinen Besuch unterschätzt; Paula Lecler führte verschiedene militärische llebungen und Komhatte nämlich, anscheinend ohne Henleins Wissen, mandos vor. Unterdessen betrat das Gafthous der cine photographische Aufnahme von ihrem Emfang Sohn des Lerch, der, obwohl er die Gewohnheiten durch Henlein an der Tür seines Ascher Hauses seines Vaters gut kennt, dem Unteroffizier zu drohen machen lassen und auch Aufnahmen von dem In- begann, er werde nicht zulassen, daß mit seinem Vaterview ſelbſt, das später in Eger stattfand. Mit ter Dummheiten getrieben werden und begann den einer vornehmen Geste, der man die Ironie an- Unteroffizier zu stoßen. Der Gastwirt veranlaßte alle mertt, hat der„ Daily Telegraph", der als erster Gäste zum Verlassen des Gasthauses. Als der Unterdas Interview gebracht hatte, eins dieser Bilder offizier vom Hofe des Gasthauses auf die Straße ( von dem eine Stopie auch in unseren Besiz ge- hinausgehen wollte, wurde aus einer Gruppe von langt ist) als einzige Antwort auf das Dementi Burschen, die sich inzwischen vor dem Gaſthause auder SdP veröffentlicht. Und der„ Paris Soir" hat gesammelt hatte, gegen ihn ein Stein geworfen, der das dementierte Interview erst nach dem Dementi ihn an der linken Hand traf. Unmittelbar darauf veröffentlicht, ohne die Ableugnung überhaupt zur folgten weitere Steinwürfe gegen den Unteroffizier, vorläufig unterbrochen? Kenntnis zu nehmen. Man scheint also nach den der, um einen Angriff auf sich zu verhindern, aus der Erfahrungen, die man gemacht hat, in der aus- Dienstpistole einen AI armschuß abgab. Kurz Paris. Dienstag traf der Leiter der franzö- ländischen Preise die Rückzugsmanöver, welche die nach dem Schuß kam vor das Gasthaus der Baufischen Botschaft in Rom Blondel in Paris ein. Mit dem gleichen Zuge traf auch auf der Reise SdP regelmäßig nach jedem Führer- Interview führer František Ben da. Der Sohn des Lerch trat nach London der britische Botschafter in Nom Lord veranstaltet, nicht mehr tragisch zu nehmen. Ja, auf diesen zu und schlug ihm mit einem Perth in Paris ein. Es heißt, daß beide Diplo die Dementis der SdP geben den Journalisten, Steinsoheftig gegendielinte Wanze, die Herrn Henlein aufsuchten, erst Gelegenheit, zu daß Benda zu Boden stürzte. Lerd maten zu ihrem ordentlichen Urlaub angekommen jind. Das scheint, so nehmen diplomatische Kreise an, zu erweisen, daß bis auf weiteres leine Verhandlungen zwischen London und Nom über die Infraftießung des britisch- italienischen Baltes zu erwarten sind. Das Staatsdepartement gab Dienstag bekannt, daß der amerikanische Botschafter in Berlin, Wilson, Dienstag eine etwa einwöchige Reife nach Prag und Warschau angetreten habe. Wilfon habe keine besonderen Aufträge. Seine Meise entspreche der unter den amerikanischen Botschaftern in Europa üblichen Gepflogenheit, in regelmäßi gen Zwischenräumen einander aufzusuchen und Informationen auszutauschen. Englisch- italienische Verhandlungen JLP wieder in die Labour Party? London. Daily Telegraph" weiß zu berichten, daß die unabhängige Labourparty sich voraussichtlich demnächst mit der Labour Party vers einigen werde. In der Sigung des Erefutivkomi tees am Montag seien die Vertreter der unabhängigen Labour Party dahin informiert worden. die Verhandlungen über die Rückkehr zur Labour Party fortzusehen. Ein Kind vor das Militärgericht ,, Der Kampf" Sozialistische Revue Seft 8, August 1938, hat folgenden Inhalt: *** Otto Bauer. 3. Falkenberg: Die neue Krife des Kapita. lismus. Alexander F. Müller: Deutschland und Ungarn. Kurt Makuvec: Sozialismus und Generationsproblem. Rudolf Geißler: Die skandinavische soziali. der Literatur. stische Jugendbewegung. Bera Alexandrowa: Die Sowjetkrise in Politische Bemerkungen: Die Brüden zerstörer Absolutismus der Demokratie? Akademische Erwägungen oder strategische Abfichten? ergriff die Flucht. Eine Gruppe von Burschen blieb am Orte zurüd, doch gewährte dem Verletzten nie. mand Silfe. Bei der ärztlichen Untersuchung wurde festgestellt, daß Benda durch den Schlag eine 4 Zen 3enti meter lange bis auf den Knochen reichende Rißwunde unterhalb des linken Wangenbeins zugefügt wurde. Zu Breslau in der Stadt beitern finden. Dies findet eine gewisse Berech tigung in der Tatsache, daß für die ausländischen Arbeiter die Abzüge nicht in dem Maße bestehen, wie für die deutschen Arbeiter, die zirka 25 Prozent ihres Lohnes wieder hergeben müssen, wäh rend den judetendeutschen Brüdern nur die Abzüge für soziale Lasten gemacht werden. Schon in Zittau fann man hören, wie die SdP- Anhänger troß ihres Bekenntnisses zum gleichen deutschen Voltsstamm immer nur als Zigeuner" bezeich net werden. So soll ein Polizeibeamter einem frammen SdP- Anhänger aus Freiwaldau, auf die Mede, daß doch Henlein das judetendeutsche Volf mit Hilfe Deutschlands befreien will, gesagt haben: Schwein, wären Sie lieber drüben ge blieben. Wegen euch Lumpen werden wir uns keinen Krieg auf den Hals nehmen!" Während von der einen Stelle feine SdpLegitimation als vollgültiger Ausweis angesehen wurde, gab ihm die andere einen Fremdenpak, der wieder eingezogen wurde, schließlich aber fand er mit vielen andern seine Unterkunft im Arrest, wo er elf Wochen verblieb, um dann zu zwei schied gab man ihm noch den Auftrag:„ Wenn wir Wochen Arrest verurteilt zu werden. Zum Abeuch übernehmen sollen, dann müßt ihr gegen die das obige Dankschreiben an das Honorarkonſulat Tschechen kämpfen!"- Nun, wir verweisen auf in Hamburg. choslowakische Flagge an der Tribüne vorbeigetragen wurde, Hitler sich ostentativ abwandte und mit dem hinter ihm stehenden Konrad Henlein sprach. Den Reichskanzler dürfen wir nicht kritisieren. Man darf also hierzulande nicht sagen, wie man über dieses Verhalten denkt. Aber Herr Henlein. tschechoslowakischer Staatsbürger. hätte das darf doch wohl gejagt werden, ohne daß die tiche= choslowalische Zensur einschreitet- doch die Anstandspflicht gehabt, in diesem Augenblick sich nicht zu unterhalten, auch nicht mit seinem Vorgesetzten, sondern der Flagge des eigenen Staates jene Achtung zu zollen, die man internationaler Gepilogenheit gemäß sogar der eines fremden Staates entgegenzubringen hat. Nicht nur über den Geschmack läßt sich nicht streiten. Auch über Geschmacklosigkeit nicht. Der Welt- Jugendkongres in New York. Am 14. August beginnt in New Yort ein Welt- Jugendongreß, an dem auch alle Jugendverbände der Tschechoslowakischen Republit, tschechische wie deutsche, vertreten sein werden. Die tschechoslowakischen Delegierten schiffen sich am 4. August in Le Havre ein, unter ihnen der Vorsitzende des Sozialistischen Jugendverbandes, Willi Wan fa, der ouf dem Kongreß einen Vortrag über die Nationalitätenfrage halten wird. Die gestrigen politischen Beratungen Prag. Der Dienstag stand im Zeichen von Beratungen und Sitzungen der Präsidien und der Parlamentsklubs der politischen Parteien, welche zumeist nach der Parlamentssitzung ſtattfanden. sprache waren die slowakischen Intereffen und Bc. Von den Regierungsberatungen wurde nachgab es zum Abschluß des Turn- und Sportfestes mittags die bereits angekündigte Unterredung des einen großen Tumult. Als die achte Gruppe des Vorsitzenden der Regierung mit dem Koalitons= Festzuges der Turner, die Sudetendeutschen, an Aktionsausschuß der slowakischen parlamentari. deren Spiße unſere heimischen Nazinnen marschen Vertreter verwirklicht. Gegenstand der Ausschierten, bei der Tribüne, auf der neben Hitler ouch dessen Gauführer Henlein ſtand, anlangte, dürfnisse, soweit deren Regelung die vorbereiteten ..stürzten sich die sudetendeutschen Frauen mit inbelnden zurufen zur Tribüne, durchbrachen den Nationalitäten- Maßnahmen betrifft, also auch die Absperrungsdienst, rissen die Absperrungsseile nie- Frage der Neuregelung des Sprachenrechtes. Der der und streckten die Hände dem Neichskanzler Vorsitzende der Regierung empfing auch die magyarischen Koalitionsabgeordneten Siomor. entgegen". Stunda und Schulcz. Ueber den Geschmack fann man nicht streiGegen Abend fand eine Sitzung des Aus. ten. Wohl aber über Loyalität. Die der Hen- schuffes der politischen Minister statt. Teininnen ist ja wohl durch diesen Sturz zur Triin der über den weiteren Fortgang der Verhandbüne" hinlänglich erwiesen. Ihre Loyalität gegen- lungen gesprochen wurde und technische Richtlinien über Hitler nämlich. für diese bestimmt wurden. Der Vorsitzende der Nicht unser Tschechoslowakisches Pressebüro, Regierung Dr. Hodža. der Montag die fünf FraJerufalem. Nach der Explosion der Bombe auf dem arabischen Marktplaß beim Davidturm in Jerusalem, durch die 30 Araber getötet wurden, wurde ein elfjähriges jüdisches Mädchen verhaftet, das die Araber der Täterschaft beschuldigten. Das Mädchen kaufte zu der betreffenden Zeit auf dem Markte Gemüse ein, während sich sonst keine Juden in der weiten Umgebung des Blazes befanden. Obwohl es sehr unwahrschein= lich ist, daß ein elfjähriges Mädchen hätte eine Bombe werfen tönnen, pie mindestens 25 Kilo- Breis des Heftes 5 Kč, Jahresbezugspreis 50 Kč. das ängstlich bemüht ist, ja teine Mißstimmung gen des Abgeordneten Kundt fämtliche beiahend gramm wiegen mußte, hat die Polizei den Ausjagen der Araber Glauben geschenkt, das Mädchen verhaftet und einem Militärgericht übergeben. Aus dem geistigen Leben: Ein Vermächtnis Otto Bauers- Ein Ahnherr des Dritten Reiches. Bücherschau. Redaktion und Verwaltung: Brag XII, Slefzfá 13/ V. R gegen das Tritte Reich zu erzeugen, wohl aber die beantwortet hat. Inb die Delegierter der Sudegroßen englischen Blätter berichten, daß, als an tendeutschen Bartei für Mittwoch zu offiziellen der Spiße der fudetonazistischen Turner die tsches Verhandlungen ein. Seite 4 Jagesneuigkeiten Erfüllte Prophezeiung Dichter sind nicht selten Propheten. Die deutschen Dichter aus dem ehemaligen Oesterreich haben besonders die Folgen des Nationalismus richtig vorausgesehen. Was sie als Warnung ausriefen, wurde, weil die warnenden Stimmen nicht beachtet wurden, bittere Wahrheit. Grillparzers Worte: Der Weg der neuen Bildung geht von der Humanität durch Nationalität zur Bestialität find buchstäblich Wirklichkeit geworden. Die ,, Bildung" der ,, Erwachten" ist diesen Weg gegangen. Und Marie von Ebner Eschenbach schien das Dritte Reich vorauszuahnen, als sie schrieb: Deutschland, du herrliches, balte dich frei Standhaft und fest von Deutschtümmelei! Achtest sonst kaum unseren Herrn Jesu Christ, Weil er in Pommern geboren nicht ist. Christus gilt wirklich nichts im Dritten Reich, wird nicht beachtet und nicht geachtet, weil er weder in Pommern, noch sonstwo in Großdeutschland geboren wurde. Aber das ist freilich nicht der einzige Grund. Noch mehr hat er sich's mit dem Nationalsozialismus durch seine alle Menschen aller Rassen umfassende Liebeslehre verdorben. Auch den gleichgeschalteten judetendeutschen Katholiken bereitet er durch diese Lehre mancherlei Verlegenheiten sie ist doch ein Sin dernis der völlischen Gleichwertigkeit in der Volfsgemeinschaft. Die Ebner- Eschenbach aber könnte man, obzwar sie eine sehr große Dichterin war, einfach abtun mit der Feststellung, daß sie, wie ihr Bild zeigt, zweifellos ,, oſtiſch war. Was aber kann eine ,, ostische" Dichterin dort bedeuten, wo der Germane Goebbels Rassereinheit lehrt und durch sein Sein demonstriert! Ein Bekenntnis Sollmanns Der bekannte rheinische Sozialistenführer Wilhelm Sollmann, einer der besten Männer der Weimarer Demokratie, hat in den Vereinigten Staaten eine neue Seimstatt gefunden. In der Emigration erlernte er die englische Sprache und ging dann nach Amerika, wo er durch feine Vortragstätigkeit in wissenschaftlichen Streisen großen Antlang fand. In einem Briefe an einen Prager Freund schildert Sollmann folgendes Erlebnis: Anfäßlich eines seiner Vorträge in Chicago wurde in der Diskussion die Politik der sozialdemokratischen Bewegung Deutschlands heftig angegriffen. Sollmann bekannte sich zu ihr und antwortete den Kritikern mit einem Vers aus einem deutschen Studentenlied, angewandt auf die Partei Bebels und Liebknechts: Dich hab' ich geliebt, Dich lieb' ich noch heut Dich werde ich lieben in Ewigkeit! Sollmann schreibt, er hätte felten in seinem Leben so viel Beifall geerntet, wie nach diesem Befenntnis. Mittwoch, 3. August 1938 Der Hawai- Clipper spurlos verschwunden Der Riesenclipper der Pan- American- Airways der auf seinem letzten Flug sechs Passagiere und neun Mann Besaßung an Bord hatte, scheint spurlos verschwunden zu sein, so daß man bereits eine Explosionsfatastrophe befürchtet. Der Kapitän des Clippers, Terletsty, hatte nach letter Funkmeldung einem tropischen Univettergebiet mit steifem Wind, schlechter Sicht und rauher See ausweichen müssen. Seitdem hat jegliche Funkverbindung mit dem Riesenflugboot aufge= hört. Die Marine und Armeebehörden der USA in Manila haben Montag die Kriegsschiffe und Bombenflugzeuge angewiesen, die Suche nach dem seit fünf Tagen vermißten großen Flugboot Hawai Clipper" auf die bisher noch nicht abgesuchten Gebiete des Pazific auszudehnen. Man nimmt an, daß das Flugboot nach der letzten Angabe seines Standortes start von seinem Kurs abgetrieben wurde. Da keine Trümmer aufgefunden wurden, hofft man, daß das Flugboot noch treibt oder eine der tausenden kleiner Inseln des Archipels erreicht hat. Selbstmord des Mädchenmörders Mähr. Ostrau. Der Knecht Rudolf Böhm aus Nová Bělá bei Ostrau, der in der Nacht auf Montag das 20jährige Dienstmädchen Marie Foltýnová ermordet hat, ist noch am gleichen Tage von der Gendarmerie Fahndungsstation mittels Rundfunt gesucht worden. Ein Bürger fand an ter Oder einen Erhängten, in dem dann die Gendarmerie den Mörder feststellte, der sich an einem Taschentuch mit Trauerrand erhängt hatte. Wian ist der Ansicht, daß der Mörder sein Opfer, das seine Liebe ablehnte, im Schlafe erwürgte, da es sich sonst sicher zur Wehr gesetzt hätte." Zur Tat entschloß er sich wahrscheinlich, als er erfuhr, daß die Foltýnová eine Bekanntschaft mit einem Soldaten angeknüpft hatte und demnach keine Aussicht bestand, daß sie die Beziehungen zu ihm wieder aufnehmen werde. Unwetterkatastrophen allerorts In der Gegend von Kobe und Ojata in Ja pan dauern die Wolfenbrüche immer noch an. Weite Gebiete sind überschwemmt, besonders in der Nähe von Kobe sind durch einen Dammbruch am Flusse Sumiyoschi die Fluten in 2000 Häuser eingedrungen und mehrere Brücken fortgeschwemmt morden. Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen, die Flüsse steigen zur Zeit weiter an. Bei einem schweren Unwetter in der Wojwodschaft Wilna( Polen) wurden sieben Personen durch Blitzschlag getötet und 17 Gebäude in Brand gesetzt. Schwere Unwetterschäden wurden in der UmTrümmern des Autos geborgen, während der Arbeiter Třesovský einen Armbruch erlitt. Die Injassen des Wagens kehrten von einem Ferienarsflug zurück. Wie es scheint, dürfte Tomiček infolge lebermüdung am Steuer des Wagens eingeslafen sein. 1000 Junglehrer in Zlin. Am Mittwoch beginnt in Zlin eine dem Studium des Werkes Masaryks gewidmete Jung- Lehrerkonferenz, an der mehr als 1000 Lehrer und Lehrerinnen teilnehmen werden. Wieder Geburtenzunabme. Das statistische Staatsamt veröffentlicht soeben die Daten über die Bevölkerungsbewegung in der Tschechoslowa lei im ersten Viertel des Jahres 1938. Es ist daraus zu entnehmen, daß heuer zum erstenmal Das heutige Programm Nr. 180 der deutschen Sendung Brag- Mělnit: 10.15 Schallplatten. 12.15 Wor trag üb. unsere Pilze. 12.45 Orcheſterfangert( Franz. Ballettmujif), 13.50 Arbeitsmartt. 18.00 Werfe von Busoni auf 2 Slavieren. 18.20 Arbeitersendung. Fr. Stleiner: Gewerkschaften und Demokratic. 18.40 So zialinformation. 18.45 Neue Bücher. 19.00 Slawi sche Volkslieder( Ges. Hilde Raave. Klav. Gerta Refef). 19.30 Stonzert( Gef. Kate Sin. J. Batistič, Selav. R. J. Schubert). 21.00 Das Nest, Schauspiel von Edm. Konrad. 22.30-23.00 Tanzmusit. Brünn: 18.00-18.20 Klavierkonzert. Mitwir fend: Gerda Frant( Stlavier). 18.20-18.35 a lehrer Ing. Hubert Hans Golda: Einige praktische Winke für den Photoamateur.( Zwiegespräch.) mann schreiten gerade die Front ab. Und wie heißt der Pg. Gauobmann? Ebenso schlicht wie sinnreich: Peitsch! Pater Jacquinot wiedergefunden. Einige Tage lang war ganz Frankreich besorgt um Pater Jacquis not. Dieser ist einer der bedeutendsten französischen Missionäre, und er ist seit einem Jahr sehr berühmt geworden; er war der erste, der in Schanghei die Sicherheitszonen organisierte, und sogar das japa nische Oberkommando verhandelte mit ihm und hielt in gewissen Grenzen die Vereinbarungen ein. Jedens falls sind ihm Tausende von Menschenleben in China zu danken, und sein charitatives Werk ist heute das unbestritten größte im Fernen Osten. Nun war plög lich Pater Jacquinot verschwunden, und dazu noch in Japan. Er befand sich auf der Rüdreise aus den USA, wo er 800.000 Dollar für die Chinahilfe gesammelt hatte. Er schiffte sich in Yokohama aus, und seitdem fehlte mehrere Tage lang jede Spur von seinem Aufenthalt. Man zerbrach sich den Kopf, und man äußerte die schlimmsten Vermutungen, flagte jogar offen japanische Militärkreise an, die sein menschenfreundliches Wirken vielleicht mit scheelen Augen betrachtet haben mochten. Man fürchtete schon, daß er entführt oder ermordet worden wäre, und die gejamie französische Presse brachte Berichte, die Nach rufen sehr ähnlich sahen. Jetzt stellt sich heraus, daß niemand so erstaunt über diese ganze Angelegenheit war wie der Pater selbst; vielleicht konnte er es wirks lich nicht übersehen, daß er heute keine Privatperson mehr ist. Jedenfalls hat er einmal von diesem Pris vatrecht Gebrauch gemacht und ist einfach zu einem japanischen Freund, Kazuo Fujikawa, in das Strandbad Tarumi bei Kobe gefahren, um sich einige Tage auszuruhen und dann nach Schanghai zurückzukehren. Als ihm die Gerüchte zu Ohren kamen, hat er sich fofort beim französischen Generalkonsul in Kobe gemeldet, der ihn herzlich in die Arme schloß. Jezz: lacht man befreit in ganz Frankreich über das, was die Zeitungen ,, das Abenteuer des Pater Jacquinot" nennen. Entente Cordiale der Versicherungsgesellschaften. in nach mehreren Jahren die Geburtenanzahl wie die Entente Cordiale to fit erwartet hatte. Nor aus, einiger Zeit randalierten zwei betrunkene Matrojen des französischen Unterseebootes Pascal" in einem Hotel in La Rochelle. Bei dem Krach gingen auch cinge Fensterscheiben kaputt. Diese waren bei einer englischen Gesellschaft versichert, die nun das frander gestiegen ist. Aus der folgenden Aufstellung. geht das ständige Sinten der Geburtenzahl in den letzten Jahren hervor. Es wurden lebend geboren im 1. Quartal 1931: 85.003, 1932: 82.822, 1933: 76.082, 1934: 75.633, 1935: 71.448, 1936: 68.068 und 1937: 66.342 Stin der. Heuer wurden im ersten Vierteljahr 67.414 zösische Kriegsministerium für den Schaden hasthar Kinder lebend geboren. Man hofft, daß diese Er- machen wollte. Jetzt hat das Ministerium den Be scheid der englischen Versicherungsgesellschaft erhal ten, daß in Würdigung des Empfanges, den Franf reich dem englischen Königspaar bereitet hat, die Gesellschaft von einer weiteren Verfolgung der Klage abjieht. scheinung auch in den restlichen Monaten des Jahres andauern und daß daher auch der Geburtenüberschuß, der von 105.985 im Jahre 1931 auf 60.176 im Jabre 1937 gesunken ist, heuer ebenfalls wiederum ansteigen wird. Es bleibt heißt: Das Druchoch über der NordVerlängerung der Steuerbegünstigungen see hat sich noch weiter verstärkt. Unter feiner Einfür die Bäder. Als im Jahre 1936 die allgemeine wirtung herrschte auch in Mittel- Europa Dienstag Griverbssteuer hinaufgesetzt wurde, bewilligte noch heiteres und heißes Wetter. Die NachmittagsHauptmann Wiedemanns Freundin aebung der Städte Bergamo und Brescia in Italiche wirtſchaftliche Zage auch für die Steuerjahre Schatten, aber in der Nähe der Gebirgszüge bildeten man den Kurhäusern im Hinblick auf ihre mi- temperaturen erreichten 28 bis 33 Grad Celsius im Hauptmann a. D. Wiedemann, einer der lien angerichtet. Durch Einſturz einer Brüde 1936 und 1937 den niedrigsten Satz von einem ich zahlreiche Wärmegewitter aus. Wahrs Vertrauten Hitlers, gern benüßt für besondere wurde die Ortschaft Onoro von jeder Verbindung scheinliches Wetter Mittwoch: Andauern halben Prozent. Gleichzeitig wurde für diese beiMissionen, hat eine aristokratische Freundin, die abgeschnitten. Orfanartige Stürme zerstörten des vorwiegend heiteren und heißen Wetters mii loden Jahre bei der Hauszinssteuer die Abschrei gleichfalls in lezter Zeit in diplomatischer Miji: on Telephon- und Telegraphenleitungen. In Cafalen Schauern oder Gewittern. Wetteraussichten bung des Mobiliars der Kurhäuser von 60 auf für Donnerstag: Noch feine wesentliche Aenins Ausland gesandt wurde, so erst vor wenigen ſtione wurden die Straßen zerstört. Mehrere 70 Prozent hinausgesetzt. Da sich nun die finanderung. Tagen nach Paris. Eine Prinzessin o Häuser wurden unter Wasser geseẞt. zielle Lage der Bäder nicht gebessert hat die henlohe! Ja, so vornehme Freundinnen haven Die Sizewelle, die in den letzten Tagen über westböhmischen Kurorte sind bekanntlich heuer Hitlers Vertraute! Aber sie ist nicht gar jo organz Italien lastete, hat in Norditalien infolge noch schlechter als sonst daran- schlug das Finehm. Sie ist, wie französische Blätter berichten, Blitzschlages drei Todesopfer gefordert. nanzministerium bor, die Bäderbegünstigungen 1897 als Tochter des jüdischen auch auf das laufende Steuerjahr 1938 zu er Arztes Dr. Richter in Wien geboren, mar strecken. Die endgültige Entscheidung, die sich durch ihre große Schönheit berühmt, heiratete kurz zweifellos mit der des Finanzministeriums detvor Kriegsausbruch den Prinzen Friedrich Franz fen wird, obliegt dem Ministerrat und wird schon Aug. Hohenlohe- Waldenburg- Schillingsfürst, von Budapest.( Havas.) Es verlautet, daß der in den nächsten Tagen erwartet. dem sie im Jahre 1920 geschieden wurde, lebte Führer der katholischen Bewegung. Abg. Szechédann jahrelang in Paris und unterhielt ausges nyi, sein Mandat niederlegen und ins Kloster gedehnte Beziehungen zur englischen Aristokratic. hen wird. Szechenyi war der einzige ungarische Sie soll Ribbentrop in die Londoner Gesellschaft Parlamentarier, der nach dem Anschluß im Pareingeführt haben und später Wiedemann in den lament den österreichischen Bundeskanzler. Dr. Vereinigten Staaten ihre Verbindungen und ihre Schuschnigg, in Schuß nahm. Dadurch erweckte er politische Begabung zur Verfügung gestellt haben. Mißfallen und mußte die Christlichsoziale Bar Sie gehöre, so erzählt man in Paris, zum engiten tei berlassen. Vertrautenfreis Hitlers, dem sie Ward Price vor= gestellt habe. In der Europe Nouvelle" schreibt Pertinar, der bekannte französische Publizist, die Prinzessin sei eine geborene Richter, Ungarischer Katholikenführer resigniert Faschistentumult in Zürich Bern.( SDA) In Zürich wollten einige Teilnehmer der Augustfeiern der Nationalen Front „ eine jener Nichtarierinnen, die das nationalfozia. einen von der Polizei verbotenen Fackelzug durch listische Regime innerhalb der deutschen Grenzen die Stadt veranstalten. Die Polizei zerstreute die verfolgt, die für seine Propagandabedürfnisse im Manifestanten, die zum Teil Widerstand leisteten. Ausland zu verwenden es aber nicht verschmäht. Einige Personen wurden verhaftet, aber nach der Sicherstellung ihrer Personalien wieder entlassen. Sie wurde vor einigen Jahren aus Frantreich ausgewiesen und die in ihrer Wohnung aufgefundene Korrspondenz der Presse zur Verfügung gestellt." Nicht minder charaktervoll als das nationalfozialistische Regime, das sich einer Jüdin für be ſondere politische Zwecke bedient, ist allerdings die Kantate für die Dollfuß- Mörder. Samstag wurde im Wiener Konzerthaus zum erstenmal die Kantate für Solo und Chor" Legende des 25. Juli 1934" und die Ballade der SS- Standarte 89" aufgeführt. Neue Städte in der USSR. In den letzten zehn Jahren wurden in der Sowjetunion viele neue Städte gegründet, deren Entwicklungsge schichte interessant ist. Die Stadt Mentsche auf der Halbinsel Kola jenseits des Polarkreises, die heute mehr als 40.000 Einwohner zählt, steht an einer Stelle, an der sich vor einigen Jahren eine einsame Fischerhütte befand. An der Stelle von Magnitogorst befand sich vor neun Jahren bloße Steppe. Die Stadt Komsomolst Amur zählt heute 100.000 Einwohner. Vor sechs Jahren befand sich an ihrer Stelle eine Wüste. Auch ältere Städte zeigen eine rasch aufwärtsstrebende Entwicklung. XX TAG DER FREIHEIT AUSSIG UND PROL.FREIDENKER 1.d.CS.R. Berufsgemäße Namen. Der Leiter der deutTragische Heimreise von den Ferien. Auf der sajen Reichs- Milchstelle, amtlich wohl ReichsmilchStaatsstraße in Střítěž bei Teschen fam Dienstag wart oder so genannt, heißt passenderweise Freium 5 Uhr früh ein Personenauto ins Schleudern, herr von Kanne. Nun aber bringt die Nazistieß in einer Kurve gegen eine Brücke und wurde presse ein Bild von der Ordensburg Sonthofen, zertrümmert. Der Lenter des Wagens, Franz wo die nicht gerade martialisch aussehenden, meist Tomiček aus Betřvald, erlitt nur eine leichtere recht unterſchten und rundbäuchigen Ortsgruppen. Jeder Genosse, jede Genossin Jüdin, die sich dem nationalsozialistischen Regime Verlegung an der Nase, der Schlosser Kartos- leiter und Obmänner zu einem Schulungskurs It a wurde mit zertrümmertem Schädel tot aus den angetreten sind. Ter Burgherr und der Gauob=! für solche Zwede zur Verfügung stelli. 6.7.VII.1938 beteilige sich! 8. ort Os h. he ie te ge וום t ie Ext is 20 38 It En 22 11 t t Mr. 180 Priesterprozesse in Oesterreich Mittwoch, 3. August 1938 ,, Sosialdemokrat" Volkswirtschaft und Sozialpolitik Seite 5 fund Eifersüchteleien, die Auseinandersehungen zivischen liberalistischen und staatskapitalistischen Tendenzen erneut wieder hervorbringen. Wom Standpunkt der japanischen Wirtschaft fürchtet man nichts mehr als einen Krieg, der sich unbeDie Kapitalskonzentration eine Sanders, Bergbau- und Metallgesellschaf- für erfolgreiche Inveſtitionen bietet. Das Gleiche stimmt in die Länge zieht und feine Gelegenheit ten. Die Fujita- Gruppe verfügt über Beteiligun würde jedoch von einem Frieden gelten, der die gen in Bergbau und Handel. Die Furukawa- Expansion der neuen Industrien behindern würde. Für 300 Millionen Vor dem Schöffenfenat des Landesgerichts in Wien hatte fich Montag der 38jährige Küster tes Benediktinerklosters in Klosterneuburg Ludwig Melit mit vier Mitangeklagten des Verbrechens der Unzucht wider die Natur au berantworten. Melit, ehemals Führer der örtlichen katholischen Jugendorganisation, wurde zu einem Jahre schwein Japan ren Sterlers verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurde die Strafe von sechs Wochen bis drei Monaten bedingt bemessen. In Wiener Ne u sta d't wurde wegen des gleichen Delifts der Brofeffor des ftaatlichen orientalischen Instibuts Hans Elfer ebenfalls zu einem Jahr schweren Kerkers verurteilt. Der Schöffensenat in Klagenfurt berurteilte den Pfarrer Leo Nuchei aus Heiligenblut wegen Blutschande zu drei Monaten schweren Kerker. Amerikanische Prozesse Gute Beschäftigung In Japan hat die Sapitalstonzentration ein Gruppe dominiert in den Eisenerzbergwerfen und Ausmaß erreicht, wie es selbst für europäische und in den Elettrotabel- Konzernen. Die Shibuyas amerikanische Verhältnisse kaum vorstellbar ist. Gruppe kontrolliert die Sprengstoffinduſtrie, KaZur Beurteilung der wirtschaftlichen, sozialen und wajali hat eine Vormachtstellung in Schiffbau, Wasserwirtschaftliche Arbeiten innerpolitischen Verhältnisse Japans ist die Stennt- Metallindustrie, Bank- und Versicherungswesen, nis dieser Situation von Wichtigkeit. Der Beratungsausschuß für Investitionsdie Asano- Gruppe in der Zement- und sonstigen arbeiten bereitet ein Programm für die Arbeiten Die Privatwirtschaft ist, von Landwirtschaft, Baustoffindustrie. Kleinhandel und Kleingewerbe abgeſehen, weitge im fommenden Jahr vor, welches in seinem AbNeben diesen alteingesessenen Industriemag schnitt für wasserwirtschaftliche Investitionen die hend in den Händen von vier mächtigen Familien- naten und ihren kleineren Anhängseln gibt es die Fortführung von 238 Projetten mit einem Gegruppen. Es sind dies die Mitsuis, Sumitomo, neu emporgekommenen Gruppen, die sich in den famtaufwand von 189 Millionen Kronen vorsicht Mitsubishi- und Masada- Gruppe. Die ersten bei lebten 30 Jahren entwickelt haben. Ihre vereinigte und für Wasserwege einen Betrag von 30 Milden Familien sind bereits lange Zeit belannt, Finanzkraft ist zwar geringer als die der Familie lionen, zusammen also 219 Millionen. Die Rea Der Prozeß gegen 39 Einzelpersonen und während die beiden anderen erst in der zweiten Mitsui allein, aber ihr Einfluß ist in den letzten lisierung aller Projekte ist allerdings abhängig 16 Bergwerfsgesellschaften, der vor etwa elf WoHälfte des letzten Jahrhunderts entstanden. Die fünf Jahren rapid gewachsen. Hier sind vor allem davon, ob dem wasserwirtschaftlichen Fonds im chen in London( Kentucky) eröffnet wurde, hat Unternehmungen der vier großen Familienfons die Shinto- Gruppen zu nennen, die hauptsächlich Voranschlag eine Dotation von 70 Millionen zuMontag ohne Ergebnis geendet, da sich die Gezerne werden durch Familien- Holdinggesellschaf in der Rüstungsindustrie, vor allem in der Chemie- erkannt werden wird, in welchem Falle die Geschworenen nach zehnstündiger Beratung nicht auf ten kontrolliert. Davon verfügt Mitsui über 300, Induſtrie, verankert sind. Die stärkste dieſer Grup- samthöhe der Investitionen 300 Millionen erreieinen Wahrspruch einigen konnten und die Erzic- Mitsubishi über 120, Sumitomo über 150 und ben ist wiederum der Aikawa- Konzern, der als chen würde. Es besteht Aussicht, daß der Fonds lung einer Einigung durch weitere Beratung für Masada über 30 Millionen Yen Kapital. Die vier das Ergebnis geglückter spekulativer Käufe von genügend Mittel erhalten wird. aussichtslos erklärt wurde. Die Angeklagten waren Gruppen verfügen über 40 Prozent der Depositen Attien der japanischen Schwerindustrie bezeichnet beschuldigt worden, durch Einſchüchterung und aller japanischen Banten. Sie fontrollieren 20 werden fann, die in der Zeit der Depression schuß Anträge vor, welche Neuregelungen mit Die Landesfinanzkommission legte dem AusTerrormethoden die gewerkschaftliche Organisie- Prozent der Reservefonds aller japanischen Le 1930-31 billig zu haben waren und später dank einem Aufwand von 230 Millionen betreffen, von rung der Bergarbeiter verhindert zu haben. Der bensversicherungsgesellschaften, 25 Prozent des in den Müftungsausgaben nach der Eroberung welchen 38 Millionen auf sehr dringende Arbeiten Anwalt der Bundesregierung, die als Klägerin der Schiffahrts, Feuer- und Unfallversicherung Mandschufuos Rekordkurse erreichten. Aikawa entfallen. Es wird mit Rücksicht auf die finanaufgetreten war, hat die Einleitung eines neuen investierten Stapitals, 80 Prozent der Einfuhr von fontrolliert jetzt Geſellſchaften mit einem Kapitalzielle Situation erwogen, die notwendigen Mittel Berfahrens beantragt. Hierüber soll am 17. Rohbaumwolle, 40 Prozent der Textilausfuhr, den von 500 Millionen Yen und 95.000 Beschäftigten. durch eine Baulosanleihe zu beschaffen. September beraten werden. größten Teil des Handels mit Rohjeide. Die wich- Die Gesellschaften arbeiten in der Bergbau-, tigste japanische Schiffahrtslinie Yusen Kaisha ist Metall, Elettro, Chemies, Rad-, Zündholzindueng mit Mitſubiſhi verbunden. Während Mitsui ſtrie, in der Küstenschiffahrt und in der Fischerei, der Lebensmittelindustrie betätigen sich Mitsubishi und Sumitomo vor allem seitens dieses Konzerns was von den großen im übrigen auf die Leichtindustrie spezialisiert ist, neuerdings auch in der Autoindustrie. Es besteht Nach den bisher vorliegenden Geschäftsabauf dem Gebiet des Bergbaus und der Schwer- Vier nicht immer behauptet werden kann- enge schlüssen der Lebensmittelindustrie erzielte diese induſtrie. Sie haben einige hundert Millionen Beziehung zu den militärischen Kreisen, die ihn im letzten abgeſchloſſenen Geschäftsjahr nahezu Yen in Schiffbau, Flugzeuglonstruktion, Docks, auch mit der Erschließung des Bergbaus, der durchwegs höhere Gewinne als im Jahre zuvor. Elektroindustrie, Waffenwerken, chemischen und Eisen-, Stahl- und Metallindustrie in der Man- Soweit es sich um Aktiengesellschaften handelt, ge= Bergbaubetrieben aller Art investiert. Aber auch dschurei betrauten. Aikawas Familie aber ist durch langten heuer die höchsten Dividendenzahiungen in der Spiritus-, Brau- und Zuckerindustrie zur Mitsui besitzt eine Bergbaugesellschaft mit einem Heirat mit den Führern der Mitsubishi- Gruppe Kapital von 100 Milionen und zahlreiche Betei- verbunden. Obwohl die Gruppen des Shinto- Kon- Auszahlung. Auch die Fleisch- und Konservenligungen in der elektro-, chemischen und Metall- zerns den alteingefeffenen an Kapitalfraft unter- fabriken haben im Jahre 1937 gut abgeschnitten, industrie. 80 Prozent des Gesamtkapitals der ja- legen sind, haben sie doch große Bedeutung, da sie wobei festzustellen ist, daß der gute Geschäftsgang panischen Rüstungsindustrie, in der 748 Millionen in der japanischen Industrie die wissenschaftlichen auch im laufenden Jahre seine Fortsetzung findet. den inveſtiert sind, gehören den Großen Vier. Die Methoden Europas und Ameritas einführten und Der Reingewinn der Milchinduſtrie erhöhte sich vor den politischen Behörden 1. Instanz( BezirksBeteiligungen erstrecken sich aber auch auf andere auf Modernisierung drängten. Daher die führende für 1937 um 17 Prozent und der Gewinn der Industriezweige. Der Oji- Papiertrust, der jährlich Rolle in der Ammonium- Sulfate- Induſtrie, daher( agrarischen) Genoſſenſchaftsmolkerei A.-G. um werden. Für Juden und Mischlinge wurde bei der Bezirkshauptmannschaft im zweiten Wiener Be750.000 Tonnen Papier liefert und den größten auch der große Anteil, den die Rüstungsausgaben 70 Prozent. zirk eine besondere Abteilung errichtet. Der Wie Teil der japanischen Gesamtproduktion fontrol- des Staates an ihrem Aufstieg haben. Ihre Inner Vizebürgermeister Kozich hat Samstag 120 liert, ist eine Nebengesellschaft Mitsuis. 59 Pros vestitionen sind an die Kriegspolitik in Ajien geBaare feierlich getraut. zent der Aktien der größten japanischen Glasfa- bunden, und eine militärische Niederlage würde brit gehören Mitsubishi. Die Vier besißen weiter ihren Zusammenbruch bringen, was man von den 50.000 Dollars geraubt. Vier schwer behin große Beteiligungen an den Wasserkraftwer Großen Vier nicht ohne weiteres behaupten kann. waffnete Banditen drangen Dienstag am hellichten Japans. Die Kontrolle der vier Konzerne Ein wichtiger Faltor ist aber noch zu nennen: ten Tage in die Zweigstelle der Banco di Napoli die obigen Ziffern bezogen sich nur auf deren Hol- das ist der Staat mit ſeinen Beteiligungen in n In: Trust Company im dichtbevölkerten Diten New dinggesellschaften erstredt sich auf 60 Prozent dustrie und Finanz. Sie erstrecken sich u. a. auf Ports ein, bedrohten zwölf Stunden und neun des in allen japanischen Aktiengesellschaften inve- eine Reihe von Banken, wie die Bank von Japan, Angestellte der Bant mit Revolvern und entfamen stierten Kapitals in Höhe von 21 Milliarden Yen. die Yokohama Specie Bank, die Hypothekenbant, mit einer Beute von 50.000 Dollars. Davon entfallen auf Mitsui allein 25 Prozent. die Industriebank von Japan sowie die SpezialPolizei gegen Streifende. In Silo auf In engen Beziehungen zu den großen Vier, bank für die Kolonien, die japanische Eisen- und Hawai ereignete sich Montag ein blutiger Zwi teils durch gegenseitige Heiraten der Familien, Stahlgesellschaft, die die Hälfte des japanischen schenfall. Als eine ettva 500töpfige Menschenmenge teils durch finanzielle Abhängigkeit, stehen einige Stahls produziert, die Wasserkraftwerke, die gegen das Anlegen eines Dampfers einer bestreit leinere, ältere Familien- Gruppen. Die Shibu- Mandschurische Eisenbahn und zahlreiche sogeten Wüstendampferlinie protestierte, ging die Po- jawa- Gruppe beherrscht unter anderem die Dai nannte Erschließungsgesellschaften in der Manlizei zunächst mit Tränengas gegen die Menge Ichi- Bant und wichtige Metallwerte. Der Sohn didjurei und in China. vor. Als diese eine bedrohliche Haltung annahm, des Viscount Shibusaiva ist leitender Direktor der Augenblicklich arbeiten die verschiedenen eröffnete die Polizei das Feuer auf die Demon- halbſtaatlichen japanischen Eisen- und Stahlgefell- Gruppen zusammen, doch das geringste Anzeichen stranten, von denen zehn verwundet wurden. schaft. Die Olura- Gruppe beherrscht zahlreiche eines Zusammenbruchs würde die alten Gegensäße Die Staatsanwaltschaft in New York erhob Dienstag gegen 103 Personen die Anflage wegen Verbrechens gegen das Alfoholgeses. Unter den Angeklagten befinden sich Polizeibeamte, Steuerbeamte, Großhändler und Fabrikanten. Der Anllageſchrift zufolge haben sie drei Jahre hindurch wöchentlich etwa 10.000 Gallonen unversteuerte Spirituosen abgesetzt und dadurch die Bundesbehörden um Steuern von etwa 1.8 Millionen Dola lars hintergangen. Zur Herstellung dieser Spirituosen seien Schuhcreme und andere altoholhalHige Reinigungsmittel verwendet worden. Zivilehe in Oesterreich Ab 1. Auguſt dürfen in Desterreich Chen nur hauptmannschaften und Magistraten) geſchloſſen Eine Nation der Flieger Es ist nur einige Tage her, seit der Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood die Schaffung fahrtminister Sir Kingsley Wood die Schaffung der neuen zivilen Luftgarde angekündigt hat, und schon lann man sagen, daß seine Hoffnung, im Laufe der Zeit würde England eine Million Männer und Frauen besigen, die ein Flugzeug zu führen verstehen, bei weitem übertroffen wer den wird. Der Ansturm auf die Luftfahrt- Klubs, die die Keimzellen dieſer Organisation bilden hellen, hat in einem Ausmaße eingefest, daß man bereits ernstlich mit einer Sperre der Mitgliederaufnahme rechnet. Man fann ja nicht gut Sun derttausende auf einmal ausbilden, soviel Lehrflugzeuge sind einfach nicht vorhanden. Wood hat sehr im Gegensatz zu seinen Vorgän-| stehen. Heute arbeiten fünf Werke voll an der gern die richtige Formel gefunden: das ganze hat Herstellung von Bombenwerfern und Jagdflug mit Militär überhaupt nichts zu tun, es handelt zeugen, zwei stellen Motore ausschließlich für sich, wie beim Luftschuß, um rein zivile Formen militärischen Bedarf her, zwei weitere haben die der Vorbereitung der Nation und das War Montage übernommen, zwei Spezialfabriken lieOffice wird sich damit erst im Ernstfall zu be- fern Vergaser, eine Propeller und fünf verschieschäftigen haben dann allerdings werden ihm dene andere Teile. In diesen Zahlen sind aber auf Abruf tatsächlich eine Million Piloten und die beiden obengenannten Werke nicht mit inbePilotinnen zur Verfügung stehen. Diesem zivilen griffen. Aufbau der Organisation entspricht auch die Wahl der fünf Kommiffäre, die das Luftfahrtminifterium einsetzt. Vier von ihnen sind Männer, eine aber eine Frau. Nun ein einziger wird ein Offizier ſein, zwei werden den Klubs angehören und, um wieder das Pittoreske zu betonen, einer wird ein Schotte ſein. Wirtschaftsberatungen der Kleinen Entente Belgrad... Jugoslovenski Kurir" erfährt, daß die nächste Zusammenkunft des Wirtschaftsrates der Kleinen Entente am 30. September in Split abgehalten wird. Auf der Tagesordnung werden verschiedene kaufmännische, Zoll, Tarif, politische und Verkehrsfragen stehen. Die Frage der Warentarife dürfte die wichtigste sein, da durch den Anschluß Oesterreichs eine ganze Reihe von neuen Problemen auf diesem Gebiete aufgetaucht ist. Rumänien soll, wie es heißt, eine besondere Studie über die gemeinschaftliche Zusammenarbeit Jugoslawiens, Rumäniens und der Tschechoslowakei auf der Donau ausgearbeitet haben, besonders mit Rücksicht darauf, daß Deutschland die Aufhebung der internationalen Donauton vention verlangt. Oeffentliche Arbeiten im August Die Staatsämter und die Selbstverwaltungsforporationen schreiben für August, wie die" Pr. Vr." meldet, die Vergebung von weiteren 35 grö heren Bauten aus, wovon 16 auf Hausbauten, chn auf Straßenbauten, jieben auf Waſſerbauten und zivei auf Brückenbauten entfallen. Der Investitionsbeirat bereitet ein wichtiges Arbeitsprogramm für das nächste Jahr vor. Bei wasserwirtschaftlichen Bauten ist die Fortsetzung Seit England sich 1935 vor die zwingende von 238 Bauten mit einem Aufwand von 189 Notwendigkeit gestellt sah, seine Luftrüstung zu Millionen Kč vorgesehen, ferner der Bau von fercieren, sind drei Jahre vergangen. Es iſt all- Waffertvegen mit 30 Millionen Kč, insgesamt dabekannt, daß ein Teil dieser Zeit durch unrichtige her Arbeiten mit einem Aufwand von 219 MilDispositionen, durch Zögern und durch gewiffe ionen Kč. Der Bau- Umfang und die Beschäftipelitische Faktoren, die in der Besetzung des sung einiger tausend Arbeiter ist von der GewähAmtes des Luftfahrtministers lagen, verloren zung des Anteiles von 70 Millionen Kč an den Dies ist die neue nichtmilitärische große At- gegangen ist. Aber man kann heute bereits sagen, Fonds für Wasserwege abhängig, doch besteht Gewiß liegt der unmittelbare Anreiz in den tion, die aus den Engländern eine Nation von daß man fast alles wieder aufgeholt hat. Die Soffnung, daß der Beitrag bewilligt wird, wogroßen Annehmlichkeiten und Vergünstigungen, Fliegern schaffen soll. Man würde ihren Sinn nicht Belegschaft der für die militärische Luftfahrt durch die projektierten Investitionen einen Aufdie die zukünftigen Piloten genießen sollen. Man verstehen, wenn man nicht daneben sich tura ins arbeitenden Werke betrug 1935 nur 30.000 wand von rund 300 Millionen Kč erreichen wird sogar zum Weekend ein Flugzeug zur Ver- Gedächtnis zurüdriefe, wie weit die Luftrüftung Spezialarbeiter; heute sind auf den vorgenannten würden. fügung gestellt bekommen, und zwar zu dem gediehen ist. Denn auch die ausgebildeten Kräfte insgesamt 15 Fabriten 90.000 Mann beschäf Spottpreis von 10 Schilling pro Flugstunde für würden ja brachliegen, wenn nicht genügend tigt und die Nuffield- Werte in Birmingham wver- Patentschutz für Angestellte gewöhnliche Verkehrsflugzeuge, und nur 5 Schil- Apparate im Ernstfall zur Verfügung stehen. den allein eine Belegschaft von 30.000 Mann Die Angestelltenverbände haben der beim ling für leichte Maschinen, bie, um es pittorest Man kann in dieser Richtung beruhigt sein; die haben. Die Krebite für diese Bwede waren 1935 Handelsministerium errichteten Stommission, die au fagen, für ein Liebespaar genügen. Der Ein sehr gut informierten Sunday Times" haben ganz unbedeutend; 1936 erreichten sie bereits nach dem Abschluß der Londoner Patentiontritt in die Organisation, zu der alle Männer lurz und knapp das Fazit der großen Bemühun- Milliarden, 1937 15 Milliarden, um 1988 ferenz die Neufassung des Patentgefeßes in Anund Brauen zwischen 18 und 60 Jahren Zutritt gen festgestellt: England wird in spätestens atvei auf 22 Milliarden Pfund zu steigen. griff nehmen wird, ihre Vorschläge für den be= haben, ist billig; der Beitrag beträgt nur 2 Schil Jahren industriell in der Lage fein, 25.000 Der Plan, nach dem die Luftrüstung durch sonderen Schuß von Erfindungen der Angestellten man auch noch, selbst wenn man streng zibil nau der ungeheuren Leistung der englischen 1940 vollständig durchgeführt Eine Erfindung ist das Ergebnis der lörperlichen ling 6 Bence pro Jahr. Und zu alledem wird Apparate jährlich zu bauen eine Bahl, die ge- geführt wird, ist als Plan" bekanntgegeben unterbreitet. Die Grundlage dieser Vorschläge iſt: bleibt, bei offiziellen Veranstaltungen eine wun- Industrie vom Sommer 1918, beim Ende des sein und 2750 Maschinen erster Linie schaffen. wie geistigen Arbeit des Angestellten und muß derschöne bunkelgraue Uniform mit Fliegerabelttrieges, entspricht. Man weiß, daß ein statt- Aber der größte Teil dieses Planes ist bereits daher sein geistiges und materielles Eigentum zeichen über den Rodtaschen tragen dürfen. Wie licher Anteil an dieser Produktion Lord Nuffield weit erfüllt, und 1750 Maschinen erster Linie bleiben. Das neue Patentgesetz soll daher auch soll da nicht das Herz jedes Jünglings und jedes au verdanten sein wird, dessen neue Werke allein werden spätestens im Frühjahr 1989, vielleicht dafür sorgen, daß alle von einem Angestellten geGirls höher schlagen? 5000 Apparate jährlich werden bauen können, schon Ende 1988, zur Verfügung stehen. Die machten Erfindungen sein ausschließliches EigenDer Ernst der Angelegenheit tommt diesen wozu neuerdings auch noch die neuen Rolls Verteilung dieser Maschinen ist folgende: 1700 tum bleiben und ihm zur ausschließlichen Ausjungen Leuten natürlich nicht so unmittelbar zum| Royce- Werte kommen, die bereits 1989 die für das Mutterland, 300 für die Kolonien, 750 wertung überlassen werden. Wurden dabei EinBewußtsein, wohl aber selbstverständlich der gleiche Zahl Merlin- Motoren herstellen werden. für die Marine, für die alsbald elf Flugzeugmut- richtungen, Betriebsmittel oder sonstiges EigenBreffe, wie überhaupt der öffentlichen Meinung. Es handelt sich und das muß man besonders terschiffe mit einer Kapazität von 300 Maschinen tum des Dienstgebers verivendet, so muß der die diese Neuerung geradezu stürmisch begrüßt betonen zwar praktisch um eine Mobilifiering aur Verfügung stehen werden.( Sechs sind bereits Angestellte- Erfinder seine Erfindung zuerst jenem hat. Dies ist um so auffallender, als man ja im Dienst, fünf schon vom Stapel gelaufen.) anbieten. Die Angemessenheit der Entschädigung, weiß, wie empfindlich die Engländer in bezug auf Nichts ist vernachlässigt; für den Aufenthalt der bzw. Gewinnbeteiligung soll im Streitfalle durch etwaige Dienstpflicht oder sogar obligatorische Maschinen sind mehr als 50 neue Flughäfen ein gerichtliches Sachverständigen- Gutachten entmilitärische Ausbildung sind, Aber Kingsley allein im Mutterlande geschaffen worden. der englischen Luftfahrtindustrie, nicht aber for mell, weil die Werke zwar von Rüstungsaufträs gen überschwemmt sind, aber feineswegs aus schließlich im Dienste des Luftfahrtministeriums schieden werden. Seite 6 Aus aller Welt Der Junggesellen Klub bankrott. Nach 20jährigem Bestehen ist der Londoner Junggesellen- Klub endgültig geschlossen worden. Zu seinen Glanzzeiten unmittelbar nach dem Striege zälle er Lausende, aber soar noch bis vor kurzem einige bundert Mitglieder. Sie alle mußten aber allmählich ausscheiden, da sie sich verheirateten, und jetzt hat auch sein Begründer, der Verleger Lewis Kaufmann, sein Glück in der Ehe gefunden. Er hat noch schnell ein Interview gegeben und darin die Gründe auseinandergesetzt, die seiner Meinung nach an diesem frappanten Schwund von Junggesellen schuld find. Früher war es ein Segen, Junggeselle zu bleiben, den Vorteil von der Ehe hatten ausschließlich die Frauen. Denn sie wuß ten, wen sie zum Mann nahmen, man fannte den bürgerlichen Stand und Beruf, vor allem aber die Vermögensverhältnisse des Bräutigams. Dieser hingegen tappte völlig im Dunkeln, er stellte erst nach der Hochzeit fest, daß die Frau nicht einmal fochen konnte oder auch fenft sozusagen zu nichts gut war. Und da sich das berumsprach, blieben seine Freunde unverheiratet. Jetzt ist das aber ganz anders geworden. Auch die jungen Mädchen können die Heirats lustigen jetzt ganz genau vor der Ebe fennen lernen. Diese fönnen sich überzeugen, daß sie einen enten Sta meraden, eine tüchtige Hausfrau und jedenfalls eine Stüße im Lebenstampf bekommen. Sie prüfen, aber sie binden sich auch. Lewis Kaufmann selbst babe ge= nau so verfahren, er lege feinen Wert auf Hausfrauentugenden, dagegen auf Reiten und Sport überhaupt, und Mrs. Lewis Kaufmann ist auf diesen beiden Gebieten von ihm für würdig befunden worden, so daß es gar keinen Sinn mehr hatte, ein ein gefleischter Junggeselle zu bleiben, ein Begriff, der heutzutage nicht mehr gilt. Der Tod im Fallschirm. Ein sehr merkwürdiger Unfall hat sich bei einem Uebungsflug auf dem Militärflugplay von Lille ereignet. Ein Flugzeug war zu Fallschirmabsprung- lebungen mit mehreren Reserveoffizieren an Bord aufgestiegen. Einer von ihnen, im bürgerlichen Beruf Ingenieur namens Leroy, sprang tadellos ab, als die Reihe an ihn kam. Der Fallschirm öffnete sich vorschriftsmäßig und schwebte ruhig zur Erde, um in der Nähe der Gemeinde Aizhy- au- Bois zu landen. Die Bauern, die die Landung beobachteten, waren aber erstaunt, daß der Vilot unter dem Fallschirm unbeweglich blieb. Als sie berantamen, mußten sie feststellen, daß Leroy tot war. Wahrscheinlich ist er einem Herzschlag während des Abstiegs erlegen, denn die bisherige Untersuchung ergab keinen Anhaltspunkt dafür, daß er sich beim Absprung irgendwie verletzt haben könnte, und auch bei der Landung ist, wie nahe Augenzeugen berichten, alles glatt vonstatten gegangen. Sosialbemokrat" Prager Zeitung Ein Tag rührigen Polizeidienstes schlecht, der Armen, denke ich und sag: Großmutter, soll ich Sie stüßen? Was, du alter Tatterich, mir J. V. aus Kre wollte ohne Inanspruchnahme fagit Großmuter? Wir? Na wart' nur, hat sie geder Rettungsgefllschaft seinen geistestranten Bruichrien, geschimpft, hat mir den Stod aus der Hand der aus Vodol im Auto in eine Seilanstalt nach Braa gerissen und mir die Verlegung beigebracht!"" Das bringen. Der Irre überfiel den Bruder während der war nicht so, hohes Gericht! Das war so: Er wollte Sie sehen doch er hat einen dahrt, sprang aus dem Wagen, lief gegen die Wol- mich überfallen dau. Eine Polizeistreife eilte jofort herbei. Sie Stod gehabt. Ich..."" Sie sollten sich schämen, konnte dne rren beim Klub ,, Regata" einholen. Es alte Frau! Sie fahren nach Brag, lassen sich von fegte ein barter Kampf mit dem Tobiüchtigen ein. jungen Leuten ansprechen, gehen mit ihnen ins erit die Rettungsgesellschaft beendete ihn und brachte Wirtshaus, betrinken sich, randalieren... wir fenden Kranken in die Anstalt. nen Sie schon!" Ja, man kennt die 60jährige Alte. Sie ist 55mal vorbestraft und ihr Dant" an den bilfsbereiten Herrn trägt ihr die 56. Strafe ein: sechs Monate schweren Sterfer. Schlau rechnet die„ Großmutter": August, September und noch vier Monate da bin ich über den Winter versorgt! Dankend nimmt sie die Strafe an. Daß sie den Dörflerinnen das schöne, blaugetupfte Kleid mit dem weißen Stra gen nicht zeigen kann, wurmt sie sehr. Aergerlich brummt sic:" Im Frühjahr ist's bestimmt nicht mehr modern!" Großes Aussehen erregte der Ueberfall auf Frau Vieweg in Karolinental. Die Polizei hat in zwischen die Beſizerin der dabei angeblich geraubten 250.000 Kč feitgestellt. Sie weilt nicht in Brag, was die Ermittlungen verzögert. Verwunderung erregt das amtsärztliche Attest. Entgegen ersten Weldungen stellte der Arzt fest, daß keinerlei Verlegungen( Svu ren von Knebel oder Schlag) zu finden sind. Der Fall hat den Polizeiapparat alarmiert. der alles aufbietet, um ihn aufzuklären. Ein Kasseneinbruch, diesmal ein mißglückter. wurde gestern von der Firma Ferrum" in der Leaerova der Polizei gemeldet. Auf dieselbe Weise wie bei der Firma Brüder Hornet auf dem Wenzelspiat. versuchten Einbrecher auch hier die Kaffe auszurauben. Sie gelangten zwar vom Hofe des Nachbarhauses in das Gebäude und die Geschäftsräume, die Naise bielt aber stand, so daß sie unverrichteter Dinge wieder abziehen mußten. Daneben gibt es auch humorvolle Polizeiberichte. So, wenn gemeldet wird: Ein junger Väckergeselle liebt es, in finsteren Anlagen zu weis len. Er verfolgte damit Liebespärchen und einen einträglichen Zied: Stehlen von Handtäschchen, Buderdosen. Zigarettenetuis, Kleidungsstüden u. a. Als er bei finstrer Nacht fürzlich im Baumgarten gerade ein Sandiäschchen entwendete, damit wegschleichen Teures Angeln. Der Prager Wagistrat erließ wollte, stieß er auf einen Kriminalbeamten. Die gegen„ blinde" Angler einige ſtrenge Strafertennt Jagd begann. Die Finsternis wurde dem Bäder- nisse. Es wird jedem, der ohne Erlaubnis fischt, gesellen zum Unheil, er verirrte sich, fonnte nicht teuer zu stehen kommen. Die Strafen sind mit 100 weiter. So wurde er nach Pankrat geschafft. Da er Kč oder zehn Tagen Arrest festgesetzt. Im Herbst ist die Kur am billigsten im BAD LUHAČOVICE. Vorteilhafte Abonnements: I. Kl. 18a II. Kl. 21 Tage... Kč 1.512.- 1.386.weitere 7 Tage 504.- 462.Unterkunft im Kurortzentrum, ausgiebige Verköstigung und alle üblichen Heilprozeduren.- Detaillierte Angebote durch die Badeverwaltung. mehr als 1000 Kč Bargeld und viele Versayamtsscheine bei sich hatte, wird das Untersuchungsverfahren laum lang dauern. Dann gibt es leider bei Tageslicht ein unangenehmes Wiedersehen mit den Bestohlenen. Der 40jährige Staffentnader Baner wollte bei Der Schimpanse und die Ratte. Manche junge einer Firma auf seine Art„ arbeiten", verrechnete Dame hat vor einer Maus Angst; von einem Schim- jich aber in der Arbeitszeit," dieser Irrtum brachte vansen fann man nicht erwarten, daß er vor einer ihn in Und um seinen Lohn". Maus bebt, aber eine Katte fann ihn in den Tod treiben. Dies ist jetzt in New Yort geschehen. Dort gibt es eine berühmte Dompteuse Mrs. Gertrude Linzt, die bereits den Star eines amerikanischen Zirfusunternehmens, den Schimpansen Gargantua, dressiert hat. Zur Zeit lebte ein anderes Tier, ein riefiger Schimpanse namens Giggs in einem Verschlag im Garten ihres Hauses in Brooklyn. Auch die Dressur von Giggs war schon weit vorgeschritten, und Mrs. Link hoffte, mit ihm einen genau so grohen zirzensischen Erfolg zu haben wie mit seinem Vorgänger. Diese Hoffnungen sind jetzt zunichte geworden. Vor einigen Tagen hörte Mrs. Link den Anglicka 10, Mittwoch, 3. August 1938. Mr. 180 Hana Vitová und Jan Sebor in dem Sportfilm„ Klapzubova XI" P Sport- Spiel- Körperpflege FFK Falkenau westböhmischer Fußballmeister Mit dem letzten Serienspiel wurde die Meisters schaft 1938 der westböhmischen Arbeiterfußballer ent gültig entschieden. Eine spannende, aber auch von vielen Ereignissen durchsetzte Meisterschaft fand damit ihr Ende. Die Tabelle der vorjährigen Herbstspiele jah gleichfalls Faltenau an der Spiße. Schon da mais fonnte man voraussehen, daß es einen sehr wechselvollen Kampf geben wird. Schließlich bildete 7301 Verkehrsunfälle im Jahre 1937 in Brag, fich doch eine Spißengruppe, die, aus Faltenau, Fis davon 2024 Verleßte und 43 Tote. Es entfallen schern, Untereichenau, und Altohlau bestehend, den auf 1000 Einwohner nach dieser Statistit 7.6 Un Endkampf untereinander austrug. Als dann Altfälle und sie beziehen sich nur auf Prag und das Lohlau den Anschluß verlor, war jeder Punft von Polizeigebiet von Prag. Dabei verzeichnet das Jahr entscheidender Bedeutung. In dieser Zeit hatte 1938 bis jezt auch fast täglich mehrere Unfälle, die interreichenau die größten Chancen. Die Mannin Prag und Umgebung stattfinden. Im Zentrum schaft war äußerst stabil und auch ungeheuer zäh. Prags, nichts weit entfernt voneinander, wurden Fischern hatte zwar gleichfalls eine recht gute Posi gleich zwei Menschen wieder von Motorradfahrern tion, hätte aber Unterreichenau nicht mehr einholen niedergestoßen. Der eine Unfall traf den Inter- fönnen, wenn es feine Puntte mehr abgegeben hätte. nisten Dr. Kraus( Klimentska) bei der„ Koruna", In diese recht spannende Stampflage brachten die der zweite eine Frau Božena Štětina in der Wai- politischen Mai- Ereignisse eine sehr empfindliche sergasse. Die Verletzten befinden sich im Kranken- Störung hinein. Um den Verhältnissen Rechnung zu tragen, mußte die Serie sogar zeitweise unterbrochen werden. Die Wiederaufnahme der rüdstän digen Spiele geschah nur schleppend. Einige Vereine hatten Mühe, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. gewesen, daß wir in der ersten Klasse auch dieje Aber es ist auch ein Zeichen unserer inneren Stärke Situation überwunden haben. Kein Verein streďte die Waffen. Rasch wurden die Lücken ausgefüllt und den leberläufern bewiesen, daß man so leicht nicht den Arbeiterfußball ausradieren kann. Diese Tage waren zweifellas ein Ruhmesblatt in der Geschichte der westböhmischen Arbeiterfußballer. haus. Die Staatsbahnen veranstalten vom 6. bis 15. Auguit eine Fahrt quer durch den Böhmerwald für 530 K; vom 6. bis 16. August nach Karpathorußland die Macocha für 180 Kč und vom 7. bis 25. August für 590 Kč; am 7. Auguft einen Tagesausflug in eine Badereise nach Sliač für 1300 Kč. Anmeldun Gen und Informationen im Referat für Ausflugszüge neben dem Wilsohnbahnhof. Tel. 38353. Kunst und Wissen In der Spikengruppe trat daher eine Verschie ist aber auch ein richtiger Sherlock Holmes. Ihr ging bung der Kräfte ein. Unterreichenau verlor seine Bayer in die Falle. Als er so unschuldig tat und vat, stabile Mannschaft und damit auch wichtige Punfte. ſte möge ihn, der bei Bekannten gewesen". aus dem Auch Falfenau mußte einigen Ersatz nachschieben. Hause lassen, verwickelte ihn Frau Sherlock Holmes Ein neues Werk Bernard Shaws. Unverwüntlich in ein langes Gespräch. Inzwischen läutete ein scheint die Schaffenskraft des zweiundneunzigjähris Am besten hatte sich Fischern gehalten und die Mei Hausbewohner und begehrte Einlaß. Die Haus gen Bernard Shaw zu sein. Am Montag wurde bei nung herrschte auch vor, daß hier der neue Meister besorgerin schloß auf. Das was folate, hat sie nicht den englischen Festspielen in Malvern sein neues die Möglichkeit der Spielwiederholung in Aich. Als fein würde. Faltenau verzichtete deshalb sogar auf in Rechnung gezogen: Bayer fliste wie ein Sturm- Stüd Gen f" zum ersten Male aufgeführt. Dieſes das entscheidende Spiel mußte man dann den Kampf wind raus, hinüber zu einem Autotari. Doch jest Werf, eine höchst aftuelle Satire auf die zeitgenös Faltenau gegen Fischern ansehen. Hier kam die hotte sich Frau Sherlock Holmes schon gefaßt, schrie fische Politit, erzielte einen sehr großen Erfolg. Im große Ueberraschung. Fischern hätte den Sieg schaf um Hilfe. Damit alarmierte sie den Tarichauffeur. Herbite wird die Londoner Erstaufführung ſtatt- sen müssen, aber die Mannschaft versagte vor dem der Bayer beim Arm packte. Ein Magenstoß gegen finden. Tore vollständig und mußte die entscheidenden Punkte den Chauffeur machten dem Bayer freie Bahn. Großer Erfolg einer tschechischen antirasistischen in Faltenau lassen. Durch diesen Sieg stieg natür Nicht lange, der Chauffeur holte ihn ein. Als die Broschüre. Im Verlag Melantrich ist vor vierzehn Evrope"( Die Wilden Mitteleuropas) erschienen. ten fast unangefochten die Punkte für Faltenau. den Spiel gegen Grasliß und Unterreichenau brach. Ferus verbirgt, ist ein befannter tschechischer Wissen zur Zeit das Beste find, was der 6. Kreis zu bieten schaftler auf diesem Gebiete. Die Schrift ist eine wißige, von wissenschaftlichen Argumenten gegen die Pseudowiſſenſchaft der nazistischen Rassenlehre durch flochtene Polemit. Tſchechisch ist die Broschüre in einer hohen Auflage erschienen und hatte einen en fationellen Erfolg innerhalb zweier Wochen war fie vollständig vergriffen. Der Verlag gibt noch in dieser Woche eine deutsche Ausgabe unter dem Titel Die Wilden Mitteleuropas( Der Mythus der Raffiften)" heraus. Eine englische Ausgabe, die im August erscheinen wird, ist in Vorbe Affen furchtbar heulen. Sie stürzte zu dem Käfig Polizei Bayer näher untersuchte, fand sie ihn in vol- Tagen eine sensationelle Broschüre..Divoši ve střední ich in Falfenau erneut das Interesse und die beis und sah, daß das Tier völlig außer sich in einer ler Berufsausrüstung", selbst die Stridleiter fehlte Ede lauerte. Im Näfig aber ſpazierte eine Ratte nicht. Als ob er fich für ſein Vech entſchuldigen wollte. herum, und es war ganz klar, daß Giggs Angst hatte. philosophierte der Ertappte selbstkritisch:..Die Arbeit Mrs. Linz öffnete den Mäfig, sie hoffte, den Schim- hätte zu lange gedauert, daher unterließ ich sie!" vansen zu beruhigen, aber das Tier rannte wie von Warum er gegen den Chauffeur tätlich wurde? Es Jurien gejagt in das Haus und flüchtete sich ins iſt doppelt unangenehm als Kaſſentnader ertappt Au Badezimmer. Von dort war es weder durch Drohun werden, wenn man weiß, daß die Kaſſentnader abwehrbrigade fieberhaft in Tätigkeit ist, um die gen noch durch Bananen herauszulocken. Schließlich„ Afrobaten" von jüngst zu erwischen. Man muß alarmierte Mrs. Link die Polizei. Aber Giggs wurde manchmal viele Wochen in Untersuchungshaft abnur noch wilder, als er fremde Menschen fommen igen, hat man nicht ein todficheres Alibi, daß man hörte, er brach aus dem Badezimmer aus, sprang bei dem Ding" eines Berufskollegen nicht beteidurch ein Fenster und begann, alles zu demolieren. ligt war. Es blieb nichts anderes übrig, als das Tier niederDer Autor, welcher sich unter dem Bieudonym Homo ten, Es ist müßig, zu beurteilen, ob die Falkenauer hätte; Tatsache ist, daß diefe Elf sich auch im Endfampf als gute Stampfmannschaft gezeigt hat, gang abgesehen davon, daß sie während der ganzen Serie den Kampf um die Spitze mit Erfolg beſtritt. Am 21. Auguſt muß nun der Meister des 6. Kreiſes gegen den Meister von Nordböhmen antreten. Die beiden letzten Ergebnisse Falkenaus waren 6: 1 in Grasliß und 7: 2 gegen Unterreichenau auf eigenem Plate. Atus Neufattl Atus Aich 22 12 2 22 11 2 22 10 2 10 56:54 22 22 22 8 4 10 69:51 20 8 1 13 45:46 17 22 6 2 14 31:69 15 22 6 1 15 41:92 13 Die Schlußtabelle FFK Faltenau.. 22 14 5 3 70:36 38 zuschießen. Aber der erste Revolverschuß verletzte Agrarische Niederlage bei Janeček. Die gestrigen| reitung. Atus Fischern. 22 14 2 5 66:29 31 Giggs nur. Er blieb weinend wie ein Kind die Hand- Betriebsausschuswahlen bei der Firma Janeček in Wo stehen die amerikanischen Schriftsteller? In Atus Unterreichenau 22 13 3 6 58:40 29 flächen vor die Augen gedrückt liegen. Mrs. Link Vantras brachten der agrarischen Liste eine schwere Paris tagte jüngst eine Stonferenz der..Internatio Altus Altrohlau. 8 75:48 26 brach in einer Ohnmacht zusammen. Währenddessen Niederlage. Während die sozialistischen Gewerkschaf-| nalen Vereinigung der Schriftsteller zur VerteidiAtus Neudet 9 74:54 24 erledigte die Polizei Giggs mit weiteren drei Re- ten 9 Mandate erhielten, reichten die Stimmen für gung der Kultur". Auf dieſer Konferenz. die sich Altus Drahowitz. 22 10 4 8 51:44 24 volverſchüſſen. Dieſe Affen- Tragödie hat ganz Brook- die site der nabhängigen unter weten Mirat, Zartiäiteller in dieſer geit zu ſtehen habe und deren welchem Namen hauptsächlich mit der Frage beschäftigte, wo der ASK Graslib. Rote Elf Chodau Thn in Aufregung gebracht, und die Zeitungen wid- nur für ein Mandat. Bisher hatte sie drei Mandate. Präsident, der Franzose Aragon, feststellte, daß die ASV Maierhöfen men der Angelegenheit spaltenlange Berichte und Der Neubau des Technischen Museums wird im Vereinigung international alle Namen jener besseren tapid Starlsbad ganze Photoseiten. September in Angriff genommen werden. Das neue Welt umfasse, die verkündet werden solle hielt der Geburtenkontrolle für Katzen. Die türkische Ge- Gebäude auf dem Belvedere- Plateau wird nicht nur amerikanische Romandichter Dreiser einen viel 22 4 2 16 34:79 10 sellschaft für Tierschuß hat einen Geseßentwurf an den Sammlungen, die ießt in dem schon unzurei- beachteten Vortrag. Er bezeichnete die amerikanischen Einige Spielabbrüche harren noch der Erledi geregt, der nach den Mitteilungen der Tagespresse chenden Schwarzenberg- Palais auf dem Hradichin Plutofraten als die äraiten Feinde aller unabhängiuntergebracht sind, entsprechenden Raum bieten, es aen Schriftsteller. Diese Plutofraten seien, wie über- Aung, deren möglichen kleinen Verschiebungen weder alle Aussicht hat, im Parlament angenommen zu wird auch ein neuer Beitrag zur Ausgestaltung des all sonst, heiße Bewunderer der Diftatoren, denn sehr für die Spitze noch für das Ende der Tabelle von Bedeutung sind. werden. Das Gesetz sieht eine regelrechte Geburten- neuen repräsentativen Teiles der Hauptstadt sein. richtig empfänden sie die Diktatur, verglichen mit der fontrolle für Kaßen vor. In den Großstädten, na- Die Kosten, ungefähr 20 bis 22 Mililonen Kč, wer- Emanzipation der um ihren gerechten Anteil am mentlich in Istanbul, sollen die Polizeibehörden das den teils vom Staat, teils vom Museum und der Arbeitsertrag immer noch weitgehend neprellen für sorgen, daß sich in jedem Wohnhaus höchstens Industrie getragen werden. Die Baufläche wird Wölfer, als die geringere Gefahr. Im Kampf acaen cin Kater befindet. Ueberzählige Stater sollen in für 17.000 Quadratmeter umfassen. die nihilistische Plutokratie stünden jedoch Regierung zester Zeit beseitigt werden. Auch diese Zahl mag für Ein Ausflug nach Brag, ein getupftes Kleid und und Schriftsteller in USA. Schulter an Schulter. europäische Verhältnisse noch reichlich hoch erscheinen. Straffenat Brag. Sie ist auf der Anflagebant Welcher Geist diese Schriftsteller erfüllt, zeigt das In Wahrheit entfallen aber in Istanbul auf jedes gana serfniricht und ist doch voller Vitalität, sobald Ergebnis einer Befragung: Von 618 PersönlichkeiWohnhaus schäßungsweise neun Kater und entspre- sie zur Verteidigung das Wort hat. Wer hätt ten bekannten sich nicht weniger als 610 mit Begeichend viel Kazen, so daß der Nachwuchs alljährlich sich das träumen lassen! Nach Prag bin ich, ein sterung für das republikanische Spanien! Sileid wollt ich laufen, daß alle im Dorf bei uns staunen..."„ Erzählen Sie feine Märchen...!" Cejnar Tommt zum Turnier nach Luhačovice. Durch den populären Trainer J. Houba wurde der Start: unseres Repräsentanten Cejnar am Inters nationalen Tennisturnier gesichert. Das Turnier findet in Bad Luhačovice vom 7. bis 15. August d. I. statt. Auf dem Programm stehen die Meister chaften von Luhačovice und der mährischen Slowas fei und der Damenwettbewerb um den Pokal der Frau M. Bata. Wo denn Märchen! Da schauen Sie doch, ich hab Verlanget überall auf Vereins und des Reichenberger S. Die in die Zehntausende geht. Von allen jungen Maßen, die in Zukunft geboren werden, sollen nur zwei pro Elternpaar am Leben bleiben; die übrigen will der Tierschußverein selbst auf humane Weise töten und damit eine denkbar vollkommene Geburtenfontrolle Sie uns, wie das damals war!" Also ich seh da für Maßen durchseßen. spät nachts die Frau mächtig schwanken. Der ist Sas Kleid noch an, ein schönes Kleid, und jest... zerbrüdt ist es und...!"" Herr Beuge, erzählen Volkszünder Wegen nicht genügendem Turnstundenbefuch gesperrt wurden die Schwimmer des Gablonzer Eis Schivimmer dieser beiden Vereine wurden deshalb von Vdds auch nicht für würdig" befunden, bei dem Breslauer Turn- und Sport( mit Politik) den fudetendeutschen Schwimmsport zu repräsentieren". Bexuaßbebingung en: Bei Ruſtellung insSaus oder bei Beaua durch die Boſt monatlich Kč 17.- vierteljährig Kč 61.—, halbjährig Ke 102.- ganzjährig Kč 204.Inserate werden la Tarif billigst berechnet.- Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Die Beitungsfranfatur wurde von der Bost- u. Lelearabbendirektion mit Erlak Nr. 13.800 VII/ 1930 bewilligt( Kontrollpoftamt Braba 25.- Druderei:..Orbis". Drud. Verlags- u. 8eitunas- u.- G. Braa.